r �rfdjfint in Leipzig ' Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle n Postansialien u. Buchhand- lb«ngen des In-».Auslandes. " Filial- Expeditionen M die Vereinigten Staaten: � F. A. Sorge, P«! 101 llobollcn, N. J. - s P°ter Hag, • Corner Third and «oates str. Philadelpliia. 'g Abonnementspreis für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2ten u. ölen Monat und auf den 3ten Monat besonders au- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachf.-Altenburg auch auf den Iten Monat des Quartals k ö'ch Sgr. OrgandersozialdemokrattschenArSeUerParteiMÄderinteruationalenGewerksgenosseKschasteK. � Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und Vergnügung«- !• Anzeigen mit 2'/- Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. >er 3i Ar. 94. Ireilaa 14. August. >ia Zur Physiologie des Kaufmannsthums. M i Umstand, daß die Fabrikanten— als Vertreter einer öko- 'l>r Hauptkategorie, der Produktion— in direkten S3e= nt.L7Utl9cn Zur Klasse der Ausgebeuteten stehen, hat es zuwege «V f�cht, daß Jene in viel höherem Grade der sozialistischen Po- nd r1' zum Opfer gefallen sind�), als eine andere, viel zahlreichere htewd schädlichere AuSbeuterspezies, die zur Arbeiterklasse nur sehr "■"ige direkte Beziehungen hat, der Kaufmannsstand. Mit 'USnahme verschiedener Detaillisten haben es die Kaufleute in der LS fcf® gar nicht mit Arbeitern, sondern nur wieder mit bürgerlichen — U*01!'" �un' ausgenommen die Maikthelfer und Hausknechte, �>che in den seltensten Fällen so zahlreich bei einer Firma placirt »!' daß sie, wie die ProfessionSarbeiter, zum Bewußtsein ihrer . chfeulage kommen könnten. Der Arbeiter wirft daher, wenn er > r.„Bourgeoisie" denkt, sein ganzes Odium auf daS Fabri- , ten- und vielleicht auch Hausbesitzerthum, ohne zu bedenken, �"»6 k'1 Fabrikant nur der Vordermann der Ausbeuter ist, und ich ls''"1« ihm noch andere stehen, die hundertmal schlimmer sind wenn ihr Treiben sich auch dem gewöhnlichen Blicke zu ' 2] n"Hen»eis?. Die Ausbeutung durch den Fabrikanten sieht —- y Arbeiter; darum bekämpft er ihn; mit dem Kaufmannsstande er nichts direkt zu thun, darum duldet er ihn eher. Und .a» ist der Fabrikant noch ein Kleinod im Verhältniß zum Kauf- n»• Der Fabrikant repräsentirt doch wenigstens eine wich- ?' ökonomische Kategorie; wenn auch nicht viel Talent, so muß °och wenigstens einige Anlagen zum Schaffen, Dirigiren u. s. w. en,— Fähigkeiten, die— man mag sie hoch oder gering an- at�g01— zum Schachern und Handeln nicht einmal erforderlich le. v Denn daS BiSchen Berechnen, Herumschnüffeln, Ueberlisten .' i- w., waS das ganze Wesen des Kaufmanns ausmacht, wird —'Sp doch nicht für eine geistige Leistung ausgeben wollen!— '»ichwohl ist der Handelsstand, der(bei geringerer Arbeit und Mlgkeit) vom Arbeitsertrage eine noch viel größere Quote als le. Fabrikant einsteckt, der einflußreichste Stand in Staat und ..?�"de, der ein- und zugleich ungebildetste obendrein.— Jnner- 1 des Kaufmannsstandes gibt es fnhnnn Hnefee«.©yut- — flen, die vor den andern etwas voraus zu haben vermeinen, so 1«. die Grossisten vor den Detailisten, die Ellenreiter vor den � stezeristen, die Börsenlcute vor den Waarenhändlern. Eine ganz P.Renthümliche Stellung haben sich die Buchhändler erobert. , Es ist bekannt, daß sich die Buchhändler— und namentlich .•,x Sortimenter— einbilden, etwas Besseres zu sein als die an- * P» Kaufleute, weil sie nicht nur Schriftwerke verpacken, son- ftn bisweilen auch französische, lateinische und griechische Bücher- s" lesen können. Denn mehr als den Titel der Bücher braucht Buchhändler nicht zu kennen, um sein Handwerk zu betreiben, {j° in der Regel liest auch der Buchhändler das ganze Jahr kein perk. Ez zjxgt dies zum Theil in der Natur der Sache. Ebenso ssuig wie der Conditor gern Zuckersachen ißt, weil er den ganzen 'a(l damit hantirt, ebenso wenig hat mancher Bücherverkäufer �3- sich in den Mußestunden mit dem Gegenstande abzugeben, u dem er sich den ganzen Tag geplagt hat. Also, wer nicht ucher gelesen hat, ehe er Buchhändler wurde, der liest überhaupt ?Ue mehr.— Nun ist eö aber Thatsache, daß die meisten Buch- sudler, als sie ihre Lehrzeit begannen, nur mit dem Sekundaner- Einjährig- Freiwilligen-) Zeugniß oder noch viel weniger �gerüstet waren, also nicht mehr als die durchschnittliche '�sinannSbildung— wenn man so etwas überhaupt„Bildung" '"neu darf— besaßen. Woraus soll also der Vorzug der 'Pherverkäufer vor andern Handelsleuten in punoto der„Bil- abgeleitet werden? Aus der Art des Kaufs und Verkaufs -uL�guch, denn die ist im Buchhandel wie bei allen Handels Richen. 2jjan jud)t möglichst billig ein- und möglichst thcuer zu -J�l'Müsen. Zwar bestanden früher sogenannte„feste Preise", aber Wen find durch daS Ueberwuchern der Concurrenz imaginär Tilden. Da der Verleger selbstverständlich bei größeren Partie- P%n höhere Rabatte gewähren muß als bei kleinen, so kann große Sortimenter auch dem Prrvatkunden die Bücher billiger '!,!■ als fem geringerer Concurrent. Und im Antiquariats- . ff�d'äst— wo nach der Natur der Sache„feste Preise" gar nicht Mren können— liegt die Tendenz des Schachers noch viel SzvMnscheinlicher vor. Ich weiß zwischen dem Handel mit alten Schern und dem mit alten Kleidern nicht einen wesentlichen rc�lchied; der Altkleiderhändler sucht die Flecke durch Putzwasser —�achtbar zu machen, der Antiquar durch Radirgummi,— beide der Absicht, dem Käufer die unvortbeilhaste Seite der Waare giltst zu verbergen, nachdem sie die erstere dem Verkäufer 'giliüber mit möglichstem Nachdruck gellend gemacht haben, um die ®«re recht billig zu erstehen. Der Altkleiderhändler bietet dem Ar- n?» der seinen Rock aus Roth verkaufen will, einen Spottpreis; der a'guar dem Studenten, der seine Bücher vielleicht für das nächste . �"dbrot hergeben muß, ebenfalls. Thut er es nicht, so arbeitet fc»„kaufmännisch", ist er nicht existenzfähig. Gleichwohl «v* ich schon einen Antiquar über die Inhumanität gewisser n �ästsbranchen, z. B. darüber raisonniren, daß die Sargmaga- ' j"' den armen Leuten, die durch den Tod ihres Ernährers in ' und Elend versetzt werden, für LuxuSsärge noch das Letzte . 3ch erwiderte, daß die Antiquare, die unbemittelten Jsissorenwitlwen die von deren Gatten mit ungeheurem Geld- i��vande angelegten Bibliotheken für einen gewöhnlich sehr nie- erklärt sich daraus, daß die Produktion die Grundlage > �,�'Iellschastsbaue» bildet, und daß eine sozialistische Regelung der � r.Zeugung auch eine sozialistische Regelung der Güter verthei- ""t sich bringt, nicht aber umgekehrt. R. d. B. drigen Preis abnehmen, nicht um ein Haar besser wären; die Antiquare könnten aber dafür, daß Wittwen die Bibliotheken ihrer verstorbenen Männer zu veräußern genöthigt seien, ebenso wenig, wie Andere dafür, daß Lvxussärge Mode sind. Und gleich- wie der Antiquar nicht berechtigt sei, Jemanden, der ein Buch verkaufen will, zu ftagen, ob er es aus Roth oder aus Ueber- fluß an Büchern und beziehentlich wegen Raummangels losschlagen will— denn eine derartige Frage würde eine ganz impertinente Indiskretion enthalten— ebenso wenig könne der Sarghändler seinen Kunden allemal ansehen, ob der Verstorbene viel oder wenig hinterlassen habe. Entweder müsse man die Ausbeutung durch- gängig abschaffen oder durchgängig gestatten; ein Mittelding gäbe es nicht. Ueber diese Nebeneinanderflellung des Antiquars und Sarg- Händlers wurde ich natürlich ausgelacht. Der Bllcherverkäuser ist nach Ansicht dieser Leute kein gewöhnlicher Schacherer, sondern eine höhere Spezies. Die nächste Veranlassung zu diesem gang und gäben Vorurtheil war jedenfalls der Umstand, daß der Buch- Händler es in der Regel mit einem gebildeteren Publikum zu thun hat, als die andern Kauzmannsbranchen. Es ist dies aller- dings ein namhafter Vortheil, aber doch kein so großer, daß darum scdon das ganze Büchergeschäft ein nobleres, edleres sein müßte, als jeder andere Handel. Ob der Maschinenfabrikant den Arbeiter drückt oder der Bücherverleger den Schriftsteller, darin liegt doch wahrlich kein materieller Unterschied; beide sind Aus- beuter, denn beide sind Fabrikanten. Daß der Bücherverleger, wenn er dem Autor beim Abkauf des Manuskripts das Fell über die Ohren zieht, dies mit eleganteren Manieren thut, als der Maschinenfabrikart seinen Ausgebeuteten gegenüber zu zeigen pflegt, ist ein Ding für sich und hat auf daS Wesen der Sache keinen Einfluß. Auf die Thatsache nur kommt eS uns an, daß der Verleger dem Geistesarbeiter gegenüber dieselbe Ausbeuter- rolle einnimmt, wie der Mafchinenfabrikant dem Handarbeiter. Nach diesen Auseinandersetzungen möge man den Grad von Größenwahnsinn, von dem die deutsche Buchhändlerschast befallen 1�. Vnorm ♦/*» �, r" mein dcS Buchhändlerbörsenblatts(CentralorganS des deutschen Buchhandels) die Berliner Firma Swneider und Co., unbean- standet und ohne daß später ein andelseiliger Widerspruch erfolgt wäre, im redactionellen Theile sagen durfte: Kaufmannstand so aufgebläht. Weil er ohne sonderlich anfiren- gende Arbeit durch daS Medium seines Kapitals hohe Gewinne erzielt, darum verachtet er die Vertreter der Handarbeit, welche— wie er sich einbildet— zum Handelsmetier nicht„intelligent" genug seien und darum Sklaven bleiben müßten; und verachtet er die Vertreter der Kunst und Wissenschaft, weil sie bei ihrem mühseligen Streben und Schaffen keine Schätze überlegen kön- uen. Ehrbar ist diesen Leuten nur, was viel einbringt, und seitdem die Presse in die Hände der Börse übergegangen und gründermäßige Redaktionsgehälter bis 5000 Thaler zahlt, ist sogar die ehedem verachtete Literatenklasse bei den Kaufleuten zu Ansehen gekommen.