z-r� , Erscheint in Leipzig ){« Sonntag. ieit Bestellungen nehmen an alle :tv Postanstalten u. Buchhand- ! lungen desJn-u.Auslandes. Filial- Expeditionen ei« Kr die Vereinigten Staaten: dit' F. A. Sorge, -g/ Lox 101 llodollen, t?. ll. Peter Haß, d>> V. Conmr Thinl and »er-! Dflj coates str. Philadelphia. Abonnementspreis für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten ans den 2ten u. Zten Monat und auf den Zten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Alteilburg auch auf den Itcn Monat des Quartals k ö'/a Sgr. WrsaKdersgzisldsWskrktischenArSeiterMrteiMdderinternkttoMlenGeVerkskensssenschksteK. L nrf .rtet ner�. ä Nr. 117. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Angelegenheiten betreffend, werden mit I Ngr.,— Privat- und Vergniigungs- Anzeigcn mit 2>/z Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Menstag, 6. KKtover. 1874. Flüchtlings-Literatur. m. l«i iea «bi In London erscheint eine Revue in russischer Sprache und in -�Danglosen Bänden, unter dem Titel: Vpered(Vorwärts). Sie uw'ivird redigirt von einem persönlich höchst achtbaren russischen Ge- ch�bhrten, den zu nennen uns die in der russischen Flüchtlings- Lite- chichatur herrschende strenge Etikette verbietet. Selbst diejenigen Russen dtfuiimlich, die sich für förmliche revolutionäre Menschenfresser aus- 'ergeben, die cS für einen Verrath an der Revolution erklären, irgend igesttwos zu respektiren, sie respcktiren in ihrer Polemik den Schein �£et Anonymität mit einer Gewissenhaftigkeit, die nur in der engli- cllMn Bourgeoispresse ihres Gleichen findet, sie respektiren ihn selbst da, er, wie hier, komisch wird, weil die ganze russische Emigration »d die russische Regierung genau wissen, wie der Mann heißt. ■8 kann uns nicht einfallen, ein so gut gehaltenes Geheimniß ohne Grund auszuplaudern; da aber das Kind doch einen Namen PMben muß, so wird der Redacteur deS„Vorwärts" es uns hcffent- ZeirH verzeihen, wenn wir ihn in diesem Artikel, der Kürze halber, effilp dem beliebten russischen Namen Peter bezeichnen. >rz� Freund Peter ist seiner Philosophie nach ein Eklektiker, der sich ■8 allen verschiedenen Systemen und Theorieen das Beste aus- Njt: Prüfet Alles und das Beste behaltet! Er weiß, daß Alles Kne gute und seine schlechte Seite hat, und daß es darauf ar.- fltftpit, die gute Seite von Allem sich anzueignen, ohne sich die schlechte ebenfalls aufzuladen. Da nun jede Sache, jede Person, p Theorie diese beiden Seiten hat, eine gute und eine schlechte, 1? ist jede Sache, jede Person, jede Theorie in d-eser Beziehung s* eine nrgefähr so out und so schlecht, wie die andere, und es Vwe also, von diesem Standpunkt aus, Thorheit, sich für oder '"ssjen die eine oder die and re zu ereisern. Von diesem Gesichts- vn.kt aus müssen die Kämpfe und Streitigkeiten der Revolutionäre pd Sozialisten unter sich � als reine Abgeschmacktheiten erscheinen, 'je zu weiter nichts dienen als zur Freude ihrer Gegner. Und 'ichls begreiflicher, als daß ein Mann, der diese Ansicht hat, den Ersuch- macht, alle diese sich gegeusritig Bekämpsenden unter einen! ht zu bringen, und ernstlich in sie dringt, der Reaktion nichts «ger dies skandalöse Schauspiel zu geben, sondern ausschließlich gemeinsamen Gegner anzugreifen. Um so natürlicher, wenn n Tban eben erst auS Rußland kommt, wo die Arbeiterbewegung be- Gütlich so riesig entwickelt ist. Das„Vorwärts" ist denn auch voll von Ermahnungen zur intracht aller Sozialisten oder wenigstens zur Vermeidung aller !fe«tlichen Zwietracht. Als die Versuche der Bakunisten, die pernationale unter falschen Vorspiegelungen, durch Betrug und % ihrer Herrschast zu unterwerfen, die bekannte Spaltung in P Assoziation hervorriefen, da war es wieder das„Vorwärts", N zur Einigkeit mahnte. Diese Einigkeit war natürlich nur edeefadurch zu erhalten, daß man den Bakunisten sofort zu Willen Jp und ihrer geheimen Verschwörung die Internationale, an ripäi'den und Füßen gebunden, überlieferte. Man war nicht ge- �llserlos genug, dies zu thun, man nahm den Handschuh auf; e* Haager Congreß entschied, warf die Bakunisten heraus und schloß die Veröffentlichung der diese Ausstoßung rechtfertigenden 'enstücke. Groß war das Wehklagen auf der Redaction deS„Vorwärts" trüber, daß der lieben„Einigkeit" nicht die ganze Arbeiterbewe- zum Opfer gebracht war. Aber noch größer war das Ent- len, als die kompromittirlichen bakunist-schen Aktenstücke wirklich CommissionSbcricht(siehe:„Ein Complotr gegen die Inter- siionole," deutsche Ausgabe, Braunschweig, Bracke) erschienen. 'oren wir das„Vorwärts" selbst: »Diese Druckschrift... trägt an sich den Charakter galliger .�"sJelemik gegen Personen, die in den vordersten Reihen der Föde- Äcn stehn... ihr Inhalt ist angefüllt worden mit Privat- V. �tsacken, welche nicht anders als durch Hörensagen gesammelt Werden, und deren Glaubwürdigkeit folglich für die Verfasser nicht bestreitbar sein konnte." Und um den Leuten, die den Beschluß b Haager Congresses ausführten, zu beweisen, welch kolossales mjptbrechen sie begangen, weist das„Vorwärts" hin auf ein Feuille- b der„Neuen fteien Presse" von einem gewissen Karl Thaler, ni«T>J, �auS dem Bourgeoislager hervorgegangen, besondere Auf- T. TOsamkeit verdient, weil eS am klarsten beweist, welche Bedeutung md Pix kie gemeinsamen Feinde des ArbeiterstandeS, für die Bour- F°isie und die Regierungen, haben können die sich gegenseitig an- 'Agenden Pamphlete der Kämpfer um die Herrschaft in den Reihen Arbeiter." ■■■ Bemerken wir zuvörderst, daß hier die Bakunisten einfach als Föderalisten" im Gegensatz zu den angeblichen Centralisten "SeftiHrt werden, als ob der Verfasser an diesen nicht existirenden, 'd den Bakunisten erfundenen Gegensatz glaube. Daß dies aber .i 1 Wirklichkeit nicht der Fall, wird sich zeigen. Bemerken wir ! Ostens, daß er aus einem auf Bestellung geschriebenen Feuilleton "es so verkauften Bourgeoisblatts, wie die Wiener„Neue freie .1.effc", den Schluß zieht, die wirklichen Revolutionäre dürften p. j' bloS vorgeblichen Revolutionäre nicht ans Tageslicht ziehen, b'{fi p diese gegenseitigen Anklagen den Bourgeois und den Regie- r®'a Spaß machen. Ich glaube, die„Neue ft. Presse" und allj ' j-l � Preßgelichter könnte zehntausend Feuilletons schreiben, ohne 5° dies auf die Haltung der deutschen Arbeiterpartei den aller- bgsten Einfluß hätte. Jeder Kampf schließt Augenblicke ein, ass) 0 war, dem Gegner eine gewisse Genugthuung nicht verwehren P. will man sich anders nickt selbst positiven Schaden anlhun. ei uns ist man glücklicherweise soweit, daß man dem Gegner -st-' dies Privatvergnügen gönnt, wenn man damit wirkliche Erfolge erkauft. Die Hauptanklage ist aber die, daß der Bericht voll von Privat' thatsachen sei, deren Glaubwürdigkeit für die Verfasser nicht un- bestreitbar sein durfte, weil sie nur durch Hörensagen gesammelt werden konnten. Woher Freund Peter weiß, daß eine Gesellschaft, wie die Jnternatio: ale, die ihre regelmäßigen Organe iu der ganzen civilisirten Welt besitzt, dergleichen Thatsachen nur durch Hören sagen sammeln kann, wird nicht gesagt. Seine Behauptung ist jedenfalls höchst leichtfertig. Die fraglichen Thatsachen sind be- glaubigt durch authentische Beweisstücke, und die Betreffenden haben sich wohl gehütet, sie zu bestreiten. Aber Freund Peter ist der Ansicht, daß Privatthatsachen wie Privalbriefe heilig seien und nicht in politischen Debatten veröffentlicht werden dürfen. Wenn man dies so unbedingt gelten lassen will, so verbietet man damit jede Geschichtschreibung. Das Verhäliniß Ludwigs XV. zur Dübarry oder Pompadour war eine Privatsache, aber ohne sie ist die ganze Vorgeschichte der ftanzö sischeu Revolution