Leipzig b ZliRittwoch, Freitag, Sonntag. madii.- iedwl��iellungen nehmen an alle �..»Mastanstalten u. Buchhand- « des In- u.Auslandes. ." Filial-Expeditionen für die iZt v Vereinigten Staaten: ?astq F. Ä. Sorge, Lor 101 goboken, 1s. J. mosst Wm. Lueders, le, tt �>9 Unvstr.(Zdieago, Iii. Kit! Peter Haß, jpg 8. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Ahpnnementspreis: 16 Sgr. pro Quartal. ZU onat«- Ab»nnement» werden bei allen Deutschen Postanstalten auf den 2ten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen, im Kgr. Sachsen u. Hrzth. Sachs.-Altenburg auch auf den 1 ten Monat Maies str. Philadelphia.' ä ö'/s Tgr. angenommen, .DrgandersozialÄemokratischenArveiterMrteiundderwternattonalenGelverkslsenossenschasten. dilt .j kt. hak Jlfi-ri»i.>-i. tfirtnf.(SrhrftiiinTi-n ntih TonRixrr bttrxsienb. werden mit 1 Kar...— Vrirat- nnd NeranüannoS- mee !r ee zu s Inserate, die Abhalwnz von Partei-, Vereins- nnb Vilkssersenimlnugeu, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei- Mgelegenhetten betreffend, werden mit 1 Sgr.,— Privat- und Bergnstgungi- Anzeigest mit 2 Sgr. die dretgespaUen« Petit-Zeile berechnet. '»M787� » ß n> Irib g-fal bkn-i< i m» �kt» iVenn die Parteigenossen eines Orts oder eines Bezirks die M-?tsicht hegen, sich ein Organ zu schaffen, so werden sie zunächst ld l. NN Cvmiiö einsetzen, das die Angelegenheit nach den in den früheren �FstiMn aufgestellten Gesichtspunkten prüft. Man wird natürlich durdivglixhst sachverständige, klarblickende Personen in daS Comits ' Bejaht dasselbe die Vorfrage, d. h. findet dasselbe die Kleinem Gutachten unterworfene Idee durchführbar und nützlich, so sH* eS sofort daran, Vorschläge zur Verwirklichung auszuav Man wird gut tbun, dabei immer ein Blatt von einer -coOestimmten Größe ins Auge zu fassen und sich die Frage(A) # stellen: Wie viel Abonnenten wird dasselbe haben müssen, um sime Kosten zu decken? Man erbitte sich von einigen unserer be- teils bestehenden Blätter Kostenaufstellungcn, mache jedoch auch Mst einen Anschlag nach den örtlichen Preisen. Dieser Am Mag muß für jedes Format, daS im Comit6 in Vorschlag ge "acht wird, besonders gemacht werden. Ans Grund dieses Materials entscheide sich das Comils für ein bestimmtes Format, lcbei die älteren Lokalblätter als Beispiel dienen mögen, und labei namentlich aus die Billigkeit, die ein Arbeiterblatt aus- eichncn muß, auf die geringen Mittel, die der Sozialdemokratie sz a.Ut Verfügung stehen, und auf die Nothwendigkeit, mit diesen ge , Mitteln die Existenz des Blattes möglichst lange zu sichern halst Obacht genommen werden muß. " M Die Kosten eines in diesem Rahmen begrenzten Blattes sind rrcr» zu berechnen, wie wenn es einer fremden Druckerei in Arbeit > Th dgeben würde. Jetzt muß aber weiter(B) das Blatt mit dem lstgestellten Kostenpreis(den man unter Vorhersicht einer möglichen a 1 Steigerung der Arbeits- und Materialienpreise zu normiren hat) sts die erste peimanenle Arbeit einer zu gründenden Druckerei „ se brachtet werden. ES ergeben sich hieraus folgende Fragen ' i) Welche? Minimum von Druckeinrichtungen ist erforderlich, um — tas fragliche Blatt pünktlich herzustellen? 2) Hat die Druckerer httsicht auf Nebenverdienst? 3) Mit welchem Minimum von wittrfn kann die Druckerei in den Stand gesetzt werden, diese »bcnarbeiten auszuführen? 1 In Bezug auf diese Punkte werden ähnlich wie bei der Frage �und nöthigenfalls auch bei der Vorfrage, auswärts und am �rte Erkundigungen einzuziehen sein. FallS� ein Mitglied des itveiligen ParteiausfchusseS sich gerade in diesen Dingen auskennt "ras nach der demokratischen Art, in der wir, durch frühere Er- huisse belehrt, unsere Parteileitung wählen oder vielmehr wählen �ffen, nicht immer der Fall zu sein braucht), so wird eS besonders " lut sein,'sich auch dort Rath zu holen. Wir werden auf diesen Punkt später noch zurückkommen. Hat sich daS Comitö, resp. die Mehrheit desselben, über be M-i�wte Vorschläge und über die dazu nöthigen Geldmittel sowie and.pber pje Art der Aufbringung derselben geeinigt, so erstattet eS innen Auftraggebern Bericht. Die volle Oeffentlichkeit ist dabei �chwendig. Geheimthuerei hat uns von jeher nur geschadet. �u>d wenn die Meinung deS Comit�'S eine getheilte ist, kann eS DMAts schaden, daß daS Für und Wider der verschiedenen Pläne denailMn besprochen wird, nur muß man sich, um Uneinigkeit zu ver- ?iid'n, streng an die Sache halten und Nebensragen wie Personen- lau. uagen vorläufig noch ganz bei Seite lassen. Solche Fragen sind r wA B.: wie das Blatt heißen soll, wer eS redigiren, wer Geschäfts- _ Whrer sein wird, ob daS Blatt diese oder jene Rubrik von Mit .Heilungen bringen soll oder nicht u. dgl. mehr. Wenn die Versammlung den Vorschlag, resp. einen der ge- "laihtpt..itinirnnmmMi b.it fo fihrcitft da« Comitv fodei 1874. Die Parteipreffe. IV.») izrev ite. S. ���ien Vorschläge, angenommen hat, so schreitet daS Comitö(oder ■— neugewählteS) zur praktischen Ausführung. Dieselbe muß den . ���ichließung berechtigter Miteigei-thümer; 2) weil innerhalb der -�"lichen Gesellschaft mit den ihr eigenthümlichen Einrichtungen j/? Gewohnheiten eine communistische Organisation nicht lebens- ist; nur die ganze bürgerliche Gesellschaft selbst wird, wenn %*) Nicht zeitig genug eingetroffen, um noch vor dem Tvngreß ver-') Tetekliv, vom englichen Deteetive, ein Geheimpolizeidiener zur -r-' milicht werden zu können. R. d. V.! Entdeckung von Verbrechern; Spitzel. Politische Uebersicht< — Trotzdem der als„Mitschuldiger" beim Kissingcr„Atten- tat" gefänglich eingezogene Pfarrer Hauthaler längst schon wieder in Freiheit gesetzt ist, weil er seine Unschuld völlig nachzuweisen vermochte, dauert der Veitstanz in der„Nordd. Allgem. Ztg." noch fort. Aegidi scheint toll geworden zu sein. In Nr. 167 des Bismarck'schen Leibblattes zetert er: „Herr Sonnemann und seine„Frankfurter Zeitung" fungiren gemeinhin als Handlanger des UltramontaniömuS." Nachdem er so seine Detektiv»)-Pflicht an Sonnemann verrichtet, kommt er zu uns und brüllt uns an: „Der Redacteur der„Chemnitzer freien Presse", Hr. Bahlteich, ist ein Sozialdemokrat und steht gleichzeitig unter jesuitischem Einfluß", und als„Krönung des Gebäudes" bringt er noch ein Aktenstück, das haarklein nachweist, daß die Sozialdemokraten auch an dem„Attentat" schuld sind: „Mit dem Poststempel„Hannover"(ohne Datirung) ist u. A. auch das folgende an den Reichskanzler gerichtete Schreiben eingegangen: „Unser Magistrat und Schützencollegium haben Sie eine Adresse gesandt, zum Glückwunsch, daß Sie die Kugel nicht ge- troffen hat. Damit Sie mann nicht glauben, daß das die wahre Stimmung so ist, sage ich Ihnen, daß tausende wünschen, daß die Kugel besser getroffen hätte, vor Ihre vielen Verbrechen, die Sie verübt haben. Einer für Viele und Sozial-Demokrat."" Der„Franks. Beob." bemerkt zu diesem„Briefe", sowie zu einem ähnlichen, der aus Salzburg gekommen sein soll: „„Damit Sie mann nicht glauben," daß dieser Brief das einzige Exemplar seiner Art sei, vergleiche man den gestern mit- getheilten Drohbrief„mit dem Poststempel Salzburg", welcher nicht im Namen der Sozialdemokraten, sondern im Namen„aller römisch-katholischen Christen" geschrieben war, und abgesehen von diesem kleinen Unterschied, nach Styl, Orthographie und Formel der anonymen Unterschrift dem obigen Mvrdbnef so ähnlich sieht, wie ein Ei dem andern. Merkwürdig bleibt es in der That, und Herr Staatsanwalt Tessendorff wird darauf gewiß sein Augen- merk richten, daß die anonymen Mordkerle, der eine in Han- nover, der andere in Salzburg schreibend, dennoch mit so auf- fallender Uebereinstimmung desselben edlen Schriftjargons sich befleißigen, wie er beispielsweise in ten„Berliner Wespen" all- samstäglich unter der Rubrik„Aujust- Album" dem Publikum entgegenlacht." Soll uns fteuen, wenn die„Mädchen für AlleS" im Preß- bureau von Herrn Stcttenheim und seinen„WeSpen" etwas ge- lernt haben! UebrigenS ist Methode in diesem Wahnsinn der Bismarck- Stieber'fchen Preß- und Polizeimevte. Außer zu einer Razzia gegen die„schwarze nnd rothe Internationale" soll die reichskanzlerische i>t«umkehrten Weg gehen von dem, der bei der Aufstellung des sa ftPlanz befolgt wurde: zuerst müssen nämlich die Geldmittel ge- Iffrt werden, ehe an die Einrichtung gegangen werden darf. w Comit« legt in einem Aufruf an die Parteigenossen die Roth �digkeit und den Zweck des Unternehmens dar. Dieser Aus f- an den sich eine Liste zu Abonnementszeichnungen anschließt, aß in Cirkulation gesetzt werden. Die Listen gehen an daS �uritö zurück und müssen sorgfältig revidirt werden. Jeder 'awlvler ist für die Zuverlässigkeit seiner Liste verantwortlich. z Ist daS erwartete Minimum von Abonnements eingegangen, er, JV �"d auf Grund desselben leichter der für das Unternehmen �ihrge Fond zu beschaffen sein, als ohne solche Unterlage. Ist Minimum� dagegen nicht erreicht worden, nun, so zeige man den Parteigenossen an und wiederhole seine Bemühungen oder MW'drrlhx sich. Wir wollen indeß den günstigen Fall annehmen und jjbcr die Geldbeschaffung bemerken, die begreiflicherweise sehr avst�g EigenthumSsrage zusammenhängt. k.Eollectiveigenthum im Sinne unseres Parteiprogramms ->■ Eigenthum des cowmvnistischen Staats, können unsere ieiv Mtkiorgane nicht sein, weil ein solcher Staat nicht existirt; eben- �ig aber auch Collectiveigenthum im populären Sinne, d. h. sie ihre„Civilisation" bis zur Grenze der Möglichkeit oder der Geduld entwickelt haben wird, in die„Uncultur" des Communis- mus übergehen, aber bis dahin zwingt sie Allem, was in ihr ge- deihen will, sei es auch, um ihr Opposition zu machen, ihre Be- dingungen auf. Die Form, unter der heutzutage Unternehmungen gemeinsam ausgebeutet werden, ist die Aktiengesellschaft. Nebenbei ist den Arbeitern und Kleinbürgern, gleichsam als schwächeres Abbild dieses Ideals, die eingetragene Genossen- schaft zugewiesen worden. Die letztere dürfte wohl in den meisten Fällen die geeignetste Form sein, um aus der einen Seite die materiellen Interessen des Unternehmens zu fördern, auf der an- dcrn das Parteiintercsse zu sichern. Die Genossenschast kann Eigen- thum besitzen und erwerben, sich vor Gericht vertteten lassen und einem oder mehreren haftbaren Gesellschaftern die Führung ihrer Angelegenheiten übertragen, ohne daß dadurch die Partei aufhört, ihren Einfluß auf das Blatt auszuüben; vielmehr gestattet gerade die Zerlegung des GenossenschaftSvermögenS in kleine Antheile die Betheiligung möglichst vieler Parteigenossen an demselben. Die näheren Einzelheiten und die dabei sich ergebenden Frage», z. B. ob Gewerkschaften als solche Inhaber von Antheilscheinen sein können, oder ob der Antheilschein auf den jeweiligen Vor- sitzenden der Gewerkschaft auszufertigen ist, bleibt den Sachver- verständigen vorbehalten, sowie überhaupt die ganze rechtliche Organisation des Unternehmens nicht ohne den Beirath und die Mitwirkung eines tüchtigen Juristen festgestellt werden darf. Man scheue ja in diesem Punkte die gesetzlichen Formalitäten und Kasten nicht. Ueberhaupt braucht auch noch während des Betriebs der Zeitung sowohl die Redaction als die Verwaltung fortwährend des juristischen Raths und Beistands, die eine wegen der gegen unsere Partei und ihre Wortführer gerichteten Verfolgunzen, die andere wegen sonstiger mannigfachen Schwierigkeiten. Wo also nicht ein rechtskundiger und großmüthiger Parteigenosse oder wenig- stenS Parteifteund zur Seite steht(wie dies indeß bisher glück- licherweise bei allen unseren Organen der Fall gewesen ist), da dürfen ohne Weiteres einige Hundert Mark für Rechtsbeistand auf den jährlichen Etat gesetzt werden. Wir kommen nunmehr auf die RcdactionSfrage, die be- reits ftüher schon im„VolkSstaat" berührt worden ist, und im Anschluß an dieselbe auf daS Verhältniß der Parteileitung zu den Lokalblättern zu sprechen. Papierpftopfen-Streifwunde auch zu einem Ansturm gegen die Cita- delle des„Partikularismus", die bayerischen Rcservatrechte(gewisse Rechte, in Bezug auf Militärwesen, Postverwaltung:c., welche sich Bayern vorbehalten hat) ausgebeutet werden. Darum eine syste- matische Verdächtigung der bayerischen Richter, die sich, trotz Tcssendors'S Anwesenheit nicht zur Höhe der weltberühmten„Ber- liner Richter" emporschwingen können und die partikularistische Naivetät haben, lieber der frommen VerschwörunzSlüge unserer reichstreuen Staats- und Gesellschaftsretter einen, fteilich tödtlichen, Stoß zu versetzen, als einen unschuldig Angeklagten auf unbe- stimmte Zeit im Gefängniß zu halten. Darum eine systematische Verdächtigung der bayrischen Post. Man denke: Stieber klagt die bayrische Post an— der Bricfstieberei. Und das ist kein Scherz. Die Berliner offiziöse„Post" schreibt:„Dem Vernehmen nach ist es Thatsache, daß Briefschaften, welche aus Kissingen unmittelbar nach dem Attentat im Auftrage deS Reichskanzlers hierher expedirt worden, in ausfälliger Weise verspätet und das eine Schreiben mit verletztem Siegel hier eingegangen ist. Die in dieser Veranlassung eingeleitete Untersuchung ist im vollen Gange." Und in einer später» Notiz wird dies von dem halbamtlichen Organ der preuß. Regierung wie folgt erläutert:„Wir haben der Rcichspost nichts zur Last gelegt, sondern die Vorgänge, welche wir im Auge hatten, haben sich außerhalb des Gebiets derselben, welches bekannt- lich nicht das ganze Deutschland umfaßt, zugetragen." WaS ein Wink mit dem Scheunenthor nach Bayern hin ist. Warum umfaßt aber auch die Reichspost nicht ganz Deutschland? Dann hätten wir doch die Einheit der— Briefsticberei. Eine ReichSpost und Ein Reichsstieber! Wir empfehlen unseren Culturkämpfern diese neue Devise. Die alten sind doch nachgerade etwas abgedroschen. „Als der sozial- demokratische„VolkSstaat", bemerkt der „Frankfurter Beobachter", in Leipzig einmal ctwaS AehnlicheS mit Bezug auf die postalische Behandlung der Correspondenzen der Herren Liebknecht und Bebel behauptet hatte, wurde er mors solito (nach gewohnter Weise) unter Anklage gestellt, in erster Instanz vcrurtheilt, in zweiter Instanz aber nach eingehender Verhandlung freigesprochen. Wie merkwürdig nun, daß ein regierungsfteund- licheS Blatt jetzt ganz ähnliche Anklagen gegen die Post erhebt." Weniger„merkwürdig" als amüsant. Die Bricfstieberei von Stieber denunzirt!— DaS ist so unwiderstehlich komisch, daß wir dem Schutzengel BiSmarck'S die falschen Aktenstücke, die er im Köl- ner Kommunistenprozeß produzirt, und die falsche Pistolenkugel, die er in Kissingen nicht produzirt hat, beinahe verzeihen könnten. — Zur neuesten Westerwelliade schreibt man uns: „Berlin, 21. Juli. In Angelegenheit der„Kullmann-Affaire" liegen ganz bestimmte Anhaltspunkte vor, die schon jetzt zu einem ziemlich sicheren Ur- theil befähigen. Zunächst betrachte man das in unserem Land der Tugend und der frommen Sitte angewandte Vorgehen des Herrn Tessendors gegen die sozialdemokratischen Vereine, verbunden mit Haussuchungen, wo nur denkbar; dieses Verfahren berechtigt zur Annahme, daß man besonderes Augenmerk auf Vereine richtet. DaS in dem gegenwärtigen Culturkampf die katholischen Ver- eine eine bedeutende Rolle spielen, sieht wohl Jeder ein, denn diese sind es in erster Linie, welche daS Volk immer wieder einexerciren; gegen die Vereine also mit Energy vorzugehen muß für unsere Culturkämpscr von besonderer Wichtigkeit sein und da sich mit Knallefftct so etwas immer am besten arranzirt, so ist eben das Schießen das Einfachste; und eine hierzu geeignete Person zu finden, kann doch wohl Herrn Stieber nicht schwer fallen? Kullmann ist unserer hiesigen Polizei aus der be- kannten Charlottenburger Messerstichelei als Katholik und als jähzorniger Mensch wohl bekannt, der ja auf dem Gebiete der Mörderei schon Verschiedenes geleistet hat. Wenn nun also Bismarck einen Schuß braucht, um event. eine CabinetSordre gegen die katholischen Vereine zu erzwingen, welche dann selbstredent sofort auf die sozialdemokratischen mit ausgedehnt wird, so liegt der Gedanke bei ruhiger Betrachtung der Sachlage ziemlich nahe, daß man bei der bekannten Ehrlichkeit einen Gehilfen StieberS mit heidenmäßig vielem Geld versteht und daß dreser dann vielleicht als verkappter Pfaffe oder mindestens als Katholik, enttüstet über die Kirchengesetze, den Freund K. für solche kleine Extra-Tour zu gewinnen sucht und dann verduftet. Nach den bis jetzt gemachten Aussagen des K. ist diese An- nähme wohl möglich, denn seine Aussage bestätigt, daß er durch Andere engagirt worden, über die er allerdings bis jetzt geschwiegen hat; eS wird ihm auch wohl nicht leicht werden, hierüber Be- stimmteres auszusagen, da er event. den Betreffenden auch nicht näher kennen wird. Man betrachte ferner: An demselben Tage, an welchem der deutsche Kaiser Gast deS Königs von Bayern ist, muß dieser in seineui Lande den Mordversuch auf den Liebling deS Kaisers erleben und zwar durch einen Katholiken, der, wie in den zwei Depeschen fälschlich angegeben wurde, Mitglied eineS katholischen Vereins ist, ein Umstand, welcher den jugendlichen König zum strammeren Vorgehen gegen die Ultramontanen und deren Ver- eine zu veranlassen sehr geeignet ist. Ferner und das ist wesentlich, betrachte man den Verlauf deS Schusses. Bismarck erwidert militärisch grüßend mit der Hand an der Mütze den Gruß des Herrn Belladstni; in diesem Augen- blick fällt der Schuß und trifft den Fürsten in die volle MauS der hohlen Hand; der Schuß gleitet ab und streift zwei ginger, welche er verwundet. Nun betrachte man ferner die verschiedenen Berichte über die Ladung des Pistols. Zuerst hieß es, es war mit einer Kugel geladen, dann waren es drei Kugeln hintereinander, und zuletzt wurden eS Rehposten. Nun denke man sich: ein Schuß, mit welcher der drei La- düngen man wolle, geht in die volle hohle Hand, rutscht ab und streift nur die Haut zweier Finger. Ich bin nicht ThomaS, habe an mir auch niemals einen derartigen Versuch ge- macht, um die Unmöglichkeit der behaupteten Abrutschung beweisen zu können, aber das sieht mit mir wohl Jeder ein, daß eine Kugel oder ein Posten auf dieser kurzen Distanz die Hand hätte unbe- dingt zerschmettern müssen. BiSmsrck's Ausruf nach gefallenem Schuß mit dem Hinzeigen auf die Maus:„Hier sitzt die Ku gel", hat sich nicht bestätigt und hat man bis jetzt überhaupt keine Kugel gefunden; es ist also jedenfalls nur der der Ladung vor- gesetzte Pfropfen gewesen, welche den Fürsten traf und die Finger streifte. Wäre überhaupt eine Kugel mit dabei gewesen, die, nicht ge- troffen, doch in der Gegend des Attentats sich vorfinden müßte, so würden die Engländer sicher für Erwerbung dieser Kugel Tau- sende ausgegeben haben, ein Umstand, welcher jedenfalls zum ernst- lichen Nachsuchen nach der betreffenden Kugel veranlaßt haben wird, und dann stelle man sich das Geschrei vor, welches das Auffinden der Kugel hervorgerufen haben würde*). Kurz, man wird zu der Schlußfolgerung gedrängt: Das Pistol rnth ielt keine Kugel, sondern nur blinde Ladung, also auch blinder Schuß. Daß K. persönlich mit der ent- schiedenen Absicht umgegangen ist, den Fürsten zu tödten, wird Niemand(?) bezweifeln; wenn er aber aus eigenem Antriebe, oder veranlaßt hierzu von Leuten, die dem Fürsten ernstlich nach dem Leben trachten, den Mordversuch gemacht hätte, würde er schwerlich eine alte verrostete Pistole hierzu genommen haben und würde er unbedingt, wenn er die Waffe selber geladen hätte, auch Blei mit hineingeladen haben, so daß der Schuß hätte nie- mals ohne Wirkung bleiben können. Die Möglichkeit also, daß, natürlich von einem reichstreuen Freund des Culturkampfes, Zuerst der p. Kullmann für die That präparirt und ihm dann das blind geladene Pistol in die Hand ge- geben wurde, ist, wie alle Möglichkeiten, nicht nur nicht aus- geschloffen, sondern liegt nach obigen Ausführungen sehr nahe. So vorbereitet ließ natürlich der Culturkämpfer seinen Gim- pel darauf losschießen in der Ucberzeugung, daß der Schuß da schon sitzen wird, wo er sitzen soll!!— Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erwiderte bereits der „Germania", nachdem festgestellt war, daß K. nicht Mitglied von Vereinen ist(was in der zweiten Depesche bestimmt behauptet wurde und sofort d e Tendenz verrieth) und daß kein Priester direkt bei der Asfaire betheiligt war, daß dann die Pfaffen inS- gesammt hieran Schuld seien und es beweisen bereits die täg- lichen Haussuchungen bei allen Vorständen katholischer Ber- eine, waö der Schuß beabsichtigte. Daß man den K. nicht auch gleich mit zum Petroleur machte, und so ein Zusammengehen der Sozialdemokraten mit den Schwar- zen aufs Neue zu beweisen suchte, um das Vorgehen gegen sozialdemokratische Vereine gleich mit zu vereinigen, wundert mich bis jrtzt, und wird wahrscheinlich die bald zu erscheinende CabinctS- ordre hierüber Bestimmteres mittheilen." So weit unser Correspondent, dessen Ausführungen durch den Umstand, daß auch Freund Tessendorf nach Kissingen geeilt ist, verstärkte Kraft gewinnen. Hierher gehört auch, daß der„Vier- zigtausendthalerfondS", welcher vom Ministerium des Innern zu geheimen Ausgaben im Interesse der Polizei verwandt wird, nach einer Mittheilung der)„Westphälischen Zeitung" in diesem Jahr zu einem förmlichen Badereisen- und Vergnügungs- reisen-FondS geworden ist. Wir können natürlich nicht wissen, wie viele Myrmidonen.des Herrn Stieber in Bäder und an andre geeignete Orte geschickt worden sind, wir wissen aber, daß die Zahl Legion sein könnte, sintemalen hinter dem«Vierzigtansendthaler- fonds" noch ein ähnlicher Fonds im Staats Ministerium und— der gewaltige Reptilienfonds sich befinden. Was wir ferner wissen, ist, daß sich die neueste Westerwelliade für den hundertsten Theil des„Vierzigtausendthalersonds" allein weit besser hätte an- ordnen lassen, als sie in Wirklichkeit ausgefallen ist. Herr Stieber hat zu viel Häuser und Fett angesetzt,— was der Hirnbildung nachtheilig— und ist stumpf geworden. Auch in den Jahren seiner strebsamen Jugend hatte er die Eigenschaft, jedesmal'reinzufallen(daS Pech ist eine Eigenschaft, sagte schon der alte Napoleon), aber er führte seine CoupS(Streiche) wenig- stenS nicht so plump aus, daß er sofort abgefaßt werden mußte und sicherte sich eine längere Galgenfrist des„ErfolgS", die er in der bekannten Weise ausnutzte, bis der unvermeidliche Kladdera- datsch nicht länger hinauszuschieben war. Siehe den Kölner Com- munistenprozeß� Aber diese„Kullmann-Affaire"— wie tölpelhaft arrangirt! Wahrhastig noch unter der ersten Westerwelliade! Der grünste Neuling hätte eS besser gemacht. Wie in aller Welt konnte Hr. Stieber z. B. so gedankenlos sein, nicht für eine abgeplat- tete Kugel zu sorgen, die andern TagS an passendem Ort ge- fanden ward? Ein Viertelloth Blei— und daS Attentat war gelungen! Und jetzt— Alles futsch! Bismarck, der„Eiserne", umsonst inS Bockshorn gejagt, umsonst mit tausend Reptilienkraft gelogen, gelogen, gelogen. Alles umsonst, weil Herr Stieber, der doch rechtzeitig in Kissingen war(wie seine indiskreten Rep- tilienfteunde ausgeplaudert); Alles umsonst, weil Herr Stieber vergessen hat, daß zu einem Pistolen-Attentat eine Kugel gehört! Wird man den Mann nicht bald pensioniren? Jndeß, Kugel hin, Kugel her,— unser Berliner Correspondent hatte ganz recht:„der Schuß sitzt, wo er sitzen sollte"— die katholischen Vereine in Berlin sind bereits aufgelöst, anderen Vereinen wird's ebenfalls an den Kragen gehen und eine Preßordonnanz ist ernstlich in Arbeit! Der Schuß hat also getroffen,�— obgleich Hr. Stieb er die Kugel vergessen. Beiläufig ein größeres Wunder, als das der Louise Lateau. Zeit nicht verhältnißmäßig erhöht worden wären. In voll- reichen Städten und auch sonst sei bei leichterer Arbeit ein lohnenderer Verdienst zu finden. Ein anderer Grund sei, daß bisher für das Alter der ständigen Forstarbeiter nicht gesorgt worden sei. Etwas erübrigen hätten nur Vereinzelte können, die Mehrzahl sei in ihren alten Tagen auf das Gaadenbrod ihrer Kinder oder die Armenkasse angewiesen. Dem Mangel an Arbeitskräften abzuhelfen, müsse man zunächst den Lohn er- höhen. Letzterer müsse so beschaffen sein, daß der tüchtige Mann nicht bloZ die notwendigsten Bedürfnisse damit decken, sondern auch Etwas fürs Alter zurücklegen könne. Man müsse ferner ver- suchen, die Leute vielleicht, mit Ausnahme der Erntezeit, das ganze Jahr hindurch im Forste zu beschäftigen. Für die Kranken und Arbeitsunfähigen müßten Unterstützungskassen eingerichtet werden. Geld, viel Geld würden diese Aenderungen kosten, aber ohne die- selben würde der Arbeitcrmangel immer größer und der schließ- liche Schaden ein immer bedenklicherer werden.— DaS Referat fand allgemeine Billigung. Bemerkt wurde noch, daß den Leuten hier geboten werden müsse, waS sie in Amerika suchten: eine Stelle zum Anbau, ein Grundeigenthum.— Wären unsrc großen Fabrikanten von den gleichen Gedanken beseelt, dann würde die Sozialdemokratie bald keinen Boden mehr hier finden."— „Dem Einzelnen ein Grundeigenthum bieten"— das wäre also, was man sonst gewöhnlich den Sozialdemokraten vorwirst, nämlich die Absicht, Grund und Boden zu„theilen"! Aber wo soll denn das„Grundeigeuthum" herkommen? Werden es die „humanen" Forftwirthe, die, wie der Correspondent selbst ein- gesteht, die Forstarbeiter so sehr ausgesaugt haben, daß diese im Alter auf das Armenhaus augewiesen sind, werden diese Herren plötzlich von menschlichen Gefühlen so weit getrieben werden, daß sie jedem Arbeiter ein Stück Grundeigenthum abtreten werden? Nachrichten über in oder bei unserer Stadt vorgekommene FÄ von allerhand Rohheiten, Exzessen, Flegeleien u. derzl und dabei leider oft auch von Persönlichkeiten ausgehend, d>©et zu den gebildeten Ständen gerechnet sein wollen. Unser Str� gesetzbuch scheint für solche Fälle doch zu mild zu sein; aus ei« kurzen Haft, die oft wohl auch noch von den besser Situirteu ur Fall Geld abgebüßt werden kann, mrchen sich solch: Menschen nit Ecö viel. Vielleicht aber gibt e? doch noch ein Mütel, um d-rarttf die Vorkommnisse wenigstens doch etwas einzuschränken! Wie wäre el schlr wenn die öffentlichen Blätter sich nicht scheuten, bei der BeriP wiss erstattuig über solche Dinge auch den Namen der Frevler mit s gere nennen? Wer sich so weit vergessen kann, öffentlich seine friedlsi Besi neben ihm daher gehenden Mitmenschen zu insultiren oder zu Eon traitirea, den darf eS nicht wundern, oder vielmehr, dem gsichi:: in t nur sein Recht, wenn auch sein Name an die Oeffentlichkeit ß- ist t bracht wird, damit für künftig ruhige Menschen ihm auS des den Wege gehen können. In Fällen, wo polizeiliche Intervention od-' Ges- gar gerichtlich: Strafe, und sei sie an und für sich noch so gerin; zene eintritt, sollte wenigstens der Name des ThäterZ nie verschwieg aufs werden, und würde solches Vorgehen.wohl auch vom gesetzlich� stehe Standpunkt auS nicht anfechtbar sein. Sollte man gegen diesst mit Vorschlag etwa einwenden, das wäre ja die alte Prangerstrase Ü tags ße Das ist doch wohl kaum zu erwarten! Oder wollen sie das „Grundeigenthum" gegen allmonatliche Abzahlungen abgeben, etwa wie eS die Fabrikanten in den Städten bei den Arbeiterwohnungen thun? Es heißt aber ausdrücklich, daß nur Vereinzelte hätten „etwas erübrigen" können. Also geht auch das nicht wohl an. Und aus dem bloßen„humanen" Geschwätz eines Kapitalisten schlägt der Mann der„Voltszeitung" schon soviel Kapital, daß er seine Mecklenburger Forftwirthe den städtischen Fabrikanten als Muster empfiehlt. Die Kassen bringen bekanntlrch auch den „Arbeitgebern" nicht geringe Vortheile, wenn die Verwaltung in deren Hände gelegt wird, was selbstverständlich, sobald die„Ar- beitgeber" die Kassen selbst gründen. Somit ist auch diese letztere von„Humanität" erklärlich.— Und waS wäre schließlich erreicht, wenn die Arbeiter sich ein Stück„Grundeigenthum" �mittelst fünfzehn bis zwanzig Jahre dauernden Abschlagszahlungen mühsam erarbeiten dürften? Daß sie ganz geknechtet wären wie die Fabrikarbeiter, welche sich„Arbeiterwohnungen" erwerben wollen. Muckst sich der Arbeiter, so jagt ihn der„Arbeitgeber" fort und er kann die Hütte oder das„Grundeigenthum", worauf er so und so viel Abschlagszahlung geleistet, im Stiche lassen, oder d'rin verhungern, wenn er nicht hinausgeworfen wird. Man braucht gar nicht besonders scharfsinnig zu sein, um an der„Hu- manität" unserer Herren Bourgeois sofort den Pferdefuß zu ent- decken, welcher niemals fehlt. Der Arbeiter, der auf eine„Arbeiter- Wohnung" oder auf ein„Grundeigenthum" angezahlt hat, ist dem Kapitalisten verfallen, ohne sich rühren zu können, wenn er seine Ersparnisse nicht zum Fenster hinausgeworfen haben will. Indem der Correspondent der„Volkszeitung" wünscht, daß die Fabrikanten von der nämlichen„Humanität" beseelt werden möchten, wie seine Forftwirthe, weil dann die Sozialdemokratie verschwinden würde, beweist der Biedermann aus Mecklenburg, daß er von unseren industriellen Zuständen auch nicht die blasse Ahnung hat. Die städtischen Fabrikanten haben ja bekanntlich sein„neues" Recept gegen die Sozialdemokratie schon längst augewendet; Tausende von industriellen Arbeitern besitzen„Ar- beiterwohnungen" und die Sozialdemokratie florirt frisch und fröhlich unter ihnen. Die Sache ist also nicht so neu, wie der Mecklenburger glaubt. Und auch die„Volkszeitung", deren Redac- teure mit den Gewerkvereinlern so viel verkehren, weiß nicht, daß unsere Fabrikanten bereits Arbeiterwohnungeu gebaut haben, daß also der Vorwurf, den ihnen der Mecklenburger macht, ein ganz unbegründeter ist! Auf diese Art von„Humanität" haben sich die praktischen Fabrikanten längst verlegt, bevor der Mecklenburger mit seinen weisen Rathschlägen kam. Wenn aus einer Bourgeoisversammlung ein paar„humane" Phrasen gemacht werden, werden sie von der dienstbaren Presse zu einem„Zeichen der Ha monie zwischen Kapital und Arbeit" aufgepufft und die schwindelhaftesten Folgerungen daran geknüpft. Wenn aber die Arbeiter gerechte Forderungen stellen, dann werden letztere von derselben Presse todtgeschwiegen oder als „revolutionär" dem Staatsanwalt denunzirt. Alles„für des Volkes Wohl", sagen die Herren Bernstein, Duncker und Nuthan Schlesinger! — Arbeiterelend. Der Berliner„Volkszeitung" schreibt man auS Mecklenburg: „Bützow(Mecklenburg), 20. Juli. Wir sind selten in der Lage, eine erfreuliche Nachricht aus unserem Mecklenburg melden zu können, um so mehr freut es uns, eine solche einmal zu be- richten, welche zugleich Zeugniß davon ablegt, daß gewisse Gesell- schaftSklass-n dem Fortschritt der Zeit sich nicht verschließen. Vor wenigen Tagen tagte nämlich hier der Verein mecklenburgischer Forftwirthe und beschäftigte sich in Folge deS großen Mangels an Arbeitern auch mit der sozialen Frage. Der Referent führte sehr treffend aus, daß der Grund dieses Mangels darin zu suchen sei, daß die Arbeitslöhne für die Forstarbeiter in letzter Da haben die Engländer das Geschäft verpaßt, denn jede andere Angel, dort gefunden, hätte dasselbe gethan, und welche! Geschäft hätte hierin gelegen. Note des Corr. — Professor Biedermann antwortet uns(in Nr. 165 der„D. A. Z.")» daß er dem Inhalte nach„dasselbe"(was in jenem von uns„aufgestöberten" Album gesagt ist)„und viel aus- führlicher 1346 und 1847 theils in einer Reihe von Artikeln über Sozialismus und Communismus in seiner VierteljahrSschrift„Unsere Gegenwart und Zukunft", theilS in seinen„Vorlesungen über Sozialismus und soziale Fragen" ausgesprochen" habe.„Aus allen diesen Aussätzen geht hervor"' sagt Professor Biedermann, der auch dieses Mal in der 3. Person von sich spricht,„daß Prof. Biedermann nicht von vornherein mit blindem Vorurtheil an die soziale Frage herangetreten ist, vielmehr sich alle Mühe gegeben hat, dieselbe unbe- fangen zu studiren und jeden Vorschlag zu ihrer Lösung gründlich zu würdigen. Kann er dafür, wenn die Vorschläge, die der „Volksstaat" und seinesgleichen machen, ihm so unausführbar und irrationell erscheinen, daß er sich mit ihnen nicht zu befreunden vermag?"— Wir gestehen, daß uns Herr Biedermann durch seine Offenherzigkeit und Beständigkeit überrascht hat; wir sagen: Be- ständigkeit, denn auS den Schlußworten erhellt, daß er noch heute an feinen damaligen Anschauungen festhält. Da ihm die„Vor- schlüge" des„Vslksstaat" nicht gefallen, wird er hoffentlich die Güte haben, uns die„Vorschläge" jzu wissen zu thun, welche er selber zu machen hat. Vielleicht gelingt eS dann unseren gemein- samen Anstrengungen,„die letzten Consequenzen des Freiheit?- gedankenS, wie der CommuniSmus sie aufstellt, zu verwirklichen." Jndeß, wie dem sei, wir nehmen den„Exkommunist" zurück und haben eS hinfüro nur zu thun mit dem Communist Bieder- mann. — Zur RohheitSstatistik. DaS Leipziger„Tageblatt" vom 24. d. enthält folgendes„Eingesandt", das unsere neulich: Notiz (in Nr. 82) recht drastisch bestätigt: „Fast jede Nr. des Tageblattes bringt jetzt wieder einmal moderner Form wieder hergestellt, nun so möchte der EmsendS las darauf erwidern, daß gegen solche Menschen, die durch rohes, e?' zedirendeS, freches und gemeines Betragen die menschliche GM �ers und den menschlichen Anstand verleugnen, und damit also bezeig� mit daß sie Ehrgefühl nicht besitzen, bei der Bestrafung auf diel« einij Ehrgefühl auch keine Rücksicht genommen zu werden braucht. Ps« kung bat dürfte daS Mittel jedenfalls sein; namentlich dürfte ein groift fung Theil der von den in einem früheren Aufsatz einmal sehr richi» licht bezeichneten„Flegeln in Glacehandschuhen" ausgeführt� Zurü Gemeinheiten und Ungezogenheiten wegfallen, da diese doch l"1' Äun in der Regel in gesellschaftlichen Kreisen bewegen, in venen lchor solche öffentliche Nennung ihre? Namens nicht geduldet werdfl Gen würde. Sie würden dann auch außer dieser Zeit auf sich achtel die i und so doch zum Mindesten daS erreicht sein, daß ein ehrbarif Gese Mädchen oder Frau auch im Dunkeln allein und una«' schaf gefochten ihres Weges gehen kann."! iami Den Commentar überlassen wir Herrn Harkort. i stau) J �ch — Die englische Landarbeiterbewegung ist in eine Kap �riss eingetreten, von der nur H.ülsameS zu erwarten ist. DaS thü'. i sächliche Mißlingen des von der„Nationalen Land.rrbeileran:o>1 lst, i begonnenen und geleiteten Strikes hat eine Erbitterung hervor' gerufen, welche sich durch Harmonie- und Pfaffengeschwätz ni$! mehr beschwichtigen läßt. Selbst Aach wird mit fortgerissen. Ä teressant ist nachstehende Londoner Correspondenz der„FrankfuctSs Z-ltung": J „Die Stlmmnng der ausgeschlossenen(offiziell ist der Sm»«rts noch nicht beendigt; aber bloS, weil die Farmer einen grojj�% j Theil der Gewerkschaftsmitglieder nicht mehr in Arbeit nehmr« stren wollen. Reo. d. V.) ländlichen Arbeiter und ihr Verhälrniß den! den Pächtern und Gutsbesitzern wird leider immer unfreundliche den und während bis jetzt die größte Mäßigung in den Reden deits auf einer Wanderung begriffenen Arbeiter zu finden war, gab st! dohr in einer großen in Sheffield gehaltenen Rede Acch's bereits ei« Und Ton kund, der sehr verschieden von dem frühereu klingt. Nach?� �uts der Redner auf die entwürdigende Bahn der Canvidaien hmg« �»e wiesen und insbesondere betont hatte, daß blas die von d* die\ Gutsherren beeinflußte Gesetzgebung im Parlamente daran Icha��d sei, erregte die Erzählung der folgenden Thatsache die grö|$"äst Aufregung unter den zehntausend Arbeitern, die der Versammlu» anwohnten. Arch versicherte nämlich, ein Mann, der sehr na) der Krone stünde, hätte zu einem seiner Freunde in London geäußert, er würde sich gar nichts daraus machen, diese län» lichen Arbeiter gerade so zusammen zu schießen, wie es in Indien gemacht habe. Ein wüstes Geschrei folgt diests Worten, und man hörte die AuSrufe„Nieder mit dem Mörder!'!. uge und„wir wollen die Mary Ann zu ihm schicken." Man? Ä»'-5/ ist bekanntlich der Sheffielder Ausdruck für jene geheim aißool««rrei Macht, welche vor Jahren zur Zeit der Anfänge der Trade Unio«' die Häuser und Werkstätten der Nichtvecbandarbeitcr beschäm� ere' und zerstörte, und deren Thaten gleich den Urtheilen der Veh� gerichte oder der Inquisition noch heute mit Schrecken von de« �u> Volke genannt werden. Arch fuhr sodann in seiner Rede sol'"rt und erklärte, bis jetzt habe er feinen Anhängern immer Mäßigu«!.lc angerathen, allein wenn solche Drohungen zu dem Unrechte, dn'"U sie zu leiden hätten, hinzugefügt würden, dann würden dss Arbeiter zeigen, daß englische? Blut in ihren Adel« fließt, und daß sie zu Hause gerade so gut zu kämpft. j verstünden, wie sie bis jetzt in allen Welttheilen si�i, England gefochten hätten. Anstatt daß �aS Land mit bebaut wird, fuhr der Redner fort, um den Armen Nahrung ss i verschaffen, dienen Hunderttausende von Aeckern dazu, um für � Ichafi Reichen Wild zu hegen, und, man möge ihnen Communism«' vorwerfen oder nicht, nach seiner Ansicht gehörten die Früch� der Erde Denjenigen, welche dieselbe bewohnten. Zu v Ster erzählte serner, er habe einem der vom Volke erwählten Parl>' I über Vorwürfe gemacht, daß von diesem kei«' Wir mentSmitglieder darübe. Borschläge zur Verbesserung der Lage der Feldarbeiter im Hal� j' vorgebracht würden, worauf ihm jener zur Antwort gegeben hat'« � die Opposition im Parlamente gegen solche Anträge sei zu groß' säße er(Arch) jedoch in Westminster, er würde die Frage der benutzten Ländereien vorbringen, und wenn alle Mitglieder dss Parlamentes wie die Geier auf ihn losstürzen sollten." 1 So weil der Correspondent der„Frankfurter Zeitung". i sieht, wie Recht wir halten, als wir bereits vor Jahresfrist sagte«) s�_ die Landarbeiterbewegung werde den Händen der jetzigen Fühl« entschlüpfen. Ob Acch ehrlich ist oder nicht, wird sich nun b«' entscheiden. Die Stunde der Prüfung naht, wo er Stellung if nehmen hat,„hüben" oder„drüben"; und wo kein Bischoff kapitalistischer Arbeiterfreund durch eine philanthropische Phrase"' brück: daS„hüben" und„drüben" verbindet— wo Alles,' aus der heutigen Mißwirthschast Vortheil zieht, in dräuende« Schlachtordnung dem arbeitenden Volk gegenübersteht. Die a»*'®e8 geschlossenen Arbeiter bettelnd daS sLand durchziehen lassen, wie n Uijb jetzt geschieht— denn der sog. Wander- oder Pilgerzug ist nich� �vz anveres als ein Bettelgang— das zeugt weder von proletarisch«�& s Manuesstolz, noch von Verständniß des Ernstes der Sachlage. - Vfttl — Die„Norddeutsche allgemeine Zeitung" meldet die � 6. Juli durch die Rathskammer deS Berliner SradtgerichtS erfolS" Wiß vorläufige Schließung des Allgemeinen deutschen Maur««'"sn, und Steinhauer-Vereins,„welcher nächst dem bereits geschloß� jüch neu Allgemeinen deutschen Arbeiterverein der zahlreichste und Mv letzterem sowohl als auch mit den in den Provinzen weitverbr«'' läge teten Mitgliedschaften desselben in forlaufender Verbindung 8« Wesen sei.« C?)'' ,atic A GewerksZenoffenschaftliches- 5, H Eewerksgenoflenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand- Jt«I arbeiter beiderlei Geschlechts. eil« Crimmitschau. An alle Vertrauensmänner, Gewirks- und n Uli Fachgenofsen! Soweit allen Genossen bekannt sein wird, steht die nit Eröffnung der nächsten Reichstagssesston bald bevor, in welcher artizl die sog.„Novelle zur Gewerbeordnung" zur Berathung bez. Be- ire el schlußfafsung kommen wird. Ein jeder denkende Arbeiter wird erity! wissen, inwieweit diese Vorlage, wenn fie zum Gesetz wird, den ait i> gerechten Ansprüchen und Forderungen der Arbeiter entspricht: iediis Beschränkung der Coalitionsfreiheit, Bestrafung d-S sogenannten ; uul' Contraktbruchs fordern Diejenigen durch massenweise Petitionen, ichillf in deren Interesse die Gewerbenovelle eingebracht worden ist. Es t ze ist deshalb die Pflicht eines jeden denkenden und vorwärts streben- de» den Arbeiters, Protest gegen dieses, den Arbeitern nachtheilige od! Gesetz zu erheben, weshalb der Vorort obengenannter Gewerks- eriig! genvssenschafl alle Vertrauensmänner, Gewerks- und Fachzenossen ziezll auffordert, an allen Orten Versammlungen einzuberufen, nach- flidüs stehende Resolution zu diskutiren, zur Annahme zu empfehlen und dieslj mit zahlreichen Unterschriften versehen an daS Präsidium des Reichs- rfe i> tags entweder direkt oder durch unsere Vermittlung gelangen zu !erdfl lassen. s, e!1 Resolution: Die heutige in(Ort und Lokal) statthabende Lact! Versammlung, besucht von unterzeichneten Arbeitern, erklärt sich eiget mit aller Entschiedenheit gegen die im Gesetzentwurf, betreffend diesh einige Aenderungen der Gewerbeordnung, vorgeschlagene Beschrän- P« kung deS CoalitionSrechts, indem sie ferner die kriminelle Bestra- �roZif snng des Contraktbruchs, als ausschließlich gegen die Arbeiter ge- cichi« richtet und mit dem Geiste einer gerechten Gesetzgebung unvereinbar, ihrtl! Zurückweist; die Versammlung erklärt sich serner gegen die vom h siJ Bundesrath vorgeschlagenen Gewerbegerichte, weil durch dieselben eiif ston allein mit Rücksicht auf die Wahl der Beisitzer durch die >erdss Gemeindevertretungen, das Interesse der ArbeitSherrcn bevorzugt, ichti«� die Gleichberechtigung der Arbecter mit den Arbeitgebern von dem arfl Gesetze verletzt, überhaupt dem Zweck, unparteiische Richter zu na»' schaffen, in keiner Weise genügt wird; schließlich protestirt die Ver- ! sammlung gegen die in Petitionen von Fabrikherren und selbst- ständigen Gewerbetreibenden geforderte Einführung von Arbeits- i blichern als einen Versuch, den überwundenen Standpunkt zünft- Krisi lerischer Gesetzmacherei wieder zu beleben." thct'. Wir erwarten, daß sämmtliche Genossen, wo es irgend möglich lio N ist, obiger Aufforderung nachkommen werden. cvert I. A. des VorortS: ni#i Karl Poser, Peterstr. 557 BB. $i>-----——— fuctfj Allgnnciucr deutscher Töpservcrein. Kamvnrg. Da in Hamburg-Altona am 20. d. M. ein Ar- Z-rili beitsansschluß der Gesellen von Seiten der Bundesmeister erfolgt roßch ist, so ersuchen wir alle Töpfer Deutschland», den Zuzug nach hier hm» streng fernzuhalten, und nicht aus Annoncen zu achten, welche von ,jj jt den Meistern in anderen Zeitungen erlassen werden, in denen man äch» den Gesellen den höchsten Lohn in Deutschland verspricht, um Ar- , v« deitskräfte nach hier heranzuzuhen. Da es sich hier nicht um eine z sit Lohn- oder Arbeitsffage handelt, sondern um das Arbeits-Bureau, z ei< und da daS Bestreben der Meister dahin geht, den Allgemeinen hie»! deutschen Töpferverein zu sprengen, um die Arbeiter wieder in das jMgfj ulte Joch der Knechtschaft zurückzuwerfen, um nach Belieben über Ml! die Arbeiter herrschen zu können, so ersuchen wir alle College» h alt und B-russzenossen, unS im Kampfe gegen die Arbeitgeber that- �rözts"ästiq beizustehen. rlu»l NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, ObigeS naß Zu veröffentlichen. W. Schulz, B-v. n ßl �nH Verein der deutschen Steinmetzen. ei! Verkin, 23. Juli. Den V-ceinsmitgliedern, sowie den übrigen Steinmetzen Deutschlands zur Nachricht, daß der unterm 10. d. M. pjtn angedeutete ArbeitS-AnSschluß in Jbbenbllrren eingetreten ist. Auch -jle> w der Mitgliedschaft Naumburg a. S. ist der bis dato vorhandene friede zwischen Arbeitzeber und Arbeitnehmer von den ersteren nioal gestört worden, indem man den Collegen trotz des im März 1373 i?iz>t vereinbarten Accords- und Lohn-Tarifs, nicht nur 50 Prozent !-hl»1 �»niger zahlen wollte, nein auch die Arbeitszeit soll um eine 've» �iunde verlängert werden. Da jeder Sühneversuch zurückgewiesen foi! J®urde, haben sämmtliche Collegen die Arbeit eingestellt, und haben iau»S?i- Bevollmächtigten dafür Sorge zu tragen, daß der Zuzug dallidn bleibt. Fiir den Ausschuß: A. Zabel. vi«---- ver» Verein der Sattler und Berufsgenossen. pfr» � Aerkin. In dem Bericht in Nr. 32 d. Bl. hat sich insofern [ jii'»in unliebsamer Fehler eingeschlichen, als Karlsruhe und Raisdorf Kot» dort als neu eingetreten angeführt waren. Es soll aber heißen: ag}' vls ausgetretene, eingegangene oder aufgelöste Mitglied- ir d» Ickasten sind zu verzeichnen Karlsruhe und Roisdorf. SM»' Mit Gruß lichl' W. WirthS, Alepandrinenstraße 116. 2lt4 larl»' Berlin. ES geht dem Vorstande unterm heutigen Datum die Mit- lsii» Teilung von unseren Bremer VerewScollegen zu, daß daselbst eine Lohn. ruiii'?nd ArbeitSzeit-Disferenz mit ihrer Arbeitgebern ausgebrochen sei. Wir hl« �dern deshalb alle Sattler und Tapezierer auf, bis auf Weiteres Vre- „bl lÄttl ZU meiden. Weiterer Bericht folgt später. P. Straßer, Borsitz., Marienstr. Nr. 7, Hof 2 Tr. r d-- Gewerkschaft der Schuhmacher. Zssiesvaden, Da unser Sinke immer noch fortdauert und e» der Zuzug nach hier keine Herabminderung erfahren hat, so er wir nochmals alle Collegen und Parteigenossen dringend. °.it Nr Hintertreibung der Zuwanderung Sorge tragen zu wollen ball! ag Z-"• V. i Allgemeiner deutscher Schneidervereln. Aerkin, 23. Juli. Collegen allerorts! Die diesjährige Ge- �envsi veralversammlung unserer Gewerkschaft findet laut Bekanntmachung aui' des Ausschusses am 16., 17. und 13. August in Halle a. S. statt, sie si vnd ist es Pflicht einer jeden einzelnen Mitgliedschaft, wenn irgend nicfp Vioglich, für ihre Vertretung durch Entsendung eines Delegirten Schelk Zu sorgen, damit, wenn sich Mängel oder Fehler in unserer Or- l». Tanisation herausstellen sollten, von Allen die helfende und bessernde vap.d zur Beseitigung der Uebelstände angelegt werden kann. e Collegen! Blicken wir auf das vergangene Jahr zurück, so folzi' v>vß sich unS die Ueberzeugung aufdrängen, daß eS jetzt nöthiger itt'' denn je ist, treu und fest zusammenzustehen. Auch dieS Jahr ist rf Vicht ohne Kampf für die Gewerkschaft gewes-ri, und noch manche : l»? Kämpfe stehen uns bevor, aber mit Genugrhuung können wir rbcsi lagen: wir haben keine Niederlage erlitten, wir sind vielmehr z l" 5us jedem Kampfe als Sieger hervorgegangen. Unsere Organi- 'ation hat sich auch bi-r wieder als lebensfähig und jederzeit kampfbereit bewährt. Wir dürfen uns hierdurch jedoch nicht in Sicherheit wiegen lassen, sondern wir müssen rüstig weiter arbeiten an der Ausbreitung der Gewerkschaft, und zwar um so rüstiger, jemehr die allgemeine Geschäftskrisis sich auch in unserer Branche fühlbar macht. Die Krise, in unserem Geschäft hauptsächlich eine Folge der Ungeheuern und unsinnigsten Massen- und Uebcrpro- duction, hat ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht und wird die größte, ja die ganze Last wieder wie gewöhnlich auf die breiten Schultern der Arbeiter gewälzt werden. Blickt um Euch! Unsere Arbeitgeber sind bereits über ganz Deutschlands gut gegen uns organisirt und sie werden, spekulirend auf den Hunger und die Roth der Arbeiter, die früher gemachten Zugeständnisse bald genug zurückziehen, um von ihrem Entbehrungslohn nichts einzubüßen. Theilweise ist dies ja schon geschehen. An Euch, Ihr Tausende von Collegen, die Ihr unS bis dahin fernstandet, die Ihr vielleicht schon durch Roth und Elend mürbe gemacht, in dumpfem Hinbrüten verharrt, an Euch ergeht zunächst unser Ruf: Erwacht! rafft Euch auf auS Eurer Lethargie, faßt Euch ein Herz, wie eS Männern geziemt, und tretet ein in unfern Bruderbund. Dann wird es nns möglich sein, der Kapitalmacht die Stirn bieten zu können und den Sieg zu erringen. Denn ohne Kampf kern Sieg. DaS Nimmersatte', übermächtige Kapital, zieht-S nicht von Tag zu Tag die um die Arbeiter geschlungenen Ketten fester an? Soll nicht der Arbeiter zum Sclaven, zum willenlosen Werkzeug, zur Maschine gemacht und jede seiner Geistes- regung unterdrücki werden? Wird die Kapitalmacht nicht von der Gesetzgebung hierin redlich unterstützt, indem man den Arbei- tern das kaum erst gegebene und sehr beschränkte CoalitionSrecht nehmen, und das sogenannte Contraktbruchgesetz einführen will? Aber auch an Euch, Collegen, die Ihr Euch zurückgezogen in den Schmollwinkel der Fach- oder Strikeveceine, ergeht unser Mahnruf: Schließt Euch unserer Organisation, als der einzigen, die ihre Lebensfähigkeit bewiesen hat, an. Vereinzelt sind wir Nichts! vereinigt Alles! Wir werden dann eine Achtung gebietende Stellung einnehmen, und unsre Arbeitgeber werden uns den Fehdehandschuh nicht so leicht hinwerfen, als wenn wir vereinzelt dastehen. Ihr alten Kampfgenossen von Cöln, Mainz, Magde- bürg, Dresden, Kassel wo steckt Ihr? Auf nach Halle! tretet wieder ein in Reih und Glied, damit nicht unser so sehr gesun- kenes Geschäft noch mehr sinke. Helft mit dahin wirken, daß man nicht mehr so viele bleiche Jammergestalten unter unfern Geschäfts- kollegcn einherwanken sieht, Kandidaten der Schwindsucht, die Opfer der anstrengenden langen Arbeitszeit und der ungesunden Arbcitsräume. Ihr aber, Brüder, die Ihr in unseren Reihen steht, die Ihr schon gekämpft und gelitten für das erhabene Ziel, was wir uns gesteckt, werdet nicht müde, wieder und immer wieder die Jadif- f-renten aufzurütteln und fort und fort zu arbeiten für daS Wachsthum der Gewerkschaft. Viele Taufende stehen noch außer- halb unserer Verbindung, sie müssen herangezogen werden, und das Vorurtheil, welches man theilweise noch gegen uns hat, muß verbannt werden. In Eurer Hand liegt eS, das Geschaffene au erhalten und zu kräftigen. Brüder! Thue Jeder seine Pflicht mit Freudigkeit, mit echtem ManneSmuth, mit ganzer und voller Kraft, dann werden wir unserem Ziele immer näher kommen, das Morgenroth eines besseren TageS wird bald leuchten, und dann wird ertönen können der Ruf: Die Arbeit ist frei! sie ist erlöst auS den Krallen des nimmersatten Kapitals. Mit sozialdemokratischem Gruß und Handschlag I. A.: A. Mendt, Weinmeisterstr. 7. Nürnberg, im Juli.(An alle Schneider Deutschlands, Oester- reichs und der Schweiz!) Collegen! Da, soweit die Verbands- statuten verlangt und uns überhaupt Adressen bekannt waren, allen Vereinen dieselben übersandt worden sind, so ist eS an der Zeit, an die Urabstimmung zu geh-n. ES werden deshalb alle Vereine ersucht, Versammlungen anzuberaumen, daS Statut durchzuberathen und darüber abzustemmen. Insbesondere aber müssen wir bitten, das Statut genau zu prüfen und die etwa vorzufchlazenden Ab- änderungen nach der Reihenfolge der Paragraphen genau formu- lirt uns einzusenden. Als Schlußtermin ist der 25. August be- stimmt, und müssen deshalb alle Abstimmungsresultate bis zu diesem Tage in unseren Händen sein. Sollten zu große Diffe- renzen du?ch die Abstimmung sich ergeben, so würde es nothwendig sein, noch im Laufe dieses Sommers eine außerordentliche General- Versammlung einzuberufen, auf welcher dann alle noch nicht erle- digten Punkte zum endgültigen Austrage gebracht und zu gleicher Zeit für das nächstfolgende Geschäftsjahr der Vorort und die Controllkommisston gewählt werden können. Wir ersuchen deshalb alle Vereine, sich darüber zugleich schlüssig zu machen, ob eine außerordentliche Generalversammlung stattfinden soll, oder ob die definitive Regelung der VerbandSstatuten-Commission überlassen bleiben soll. Sollte das Letztere der Fall sein, so müßten nach erfolgter Bekanntmachung des Resultates Vorschläge zur Wahl des Vorortes und der Controllkommisston gemacht werden, was eben- falls dann nur durch Urabstimmung zum Abschluß gebracht werden kann. Zugleich fordern wir alle Vereine, welche noch kein Statut in Händen haben, dringend auf, sich der großen Sache anzuschließen und schleunigst ihre Adressen einzusenden. Collegen! die Zeit ist ernst, die Feinde, welche wir zu be- kämpfen haben, sind stark und trachten ebenfalls darnach, sich fest zu organisiren, um jede freiheitliche Bestrebung unter uns, jede Regung nach Verbesserung unserer materiellen Lage schon im Keime ersticken zu können. Es ist deshalb Pflicht aller Arbeiter, ein- müthig einzustehen zur Wahrung unserer gemeinschaftlichen Interessen. Thue Jeder seine Schuldigkeit voll und ganz, dann kann der Sieg nicht fehlen. Mit Brudergruß Für die VerbandSstaiutenkommission: I. Baumann, GeierSberg Nr. 16, 3 Tr. Correjpondenzsn» Leipzig, 27. Juli. Wie uns soeben mitzetheilt wird, haben die Mitglieder deS„Verbandes für Rauchwaaren-Jndustrie"(Fa- brikantcn) mehr als 200 Kürschnergehilfen, wohnhaft in der Um- gegend Leipzigs, deshalb aus der Arbeit entlassen, mit andern Worten aufs Pflaster geworfen, weil die Arbeiter sich wer gerten, die ihnen von den Fabrikanten vorgelegten Fabrik-Ocd- nvngen zu unterschreiben. Unter andern netten Bestimmungen ist in den Fabrik-Ordnungen die Verpflichtung für die Arbeiter ent- halten, ArbeitS-Controlbücher zu führen.— In nächster Nr. werden wir einen Aufruf des Ciehilfencomitk'S bringen, nebst auS- führlichsr Darstellung des Sachverhaltes. Kerlin.(Erklärung.) Ja Nr. 2 der Oberwinder'fchen „Zeit", Organ für Sozialpolitik(Demokratie scheint der„mo- dernen Staatsidee" nicht zu entsprechen) finde ich folgende Cor- respondenz: „Berlin, den 6. Juli.(Von einem Mitgliede der Eisenacher Partei.) In der heut stattgefundenen geschlossenen Mitglieder- Versammlung der Eisenacher sozialdemokratischen Partei wurde Dr. Theodor Stamm mit 57 Stimmen zum Delegirten für den Kongreß gewählt. Der Vertrauensmann constatirte, daß die Mit- gliederzahl in Berlin nach Maßgabe der abgeführten Beiträge zwischen 200 und 250 schwanke, und sonach 2 Delegirte zu wählen seien. Es wurde ein zweiter Delcgirtcr gewählt, und zwar Auer, der bei der engeren Wahl mit Metzner siegte. Auer liebt die Blumensprache zu sehr und seine Deklamationen führen ihn oft über das richtige Maaß hinaus. Die Wahl des Dr. Stamm ist eben so sehr dessen Grundsätzen, als der von den Arbeitern ge- hegten Achtung vor wissenschaftlichen Kapacitäten zuzuschreiben. Auch besitzt Stamm bei meisterhafter Dialektik eine feurige Bered- samkeit und versteht eS, mit großem Geschick die aus Uebelwollen und Mißtrauen entspringende Opposition unschädlich zu machen. Interessant war die der Delegirtenwahl vorangegangene DiScussion über die Programmfrage. Milke(ein Vorstandsmitglied des Buch- druckerverbandes) gab den einleitenden Bericht. Milke ist eine bescheidene und höfliche Persönlichkeit. Er drückt sich klar und deutlich aus, obgleich er kein besonderes Rednerralent besitzt. Milke erklärte es für daS Beste, das Programm in seiner jetzigen Form ganz fallen zu lassen, da es zu sehr der Mißdeutung ausgesetzt sei. Man müsse jetzt zu viel Zeit für die Abwehr falscher Jnterpre- tationen deS Pcogrammes verwenden, man solle denselben daher einen populären und politischen Inhalt geben. Es genüge, zu den TazeSfragen Stellung entsprechend den Parteiprinzipien zu nehmen. Auch könne man dem Programm einen solchen Umfang geben, daß es gleichzeitig alle Punkte erläutere. Die Versammlung zollte Herrn Milke keinen Beifall. Mehrere Stimmen erhoben sich gegen eine weitschweifige Motivirung des Programms. Dr. Stamm bemerkte, daß die Ausführungen des Milke alle Beachtung ver- dienten. Die meisten andern Redner, außer dem Apotheker Vogel, befürworteten den bekannten Bracke'schen Programmantrag. Die bezüglich des Grund und Bodens vorgeschlagenen Punkte fanden keinen Widerspruch. Nur Bernstein erklärte sich für die weiter gehenden Ansichten Geib'S. „Im Allgemeinen herrschte in den Debatten jene Verzettelung der Zeit, jene Disziplinlosigkeit und Zerfahrenheit, die oft anS kleinlicher Animosität und Verbissenheit oder auch aus Eitelkeit hervorgehen. Auf dem Nebensächlichen und Unwefentlicheu wird herumgeritten, und so kommt eS, daß intelligente Arbeiter, die kaum für die Bewegung gewonnen sind, sich wieder mit Ekel ab- wenden. Man überzeugt weder durch die handwerksmäßige Herunter- leierei von Dogmen und Ueberlieferungen, noch durch die Eczäh- lungen französischer RevolutionSgeschichten. Es wäre besser, streng logisch die Kette der Bedingungen der Unfreiheit und des Elend» der Arbeitermassen bloszulezen und daS felbstthätige Erkennen zu wecken. „Ueber die Haltung der Römlinge, die unS feit dem Auftreten Stamm's mehr oder weniger zahlreich besuchen, berichte ich dem- nächst." Soweit der Bericht. Den Parteigenossen ist bekannt, in welche Richtung(abgeschwächter Max Hirsch)Herr Oberwinder cö verstanden hat, die ihm anhängenden Arbeiter zu leiten, eS ist also nach meiner Ansicht höchst taktlos, einem derartigen uns feindlichen Blatt einen Bericht über eine geschlossene Ansammlung einzusenden; sind wir auch keine Geheimnißkrämer, so weiß ich doch wirklich nicht, was ich sagen soll, wenn hier in der Manier eines belletristischen Waschweibes Personen und Verhandlungen durch- gephrafelt werden. Außerdem unterschiebt der Korrespondent unserer Mitgliedschaft ganz wunderbare Dinge. Unsere Achtung vor wissenschaftlichen Kapazitäten ist gar nicht sehr groß, da wir sehr gut wissen, wie sehr oft nichts als Humbug dahinter steckt, und ist daher die Wahl Stamm's auf ganz andere Motive zurückzu- führen. Dann klingt es fast lächerlich, wenn unserm Freunde Auer„blumenreiche Sprache" und„Declamationen" vorgeworfen werden; soweit ich Uctheile über Auer gehört habe und so wie ich ihn kenne, erfreut sich derselbe eher einer unverblümten und ker- nigen AuSdruckSweise, die freilich Manchem nicht angenehm sein mag; Milke mag sich über das Lob„höflich und bescheiden" selbst aussprechen. Schließlich protestire ich entschieden gegen das Urtheil über den Verlauf unserer Verhandlungen. In geschlossenen Ver- sammlunzen werden überall persönliche Streitigkeiten abgehandelt und darin macht auch Berlin keine Ausnahme, Vorträge über geschichtliche Ereignisse, wie den Pariser Junikampf, die Com» mune u. s. w. sind, namentlich wie sie in Berlin gehalten worden, nicht nur belehrend, sondern auch überzeugend, andererseits schließt der Rath,„lieber die Kette der Bedingungen der Unfreiheit und des Elendes der Arbeitermassen bloSzulegen und das felbstthätige Erkennen zu wecken", entschieden eine Verläumdung ein, indem daS „Parteimiiglied" unS dadurch des nichtgenügenden BetonenS jener Fragen bezichtigt, ein Vorwurf, den Berlin am allerwenigsten verdient hat. Ich sckließe hiermit, indem ich mir weitere Schritte vorbehalte. Ed. Bernstein. Hisenach. Wenn es früher nicht unsere Absicht war, die Spalten des„Volksstaat" für Festberichte zu beanspruchen, so sehen wir unS doch narbträglich noch genöihigt, etwas über da» hiesige Arbeiterfest zu berichten, zumal in gegnerischen Blättern viele Unwahrheiten und entstellte Thatsachen enchalten sind. Nach- dem schon feit geraumer Zeit das Fest in Anregung gebracht, war man allseitig gespannt, wie ein solches Fest, zumal das erste in Eisenacb, verlaufen würde. Schon im Voraus war eine sehr rege Betheiligung unter den Arbeitern Eisenach» bemerkbar, denn mit Fahnen und Musik durch die Stadt zu ziehen hat für Viele eine Anziehungskraft, und Liebknecht sollte ja die Festrede halten. Alle» ist im besten Gange, an einem Gelingen des Festes nicht mehr zu zweifeln, da glaubt die Eisenacher Polizei sich auch ihre Lorbeeren dabei verdienen zu müssen und stiebert nach Hochverrath oder etwas Aehnlichem, aber nichts ist zu entdecken. Doch halt— eS erscheint auf einmal ein rosafarbnes Blatt Papier in der Form eines Festprogramms, auf der Rückseite daS bekannte Lied:„Wer schafft daS Gold zu Tage:c." Auf diesem Blättchen fehlt der Name deS Druckers und Verlegers, da muß das Preßgesetz helfen. Der Vorsitzende des Arbeiterfest:s, Gifsey, wird, weil er Aus- länder iGiffey stammt aus der Residenz Berlin) ist, sofort in Haft genommen und die übrigen ComitSmitglieder sämmtlich auf die Polizei geladen. Hier wird ihnen eröffnet, daß daS Tragen der rothen Schärpen und Fahnen bis auf weitere Ordre verboten sei, auch der Festzug durch die Stadt nicht stattfinden dürfe, wenn bis morgen, Sonntag früh 1» Uhr, kein anderer Bescheid erfolge. Festzug und Rede unter fteiem Himmel waren nach Gesetzes-Bor- schrift angemeldet und genehmigt. Die Arbeiter EisenachS harrten jedoch ruhig der Dinge, die�da noch kommen sollten. Sonntag früb mit dem ersten Zug kamen schon Gäste aus Gotha, die meisten waren zurückgeblteben, um mit dem nächsten Zug, in welchem sie Liebknecht vermutheten, zu fahren. Ein großer Theil Eisenacher Parteigenossen begab sich zu dessen Empfang nach dem Bahnhof. Doch o Wunder, Kops an Kopf stehen hier schon Arbeiter wie Spießbürger, um die Ankunst Liebknecht'S abzuwarten. Wem es vergönnt wckr etwa« über die Menschenmenge hinweg zu sehen, der konnte an die Duyend GenSdarmerie- Helme erblicken, nicht allein die der Stadt Eiseuach, sondern auch diejenigen von ver- schiedenen Meilen im Umkreis. Der Polizei-Jnspektor in eigner Person ist anwesend und hier wird den Comit6mitgliedern eröffnet, der Festzug sowie das Tragen der rothen Schärpen und der rothen Fahne des Eisenacher MaurergewerkS fei gestattet, das Tragen der beiden rothen Fahnen von Coburg und Gotha jedoch verboten. Pon Coburg kam leider Niemand, die Gothaer jedoch, welche zu etlichen 60 Mann sammt ihrer rothen Fahne augefahren kamen, mußten diese der Stadt Eisenach verderbenbringende Fahne im Inspektionsgebäude des Bahnhofs niederlegen. Leider brachten sie den erwarteten Liebknecht nicht mit, und da wir ganz ohne Nach- richt waren, glaubte man, denselben immer noch erwarten zu müssen, jedoch vergebens. Nachträglich erfuhren wir, daß die Briefe, worin sein Nichterscheinen gemeldet wurde, zu Giffey ins Gefäng- niß gewandert sind. Hat nun die Polizei geglaubt, uns mit diesem Griff ein Schnippchen schlagen zu wollen, so hatte sie sich geirrt. Das Fest, vom schönsten Wetter begünstigt, war dadurch noch etwas imposanter und schöner geworden, und der Festplatz vermochte kaum sämmtliche Theilnehmer zu fassen. Unter ab- wechselndem Concert, Reden und Deklamationen von verschiedenen Parteigenossen ist das Fest mit einer solchen Ruhe und Würde verlaufen, wie es Arbeiterfesten ziemt. Nichteines einzigen Wortes der Aufforderung zur Ruhe hat eS bedurft, sondern ein Jeder war sich seiner Pflicht bewußt.(DaS Comitö zur Errichtung eines Kriegerdenkmals, dessen Enthüllung aus den 24. Juli festgesetzt ist, fordert in der„Eisenacher Zeitung" nun schon zu wiederholten Malen daS geehrte Publikum auf, während der Feier und be- sonders während der Rede und des Gesanges doch ja die größte Ruhe zu bewahren. Sind unter dem geehrten Publikum wohl auch Arbeiter gemeint?) Wie nicht anders zu erwarten, war die heilige Hermandad auch auf dem Festplatz vertreten, und hatte man nebenbei das Militär'in hiesiger Caserne konsignirt und mit Patronen versehen. Wie grausig mags wohl den armen Spießbürgern geworden sein? Sehr bemerkenSwerth ist noch, daß auf Ansuchen der Eisenacher Parteigenossen denselben von Seiten de» Gemeinderaths und Untersuchungsrichters versprochen wurde, Giffey würde gegen 100 Thlr. Caution auf freien Fuß gesetzt. Die 100 Thlr. waren denn auch bald zur Hand und nachdem der hiermit Beauftragte von Pontio zu Pilatus gelaufen, erfährt er endlich, daß ein Sozialdemokrat theurer ist als 100 Thlr., denn die Herren verlangten nach 3 Tagen 300 Thlr. Wie viel werden sie wohl verlangen, wenn ihnen 300 Thlr. geboten werden? Um die übrigen Comitsmitglieder nicht ganz leer ausgehen zu lassen, hat man Untersuchung gegen dieselben eingeleitet, indem sie gegen die ZZ 110, III und 130 des Reichsstrafgesetzbuches verstoßen haben sollen. Ueber den Verlaus der Verhandlungen werden wir seiner Zeit berichten. Wie ein einfaches Arbeitersest doch die Gemüther in Bewegnng setzen kann! Mannheim, 24. Juni.(Unliebsam verspätet.) Am Sonn tag, den 21. Juni, hatte Hierselbst der mittelrheinische Arbeitertag statt. ES waren vertreten die Orte: Straßburg, Kaiserslautern Heidelberg, Pforzheim, Worms, Bensheim, Edenkoben, Mannheim Erschienen war auch Auer. Nach Eröffnung des Arbeitertages durch Ehrhardt wurde zur Bureauwahl geschritten und wurden gewählt Schmidt-BenSheim zum 1. Vors., Seiler- Kaiserslautern zum 2. Vors., Ehrhart- Mannheim zum 1. Schriftführer und Jung- Straßburg zum 2. Schriftführer. Das alte Bezirksagita- tions-Comit6 erstattete alsdann durch Ehrhart Bericht über seine Thätigkeit im verflossenen Jahre. Es wurde gerügt, daß die im vorigen Jahre hier vertreten gewesenen Orte ihre Schuldigkeit nicht gethan hätten, ja sogar an sie ergangene Briefe und An- fragen unbeantwortet gelassen hätten, und doch sehe Jeder die Wichtigkeit der Agitation in unserm Bezirke ein. ES wurde noch konstatirt, daß Mannheim seine Schuldigkeit unter bedeutenden Opfern gethan hätte. In Bezug auf die Agitation war man der Ansicht, daß dieselbe eine planmäßige sein müsse, wolle man anders nicht an Terrain verlieren. Es wurde ein Agitationsplan des hiesigen Comitö'S angenommen, nach welchem der Agitationsbezirk die folgenden Länder und Kreise umfaßt: Baden, die Pfalz, den Wormser Wahlkreis, die Bergstraße und das Elsaß. Von dem Mainzer Bezirk, weil zu entfernt, wurde Umgang genommen. In Bezug auf die Presse wurde der„VolkSstaat" in erster Linie für die allglmeinen und die„Süddeutsche Volksstimme" für die lokalen, mehr die Landarbeiter berührenden Angelegenheiten zu Organen gewählt. Zum Sitz des AgitationScomit6's wurde wiederum Mannheim gewählt. Mindestens einmal im Jahre findet Arbeitertag für den Mittelrhein statt. Nachmittags fand eine gut besuchte Volksversammlung statt Genossen Schmidt und Bierwirth präsidirten. Ueber den ersten Punkt,„die bürgerliche Demokratie und unsere Bestrebungen," re- serirte Jung aus Straßburg, obwohl nicht vorbereitet, unter Bei- fall. Den 2. Punkt,„die Gewerkschaftsbewegung," erledigte Auer in meisterhafter Weise, ebenso wurden die Ausführungen Löben- bergS zu diesem Punkte mit allgemeinem Beifall aufgenommen Den dritten Punkt,„die Organisation und Agitation," erledigten Ehrhart und Schmidt. Nachdem noch eine vorgenommene Samm lang 12 fl. ergeben, wurde die Volksversammlung geschlossen. Abends fand eine gemüthliche Unterhaltung statt, bei welcher Gelegenheit der Wunsch ausgesprochen wurde, daß die Vertreter der Umgebung ihres heutigen Versprechens gedenken und zum nächsten Arbeitertag bessere Resultate verzeichnen sollten. Ehrhart, Schriftf. XL. Da sich nunmehr das AgitationScomits konstituirt hat, so ersuchen wir alle diejenigen Parteigenossen oder Abonnenten des„VolkSstaat" in obigem Bezirk, denen noch kein näherer Be- richt zugegangen, unS ihre Adresse zugehen zu lassen. München, 19. Juli. Der heutige„Zeitgeist" enthält Folgendes „An das arbeitende Volk in München! Der am 20. v. Mts. begonnene Bierstrike ist von dem weitaus größten Theile der Arbeiter und, wir fügen das mit Befriedigung hinzu, einem erheblichen Theile der Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes in München mit der größten Ausdauer während voller 23 Tage durchgeführt worden. DaS Resultat deS Kampfes ist augenblicklich folgendes: wir haben den Vorsatz der Bräuer und Wirthe, den BierpreiS in nächster Zeit noch höher hinaufzuschrauben, vollständig zu Schanden gemacht; wir haben ferner so viel Bierwirihschaften zur Ermäßigung de« Bierpreises gezwungen, daß jetzt jeder Arbeiter in jedem Theile der Stadt den Liter Bier zu 8 kr. kaufen kann. Unsere Absicht, auch die Großbräuer zu einer Herabminderung ihrer Preise zu zwinge«, ist vorläufig nicht durchführbar, da die für daS Sängerfest getroffenen Veranstaltungen gerade denjenigen Brauern, welche daS schlechteste Produkt liefern und darum den geringsten Absatz zu erwarten hätten, die ziemlich sichere Aussicht auf einen Massenverkauf ihrer Vorräthe verschafft haben. Die augenblickliche Undurchführbarkeit dieser unserer Absicht ändert an der Thatsache unseres Sieges gar nichts, es verschiebt nur die Niederlage von den Schultern der Großproduzenten, denen sie anfänglich zugedacht war, auf die der Händler, welche sie in nicht viel geringerem Maße als jene verdient haben. Der Sieg ist also unser! ES handelt sich nur mehr darum, ihn nach Kräften auszunützen und seine Vortheilc unseren Händen nicht entschlüpfen zu lassen. Die Bierwirihschaften, welche auf die Preisherabsetzung nicht eingegangen sind, dürfen nie mehr dasselbe gute Geschäft machen, wie es vor dem Strike der Fall war— dafür müssen die Arbeiter Sorge tragen. Wo und wenn es nur irgend einzurichten ist— und das wird immer möglich fein— muß jeder Arbeiter, jede Arbeiterin ihren Bierbedarf aus einer Wirthschaft beziehen, die sich zu der Preisverminderung verstanden hat. Die Hoffnung der halsstarrigen Wirthe, sie würden nach Beendigung des Bier- strikes wieder den früheren Absatz erzielen, soll eine eitle bleiben— damit kann unser Sieg auch in Zukunft beständig an Umfang zunehmen! Das unterzeichnete Comit6 hält seine Aufgabe übrigens nicht für erledigt; es wird zunächst in den während der kommenden Wochen abzuhaltenden Volksversammlungen die Niedersetzung eines permanenten Comitös beantragen, welches zu Gunsten des arbei- tenden Volkes eine Verminderung der Preise aller Lebensmittel unausgesetzt anstreben soll. Der Kampsplatz wird also erweitert — der Kampf selbst so lange nicht eingestellt, so lange eine schäm- lose Ausbeutung die weiten Geldsäcke der Produzenten und Händler füllt. Darum ist unsere Losung: Einigkeit— und unser Feldgeschrei: RastloS vorwärts! DaS Comits: Adelmann. M. Böxler. Eckt. Geiser. Jäger. Kiefer. Kratzmair. Münsterer. Oehme. Pröbstl. Rick. Rottmanner. Rupprecht. Schweighirdt. Vogt. Ziegler. Wiesbaden, 13. Juli. Freitag, den 17. Juli, war Gerichtsverhandlung über Parteigenosse Kaufmann. Derselbe soll sich gegen 4 H§ vergangen haben, wofür der Staatsanwalt(Müller ist sein Name) 6 Monate Gefängniß beantragte, jedoch die Richter erkannten auf 4 Monate sowie auf die Kosten. Und so ist der Staat auf 5 Monate gerettet, denn Kaufmann hatte vor einigen Wochen schon 1 Monat erhalten. Kaufmann hat gegen beide Er- kenntnisse Berufung eingelegt, auch ist er wieder auf freien Fuß gesetzt. Als Curiosum ist noch zu berichten, daß man Kaufmann eine Brille, die er schwacher Augen halber trägt, in der Unter- suchungShaft abnahm, damit er wahrscheinlich die Stäbe mit dem Glas nicht durcharbeiten oder sonst ein Unglück anstellen kann. Auch wurde Kaufmann nach deS Staatsanwalts Aussage deshalb sofort verhaftet, weil letztere Zeit vom Allgemeinen deuschen Ar- beitcrverein 3 Mann entflohen wären. Mit sozialdemokratischem Gruß Wilhelm Kramer, Vertrauensmann. Seesen, 22. Juli. In einer am 16. d. M. hier abgehaltenen Volksversammlung rcferirte C. Wode aus Verden in klarer ge diegener Weise über den„Sozialismus und seine Endziele." Er zeigte, wie nach dem Verfall der Zünfte durch den Ausschwung des Großbetriebes die Umgestaltung der heutigen Produktionsweise im Sinne des Sozialismus durchaus naturgemäß sei, und daß die Hindernisse, welche man den sozialistischen Bestrebungen in so reichem Maße in den Weg lege, dieselben nur um so mehr kräf- tigen müßten. Unter dem„Theilen", das von unfern Gegnern so gern als Stichblatt benutzt werde, habe man sich weiter nichts zu denken, als die durch eine auf gesunder Grundlage beruhend Entwicklung unsrer gesellschaftlichen Zustände bedingte Regelung resp. Ausgleichung der Besitzverhältnisse. Wode legte es Allen ans Herz, bemüht zu sein, die Bildung, welche der arbeitenden Klasse so geflissentlich vorenthalten werde, sich selbst anzueignen und auch so viel als möglich Andern mitzutheilen. Nachdem der Redner noch vor allem Zwist innerhalb der sozialistischen Parteien gewarnt hatte, ward die Versammlung geschlossen. Unverkennbar war, daß die trefflichen Ausführungen Wode's aus die Anwesenden� welche sämmtlich dem Vortrage bis zum Schlüsse mit gespanntester Aufmerksamkeit folgten, ihren Eindruck nicht verfehlten. Cr Milin zeihen, daß ich ihr ungeschicktes Eintreten für die Sozialdemokratie oft unter dem Beifall des Vereins ins Lächerliche gezogen habe.«. Mein Streit mit Herrn Krebs liegt außerhalb des Vereins.(H�p� Krebs ist nämlich ein ebenso entschiedener Gegner der Gewerk- lung? vereine wie der Sozialdemokraten.) UebrigenS will ich noch recht Fjljzi lange zum Leidwesen der Sozialdemokraten als Vorstandsmitglied Be des Berliner Arbeitervereins aushalten. Berlin, den 19. Juli 1874. Nathan Schlesinger, Redacteur." (Wir sind überzeugt, unsere Leser werden uns danken, daß wir ihnen den Genuß dieser erheiternden Epistel verschafft. An dem Wunsche deS Hrn. Nathan Schlesinger, im Berliner Arbeiterverein „auszuhalten", zweifeln wir nicht im Mindesten; die Frage ist, wie lange der Berliner Arbeiterverein den Hrn. Nathan Schlesinger Lor 409: 8.W coat „aushalten" wird. Red. d. V.) Und daS ist des Berliner Arbeitervereins Sache.■ Cr Briefkasten der Redaktion. Bock in Gotha: Der Jorck'sche Antraz ward abze-«« lehnt; für Gewerkschaftsabrechnungen ist nichts zu zahlen.— I. Aus taktischen Gründen muß alles oermieden weiden, was die glücklich��i im Erloschen begriffene Flamme der Zwietracht von neuem ansache»! könnte. Aus diesem Grunde hat der Rothstift auch dieses Mal„eine! Rolle spielen" müssen.— Mumme in Braunschweig: Für diese Nummer zu spät eingetroffen. j der Expedition. Fr. Gntzl Berlin: die Annonc. für Febr. sind noch« v nicht bezahlt— C. Ehrhrt Mannheim: 50 Stck. per Packet.— Monat-�,,-' lich.— Ist in Ordnung.— E. Brhmr Breslau: die Expl. kommend" 8e Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Mittag zur Post.— H. Eberlein> Meerane: die bestellten Schriften kosten 2 Thlr. 7 Gr. 5 Pf., welchen�» Betrag Sie uns einsenden wollen, da posto restauto auf Postvorschuß /�ens wir nicht versenden.— A. Schbrt Dresden: Ihre bestellten Schrifte« Küttig, kvstzn 12 Gr., wollen Sie freundlichst den Betrag in Briefmarken ein-'st, un senden._ 1» kou Anzeigen?c. tepZ Samstag, den 1. August: Parteiversammlung, kreuze T.-O.: Berichterstattung des Delegirten Tau scher!« Ion I. EndrcS.-kauf. Augsburg über den Parteicongreß. Berlin Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Donnerstag den 30. Juli, Abends halb 9 Uhr: Prinzen- kderdei straße 72, Cafe Carius, Geschlossene Mitgliederversammlung, Tages-Ordnung: 1) Congreßbericht.- 2) Vorschlag eines Ber-j�n. trauenSmanncs.— 3) Borschlag zweier Revisoren. _ S"l-. iLs' tochenl ifothtift Sozialdemokratischer Arbeiterverein.. Donnerstag, d. 30. Juli, Abends 8 Uhr, im Saale deii:. Eldorado.— Tag.-Ordn.: Soz.- pol. Wochenbericht. Ref. Nauert.. Diskussion über Punkt 6 des Programms: Obligatorischer Unterricht in �«i Volksschulen und unentaeltlicher Unterricht in allen össentti�?n Ril-� Ni Volksschulen und unentgeltlicher Unterricht in allen öffentlichen Bil-� Ni dungsanstalten. ftarkis Gäste willkommen._ Der Vorstand. PW a ffftntl fctsche ßeitrn Wir erhielten folgende Zuschrift: „Ich ersuche hiermit die Wohllöbliche Redaction des in Leipzig erscheinenden„Volksstaat" auf Grund des§ 11 des Reichspreß- gesetzeS um Aufnahme folgender Berichtigung in die Nr. 84 des „Volksstaat" und zwar ohne Einschaltungen oder Weglassungen, wie es daS Gesetz vorschreibt. In Nr. 83 des„VolkSstaat" erzählt ein Artikel unter„Berlin" angebliche Vorgänge aus dem Berliner Arbeiterverein. Ich will diesmal ausnahmsweise meinen Namen zu einer Berichtigung her- geben, obgleich ich seit Jahren den Grundsatz festgehalten habe, die mich und meine Partei ehrenden Angriffe der sozialdemokrati- schen Presse nicht zu beantworten und die richtige Würdigung dieser Angriffe der allerdings geringen Anzahl von bewußten und verständigen Sozialisten zu überlassen. Im Eingang des erwähn- ten Artikels wird auf meine Anwesenheit bei der Eröffnung der „Flora" hingewiesen. Nun gibt es wohl nichts Einfacheres, als daß der Redacteur der Charlottenburger Zeitung(ich redigire seit beinahe 3 Jahren die dortige, entschieden fortschrittliche„Neue Zeit") bei Eröffnung des großartigen Etablissements der„Flora", welches eine Zierde der Stadt Charlottenburg ist(die Art der Gründung der„Flora" geht die Stadt Charlottenburg und deren Vertreter absolut Nichts an), als Vertreterder Charlottenburger Presse erscheint, und wenn er dazu aufgefordert wird, auch einen passen den Trinkspruch ausbringt.(Beiläufig bemerkt, habe ich die So zialdemokraten in diesem Trinkspruch nicht erwähnt, wie ein Hirn- verbrannter Reporter der guten„Franksurterin" phantasirt hat.) Die Vorgänge im Berliner Arbeiterverein sind, offenbar von dem Sozialdemokraten Gorn, im Parteiinteresse falsch dargestellt wor den. Herr Wobschall, dessen Ausschließung wegen unparlamen- tarischen Betragens und wegen widerrechtlicher Zurückbehaltung von VereinSkassengeldern(die er später allerdings abgeführt hat) wiederholt beantragt wurde, war gar nicht mehr Vereinsmitglied, als er den famosen Brief einsandte. Denn er hatte 3 Monate lang die Beiträge zu bezahlen vergessen und war deßhalb statuten mäßig schon am 1. Juli als ausgeschieden zu betrachten. Ich tadelte darum den Vorsitzenden, Herrn KrebS, weil er den Brief eines NichtMitgliedes habe verlesen lassen. Herr KrebS hat nicht erklärt, daß er, oder ich, auS dem Vorstande scheiden müßten: im Gcgentheil warf mir Herr KrebS in der darauf folgenden Bor- iandssitzung mit vollem Recht vor, ich hätte dem völlig bedeutungslosen Briefe WobschallS, den kein Vereinsmitglicd beachtet habe, erst durch meinen Angriff zu einer Art von Bedeutung verholfen. Die Herren Wobschall und Gorn können eS mir einmal nicht ver- Donnerstag, den 6. August, Abends 8 Uhr: Hrdentliche cheneratverfammtung. 1) Kassenbericht.— 2) Wahl des Borstandes und der Revisoren. �Ur ci 3) Vereinsangelegenheiten. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Karteflung- Präsenzliste liegt auf. Ru' Anträge, Beschwerden jc. kommen laut§ 12 des Statuts nur zM„s. Erledigung, wenn selbe bis längstens Mittwoch, den 29. dss. schristlilsLJ oder mündlich dem Vorstand mitgetheilt worden sind. Der Obige,, Leipzig und Umgegend ÄS; Atlgememe Fersammlung NtS sämmtlicher Kürschnergehülfen im„Eldorado", Pfaffendorferstraßt! m- Tagesordnung: Organisation sämmtlicher Collegen. Referent H-tzm, _ I. A.: Fr. Oertelt. sL-P"' Ramm. Leipzig Arbeiter- Bildung«- Verein. Heute Mittwoch, Vortrag von Hrn. Liebknecht. D. V. 'ktiken «man * H fr A lfällt Ei Leipzig und Umgegend. Sonntag, den 2. August 1874: Internationaler Spaziergang nach Lyttjra-�' Abmarsch Punkt 1 Uhr in Geisenhainers Restauration zu Lindenau-d»..-- Zahlreiche Betheiligung erwarten Die Zugführer. Abmarsch in Schleußig Vz2 Uhr. Abmarsch in Groß-Zschocher vo> Donaths Restauration Punkt 2 Uhr. 2a zng fr s 'g-nf P...frei- 19. Sächsischer Wahlbezirk. Am 1., 2. und 3. August und am 9. und 10. August beabsichtig' ich mich den Wählern des 19. Wahlbezirks in Aue, Lößnitz, Stalls D berg, Geyer und HormerSdors vorzustellen. Die uöthigen Anord'pssrtex nungen überlasse ich den Parteigenossen. flftter Leipzig, den 26. Juli 1874. W. Liebknecht. l»»ger Um gelegentliche Mittheilung von Adressen antiqua-t�� rischer Buchhandlungen in Deutschland, Dänemark sowik�y j, Oesterreich und der Schweiz deutschen Theils, an dit I, Expedition wird sreundlichst gebeten. l3cJtfceii Meinem Freunde Jacques Tournier ein 3maliges donnernde» Hoch zu seinem NamenSseste. M. nnernde» J" 5 . i. E.> k -- ssjduo: .«o: Wai Steckbrief. Ludwig Gehring, seither Ortskassirer in Bielefeld, hat unserM� 8e> Berein eine bedeutende Summe entwendet und ist darauf flüchtig g�oüi( worden. Die Anzeige bei der Königlichen Staatsanwaltschaft ist bereit» Pozech gemacht. Ilm diesen Betrüger an seinen Mitarbeitern ausfindig machen zu können, ersuchen wir unsere Collegen in Deutschland, Holland, Belgien, t>�- England, Dänemark, Schweden, der Schweiz und Amerika, auf denselben sL. ihr Augenmerk zu richten, und, falls er irgendwo betroffen wird, uoeß°!." gesäumt an uns zu berichten und, dafern er im Bereich der deutschen Polizei aufhältltch ist, den Betrüger der Polizei zu denunciren..' 2 Alle Arbeiterzeitungen und Vorstände von Arbeitervereinen werden p�der freundlichst gebeten, diesem Steckbrief die weiteste Verbreitung zu ver-L SßJ schaffen, denn bei Verfolgung solcher Schurken sind wir Alle gleich interesfirt. Pzh� Signalement: Gehring ist alt: 25 bis 26 Jahre; Größe: 5 Fuß y». 6 Zoll; Haare: dunkelblond; Augen: braun; Gesicht: länglich; Nase:, bogen; Statur schlank; besondere Kennzeichen: eine Narbe am Kinn. teA ES wird vermuthet, daß Gehriug sich in Schleswig-Holstein aufhält: wir geben dies als besonderen Fingerzeig, bitten aber, dadurch an andern �8 Orten sich nicht beirren zu lassen und trotzdem eifrigst nach dem Genann->�sci L»st �»e ten zu forschen. Mit genossenschaftlichem Gruß Für den Verwaltungsrath des Deutschen Tabakarbeiter-Vereins: �_ F. W. Fritzfche, Geschästssührer.___|ji8l, Zur Aeachtung. 1?« � i v KW] Diejenigen Filial- Expeditionen:c., welche vom Leipziger HochverrathS'«W, izeß noch Lieferung 4 und 5 aus Lager haben, werden dringend er�'' »rozes ücht, sofort dieselben uns rllckzuseaden. 3a Die Expedition deS..VolkSstaat". Leipzig: Berantw. Redakteur: M. Preißcr.(Redaktton und Bf' »edition ZeiSerstr. 44.1 Druck und Verlag der GenoffenschastSbuchdrucke«! K L