: a« iben, illeo tibeu Erscheint in Leipzig Mülwoch, Freitag, SomUag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhanb- die lungen des In-».Auslandes. Filial-Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. Ä. Sorge, Eor 101 Hoboken, N. J. J"*! Wm. Lueders, t* 409 Maystr. Chicago, Jll. Peter Haß, 8. W. Corner Third and eoates str. Philadelphia. IS« e Herren Gutsbesitzer holen sich gleich Soldaten zu der Felo- »vbeir. Wir fragen aber die Arbeiter der Welt, ob solche Zu- il!,»icht eine Schande sind für die Menschheit. Aber was 1 u trägt denn die Schuld am meisten: die drei Bruderkriege hinter- »inander. Dazu waren wir freilich gut, ihr Herren, nicht wahr? lung."�er wartet ab,— wir haben uns Witz gekaust und sangen an Zu denken.» Hoffentlick werden wir es soweit bringen, vaß wir th. uns dem großen Bruderbunde anschließen können. Mit örudergruß und Handschlag zeichnen--(folgen die Unter- chriften).— Dies das Schreiben. Eines Commentares bedarf eS nicht. Äm Gegentheil: die zermalmende Wucht der Thalsachen würde nur vermindert, der furchtbare Ernst, der in den einfachen Worten dieser Männer aus dem Volk liegt, abgeschwächt werden. E«»st schon viel über die Grund- und Bodenfrage geschrieben worden— über mit Ausnahme des entsetzlichen:„Wir leben nicht, wir sterben HungerS" des englischen Landarbeiters ist daS Elend der Landbevölkerung wohl nie so pathetisch, so beredt, so ergreifend, so herzerschütternd zum Ausdruck gelangt, als in dem gellenden ■uvthschm dieser sechs schlesischen Landardeiter:„Entweder ar- »eiten und verhungern, oder stehlen und im Zuchthaus sterben.« Er verstößt doch hoffentlich nicht gegen Z 130,— Herr Tessen- dorf?— Warum enthält auch daS deutsche Strafgesetzbuch nicht einen Paragraph en: „HungerS zu sterben ist bei Strafe verboten«? :ki nsch, lütz«, l 13. ffc«r )lt»l tniß, löil- ntrt itbfc lf. —« s die ßrS' Be- s. itig' Politische Uebersichl — Mit unverkennbarem Behagen bringen die Reptilienblätter s'uchstehendc Depesche deS Wagner'fchen TelegraphenburcauS in sitter Schrift zum Abdruck: „Königsberg, 20. Juli. Die„Ostpreußische Zeitung" meldet: �urz vor dem Quednauer Tumult wurden folgende sozialdcmo- nratische Schriften unter der Landbevölkerung verbreitet: Ein �°h. Most unterzeichneter, in Chemnitz gedruckter„Mahnruf an b>e Feldarbeiter" und in Zürich gedruckte„sozialdemokratische Ar- beiterlieder". Bekanntlich ist Most's„Mahnruf an die Feldarbeiter" eine Broschüre, die sich schon längere Zeit im Bertriebe befindet und »» welcher noch kein Staatsanwalt etwas Strafbares entdeckt hat. Haben sie also in Quednau wirklich Exemplare dieser Broschüre �vrgefunden, so hätte das gar nichts zu bedeuten. Was die Ler- breitung„kurz vor dem Tumult" betrifft, so darf man diese Nach- ""cht mit um so größerer Vorsicht aufnehmen, als sie aus der «Mtpreußischen Zeitung" stammt, einem Blatte, das von Herrn «�tto de Grahl redigirt wird, einem notorischen Stipendiaten b»s Reptilienfonds, dessen kürzlich an die Oeffentlichkeit gelangter Brief ja zur Genüge dargethan hat, welcher Art die Beziehungen bufes Herrn zu der preußischen Regierung sind. Da eS somit in das Gewerbe der„Ostpreußischen Zeitung" gehört, die Sozial- dewokraten zu verdächtigen, so darf man wohl auch fragen: Wer hat die Schriften verbreitet? Seit den in Aussicht genommenen ..Hochverräthern" schon von geschickten Spitzeln Bomben und Granaten in die Häuser praktizirt worden sind, um in den darauf tilgenden Haussuchungen auch ein„entsprechendes Resultat" zu haben, muß man sehr vorsichtig sein. .— Der gewaltige Klassenkamps in England und Schott- l?»d, welcher in einer Anzahl von StrikeS und LockoutS schon 'tu Monaten tobt, hat sich jetzt auch über die Meerenge nach Irland verbreitet. Unter den Leinenwebern in Belfast, dem Hauptsitz der irischen Leinenindustrie, ist ein Strike ausgebrochen, b» dem, wie irischen Blättern zu entnehmen ist, gegen 40,000 � Weber betheiligt sind. Die BourgeoiSzeitungcn jammern über i den„permanenten" Ruin, der dem Handel der Stadt Belfast � durch diesen Strike bereitet wird. Wie steht es aber mit dem •, permanenten Elend der Arbeiter?—„Ja Bauer, das ist ganz ---»>as andres!« — Unsere württembergischen Parteigenossen haben auf ihrer am 14. Juni zu Gmünd abgehaltenen Landesversammlung nachstehende Beschlüsse gefaßt: „1) Jedes Parteimitglied in Schwaben hat zur Deckung der Congreß-Delegirtenkosten 15 kr. zu zahlen. 2) DaS LandeS-Agitationscomitö wird nach Stuttgart verlegt. 