7,91 jtuf» l 4' ihW maiS lt V trsz» TM � dc» ctwil il!-!!- 'ovtf er mM Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- U.Auslandes. . Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Lox 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, S. W. Corner Third and coatea str. Philadelphia. Abonnementspreis für ganz Deutschland 10 Sgr. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2ten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat des Quartals k ö'/a Sgr. OrgandersozialdemokrattschenArbetterparteiundderinternattonalenGelverksgenofsenschaften. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und BergnttgungS- Anzeigen mit 2'/» Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Nr. 110 Sonntag, 20 September. .1814 'awlst nct.J !ll> i üO.I lsse. 1 ei.j bt; t dual sch°i ke. steht � S-h moüs Bili Mli A tnai" ill' 2$ Äbonmments- Einladung. Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Quartal und fordern wir deßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis betragt 16 Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal, Sgr.(18 Va Kr.rh.) pro Monat für ganz Deutschland. Alle deutsche Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Deutschland 1 Tylr. ö Ngr.(2 st. 3 kr. rh.); für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandwavien und Italien 1 Thlr 10 Ngr.(5 Frcs.); für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien, Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(6�/« Frcs.); für Spanien und für Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonnementspreis (mit Bringerlvhn) auf 171/, Ngr. pro Quartal und ö Ngr. pro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition dieses Blattes, Zeitzerstraße 44, und bei Colpvrteur Müller. F r Me Umgegend von Leipzig bei den Flialcxpeditiionen: für �olkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld,:c.:c. bei Frau Friedrich, Anger Nr. 5, für- sanewitz:c. bei Teuberc, Bornaische Straße 19, für Kleinzschocher und Umgegend vei Fleischer, Nr. 87 daselbst, für Thonberg bei Horn, Haupt- straße Nr. 95, für Plagwitz und Lindenau bei Herrn Schuster, Merscburgerstr. 26, für Gohlis w. beiO. Peukert, Hauptstr. 19. Für Berlin wird auf den„Bo'ksstaat" monatlich für "',2 Sgr. frei in's Haus abonnirt, bei Trautmann, Engelufcr 4 Treppen;— R u b e n o w, Brunnenstraße 34 im Lat>m;-Metz n cr�Elisabtthkirchstr. 1; Bogel,--Prinzenftr. 61. Krause, Zionskirchplatz 2, 3 Tr. Abonnements bei der Expedition, sowohl einzelne wie von Mialen, welche nicht rechtzeitig erneuert worden, werden vom l. Oktober an nicht mehr effcktnirt. Die Zledaktion und Erpedition des„Uoiksstaat�. An die Abonnenten in Sachsen. Bei Verweio crung der Annahme des Abonnements für Oktober Sei- Uns einer Pvstcxpedition, wollen sich die Betreffenden ans das Circnlar «cm 16. März 1872>r. IV 2463 A berufen, wonach Monatsabonne- went» auf den„Volksstaat" im Königreich Sachsen und Herzogthum wüchsen. Alten bürg zulässig sind. Die Expedition des„Volksstaat�. staat"— diese Aufforderung muß in allen Werkstätten, in allen Ärbeiterwohnungen und in allen Versammlungen ertönen. Geschieht dies, dann kann der Erfolg nicht fehlen. Und nun noch eins. Der Foud für die gemaßregelten Partei- genoffen ist erschöpft. Sammelt und sendet Gelder, aber bald! Alle Briefe für den Ausschuß sind an Auer, alle Gelder an Benneke zu schicken. Hamburg, 15. Sept. 1874. Mit Gruß! Der Ausschuß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. I. Auer, Brcitestr. 39, Hinterhaus I. H. Benneke, kleiner Schäferkamp 36. Bekanntmachung. . Mit Beginn des 3. Quartals— 1. Oktober 1874— werden Gestellungen auf den„Botksstaat" für Leipzig und Umgegend >>rekt bei Unterzeichneter oder durch die Colportcure z nur gegen Vorausbezahlung, Peichviel ob Quartals- oder Monats abonnement, angenommen. I jplt Filialexpeditionen sowohl als Diejenigen, welche per Kreuz- band oder Couvert beziehen und nach Verfluß von 8 Tagen nach «°em Ersten jeden Monats die Abonnementsbeträge nicht eingesandt haben, erhalten keine weiteren Zusendungen. ,{ Die Restanten, namentlich von Leipzig und Umgegend, werden -"lucht, baldigst ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Expedition des„Volksstaat�. 