— Am meisten ist— das darf nicht ver- schwiegen bleiben— jene das uneinträglichere Studiren und die höhere Bildung verachtende Tendenz bei den Kaufleuten jlldi- scher Abstammung vorherrschend; und wenn auch gegen dieses Urtheil eingewendet werden sollte, daß die letztgedachtc Klasse am meisten für den Realschul- und Gymnasialbesuch ihrer Kinder sorgt, so ist darauf zu erwidern, daß diese Schulbildung nur zu kauf- männischen Zwecken erstrebt, behufs Einjährig-Freiwilligenzeug- nisses, Erlangung von Verwaltungsraths- und andern Stellen, welche orthographische und dergleichen Kenntnisse erheischen. Der„gebildete" Kaufmann ist ein ebenso seltsames Ding wie ber„reelle"; beide figuriren mehr in der Einbildung als in der Wirklichkeit. A. H. Die christlich-germanischen Kunstreiter der „Krenzzeitnng". (Schluß.) Von Offizieren und Mannschaften war schnell eine beträchtliche Anzahl gefallen. Der Major Rückert und der Sekondelieutenant v. Muschwitz blieben auf der Stelle todt; der Premierlieutenant v. d. Bussche-Münch starb einige Tage später an seinen dort erhaltenen Verletzungen; seine zwei Hiebwunden in den Kops sprechen dafür, daß die Rebellen sich nicht scheuten, den närrischen Pn'��M�'Kakr'h-ssLcke M-zWer�Mer aMtllSsseN dno sur weitere KriegStävze gegen die Aufständischen unbrauchbar gemacht. Der Schreiber erinnert sich im Jahre 1851 zu London von ____ MDI.... flüchtigen Freischärlern und 1853 in Liverpool von einem nach „Die Buchhändler, die sich so oft und mit so großem Amerika auswandernden rheinischen Landmann, welcher das Ge- f«„ fxcht im 9. Husarenregiment mitgemacht haben wollte, gehört zu haben, daß der Prinz Friedrich Karl ganz besonders durch das große Blech des schwarzen preußischen Raubvogels kenntlich war; man hätte sich ihn vorzugsweise zur Zielscheibe und gar gerne ge- fangen genommen; die Offiziere mußten ihn mit ihren Körpern decken; daher die bedeutenden Verluste. ES wäre belehrend, deS angeblich früheren großherzoglich badischen Lieutenants Schiffmacher Darstellung deS ganzen Hergangs zu hören. Er focht auf Seite der Rebellen, und wie schon erwähnt, wurde er während deS Ge- fechtS zum Gefangenen gemacht. Die Gerichtsverhandlungen gegen ihn waren bis jetzt nicht auffindbar. Er soll mit außerordentlicher Milde behandelt worden sein, Einige sagten, wegen hervorragender persönlicher Tapferkeit, Andere, wegen persönlichen Schutzes, den er im Kampfe dem preußischen Prinzen gewährte. „Die„Kceuzzeitung" erwähnt nur die Namen der gefallenen Offiziere; wir wollen auch von den Soldaten des 9. Husaren- regiments sprechen. Todt: Husar Franz Barella auS SaarlouiS Rechte als die Frägcr der Wissenschaft bezeichnen u.s.w Ich bin auch Buchhändler, aber bevor ich dies wurde, war ich (und bin ich darum auch heute noch) ein Freund der Wissen- schaft, und als solcher kann ich den Unfug nicht ungeahndet hin- gehen lassen, den kaufmännische Frechheit mit dem theuren Namen der Wissenschaft treibt.„Träger der Wissenschaft", meine Herren Buchhändler, sind Diejenigen, welche die weltbewegenden Werke abfassen, nicht aber die Leute, welche damit Geld verdienen, ohne den Inhalt zu kennen.„Träger der Wissenschaft", meine Herren Buckhändler, sind Sie nur in einem ganz beengten Sinne des Wortes, nämlich Packträger der Wissenschaft, insofern Sie die Collis von und nach Leipzig schicken. DaS ist der ganze Dienst, den Sie der Wissenschaft leisten. Und damit Sie nicht beleidigt seien, meine Herren, wegen des Titels, den ich(in Anlehnung an den von Ihnen angemaßten) Ihnen beizulegen mir erlaubt habe, so will ich nur rundweg her- aussagen, daß ich das gesammte KaufmannSthum nur für ein höheres Packträgerthum halte, wobei ich unter dem„höheren" natürlich nur das Feinleinenoberhemd verstehe, daS Jene vom eigentlichen sogenannten Packträger trennt. Denn worin besteht das Wesen deS Kaufmanns? In irgend einer Bethätigung schöpferischer Intelligenz, wie sie doch noch der und jener Fabri- kant, beziehentlich dessen Mitarbeiter, bisweilen bethätigen? Nim- mermehr. Der Kaufmann ist die ärgste Schmarotzerpflanze am ganzen sozialen Körper; für seine geringen Leistungen usurpirt er unverhältnißmäßig hohe Gewinne; er schafft nichts Neues, sondern transportirt nur die Waaren von dem einen Ort zum andern; seine ganze Kunst besteht im Aufsuchen der billigsten Bezugsquellen, der neuesten Fatzvns, des Absatzmarktes und einer nichtsachverständigen Kundschaft; in einer Arbeit also, die nur einige Geduld und Ausdauer, Energie und Rührig- keit erheischt, aber keine Intelligenz, noch Talent, noch Wissen. Kaufmann kann Jeder sein, der keinen andern mensch- lichen Berufszweig versteht, denn die wenigen technischen Kennt- nisse, die zum Betrieb eines Handelsgeschäfts gehören, erwirbt sich der Kaufmann, der sie noch nicht besitzt, vom Kunden— durch dessen Tadeln der Waare. Nicht bloS äoeenüo äiseimus,*) sondern auch durchs Verkaufen.— DaS Aushorchen, lieber- reden und Ueberlisten Anderer ist das ganze geistige Hand- werkSzeug des Kaufmanns; stehen ihm dabei genügende Geld- mittel zur Verfügung, so ist, wenn er nicht tollkühn wirthschastet, der Erfolg meist unfehlbar aus seiner Seite.— ES gibt Kauf- leute, die das Bischen Geschäftserfahrung und Waarenkenntniß, daS sie im Laufe der Jahre sich erworben, für einen so großen geistigen Sckatz halten, daß sie die Berechtigung ihres Handels- Profits auf jenen allein gründen zu können vermeinen. Doch ver- gleicht man jene angeblichen kaufmännischen Geschäftskenntnisse mit dem Maß von Fertigkeiten, welches ein tüchtiger Handwerker, der eine vorzügliche Arbeit schaffen will, besitzen; muß, so sinkt der kaufmännische Arbeitswerth ganz. entschieden auf daS ihm gebüh- rende Niveau des(nur etwas komplizirteren) Handlanger- aliaS PackträgerdiensteS herab.— Und trotz seiner Nichtigkeit ist der *) Durch Lehren lernen wir. Anton Burgard„ Ochtendunk(Kreis Koblenz) Jakob Schweitzer„ Winningen(„„) I. I. Fillmann„ Keudenbach(„ Trier) Verw.:„ Michael Thinues„ Griesborn(„„) Von den Aufständigen gefangen: Sergeant Strömet. Sechs Pferde wurden getödtet oder mußten sogleich nach der Verwundung erstochen werden. Da die EskadronS, einschließlich der Offiziere, nicht ganz 100 Mann stark waren, betrug also der Verlust etwa 10 Prozent, ein stärkerer Satz, als ihn die Einbuße in 15 verschiedenen Schlachten und Gefechten für dasselbe Regiment im letzten deutsch- französischen Kriege ergiebt. Es verlor nur 57 Menschen, ja an Offizieren nur 1 Todten und 2 Verwundete, während Wiesenthal allein 4 Offiziere kostete. Ueberhaupt giebt es nur wenige Kavallerie- Regimenter, die in allen ihren Raufereien des letzten Kriege« zusammengenommen, mehr als 10 Prozent der Mannschaft ver- loren haben. Die„Kreuzzeiwng" sagt:„Lieutenant Krug v. Nidda war der einzige Offizier, der glücklich und ohne verwundet zu sein, die EScadron wieder sammelte." Da möchte man wissen, wo sich der EScadronchef, Rittmeister v. WachowSki befand, als die Husaren fortgeprügelt waren. Der Regimentsbericht des Majors und Regimentskommandeurs Küntzell versichert, daß auch WachowSki „glücklich und ohne verwundet zu sein" entkommen ist. WachowSki soll todt sein, Krug v. Nidda lebt noch. Wie dieser, so hat auch jener am 17. November 1849„den Rothen Adlerorden 4. Klasse mit Schwertern" erhalten, ja es wurde am 24. November 1349 der WachowSki vom badischen Großherzog mit seinem höheren Karl Friedrichsorden 3. Klasse bedacht, während Krug v. Nidda mit dem niedrigen Orden vom Zähringer Löwen 3. Klaffe mit Eichenlaub zufrieden sein mußte. Das damals 21 jährige Bürschchen Prinz Friedrich, welches, gemäß läckerlickster royalistischer Soldaten-Firlefanzerei, in der Rangliste für 1849 bereits als Husarenmajor mit langer Ordens- reihe aufgespielt wirb, ward für die Wiesenthaler militärisch grund- satzlose und polizeiwidrige Katzbalgerei mit„den Jnsignien des 1868. ordenSregister. Gemäß der Statuten des russischen Georgenordens kann nur derjenige Ritter werden, der in den russischen Heeren dient. Wir sehen hier also deutlich die preußische Armee als Theil der rusfi- schen betrachtet. NicotauS, der an den Originalstatuten der tüch- tigen Gründerin Katharina herumgebastelt hat, sagt: „Dieses Ordens Zeichen soll vor der Welt auf alle Zeiten der Beweis unsreS gnädigen Wohlwollens sein für Kriegsdienst und gute Aufführung." Vor der Welt— auf alle Zeiten— mongolisch-byzan- tinische Bescheidenheit! Mögen sichS die etwa 40 deutschen Jndi- viduen merken, die„Kavaliere" des russischen GeorgenordenS sind, daß sie den Statuten gemäß als Ruffen zählen, und daß der Czar mit ihrer„guten Aufführung" zuftieden ist. Sie sind alle, mit wenigen Ausnahmen, Feldmarschälle und Generale, oder wenn Snbalternoffiziere, so doch Prinzen. Während der morgenländisch. dreiste Russe den Gcorgenschwindel, selbst der niedrigsten Klasse, nur an die„Deutschen" verschenkt, wenn sie die höchsten Stellen bekleiden, giebt er ihn an die Russen, auch wenn ste nur Portepee- fähnriche sind. So z. B. � 1866, Nr. 10,239. Schorochoff Peter, Unterlreutenant. Für Auszeichnung. R. G. 4. 10,251. Wercschtschagin, Wassily, Fähnrich. Für Auszeichnung. R. G. 4. 10,256. Tscherkassoff, Konstantin, Lieutenant. Für Auszeichnung. R. G. 4. Nun zeige man unS in der preußischen Rangliste einen Fähnrich Eimeier, oder Lieutenant Rauschenplatt, oder Hauptmann Schultz-, der russischer„Georgenkavalier" ist. Die deutsche Generalität sollte sich schämen, sich s o verächtlich behandeln zu lassen. Hiermit sei ihnen zur Erkenntniß ihrer Stellung als russische„Georgenkavaliere" das russische Buch em- pfohlen: „Zur Erinnerung an die hundertjährige Jubelfeier des kaiser- lichen Kriegsordens des heiligen Großmärtyrers und SiegbringerS Georg. 