3) Behufs der Agitation zu Reichstags-, Landtags- und Com- munalwahlen organisiren sich die Parteimitgliedschaften in Schwaben nach-den betreffenden Wahlkreisen. 4) Für die nächsten Reichstags-, Landtags- und Communal- wählen sind Candidaten in Aussicht zu nehmen, resp. als solche geeignet erscheinende Persönlichkeiten ausfindig zu machen. Ferner sind diejenigen Kreise näher zu bezeichnen, in denen eine offizielle Candidatur von Erfolg erscheint. Alle Mitgliedschaften sind verpflichtet, vorzugsweise bei den ReichstagSwahlcn in ihrem Kreise einen Candidaten aufzustellen, ausgenommen davon sind die Mitgliedschaslen derjenigen Orte, in welchen der Allg. deutsche Arbeiterverein Mitglieder hat. Diesen OrtSvereinen ist evenmell insoweit ein Compromiß mit dem Allg. deutschen Arbeiterverein gestattet, als derselbe den Prinzipien der Organisation und den Beschlüssen des kommenden CongresseS der foz.-dem. Arbeiterpartei nicht widerstößt. 5) Zur Bestreitung der BerwaltungS- und Agitationskosten deS LavdeS-AgitationScomitö's hat jedes Parteimitglied in Schwaben 1 Kreuzer pro Monat zu bezahlen und ist der jeweilige Ber- trauenSmann beauftragt, die Steuer dem Landes- AgitationScomitä jeden Monat einzusenden. 6) Alle offiziellen Mittheilungen seitens der einzelnen Mit- gliedschaften sowohl, als auch seitens des LandeSagitationScomitö's haben in der„Südd. BolkSztg." zu erscheinen.— Ferner haben die Parteigenossen Württembergs noch ganz besonders mit aller Kraft für die Verbreitung dieses Blattes einzutreten und ihm namentlich durch Zuführung recht zahlreicher Abonnements und Inserate ihre volle Unterstützung zukommen zu lassen. 7) Die Mitgliedschaften haben geeignete Männer zu ernennen, welche die„Südd. Volksztg." mit wahrheitSgerreuen, sachlichen Correspondenzen bedienen, überhaupt derselben Material zu über- mitteln, welches geeignet ist, etwas mehr Licht in die sozialpoliti- scheu Zustände resp. Mißstände ihrer Gegend zu bringen. 8) Die nöthigen Maßregeln sind zu treffen, um die Organisirung neuer, sowie die Hebung bereits bestehender Gewerkschaften ersprießlich ausführen zu können, und sind die Parteigenossen verpflichtet, dem Lan- descomitö die Orte zu nennen, in welchen die Begründung von Gewerk- und Parteimitgliedschaften von Erfolg erscheint.« — Unser Mitredakteur BloS, der gegenwärtig eine Gefängniß- ! strafe von drei Monaten verbüßt, ist wegen angeblicher Belei- digung deS Kaufmanns Sparig zu 50 Thlr. Geldstrafe verurtheilt. Berufung ist angemeldet. Die Beleidigung soll enthalten sein in dem offenen Brief, den BloS in der Nr. 4 des„Volksstaat" an Sparig richtete und der zum Zweck hatte, eine während der Wahl. lagitation von Sparig gegen Bebel geschleuderte verleumderische Behauptung zu widerlegen. — Nach einer Dcpesche aus Sommerfeld ist Parteigenosse Heiland verhaftet. Eine Parteimitgliedschaft ist gegründet worden. Heiland wäre also das zweite Opfer des staatsrettcnden Bürgermeister� iDie Gründung der Mitgliedschaft ist die beste Antwort, welche die Sommerfelder Arbeiter diesem Stromer II geben konnten. Stromer I ist bekanntlich der famose Bürgermeister in Nürnberg. (Soeben— Freitag Vorm.— erfahren wir, daß Heiland wieder in Freiheit gesetzt ist.) — Sonnemann, Redakteur der„Frankfurter Zeitung«, ist wegen deS bekannten, auch von uns abgedruckten Artikels über die Frankfurter Bierkrawalle, in letzter Instanz zu 2monatlicher Ge fängnißhaft verurtheilt worden, und hat dieselbe bereits angetreten. Somit hätten„die Schuldigen hinter den Coulissen«�. glücklich zwei Redakteure hinter Schloß und Riegel gebracht. — In Hamburg erscheint ein neueS Arbeiterblatt und zwar mit rein gewerkschaftlicher Tendenz, unter dem Titel:„Der Bote«, Organ deS Verbandes der Spengler und verwandten Beruft- genossen. Dasselbe wird von W. Metzger redigirt. Wir wünschen natürlich besten Erfolg! — Berichtigung. Der„Hamburger Sozialdemokrat", das Organ der Bräuer'schen Fraktion, enthält im Leitartikel der Nr. 29 folgende Behauptung: „Die vorjährige versuchte Separatisimng Carthagena's von dem spanischen Einheitsstaate(I) wurde vom„Volksstaat" freudigst begrüßt." Das ist einfach falsch. Wiederholt haben wir seiner Zeit er- klärt, daß die, sozialdemokratische Arbeiterpartei mit ContreraS und Genossen gar nichts zu thun habe, und zwar aus dem sehr nahe- liegenden Grunde, weil die Interessen der spanischen Arbeiter bei dieser Erhebung direkt gar nicht inS Spiel kamen, und weil durch diese Erhebung die spanische Republik untergraben wurde._ Sechster Eongrest der social-demokratischen Arbeiterpartei. Loburg, 21. Juli. Die gestrige Bormittagssitzung begann nach 11 Uhr, nachdem vorher die Generalversammlung der Ge- nossenschaftsbuchdruckerei Leipzig getagt hatte. So viel aus dem Geschäftsbericht genannter Druckerei zu entnehmen ist und auch aus den Debatten hervorging, ist der Stand des Geschäftes als ein außerordentlich günstiger nach jeder Seite hin zu betrachten.