r Erscheint in Jeipng Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Hox 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, S. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Der VolWat Abonnementspreis für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Lten u. Lten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Allenburg auch auf den Iten Monat deS Quartals a ö'/a Sgr. OrgandersozialdemokratischenArbeiterMrteiMdderinternationalenGejverksgenojsenschilften. Fuftrote, die Abhaltung von Partei-, Verein«- und Vollsversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und Vergnügung«- Anzeigen mit 2'/« Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet.{ 101, Gmuttag, 30. August. 1874. Avounements auf den„Volksstaat" für den Monat September zu 5 lk Silbergroschen werden bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig pro Monat zu 6 Ngr. bei der Expedition, Zcitzcrstraße 44, und bei Colportenr Müller, r:e Umgegend von Leipzig bei den Filiaiexpeditionen: für tilkmarsdorf, Reudnitz, Reu- schönefeld, ic.:c. bei Frau Friedrich, Anger Nr. 5, für �snnewitz:c. bei Teubcrt, Bornaische Straße 1Ä, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer,-Nr. 87 daselbst, für Thonberg bei Horn, Hauptstr. Nr. 95, für Plagwitz und Lindenau bei Hr. Schuster, Merscburgerstr. 26, für Gohlis:c. bei O. Pcnkerl, Hauptstr. 19. Für Berlin wird aus den„Bolksstaat" monatlich für 8 Sgr. frei in's Haus abonnirt, bei Trautmann. Engelufer Kll, 4 Treppen;— R u b e n o w, Brunnenstraße 34 im lladen; Mehner, Elisabethkirchstr. 1; Bogel, Prinzenstr. 6 l. Krause, Zionskirchplatz 2, 3 Tr. Der AbonnementSbclrag ist bei Bestellung zu entrichten Bourgeoisie und Arbeiter. „Diese Soldaicn und dieses Volk"— es ist die Rede vom Pariser Kampf des 10. August 1792, dem Tage der thatsächlichen Thronentsetzung Ludwigs XVI.—„sie hatten nicht aus Ehrgeiz, noch weniger aus Raubfucht gekämpft. Sie kehrten mit leeren Händen, mit müden Armen in ihre Werkstätten zurück. Arbeiter der Freiheit, hatten sie ihr einen Tag gewidmet. Sie kämpften für sie, ohne sie zu verstehen; gleichzeitig gegen das Schicksal der Gewalt, gegen die Frage über Monarchie und Republik; unfähig, den Begriff der Worte anzugeben, für welche sie starben, und gleichsam durch eine gottentflammte Ahnung deffen getrieben, was sie für die Menschheit eroberten. Die Bourgeoisie kämpfte für sich selbst, das Volk kämpfte für die Ideen. Selffam, aber wahr, in der Bourgeoisie war mehr Einsicht, im Volke mehr Ideal. Die Schattirung zwischen diesen beiden Klaffen hatte sich durch ihre Haltung während des Tage« zu sehr charakterisirt. Die Na- tionalgarde, die aus der Bourgeoisie, der Partei Lafayette'S, der Girondisten, Pstion's bestand, hatte weder zu hindern, noch zu fördern, weder anzugreisen, noch zu vertheidigen verstanden. Auf der einen Seite(aus Angst) den Sieg des Volkes, auf der anderw «aus Neid) den Triumph des Hofes und der Aristokratie fürchtend, hatte sie nur für sich selbst Partei genommen. Mit Mühe zu- sammenzebracht, in ihren B wegungen unentschieden, ihre Ini- tiative der Republik, ihre Unterstützung dem Könige versagend, war sie Gewehr in Arm zwischen dem Schlosse und den Vor- städten geblieben, ohne dem Stoße zuvorzukommen, ohne den Sieg zu entscheiden; dann feig auf die Seite des Siegers übergehend, hatte sie nur auf die Flüchtlinge geschossen. „Jetzt kehrte sie gedehmüthigt und bestürzt in ihre Läden und EomtoirS zurück. Sie hatte mit Recht den Vorrang vor dem Volke verloren. Sie sollte nur noch die Parade der Re- volution sein, die den Befehl hatte, all ihren Akten, all ihren Festen, all ihren Verbrechen anzuwohnen; eine lebendige und eitle Dekoration unter den Händen aller Maschinisten der Republik." So schildert Bourgeoisie und Arbeiter einer der eigensinnigsten Fürsprecher des G-ldbürgerthumS, Herr von Lamartine im dritten Bande seiner„Geschichte der Girondisten"(Stuttgarter Ucbersetzung, Seite 192). Er denunzirt dankit, ohne es eigentlich Zu wollen, die ganze politische und moralische Unfähigkeit seiner Kgenen Klaffe. Ich sage„ohne es eigentlich zu wollen", denn Lamartine war viel zu sehr Galan der Phrase, um ein Ritter der Logik sein zu können. Wenn es gestattet wäre, in der ihm eigenen Sprache zu reden, könnte man sagen: Er küßte die Wahrheit, aber « sog keine Gluth der Leidenschaft ein; er schaute ihr ins Ange- ficht, aber ihre Fcuerblicke verzehrten ihn nicht.