1769— 1869. Zusammengestellt von W. S. Stepanoff und N. I. Grigoro- witsch. Petersburg 1869." Die Statuten führen uyt chinesischer Genauigkeit die Waffen- thaten auf, für welche das Kreuz ertheilt wird. Da wird unter Andern für würdig erachtet: „Ein Anführer von Kavallerie, die, unter seiner persönlichen Leitung ohne Hülfe der Artillerie eine Attaque ausführend, ein feindliches Karree oder eine Kolonne Fußvolk vernichtet. Hiernach hat man für Friedrich Karl den russischen Georgen- orden unter falschen Vorspiegelungen verlangt, denn: 1) Friedrich Karl(Karlowitsch) war nicht Führer der frag- lichen Kavallerie bei Wiesenthal. Der Major Rückert war es, oder der Ritimeister von Wachowski. 2) Ein Karree wurde nicht zerstört, da keinS formirt worden 1869. war. 3) Eine Infanteriekolonne ist nicht vernichtet worden, denn selbst der Kommandeur der Division, welcher das 9. Hu- sarenregiment angehörte, der Generalmajor v. Hanneken, berichtet unmittelbar nach dem Gefechte aus Wiesenthal 20. Juni 1849, Morgen« 9 Uhr:„Nahe dem Dorfe Wiesenthal holte die Schwadron die Insurgenten ein, aber", nachdem sie mehrere Flintensalven erhalten hatte, zurückgehen, worauf es dem Bataillon gelang, zu entkommen, ehe die nacheilende Infanterie und Artillerie herankommen konnten." Der bezügliche Bericht an den Nikolaus(Pawlowitsch des Erwürgten) muß also gelogen haben! Nun besagt aber das mougolisch-byzantinische Statut gar noch ferner: „Ein Krieger, der, beseelt von Ergebenheit an unfern Thron von Liebe zum Vaterland und Kriegsruhm, zur Zeit des Kampfes den Augenblick erspäht, in welchem durch plötzlichen und kräftigen Anfall dem Feinde bedeutender Schaden und vielleicht eine volle Niederlage beizubringen ist, darf, auch ohne Befehl des Vorgesetzten, ich für den Angriff entscheiden, sei es, daß er detachirt ist, oder ich auf einem außerhalb der Gefechtslinie liegenden Posten be- indet. Und wenn er einen vollständigen Erfolg erzielt, o wird er vollkommen der für Muthige bestimmten Auszeichnung würdig sein; aber er muß nicht vergessen, daß die Disziplin die Seele des Kriegsdienstes ist, und daß jede dagegen sündigende Handlung nicht Nutzen und Ruhm, sondern Schaden und Schande einträgt. Darum, wenn er bei Ausführung des bezeichneten Unter- nehmens irgend etwas thut, waS dem ihm bekannten Befehl der Vorgesetzten zuwider ist, sei es daß der Befehl ihm persönlich oder für die ihm anvertraute Abtheilung gegeben worden, oder wenn er den Zusammenhang der vom Oberkommando geplanten Kriegs Handlungen stört— dann soll er nicht nur aller Anrechte auf den Orden des heiligen Georg verlustig sein, sondern auch für das Untergraben der Disziplin einem Kriegsgerichte übergeben weiden." Friedrich Karl, wenn er der Anführer war, für den man ihn ausgibt, der er aber gar nicht gewesen, mußte also vor ein Kriegs- gericht gestellt werden, denn: 1) Der Regimentskommandeur Küntzell hatte der Schwadron nur den Befehl ertheilt, die Insurgenten„einzuholen", was das EinHauen nicht nothweudigerweise einschließt. 2) Die Schwadron hatte„eine Meile im starken Trabe zurück� gelegt", so daß den Pferden nach solcher, etwa 40 Minuten dauernden, Anstrengung gar nicht mehr die nöthige Kraft zum eindrucksvollen Chargiren blieb. 3) Die Schwadron hatte sich wissentlich so weit von den anderen Truppen entfernt, daß ihr nickt einmal die anderen Schwadronen deS Regiments zur Hülfe kommen konnten, wie der Major Küntzell bestätigt. 4) Nicht nur war kein„vollständiger Erfolg", ja auch nicht einmal ein theilweiser erzielt, sondern die Schwadron mußte „zurückgehn", wie der General Hanneken sagt, und das Gefecht war ein„unglückliches", wie es der Obristlieutenant und Regimentskommandeur des 17. Infanterieregiments v. Nolle in seinem Regimentsbericht vom 22. Juni nennt. Den Werth des Friedrich Karl'schen Georgenkreuzes werden die Leser nun wohl bemessen können. Die 1. Schwadron war so mürbe geschlagen worden, daß sie an jenem Tage nichts mehr unternahm, selbst nicht, als sehr bald die 2. und Nachmittags die 3. und 4. Schwadron herangekommen waren. Nicht einmal Fühlung mit dem Feinde behielt diese Ka- vallerie, so daß am nächsten Morgen die einzige Hannekeu'sche Division sich plötzlich gegen Mieroslawskische Uebermacht zu schlagen hatte und aus Philippsburg retiriren mußte. Am 21. gemacht hat. Noch einmal, und zwar 3 Trze später, am 23. Jani bei Ubstadt, wagte der Graf zu SolmS-Laabach— wie er sagt auf„höheren Befehl"— mit der 1. Schwadron des 8. llhlanen- regiments auf die Insurgenten einzureiten, aber nicht mit besserem Erfolg als die Hasaren. Aach die Uhlanen mußten unter bsden- tendem Verluste da» Weite suchen, welches erhebende Reiterschan- spiel der Schreiber dieser Zeilen eigenäuzig zu beobachten das Vergnügen hatte. Der Solms'sche Bericht ist vorhanden, während der WachowSki'sche fehlt. Die Aufständischen wurden dann nicht mehr ernstlich von der Kavallerie belästigt, weder bei Bruchsal, noch bei Durlach, noch während der dreitägigen Gefechte in der Murgebene. Für diese Zurückhaltung sind wohl hauptsächlich die Friedrich Karl'sche georgenrittecliche Bravour und der dem Grafen Solms gegebene blinde„höhere Befehl" eines anderen russischen GeorgenritterS, des damaligen Prinzen von Preußen verant- wortlich. Und gerade daS dümmste Reitergefecht von W.esenthal ver- herrlichen die Offenbarungs-JockeyS der„Kreuzzeitung". Wir haben ihnen hiermit zum Feste unsrc Leuchte angesteckt. Wenn sich irgend Jemand des Ausgangs freuen konnte, so waren es die Insurgenten. Vielmehr als der Kartätschenpöbel wären die„Pe- troleure" berechtigt, den Jahrestag jenes G-sechtS zu feiern. Sie thaten es nicht, als noch unter dem Schirme des Prinzen von Preußen und dann Wilhelm I. alljährlich zu Berlin über jene Bürgerkriegskämpfe„Zweck gegessen" wurde; sie thun es auch heute nicht. Sic überlassen es den christlichen AnständigkeitStrom- petern der„Kreuzzeitung", sich in der Jauche lügnerischer Erinnerungen an jene Tage zu baden. Jedoch der Richtigstellung wegen können sie es nicht unterlassen, sie mit dem„Besenstiel" ihres „StylS" zu verarbeiten. Die Clowns werden natürlich Zeter schreien über dynamitistische Grobheit. Sie möchten gar noch„mit Chocolade begossen" werden! Auf alle, also auch auf Eure aristokratisch-scrophulösen Ge- schichtSfälschungen-- die Pest! Politische Uebersicht» — Herrn Stieber mag eine Gänsehaut überlaufen haben, als er die Nachricht erfahren, der preußische Jastizminister habe Befehl gegeben, alle Zeitungen, welche die Aechtheit deS Kissinger Attentats angezweifelt haben, strafrechtlich zu verfolgen. Es ver- steht sich doch nun von selbst, daß die betreffenden Blätter die Vergangenheit des Herrn Stieber durchstiebern werden, und da gibt's kuriose Dinge.— Apropos, unser„Leipziger Tage- blatt" macht bei dieser Gelegenheit die kollegialische Bemerkung, in Sachsen stehe eine ähnliche Anordnung Seitens des Ministe- rinms nicht zu„befürchten". Thut uns wahrhaftig sehr leid. Doch, wenn das„Tageblatt" und die„Deutsche Allgemeine« tüch tig denunziren, bringen sie es vielleicht doch zu Weg. Und, wir hätten so gern Hrn. Stieber vor der Klinge! Möchten ihn so gern an gewisse dunkle Partieen seine» Lebens erinnern! An ge- wisse gefälschte Aktenstücke, die er erwiesenermaßen pro- duzirt hat! Da Herr Slieber uns nicht direkt verklagen will, ob- gleich er eS weiland uns öffentlich ankündigte, so muß die Sache indirekt eingefädelt werden. Und das wäre jetzt ein fa- moser Anlaß. Also bitte, liebes„Tageblatt" und liebe„All- sie so gut ist, uns Herrn Stieber grrichtlich zu überliefern/' gestellten Comitöversammirnzen diese? und noch ein andere? Lii> vorgeschlagen, dessen zwei erste Zeilen vtrgelesen und darauf ganze Lied angenomnen worven. D:r Inhalt diese? alten u»! in ganz Deutschland bekannten Lieve? bildete den G:z?nstrnd W Anklage. Giffey wurde wegen Bergehen? gegen Artikel 130 � Strafgesetzbuch? in Rücksicht auf seine Untersuchungshaft noch j- 3 Monaten Gffänzniß und einen Drittel der Kosten vecurtheilt alle übrigen Angeklagten freigesprochen. Giffey beantragte nsi Entlassung aus der Haft, worüber der Gerichtshof sich Besch!«! auf morgen vorbehielt." Die? der Bericht der„Franks. Ztg." Wir werden auf d«! Uctheil zurückkommmen. Da? G-oicht, welche? den Zorn d« Effenacher Richter erregt hat, ist unseren Leiern wohlbekannt wird ihnen durch den Zorn der Eisenacher Richter auch sicherlä nicht verleidet werden. Die Letzteren überlassen wir einstweilen d«' freundlichen Liebkosungen der„Leuchtkugeln". Da sind sie„bk sorgt und aufgehoben"— bis auf W.'iteres.