Mi Be Erscheint in Leipzig witttDocf), Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- "ingen des In- u. Auslandes. .Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hobüken, N. J. Peter Hag, "> W. Corner Third and coates atr. Philadelphia. Der H olftsft mit Abonnementspreis für ganz Teutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Lten u. Aen Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Alienburg auch auf den Iten Monat des Quartals a 6l/3 Sgr. Orgail d er soziald emokratischenArb eiterMrtei und der internattonalenGeverksgenossenschaften. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und Vergnügungs- Anzeigen mit ZVa Ngr. die dreigespaltene Petit- Zeile berechnet. Nr. 96. Mittwoch, 19. August. Ein Tag in Paris während der Commune. (Ans der Newyorker„Arbeiterzeitung".) Turch Freundes Hand empfing die„Arbeiterzeitung" ein Original- Exemplar des offiziellen Organs der Commune von Paris, aus den letzten Tagen derselben; wir werden dessen Inhalt hier, soweit cS möglich ist, wiedergeben. Der Titel des BlatteS ch-„Offizielles Journal der ftanzöfischen Republik", Nr. 144, Jahr, Mittwoch, den 24. Mai 1871 nach dem gewöhnlichen, den 4. Prairial(FrühlingSmonat) des 79. Jahres der Republik »ach dem republikanischen Kalender von 1792. Der Titel enthält außerdem noch die bekannte Ueberschrift:„Freiheit, Gleichheit, ' Brüderlichkeit." Als Inhalt wird angegeben: Im offiziellen Theil. Prokla Wationen der Commune an daS Volk von Paris und an die Soldaten der Verfailler Armee. Andere Proklamationen an die Soldaten von Versailles von dem Wohlfahrtsausschuß und dem Centralcomilö(der Nationalgarde). Ein Befehl des„Delegirten Mr den Krieg"(Kriegsminister). Ein Bericht über die Auszah Zungen der Zahlmeister der Nationalgarde. Im nichtosfiziellen Theil: Tagesbericht der Gemeinde von Paris. Verschiedene Proklamationen. Bericht über die Sitzung der Commune von Paris vom 21. und 22. Mai. Militärische ; Berichte. Die Internationale Arbeiterassoziation. Verschiedenes. Wir beginnen mit einigen offiziellen Aktenstücken. i Paris, den 23. Mai 1871. Das Volk von Paris an die 'Bersailler Soldaten. Brüder! Die Smnde des großen Kampfes der Völker gegen i chre Unterdrücker ist gekommen. Verlasset die Sache der Arbeiter nicht. Vereinigt euch gleich euren Brüdern am 16. März mit dem Volke von Paris. Ueberlaßt es den Aristokraten, den Privi- iegirten, den Henkern der Menschheit, sich selbst zu vertheidigen und die Herrschaft der Gerechtigkeit wird bald hergestellt sein Bcrlaßt eure Reihen! Kommt zu uns, in die Mitte unserer Fm wilien, wo ihr brüderlich aufgenommen werdet. Das Volk von Paris vertraut auf eure Vaterlandsliebe. Es lebe die Republik! Ts lebe die Commune! 3. Prairial des JahrcS 79(23. Mai �671). Die Gemeinde von Paris. i Diese Proklamation blieb ohne Wirkung. ES war zu spät. >Di- Herren Thiers, Favre und Gambetta hatten sich von Herrn Bismarck eine Armee, bestehend aus demjenigen Theil der KriegS- gefangenen von Sedan und Metz, welche als zuverlässig galten, ! durch das Versprechen, beim Falle von Paris Svv Millionen baar Zu bezahlen, gekauft. Tie bonapartistifchen Prätorianer, meistens Soldaten mit dop i pelter Dienstzeit, sog. Einsteher, konnten nicht überzeugt, sie mußten entweder besiegt oder wieder gekauft werden. Ss folgen nun drei Ausrufe des Wohlfahrtsausschusses, welche Zeugniß von der Bedrängmß ablegen, in welcher sich das Volk von Paris schon befand; der letztere zeigt, wie die gesetzliebenden Spießbürger und Häuserbesitzer als Meuchelmörder gegen die 'Kommunekämpfer auftraten. Er heißt: Ter Wohlfahrtsausschuß macht bekannt: .!) Die Fensterläden sowohl als die Vorhänge aller Fenster daben offen zu bleiben. . 2) Jedes HauS, von welchem ein einziger Flintenschuß oder ugend ein Angriff auf die Nationalgarde ausgeht, wird sofort uiedcrgebrannt. 3) Die Nationalgarde ist beauftragt, die Ausführung diese» �fehls zu überwachen. Stadthaus, 3. Prairial. Der Wohlfahrtsausschuß: Ant. Arnaud. E. Eudes. F. Gambon. G. Ranvier. Wir werden später aus den Tagesneuigkeiten ersehen, daß weser Befehl durch die Verhältnisse wohl begründet war, aber wist ausgeführt wurde, denn die ehrbaren Meuchelmörder blieben wibestrafr. Die revolutionären Proletarier sind stets menschlicher aw dw Vertheidiger der Ordnung. I. Außer dem Wohlfahrtsausschuß wandte sich noch daS„Comits P** Nationalgarde" an die Verfailler Soldaten und rief den- pben zu; „Wir sind Familienväter! Wir kämpfen, damit unsere Kinder wes Tages nicht wie ihr unter das Joch des Militär- DeSpotis- wus gekrümmt werden. S Jhr werdet einst ebenfalls Familienväter sein! Wenn ihr heute das Volk feuert, werden eure Söhne euch einst verfluchen, wie - die Soldaten verfluchen, welche im Juni 1848 und im De- zkmler ILSi die Eingeweide des Volkes zerfleischt haben. Vor zv-ei Monaten(18. März) haben sich eure Brüder der Armee von Paris, unpört über die Feiglinge, welche Frankreich verrathen ™en, mit dem Volke verbrüdert; folget ihnen nach! � Soldaten! Unsere Kinder und unsere Brüder hören diese arte; möge euer Gewissen entscheiden. Wenn die Befehle(der Oberen) niederträchtig sind, so ist Un- �Mrsam eine Pflicht. 4. Prairial 79(24. Mai 1871). � Schon zwei Tage vorher waren die Verfailler Truppen in i�aris eingedrur gen; dieses Ereigniß wurde durch den„Wohl- 'aynsausschuß" in folgendem Aufruf bekannt gemacht: I. Bürger! DaS Thor von St. Cloud» von vier Seime zu- ppch angegriffen, beschossen durch die Batterien von Mont Vale- en, vo,, Hurte Moniemart, von Moulineaux und des Forts von eJB?, welches durch Verrath überliefert wurde, ist von den rfirpllern erobert worden, die sich jetzt in einem Theil des Ter- ariums von Paris ausbreiten. Die Gefahr soll unS zu größeren Anstrengungen anspornen, das Volk, welches Könige entthronte, Bastillen zerstörte, das revo- lutionäre Volkjvon(17)89 u. 93 kann sich die Früchte des 18. März nicht an einem Tage entreißen lassen. Zu den Waffen denn, Pariser! Paris muß sich mit Barrika- den bedecken, von diesen Bollwerken wollen wir uns noch einmal unseren Feinden entgegenwerfen. DaS Paris der Barrikaden wird unbesiegbar sein! Reißt das Pflaster in allen Straßen auf, damit die Geschosse der Feinde, welche zur Erde fallen, weniger gefährlich werden; die Pflastersteine sollen als VertheidigungSmittel auf die Ballone und in die oberen Stockwerke der Häuser gebracht werden. DaS re- volutionäre Paris thue seine Pflicht, die Commune und der Wohl- fahrtSauSschuß werken die ihrige thun. Stadthaus, 2. Prairial des 79. Jahres(22. Mai 1371). Der offizielle Theil schließt mit folgendem Befehl: Die Ingenieure und BataillonS-Adjutanten werden sich jeden Morgen um 9 Uhr zum Rapport in den Kasernen der Cit6 cur finden. Der Delegirte für den Krieg: Ch. DeleScluze. „Tagesbericht der Commune von Paris. 3. Prairial(23. Mai 71). Der Feind ist mehr durch Verrath als durch Gewalt in un- fere Mauern eingedrungen; die Energie und der Mnth der Pariser wird ihn wieder hinauswerfen. In dieser Stunde erwachen alle großen Städte Frankreichs, um sich unter sich und mit Paris zu verbünden.... Der Kampf ist hart, aber es wird der letzte sein; vergessen wir nicht, daß eS die letzte Anstrengung der Feinde ist."-- Die Pariser irrten sich; die großen Städte des Südens er- hoben sich nicht; der unsinnige Putsch der Bakunisten in Lyon (Spätjahr 1870) war für die proletarische Bewegung im Süden ein Schlag, von dem sie sich nicht mehr erholen konnte. Außerdem war der „Diktator Gambetta" aus Paris während der ersten Belagerung ausgerissen und hatte mit den republikanischen Soldaten, welche die Preußen bekämpfen sollten, die Arbeiter in Lyon, St. Etienne, Marseille und anderen Städten entwaffnet und niedergehalten. Besser wurde die Situation im Innern erkannt; der-Tageö- bericdt fährt also fort: „Aber keine Gnade für die Verräther, die Mitschuldigen der Bonapartisten, des Favre und des Thiers. Jedermann muß auf die Barrikaden. Alle müssen freiwillig oder gezwungen an dem Bau derselben arbeiten; wer die Waffen führen kann, vertheidige sie! Die Frauen sollen sich mit ihren Vätern, Gatten und Brü- dern vereinigen. Wer keine Waffen hat, verpflegt die Verwun- deten oder trägt Pflastersteine in die oberen Stockwerke der Häu- ser, um die Angreifer zu zerschmettern. Dies ist ein schrecklicher Krieg, denn der Feind ist ohne Erbarmen; Thiers will Paris vernichten, er wird alle Nationalgarden erschießen und deportiren lassen. Er und seine Mitschuldigen werden vor keinem Mittel zurückschrecken. Der vollständige Sieg ist der einzige Ausweg, welchen uns diese unerbittlichen Feinde übrig lassen...." Sie täuschten sich nicht, wenige Tage darauf hatte sich ihr Schicksal erfüllt: da sie nicht siegten und dieser einzige Ausweg ihnen verschlossen war, traf sie daS LooS, welches sie vorausgesehen, Tod und Deportation, und noch ist der Blutdurst der bürgerlichen Henker nicht gestillt. ES folgt nun ein militärischer Rapport vom 22. Mai, Abends 6 Uhr, welcher die Unglücksfälle aufzählt, die durch die Kanonade der Verfailler angerichtet worden, und den Stand der Barrikadem gefechte angibt; es heißt u. A.: ES regnet fortwährend Geschosse; sie erreichen den Platz der neuen Opera und verwunden viele Vorübergehende. — Das Gewehrfeuer in der Rue Amsterdam ist sehr lebhast. — In den Elyseeischen Feldern(ein berühmter öffentlicher Vergnügungsplatz) schlägt man sich sehr heftig. — DaS Centrum von Paris schmückt sich mit Barrikaden. Alle Straßen sind gesperrt und die Circulation ist untersagt. — Die„Hallen", der Platz dsS Chateaud'eau sind in Waffen- Plätze verwandelt...... Man baut Barrikaden in der Straße Beranger und bei der Porte St. Martin und St. Den?