— A. H. Politische Uebersicht — Ein Bombardier par excellence. Die„Kepublique iran�aise", daS Organ Gambetta'S bringt genaue Benchte über bin angeblichen„HumanitätS-Congreß" in Brüffel. Wir finden darin folgende hochinteressante Mittheilung: „Sitzung vom 31. Juli. Baron Iomini legt einen amen- bitten und vermittelnden Entwurf vor, der als Grundlage für die weiteren Verhandlungen gewählt wird. Man beschäftigt sich wit Kapitel 4 des ersten Abschnitts:„Von den Belagerungen und Beschießungen". Der Ausschuß nimmt folgende Grundsätze an: Eine offene, weder von Truppen noch von den Einwohnern ver- ih-idigte Stadt, darf weder angegriffen noch beschossen werden; bor dem Bombardement muß der Belagerer Alles thun, was in winen Kräften steht, um die Behörden zu avisiren; Kirchen, Kunst- dil kuiüler� wissenschaftliche und milde Anstalten müssen nach Möglichkeit geschont werden. Baron Lambermont(Belgien) Aoilt eine von den Einwohnern von Antwerpen an die belgische Regierung gerichtete Petition mit. Darin wird das Bedauern ausgestochen, daß es nach dem Entwurf gestattet sein soll, bei der Beschießung von Festungen auch Privatgebäude, die bon harmlosen Bürgern bewohnt werden, in Mitleiden- Schaft zu ziehen; die Petenten halten es im Interesse der Menschlichkeit für wünschenSwerth, dies ausdrücklich zu verbieten. Belgien empfiehlt dem Congresse diese Petition. Herr von Lans- berge(Niederlande) schließt sich dem Vorredner an. General von �oigrs-Rheetz(Deuffchland) erklärt zum Protokoll: Da das Bombardement eines der wirksamsten Mittel ist, den Zweck deS Krieges zu erreichen, so hält es die deutsche Regierung für unmöglich, den Wünschen der Bittsteller von Antwerpen zu willfahren". Offen gestanden, diesem Herrn von VoigtS-Rheetz sind wir zu Dankbarkeit verpflichtet. Nachdem er schon bei der Militär- Gesetz-Debatte im Reichstage erklärt, daß das deutsche Reich„nur mit Siegen rechnen" dürfe, also bei der ersten verlorenen Schlacht zusammenbrechen werde, theilt er uns hier noch mit, daß das Bombardement ebenfalls eine der„sittlichen Grundlagen" ist, auf welcher dies„Reich der frommen Sitte" steht und ohne welche es nicht bestehen kann! Unfern schönsten Dank, Herr General! Wir sehen nun ziemlich klar in die Zukunft! Aber die Pariser Commune dürfen Sie nun nicht beschimpfen wegen ihrer Haltung bei ihrer Vertheidigung! Merken Sie sich das, falls Sie etwa einmal bei „gehobener Stimmung" derartige Anwandlungen bekommen sollten! — Zweiundvierzig Arbeiter sind in der letzten�ttt�n .Paris Hungers gestorben! So meldet der„Rappel", ein ! bürgerlich- republikanisches Blatt. Diese Thatsache allein rechtfertigt aufs Glänzendste die so schmählich ermordete Pariser Com- mune. Unter der Commune hat Niemand gehungert. Die Com- mune verschaffte Allen Arbeit und Brod. Das Banditenthum, daS sich berufen fühlte, die Gesellschaft zu„retten", ist unfähig, das Proletariat vor dem Hungertode zu schützen, selbst wenn es den guten Willen dazu hätte. Und zweiundvierzig Arbeiter sind verhungert, ohne daß ein Bourgeoisblatt zu behaupten wagt, sie seien unfähig zur Arbeit gewesen oder hätten nicht arbeiten wollen! Rechnet man dazu die ungeheure, erschreckende Menge von Selbst- morden, die in Paris ausgeführt werden, weil die Unglücklichen, denen daS Leben zur Last, geworden, sich trotz des besten Willens, zu arbeiten, nicht vor dem Hunger schützen können, so begreift man erst, welches furchtbare Verbrechen die Niederwerfung der Commune war. Wie lange wird'S dauern, bis die Pariser Ar- beiter, gleich den Lyoner Seidenwebern, wieder zu der Ueberzeu- gung getrieben sind, daß ihnen nur zwei Auswege bleiben:„Vivre en travaillant ou rnourir en cornbattant"?(Arbeitend leben oder kämpfend sterben!) Bis die vielgeschmähte Commune wieder zu Ehren gelangt? Allzulange jedenfalls nicht! Dann mag man ernten, was man gesät. � —„VolkSwirt�schaft". Zu Crefeld tagte vor Kurzem ein sogenannter volkSwirthschaftlicher Congreß, wo EraS, Lam mers und andere„VolkSwirthe" die üblichen Reden hielten. Der Vorsitzende dieses Congreffes war Niemand Anderes, als„unser Braun", der siebenfache Gründer. Damit ist dieser Eon- greß schon genügend charakterisirt. Um übrigens anschaulich zu machen, wie diese„VolkSwirthe" praktisch die„Volkswirthschaft" betreiben, entnehmen wir der Hamburger„Reform" nachstehendes hübsche„volkswirthschaftliche" Bildchen: „Cuxhafener Eisenbahn- und Hafenbaugesellschast. Der neu' See- und Handelshafen Cuxhafen gewährt in seinem jetzigen Zustande ein abschreckendes Bild der Gründer- epoche. Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, daß wir dieser Aktiengesellschaft und ihrer Schwester, der Jmmobiliengesellschaft in Cuxhafen, nicht das geringste Vertrauen schenken, und der Ham- burger Senat hätte sich ein trauriges Zeugniß ausgestellt, wenn derselbe die verlangte Unterstützung von jährlich 60,000 Thlr. Zuschuß auf 20 Jahre hin bewilligt hätte. DieS ist wenigstens nicht geschehen, denn dieser Zuschuß würde heute wahrscheinlich die einzige sichere Quelle bieten, aus welcher die Arbeiter bezahlt werden könnten. Vergebens fragt man heute nach dem Anzeichen deS großartigen Interesses, welches angeblich der englische Hau delSstand an dem Unternehmen haben sollte, vergeben» nach den versprochenen kolossalen Erdhebemaschinen, vie s. Z. zur AuS- baggerung der Zuiderfee bei Holland benutzt wurden. Die Zahl der in Cuxhafen beschäftigten Arbeiter beträgt zur Zeit nicht über 250 Mann, von denen noch ein erheblicher Theil zur Ziezelfabri- kation verwendet wird. Wenn 2— 3000 Mann auf dem Platze wären, da hätte die Sache einen Sinn." DaS„Leipziger Tageblatt", welches dieses„abschreckende Bild" ahnungslos seinen Lesern vorführt, weiß natürlich nicht, daß„unser Braun", der Vorsitzende des erwähnten volkswirthschaftlichen Eon- gresseS, einer der Hauptgründer dieses schwindelhaften„Unter nehmenS" ist, der fein Reichstags- und Landtagsmandat benutzt hat, um damit für daS Unternehmen zu baucrnfängern. Wie Viele mögen wohl„reingefallen" fein!/ Man erwäge noch die Unverschämtheit, für ein solches„Unter- nehmen" vom Senat zu Hamburg jährlich 60,000 Thaler zu ver- langen— zu verlangen, daß die Steuern der Hamburger Bürger und Arbeiter für den Cuxhafener Schwindel verpulvert werden sollten, um„unserm Braun" und andern Gründern die weiten Taschen zu füllen, und man hat ein prächtiges Bild der auf dem Crefelder Congresse verhandelten„volkswirthschaftlichen Ideen". — Deutsche Gerechtigkeit. Die Chemnitzer„Freie Presse" vom 18. d. schreibt: „Der ehemalige Direktor der in Concor« verfallenen Pirnaer Bank, Moritz Bretschneider, ist am Freitag Nachmittag aus seiner Untersuchungshaft auf Handgelöbniß entlassen worden. Dem des groben und bedeutenden Betrugs dringend verdächtigen Gründer wurde also Das- gewährt, waS man einem Abgeordneten des deutschen Volkes, dem Schriftsteller Most, verweigert. Darnach kann sich Jeder ein Bild machen von dem eigentlichen Wesen des „Reichs der Gottesfurcht und frommen Sitte". Ja, warum ist Most auch so dumm gewesen, statt selbst lange Finger zu machen, den vornehmen Langfingern auf die Finger zu klopfen!_ — In dem Prozeß gegen Gustav Rasch wegen d-S Buchs: „Die Preußen in Elsaß und Lothringen" ist seitens des Braun- schweizer Gerichts die zeugeneidliche Vernehmung des Reichskanzlers Fürsten Bismarck über seine Aeußerung zu der elsäsflschen Depu- tation:„Betrachten Sie sich als eine Republik, die sich selbst re- giert," der elsässischen Abgeordneten Deutsch, Guerber und Lauth, sowie einer Reihe bekannter Persönlichkeiten in Straßburg und Metz, wie der Herren Goguel, Carrs, Lichtenbergcr, Pechoutre, des Reichstagsabgeordneten Sonnemann und des Reisegefährten des Verfassers, Dürand in Stuttgart, über die politischen und administrativen Zustände in Elsaß und Lothringen, endlich de« LandtagSabgeordncten Eugen Richter über die dortige offiziöse Presse beschlossen worden. Die Elsässer werden nun also Gelegenheit haben, sich öffentlich über ihre heimathlichen Zustände auszusprechen. Auch die zeugeneidliche Vernehmung deS Herzogs Friedrich von Augustenburg-Schleswig-Holstein über die ihm seitens des Königs von Preußen im Jahre 1864 gemachten Versvrechungen ist wegen der dem Angeklagten zur Last gelegten Majestätsbeleidigung an- geordnet. Da Hr. Bismarck unter so bewandten Umständen in eine fatale Klemme gerathen könnte, so wird wohl dafür gesorgt werden, daß der ganze Prozeß sachte einschläft. Natürlich unbe- schadet der„Unabhängigkeit des Richterstands". Berichtigung. Aus einer Aeußerung der Sympathie für die Kämpfer von Carthagena gegenüber Castelar will der Hamburger„Sozial- demokrat", das Organ der Bräuer'schcn Fraktion, den Beweis schöpfen, daß wir für die föderalistische Bewegung in Spanien eingetreten seien. Kommt es dem„Sozialdemokrat" darauf an, die Wahrheit zu konstatiren, so möge er die Nr. 72 des„Volks- staat" vom 15. August deS Jahres 1873 zur Hand nehmen und folgenden Passus unserer politischen Ueberficht abdrucken: „Alle bedeutenderen Städte, in denen die spanischen Födera- listen sich des Ruders bemächtigt hatten, sind eine nach der anderen, mit Ausnahme von Carthagena, das allein sich noch behauptet, den Truppen der Regierung erlegen. Daß auch Carthagena in seiner Vereinzelung nicht auf die Dauer widerstehen kann, liegt auf der Hand; und so wäre denn abermals der Beweis geliefert, daß das sogenannte föderalistische Prinzip in Zeiten der Revolution, welche die Zusammenfassung der Kräfte erheischen, ein Irrlicht ist, welches Den, der dumm genug ist ihm nachzulaufen, unfehlbar in den Sumpf führt. Wir hoffen: qn den spanischen Arbeitern, die zwar bei den jüngsten Aufständen nicht maßgebend betheiligt waren, aber sich doch stark von den föderalistischen Trugphrasen haben beeinflussen lassen, wird die Lehre nicht verloren sein.— Daß in Spanien die konservativen Republikaner gegen die Radikal-Repu- blikaner mehr Energie entwickelt haben, als gegen die reaktionären Carlisten, ist beiläufig eben so sehr in der Natur der Dinge be- gründet, wie das die konservativen Republikaner durch ihr contre- revolutionäres Vorgehen aus Seiten der bewußten Reaktion ge- drängt werden. Die Geschichte der stanzösischen Revolution beweist dies auf das Eklatanteste." Wir dächten, daS wäre deutlich. Gewerkszenoffenschastliches< Allgemeiner deutscher Schnciderverein. Protokoll der in Halle a/S. am 16., 17. und 18. August d. I. abgehaltenen Generalversammlung. Aerkin, 25. August. Die Delegirten zur Generalversamm- lung wurden am 16. d. M., Morgens 9 Uhr, im Gasthof Schier- gott zu Halle a/S. vsn dem dortigen Bevollmächtigten Beyer NamenS der Halle'schen Mitglieder in einer kurzen Ansprache be- willkommt. Reimann dankt als Alterspräsident Namens der Delegirten den Halle'schen Mitgliedern für den freundlichen Em- pfang, begrüßt gleichfalls die anwesenden Delegirten unter Hin- weis auf die Wichtigkeit der diesjährigen Generalversammlung, und ersucht die Delegirten, sich jeder Wiederholung bereits aus- geführter Gründe, wenn irgend möglich zu enthalten, da die kurze Zeit und die Wichtigkeit der vorliegenden Anträge dies unbedingt nöthig machten. Reimann, als Vorsitzender vorgeschlagen, bittet, ihn von jedem Amt zu suSpendiren, sowohl wegen seines Gesund- heitSzustandes als auch wegen verschiedener durch ihn zu vertreten- der Anträge. Hierauf werden Mendt(Berlin)-.als erster, KlerkS (Gießen) als zweiter Vorsitzender, Beyer(Halle) und Witt(Leipzig) als Schriftführer gewählt. Zur Führung des Protokoll« wird College Messer(von der Halle'schen Mitgliedschaft) durch Beyer vorgeschlagen und übernimmt derselbe bereitwilligst dies Amt.— Nachdem das Bureau konstituitt, werden Hagen(Bayreuth), Fischer (Braunschweig), Rieck(München, Regensburg, Landshut) zur Prü- sung der Mandate und zur Feststellung der Reihenfolge der TageS- ordnung, und Hertel(Nürnberg), Zimmer(Elberfeld-Barmen) und Witt zur Prüfung der Belege, Bücher und Kasse gewählt. Hierauf wurden zwei Schreiben an die Controlcommisston resp. General- Versammlung verlesen; sie betreffen 1) die Beschwerde eineö Ber- liner Mitglied« wegen seines Ausschlusses aus dem Verein durch den Ausschuß, und 2) eine den Bayreuther Strike betreffende An- frage. Die ersje Angelegenheit wird nach Verlesung der betreffen- den Schriftstücke und nach längerer Diskussion, in welcher da« Für und Wider gründlich erwägt werden, dadurch erledigt, daß mit allen gegen eine Stimme(Einer enthielt sich der Abstimmung) die Ausschließung des Betreffenden auf Grund des§ 6 des Gewerkschaftsstatuts als vollständig gerechtfertigt erklärt wird. Hertel und Rick werden mit Abfassung des Bescheides an den Betreffen» den beauftragt. Die Angelegenheit all 2) wird der Rechnungs- prufungScommission zur Durchsicht und Berichterstattung übergeben. Unterstützung 4 Thlr. pro Woche. Diejsniqen jedoch, welche min- Arbeiterpartei keine weitere Thitizkeit, welcher Art Hierauf wird die Sitzung Mittags 2 Uhr bis Montag früh 8 Uhridestens 26 Wochen Mitglied sind und keine Steuer restiren, erhalten immer fei(!) an den Tag lege. In Folge dessen kann benann � fCrtVMwifftrtv»/»« Qrnf' tm itrtrtaf.ttlfc fnfrtvf hftfi Nk�ss-» �f\n zt'J'lifrn. titrfif VnprVion" fte vertagt, um den Commifsionen Zeit zur Erledigung ihrer Aufgabe� im Erkrankungsfalle sofort das voll- Krankengeld von 4 Thlrn zu lassen. pro Woche. Unter 5 Tagen wird.Krankenunterstützung nicht ge- Montag,.den 17., Morgens 3 Uhr, wird die Versammlung«ährt. Die Beiträge sind während der Krankheit fort zu zahlen. durch Mendt eröffnet. Der Bericht der MandatprüfungScommission� Bis zur nächsten Generalversammlung wird die Kcankeuunter- ergibt, daß 19 Städte durch 16 Delegirte(incl. der eingesandten stützung nur für 26 Wochen gewährt; am Schluß des Z 11 Hin- Mandate) vertreten sind, und zwar Augsburg durch Scherings zuzufügen:„oder falsch- Angaben bei Aufnahme in den Kranken- Barmen- Elberfeld durch Zimmer, Bayreuth durch Hagen, Berlin Unterstützungsbund gemacht haben.« Ein Antrag auf Erhöhung durch Mendt, Braunschweig durch Fischer, Chemnitz durch Schöffel, Erfurt durch Marcus aus Halle, Gießen durch Klcrks, Schwäbisch Gmünd durch Mumme aus Braunschweig, Gotha durch Hennig, Halle durch Beyer, Leipzig durch Witt, München, LandShut und RegenSburg durch Rieck aus München, Nürnberg durch Hertel, Pforzheim durch Reimann auS Berlin, und Wiesbaden durch Barbchenn. Sämmtliche Mandate werden für giltig erklärt. Hie- rauf wird der von Hertel und Rieck verfaßte, an das ausgeschlossene Berliner Mitglied zu sendende Bescheid verlesen und genehmigt, sowie die sofortige Absendung beschlossen. Da die Commisstou zur Prüfung der Bücher, Belege und Kasse mit ihrer Arbeit noch nicht fertig ist, wird die Sitzung bis 2 Uhr Nachmittags vertagt. Um 2 Uhr Nachmittags erfolgt die Eröffnung der Sitzung durch Wendt. Es folgt zuerst der Bericht der Commission für Prüfung der Bücher, Belege und Kasse und wird durch denselben festgestellt, daß der Ausschuß, ohne vorherige Rücksprache mit der Controlcommission zu nehmen, eine statutarisch nicht berechtigte Ausgabe gemacht hat. In Anbetracht des guten Zwecks und weil der Ausschuß sich dazu berechtigt wähnte, beschließt die Versamm- lung, für diesmal dem Ausschuß Indemnität zu ertheilen, erklärt jedoch ausdrücklich, hierdurch keinen Präcedenzfall schaffen zu wollen und beschließt ferner, daß in Zukunft jede nicht statutarisch gerecht- fertigte Ausgabe durch den Ausschuß von letzterem zurückerstattet werden muß. Nach Erledigung einiger Monika wird dem Haupt- der Beiträge wird durch Annahme nachstehenden Gegenantrags beseitigt:„Die Generalversammlung erachtet die Erhöhung der Beiträge als z. Z. nicht berechtigt, beauftragt jedoch den Ausschuß, falls eine Erhöhung unbedingt nothwendig würde, sofort darüber eine Urabstimmung der Mitglieder zu veranlassen. Schluß der Sitzung Nachm. 1 Uhr. Die Schlußsitzung wird Nachmittags 2 Uhr durch Mendt er- öffnet. Ein Antrag, der Ausschuß möge Formulare zur Anlegung der nöthigen Bücher anfertigen lassen und an alle Mitgliedschaften senden, wird angenommen. Ein anderer Antrag, die Geschäflsord- nung der Holzarbeitergewerkschaft beim Kranken-UnterstützungSbund einzuführen, wird abgelehnt, jedoch nachstehender Zusatzantraz zur Die betreffenden Kranken Geschäftordnung angenommen: Z 13 controleure(§ 17 deS Kranken-UnterstützungSbundeS) haben die die Verpflichtung, auf dem vom Arzt atteftirten Krankenschein durch™ ST" T ihre Unterschrift zu beglaubigen, daß sie den Kranken in der auf?*ß zu bew-rkst-ll.gen. All- hrerauf bezüghchen Anfragen-c. tes Fest nicht abgehalten werden. Darnach darf ein„aufgelöster« Sozialdemokrat auch nicht mehr arbeiten. Denn daß Arbeit eine„Thäiigkeit" ist, wird der Bürger- meister von Schoppershof doch wohl zugeben, wenn ihm auch diese der ZArt Thäiigkeit« fremd sein mag. An sämmtliche Knrschncrgehilftn Deutschlands. Durch das Vorgehen der Meister von Leipzig und Umgegend sind die hiesigen Gehilfen veranlaßt worden, einen Verband zu gründen, welcher nicht blos für Leipzig und Umgegend, sondern auch für ganz Deutschland gelten soll. Dieser Verband der Kürschnergehilfen, zunächst für Leipzig und Umgegend bestimmt, ist Sonntag, den 16. d. I. August unter großer Betheiligunz der| ff Gehilfen ins Leben getreten. Es wurden folgend- Collezen in'\ den Vorstand gewählt: Friedrich Oertelt, 1. Vorsitzender; Fri�dr. Lehmann, 2. Vorsitzender; Herrmann Walther, Kassirer; Frehse, Barthel, Voigtmann und Noa als Beisitzer. Collegen allerorts! Es ist nun an Euch, ein Gleiches zu thun. Wir werden Jedem mit Rath und That beistehen, und unsere Statuten:c. zur Ansicht gern einschicken. Eine Verbindung unter den Kürschnergehilfen Deutschlands muß hergestellt werden; wir haben den Anstoß gegeben, Eure Aufgabe ist es nun, den dem Krankenschein bemerkten Zeit zu Hause und nicht arbeitend angetroffen haben. Nur auf Grund eines solchen Krankenscheins zahlt der Ortskafstrer das Krankengeld und zieht von demselben die wöchentliche Steuer ab. Der als Beleg dienende, dem Aus- schuß einzusendende Krankenschein muß außerdem vom Bevoll- mächtigten und Kassirer unterzeichnet sein." Alle andern Anträge, als: Sterbekassc für Frauen, Aufnahme in den Kranken-Unter- stützungSbund bis izum 42. Jahre u. f. w. wurden abgelehnt. kassirer Decharge ertheilt.'Hierauf wird die Generaldiskussion. Ueberhaupt machte sich die Ueberzeugunz geltend, daß man alles über die gestellten Anträge eröffnet. Nachdem in längerer Debatte � Experimentiren mit der Krankenkasse vermeiden und namentlich für und wider die gestellten Anträge gesprochen worden und sich j streng darauf sehen müsse, daß nicht unlautere Elemente dieselbe dadurch im Allgememen die Ansichten geklärt hatten, ward zur SpezialdiSkussion über die einzelneu Anträge in der von der Com- Mission festgestellten Reihenfolge geschritten. An den nun folgen- den Debatten über die einzelnen Anträge betheiligen sich alle Delcgirten sehr lebhast. Ein Antrag auf Beitritt der Gewerkschaft zur Union wird als noch verfrüht, weil in erster Linie Kräftigung der Gewerlschast am nöthigsten ist, und unter Hinweis� auf die materiellen Opfer, welche der Union gebracht werden müßten, ab gelehnt. Ebenso die Gründung eines Verbandes der verschiedenen Schueidervereine. Der darauf bezügliche Antrag:„Die General- Versammlung des allgemeinen deutsa>en Schneidervereins erklärt die Gründung eines Verbandes fämmtlicher Schneidervereine Deutschlands wegen zu geringer Nachfrage nach den Statuten als zur Zeit nicht rathsam, beschließt deshalb, sich einem etwa zu gründenden Verband vorläufig nicht anzuschließen und erkläri die da mit betraute Commission ihrer Aufgabe für entbunden, ermächtigt jedoch dieselbe, etwaigen darauf bezüglichen Anfragen durch Ein- sendunz der qu. Statuten gegen Erstattung des Kostenbetrages zu genügen«, wird angenommen. In Betreff der festen Besoldung des Geschäftsführers geht folgender Antrag ein und wird derselbe angenommen:„Die Generalversammluug anerkennt, daß der An trag München«,„der Geschäftsführer soll einen fixen Gehalt in der Höhe beziehen, daß er vor Maßregelung gesichert ist und sich seiner Aufgabe rücksichtslos hingeben kann,« prinzipiell richtig ist, erklärt jedoch, aus finanziellen Gründen auf den Antrag nicht ein gehen zu können." Ein anderer Antrag,„die Fixirung der Re muneration des Geschäftsführers wie bisher der Generalversamm lung zu überlassen," mit dem Zusatz, daß Ausschuß und Control commission ermächtigt werden, event. dem Geschäftsführer nach Ermessen eine Abschlagszahlung zu bewilligen, wird gleichfalls an- genommen. Den Geschäftsführer durch die Generalversammlung zu wählen, wird abgelehnt. Ein Autrag, daß sämmtliche Bevoll- mächtigte die statistischen Berichte halbjährlich und zwar am 1. Ja- nuar und 1. Juli jeden Jahres einzusenden haben, um sofort durch die Controlcommission zusammengestellt und veröffentlicht zu werden, sowie die dazu nöthigen Formulare durch den Ausschuß anfertigen zu lassen, wird angenommen. Der Antrag, die Bei- träge zur Gewerkschaft auf die Hälfte zu reduziren und für die andere Hälfte eine Frauen-Sterbekasse zu errichten, wird abgelehnt. Ebenso der Antrag, die Generalversammlung nur alle 2 Jahre abzuhalten. Ein die Agitation betreffender Antrag, lautend: „Der Ausschuß möge sich mit dazu geeigneten Persönlichkeiten in Verbindung setzen, um die Agitation ohne großen Kostenaufwand thatkräftig betreiben zu können," wird angenommen, und sollen Collegen, welche sich zur Agitation eignen und gewillt sind, nach Orten überzusiedeln, wo derartige Kräfte fehlen, event. eine Ent- schädigung dafür erhalten. Ein Antrag, die Kassen- und Geschäfts- bücher des Ausschusses abzuändern, wird abgelehnt, da die bis- herigen vollständig klar und übersichtlich eingerichtet sind. Nachdem noch alle übrigen Anträge abgelehnt, wird die Sitzung Abends halb 9 Uhr geschlossen. Dienstag, früh 7 Uhr, wird die Sitzung durch Mendt eröffnet. Die Verlesung der Präsenzliste ergibt auch heute wie an dem vor- hergehenden Tage die Anwesenheit aller Delegirten. Die Com- misston, welche die Bayreuther Strikeangelegenheit zu prüfen hatte, erklärt, Alles in Richtigkeit befunden zu haben, nur sind 4 Thlr., als Vorschuß an Strikende gezahlt, noch nicht eingegangen. Sollten wider Erwarten dieselben nicht zurückgezahlt werden, so haben die Bayreuther Mitglieder solidarisch dafür zu hasten. Hierauf wird Chemnitz als Vorort und Gießen als Sitz der Controlcommission für da» nächste Verwaltungsjahr gewählt. Der Antrag eines Gießener Mitgliedes:„Jedes Jahr zur Generalversammlung muß ein Mitglied der Controlcommission erscheinen. Die dadurch ent- stehenden Kosten sind, falls derselbe nicht gleichzeitig die Mitglied- schaft vertritt, auS der Hauptkasse zu decken, andernfalls trägt die Mitgliedschaft die Hälfte und die andere Hälfte die Hauptkasse,« wird angenommen. Hierauf wird die Generaldiskusston über die eingegangenen Anträge, den Kranken-Unterstützungsbund betreffend, eröffnet. Nach langer eingehender Debatte, an welcher sich gleicb- falls alle Delegirten rege betheiligen und ihre gesammelten Ersah- rungen mittheilen, wird der Schritt der Nürnberger Mitgliedschaft, sich eigene, von den amtlichen abweichende, sehr mangelhafte Kranken- scheine angeschafft zu haben, getadelt und derselben ausgegeben, sich der amtlichen Krankenscheine in Zukunft zu bedienen. Es wird nun zur SpezialdiSkussion der einzelnen Anträge geschritten. ES wird angenommen, am Schluß des tz 1 hinzuzufügen:„des Kranken- Unterstützungsbundes.« Im Z 2 statt:„werden« zu setzen:„sein", tz 9 erhält folgende Fassung: Jedes Mitglied er- hält, wenn dasselbe mindestens 13 Wochen dem Kranken-Unter- stützungSbund angehört und feine Steuern richtig bezahlt hat, im Erkrankungsfall für die Dauer einer 26wöchigen Mitgliedschaft pro Woche 2 Thlr., von da ab bis zum Aufhören der Kranken- sind stets zu richten an den Vorsitzenden des Verbandes Frievrich Oertelt, Leipzig, Lortzingstraße 8. Sämmtliche Kürschnergehilfen von Leipzig und Umgegend. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Fond für Semaßregclle. Bon C. durch L. hier 2 thlr. Ges. beim Arbeiterfest in Burgstädt 2 thlr. 7. GenossenschastSbuchdruckcrci. Antheilscheine be;. Antheilquittungen erhielten ferner: fleth Fr. Sch. 5 thlr., in Leipzig Fr. Joh. W. 60 thlr. In Blitz- [3] zu ihrem Vortheil ausbeuten, was nur durch äußerst strenge Eon trole vermieden werden kann. Einige Delegirte, welche größer-! der Expedition. Lriefkaste« Quittung. B. H. Hlbrnk Bielefeld Schr. 3 thlr. 16. 5. Töpfer- !füt all 6 C. I t 1 fü: un Krankenkassen schon verwaltet haben, machten interessante Mitthei-! verein Hamburg Ann. 12 gr. F. Wkpf Hannover Ann. 23 gr. 3 lunqen über vorgekommene Schwindeleien, welche die Nothwendig- f Augsburg Ann. 1 thlr. 3. Ardciteroildunzsverein hier Schr. 3 ,..Ö•.»?......... ,7. /r...... co.a.t._:.U... tMr. 24.«rrdt b er«Ar 17 ar R m«MH-rifa Wü-> o« thlr 24. Prrdt hier Schr. 17 gr. 5. G. Bgt'Stötteritz Ab. 2. Qu. Es kolat bierauk eine kurre Diskussion überi�lr. iö. W. Brndl Zeitz Schr. 3 thlr. Mllc St. M-cheln Schr. Es folgt yleraus elne�ur;e�wru,,lon uver � � 3 Augsburg Schr. 2 tblr. 18 6 E. Flm Markirch Schr. 1 thlr. I. Dhl Scheibbs Ab. 3. Qu. 2 thlr. 8. A. Trtmnn Berlin keit einer strengen und gerechten Controlc für daSjöestehen jeder Krankenkasse bewiesen das Contraktbruchzesetz, welche ihren Abschluß durch Annahme fol gender Resolution findet:„Die Generalversammlung beauftragt! Schr"? thlr. G. Fschr Burgstädt Ann. 20 gr. den Geschäftsführer des Ausschusses, einen Protest gegen das Con- traktbruchgesetz auszuarbeiten und an alle Mitgliedschaften zu ver 8 Kl ini si! » Bremen Sozialdemokratische Arbeiterpartei. ...„..... t Mittwoch, de» 2. Sevt., Abends 8 Uhri Partri-Vcr- Sobald der Arbeitgeberbund mit Petltion-n au den fammlung bei Gäbet. Balgebrinkstraße Nr. 18.— T.-O.: 1) Bor- haben. trag von G. Säveke. 2) Sozial-pol. Wochenbericht. Ref.: E. Kühn. 3) Die Genossenschaftsbuchdruckerei. 4) Verschiedenes u. Fragekasten.' Sämmtliche Parteigenossen werde».ur regen Agitation für diese Bcr- sammlung, sowie zum pünkllichen Erscheinen dringend ausgefordert. Nur Mitglieder und durch dieselben eingeführte Gäste haben Zutritt. Fjried. Klüssendorf, Vertrauensmann. jSs senden. Reichstag bezüglich Einführung obigen Gesetzes herantritt sämmtliche Mitgliedschaften öffentliche Schneiderversammlungen ein zuberufen, denselben den Protest zur Annahme zu empfehlen und nach erfolgter Annahme dem Reichstag zur Kenntnißnahme einzu- schicken. Die Generalversammlung verhehlt sich jedoch nicht, daß dieser Protest nur eine moralische Wirkung haben wird." Ebenso findet die Debatte über den Normalarbeitstag durch nachstehende angenommene Resolution ihre Erledigung:„Die Ein- führung des Normalarbeitstages ist eine dringende Nothwendigkeit; sie ist jedoch nur dann möglich, wenn alle Collegen in Werkstellen arbeiten. Es ist daher von den Bevollmächtigten nach Möglichkeit dahin zu wirken, daß sich die Collegen über die Wichtigkeit der Werkstattarbcit als erste Vorbedingung des Normalarbeitstages aufklären, um bis zur nächsten Generalversammlung zu einem zu- friedenstellenden Resultat gelangen zu können." Nachdem noch die qu. Commission Bericht über die Thäiigkeit deS Geschäftsführers erstattet hat, werden demselben 25 Thlr. auS der GewerkschaftS- und 5 Thlr. aus der Krankenkasse als Remuneration bewilligt, ebenso dem Hauptkassirer 5 Thlr. und dem Gewerkschaftsorgan 3 Thlr. Hiermit ist die Aufgabe der Generalversammlung erledigt. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Mittwoch, den 2. Sept., Abends ft'/z Uhr: Partei-Vcr- Nachdem Mendt den Delegirten für die ihm bewiesene Unterstützung Eigelstem 2v.— T.-O.: 1) Sozial-politische Rundschau. t�.a Ja ifcJr Res.� Herr Rütinghausen. 2) Abstimmung über den Paragraph 16. Berlin Montag, den 31. August, AbenoS 8'/, Uhr: Oeffentliche Arbeiterversammlung bei Cariu», Pcinzenstr. 72. Vortrag des H. Heyland: Die Bewegung der Weber in Lyon 1831. Um zahlreiche Betheiligung bittet A. Biesel. sls N P! bei be st- tfWtll Dienstag, den 1. Sept.: Ocffenllichc Arbeiterversamm Ol- 4-»Ml lung im Königs" Bortrag de« Herrn Ada m Berlin lung im Königstädtischen Casino, gr. Frankfurterstr. 77. I' Eberhan. Dienstag, den 1. Sept., Adends 8 Uhr: Geschloffeat Mitgliederversammlung de« Allgemeinen Böttcher-(Küper)- Vereins im Heisische» Lokale, Landsbergerstr. 15.— T.-O.: Wabl eine» Revisoren für den Central- und Lokal-Verein. Verschiedenes. Z' de rei ha A> fa: l S >'B. ein Diese Versammlungen finden regelmäßig jeden Dienstag statt. Der Bevollmächtigte. s6s S-l bei Ausübung seines Amtes sowohl als auch wegen ihrer AuS dauer bei Berathnng der eingebrachten Anträge seinen Dank auS- gesprochen, schließt derselbe die diesjährige Generalversammlung Abends 7 Uhr mit einem Hoch auf die Organisation. Im Auftrage der Generalversammlung. Mit Brudergruß und Handschlag A. Reimaun, Alte Jacobstr. 6. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Alle Bevollmächtigten, welche noch reine Abrechnungsformulare liegen haben, werden um deren sofortige Einsendung pr. Streif- band ersucht. Da das Protokoll des Magdeburger Con- gresses zu dem billigen Preis von'/a Szr. pro Exemplar für die Mitglieder in größeren Partien nnd gegen baar versandt wird, so werden die Bevollmächtigten aufgefordert, den Betrag für die gewünschte Anzahl von Exemplaren bei der Bestellung mit einzu- senden. Allen Bevollmächtigten ist ein Exemplar zugesandt worden. Einzelne Exemplare kosten bei Franco-Zusendung 1 Sgr. Bestellungen sind zu richten an Th.?)orck, 1. Vorsetzen 13 in Hamburg. Es bittet die Parteigenossen vollzählig am Platze zu sein __ Der Vertrauensmann.[6] Fi P' al ör IlllhPt* Metallarbeiter- Gewerksgenossenschaft. �Il'� UliUll Montag, den 31. August, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Bartling, Knochenhauerstraße 59: Vcrsammluna der Mit« gliedcr. ___ Die Karten zum Ball werden ausgegeben. Der Bevollm.[5] ttt S 8- «S (tathitlT Allgemeiner deutscher Schneidcrvereiu. g, Montag, den 31. August, Abends 8 Uhr: Versammlung> ttn rtnfhrnpn Wrttt ÜKrftniirtiHntt tinn cfcitcnf; m«- t» u* im goldenen Arm, Restauration von Jacob, Petersstraßc Nr. la im Hofe rechts.— Jedermann willkommen. d. B.[41 GorresponÄenzev» Kkeinzschocher, 22. Aug. In der 4. Beilage des„Leipziger Tageblatts" Nr. 234 ist von dem Siege deS Bürgervereins bei der Kirchenvorstandswahl und davon gesprochen worden, daß die Gründe eines gegen die Gültigkeit der Wahl eingelegten Protestes hinfälliger Art feien. Da die Mitglieder des hiesigen Gemeinde- Vereins auch bei der Wahl eines Kirchenvorstands sich die Aufgabe gestellt haben, für da» Wohl der Gemeinde zu handeln, so hielten sich die, sich selbst so nennenden,„angesehenen" und als„Bürger- verein« zusammengetretenen Bewohner deS OrtS für berechtigt, solchen freiheitlichen Bestrebungen entgegen zu treten und sie in ihren„Sonderinteressen« zu bekämpfen. Der Hr. Pastor des Orts, als Kirchenvorstand, hat nämlich bei der am 16. d. M. vorge- nommenen KircheuvorstandSwahl die Vorschriften de»§ 8 und 11 des Gesetzes vom 30. März 1363 insofern unbeachtet gelassen und verletzt, als derselbe Männer abstimmen und zum Ausfall der Wahl mitzählen ließ, welche weder Hausväter noch selbstständig sind, noch einen eigenen Herd haben. DaS ist der Grund des Protestes. DieS zur Berichtigung der oben erwähnten einseitigen MittSeilung des„Tageblatts". Flürnverg, 20. Aug. In ihrem Vorgehen gegen die Sozial- demokraten scheinen die Behörden geradezu den Verstand verloren zu haben. So wurde in Schoppershof ein Fest, das als„all- gemeines Arbeiterfest« bei der Polizeibehörde angezeigt war, ver- boten. Das vom Bürgermeister genannten Orts erlassene Verbot lautet wie folgt: „Nachdem vom königl. Bezirksamt der Beschluß der Auflösung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei erfolgt ist, so ist unter auS- drücklichem Befehl des kal. Bezirksamts der unterzeichnete Bürgermeister strengstens beauftragt, dafür zu sorgen, daß obengenannte Provinz Hannover. Montag, den 7. September 1874: Consercnz betr.«gitatio» in der Provinz Hannover und der angrenzenden Bezirke zu Hildcshei«> im„Gasthaus zum goldenen Löwen."— Die Partei- und Gewerksgf uossen obigen Distrikt« werden dringend ersucht, dieselbe zu beschicken.- Abends findet große Volksversammlung statt. I>'Ii. Die Delegirten haben sich ibei ihrer Ankunft beim Schneider- l meister Herrn Hampe, 1. Rosenbangen zu melden, und bis spätesten» Mittag» einzutreffen. Für das AgitationScomitee der P-ovin, Hannover ___«. Petsch.[III Bt ar bt S lie be 5 Nachruf. Unserem Partei- und GewerkSgenossen Richard Wolf sagen wir bei seinem Abgange von Chemnitz ein herzliches Lebewohl mit dem Bemerken, daß derselbe unsere volle Anerkennung und Sympathie besitzt, und wün- schen, daß er auch fernerhin, trotz etwaiger Angrisse, sein- Thätigkeit sü- die Sozialdemokratie fortsetzen möge wie bisher. Mit sozialdemokratischen Gruß Die Vertrauensmänner der vereinigten Gewerkschaften und Parteigenossen zu Chemnitz. »» V vi bi -u de Soeben ist erschienen und durch die Expedition de«„Bolksstaat" beziehen: he >v E E >» Zur Sedanfeier. S o z i a t- p o l i t i s ch c Aphorismen. Preis pr» Stück 1 Gr., 12 Sick.>/z Thlr., 25 Stck. 17'/.. Gr., 50 Stck. 1 Thlr., 100 Stck. l'/z Thlr. üM- Der gcsammtc Ertrug wird dem Fond für politische W' maßregelte überwiesen. Im» Volksstgsttkaleuder 1875. Wir beabsichtigen in unfern Kalender für 1875, der in einer Auflag von zehntausend Exemplaren erscheint, auf dem Umschlag und wenn nü»» separat in einigeu Blättern solche Annoncen auftnehmcn, welche mit seren Parteltcndenzennicht im Widerspruch stehen und bringen dies Kenntmß der Interessenten. Bis längstens Mitte September Annoncen in unserer Hand sein. Filc die Petitzeile oder deren Ra» berechnen wir 5 Ngr. GeschästSreclamen werden nichi nufgenommeu' �ttpzig. Die Buchhandlung des„Bolksstaat." rsr Leipzig: Beramw. Redakteur: M. Preißer.(Redaktion unv. pedition Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der GenossenschaftSbuchdruaer s-i bl »c S bii d ke bt Ui t-i ty bc idi bt