„Ein zeitgemäZ« Vorschlag, schreibt unser humoristischer College in der letzten Nu? mer der„Leuchtkugeln", dürfte eS sein, die geg-nwärtig grafsireav« Arbeiterlieder zu reformiren. Damit, daß man die H:inst Giffey:c. tessendorft, ist nichts gethan. Das Volk vergißt sei« Lieder nicht so leicht, man muß sie also so verändern, daß fii möglichst denselben Worten ein anderer, aber friedlich g-setzliih: Sinn anpaßt. Wir geben in Nachfolgendem ein: Probe: Wer schafft daS Gold zu Tage? Wer hämmert Erz und Stein? Wer webet Tuch und Seide? Wer bauet Korn und Wein? Wer gibt dem Arbeiter das Brot? Und hat dabei selbst bittre Roth? :,: DaS sind die braven, bied'ren, die Herr'n de? Kapitals.:/: Wer plagt vom frühen Morgen Sich bis zur späten Nacht? Wer schafft für And're Schätze, Bequemlichkeit und Pracht? Wer treibt allein das Weltenrad, Ohn' daß er einen Vortheil hat? :,: DaS sind die braven, bied'ren, die Herr'n des Kapitals.:,: Wer brackt' die alte Knechtschaft DeS Volks zu ihrem End'» Gleichviel, ob ihm geschädigt Werd' seine Dividend'. O Volk, erkenn'» zu jeder Zeit, Und widme deine Dankbarkeit :,: Den gar zu braven, bied'ren, den Herr'n des Kapitals. Raff' deine Kraft zusammen, O Volk, und stimm' mit ein, Daß, wo die Herren herrschen, TaS Volk muß glücklich sein. Die Sozialisten bringt zu Fall, Denn sie sind meistens ein Skandal :,: Für all' die braven, bied'ren, die Herr'n des Kapital».:,:< — Zur Wahlstatistik. Heut nur zwei Thatsachen. Wenn man die Zahl der von jeder Partei abgegebenen Stimmen mit der Zahl der von ihr durchgebrachten Candidaten vergleicht, so ergibt sich folgendes Resultat: 1) Jeder Abgeordnete der sozialdemokratischen Partei hat im Durchschnitt hinter sich 37,748 Stimmen; 2) der Partikula- risten 31,850; 3) der Volkspartei 23,908; 4) der liberalen Reichs- Partei 18,671; 5) der Conservativen 17,060; 6) des CentrumS 15,495; 7) der Polen 14,233; 3) der Protestpartei 13 102; 9) der deulschen Reickspartei 10,938; 10) der Nationallibe ralen 10,428; der Fortschrittspartei 9778. Die sozialistische Partei ist folglich, im Verhältniß zu ihrer numerischen Stärke, bei weitem am schlechtesten vertreten. Wir werden auf diesen Punkt, welcher das Ungerechte und Unsinnige der jetzt herrschenden Wahlart in grelle Beleuchtung bringt, des Näheren zu sprechen kommen. Ferner mögen nachstehende Ziffern der amtlichen Reichsstatistik hier einen Platz finden: Königreich Sachsen: gültige Stimmen 266,711. Davon fielen auf Conservative 20,723, auf die deutsche Reichspartei 39,189, auf die Nationalliberalen 62,526, auf die Fortschrittspartei 43.372, auf die sozialdemo- kratische Partei 36,571. Unsere Partei, die 1871 nur 34,226 Stimmen hatte und sich binnen der letzten 3 Jahre folglich beinahe verdreifacht hat, ist sonach, laut der amtlichen Reichswahl- statistik, weitaus die stärkste Partei im Königreich Sachsen. Voll Dankgefühles werde Dein Leben lang beherzt. ivcmi Im hohen Atter Du auch wirst ausgemerzt. Es lebt der Mensch nicht bloS von Brot, Drum rufe selbst in HungerS Roth :,: Ein Hoch den braven, bied'ren, den Herr'n des Kapital».:/:' In obiger Fassung wird daS mit 3 Monaten beehrte G� den Eisenacher Richtern hoffentlich gefallen. — Aus Wien schreibt man uns ä. ü. 5. August: Der Prozeß gegen unsere Grazer Genossen sch� wieder eine ungeheure Blamage für die Polizei und R-gicr«' werden zu wollen. Zuerst ließ man in die Welt hinaustroinpij von Hochverrath,„Geheimbund", Verschwörung ec., man ließ� Ueberrumpelnng der„geheimen Sitzung" unter dem Vorsitze$ schinsky'S von den offiziösen Preßhusaren auf das MalerW schildern, wobei natürlich die Wegnahme der unverm-idli� „kompromittirenden Schriftstücke« als besonder- Würze nicht f-� durfte, man versprach auch, um den verschiedenen Geschma« Rechnung zu tragen, eine Anklage wegen Religionsstörung,— r nun schrumpft die Geschichte täglich mehr zusammen. Die Bli" bringen mit süß sauren Mienen kurze Notizen, worin zuerst-- getheilt wird, daß die Anklage auf Hochverrath nicht erho? werden wird, später mit sichtlichem Bedauern, daß zu einer* klage wegen Religionsstörung sich nicht genug Anhaltspunkte erge� hätten; und man sieht deutlich, daß sich schließlich der ganze bl* triefende Revolutions-Roman als eine einfache Uebertretung' — Unser Parteigenosse Giffey ist zu dreimonatlichem Gefängniß verurtheilt worden. Da unS noch kein Originalbericht zugegangen ist�), so drucken wir nachstehend den Bericht der „Frankfurter Zeitung", ck. ä. Eisenach, 5. August, ab: „Heute hat von Vormittag halb 10 Uhr bis Nachmittags Vereinsgesetzes darstellen wird. Nichtsdestoweniger und trotz gegentheiligen Nachrichten unserer Detektiv-Presse werden die& hafteten nicht auf freien Fuß gesetzt. Die österreichische Pol" denkt wieder, wie schon oft: Können wir euch schon nicht auf Jo* verurtheilen, wie wir dies so gern gethan hätten, so wollen? euch wenigstens„untersuchen», so lang dies nach der Strafgeld Ordnung nur immer möglich ist. Und so ist'S auch recht!* 4 Uhr der Prozeß gegen den sozialistischen Agitator Giffey nebst'"uß eine richtige Erziehung beschaffen sein. Die bösen, wi°j 17 Genossen vor dem hiesigen Kreisgerichte stattgefunden. Der Zuhörerraum war übersüllr und blieb eS bis zu Ende. Die Richter waren AppeliuS, Direktor dcS Kreisgerichts, die KrciSzerichtsräthe Juügherr und Eckardt. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Graes; Vertheidiger der 17 Genossen war Rechtsanwalt Gr. Heß. Der Hauptangeklagte Giffey vertheidigte sich selbst. Die Anklage hatte auf Grund des RerchsstrafgesetzbucheS§ III und 130 wegen Anleitung zur Störung gegen den öffentlichen Frieden und Miß achtung staatlicher Verhältnisse, und§ 20 des ReichSpreßgesetzes wegen Verbreitung von Druckschriften stattgesunden. Von Giffey war im Lauf dieses Jahres der Gedanke angeregt worden, ein ozialdemokratisches VerbrüderungSfest zu feiern, für welches ein Comite aus dem sozialdemokratischen Verein, auS der GewerkS- genossenschaft und auS dem Krankenverein für Arbeiter auf seine Veranlassung hervorgegangen ist. Dieses Comitö hat nach Ruhla, Gotha, Kreuzburg u. s. w. und durch den„VolkSstaat" Einla- düngen zu einem gemllthlichcn, harmlosen Verbrllderungsseste er- gehen lassen. Das dazu entworfene Programm wie das beigedruckte Lied sind in der GenossenschaftSdruckerei in Leipzig gedruckt worden. Das betreffende Lied steht unter Nr. 16 in Most'S so- zialdemokratischem Liederbuche, welches seit 1860 in vier Auflagen *) Inzwischen eingetroffen, aber zu spät für diese Nummer. R. d. V. spenstigen Rangen müssen mit Strenge, die artigen und fromi* Kinder mit Liebe und Zärtlichkeit behandelt werden. Ein Beim von letzterer Behandlungsart erzählt uns heute die„Neue s� Presse" in einer Salzburger Correspondenz:„AuS Arbeiterkreisef: (Unter dieser Firma versorgt der bekannte„Schmutzliterat"' Wiener Polizeipresse mit Neuigkeiten.) Man höre: Salzburg, 4. August.(Original-Corresponde� Wie bekannt sind hier sechs Arbeitervereine wegen schreitunz ihrer Statuten aufgelöst worden. Die Arb-'' Salzburgs waren schon auf dem besten Wege sich in r von Graz au« geplanten G-Heimbundspiclereien(der g-W arme Literat gebraucht immer dieselben Ausdrücke, so man ihn sofort erkennt) einzulassen, wenn sie nicht zeitig von ihrem begabtesten Führer, Otto DiS(eijj schwachen, unselbststäudigen Menschen, der immer dem$5 giebt, den er gerade hört) gewarnt worden wären. K Theil(natürlich ein verschwindender) glaubte aber doch 1 romantischen Lockungen folgen zu müssen. Ihr WortM Feigenspohn wurde in Folge dessen(!) inhaftirt, und d?. sich herausgestellt hat(aha!), daß er deutscher MiM Deserteur ist(o heilige Polizei!), dürfte später noch/ Auslieferung an das Ausland erfolgen(Blose Vermuthu"' Gestern farden anläßlich der.Anwesenheit des Herrn . ffl)t winder aus Wien Besprechungen statt, bei welchen sich auch itst Mitglieder der extremen Franktion betheiligten. O?er- winder vertheidigte den Letzteren gegenüber seine politische seil Stellung zu den andern Parteien. Er bemerkte, daß er stets die Selbstständigkeit der Arbeiterpartei vertreten habe. vi> Aber es sei ganz natürlich, daß im Kampfe gegen Ultar uii! montan ismus und Feudalismus die liberale Partei und die i W Arbeiter zusammenträfen. Dazu bedürfe eS keines be- t di- sonderen Paktes. Arbeiter, welche dagegen die Clerikalen ch'{■ unterstützten(und das thun, wie in der Bourgeoispresse der h:i>> ganzen Welt zu lesen ist, die Sozialdemokraten überall), nss schädigten ihr eigenes Interesse, besonders in einem Staate chÄ wie Oesterreich. Man einigte sich schließlich dahin, die Neugründung der Vereine sofort vorzunehmen und durch di! ein taktvolles(verstanden?) und gemäßigtes Vorgehen ihre i di Entwicklung zu befördern. Das von Oberwinder verfaßte itf Memorandum an den Reichsrath soll deren politischen Be- \iS strebungen zur Basis dienen(Wohlgemerkt, den Bestrebungen i di der nicht politischen Vereine). „fc? Man betrachte'sich einmal den Unterschied der Behandlung der lläßd«extremen" und der„gemäßigten"(von einem Regierungsagenten sta» an der Nase herumgeführten) Arbeiter. eadi Der geborne Wiener Scheu will in Salzburg in öffentlichen üast Versammlungen sprechen,— die Versammlungen werden verboten; sei« man beruft eine Versammlung des Arbeiter-BildungS-Vereins, z ffl dessen Mitglied Scheu schon über ein Jahr lang ist, ein, um ihm stich! Gelegenheit zu geben zu sprechen,— die Versammlung wird gleich- falls untersagt und der Obmann des Vereins angeklagt, die Be- Hörde durch unwahre Angaben(daß Scheu VercinSmitglied fei) zu � täuschen versucht zu haben. Scheu geht nach Mähren und Böhmen, — überall wohin er kommt, werden die Versammlungen verboten, er selbst wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes und später sogar wegen„Landstreicherei" verurtheilt und mit ZwangSpaß nach Wien zurückgeschickt. Der Ausländer Oberwinder hingegen darf Agitationsreisen unter den Augen und unter dem besondern Schutz der hohen Polizei machen, in Provinzstädten„Besprechungen" veranstalten und den Arbeitern mit seiner Memorandumspolitik das Hirn ver- kleistern. Wenn die„intelligenten",„gemäßigten" Arbeiter aus all' diesen Zeichen noch immer nicht erkennen, mit wem�sie eS zu thun haben, so ist ihnen eben nicht zu helfen. Viel Belustigung gewährte uns dieser Tage eine kleine jour- nalistische Balgerei zwischen der alten„Presse" und„Neuen freien Presse." Die„Neue fteie Presse" vertrat nämlich höchst energisch die Ansicht, daß Deutschland zu Gunsten der Republikaner in Spanien interveniren müsse(beiläufig bemerkt, vertrat auch Herr Oberwinder in der Versammlung der„Volksstimme" am 83. Jnli diesen Standpunkt seiner Brotgeber), was die„Presse" sehr heftig bekämpfte und für eine Verletzung der Ehre der spanischen Re- .. gierung erklärte. Die„Neue freie Presse" wollte hierin höchstens eine Verletzung der Eitelkeit der spanischen Regierung erblicken, was die„Presse" so in Wuth brachte, daß sie alle„Collegialität" beiseite setzte und erklärte,„mit diesem Blatte über das, was Ehre sei, nicht streiten zu können"(AuS dem Gedächtniß citirt, daher vielleicht nicht wörtlich, jedenfalls aber dem Sinne nach richtig.). Nun spielen mehrere auftegendc Scenen hinter den Coulissen, als deren Ergebniß eine„Berichtigung" in der„Presse" erscheint, daß in der soundsovielten Spalte soundsovielten Zeile vor dem sound- sovielten Wort daß Wort„spanische" einzuschalten sei. Darauf wieder in der„Neuen Freien" die mit vieler Entrüstung abgegebene Erklärung, daß ihm diese„Niemandem verständliche" Be- richtigung in einem„Winkel des Blattes" nicht genüge, und euer- gische Forderung einer Satisfaktion. Nun kommt das Komische. Die alte„Presse" erklärt feierlich, sie habe nur sagen wollen, daß ,„! sie mit diesem Blatte nur über das, was spanische Ehre sei, "'1 nicht streiten könne, womit sich die„Neue Freie" zufrieden Ged' giebt und die Sache als ausgeglichen erklärt!