et' r« ,te z» 10] 1 ü' tet id. 31 ng w jt: 14 m' Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonnrag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- 'ungen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen stir die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, vor 101 SoboKen, N. J. Peter Haß, «>• W. Corner TMrd and coates str. Philadelphia. Abonnemeutspreis für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2ten u. llten Atonat und auf den 3ten Monat besonders an- #nommen; im Kgr. Sachsen Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat des Quartals k ö'/a Szr. OrgandersozialdemokrattschenArliettertiarteiMdderinternattonalenGeiveMgenossenschasten. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und Bergnügungs- Anzeigen mit 2'/, Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Rr. 113. Sonntag, 27. Sextemver. w. ick. st- 16) m- ... Der WolKsstaatKatender 1875 es-! ist fertig und beginnt somit der Versandt gegen baar oder er. �stvorschuß. Die Brandstiftungen der Communevertheidiger. Von einem Augenzengen.(Schluß.) Die eine drang durch die Champs-Elysees direkt durch die Tuilerien, die Rue de Rivoli und das Centrum der Stadt los; die Zweite nahm ihren Weg durch das Faubourg St. Honors, die Rue Rvyale und die großen Boulevards, und die dritte endlich operirte aus dem linken Seineufer von GroS-Caillou aus nach der Place � des Invalides, dem Corps Legislatif, der Rue de Lille, dem Quar- tier St. Sulpice, dem Luxembourg, dem Pantheon u. s. w. Die erste Kolonne nun zerstörte die Tuilerien, den Pavillon des Lovvre wit den Karyathiden von Jean Goujon, das Palais Royal, die berschiepenen Privatbautcn in der Rue St. Honorö, der Rue Royale und auf den großen Boulevards, die Magazins RöunieS ! auf der Place du Chateau d'Eau:c., und die dritte endlich das Riesengebäude des Staatsrathes und Rechnungshofes, die Ehren- -rgion, die Privatbauten der Rue de Lille, der Rue du Bac und was sonst noch BemerkenSwerthes im Faubourg St. Germaiu und im Quartier Latin zu Grunde ging. Daß dieses Alles keine j �rren Behauptungen sind, kann man noch heute an den noch in Paris sich befindenden Ruinen sehen. Alle die von mir auf- gezählten Brandstätten zeigen deutlich, daß daS zerstörende Element Von der Seite der Bersailler aus seine Thätigkeit begann. Wie Man in freistehenden Gebäuden leicht die Wetterseite erkennt, so ist hier gar nicht die furchtbare immer von Nordwesten nach Sü- den und Südosten laufende Spur abzuleugnen. Und nicht allein � das ist ein unabweisbar sich gegen die Bersailler richtendes Zeug- »iß, sondern wie schon angedeutet, kann man endgültig nachwei- sen, wie Strecke für Strecke die Bersailler Kanone» vorrückten und ihre jedesmaligen Zielpunkte durch die ungeheuersten Breschen . Markirten. Besonders auffallend tritt dies bei näherer Besich- tigung der ChampS Elyfses, der Tuilerien, des PalaiS Royal und der Rue de Rivoli und auf dem Weg, welchen die Bersailler durch die großen Boulevards nahmen, zu Tage. Hier sah ich so- gar mit eigenen Augen, wie die Bersailler Kugeln erst die großen Verwüstungen in der Nähe der Porte St. Martin und dann die- jenigen auf der Place du Chateau d'Eau anstellten. Als Charak- teristik der Gesinnungen der Commune-Vertheidiger in Bezug auf tin etwaiges Niederbrennen von Paris mögen noch folgende beide von mir erlebten Auftritte dienen. Es war am Montag, den 22. Mai, Morgens 5 oder 6 Uhr, als ein Freund, Raoul Pugno, der in sehr nahen freundschaftlichen Beziehungen zu Raoul Ri- gault und desien Genossen stand, ganz aufgeregt und blaß in mein — Zimmer kam und mir die Mittheilung brachte, daß ganz unver wuthet die Bersailler über Nacht in Paris eingedrungen feien. �m klar über die Sachlage der Dinge zu werden, beschlossen wir, uns sofort auf die Polizeipräfektur zu begeben. Wir fanden da- wch selbst Alles im größten Durcheinander und konnten nur eines ge- lin wissen Levraux, Chef der 1. Division des Comiiä de Surelö i g�nsrale, habhaft werden. Derselbe war, als wir ihn trafen, da- Mit beschäftigt, in einem ungeheuren Haufen von Papieren zu �amen und einen Theil desselben in einem Kamin zu verbrennen. Auf unsere Frage, wie die Dinge ständen, antwortete er, Alles sei verloren. Es fei keine Einheit in der Stadtregierung, das Comitä Zentral und die Commune ständen sich feindlich gegenüber, außer k'em lägen sich die Parteien von DeleScluze, Felix Pyat und Raoul Rigault gegenseitig in den Haaren und vom Commandanten bis Zum einfachen Nationalgardisten wolle Jeder etwas Anderes und seinen eigenen Weg gehen, und er fände nicht einmal Hülfe, um rine Anzahl von Dokumenten, welche unbedingt vernichtet werden wüßten, zu verbrennen. Er fügte hinzu: Obgleich wir nicht ge- sonnen sind, unnöthigen BandaliSmuS