unverständlich. Oder, um näher an die Gegen- wart zu treten: Wenn irgend eine unschuldige Jsabella an einen Mann verheirathet wird, der nach der Behauptung von Sach- keunern(Assessor Ulrichs z. B.) die Weiber nicht ausstehn kann und sich deshalb ausschließlich in Männer verliebt— wenn sie in ihrer Vernachlässigung die Männer nimmt, wo sie sie findet, so ist das reine Privatsache. Wenn aber besagte unschuldige Jsabella Königin von Spanien ist, und einer der jungen Männer, die sie sich hält, ein junger Offizier NaurerS Serrano; wenn dieser Ser- rano, zum Lohn für seine unter vier Augen verrickteten Helden thaten, zum Feldmarschall und Ministerpräsidenten avancirt, dann durch eir en Andern verdrängt und gestürzt wird, darauf sein un- treues Schätzchen mit Hülfe anderer Schicksalsgenossen aus dem L inde jagt, nach allerhand Abenteuern endlich selbst Diktator von Spanien und ein so großer Manu wird, daß Bismarck AlleS auf- b etet, damit die Großmächte ihn doch anerkennen— so wird die Privatgeschichte zwischen Jsabella und Serrano e-u Stück spanischer Geschichte, Jöce Ute«. uivWeuc s�aalsche Geschichte fchiClOCU uüU dies Stückchen seinen Lesern wissentlich verschweigen wollte, der würde eben Geschichte fälschen. Und wenn man die Geschichte einer Bande beschreibt, wie die Allianz, iu der sich neben den Be- trozenen eine solche Menge Betrüger, Abenteurer, Spitzbuben, Polizeispione, Schwindler und Feiglinge finden, soll man diese Geschichte fälschen, indem man die einzelnen Schuftereien dieser Herren als„Privatthatsachen" wissentlich verheimlicht? Freund Peter mag sich darob entsetzen, aber er kann sich darauf verlassen, daß wir mit diesen„Privatthatsachen" noch lange nicht fertig sind. DaS Material häuft sich immer mehr. Wenn aber das„Vorwärts" den Bericht als ein wesentlich aus Privatthatsachen zusammengesetztes Machwerk schildert, so begeht es eine Handlung, die schwer zu bezeichnen ist. Der Mann, der so etwas schreiben konnte, hatte entweder die fragliche Schrift gar nicht gelesen; oder er war zu beschränkt oder zu voreingenommen, sie zu verstehn; oder aber er schrieb etwas, von dem er wissen mußte, daß es nicht richtig war. Niemand kann das„Complott gegen die Internationale" lesen, ohne sich zu überzeugen, daß die darin eingestreuten Privatthatsachen das Allerunwesentlichste sind, Illustrationen zur näheren Bezeichnung der darin vorkommenden Charaktere, und daß sie alle gestrichen werden können, ohne daß der Hauptzweck der Schrift darunter leidet. Die Organisation einer geheimen Gesellschaft, mit dem einzigen Zweck, die europäische Arbeiterbewegung der verborgenen Diktatur einiger Abenteurer zu unterwerfen, die zu diesem Zweck, besonders durch Netschajeff in Rußland, begangenen Jnfamiecn— darum dreht sich das Buch, und zu behaupten, es drehe sich blos um Privatsachen, ist gelinde gesagt, unverantwortlich. Allerdings mag es manchem Russen fatal gewesen sein, so Plötz- lich die sckmutzige Seite— und sie ist allerdings sehr schmutzig— der russischen Bewegung dem Westen Europas schonungslos aufgedeckt zu sehn. Aber wer ist schuld daran? Wer anders, als diejenigen Russen selbst, die diese Schmutzseite vertreten, die, nicht damit zuftieden, ihre eigenen Landsleute zu betrügen, den Versuch wagten, die ganze europäische Arbeiterbewegung ihren persönlichen Zwecken dienstbar zu wachen? Hätten Bakunin und Consorten ihre Hcldenthaten auf Rußland beschränkt, schwerlich hätte Jemand in Westeuropa es der Mühe werth gefunden, sie speziell aufs Korn zu nehmen. Die Russen selbst hätten das besorgt. Aber sobald jene Herren, die von den Bedingungen und dem Entwicklung� gang der westeuropäischen Arbeiterbewegung nicht die AnfangS' gründe verstehen, bei uns Diktator spielen wollen, da hört der Spaß auf: man brennt ihnen einfach auf den Pelz. Uebrigens kann die russische Bewegung dergleichen Enthüllungen ruhig vertragen. Ein Land, das zwei Schriftsteller von der Größe Dobroljuboffs und Tschernysckewski's, zwei sozialistische Lesstngs, hervorgebracht hat, geht darum nicht zu Grunde, weil es auf ein- mal einen Humbug wie Bakunin erzeugt und einige unreife Stu- dentcken, die sich mit großen Worten froschartig aufblähen und schließlich sick unter einander auffressen. Und auch unter den jüngeren Rossen kennen wir Leute von ausgezeichneter theoretischer wie praktischer Begabung und hoher Energie, Leute, die vor den Franzosen und Engländern, vermöge jhrer Sprachkenntnisse, die intime Bekanntschaft mit der Bewegung der verschiedenen Länder, vor den Deutschen die weltmännische Gewandtheit voraus haben. Diejenigen Russen, welche die Arbeiterbewegung verstehen und mit- machen, können eS nur als einen ihnen geleisteten Dienst ansehn, daß man sie von der Mitverantwortlichkeit für die bakunistischen Schurkereien befreit hat. Was Alles jedoch das„Vorwärts" nicht hindert, seinen Bericht mit den Worten zu schließen: „Wir wissen nicht, was die Verfasser dieser Broschüre von den dadurch erzielten Resultaten halten. Die Mehrzahl unserer Leser würde wahrscheinlich daS drückende Gefühl theilen, womit wir sie gelesen und womit wir in Erfüllung unserer Pflicht als Chronisten diese traurigen Erscheinungen in unfern Blättern verzeichnen." Mit diesem drückenden Gefühl Freund PeterS schließt der erste Abschnitt unserer Erzählung. Der zweite beginnt mit folgendem Satz aus demselben Band des„Vorwärts": „Wrr crfteuen unsre Leser noch mit einer andern Nachricht ähnlicher Art. Mit uns, in unfern Reihen befindet sich auch der bekannte Schriftsteller Peter Nikitisch Tkatschoff; nach vierjähriger Haft ist es ihm gelungen, aus dem Orte, wo er interxurt und zur Unthätigkeit verdammt war, zu entkommen und unsere Reihen zu verstärken." Wer der bekannte Schriftsteller Tkatschoff ist, das lernen wir «us einer russischen Broschüre:„Die Aufgaben der revolutionären Propaganda in Rußland", die er selbst im April 1874 veröffent- licht hat, und die ihn als einen grünen Gymnasiasten von seltner Unreife, sozusagen als das Kärtchen Mießnick der russischen revo- lutionären Jugend kennzeichnet. Er erzählt uns, von vielen Seiten sei er aufgefordert worden, sich am„Vorwärts" zu betheiligen; er habe gewußt, daß der Redacteur ein Reactionär sei; trotzdem habe er es für feine Pflicht gehalten, das„Vorwärts" unter seine Fittige zu nehmen, daS, wohlgemerkt, ihn gar nicht verlangte. Kaum angekommen, findet er zu seinem Erstaunen, daß der Äe- dacteur, Freund Peter, sich die endgültige Enssckeidung über Auf- nähme oder Verwerfung der Artikel anmaßt. Ein so undemokra- tisch-s Versahren entrüstet ihn natürlich; er setzt ein ausführliches Schriftstück auf, worin er für sich und alle andern Mitarbeiter (die dies, wohlgemsrkt, gar nicht verlangten)„im Namen der Ge- rechtigkeit, auf Grund rein theoretischer Erwägungen... Gleich- heit der Rechte und Verpflichtungen(mit dem Hauptredacteur) be- anspracht in Beziehung auf Alles, waS die literarische und öko- Culturbilder. Der klaffende Gegensatz zwischen Herrschenden und Unter- drückten kommt in unserer Zeit immer mehr den Massen zum Be- wußlsein. Immer klarer stellt sich heraus, daß nicht allein die so- ziale Ungleichheit immer größer wird, sondern daß auch die Gleich- heit vor dem Gesetz nur Lüge, das Gerede vom„Rechtsstaat" nur Phrase ist. Auf keinem Gebiet tritt dieser letztere Gegensatz schärfer hervor, als wo es sich um bürgerliche und militärische Ver- gehen handelt. Die letzte Zeit hat dazu wieder einige recht haar- sträubende Belege geliefert. Vor einigen Wochen geräth in Ingolstadt ein Unteroffizier mit einem ihm befreundeten Sergeanten, nachdem sie weit über den Durst getrunken, in eine Schlägerei, und die Folge ist, daß der