— Der Leitartikelwacher der alten„Presse"(nebenbei bemerkt, derselbe„weiße Rabe", der das„kleine Familienvermögen" in der Arnim-Affaire zurück- gewiesen hat) weiß offenbar Manches von seinen„geschätzten Col- schk legen" bei der„Neuen Freien" und hat in etwas gereizter Stim- steril! mung eine unbedachte Aeußerung gethan, die er dann nicht ver- treten durfte, weil die„Neue Freie" jedenfalls auch wieder Manches ,ieß t von ihrer„geschätzten Collegin" weiß. Darum soll, wer in einem . Ts GlaShause wohnt, nicht mit Steinen werfen. Wem fällt dabei enffl nicht Heine in? idliif Doch eS will mich schier bedünken, feh� Daß die„Alte" wie die Neue", »mä� Daß sie alle Beide stinken. VliNj— Im Schweizer Canton Schwytz ist soeben den Frauen st das Stimmrecht, sowie das Recht zur Bekleidung jedes öffsnt- tri)* lichen Amtes ertheilt worden. Es versteht sich von selbst, daß er k wir Sozialdemokraten, die wir jedes Abhängigkeitsverhältniß.und folglich auch das der Frau vom Manne, aufheben wollen, auch für e W die staatliche Vollbcrcchtigung und Gleichstellung der Frauen sind. ng � Wir begrüßen daher diesen Schritt, und wünschen nur, daß auch tz � andere Cantone der Schweitz, wie sin Aussicht gestellt ist, dem le � Beispiel des kleinen Urkantons folgen mögen. Unseres Wissens P*. ist Schwytz der erste Staatskörper, welcher die Frauen politisch emanzipirt hat.— SN I1 »fflnj<— Die italienische Regierung hat, offenbar um es nicht '-"i �rgessen zu lassen, daß„Einheit" und„Freiheit" zwei sehr ver- wift schiedene Dinge sind, eine großartige Razzia auf mazzinistische oam Republikaner veranstaltet. Um dem gedankenlosen Philister Zeist Sand in die Augen zu streuen, nennt man die Mazzinisten„In- u m ternationale", obgleich es notorisch ist, daß Mazzini ein fanatischer teistt Gegner des Sozialismus und der Internationalen Arbeiterasso- il" Ziation war. ibeH,1 — Ein Grazer Parteigenosse theilt uns mit, daß unsre den Zeitungen entlehnte Notiz über die Freilassung der in Graz in- � t haftirten Parteigenossen falsch sei. Dr. Tauschinsky, Hochreiter und Wanke befinden sich noch immer hinter Schloß und Riegel. li(S. unsere Wiener Corr.) t rt) (ein?— In Wiesbaden fanden am 4. August Haussuchungen statt n$5 bei den Parteigenossen Hintermeyer, Kaufmann und Kramer. i.< Einzelne Notizen, Briefe, Broschüren, Abonnementsverzeichnisse für och � ben„Volksstaat" ic.:c. wurden confiszirt. Auf Befehl des Polizei- ttfÄ) infpektorS wurden Hintermeycr auf der Straße die Taschen durch- > stiebert und von der Last einiger Zeitungen befreit. Von der RilijJ Appellinstanz ist Kaufmann von der Anklage wegen Beleidigung ch sck der Wiesbadener Polizei freigesprochen worden. In erster Instanz [chufl war Kaufmann mit 1 Monat Gefängniß bedacht worden. tD*_ Urtheil deu Berliner Kammergerichts in Sachen Most's. Auf die in der Untersuchungs- Sache wider den Redacteur Joh. Most von dem Angeklagten und von der Königl. Staats- anwaltschaft eingelegten Appellationen hat die II. Abtheilung des KriminalsenatS des Königl. Kammergerichts in der Sitzung vom 4. Juli 1874, an welcher Theil genommen haben: Leonhardt, Kammergerichtsrath, Vorsitzender, und Einbeck, v. Windheim, Bergmann und Mebet, KammergerichtSräthe, nach mündlicher, unter Zuziehung des Staatsanwalts Grofchuff für den Ober- staatöanwalt, und des KammergerichtsreferendariuS Halbe als Gerichtschreibers, erfolgter Verhandlung für Recht erkannt: daß daS Erkenntniß des Königl. Stadtgerichts zu Berlin, Ab- theilung für Untersuchungssachen, Deputation VII. für Vergehen, vom 19. Mai 1374 dahin abzuändern, daß der Angeklagte der öffentlichen Beleidigung und des Vergehens gegen die öffentliche Ordnung schuldig und deshalb mit einem Jahr und sieben Monaten Gefängniß zu bestrafen, auch dem Kgl. Kriegsmini- sterium die Befugniß zuzusprechen, die Verurtheilung wegen Be- leidigung auf Kosten des Angeklagten innerhalb vier Wochen nach Zustellung des rechtskräftigen Erkenntnisses in dem Reichs- und Staatsanzeiger einmal öffentlich bekannt zu machen, die Kosten des Verfahrens in beiden Instanzen aber dem Angeklagten auf- zulegen. Von Rechts Wegen. Gründe. Gegen das erstrichterliche Urtheil ist sowohl von Seiten des Angeklagten als auch von Seiten der Königl. Staatsanwaltschaft appellirt; von dem Angeklagten nur deshalb, weil der erste Richter für thatsächlich feststehend erachtet hat: daß der Angeklagte zu Berlin am 23. März 1874 in einer den öffentlichen Frieden ge- sährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung(die Ar- bester, Besitzlosen, und die Besitzenden) zu Gewaltthätigkeiten gegen einander öffentlich angereizt hat, von der Kgl. Staatsanwaltschaft dagegen aus dem Grunde, weil der erste Richter nicht außerdem für thatsächlich feststehend erachtet hat: daß der Angeklagte zu Berlin am 13. April 1874 die der preußischen Armee, als stehen- dem Heere, ungehörigen Militärpersonen in Beziehung auf ihren Beruf öffentlich beleidigt hat. Nachdem auf Beschluß des Gerichtshofs 1) das amtliche, an die Kgl. Staatsanwaltschaft bei dem Kgl. Stadtgericht zu Berlin gerichtete Schreiben der Stadtpolizeibehörde zu Chemnitz vom 23. April 1874 nebst Beilage zur Aufklärung der Sache, 2) der Strafantrag deS Hrn. Kriegsministers, ü. ä. Berlin, den 23. April 1874, sowie der inkriminirte PassuS aus der Rede des Angeklagten vom 23. März 1874, wie solcher von dem Angeklagten selbst auf- gesetzt und zu den Akten übergeben worden ist, zum Zwecke der Beweisaufnahme im Audienztcrmine zweiter Instanz verlesen wor- den, mußte, wie geschehen, erkannt werden. Anlangend die Appellation des Angeklagten, so bestreitet dieser zunächst, daß er, wie in dem erstrichterlichen Erkenntnisse angeführt worden, durch das kaiserl. königl. Landesgericht in Strafsachen zu Wien wegen Hochverraths zu drei Jahren schweren Kerker« verurtheilt und daß ihm sodann diese Strafe durch Begnadigung erlassen worden sei; er behauptet vielmehr, daß die dieSfallsige gegen ihn anhängig gewesene Untersuchung nicht durchgeführt, viel- mehr der Prozeß in Folge einer allgemeinen politischen Amnestie eingestellt worden sei. Einer näheren Ermittelung und Feststellung deS betreffenden Sachverhalts bedurfte eö indessen nicht, da hier- von die Entscheidung der vorliegenden Sache nicht abhängig ist. In der Sache selbst sucht der Angeklagte die Richtigkeit der erstrichterlichen Ausführungen zu widerlegen und kommt dabei auf seine frühere Behauptung zurück, daß seine Rede vom 23. März d. I. vollständig objektiv gehalten gewesen, und daß dieselbe als ein rein geschichtlicher Vortrag anzusehen und aufzufassen sei. Er bestreitet sodann, gesagt zu haben, daß seine und seiner Partei- genossen Gegner nur die Wahl zwischen Reform und Revolution hättens; er habe vielmehr, als er von diesen Gegnern, d. h. von allen Denjenigen, welche nicht Sozialdemokratin seien, gesprochen, ausdrücklich hervorgehoben und betont:„Wir wollen nicht Rache, sondern auf friedlichem Wege Erreichung unserS Zieles." Hiermit habe er seine wahre und eigentliche Ansicht gmugsam gekennzeich- »et; von einer den öffentlichen Friecen gefährdenden Ausreizung könne also nicht die Rede sein, und die erstrichterliche thatsächliche Feststellung entbehre somit jeden Haltes. Alle diese Anführungen sind jedoch nicht geeignet, diese an sich zu wesentlichen Bedenken keine Veranlassung gebende Feststellung zu erschüttern. Es kann ganz dahingestellt bleiben, ob der Angeklagte, wie er behauptet, mit demjenigen Theile seiner Rede, in welchem er die Verhältnisse der Pariser Commune schildert, das Ziel, welches dieselbe zu erstreben gesucht, beleuchtet und die Thaten derselben preiset, lediglich die Belehrung seiner Zuhörer bezweckt habe, weil er damit nur Verhältnisse, wie solche m Paris obgewaltet haben, seiner Benrtheilung unterzogen hat. Es bedarf daher auch nicht eines näheren Eingehens auf die Frage: ob und inwieweit der Angeklagte sich hierbei in den Grenzen der erlaubten Lehr- und Redefreiheit bewegt hat.