ung ne« Erscheint in Leipzig licht Mittwoch, Freitag, Sonntag. Der VollisKaat Absnnementipreis" für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. er �'tellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- aul kungen des In- u.Buslandes. 'aae„ Nlial- Expeditionen „„f. str die Bereinigten Staaten: �. T- A. Sorge, lern vor 101 Hoboken, N. J. D«'„ Peter Haß, ijtit 8, W. Corner Third and zur eoates str. Philadelphia. sagt �OrgandersozialdemokrattschenArvetterMMundderinternattomlenGelverksgenossenschasten. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2ten u. Sten Monat und auf de» 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch aus den Iten Monat des Quartals& ö'/a Sgr. ; i» Bet- bis sei- Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Bolksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und Vergnügung«. Anzeigen mit 2'/« Ngr. die dreigespaltene Petit- Zeile berechnet. bi- Xi-. 125. d-a� Sonntag, 25. Hktoöer. 1874. anze tlizt n. It. J.) Tie Quednauer Revolte vor dem Schwurgericht. (Fortsetzung.) Nach der Quednauer kam die Medenauer Revolte vor dem «vnigSberger Schwurgericht zur Verhandlung. Die„ KönigS- ierger Hartung'sche Zeitung" berichtet darüber: Auch diese beklagenSwerthen Vorfälle haben die in verschiedenen noch Hegenden unserer Provinz unter den ländlichen Arbeitern ver- ktiea treueten Jrrthümer über das Wesen und die Tendenz der neuen "' Sitzordnung veranlaßt. Am 28. Juni brachen auch in Medenau, dl�UreiS Fischhausen, arge Exccffe auS, in welchen es, abgesehen von zahlreichen anderweitigen Gewalthätigkeiten, insbesondere zur Zer siöruug deS dortigen AmtSgefängnisie« und Befreiung eines in fchevluns�fon befindlichen Gefangenen kam. Dieser war der Knecht mein auS Ponaiken, gegen ihn hatte der Amtsvorsteher Lieutenant Keruienau auS Medenau wegen eigenmächtigen VerlasieuS seines BieusteS beim Besitzer Rasch eine dreitägige Gesängnchstrafe fest lt». i Wetzt und am 27. Juni c. ausführen lassen, indem er ihn durch Wzvr tin GenSdarm verhaften ließ, welchem dabei in keiner Weise ein >. L- Widerstand entgegengesetzt worden war. Ganz frische Beschädi ev zr> pngen an den Gesangenenzimmern, welche Hr. Hermenau am ff' Morgen des 28. Juni wahrnahm, brachten ihn aus die Vev \»uthung, daß in der Nacht ein Versuch zur Befreiung des Ge tdlo �zknen gemacht worden sei. Schon am Abend desielben TageS, 7, 5. �nes Sonntags, wurde die Vermuthung zur Gewißheit. Wie an i. KliMchcu Tagen gewöhnlich, hatte sich in dem Gasthause des Gast- ___ �irths Born zu Medenau eine bedeutende Anzahl von Jnstleuten 1»vd Knechten aus Medenau und einzelneu umliegenden Ortschaften f. L-dersammelt, die sich in sehr erregtem Zustande befanden. Wie lch�Hon oft, kam das Thema von der neuen Kreisordnung aufs vollständig zur That entschlossen, versammelt, und der ganze Zug jjun etwa 40 Personen setzte sich ungesäumt zur Ausführung seines —"jj ikntschlusteS in Bewegung. Vor dem Gefängnisse angelangt, schlug 4/'lb�an sofort mit einer Axt, die einer der Tumultanten mitgebracht 'Utte, die Mauern deS GefängniffeS unterhalb dtS Festers ein, ■ Curaus der Gefangene unter lebhaften Hurrahrufen der ver- artc»wnrelten Menge aus dem Gefängnisse heraussprang. Gleich dreal ichStl . Fi«! . �iülig wurde mit Steinen gegen die Gefängnißmauern geworfen �.'J�>d ein in der Nahe des Gefängnisses befindlicher Holzhausen des Schneidermeisters Pollain geplündert, von welchem viele der Tumul- Winten sich mit Knütteln versahen. Als Pollain sein Eigenthum Zützen wollte, drang man mit Knütteln auf ihn ein, so daß er if zurückzog und die Masse gewähren ließ. Aufgeregt durch den chnapSgenuß und kühn gemacht durch den errungenen Erfolg, die Masse nunmehr lärmend und tobend auf die Besitzung Amtsvorstehers Hermenau, welche zum Schauplatz weiterer Wüstungen wurde. Der den Garten umgebende Staketenzaum >rde in einer Länge von 300� gänzlich niedergerissen, ungefähr Fensterscheiben deS Hauses eingeschlagen und schließlich drang n, unter dem wilden Geschrei:„Raus muß der Kerl, der griese l, der Bluthund, der Lieutenant, wir müssen ihn heraus len!"— in das Innere de« Hauses ein, woselbst eine Wand- r zertrümmert und die Thür eines SpeifeschrankeS eingeschlagen rdc. DeS AmtSvorsteherS H. und dessen Familie wurden die Zedenten glücklicherweise nicht habhaft; daß es aber die ernstliche fli W derselben war, dem H. zu Leibe zu gehen und wo möglich -l h todtzuschlagen, gestand der Arbeiter Schwarz auS Medenau — 1 ii seiner am Tage nach dem Tumulte erfolgten polizeilichen Ver- p chmung unumwunden ein. Auch der Amtsvorsteher H. selbst war ®ct j;>don überzeugt, indem er ohne den Versuch eines Widerstandes —* wagen, zunächst seine Frau und Kinder unter dem Schutze der ünkelheit auf dem Gehöfte de« Superintendenten Gebauer in �cherheit brachte und sich dann selbst, nachdem er sich einige g. sst ist in einer Mangelkammer verborgen gehalten hatte, zu Pferde �jjji ch den benachbarten Katharinenhöfen flüchtete. Von hier eilte allein' wieder nach Medenau zurück und zwar nach dem Gehöfte des Rich� uperintendenten, welches er mit einem Schlagbaum versperrt vor- »d. Als derselbe hierauf von einigen Leuten mit dem Rufe: ,„eil �lt, wer da? empfangen wurde, ritt er wieder weiter, während Wer ihm Rufe:„das ist der griese Kerl! haltet aus!" ertönten jVjl wiederholt mit Knütteln nach ihm geworfen wurde. Nach � auf der Besitzung angerichteten Zerstörungen begab sich ein , ml der Excedenten, unter ihnen der befteite Klein, nach der iht weit entfernten Wohnung des AmtSdienerS, Schuhmacher ,„4 Adelstedt, der feine HauSthür von Innen verschlossen hatte. iz!'chuster komm heraus, gieb Wasser und Brod!" so brüllte die '"ge, worauf die Fenster seines Hauses zertrümmert wurden, ler dem höhnenden Geschrei:„Schuster komm heraus, gieb den [l'/i hlüssel, den Arrestanten zu holen!" Daraus begab sich die __>'hge davon. Man hat aber auch Gewaltthätigkeiten gegen Lienen geübt und zwar, nachdem die Demolirung des Herme- R ichen Hauses erfolgt war, und man stch an das Niederreißen Böttchermeister Hoffmann'schen Gartenzaunc« machte, wurde >g H., welcher begütigend hervortrat, mit einer S Fuß langen Zaun- latte über den Hinterkopf geschlagen, daß er schwer verletzt zu Boden stürzte und von den Seinigen in das HauS getragen werden mußte. Auch der Fleischergeselle Gebhardt, der gegen 11 Uhr auf einem Spaziergange die Dorfstraße Passirte, wurde unter Schimpfworten gestoßen, seines Stockes beraubt und schließlich zu Boden geworfen. Aehnlich erging es dem ruhig seines Weges gehenden Töpfergesellen Krause, der unter den Rufen:„haut ihn! der bringt uns aus!" mit Prügeln bedroht wurde. Damit endeten die Gesetzwidrigkeiten; die Menge verlief sich nach und nach, und cS ward alsbald wieder ruhig in Medenau. So ansehnlich auch der Menschenhausen war, der sich am 26. Juni d. I. gebildet und Angst und Besorgniß bei den Ein- wohnern in Medenau verbreitet hatte, so hat die wegen der Vor- gänge daselbst geführte Untersuchung doch nur so viel Material geliefert, um gegen IS Personen Anklage erheben zu können. Gegen 3 lautet sie auf schweren, gegen die übrigen auf einfachen LavdfriedenSbruch. AuS den eigenen Angaben, welche die Ange- klagten auf Befragen deS Hrn. Präsidenten machen, ergiebt sich, daß außer zweien derselben, welche behaupten, vollständig un- schuldig zu sein, die andern alle sich schuldig erklären: an den in Rede stehenden Zusammenrottungen in sosern Theil genommen zu haben, als sie sich mitten unter den Tumultuanten befanden, was ausreichend ist, um sie des einfachen LandftiedenSbruchS für über- führt zu erachten. Keiner der Angeklagten machte irgendwie An- gaben, daß er mittelbar oder unmittelbar zum Krawall angereizt worden fei: man txank im Gasthause Schnaps, erzählte sich dabei von der erfolgten Verhaftung deS Klein und der Aerger über das Recht, welches die Kreisordnung dem AmlSvorsteher in Beziehung auf die Polizei- Exekutivgewalt giebt, sowie der über die neu er- standenen Klüsen regte die durch den SchnapSgcnuß schon ohne- hin erhitzten Gemüther, zu den bedauerlichen Thaten an, die sie inS Gefängniß und aus die Anklagebank gebracht haben. Wir übergehen die Einzelnheiten der Verhandlung, die im Ganzen interesselos sind, und bemerken nur, daß sich die Lage eines der Angeklagten, des Jnstmanns Oberllber, nach dem die Anklage be- nannt war, sich insofern günstiger in Beziehung auf den schweren LandfriedenSbruch gestaltete, als er sich inmitten deS Tumults gutmüthig genug gezeigt hatte, um den Böttchermeister Hoffmann vor weiteren Mißhandlungen zu schützen, auch mit Hand anlegte, um den bereits verletzten Mann aus dem Haufen heraus in feine Wohnung zu bringen. Die Staatsanwaltschaft, durch Hrn. Assessor v. Olshausen vertreten, zergliedert, ohne Betrachtungen über die Tendenz der Vorfälle anzustellen, sofort das Resultat der gepfloge neu Verhandlungen und spricht stch dann gegen die Annahme mildernder Umstände aus, mit Ausnahme eines Angeklagten, dem fie solche selbst zugestanden hat. Daß die Geschworenen den An geklagten mildernde Umstände zu Statten kommen lassen, dafür tritt zunächst der Vertheidiger, Hr. Rechtsanwalt Engelmann, ein. Unsere Provinz, die schon durch den Nothstand, der in ihr herrschte, so sehr in Verruf gekommen, hat auch noch durch diese Aufstände zu leiden gehabt. Alle Kreise und vornehmlich auch die Zeitungen haben sich seiner Zeit darüber den Kopf zerbrochen, ob das sozial- demokratische Gift, wclckeS leider GotteS Alles anfrißt(!), oder die Rückschrittspartei den Anlaß zu den bedauerlichen Vorfällen gegeben haben; jedoch ist nicht das Geringste ermittelt, ebenso- wenig für eine Zusammengehörigkeit dieser mit der Quedenauer Revolte. Der Umstand, daß die Angeklagten selbst nichts darüber angegeben haben, spricht dafür, daß hier ein Tendenzverbrechen nicht vorliegt. Nichts als die durch Schnaps gesteigerte Rohheit der Leute hat die Schuld an den Vorfällen. Ber der Erwägung, wem die Schuld beizumessen und ob die Angeklagten mit dem vollsten Maße der gesetzlichen Strafe zu messen? kommt der Ver- theidiger ebenfalls auf die Unterlassungssünden zu sprechen: daß bei solcher gewaltigen Umgestaltung der Gemeindevcrhältnisse diese Personen, die nicht mehr als schreiben können, über dieselben nicht belehrt wurden, ihnen daS neue Gemeindewesen nicht durch ver- ständige Vorträge klar gemacht, ihnen nicht gesagt wurde, wie wohlthätig es ist, daß die Gemeinde nun selbst ihre Angelegen- heiten in die Hand nehmen kann, Rechte und Pflichten aus die Gemeinden übergegangen sind. Erst als die Exccsse geschehen waren, wimmelten die Kreisblätter von BerständigungSartikeln: „Sehen Sie, meine Herren Geschworenen, sich die stupiden(!) Phy- siognomien der Angeklagten an und Sie werden finden, daß sie sich unmöglich über die klarsten Dinge verständigen können. Ihnen hätte ei» besseres Unterrichtsgesetz Roth gethan!" Nach den von den Geschworenen abgegebenen Verdikten und den abgelegten Geständnissen, wurden die Angeklagten: der Frei- arbeiter Schül, 21 Jahre alt, zu 3 Jahren Zuchthaus, Knecht Klein, 21 Jahre alt, zu 2ll-> Jahren Zuchthaus, Knecht Godau, 23 Jahre alt, zu 2 Jahren und 3 Monaten, die Arbeiter Schwarz, 19 Jahre alt, und Graßmann, ein Jeder zu 2 Jahren Zuchthaus nebst den Ehrenfirafen und Zuläsfigkcit zur Polizeiaussicht, als- dann unter Annahme mildernder Umstände der Jnstmann Ober- über, den der Rechtsanwalt Engelmann vertheidigte, zu l1/« Jahren Gefängniß, der Kriecht Porthmann, 23 Jahre alt, und der Schar- werker Bosch, 19 Jahre alt, ein Jeder zu 1 Jahr Gefängniß nebst den Ehrcnstrafen, sämmtliche Genannten wegen schweren Land- sriedcnSbruchS, und wegen einfachen LandfriedenSbruch« die An- geklagten Knecht Thiergardt, 23 Jahre alt, Scharwerker Wallner, 20 Jahre alt, Knecht Growitfch, 25 Jahre alt, Jnstmann Bcrner, 25 Jahre alt, Scharwerker Komm, 18 Jahre alt, und Knecht Wallner, ein Jeder zu 6 Monaten. Gefängniß vcrurtheilt; der Freiarbeiter Kaiser, 21 Jahre alt, freigesprochen.(Forts, f.) Politische Uebersichi — Unsere Gegner. Da zufällig einmal kein Kassirer einer Schulze'schen Sparbank durchgebrannt ist, so ver- öffentlichen die Bourgeoisblätter, deren Leser an diese pikante Kost gewöhnt sind, nachstehende Schwindelgeschichte: „Ein sozialdemokratischer Agitator, der im vorigen Jahre die Provinz Sachsen mit seinem Besuche„beehrte", hat seine agita- torische Thätigkcit vorläufig mit einem Knalleffect abgeschlossen. Wir lesen darüber in der„Mindener Zeitung": Der gegenwär- tigc Hauptredner der Sozialdemokraten in Minden, der Färber- geselle Emil Lesser au» Langensalza, der allsonnabendlich seinen andächtigen Zuhörern etwas vorschimpfte über Bourgeois, Blut- sauger, Massenmörder, Fettwänste und dergl., hat Minden ver- lassen, ohne von seinen lieben Parteigenossen Abschied zu nehmen. Vor einigen Wochen associirte sich Lesser mit dem gleichfalls hier in Arbeit stehenden Färber Schrammeck, um gemeinschaftlich in einem bereits gemietheten Hause eine Färberei zu errichten. Schräm- meck übergab seinem Compaanon die Summe von 175 Thlr., größtentheilS sauer erspartes Geld, zur Bestreitung der ersten Ein-' richtungSkosten und veranlaßte denselben dann, nach Langensalza zu reisen, wo Lesser sein angebliches Vermögen, etwa 2500 Thlr., holen wollte. Da Lesser, der Volksbeglücker und Arbeiterapostel, selbst nichts besaß, wohin er sein Haupt legen konnte, oder doch nicht so viel, um in seiner Heimath nach Wunsch auftreten zu können, so borgte er auch noch seines CompagnonS Stiefel, Uhr und Ringe und fuhr ab. Vor einigen Tagen nun hat er Nach- richt von sich gegeben, aber nicht aus Langensalza, sondern auS Leipzig, und zwar schreibt der Sozialdemokratenfllhrer seinem Associ6, wenn sein Brief in Minden anlange, habe er, Lesser, bereits hol- ländischen Grund und Boden erreicht. Ein zweiter Brief Lesser'» aber ist aus Bremen datirt, und darnach muß angenommen werden, daß stch Emil Lesser auS Langensalza mit seinem an einem unbe- mittelten Arbeiter verübte» Raube nach Amerika geflüchtet hat." Wir wissen nickt, ob die Geschichte wahr ist— von einem Agitator Namens Lesser haben wir nie gehört—, aber, wenn wahr, so beweist sie wenigstens, daß Spitzbuben, die sich in unsere Partei eingeschlichen haben, ausreißen müssen, wohingegen die Wagener und Consorten frei umherlaufen, sich sogar deS besonderen Vertrauens der höchstgestellten Reichsbeamten erfteuen und von der sogenannten„anständigen Gesellschaft" nicht hinauSge- worfen, sondern gastlich empfangen, ja fetirt werden. — Die Moralität der herrschenden Klassen wird wie- der prächtig illustrirt durch nachstehende Correspondenz der„Vossi- scheu Zeitung" auS Baden-Baden: „Man munkelte schon lange davon, daß in Baden-Baden geheime Spielhöllen beständen; einige Blätter schlugen in den Monaten August und September den ersten Lärm. Mehrere Wochen dauerte der Skandal, ehe er ein Ende nahm. Leider hatte ein Bankier demselben Vorschub geleistet und in seinem eigenen Hause, in nächster Nähe de» CurhauseS gelegen, eine Spielhölle etablirt, wo die Herren der großen Welt, welche stch am Tage dem abscheulichen Vergnügen des Tauben- schießens hingaben, Abends ihr Geld verloren oder auch ge- wannen. Um daS Vergnügen oder den Skandal voll zu machen, hatten stch in einem der schönen Läden auf dem Curhausplatze Loretten und Cocotten allabendlich eingefunden, welche in ziemlich ungenirtem Verkehr mit den Herren Spielern standen. „Während der Anwesenheit deS Prinzen von Wales stand dies Treiben auf seinem Höhepunkr, um plötzlich ein unerwartete« Ende zu nehmen. Ich weiß nicht, war es im Internationalen Jockey Club oder in dem obenerwähnten Bankierhause, wo der glückliche englische Thronfolger eines Abends 19,000 Thaler, der Herzog von Ujest 26,000 Thlr., der Fürst Metternich und Ändere ebenfalls sehr erhebliche Geldsummen gewannen und zu- gleich die Bank sprengten. Von diesem Augenblicke an hörte das ungenirte Treiben der geheimen Spielbanken auf, und der öffent- lichc Skandal hatte ein Ende." Ein lschönes Culturbild das! Gemeinstes, vom Gesetz ver- boteneS Glücksspiel, gemeinste Thierquälerei(Taubenschießen), ge- meinster Verkehr mit Profiituirtcn(Loretten und Cokotten): da« ist da« Leben der„Herren der großen Welt"! Und al» offenkundige Theilnehmer am erstgenannten„Vergnügen" figuriren der Erbe de« englischen Throns, und Sprößlinge des höchsten Adels in Deutsch- land und Oesterreich. Und von solchen Leuten wird heutzutage die Welt regiert! Apropos— der Herzog von Ujest steht unter dem deutschen Reichsstrafgesetzbuch, welches das Glücksspiel mit Strafe belegt, die Adresse des Herzogs von Ujest ist bekannt: werden die Herren Staatsanwälte ihre Pflicht thun? — Böttcher, Böttcher, bum, bum, bum! Der bekannte Verunglückte, welcher die„Nationalliberale Correspondenz" repti- listrt, leistete vor einigen Tagen Folgendes:„Die Sozialdemokratie zeigt seit einiger Zeit ein Gebahren, welches deutlich genug(für den bekannten Verunglückten) beweist, daß sie sich mehr und mehr in die Enge getrieben fühlt. Die wahnsinnig- Wuth zumal, mit der ihre Organe über Treitschke's bekannte Aufsätze hersallen, ist daö beste Zeugniß, wie scharf diese Hiebe gesessen haben. Ein Versuch die Angriffe sachlich zu widerlegen, wird nirgend gemacht; Schimpfreden— sind die einzigen Waffen mit denen man die Unfehlbarkeit des Marx-Lassalle'schen Evangeliums zu vertheidigen weiß." Nun, wir haben die bekannten Aufsätze de» Treisschke in ebnem längerem Essay behandelt, welcher durch 2 Nummern(99 und 100) des„Volksstaat" geht und 7 Spalten desselben füllt. Wenn der bekannte Verunglückte uns in diesen 7 VoMstaatspalteu eine einzige„Schimpfrede" nachweist, verpflichten wir uns auf Ehrenwort, ihn öffentlicb für einen anständigen Menschen zu erklären.— Apropos, der Ehef des Verunglückten ist ebenfalls verunglückt. Ein Berliner Telegramm vom 20. Oktober meldet lakonisch:„Der seit Montag beurlaubte LegatiouSraih Aegidi wird in seine frühere Stellung nicht zurückkehren." Wie schade! Der Mann war unbezahlbar für uns. Doch wir können uns trösten— im Generalstabe des Bismarckschen„'Zauhirten"-Corps war Aegidi noch einer der Fähigsten und Anständigsten. rati! — Der Reichsta g ist auf den 29. d. M. einberufen. 14. sächsischer Wahlkreis. Versammlungen: Sonnabend, 24. Oktober: in Lausigk, Ref. Narert. Sonntag, 25. Oktober, Nachmittags: in Groitzsch, Ref. Fink; in Gaithain, Ref. Liebknecht; in Colvitz, Ref. Vahlteich; in Schwarzbach, Ref. Nauert. Generalrath der Internationalen Arbeiter-Assoziation. An alle Mitglieder der Internat. Arb.-Assoziation. Am 25. September d. I. legte F. A. Sorge das General- Sekretariat nieder, und wurde C. Speyer zum Generalsekretär deS Generalraths erwählt. Alle Zuschriften an den Generalrath sind daher von jetzt an zu adlcssiren: C. Speyer, 94 South 5td Avenue, New-Vork. I. Auftr. u. Namen des GeneralrathZ: New-Aork, 25. Septbr. 1874. F. A. Sorge. CorresPonoenzeR» Kohren, 22. Oklbr.(Auslösung einer Wählerversammlung.) Gestern Abend war hier eine Wählerversammlung anberaumt, in der der Reichstags- Kandidat der Arbeiter-Partei W. Fink aus Leipzig„über den Reichstag und die Vertretung des 14. Wahl- kreises in demselben" referirte. Nachdem er mit seinem mit Bei- fall aufgenomaienen, anderthalbstündigen Vortrage zu Ende war, meldete sich der RüdigSdorfer Pastor zum Wort und stellte a» den Referenten, indem er die Versauimlunz bat, in ihm jetzt nicht den Pastor zu sehen, er wolle jetzt uur Mensch sein, die Frage, ob ein Sozialdemokrat auch Religion haben könne. Hierauf vom Reserenün mit einigen Worten heimgeschickt, ergriff der Pastor wieder das Wort und brachte die Nummer des„Volk-staat" her- vor, in der der Dietz'gen'sche Artikel„Die Religion der Sozial demokratie" enthalten war, las einige Stellen daraus, besonders den SchlußverS:„Wir haben lang' genug geliebt, nun woll'n wir endlich hassen" vor, behauptete, ein eifriger Leser des„Volksstaat" zu sein und die Bestrebungen der Sozialdemokratie, die ja ein Zweig der Internationalen Arbeiteraffociation sei, zu kennen. WaS die Internationale wolle, würde er aus dem Programm derselben der Versammlung sagen. Nun nahm dieser fromme Ehrenmann die besagte Nummer des„VolkSstaat" vor die Augen und las von einem mit eigener Hand beschriebenen Zettel, den er dem Blatte aufgeklebt hatte, damit eS den Anschein habe, als stünde dies im „VolkSstaat", rne wer weiß woraus abgeschriebene Stelle über die Bakunistischen Forderungen. Der Mann kam in Eifer, schimpfte auf die«Sozialdemokratie, welche die Ehe zerstören und mit Flinte und Axt den Umsturz der bestehenden Ordnung wolle. Der über- wachende Bürgermeister Krause und einige anwesende Pastoren zollten dem wüthenden Pastor Beifall. Fink nahm hieraus wieder das Wort, wies in Kürze die aus Unkenntniß oder Böswilligkeit entstandenen Irrthümer des RüdigSdorfer Seelenhirten nach und verlas das Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Als Redner des Weiteren darauf zu sprechen kam, was diese Herren und deren Anhang, die Bourgeoisie, eigentlich unter Religion ver- stehen, wie sie ihrem Ausbeutungssystem dieselbe anpassen und unterordnen, und wie die Priester die Ungerechtigkeiten als gött- liche Wcltorvnung hinstellen, die Ge- und Unterdrückten aus die Belohnung im Himmel verweisend,— da sprang der Bürger- merster auf und rief dem Redner wörtlich zu:„Sie sprechen über Retrgion, wir haben nun genug gehört, alle ist's". Nachdem der Referent den Herrn Bürgermeister aus das Ungesetzliche seines Be- nehmenS als Vertreter der Behörde ausmerksam gemacht und da- gegen proteftirt hatte, wollte er fortfahren, die heulige Ehe und daS Kind der Bourgeoisie, die Prostitution, näher zu beleuchten. Doch die Aufklärung des Volkes über diesen Punkt mußte um jeden Preis verhindert werden. Der Herr Bürgermeister erhob sich nochmals, verbot dem Redner weiter zu sprechen, nahm seinen Hut und lief davon. Dadurch war der Herr Pastor auS der schrecklichen Verlegenheit, gründlich auf den Sand gesetzt zu wer- den, gerettet. Daß Herr Bürgermeister Krause aus Kohren das sächsische Vereins- und Versammlungsgesetz und insbesondere den s 9 vestelben nicht kennt, ist schon deshalb anzunehmen, weil der selbe dem Anmelder der Versammlaug die schriftliche Anmeldung mit der Bescheinigung zurückgab. Das kann ihn aber vor der Klage wegen Mißbrauch seiner amtlichen Befugnifle nicht schützen, die Seitens des Referenten angestrengt werden wird. Kroßenhain, 20. Oktober.(ArbeitSaussperrung) An- läßlich der Lohnbewegung unter den hiesigen Stuhlarbeitern haben die vereinigten Fabrikanten in ihren Fabriken folgende Bekannt- machung vermittelst Plakat erlassen: Die bei den Herren Gebr. Naundorf, Tzschucke und Otto an- gekündigte, allen gerechten Grundes entbehrende Arbeitseinstellung (Der(Jmud ist eine Lohnrcduciruug. Anm. d. Abschr.) nöthigt uns zum gemeinsamen Entgegentreten, und haben wir demnach beschlossen: Falls wider Erwarten der angekündigte Strike zur Ausführung gebracht wird, soll von uns am 24. d. M. eine all- gemeine Kündigung und am 30. d. M*) Schließung sämmtlicher Wollwaarensabriken bi« zur Beilegung der Differenz erfolgen. Obwohl uns dieser Schritt so manckem ruhigen und braven Manne unseres Arbeiterpersonals gegenüber sehr leid thun muß. so können wir uns dagegen aucb nicht in die Lage drängen lassen, welche unS jeder Selbstständigkeit berauben und den unausbleiblichen Ruin der hiesigen Wollenwaarenindustrie nach sich ziehen müßte. Großenhain, den 19. Oktober 1874. Die Mitglieder des FabnkanteuvereinS der Wollwarenbranche: Reinhard Buchwald, Säcbs. Tuchfabrik, I. F. CaSpari, A. F. Thieme, Fr. Tr. Meißner, Tzschucke u. Otto, Gebr. Naundorf, Gebr. Zschille, Schilling u. Philipp, A. Zschille u. Müller. ') Da« Gewertegesetz schreibt eine gesetzliche Kündigungsfrist von 14 Tagen vor. Ist kein anderweitige« Privatabkommcn getroffen, so find die Fabrikanten aus Grund de« G-werbeaesetze« strafbar, da ibre KändigungSsrist nur 7 Tage beträgt. Das B.ste ist, die von der Ar- densauSsperrung bedrohten Arbeiter ernennen em Somiie, welche« die Sache zu untersuchen und zu Ende zu sllhren hat. Red. d. V. Arbeiter! Genossen! Durck diese Maßregel werden in nächster Ortschaften, denen es mit der Verbreitung der Sszialdemokri. Zeit in Großenhain ca. 2000 Arbeiter brodloS! Es ist Eure ernst ist, lade ich hiermit ein, Sonntag, den 25. d. MtS. nni 6 Pflicbt, uns zu unterstützen, und zwar vorerst dadurch, daß Ihr Sonntag, den 1. Nooember, Nachmittags 4 Uhr in der Wirts Mitt den Zuzug nach hier fernhaltet, damit der hiesige Arbeitsmarkl schasc des Herrn lakob Wigand hier zu erscheinen, um die Grün«. nicht durch Zufluß überfüllt wird. Die Fabrikanten find schon, � dang von Landarbeitervereinen und Mitgliedschaften zu bespreche» pJj' mit schönen Versprechungen ausgerüstet, auf der Suche nach Ar Mit sozialdemokratischem Gruße Maiin May.! lunm beitern. Ferner müßt Ihr für die weiteste und schnellmöglichstc--...- H" Bekanntgabe der hiesigen Sachlage Sorge tragen. DaS Weitere � u?t t u n- '' NB. Alle arbeite-'k""-�!�-»»m arcw,*,. der� Expedition. I. Mllr hier Schr. l0 gr. 8. dieses dringend ersucht. ISertin, 18. Oktober HH■ wir. der Expedition. I. Mllr hier Schr. 1 0 gr. 8. Gmdmmr Großes Alk arbelterfreunduchea Blatter werden um Abdruck 5�,, Schr. 4 gr. 3. Hrn Tbonberg Ab. 15 thlr. 16. 5. Prg Bart« Lox Schr. 15 gr. Ist Breslau Schr. 5 tblr. Ilblg Coburg Schr. 1 ihlr Sch Römerstadt Swr. 1 thlr. 21. Dbr Solingen Ab. 25 gr, Sch-j 8.■zz Unter heutigem Tage fand die erste öffentliche Versammlung des am 5. Oktober gegründeten„Wahl- Vereins der sozialdemokratischen Arbeiterpartei(Eiseuacher Pro gramm)" unter lebhafter Betheitizung von Seiten der Berliner 0 gr. C. Mllr Glauchau Ab. 56 tblr. 10. 5, Schr. 8 thir. 20. Hdl< hier Schr. 1 thlr. Kstr« Badeu-Baden Schr 19 gr. 5. F. Kblr Schön« bei Heidelberg Schr. 1 thlr. 3. 1. Cigarrenaoener< Kraiileukasse Berlik eoai 23 2 Wtt 1...«»-. la 1 Einzeichnuugen in die Mitgliederliste statt. Ju der darauf folgenden Debatte begrüßten mehrere Redner den Wahlverein und wünschten, daß eS demselben gelingen möge, durch angestrengte Thätigkeit auf die Einwohner Be.lins derartig einzuwirken, daß bei der nächsten ReicbStagSwahl mit Leichtigkeit mehrere Vertreter in den Reichstag gewählt werden, welche voll und ganz das Essenacher Programm vertreten und kein Recht des Volkes, wie es bei der Fortschritls- partei nur zu sehr geschieht, aufgeben. Letztere Partei, und na- mentlich die Berliner Vertreter derselben, wurden gebührend ge- kennzeichnet. Auf also, Freunde und Gesinnungsgenossen, Berlin muß bis zur nächste» ReichStagSwahl unser sein; dazu ist aber erforderlich, daß Jeder, der den Grundsätzen der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei huldigt, sich um uns schaart und uns nicht allein stehen und kämpfen läßt, auf daß unser Bemühen kein vergebliches, und die Hoffnung, welche sich in der ersten Versammlung kund gethaa, nicht zu Schanden wird. Alle Zuschriften sowie Anfragen sind an den Schriftführer des Vereins. Hermann Grimpe, Oranienstraße 59, 3 Tr., zu senden. Arfurt. In Folge der Auflösung der hiesigen Parteimitglied- schaft wurden unter Anklage gestellt: Wolf wegen Verfloß gegen 2, 8 und 16, Reinecke, BoreS, Rudolph, Fritz, Duuker und Hof mann wegen Verstoß gegen Ztz 8 und 16 deS VersammlungS- und VereinSgesetzeS. Eine Voruntersuchung bat nur bei Wolf stattgefunden. Am Donnerstag, dem 15. Oktober sollte der Ent- scheidungStermin fein, er wurde jedoch eine Halde Stunde vor! Beginn desselben vertagt— soviel wir erfahren konnten, wegen' plötzlich eingetretener Erkrankung des Belastungszeugen(es sind� deren 5 vorgeladen, 2 Inspektoren, 2 Commrffare, 1 Stenograph) deSPolizeikommiffariuS Jkir. Welch sonderbare Fügung! Ein weiterer Termin ist auf Morgen früh 8 Uhr anberaumt, es wurde uns aber freigestellt, zu erscheinen oder nicht. Was diese Manöver bedeuten sollen, ist uns unerklärtich. � Einen ausführlichen Bericht werden wir nach Schluß der Verhandlungen bringen. Küttenfekd, 16. Oktober.(Zur Lage der ländlichen Arbeiter.) Wie man in hiesiger Gegend die Landbevölkerung aosbeutet, da- von will ich heute einige Mittheilungen machen. Zwischen Mann- heim und BenSheim liegt ein großer Wald, der einen Flächen- räum von ca. 900 hessischen Morgen umsaßt, in welchem ungeheuer viel Wild gehegt wird, ohne daß jedoch der Wald mittelst einer Barriäre abgeschlossen wäre. Das Wild kann also ganz nach Be- lieben auf die an den Wald anstoßenden Felder und Wiesen spazieren gehen(«in Ausdruck unserer Iagdliebhaber) wann eS will. Die Jagd in Lampertheim haben einige Bourgeois ge- pachtet, in Lorsch Prinz Ludwig von Hessen, in Hütlenseld, daS fast ganz im Walde liegt, hat sie der Staat für sich behalten, in Viernheim ist der Oberforstmeister der„schießende" Mann:c. Daß aber das Wild, wenn es aus dem Walde geht, keine Pro- menade macht, das beweisen die vielen Klagen der armen Leute, welche mir massenweise zu Ohren kommen. Ein Mann, der auf einem an den Wald anstoßenden Acker Bohnen hatte, die ihm von den Rehen und Hasen total abgefressen wurden, erhielt für den dadurch entstandenen Schaden, welcher ca. 8 st. betrug, 24 kr. Der Bauer, dem dies zu wenig war, ging zu dem Obersörstcr in Lampertheim und beschwerte sich über den geringen Schadenersatz. Was sagte nun der Oberförster zu dem Manne? Man höre und staune: er hätte keine Bohnen auf seinem Acker pflanzen sollen. WaS nun um alle Welt soll denn so ein armer Arbeiter, der uur ein oder auch zwei Stück Ackerland hat, pflanzen? Denn nicht allein nur an dem Walde, sondern mitten im Felde ist nichts vor dem Wilde sicher. Bohnen. Kraut, Wirsing, Kohl fressen die Rehe und Hafen ganz, Korn, Gerste und dergl. ist chnen, wenn es noch jung ist, sehr lieb» Kartoffeln fressen ihm die Hirsche, Welschkorn die Raben, für den Tabak, wenn schlechte Witterung eintritt oder wenn er eutwerthet ist, muß er den ganzen Erlös an Steuer hinterlegen. Ein anderer Mann erhielt für den ihm angerichteten Schaden im Werthe von ca. 6 st., volle— 6 kr. I Man kann fest darauf rechnen, daß, wenn der Schaden weniger wie 4 st. beträgt, kein Schadenersatz vergütet wird. Sobald nun das W.ld dem armen Laudmanne seine Früchte aus seiner Scholle Landes, durch die er für feine Familie eiue Zeit lang Brod zu eihalten hofft, vernichtet hat, ist er gehalten, wenn er Ersatz dafür haben will, eS bei einer hierzu ernannten Behörve auzuzeigea. Bald darauf wird er benachrichtigt, daß an einem bestimmten Tage die Wildschaden-Taxatoreu kämen(lauter reiche Leute), welche den angerichteten Schaden abtaxircn. Nicht selten hört man dann so verschiedene Ausdrücke, wie: die Früchte seien verdorrt, der Acker habe nicht genug Dünger bekommen, so daß der Same nicht hätte aufgehen können oder die Leute hätten die Früchte selbst ruinirt, damit ihre schlechte Waare für gute bezahlt wurde ,c. Ein weiteres Uebel ist, daß die Landarbeiter fast durchweg an eine Scholle Ackerland gebunden sind, wodurch eS unseren Groß- grundbefltzern möglich ist, die Leute auf eine ganz unverschämte Weise auszubeuten. Vor ca. 16 Jahren kaufte ein gewisser Roth- fchilo aus Frankfurt a. M. den an hiesige Gemarkung angren- zenden Rcnnhof, und fast gleichzeitig ein Scipio aus Mannheim den ebenfalls an hiesige Gemarkung angrenzenden Seehof. Kaum halten sich diese Herren etwas häuslich eingerichtet, so fielen sie wie besessen auch in hiesige Gemarkung ein und kauften so ziem- lich die Hälfte davon an. Die Einwohner, � die ihr Eigenthum verkauft hatten, wanderten auS; die meisten davon sehnten sich aber bald wieder in ihre gewesene Heimalh zurück. Diejenigen, welche in ihrer Heimalh blieben, sind jetzt gezwungen, diesen beiden Ausbeutern die Arbeit für ein Spottgeld zu verrichten. Ein männlicher Arbeiter erhält pro Tag höchstens 48 tr., eine Arbeiterin erhält höchsten« 36 kr. Nun senke man sich eine solche Bezahlung den Sommer hindurch. Wer mit der Feldarbeit bekannt ist, wird wissen waS es heißt, den ganzen Tag über in der Sonnenhitze zu arbeiten. Diejeniz-l. Partei- und Gesinnungsgenossen der umliegenden Kvab für GcmaßrrgeUe. Beim Stiftimgsfest der Webergenosseuschaft zu GeringSwalve gesai melt 2 thlr. 6. 5. F. Gr. Sachsenhausen 14 gr. 2. Gesammelt in eil Tischlerwerlst. d. Löwe hier 1 thlr. 6. __ Hdlch. Für dir Wahl im 14. sachs. Wahlkreis. Von R. hier durch Mllr. 5 gr. Gesammelt in der BorstbS-Sitzw d. A. B. B. hier durch Ranert 20 gr. Von einem Maurer 7 gr. A. Wohlmuth Danzig 20 gr. Gesammelt durch Müller 2 rhlr. 2ö. GcuoffcnlchastSduchdruckcrei.. Antheilscheme bez. Antheilqmuu.igen erhtetten ferner: Ja Eßtmgißstlt A. M. 1, Ä. M. 1. W. L. 1, W. D. 1, M. Tl. 1, F. Ä 1, W. M.J Arb.-Ver. 1, G. W. 2 thlr. Holch. Anzeigen ic« _ Die rechts in[] angegebene Ziffer Preis der betreffenden Annonce. 'st d-M Sozialdemotraülche Arvcuecpanei. Versammlung der hiefigen Mngliever, Samsta den 24. Oct. in der„Schüveuhalle." I. Ä.: I. Endree. Augsiiurz seriill Oeffentliche Cigarreuarbeiter- Gersnmmluug Dienstag, den 27. Oct., Abend« S»/, Uhr, im„Deutschen Kaiser Lothrmgerstraße Nr. 12. T.-O.: 1) Petition an den deutschen Reichstag über Hausindust und Zuchthausarbeit. 2) Der Strike in Braunschweig. 3) Die Eentral-Krankenkasse! Ref. Hr. F. W. Fritz sch E« ist Pflicht eine« jeden Eollcgen zu erscheinen. _ Die Comiiiission.[1 Gohlis Arbeiterverein. Montag, 26. Oct., Abends>/z9 Uhr: Versammlung i Kautzsch.— T.-O.: Bortrag von Hadlich.— Verschiedene«. Die Vorstandsmitglieder wollen sich zu einer Besprechung späteste« 8 Uhr einfinden. Gäste willkommen. D. B. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 7. November 1874, in Klett Gesellschaft«- Garten(Wexstraße): Lrstes Stiftungsfest und Watt. Festrede gehalten von Herrn Z. Auer. Preis ä Karle 6 Schillinge.— Damen frei. Alle Freunde und Gefinnungsgenossen werden freundlichst eingela! 3i darat 1852 Slnfio Etaa »n 11 ■« das, des Z gfstll eridlii lurg (Sa) DaS Comitö. Allgemeiner deuifcher Schneiderverem. Montag, d. 26. d. M., Abends 8 Uhr: Berfammlui Petersstraße 15, Restauration von Jacob(goldner Arm). T.-O.: 1) Rechenschaftsbericht.— 2) Soziale Rundschau; Refev Thimm ig.— Gäste willkommen. D. Be» Leipzig Mittwoch, den 4. November, Abend« 8 Uhr: Sitzu de« Agitation«. Eomitö._ D. B. Stollverg Die Adreffe de« gegenwärtigen Borsteher« Arbeiter-Bildung«-Vcrem ist: Hermann Junghan«, HandilSmann. s7' 61 4851 Jacob Bamberger, Elise Bamberger(g«b. Bernstein) vermählt. Berlin im October 1374. Soeben ist in dritter Auflage erschienen: Der deutsche Wauernkricg� von Friedrich Engels. Preis pro Exemplar 5 Gr. Wiedervcrkäufer Rabatt Die Buchhandlung de«„VolkSstaat VolKsstaMalender für 1875. zu B den i ftütp rJ JM Ichied Und �er! ein el fi lag. I tn »tbeit •last et Sult des«J WtCP f- Mück hing A Derselbe enthält außer dem bekannten Kalendarium(dem dteimal« tza, der katholische Kalender beigefügt ist), ein Berzeichniß der Messen 1 Märkte Deutschland«. I"id 1 Literarischer Jnpalt: Wnf Die Hanauer Turner im badisch-rhelnpsälzischen Ausstande IZMned nach den Papieren ihre« Corpsadjulanten, de« verstorbenen AlbWtöin Dammerow. Bon dem noch lebenden Sigismund BorkheiNn S Batteriechef in der badisch-rheinpsälzischen Rebellenarmee; Rothe 0Mi)neiw historisches Gemälde au« dem Bauernkrieg, von Robert Schwei-"� Wo liegt die Rettung? Au, dem Tagebuch eine« Sozialisten, Otto Walster. Zur Grund und Bodeasrage. Berschiedenes. Preis 3>/l Gr. gegen daar. Bestellungen hierauf an die Buchhandlung de«„VolkSstaat" zu adressi' Ausverkauf. eitei raui Pfl ONll lost Dl «rtret B Bei Auflösung unseres Geschäftes empfehlen wir ull � � Lager von allen Sorte» Seiden- und Filzhüteu zu den billig! Jade Preisen. itd Aie Lutfabrili-chenolsenfchafi�wp _ Kleine Fleischergassc 20. lie Zur Beachtung für Thonberg, Neureudnitz, Stötteritz n. s. w. An Stelle de« seitherigen Filial-Expedienten Horn hat der Zeitul spediteur Zschau, wohnhaft Neureuvnitz Nr. 15, 1 Tr. den Bo staat-Beririeb für die obengenannten Ortschaften übernommen. stellnngen und Wünsche sind bei diesem anzubringen. Leipzig, 22. Oct. 1874. Expedition d.„VolkSstaat.[ Verantwortlicher Redakteur: M. Preißer(Lindenau). Redaktion Hohestr. 4, Expedition ZeitzerSr. 44, in Leipzig. Druck und Verlag der GeiioffeaschastSvuchoruckerei in Leipzig. Ode lind b tisäo Herl �ph' ickrN dnu tiäli tyeii L vltte