«. — Ein Geschoß der Verfailler hat das Hotel der Marine in Brand gesteckt.(In den Verfailler Lügenberichten figurirt daS Hotel(PalaiS) der Marine(Marincministerium) unter den von kommunistischen Petroleuren und Petroleusen e'rngeäscherten Ge- bänden. Red. d. V.) — Raoul Rigault ist nicht todt, er ist an der Spitze seines Bataillons. — In Montmartre hat man auf Nationalgarden geschossen. Die Häuser, aus welchen Schüsse fielen, wurden durchsucht und die Thäter verhaftet. — Die Verfailler sind auch zu Schiff in Paris eingedrungen und bei der Brücke von Grenelle mit Hülfe der Bataillone, welche gemeinsame Sache mit ihnen gemacht, gelandet. — ES wird uns versichert, daß eins der Bataillone, welches Montmartre bewacht, direkt durch eine Gruppe Bonapartisten deSz 2. Bezirks bezahlt würde. Mögen die Republikaner in diesem' ernsten Augenblick wachsam sein. soeben sind La Cecilia und Cluseret angekommen, letzterer hat mit 10 Mann eine RecognoScirung vorgenommen. — Alle Straßen sind durch Barrikaden gesperrt, von diesen verdient eine besonders Erwähnung. Dieselbe erhebt sich auf dem „Place Blanche", sie wurde durch eiu Bataillon von 12 0 Frauen vollständig und solid erbaut und wird von denselben vertheidigt. Als ich(der Berichterstatter) bei derselben ankam, trat eine schwarze Gestalt aus einem Thorweg— es war ein junges Mädchen, mit einer rothen Mütze auf dem Ohr, das Chassepotgewehr in der Hand und die Patrontasche umgeschnallt.— Halt! Bürger, rief sie, hier passirt man nicht! Ich halte an, weise meinen Papier- schein vor, worauf mir die Bürgerin gestattet, bis zum Fuß der Barrikade zu kommen. Hier fand ich General Cluseret in Be- gleitung des Vater DuchcSne, welcher die Bürgerinnen lobte. Die ganze Nacht hindurch schlug man sich auf den benachbarten Vor- Posten. Auf dem Platz Ornano befindet sich eine Barrikade mit Gräben, Brustwehren und zwölfpfündigen Kanonen gespickt. ES ist eine wahre Festung, welche die Vorstadt Poissonniere und den Boulevard Magcnta vertheidigt; als ich sie verließ, eröffnete sie ihr Feuer auf die von den Verfaillcrn besetzten Häuser. — Letzte Nachrichten. Die FeuerSbrunst im Finanzmini- sterium, sowie in dem der Marine(von den Verfaillcrn in Brand geschossen) ist im Erlöschen. — In der Straße Vaugirard wurden auS den Fenstern einiger Häuser Flintenschüsse auf die Nationalgarde abgefeuert. Die Häuser wurden durchsucht. — Der Kampf wird auf allen Punkten fortgesetzt. Der Wider- stand gewinnt an Organisation und Stärte. — Im Augenblick, wo das Blatt zur Presse geht, kommt die Nachricht, daß unsere Batterien den Geschützen der Verfailler tüchtig antworten und den Tod in die Reihen der Mordbrenner tragen. ES haben einige Explosionen innerhalb der Stellungen stattge- funden, welche sie in Mitte der großen Stadt, die selbst von den Preußen verschont worden ist, eingenommen haben. Politische Uebersichto — Bezüglich der auch von uns erwähnten Nachricht der „Kölnischen Bolkszeitung", daß Kaiser Wilhelm selbst das„Alten- tat" von Kissingen als nicht ernstlich gemeint bezeichnet habe;"" lesen wir heute in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung": „Der„Post" zufolge sah sich der Minister des Innern veranlaßt, diesen Artikel zur Kenntniß S. M. des Kaisers zu bringen. Allerhöchstdieselben haben ihn dem Minister mit folgender allerhöchsteigenhändigen(!) Bemerkung zurückgesendet: „Die Anlage ist von A bis Z erfunden und ist eine Temen- tirung durchaus nöthig. Gastein, 5. August. Wilhelm." Gut, wir glauben'S. Wir werden aber reichlich durch Herrn Biedermann entschädigt, welcher unS mittheilt, daß ein sieben- jähriger Junge in Italien Herrn von Bismarck zur„glücklichen Rettung" gratulirt und auch Antwort erhalten hat. So sind wir vollständig beftiedigt! — Mit sauren Gesichtern melden die nationalliberalen Blätter der Reihe nach, daß die Haussuchungen bei den Ultramoutanen „nichts ergeben haben, was für die betheiligten Personen irgend- wie compromittirend fein könnte". Mit andern Worten: der ganze Stieber- und Polizeispektakel, den man mittelst des Kissinger„Attentats" in Scene gesetzt hat, ist wieder verunglückt, und eS wird immer wahrscheinlicher, daß die Haussuchungen nicht geschahen, um über die Urheberschaft des„Attentats" Licht zu ver- breiten, sondern daß daS„Attentat" geschah, um die HauS- suchungen vornehmen zu können. Man betrachte die Freude offiziöser Blätter, als es hieß, daß bei der bekannten ultramon- tauen Clique der Ra,dziwill's Haussuchung gehalten werden solle, der man„noch nie hat beikommen können". Ein süddeutsches Blatt erwartete, daß man dort Briefe deS österreichischen Erzher- Albrecht finden werde. DaS ist deutlich! —„BiSmarck-Schulstiftungen" sollen jetzt aus Anlaß deS„Attentats" errichtet werden. Viele werden nicht begreifen können, was das„Attentat" mit den Schulen zu thun hat. Sollen vielleicht junge Stieber herangebildet werden? Sind die alten wohl abgeschmackt geworden?— Wir wissen, was mehr Roth thut im deutschen Reiche, als„BiSmarck-Schulstiftungen". Es fehlt ein großes Narrenhaus» in welchem die vielen Tausende von Bismarck-Narren, die dem Reichskanzler jetzt nachgerade selber lästig werden müssen, wieder zur Vernunft gebracht werden können! — Durch die Reptilienpreffe zirkulirt hie Nachricht, das Kull- mann'sche Pistol sei von„Sachverständigen" untersucht worden, und dieselben hätten konstatirt:„Die Waffe ist eine ganz vor- zügliche Schießwaffe, ein starkes Terzcrol mit weiter Mündung und war beim letzten Gebrauch scharf geladen". Das müssen hübsche„Sachverständige" gewesen sein, die ein„Terzerol mit weiter Mündung" für eine„vorzügliche Schießwaffe" erklären! Kein Wunder, daß solche„Sachverständige auch einen Papier- pfropfen als«scharfe Ladung» betrachten. Die Nacht des 22. und der Morgen des 23. Mai 1871.!_ Heulerei. Der bekannte Kath-d-rsozialist und Nicht- — Tie Vorposten der Verfailler sind neuerdings bis zum Col- Denunziant Schulze schreibt seiner„Conkordia"„vom Mittel- lege Chaxtal vorgerückt, an der Ecke der Rue Rom haben sie eineirhein" d. d. 31. Juli(S. Nr. 32 d. C.): Barrikade errichtet, welebe sie aber nicht lange halten werden. �„In einer ver letzten Nummern des„Bolksstaat" wird» an- — Vermorel und Lefrar�aiS sind unter den Nationalgarden �läßlich einer Besprechung englischer Borgänge, das Wort„prolc- " tarische Manneswürde" gebraucht. Es ist uns stets als eine der ihrer Forderungen zu stellen, den so vielfach verlangten Unter- Artikel, das deutsche Geschäft", weist nun ein Herr Siegbert abscheulichsten Verirrungen des Menschengeistes vorgekommen, bas nebmergewinn zu theilen(!) mit den Lohnherren, hier eingehend Meyer in der„ Nationalzeitung" nach, daß dieser Aufschwung" Wort„ Proletarier" nicht nur als allgemeine Bezeichnung des Ar- zu untersuchen. würde zu weit führen. Nur eins sei turz ange- eine Ausgeburt der Phantasie denkervolflicher Dickschädel war. beiterstandes, sondern sogar als einen Ehrentitel zu gebrauchen beutet. Der Arbeiter bringt als sein Kapital mit: feine Gefund- gar die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt seufzend zu und den unwissenden Arbeiter in diesem Sinne an dasselbe zu ge- heit, seine Körperkraft; gehen ihm diese ohne sein Verschulden ver- dem Artikel des genannten Herrn Siegbert Meyer: wöhnen; denn mit diesem Worte ist, sowohl etymologisch wie dem loren, so wird ihm gefeßlich voller Ersatz, trifft ihn Tob, so sichert" Der Verfasser geht davon aus, wie es gewiß überall auf Sprachgebrauche nach, eine beschimpfende Nebenbedeutung verbunden das Gesetz seinen Hinterbliebenen eine angemessene Entschädigung; fällig bemerkt worden, daß der Aufschwung, welchen die deutsche -die der wirthschaftlichen Verkommenheit einerseits und der es steht ihm frei, durch Beitritt zu Kranken- und Pensionskassen Industrie nach Beendigung des französischen Krieges, mehr viel Rechtlosigkeit, für sich und für die Nachkommen, andererseits. Und bei Zeiten Fürsorge für Tage der Erwerbsunfähigkeit zu treffen; leicht in einer von patriotischen Hoffnungen erfüllten Phantasie nun giebt es gar schon eine proletarische Manneswürde"! Kann sein Lohnherr muß ihm seinen vollen Lohn zahlen, einerlei, ob als in der Welt der Thatsachen nahm, schon nach kurzer es eine energischere Beglaubigung für unsere, in d. Bl. schon dieser verdient oder nicht, seine Verantwortung, seine Aufgabe ist 3eit ermattete. Es blieb in dem schnell geleerten Freudenkeld mehrfach ausgesprochene Behauptung geben, die Sozialdemokratie nur bie, treu und gewissenhaft seine Arbeit zu thun. nur die bittere Neige der verkannten Kraft zurück." rede eine Sprache, welche mit der unseren nur noch die äußeren( Welche Kleinigkeit! Red. d. V.) Wie anders die Verantwortlich- So, lieber Aegidi! Nun ifts auf einmal überall" bemerk Laut, Wort- und Sagformen gemein hat, in der gedanklichen feit des Unternehmers. Wohl ist sein Gewinn in guten Zeiten worden, wie das deutsche Geschäft" nach dem Kriege rückwärt Grundlage aber durch eine schreckliche Kluft von ihr getrennt ist? ein größerer.( Aha!) Aber wie viele Sorgen, wie viele Mühen, ging, während gerade die Nationalzeitung" und die„ Norddeutsch Und immer noch giebt es Leute, welche es für etwas Ünerhebliches welche unausgesezte geistige Thätigkeit und Aufregung sind nöthig, Allgemeine Zeitung" die Baden nicht voll genug nehmen konnten halten, daß diese Sprache diejenige von vielen Taufenden unserer um einen Gewinn zu erzielen, einmal aus dem baaren in dem von den Segnungen" des Kriegs und unablässig vom„ Auf Mitbürger geworden ist und von einem ansehnlichen Theile des Unternehmen eingelegten Kapital, dann aus dem geistigen durch blühen der Geschäfte" im Reiche zu schwatzen wußten! Thut aber heranwachsenden Geschlechts mit der Muttermilch eingesogen wird! Studien, Reisen oder wie sonst erworbenen Kapital. Wer nichts, nicht wahr, Herr Aegidi? ein Preßturto färbt eben schwar - Die( demokratische) Frankfurter Zeitung" meinte neulich, die sichert den Unternehmer gegen die Verluste, welche ungünstige und weiß, nicht nach seinem, sondern nach des Reptilienfonds Sozialdemokratie lente mehr und mehr in verständige, ruhige Conjuncturen, Handelskrisen 2c. bringen? Wir meinen, Belieben. Bahnen ein, und je mehr dies geschehe, je weniger könne man den eine einfache ruhige Erwägung dieser thatsächlichen Verhältnisse Sozialismus als etwas wissenschaftlich Ueberwundenes vornehm müßte genügen, diese eine der vielen Forderungen als haltlos hinabfertigen oder todtschweigen. Wir wissen nicht, ob die Frank- zustellen." " 97 " Auch ein„ Constitutioneller". Der Landrath zu Wehlau in Ostpreußen Federatb ist der Name dieses Edlen furter Beitung" die Pflege einer" proletarischen Manneswürde" Da haben wir's! Die Arbeiter find die reinen Herrgötter hat anläßlich der Tumulte in Quebnau 2c. eine Betannt auch zu den Zeichen eines Einlentens in friedliche, praktische Bahnen gegen die armen, entsagenden Kapitalisten". machung erlassen, in welcher er fürchterlich über die Anstifter" rechnet. Das aber wissen wir, daß weder in den Verhandlungen Und apropos, daß die Arbeiter verlangten, den Unternehmer- der Tumulte loszieht, welche Bösewichter", nach der Phantas des international- sozialdemokratischen Congresses zu Coburg, noch gewinn zu theilen," wüßten wir nicht. Das Partnershipsystem ift des Herrn Landraths, Individuen sind, die nicht arbeiten, sondern in der Haltung der sozialdemokratischen Presse, noch in irgend von den sozialistischen Arbeitern längst als ein auf die Nasfüh- faullenzen und von der Arbeit Anderer leben wollen, welche etwas Anderem im öffentlichen Leben dieser Partei auch nur der rung der Arbeiter berechneter Schwindel erkannt. Die Arbeiter beswegen gern eine allgemeine Verwirrung hervorrufen möchten leiseste Anhaltspunkt dafür gegeben ist zu behaupten, dieselbe neige streben dahin, daß sie ihren Arbeitsertrag nicht mehr mit den um sich dabei durch Gewaltthat bereichern zu können". fich einer gemäßigteren Haltung zu oder habe ihre Ziele, beziehungs Unternehmern" theilen müssen. Umgekehrt wird ein Schuh Der Herr Landrath scheint die Geschichte der Staatsstreid weise die Mittel zu deren Erreichung, in einer Weise modifizirt, braus," Herr Biedermann! studirt zu haben, an deren Hand er dann zu folgendem Schluff welche die Möglichkeit eines friedlichen Fortschritte auch in sozial- Und aus ihren Stubien", aus den Gefahren des Welthan- gelangt: demokratischem Sinne wenigstens nicht ausschließe. Das Losungs- dels, aus dem„ Risico" wollen die Biebermänner die Berechti-„ Alle Geseze vollzieht der König. Ohne oder gegen wort dieser Partei ist nach wie vor so unverblümt wie möglich: gung" der Kapitalisten ableiten, den durch die Mehrarbeit seinen Willen giebt es kein Gesetz. Gott und der König wenn Ihr that was wir wollen, so wird die soziale Revolution" des Arbeiters gewonnenen Mehrwerth an sich zu nehmen? Na verlangen Achtung und Gehorsam für das Gesetz. Dem Gesez eine friedliche sein; thut 3hr dies aber nicht, dann schreibt es türlich, die Arbeiter sollen den Herren Kapitalisten für die Stö sind wir alle unterworfen, ihm sind wir unterthänig, nicht aber Euch selbst zu, wenn wir den gewaltsamen Umsturz erstreben müssen. rungen des Marktes haftbar sein, die durch die planlose Produktion den einzelnen Behörden oder Beamten." Die naive Frechheit dieses Standpunktes haben Sie neulich schon und die Schwindeleien der Herren„ Unternehmer" entstehen. Alles Der Mann schreibt im Jahre 1874 den schönsten persischen zur Genüge charakterisirt, und wenigstens bei den Leitern der schon dagewesen, Herr Biedermann, das ist Schulze'scher Guano! Eunuchenstil, der uns noch je vorgekommen. Partei ist die proletarische Manneswürde", lieber die Welt in Wenn sich ein deutscher Staatsanwalt findet, der Muth und Flammen zu setzen, als auch nur ein Titelchen des sie verzehrenden Zur Rohheitsstatistit. Die„ Dresdener Nachrichten" Ehrlichkeit genug besißt, beim Reichstag oder preußischen Landtag politischen Hasses und des in ihnen gährenden geistigen Hochmuths erzählen: Eine pitante Szene mit merkwürdigem Ausgang spielte auf Bestrafung dieses Landrathes nach§ 131 des Reichsstrafge fahren zu lassen, ohne Zweifel vorhanden. Sei es unsere ernst- sich am Montag Abend dreiviertel elf Uhr auf dem Leipziger setzbuches anzutragen, weil er durch die freilich nicht grundlose Be liche Sorge, daß eine Sache, welche ihre Anhänger für das Bahnhofe zu Dresden ab. Vier Herren- zwei höhere Militärs hauptung:" Ohne den Willen des Königs gibt es kein Gesez Schlecht sie an ihnen gar noch zu fanatisiren, ihnen gar noch Stolz und zwei feingekleidete Zivilisten tamen aus der Stadt vorge- den Reichstag und den Landtag in der gröbsten Weise beschimpf auf dasselbe einzuflößen fucht, nicht weiter wachse, als sie leider fahren und betraten die Restaurationslokalität, und nach Verab- und geschmäht, ja beide Körperschaften indirekt als Puppen schon gewachsen ist!" schiebung des einen uniformirten Herrn ging einer der Zivilisten theater, in denen eine unwürdige Komödie gespielt wird, be Ja, die„ proletarische Manneswürde", Herr Schulze, ist ein an das Buffet, welches indeß nicht nach seinen Anforderungen zeichnet hat wenn sich ein solcher Staatsanwalt findet, nun unangenehm Ding. Freilich etymologisch falsch". Apropos, Sie ihm ausgestattet schien. Der Herr nahm nun höchst naiv auf dem dann wollen wir ihn öffentlich für einen Ehrenmann erklären „ Mann der Wissenschaft", Sie haben wohl nie von den Geusen" Buffet Platz und gab ziemlich laut diverse Weisungen. Zuerst gehört, die ebenfalls etymologisch falsch" den ihnen ertheilten der Kellner, dann der Wirth selbst verbaten sich die Blazirung dee Herr Böttcher( Nationalliberale Correspondenz") schließ Schimpfnamen als Ehrennamen annahmen? Im übrigen ist malfontenten Herrn dessen Gefährten sich jetzt und im Verlauf aus der Restantenliste in Nr. 92 des Volksstaat" auf" Ebbe i das Artikelchen recht nett und unterhaltend. Um so unterhaltender, ruhig verhielten auf dem Buffet, wo er mit herabbaumelnden ber sozialdemokratischen Bewegung". Statt„ Bewegung" hätte de da verschiedene Preßkollegen des Herrn Schulze uns hinsichtlich Beinen sizen blieb. Als der Herr Wirth, ganz seiner Pflicht ge- Biedermann sagen sollen Kasse, dann hätte er Recht gehabt des Partei- Congresses den höhnend- provokatorischen Vorwurf ge- mäß, den seltsamen Gast nun endgiltig vom Buffet herab verwies, Warum fizen wir auch nicht an der Quelle des Reptilienfonds macht haben, wir seien sehr zahm" gewesen. Natürlich: wir applizirte dieser dem Wirthe eine Ohrfeige. Aber nicht nur re- Apropos, derselbe Böttcher schreibt einen Tag später in der haben in Coburg den Denuncianten und Polizeispitzeln kein Material plizirte dieser den Schlag, sondern der wahrscheinlich etwas ange- selben Nationalliberalen Corresponz" bei Besprechung der Reiche für Tessendorf geliefert. Dem Schulze zu„ revolutionär", dem heiterte Fremde wurde von dem versammelten Reisepublikum auch tagswahl- Statistit wörtlich:„ das unverhältnißmäßig starte An Stieber zu zahm", haben wir es jedenfalls teinem von beiden mit Stöcken bebroht, bei welcher Aktion das Publikum entschieden wachsen der Sozialdemokratie hat beim Bekanntwerden de Ehrenmännern recht gemacht. Und das war recht. gegen den Verleger des Anstandes Partei nahm. Man mußte Wahlresultats großes Aufsehen erregt. Die Gefahr, welche bari pe Apropos, der Stieber ist plöglich frank geworden, todtkrant. schließlich Polizei requiriren, und dieser gegenüber hat sich der erkannt wurde, wird durch die Zahlen der Statistit not Jezt gerade, wo das Papierpfropfen- Attentat zur öffentlichen Ge- frembe Gast freilich legitimirt: Es war Se. Durchlaucht der vergrößert". Paßt gut zur„ Ebbe in der sozialdemokratische richtsverhandlung kommen soll, und das Rundschreiben des preußi- Erbgroßherzog von Oldenburg, der gegenwärtig als Stu- Bewegung". Und das macht öffentliche Meinung! Und do schen Justizministers die reichsfeindliche" Presse in die fatale dent die Universität Leipzig besucht." will das Volk wissenschaftlich belehren"! 93 Nothwendigkeit zu versezzen droht, Leben und Thaten eines gewiffen Was sagen Sie dazu, Herr Harkort? Verschwörungstünstlers unter die Lupe der Kritit zu legen. Warum Der Frankfurter Zeitung" schreibt man aus Nürnberg fonnte Hr. Stieber mit seiner Krankheit nicht noch etwas warten?