__(Forts, f.) Die Offiziösen und die deutsche Presse. An die Redaktion deS„Volksstaat" in Leipzig. Auf Grund des Z 11 des ReichSprcßgesetzeS ersuche ich Sie, nachstehende Berichtigung der in Nr. 91 Ihres Blattes Uber mich enthaltenen Angaben in die nächste Nummer des„Volksstaat", und zwar an der vom Gesetze vorgeschriebenen Stelle aufzu- nehmen: 1) Der„Niederrheinische Kurier" ist in der Zeit, während welcher ich als verantwortlicher Redakteur an demselben thätig war, d. h. vom August 1871 bis Juni 1872, niemals von irgend einer Regierung, resp. irgend einer amtlichen Person oder Behörde abhängig, also auch nicht„offiziös" gewesen.— 2) Ich habe mich in meiner publicistischen Thätigkeit niemals weder zu Herrn Leg. Rath Aegidi noch zu irgend einer anderen amtlichen Person oder Behörde in irgend einem AbhängigkeitS- verhältniß befunden, stehe auch mit Herrn Aegidi nicht in„engerer Verbindung" als mit jedem beliebigen anderen Abgeordneten, den zu kennen ich die Ehre habe.— 3) Die Grundlosigkeit der Vermuthung, daß die„National- liberale Correspondenz" nach Schluß der parlamentarischen Saison offiziös werden würde, ergiebt sich üack) dem Gesagten von selbst, ist außerdem durch die Erfahrung bestätigt. Berlin, 7. August 1374. Dr. F. Böttcher, Redakteur und Herausgeber der,, Nationalliberalen Correspondenz". � Den Werth obiger Berichtigung zu beurtheilen, überlassen wir unseren Lesern. Zurücknehmen können wir nichts, da die Mit- theilungen in Nr. 91 des„Volksstaat" absolut authentisch sind. Wie wärS z. E., wenn die saubere Liste Herrn Aegidi selbst zum Verfasser hätte, und von irgend einem seiner„Sau- Hirten"— denn dies e Prostituirten sind gleich den andern, für Geld Jedem feil— uns in die Hände gespielt worden wäre? Xon olet pecunia: Warum soll nicht auch der sozialdemokratische „Rubel" einmal auf Reisen geh»?— Mit vergnügten Sinnen sehen wir weiteren„Berichtigungen" au« dem Reptiliensumvf ent- gegen. Wem die Hundspeitsche um die Rippen saust, der kann nicht den Mund verschlossen halten— daS Schreien ist sein„Na- turrecht". Und damit Basta!_ Die Redaktion des„Volksstaat". Nachdem obige Bemerkungen zu der Epistel des Herrn Böttcher geschrieben waren, kam unS nachstehender Artikel des Herrn Böttcher in der„Nationalliberalen Correspondenz" zu Gesicht:„Zur Ab- wehr gegen sozialdemokratische Verläumdungen: „Der„Volksstaat" beschäftigt sich neuerdings eingehend mit der Presse und ihrer Beziehung zur R-gieruUz, resp. zum söge- nannten Reptilienfonds. In diesem Zusammenhange bringt er in seiner Nummer vom 7. August eine„Liste der Offiziösen". In derselben ist unter Nr. 4 der Abtheilunz„Reichsofsiziöse" Folgendes zu lesen:„Dr. Böttcher war früher Redakteur am offiziösen„Niederrheinischen Courier", steht in enger Verbindung mit Aegidi, Mitarbeiter unter andern der„Grenzboten" von Dr. Hans Blum, der bekanntlich auf Kosten deS deutschen Volkes eine schweizerisch-republikanische Erziehung genossen. Hat gut an- geschlagen! Böttcher ist Berliner Correspondent der Hessischen Morgenzeitung. Augenblicklich redigirt er unter Oberaufsicht deS Abgeordneten Rickert die„Nationalliberale Correspondenz", ein Hauptblatt der betreffenden Partei, und ist in dieser Stellung nicht gerade direkt von Aegidi abhängig. Es ist ziemlich fraglos, daß nach Schluß der parlamentarischen Saison die gedachte Correspondenz offiziös werden wird. Die bisher von Aegidi zu offiziellen Mittheilungen benutzte lithographirte Correspondenz von Matthias(Deutsche Reichscorrespondenz, die in etwa 120 deutsche Blätter geht) und von Stern sind ihm aus mehrfachen Gründen nicht genügend. Die Nichtigkeit dieser Mittheilung kann man ja leicht nach Schluß der LandtagSsession constatiren". Der sonder- bare Zufall, daß diese Leistung des„Volksstaat" von ihrer Ab- iassung bis zu ihrer Veröffentlichung ungefähr ein Vierteljahr ge- braucht hat, gestattet uns, zur Benrtheilung der Verleumdung, daß die„Nationalliberale Correspondenz" offiziös werden würde, ein- iach auf die Erfahrung der letzten Monate zu verweisen. WaS außerdem die gegen die Person des Redakteurs der„National- liberalen Correspondenz" gerichteten Angriffe betrifft, so beruhen dieselben durchweg auf Unwahrheit; derselbe hat niemals weder in einer direkten noch in einer indirekten Abhängigkeit weder vom Lezationsrath Aegidi noch von irgendeiner Regierungsbehörde ge- landen, auch nicht während seiner Thätigkeit an dem in Straß- bürg erscheinenden„Niederrheinischen Courier", welcher trotz aller entgegenstehenden Behauptungen ein vollkommen unabhängiges Blatt ist. Dennoch führt der„Volksstaat" feine Liste mit der Versicherung ein:„Alles stammt auS durchaus competcnten und unverdächtigen Quellen." Wer die sozialdemokratische Presse kennt, kann sich über solch beispiellose Kunst der Verläumdung freilich nicht mehr wundern. Aber der vorliegende Fall hat noch eine besondere Seite. Es ist nicht unserS Amtes, liegt auch für unS nicht im Bereiche der Möglichkeit, alle die sonstigen Angaben der vom„Volksstaat" aufgestellten Liste zu prüfen. Das aber ist außer Zweifel: die zahlreichen thatsächliche» Anhalts- punkte, aus welchen vermittelst gewissenlosester und boshaftester Verdrehung und Entstellung dies Pamphlet zusammengeschmiedet ist, sind nicht von einem offen zu Werke gehenden Sozialdemokraten in Erfahrung gebracht. Sie sind von einem Menschen zu- ammengetragen/der entweder speziell zu diesem Zwecke ich unter fremder MaSke in die betreffenden Kreise eingeschlichen hat, oder dem die Elasticität seine« po- litischen Gewissen erlaubt, heute in diesem und morgen in jenem Lager seine Dienste zu verwerthen. Dergleichen traurige Subjekte hat es zu allen Zeiten und in allen Berufs- arten gegeben. Die Sache hat also nichts sonderlich Merkwürdiges. Wohl aber verdient der Umstand hervorgehoben zu werden, daß dieselbe sozialdemakratische Presse, welche tagtäglich mit dem ganzen Pathos ihrer Entrüstung und Verachtung gegen die„Polizeispitzel" und das„liberale Denunziantengesindel" zu Felde zieht, hier als die Pflegerin einer Spionage eines SykophantenthumS auftritt, dessen moralische Verworfenheit um so bodenloser erscheint, als in ihm mit dem Berrathe auch noch die Lüge gepaart ist." Das schreibt Herr Böttcher. Armer Aegidi! Armer Böttcher! Also: das„Pamphlet" enthält„zahlreiche thatsächliche Anhalts- punkte", und kann nur„von einem Menschen zusammengetragen sein, der entweder speziell zu diesem Z vecke sich unter fremder MaSke in die betreffenden Kreise eingeschlichen hat oder dem die Elasticität semeS politischen Gewiffens erlaubt, heute in diesem, morgen in jenem Lager seine Dienste zu verwerthen". Kurz, der unglückliche Herr Böttcher hat sich entsetzlich verschnappt, und, statt unS Lügen zu strafen, bezeugt er die Wahrheit unserer Mittheilungen; und Herr Böttcher ist ja ein vollgültiger Zeuge. Aegidi mag sich bei dem onkant tevrible bedanken.„Anständige Leute schreiben nicht für mich", hat Bismarck gesagt,— aber kann er für Geld und Fußtritte(denn„gute Worte" verlangt daS „Volk" nicht, wenn'« nur bezahlt wird) nicht wenigstens Leute be- kommen, die keine Tölpel sind?— Wie daS„Pamphlet" in unsere Hände gelangt ist, daS mögen die Herren Aegidi, Böttcher und Consorten auszuschnüffeln versuchen. Genug, eS ist authentisch; und wäre auch wirklich„Spionage" geübt worden,— hat nicht der Brodgeber der Herren Aegidi, Böttcher und Consorten öffent- lich die Maxim: verkündet: A corsaire corsaire et demi? Auf einen Schelmen anderthalbe? Wer sich beklagt, daß er mit seinen eigenen Waffen geschlagen worden, fügt zu der Schande nur noch den Spott hinzu. Richtig ist, daß daS„Pamphlet" schon vor einem Bierteljahr in unseren Händen war. Daß wir es nicht sofort veröffentlicht, hat seine Gründe, die wir den Herren Aegidi, Böttcher und Consorten nicht aus die Nase zu binden brauchen. WaS endlich die Ableugnung des ofstziösen Charakters des „Niederrheinischen Couri.rs" und der„Nationalliberalen Cor- respondenz" bettifft, so gehört daS zum offiziösen Hand- werk. Hat nicht die„Norddeutsche Allgemeine" mindestens ein Dutzend mal ihren offiziösen Charakter abgeleugnet? Was heißt offiziös" im Gegensatz zu„offiziell"? Nichts anderes, als daß nach Bedarf der„Offiziöse" sein„offizielles" Verhältniß zur Re- aierung verleugnen und von der Regierung verleugnet werden kann. Das ist der ganze Unterschied. Verstanden Herr Böttcher? Und nun treve de plaisanterles! Keine offiziösen Späßchen und Spiegelfechtereien mehr!