1 Wir e, suchen die Expeditionen derjenigen Zeitungen rc., welche Urs bisher Tauschcxcmpiare sandten, auch für das 4. Quartal uns che zukommen zu lasten. Wir haben bereits für kommendes ,-Farial je 1 Exemplar unseres Blattes für dieselben der Post ' uberwiesen. Die Erpedition des„Volksstaat�. x&d itrt*. Parteigknoffeu! Freunde! n Der Kampf, in welchem wir mit der heutigen Reaktion auf Uen Gebieten des Lebens begriffen sind, kennt außer der einheit- für Ittlfi. öfö biß wen Parteiorganisation keine bessere Waffe für uns, als die paueiprisse. Dieser Waffe müssen wir uns nicht nur versichern, zuudern sie auch führen, so oft sich dazu die Gelegenheit bietet. uur die gesammte Partei handelt es sich zuvörderst darum, ihr �cjaumuc ifuiici paiiccu ev jic�£Uvuivti|i vaiwu», vauptorgan, den„Volksstaat" an allen Orten, woselbst sich Partei- ? �ölieder befinden, nach Kräften zu verbreiten. Wird letzteres ' � /.Muffen, dann kann das Gefühl der Zusammengehörigkeit, � eiches zum gedeihlichen Entwickeln unserer Partei alle Genoffen l.�spen sollte, unmöglich ein zur Agitation anregendes und be- f«'sterndes werden. Pflicht ist eS daher für alle Parteigenossen, Volksstaat" einen guten Theil ihrer Agitationtkrast zu �dmen, und besonders muß dies beim Herannahen eines neuen i.uarttrl- der Fall sein. Wer in dieser Zeit zurücksteht, der ist !sj. schlechter Sämann unserer Prinzipien, der ist nur ein Zu- .-a�tr �ineSwegs ein Förderer der Arbeiterbewegung. p chncßt Euch der Partei an, abonnirt auf den„Volks- Zu einem Denk- und Markstein. (Aus der„Frankfurter Zeitung".) II. Vou dem Oberbefehlshaber der preußischen Truppen wurde daS Standrecht verkündet. Niemand hat die Verkündigung desselben zu rechtfertigen gewagt; von keiner Seite ist behauptet worden, daß diese Kriegsgerichte auch nur den Schein des Rechts, auch vur des barbarischen Kriegsrechts für sich hatten. Baden war keine preußische Provinz, die Aufständischen waren nicht„Unter- thanen" des Königs von Preußen, ja viele nicht einmal des Groß- Herzogs von Baden, von Hochverräthern konnte hier also keine Rede sein und über die Gefangenen durften sonach preußische Sol- daten nicht zu Gericht sitzen. DaS erste standgern- tliche Urtheil wurde an Max D ortu vollzogen. Der„Beobachter" vom 3. August 1849 berichtete: „Baden. Das Morden hat begonnen. Johann Ludwig Maxi- milian Dortu aus Potsdam, Sohn eines preußischen StaatsdienerS, vormaliger preußischer Unteroffizier, Kämpfer auf den Berliner Märzbarrikaden und Mitstreiter im badischen VolkSheere, wurde am 31. Juli früh 4 Uhr in Freiburg von den Preußen beim Kirch- Hof von Wiehre, iU Stunde vor der Stadt erschossen. Er wurde in einer Chaise hinausgeführt. Am Kirchhof, erzählt das dort.„Volks- blatt", mußte er aussteigen. Er ging, ein großer, schöner Mann, etwa 24 Jahre alt, muthig und gefaßt, die linkeHand auf das Herz gelegt, die rechte in die Seite gestemmt, in der Mitte des Quarrös, das die Infanterie gebildet hatte, während die Husaren in der Nähe streiften, um Zuschauer ferne zu halten. DaS Todes urtheil wurde vorgelesen. Dortu antwortete: Ich sterbe für die Freiheit; schießt gut, Brüder! Er sank sogleich, von vielen Kugeln durchbohrt, entseelt zusammen. Die Leiche wurde in einen Sarg gethan und beim Eingänge deS Kirchhofes verscharrt. Das Grab hat keinen Hügel, sondern ist ganz eben." Der Vater des Hingerichteten, Justizrath Dortu in Potsdam, ein hochangesehener Mann, hatte seit der Gefangennahme seines einzigen SohneS, am 11. Juli, die verzweifeltsten Anstrengungen gemacht, um ihn zu retten, um auch nur einen Aufschub des Nr- theils zu erlangen. Vergebens! Mit Mühe nur erlangte der ge- beugte Vater die Eilaudniß, den Sohn noch einmal vor dem Tode sprechen zu dürfen; dann wurde ihm der fernere Aufenthalt in Fceiburg versagt. Der Fall err-gte überall grenzenloses Aufsehen. Jedem war's nun klar, daß aus Milde und sogar auf Gnade keine Hoff nung war. Die TodeSurtheile, die fast immer sofort vollstreckt wurden, folgten nun rasch aufeinander. Am 6. August wurden verurtheilt Elsenhans und von Biedenfelv, am 8. Reff, am 10. Tiedemann, am 11. Heilig, am 13. von Trützschler und Franz Mahler, am 16. K. Höfer und G. Bönning u. f. f. ES ging das Gerücht, daß die Standgerichte Befehl hätten, nur TodeSurtheile zu fällen. Manche Umstände machten dieses Gerücht höchst wahrscheinlich. Der erste, der vor daS Standgericht zu Mannheim gestellt wurde(am 7. August), war der Heidelberger Student und schweizerische Unterlieutenant Arnold Steck aus Neuen- bürg. Von allen Gefangenen war er am schwersten belastet; denn man beschuldigte