- Der„ Erbfreund". Im Memeler„ Dampfboot" lesen" Das Bezirksamt geht jetzt auch gegen die Sozialdemokrate Man hätte sie ihm vielleicht geglaubt. Aber so? Wahrhaftig, wir:" Es werden jest Dinge von der russischen Grenzcontrole in den benachbarten Landgemeinden vor. In Gleishammer wurd der Mann muß pensionirt werden. und ihren Douaniers berichtet, die, wenn sie wahr sind, aller die Mitgliedschaft aufgelöst, und in Schoppershof die Mitgliede Billigkeit und Schicklichkeit Hohn sprechen. Anständige Frauen liste von dem Vertrauensmanne abverlangt. In Schweinau wurd bi Wunder" im 19. Jahrhundert. Einige cultur- der besseren Stände werden von Männerbänden auf eine, bei dem Vertrauensmanne eine Haussuchung vorgenommen, un tämpferische Blätter Bismarcks machen sich über das ultramontane alle weibliche Scham verlegende Art behandelt, bis zwar von dem funktionirenden Bürgermeister zu Schweinau, de Blatt Univers" luftig, das ein„ Wunder", welches sich an einem aufs Hemd entkleidet und mit rohen Männerfäuften be- Gemeindediener und dem Polizeidiener, was entschieden dem A jungen franken Mädchen vollzogen, also schildert: taftet, um angeblich versteckte Contrebande aufzusuchen. Einer 251 des hier einschlägigen Strafgesetzbuches wiederspricht, wonad " In der Grotte von Lourdes angelangt, nähert sie sich, um Person hat man, weil es neu war, das Hemd vom Leibe gezogen, nur der Richter die Berechtigung hat, eine Haussuchung vorz aus der wunderthätigen Quelle zu trinken. Sie trinkt drei Gläser und dieselbe ohne Hemd weiter geschickt. Drei jungen Leuten, nehmen. Die Polizeibehörde ist nur verbunden( Art. 19), Waffer zu Ehren der allerheiligsten Dreieinigkeit. Ein anwesender welche sich hier leichte Sommerhüte gekauft hatten, hat man die- eilenben Fällen, wo nämlich wegen Entfernung des Gerichte Pater Kapuziner bekräftigt sie in ihrem Vertrauen auf Maria. selben abgenommen, so daß sie barhaupt nach ihrem Heimatsorte die Erlöschung oder Veränderung der Spuren des Verbrechen " Trinte nur", sagt er, ein viertes für das„ So sei es!" Lucie zu gelangen suchen mußten. Wir können kaum glauben, daß man mit Grund zu besorgen wäre, Alles, was zu deren unverzüglich füllt das Glas abermals und setzt es an ihre Lippen; dann mit dieser barbarischen Strenge verfährt, trotzdem es von verschie- Erforschung gehört, selbst zu besorgen und sodann die Verhand wendet sie sich ab, öffnet ihre Kleidung und gießt das Glas Wasser denen Seiten auf das bündigste versichert wird. In der Absicht lung dem Gerichte ungefäumt zu übergeben." Jeber Uabefangen auf ihre Brust. Dann entfernt sie sich, um zu beten. Einige der Regierung liegt es sicher nicht, daß ihre Grenzbeamten sich wird zugeben, daß dieser Artikel hier nicht zutreffend ist; denn Minuten später fagt sie zu den ihr folgenden Andächtigen:„ Ich solche Erzesse erlauben, welche einen jeben Grenzverkehr, der doch handelt sich nicht um einen„ eilenden Fall", das Bezirksgerid fühle keinen Schmerz mehr; gehen wir, um die Wunden zu unter- beiden Theilen zum größten Vortheil gereichen muß, zur Uamög- Nürnberg befindet sich nur in einer Entfernung von 25 Minute fuchen." Sie geht mit ihren beiden, Gefährtinnen abseits und lichkeit, mindestens zur härtesten Plage machen." von Schweinau." " ,, Verkünden hört' ich, daß der gewappnete Erzenget, der das Banner der Kaiser einst Umrauschte, mit dem Demantschilde, Michael selber, den Liebling schüßte." " entfernt den Verband; die Wunden waren weg und an der Stelle Wir weisen zunächst auf den charakteristischen Kernpunkt dieser Trog der Eile, die man allenthalben in der Verfolgung un des Krebsgeschwürs war nur eine weiße Narbe geblieben, die so jämmerlichen Expektoration hin. Weil es anständige Frauen der Unterdrückung der Sozialdemokratie an den Tag legt, wird die gesund aussah, als wäre sie schon ein Jahr alt gewesen." Die besseren Stände" sind, wird hier gejammert! Gehören die miß- selbe fortbestehen und über ihre Widersacher triumphiren. Ein betreffende Nummer des" Univers" batirt vom 4. August 1874." handelten Frauen nicht zu den besseren Ständen", dann hat's bee, die, wie die sozialdemokratische, zu ihrem Enbziel b So! Das ist allerdings merkwürdig. Noch merkwürdiger aber nichts zu sagen! ihr elenden Heuchler, ihr seid's werth, von Emanzipation der Arbeiterklasse hat, ist unbesiegbar; und sie be ift, daß der bekannte Poet und Süßholzraspler Geibel das den Kosacken gepisadt zu werden, und zwar so lange, bis euer siegen wollen, ist einfas Narrheit. Wo bleibt das national Kissinger Attentat" besingt und seinen Gesang in antiken Versen alberner Klaffendünkel verdunstet ist! Narrenhaus, neben dem nationalen Zuchthaus? schließt wie folgt: Und nun, sieh hin, liebes Denkervolt", an die Schlagbäume ber russisch- preußischen Grenze mit ihren Kosacken, ihren Knuten In Brüssel tagt immer noch ber Congreß bezüglich b und ihren Schnapsflaschen. Dort wird ein Theil der Kosten für Humanität" mit Säbeln und Kanonen. Ueber die Maas, weld die Erbfreundschaft" bestritten. Dort werden die Kosaden dafür die dort kreisenden Berge gebären sollen, bringt nur wenig in b entschädigt, daß sie vor Jahren an sich halten mußten, daß sie Deffentlichkeit; indessen wird gemeldet, daß neuerdings die Frag Der Liebling" das ist Bismard, welchen der Erzengel dich nicht mit Krieg überziehen und deine Frauen nicht offiziell ob die Angehörigen occupirter Provinzen als Kriegführende zu b Michael beschützt". Der Erzengel hat natürlich mit dem" De- schänden durften. Zum Erfaz für die versagten Freuden eines trachten feien, auf der Tagesordnung gestanden habe. Man fie mantschilde" bie Kugel aufgefangen, die der Kullmann gar nicht heiligen Krieges dürfen sie auch zuweilen auf preußische Grenz- daraus, daß die Thätigkeit des Congresses nur Zeitverschwendu abgeschossen hat. Oder ist sie blos am Demantschild abgeprallt beamte schießen. ist, denn solchen Fragen wie die vorstehende durch den Beschluß und den Rosenheimern ins Herz geflogen! Du glaubst es nicht, liebes Dentervolt"? Nun, so gehe hin einiger Soldaten eine Lösung geben zu wollen, ist einfach alber Und das Gedicht des Geibel batirt doch auch aus dem zu deinem Bismard, verlange von ihm, er solle bir" Revanche" ver- Die Herren Eroberer und großen Strategen" werden fich imm Juli 1874! Hätte der einfältige Boet flatt Michael mit dem fchaffen für die Brutalitäten der Kosacken und du wirst einen vorbehalten, die Bewohner der von ihnen besetzten Provinzen f Demantschild" einfach einen Stieber mit dem Panzerhemb" vor genialen" Staatsmann in der prächtigsten Verlegenheit sehen! Kriegführende zu erklären oder nicht, je nachdem es ihnen pa dem Fürsten Bismard ausgepflanzt, so wäre es noch zum Ertragen Und umgekehrt wird man bei einer fünftigen Boltserhebung, gewesen. So aber mögen unsere Leser sehen, daß die pfäffifchen- Spät tommt Ihr, doch Ihr kommt". Bekanntlich finde statt, wo sie wolle, doch wohl nicht die Waffen nieberlege Wunderfabrikanten immer noch schlauer sind, als die liberalen". gehörte zu den erlogenen Segnungen des heiligen" Kriegs von weil beren Trägern nach den Beschlüssen des Brüffeler Congreff 1870/71 auch ber angebliche großartige Aufschwung", welchen die nicht das Recht von Kriegführenden" zugestanden werden tan Die armen Kapitalisten! Im Handelstheil der„ Deut- deutschen Geschäfte", d. h. die deutsche Industrie in Folge der Dieser Congreß producirt einfach Matulatur, die mit allen mi schen Allgemeinen Zeitung" jammert ein Berliner Biebermann über Niederwerfung Frankreichs genommen haben sollten. In einem tärwissenschaftlichen" Werken einst dahin kommen wird, wohin bie Kämpfe zwischen Arbeit und Kapital. Derselbe gelangt dabei gehört in das Wurst- und Käsemagazin zum Einwideln". zu folgendem Vergleich: " " Unverstand und Unwissenheit bilden meistens die Quellen von taliften verrichtet, nachdem er die zur Erzeugung seines( des Arbeiters, *) Nach Marr; die Arbeit: welche der Arbeiter rein für den KapiMißstimmungen da, wo sie als den Lohnverhältnissen nach unbe- unterhaltes nothwendige Arbeit gethan. Das Probutt ber Mehrarbeit rechtigt auftreten. Inwieweit die Arbeiter berechtigt sind, die eine ist der Mehrwerth. G b Le D h te 8 t U ba 01 b U Ide ди ert 13" 50 3u nate hin zum Beweise, daß sie nicht offiziös sei und erklärt Gegner; die Arbeiter begingen Feste, welche einen fittlichen Chadie Behauptung des„ Volksstaat", daß sie es werden würde, rafter hätten, und die nicht, wie in 3wentau, mit Rathhausfür eine Verleumdung. Darauf ist zu bemerken, a) daß bei stürmereien und obligaten Baufereien endeten. Erschwerend für bem lichtschenen Treiben, das mit der Offiziosität nothge bie Angeklagten sollte die Einladung sein, die an Liebknecht erbrungen verbunden ist, zwei Monate nicht ausreichen, um gangen sei, um die Festrede zu halten. Bon der Stunde an", für den Fernerstehenden ben offiziösen Charakter eines Deueinte der Vorsitzende, Herr Appelius, wo Sie beschlossen hatten, gans zu entscheiden; b) daß Dr. Böttcher bisher nicht ge- Herrn Liebknecht kommen zu lanen, tonnten Sie an ein geselliges wagt hat, seine natürlich nur freundschaftliche und gesell- Fest nicht mehr denken." Der Staatsanwalt legte ebenfalls großes schaftliche Verbindung" mit Agidi zu leugnen, c) daß der Gewicht auf die Einladung Liebknecht's. Den Aussagen der An" Volksstaat" die gedachte Eventualität nicht als gewiß, fon- geklagten fei kein Glauben zu schenken; der Verführer sei aber der bern als ziemlich fraglos" hinstellte und zu diesem Aus ruptangeklagte Giffey. Bon seinem Erscheinen in Eisenach an drucke das vollfte Recht hat gegenüber einem Menschen, der habe dieser bei den Wahlen und in Vereinen eine agitatortsche sich noch vor einem halben Jahre vom Reptilienvater Aegidi Thätigkeit entfaltei im Interesse der Sozialdemokratie. Ueber die wie sauer Bier auf dem offiziösen Markte ausbieten ließ. Sozialdemokratie ,, im Allgemeinen" wolle er fein Urtheil fällen, " " Die Offiziösen und die deutsche Presse. Etwas vom offiziellen Organe der nationalliberalen] zu Partei. Die mehrseitigen Enthüllungen des Volksstaat" über die offiziöse Wirthschaft im deutschen Reiche sind, wie ein uf Blizz aus heitern Himmel, unter die Schuldigen gefahren. Wäh sche rend aber die örr, Johäntgen, Gumbinner u. s. w. die Last der iel gegen sie erhobenen, ehrenrührigen Anschuldigungen mit tiefem fie Schweigen ertragen, wohl wissend, daß jeder Versuch des Widerer ftandes doppeltes Verderben auf ihre Häupter herabziehen würde, eld versucht die Nationalliberale Correspondenz", nach der Erklärung des Vorstandes der nationalliberalen Fraktion des Reichstags und er Abgeordnetenhauses das offizielle Organ der Partei, wider rt ben Stachel zu löcken und bringt in ihrer Nummer vom 7. August iche einen Artikel oder richtiger ein langgezogenes, von rasender Wuth So, und nachdem nunmehr durch diese den Leser vielleicht sehr das sei nicht seine Sache. Was aber die Verbreitung des fragten ausgepreßtes Geheul, dessen gellendste Noten beispiellose Kunst ermüdenden Auseinandersetzungen festgestellt ist, daß Alles, was lichen Liedes anlange, so sei er gezwungen gewesen, einzuschreiten. Luf der Verleumdung"," Spionage"," Sytophantenthum"," moralische der„ Volksstaat" über die Nationalliberale Correspondenz" und Jeder Staat müsse sich schützen. Die Verbreitung des Liedes sei bet Verworfenheit"," Berrath"," Lüge" u. A. m. find. Wir lassen ihren Redacteur gesagt hat, bis aufs letzte Titelchen unanfechtbar strafbar im Sinne der$$ 110 und 130 des Strafgesetzes. Es ar mit dem ruhigen Lächeln der Verachtung diesen Strom von ist, fallen die Vorwürfe der„ Lüge und Berleumdung", welche das seien darin verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Haß und nd Schimpfereien, der uns nicht die Schuhsohle nezt, vorüberrauschen offizielle Organ der Nationalliberalen gegen den„ Bolts- Berachtung gegeneinander aufgereizt; Giffen habe, indem er das und gehen dann, da wir hier nur die Funktionen des Arztes ver- ftaat" zu schleudern sich erdreistete, mit doppelter und breifacher Lied für harmlos erkläre, heute auf's Neue bewiesen, daß es ihm sehen, der einen fressenden Krebsschaden unserer öffentlichen Zu- Gewalt auf sein eigen Haupt zurück. Soviel über den morali- mit dessen Verbreitung Ernst gewesen sei. Der Staatsanwalt bestände untersucht, daran, zu untersuchen, was die„ Nationalliberale schen Charakter der„ N. L. C." und ihres Redacteurs, und damit antragte gegen Einen 4 Wochen Gefängniß, gegen die andern Anle Correspondenz" Thatsächliches gegen den" Boltsstaat" vorbringt. wären wir mit beiden eigentlich fertig! Aber der geduldige Leser, geklagten 3, 2 und 1 Woche Gefängniß und setzte sich. Aber int Zunächst erkennt selbst sie trotz ihrer blinden Wuth zahlreiche der uns durch das Labyrinth der nationalliberalen Lügen treulich schnell erhebt er sich wieder, den Hauptfünder hatte er ja verer thatsächliche Anhaltspunkte" in den Mittheilungen des„ Boltsstaat" gefolgt ist, hat Anspruch auf eine kleine Erheiterung und die soll geffen. Er beantragte gegen Giffy 4 Monate Gefängniß. Cafe an, ein Zugeständniß, das hiermit acceptirt ist. Sie erklärt nur, ihm werden, indem wir noch den intellektuellen Charakter des Giffen vertheidigte sich in glänzender Rede selbst, ohne sich ern daß Alles über die Nationalliberale Correspondenz" und ihren Dr. Böttcher und seines Organs betrachten. Beide haben die durch die Unterbrechungen des Vorsitzenden beirren zu lassen. In Redacteur Gesagte auf unwahrheit beruhe. Es war aber Aufgabe, ben„ Culturkampf" gegen den Sozialismus zu führen seiner Vertheidigung verlieft er die gegen ihn gerichteten Hezzten gesagt, und den Sozialismus wissenschaftlich zu vernichten". Wie sie artikel der ,, Weimarischen 3tg.", citirt bezüglich der Despoten 1) daß Dr. Böttcher früher Redacteur am offiziösen Nieder das anfangen, davon nur zwei Proben. Die N. L. C." unter Re- einen Brief Bismarcks an den Raiser, worin er den Fall Naporheinischen Courier" war, baction des Dr. Böttcher ist jenes famose Organ, das bie beiden leons bei Sedan berichtet und fragt den Staatsanwalt unter Hinluff 2) daß er in enger Verbindung mit Aegidi stehe, feit langen Jahren größten journalistischen Dummheiten auf natio- weis auf feine agitatorische Thätigkeit, ob man ihm wehren wolle, 3) daß Aegidi ihn, als er mit Dr. Zehlide vergangene Beih- nalötonomischem Gebiete zu Tage gefördert hat. Sie behauptete feine Meinung frei auszusprechen. Die Sozialdemokratie habe nachten eine Redaction für unsern Braun" und die Spe- 1) daß Lassalle wegen seiner Lehre nie strafrechtlich verfolgt bestanden, ehe er nach Eisenach gekommen sei, und sie werde benerfche Zeitung" zusammenstellte, empfohlen, und daß Dr. fei, und 2) daß Hr. Hafen clever den Normalarbeitstag erfunden stehen, wenn er längst fort sei; man brauche ihn als ,, Macher" Zeblicke, obgleich er sogar einen Berliner Reporter engagirte, habe. Lacht sie aus, ihr deutschen Arbeiter, lacht sie aus, aber nicht. dennoch Hrn. Böttcher refüfirt habe, wenn ihr es gethan habt, dann festet eure Herzen im Hasse gegen Nicht sonderlich erbaut waren die Richter nebst Staatsanwalt unfre größte politische Partei, die, um eure gerechten Beschwerden von der Kritik über die heutigen Verhältnisse, über das Vorgehen Tag für Tag lächerlich und verächtlich machen zu lassen, einen der herrschenden Parteien gegen die Sozialdemokraten, die Haltung 6) baß er augenblicklich die Nationalliberale Correspondenz" Beilenschmierer von so grauenvoller Unwissenheit an die Spiße der Kriegervereine; am allerschlimmsten mußten die Reichstreuen rebigire und in dieser Stellung nicht gerade dirett von ihres offiziellen Organs gesetzt hat! Schließlich noch ein herhalten. Rechtsanwalt Herr Heß, welcher die übrigen AngeAegidi abhängig sei, Wort an Hrn. Karl Biedermann! Sein Organ, die„ Deutsche flagten vertheidigte, will nicht, wie der Staatsanwalt, unwahre fa 7) baß es ziemlich fraglos fei, daß nach Schluß der parla- Allgemeine Zeitung", ist das einzige größere Blatt, welches sich Aussagen von den Angeklagten gehört haben, sondern gerade das mentarischen Saison die gedachte Correspondenz offiziös wer- burch den Abdruck des Schimpfartikels der„ N. 2. C." blamit. schlichte Auftreten der Angeklagten habe auf ihn im Gegensatz zu Es ist nicht wunderbar, wenn Hrn. Biedermann die Haut juckt, bem Staatsanwalt den günstigsten Eindruck gemacht. Man könne Hierauf antwortet die Nationalliberale Correspondenz" mört sobald Offiziöse gebrandmarkt werden, aber wenn er ohne eine auch den Angeklagten nicht die strafbare Absicht bei der Verbeitung lich:" Der sonderbare Zufall, daß diese Leistung des Volksstaat" Spur von Beweis anfängt, von sozialdemokratischen Berleumder Lieder zumeffen, indem das Sed schon längst verbreitet ge von ihrer Abfaffung bis zu ihrer Veröffentlichung ungefähr ein bungen" zu fafeln, dann ist es Zeit, zu konstatiren, daß in dem wesen sei, ohne daß es die Angeklagten getannt hätten. Der VerVierteljahr gebraucht hat, gestattet uns zur Beurtheilung der Ver- wichtigsten Theile des Blatts dieses nationalliberalen Führers, in theitiger beantragte Freisprechung, eventuell eine kleine Geldstrafe. leumbung, daß die Nationalliberale Correspondenz" offiziös wer- dem Berliner Theile, nie eine unabhängige Stimme der Haupt- Einige derbe Widersprüche des Herrn Rechtsanwalts sollen hier ben würde, einfach auf die Erfahrung der letzten Monate zu ver- stadt zu Worte kommt, sondern daß die X Correspondenz der unerwähnt bleiben. Nachdem Giffen nochmals das Wort ergriffen weisen. Was außerdem die gegen die Person des Redacteurs der Waschzettel des Eulenburg'schen Preßbureaus, und die V Corre und seine Freisprechung beantragt, beschweren sich noch einige der e Nationalliberalen Correspondenz" gerichteten Angriffe betrifft, so spondenz eine Durchschrift des täglichen Fabritate von Dr. Moris Angeklagten über die Aeußerung des Herrn Staatsanwalts,„ er beruhen dieselben durchweg auf unwahrheit; derfelbe hat Gumbinner, der in diesem Blatte mehrfach charakterisirt wurde, glaube den Angeklagten nicht". Besonders führte Herr Brenz an, niemals weber in einer direkten, noch in einer indirekten Abhängig ist. Und das wagt täglich, die heiligen Worte: Wahrheit, Frei- baß er nicht wüßte, wenn er wieder einmal vor Gericht täme, teit weber vom Legationerath Aegidi noch von irgend einer Re- heit, Recht! zu besubeln, indem es sie an die Stirn der Deutschen was er dann sagen sollte, wenn man ihm nicht glauben wollte; Der gierungsbehörde geftanden, auch nicht während seiner Thätigkeit an Allgem. 3tg." fett! bem in Straßburg erscheinenden Niederrheinischen Courier", gen nig fet ber 4) daß Dr. Böttcher Mitarbeiter der Grenzboten" und chen 5) Correspondent der Hessischen Morgenzeitung" sei, un ota Be et" mpf pen be un Fren Lief t = be abt nbe den würde. P " ich welcher trog aller entgegenstehenden Behauptungen ein vollkommen An unabhängiges Blatt ist. be Pari no fche ba rate " Correspondenzen. " er habe eingestanden, daß er Festlieder ausgegeben, was das Gericht nicht gewußt hätte, und doch müßte er mit Erstaunen noch den Berdacht hören, daß sie die Unwahrheit gesagt haben sollten. Dennoch führt der„ Volksstaat" seine Eisenach. Mittwoch, den 5. d. Monats fand im hiesigen Der Gerichtshof zog sich darauf zur Berathung zurück. Nach Liste mit der Versicherung ein:„ Alles stammt aus durchaus kom- Kreisgericht Hauptverhandlung gegen Parteigenossen Giffen( ge- breiviertel Stunde verkündet der Vorsitzende das Urtheil, wonach petenter und unverdächtiger Quelle." Wer die sozialdemokratische bürtig aus Dähre bei Salzwebel, zuletzt in Berlin, feit breiviertel Giffen wegen Verbreitung des Liebes( Motivirung für später vorPresse tennt, tann sich über folch beispiellose Kunst der Verleum- Jahren in Eisenach, rühriger Agitator unserer Partei) und 16 Ge- behalten) als schuldig befunden gegen die vom Staatsanwalt anbung freili nicht mehr wundern." U. s. w. Folgen die oben sinnungsgenossen Festcomitémitglieder aus der Parteimitgliedschaft gezogenen Paragraphen verstoßen zu haben, zu 3 Monaten Genäher charatterifirten Schimpfereien auf den Volksstaat" und den und Gewerksgenossenschaft) statt. Sämmtliche Angeklagte waren fängniß, ungerechnet die Untersuchungshaft, verurtheilt wurde; für Berfasser des Leitartikels in Nr. 91, von welchem die„ N. L. C." der Verbreitung des Festlieves„ Wer schafft das Gold zu Tage 2c.", bie übrigen 16 Angeklagten lautete das Urtheil auf Freisprechung. ohne eine Spur von Beweis rein ins Blaue hinein ligt und ver- welches amt 5. Juli zum Arbeiterverbrüderungsfeste gesungen wer- Bei der Verkündigung des Urtheils zog sich die Stirne des Vorext leumbet, daß er sich entweder„ unter fremder Maske“ in die offi- den sollte, angeklagt. Nachdem die gewöhnlichen Borfragen an ſizenden nicht in so düstere Falten, als bei der Bertheidigung ziösen Kreise geschlichen habe oder gewohnt sei, bald in diesem, die Angeklagten gerichtet, begann die Vernehmung des Hauptan- Giffey's. Giffey beantragte seine vorläufige Haftentlassung. bald in jenem Lager seine Dienste zu verwerthen und ihn dann geklagten, Parteigeroffen Giffen. Derselbe Staatsanwalt, dem Eisenacher Kreisgericht wird nun bald 3 Berurtheilte in seinen Spion"," Sytophant"," Verräther" u. s. w. schimpft. Mit Giffey in der Versammlung zur Gründung eines reichstreuen Ber- Mauern beherbergen: Giffen, Bennecke( wegen Druck des„ Baterdiesen hochkomischen Wuthausbrüchen gibt also die" N. 2. C." zu, eins entgegengetreten war, fungirte. Herr Gräfe, so heißt der unser") und Barowski. Der 4. Berurtheilte, Reichelt aus Apolda, daß der Verfasser der Enthüllungen in Nr. 91 Vieles gewußt Staatsanwalt, ließ auch Giffen einige Tage nach fener Bersamm wird seine Haft in Weimar abzubüßen haben. Daß die Sound erzählt hat, was zu verbergen die nationallibera- lung sofort verhaften. Herr Appelius fungirte als Vorsitzender; zialistenheze jezt auch in Thüringen beginnt, richtiger im besten len und offiziösen Kreise allen Anlaß haben. Auch dies ob es derselbe ist, der bei den Nationalliberalen Vorsitzender war, Gange ist, darf nicht Wunder nehmen, in Eisenach hat die SoZugeſtändniß sei dankbar quittirt! Nun aber, was hat die„ N.L.E." habe ich nicht erfahren. Giffey fand das Lieb ganz harmlos, das zialdemokratie Erfolge gehabt, da können auch die Berfolgungen or von den obigen sieben Punkten berichtigt? barin Ausgesprochene sei volle Wahrheit. Wer wolle bestreiten, nicht ausbleiben. Troz Giffey's Verurtheilung wird die Sozialwurd eber wurd " un be Ar ona ichte echen lice gand ngen in e erid nute Sun Obie Ein I bi e b Eonal dy b weld In b Frag zu b Ad Ad " Das 1) gibt sie das Fatium zu, leugnet aber, daß der„ Nieder-„ daß die Arbeiter den Reichen all ihr Brod geben", dabei„ in demokratie doch fortbestehen und wird den Verfolgungen noch rheinische Courier" offiziös ist. Das ist ungefähr ein ebenso bittrer Noth leben", allein das Weltenrad treiben"," dafür kein mehr Erfolge zu verdanten haben. Die Eisenacher Zeitung" dreiftes Beginnen, als wenn Jemand leugnen wollte, die Recht im Staat haben"?" Volt, erkenn', daß du es bist, spricht über Giffen, er habe sich zur Verhandlung anständige " Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sei offiziös. Gegenüber das immerfort betrogen ist", sei eine Warnung für die Arbeiter. Toilette gemacht; als ob Giffey sonst anders gegangen sei. Am dieser von der Angst erpreßten Nothlüge genügt ein Hin-„ Beschleunigt der Despoten Fall, schafft Frieden Euch im Weltenall", Schluß des Berichts singt sie dem Gerichtshof ein Loblied, in das weis auf die Gepflogenheiten der gesammten deutschen Presse, halte er ebenfalls für nicht gefährlich, denn es tomme auf die einstimmen kann, wer Lust dazu verspürt. Den Redakteur der welche Hunderte von Beispielen sind zu beschaffen Mittel an, mit denen man dii Despoten abschaffen wolle.„ Eilt„ Eisenacher Zeitung" sehe ich zu wenig, muß aber gestehen, daß, das Straßburger Blatt offiziös" genannt hat, ohne daß vorwärts im Sturmschritt in den Streit, wenn auch der Feind Kar- wenn seine Toilette teinen Tag besser gemacht ist, als während dasselbe auch nur zu remonfiriren wagte, genügt ferner ein tätschen speit", könne nur auf den Wahlkampf bezogen werden der 7stündigen Verhandlung, man ihm zurufen könnte: den Splitter Hinweis auf die Rede des Abg. Guerber in der letzten Das Lied sei in Deutschland schon viel verbreitet und gesungen in des Nachbars Auge fieht er wohl, den Balten im eignen Auge Reichstagssession, welcher die Straßburger Presse der Abworden. In Arbeiterversammlungen sei noch nie zu den Mitteln nicht. Sie Fürst- Bismarck- Glückwunsch- Telegramm- Beantrager hängigkeit von der Reichsregierung zieh, ein Vorwurf, gegriffen worden, wie in der Versammlung der Reichstreuen, wo greifen Sie doch hübsch an die eigene Nase! den nur das„ Elsässer Journal" von sich abzuwaschen ge- man gegen ihn statt einer parlamentarischen Widerlegung nur Bremen.( Gewerkschafts Agitations comité.) Von wußt hat. Lasterknüppel und Schirme als Mittel zur Bekämpfung angewandt den hiesigen Mitgliedern der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Ad 2) wagt die„ N. L. C." gar nicht zu leugnen; sie bestreitet hätte. Der Naum des„ Volksstaat" würde zu sehr in Anspruch wurde in letter Bersammlung ein Comité gewählt, welches die nur die Abhängigkeit des Dr. Böttcher von Aegibi, welche genommen werden, wenn über alle interessanten Intermezzo's, die Aufgabe hat, für die Gründung von Gewerksmitgliedschaften aller von Niemand( siehe Nr. 6) behauptet worden ist. Es bleibt zwischen Giffen und dem Vorsitzenden Appelius stattfanden, berichtet Branchen in Bremen zu agitiren und nach der Gründung derdabei, daß ber Redacteur des offiziellen Organs der national- werden sollte. Nur einige Fälle mögen hier erwähnt werden. selben ihnen zur Weiterentwicklung mit Rath und That zur Seite liberalen Partei in enger Verbindung mit Aegidi steht. Auf die Frage, wie Biffey das als harmlos erklären wollte: zu stehen. Vielleicht versucht er aus dem Worte eng" ein Mauseloch„ ber Arbeiter habe kein Recht im Staat", führte Giffey die Das Comité hat sich folgendermaßen konstituirt: Vorsitzender: zu machen, um zu entschlüpfen, aber dann Behandlung der Arbeiterpartei bei den Wahlen an; Herr Ap- G. Saevete, Buchbinder; Stellvertreter: Grünomicz, Drechsler; 3) weshalb hat Dr. Böttcher die Behauptung des Volks- pelius versteigt sich hierauf zu der Kühnen Behauptung:„ der Ar- Schriftführer: Horn, Tischler; Kassirer: Tempel, Tischler; Erstaat", daß er vergangene Weihnachten von Herrn Aegidi beiter werde nicht vom Wahlrechte ausgeschlossen, die Geseze feien fagmann: Cana, Schuhmacher. an unsern Braun" empfohlen sei, den Lesern der" N. L. C." für die Arbeiter, seien den Arbeitern in Vielem entgegen gefom- Sämmtliche zureifende Gewerkschaftsmitglieder werden ersucht, einfach unterschlagen, während er doch seine übrigen men, er könne nicht einzelne Fälle als Vertheidigungsmomente Stuttgarter- Hof, Grafenftr. 30, zu verkehren, und wird ihnen Beschuldigungen ziemlich wörtlich abbruckt? Weil er auf gelten lassen; seine Aufgabe sei, unrichtige Aeußerungen sofort daselbst nach Möglichkeit von Unterzeichnetem jede gewünschte diesen entscheidenden Beweis feiner Offiziosität auch zurückzuweisen." Als Beleg führte Giffen die Correspondenz der Auskunft ertheilt. nicht ein auch nur scheinbar haltbares Wörtchen der Entschlesischen Feldarbeiter an, welche im„ Boltsstaat" erschienen sei. Die Vorstände sämmtlicher Gewerkschaften werden ersucht, von schuldigung hervorzustammeln vermag. Ja, ja, dem Re- Der Herr Vorsitzende sieht dies wieder für einen einzelnen Fall Obigem Notiz zu nehmen und behufs weiterer Verständigung sich dacteur des offiziellen Organs der nationallibe- an. Die übrigen Angeklagten haben die Lieder von Giffey zum sobald als möglich mit Unterzeichnetem in Verbindung zu sehen. ralen Partei mag es nicht angenehm sein, daran erinnert Austheilen erhalten; einige der Angeklagten haben das Festlieb Gust. Saeveke, Bremen, Grafenstr. 30. zu werden, wie ihn noch vor einem halben Jahre der Rep- wegen Mangel an Zeit nicht gelesen, und diejenigen, welche es Reichenberg in Böhmen. Freiheit wie in Desterreich!" gelesen, feien erft durch die Polizei auf dessen Staatsgefährlich- brüllte seinerzeit der Chorus der Preßbanditen, und Freiheit wie Ad 4), 5) und 6) leugnet die„ N. 2. C." gar nicht und kann sie feit" aufmerksam geworden, sie selber jedoch fönnten in dem Liebe in Desterreich!" gröblte der weindufelige Troß der Philister und freilich auch nicht leugnen. nichts Staatsgefährliches" entdecken. Dem Staatsanwalt schien Spießer nach, als die„ Staatsgrundgeseze" ausgearbeitet" und Ad 7) weist die„ N. 2. C." auf die Erfahrungen der letzten Mo- nicht einzuleuchten, daß die Angeklagten das Lied nicht gelesen fanttionirt" wurden. Desterreich, das oft geschmähte und noch Bom Verfasser des Leitartikels:„ Die Offiziösen und die deutsche haben wollen, auch der Vorsitzende drückt seine Verwunderung öfter bemitleidete, war auf einmal das Eldorado der Freiheit geBreffe" in Nr. 85 b. 2. Daß wir wiederholt auf das unsaubere Xben hierüber aus. Als Zweck des Festes giebt Giffen geselliges Bei- worden, nach welchem alle denkunfähigen oder bentfaulen„ Denterzuriidkommen, wird durch das Interesse der öffentlichen Sitten- sammensein der Arbeiter an; es sollte der Beweis geliefert werben, schädel" seufzend und augenverdrehend schielten. polizei gerechtfertigt. Red. d. B. fie idun bluß lber imm en f pa 3. lege greff tan mil gin m". " tilienvater vergebens auf dem offiziösen Markte anbot. " daß die Arbeiter andere Feste zu feiern verſtünden, als deren Auf dem Papiere nehmen sich diese Gesezesparagraphen auch wunderschön au«, schillern so verlockend fteiheitlich, daß mau wirk- lich versucht war zu glauben, in Oesterreich könnten sich„alle Siaat«bürger« sehr frei bewegen, ohne, wie z. B. im Reich der Kasernen und der„Attentate", von den Behörden chikanirt und bevormundet zu werden. Liest man diese Gesetze aber aufmerksamer� so findet mau, daß fast jedem Paragraphen eine Klausel angehängt ist, welche den ganzen Paragraphen illusorisch macht; diese Klausel ist der Hinweis aus die„besonderen Gesetze", die„gesetzlichen Schranken", die„allgemeinen Staatsgesctze" u. s. w. Wenn wir die auf dem Papiere stehenden Gesetzesparagraphen lesen und die Handhabung der„besonderen Gesetze" betrachten, so müssen wir zu dem Schlüsse kommen, daß die Gesetze da sind, um — nicht befolgt zu werden. Da ist z. B. der tz 4, welcher sagt:„Die Freizügigkeit der Person unterliegt keiner Beschränkung." Die Sozialdemokraten könnten die schönsten Lieder singen, wie dieser Paragraph gehand- habt wird, Ausweisungen, Zwangspässe, Schub u. s. f. sind treff- liche Illustrationen zur„Freizügigkeit". Ebenso ist§ 9:„DaS Hausrecht ist unverletzlich", schon oft durch die durch nichts zu rechtfertigenden„Hausdurchsuchungen", natürlich bei Sozialdemokraten, beleuchtet worden. Am schönsten werden aber, besonders in neuerer Zeit, die §§ 12 und 13:„Die österreichischen Staatsbürger haben das Recht, sich zu versammeln und Vereine zu bilden"(§ 12), und „Jedermann hat das Recht, durch Wort und Schrift, Druck oder bildlich- Darstellung seine Meinung frei zu äußern"(§ 13) ge- handhabt. Der seit Ansang Juni in Reichenberg erscheinende„Arbeiter- freund" brachte in Nr. 3 eine ganz harmlose Notiz über die Auf- lösung der Arbeitervereine in Salzburg, welche wörtlich lautete: „In Salzburg wurden sämmtliche Arbeitervereine aufgelöst. Der Staat ist gerettet, die Sozialdemokratie mausetodt! b'int gustirin, xerent nmndus!(Die Gerechtigkeit siegt und wenn die Welt darüber zu Grunde gehen sollte.)" Diese kurze Notiz, sowie ein „Eingesandt" aus Salzburg, in welchem die Vereinsauflösung be- sprechen wurde, mußten dem Prager Staatsanwalt sehr gefährlich erscheinen, denn die erste Auflage der Nr. 3 des genannten Blattes wurde behördlich ge— nommen oder, wie der Kunstausdruck lautet, „konfiSzirt". Besonders in Böhmen, dem Lande der Wenzels- mütze, wird das Preßgesctz ganz anders gehandhabt als in den andern Provinzen, es ist daher eine wahre Kunst, den Eiertanz zwischen den verschiedenen Paragraphen(welche vom Staatsanwalt beständig hin und hergerollt werden) auszuführen, ohne auf eines dieser sehr heiklichen Dinger zu treten. Deshalb kommt es, daß der„Arbeitersreuno" so verflucht zahm schreibt. Aber auch in anderer Beziehung haben wir alle Ursache, mit unseren„Freiheiten" recht zufrieden zu sein. Die Behörden sorgen väterlich dafür, daß den von allen Seiten verfolgten Sozialdemo- traten nichts Unangenehmes passire und breiten willig und gerne ihre schützende Hand über dieselben. Wollen z. B. die Arbeiter irgend ein Gründungsfest feiern, so müssen sie alle Gedichte, welche deklamirt werden sollen, seiner die etwaigen Fest- oder andern Reden und die vorzutragenden Lieder der hohen Behörde zur Beaugenscheinigung und Begutachtung vorlegen. Da nun der Staat um jeden Preis gerettet werden muß und ein Staatsretter den andern in puncto„Culturkampf" übertreffen will, wird in dem Vorgelegten gehörig herumgestrichen. Am 19. Juli z. B. war in Albrechtsdorf das Gründungsfest deS Fachvereins der Glasarbeiter. Sämmtliche Lieder bis au zwei, welche Gnade fanden, wurden gestrichen und dursten nicht gesungen werden. Selbstverständlich ist es, daß die Arbeiter das so morsche, mit den allermöglichsten Pflastern zusammengeflickt� auf so schwachen Stelzen wankende Oesterreich auseinander zu singen im Stande wären. Also Vorsicht! Die Deklamationen ereilte dasselbe Schicksal, nur das Gedicht „Der Ochs und das Morgenroth" fand nicht nur Gnade, sondern Anerkennung. Ob dem streichlustigen Federfuchser das Sprich wort: Gleich und Gleich:c. gerade durch den Sinn lief und den Grund bildete, daß das Gedicht durchkam? Auch die Festrede, welche Genosse Wolf aus Reichenberg einsendete, ersreute sich der Auf meeksamkeit des Bleistifts des Herrn Commissarius. Mcrkwür digerweise waren es aber zwei wissenschaftlich begründete Satze� • welche der Streichwuth des betreffenden Federheldcn zum Opfer fielen. Natürlich kann man nicht verlangen, daß eine in Aktenstaub und Kanzleitinte eingetrocknete Beamtenseele etwas von wirklicher Wissenschaft begreife. Traurig sieht es aber aus, wenn Jeder, der es durch Kriechen nach oben und Treten nach unten bis zum Commissär brachte, aus eigener Machtvollkommenheit„streichen" kann, was seinem beschränkten Gehirn„gefährlich" erscheint. Die Wissenschast und ihre Lehre ist frei�(Z 17).„Insoweit sie nicht den Anschauungen des ersten besten PolrzeimannS oder Nachtwächters zuwiderläuft", könnte man füglich hinzusetzen. In Ruppersdorf bei Reichenberg wurde neulich das GründungS fest gefeiert. Damit den Festtheiloehmern kein Unglück zustoße, sandte die Behörde zwei Gendarmen, welche sich mit aufgepflanztem Bajonnet und dem herrlichen Federhute als Dekorationsstücke des Saales recht prächtig ausnahmen. Außer diesen zwei Gesetzes- Hütern war noch der Bürgermeister deS Ortes, der Gemeindediener und, wenn wir nicht irren, sein Ehegespons, anwesend. Nachdem die wenigen Lieder, welche als nicht„staatSumwälzend an dem rochen Bleistifte glücklich vorbeigerutscht waren, abgesungen und einige nicht petroleumenchaltende Deklamationen vorgetragen waren, erklärte der Bürgermeister: das Programm sei erschöpft, er lasse nichts mehr singen. Einer der beiden Gendarmen, welche bulldoggartig auf der Lauer standen, war sofort bereit, den„Staat" Ruppersdorf zu retten, indem er einem Genossen mit dem so pro- baten Heilmittel„Einsperren" drohte. Aus die Denunziation der Gendarmen, welche das Haus um schlichen, wurden vier Genossen vor die k. k. Bezirkshauptmannschaft Reichenberg geladen und, ohne daß ihnen gestattet wurde, Ent- lastungSzeugen anzuführen, auch glücklich verurtheilt. Als Verbrechen wurde ihnen angerechnet: sie hätten nach Schluß des Programm« noch„Reden" gehalten und Deklamationen vorgetragen. Beweis- qruud: Die unten spionirenden Gendarmen erkannten die Be- schuldigten an der Stimme! So etwas hat noch kein Stromer und kein Tessendorf ausgeklügelt, sie sind daher immer noch Pfuscher! Der„Culturkampf" wird jetzt überall trefflich geführt. Ob's helfen wird? Doch etwas Komisches! In Neustädtl sollte vor kurzer Zeit der kaum gegründete Verein aufgelöst werden, wegen Abschickung eines Delegirten zu dem so fürchterlich gefährlichen Congreß in Neudörfel. Zufälligerweise stellte sich aber heraus, daß der Verein erst zu Pfingsten ins Leben trat, wahrend der Congreß bereits zu Ostern tagte. Das sind die Weisen, die das Gras wachsen hören! Die Sozialdemokratie wird gemordet und zwar ist sie dem Erstickungstode geweiht. Jede noch so gelinde Kritik, welche sich die Arbeiterpresse in Böhmen betreffs der Ver- einSauflösungen erlaubt, wird unterdrückt, und damit den armen Teufeln auch die Herausgabe so revolutionärer Schriften verleidet werde, die ganze Auflage ge— nommen. Versammlungen werden verboten oder, wenn bewilligt, so schnell als möglich aufgelöst. Vereinsauflösungen find an der Tagesordnung u. s. w. So wird die Sozialdemokratie erstickt und erdrückt; in kurzer Zeit ist sie auS der Welt verschwunden, die Träger der„Ordnung" allerorts können wieder unbesorgt weiter herrschen; so kalkuliren die Thoren, aber sie vergessen ganz, daß man glühende Kohlen nicht löscht, wenn man große Quantitäten leeres Stroh auf dieselben schichtet, daß man vielmehr der Gefahr ausgesetzt ist, daß endlich einmal der ganze noch so große Strohhaufe sammt etwaigen zu seiner Befestigung eingerammten Haselstöcken jämmerlich zu Grunde gehen kann. Also nur zu im„Culturkampf", reicht euch brüderlich die Hand, ihr weißgrünen, weißblauen, weißschwarzen und schwarzgelben Staatsanwälte und sonstigen„Staatsretter"! Der Geist, welcher die Sozialdemokraten beseelt, läßt sich weder von euch noch von euren Spießgesellen ausrotten. Ein Sozialdemokrat. Anzeigen?c. Sonnabend, den 22. August, Abends 8 Uhr, im Der- liner Prater, Kastanien-Allee 6—9: Berlin Großes allgemeines DolKsM. Akt. Coneert, Vorstellung, Tan;:r.:c. U.?. gelangen;ur Ausführung: Ein edles Weib, Charakterbild in 1 Undine, großes phantastisches Ballet. Im Salon von 9 Uhr ab: Ball. Der Reinertrag ist für Unterstützungen bestimmt. Eintrittspreis 4 Sgr., vorher sind Billets st 2 Sgr. durch Unter« zeichneten zu haben. A. Trautmann, Engelufer 6b. Von dem guten Zweck obigen Festes überzeugt, ersuche die Partei- genossen um regste Betheiligung. A. Schuster, Bertrauensm.