________ Torrejpondenzen» Leipzig. JnZwickau, Niederplanitz, Cainsdorf, Schedewitz, Schönau und Weißbach im 18. sächs. Wahlbezirk waren am 18. und 19. Juli und am 3. und 9. August Volksversammlungen, in denen Mottcler; und in Aue, Lößnitz, Oelsnitz, Stoll- I berg, Oberwllrschnitz im 19. sächs. Wahlbezirk am 1., 2., 8. und 9. August Volksversammlungen, in denen Liebknecht referirte. WüCsen St. JastoS. Parteigenosse Heinrich Müller von St. Micheln ist in Folge Beleidigung des Pastors Kriegs zu St. Micheln zu einer Geldstrafe von 10 Thlr. und in die Unter- suchungskosten im Betrage von 14 Thlr. verurtheilt worden. Da Parteigenosse Müller kein vermögender Mann ist, so beantragte er bei dem Gerichtsamt Lichtenstein die Gewährung von Ratenzah- lungen. Als Antwort erhielt Müller die Weisung, sofort zu bezahlen, widrigenfalls er die Strafgelder absitzen und zur Eintren bung der Gerichtskosten einer Auspfändung gewärtig sein müßte Am 4. August wurde Müller denn auch eingesteckt und die Psän- dung vorgenommen. Man nahm ihm seinen Rock und die Weste, die beide nicht einmal sein Eigenthum sind, außerdem wurde auch der Rest zu einem Kleids für seine Tochter, welcher derselben ge- schenkt worden war, gepfändet. Damit noch nicht genug, vergriff man sich noch an den Sachen der Frau deS Müller. Man psän- dete einen Webstuhl, ein Topfbrett, einen Auszugstisch, Stühle und dergleichen mehr. Reklamationen, die natürlich wiederum Geldkosten verursachten, blieben fruchtlos. Ms Die Frau liegt nun in Folge ausgestandener Angst und Sorge krank darnieder und Müller ist so gut wie zum Bettler geworden. Aus dieser kurzen Darstellung der Nothlage des Müller wird wohl ein jeder Parteigenosse, dessen HülfSbedürftigkeit erkannt haben; sollten daher Parteigenossen gesonnen sein, dem Müller Hülfe angedeihen zu lassen, so mögen sich dieselben an den Unter- zeichneten wenden. Als Parteigenosse hat Müller in allen Fällen seine Schuldigkeit gethan. Müssen St. Jakob. Anton Klotz. Aachen, im August. An die Bürstenmacher Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz! An allen Orten und in allen Branchen rufen sich die Männer der Arbeit zu: Vereinigung! Die Erkenntniß greift allenthalben Platz und tritt immer mehr zu Tage, daß der Arbeiter vereinzelt Nichts ist und vereinigt Alles. Wenn wir nicht mithelfen an dem Kampfe der Besieiung des unter- drückten arbeitenden Volkes von Knechtschaft und Ausbeutung, so wird unsere Lage nicht allein nicht besser, sondern jeden Tag un- erträglicher. Mitarbeiter! Seit der Aufhebung des abgelebten Zunftwesens stehen wir vereinzelt und ohne jede Verbindung. Dadurch sind wir, wie Jeder voraussehen konnte, ganz der Will-- kür unserer Arbeitgeber Preis gegeben. Dasselbe gilt von den Kleiumeistern. Denn dieselben ring?» nur noch den Todeskampf zur Aufrechterhaltung des Kleingewerbes. Daß dieselben in kurzer Zeit unterliegen, zeigen die Tausende, welche ihnen vorausgegangen, in die Reihen der Arbeiter gedrängt worden sind. Die Fa- brikanten und Großmeister haben Vortheile, die dem Kleinmeister gänzlich abgehen. Erstens durch den massenhaften daher billigeren Ankauf des Materials, zweitens durch die Theilung der Arbeit. Durch die Einführung der Maschinen und durch die Frauen- und Kinderarbeit wird die männliche Arbeitskraft immer weniger gebraucht, und deshalb ist das Angebot der männlichen Arbeitskraft immer größer als die Nachfrage, und da nach dem Lohngesetz hier- nach der Lohn fällt, so ist dies mit die Ursache unserer erbärm- lichen Lage. Auch die lange Arbeitszeit bringt uus immer mehr herunter. Müssen wir hier in Aachen doch noch arbeiten von Morgens 7 bis Abends 8 Uhr, wovon nur die Mittagsstunde abgeht, Vesperzeit ist bei uns nur ungefähr 5 Minuten. Da bei kurzer Arbeitszeit zur Anfertigung eines bestimmten Quantums Waare innerhalb einer bestimmten Zeit mehr Arbeiter beschäftigt werden müssen, als bei langer Arbeitszeit, so steigt bei Herab- setzung der Arbeitszeit die Nachfrage nach Arbeitskräften, und mit der Steigerung der Nachfrage nach Arbeitskraft steigt natürlich der Lohn. Deshalb schädigt uns die zu lange Arbeitszeit. Col- legen! Ich werde gelegentlich auf die Ursachen unserer gedrückten Lage noch näher zu sprechen kommen, für heute fordere ich Euch nur auf, zur Organisation zu schreiten. Durch die eben beschrie- bene Produktionswesse ist es dem Fabrikanten möglich, seine Waare wohlfeiler auf den Weltmarkt zu bringen, als jeder Klein- meister diese Waaren vor seiner Thüre verkaufen kann, was bei Letzterem den Verlust seiner Existenz nach sich ziehen muß. Weiter giebt es in unserer Branche eine Concurrenz, die uns hoffnungS los in die Zukuuft blicken läßt, wenn wir nicht j-tzt, wo dieser Aufruf ergeht, Hand ans Werk legen und uns verbinden. DieS ist die Concurrenz der Zucht- und Arbeitshausarbeit. Wie viele unserer Kleinmeister sind hierdurch an den Bettelstab gekommen. Wie diesem entgegen zu treten, dlrS werde ich ebenfalls gelegentlich zeigen. Wer sind nun Diejenigen, welche unS und unsere Existenz so schwer schädigen und uns ausbeuten? Das ist die gesammte Bourgeoisie, welche obendrün vermöge ihrer Majorität in allen gesetzgebenden Körpern die Gesetze zu ihrem Vortheile macht. Er- ging doch erst wieder vorigen Monat durch die Zeitungen daS Angebot von SträflingsarbeilSkraft zur Bürstenfabrikation in An- stalten im Elsaß. Dort ist der Sträfling gezwungen, so und so viel pro Tag anzufertigen und der Unternehmer bezahlt pro Mann und Tag 8, 9 höchstens 10 Sgr. Darum College», Kleinmcister und Fabrikarbeiter unseres Gewerbes! An Euch ergeht heute der Ruf: Tretet zusammen, versammelt Euch wöchentlich, berathet über Eure Interessen, gründet Kassen. Eure Losung sei: Einer für Alle und Alle für Einen! Das Interesse des Einen muß daS Interesse der Gefammtheit fein. Theilt das Resultat hauptsächlich deur„Volksstaat" und dem„Sozialdemokratischen Wochenblatt* mit*) und die Folge wird sein eine festgeschlossene Organisation Berichtet, wie lange Eure Arbeitszeit, wie hoch der Lohn für Tagelohn und Stückarbeit. Wie groß Eure Zahl, wie groß die der Frauen und Kinder, wie lange deren Arbeitszeit und welchen Lohn.sie erhalten. Ich ersuche alle Parteigenossen wie Collegen, welche diesen Aufruf lesen, namentlich über die Zustände in den Fabriken unserer Branche an u> sere Parleibtätter zu berichten. Weiter ersuche ich alle Parteigenossen, diesen Aufruf an die Arbeiter deS Bürstenmachergewerbes gelangen zu lassen. Die Parteigenossen in Baden perwesse ich nach Todtnau im Schwarzwald, da dort ein sehr ergiebiges Agitationsterrain zu finden ist. Mit Brudergruß und Handschlag Jacob Schupp, Ottostraße 57. *) Warum nicht auch den anderen Organen unserer Partei? R. d. V. Gcnossenschaftsbuchdruckerci zu Leipzig. Auszug aus dem Geschäftsbericht an die zweite ordentliche Generalversammlung zu Loburg, am 20. Juli 1874. Wenn es in dem Ersten Geschäfts- Bericht angezeigt war, auf den Zweck hinzuweisen, welchem die Genossenschaftsbuchdruckerei dienen soll, so dürfte eS diesmal genügen, die Mitglieder über die Thätigkeit und den Stand deS Geschäfts so eingehend als möglich zu verständigen. Hinsichtlich des ersten Punktes kann der Unterzeichnete nicht umhin, an dieser Stelle auszusprechen, daß ihm die Geschäfts- führung verhältnißmäßig leicht geworden ist, insofern nämlich, als die Erwartungen betreffs der Ueberweisung von Druckaufträgen Seitens der Gesinnungsgenossen vollständig in Erfüllung gegangen sind. Hierdurch allein aber wurde es möglich, einerseits den An- forderungen zu genügen, welche durch die eigentlichen Begründer des Geschäfts an dasselbe gestellt wurden; sowie andrerseits die Weiterentwicklung desselben im Auge zu behalten. Denn hiervon darf nicht abgesehen werden, wenn anders der verheißene Nutzen vollständig erreicht werden soll. Soviel im Allgemeinen. Was nun die Leistungen deS Geschäfts selbst betrifft, so mögen folgende Notizen als Anhaltpunkt dienen. Außer dem„Voltsstaat" in einer Wochenauslage von ca. 22,000 Exemplaren und der Nr. 115(AgitationS-Nummer) in einer Auflage von ca 60,000 Expl. wurden für die Partei hergestellt 2000 Protokolle des vorjährigen Congresses, ca. 15,000 Partei- Programms, ca. 14,000 Orzani- fationen, ca. 13,000 Mitglieds- Karten und weiteres Aufnahme-:c. Material, 3 Kassen-Abrechnungen, verschiedene Circulaire zc. im Gesammt-Kostenbetrage von ca. 5000 Thlr.(ausschließlich Papier); für Rechnung der„Volksstaat"-Expedition wurden gedruckt 10,000 Expl.„Parlamentarische Thätigkeit"(1. u. 2. Aufl., 6 resp. 4 Bogen), 2000 Expl. Bebel,„Unsere Ziele"(4. Aufl., 3 Bog.), 4000 Expl. Liebknecht,„Zu Trutz und Schutz"(4. Aufl., 3 Bog.), 2000 Expl. Liebknecht,„Zur Grund- und Boden-Frage"(8 Bogen), 8000 Expl. „Volksstaat-Kalender 1374"(5 Bog.),<000 Expl.„Christenthum und Sozialismus"(1'/- Bog.), 2000 Expl.„HochverrathSprozeß" (10V- Bog.), 10,000 Expl.„Volksstaat-Fremdwörterbuch"(ca. 14Bg., noch nicht vollende!) und verschiedene andere Broschüren in Form von Separat-Abdrücken aus dem„Volksstaat", zum Gesammt Herstellungspreise von ca. 1000 Thlr.— Für die Reichstagswahl wurde gedruckt der General- Wahlausruf in 327,000 Expl., ver- schiedene Spezial-Wahlauftufe in 146,000 Expl. und ca. 333,000 Stimmzettel. Gesammt- Herstellungspreis ca. 750 Thlr.— Für Rechnung derHolzarbeiter-Gewerkschast wurde gedruckt die„Circulair- Correspondenz des Ausschusses"(jetzt„Union", erscheint monatlich 2mal), verschiedene Tausend Quittungsbücher, Statuten:c.; für den„Central Verein der Deutschen Hutmacher" dessen Organ, der „Correspondent"(erscheint monatlich 3 mal); ferner Quittungs- bücher, Statuten, Protokolle zc. für die Schuhmacher-, Töpfer- und Sattler- Gewerkschaft, für den Buchbinder- V>rband zc. zum Gesammt-Kostenbetrage von ca. 1200 Thlr.; für die Kundschaft außerhalb des Rahmens der Arbeiterbewegung wurden Druckauf- träge erledigt zum Gesammt- Herstellungspreise von 5000 Thlr. Sonach betäuft sich der Gesammt Umschlag des Geschäfts in diesem Jahre auf ca. 13,000 Thlr. Die Arbeitslöhne betrugen ca. 7000 Thlr. Abschlagszahlungen auf Druckerei-Jnventar(Maschinen, Typen zc.) wurden geleistet im Betrage von ca. 3700 Thlr. Die Geschäfts-Unkosten(Farbe Oel zc.), sowie weitere Geschäfts- Spesen(Miethe, FeuerungSmaterial zc.) betrugen ca. 1200 Thlr. Der ermittelte Reingewinn beläuft sich(nach Berückächtizung der statutarischen Abschreibungen von 1212 Thlr. 13 Gr.) auf 2167 Thlr. 21 Gr. 3 Pf. Der Werth deS Genosseufchafts- Vermögens beträgt ca. 8500 Thlr.(gegen 4471 Thlr. 5 Gr. 5 Pf. im Vorjahr) und besteht auS 2 Schnellpressen, 1 Motor, 1 Glätt- und 1 Abzieh-Presse, ca. 7000 Pfd. Typenmaterial(gegen 5000 Pfd. im Vorjahre) und Druckerei- und Csmptoir- Utensilien im Werthe von über 600 Thlr.— Hierauf sind ca. 2300 Thlr. Schulden vorhanden. Die Baar- Einlagen der Genossenfchafts-Mitglieder beziffern sich aus 5165 Thlr. 2 Gr. 5 Pf.(gegen 3810 Thlr. im Vor- jähr).