auszuüben, werden wir Rirch die Verhältnisse gezwungen fein, die Präfektur und das Rathhaus niederzubrennen. Wir verließen ihn, nachdem er uns Noch Pässe ausgefertigt hatte, ohne welche wir gar nicht mehr durch die überall verbarrikadirt werdenden Straßen hätten passiren können, machten noch einige nothwendige, uns sehr weit führende V�ege und gingen dann in unser Quartier zurück. Dort, hinter deui Theatre de l'Odeon am Gitter des Luxembourg-GartenS, be- Segneten wir einer Gruppe weinender, mit allerlei HauSgeräth- schaften bepackter Frauen und Kinder. Dieselben flüchteten sich b»US der brennenden Rue de Lille und erzählten einigen hinzu- 1 betenden Nationalgardisten, sie hätten erfahren, daß die Com- wunalisten(Communeux, nicht CommunardS, welches letztere ein "TT Schimpfwort ist) ganz Paris in Brand stecken wollten. Die Na- 011 llonalgardisten verneinten dies auf's Höchste entrüstet, und fragten Uun die Frauen, wer denn ihre Wohnungen angezündet habe. Vh! riefen nun die Frauen, das haben die Bersailler, diese ver- Nuchten Mordbrenner gethan!— Da habt ihr'S, entgegneten die m* �ukionalgardisten unh fügten hinzu: wenn Paris in Brand auf- Sehen wird, sind nicht wir die Urheber davon. liche Ohne diesen immerhin nur vereinzelten Aeußerungen zu viel mcrt Gewicht beilegen zu wollen, sind sie dennoch als ein guteS Zeug- und ujß jU@Uj,j}en per Communalisten gegen die lächerlichen, absicht- Hon, üchen Verleumdungen seitens der Bersailler anzunehmen. Wessen Geistes Kinder diese waren, haben dieselben genugsam bewiesen, Und wenn man die durch die Geschichte beglaubigten Handlungen »er Commune mit denen der Bersailler vergleicht, muß jeder Un- , parteiische zugeben, daß wenn eine Partei der Fluch zu treffen hat, wes gegenüber der letzteren geschehen muß. Allerdings hat auch I die Commune manche blutige und vandalistifche(?) Handlung be- gangen, aber nur in Folge der unumgänglichen Nothwehr. Sie(?) ließ den Erzbischof von Paris und 50— 60 Geiseln nur als Re- prcssalien gegen hunderte und tausende von den Bersaillern be- gangenen Mordthaten erschießen, und waS die Brandstiftungen anbetrifft, so denke ich(natürlich abgesehen von einigen in solchen Zeiten unvermeidlichen Mordbrennereien, für welche einzelne Per- sonen verantwortlich sind)�) nachgewiesen zu haben, daß diejenigen, welche die Commune überhaupt begangen hat, eher einem menschen- freundlichen, als menschenfeindlichen Gefühle entsprungen sind. Jedenfalls wird Herr Heinzcn mit mir darin übereinstimmen, daß, wenn er, im Glauben, die Communevertheidiger seien die Ursache davon, die Niederbrennung der Tuilerien gut heißt» er nach der nunmehr von mir gegebenen Aufklärung dasselbe mit noch viel mehr Ursache gegenüber der Zerstörung deS RathhauseS und der Polizeipräfekur ihun kann. nd hl n! Clt, er, uch reu bei bea in- mg nS- er- !aS den ist. ler« des sch, ife- ar- ZaS dr., [en, .uch unh des '/-i 19) ert im, wn, lief. von Dort -cht- ritt. Ildd. Ex- Politische Ueftersicht. — In majorem Stieberii gloriam.— Zur größeren Ehre Stieber's hat Herr von Bismarck Anklage gegen den „Bolksstaat" erhoben, und zwar gegen zehn Artikel, welche die Kissinger Attentäterei des Böttchergesellen Kullmann besprachen. Herr von Bismarck übernimmt es also, gegen die von uns be- hauptete Ungeschicklichkeit des Herrn Stieber in der Kissinger As- faire durch eine gerichtliche Klage Verwahrung einzulegen; der Herr Reichskanzler"fühlt sich beleidigt, weil wir seinem Famulus Stieber Ungeschicklichkeit vorgeworfen haben— mit andern Worten: Bismarck identificirt sich mit Stieber. Das ist zwar Gcschmacksache; nicht aber ist eS nach unseren Geschmack, daß wir eine Strafe dafür zahlen oder verbüßen, daß der Famulus deS Herrn Bismarck sich hat Ungeschicklichkeiten zu Schulden kommen lassen, und wir werden also vor Gericht den Beweis zu führen haben, daß wir nickt verpflichtet sind, für die Unfähigkeit und Ungeschicklichkeit BiSmarck'scher Agenten zu haften. Sind wir schuld daran, daß der Kullmann statt der Kugel einen Pfropf genommen hat? Sind wir schuld daran, daß man mit Papier� pfropfen Niemanden todtschießen kann?— Wir sind für Kull mann nicht verantwortlich und haben mit diesem„Blut und Eisen- mann" so wenig zu thun gehabt, als wir in Biarritz gewesen sind. Ueberflüssige Thaler haben wir auck nicht im Portemonnaie und meinen] daß, wer„heidenmäßig viel Geld" hat, auch reich genug ist, um die Dummheiten seiner Gelreucn selbst zu bezahlen. Apropos, Herr Stieber hat eingesehen, daß seine Krankheit eine kolossale Dummhnt war und ist wieder gesund geworden. Germania, freue dir! — Ein Papagei. Wer den Professor Birnbaum, den „Mann mit Privatvermögen" der„Spener'schen Zeitung", schon einmal reden gehört hat, der wird bemerkt haben, daß dieser auf sichtsräthliche„Volkswirth" seine Reden gleich einer Spielorgel abzuleiern pflegt. Wir hatten den Mann flüher schon im Verdacht, daß er den„Geist" seiner Reden— man verzeihe uns diese Miß Handlung deS Wortes„Geist"!— aus der„Spenerfchen Zeitung" schöpfe. Darin sind wir nun völlig bestärkt worden; Herr Birn- bäum ist nur der Papagei„unseres Braun". In einer Bersamm- lung des sogenannten„nationalliberalen Vereins im 13. Wahl- kreis" schüttelte nämlich der Birnbaum folgende Tirade ab: „Die Rückwanderung aus Amerika, die totale AuS fichtslosigkeit von Arbeitseinstellungen, daS feien Dinge, welche den Socialdemokraten, wie ein Blick auf deren Bläb ter ergebe, schwer in den Gliedern lägen." Ein„Blick auf unsere Blätter", lieber Papagei, ergiebt, daß wir uns nicht nur gegen unüberlegte Arbeitseinstellungen täglich aussprechen, sondern daß wir auch ganz entschiedene Gegner der Auswanderung sind.„In Deutschland liegt unser Amerika!" schließt die jüngst erschienene Broschüre Liebknechts über die Grund- und Bodenfrage. Wir machen uns höchstens;über die verdutzten Gesichter lustig, welche die Bureaukratie, die gründenden„Volks- wirthe", Herr Stieber, Herr Birnbaum und andre Papageien in Folge der sehr in die Mode gekommenen, mit der„Reichsherrlich- keit" allerdings seltsam contrafiirenden KönigSrocksflucht zu schneiden pflegen. WaS Birnbaum behauptet, ist nicht Folge eines „Blicks" in unsere Parteiblätter, sondern Folge eines„Blicks" in die„Spenersche Zeitung". Ein weiterer„Blick" in das Blatt unseres Braun Haiden„Volkswirth" Birnbaum noch zu folgen- der Geistreichigkeit gebracht:„Wir befinden uns in dem Zustand vorübergehender KrifiS und deren Ende muß abgewartet wer- den"!— Richtig, Birnbaum! Für„VolkSwirthe" eures Schla- ges ist daS„Abwarten und Theetrivken" allerding« das Beste. Darum haltet den Mund und verschont eure leidenden Mitmenschen mit den faulen Witzen„unseres Braun"! j,.-: — Interessant. Wie jenen zwei Mordspatrioten, welche sich bei der„Einweihung" der Universität Straßburg mit dem Skalp des alten Anfseß geschmückt haben, ist bisher gewöhnlich nur der Professor Binding hervorgehoben worden, der jetzt die Universität Leipzig ziert. Der andere, ein Professor von der Goltz, war bisher weniger bekannt. Im„Leipziger Tageblatt" gibt nun ein Professor Delitzsch folgenden unfreiwilligen Ausschluß über diesen„praktischen" Faustrechtsprofessor: ') E» ist hier noch besonders darauf Hinzuweiser, daß die Berichte über Petroleusen ,c. fast durchaus auf phantastischen Lügen beruhen. Es mag(?) ein« oder das andere verrückte Frauenzimmer Versuche gemacht ha- ben, mit Petrol um Unheil anzustellen, jedenfalls aber fällt das im Ganzen kaum in die Wagschale. N. d. Verf. „Der Wingolf ist allerdings eine Studentenverbindung mit positiv christlichem Princip, aber sollte das für ihn eine Schande sein? Gefeierte Universitätslehrer wie Riehm, Zöckler, v. d. Koltz sind aus ihm hervorgegangen und bekennen sich noch zu ihm". DaS ist ja reizend, während der unbestrafte Binding über das Strafrecht liest, hat fein College von der Goltz sich das„positiv christliche Princip" zur Richtschnur seines mordspatriotischen Den- kens und Handelns erkoren. In der That läßt die Wirksamkeit dieses Herrn von der Goltz, d. h. seine Ausübung des„christlichen PrincipS" in Straßburg an„positivem" Erfolg Nichts zu wün- schen übrig. Hoffentlich wird das Ehrenbürgerrecht der Stadt Leipzig für diesen„gefeierten Universitätslehrer" nicht allzulange ausbleiben. — AuS New-Uork erhalten wir folgendes Schriftstück: Die Sectio» I. der Internationalen Arbeiterassoziation an Ihre Brüder in Oestreich. r Mitarbeiter! Wir waren lange im Dunkeln über Euren Parteistreit, bis einige Arbeiter von dort hierher kamen und wir hörten, daß Ihr mit den niedrigsten Soldknechlen, den Literaten, zu thun habt, da wußten wir, woran wir waren und nahmen entschieden für Euch Partei; nachdem wir aber den Prozeß Eures gekränkten geistigen Oberhaupts gegen den Arbeiter Scheu gelesen, da wunderten wir uns über Eure Langmuth und jetzt, da das Organ trotz Euren schweren Geldspenden zugrunde gegangen und der Mörder desselben auf eigene Kotten(?) ein bürgerliches Lumpenblatt gegründet, da sagten wir uns: Fort mit allen sichtbaren und unsichtbaren Oberhäup- tern! ihr Wirken gilt der Ruhmessucht und der persönlichen Wichtig- macherei. Ueberlassen wir sie ihrer eingebildeten Ueberlegenheit, ihrer Schönrednerkunst und Oberhaupt-Phantasie, so werden sie sich der Welt zeigen als das, was sie sind: Nullen. Die Eman- zipation der Arbeiterklasse muß durch die Arbeiter selbst erobert werden, darum fort mit aller Bevormundung. Lasset uns unsere Angelegenheiten selbst verwalten, dann werden wir uns nicht mehr darüber entzweien, ob Der oder Jener der wahre Jakob, ob der Staat friedlich oder halb oder ganz mit Gewalt erobert werden muß. Mit Brudergruß und Handschlag Der Sekretär Th. Alberti. Gewerksqenossenschastlicheso Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Urannschwelg, 20. September. Werthe Kollegen, Vereins- und Berufsgenossen! Die diesjährige Generalversammlung ist vorüber, die vielen Anträge erledigt. Freilich hätte Mancher seinem Antrag die Annahme gewünscht, allein was die Autorität des Ver- eins beschließt, dem wollen, dem müssen wir uns fügen, wenn wir auf politische Bildung Anspruch haben wollen. Wir sagen uns nun, was in einem Jahre nicht erreicht ist, da« wollen wir im nächsten Jahre durchsetzen, und dazu soll uns der Krankenunter- stützungSbund der beste Helfer sein. Kollegen in Magdeburg, Frankfurt a. M., Mainz, Breslau, Stuttgart und in andern Orten! WaS hält Euch noch ab, der Organisation beizutreten, die Ihr doch schon Jahr unv Tag daran herumarbeitet, unserem Verein anzugehören, was ist es denn, Kol- legen, was Euch in Schlummer erhält? Rafft Euch auf auS dem JndifferentiSmuS, und helft mit bauen an ver Einigung unserer Berussgenossen! Wer noch auf ManneSmuth und Ehre Anspruch erhebt, der kann nicht mehr vereinzelt bleiben, wenn sich die Ar- beitgeber zu Tausenden orzanistren. Wir wollen doch nicht wie eine Heerde zerstreuter Schaafe sein. Berufsgenossen! DaS kann, daS darf Euer Wille nicht fein. Alle Kollegen, die für sich und ihre Familie bedacht sind, haben sich der Organisation anzuschließen; und es nicht zu machen wie Jene, die sich durch ein erzwungenes Zulächeln in den Arbeitgeber- bund kaufen lassen, um bei stattfindenden Kongressen als Sta- tisten für die Herren zu dienen, damit dieselben mehr inponiren und eine große Stimmenzahl aufführen können. Die Wege des Arbeitgebers und die de» Arbeiters sind him- melweit von einander geschieden. Viel Arbeit und wenig Lohn ist des Elfteren Grundsatz; des Arbeiters Gewinn aber liegt da- rin, seine Arbeitszeit zu verringern und damit seinen Lohn zu steigern, weil so daS Angebot von Händen gemindert wird. Die« wolle man vorkommenden Fall« nicht außer Acht lassen; und nun wohlan, ihr Klein- und Stückmeister, befleit Euch von Eurer Verblendung! Seid nicht mehr Diejenigen, welch- uns bei jeder Gelegenheit als Feinde gegenüberstehen; legt den Verschönerung«- Mantel bei Seite, gebt Euch zu erkennen als was Ihr seid: näm- lich Lohnarbeiter, wie wir eS sind. Schließt Euch denen an, die schon lange für Euch gewirkt und gekämpft haben. Unsere Sache ist auch die Euere, denn nur noch eine kurze Spanne Zeit, und Euere Selbstständigkeit hat aufgehört. Darum erinnere sich jeder Berufsgenosse seiner Pflicht und organisire sich zu einem großen Ganzen; dann können unsere Nachkommen nicht von uns sagen, daß wir unsere Rechte nicht gewahrt haben. Kollegen! Der Antrag der Kollegen in Gießen ist Euch be- kannt; ich fordere daher die Genossen auf, wenn sie ihren Wohn- sitz verlegen, ihrer Pflichten eingedenk zu sein, und für ein Zu- standekommen einer Mitgliedschaft Sorge zu tragen(siehe Proto- koll in Nr. 101 des„Bolksstaat"). Der neue Vorort Chemnitz wolle die Wahl der Ausschußmitglieder bekannt geben, sowie die der Kontrolkommission. Mit kollegialischem Gruß F. Mumme, Scharrnstraße Nr. 1. CorrespondeuzeN Zum Kapitel der Löhne. In Berlin ist die Schlacht- und Mahlsteuer aufgehoben worden und soll nun alles zur Klassensteuer herangezogen werden, sogar die Trinkgelder der Dienstmädchen, Droschkenkutscher, Kellner sollen als Einkommen betrachtet und demgemäß besteuert werden. Der Magistrat von Berlin hat zu diesem Zwecke eine Zusammenstellung der Einkom- menSverhältnisse von den in Berlin arbeitenden Gesellen, Gehil- fen und Tagearbeitern arllertizen lassen. Diese Ermittelungen sind durch die InnungsvorstäMe ausgeführt und geben folgende Re- fultate, wobei wir den Ausspruch John Stuart Mill'S beherzigen wollen, daß„je härter die Arbeit, desto geringer der Lohn," so daß die härteste Arbeit kaum mehr auf den nothdmftigsten Lebens- unterhalt rechnen kann: Seidenwirkcr und Tuchmacher, anstrengendste Arbeit, demgemäß niedrigster jährlicher Erwerb von ISO— 208 Thlr. Kandknnger 250 Thlr. Buchbinder, Glaser, Handschuhmacher, Kammmacher, Posamentiere und Knopsmacher, Schornsteinfeger, Seifensieder, Seiler, Strumpfwirker 250— 300 Thlr. Jahreseinkommen. Bäcker, Albnmarbeiter, Bürstenmacher, Drechsler, Feilenhauer, Goldschmiede, Hutmacher, Maler, Müller, Nadler und Siebmacher, Schneider, Schwertseger, Uhrmacher, Vergolder, Weißzerher, Zim- mercr 300—400 Thlr. Jahreseinkommen. Böttcher 500 Thlr., Conditorgehülfen 600 Thlr., Dachdecker 500 Thlr., MafchiuenbaudrcchSler 500 Thlr., Färber 450 Thlr., Friseure 450 Thlr., Kürschner 624 Tblr., Kupferschmiede 624 Thlr., Maschinenbauer 500 Thlr., Maurer 500 Thlr., Sattler 650 Thlr., Schmiede 750 Thlr., Steinsetzer 620 Thlr., Möbeltischler 460 Thlr., Bautischler 520 Thlr., Klempner 1000 Thlr. JahreSeinkom- men als Maximum bei Akkordarbeit. Buchbinder, Schornsteinfeger, Setter und Strumpfwirker, sehr aufreibende und anstrengende Beschäftigungen, erhalten fast den niedrigsten Lohn. Mit den„ungeheuren Löhnen" der Maurer, Steinsetzer, Maschinenbauer im Akkord, womit so gerne im feind- lichcn Lager renomwirt wird, ist eS auch nicht so weit her. Die „ungeheuren" Verdienste in diesen Zweigen gelten nur für einzelne Ausnahmen und besonders glückliche Perioden. Der große Ver- dienst bei den Klempnern kommt mir etwas geheimnißooll vor, und hat man wahrscheinlich bei Herrn Julius Pietsch Anfrage ge- halten, der vor diversen Jahren noch ehrsamer Klempnergesclle war, und jetzt so und so viele Fabriken besitzt; der wird wohl so viel verdient haben. Der Handlanger, der die anstrengendste körperliche Beschäftigung hat, 250 Thlr. jährlich! Den Bourgeois- blättern erscheim dies zuviel— wahrscheinlich als„unqualifizirte Arbeit". Das Köstlichste aber die Frage:„Warum nicht alle Klempnergesellen mit 1000 Thalern?" Warum denn nicht allchumerboien, beschworen Stroußderg'S? Das ist doch viel besser. Die Elementarschule ist kamen in daS Elend. zwar an Vielem Schuld, doch hier soll sie sogar daran Schuld sein, daß man nicht sofort einen Salto mortale von einem Ge- werbe inS andere machen kann; die nöthige Geschmeidigkeit fehlt. Heute Conditorgehülfe, morgen Steinsetzer, übermorgen Buchbin- der. Hurrah! Es lebe die Geschmeidigkeit! Warum es bei den schlechten Löhnen überhaupt noch Seidenwirker und Tuchmacher giebt? Ja, lieber ZeitungSschmierer, wenn diese Leute diverse Jahre am Webstuhle gesessen haben, sind ihre morschen Glieder zu nichts Anderem mehr fähig! Darum aufgepaßt! Sonst kom- men Sie auch noch an den Webstuhl. Das ist die Art, wie Reptilienblätter indirekten Gepräges die soziale Frage behandeln. Danzig, 21. September. Die„Danziger Zeitung machte sich neulich darüber lustig, daß der„Volksstaat", der doch gegen die lange Dienstzeit bei der Armes sei, sich so sehr gegen die Beur- laubung von Mannschaften zu Erntearbeiten sträube und solches als Störung der wirthschaftlichen Ordnung betrachte. Natürlich machte unser Blatt nicht aus die vom„Volksstaar" angeführten Gründe aufmerksam, das wäre zu anständig. Bielleicht hielte es die„Danziger Zeitung" auch in der Ordnung, wenn Feldwebel ihre Untergebenen auf Arbeit gehen ließen, ohne weitere Autorisation, als daß sie per Mann und Tag 5 Sgr. von den Verdienst sich ab- geben lassen! Dergleichen ist hier gang und gebe und wurde mir auch ein solcher Feldwebel namhaft gemacht, der neulich 21 Mann dazu entlassen und dagegen 3'/? Thlr. vereinnahmt habe. Ein hübscher Nebenverdienst, der es ihm gestattet, mit seinen Borge setzten um die Wette aus das„Civil-Lolk" herabzusehen und sich Häuser zu„ersparen". Mit dem Ausdruck„Civil-Bolk" ließ neulich der Commandant der hiesigen Festung Weichselmünde die Angehörigen des dortigen Restaurateurs von dem Feftungswall jagen, wo sie etwas frische Luft schöpften. Wie viel mag doch in der Armee Haß und Ver- achtung und Austeizung gegen das Civil gepredigt werden? Die vielen Exzesse legen ein Beispiel dar. Der betreffende Comman- dant ist ein gar gestrenger Herr, der die Respekwerletzung, be- gangen an dem aus seinem Garten herabgefallenen Obst strenge ahnvet und gegen daS„CivibVolk" besonders erbittert ist. So ließ er neulich einen armen Fuhrmann, der über die einzige Fähre dort, welche der Festung zugehört, mit einigen Wagen über- setzen wollte, den zweimeiligen Umweg über Danzig wieder zurück machen. Dabei weiß der Herr ganz gut— denn es ist ihm bereits mehre- malS gesagt worden— daß er und Seinesgleichen nur durch das „Civil-Volk" ernährt wird. Die Leser des„Volksstaat" kennen den Herrn schon aus vorigem Jahre, als Freund KokoSky für seine Verdienste um das arbeitende Volk durch den Staat 3 Monate dort unterhalten wurde; jetzt hat Parteigenosse Radtke da seine Drangperiode durchzumachen. Wie unsre Freunde wissen werden, ist Danzig ein Hauptstapel- platz für Bildung, die auch weiter in die polnische Provinz Ableger hat. Das Volk ist hier auch sehr gebildet; wo Einer den Andern begaunern kann, thut er's nicht mehr wie gerne; dabei ist man sehr vergnügungssüchtig. Es ist eben eine Stadt des selbstsüchtigen Kleinbürgerthums. Unsere Parteigenossen haben da einen schweren Stand, weil sie an die besseren Leidenschaften der Men- schen appelliren. In dem hiesigen Gewerbevereine werden die wichtigsten Lebensfragen mit großem Sachverständniß abgehandelt, z. B.:„Das Silber wird in 16 Lothe getheilt, wie kommt� es nun, daß man auch i Pfd. fein Silber sagt?" Der Disput ent- spann sich so gebildet, daß man nicht merken konnte, ob der 16löthige oder der Einpsilnder die gewichtigeren Gründe vorbrachte; Beide waren aber sachverständige Silberarbeiter; sie hätten ihre Schulkinder mitbringen sollen; die hätten es vielleicht besser ge wüßt. zahme Ding einfach aä uetu gelegt, ohne auch nur ein Wort der Erwiderung hervorzurufen. Seit kurzer Zeit besteht hier für die Bildungsiämpfer und zur Wahl des Dr. Max Hirsch ein Ableger der VolkSzeitung des Herrn Duncker, der a la ReptilienfondS auch an andern Orten fortschritt- liche Meinung machen will. Um den Spießer anzulocken, wurde im Prospekt gleich erklärt, daß man„die Ausschreitungen der Sozial- demokratie" heftig bekämpfen werde, was Herr Duncker auch heftig zu tbun scheint. Doch gewinnt das Blatt nicht viel Boden und ein Bekannter aus der Redaktion äußerte sich mir, daß hier die Leute sich nicht einmal auf ihren Standpunkt emporschwingen könnten.— Da ist noch was emporzuschwingen!— Neulich tagte hier ein Congreß von Aerzten.(S. vorletzte Nr.) Unwillkürlich kam man auch auf Thatsachen von sozialer Bedeu- tung— wie wobl überall, wo sich eine größere Anzahl Personen, die durch ihre Berufschätigkeir in die Lage des Volks, in einer Hinsicht wenigstens, Einblick erhalten, mit einiger Naivetät und lediglich im Interesse ihrer Wissenschaft gegenseitig aussprechen und statistische Erfahrungen austauschen kann.— So wurde auch die Thatsache wieder constatirt, daß in den höchsten Stockwerken der Häuser mehr Krankheit herrscht, als in den viel ungesunderen Kellerwohnungen, weil nämlich in jenen mehr das Proletariat wohnt, und diese doch noch immer von einigermaßen geordnet Le- benden bewohnt werden, und daß bei den Leuten mit einem Ein- kommen bis 500 Thlr. jährlich die Sterblichkeit unter den Kin- dern noch einmal so groß ist, als bei denen, mit einem Einkommen von 500— 1000 Thlr. Auch über die Frauen- und Kinderarbeit in Fabriken wurde gesprochen und hob der Dr. Göttisheim aus Basel hervor, daß von allen Regierungen nur die der Schweiz diese Frage ventilirt und unter Gesetz genommen habe. Doch nun mochte sich wohl der Herr erinnert haben, daß er hier die Jäter- essen der herrschenden Klaffe ein wenig außer Augen gesetzt und bemerkte gleich, daß die dortigen Fabrikbesitzer den Umtrieben der Internationale dadurch entgegengewirkt hätten, daß sie die Frauen außerhalb der Fabriken und in den zerstreut umherliegenden Dör- fern zu Hause beschäftigten, was viel gesünder sei! Der Herr scheint von dem Elend in den Weberdörfern Schlesiens nichts ge- hört zu haben. Dort wurde auch die Arbeit nach Hause mitge- geben. Da konnten die Weiber sich nun ja bequem eimiätten, sich die Zeit aussuchen, Frau und Kinder halfen auch ein bischen, dann war die Arbeit in ein paar Stunden gemacht und die Familie konnte nun im Freien schlampampen.— Ja Prosit die Mahlzeit! Der Mann, die Frau, die Kinder, bis zum Kleinsten, mußten Tag und Nacht'ran an die Arbeit und hatten kaum Zeit die kalten Kattosfeln zu verschlucken, die ihre einzige Nahrung blieben, bei dem Hungerlohn. Durch das Abgeschlcssensein der Weber von einander, dadurch, daß sie sich durch die Familienarbeit gegenseitig sie daS„eherne" Lohngesetz h:rauf und Nur mit vereinten Kräften und mit streng abgegrenzter, gleichmäßiger Arbeitszeit kann der Proletarier daS„eherne Lohngesetz" etwas erweichen. Daß übrigens ein Arzt, der es rühmt, daß die Frauenarbeit durch Gesetze eingeschräukr, sich andrerseuS freut, wie das Gesetz auf andre Art umgangen, ja zum Elend der Arbeiter verwanden wird, beweist eine gelehrte Logik. Da liegt auch Bildung drin.— Darmstadt, 20. September. Sonntag, den 30. August, hattelt wir eine Abendunter Haltung mit Verloosuug mehrerer Gegenstände; der Reinertrag war zur Deckung der noch vorhandenen Schulden von der ReichStagswahl bestimmt, und blieb uns auch eine hübsche Summe als Ueberfchuß. Der Saal, in welchem obengenannte Unterhaltung stattfand, war zum Erdrücken voll. Herr Liebknecht, der gerade in Darmstadt war, hielt eine Ansprache an die Fest- theilnehmer. Dienstag, 9. Septbr., hielten wir eine Volksversammlung ab mit der Tagesordnung:„Vier Jahre nach Sedan". Diese Versammlung war ebenfalls sehr gut besucht; als Referenten waren Kaufmann aus Wiesbaden, der TagS zuvor in einer Tapezierer- und Sattler-Versammlung referirt hatte, und Siebert aufgestellt. Kaufmann beleuchtete die ökonomische, Siebert die politische Kehr- seile unserer„Kulturstaaten". Beide Referenten ernteten stürmischen Beifall. Auch ein Gegner meldete sich zum Worr, welcher von Deutschlands Ruhm und Größe, Glück und Wohlstand faselte; derselbe wurde jedoch von Siebert anders belehrt und entfernte sich bald. Es sprachen noch verschiedene Redner über die Tages ordnung, und wurde die Versammlung unter Beifallsrufen ge schlössen. Auch hier haben die Stadtväter sich alle mögliche Mühe ge-s geben, um die Sedanfeier zu einem Volksfest?u erheben; sie� bewilligten 300 Gulden, d. h. nicht von ihrem Gelde, nein von� dem, was man dem Arbeiterstande abpreßt: 300 Gulden Blut groschen hat die unblutige Commune aus dem Gew.eindesäckel entnommen, um dieses dem Moloch des Krieges gewidmete Fest zu verherrlichen. Vor dem Zeughause war diesem Götzen ein Altar aus lauter Mordinstrumenten errichtet, und der Festzug, bestehend auS Schulkindern, Feuerwehr, Sängern, Schützen, dem Krieger- verein und sonstigen MorsSpatrioten, hielt daselbst an; Einer erstieg diesen Altar, gab, einen LaSkerknüppel schwingend, das Zeichen zum Singen der Lieder:„Großer Gott wir loben dich", „Deutschland, Deuffchland über alles".— Nach dem Gesang bestieg ein andres Individuum diesen Götzenaltar und wollte eine Rede verüben, war aber, nachdem er einiges über die Bedeutung des denkwürdigen Tages gesprochen hatte, so heiser, daß man auch keine Silbe mehr verstehen konnte. In Allem war auch kein Atom von Enthusiasmus zu erblicken; außer den städtischen Ge- bänden war die große Ochsengasse am besten beflaggt, was ganz in der Ordnung. Hintennach hörte man über die Schullehrer räsonniren, die von den Eltern ihrer Schulkinder Geld erpreßt haben zu Fahnen u. dgl., und über den Gockelschritt, den die Knaben in der Schule lernen müßten, um die Feierlichkeit„würdig" mitzumachen. Abends war Feuerwerk, und Tags darauf die Roth in allen Gassen.— ES hält hier sehr schwer, die Ideen der Sozialdemokratie zu verbreiten; Alles steckt noch bis zu den Ohren im Mittelalter, doch je schwerer der Kampf, desto besser schmecken die Früchte des Sieges, und wir arbeiten unermüdet fort, nur daS hohe Ziel, welches unsre Partei erstrebt, vor Augen. niger als„nothleidend", sondern kräftig und gesund; er ist breit- schultrig, trägt hellen Backen- und Schnurrbart und Brille, ist in der Unterhaltung zutraulich und liebenswürdig, verräth sich aber leicht durch albernes Ausschneiden und ungeschickres Lügen. Eine seiner komischsten Eigenthümlichkeiten ist, mit Vorliebe zn erzählen, daß er Ohrfeigen bekommen hat; so sagte er mir, daß er von Professor Wuttke in Leipzig, sowie von Paul Linda« einmal eine empfangen hätte. Sein Hauptinteresse in der Unterhaltung schien sich darum z« drehen, ob ich wirklich z>: Handelszwecken oder zu agitatorisch- politischen mich hier aufhielte; nebenbei aber versuchte er noch a«- dsre Dinge, die ihn nichts angehen, zu erhorchen. Ich habe gleich- wohl nichts gesprochen, waS ich nicht jederzeit verantworten könnte. Sollten also irgendwo in der offiziösen Presse Aeußernnzen vo» mir kolportirt werden, die für mich oder jemand anders kompro- mittirend wären, so sind sie ohne Weiteres auf Conto des Professor MaSke zn fetzen. Ich habe dem Mann gleich bei Beginn der Unterredung erklärt, daß ich ihn für einen Spion halte, eS aber dennoch nicht ablehne, mit ihm ein GlaS Bier zu trinke«, weil ich nichts zn verrathen b xbe. Zur Warnung der Gesinnungsgenossen und zur Kennzeich- nung der Mittel, welcher man sich in gewissen Kreisen gegen unk bedient, glaubte ich daS Vorstehende mitthcilen zu müssen. Dem „Professor MaSke" weiter auf die Spur zu kommen, ist mir vorder- Hand noch nicht gelungen. Berlin, den 22. September 1874. Adolf Hepner aus Breslau. s P lu fü 8. e wir Bricfkasteu der Redaktion. A. F. C. möge sich an uns wenden, um die ge- wünschte Adresse zu erfahren. der Expedition. P. Müller Berlin: Ihre Annonce kam für die Freitagsnummer zu spät. L. Krne Agram: Geben Sie uns genaue Adresse unter welcher wir das Tschexpl. senden sollen; wir erwarten aber auch regelmüßige Zusendung de«„Arbeiterfreano". Quittung der Expedition. V. K. Lr Werschetz Schr. thlr. 3. 3. Mllr hier Ab. thlr. 3. 3. 5. N. M. hier Ann. 16 gr. ttlstrm Haaren Schr. 2 l gr. Vr. V. hier Ab. thlr. 1. 5. A. Trtmu Berlin üb. thlr. 39. 4. 5., Schr. 10 thlr. Oetzl Reicholtzheim Ab. 16 gr. I. Hg Freiburg Schr. 4 gr. 3?s. drc -w. besi Vc Phlr Gößnitz Schr. thlr. 2. 12. Lpp Kaiserslautern Schr. thlr. 1. 2. S. Dru Apolda Schr. 7 gr. Hfm Hainichen Schr. thlr. 1. 11. Birnbaum Schr. 8 gr. I. Eng Berlin Schr. 7 gr. R. r. z. y- :. Wttt'] Fonv für Gc-nußregeltr. Bon L. v. K. hier 1 thlr., von N. N. 2 gr. GcuossenschastSbuchdruckcrei. Antheilscheine bez. Amheilquittungen erhielten ferner: In Crimmü- schau R. Pf. 10 thlr._ Hdlch.[3t (itli pro dies Montag, den 28. September, Abends 8 Uhr: Große F x Gcucralversammlung siimmtlicher Tigarrenarbeiterl und Sortirer Berlins im Lokal des Herrn Liebert, Elsasserür. 14/15. a Tagesordn.: 1; Berichterstattung des Hrn. F. W. Fritzsche über den Nordi. Cigarrenarbeitertag zu Achim. 2) Wahl des LomiivS(f.„Botschafter" Nr. 38.) 3) Verschiedenes.— Bei dieser so wichtigen Tagesordnung wird erwartet, daß alle Mitglieder am Platze sind. Die Eommission.[7] Montag, den 28. Septbr., Abends Uhr: Oesfeni- liche Arbeitervers aninilung bei CariuS, Prinzcnstr. 72. Vortrag des Herrn Heiland über die Besteuernug der ärmeren Klassea. Angesichts der wichtigen Tagesordnung ist eine rege Betheiliguul erforderlich._[£ Bo, fttDl Eck Hau Dienstag, den 23. September, findet lm Cass Mab Oti-zzl» Elisabeihstraße Nr. 17 eine öffentliche Arbeiter-Versammlung llatt.— Vortrag des Hrn. Holzwarth und Diskussion. Eberhard. Es wird um eine recht zahlreiche Betheiligung gebeten._[5j Allgemeiner deutscher Schncidervercin. Montag, den 27, d. M., Abends 8 Uhr: Versammln nj in der Restauration von Jacob, Petersstr. 15(goldner Arm). Tages. ordnung: Soziale Rundschau, Ref. Witt. � Vereinsangelegenheiten. Vor Abschluß de« Quartals werden die Restirenden gebeten, ihre« Pflichten nachzukommen.— Gäste willkommm. D. B. sbl P/2 im? Aib. gilii I. C Leipsig Dienstag, den 28. d. M., Abends 8 Uhr, findet imj Restaurant Bellevue, Krell;str.5(früher Leipz. Saal), eia< Oeffentlichc Versammlung der Schneidergehülfen von Leipzig und Umgegend statt. Tagesordnung: Der Eongreß del Arbeitgeber in Dresden und der Nutzen und Zweck der Gewerlschafte«. Referent Motteler.— Jedermann hat Zutritt. Der Borstand. Es wird gebeicn, auf die Plakate zu achtem tni« tdvl wen, �Och Thonberg u. Umgegend ! o rtr Arbeiterverein.; Montag, den 28. Septbrötzj�' jeden Adreffe-Berändeinag. Meme Wohnung befindet sich jetzt Finkwciler-Staadcn Nr. 2. Adam Jnng, Schriftsetzer in Straßbnrg. Einladung zum Abonnement auf das in Gotha erscheinende [12�( [leid ie «nb P«m »bei Sonntags-Aatt n Warnung. Vorübergehend geschäftlich in Berlin aufhälilich hatte ich am 18. September die ganz besondere Ehre von einem Spion auf der Straße angepackt und von ihm zu einer fllnfviertelftündigen ! Kneiperei animirt zu werden. Gedachtes Individuum, das sich „Professor der VolkSwirthschaft MaSke" nannte, von der Die nationalen Väter der Stadt wissen denn auch diese! Leipziger an die Berliner Univcrsttät veisetzt, ein Neffe des ehema- Bildung gebührend zu schätzen, und als neulich eine von jener Seite! ligen R.- Abgeordneten Professor Birnbaum und intimer Freund d-S emderufene Versammlung von steuerpflichtigen Bürgern eine Re-[ Leipziger Museumdirektors Dr. Max Jordan zu sein behauptet, hat solution an den Magistrat faßte, daß derselbe in die Einschätzungs- vor einigen Wochen sich bei einem Bekannten als„nothleidender kommissionen doch auch einige Handwerker ausnehmen möchte, stnte malen selbst bei der größten Unparteilichkeit der Stadtväter ein Handwerker die Lage seiner Kollegen am besten kenne— wurde dies Literat und Philologe Dr. Matzke" einzuschleichen gewußt und ihm obendrein einige Thaler und ein Buch abgeschwindelt. Es ist ein Mann von 30—32 Jahren, dem Aussehen nach nichts we- Organ für die Freidenker Deutschlands � 5 Herausgegeben von Dr. Aug. Specht. 1,8 Durch tüchtige geistige Kräfte unterstützt, hat sich da«„Sonntag«- Blatt" die Ausgabe gestellt, seine Leser mit den Resultaten der freie« Forschung in Natur und Geschichte vertraut zu machen, die mit d Vernunft und Wissenschaft im Widerspruch stehenden religiösen Dogme« zu bekämpfen und die Weltanschauung des freien Menschenthums z« vertreten. Bon der Uederzengung durchdrungen, daß die Menschheit nur durch eine positiv wissenschaftliche Bildung au« den Banden ver- alteter religiöser Satzungen befreit werden kann, wird da«„Sonntag«' Blatt" vornehmlich denjenigen Theil der Wissenschaft kulttviren, der sich mit der Entstehung der Dinge beschäftigt und daher Original-. Artikel über die Beschassenheit und Entwicklung der Weltkörper, de« �4 Thier- und Pflanzenreichs, de« Menschen und setner Kultur:c. bringen. Außerdem bringt jede Nummer des Blattes eine Wochen Übersicht der wichtigsten Vorkommnisse aus kirchlichem uud freireligiöselllpthu "ich Gebiete, Besprechungen sreisinuiger Bücher k., so daß sich die Leser übet alle Erscheinungen de« geistigen Lebens genügend oriennren können Stau abonnirt auf das in Gotha e r s ch e i n d e„Sonlltag«-|0 Blatt" bei allen Postanstalten und in allen Buchhandlungen zu dca> vierteljährigen Preise von nur 7>/z Sgr. Gotha._ Slollbcrg'sche Verlagsbuchhandlung. � >>>> 5 , st .Hl Durch die Buchhandlung de«„Volksstaat" ist zn dezrepen: Mir Revidirte Städteordnung. Preis pro Exemplar 15 Gr.[>d,j Disjidentengesetz v°m 20. Jmu 1870. 4,e s Preis pro Exemplar 1 Gr. Hl Versandt nur gegen baar oder Postvorschuß. Leipzig: Verantw. Redakteur: M. Preißer.(Redaktion und iL! pedition Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der Genosseuschaftsbuchdrucker«