ihn, Ludwigshafen in Brand geschossen zuhaben. Aber er wurde von Küchler so wacker vertheidigt, daß das Kriegs- gericht ihn nicht zum Tode, sondern„in Anbetracht seiner Jugend" nur zu zehn Jahren Zuchthaus verurtheilte. Da soll aus dem Hauptquartier zu Offenbach, wo sich der Oberbefehlshaber der preußischen Armee, der Prinz von Preußen befand, der Befehl ge� kommen sein, angenblicktich das Standgericht aufzulösen und ein neues zu ernennen. WenigsterS war zur Sitzung am 13. August das Personal des Gerichts verändert worden; es wird einstimmig behauptet, daß man alle diejenigen, welche in der letzten Sitzung nicht für Tod gestimmt, entfernt und durch andere Soldaten ersetzt hatte. An diesem 13. August wurde als erster Adolf von Trützschler dem neuen Kriegsgerichte vorgeführt. Adolf von Trützschler stammte aus einer angesehenen Adelsfamilie Sacksens. Er war ein junger Mann, war als Assessor im AppellationSgericht in Dresden be- schäftigt, als ihn daS obere Voigtland zum Abgeordneten nach Frankfurt wählte. Er saß auf der äußersten Linken und hielt bis auf den letzten Mann im Parlament aus. AlS der badische Aus- stand losbrach und die Führer desselben im Namen der ReichSver-� fassung auftraten, ging Trützschler nach Baden. Am 19. Mai er- ließ der badische Landesausschuß einen Aufruf an daS deutsche Volk und einen zweiten an die deutschen Solvaten, in welchem ge- sagt war, daß die Mitglieder der deutschen Nationalversammlung in'Frankfnrt, v. Trützschler, Raveaux und Erbe, den Schutz des badischen Volkes sür die Nationalversammlung gegen die zum Um- stur; der Reichsverfassung verbündeten Mächte verlangt hätten, weshalb Volk und Soldaten aufgefordert würden, sich gegen die Feinde der Reichsverfassung, die Feinde der deutschen Freiheit und Einheit, zu erheben. Diese beiden Aufrufe erschienen, als gleich- zeitig von dem badischen Landesausschuß und den genannnten Mit- gliedern des Parlaments erlassen und von ihnen unterzeichnet, in den öffentlichen Blättern�). Wenige Tage später ernannte der LandeS-Ausfchuß v. Trützschler zum Civil- Commissar der Stadt Mannheim und zum RegierungS-Direktor des Unterrhein-KreiseS. Nur in diesen Stellungen hat er an dem badischen Aufstande Theil genommen, und— wie ihm widerwillig genug bezeugt werven mußte— mit größester Gewissenhaftigkeit und nicht zum Schaden des Landes. Das war die ganze Anklage, welche gegen Trützschler erhoben wurde. Insbesondere hatte er sich nicht mit Waffen am Aufstande betheiligt. Zwar führte die Anklage noch als belastend an, daß Trützschler nach dem Abgange der aufständischen Truppen versucht, die Kreiskasse zu entführen. Der Angeklagte erklärte, es sei dies die Vollziehung eines von Karlsruhe an ihn ergangenen Befehls gewesen, und es liege überhaupt in der Natur der Sache, daß die Kreiskasse der KreiSregierung folge. Diese Antwort Trützschler's, erzählt I. Venedey, wurde von einem großen Theil des eleganten PöbelS, der die Zuhörerräume füllte, mit einem höhnischen Ge- lächter aufgenommen, welches sich bei der Erwähnung der ver- suchten Wegnahme der Kreiskasse noch mehrmals wiederholte, äugen- sckeinlich um auezudrücken: daS ist die Ausrede eines Spitzbuben. Sogar den Vorsitzenden des Kreisgerichts, den preußischen Major v. Wundersttz, ekelte solche bodenlose Gemeinheit und mit Nachdruck trat er ihr entgegen. Trützschler wurde aufs beste von Küchler vertheidigt. Am Tage des Standgerichts kam von den Pachtgütern Trützschler's eine Bittschrift nach Mannheim: Alt und Jung, Männer und Weiber, Knechte und Mägde baten und bettelten um Gnade sür das Leben ihres geliebten, wohlwollenden Herrn. Die Bittschrift wurde augenblicklich durch einen besonderen Eilboten, Bedienten der Trützschler'schen Familie, nach Karlsruhe geschickt. Noch während der Sitzung des Standgerichts brachte der Eilbote zitternd und tveineud die Antwort— ein kaltes, unbarmherziges Nein! Am Schlüsse der Verhandlung wagte der Angeklagte noch den Versuch, das Herz der Richter zu rühren. Er bat um Milde— nicht für sich allein, sondern auch für einen alten Vater und eine alte Mutter, für ein Weib, daS ihn liebe, und für vrei unmündige Kinder. Der Staatsanwalt antwortete, nach der„AugSb. Allg. Ztg.", hierauf anfangs ziemlich matiherzig; aber im eutscheiveaden Augenblicke raffte er seine Beredtsamkeit„zu einigen scharfen und blutigen Streichen zusammen." Die Richter brauchte« nur fünf Minuten zur Verständigung•**) einstimmig verurtheilten sie Trützschler zum Tode. Am Tage nach der Berurtheilung, am 14. August, früh Morgens zwischen 4 und 5 Uhr, wurde Trützschler erschossen. Er starb— wie das„Mannheimer Journal" vom 13. August berichtet— gefaßt, von sieben Kugeln getroffen und wurde sofort auf dem Friedhof jenseit deS Neckars, in dessen unmittelbarer Nahe die Exekution stattgefunden, beerdigt. Als Raveaux die Hinrichtung Trützschler's vernahm, rief er: „Ich Hab' mir's wohl gedacht! Blum genügte nicht; als Sühn- opfer auf den Gräbern von LichnowSki und AuerSwald mußte noch ein Zweiter fallen."-- Vor demselben Standgericht erschien am 16. August Karl Höfer, 22 Jahre alt, zuletzt Schullehrer in Heiligkreuzsteinach. Es lag nichts Erhebliches gegen ihn vor; was ihn am meisten be- lasten sollte, hatte ein— falscher Zeuge gegen ihn ausgesagt. Er wurde zum Tode verurtheilt und nach 43 Stunden sollte die Hinrickttung vollzogen werden. Da Höfer diese lange Todesqual nicht erdulden wollte, so erbat er sich die Gnade, ihn am näm- lichen Abend noch zu erschießen, und diesem Verlangen wurde ent- sprochen. Es war S'/a Uhr AbendS, als Höfer die RathhauStreppe herabkam, taeine junge hochschwangere Frau stürzte ihm mit einem Schrei, der den Umstehenden durch Mark und Bein drang, entgegen— mein Karl! mein Karl!— Badische Gendarmen stießen die Frau mit Gewehrkolben zurück, daß sie besinnungslos auf's Pflaster stürzte. Auf dem Hinrichtungsplatz hielten einige Soldaten Laternen, damit die Gewehre ihrer Kameraden die Rich- tung nicht verfehlten! Gebhard Kromer aus Bombach, gemeiner Soldat, aber ein Mensch von außerordentlichen Fähigkeiten und großer Bravour, wurde am 20. August verurtheilt und am 21. erschossen. Seine schönen Schwestern bekränzten nach der im badischen Oberlande herrschenden Sitte seine Grabstätte nnt Blumen und Kränzen. Da ließen die stegreichen Offiziere die Mädchen fangen, sie ent- bloßen und prügeln, wobei diese Herren zusahen. Genug! Von den Standgerichten in Baden wurden zum Tode verur- theilt und erschossen: I. Bauer, Soldat, von Giesstgheim. Bernigau, Offizier, von Köln. Ernst v. Biedenseld, Major, von Bühl. Georg Bönning, Offizier, von Wiesbaden(71 Jahre alt). Andr. CouniS, Dragoner, von Pforzheim. Hrch. Dietz, Klempner, von Schneeberg(Sachsen). I. L. M. Dortu, Auskultator, von Potsdam. Emst Elsenhans, *) Bor dem Kriegsgericht erklärte Trützschler, daß er diese Proklama- tion erst aus den Zettungen kennen gelernt und daß er sie am wenigsten unter, eichnet habe, tlebrigen» wurde auch ans andern Prozeßakten erwiesen, daß man es während der badischen Revolution nicht besonder» genau mit den Unterschriften nahm.,„ **) Das„Mannheimer Journal" berichtet von einer halbstündigen Berathung. Redakteur, vsn Fenerbach(Württemberg). Gerhard, Soldat, von Rintheim. Jos. Günthard, Soldat, von Konstanz. Konr. Heilig, Wachtmeister, von Pfullendorf. Karl Höfer, Lehrer, von Brehmen. Karl Jacobi, Schreiner, von Mannheim. Peter Jäger, Soldat, von Aglastcrhausen. Jansen von Köln. Kilmarx, Soldat, von Rastatt. Kohlenb-cker, Soldat, von Karlsruhe. G-bhard Kromer, , Soldat, von Bombach. Pet. Lacher, Soldat, von Bruchsal. Kon- " rad Lenzinger, Korporal, von Durlach. Theophile MmewSty. von Russisch Polen. Friedrich N-ff, von Rümmingen. L. P. Schade, Soldat, von Karlsruhe. Schräder, preußischer Soldat. Valentin Streuber, Wa�meifter, von Mannheim. Gust. Nie. Tiedemann, Offizier, von LandShut. A. v. Trützschler, von Dresden. L. Zent- höfer, Büchsenmacher, von Mannheim. Zum Tode verurtheilt und zu zehn Jahr Zuchthaus begnadigt wurden: v. Corvin-Wierbitzky von Gumbinnen, Th. Mögling, Oekono- mierath von Brackenheim(Württ.) Zu lebenSwieriger Festungshaft verurtheilt und vom König von Preußen zu lebenslänglichem Zuchthaus„begnadigt" wurde: Gottf. Kinkel, Professor, von Bonn. Zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurden: Karl AhrenS, Naturforscher von Augsburg. Fr. Auhl, Metzger von Düsseldorf(6 Jahre). Beruh. Baader, Hutmacher von Frei- bürg. Franz Backof, Wachtmeister von Wäschbach. Fr. Becrwalt, Scidenweber von Wien. Val. Blind, Lieutenant von Mannheim. Friedr. Blumenschein, Soldat von Heidelberg. I. Ritter v. Braun, kathol. Pfarrer von Ewasingen. Fr. Ant. Büchle, Korporal von UnteröwiSheim. Fr. Frank, Taglöhner von Friedrichsdorf. Fr. Grimmer, kathol. Pfarrer von Tauberbischofsheim. Chr. Halter von Aargau. Joh. Heil, von Simmern(Preußen). Heinzius, Major von Frankfurt an der Over. Fr. Hehl, Kanonier. C. Herr, Schuster von Bamberg. Hetterich, Wirth von Bruchsal. Hirschfeld, Freischärler. I. P. Jahale, Buchdruckerlehrling von Hall(Württemberg). Jllig, Kanonier. Jgn. Jörzer, Lehrer von Altbreisach. Komlossi, Metzger von Rastatt. Franz Kaucher, Arzt von Heidelberg. Kerber, Soldat von Constanz. Andr. PH. Kohler von Weil(Württemberg). Kopf, Soldat von Dundenheim. Kasimir Kcenkel, Dragoner von Renchea. Kuhnert, Soldat von Trybcrg. Joh. Kunitzky, Schneider von Möve(Preußen), 5 Jahre. Kunz, Strumpfwirker von Rastatt. Kupferberg, stud. med. von Mainz. Franz Mahler, Lieutenant von Baden. I. Mäher, Schneider von Nürnberg. Jos. Metzger, Soldat von Freiburg. G. Mohraucr, Goldarbciter von Hanau. Jakob Müller, Schuster von Slromberg. G. Neckermann, Fourier von Unterschlüpf. Heinr. Niebergall, Kaufmann von Neckargerach. Nowitsch von Ungarn. Martin Nunneumacher, Seifensieder von Staufen. Ploch von Dielhelm. L. v. Rango, Oberstlieutenant von. Berlin. Da- mas Rauch von Grafenhausen. Karl Reetz, Eisengießer von Engers (Preußen). Aug. Reinberger, Schuster von Badenweiler. Phil. Reiter, Cameralist v?n Wertheim. I. B. Risch, Soldat von Hochstetten. F. Rohr von Stuttgart. L. Rumbach, Commisstonär von Mannheim. Saul, Apotheker von Thiengen. Johann Schanz von Hoffenheim. Schilling, Soldat von Lcipserdingen. Schlageter, Dragoner. Jak. Schmierer, Hausknecht von Ecdmannshausen (Württemberg). Schneider, Soldat. Christ. Scholterer, Kanonier von Lahr. Schüyenbach, Kanonier von Mannheim(erschossen?). A. Steck von Neuenbürg(geb. in Posen). Strobel» Soldat. Johann Thalheimer von Leim(Bayern). Max Wenger, stnd. von Handheim. Heinr. Wilhelm, von Erfurt(6 Jahre). Karl Zöller, Soldat. Ueberhaupt sind von den Standgerichten zu Mannheim, Ra- statt uud Freiburg 30 Kämpfer für die deutsche ReichSoerfassung zum Tode verurtheilt und von diesen 2ö erschossen worden. Zwei wurden zu zehn Jahren Zuchthaus begnadigt. Achtundsechzig wanderten ins Zuchthaus. Die Zuchthausstrafen wurden zum großen Theil im Bruchsaler Zellengefängniß verbüßt. Politische Uebersicht<. — Intelligenz der Bourgeois-Presse. In Dresden sind zur Zeit eine Menge italienischer Arbeiter, welche von der Bourgeoisie in Deutschland wie die KuliS in Californien einge- führt werden, um den einheimischen Arbeitern Concurrenz zu machen. Die Italiener stnd noch sehr zurück und begnügen sich mit einem Minimum vom Arbeitslohn, mit welchem unsere Arbeter, die eine andere Lebensweise gewöhnt stnd und meistens Familie haben, nicht auskommen können, während die zumeist ledigen Italiener sich durchhelfen. Diese Arbeiter befinden sich in einem jammervollen Zustande; sie haben während deS Sommers keine ordentliche Wohnung, noch genügende Kleidung. Wie eS mit ihrer geistigen Bildung aussieht, davon wollen wir lieber absehen. Der Bourgeoisie aber sind diese„genügsamen" Arbeiter höchst willkom men, denn sie helfen die Löhne herabdrücken und die Bourgeoisie ist deshalb ihres LobeS voll. Der„Hamburgische Correspondent" nennt die Italiener„gute, fleißige Arbeiter, mäßige und anständige Leute". Die Dresdner einheimischen Arbeiter haben gefühlt, wie sie die Bourgeoisie beleidigt, indem sie die„Mäßigkeit" der Arbeiter lobt, um hinter diesem Lobe ihre(der Bourgeoisie) schnöde Habsucht zu verstecken, und haben deshalb folgenden Beschluß in einer großen Versammlung von Maurern und Zimmerleuten gesaßt: „Wir müssen dagegen protestiren, daß man italienische Arbeiter als eine Art KuliS benutzen will, um uns unsere Existenz zur Unmöglichkeit zu machen. Es ist klar, daß die Italiener, die infolge ihrer Bedürfnißlostgkeit weit billiger als wir arbeiten, unS arbeitslos machen. Wir müssen schon infolge der klimatt- scheu Verhältnisse, in denen wir aufgewachsen, mehr Bedürf- nisse haben; und weiter wird wohl die Regierung einsehen, daß jene Bedürfnißlosigkeit den Ruin aller Geschäfte bedeutet. Jene Arbeitslosigkeit muß also unsere Existenz vernichten, zwingt unS, auszuwandern, oder, wenn dies nicht geht, zu verhungern. Wir verlangen also als Schutz ein Gesetz, welches in gewisser Weise die Einfuhr von Italienern, der»zeuen Art KuliS, beschränkt. Zum Schutze eine» Industriezweiges werden ja sehr oft Schutzzölle auf- gestellt, warum soll nicht zum Schutze eines Erwerbszweiges sich auch irgend ein Gesetz finden in einer Zeit, wo die GesetzgebungS- kraft des Deutschen Reiches gerade so viel Produkte schafft? Wir verlangen hierauf daS Heranziehen auch der italienischen Arbeiter zu den Krankenkassen; denn nicht genug, daß wir arbeitslos wer- den, sollen wir alsdann auch noch die vermehrten Gemeinde- lasten mit tragen. Wir verlangen weiter, daß bei StaatSbauten hauptsächlich Staatsangehörige berücksichtigt werden. Die Staats- angehörigen müssen die Geldlasten tragen, und in gewisser Form würde das eine Entschädigung sein, wenn das durch Steuern ver- auSgabte Geld, wenn auch in kleineren Dosen und nachdem die Unternehmer den Hauptprofit eingestrichen haben, in Geldlohn wieder zurückerstattet wird. Wir verlangen zum Schluß eine Maßregel, welche alle übrigen Palliative unnöthig macht, nämlich die obligatorische Einführung eines Normalarbeitstages. Ab- gesehen davon, daß ein solcher schon zur Erhaltung der Arbeits- kraft nöthig ist, damit wir nicht so früh der sogenannten Armen- Unterstützung anheimfallen— wir bitten die Herren Minister nur die Bücher konservativer kathedersocialistischer Professoren nachzu- schlagen— dürfte ein solcher die Prioatbauunternehmcr alsbald veranlassen, zu unS zurückzugreifen, da bei gleicher Arbeitszeit die Leistungsfähigkeit der Italiener eine durchaus geringere ist als die unserige, weil ja schon die Sprachverschiedenheit die geringere Lei- stungSsähigkeit der Italiener bewirken muß." Wir würden die Frechheit, mit welcher die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" die Dresdner Arbeiter beschimpft» indem sie die Bedürfnisse, von welchen in der Resolution die Rede ist als„Spirituosen" kennzeichnet, empörend finden, wenn wir nicht wüßten, daß der Reptilienfond seine Stipendiaten zu Gemeinheiten gegen die Arbeiterklasse verpflichtet. Wie kann man auch von „Sauhirten" sympathisches Gefühl verlangen, wo eS sich nicht um das Ablecken der Stiefel Bismarcks, sondern um die Söhne armer Arbeiter Handell! Das Wunderbarste aber ist, daß die Bourgeoisblätter in der Dresdner Resolution einen Bruch des internationalen Prin- cips der Zusammengehörigkeit des Proletariats aller Länder er- blicken wollen. Jeder halbwegS vernünftige Mensch sieht auf den ersten Blick, daß die Resolution der Dresdner Arbeiter nicht gegen die italienischen Arbeiter, sondern gegen die KuliS einführenden Bourgeois gerichtet ist. Wenn keine Italiener mehr nach Deutschland„ge- schoben" werden, so geschieht dadurch nicht etwa den Italienern ein Schaden, sondern die deutschen Unternehmer müssen ihren Arbeitern bessere Löhne zahlen. Das will die Resolution, und nur durch die Brille des BourgeoiSegoismuS oder der Reptilien- fondslogik kann hierin eine Verletzung des internationalen Prin- cipS erblickt werden. Die italienischen Arbeiter sind genug zu be- dauern; wenn die Bourgeoisie den Arbeiter wegen seiner Mäßig- keit lobt, so ist daS stets sehr verdächtig, denn es ist der Beweis dann geliefert, daß die Habsucht der Bourgeoisie schrankenlos walten kann und der Arbeiter sich willenlos ausbeuten läßt. Und nun höre man den Blödsinn, den Herrn Aegidi in der „Nordd. Allgem. Ztg." hierüber losläßt: „Selbst etwaige Anhänger der Sozialdemokratie, die sich unter den italienischen Arbeitern vielleicht befinden möchten, dürften, so meinen wir, stutzig werden, wenn sie dem vorstehenden Bruder- grüße ihrer sächsischen Kollegen begegnen sollten, indem sie glattweg als„concurrenzmachende Kulis" bezeichnet werden, die je eher, je lieber an die Luft gesetzt werden müßten." Soeben hat der Preßturko noch berichtet, daß die Dresdener Arbeiter nur Schutz gegen neuen Zuzug und den Normal- arbeitStag zur Beseitigung der Differenz verlangen, und zehn Zeilen weiter faselt er von„an die Luft setzen!" DaS heißt doch dem Publikum viel zugemuthet! Und weiter schreibt Aegidi: „Aber, als ob es damit noch nicht genug des Unsinns ihrer „welterlösenden Wahrheiten" wäre, fällt die Socialdemokratie neuerdings auch darüber her, daß sich der von ihr als„unpro duktive Fesselung zahlreicher Arbeitskräfte" vervehmdete„Militaris mus" zur Maßregel der Beurlaubung von Mannschaften behufS Unterstützung der Landleute bei der Erntearbeit herbeigelassen hat. Man hälte glauben sollen, solche Anordnungen der Militär- kommandoS würden sich der Anerkennung der social-demokratischen Blätter zu erfreuen haben. Weit gefehlt! Wer vermag auch ihre Logik zu ermessen— eine„grauenhafte Unordnung", ein„schwach- volles Elend" ist es, sagt der„Volksstaat", denn der Staat gebe sich dazu her, dem Bourgeois die Löhne herabzudrllcken und den Arbeiter in immer größeres Elend stürzen zu helfen. Wunderbare Logik!"— Allerdings„wunderbar"! denn nicht wir, sondern der Bres- lauer„Gewerbeverein" hat berichtet, daß in Schlesien schon über- zählige Arbeitskräfte unter den Schnittern vorhanden seien, und daß dennoch Soldaten zur Erndte kommandirt würden! Das nennt Aegidi„Unterstützung der Landleute"! Gegen solch„wunderbare" Dummheit kämpfen nicht nur wir, sondern auch die Götter vergebens. Bescheiden weichen wir hier zurück und möchten nur Herrn von Bismarck in's Gewissen rufen: Eine große„KristS" naht dir, o„Genialer"! Deine rechte Hand, Stieber, soll am Sterben liegen! Deine linke Hand, Aegidi droht überzuschnappen! Und der Reptilienfonds, die ultima ratio soll auch flöten gehen!„Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" — Der Klassenkampf in Enzland. Während der drin- gendsten Erntearbeiten hatten die englischen Farmer bekanntlich hier und da den Mitgliedern der beiden Landarbeiter-Unionen gegenüber ein Auge zugedrückt; jetzt, wo sich mit weniger„Händen" auskommen läßt, gehen sie mit unerbittlicher Grausamkeit den Resten der beiden Landarbeitcr-Verbindungen zu Leibe, und jeder Arbeiter, der einer Union angehört und nicht sofort austritt, wird ohne Gnade entlassen. Es ist ein wahrer Vertilgungskrieg. Die deutschen Harmoniesimpel, welche den Klassenkampf für eine so- zialistische Erfindung ausgeben, mögen sich bei den englischen Far- mern erkundigen.— In Bolton(Lankashire) haben in Folge einer Lohnreduktion von 5 Prozent 13,000 Baumwollenarbeiter gestriket; 74 Fabriken stehen still. Innere Partei-Angelegenheiten. Als Vertrauensmänner wurden dem Ausschuß Zweiter vor- geschlagen und von diesem nebst Revisoren bestätigt: München: M. Jung; Staßfurt: A. Wmzel; Colditz: M. Paatzsch; Schw.-Gmünd: I. Schwab; Meerane: E. Lacher; Düsseldorf: W. Wendke; Regensburg: I. Gcaßmann; Ernst- thal: F. G. Grabner; Dresden: E. Weitzmann; Markirch i.Els.: I. Forwaldt; Harburg: A. Otto; Lechhausen: A. Lichtensteiger; Frankfurt: Fr. Ellner; Plauen i. B.: C. A. Wolf. Der Ausschuß. I. A.: I. Auer, Sekcetair, Breitestraße 39. Gewerks�enoffenschastliches� Verein der Sattler und Bcrufsgenossen. Merlin, 15. September. Es wird hierdurch den Vertrauens- männern, sowie sämmtlichen Collezen bekannt gemacht, daß in Roißdorf bei Bonn in der Militär-Effektenfabrik des Herrn Gammersbach eine Lohndisferenz mit den Collegen auSze- brochen ist, und geht der Entschluß derselben dahin, daß sie gewillt sind, sämmtlich am Sonnabend die Arbeit niederzulegen, falls ihre Forderung nicht bewilligt wird. Bei höchst mangelhafter Vor- richtung gibt es für baierische Tornister mit Kochgeschirr- und HülfSriemen lö'/a Gr., und wollen die Collezen nur den geringen Preis von 13 Gr. Ferner: für Cartouche und Bandolier wird 8'/- Gr. gezahlt, und wollen dieselben nur 10 Gr. haben. Wer die geringste Kenntniß von diesen angeführten Sachen hat, der wird sich berechnen können, wie sich der Verdienst pro Woche herausstellt. Wir ersuchen deshalb alle Collezen, den Zuzug nach Roißdorf bis auf Weiteres fernzuhalten.— Schließlich fordern wir| den Vertrauensmann von Bremen, C. Worttaiann, auf, Bericht über den Stand des dortigen Vereirs einzusenden. Mit Gruß im Namen des Vorstandes W. Wirths, Aiexandrinenstr. 116. Allgemeiner Böttcher-(Küper-) Verein. ' Merlin, 14. September. Ich mache hierdurch die Bevoll- � mächtigten aller Mitgliedschaften daraus aufmerksam, daß die DreS- j dener Mitgliedschaft ihrer Vereinspflicht, trotz mehrfacher Auffor- derung, nicht nachgekommen ist, und wir sie deshalb nicht mehr � als Mitgliedschaft betrachten, also auch den von dort Kommenden kein Reisegeld auszahlen können. Ich erinnere Dresden nochmals an seine Pflicht; und wird diese nicht erfüllt, dann soll man wenigstens unsere Vereinssachen zurückschicken. Otto Fischer, Koblankstr. 10. TorresPonsenzeR» Kamvnrg, 16. September. Wieder naht ein Quartal seinem Ende; ein neues Quartal und damit ein neues Aionnement auf den„Volksstaat", unser Parteiorgan, beginnt. ES sei deshalb gestattet, ein paar Worte für die energische Verbreitung deS „Volksstaat" hier vorzubringen. Schon seit einem Jahre scheint ein Stillstand in das Abonnement unsers ersten Parteiblattes sowohl hier, wie in ganz Deutschland gekommen zu sein. DieS darf nicht so fort gehen, denn eS würde sonst daS Zeugniß der Lauheit manchem Parteigenossen nicht erspart werden können. Jeder unter unS hat die Möglichkeit, etwas für die Partei durch Begün- stigung deS„Volksstaat", sei dieS durch Gewinnung neuer Abon- ncutcn, oder durch Einsendung von interessanten Berichten, zu thun. Nutzt Jeder diese Möglichkeit vierteljährlich nur einmal aus, und das kann Niemand schwer fallen, dann werden wir erreichen, was der Partei überaus Roth thut: 10,000 Abon- nenten des„VolkSstaat". Zehntausend Abonnenten sind eine unschätzbare Quelle für die Partei, sowohl finanziell wie agita- torisch. Der„VolkSstaat" wird durch solche Leserzahl in den Stand gesetzt, diejenigen Lücken auszufüllen, welche in der Partei- Organisation durch Tessendorf und Genossen bald in Preußen, bald in Bayern zc. bereitet werden. An einzelnen Orten wird man zwar auf die bestehenden Lokal-Partejblätter hinweisen, um damit die Unthätigkeit für den„VolkSstaat" zu entschuldigen. Doch alle EntschulvigungSgründe stnd hinfällig, denn keines der lokalen Parteiorgane vermag den„VolkSstaat" zu ersetzen. Die allgemeinen Parteiangelegenheiten werden ausführlich nur im „VolkSstaat" erörtert; im„VolkSstaat" erblicken wir daher mit Recht den Brennpunkt unseres geistigen Parteilebens. Wer sich diesem Brennpunkt entzieht, wird nie unsere gesammte Partei- bewegung, sondern nur ein Bruchstück derselben, die Bewegung in seiner nächsten Umgebung, verstehen. Solche Unwissenheit aber wirkt lähmend auf die Entwicklung der Partei ein, ihr muß mit aller Kraft gesteuert werden. Darum abonnirt auf den„Volks- staat"!— Für Hamburg speziell gibt es das Hinderniß eineS lokalen Parteiblattes überhaupt nicht, umsomehr darf von unserer Stadt eiu erfolgreiches Wirken für drS Hauptparteiorgan erwartet werden. Bestellungen stnd bei den Colporteuren Schultz und Schützt (Schultz wohnt Platz beim grünen Sood Hof 43, Saal L), sowie bei Getb, Rövingsmarkt 12. zu machen._ Lriestasteu der Redaktion. Köpenick wird um seine Adresse gebeten.— A.%■ C.: Siehe Vorstehendes der Expedition. Rllr Berlin: Beides richtig erhalten.— Kllfchr Karolinenhof: Ihre Sendung ist bereits abgegangen. A. A. Berlin schuldet f. Ab. thlr. 12. 22. 5.— O. Fischer Berlin: Kostet nicht«. Quittung der Expedition. V. H. Lngdrf Barmen Schr. thlr. 1. 20. R. Haw- bürg Ann. 5 gr. Mllr hier Ab. thlr. 2. 16. W. Gtz Ehcmnitz Schr- 19 gr. R. Mrtn hier Ab. 3. u. 4. Q. thlr. 1 5. H. Dtzr Zwickau Aö. 3. Q. 20 thlr., Schr 3 thlr. Wmnu LandShut Ann. thlr. 1. 4. 2. Tdt Meerane Schr. 23 gr. Arb.-Part. Hamburg Ann. 20 gr. Tpfrverei» Hamburg 5 gr. Stgr Rew-Aork Ab. thlr. 2. 20. W. Brl Miinche» Schr. thlr. 4. 10./z Uhr: Oeffcntlicflc Arbeiterversammlung bei Carius, Prinzenstraßc 72. Vortrag de« Herin Heiland: DÜ Besteuerung der ärmeren Klassen. E« wird um rege Betheiligung gebeten. W Allgemeiner Böttcher-(Köper-) Berein. Dienstag, den 22. Sept., Abends 8 Uhr: Geschlossen� Mitgliedersammlung im Heise'schen Saale, Landsbergerstraße 15- Tagesordnung: 1) Wahl eines stcllvertr. Vorsitzenden, eines Revisoren und Bevollmächtigien. 2) Verschiedene«. HB. Diese Versammlungen finden regelmäßig jeden Dienstag stall; Der Bevollmächtigte.[]} Dienstag, den 22. September, Abends 8 Uhr, findet in> Ckt-lHU Cafe Madel, Elisabethstraße Nr. 17, eine öffentliche Versammlung statt.— Bortrag de» Herrn Stollen au« Dresden. Eberhard. Es wird um eine recht zahlreiche B-theiligung gebeten. Allgemeiner deutscher Töpferverein. Der Ausschluß der Töpsergesellen dauert noch hall' nackig fort, deshalb werden alle Collegen ersucht, den Zuzug von Hill ferne zu halten., Da« Comitö. A itathtirt Mittwoch, den 23. Sept., Abends 3 Uhr: Sitzung des Agitations-Comitos. D. B. Ctaiiliisi Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Montag, den 21. d. M.: Versammlung in Jacob'! Restauration, Petersstraße 15(goldner Arm). Tagesordn.: 1) Soziall> Rundschau, Ref. Schulze. 2) Die Agitation. 3» Verschiedene». Gäste willkommen D. Bev. DI Lcipjig u. Amgcgclid«„Sä'ä,,, Jeden Montag Abend» 8 Uhr: Sitzung bei Fröhlich, Ntkolaistr. ob-l Tagesordnung: Sozialer Wochenbericht. Gewerkschaftliches. Aufnahllsi neuer Müglieder.— Da» Erscheinen aller ist Pklicht.(gj Leipzig: Berantw. Redakteur: M. Preiger.(ptedatnon mio all' pedition Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der Genossenschaft» bnchdrucketS!