*) *) Ausführlicher Bericht hierüber folgt im„Volksstaat". — Nach Verlesung der Präsenzliste kamen zunächst einige Agita- tionsangelegenheiten bez. Abhaltung von Versammlungen in Hof, Bayreuth, Würzburg, Eisenach, Gotha, Erfurt, Magdeburg zc. zur Sprache und wurden mehrere Parteigenossen beaustragt, den Wünschen der Parteigenossen in den aufgeführten Städten nach- zukommen. Die Commission, die zur Erledigung des Streites Lepp contra Eckstein gewählt worden war, erklärte, die Klage des Elfteren nicht für begründet erachten zu können und sprach den Wunsch aus, die Parteigenossen möchten in Zukunft den Congreß nicht mit solchen Geschichten um seine kostbare Zeit bringen. Die An- gelegenheit Hillmann- Schuhmacher-Nork wurde durch Vergleich erledigt. Das Protokoll der Sitz ingen vom 19. wurde ohne Widerspruch genehmigt. Bei der nun folgenden Debatte über den Schriftenvertrieb durch die Volksstaatexpedition bildete der Preis für die einzelnen Agitationsschriften die Hauptfrage und wurde schließlich der Antrag Gcib'S angenommen, daß Ausschuß und Expedition gemeinschaftlich den Preis und zwar immer den möglichst billigen festzusetzen hätten. Der Antrag der Hamburger Genossen, das Budget für..Volks- staat" und„Socialdem. Wochenblatt" stets auf dem Congreß festzustellen, wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Hierauf Schluß der Vormittagssttzung.. Wiederaufnahme der Verhandlungen um 3 Uhr. Nachdem vom Vorsitzenden ein BezrüßungStelegramm aus Leipzig von Studenten aus allen Ländern verlesen worden war, schritt man zur Berathung der Anträge, die bez. des Inseraten- wesenS des„VolkSstaat" gestellt worden waren. Nach langer lebhafter Debatte wurde der Liebknecht'sche Antrag, Geschäfts- annoncen in den„Volksstaat" überhaupt nicht mehr auszunehmen, mit großer Majorität angenommen. Begründet wurde der An- trag hauptsächlich damit, weil es sehr schwer sei, solide Geschäftsinserate von Reklame- und Schwindelannoncen zu unterscheiden. Der Antrag VorkS, den Preis für VergnügungS- und sonstige Privatanzeigen von 2 auf 2Ve Gr., und für Arbeiter- und Parteiannoncen von 1 auf 1'/« Gr. pro Zeile zu erhöhen, wurde gleichfalls zum Beschluß erhoben. Der weitere Antrag, den Abdruck von Gewertschafts- Abrechnungen, Protokollen, Statuten zc. in den Annoncentheil zu verweisen, wurde abgelehnt. Hierauf erstattete Grillenberger Bericht über den Stand des Nürnberger „Socialdem. Wochenblattes«. Da die gedruckte Abrechnung ziemlich genau specisicirt war, so war der mündl'che Bericht kurz, waS im Interesse wichtiger Berathungen von allen derartigen Angelegen- heilen zu wünschen wäre. Bei dem Punkt„Anträge zu diesem Bericht« wurde vielfach die Frage ventilirt, ob eS nicht gerathen sei, das Nürnberger Parteiorgan baldmöglichst als Tagblatt her- auszugeben. Diese Ansicht vertraten namentlich Liebknecht und Geiser. Grillenberger, Geib und Vahlteich wiesen auf die unge- heueren, namentlich finanziellen Schwierigkeiten hin, mit denen unsere täglich erscheinenden Parteiblätter zu kämpfen haben und befürworteten dreimaliges Erscheinen, so bald dies ohne Schaden möglich sei. Ein Beschluß wurde in der Sache nicht gefaßt und erklärte der Congreß lediglich, daß er den ExpeditionSbericht des Wochenblattes mit Beftiedigung entgegengenommen habe. Auf Antrag der Zürcher Genossen wurde, um zur Beilegung deS leidigen ConfliktS in der Schweiz beizutragen, eine Unter- suchungSkommifsion, aus drei Personen bestehend, niedergesetzt. Um sechs Uhr Vertagung der Sitzung um eine Stunde. Bei Wiederaufnahme der Verhandlungen nach 7 Uhr kamen wieder einzelne Telegramme zur Verlesung, was einige Partei- genossen veranlaßt-, den Antrag zu stellen, der Congreß möge die Genossen darauf aufmerksam machen, in Zukunft daS Geld nicht unnöthiger Weise für Telegramme hinauszuwerfen, da dieselben vollständig nutzlos seien. Nach wenigen Erörterungen wurde der Antrag durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Nunmehr standen die Vorschläge zur Aenderung des Partei- Programms zur Debatte. Dieselben sind den meisten Parteigenossen auS dem„Volksstaat" bekannt; es sei jedoch erwähnt, daß wäh- rend der Verhandlungen selbst noch eine weitere Anzahl von AenderungSvorschlägen eingebracht wurde. Jedoch waren sich die meisten Delegirten von vornherein klar, daß der diesmalige Eon- greß noch nicht in der Lage fein werde, die definitive Umgestaltung des Programms vorzunehmen, da im Allgemeinen, selbst unter den Parteigenossen, große Unklarheit über diesen Punkt vorhanden sei. Es wurden denn auch schon vor Eintritt in die Berathung verschiedene Anträge auf Vertagung der Entscheidung für nächstes Jahr gestellt. Den CommissionSbericht erstattete Geib. Derselbe berichtet, daß die Commission schriftlich verhandelt habe. Dieselbe hat sich deshalb eigentlich nicht über alle Punkte verständige» können, einigte sich aber zuvörderst darüber, daß die Worte „voller Arbeitsertrag für jeden Arbeiter" wissenschaftlich richtiger formulirt werden müßten, ferner, daß die Grund- und Bodenfrage ausdrücklich im Programm zu erwähnen und der PassuS bezüglich des Staatskredits für Produktivgenossenschaften zu ändern wäre. Noch scheint es übrigens nach Ansicht der Com- Mission nicht an der Zeit zu sein, die Aenderung positiv vorzu- nehmen, vielmehr empfiehlt die Commission, dieselbe im laufenden Jahre eingehend zu diskutiren, Schriften über das Programm zu veröffentlichen und die Entscheidung über die Aenderung im nächsten Jahre vorzunehmen. Geib verbreitet sich über die ein- zelnen Vorschläge der Commissionsmitglieder und warnt davor, in der Programmreform allzu rasch und weit zu gehen, da sonst vielfach Mißhelligkeiten unter den Parteigenossen entstehe« könnten. Die vorgeschrittenen Parteigenossen mögen an die übrigen die Concession machen, mit allen ihren theoretischen Anschauungen in'« Programm vordringen zu wollen. Die nun folgende Debatte war eine äußerst anregende und hätten wir nur gewünscht, daß unsere bornirten oder boShasten Gegner Gelegenheit gehaht hätten, namentlich unsere Gegner aus den sogenannten„wissenschaftlichen" Kreisen, die Verhandlungen der Vertreter deS Proletariats anzu- hören. Eine Anzahl Delegirter sprach sich gegen Aenderung aus, da das Programm uns doch bisher sehr gute Dienste geleistet schläge erwartet. habe und sich schon aus taktischen Gründen eine vorschnelle, nicht voll g klar durchgearbeitete Abänderung nicht empfehle. Einzelne, wie Dr. Slamm, Tauscher, Motteler wollen wenigstens vorläufig den tz 10 durch einen klarer gefaßten ersetzen, doch ist die Mehr- heit der Redner für vorläufige Beibehaltung des Programms in seiner jetzigen Form. Auch Liebknecht tritt dafür ein und macht geltend, daß allerdings das jetzige Programm das Datum 1869 an sich trage und hervorgegangen sei aus einem Compromiß zwischen vorgeschrittenen Communisten und Lafialleanern. Doch seien immerhin Sätze von dauerndem Werth darin enthalten, welche voll- ständig die sozialistischen Grundsätze in ihrer ganzen Ausdehnung ent- hielten. Wenn wir aber jetzt ein neues Programm machen wollen, das dann also das Datum 1874 trägt, so müsse dasselbe die Resultate der Sozialwissenschaft, die seit 69 erzielt wurden, enthalten. Nach fast dreistündiger Debatte kommt folgender Antrag zur namentlichen Abstimmung: „In Erwägung, daß der Congreß die Verbesserungsbedürstigkeit des gesammten Programms, insbesondere die Nothwendigkeit einer größeren Klarstellung der ökonomischen Zielpunkte anerkennt; in Erwägung jedoch, daß er diese Angelegenheit gegenwärtig noch nicht für spruchreif hält: beschließt der Congreß, die Berathung der Anträge auf Abänderung des Programms bis zum nächsten Congreß zu vertagen und übergibt hiermit die Programmfraze zur allseitigen Diskussion der Gesammtpartei." Dieser Antrag, gestellt von Kokasky und unterstützt von circa 30 Genossen, wurde mit 43 gegen 4— 2 waren abwesend— angenommen. Es dürfte also für das nächste Jahr Aufgabe der Parteigenossen an allen Orten sein, durch eingehende Diskussionen zur Klar- legung der Sache beizutragen. Nachdem auf Antrag Geib's noch der Geschäftsbericht der Ge- nossenschaftsbuchdruckerei Leipzig und das Protokoll der General Versammlung derselben bekannt gegeben und zu lebhafter Unter- stützung dieses so wichtigen Unternehmens aufgefordert worden war, schloß die Sitzung kurz vor 11 Uhr. — 21. Juli. Am heutigen Vormittage eröffnete Vahlteich die Sitzung um Vell Uhr. Man schritt sofort zur Berathung der unter G. 5 in der Congreßvorlage zusammengefaßten Anträge. Der erste derselben, ausgehend von den Nürnberger Parteigenossen, verlangte: der Beschluß des vorjährigen Parteicongresses, wonach der Vorort der Partei alle zwei Jahre wechseln muß, wird außer ordnung über." Beginn der Nachmittagssitzung um 3'/« Uhr. Die Schrift- führer verlesen die Protokolle, welche nach Anbringung zweier Monita genehmigt werden. Zur Debatte steht nun zunächst der Antrag der Marburgcr Parteigenossen, welcher lautet:„Alle Parteigenossen haben sich als konfessionslos zu betrachten und demgemäß aus der Landeskirche auszuscheiden." Dieser Antrag wird auf Borschlag Tauscher'S durch Uebergang zur Tagesord nung beseitigt. Um die Sünden in Bezug auf Organisation zu vermeiden, welche bei der letzten Reichstagswahl namentlich in Sachsen begangen wurden, hatten die Crimmitschauer Genossen beantragt, daß bei ReichStagswahlen ein Candidat unserer Partei nur in einem Bezirke, wo entschiedene Aussicht, ihn durchzu- bringen, vorhanden ist, aufgestellt werden darf, nicht in mehreren derartigen Bezirken zugleich; ferner daß die WahlcomitöS sich vor Aufstellung der Candidaten im Voraus deren bedingungslose Zu- sage der Annahme einer eventuell auf sie fallenden Wahl gesichert haben müssen. In Anbetracht der bekannten Vorgänge im Leip- ziger Land-Wahlkreise wurde dieser Antrag für vollständig gerecht- fertigt erklärt und mit großer Majorität angenommen. Die einzelnen auf die Agitation bezüglichen Anträge wurden dadurch erledigt, daß der Congreß darüber zur Tagesordnung überging und auf Antrag Geib's die sämmtl>chen Vorschläge und Gesuche dem neuen Ausschuß zur baldigen Berücksichtigung überwies. Eine sehr ausführliche Debatte riefen die verschiedenen Anträge bezüglich der schriftlichen Agitation, resp. Herausgabe populär geschriebener billiger Agitationsschriften hervor. Obwohl ein großer Theil dieser Anträge erst nach der vom Ausschuß bestimmten Frist ein- gelaufen war, so erlangten dieselben doli die nöthrge Unterstützung, behufs Zulassung zur Diskussion, jedenfalls ein Beweis, daß man innerhalb der Partei diese Agitationsweise sehr wohl zu schätzen weiß. Am interessantesten war die Besprechung des von Tauscher vertretenen Antrages der AugSburger Parteigenossen, eine auf sozialistischer Grundlage beruhende J-gendschrift herauszugeben, um der systematischen Verdummung unserer Jugend sowohl durch die Pfaffheit als durch die Unterrirttsmethode unser r herrschenden liberalen Richtung entschieden entgegenzuarbeiren. Eene große Anzahl Redner, darunter auch Motrcler, sprach sich in dem- selben Sinne aus, jedoch kamen keine klaren, bestimmten Borschläge über die Art und Weise der Ausführung zur Sprache. Liebknecht meint, daß das beste Geschichtenbuch jedenfalls eine durch und durch volksthünilich geschriebene Welt-, resp. Kulturgeschichte der Menschheit sein dürfte, in welcher die Lügen und Mährchen der Geschichtsfälscher nackgewiesen, auf Grund der wissenschaftlichen Ergebnisse die Unwahrheiten der in religiösen Büchern enthaltenen Erzählungen klar dargelegt und die Entwicklung der Menschheit von den Uranfängen aus dem thierischen Zustand bis. hinauf in J Im Uebrigen geht der Congreß zur Tages- losen Sacke gab es noch eine Kotze, und das Nachtlager ist> Ex schrieben. Wasser mußte ick mir jeden Tag erbetteln und sÄlitk Bewegung konnte ich in der Zelle je nach meinem Belieben macht Von Sonntag bis Donnerstag mußte ich warten ohne jedwS� Auskunft über meine Verhaftung. Endlich wurde ich Donnerst>�° Mittag zum Untersuchungsrichter geführt und, nachdem das P»Fj>� tokoll aufgenommen, auf freien Fuß gesetzt. Bis heute ist«s Px noch keine Anklage zugekommen. Gründe zu meiner Verhaftos wurden mir nicht mitgetheilt— wozu auch? voa Nach meiner Freilassung besuchte ich die GesinnungSzenosss mir versicherte, ll 109 coal n. 3h* meu�H- Kraft gesetzt. Nach kurzer Debatte, in der auf die praktischen Gründe für ein längeres Verbleiben des Ausschusses an demselben Orte hingewiesen wird, nimmt der Congreß den Antrag an.— Der nächste, bereits von zwei Congressen abgelehnte, auf prin- zipiellen Erwägungen beruhende Antrag der Breslauer und Münchener Parteimitglieder, der Parteisekretär möge vom Congreß gewählt werden, wird wiederum von der Majorität zurückgewiesen. Auch der darauf folgende Antrag der Breslauer, welcher die Quittirung der Parteisteuern durch Marken wünscht, erleidet dasselbe Schicksal. Daraus wird auf Antrag Geib's zur Redaclion der Parteigeschäslsordnung eine Commisslon aus Vork, Geib und Liebknecht zusammengesetzt. Zu der Frage bezüglich der Gründung lokaler Parteiblätter hatten die Hamburger Mitglieder beantragt, es möge die vorherige Zustimmung des Ausschusses als erforderlich erklärt werden. Dazu nahm zunächst Liebknecht das Wort, um zu erklären, daß er für seine Person nicht gegen Lokalblätter über- Haupt, sondern nur gegen schlechte Lokalblätter sei. Ein gutes Lokalblatt ersetze ungefähr ein Dutzend tüchtiger Agitatoren, es sei das beste das sicherste AgitationSmittel überhaupt. Kokosky glaubt, daß durch die Zustimmung deS Ausschusses die Fehlgriffe nicht vermieden werden würden, wie daS Beispiel der Mainzer Zeitungs- die Gegenwart in' faßlicher Weise vorgeführt würde. Darin sei namentlich auf die verschiedenen sozialistischen Umgestaltungs versuche zu verschiedenen Zeiten Gewicht zu legen. Allein diese Arbeit sei einem einzelnen Manne nicht gut zuzumuthen, sondern eS müßten sich dazu mehrere tüchtige Kräfte vereinigen. Ueber- Haupt könne man die Abfassung derartiger Schriften nicht dekre- tiren, wie dies wohl bei Broschüren über das Parteiprogramm oder über die ländliche Arbeiterfrage recht wohl möglich sei. An- genommen wurden schließlich der Antrag der AugSburger, der schon oben erwähnt wurde, sowie ein Antrag Geib's, baldmöglichst eine populär geschriebene Broschüre über daS Parteiprogramm, und eine weitere zur Agitation unter den Landarbeitern herauszugeben. Der Preis derselben darf einen Sllbergroschen nicht übersteigen. Ein Autrag der Bremer Parteigenossen, mehrmals im Jahre Agitationsnummern vom„Vvlksstaat" herauszugeben, wurde gleich- falls adoptirt. Ein Revisionsoorschlaz der Parteigeschäftsordnung wurde en blov angenommen. Im Auftrag der Eommission zur Schlichtung der schweizerischen Streitsache erstattet Dr. Sq Bericht und wurde die Sache durch den Beschluß erledigt, laß von beiden Seiten, sowohl von der Centralisation der deutschen Arbeiter- bildungsvereine, welche direkt zu unserer Par.ei gehören, als von Seiten res schweizerischen Arbeiterbuudes geeignete Schritte gelhan gründung beweist. Geib beharrt bei der Ansicht, daß jede Lokal-jwerden sollen, um dem deimaligen unerträglichen Zustand, durch Mitgliedschaft sich im eigenen Interesse der Parteileitung unter- � welchen die Interessen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei em- ordnen müsse; er sei auch kein prinzipieller Gegner der Lokal- psindlich geschädigt werden, baldigst ein Ende zu machen und, blättcr, warne aber vor der Ueberschätzunz ihrer Wichtigkeit, wenn auch nicht sofort ein Zusammengehen, doch wenigstens Nachdem noch Tauscher, Biedermann, Ulrich, Eckstein, Auer, Wolf, � ein brüderliches Nebeneinandergehen zu ermöglichen. Der Partei- Hillmann, Schumacher, Schade, Mehlhorn, Müller, Hofmann, ausschuß wurde beauftragt, sich mit dem Centralcomilö der deui fsork, Baumann für und wider gesprochen haben, wird der Ham durger Antrag angenommen. Eine wesentliche Ergänzung dieses an sich etwas unvollständigen, der Mißdeutung ausgesetzten An- trageS wurde durch den folgenden Motteler'schen Antrag gewonnen: „Nur solche Blätter(so lautet derselbe), die mit der Zustimmung des Ausschusses in'S Leben treten, haben das Recht, den Namen der Partei zu führen, wie deren moralische und materielle Unter- stützung anzurufen." Damit ist für alle Zukunft die Stellung der Partei und ihrer Behörden zu den Lokalblättern sozialdemo kratischer Tendenz scharf gekennzeichnet.— Der folgende Antrag der Hamburger, der eine bestimmte Regelung des parteilichen UnterstützungSwesens eintreten lassen wollte, wird auf Geib's Ver- anlassung durch Uebergang zur Tagesordnung beseitigt. Der Congreß will dem AnSschuß, der auf die oft sehr verschiedenen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen hat, nicht von vornherein die Hände binden. Eine sehr ausgedehnte Debatte wurde durch den von den Parteigenossen zu Hannover und Mannheim eingebrachten Antrag:„Wenn irgend möglich, sind betreffs einer Vereinigung der beiden deutschen Arbeiterfraktionen geeignete Schritte zu thun", hervorgerufen. Im Allgemeinen ist man für geeinten Kampf, ob- wohl man sich allseitig der Ueberzeugung nicht verschließt, daß den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein und die sozialdemokratische Ar- beUerpartei nicht nur die OrganisationS-, sondern auch die Prin- zipiensrage trennt, da die letztere sozialistische Partei weit über die unzureichenden Forderungen Lassalle'S hinausgegangen ist. Keiner der Congreß-Delegirten neigte zu der Ansicht hin, eS dürfe der einst bestandene Streit zwischen„Lassalleanern" und„Esse- nachern" wieder aufgenommen werden; die Parteien müßten Frieden mit einander halten, um beide den Kamps gegen die be- stehende Gesellschaft mit Nachdruck führen zu können. Man ist also für einige Einigung allen nichssozialistischen Parteien gegen- über, aber nicht für ein Jueinanderaufzehen, eine Vereinigung, weil diese ohne den Verzicht eines der beiden Theile auf seine Organisation und einen Theil seiner Prinzipien, also ohne die faktische Unterordnung einer der beiden Parteifraktiouen unter die andere nicht möglich wäre. Diesen Anschauungen gemäß erhielt die Resolution G-ib'S die Zustimmung des Congresses. Dieselbe lautet: „Der Congreß erklärt, der Einigung der beiden deutschen Arbeiterfraktionen zugeneigt zu sein. Ueber den Modus einer solchen Einigung werden zum nächsten Congreffe seitens des Aus- schusses und der der Partei angehörizen ReichstagSmitglieder Vor- wo ich aufs beste empfangen wurde und man gerade diese Verhaftung so manchem die Augen geöffnet hat. K» ich bin gewiß, daß in Sommerfeld die Partei Boden fassen wir"• v trotz allen Polizcichicanen. Zum Ueberfluß wurde ich noch aus der Arbeit entlassen. nock einen kleinen Beitrag zur„StaatSretterei". Nach Freilassung machte ich mit zwei Arbeitern einen Spaziergang dut die Stadt; der Zufall führte uns den Polizeiwachtmeister ti gegen, welcher sich recht sehr„freute", mich auf fteiem Fuß zu e blicken. Er ließ sich mit uns in ein Gespräch ein und ließ eS< „guten" Lehren nicht fehlen. In seinem Eifer kam er so w« daß er zu den mich begleirenden Arbeitern sagte:„ES muß n< so weit kommen, daß die Arbeiter die Redner auf der Tribit mit Knüppeln todtschlagen."(Herr„Knüppel-Lasker", wie geft' Ihnen dieser Manu?) Ferner sagte er:„Und wenn Liebknel kommt, so kann er auch verhaftet werden— finden kann m immer etwas, wenn man nur will. Jeder deutet das Gesetz as zg ders."(Aufrichtiges Geständniß eineS diensteifrigen Polizisteitzl� Hugo Schmidt, ün e> ZZerkin, 18. Juli.(Ein empfehlenswerthes Beispie«� Die Arbeiter der Mündt u. Pick'schen Tücherfabrik haben duchiz�z Beschluß eine Sammelbüchse in den Fabrikränmen anaebracht; Ertrag ist zum Besten der politisch Gemaßregelten bestimmt. der flauen Geschäftszeit und der bekannten schlechten Lage dbchz( Berliner Weber ist diese Tyatsache ein erneuter Beweis für kbeiien Opferwilliakeit und das politische Verstäadaiß der Arbeiter. MözEesti diesem lobenSwertheu Beispiele viele Geschäfte folgen und vs» Allem diejenigen Branchen eine Lehre daraus ziehen, welche in ihrem kommen nicht so kärglich bedacht sind wie die Weber. Durch dJftits Eintreten Aller für unsere große Sache ist Tessendorf unser bestselbst Agitator und„Plötzensee"— ein angenebmer(?) Aufentbalt. Mag Fond f. Po!. Gemaßregelee. Von Ehrlich übergeben: 1 Thlr. 14 Gr., geslt. dich. Löwe in ci: Tischlerwcrkftelle; 1 Thlr. 15 Gc. v. Metllarbgew. hier d. Stefani. acht 'ate cbei »bei Brieskastcu der Redaktion. Auer in Eisenach: Mendt u. Zabel in Berlin, mann in Seesen: Für diese Nummer zu spät einzetrofsen.|nt n der Expedition. I. Eyr Cilli: Die Schrft. sind am 18. dsS. 0� Hrmann abgegangen. I. Frnz Wien Ab. 1 Thlr. H. Snf Gera Slhi. 9" 2 Thlr. I. Mllr hier Ab. 10 Tolr. Boß hier A». 16 Gr. Half-r�ai brikgenossenschast hier Ann. Thlr. 3 21. Arb.-Ber Kleinzschocher A>>4 T 4 Gr. H. Herng Tannbausen Schr. 1 Thlr. Gcwerlfch. d. Maurer ZU Zimmerer hier Ann Thlr. 1 3. P. Hß Philadelphia Ab. 35 ThPegeh Sozialdem. Arb.-Ber. hier Ab.„Arb.-Ztg." Thlr. 2 10. Dr. WlleftgH Bern eck Schr. 1 Thlr. Expedition„Bolls bote" Dresden: Wir erhalistz�z, kein Tauschexpl. Warum? Für Sie ist bei hiesiger Post eingezahlt. Ar> � 0 Ber. Preßbmg u. I. Glsbrg Cölln: Die von Ihnen gewünschten ie(ra, der Arbeiterzeitung haben wir erst in Newoork nachbestellen müssen, st, fort nach Eintreffen senden wir Ihnen dieselben zu___ � � Berlin Anzeigen tc. Socialdemokratische Arbeiterpartei. Montag, den 27. Juli, Abends 8 Uhr: Oeffentlichc Partcil-ersaMMtuugco: 1) Prinzenstraßc 72 bei Carius,(oberer Saal.) Sozial-politische Betrachtungen. Vortrag des Herrn Baumann. 2) Landwehrstraße 11 bei Meister,(oberer Saal.) Die Gcsindeordnung; kritisch erläutert durch Herrn Körner. Parteigenossen, erscheint zahlreich und pünktlich. Es sei Jedem Ezre»� fache für die AnSbreitnag der Pariet zu wirken.,~ Jedermann hat freien Zutritt. Das Agitations-Comite.imien Allgemeiner Böttcher-(Küper)- L erein.] (iiiu Sonntag, den 26. Juli: p1™ Große Landpartie nach Fried.ichhagcn. h..$ Fachgenossen, die sich daran betheiligen wollen, werden ersucht, gens 6 Uhr aus der Frankfurter Bahn sich einzufinden. D. Borstand, pber WWWWM�WWWDWWMWWWWWWWWWWWs���Will scheu Vereins in Verbindung zu setzen. Der nächstjährige Congreß wird in Chemnitz abgehalten. Zum Schluß wurden noch die Protokolle der beiden letzten Sitzungen verlesen und genehmigt. Vahlteich nahm das Wort zu einer kurzen Scht�ßansprache, betonte in derselben, wie der Congreß zur Zufriedenheit Aller in bester Weise verlaufeu sei, ermahnte die Genossen, immer treu und fest zur Förderung der Sache beizutragen und in den uns sicher bevorstehenden Stürmen nicht zu erlahmen im Kampfe für Freiheit und Recht. Schluß des CongresseS V«9 Uhr._ Gewerks�enosi enschastliches» Allgemeiner Böttcher-(K»Per-)Vcrein. Nerkiu.(Zur gefälligen Beachtung.) lim dem schon vielfach verbreiteten Gerüchte entgegenzutreten, der Böttcher und Altentäter Kullmann hätte von uns Geld zur Reise nach Kssstagen erhalten, zeigen wir hiermit an, daß Kullmann weder van uns noch einem Zweigvereine Reisegeld erhalten hat, auch hat derselbe noch nie unserm Verein angehört. Wir wissen eben so wenig, aus welchen Mitteln er Gelb erhalten, noch welcher Inspiration er gefolgt ist. Der Vorstand. Allgemeiner deutscher Töpferverein. KamSurg. Der Strike und Ausschluß der Münchener Col- legen ist als Vereinssache erklärt. Zuzug ist st.cng fernzuhalten; Unterstützung ist zu senden an Mathias Käufe in München, MooSburgerhof, Sendlinzergasse Nc. 19. Näherer Bericht folgt. I. Wilke, Vorsitzender. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, Obiges auf- zunehmen.__ Correjpöndenzen< Isorst. Meine Verhaftung in Sommerfeld wurde bereits in Nr. 82 des„Volksstaat" berichtet, und ich will daher nur Nach- stehendes hinzufügen. Von der Tribüne aus verhaftet, steckte man mich in ein elendes Polizeigefängniß, welches drei Schritte lang und ebensoviele breit war. Als die Gefängnißthür geöffnet wurde, wehte mir ein furchtbarer pestilenzialischer Gestank entgegen, welcher noch durch das zur Entleerung in der Zelle befindliche Gefäß um ein bedeutendes vermehrt wurde, besonders da dasselbe von Sonn tag bis Donnerstag Mittag nicht gereinigt wurde. Wie in solchen Zellen die Speisen munden, kann sich Jever denken. Daö Nachtlager war auch nicht sehr einladend. Außer einem bereits stroh Leipzig und Umgegend. Sonntag, den 2. Auguit 1874: Internationaler Spaziergang. Abmarsch Punkt 1 Uhr in GeisenhaiuerS Restauration zu Linden��ü Zahlreiche Betheiligung erwarten Die Zugführer Piiid> M. Preißer, L. Theile, Cammingau. illagei Zeit und Ort des Ausbruchs in Schleußig und Zschocher wiÄ. B. noch bekannt gemacht.__ Allgemeiner deutscher Schneiderverein.%ilu Dienstag, den 28. Juli, Abends 8 Uizr: Versammlunl m ~"............""icckitonrf Leipzig Gewandzäßchen 4 1.— T.-O.: 1) Die Einig-anzSämter und Schiedl gerichte. 2) Der Verband.— Gäste willkommen._ D. Leipzig und Umgegend«..JNÄUjS Montag, den 27. Juli: Versammlung. Nicolaistraße Nr� 33 Fröhlich, Hof 1 Tr.— T.-O.: 1) Rechenschaftsbericht. 2) Neuw»'- sämmtlicher Beamten. 3) Dringende Gewerkschafts Angelegenheiten, jijp« Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung bittet um recht'zahlreichptch Besuch___ R. Ludwig�Ms, Leipzig und Umgegend Agitations-Tomitö's im BereinSlvkale Der Vorstand�Tam Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer. � Dienstag, den 28. Juli, Abend« 3 Uhr, bei Zeidler, Windmühlenstraße 7: Generalversammlung. r?>! T.-O.: Rechenschaftsbericht. Neuwahl des Borstandes. �'• «ag t �ur Die„Chemnitzer Freie Presse" schreibt an ihrer Spitze: „Leider haben wir schon wieder den Tod eines unserer bravst�z r Genossen zu verzeichnen. Es ist Parteigenosse. C Hermann Weck,' fr h. welcher im jugendlichen Alter von 23 Jahren nach längerem Leid�rarix an Auszehrung verschieden ist.'°dier Derselbe hat sich sowohl durch seine rastlose Thätizkcit zu'�viw Wohl der Partei am hiesigen Orte, als durch die Mitarbeit�'M schaft an der„Chemnitzer Freien Presse", welche(ihm drei Moa�ehs Festungshaft eintrug, ein bleibende? Andenken erworben im HerZ�ajju ••—■- n seiner Freunde und Genossen. Möge Jeder so treu und rastlos seine Pflicht thun, wie diest�iirgx leider zu früh von uns Geschiedene."( % Leipzig: Ler