[35] Aas Sommervergnügen Die Genossenschaftsbuchdruckerei zu Leipzig hat durch die der Coburger Generalversammlung vorgelegte Ab- rechnung abermals ihre Fortentwicklung unzweideutig bewiesen Mit einem, im Berhältniß zu ihren Leistungen geringen Betriebs- kapital hat sie, streng geschäftlich gesprochen, Erfolge erzielt, welche in einer JahreSdividende von etwa 40 pCt. zu gipfeln vermöchten, wenn daS Geschäft nach den landläufigen Grundsätzen der Aktien- gesellschaften oder Genossenschaften geleiret würde. Ihren eigenen Verwaltungsgrundsatzen gemäß bezahlt sie den Inhabern der An theilscheine nur 6 pCt. jäyrlicher Zinsen und ist im Uebrigen be müht, dem ihr stillschweigend zuerkannten Charakter eines Partei instituts im vollsten Maße zu wahren. Bekanntlich hat sie der Partei dieses Jahr in zwei Posten zusammen eintausend Thaler geschenkt(Druckkosten für„Volksstaat" und AuSschußbestellungen). Ohne diese wohlthätige Intervention zu Gunsten der Partei stän den wir heute vor großen, schwer auf uns lastenden Schulden; durch diese Intervention sind wir im Stande, der Parteiagitation ungeschmälert die direkten Parteizelder zuzuwenden und mindestens annähernd der uns gestellten Aufgabe zu genügen. Glaube Niemand, daß die stattgehabten Schenkungen die Ge nossenschaftSbuchdruckerei besonders schwächten oder schädigten. In der Leitung ist man sich wohl bewußt, wie weit in dreser Beziehung ohne Gefahr für das Unternehmen geganzen werden kann und darf. Einen Beleg hierzu bildet der Beschluß, außer der statuten gemäß vorzunehmenden Ueberweisung von 10 pCt. deS Reingewinns an den Refervefond(über 200 Thlr.) noch die weitere Summe von nahezu 800 Thlr. dem Reservefond zuzuschreiben. Demzufolge ist der Reserveford jetzt schon so stark, daß er als eine ziemlich feste Burg des Unternehmens betrachtet werden kann, besonders mit Rücksicht auf§ 16 des Statuts/ worin es heißt:„Der Re- servefond ist bestimmt zur Uebertragung aller Verluste, welche die ordentlichen JahreSeinnahmen übersteigen." Trotzdem nun der Stand des Geschäftes ein sehr befriedigender ist, empfiehlt es sich doch, neue Antheilscheine zu begeben. Das Uebel, woran die Druckerei noch immer leidet, wurzelt im Mangel an Betriebskapital, das heißt an flüssigem Gelde, um alle die großen Ansprüche, welche durch die nothwendige Erweiterung des Geschäfts in Folge zahlreicher Aufträge bedingt werden, erfüllen zu können. Diesem Uebel muß durch Unterbringung neuer Antheil- scheine entsprochen werden und zwar umsomehr, als die Partei selbst baldmöglichst mit einem bedeutenden literarisch:» Unterneh men, gestützt auf die Genossenschastsbuchdruckerei, hervorzutreten bemüht ist. Mit diesem Unternehmen meine ich das schönwissen- schaftliche Unterhaltungsblatt, über dessen Herausgabe der Partei congreß 1873 Beschluß faßte. Die Herausgabe eines solchen UnterhaltungSblattes, dessen agitatorischer Nutzen für die Partei außer Zweifel steht, kann nur dann erfolgen, wenn die Genossen schastsbuchdruckerei im Stande ist, den im ersten Halbjahr für das Blatt in ausgedehntem Maße erforderlichen Credit zu ge- währen. Um letzteres lhun zu können, braucht die Druckerei Geld, braucht sie neue Genossenschafter. Und nun komme ich zur Frage, wer soll GenossenschaftSmit glied werden?— Die Antwort liegt in dem Hinweis, daß die Genossenschastsbuchdruckerei selbst als ein Parteiunternehmen in« Leben gerufen wurde. Natürlich konnte sie nur nach den Vor schriften des sächsischen GenossenschaftSgesetzeS organisirt werden. Sie ist daher nicht in der Form, wohl aber im Geiste ein Partei- institut. Dies sagt für die Freunde der Arbeitersache genug Besonder« Euch, Parteigenossen, muß dies klar sein. Soll der Geist, welcher die Gründung der Genossenschastsbuchdruckerei veranlaßt-, gewahrt weiden, so ist darauf zu achten, daß immer mehr Parteigenossen dem Unternehmen beitreten, besonders die jungen Parteigenossen, wodurch die Partei selbst ihr allzeit getreues Abbild in den Mitgliedern der Genossenschaft zu erblicken vermag. Der Eintritt in die Genossenschaftsbuchdruckerei ist leicht ge- macht. Bekanntlich erfolgt derselbe durch Zeichnung eines oder mehrerer Amheilscheine, deren jeder sich auf zehn Thaler beläust und mit sechs Procent jährlich verzinst wird. Die Antheilscheine können entweder sofort ganz cinbczahlt oder müssen in Monatsraten von je einem Thaler erworben werden. Außerdem ist bei Eintritt in die Genossenschaft ein Eintrittsgeld von fünf Sgr. zu entrichten. Ich weiß, daß es manchen Parteigenossen schwer wird, einen Antheilschein allein zu erwerben. Sie mögen sich daher nach Bedürfniß vereinigen. So kommen sie und kommt die Genoffen- schaff auch zum Ziel. Dieses Ziel aber heißt: wirthschaftliche Emanzipation der Partei als solcher und damit Aufschwung zu höherer agitatorischer LeistuugSfähigkeil als bisher. A u g u st G e i b. de« sozialdemokratischen Arbeitervereins findet in Bellcvne. Eimsbüttel, am Sonntag, d. 23. August statt, Preis der Karte 6 Schill. Damm frei.— Anfang 4 Uhr Nachm. Karten find zu haben bei den Colporteuren Schultz und Schütze, bei Traumann, Dragouerstall unter 23 und bei Selb, Rödingsmarkt 12. Zahlreichen Besuch von Freunden und Parteigenossen erwartet� Das Festcomitö.[22 l t] Leipzig Gewerkschafts-Vorstände. _ Freitag, den 21. August. Abend« 8 Uhr: Zusammen- kunst bei Fröhlich, Nicolaistr. 38 Goldner Ring, im Hof 1 Tr. Z. K.[3] Leipzig Allgemeine Versammlung sämmtlicher hier bestehenden Gewerkschaften und Fachvereine, Montag, den 24. August 1874, Abends 3 Uhr im Saale de« „Eldorado."— T.-O.: 1) Das Contraitbruch-Gesetz. 2) Die Ein- sührung der Arbeitsbücher. Ref.: I. Motteler. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. D. B.| förtthlilt Mittwoch, den 19. August, Abend« 8 Uhr: Allgemeine Schncidergchilfcn-Vcrsammlung im Saale de«„Eldorado."— Referenten: Rick aus München u. Her« tel aus Nürnberg.'Näheres durch Plakate. I. A.: Hunfe.[4] N T er hi Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, den 20. dss. Mi«., Abends Punkt l/z9 Uhr: Versammlung im„Eldorado."— 1) Diskussion über Punkt' 7 deS Crfenacher Programms, die Einsührung von Geschworenen. Gerichten:c. 2) Sozial-politischer Wochmbericht. Ref.: Schöps jun. D. B.[5] Ur pa siö asn infffam Sonntag, den 23. August. Nachmittag 3 Uhr, sind Vertreier aus allen Orten de« 19. Wablbeürk«;a einer Conferenz im Schießhause[eingeladen.— Zweck: Organisation, Agitation und Wahlangclcgcnhcet betressend. K. Ehrenrraui.[10] Pforzheim Herr Friedrich Lvbenbcrg wird ersucht seine: gegenwärtige Adresse Unterzeichnetem mitzutheileo.] Stecher. ,7*: Genossenschastßbnchdrucktrki zu Leipzig. Die Wahl de« Auf sichtSraths hat am 1. August d. I. zu Hamburg stattgefunden. Gewählt wurde: Paul Martinssen zum Vorfitzenden, F. Fischer zum Stellvertreter des Vorsitzenden, I. Auer zum Schriftführer, H. Benneke und Aug. Geib zu Beisitzern. Der Aufsichtsrath hat sich laut§ 20 des Statut« coustituirt. Die Adresse de« AufsichtSraths lautet: I. Auer, Breitestr. 39, Hinterhaus, Hamburg. an Fr so de, de, un Ho wü die [Iis Friedrich Hang, Schuster v. Doßenbach(Baden), ehemaliger Präfi« dcnt de« Deutschen Ardeiterbildungsvereins Romanshoru(Schweiz)» wird aufgefordert, seinen wohlbcwußten Pflichten gegenüber unserem Bereit unverzüglich nachzukommen, sonst nach den Statuten verfahren wird., Namens de» Vereins Romanshoru der Präsident: I. Bach mann.[5j Danksagung. Meinen Mitarbeitern und Gesinnungsgenossen fiü ihre THeiluayme und Unterstützung während meiner Krankheit meine» herzlichsten Dank. Augsburg im August 1374. Buchwieser.[1Ä Bei meiner Abreise herzliches Lebewohl. von Leipzig sage ich allen Parteigenossen P. Wölfs. ei» Wi die der eng «us der Äm via geri Zu alle (irr der kl-r uah Ü! daci Aie d>ar Urtheil. % daß »ich d>vr In der Untersuchung wieder den Wirker Karl August Gottlob Rei''uz chelt, aus Apolda, wegen össemlicher einfacher Beleidigung und vei'/ei, leumderischer Beleidigung hat das Großherzogl. S. KreiSgericht zu Wti'i>Heis mar, in seiner öffentlichen Sitzung vom 8. Juli 1874 in welcher gegen' hjes wältig waren:'zZz � KrcisgerichtSraih Dr. Reiuhold als Vorsitzender, KreisgerichtSrath Andreae, KreiSgericht»- Assessor Krieger als Beisitzer|f8e nach Vortrag der Anklage vom 8. Juni 1874, nach Vernehmung dck Kr- f-da .l-Ut I-Ibf Augeklagren, nach Vorführung der Bewkismitlel und nach weiterem Ge'jdie hör der Staatsanwaltschaft für erkannt: Recht Mr, die »-hr trieskaste» der Redaktion. F in Cosel: Die Adresse von H. Schm können Sie am Besten in der Redaktion des„Arbeitcrffeund" Prag, Kremcnetzgasse Nr. 1250 II. erfragen. der Expedition. B- Arbeiter-Bildungs-Ver. Bluden; Ab. thlr. 1 17. Kürschnerverband hier Ann. 6 gr. Tbr Wieda gr. 11 5. Brckhrdt Stuttgart Schr. thlr. 18 5. Ärtschmr Dortmund Schr. gr. 27 5. I, Nokoc Karolinenhof Ab. 4 thlr., Schr. thlr. 1 20. Tischlerliedcrtafel Hamburg Ann. 11 gr. Grgs Berlin Ann. 16 gr. Arb.-Ver. Thon- berg Ann. 5 gr. Wkpf Hannov-r Ab. 2. Q. thlr. 13 10. Agitation«. Com. das. Ann. 22 gr. Pchlr Hannover 16 gr. Wlf hier Ann. 5 gr. H. Schltr Chicago Ab. 2. Qu. thlr. 96 20 6. Frzl Stollberg Aun. gr., Schr. 17 gr. F. Hllmnd Staßfurt thlr. 1 1, für Schrst. oder f. Druck? bitte um Antwort. A. Brbm Gotha Ab. 2. Qu. thlr. 10 3. Klssdrf Bremen Schr. thlr. 7 13 7. Berichtigung. In Nr. 94 ist in der Corresponden; Mülscn St. Jacob gesagt, daß ich am 4. August in Haft genommen wäre. Ich be- richtige, daß ich erst in einigen Tagen die Hast antreten werde. Da- gegen bin ich am 4. August gepfändet worden. St. Micheln. H. Müller. Es wird der Angeklagte Wirker Karl August Gottlob Reicht j aus Apolda wegen öffentlicher einfacher und verleumderisch�», � Beleidigung eines Mitgliedes der bewaffneten Macht in B«'"ö zug aus dessen Beruf in Gemäßheit der§§ 185, 187, 196 de» Reichsstrafgesetzbuchs in eine Gefängnißstrafe von drei M«' natcn und aus Grund des Art. 359 der StrasprozeßordnuÄ in die Kosten des Strafverfahren» verurrheilt; auch in G«' vim mäßheit de«§ 200 de« Strafgesetzbuch» der verfügende ThiNtih, dieses Urtheils in einem öffentliien Blatt, womöglich iu dckgia in Leipzig erscheinenden Zeitung„der Bolksstaat" Organ Hju Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der internationale»� Gewerksgenossenschasten eventuell in einem anderen öffentliche». � Blatt bekannt zu machen, sosern der Beleidigte binnen sech� Wochen von Zufertigung der Abschrift diese« Urtheil», wel-ff demselben ebenfalls aus Kosten des Angiklagten zu ertheile» ist, einen dahin gehenden Antrag stellt. Gründe IC, 3C. Reinhold. Andreae. Krieger. wird in Gemäßheit des gestellten Antrags veröffentlicht. Weimar, den 7. August 1874. Großherzoglich Sächs. KreiSgericht. Burckhard. [100]. Huschke, Auditor. Leipzig: Bcrantw. Redakteur: M. Preißer.(Redakliou uud El peditiou Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckec