vkcal. >. ulü Erschttnt in Leipzig Birth Mittwoch, Freitag, Sonntag. Gestellungen nehmen an alle �| Postanstalten u. Buchhand- ay roßea Barb 1 lyli Sch HSl chön» Berk ?lr. Ii Cria gr gesaV». a ein« >dlch. tagen des In-».Auslandes. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Lox 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, s. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Abonnementspreis' für ganz Deutschland IL Sgr. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Lten u. Zten Monat und auf den Sten Monat besonders angenommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs/-Altenburg auch auf den Iten Monat des Quartals k ö'/a Sgr. .'Organder sozialdemotratischenArheiterpatteinnd der internattönalenGelverksgenosienschafteu. Inserate, die Abbaltung von Partei-, Verein»- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Aogelegenbcitm betreffend, werden mit 1 Ngr., Anzeigen mit 21/» Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Privat- und Vergnügung»« Nr. 126. Mittwoch, 28. MoSer. 1874. sitz an gr- 26. Die Beiträge zur Unterstützung der mahl im 14. sächsischen Wahlbezirk sind Beschleunigst an den Parteikass. H. Benneke, ch.«kleiner Schäferkampf 36, Hamburg, zu 'schicken. ft s�thullu«ge» über de» Kommnnisten-Prozeß zu Kol». Bon Karl Marx. -] 1853. ,(Unveränderter Abdruck.) I. Vorläufiges. Nolbjung wurde am 10. Mai 1851 in Leipzig verhaftet, kurz darauf Bürger», Röser, Daniels, Becker u. f. w. Am 4. Oklbr amsta s. l',ii:|l852 erschienen die Verhafteten vor den Kölner Asiisen unier der »lotts" gegen den preußischen Zellengefängniß— hatte also ndw �Anktage„hockverräiherischen Komplotts" gegen den preußischen ! Staat. Die Untersuchungshast tz s ch IVa Jahre gewährt. [1 Bei der Verhaftung von Nothjung und Bürgers fand man das„Manifest der kommunistischen Partei" vor, die„Statuten bes Bundes der Kommunisten"(einer kommunistischen Propaganda- ieschschaft), 2 Aniprachen der Centraibchörden dieses Bundes, ung t endlich einige Adresten und Druckschriften. Nachdem die Verhaf- tag de» Nothjung schon 8 Tage bekannt war, fielen Haussuchungen ta'cj»nd Verhaftungen in Köln vor. Wenn also noch etwas zu finden Sewesen wäre, so war es jetzt sicher verschwunden. In der That z beschränkte sich der Fang auf einige irrelevante Briefe. I V2 Jahre 'später, als die Verhafteten endlich vor den Geschworenen erschie- ��fnen, war daS bona fide Material der Anklage auch nicht um ein '�Dttrziges Dokumenr vermehrt. Dennoch hatten sämmtliche Behör- ben des preußischen Staats, wie das öffentliche Ministerium(ver- steten durch v. Seckendorf und Sädt) versichert, die angestrengteste gelad�vnd vielseitigste Thätigkeit enlwickelt. Womit waren sie also be- Ichäftigl? l�ous verrous! Tie ungewöhnliche Dauer der Untersuchungshaft wurde in der sinnreichsten Weise motivirt. Eist hieß eS, die sächsische Regie- rung wolle Bürger» und Notijung nicht an Preußer. ausliefern. 122' tmlu« � Gericht zu Köln reklamirte�vergeblich bei dem Ministerium ;-itzu V. � 1851 war die Sache so weit gediehen, daß die Akten dem An- JV laat" Zu Berlin, das Ministerium zu Berlin vergeblich bei den B-Hör ben in Sachsen. Jndeß der sächsische Staat ließ sich erweichen. Bürgers und Nothjung wurden ausgeliefert. Endlich Oktober Ilagesenat des Kölner Appellhofs vorlagen. Der Anklagesenat ent- schied,„daß kein objectiver Thatbestand für die Anklage vorliege Und— die Untersuchung daher von Neuem beginnen müsse." �er Diensteifer der Gerichte war ur.terdeß angefacht worden durch ejtin eben erlassenes Disciplinargesetz, daS die prcrßische Regierung �befähigte, jeden ihr mißliebigen richterlichen Beamten zu beseitigen. Diesmal also wurde der P-ozeß sistirt, weil kein Thalbestand vor- ii>g. In dem folgenden Assisenquartal mußte er aufgeschoben wer weil zu viel Thatbestand vorlag. Der Aktenstoß hieß eS, sei "Mv enorm, daß der Ankläger sich nicht durcharbeiten könne. Er Urbettete sich nach und nach durch, der Anklageakt wurde den Ver- hafteten zugestellt, die Eröffnung der Verhandlungen für den 28. Äuli zugesagt. Unterd-ß war aber daS große RegierungStriebrad des ProziffeS, Polizeidirektor Schulze, erkrankt. Die Angeklagten hatten auf Schulzens Gesundheit 3 fernere Monate zu sitzen. Zum ■- Elück starb Schulze, daS Publikum ward ungeduldig, die Regw tag mußte den Vorhang ausziehen. ; Während dieser ganzen Periode hatten die Polizeidirektion in Uw � �ln, das Polizeipräsidium in Berlin, die Ministerien der Justiz »nd de» Innern fortwährend in den Gang der Untersuchung ein- gegriffen, in derselben Wesse wie später ihr würdiger Repräsentant te 181 Stuber als Zeuge in die öffentlichei. Gerichtsverhandlungen zu Albl köln eingriff. ES gelang der Regierung, ein Geschworenengericht rkhei u Stande zu bringen, wie eS in den Annalen der Rheinproviuz �st�dderhört ist. Neben Mitgliedern der hohen Bourgeoisie(Helstadt, weix Sideu, Joest), städtische» Patriciat(von Bianca, von Rath,) tdnauijunker(Häbling von Lanzenauer, Freiherr von Fürsten� es. e>g rc.) zwei preußische Regierungsräthe, darunter ein königlicher dressi�amwelherr(von Münch-B llinghausen), endlich ein preußischer ftvjeffor(KräuSler). In dieser Jmy waren also sämmtliche der h Tiutschland herrschenden Klaffen vertreten und nur sie waren «rtreten. Vor dieser Jury, scheint eS, konnte die preußische Regierung c UN itn geraden Weg einschlagen und einen einfachen Tcndcnzprozeß billig! hacken. Die von Bürger«) Nothjung:c. als echt anerkannten dd bei ihnen selbst abgefaßten Documente bewiesen zwar kein fl&fi Komplott; sie bewiesen überhaupt keine Handlung, die durch den s'vde penal vorgesehen ist, allein fie bewiesen unwiderleglich die " Feindschaft der Angeklagten gegen die bestehende Regierung und ie bistehende Gesellschaft. WaS der Verstand de» Gesetzgebers 'ttsäumte, konnte da» Gewissen der Gcschworenen nachholen. War Zeitn« i nicht eine List der Angellagten, ihre Feindschaft gegen die de :n B» ihende Gisellsltast so einzurichten, daß sie gegen keine Para icn. taphen de» GesitzbuchS verstieß? Hört eine Krankhelt auf an- . tanv zu sein, weil sie in der Nomen clarur der Medicinalpolizei- ,pnung fehlt?— Hätte si» die preußische Regierung darauf be- Tiar.lt, au» dem thatsachlich vorliegenden Material die Swäd- teil der Angeklagten nachzuweisen und die Jmy sich damit tta' j|taügt, sie durch"thr„schuldig" unschädlich zu machen, wer �nvie Regierung und Jury angreisen? Niemand als der blöde l Schwärmer, der einer preußischen Regierung und den in Preußen herrschenden Klaffen Stärke genug zutraut, auch ihren Feinden, so lange sie sich auf dem Gebiete der Diskussion und der Propa- ganda halten, freien Spielraum gewähren zu können. Jndeß die preußische Regierung hatte sich selbst von dieser breiten Heerstraße politischer Prozesse abgeschnitten. Durch die unacwöhnlilbe Verschleppung des Prozesses, durch die direkten Ein- griffe des Ministeriums in den Gang der Untersuchung, durch die geheimnißvollen Hinweisungen auf ungeahnte Schrecken, durch Prahlereien Europa umstrickender Verschwörung, durch die eclatant brutale Behandlung der Gefangenen war der Prozeß zu einem procös monstre aufgeschwellt, die Aufmerksamkeit der europäischen Presse auf ihn gelenkt und die argwöhnische Neugierde des Publi- kums ausS Höchste gespannt. Die preußische Regierung hatte sich in eine Position gedrängt, wo die Anklage Anstandshalber Be- weise liefern und die Jury Anstandshalber Beweise verlangen mußte. Die Jury stand wieder selbst vor einer andern Jury, vor der Jury der öffentlichen Meinung. Um den ersten F-hlgriff gut zu machen, mußte die Regierung einen zweiten begehen. Die Polizei, die während der Untersuchung als Jnstructionsrichter fungirte, mußte während der VerHand- lungen als Zeuge auftreten. Neben dem normalen Ankläger mußte die Regierung einen anormalen hinstellen, neben die Pro- curatur die Polizei, neben einen Sädt und Seckendorf, ecnen Stieber mit seinem Mermuth, seinem Vogel Greif und seinem Goldhevnchcn. Die Intervention einer dritten Staatsgewalt vor Gericht war unvermeidlich geworden, um der juristischen Anklage Thatsachen, nach deren Schatten sie vergeblich jagte, durch die Wunderwirkungen der Polizei fortlaufend zu liesern. DaS Ge- richt begriff so sehr diese Siellung, daß Präsident, Richter und Procurateur mit der rühmlichsten Resignation ihre Rolle wechselweise an den Polizeirath und Zeugen Srieber abtraten und be- ständig hinter Stieber verschwanden. Ehe wir nun fortgehen zur Beleuchtung dieser Polizeioffenbarungen, auf denen der„objectioe Thatbestand" beruht, den der Anklagesenat nicht zu finden wußte, noch eine Vorbemerkung. Aus den Papieren, die man bei den Angeklagten abfaßte, wie aus ihren eignen Aussagen ergab sich, daß eine deutsche kommu- nistische Gesellschaft existirt hatte, deren Centralbehörde ursprüng- lich in London saß. Am 15. September 1850 spaltete sich diese Centralbehörde. Die Majorität— der Anklageakt bezeichnet sie „Partei Marx"— verlegte den Sitz der Centralbehörde nach Köln. Die Minorität— später von den Kölnern aus dem Bunde gestoßen— etablirte sich als selbstständige Centralbehörde zu London und stiftete hier und aus dem Continenl einen Son- derbund. Der Anklageakt nennt diese Minorität und ihren An- hang die„Partei Willich-Schapper." Saedt-Seckendorf behaupten, rein persönliche Mißhellizkeiten hätten die Spaltungen der Londoner Centraibchörden veranlaßt. Lange vor Saedt-Seckendorf hatte schon der„ritterliche Willich" über die Gründe der Spaltung die infamsten Gerüchte in der Londoner Emigration herumgeklascht und an Herrn Arnold Rüge, diesem fünften Rad am StaatSwagen der europäischen Central-Demo kratic, und ähnlichen Leuten bereitwillige Gossen in die deutsche und die amerikanische Presse gefunden. Die Demokratie begriff, wie leicht sie sich den Sieg über die Kommunisten machte, w.nn sie den„ritterlichen Willich" zum Repräsentanten der Kommunisten improvisirte. Der„riiterliche Willich" begriff seinerseits, daß die „Partei Marx" die Gründe der Spaltung nicht enthüllen konnte, ohne eine geheime Gesellschaft in Deutschland zu verrathen und ohne speciell die Kölner Centralbehörde der väterlichen Sorgfalt der preußischen Polizei Preis zu geben. Diese Umstände existiren jetzt nicht mehr und wir citiren daher einige wenige Stellen au« dem letzten Protokolle der Londoner Centralbehörde d. d. 15. September 1850. In der Motivirung seines Antrages auf Trennung sagt Marx unter Anderem wörtlich:„An die Stelle der kritischen Anschauung setzt die Minorität eine dogmatische, an die Stelle der materiali- stischen eine idealistische. Statt der wirklichen Verhältnisse wird ihr der bloße Wille zum Triebrad der Revolution. Während wir den Arbeitern sagen: Ihr habt 15, 20, 50 Jahre Bürger- kriege und Völkerkämpfe durchzumachen, nicht nur um die Ver- hältn.sse zu ändern, sondern um Euch selbst zu ändern und zur politischen Herrschast zu besähigen, sagt Ihr im Gegentheil:„Wir müssen gleich zur Herrschaft kommen oder wir können uns schlafen legen." Während wir speciell die deutschen Arbeiter auf die un- entwickelte Gestalt de» deutschen Proletariats hinweisen, schmeichelt Ihr ausS Plumpste dem Nationalgefühl und dem Standesvor- urtheil der deutschen Handwerker, waS allerdings populärer ist. Wie von den Dcmokiaten daS Wort Volk zu einem heiligen Wesen gemacht wird, so von Euch daS Wort Proletariat. Wie die Demokraten schiebt Ihr der revolutionären Entwicklung die Phrase der Revolution unter rc. zc." Herr Schapper sagte in seiner Antwort wörtlich:„Ich habe die hier angefochtene Ansicht ausgesprochen, weil ich überhaupt in dieser Sache enthusiastisch bin. Es handelt sich darum, ob wir im Anfange selbst köpfen oder geköpft werden.(Schapper ver- sprach sogar in einem Jahre, also am 15. September 1851 ge- köpft zu sein.) In Frankreich werden die Arbeiter dran kommen und damit wir in Deutschland. Wäre das nicht, so würde ich mick allerdings schlafen legen und dann könnte ick» eine andere materielle Stellung haben. Kommen wir dran, so können wir olche Maßregeln ergreifen, daß wir die Herrschaft de» Proletariats sichern. Ich bin fanatisch für diese Ansicht, die Centralbehörde aber hat daS G-gentheil gewollt rc. ic." Man sieht: es waren nicht persönliche Gründe, die die Central- behörde spaltete. Es wäre indeß eben so falsch, von prinzipieller Differenz zn sprechen. Die Partei Schapper-Willich hat nie auf die Ehre Anspruch gemacht, eigne Ideen zu besitzen. WaS ihr gehört, ist das eigenthümliche Mißverständniß fremder Ideen, die sie als Glaubensartikel fixirt und als Phrase sich angeeignet zu haben meint. Nicht minder unrichtig wäre cö. die Partei Willich- Schapper mit der Anklage als„Partei der Thai" zu bezeichnen, es sei denn, daß man unter THat einen unter Wirthshauspolterei, erlogenen Konspirattonen und inhaltslosen Scheinverbindungen versteckten Wüßigang versteht.(Fortsetz, folgt.) (Erläuterung der Fremdwörter: bona kidv, in gutem Glauben, ehrlich, wirklich; Code pönal, Strafgesetzbuch— der französische Ausdruck wird gebraucht, weil im Rheinland da» französisch.' Gesetz, der Code Napoleon, gilt; Nomenclatur, Na» menverzeichniß, Wörterverzerchniß; procös monstre, monströser Prozeß, Prozeß-Monstrum; normal, regelrecht, gesetzlich— im Gegensatz zu anormal, regelwidrig, gesetzwidrig; Intervention, Dazwischenkunft, Einmischung.) Die Moralität der besitzenden Klaffen. Unser Artikel in Nr. 122 bedarf noch einer wichtigen Ergän- zung. Die Majorität der sächsischen„Volksvertreter"— sollte nicht ein anderes Wort richtiger sein?— hat sich nicht damit be- gnügt, den durch die besitzenden Classen bisher am Staat verübten Betrug gut zu heißen, sie hat auch Sorge getragen, daß bei der künf- tigen Veranlagung der Gewerbesteuer den Fabrikanten, Kaufleuten, Händlern, Bäckern, Fleischern w., also einer Klasse von Staats- angehörigen, die eine sehr angenehme Existenz auf Kosten der arbeitenden Classen führen, von vornherein eine Prämie von 20 Procent oder einem Fünftel der Gewerbesteuer geschenkt werde. Es soll nämlich künftig ein Theil der bisherigen Grund- und Ge- werbesteuer auf dem Wege der Einkommensteuer aufgebracht wer- den. DaS ist schon an und für sich ein irrationelles Verfahren, die progressive Einkommensteuer wäre daS einzig richtige. Diese aber fürchten unsere Bourgeois wie die Hölle. Demgemäß sind auch die Progressivsätze in einer die Reichen höchst schonenden Weise entworfen. Der Aibeiter und der kleine Beamte muß von einem Einkommen von 100 biS 150 Tylr. den sehr hohen Steuer- satz von Vs bis 1 Prozent bezahlen, der Reiche von 5000 Thlr. Einkommen zahlt nur 2a/z Procent, obgleich er das Dreifache im Verhältniß zu dem kleinsten Einkommen sehr gut zahlen könnte, und dann hören die Progressivsäye überhaupt auf. Unsere großen Fabrikanten, Kaufleute, Grubenbesitzer, Gutsbesitzer zc., die am ehesten zahlen können und von Rechtswegen eS sollten, sind sonach auss Ungerechteste bevorzugt. Neben dieser Schonung unserer Besitzenden durch mäßige Progressivsätze hat also die zweite Kam- mer beschlossen— und die erste Kammer und die Regierung stimmte diesem Beschluß schließlich bei— daß die Einkommensteuerpflichtigen en, Kaufleute, Fleischer, Bäcker:c. ein Fünftel der Ge- Fabrikanten, werbesteuer nachgelassen erhalten sollen. Nun ist aber sonnenklar, daß, was die Reichen nachgelassen erhielten, in anderer Weise aus- gebracht werden muß. Dieser Ausfall ist demnach durch die andern Steuerklassen, die arbeitenden Classen, die kleinen Gewerbetreibenden, Kleinbauern zu decken. DaS nennen unsere Liberalen daS Volk vertreten! Die Ehrenmänner, die diesen Beschluß zu Stande gebracht, sind: Beck, Beyer, Dr. Biedermann, Dietel, Eisoldt, Dr. Gensel, Grahl, Haberkorn, Höckel, Dr. Hahn, Dr. Heine, ReichstagSab- geordneter für den Landkreis Leipzig, Jordan, Israel, Kirbach, V. Könneritz, ReichStagSabgeordneter für den 14. Wahlkreis, Körner, Krause, ReichStagSabgeordneter für Plauen i. V., Ketzschmar, Kürzel, Lange, Leuschner, Dr. Meischner, Dr. Minckwitz, Reichs- tagsabgeordneter für DreSden, Oehmichen, ReichStagSabgeordneter für Doebeln-Waltheim, Penzig, Dr. Pfeiffer, RcichStagSabgeord. für Zittau, Guerner, Riedel, Schnorr, Schreck, Starke-Mtttwcida, Stauß, Streit, Uhle, von Wagner, Walter und Winkler. Der Abstimmung enthielt sich au« Furcht vor seinen Bourgeoiswählern Dr. Wizard. Sämmtliche Genannte sind Vertreter von Städten oder industriellen Bezirken, die Vertreter der rein ländlichen Be- zirke stimmten dagegen. Die sächsischen Parteigenossen mögen die Namen der Genannten aufs Kerbholz nehmen.— WaS für einen Vortheil auch ein diätenloser ReichStagSab» geordneter aus seinem Mandat schlagen kann, wenn er nur die nöthige„Intelligenz" und Unverfrorenheit besitzt, davon liefert der hier folgende Bericht der„Vossischen Zeitung" ein vielsagende» Beispiel: „Im December 1370 ward in Dresden eine A.-G.(Aktien- Gesellschafif„Germania" zu dem Zwecke gegründet, ein in der Müllerstraße in Berlin gelegenes Bauareal von 14,433 Quadrat- Ruthen zu veiwerthen. Dieser Zweck ist bereit» vor ca. 2 Jahren in vorth-clhaftester Weise erreicht worden, so daß nach vollständig gewinnbringendem Verkaufe des GesammtarealS die General- Versammlung die Liquidation beschloß. Am Sonnabend fand nun in DreSven noch eine letzte Generalversammlung statt, in welcher der Borsitzende des Verwaltungsraths, Dr. jur. Minckwitz, mit» iheilte, daß die gesetzlich vorgeschriebene dreimalige Bekanntmachung der Liquivation, sowie die damit verknüpfte Aufforderung, an eiwaige Gläubiger der Gesellschaft sich mit ihren Ansprüchen zu melden, erlassen worden sei, daß sich aber keine Gläubiger gemeldet Härten, waS auch nicht möglich gewesen, weil schon vor etwa 2 Jahren sämmiliche Schulden bezahlt worden seien. Seitdem ist an die Accionäre die auf die Actien geleistete Einzahlung sammt Zinsen, sowie eine AbschlagS�Dividende von 100 pCt. be� zahlt worden. Nach der in der Generalversammlunz vorgelegten und vom AusstchtSrathe richtig befundenen Schlußabrechnung er'hab tcn die Actiouäre noch 65pCt. ihrer gemachten Einzahlungen Es sind demnach im Ganzen in nicht ganz 4 Jahren 165 pCt. Gewinn an die Aclionäre vertheilt." Zum Koutraktbruchgesetz. (Au» den Erlebnissen eines Arbeiter».) Berlin, 19. Oktober 1874. ES wurde im„Volksstaat" schon öfter darauf hingewiesen, wie die Fabrikanten und Kleinmeister so sehnsuchtsvoll die kri- minelle Bestrafung des„ContraktbruchcS" herbeiwünschen und in ihren Versammlungen und Congressen Resolutionen fassen und dieselbe» als Petitionen dem deutschen Reichstage überweisen. Da nun der Reichstag baldigst zusammentritt und namentlich auch über die Kontraktbruchgesetz-Vorlage Beschlüsse fassen wird, denen Jedermann mit Interesse entgegensieht, halte ich es für meine Pflicht, meine in kurzer Zeit gemachten Erfahrungen, den„Kon traktbruch"(KündigungSzeit) betreffend, zu veröffentlichen. Einer seit« um zu zeigen, wie die bestehcuden Gesetze von den Herren Arbeitgebern rcspektirt werden, andrerseits, um einen Beleg zu liefern, wie im modernen„Rechtsstaate" die Gesetze durch die zu- ständigen Beamten interpretirt werden. Im Jahre 1873 trat die norddeutsche Gewerbeordnung als deutsche ReichS-Gewerbeorvnung in Kraft, und wurden dadurch sämmtliche Gewerbegesetze der Bundesstaaten annullirt. Der Schutz, den diese« Reichsgesetz dem Arbeiter bieten soll, sollte mir bald zu Theil werden. Im April genannten Jahres conditionirte ich in München; ich hatte das Vergnügen, bei den dortigen Arbeitgebern(Buchbindern) als Auf- Hetzer angeschwärzt zu sein. Natürlich wird solchen Leuten gegen- über kurzer Prozeß gemacht, sie werden so schnell wie möglich ent- lassen. So erging es auch mir. Ich trat damals beim Buckbindermeister Gruber in Condition. Am Sonnabend wurde der Lohn festgestellt. Wie cS gewöhnlich beim Lohnausmachen zugeht, wurde auch hier sehr viel gesprochen. Herr Gruber sagte u. A.:„Ich gebe Ihnen 4 Thaler; wenn Sie fleißig sind, werde ich Ihnen mehr geben; wenn nicht, so können wir nicht beisammen bleiben." Herr Gruber war schon über Alles, was auf meine Person Bezug hatte, gehörig iuformirt und hätte mich zweifelsohne sofort entlassen, wenn er mich momentan nicht nothwendig gebraucht hätte. Acht Tage später wurde mir denn mit dem Lohne zugleich die Entlassung gegeben. Ich verlangte natürlich 14tägige Kündigung, auf welche« Verlangen jedoch Herr Gruber nicht eingehen wollte, denn er war im guten Glauben, daß das Gesetz bloß da Geltung habe, wo ein Verlrag existire. Ich sah mick nun genöthigt, Herrn Gruber zu verklagen und ver- langte aus Grund der§§ 110 und III der Reichs-Gewerbeordnung für volle 14 Tage meinen Lohn. Der als Richter fungirende RechtSrath Zöllner wollte nun, nachdem er die Ansichten des Klä- gerS, sowie deS Beklagten gehört hatte, die Sache gütlich beilegen; er machte dem Herrn Gruber zu wiederholten Malen den Vor- schlag, mir den Betrag eines Wochenlohnes anzubieten. Herr Gruber wies jedoch jedes Ansinnen gütlichen UebereinkommenS zurück und tischte eine Masse Gründe auf, welche seine Handlung rechtfertigen sollten. Der Hauptgrund, den er anführte, bestand darin, daß ich sehr viel gelesen und überhaupt seinen Anforderun- gen nicht entsprochen hätte, was er durch Lehrlinge und Mit- aibeiter bezeugen ließ. Herr Zöllner setzte ihm jetzt auseinander, daß er deswegen einen Gehilfen nicht sofort entlassen hürfe, und las ihm den tz III der Gewerbeordnung vor. Nun wurde daS Protokoll aufgenom- men. Aus die Anfrage des Herrn Zöllner, ob wir einen Vertrag oder eine Verabredung hätten, antworteten beide Theile mit Nein. Die anderen Punkte, welche zu Protokoll gegeben wurden, fallen hier ganz außer Betrachtung. Herr Zöllner, der mir sehr gewogen war(d. h. unparteiisch), wollte nun den Herrn Gruber nochmals bewegen, die Sache güt- lich abzumachen, jedoch erfolglos. Die Angelegenheit wurde uun dem Magistrat(der wegen seiner Weisheit berühmt) zur Beschluß- fassung überwiesen. Nach länger als 14 Tagen wurde mir denn eröffnet:„In Erwägung, in Erwägung und in weiterer Erwägung sind Sie— abgewiesen." Die Hauplerwägung stützte sich daraus, daß aus den Worten, die wir beim Lohnausmachen gepflogen (s. oben) eine Verabredung hervorgehe, nach welcher mir der Ar- beitgeber nicht mehr zu kündigen brauche-c. rc. Also: Meister und Gehülfe geben zu Protokoll, daß kein Vertrag oder Ver- abrcdung existire, der hohe und darum auch sehr weise Münchener Magistrat aber sagt:„Die gesprochenen Worte sind eine Ver- abrevung." Ein Commentar hierzu ist übe, flüssig; wahrsckeinlich geschah die betreffende Verabredung beiderseitig— unbewußt!!— Wohl hatte ich nun das Recht, innerhalb 10 Tagen Rekurs zu ergreifen. Ja München besteht jedoch die Sitte, daß der Kläger, bevor Termin anberaumt wird, die Gerichtskosten deponiren muß. Als unbemittelter Arbeiter war eS mir aber nicht möglich, das nöthige Geld auszubringen. Und so war ich nun der Weisheit des hohen Magistrats wegen abgewiesen, und zwar von—„Rechts wegen!"— Ein Jahr später(Ostern 1374) wurde mir in Stuttgart aus acht Tage gekündigt; ,ch verlangte selbstverständlich 14 Tage Kuü- digung, und als der Meister nicht darauf einging, sah ich mich genöthigt, denselben zu verklagen. In Stuttgart besteht ein Ge- Werbegericht zur Entscheidung der betreffenden Angelegenheiten; die Voruntersuchung, rcsp. die Piüfung und eventuelle Schlichtung der Streitigkeiten besorgen zwei Assessoren. Assessor Schneider er- ledigt die Fälle mit den Anfangsbuchstaben A— L. Herr Assessor Balz die Fälle der AnfangS-Buchstaben L— Z. Mein damaliger Arbeitgeber hieß Müller. Also halt- Herr Balz die Angelegenheit zu regeln, welche auch sehr bald erledigt war. Herr Balz erklärte dem Herrn Müller, daß er sich nach§ 110 eine Gesetzverletzung habe zu schulden kommen lassen, da nach ß III kein gesetzlicher Grund zur Entlassung vorliege; infolge dessen habe er mir den ver- langten Wocheulohn auszuzahlen. Zugleich bemerkte er dem Herrn Müller, ein weiteres Rekursergreifen würde ihm höchstens viel Kosten verursachen, da er in allen Instanzen verurtheilt würde. Herr Müller verlangte nun, daß ich noch 14 Tage in Arbeit treten müsse, auch Herr Balz war geneigt, mir dieses Anerbieten mit Amtsmiene einzureden; als ich jedoch dieses Ansinnen auf Grund des Gesetzes zurückwies, sagte Herr Balz:„Sie haben ganz recht!" und sich zu Müller wendend:„Sehen Sie, die Arbeiter wissen, warum sie die Gesetze studieren, es wäre sehr zu wünschen, daß auch die Herren Arbeitgeber sich mehr damit beschästigen würden, eS würden dann nicht so viele Gesetzesverletzungen vorkommen." Herr Müller acceptirte das Urtheil, bezahlte mir meinen Wochen- lohn und die«Sache war abgemacht. Im Monat Juni wurde mir bei Herrn Crönlein(der be- kanntllch ein guter Patriot, auch ein sehr sreundltcher Arbeitgeber, aber auf die Sozialdemokraten sehr schlecht zu sprechen ist) eben- falls auf acht Tage gekündigt. Herr Crönlein machte bei mir eine sehr gnädige Ausnahme, denn gekündigt wird bei ihm sehr selten, dagegen destomehr die Thür aufgemacht und—„Machen Sie, daß Sie hinauskommen". Ich wollte nun ebenfalls gesetzlich verfahren und glaubte meines Wochenlohnes schon sicher zu sein, da ebenfalls kein Grund vorhanden war, der eine solche Hand- lung rechtfertigte. Doch halt! Diesmal sollte Herr Assessor Schnei- der die Sache erledigen. Herr Schneider scheint aber solche An- gelegenheiten am liebsten sofort von der Hand zu weisen. Er erklärte mir nämlich auf meine ganz harmlose, unschuldige Klage, daß ich wahrscheinlich nicht gewinnen werde und eS am besten wäre, wenn ich diese Angelegenheit würde ruhen lassen. Ich erklärte nun dem Herrn Assessor, daß ich nicht hergekommen sei, um zu spielen, daß ich weder„gewinnen" noch„verlieren" wolle, und verlangte auf Grund der Parapheu 110 und III der Gewerbeordnung für sieben Tage meinen Wochenlohn. Herr Schneider sah mich verwundert an, und nun stritten wir ungefähr eine halbe Stunde lang über die Para- graphen der Gewerbeordnung, wobei er u. A. auch vorbrachte, daß die achttägige Kündigung bei den Buchbindern in Stuttgart ein Gewerbebrauch sei, und solcke Gebräuche müßten berücksichtigt werden. Darauf erklärte ich ihm, daß die Gewerbeordnung nur von Verträgen und Verabredungen spreche und von keinem Ge- werbebrauck; ferner machte ich den Herrn Assessor bekannt mit dem Urtheil, welches fein College, Herr Balz(im Zimmer nebenan), in der gleichen Angelegenheit abgegeben hatte, worauf Her Schnei- der sagte:„Dies ist meine RechtSauffassung, Herr Balz hat wieder eine andere". Endlich brachte ich es so weit, daß Herr Schneider sich bewogen fühlte, Termin anzusetzen und zwar auf den 4. Juli, also ungefähr 14 Tage später! Ich verlangte nun, diese Angelegenheit möchte doch beschleunigt werden, da ich mich nicht so lange in Stuttgart aufhalten könne und wegen Arbeitslosigkeit gezwungen wäre, baldigst abzureisen. Umsonst machte ich den Herrn Assessor darauf aufmerksam, wie Herr Balz den ganz glei- chen Fall von heute aus morgen erledigt hatte. Ein trotziges„ich will aber nicht" war die Antwort darauf.„Das ist meine Rechts- auffassung", und„ich will aber nicht", das waren die Stecken- pserde, auf denen der Herr Assessor herumritt. Ich war natürlich nicht in der Lage, den Termin abzuwarten und mußte abreisen. Durch die Schneidersche„Rechtsauffassung" wurde mir also die Geltendmachung meines Rechtes entzogen. Die Klage war nun gegenstandslos geworden, und Herr Crönlein wird nach wie vor feine Arbeiter von heute auf morgen an die Lust setzen, wobei ihm die„Rechtsauffassung" seine« Nachbars, des Herrn Assessor Schneider, treffliche Dienste leisten wird. Auf meinen Wanderungen kam ich auch nach Nürnberg und trat daselbst in Condition bei Herrn Spieß. Nach ungefähr drei Wochen hatte ich Sonnabend Morgen» mit meinem Prinzipale elnen�kleinen Wortwechsel. Die Folge davon war, daß ich am Abend entlassen wurde. Selbstverständlich machte ich auch hier von dem mir gesetzlich zustehenden Rechte Gebrauch und verklagte Herrn,Spieß. Herr Osfiziant Penzer, der zufällig eine andere „RechtSauffassung" hatte, als der Herr Asseflor Sckneider in Stuttgart, setzte Termin auf den nächsten Tag an. Herr Spieß brachte natürlich auch„Gründe" vor und sagte, ich wäre ihm grob begegnet, währenv er mich auf eine höchst unangenehme Art und Weise herausgefordert hatte. Herr Penzer erklärte darauf Herrn Spieß, daß ein gesetzlicher Grund zur Entlassung nicht vor- liege uud fragte mich, wieviel ich als Entschädigung verlange. Ich verlangte natürlich auf Grund von 8 110 der Gewerbeordnung für 14 Tage meinen vollen Lohn. Nun sagte Herr Spieß: wenn er die 14 Tage mir bezahlen müsse, dann müsse ich noch 14 Tage in Arbeit treten. Ich wies selbstverständlich dieses jeder gesetz- lichen Begründung entbehrende Ansinnen zurück. Diese Aussagen wurden zu Protokoll gebracht und nach zwei Tagen(die Nürn- berger arbeiten rasch) wurde mir eröffnet:„In Erwägung, daß Sie daS Anerbieten des Herrn Spieß, wieder 14 Tage in Arbeit zu treten, zurückgewiesen haben, sind sie abgewiesen." Natürlich von—„Rechts wegen". Ob der bekannte„Stadtprophet" an der Berathung dieses Urtheils theilgenommen haben mag, weiß ich nichr, das aber weiß ich, daß es jedem denkenden Menschen auffallen muß, wenn er sieht, wie die gleichlautenden GesetzeS-Paragraphen in drei Städten auf die verschiedenste Weise interpretirt werden. Nun, vielleicht finde ich auch einmal Gelegenheit, zu erfahren,„ob eS noch Richter giebt in Berlin"! Diese vier Fälle aus dem Leben eines Einzelnen zeigen zur Genüge, wie der moderne„Rechtsstaat" beschaffen ist. Alle Partei- genossen mögen sich diese vier Falle ins Gedächtniß einprägen, um sie Denen unter die Nase reiben zu können, welche den Klassen- staat, die Klassengesetzgebung und damit unsern„Rechtsstaat" ver- herrlichen wollen. Politische Ueliersicht — Der Moloch wird immer gefräßiger. Die SG/z Mil- lionen Thaler des Militäretats für das laufende Jahr reichen nicht mehr auS: für 1375 werden 108 Millionen gefordert und natürlich auch vom Reichstage bewilligt werden. gewesen seien) sein, wenn der Vortrag in einer Virsa«ailllnz voUnenwi Gegnern der Kommune gebalten worden wäre." Hier ißGeschi also klar ausgesprochen, daß Most verarcheilt woroea ist rntydeS B wegen dessen, was, sondern wegen des OeteS. wo, und süJahre! Hörer, vor denen er gesprochen hat. Aber selbst diese jnnstisPBebeli Ungeheuerlichkeit ist noch nicht daS Schlimmst- an dem Erkennl'und nifle. Wie e« selbst anziebt, hatte Most gesagt:„Wie sich vikLehre herrschenden Klaffen verhalten, gut oder schlecht, so wird seitierzeitoiond die soziale Frage gelost werden. Hat die Kommune Fehler gisim Vi macht, so beklagen wir es. Warten wir ruhig ab, aber legen wbkSelegi nicht die Hände in den Schooß, trage Jeder zur Aufklärung dckfteut i Proletariats bei, daß da? Volk sozialpolitisch reif weroe uav ins« dii dem Momente, wo für das Volk die Gelegenheit gekommen sei� wird, seine Geschicke selbst zu leiten, diese Bewegung eine siegreich— sei." Hiermit schließt, wohlgemerkt nach eigener Angabe deS Eckeand.Cheu nisse«, die diesbezügliche Ausführung von Most. Und waS deducirt dSlebead Gerichtshof au» diesen Sätzen? Man höre und staune! DaS UrtheilBerwl schreibt:„Als die schönste Rache hat der Angeklagte zwar Ecreichunswirklü „unseres" Zieles auf friedlichem Wege bezeichnet, er hat abcksv ist, anknüpfend an da« Zugeständniß, daß die Kommune auch Fehlcktvüufä gemacht habe, zwischen den Zeilen, respektive Worteitkönig hindurchlesen lassen, daß die Rache möglicherweise auchand( weniger sanftmüthig und weniger ideal ausfallen könatBerfaf und daß die schließliche Lösung der sozialen Frage, resp. die Aäauf S dieser Lösung von dem guten oder schlechten Verhalten der herr-s» hat schenden Klassen abhänge. Alle diese Aeußerungen sind abso-zweisel lut aufreizender Natur." Aber welche Aeußerungen denn, vevzegen ehrliche« Urtheil? Du hast ja selbst gesagt, gesprochen hainn dü Most nur von friedlichen Wegen; was kann er denn dafür, drsSpar Du„zwischen den Zeilen resp. Worten" Dinge herausfindest, fWrage welche in seinen von Dir selbst angegebenen Worten nicht d-rEpari leiseste, thatsächliche Anhalt vorhanden ist? Aber selbst da« ifSchers noch nickt das— Wunderbarste an der Rechtsprechung der siebentelZu lai Deputation deS Berliner Stadtgerichts. Vor einigen Tagen stan�ächste ein ehemaliges Mitglied des Allgemeinen deutschen ArbeitervereinklEpari Maurer Kappel, wegen eben derselben Anklage vor eben derMit vi selben Deputation. Auch er hatte, nur in viel schärferer Weis»--- als Most, von der Alternative der Reform und der Reoolutio» gesprochen. Und der hohe Gerichtshof sprach ihn frei, weil dii Möglichkeit einer Revolution viel zu ferne liege, als daß das Ed wähnen einer derartigen Eventualität irgend Jemand aufreize� N< könne. Hiffidle est, satirarn non scribere.(E» hält schwä�n B keine Satire zu schreiben.)"»ult Die Behandlung Most's scheint dem gegen ihn gefällt�ttst a, Urtheil zu entsprechen. Nicht nur, daß er in dem gemeine�ienau« Verbrecherwagen aus der Stadlvoigtei nach Plötzensee überg�iesmc führt wurden, hat man ihm auch in seinem neuen AufenthaltSolsHersel bis jetzt die Erlaubniß, sich selber zu verköstigen, nicht ertheill! De Most muß also die elende Gefängnißkost essen, die nur mit Elwbeiti hinunterzewürgt werden kann. So ergeht eS ehrlichen Vertreteckknime des Volks. Und Menschen, wie Wagener, der Herzog von Uje�ttder Miguel und Consorten laufen frei herum, leben iu SauS a Braus und wirken als Staatsmänner und Gesetzgeber! orihi, 2. Jr °ge, rg, ordei Eri d st — Der Fabrikantenbund.„Ein hiesiger Arbeiter aus d Fabrik von Brauer und Ludwig", so schreibt die„Chemnitz Freie Presse",„ist wieder den Machinationen deS Fabrikalenbu des zum Opfer gefallen. Er erhielt ein EntlassungSzeugniß, welch den gewöhnlichen ganz gleich ist, nur daß das Wort„ordnung�au z gemäß" darauf fehlt. Nun haben sich die Fabrikanten verpflichMagte; bei Conventionalftrafe keinen Arbeiter mit einem solchen Zeugin foem in Arbeit zu nehmen, wenigstens nicht innerhalb der ersten aitviamt Wochen nach Ausstellung deS Zeugnisses, und die betr-ffendiM si, Arbeiter sind auf diese humane Weise rettungslos dem EleMeiber preisgegeben." Wir theilen den obigen Fall mit, um wiederu�vgt, zu zeigen, wie noth den Arbeitern die gewerkschaftliche Organist» der tion thut; und wir fehlen sicher nicht, wenn wir hier die Sf ja« h hauptung aussprechen, daß die Arbeiter bei Brauer und Lubwi'inn g einer Gewerkschaft nicht angehören, denn anders ist deren m?d Fei als Theilnahmlostgkeit verrathende Haltung ihrem Mitarbeite �n ft gegenüber nicht zu erklären. Gewerkschaftsmitglieder, das steij ld» de fest, ihätten wie ein Mann gemeinsame Sache mit ihrem Acbeist�tgege genossen gemacht und den Wisch von EntlassungSzeugniß de» jton Fabrikanten in Fetzen vor die Füße geworfen. Wir s können d�llth, „Chemn. Fr. Pr." nur beistimmen, wenn sie, an die Mittheilm anknüpfend, den Arbeitern zuruft:„Darum möchten die Arbeit die Lehre benützen, die ihnen von ihren Gegnern empfindlich geni gegeben wird, und möchten sich alle zu Gewsrkszenossenschafti vereinigen denn— zum tausendsten Male müssen wir es wiedi holen— vereinzelt sind wir Nichts, vereinigt sind wir Alles!" — lieber daS Urtheil des Berliner Stadtgerichts gegen Most, wird der„Frankfurter Zeitung" aus Berlin ge- schrieben: „Der„Volksstaat" veröffentlicht den Wortlaut des gegen den Abgeordneten Most gefällten erstinstanzlichen Erkenntnisses, das vom Kammergericht bekanntlich in allen Hauptpunkten bestätigt und in einem Nebenpunkte sogar noch verschärft worden ist. Hätte der Ausschuß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei einen Preis aus eine zugleich möglichst kurze und möglichst packende AgitationS- schrift gesetzt, so würde sich unzweifelhaft die siebente Deputation des Berliner Stadtgerichts, bestehend auS dem Stadtgerichts- direktor Reich, dem Stadtgerichtsrath v. Ossowski und dem StadtrichterGiersch, diesenPreiS errungen haben. Ich kenne Juristen, welche zur Zeit der Verhandlung gegen Most empört waren über die unverantwortliche Nachlässigkeit oder gar die gemeingefährliche Böswilligkeit, mit welcher die ZettungSberichterstatter dem hohen Gerichtshöfe Motive untergeschoben hätten, welche er unmöglich hätte äußern können. Und jetzt enthält daS amtliche Erkenntniß genau dieselben Motive in genau derselben krassen Form. ES ist bisher in den Annale« der preußischen Justiz unerhört ge- wesen, daß ein Gerichtshof die denkbar härteste Strafe über einen Angeklagten verhängt, während er selbst den Thatbestand des Vergehens als„zweifelhaft" anerkennt. Das ist iu diesem! Falle aber wörtlich geschehen. Es heißt in diesem Erkenntniß:! „Zweifelhafter würve die Verneinung der eben ausgeworfenen! Frage(nämlich ob die Aeußerungen von Most gesetzlich erlaubt� im Jahre 1873 betrug die Zahl der beschäftigten Arbeiter 18.06!>Ng d von welchen 50 Mann oder 2,767 pCt., d. i. auf 361 Mas�iese! einer, umkamen. Beim Erzbergbau stellt sich ebenfalls ein güustl liders geS Verhältniß heraus. Während im Vorjahr von 63,493 jaft schästigten Arbeitern 110 Manu oder 1,732 pCt., d. i. auf S' con Mann einer verunglückte, traf dieses LooS im Jahre 1373 va> rer S 62,266 beschäftigten Arbeitern nur 93 Mann, oder 1,574 p� gen d. i. einer auf 635 Mann. Bei der Gewinnung anderer Miss»chih ralien ist wiederum ein Steigen der VerunglückungSziffer zu �* zu! merkeu, indem im Borjahr von 6,722 beschäftigten Arbeitern 1' iaschk Mann ober 2,677 pCt., d. i. einer auf 373 Mann, verunglückt� uftus während daS Jahr 1873 von 7693 beschäftigten Arbeitern � lbst i Verunglückte oder 2,85 pCt., d. i. einer auf 350 Mann aSt sß� t weist.—_*'ignij .»rder — Die„Frankfurter Ztg." brachte kürzlich die Notiz, Beb' werde in nächster Zeit ein Werk über den Bauernkrieg veröff� lichen. DieS ist ungenau; Bebel bereitet allerdings,.m Zusa�'»er rfchl ck. -nstl ck l d st. d zu rnei das etzeS ' ist de lche chth — Das Risiko der Arbeiter. Nach dem amtlichen Al weis über die Verunglückungen beim BergwerkSbetri� iu Preußen während des Jahres 1873 waren auf den unter A' ficht der Bergbehörden stehenden Bergwerken und Vorbereitung! anstalten im vergangenen Jahre 247,594 Arbeiter beschäftigt, vo! welchen 820, in Worten achthundertundzwanzig, oder 2,6" pCt. d. i. einer von 392 Mann durch Unglückssälle zu ToHrozess kamen. DaS Verhältniß der Verunglück rügen zur Zahl der bt»wen schästigten Arbeiter ist etwas ungünstiger als im Vorjah'»gten wo von 217,520 beschäftigten Arbeitern 564 oder 2,479 pÄ eiche d. i. einer auf 403 Arbeiter, verunglückten. Bei dem Steinkohle««ilt> bergbau, welcher im Jahre 1872 383 Opfer an Menschenlebt tnsthi over 2,739 pCt. der beschäftigten 139,853 Arbeiter forderte, d.' llcher aus 365 Mann ein Verunglückter, sind im Jahre 1373 v« ar, g 159,562 besckästigten Arbeitern 450 Mann oder 2,820 pCt. d. t Ge einer auf 355 Mann, verunglückt. Ein günstiges Herabgehen � siänd VerunglückungSziffer zeigte bereits im Vorjahr der Braunkohle« ldern bergbau, indem von 17,447 beschäftigten Arbeitern nur 53 Ma»« lecht. d. i. 3,038 pCt. oder einer von 326 Mann zu Tode verunglückte« iven I vowenwirken mit mehreren Parteigevossen, welche andere wichtige !c MeschichtSabschnitte behandeln werden, eine volksthümliche Geschichte nichdeS BauerrikriegS vor, dieselbe wird aber vor Mitte deS folgenden z Z«IahreS nicht druckfertig fein können. Dagegen wird in Kürze aus stischiBebels Feder eine Uebersetzung der früher von unS besprochenen lenithrad empfohlenen französischen Schrift: Ueber die sozialen h Mehren des Christenthums von HveS Guyot und SigiS- lerzetaioud Lacroix(f. Nr. 91 des„VolkSstaat* vom Jahre 1873) r gi-im Verlag der GenoffevschaftSbuckdruckcrei erscheinen. Bei dieser r wikGelegenheit sei erwähnt, daß Bebel sich der besten Gesundheit er. z dckfreut und— im Gegensatz zu der unwürdigen Behandlung Most'S rv ilsei dies konstatirt— durchaus anständig behandelt wird. i sei»—--- reich«— Lindwürmer. Em Herr Roth in Chemnitz schreibt der !c!ial'«Chemnitzer Freien Presie",«Ernst von Eynern" sei eine wirklich rt völebende Persönlichkeit, gehöre zu seiner(deS Herrn Roth) nächsten rtheiiBerwandtschaft, und habe daS bekannte spaßhafte Schristchen chinifdmklich geschrieben. Wir können nur sagen: wenn dem wirklich ab«, so ist, dann müssen wir der natioualliberalen Partei Glück dazu fehlsdünschen, daß sie zwei Sparige hat. Der Leipziger Narren- rtetkönig war unS von Seiten eines Mannes, der ihn genau kenut aachilvd(ohne Scherz) ernst nimmt und hochschätzt, ganz ernsthaft als könutLersaffer bezeichnet worden, und da sich die Broschüre durchweg - Ärlauf Sparig'schem Niveau bewegt, Sparig'scheS GeisteSgepräge trägt, herpf» hatten wir keinen Grund, die Richtigkeit der Angabe zu be- abso-Zweifeln. Jetzt steht Behauptung gegen Behauptung: Herr Roth vmKegen unseren Gewährsmann. So lange der Einzige, der Licht hahin diese verwickelte Sache zu bringen vermag, so lange Herr . drsSparig selbst sich in gcheimnißvolleS Dunkel hüllt, wird die i, Mrage für uns unentschieden bleiben, obz die Welt nur Einen t dsSparig enthält, oder ob die Natur in neckischer Laune sich den aZ i? Scherz erlaubt hat, ihn in' zweiter Auflage auf Erden erscheinen entel ZV lasten. Sollte Letzteres der Fall sein, so hoffen wir beim stack»ächfien Leipziger KarnevalSzug den interestanten Doppelgänger an ceiai>Sparig'S Seite thronen zu sehn. En attendant: Vivat Sparig, bereit oder ohne„Ernst von Ehnern"! W-isi�- Die Qucdnauer Revolte vor dem Schwurgericht. 3 gp(Fortsetzung.) reiz� Nachstehend lasten wir noch zur Vervollständigung deS Bildes chwpten Bericht der Prozeßverhandlungen über den Ernsthöfer Tu- frlnlt folgen, welcher der Qaednauer Revolte vorausging, aber älltchrst am 1. Oktober, nach Aburtheilung der Qucdnauer und Me- ine�enauer„Rebellen- vor daS Schwurgericht kam. Wir geben auch berz�iesmal den Bericht der„KönigSberger Hartung'fchen Zeitung". ltöot derselbe lautet: theill AwtSvorsteher Herr Schnell in Quednau hatte gegen den El�lrbeiter Monien aus Ernsthof wegen Nichtbeschaffung eines Unter- cetelliemmens(!) eine dreitägige Haft festgesetzt, welche an ihm vollstreckt UjefjNrden sollte, zu welchem Ende sich der Amtsdiencr Feddermann un�orthin begab, um den Monien zu holen. Da ihm daS am �2. Juni c. allein nicht gelungen war, begab er sich am folgenden 'tage, den 23. Juni c., unter Assistenz deS GenSdarmen Olden- lS d! iurg nach Ernsthof, um Monien zu greifen. ES war Abend ge> mihi Horden, als dieser, von der Arbeit aus Königsberg zurückkehrend, rbu»a> Ernsthof eintraf; die Beamten bemächtigten sich seiner sofort elchitord führten ihn davon, um ihn dem AmtSgefängnisse in Qued- rngt>an zu überliefern. Die Eheftau deS Monien weinte und weh- ichtmgte; das erschütterte die dortigen Gutsleute tief und, wie mit uga�inem Schlage, kamen sie überein, den Monien zu befreien. Die > aWcamten waren mit demselben bereits in Maraunenhof angelangt, endMS sie von einem großen Menschenhaufen, aus Männern und Zlei�Beibern bestehend, unter Verwünschungen und Drohungen um- >erllsdiiigt wurden, die ihnen ihre Absicht, den Arrestanten zu befreien, iniftpn den Tag legten. Die Beamten stemmten sich dagegen, doch ' M»äs half'S, einige der Männer packten den von Feddermann am idwWm gehaltenen Monien und risten ihn los, indem sie die Hand mch�t Feddermann gewaltsam öffneten. Gensdarm Oldenburg drohte; beit!>°n seiner Schußwaffe Gebrauch machen zu wollen, doch Einer stchliis der Menge, der Jnstmann Pahlke, trat ihm mit den Worten beist Wgegen:„Schieß nur, einen kannst Du nur todtschicßen, aber det�nn wirst Du selbst todtgeschlagen!" Bei der Aufregung und «th, welche unter der wohl hundert Personen starken Menge rschte, zogen sich die Beamten, unter Freilastung des Monien, tick. Wegen dieses Vorfalls sind neun Personen, Inst- und ienstleute aus Ernsthof und Maraunenhof, angeklagt worden, 1:ch Gewalt und Drohungen den Beamten Wide, stand geleistet >d sie zur Unterlaflung einer Amtshandlung gcnöthigt zu haben, ch zwar in der Weise, daß sie dabei an einer öffentlichen Zu- "nmeuroltung mit vereinten Kräften theilgenouimen haben. Es AllO das nach den§§ 113, 114 und 115 Al. 1 des ReichSstraf- trie hetzes Aufruhr, welcher mit Gefängniß nicht unter 6 Monaten An!"straft werden soll und nach Z 115 Al. 2 zu einem Verbrechen ungt den Rädelsführern, sowie bei denjenigen Aufrührern wird, , vo«elche die gewaltsamen Handlungen begehen. Sie werden mit 1,50 iuchthauS bis zu zehn Jahren bestraft. Wir begegnen in diesem To? rozesse mehreren auS dem Qucdnauer Revolte-Piozeß bekannten w b!»wen: Schnell, Oldenburg, Feddermann, aber auch als Ange- rjah" igten den Jnstleuten Pahlke, Strauß, Linck, OelSner und Falk, pN eiche in jenem Prozeste bereits als LandfriedenSbrecher verur- zhle««ilt worden sind, während die Qucdnauer Affaire erst nach der tlebt Nisthöfer spielte. Die Angeklagten sind mit Ausnahme des Falk, d.''elcher in dem Qucdnauer Prozesse der am meisten Gravirtc vo ar, geständig. In diesem Prozesse wird Falk durch das Verdikt d.?!r Geschworenen nicht schuldig erklärt, daffelbe geschieht den nicht- n b"-ständigen Angeklagten Knecht Waschke und Arbeiter Gau. Die Ohle«-dern Angeklagten beschwerten sich fast einstimmig über die Ka«' lechte Behandlung, welche der Gutsbesitzer Zacher in Ernsthof icktes inen Leuten angedeihen lasse, ganz besonders über die BeHand- i.Oöi log pcS Monien, der im höchsten Grade ihr Mitgefühl erregte. Na«>iese Momente sind es denn auch, sowie die Erwägung, daß der ünsti siderstand nicht erheblich gewesen ist, welche die StaatS-Avwalt- 3 bi Haft veranlaßten, sämmtlichen Angeklagten mildernde Umstände f S?- concedwen, und der Gerichtshof schloß sich in dieser Beziehung vo"-rer Ansicht an. Das Urtheil wegen schweren Aufruhrs lautete pV gen du Jnstleute Pahlke, zusätzlich zu der kürzlich erkannten Oli"'»chthauSstrase auf 4 Monate Zuchthaus, gegen Linck und OelS- ;u d" er zusätzlich auf 1 Monats Zuchthaus, gegen Jnstmann Julius w 1'-aschke und Jnstmannn Sohn, welcher nur wegen einfachen acktt� iisruhrs angeklagt war, sich jedoch im Laufe der Verhandlung n � lbst deS schweren Aufruhrs bezichtigte, auf je 9 Monate Gefäng- a«wß, und gegen Jnstmnnn Strauß zusatzlich auf 4 Monate Ge- i-rgniß. Die Arbeiter Falk, Gau und der Knecht Waschke Würden freigesprochen. )edt ifft«� Ueber die Landarbeiterrevolteu in Ostpreußen, denen gegen- usa�cr unsere gesummte Presse mit sehr wenigen Ausnahmen fortwährend hartnäckig im Zustande des TodtschweigenS verharrt, bringt die„Frankfurter Zeitung" zwei sehr beachtenSwerthe Artikel „aus Litlauen", die wir unverkürzt mittheilen. Aus Littauen, anfangs Oktober. Am Ende vorigen Monats wurden vor den Geschworenen zu Königsberg in Preußen mehrere Prozeste gegen eine große Anzahl von Landarbeitern verhandelt, die beschuldigt waren,„an einer öffentlichen Zusammenrottung Theil genommen zu haben, bei welcher mit vereinten Kräften gegen Personen und Sachen Ge waltthätigkciten begangen worden sind", und zwar dabei entweder gleichzeitig„Rädelsführer gewesen, Gewaltthätigkeiten gegen Per- sonen verübt, Sachen zerstört und geplündert", oder doch eine einzelne dieser Handlungen, welche den LandfriedenSbruch als schweren qualifiziren, begangen zu haben. Die erste und wich- tigste Verhandlung betraf 38 Männer, welche an der sogenannten Qucdnauer Revolte betheiligt waren. Vier Tage lang dauerten die Verhandlungen, und nur ein Angeklagter wurde freigesprochen. 36 Angeklagte wurden deS schweren Landfriedenbruchs schul- dig befunden; nur für 16 derselben bewilligten die Geschworenen mildernde Umstände, für 20 verneinten sie die hierauf gestellte Frage. Bei einem der Angeklagten lautete das Urtheil auf ein- fachen Landfriedeubruch. Die Staatsanwaltschaft beantragte in Summa ein Strafmaß von 73 Jahren Zuchthaus und 49 Jahren Gefängniß, zusammen also von 127 Jahren Freiheitsentziehung. Allgemein siel es auf, daß von dem öffentlichen Ankläger außer- ordentlich hohe Gefängnißstrafen für die unter Annahme mildern- der Umstände Verurtheilten beantragt wurden. Der Gerichtshof kürzte die Summe der Zuchthausstrafe um 12, die der Gefäng nißstrafe um 23 Jahre und 5 Monate, erkannte also auf 66jj3ahre Zuchthaus und 25 Jahre 7 Monate Gefängniß. Gegen 63 andere Personen, die nur der einfachen Theilnahme an der Revolte beschuldigt sind, soll noch verhandelt werden und zwar von dem KreiSgericht zu Königsberg. Das ist der vorläufige Abschluß eines herzerschütternden Dra maS, das weit über die Grenzen der Provinz Preußen Aussehen erregte und in ernsten Kreisen sehr viel größere Beachtung fand, als die um dieselbe Zeit angerichtete Kullmann-BiSmarck-Affaire Die Quednauer Revolte ist eine von jenen, bald hier bald dort plötzlich hereinbrechenden Erscheinungen, die ein grelles Licht auf unsere sozial-politischen Zustände werfen, die nach allen Seiten schreckhaft wirken und mit bangender Furcht selbst den Leichtsinnigsten erfüllen. Sie ist deS eingehendsten Studiums Werth, diese traurige Erscheinung, und eS ist darum sehr zu bedauern, daß sie von der Presse in unserer Provinz mit geradezu unglaub- licher Oberflächlichkeit behandelt wird. Darum gestalten Sie mir wohl, in Ihrem Blatte diejenigen Thatsachen hervorzuheben, welche überall, wo eS sich um die soziale Frage, um die Erklärung des Kampfes zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern handelt, von Wichtigkeit sind und gewiß noch sehr oft unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen werden.(Forts, folgt.) Gewerksgenvssenschastlicheso Gewerksgenossenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand ardeiter beiderlei Geschlechts.(Sitz Weimar). Krimmitschau. Wie das Gefetz betreffs der Kinderarbeit in den Fabriken von den Fabrikbesitzern beachtet wird, ist schon oft nachgewiesen worden. Wenn eS gilt, Gesetze zur Unterdrückung der Arbeiter zu schaffen, da wird von den Herrn Jndustrierittern alles aufgeboten, aber ein bestehendes Gesetz zu respektiren, welches die AuSbeutungSfucht einigermaßen einschränkt, fällt vielen dieser Herren nicht ein, waS ja schon längst zur Genüge erwiesen ist. Die heutigen Zustände sind eben so, daß selbst ein Theil der Arbeiter kein Gefühl für seine Kinder mehr hat, dieselben lieber dem Nimmersatten Kapital opfert, unbekümmert darum, waS aus ihnen wird, nicht wissend, daß ihre eigenen Kinder ihnen selbst den Lohn herabdrücken, indem sie zu Conkurrenten der älteren Arbeiter werden. Um nun diesem Gesetz einigermaßen Geltung zu verschaffen, fordert der Vorort obengenannter Gewerkschaft die Genossen allerorts auf, rücksichtslos gegen die Uebertreter des nachstehenden Paragraphen 123 der Gewerbeordnung aufzutreten, die nöthizen Mittel und Wege in Anwendung zu bringen, durch welche die Herrn gezwungen werden, daS Gesetz so zu beachten, wie die Arbeiter von ihren Gegnern gezwungen werden, die Gesetze zu befolgen, tz 128 der Gcwerbeoronung lautet:„Kinder unter 12 Jahren dürfen in Fabriken mcht angenommen werden, Kinder von 12— 14 Jahren dürfen nur 6 Stunden in Fabriken arbeiten, Kinder von 14—16 Jahren nur 10 Stunden." Auf denn, Genossen, tretet ein in den Kampf für die Freiheit der Kinder. Wenn es durch energische Maßregel» dahin gebracht wird, daß in) ganz Deutschland das Gesetz beachtet werden muß, dann haben wir einen Schritt zur Erkämpsung des Normalarbeits- tazeS gethan; ebeesso fordern wir die Genossen alle Gewerkschaften auf, in den Kamps für die Kinder mit einzutreten. Um dieser Aufforderung die weiteste Verbreitung zu sichern, wird um Auf- nähme dieser Zeilen in alle arbeiterfreundlichen Blätter gebeten. Neu angemeldete Vertrauensmänner: Gera: VertrauenSm. David Feh, Steinweg 11, Controlleur August Böttcher, Bauver- einsstraße 29, Beitragsammler Moritz Trentzsch, Bärengassc 17, bei demselben ist daS Wandergeld von 12— 1 Uhr Mittags und von 7—8 Uhr AbendS zu erheben. Broitzen: Vertrauensmann Theooor Lampe, Beitragfammler Georg Kilhorn. Magdeburg: VertrauenSm. Wilhelm KleeS, Neuewez 14, Beitragsammler August Börsch, Schopenstr. 9, Controlleur Anton Krell, Rothekrebsstr. 37. WünSdorf: VertrauenSm. Karl Blöß, Kassirer G. C. JahnS, Schriftf. W. Cohrs. Wolfenbüttel: Vertrauensmann Julius Bielstein, Schneider, Krummestr. 3. Alle Vertrauensmänner, welche noch nicht abgerechnet haben, werden ersucht, innerhalb acht Tagen ihren Pflichten gegen die Hauptkasse nachzukommen, damit die Quartalabrechnung veröffent- licht werden kann. Im Auftrage deS VorortS: C. Poser.. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Wreskade«, 22. Oktober. Unfern Coll-gen allerorts diene hiermit zur Nachricht, daß sich unser unentgeltliches Arbcitsnach- weiS-Bureau von heute ab Grabenstraße Nr. 6 b bei Herrn H. Kaiser befindet, und empfehlen wir dasselbe allen zureisenden College» zur gefälligen Benutzung. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß dem früheren Inhaber unseres ArbeitSnachweiS-BureauS, I. P. Schug, Hochstätte Nr. 16, dasselbe entzogen worden ist, med daß er auch der Mitgliedschaft verlustig geworden ist, weil er sich Verschiedenes hat zu Schulden kommen lassen und jetzt sogar den Arbeitsnachweis privatim fort- führen will, und zwar zu Gunsten der Arbeitgeber.— Wir warnen also jede» Arbeitsuchenden, dieses letzigenaanie Bureau zu benutzen und fordern hiermit auf, sich nur an daS von uns ge- gründete unentgeltliche ArbeitSnachweis-Bureau zu wenden. ES ist traurig konstatiren zu müssen, daß es noch solche egoistisch- vom JndifferentismuS beherrschte Arbeiter gibt, welche mcht einsehen lernen, wie sehr sie sich unter dem Druck der Arbeit- geber befinden, und daß nur durch Einigkeit und brüderliche Ver- einigung dem Vorgehen jener Herren Schranken zu setzen sind. Mit Gruß A. Klemt, z. Z. Schriftführer. KL. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, Obige» aufzunehmen. Gewerkschaft der Schuhmacher. Kotha. Ja Ulm gelang eS Unterzeichnetem, eine Mitgliedschaft ins Leben zu rufen, Bevollmächtigter ist Fr. Bölstler bei Knappe, Judenhof. Die Adresse des KafsirerS I. Hüttig ist die- selbe. Auch in Bamberg ist wieder eine Mitgliedschaft in» Leben getreten, und sprach ich am 20. Oktober in einer öffeut- lichen Versammlung daselbst, Bev. ist I. Höfner, GcneralSgassc 23, Kassirer Rie». Die dortigen Genossen versprachen, ihr Möglichste» zu thun, um die Mitgliedschaft vorwärts zu bringen. Wir wünschen den besten Erfolg. In Schweinfurt ist Bcvollm. M. End bei Rebhahn, Brcttermarkt. In Weimar H. Scholtz, an der Garnisonkirche v. 52. In Pforzheim Karl Holstein, obere Aue 43. In Marburg H. V. Schneider, Hirschberg 257. In Kassel F. Schmidt b. Schneider, Graben 56. In Heil- bronn W. Haller b. Henig, Gcrberstraße. In Kaufbeureu K. Weißler b. Mstr. Hafner. Der Bericht llber�die Agitation i« Bayern erscheint in einer gedruckten Correspondenz. Mit Gruß__ W. Bock. Allgemeiner deutscher Töpferverein. Kamburg, 22. Oktober. Den Mitgliedschaften mache ich bekannt, daß trotz aller Maßregelungen von Seiten der Meister der Allgemeine deutsche Töpferverein an Ausdehnung gewinnt, so daß seit der Generalversammlung sich bereit» 7 Ortschaften demselben wiederum angeschlossen haben, und bestehen jetzt fol- gende Mitgliedschaften: Hamburg, Altona, München, Nürnberg, Stuttgart, Augsburg, Lübeck, Dessau, Hannover, HildcSheim, Chemnitz, Dresden, Meißen, Wiesbaden, Darmstadt, Uetersen; folgende Städte werden sich demselben in kurzer Zeit anschließen: Berlin, Frankfurt a. M., Leipzig und Zelle, so daß der Vorstand bald in Berathung treten kann über den Beschluß der General- Versammlung, ein eignes GewerkfchaftSorgan zu gründen. Leider sind in einigen Städten Schwierigkeiten von Seiten der Polizei bereitet, indem dieselbe den Verein al» einen politischen erklärte und als Zweigverein eines anderen politischen Verein» betrachtet. Ich ersuche deshalb, an all den betreffenden Orten Rekurs an die höhere Instanz zu ergreifen, weil unser Verein nur ein Gewerk- verein ist und keine Politik treibt. Leider dauert der Ausschluß der Münchener wie Hamburger College» noch fort, aber derselbe wird und muß zu unfern Gunsten enden. Würden die Meister siegen, dann würden wir in deren Händen willenlose Werkzeuge sein, und wären, wenigsten» für einige Zeit, in unserer Organisation lahm gelegt. JDarum vergeßt die Münchcner College» vor allen Dingen nicht. Sie liegen bereits 16 Wochen im Kampf. Unterstützungen sind zu senden an Mathias Käust, MooSburgcrhof, Sendlinger- straße 19, München. In Hamburg stehen wir. bedeutend günstiger, weil die große Mehrzahl in Arbeit ist, natürlich bei solchen Mei- stern, die mit uns einverstanden sind. Den Kampf werden wir aber jedenfalls noch lange aushalten müssen, es wird deshalb dringend vor Zuzug nach beiden Städten gewarnt. Mit Gruß und Handschlag Julius Wilcke, Vors., Speckgang 33. Limbach b. Chemnitz. Einige der hiesigen Parteigenossen hatten die für Manchen gewiß recht lästige Angewohnheit, die Gemeinderathssitzungen fast regelmäßig zu besuchen, �nd waren dabei durchaus nicht so wortkarg, um nicht so manche» dort Gehörte auszuplaudern. Ja, Parteigenosse Preiß ging sogar so weit, durch ein Eingesandt im„Wochenblatt für Limbach und Umgegend" die Thätigkeit des GemeinderatheS in Bezug auf einen BerathungS- gegenständ desselben näher zu kritistren, wobei er den hiesigen Ge- meindevoi stand, den Landtagsabgeordneten Jungnickel eigenmächtigen Handlungsweise beschuldigte, weil derselbe ohne Wissen und Genehmigung deS GemeinderatheS auf Kosten der Gemeinde einen Prozeß geführt und verloren hatte. Nicht wenig waren denn auch die GemeinberathSmitglieder überrascht, als man eines TageS die Bezahlung von 100 und einigen Thalern Pcozeßkosten incl. Ent- chädigung verlangte.— Pjan hätte nach Lage der Sache anneh- men müssen, daß man ruh'g Den die Kosten bezahlen ließ, der den Prozeß geführt; ander» aber dachten die Herren vom hohen Rathe. Trotz des scharfen Protestes der Vertreter der Arbeiter bezahlte man die Kosten auS dem Säckel der Gemeinde für einen Prozeß, den man nicht geführt. Es glaubte deshalb der Verfasser des er- wähnten Emgesandl da» Verhalten deS Gemeinderaths ein pflichtwidriges Vorgehen nennen zu dürfen; gleichzeitig an die Gemeinde- glieder die Mahnung richtend, bei einer späteren Gemeinderaths- wähl die zu wählenden Kandidaten mehr nach der Höhe ihre» Wissens, RechtlichkeitssinneS und festen Willens, als nach der Größe ihres Geldbeutels zu bemessen, damit man nicht den Bock zum Gärtner stelle. So der ungefähre Inhalt des Eingesandt. Diese Kritik aber, die der betreffende Verfasser deS Eingesandt der Handlungsweise des Gemeinderaths gegenüber noch für eine ge- linde hielt, ging diesen Herren doch etwa» über die Hutschnur. DaS Eingesandt, dieses„Pamphlet", eS mußte vernichtet, der Ver- fasser exemplarisch bestraft weiden, und so kam eS auch. Nachdem so ziemlich zwei Jahre prozessirt und verhört worden, verurtheilte man: am 23. September in der Einspruchsverhandlung zweiter Instanz zu Chemnitz den Parteigenossen Preiß zu 4 Wochen, und außerdem den Parteigenossen Horn als Mitschuldigen zu 14 Tagen Gefängniß, ein Urtheil, daß jedenfalls das Ansehen unseres wohll. Gemeinderaths wiederum in fein gehörige» Maximum hinauffchrau- ben wird. Wenn auch— so sagt der Sachwalter der Anklage, der vielgerühmte Advokat Herr Baumgärtcl— der Inhalt de» inkriminirten Artikels auf Wahrheit basirt, so liegt doch schon in der Form des Eingesandt eine Beleidigung, zumal beide An- geklagte als Sozialdemokraten bekannt sind. Welche An- sichten über die Unparteilichkeit deS Gerichtshöfe» mag doch dieser Manu de»„Rechts" gehabt haben, daß er die Parteistellung der Angeklagten als Belastungsgrund angab. Wer aber, ihr Herren Rathsmitglieder, wiro für die Kosten dieses Prozesse» einzustehen haben, die zum weitaus größten Theilc dem Kläger zugesprochen sind? Wird es die Majorität des Gemeiderath» fein, um deret- willen der Prozeß geführt wurde, oder ist eS wieder der Säckel der Gemeinde? Lassen wir jedoch diese Frage vorläufig unerör- tert, vielleicht beschäftigen wir uns weiter damit.— Di- Allgegenwart Tessendorfs zeigt sich übrigen» auch bei uns durch noch so manchen gerichtsamtlichen Utas. Vorübergehend sei nur noch er- wähnt die Auflösung einer Volksversammlung, das Verbot der Abhaltung einer öffentlichen Mitgliederversammlung, eine weitere Verurlheilung deS Parteigenossen Horn zu einer Geldbuße und endlich das Erkenntniß in Sachen des ArbeiterfesteS zu Mittelfrohna. Dies Alles aber betrachten wir nur oberflächlich, blos dem letzteren Falle sei noch eine kurze Betrachtung gegönnt. Die Gesinnungsgenossen zu Mittelfrohna feierten am 13� September das Stisiungsfest des dortigen Consumvereins und hatten die ge setzlichen Anmeldungs- Formalitäten pünktlich besorgt, so daß sie jeder Störung und jedem amtlichen Hinderniß aus'dem Wege ge- gangen zu sein glaubten. Dem hiesigen Landgensdarmen hätte eS aber immerhin gefallen, genanntes Fest zu kontrolliren, wobei er bald mit großem Scharssinn herausgesunden hatte, daß das eigentlich gar kein Arbeiterfest, sondern eine Volksversammlung sei."Wie trefflich diese genSdarmliche Auffassung mit der des GerichtsamteS Limbach harmonirt haben muß, bewerft, daß bald darauf der Ver- anstalter des Festes zu 10 Thalern, sowie der Eigenthümer des FistlokalS zu 3 Thalern Strafe verurtheilt wurden. Bei solch einer energischen Arbeit gegen eine Hand voll„Wühler" ist eS fast zu bewundern, wie eS den Parteigenossen zu Limbach gelingen konnte, durch eigene Auslösung deS sozialdemokratischen Arbeiter- Vereins einer amtliche» Auflösung zuvorzukommen. Wohl ist eS möglich, daß gerade durch dieses Vorkommniß sich ihr Muth ver- doppelt hat. Wie dem aber auch.fei, möge sich Strafe an Strafe, Gesängniß an G-sängniß reihen: „Das Alte stürzt, eS ändern sich die Zeiten Und neues Leben blüht aus den Ruinen." Luckenwalde, 16. Oktober. Seit langer Zeit ist von hier kein Bericht im„Volksstaat" erschienen, so daß die Parteigenossen annehmen könnten, seit der Haussuchung und Schließung der hie- sigen Mitgliedschaft seien plötzlich alle T-ssendorfe und Stieber verschwunden; dem ist jedoch nicht so, denn so wie hier haben sich wohl selten die Parteigenossen einer Stadt der Aufmerksam- keit der Polizei zu erfreuen gehabt. Ueber die Haussuchungen und die darauf erfolgte Schließung der hiesigen Mitgliedschaft haben wir bereits berichtet. Seit der Zeit, es war im Juni d. I., ist es den hiesigen Gesinnungsgenossen noch nicht wieder gelungen, irgend eine Versammlung abhalten zu können, obgleich wir uns keineswegs auf die Bärenhaut legten. Die erste Volksversammlung, welche nach der Schließung einberufen wurde, löste der Herr Bürgermeister Heidborn sofort nach der Eröffnung auf. Zur zweiten Versammlung wurde die Bescheinigung verweigert, der dritte Anmelder fand endlich Gnade vor den Augen der Herren von der Polizei, indem man denselben gnädigst die Bescheinigung ertheilte. Als Tagesordnung war„die Ziele der Arbeilcrbewegung" angesetzt. Unterzeichneter wurde vom Vorsitzenden ersucht, das Re- ferat zu übernehmen. Nachdem ich die Schulze-Delitz'scheu Jnstb tutionen einer eingehenden Kritik unterworfen und denselben die Lehren Ferdinand Lassalle'S gegenübergestellt, erläuterte ich die Tendenz der Manchester- Partei. Jedoch bei den Worten:„Und wenn die Maochester-Männer hundertmal sagen, der Staat habe sich nichts in gewerbliche Angelegenheiten zu mischen"— schnellte einer der überwachenden Beamten empor und löste die Versamm- lung auf. Sofort wurde die Thür besetzt, und Jeder, der hinaus wollte, aufgeschrieben. In sechs Minuten war der Saal, in wel- chem sich ungefähr 120 Peisonen befunden hatten, leer, und die Polizei hatte dabei noch 15 Mann glücklich zu Papier gebracht, welche denn auch am 9. September vor der Krei«gerichls-Eom- Mission I zu Jüterbog», angeklagt gegen§ 15 deS Vereins- und VerfammlungS- Gesetzes verstoßen zu haben, erscheinen mußten. Von diesen 15 wurden 3 freigesprochen, 10 zu je 5 Thlrn. Geld- strafe, resp. 3 Tagen Gesängniß und 2 zu je 10 Thlrn., resp. einer Woche Gesängniß verurtheilt. Recht ergötzlich waren bei dieser Gelegenheit die Aussagen des als Belastungszeuge anwcsen- den Polizeisekretärs Kluge. Derselbe hatte die bei der Versamm- lung Anwesenden als lauter frühere Mitglieder der sozialdemo- kratrschen Arbeiter- Partei wieder erkannt. Der gute Mann muß jedenfalls ein ausgezeichnetes Gedächtniß haben, denn so viel mir bewußt, hat sich der Herr seit einem halben Jahre vor der Schlie- ßung unserer Mitgliedschaft etwa zweimal in unseren Versamm lungen sehen lassen. Weil ich Lassalle als Bahnbrecher hingestellt und weil ich ferner gesagt hätte, der Staat hat sich nichts in gewerbliche Angelegenheiten zu mischen, schloß man, daß die Ver- sammlung eine Fortsetzung der geschlossenen Mitgliedschaft sei! Die« war die letzte Versammlung, denn eS konnte nun angezeigt werden soviel eben wollte, nie wurde eine Bescheinigung criheilt. Nun, werden die Parteigenossen sagen, giebt eS denn keine höhere Behörde als die Luckenwalder Polizei? So dachten die hiesigen Arbeiter ebenfalls, und nach jeder aufgelösten oder nicht beschci- nigten Versammlung erhoben die Einbcrufcr Beschwerbe bei der Staatsanwaltschaft, jedoch stets kam der Bescheid, die Luckenwalder Polizei sei nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, die Versamm lungen zu verbieten, weil dieselben als Versammlungen des vor läufig geschlossenen sozialdemokratischen Arbeitervereins zu betrach- ten seien. Jedoch, daS ist noch nicht Alles. Im hiesigen Wochenblatte befindet sich öfters die Annonce:„Heute Abend Kaldaunen". Nun ereignet es sich, daß plötzlich die Annonce erscheint:„Heute Abend Petroleum- Club". Beide Annoncen möge» wohl etwas zu be- deuten gehabt haben, aber was? Selbigen Abend sitzen— es ist Sonnabends— eine Anzahl Arbeiter nach schwer vollbrachter Woche im Schulze'schen Lokale gemüthlich bei einem Glase Bier und unterhalten sich, wie Zufall und Laune eS wollen. Die einen spielen Schaskopf, ein Anderer dcklamirt u. s. w. Wohl sah Je- der, daß auch die Herren von der Polizei da waren. Jedoch, wer will'S denn Denen verdenken, auch einmal ein Gla« Bier zu trinken. Da fällt'S Jemandem ein, das Gedicht„Der Bettler unv sein Hund" vorzutragen, ein Gedicht, welche« die Kinder schon in der Schule lernen. Kaum ist die Deklamation zu Ende, so fährt ein Polizeimann wie von einer Vieper gestochen empor, und fragt nach dem Namen de« Vortragenden. Nachdem der junge Mann ruhig seinen Namen genannt, erhebt sich der Herr Polizeisekretär und löst die„Gesellschaft" auf. Allgemeine Heiterkeit— denn Jeder glaubt, e« sei ein Bierwitz. Bald sollten die Leute emes Andern belehrt werden, denn zum zweiten Male ertönte eS mit Donnerstimme:„Die Versammlung ist geschlossen". Mitleidig lächelnd blickt Alle« nach dem Tische, von welchem der Ruf er- schallte. Es wurde nun der Wirth defragt, ob heute in seinem Lokale eine Versammlung sei; auf sein Verneinen, und da eS noch nicht 9 Uhr war, blieben Alle ruhig sitzen. Plötzlich erscheinen noch drei Diener der heiligen Hermandad, und wer nun nicht gut- willig ging, wurde hinausgeworfen, wiederum mit obligatem Auf- schreiben an der Thür. Auch gegen diese Uebelthäter ist die Vor- Untersuchung eingeleitet, weil sie sich an einem vorläufig geschlossenen Vereine noch ferner betheiligt haben sollen. Es sind wieder ca. 18 Mann, einswließlich der„Führer". Nach Privat-Mttiheilung eines Beamten ist der hiesigen Polizei vom Staatsanwalt zu Potsdam, von Staöl- Holstein ist sein Name, die Weisung zu- gegangen, jede Gesellschaft, in welcher sie einen der„Führer"— frühere Vertrauensmänner— antrifft, auseinander zu jagen. Danach sind wip drei, Lorenz, Drechsler und ich, glücklich von jeder.Gesellschaft ausgeschlossen. Der Staat ist nun wohl ge reitet! Weiter habe ick noch zu berichten, daß am 9. September auä- die drei früheren Vertrauensmänner wegen Mißbrauchs deS Vereins- und Versammlungsgesetzes verurtheilt wurden, und erhielt Jeder 15 Thlr. Geldstrafe, resp. eine Woche Gesängniß; ebenso wurden w:r in die Kosten verurtheilt und es wurde auch die de- sinitive Schließung der hiesigen Mitgliedschaft ausgesprochen. Sämmtliche Angeklagte veriheidigten sich selber, und ist gegen daS Erkenntniß Rekurs ergriffen. Der H ruptbelastungSmomsnt soll die Abschickung der Parteibeiräge durch die Vertrauensmänner an de: Ausschuß sein. Und nun, Arbeiter von Luckenwalde, haltet unerschütterlich fest an der gewonnenen Ueberzeugung, und zeiget, daß Ihr auch außer- halb der Organisation brave Sozialdemokraten sein könnt, denn jeyt werdet und müßt Ihr einsehen, daß m sere Sache die Sache der Unterdrückten ist; wäre dies nickt, würeen alsdann Staat und Gcldsack so energisch die Unterdrückung unserer Bestrebungen betreiben? Denket bei den bevorstehenden Maßregelungen an jene edle Römerin, welche begeisterungsvoll anSrief:„Es schmerzt ja nicht!" Ihr aber, die Ihr nock nicht zu leiden braucht, bedenket, daß Familienväter von acht Kindern in den Kerker werden wan- dern müssen. Mit Gruß!' W. Ehrhardt. �««r, 12. Oktober. In Nummer 117 unseres hiesigen Stadt- organS,„Der Gemeinnützige", steht eine Privatmittheilung aus Berlin, welche mich veranlaßt, den„Volksstaat" zu ersuchen, von dieser Mittheilung Notiz zu nehmen. Besagter Artikel schilvert „Einen Abend bei Schulze-Delitzsch". Verfasser desselben ist, wie ich ersabren, der frühere Reporter Nathan Schlesinger in Berlin. Derselbe liefert die Leitartikel auf Empfehlung von Franz Duncker, nachdem die Herren'Eugen Richter und Ludolph Paristus zu theuer waren. Gleichzeitig fabnzirt de- selbe in Berlin die Privat-Mit- theilungen der Berliner„LolkSzcitung". Doch zur Sache. Nach einem Citat führt der Verfasser aus, wie eS ist, wenn sich Fürsten besuchen, und gleich darauf werden die Besuche der Geiftesfürsten geschirdert. Sind die ersteren Besuche oft unheilvoll, so sind letztere an- regend,„und welch eine Fülle von eingepflanzter Begeisterung, von schöner Verkörperung deS Idealen, trägt man heim als segenö reiche Frucht eines solchen Besuches." Dieses haben die sechs Vorstandsmitglieder des BerlinerArbeitervereinS erfahren, die Schulze in seiner Villa zu Potsdam eingeladen hatte. Als Sprecher fun- girten Hr. Red. N. Schlesinger, sowie R. Krebs(die andern konnten vor lauter Befangenheit nicht reden). Nachdem nun Schulze selber die Thüre aufgemacht(hört!!!), führte er sie durch den(45,000 Thlr.-) Garten nach der Veranda. Hier setzten sie sich um Schulze, nachdem letzterer ein paar Flaschen Rvlhspohn hatte holen lassen. Und jetzt begann eine Unterhaltung, von welcher der Verfasser sagt:„Die Scene erinnerte uns lebhaft an die vom göttlichen Plato überlieferten Unterhaltungen des So- krates mit seinen Schülern." Doch alles kann Nathan nicht mit- theilen,«sonst müßt' er eben ein ganzes Buch darüber schreibeu," er läßt also Schulze noch etwas hohe nationale Politik treiben, bis derselbe, nachcem er die Aufgaben der Fortschrittspartei dar- gelegt,„mit einer gewissen Wehmuth" die„Frage feines einstigen Nachfolgers im Amte der Anwaltschaft" bespricht(Keine Sorge, lieber Nathan, räch Schulze kommen Sie in seine Stelle). Nach einigen romantischen und elegischen Verzückungen schließ! der Ver- fasser. Was soll man zu solch servilem Geschreibsel sagen, das unsere Otdenburger nicht einmal verstehen. Uebrigens muß N. Schlesinger jetzt wohl der Vorsitzende deS Berl. Arb. Vereins fein, denn er spricht stets zuerst von sich. Zn meiner Zeit war Krebs Vorsitzender, und Nathan hielt Vorträge, ix Bortrag 10 Gr., im Berliner Arbeiteiverein. München, 11. Okibr. Montag, den 5. d., hielten wir eine allgemeine Schubmacher-Versammlung ab, welche zahlreich besucht war. Aus der TägeSorduung stand:„Die Lage deS Schuhmacher Gewerbes, und wie ist dieselbe zu verbessern?" In das Bureau wurden gewählt: Geyer als 1., Burger als 2. Vorsitzender, und Unterzeichneter als Schriftführer. Unser Freund Bock, welcher sich hier aus einer Agitatiorrsreise befanv, referirte in klarer und leicht faßlicher Weise. Er betonte namentlich, wie die Arbeiter zusam men gehen müßten, um sich eine bessere Stellung zu verschaffen; je mehr wir zur Erkenntniß kämen, desto weniger werde eS unsern Gegr ern möglich sein, uns auszubeuten. Nur durch Organisation könnten wir unser Ziel erreichen. Wie es gegenwärtig in Eng- land ist, so wird es auch bei uns noch werden: auf der einen Seite die Kapitalisten, auf der andern Seite das Proletariat. Al« in Hannover die Schuhmachergehilfen eine Lohnerböhunz von 25 Prozent verlangten, wurden sie schnöde- zurückwiesen, und als sie deshalb zum Strike griffen, haben die Meister die Namen der strrkenden Gehilsen bekannt gematt, um ihnen jede Arbeit zu ent- ziehen. Sie wurden als AibeitSscheue, Stromer und Landstreicher bezeichnet. Redner führt nun ein Beispiel an und berechnet, daß in Gotha in einer Fabrik wöchentlich 900 Paar Stiefel gefertigt werden. Der Fabrikant kauft für mehrere tausend Thalcr Leder ein, wodurch ihm wenigstens 40 bis 50 Prozent in die Tasche fallen. Den Kleinmeistern, welche nicht so große Einkäufe machen können, ist eS unmöglich, den Fabrikanten Konkurrenz zu bieten, und sie müssen deshalb unterliegen. Die Kleinmeister, welche sich heute noch gegen uns stellten, werden in kurzer Zeit mit dem nämlichen Schicksal zu kämpfen haben, wie wir heute. Redner er- wähnt serner den geringen Verdienst, welcher trotz der langen Arbeitszeit nicht mehr als 4—5 Thaler wöchentlich beträgt. Spät in der Nacht verläßt der Schuhmacher die Arbeit, und nach kurzer Ruhe steht er wieder auf zur Arbeit, und dennoch sei eS nicht möglich, so viel zu verdienen, um die dringendsten Bedürfnisse zu besriedigen. Unv dennoch wird vom Uebermuth gesprochen, wenn sich die Schuhmacher zur Lohnsteigerung vc, anlaßt sehen. Weiler berichtet Redner, daß in Erfurt die Schuhmachergehilsen mit einer Lohncihöhung abgewiesen wurden, während die ganze Einwohner- schaft die traurige Lage der Schuhmacher erkannte. Es wird oft gesagt, e! ginge uns zu wohl! Nun, diese Leute sollen veisuchen zu arbeilen wie wir, und wenn sie dann noch behaupten können, cS ginge uns zu wohl, dann wolle Redner als Lügner dastehen. Zum Schluß erging sich Redner über die Schließung der hiesigen Gewerkschaft und ermuntecle die davon Betroffenen, nicht muthlos zu werden und sich Irnich Maßregelungen nicht beeinflussen zu lassen, welche unmöglich gerechtfeltigt fein können. Die Regierung müsse den Polizeibeschluß ausheben, sollte aber dieses nicht der Fall sein, so sei wieder die Parole:„Organisation!" Lang an haltender Beifall wurde dem Redner gezollt. Nach Bock ergriff EndreS aus Augsburg daS Wort. Es sei viel zur Tagesordnung zu sprechen; ein Jeder fühlt ja selbst seine jgedrückte Lage. Bei dem Beamtenstande sei es gerade so wie bei uns Arbeitern. Die höheren Beamten, welche nur ein paar Stunden täglich arbeiten, haben eine bedeutende Einnahmt wädrend die niederen vom früben Morgen bis Abends arbeitel müssen und dabei eine geringe Besoldung erhalten. Hier wurbj" der Redner vom anwesenden Polizei- Commissarius zur TageSorb�wl nung veiwiesen. Redner kam dann daraus zu sprechen, daß vuIh� Leute sagen, die Arbeiter trieben zu viel LuxuS. Er wäre einmal '.......... MM gefragt worden, wie es käme, daß die Arbeiter jetzt täglich Wirlhshaus gingen. Hier forderte der Vertreter der heiligen H«' mandad den Vorsitzenden aus, dem Redner das Wort zu erb� ziehen. Als aber der Vorsitzende erklärte, daß er keinen Grund zur Wortentziehung finde, wu'de die V-rfawmlunz polizeilich ans-z� gelöst(!). Die Anwesenden verließen hierauf daS Lokal. Es ist nolf zu bemerken, daß die Minderjährigen aus dem Lokal hinauSH.? gewiesen wurden. Zum Schluß fei noch erwähnt, daß wir trotz der vielen Nachts stellungen nicht erlahmen werden, unsere gedrückte Lage zu bessern. Darum, College», seid einig in Eurem Bestreben! Mit brüderlichem Gruß Feßmann.! Zur Berichtigung schreibt man un« auS Berlin: An de» Herrn Correspondenten I?. in Nr. 123 d. Bl. S'�xT wil] Aufklärung diene Ihnen, daß Hierselbst nur ein Wahlvercin unso Partei, der sozialdemokratischen Arbeiterpartei(Elsenacher Pv_ gramm), epistirt, daß dagegen der Allgemeine deutsche Arbeits verein mit der Gründung einer solchen Verbindung bis jetzt voraeaanaen ift.|' Eberhard.; vorgegangen ist. Berlin, den 23. Oktober 1874. Briefkasten Quittung der Expedition. B. I. Mllr hier Schr. 3 thlr. 27. Schltz Ha" iurg Ab. 8 ihlr. 28., Schr. 20 ihlr. Frdch. Anger Schr. 2 gr. Jrsce Slbc. 6 gr. 8. Kglclb. d. Rothen Ann. 17 gr. 5. O. W Sw London Schr. 5 thlr. Hirmnn Zittau Schr. 12 5. Exved. d.„@f deutschen BolkSstimme" Schr. 4 tylr. 7. 5. Wckssr Würzburg S 1 thlr. 18. Js. Schmdt Brauen bürg Ab. 1 thlr. Wllck hier S 1 thlr. 6. I. Mllr hur Ann. 7 gr. 5. Brtrm hier Ab. 25 gr. Darmstadt Schr. 17 gr. Zmp hier Ab. 5 gr. 5. Fnk hier S 3 thlr. 2V. 5., Ann. 5 gr. Bchhm hier Schr. 25 gr. 6. Dll Em Schr. 7 gr. Knpp Fulda Schr. 20 gr. 5. Kpplngr Graz 17 gr. HI hier Schr 2 thlr. I. Mayer Tburgau(Schweiz) Ab. 1 thlr. M- Useinen Schr. 7 gr. 5. G. Rdr Naundorf b. Staßsurt Schr. 2 thlr. 1 A. Rchtr Berlin Ab. 1 thlr. 10. B. Brbm Golba Ab 7 thlr. P. t � Philadelphia Ab. 5 thlr. 29. 6.. Schr. 44 thlr. 4 pf. F. Stgm Biü lau Schr. 2 thlr. �ftud Für die Wahl im 14. süchs. Wahlkreis.., 6. Gerhard hier 1 thlr., Dr. M. Breslau 10 thlr., Ado. F. h-V1'' e 20 thlr., v. Turnern d. Ab.-Bild.-Bereins hier 1 thlr., I. Kickena�lc> Fulda 1 thlr., Holzarb.-Gew� hier 8 thlr. 6._ Aftl Itlssit Fond für«emahregelle. ,1-,- Bon I. Kickenpp Fulda 9 gr. 5., von Turnern d. Arb.-Bild.-NMer 1 thlr. ji du GeuosseuichaftSbuchdruckerei. Antheilscheine bez. Antheilquiltungen erhielten ferner: Ja Reu! E. G. 10 thlr. Anzeigen ze« Die rechts in[] angegebene Ziffer ist chie a Preis der betreffenden Annonce. ivis, Sozialdemokratischer Arbeiterverein. �>e f lll 1(1 IUI Donnerstag, d. 29. Oct, Aden»« 9 Uyr: Versamml>eittur im SchuhmacheramthauS, gr. Bergstr. 139.— T.-O.: Innere BereiMuldi angelegenbeiten. 1 h, Znm vollzähligen Besuch ladet ein_ Der Vorstand. M.ls Gewerlschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 7. November 1874, in Klett Gesellschaft«- Garten(Wexstraße): Lrstes Stiftungsfest und Aalt. Festrede gehalten von Herrn I.»uer. Preis a Karle 6 Schillinge.— Damen frei. Alle Freunde und Gesinnungsgenossen werden sreundlichst eingela (2b)__ TuS Comils.(2f ftittiniltli*!* Sozialpolitischer Arbellerverein. j liec Sonnabend, den 31. Oct., Abend« halb 9 Uhr,� 1> Lokale de» Hrn. Bartling, Kaochenhauerstraße 59: Ocffentliche llfdrs, gliedcriiersammluug— T.-O.: 1) Sozialpol. Wochenbericht. 2) � Di irag 3) V-reinSangelegenheiten.. Pünktliche« und zahlreiche« Erscheinen der Mitglieder erforderl r110 Gäste haben freien Zutritt. A. Petzsch, d. ,. Boisitzende NB. Die Vereinsversammlungen finden regelmäßig jeden SonnaU>N zu obengenanntem Lokale wie zur selben Zeit statt.__'tiebe Einladung W vvipjlg zum Concert und Ball der Schneidcrgehülfeu jßebl Montag, den 9. November d. J. im großen Saale der„Eeniralyali>tbei Anfang 7 Uhr Ende 4 Ubr.— Entrs 3 Gr., incl. Tanz 12>/z Gl> 1 Damen in Begleitung eine« Herrn frei. Der Borstand und Ausschuß (2aS) der Schneider- und Gärtner-Krankenkasse. sl7 Arbeiier- Bildmigs- Verein. pge, �.(-(�>j(g Am Sonnabend, d. 7. Nov., findet da« diesjährilj.� Herbstfest, bestebeud in Eoncert. G esang(von den Sängern de« Nerein»), F<' B rede und Ball in der„Tonhalle" statt. Ausang 7 Uhr Abend».(3a) Der Borstand. H-S [Ufer' Un» ruf-j Gewerkschaft der Holzardeiter. Freitag, den 30. Oct, Windmühleustraße 7: sammlung.— Sozialer Wochenbericht; Res. Hoppfer. Der Borstand V»esp » A Sozialdemokratischer Arbeilerverrin. Donnerstag, den 29. October, Abend«>/z9 Uhr: schlosseue Mitgliederoersammlung in der„Gesellschaftshalle." T.-O.: VeremSaugetegenhetten.— Da« Erscheine» aller Mitgli« < chiv sen, ist erforderlich. Der Borstand. � Da ich im Lause dieser Woche meine Hast im BezirksgerichiSgefängi». zu Bayreuth antrete, ersuche ich alle Freunde und Parteigenossen etwS( � Briese unter der Adresse Carl Wendel, Bayreuth, Kauzleistraße zu senden. Mit Gruß M. v. d. Linde. Soeben erschien: Protokoll des 5. Congresses der sozial-demokratischen Arbeiterpak abgehalten am 18., 19., 20. und 21. Juli 1874 zu Coburg. Prei« 3>/z Groschen Die Expedition des„Bolksstaat� en Berantwortlicher Redakteur: M. Preißer(Lindenau). Redaktion Hoheftr. 4, Ezpediti-u Zecherstr. 44, in Leipzig. Druck und«erlag der GeuossenschaftSbuchdruckerei in Leipzig. fyip Si d 'Inei >nb iter Ii u a " K Si hiv ii i °r I u I°bst. eii »»öl �-n