Unteroffizier, weil er sich an seinem Vorgesetzten vergriffen, vom Militärgericht zu sechs Jahren Gefängniß verurtheilt wird. In München nahm vor wenig Tagen ein Soldat sich heraus, bei einer EifersuchtSscene den Säbel zu ziehen und damit einen Unteroffizier zu schlagen; die Folge war, daß der„Gemeine" zu zehn Jahren Festung verurtheilt wurde. Als dagegen neulich ein Feldwebel in einem schlesischen Städtchen einen bürgerlichen Wirth mit dem Degen erstach, weil der Wirth den Feldwebel beim Einsteigen in die Kammer seiner Schwester er- tappte, kam der Mörder mit lumpigen drei Monaten Festung davon. Der Lieutenant Pirkhammer aber, der den Soldaten Platlner in unmenschlicher Weise zu Tode gemartert, wurde, wie bekannt, freigesprochen. Das sind vier Fälle, die unsere Cultur illustriren, vier Fälle, die beweisen, wie wenig Ursache wir haben, unS über die Barbarei und Willkühr des Mittelalters zu ereifern. Die größten Grau- samkeiten und Wlllkührlichkeiten, welche in der Form Rechtens der mittelalterliche Fürst an seinen Untcrthanen, der adelige Grundherr an seinen Leibeignen, oder der fromme Pfaffe an dem seiner Ob- Hut anvertrauten Christenschafe begehen konnte, sind im Vergleich zu der damaligen Bildungsstufe der Menschheit nicht schlimmer, als was uns heute Seitens der herrschenden Klassen als Recht und Gerechtigkeit entgegentritt. Der Mangel jedes Sittlichkeit«- und RechtSzefühls der Herr- schenden Klassen wird denn auch dadurch dargethan, daß solche Ungeheuerlichkeiten wie die oben geschilderten stattfinden, ohne daß nur eine einzige„liberale" Zeitung einen Schrei der Entrüstung, ja nur einen leisen Tadel dafür hätte. Doch die Anzeichen mehren sich, daß jene barbarischen Zustände, wie wir sie in unserem Militärsystem zu Tage treten sehen, mit dem Geist, dem Denken und Fühlen der Massen in immer schrofferen Gegensatz treten. Ganz abgesehen von der Opposition, die bei den Reichstags- wählen sich gegen die sozialen und politischen Zustände kundgethan hat, tritt im Militär selbst eine diese Auffassung bestätigende Er- scheinung immer greller zu Tage. Es sind dies die Selbstmorde. Die von Jahr zu Jahr steigende Ziffer der Selbstmorde ist eine Thatsache, die im engsten Zusammenhange steht mit dem Widerwillen gegen ein System, das für Viele, und zwar in einem Lebensalter, wo sonst die Lebenslust am größten und der Sinn am heitersten ist, und die Zukunft sich am rosigsten darstellt, so unerträglich wird, daß sie den Tod, die Selbstvernichtung einer längeren Qual ihres militärischen Daseins vorziehen. Diese Selbstmorde steigen, obgleich die Militärbehörden fort- Behandlang gegen früher eine bessere, die neuen militärischen Strafgesetzbücher im Vergleich mit den alten mild seien. Daß die!— Nach den Quednauern die Medenauerl Sobald neuen Gesetze dennoch solche barbarische Strafen, wie oben ange- i erster? abgethan waren, kamen letztere in KönigSbe.g vor das fühn, zulassen und eine Bchandlung ermöglichen, die den Selbst-! Schwurgericht, und wurden von den 15 Angeklagten 14 deS Auf- mord einem Theil der Armee als eine Wohlthat erscheinen lassen, nihrs schuldig befunden und zu ZuchthauS-�und Gefängniß- exportirten Waaren auf die Moralität, den Wohlstand und die Macht der Nation wirken. Ec importirt Gifte, wie Heilstoffe. spricht für das Maß von„Cultur" und„Civilisation", dessen sich unsere militärischen Einrichtungen erfreuen. Im„VolkSstaat" wurde neulich berichtet, daß 1872 die Zahl der Selbstmorde in der sächsischen Armee über 20 Prozent aller in jenem Jahr Gestorbenen betragen habe. Eine enorme Ziffer, die aber in genauer Beziehung steht zu dem oppositionellen Geist, den die Bevölkerung Sachsens bei den Wahlen zum Reichstag kundgeihan. Die Unmöglichkeit, dem Druck in der Armee sich ent- ziehen zu können, macht den Selbstmord zu einem Hauplbefrei- ungömittel von den Leiden. Ueber den Monat Juli dieses Jahres liegen gegenwärtig die Mortalitätsziffern vor, und sie geben wiederum ein erschreckendes Bild. Die deutsche Armee verlor im Juli, mit Ausschluß der bayerischen Armee, 155 Mann, darunter starben nicht weniger als 22 durch Selbstmord, also über 14 Pro- zent. Unter den Gestorbenen befanden sich weiter 31, die verun- glückten, wahrscheinlich meist mit dem Pferde stürzten, bei der Ge- schützbedienung, Pulverfabrikation zu Grunde gingen, also eben- falls auf das Conto der militärischen Einrichtungen geschrieben werden müssen. Ob die neun an Gehirnkrankheiten Gestorbenen nicht auch auf diese Liste gesetzt werden müssen, mag unerörtert strafen von 1— 3 Jahren verurtheilt. Die„Landfrage" ist nun für Ostpreußen vorläufig„gelöst" und die„Majestät des Ge- setzes" an den„frechen Angreifern" gerächt. Die Quednauer und Mevenauer„Rebellen" haben, was ihnen„von RecktS wegen" zukommt; und wenn Frau und Kind Hunger leiden, gar Hungers sterben, während der Ernährer im Zuchthause oder Gefängniß sitzt — nun, so haben auch sie, was ihnen„von Rechtswegen" zu kommt in dieser„besten der Welten", und was obenvrein sehr gut ihr LooS hätte sein können, wenn der Ernährer nicht hinter Schloß und Riegel gesteckt worden wäre.—(Keins der uns zu- gehenden Blätter hat bis jetzt Näheres über diese beiden Prozeß- Verhandlungen gebracht und auch den erwarteten Privatbericht haben wir noch nicht erhalten. Vielleicht ist ein Königsberzer Parteigenosse so gut, uns die betreffenden Nummern der„Har- tung'schen Zeitung" zuzuschicken. R. d. V.) — Kinderarbeit in den Fabriken. Endlich scheint es unserer Parteipresse gelungen zu sein, wa� den Staatsorganen bisher nicht möglich war: einen jener schmachvollen Gesellen, welche, dem Gesetz hohnsprechend, den Moloch Kapital mit zartem Kinderfleisch füttern, der blinden Dame Justitia in die Hände zu bleiben; die Zahl der Opfer ist so schon enorm, denn sie belauft Wir lesen im„Cr. Bürger- u. Bauernfteund" vom 2. d., fZ JC.... l r. W k. Vi J iv-iT»» Iii ,-f 4« v, /%<«C r\ f 1/% /% il a v- f Wa-,.-., sich mit den Verunglückten auf ein volles Drittheil aller Ge- storbenen. 1364 mußte der Kriegsminister v. Roon in der Kammer zu- gestehen, daß die Selbstmorde in der Armee sich auf durchschnitt- lich 10 Prozent beliefen; im Juli 1374 betrugen sie über 14, und in der sächsischen Armee, welche allem Anschein nach das größte Contingent liefert, 1372 über 20 Prozent. Man kann also ohne Uebertreibung sagen, daß in 10 Jahren die Selbstmorde in der Armee um 50 Prozent zugenommen haben. Diese zunehmende Zahl der Selbstmorde läßt schließen— und das ist das Wichtige und für das System höchst Gefährliche— in welchem Maßstab die Unzufriedenheit in der Armee, der Widerwille des Volkes gegen das Militärwesen zu- genommen hat. Unter Hunderten, die den bestehenden Zustand hassen, ist doch immer erst Einer, der zum Aeußersten greift. Wir werden später einmal nachweisen, welche Ursachen vorhanden sind, die daS jetzige Militärsystem in einer veihältmßmäßig kurzen Zeit unmöglich machen müssen und die somit den heutigen Gewalt- habern ihre Hauptstütze untergraben. Sehr belehrend ist, wie unsere sämmtlichen sogenannten Cul- turstaaten ihrem selbstgeschaffenen Untergang entgegeneilen und wie eS besonders die militärischen Institutionen sind, die denselben be- schleunigen. Nachdem in Nr. III deS„Volksstaat" gezeigt wurde, was in Deutschland die herrschenden Klassen für die Erhaltung ihrer Klassenherrschaft an Militärlasten dem Volte auferlegen, und wie winzig im Verhältniß die Beträge sind, welche die Volksbildung kostet, möge zum Schlüsse dieser Betrachtungen, der gute Freund des deutschen Reichs, Italien, Revue pafsiren. Ganze Nationen entnervt er durch Opium und gebrannte Wassv� Ob er durch seine Jmportationen und Einschwärzungen Hunderl taufenden Beschäftigung und Unterhalt verschaffc oder ob sie dt durch an den Bettelstab gebracht werden, geht ihn als Geschäft mann nichts an, wenn nur seine Bilanz dasurch gewinnt. Such» dann die Brodlosgewordenen durch Auswanoerunz dem Elend il Vaterlande zu entrinnen, so gewinnt er noch Tauschwerthe vv mittelst der Fortschaffunz. Im Kriege versorgt er den Feind a Waffen und Munition. Er würde, wäre eS möglich, Aecker w Wiesen ins Ausland verkaufen, und hätte er das letzte Stück La des abgesetzt, sich auf sein Schiff setzen und sich selbst exportir« .... Es ist somit klar, daß das Interesse der eiazelnl Kausleute und das Interesse des Handels einer ganz! Nation himmelweit verschiedene Dinge sind." So List in seinem„Nationalen System der politischen Oik nomie". Caput, Rabbi Bernstein? d. d. Crimmitschau, 1. Octbr.: „Nicht uninteressant dürfte folgende Mittheilung aus einer hiesigen Fabrik sein. Am vergangenen Montag wurde in der- selben von Seiten des Spinnmeisters an alle diejenigen Kinder, welche noch nicht 12 Jahre alt sind, der Befehl ertheilt, nach Hause zu gehen und erst den anderen Tag früh wiederzukommen, da, wie man gehört habe, Controlle erscheinen werde. Eine ziem- liche Anzahl Kinder mußte diesem Befehle nachkommen. Die Fabrik! gehört Herrn Oehler, und der dort eingemiethet hat, heißt! Hüsfer." Die Notiz ist so pracis, daß die Behörden zum Einschreiten gezwungen sind. Dame Justitia aber wird unzweifelhaft tüchtig zupacken; denn gehört auch die Blindheit zu ihren Altribnten (sinnbildlichen Merkmalen), so hat eS doch bisher stets und überall für eine strafbare Verläumdung gegolten, sie als lahm hinzu- stellen. Jedenfalls sind wir auf den Ausgang begierig. — Der Ursprung des Parlamentarismus. AuS M ton'S verlornem Paradies:*) AlS Satan und seine Schaaren, in die Hölle hinabgestäl sich von der ersten Betäubung erholt hatten und nun Rath ihrer Bedrängniß suchten, erfanden sie— den Parlamentarismi Sie erbauten, so erzählt Milton, ein prachtvolles Pandämonill Satan'S und der Se-.nen hohen Reichssitz. Die Trompeten« Herolde beriefen zu feierlicher RaihSsitzung im Pandämonium, Würdigsten nach Stellung oder Wahl." In Schaaren folgten der Ladung und drängten sich um die Thsre deS Reichspalast Und nun— „O Wunder! sie, die eben noch an Größe Der Erde Riesensöhne überragten, Erfüllen zahllos jetzt als kleinste Zwerge Den engen Raum, gleich der Pygmäenart Jenseit der Berge Indiens---- — Zur Arbeiterbewegung in Nordamerika. Am 7., 3. und 9. September tagte in Baltimore der zweite Jahrescon- zreß der Möbelarbeiter Nordamerika's. Die Newy orker„Arbeiterzeitung", welche gegen nur wenige Stimmen zum Organ der Möbelarbeiter ernannt wurde, sagt über den Congreß, vaß er „seine Arbeiten ruhig und zur Zuftiedenheit aller Delegaten aus- geführt" habe. Der Congreß hat bewiesen, daß die Grundlage, auf welcher die Organisation der Möbelardeiter aufgebaut ist, eine gesunde ist, daß die Organisation im Einklang mit den herrschen- den Verhältnissen steht und daher einer sicheren Zukunft entgegen- geht."— Die Steinmetzen von Jersey Ciiy sind zur Arbeit zurückgekehrt, nachdem die Arbeitgeber die Absicht ausgegeben hatten, den Lohn von 18 auf 10 Doll. per Woche zu reduziren.— Die Staatsschuld Italiens betrug im Jahre 1861 640,493,773 Ebenfalls in Jersey City ist den von der Erie-Eisenbahn-Com Thlr., Ende 1373 war sie auf 2,600,163,538 Thlr., also um das Vierfache gestiegen. Militär und Krieg hat diese enorme Stei- gerung verschuldet. Ende 1373 kamen auf jeden Kopf der ita- ..... Heu Bevölkeruna, dieselbe zu 26 Millionen veranschlagt, ge- 100 Thlr. Staalszcyüroen, auz vie summe vuu o.nopjci lienffche! nau IC 500 Thlr. Das Militär beanspruchte in den 13 Jahren 755,633,122 Thlr., was pro Kopf 29 Thlr. 2 Gr., pro Familie 145 Thlr. 10 Gr. betrug. Die Marine erheischte außerdem 161,464,863 Thlr., was für die 13 Jahre pro Kopf 6 Thlr. 6 Gr., pro Familie 31 Thlr. betrug. Militär- und Marine- buvget zusammengenommen ergaben in dieser Periode pro Kopf pagnie beschäftigten Schmieden und Zimmerern eine Lohn- reduklion von 10 Prozent angekündigt worden und soll die Com- pagnie beabsichtigen, den Arbeitern auf der ganzen Linie 10 Prozent des Arbeitslohnes zu entreißen.— In New-Aork zeigten die i. ct. Ucu»»», flc V. a'Ö vmv noch 9 Stunden pro Tag arbeiten würden. Die Arbeitgeber waren genöthizt, in den sauren Apfel zu beißen, und gingen auf den Vorschlag ein, weil die Steinhauer von New�Nork gut organistrt sind. Gut organiflrte Arbeiter machen bekanntlich nicht viel Feder- lesenS und erringen öfter mit Leichtigkeit bedeutende Vortheile, während unorganistrte Arbeiter ein Spielball in den Hänoen der 35 Thlr. 8 Gr., pro Familie 176 Thlr. 10 Gr. Die Durch-, Arbeitgeber sind.— Auch die Matrosen in New-Aork rühren schnittsjahreslast betrug also pro Kopf 2 Thlr. 21 Gr. 4 Pf., pro Familie 13 Thlr. 17 Gr., stimmt demnach ziemlich mit Dem, was in Deutschland aus eine Familie tommt. Die 500 Thlr. Staatsschuld pro Familie erfordern jährlich wenigstens 25 Thlr. Zinsen, eS Hai also eine italienische Familie von 5 Personen jährlich durchschnittlich 33 Thlr. 17 Gr. für Staatsschulden und Militärzwecke zu bezahlen. Für den Unterricht, wobei Universitäten, Gymnasien:c., die bekanntlich den Löwenantheil wegnehmen, einbegriffen sind, gab Italien in diesen 13 Jahren 71,910,661 Thlr. auS, was pro Kops für die Periode 2 Thlr. 23 Gr., pro Jahr 6 Gr. 4 Pfg., demnach ungefähr den 13. Theil der MilitärauSgaben, und den 36. Theil der MilitärauSgaben und Zinsen der Staatsschuld zu- sammenzenommen, betrug. Würde der Betrag in Anschlag ge- bracht, welcher nur für die eigentlichen Bolksb.lvungsanstalten aus- gegeben wurde, so würde das Verhälmiß ein noch viel ungünstigeres werden. E« bedarf keiner weiteren Ausführung um darzuthun, daß unsere Militärstaaten unaufhaltsam dem Bankerott, welcher in diesem Falle gleichbedeutend mit Untergang ist, entgegeneilen. Deutschland, wir meinen das„Reich", ist in die verhältnißmäßig günstige Position, vorläufig keine Schulden zu besitzen, nur durch den ftanzösischen Milliardeuregen gekommen. Dieser ist aufgezehrt, nun beginnen die Deficits; denn die neugeschaffenen Rüstunzen verschlinge'. enorme Summen, um dauernd in ihrem gegenwärtigen Zustande erhalten werden zu können. Herr v. Voigt- Rheetz wußte, was er sagte, als er in der letzten Reichsiazssession erklärte: «Deutsch and darf nur mit Siegen rechnen." So wandelten unkörperliche Geister Gewali'ge Form in winzige G-stalt Und fanden in unzähl'ger Menge Platz Im Reichspalast der Hölle; aber tief ' Im Innern, im geheimen Sitzungssaal Versammelten in voller Größe sich, In eigner Gestalt, die Cherubim, Die großen Herr'n; dort saßen sie, Halbgötter, reich an Zahl, wohl an die Tausend, Auf gold'nen Sesseln; man verlas die Namen, Und es begann die feierliche Sitzung." Dieses dämonische Wunder vollzieht sich fortwährend in« ternster Wirklichkeil. dieses Wunder ist daS Geheimniß des' stitutionellen Parlamentarismus. Die Staatsmänner machen breit, und das Volk muß zur Zwerggesialt zusammenschrums um Raum zu geben— den parlamentarischen Größen.— — Ein liebliches Preßreptil, welches„aus Süddell lanv" die„Newyorker StaatSzeuung" zu versorge hat, leiste einer der letzten Nummern dieser Preßbabylonierin, die Jedem, da zahlt, ihre Gunst spendet, folgendes nette Denunziatiö» (d. d. 8. Aug.): „Mit etwas gemischteren Gefühlen, als dem Borgehen preußischen Behörden gegen die kalholischen Bereine, folgt hrem Vorgehen gegen dies!)„Allgemeinen deutschen Arbeiteroett fipv'l STfiM* Yiprfpf fipn n fpon-k«rn**» fimtä *) Vergleiche man mit dieser düsteren Wahrheit die rosige Dichtung der Reptilienpresse. Schreibt da z. V. das Bismarck'sche Leiborgan, die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung", au« Metz, die nach 1»/« jähriger Dielistzeir soeben in die Heimalh entlassenen Lothringer Soldaten seien gau; entzückt von dem paradiesischen Militärleben.„Zagenden Herzen« und der deutschen Sprache nicht mächtig, wurden sie uMer großen Be- sorgmssen ihrer zurückoleibenden Angehörigen den Regimentern zugeführt; mit richtigeren lliischauunge», der deutschen Sprache mächtig, sind sie als gute Soldaten, vergnügt, wohl und munter zurückgekommen und können, im höchsten Maaße zufrieden, nicht genug ihre mili- tärisqe Lausbahn rühmen. So ist wieder ein mächtiger Hebel für die Verbreitung des Deutschthums in den Reichslauden gewonnen." Nun, die Armee ist ja die beste Bildungsschule, hat Moltke gesagt, und warum sollte es einen bildungsbedürstigen Jüngling nicht„vergnügt, wohl und munter" machen, wenn er recht oft mit Kolben, Fäusten, Sites elspitzen(zur Abwechselung dann und wanii auch Stiefelavsätze») kulturkämpserischer Unlerossiziere und ähnlicher Bildungsapostel gekitzelt wird? sich; sie haben eine Organisation gegründet, welche gleich zu Am sang einige Hundert Mann umfaßte. Ueber die Lage der Ma- trosen in den Vereinigten Staaten Nordamerika'« gibt die New- Yorker„Arbeiterzeitung" einige Ausschüsse.„Der arme Matrose", sagt oie„Arbeiterzeitung",„wird nur zu oft die Beute habgieriger Schwindler, besonders ver Unterhändler, welche ihm am Land auf Schritt und Tritt auflauern und ihn für eine Reise anwerben: diese Burschen machen an einem solchen armen Teufel, der in ihre Klauen fällt, je nach der Länge der Reise, einen Gewinn von 5 bis 20 Doll. Das ist was die Matrosen„Blutgeld" heißen und abschaffen wollen. Die gesetzlichen Gebühren, welche diese Arbeiter, die Leben und Gesundheit fortwährend aufs Spiel setzen muffen, zu bezahlen gezwungen werden, sind übrigens auch nicht gering. So muß jeder Matrose, der in einen Hasen einläuft, an die Ver. Staaten- Regierung bezahlen: Steuer 2'/z Doll., ferner Ver. St. Spital-Steuer 4�5. Doll. per Jahr und Staats- Spitalsteuer 1 Doll. Die Steuer von 2 Doll. soll für gesetzlichen Schutz sein, welchen die Matrosen von den Ver. St. Behörden angeblich ge- nießen. Wie dieser Schutz beschaffen ist, ersteht man aus den zahllosen Klagen, welche von den Matrosen gegen ihre Vorgesetzten wegen grausamer Behandlung zur See erhoben werden. Das Resultat derselben ist aber bei der großen Mehrzahl der Fäll- so, daß der Menschenschinder straflos ausgeht, weil er zu der privi- legirten Ausbeuterklasse gehört, sein Opfer aber froh sein muß, wenn er nicht monatelang als„Zeuge" eingesperrt wird, um am Ende des Prozesses zu erfahren, daß es für den besitzlosen Arbeiter in der bürgerlichen Gesellschaft keinen Richter und keine Gerechlig- keit gibt." Möge die Schilderung der„Arbeiterzeitung" eine Mahnung für die deutschen Matrosen sein, dem Beispiele ihrer New- Yorker Genossen zu folgen; denn das ist doch klar, daß die deutschen Matrosen um kein Jota besser, ja umgekehrt ,in mancher Beziehung noch weit schlechter situirt sind, als ihre Brüder über dem Ocean. Ober finden die deutschen Matrosen e:wa ein Vergnügen daran, in dem Kampfe um's Dasein„mit Mann und MaaS" unterzugehen? — Zur Physiologie des KaufmaunSthumS. Unser so betitelter Aufsatz in Nr. 94 d. Bl. hat nicht verfehlt, etlichen Staub aufzuwirbeln, und u. A. auch dem Berliner„Mädchen für Alles", der Dnncker'schen„Bolkszeitung" einen kleinen Wnrhanfall verursacht, in welchem besagies„Mädchen für Alles" den spaßigen Schnitzer beging, KaufmannSthnm und Handel zu verwechseln.— „Zur Belehrung für die Vvlkszeilung" theilt uns nun ein„Com mis" nachstehende Aeußerunz des bekannten konservativen Nationalökonomen List, Schöpfers des(von der preußischen Re gicrung zu ihren Eroberungszwecken mißbrauchten) deutschen Zoll- Vereins mit: (Lassalleaner). B>er Präsident derselben, Hascnctever, hat beka lich der drohenden Auslösung dadurch vorgebeugt, daß er Verein nach Bremen verlegte. Daraufhin ist der Verein Preußen verboten und ist den sozialdemokratischen Führern der Behauptung der Prozeß gemacht worden, die seitdem in 3 von ihnen berufenen„Volksversammlungen" seien in Wirkt« nicht« als maSkirte Mitgliederversammlungen veS verbotenen eins. Ja der That ist Hasenclever in Folge dieser Anklaj Gefängnißstrafe verurtheilt worden. In anderen Städten mit gleicher Energie vorgegangen, und es besteht offenbar die ficht, die durch den genani.ten Verein repräseulirte Organis zu sprengen. Dagegen wäre rnchtS einzuwenden, wenn nicht unbefangene Urtheil über die Gesetzlichkeit des einzeschlazenea fahren« etwas bedenklich lauten müßte. Es ist ja allervingk diesen über das ganze Land verbreiteten Bereinen, deren Op sation geradezu darauf berechnet ist, dem gesetzlichen Verbot organischen Verbindung mehrerer Bereine mit einander eine zu drehen, eine eigenthümliche Sache; aber, wenn eine Ausitt Gesetzgebung berechtigt sein kann, so kann doch keinesfalls mit Gewalt herauSgeklaubte Interpretation bestehender GeseSt rechtigt sein. Außerdem wird man die unbehagliche Empsi» nicht loS, die SiaatSbehörde sei in Betreff dieses Vereine� unnöthigem Eifer hinter zum Theil sehr harmlosen Dinge« So hat man z. B. neulich in Berlin die Audorf'sche Ärbl Marseillaise verboten, ein poetisches Produkt, gegen desse« mäßigten und nicht unedlen Jayalt eine gerichtliche Klag! schwerlich begründen läßt. Mit ganz anderer Freude w jeder Kenner der deutschen sozialen Verhältnisse e) grüßen, wenn den Internationalen und ihrem abfl lich eil Hauptblatt, dem„Volksstaat", gegenüber mal Ernst gemacht würde, und sei es auf dem Wegl schärfsten Ausnahmegesetze. Verschiedeue Anzeichen ten übrigens darauf, daß die Staatsbehörde sich mit dieser Angelegenheit zu befassen beginnt." Gui gezischl, Reptilchen! Wie viel zahli Acgidi'chen? machr Papa Bö.'lcher'chen? Viel Grüße an die braven Bro chen, und sie solllen'S nicht zu ettig haben; der„Volk« möchte gern noch ein Bischen leben.„DaS Leben ist so besonders, wenn man mit solch amüsanten Volk zu thun � — Nationalliberale Biedermänner. Der Brannsch „Volksfreund" vom 2. d. M. druckt aus der„Braunsch Morgenzeitung" folgende„Erklärung" ab: „In Sachen Bracke contra Jahn gab Herr Prof. Birnbaum zu Plagwitz vor dem kgl. sächs. Gerich Leipzig II. folgende eidliche Aussage ab: „„Die Sache mit dem betreffenden Artikel im Tageblatt" vom 25. Februar d. I. verhält sich ganz dies Herr 13r. Jahn zu seiner Venheidigung angegebl schrieb mir, als im vergangenen Winter wegen der tagSwahlen in unserm Bezirk für Bracke nur von *) Der„Wage" entnommen. Die« treffliche Wochenblatt, von Guido Weiß, empsehlen wir unseren Lesern aufs Wärmste( zum Lesen, den bemittelten zum Abonnement. Die„Wage" in Berlin, und kostet vierteljährlich V/n Thlr. R. und toffä. ass/ den : vi sprlinglick mag eS wohl seine Absicht gewesen setü�'dteseü Ar- � wir yoren, Tlffi'ÄtavkMichr�viMV'vke' wiptgen«sSsrmel wa wt,«.«»»»'vis'-' i«» �..v- tikel veröffentlichen zu lassen, doch schrieb er mir kurz darauf, getban worden, daß mit der Einleitung einer strafrechtlichen Unter Itokolle 6 Gr. Barmen 12 Gr. 6 Pf. Hannover 2 Thlr. 19 Gr. ich möchte ihn nicht veröffentlichen, und wäre der- fuchung gegen derartige Agitatoren in den Fällen, in weichen eine 6 Pf. Summa 10 Thlr. 8 Gr. 6 Pf. Ausgaben: Zeitenffchll selbe nur für meinen Privatgebrauch. Unser Comitö Entziehung von der Strafe durch Flucht zu befürchten'.st, auch - löste sich sodann auf und die auf die ReickStagSwahlea be- züglichen Papiere, welche in meinen Händen waren, und unter denen auch sich jener Brief befunden, wurden von mir einem anderen Comitö übergeben, in welchem u. A. Herr Stadl- verordneter Götz von hier sich befand. Ich machte dabei den ausdrücklichen Vorbehalt, letzteren Brief nicht zu ver- öffentlichen, hatte vielmehr aus demselben einen Auszug(!!) gemacht, in welchem nur die Thatsachcn geschildert waren, welche auf die Braunslbweiger Mühlenfrage Bezug hatten. AuS Versehen oder Zufall(!!) ist nun statt dieses Auszuges(!) jener Brief veröffentlicht worden; durch wen eS ge- fchehen, kann ich nicht angeben. Ich habe später den Redakteur Leonhard vom„Leip- ziger Tageblatt- gefragt, wie es gekommen, daß jener Artikel doch noch im„Leipziger Tageblatt" veröffentlicht worden; doch habe ich keine Antwort bekommen, wer dies gethan hat; es wäre nun eben einmal geschehen, und kann ich mir der Aeußerung desselben nicht mehr genau entsinnen. Auf Verlesen genehmigt, und hat sodann Zeuge, nach- gleichzeitig, die Verhaftung derselben erfolge." Berichtigung. In die politische Uebersicht der Nr. 113 hat sich ein Jrrthum eingeschlichen: nicht Professor von der Goltz war der Cullurkampfgenoffe des famosen AussefferS und jetzigen Leipziger Professors Binding, sondern ein beliebiger Regierungs- r ath von der Goltz, über dessen Verbleib und gegenwärtige Thä- tigkeit uns vielleicht ein Freund gelegentlich Nachricht grebt, damit wir ein Auge auf dem interessanten Mann haben können. Eine kleine Berichtigung. In Nr. 112 des„Volksstaat" findet sich ein Ausruf der Vor- ortsverwaltung der Maurergewerkschaft zu einer Urabstimmung Uber den Anschluß an die Gewerkschafts- Union und obligato- rische Einführung des GewerkschastSorgans„Union". Ob durch die Umschreibung der Bezeichnung„obligatorische Einführung" in„zwangsweise Einführung" diese den Mitgliedern verleidet werden soll, mag dahingestellt bleiben. Berichtigen wollen wir daß das als Beweisgrund gegen die sogenannte zwangs- nuri I ■ r cn i r- i,- r« ,. M i~- or„r> weise Einführung der„Union" erbrächte Rechenexempel auf falscher dem er auf Verlesen erklart, allenthalben ber scmer•äussage beruht, waS wir auch bereits am 19. d. M. dem stehen zu bleiben, und nachdem er auf die Heiligkeit mid Wichtigkeit des Eides aufmerksam gemacht und vor den Stra- fen des Meineids und Falscheides verwarnt, den in der R.-Str.-Pr.- Ordnung im Anhang sub II. B. vorgeschriebenen Zcugeneid durch Nachsprechen der Worte: Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe durch Jesum Christum und sein heiliges Wort, Amen. geschworen und ist dieser Eid vom Herrn Assessor Iacobitz abgenommen worden."" Zum Abdruck dieser Aussage habe ich mich auf Grund eines Vorwurfes veranlaßt gesehen, der gleich nach öffentlicher Verhandlung des Prozesses gegen mich im„Volksfreund" ge Vorsitzenden Rieke mitgetheilt haben. Wir schrieben, daß der PostpreiS von 4 Sgr. bei obligatori- scher Einführung des Blattes nicht auftecht erhalten, sondern daß dann der Preis höchstens 2 Vi Sgr. betragen würde. Angenommen nun, die Hauptkasse würde pro Quartal 2 Sgr. für jedes Exemplar zahlen, so macht das für berechnete 1500 Ex. pro Quartal 100 Thlr. Das Blatt würde also nicht jährlich 800 Thlr. verschlingen, sondern der Hauptkasse nur 400 Thlr. pro Jahr kosten, so daß nicht 400 Thlr., souvern 800 Thlr. für andere Zwecke übrig blieben. Die Mitglieder zahlen ja des An- schlusses und der Einführung des Blattes halber pro Quartal Gr. mehr als früher; sie haben also ein Recht, die obligatorische 3 � MD| MD schleudert wurde. Es wird mir daselbst als eine Persidie be- Tmsührung des Blattes zu fordern, und wir sind überzeugt, sie zeichnet, daß ich im letzten Momente des � WahlkampfeS mit, schließlich auch— falls es sein müßte— noch Va Gr. einem Pamphlete gegen Herrn wracke aufgetreten wäre. Wie zahlen, event. auS den OrtSkassen Zuschuß leisten, wenn jedes die obige Aussage des Herrn Proftssor Blrnbaum zur Evidenz ein Blatt erhält. In dieser Voraussetzung sagten wir, beweist, hat mir ledoch diese perfide Abpcht durchaus fern ge- � H�plkasse möge nur 2 Gr. pro Quartal für je 1 Exemplar legen, da der Artikel sowohl gegen meinen Willen überhaupt, t)n �„ion" zahlen, obschon sie 3 Gr. mehr erhält als früher. wie auch ganz ohne mein Wissen und Zuthun im gevachten wüßten in der That keinen andern Grund der beschlossenen Momente zum Abdruck kam. Eine Verkettung Unglück- Steuererhöhung als den, damit den Anschluß an die„Unionseliger Zufälligkeiten(!) nur hat meinem Privatbrief einen öffentlichen Charakter gegeben, was ich um so mehr bedauerte, als nach Rückiritt des Herrn Professor Birnbaum als Gegen- kandidal des Herrn Bracke der Wahlkampf im Leipziger Land- kreise jedes Interesse für mich verloren hatte. Dr. B. Jahn." Zu dieser Erklärung bemerkt der„Volksfreund":„Wir be- schränken uns bei dieser Angelegenheit nur darauf, daß wir un- seren Lesern die Frage vorlegen: Warum haben sowohl Herr vr. Jahn wie Herr Professor Birnbaum über sechs Monate öffentliches Schweigen bewahrt, trotzdem sie ihren„Jrrthum" erkannt?" Und wir fügen hinzu: Jeder anständige Mann, der Gedruck- teS zu lesen versteht, wird für das Gebahren der Jahn, Leonhard, Birnbaum-c. den richtigen Namen zu finden wissen. Und da- Mit Punktum. —„Aus Leipzig"(Lindenau?) wurde der Berliner„Volks- zeitung" geschrieben und am 22. Sept. von ihr veröffentlicht: „Am 13. Sept. d. I. hielt der„deutsche FortschrittSverein" im 13. fächs. ReichSiagswahlbezirke zu Plagwitz bei Leipzig eine öffentliche Versammlung ab, in welcher der jugendliche Redacteur des„VotkSstaat", Preißer, den Referenten, Abgeordneten Dr. Heine in gemeiner Weife insultrrte Da nur„Wähler" ein- fieladen, auch nur Wähler zum Sprechen berechtigt waren, bezwei- elte Schuldirektor Pache, daß Redacteur Preißer berechtigt sei, in der Versammlung zu erscheinen und zu svrechen. Darauf gab Preißer dem Vorsitzenden, Dr. med. Ferd. Götz, sein Ehrenwort darauf, daß er 25 Jahre alt sei. Die sofort angestellten Ermittelungen aber haben ergeben, daß genannter Preißer am 4. Juni 1853 geboren wurde, also erst 21 Jahre alt ist!" Dieser unverschämte Erguß einer schönen fortschrittlichen Seele veranlaßt- Preißer, der„Volkszeitung" folgende Berichtigung zu- zusenden und deren(auch erfolgte) Aufnahme aus Grund des§ 11 de« ReichSpreßzesetzes zu verlangen: „In Nr. 221 Ihres Blattes schreibt man Ihnen„auS Leipzig«, daß ich dem Dr. Götz daselbst mein Ehrenwort gegeben habe, ich sei 25 Jahre«ilt. Ich kann Ihnen beweisen, daß ich in der betreffenden Versammlung mein Ehrenwort überhaupt nicht ge- geben habe und auch gar nicht zu Worte gekommen bin, als ich mich über mein Alter aussprechen wollte. Leipzig, 23. Sept. 74. Max Preißer." Daß die Behauptung, Preißer habe den Dr. Heine„in ge- meiner Weise insullin", eine Verleumdung ist, versteht sich von selbst und brauchte darum in der Berichtigung gar nicht besonders gesagt zu werden. An diese Kampfmittel sind wir gewöhnt und wir erlauben sie gern unseren Gegnern, die sonst ja ganz still schweigen müßten und ur.S nicht das Vergnügen machen könnten, sich zu blamiren. Nur wenn die Herren sich direkte Fälschungen von Thatsachcn zu Schulden kommen lassen, müssen wir ihnen aus die Finger klopfen.___ — Seit dem 1. d. MlS. erscheint unser Nürnberger Par- teiorgan wöchentlich dreimal. Der nicht mehr passende Titel: „Sozialdemokratisches Wochenblatt", ist in den:„Nürnberg-Fürlher Sozialdemokrat" umgewandelt worden. Glück auf! — Die in Berlin erscheinende„Spenersche Zeitung« schreibt offiziös:„In letzter Zeit sind eine Anzahl strafrechtlich verfolgter sozialdemokrarrscher Agitatoren flüchtig geworden, so neuer- dings der Viceprästrent oeS Allgem. deutschen jllrbertervereuis. Winter aus Ottensen, welcher wegen Beleidigung Schulze- Delitzsch' vom AppellationSgericht zu Kiel zu drei Mcknaten Gefängniß ver- urtheilt worden. Derselbe soll nach England geflüchtet sein.� Ebenso wird bereits seit längerer Zeit der dekannte Agitator Frohme auS Frankfurt a/M., Lassalleaner, welcher zu sechs Monaten Ge- sängniß verurtheilt worden, verfolgt. Wie wir zuverlässigst er- fahren, haben denselben seine Parteigenossen in einem Briese noch besonders aufmerksam gemawt, daß seine Flucht der Partei nach- theilig werden könne. Diese Erfahrungen werden voraussichtlich n Beziehung auf die Verhaftung der sozialdemokratischen Agita und die obligatorische Einführung des Organ« derselben zu be- werkstelligen. UebrigenS mag nun die Urabstimmung ausfallen, wie sie wolle, o viel steht fest, so gut in der Gewerkschaft der Holzarbeiter es ermöglicht ist, daß jede« Mitglied 1 Exemplar der„Union" er- hält, ohne dafür besonders zahlen zu müssen, so gut ist es in allen Gewerkschaften auch möglich zu machen; und so wenig hier von einer zwangsweisen Einführung jemals die Rede gewesen ist, 'o wenig kann von zwangsweiser Einführung überhaupt die Rede fem. dizung an Henke für schriftliche Arbeiten 1 Thlr. Porto 1 Thlr. 12 Gr. Reiseunterstüyung an 2 Fremde 1 Thlr. Abonnement des„Volksstaat" 7 Gr. 6 Pf. Schrcibutenfilien 25 Gr. Kas- rrer-Gehalt 5 Thlr. Summa 9 Thlr. 14 Gr. 6 Pf. Bilanz. Einnahmen 10 Thlr. 8 Gr. 6 Pf. Ausgaben 9 14„ 6„ Bleibt— Thlr. 24 Gr.— Pf. Bestand pro August 29„ 2„ 3„ Verbleibt 29 Thlr. 26 Gr. 3 Pf. Hierzu sei bemerkt, daß in Folge der mangelhaften und uu-- pünktlichen Abrechnungen vom Unterzerzeichneten an.jeden Ver- trauensmann ein Probe-Formular versandt wird, nach welchem dieselben einzusenden sind. Es werden demnach die Vertrauens- Männer ersucht, jeden Monat 1 Abrechnung einzusenden; betragen die Geldsendungen weniger als 1 Thlr., so müssen Briefmarken eingesandt werden. Ferner wäre es erwünscht, wenn über den Stand einzelner Mitgliedschaften Berichte in das offizielle Organ des Vereins, den„Volksstaat", eingesandt würden zur Aufmunterung im Allgemeinen. Das Privatgeschäft hier liegt fast gänzlich darnieder, nur die Militärarbcit scheint jetzt besser zu gehn, wir treten deshalb jetzt abermals in unsere lokale Agitation ein, wozu diesmal noch Flugschriften gedruckt werden, um tüchtige Resultate zu erzielen.— Nach den letzten Berichten aus Dresden herrscht daselbst die regste VereinSthätigkeit; in Chemnitz(in Sachsen) ist eine neue Mitgliedschaft ins Leben getreten, der Vertrauensmann heißt H. Ring, bei Wagenbauer Winkler, Aeußere Klosterstraße. Ferner: in Darmstadt ist C. Schließ Vertrauensmann, wohnhaft bei Frau Löffler, Luisenstraße 28, im Hinterhaus; in Hannover Thöme, wohnt jetzt Friesenstraße 18; in München ist die Herberge und daS Verkehrslokal in den Straubinger Hof, Blumenstraße 7 verlegt. Schließlich werden die Vertrauensmänner ersucht, die Zahl der Mitglieder anzugeben und sämmtliche Adressen der Ar- beitSnachweiSbureaus einzusenden, damit dieselben veröffentlicht werden können. Mit Gruß im Namen des Vorstandes: W. Werths, Kassierer, Älexandrmenftraße 116. Attgemeiner deutscher Schiffszimmerer-Vereiu. Kamvurg.(Zar Beachtung.) Die Bevollmächtigten fordere ich hiermit auf, die vierteljährliche Abrechnung an den Kassierer deS Vororts, W. Sohns, Venusbcrg 23 einzu>enden; auch mache ich darauf aufmerksam, daß ein jeder Bevollmächtigter verpflichtet ist, auf beide Parteiorgane zu abonniren, ferner lasse ich hiermit die Namen der neugewählten Control-Commission folgen: für Ham- bürg H. O. Leo, H. Kruse, H. Brandt, Vorsitzender, wohnhast 2. Frieorichstraße 24, St. O.; für Altona: P. DierS; für Neu- städten C. Dörens; für Reihenstieg: I. Kärbelien; für Harburg: I. Bagest. Für daS Präsidium: H. Groß. Gewerkszenossenschastliches� Gewerkschaft der Schuhmackier. Hotha. Sämmtliche Bevollmächtigte, Kassirer und Revisoren werden hierdurch dringend aufgefvidert, eine genaue Zusammen 'tellung der Einnahmen und Ausgaben der Krankenkasse von dem verflossenen Jahr an uns einzusenden und zwar innerhalb der nächsten 14 Tage. Die Zusammenstellung muß folgendermaßen sein: Gesammtcinnahme— Thlr.— Gr.— Pf. GesammtauSgabe: Unterstützungögelver—„—„— Verwaltungswesen, Bücher:c.—„—„— An die Hauptkasse eingesandt—„—„— Kassenbestand am Schluß des JahreS—„—„— Dies gilt nur für die Beamten der Krankenkasse. Wir hoffen, daß diese einzige Aufforderung hinreicht, um sämmtliche Genossen zur Pflichterfüllung anzutreiben. Es ist dies um so nothwendiger, als die Verwaltung eine genaue Bilanz der Gesammteinnahme und GesammtauSgabe veröffentlichen will, um dadurch allen Vorurtheilen zu begegnen, welche noch gegen unsere Krankenkasse vorhanden sind, um damit zugleich zu beweisen, daß dieselbe lebens- ähig ist.— Collegen, wir rechnen auf Eure Pünktlichkeit und wünschen, daß immer mehr sich an der Krankenkasse betheiligen Ferner ersuchen wir, die Abrechnung fürS veiflosien- Quartal so- wohl von der Gewerkschaft als der Krankenkasse sofort einzusenden und sich allerorlS zu befleißigen, in Allem mehr Pünktlichkeit zu üben. Ordnung und Pünktlichkeit zieren nicht nur einen Meu- chen, sondern auch vor allem eine Organisation. In Schweinfurt ist Bev. S. End, bei Schuhfabrikant Keller; Chr. Löw, Kassirer. Die Protokollgelder bitten wir gleichfalls mit einzusenden. Die nichtverkausten Protokolle möge man für jeden Preis verkaufen und nicht au uns zurücksenden. Jedes Mitglied ist verpflichtet, sich mit den Beschlüssen der Generalversammlung bekannt zu machen. Die Gruppenbilder der Generalversammlung möchten nun eben- 'alls bezablt werben. Abrechnung. Durch einen kleinen Fehler in letzter Abrech- nunz haben wir uns um 6 Gr. verrechnet. Es ist nur ein Kassenbestand von 274 Thlr. 20 Gr. 1 Pf. zu verzeichnen ge- wesen. Eingesandte Gelder: Heilbronn 2 Thlr. 13 Gr. 8 Pf., Konstanz 3. 14., Würzburg 3. 11., Heidelberg 1. 29., Leipzig 3. 27. 5., Dresden 6. 24., Reutlingen 2. 4., Kaufbeuren— 27., Augsburg 2., Hall- 1. 10. 5., Bieberach— 12., Frankfurt a. M. 2. 4. 5., Lripzig Strikeuntcrstützung zurück 25., Arnstadt 2. 7. 5., Offenbach 5. 2., Nürnberg 5. 6. 4., eingesandte Protokollgelder ilieu-Döhlen 1. 6., Wiesbaden— 18., Weimar— 18., Eßlingen — 8. 5., Heidelberg 1., Frankfurt a. M. 1. 3., Off-nbach 2., Wandsbeck 1. 6., Augsburg 1. 6. 7., Crimmitschau— 18., Dresden 1. 15., Leipzig 1. 20., Nürnberg 1. 9. 5. Summa der Einnahme mit Kassenbestand 357 Thlr. 12 Gr.— Ausgabe: Abonnement deS„Reuen Sozialdemokrat" 23 Gr. 9 Pf., ditlo „VolkSstaat"— 6. 7., Verlag des stellvertr. Vorsitzenden— 20. 8., an die Genossenschaftsdruckerei 20., Agitation deS Vorsitzenden 51. 3. 1., ditto Fürst in Sp.yer3., Gehalt und Verlag de« Vor sitzenden 22. 20. 7., Gehalt und Porto des KassirerS 4. 20. 3. Summa 103 Thlr. 6 Gr. Bilanz: Einnahme mit Kassenbestand 357 Thlr. 12 Gr. Ausgabe 103 Thlr. 6 Gr. Bleibt in Kasse 254 Thlr. 6 Gr. In Erfurt heißt der Bevollmächtigte Erler. Mit Gruß Für die Verwaltung: W. Bock. TorresponöenzeK» Irohönrg. Ich kann nicht unterlassen, einen Akt der Rohheit, der seines Gleichen sucht, vor die Oeffentlichkeit zu bringen. Auf hiesigem Ritlergut(Eigenthümer StaatSminister von Falkenstein) steht der Schmied, ein solider und ordnungsliebender Mann, bereits 6 Monate in Condition. Am 21. September Vormittags nach 10 Uhr mußte derselbe ein Pferd beschlagen; selbiges ist schwer zu halten und muß deshalb im Stalle beschlagen werden. Auch diesmal hatte der Schmied seine Roth, um da» Pferd zum Stehen zu bringen; er ergriff deshalb die Peitsche und züchtigte das Pferd ein wenig. Dieses steht von fern der Pächter(Richter ist sein werther Name) und stürzt auf den Schmied los, packt ihn von hinten, haut ihn und wirft ihn mit solcher Gewalt zu Boden, daß er stöhnend sich auf der Erde krümmte. Nach dieser Helden- that entfernte sich der Herr Pächter, und der arme Mann blieb bi« 1 Uhr Mittags hilflos liegen. Erst nach langem Reden und Bedauern seitens des andern Dienstpersonals wurde der Schmied aufgehoben, in Decken gepacki und dann in seine Behausung ge- fahren, welche anderthalb Stunden entfernt ist. Hier liegt nun der arme Mann, er kann kein Glied rühren und leidet füicksier- liche Schmerzen. An sein Aufkommen ist schwerlick, zu glauben. Herr Richter, welcher schon vielfach Akte solcher Rohheiten verübt hat, ist derselbe Mann, welcher bei der letzten ReiwStagswahl seine Arbeiter wie das Wey zur Wahlurne getrieben brachte. Ein netter Mann daS, nicht wahr? Zterftn, 30. September. Unter heutigem Tage ist folgende Beschwerde bei der hiesigen Ober- Staatsanwaltschaft eingereicht worden: „Bcschweide über den Staatsanwalt Ziegler beim hiesigen Kgl. Stadtgericht wegen Rechtsverweigerung. Beiliegend überreiche einer Kgl. Ober-Staatsanwaltschaft eine der Staalsanwallschast beim hiesigen Stadtgericht am 17. v. M. eingereichte Denunziation gegen den Polizei-Lieutenant Krause(f. „Volksstaat" 38, 93). Darauf erhielt ich unterm 23. d. M. fol- genden Bescheid: Die wider den Polizei-Lieutenant Krause unter dem 17. v. M. eingereichte Denunziation giebt mir zu einem strafrechtlichen Ein- schreiten keine Veranlassung. Da der Beamte die Versammlung vom 13. Juli als die Sitzung eines vorläufig geschlossenen Ver- eins ansah, war es seine Pflicht, dieselbe auszulösen. Daß er sich geirrt, macht ihn kriminalrechtlich nicht strafbar. Der Staatsanwalt beim hiesigen Stadtgericht. Ziegler. Ich kann mich mit diesem Bescheide, in welchem meines Er- achtens eine Rechtsverweigerung liegt, nicht beruhigen. Der Staatsanwalt übergeht die von mir unier Beweis gestellte Thatsache, daß der Polizei-Lieutenant Krause die Versammlung seiner Instruktion gemäß nur deshalb auflöste, weil die Redner seiner Ansicht nach dieselben Tendenzen verfolgte», wie die Mit- glieder deS„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins«, mit Still- schweigen. ES liegt aber die Gesctzesverleyuag gerade in der vorerwähnten Thatsache. Wenn eine solche Instruktion erlassen worden ist,.so sind die Beamten ganz direkt zur Nichtbeachtung des Vereins- und Ver- sammlungS-Gesetzes aufgefordert worden, was eine Ahndung nach § 357 des Strafgesetzes nach sich ziehen muß. Durch die Zeitungen ist nun auck, der Wortlaut jener In- strulnon veröffentlicht worden, nach welchem die Polizei-Beamten jede Versammlung, in welcher die sogenannte Arbeiter- frage erörtert wird, aufzulösen haben; ei kann daher den jetzigen entschuldigenden Aussagen deS Polizei-Lieutenants Krause, er habe die Versammlung für eine Sitzung des„Allgemeinen deut- scheu Arbeitervereins« angeschen, kein Glauben geschenkt werden. Würde in jedem anderen Falle die Staatsanwaltschaft ebenso dem Denuvzirtcn, trotz entgegenstehender Beweismittel, Glauben schenken? Es ist durch die Zeitungen, denen kein Dementi zuertheilt wor» den, behauptet, daß eine Verfitgung erlasien worden sei, in der die Beamien zur Nichtachtung des Vereinsgesetzes aufgefordert werden. Es ist unter Beweis gestellt, daß der Polizei-Lienienant Krause, unter Bezugnahme aus seine Jnstruklion, auf Grund jener Verfügung, eine Versammlung aufgelöst hat. Es wird von der Staatsanwalt schaft anerkannt, daß kein Grund zur Auslösung vorhanden war, — ein Einschreiten zum Schutze des verletzten Gesetzes und zur Bestrafung des Verbrechers auf Gruud des§ 357 wird aber abgelehnt. Danach hat der Staatsanwalt Ziegler einen Verstoß gegen § 6 der Verordnung vom 3. Januar 1849 begangen, nach wel- chem er verpflichtet ist, darauf zu achten, daß kein Schuldiger der«träfe entgehe. Ich ersuche daher die Ober Staatsanwaltschaft, dem pp. Ziegler Befehl zur sofortigen Einleitung der Untersuchung auf Grund des § 357 zu ertheilen, mich aber baldmöglichst zu benachrichtigen, daß es geschehen ist. Achtungsvoll Hermann Grimpe. Oranienstraße 59, HI. Aerlin. Die Aufstellungen der Eu'.schäyungScommisston des Berliner Magistrais in Betreff des Einkommens der hiesigen Lohn- arbeiter haben auch unter den zu 1000 Thalern angesetzten Klcmp- nern einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Es fand eine große Versammlung sämmtlicher Klempner statt, in welcher feierlich gegen die ihnen erzeigte Hochschätzung protestirt und eine Resolu- tion angenommen wurde, wonach ein Klempner im Durchschnitt höchstens 400 Thaler verdienen kann. Aber auch die Meister sollen erklärt haben, daß bei jener Schätzung ein Mißv. Rcchnungsadlage der Gewerkschaft und de« Krankenkaffen- Berich Wain des Ausschusses. Erhöhung der Krankenkassen- Beiträge und Kianlengelde«. Entschädigung für Mühewaltung.— Nach§ 26 d« Statuten haben Alle zu erscheinen. Der Bcvollm «ux Fi [U€ i»riir»,? Sozial-demokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, den 7. Oktober, Abends halb 9 Uhr: ! fammlung in der Gcsellfchaftshalle, Mittelstraße.— Sozial-politische, Wochenbericht. Referent: Eisengarten.— Bortrag über Punkt 8 de'' Programms(Abschaffung der Frauen- und Kinderarbeit). Referent H. Ramm.___ Der Vorstand. IM, ftnnhillt Arbeiterbildungsverein 4 UHU«Iii Deutsche Sektion der Internationalen Arbeiteraffoziatiol 81 Llua Uost lavern, Ncwinunn Street Oxford Street W. C. Versammlungsabende Mittwoch und Samstag. Jeden Dienstag englischer Sprachunterricht. Der Sekretär: mlas Leo Frankel, 13 Mortimer Street W. Wehl-01 il vf Bereinigte Tischler. JvVW' fjvll Jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, Versammlung Teutonen, Assembly Rooms, 158— 160 Avenue.[« ArbeitsnachweisungSbureau bei I o h u Frank 149, Elridge Street,(i K Tagesordnung: Kassenbericht.— Die Mitglieder werden ersuch« pünktlich zu erscheinen und auf§ 26 des Krankenkassenstatuts aufmerksaa it! gemacht. Der Vorstand. r l eis OJfrs v' Alle Diejenigen hier ooer auswärrs, welche gegeW«.; jljUlli die Filialexpedition Pforzheim von früher oder neueff■ ding» Verpflichtungen haben, werden dringend ermahnt, sofort an de r} j unterzeichntten Ortspartei- Sekretär ihre Verpflichtungen zu entrichte«® widrigenfalls die Veröffentlichung der Namen im„Volksstaat" zu ge�Ze« wärtigen ist. 3. A.: Heinr. Liebhardt, A Karlfriedrtchstr. v IIS, 2 Treppen, ie, Obiges gilt besonders für den ehemaligen Filtalexpeditor dahier, de««ich, zeit in Gmünd.___ Pz Im Verlage der Buchhandlung des„Bolrsstaat" ist erschienen: tjsi A�C des Wiffeus für Sue Deakendech, k von Dr. Souai. Separat-Abdruck aus dem„Bolksstaat". Preis pro Exemplar 1'/, Gr. In der Genoffenschastsbuchdruckerei Nürnberg(Verlag de»„Sozia demokratischen Wochenblattes") ist erschienen und durch die Expeditio�' sämmtlicher Parieibiinter zu beziehen: Zur Geschichte der Komune von Uaris. Bon Nülhelm ZUos. Separat- Abdruck au« dem„Sozial- demokratischen Wochenblatt". 3'/« Bogen. Preis 2 Sgr.— 7 Kr. slldd. Währ. Wiederverkäusrr erhalten Rabatt. Abonnements- Einladung. Mit Nr. 3b beginnt da» IV. Quartalsabonnement der in New-Zol wöchentlich einmal erscheinenden „Ardeiterzeitunlj". Die bisherigen Leser derselben werden ersucht, ihr Abonnement recht, zeitig zu erneuern, dam» keine Unterbrechung in der Zusendung eintrit � Probcnummer« werden gegen Einsendung von 5 Pf.— 2 kr. südt �t« für Port» ftanco versandt. Preis pro Quartal 1 Thlr. 5 Gr. Kreuzbandporto für Deutschla« und Oesterreich 5 Gr. Zu zahlreichem Abonnement ladet ein Die Expedition des„Bolksstaat". Leipzig: Berantw. Redakteur: M. Preißer(Lindenau).(Redaktio' und Exvedüion Zeitzerstr. 44.) Druck und Verlag der Genossenschaft» buchdruckerei. C