— An ausgetretene Mitglieder wurden zurückgezahlt 156 Thlr. Wir haben gewiß das Recht, mit einiger Befriedigung auf die Erfolge des verflossenen Geschäftsjahres zurückzublicken, und sind der besten Zuversicht für die weitere günstige Entwicklung des Unternehmens. Wir schließen den Zweiten Geschäfts- Bericht mit der Bitte an alle Diejenigen, deren Verhältnisse eS gestatten, durch Lösung neuer Antheilscheine uns über die vielfachen Schwierig- keilen hinwegzuhelfen, welche in der Beschaffung deS Betriebskapitals ihren Grund haben. Und das kann nicht Wunder nehmen, wenn man bedenkt, daß bereits weitaus mehr als unser Gesammt- vermögen im GeschäftS-Jnventar veranlagt ist. Für April: Altona: Holzarieiter-Gew. 3 Gr.;i,Bremerhafen: Kaht Vi>Sr., Arb.-P. 12 Gr.; Eßlingen: Arb.-P. 14 Gr.; Hannover: Metallarb.- Gew. 7 Gr.; London: Arb.-Bildungs-Verein 14 Gr; Magdeburg: I. Frank, Schuhmacher 4 Gr.; Spandau: Holzarb.- Gew. 7 Gr.; Staßfurt: Arb.-Partei Thlr. 1 1; Stade: Arb.-Partei 10 Gr.; Wien: Holzarbeiter- Gew. 3 Gr.; Waldenburg: Arb.-Fest 16 Gr. Für Mai und Juni: Apolda: Petermann 3 Gr.; Altona: Arb.-Ber. 17 Gr., Holzarb.» Gew. 10 Gr.; Altenburg: Schuhm. Schellenberg 4 Gr.; Bremen: H. Mathias 16 Gr.; Berlin: Arbeiter-Partei Thlr. 5 1, Agitation«- Comits 5 Gr., Klempnerv. 6 Gr., H. Heßler 8 Gr.; Cöln Arbeiter« Partei 28 gr., Tischlerver. 24 gr., Steinmetzver. 1 thlr. 10 gr.; Cassel Arbeiter-Partei 16 gr. Dresden Metallarb.- Gew. 12 gr. Eßlingen Arb.-P. 6gr. Elberfeld Arb.-P. 5 gr. Eisenach Holzarb.-Gew. 8 gr. Ernstthal Arb.-Bild.-B.(Fest) 20 gr. Franks, a. M. Arb.-P. 6 gr., Klempnerverein 3 gr., Kalb 3 gr., Contr.-Comm. 5 gr. Freiberg i. S. Sonntag 5 gr. Gotha Arb.-P. 28 gr., Thür. Agit.-Com. 9 gr. Glau« chau Bolksver. 12 gr., Wahl-Com. 24 gr. Gmünd Landesagit.-Com. 1 Thlr. 22 gr. Grimma H. Thieme 8 gr. Hamburg Arb.-Partei 3 Thlr. 17 gr., Metallarbeiter 6 gr., Küper-Verein 12 gr., Töpfer«. Verein 12 gr., Steppcr« und Vorrichter« Verein 17 gr., Allgemeiner Metallarbeiter- Verband 15 gr. Hannover Metallarb.- Gewerksch. 11 gr., Agit.-Com. f. Provinz Hannover 22 gr., Arb.-Partei 1 Thlr. 3 gr., Holzarb.-Gew, 6 gr. Hildesheim Arb.-Partei 8 Gr. Kreuzlingen W. Lang Schneidermeistr. 6 gr. Königsberg i/Pr. Arb.-Partei 4 gr. Mülsen St. Micheln Arbeiter-Partei(Fest) 16 gr., Arb.-Bild.-Ber. 1 Thlr 10 gr. Mannheim Oberrh. Arb.-Tg. 1 Thlr. Nürnberg Ge- nossensch. Druckerei 1 Thlr. 6 gr. Nowawes Manufarb.- Gew. 6 gr. Oberhausen Joh. Renz 22 gr. Plauen Arb.-Part. 10 gr. Schwen- ningen O. Rosenheim 9 gr. Schmöln Volksbldgsver. 5 gr. Span- dau Arb.-Part. 7 gr., Holzarb.-Gew. 7 gr., Metallarb.-Gew. 5 gr. Stuttgart Arb.-Ber. 10 gr. Straßburg i/Els. Arb.-Part. 18 gr. Worms Arb.-Tag 14 gr. Wiesbaden Arb.-Part. 8 gr. Sofortige' Zahlung obiger Beträge wird umsomehr erwartet, als Annoncen von Restanten— über einen Monat— nicht mehr Aufnahme finden. Privatannoncen werden nur aufgenommen, wenn der Betrag in Briefmarken beiliegt oder Postvorschuß erhoben werden kann. Geschäftsannoncen, mit Ausnahme von der Partei zu empfehlenden Schriften, werden nicht aufgenommen. ms Aie Krpedilion des„'Dolksüaat". Fond für Gcmaßregelte. D. I. Fischer ges. b. Albrecht im Thonberg 26 gr. 5 Pf., v. Schaar- schmidt Mylau 1 thlr., foz.-dcmokr. Arbeiterverein das. 1 thlr. Bei der Generalversammlung waren theils durch ordnungs- mäßige Vollmachten, theils persönlich vertreten 42 Mitglieder; von der Verwaltung war der Kasstrer Hadlich, vom Aufsichts- rath Geib, und als Revisor Motteler anwesend. Zur Tages- ordnung standen folgende Punkte: 1: Geschäftsbericht für das Ge- schäftsjahr Juni 1873 auf 74, worüber in dem Vorstehenden das Wissenswertheste zusammengestellt ist. Nach Vortrag desselben durch Hadlich wurde auf Antrag der Revisoren von der Versammlung dem Vorstand einstimmig Decharge ertheilt.— Punkt 2: Feststellung der Dividende und Beschluß über die'Verwendung des Ueber- schusscs kam dergestalt zur Erledigung, daß die Dividende resp. Zinsen pro 1873 auf 74 mit 6 Prozent festgesetzt wurde. Der nach statutenmäßiger Abschreibung des 10. Theils deS Reingewinns (§ 26b.) für den Nefervefond verbleibende Rest des Reingewinns wird wie folgt verthcilt: n) 500 Thlr. werden dem BolkSstaat- Conto gutgeschrieben; K) 500 Thlr. werden dem Conto des Ausschusses der jfozialdemokr. Arbeiterpartei gutgeschrieben; c) der Rest wird dem Reservefond überwiesen.— Punkt 3: Feststellung des VerwaltungS- EtatS pro 1874— 75 wird der Vereinbarung zwischen dem neuzuwählende« Vorstand und vem Aufsichtsrath der Genossenschaft aufgegeben.— Punkt 4: Berathung über die Re- organisation der Genossenschaft auf Grund des deutschen Genossen- schastsgesetz-s vom 4. Juli 1368, die unbeschränkte Haftpflicht be- treffend, wird beschlossen, von einer derartigen Veränderung vor- läufig abzusehen.— Punkt 5: Wahl deS Vorstandes, ergab fol- Lriefkastcn der Redaktion. C. L. Zürich: Wird erscheinen.— W. in G.: Ihre Berichte sind uns willkommen.— M. S. in Rudolstadt: Wenn die Auflösung der Versammlung eine ungesetzliche war, dann erheben Sit sofort Beschwerde. der Expedition. Töpfer-Berein in Meißen: Ihre Ann. kostet 14 gr. Rttmnr und Comp. München Schr. 4 gr. Jos. Schpp Aachen Schr. thlr. 3. 1. 3. Krtschmr Dortmund Schr. 14 gr. Sfrt Hohenstein Schr. thlr. 1. 25. 5. Brck Nassau Schr. thlr. 5. 3. 5. I. Müller hier Ab. 6 thlr., Schr. 4 thlr. F. N. Hildesheim Ab. 12 gr. R. Wttksk Birn- bäum Schr. 3 thlr. Frau Frdch Anger Ab. thlr. 9. 15. Arb.-Verein Mylau Ann. 6 gr. I. Endrs Augsburg Ab. 40 thlr., Schr. 25 gr. Hrfld Bamberg Schr. 9 gr. Lngndrf Barmen Schr. 5 gr. A. Hrsch Viersen Schr. 15 gr. Schstr Lindenau Ab. 4 gr. 5 Pf. Schneiderver. Leipzig Ann. 24 gr. G. Hth Meiningen Schr. thlr. 1. 15. 4. Anzeigen zc* Gewerkschaft der Holzarbeiter. -•Di-l-llN Sonnabend, den 15. Aug., Abends batb 9 Uhr, Andreas- straße Nr. 26, bei Gittel: Geschlossene Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Berathung der Anträge zur Generalversammlung. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen werden die Genossen ersucht, sämmtlich zu erscheinen.___ Der Bevollmächtigte.[6] Berlin Manufakturarbeitergewerkschast. Sonnabend, den 15. August, Abends 8 Uhr, Frankfurter- straße 84: Versammlung.— Tagesordnung: Abrechnung des KassirerS und Neuwahl der Beamten. Indem ich die Mitglieder auf das Statut aufmerksam mache, erwarte ich, daß Alle am Platze find. Der Bevollmächtigte: Ch. Ficker. s6s tos In il Sonntag, den 16. August: „A«sfl«g nach Cosel" von den Mitgliedern der sozial-dcmokratischcn Arbeiterpartei, wozu Freunde und Gesinnungsgenossen hiermit eingeladen werden. Versammlungsort: Restauration de« Hrn. Raschle, Friedrich-Wilhelm- straße 17. Abmarsch Nachmittag präci« 3 Uhr. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann.[17VJ öreslan Sonntag, den 16. August: „Ausslug nach Cosel" von den Mitgliedern der Holz- und Mannfakturarbeiter-Gewerkschaft, wozu alle Arbeiter dieser Branchen hiermit eingeladen werden. Versammlungsort: Restauration des Hrn. Raschle, Friedrich-Wilhelm- straße 17. Abmarsch Nachmittag präcis 3 Uhr. H. Nebel. j17Vzs fttnhtiä Arbeiterverein. lä/UljUw Montag, den 17. August, Abends Vz9 Uhr: Versammlung im Bicrtunnel(Kuntzsch).— Tagesordnung: Bericht über die letzte Gemeinderathssttzung. Referent Lange.— Beschlußfassung über das bevorstehende Vergnügen.— Verschiedene«._[5] Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Sonnabend, den 15. August, Abends 9 Uhr, bei Hansch, Schaucnburgerflr. 14, großer Saal: Versammlung.— T.-O.: Der Character der deutschen Arbeiterbewegung. Referent Auer. Zutritt Jedem frei. Peter.(5) Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 15. d. M.: Versammlung. Wochenbericht von E. Beier. Sozialer jSj Leipzig Md Umgegend Sonntag, den 16. August d. I., Vormittag 10 Uhr: gendes Resultat: Als Vorsitzender wurde gewählt H. Ramm in.Isssgemeine'Versammlung sÜMMtl. KÜrschnergehÜlfeN Leipzig, als Stellvertreter O. Richter daselbst, und als Kassireriw Leipzig, im„Eldorado".— Tagesordnung: 1) Ausgabe der Statuten. Ch. Hadlich daselbst.— Als Sitz des Aufsichtsraths wurde st) Vorstandswahl. � I. F. Oertelt.(6) abermals Hamburg bestimmt. An Annoneengevühren Für Januar 1874: Schmidt, restiren: Berlin: GörgeS, Buchbinder 16 Gr.; Bensheim: Drechsler 8 Gr.; London: Arbeiter-Bild.-Berein 12 Gr. Für Februar: Berlin: Holzarbeiter- Gewerkschaft 14 Groschen; Bremerhafeu: Arbeiter-Partei 4 Gr.; Kaiserslautern: Joh. Böhmer 12 Gr.; London: Arb.-Bild.-Ber. 7 Gr.; Neustadt a/O.: Arb.-Part. 6 Gr.; Pforzheim: Arbeiter-Partei 2 Gr.; Rochlitz: Lehmann 24 Gr; Willkowya: I. Blum 2 Thlr. Für März: Berlin: Gteinmetz-Gew. 14 Gr.; Elberfeld: Arb.-Partei 10 Gr.; London: Arb.-Bild.-Berein 7 Gr., E. Bopp 2 Gr.; Pößneck: Arb.- Partei 12 Gr.; Rochlitz: Lehmann 1 Thlr. 14 Gr.; Staßfurt: Arb.- Partei 8 Gr. Leipzig und Ilmgegcnl Nicolaistr.— T.-O.: 1) Sozialer Wochenbericht. 2) Gewerkschaftliches.(3) Venossenschaftsliuchdruckerei in Leipzig. Bekanntmachung. Bei der am 20. Juli 1874 zu Coburg stattgehabten 2. ordentlichen Generalversammlung wurden die Herren H. Ramm als Vorfitzender, O. Richter als Stellvertreter, Chr. Hadlich als Cassirer neugewählt. Die im Protokollauszug,„BolkSstaat" Nr. 94, erwähnten 6% Zinsen per 1873 auf 1874 können bis zum 30. September a. c. aus unserm Geschäftskomptoir, Zeitzerstr. 44, erhoben werden. Nichterhvbene Zinsen werden den betreffenden Antheil- Inhabern gutgeschriebeu. Leipzig, den 12. August 1874. Las Der Borstand der GenoffenschastSbuchdruckerei. slsts Leipzig: Verantw. Redakteur: M. Preißer.(Redaktion und Ex- pedition Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei