hm« :rt» )utt|. wrfdjeitrt tn Leipzig iordMttwoch, Freitag, Sonntag. Jestellungen nehmen an alle ' Aostanstalten u. Buchhand- Mnwngen des In-».Auslandes. entck �lial- Expeditionen . die Bereinigten Staaten: iSL 5- A. Sorge, 31 101 Hoboken, N. J. " 0I. Peter Haß, tauM. W. Corner Third and [eoateB str, Philadelphia. Rai' Abonnementspreis für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2ten u. äten Monat und auf den Zten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat des Quartals ä ö'/s Sgr. DrgandersozialÄemokrattschenArvetterpaMundderinteWMonalenGmerksgenossenschastm. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Bereins- und Boltsversamwlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Angelegeuheiten betreffend, werden mit 1 Ngr., Anzeigen mit 2 Vi Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Privat- und BergnügungS- nse' Pr< »eiti nii Äl'. 127. Ireitag, 30. Oktober. 1874. Idthüllungen über den Kommunisten-Prozetz zu Köln.! H-l Sm' cd.! Von Karl Marx. ___ 1853. (Unveränderter Abdruck.) (Fortsetzung.) II. DaS Archiv Dietz. TaS bei den Angeklagten vorgefundene„Manifest der kouv soe unifiischen Partei" vor der Februar-Revolution gedruckt, seit 'SWhren im Buchhandel befindlich, konnte seiner Fv>m und Be- SWmmung nach nicht das Programm eines„Komplotts" sein. Die Mlfcfirten Ansprachen der Centraibehörde beschäftigten fich aus- Sipteßlich mit dem Verhältniß der Communisten zur künftigen Re- äucastiernng der Demokratie, also nicht mit der Regierung Friedrich H Wilhelm IV. Die Etatuten endlich waren Statuten einer ge- �. leimen Prrpagandagesellschast, aber der(.'oSs xenal enthält keine » blasen gegen geheime Gesellschaften. AiS letzte Tendenz dieser �glhopaganda wird die Zerltümmerung der bestehenden Gesellschaft Ausgesprochen, aber der preuß. Staat ist schon einmal untergegangen —">l>d kann noch zehnmal wieder untergehen und definitiv untergehen, - hjii'htie daß der bestehenden Gesellschaft auch nur ein Haar ausfallt. kens�ie Communisten können den Auflösungsprozeß der bürgerlichen Gesellschaft beschleunigen helfen und dennoch der bürgerlichen Ge- ilischast die Aufiösung des prevß. Staates llberlasien. Westen di- Am 5. August 1851 erhielt Stiebcr zu Berlin„in einem starken Packet in Wachsleinwand" von London das Archiv Dietz, nämlich einen Haufen von Dokumenten, von„sechzig einzelnen Piecen". So schwört Stieber und schwört zugleich, daß diese« Packet, das er am fünften August 1851 erhielt, unter andern Briefe des leitenden Kreises Berlin vom zwanzigsten August 1851 enthielt. Wollte man nun behaupten, Stieber begehe einen Meineid, wenn er versichert am 5. August 1851 Briese vom 20. August 1851 erhalten zu haben, so würde er mit Recht ant- Worten, daß ein königl. preuß. Rath dastelbe Recht hat wie der Evan- gelist Matthäus, nämlich chronologische Wunder zu begehen. Du passant. Aus der Aufzählung der der Partei Willich- Echapper entwandten Dokumente und aus den Daten dieser Do- kumente folgt, daß diese Partei, obgleich durch den Einbruch deS R-uier gewarnt, noch fortwährend Mittel fand, sich Dokumente stehlen und sie an die preußische Polizei gelangen zu lasten. Als Stieber sich im Besitz deS in starker Wachsleinwand ein- gewickelten Schatzes fand, wurde ihm unendlich wohl.„Das ganze Gewebe, schwört er, lag klar vor meinen Augen enthüllt." Und was barg der Schatz in Bezug auf die„Partei Marx" und die Kölner Angeklagten? Nach Stieber'S eigener Aussage nichts, gar nichts als„eine Origivalerklärung mehrerer Mitglieder der Centralbehörde, welche offenbar den Kern der„Partei Marx" bilden ä. ä. London den 17. Stptcmber 1350, betreffend ihren Austritt £7-. z.-Stüter Zweck eS wäre, den preußtschen Staat zu stürzen, und wer!auS der Kommunisten� Gesellschaft in Folge deS bekannten Bruchs __ diesem Behuf die Zertrümmemng der Gesellschaft alö MitteLam 15. September 1850." So sagt Stieber selbst, aber auch in tyrte, der gliche jenem verrückten Ingenieur, der die Erde dieser harmlosen Aussage vermag er nicht einfach daS Faktum zu eudHftevgen wollte, um einen Misthaufen aus dem Weg zu räumen. Ii Aber wenn daS Endziel des Bundes der Umsturz der Ge- — �illlschaft, so ist sein Mittel nothwendig die politische Re- Elution, und er implizirt den Umsturz des preuß. Staats, wie m Erdbeben den Umsturz des Hühnerstalls implizirt.— Aber sagen. Er ist gezwungen, eS in eine höhere Potenz zu erheben, um ihm polizeiliche Wichtigkeit zu geben. Jene Originalerklärung enthält nämlich nichts als eine in drei Zeilen bestehende Anzeige der MajoritätS-Mitglieder der ehemaligen Centralbehörde und ihrer Freunde, daß sie aus dem öffentlichen Arbeiterverein � Angeklagten gingen nun einmal von der frevelhaften Ansicht[ der GreatMindmill-Street austreten, nicht aber auS einer„Komis, daß die jetzige preuß. Regierung auch obne sie fallen werde, munisten-Gesellschaft". ie stifteten daher keinen Bund zum Sturz der jetzigen preuß. Re- � Stieber konnte seinen Korrespondenten die Wachsleinwand irung, sie machten sich keines„hochverräterischen Komplotts"! und seiner Behöide die Porto-Kosten ersparen. Er brauchte nur WWWWWWUWWWWWWWWWI Hat man die ersten Christen je angeklagt, ihr Zweck sei, den :en besten römischen Winkelpräsekten zu stürzen? Die preußische j|laattphilosophen von Leibnitz bis Hegel haben an der Absetzung »t Lottes gearbeitet, und wenn ich Gott absetze, setze ich auch den »Big von GotteSgnaden ab. Hat man sie aber wegen Attentat " daS HauS Hohenzollcrn verfolgt? Man konnte also die Sache drehen und wenden wie man Ute, das vorgefundene Corpus delicti verschwand wie ein Ge- Ast vor dem Tageslicht der Oeffentlichkeit. Es blieb bei der »ge des Anklagesenats, daß„kein objektiver Thatbestanv" liege und„die Partei Marx" war böswillig genug, während � l'/ü Äahre, die die Untersuchung währt, kein Jota zu dem «rliegenden Thatbestand zu. liefern. Diesem Mißstand mußte abgeholfen werden. Die Partei . Allich-Schapper, in Verbindung mit der Polizei, half ihm ab. endWkU wir, wie Herr Stieber, der Geburtshelfer dieser Partei, tnadif in den Kölner Prozeß eingeführt.(Siehe die Zeugenaussage iieber's in der Sitzung�vom 13. Okt. 1852). Während Stieber sich im Frühling 1851 in London befand, lfeu Leblich die Besucher der Industrieausstellung vor Stiebern und .loa#>ebern zu schützen, sandte ihm das Berliner Polizei- Präsidium - � i Kopie der bei Nothjung gefundenen Papiere,„namentlich, ivörl Stieber, wurde ich auf das Archiv der Verschwörung auf- irksam gemacht, welches nach den bei Nothjung gefundenen _L>»Pieren i,n London bei einem gewissen Oswald Dietz . igen und die ganze Korrespondenz der BundeS-Mit- ieder enthalten mußte." Da« Archiv der Verschwörung? Die ganze Korrespondenz � Ft r Bundes-Mitzlieder? Aber Dietz war der Secretair der Wil- i-Schapper'schen Centralbehörde. Befand sich also das Archiv [IV itr Verschwörung bei ihm, so war e« das Archiv der Willich- —"i happer'schen Verschwörung. Fand sich bei Dietz eine Bundes- • K»respondenz, so konnte es nur die Ko respondenz des den Kol- r Angeklagten feindlichen Sondcrbundes fein. AuS der Muste ud �»g der bei Nothjung vorgefundenen Documente folgt indessen ch mehr, nämlich daß nichts darin auf den Oswald Dietz als r:< chiv-Verwahrer hinwies. Wie sollte Nothjung auch in Leipzig Isen, waS der„Partei Marx" zu London selbst unbekannt war. itglte Stieber konnte nicht direkt sagen: Nun paffen Sie aus meine Iren Geschworenen! Ich habe unerhörte Entdeckungen in Low n gemacht. Leider beziehen sie sich auf eine Verschwörung, wo eUt'• die Kölner Angeklagten nichts zu schaffen und worüber die �lner Geschworenen nicht zu richten haben; die aber den Vor- , Ab hergab, die Beschuldigten IV- Jahre im Zcllengefängniß zu ide.»den. So konnte Stieber nicht sprechen. Nothjung's Jnterven- � B war unerläßlich, um die in London gemachten Enthüllungen l aufgestieberten Documente in einen Scheinzusammenhang mit i � Kölner Prozeß zu bringen. rpctf Stieber schwört nun, ein Mensch habe sich ihm erboten, das �iv für baareö Geld von Oswald Dietz zu kaufen. Die That- he ist einfach die: Ein gewisser Reuter, preuß. Movchard, der nie lr kommunistischen Gesellschaft angehört hat, wohnte in dem- rot"' Rn Hause mit Dietz, erbrach dessen Pult während er abwesend ' und stahl.seine Papiere. Daß Herr Slieber ihn für diesen Abstahl bezahlt hat, ist glaublich, würde Stieber aber schwerlich x einer Reise nach van DiemeS-Land beschützt haben, wäre daS Alöver während feiner Anwesenheit in London bekannt ge- en. verschiedene deutsche Blätter vom September 1850 durckzustiebern, und Stieber fand gedruckt, schwarz auf weiß, eine Erklärung deS „Kernes der Partei Marx", worin sie mit ihrem Austritt auS dem FlüchtlingSkomitä zugleich ihren Austritt aus dem Arbeiter verein der Great-Windmill-Strcet anzeigen. DaS nächste Resultat der Stieber'schen Recherchen war also die unerhörte Entdeckung, sdaß der„Kern der Partei Marx" aus dem öffentlichen Verein der Great-Windmill- Street am 17. September 1850 ausgetreten sei.„Das ganze Gewebe deS kölnischen Kom plottS lag klar vor seinen Augen enthüllt." Das Publikum aber traute seinen Augen nicht.(Forts, folgt.) (Fremdwörter-Erklärung: saisirt, beschlagnahmt; oorpu» delicti, Werkzeug, womit strafbare Handlung verübt worden, greisbarer Beweis eines Verbrechens vdir Vergehens; eu paesant, im Vorbeigehen; Recherchen, Nachforschungen.) Die Kathedersozialiste« und der Arbeits- Vertragsbruchs). Der Verein der Kathedersozialisten oder, wie er sich später ver- schämt genannt hat, für Soeialpolitik, hat durch den Beschluß über die Strasbarkeit des Kontraktbruchs seine eigene Todtenglocke geläutet. Es war von vornherein für jeden halbwegs Verständigen nicht zweifelhaft, daß eine Vereinigung von so heterogenen Ele- menten, wie sie sich allgemach in Eisenach zusammenfanden, auf die Dauer unmöglich Stand halten konnte. Männer, wie die Profefforen Adolf Wagner, Gustav Schmoller konnten unmöglich auf die Dauer mit nationalliberalen Realpolitikern von dem Schlage eines Gneist und Shbel oder gar mit Anhängern des plattesten vulgärökonomischen Manchesterthums ä la EraS an einem Strange ziehen. Und gegenüber der glänzenden radikalen Ein- leitungsschrist eines Schmoller war es gleich von Anfang ein trü- bes Prognostikon für den Kathedersozialisten-Verein, daß er unter dem Präsidium deS wahren Typus eines Nationalliberalen wie Gneist, zusammentrat, dessen fortwährend proklamirteS Ideal die sogenannte Selbstverwaltung im plutokratisch- englischen Sinne, d. h. die Regierung der„besitzenden Klaffen" ist. Unter diesen Umständen mag jene von dem Conservativ- Sozialisten Meyer unlängst im„Daheim" aufgestellte Vermuthung vielfach Glauben finden, wonach der Kathedersoeialisten-Verein nur erfunden sein soll, um durch die Masse der unter diesem Namen zusammenge- trommelten„unschädlichen" Elemente die„gefährlichen" Professoren unschädlich und so also den KathedersoeialiSmuS durch die Katheder- soeialisten todt zu machen— ein Manöver, daS bekanntlich in der Politik nicht neu ist und zur Abwechselung auch einmal auf öko- nomischem Boden versucht worden sein mag. Möge nun ein solch feiner Plan in Wahrheit bestanden haben oder nicht, der Erfolg ist jedenfalls eingetreten, daS hat die dies- jährige Verhandlung über die Bestrafung des Bruchs deS Arbeits- Vertrags aufs Evidenteste ergeben. Dieses platte Projeet bornirte- ster AsterweiSheit ist von dem Berein mit 31 gegen 27 Stimmen angenommen worden, nachdem der Referent Professor Helo aus Bonn, Max Hirsch und Prosissor RöSler dagegen, der Correserent Redakteur Dannenberg auS Hamburg, Landrath Tiedemann und Professor von Sybel aus Bonn dafür gesprochen hatten. Jnter- essant wäre eS, die Namen sämmtlicher Votanten zu erfahren, daS *) Dieser Artikel rührt, wie die„Neue Breslauer Mvrgenzeitung", der er entnommen ist, besonders bemerkt, von einem bedeutenden praktischen Juristen her. Gewicht der 27 Stimmen der Minderheit würde sich der Spreu der Majorität gegenüber imposant(?) genug ausnehmen. Die Thesen des zum Sieg gelangten Correferenten sollen gleich wörtlich mitgetheilt werden. Sie sind so ungeheuerlich, schlagen aller Vernunft und allem Recht dermaßen ins Gesicht, daß die beiden Damen Logik und Jurisprudenz große Trauer anlegen müßten, wenn der Versuch der 31, in das eherne Rad der Ge- schichte und in die noch eherneren Gesetze der Vernunft einzugreisen, nicht auch für sie so überaus komisch wäre. Die Thesen lauten also wörtlich:\ 1) Der Bruch des Arbeitskontraktes und die direkte oder in- direkte Verleitung zu demselben erscheint nicht nur als ein nament- lieh daS Kleingewerbe und die Landwirthschaft schwer schädigendes wirthschaftliches Uebel, sondern vor Allem als ein schweres Unrecht, da« vom moralischen Standpunkt aus, durchaus verdammt wer- den muß und dessen Bestrafung vom rechtlichen Standpunkt au» zulässig ist. 2) Die eivilrechtliche Schadenersatzklage hat sich in den meisten Fällen als gänzlich unwirksam zur Verhütung und Bestrafung des ArbeitskontraklbrucheS gezeigt. 3) Eine straftichter- liche Verfolgung des Arbeitskontraktbruches, sowie der Verleitung zu demselben ist deshalb nothwendig; jedoch hat dieselbe nur dann einzutreten, falls durch den Kontraktbruch ein Schaden verursacht worden ist und der Kontraktbrüchige den Ersatz desselben weigert oder dazu außer Stande befunden wird. Gleichzeitig sollte indeß ein Gesetz erlassen werden, welches Vereinen, die für Kontrakt- brüche ihrer Mitglieder haften, Korporationsrechte ertheilt. 4) Um den Inhalt eines Arbeitskontrakte» außer Zweifel zu stellen, sind die Kontrahenten zu schriftlicher Abfassung desselben zu verpflichten. ES sind zu diesem Zwecke Kontraktbücher einzuführen, welche hin- sichtlich der Dauer des Vertrages, der etwa vorbehaltenen Kün- digungSfrist, der Höhe des Lohnes und der Art der Dienstleistung in übersichtlichen Rubriken die vereinbarten Bestimmungen ent- halten. Von der Eintragung in ein solches Kontraktbuch ist die Klagbarkeit des Vertrages abhängig zu machen. 5) Die strafrecht- liche Verfolgung deS ArbeitskonttaktbrucheS und der Verleitung findet nur auf Antrag des Geschädigten statt. Lassen wir die ökonomische Seite der Sache, obgleich dieselbe di- bei weitem wichtigere und tiefere ist, sogar ganz bei Seite und prüfen wir die Thesen bloß vom rechtlichem Standpunkte! Wir werden zunächst belehrt, daß der Bruch des Arbeitsver- trag« nicht nur ein wirthschaftliches Uebel, sondern auch etwaS Unmoralisches ist. Nun hat aber die Jmmoralität, welche übrigens sehr von der Beschaffenheit des einzelnen Falles abhängen wird (man denke z. B. an Uebervortheilung durch einen Wucherer), mit der Frage des Rechts und Strafrechts bekanntlich absolut Nichts zu schaffen, ist also höchst überflüssiger Weise erwähnt. Dafür werden wir dann zweitens durch die leider nur gar nicht neue Wahrheit entschädigt, daß der Bruch eines juristisch giltig abgeschlossenen Vertrags ein eiviles Unrecht ist. Wahrschein- lich traute man nicht recht, daß die bösen Professoren diesen Satz, der jdoch eigentlich nur eine Tautologie ist, nicht gelten lassen wollten und hat ihn daher in seiner Unbestreitbarkeit wuchtig und in die Augen fallend vor den erstaunten Blicken des Philister- thumS aufgeschichtet. Endlich kommt dann noch in dem, wie wir sehen, überaus fruchtbaren ersten Satze die dritte These, daß die Strafbarkeit des Arbeits- Kontraktbruchs zulässig sei. Warum ist aber die Nicht- Erfüllung eines eivilen Kontraktes— denn nur darum handelt es sich, das Wort Kontrakibruch, das eine positive Handlung be- zeichnet, enthält schon„die erste Lüge"— strafbar? Wir suchen nach den Gründen vergebens. Oder sollen wir annehmen, daß die 31 civilistisches Unrecht und strafbare Handlung für Eins halten? Aber das weiß doch der jüngste Advokateufchreiber, daß ver schlechte Zahler, der erst verklagt werden muß, zwar oft höllisch viel Kosten bezahlen muß, daß aber von einer hochnoth- peinlichen Strafe für einen solchen bisher Nichts bekannt gewor- den ist! Wie lösen wir also, Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur? Doch wir thaten den 31 beinahe schon Unrecht. Die Be- gründung hinkt ja in der dritten These nach, nachdem ihr in der zweiten These ein mächtiges Fundament errichtet ist.„Die civil- rechtliche Schadxnersatz-Klaze hat sich— so heißt es— in den meisten Fällen als gänzlich unwirksam zur Verhütung und Be- strafung*) des Kontraktbruches erwiesen" und„deshalb"— nun deshalb ist eine strafrechtliche Verfolgung desselben und der Ver- leitung hierzu nicht nur zulässig, sondern sogar nothwendig. Papinian und Feuerbach, Hegel und Kant, und wie Ihr Juristen und Philosophen in Himmel und Hölle alle heißen wöget, helft meinem armen zermarterten Menschengehirn doch über dieses Di- lemma hinweg. Ich hatte in Eurer Schule gelernt, daß die Göttin des Straftechts zwar eine strenge aber hehre und erhabene Göttin sei, welche nicht nach Nutzen, Vortheil und Zweckmäßigkeit, son- dern nur darnach fragt, ob die zu bestrasende Handlung eine Verneinung deS allgemeinen Rechtsstandes ist. Aber die 31, die wissen es ja besser, sie bestrafen etwas, was bisher und sonst nicht strafbar ist,— nämlich die Nichterfüllung eines Vertrages— bloS deshalb, weil die Schadenersatzklage wahrscheinlich ohne Er- folg, d. h. weil der Betreffende ein armer Schlucker ist. Und — es wird noch toller, eine neue Periode der Rechtswissenschaft beginnt und Euere alte schweinslederne Gelehrsamkeit wird kläglich zu Schanden! Denn nach dem Nachweis der 31 soll auch im einzelnen Fall die Strafe nur dann eintreten, wenn der Kontrakt- **) Anm. d. Setzer«. Also Zweck der civilrechtlichen Ersatzkiage ist auch Bestrafung? brüchige den Ersatz des Schadens weigert oder dazu außer Stande ist. Bisher habt Ihr alte Häuser immer gelehrt, daß eine Hand- lung im Augenblick ihrer Begehung entweder strafbar oder nicht Politische lieb erficht £ f f I 02 Ä•' I I I V V v»•»* V V W V L V � V 4 k-%' wi fc s�lbar Ist, daß ein reicher Dieb, auch wenn er hir.ierher das mehrere unserer größten nationalliberckien und ofsittösen q-tiungen, Gefto�lene drei, ach zuriick giebt, doch ein Dieb bleibt und bestraft z. B. die„Magdeburger Zeitung", die„Kölnische Zeitung", die wird. Aber das lautet ja jetzt anders. Wer bezahlen kann, bleibt!„Norddeutsche Allgemein- Zeitung" u. f. w. eine kolossal- Schwin j Die«achverzeichneten Kosten stnd binnen 3 Tagen a>! jbezrblen. Zur Preßkorruption. Seit einigen Tag«n�enkhalten� Crimmitschau, den 16. Ostober 1374. Der Stadtrath. Posszii-Hbtheiln», Wilisch. ein unbescholtener Mann, wer nichts hat, wird bestraft und ein gesteckt. Da ist auch nicht einmal eine Aehnlichkeit mit der Geld- strafe, wenn auch für die letzter- im Nichibczahlungsfalle Freiheits- strafe eintrit,'. Denn bei der Geldstrafe wird doch Jeder bestraft, der Reiche wie der Arme, und nur die Art der Bestrafung richtet sich nach dem Geldbeutel; nach dem neuen Vorschlag hängt aber die Strafbarkeit, überhaupt die Zulässtgkeit irgend welcher Strafe, von der Größe des Geldbeutels ab. Und dieses neue Projekl ist erfunden sieben Jahre nach Aufhebung der Schuldhast. „Mir wird von alle dem so dumm, Als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum!!" Die Juvalidenkaffen. K—z. Nachdem die Eisenacher sozialpolitischen Professoren zuerst für daS moralische Heil der Arbeiter gesorgt, indem sie durch Bestrafung der kontraktbrüchigen Arbeiter und der Unter- nchmer, die jenen etwa Arbeit geben, den Kontraktbruch durch Hunger mehr als durch kriminelle Strafen unmöglich zu machen anstrebten, gingen sie an die„Verbesserung" der materiellen Lage des Arbeiter standeS, nämlich an die Besprechung zu gründender Jnvalidenkassen.— Nur Schade, daß alle Borschläge darauf hinausgingen:„der Arbeiter möge das Geld für jene Invaliden- kasien selbst hergeben!" Darin waren sie alle von Hirsch-Duncker biS zum berü— hucken Wagener einig, die Einen aber wollten zum Beitritt durch Presse und Reiseprediger, die Andern durch polizeilichen Zwang veranlassen.— Den richtigen Vorschlag, die Arbeiterinvalidenkassen vom Staat dotiren(mit Geld versehen) zu lassen, hat Keiner gemacht. Augenblicklich sind die Kommunen verpflichtet, für ihre arbeits- unfähigen Armen zu sorgen. DaS ist allerdings, ich werde mich immer sehr milde und vorsichtig ausdrücken, nach meiner Ansicht für den Armen schlimm und sür viele Kommunen seit der Frei- zügrgkeit unbillig. DaS giebt Veranlassung zu Schreibereien hin und her über den UnterstützungSwohnsitz und über die Roth- wendigk>.it und Höhe der Unterstützung und veranlaßt, soweit meine Erfahrung reicht, die einzelnen Kommunen zu einem so niedrigen Betrag der Arwenunterfiützung, daß die öffentlichen Armen ohre Inanspruchnahme der Peivatwohlthätigkeit nicht exifti ren können. Die Arwenunterstützung ist seit dem»ktroyirten Drei klaffen-Wahlgesetz amch mit Entziehung deS Wahlrech.-S verbunden Es wird dadurch Um Empfängern öffentlicher Unterstützung in ton Augen vieler Mit�iirger ein Makel angehestet. Dieser Zustand ist allerdings unhaltbar, allein seine Aende- -Liiüg durch Uebernahme der Armenpflege durch deu Staat und GeüKihrung ausreichender Unterstützung ist' längst selbst in der liberalen Bourgeoispresse verlangt worden; d?»i ohngeachtet wissen die Eisenacher Professoren nichts Besseres zur Aenderuog des be- stehenden Zustande» als rlae neue Steuer(gezwungen oder auf- geredet) für die Arbeiter. Die Hirsch-Duncke-sschen, obgleich sie in der Beitragspflicht zu Zwangskassen mchtß- als eine andere Art der Umlegung der Armensteuer erkennen, verschweigen es, daß auch die freiwillige Jnvalidenl'asse nichts ist, al« eine Uebernahme der Armensteuer durch die Arbeiter, sie rühmen, daß in England durch die Unterstützung der fteiwilligen HilfSkassea den englischen Steuerzahlern 13 Mill. Thaler jährlich erspart wüvden. Praktisch kommen also auck die sreiwilligeu Arbeiur-PensiomSkaffen darauf hinaus, daß der Gesammtheit der Steuerzahler ,�Armen Lud Reichen, eine Leistung abgenommen und auf die Schultern der Arbeiter allein gelegt wird. Was die Arbeiter indessen nicht ganz abgeneigt macht, für ihre Invaliden selbst zu sorgen, ist eine falsch verstandene Noblesse, sie wollen nicht, daß man die Invaliden der Arbeit wie Staats- büraer zweiter Klaffe behandelt, indem man ihnen ein Bürgerrecht, das Wahlrecht, entzieht; aber anstatt vom Staate die Ab- stelluna dieser staaUichen Maßregel zu verlangen, sind sie thc.lwels geneigt sich selbst Opfer aufzulegen. Opfer, welche bei ihrer-lg-non Mitietlosigkeit dei. Invaliden der Arbeit nicht einmal ausreichende. Existenzmtttel gewähren können. Hier könnten nun Bourgeois— schreiber daS eherne Lohngesetz, von dem sie sonst nichts zu hören lieben, mir entgegen halten und könnten sagen: da der Arbeiter nur den gebräuchlichen Be- darf erwirbt, unter diesen aber auch sein Erwerb nicht herabge- drückt werden kann, so muß es dem Arbeiter gleich sein, ob er die Penstonssteuer zahlt oder nicht, der neuen Sleuer entsprechend muß sein Lohn steigen. Nein meine Herren, selbst bei-.n-m Steigen der Lebensmittelpreise steigt deshalb noch nicht der Arbe tS- lohn, wie Smiih schon vor 100 Jahren erkannt hat; und Professor Roscher sagt: Wie da« Wohlfeilwerden der Lebensmittel, wenn sich der Bedürfaißkreis des Alb-uerst-udeS nicht entsprechend vergrößert ein Sinken des Lohne» zur Folge hat. so muß daS Theuerwerden derselben, wenn der Lohn bereits so niedrig stand, um nur die unentbehrlichsten Bedürfnisse zu befriedigen, ein St-lgen des Lohn-S nach sich ziehen(das eherne Lohngesetz). Der Uebergang ist im ersten Fall ein ebenso behaglicher, wie im zweiten voll der traurigsten Krisen.- Laffalle, dem di-s- Citate entnommen sind, erklärt diese Krisen; es stnd Nahrungsverschlechterung, größere Sterblichkeit-c. Also wenn auch aus die Dauer der Lohn nie unter das absolute B-dürfniß herabsinkt, so kann eine gesteigerte Ausgabe für Lebensmittel, für Steuern doch bedauerliche Krisen herbeiführen, jedenfalls ist die nächste, to- allem sichere Folge der PenstonSsteuer eine Verringerung der Existenzmittel deS arbeitenden Menschen. ES bleibt also schon dabei: die PenslonS. st-uer, fei sie freiwillig oder gezwungen, legt dem Arbeiter allein-ine neu- Last auf zu Gunsten der Ge- sammtheit der Steuerzahler, worunter Arme unv Reiche sind, sie ist gleichzeitig ein falscher Weg, um für die Invaliden der Arbeit ausreichende und würdige Hilfe zu schassen. Ander» verhält es sich mit den allgemeinen Arbeiterkraukcn kassen. Zwar hätte, so meine ich, auch hier der Staat die natur- liche Pflicht und wäre auch am besten geeignet, m ausreichender und vrakt'.scher Weise sür die hilfsbedürftigen Kranken zu sorgen, allein dem früher bestehenden Fabrik- und JnnungSkassenwesen geaenüber ist die Gründung großer GewerkSkrankenkassen, die unter sich in Ass-curanz fi-hen, immerhin ein wesentlicher Fortschritt. Deshalb lassen sich auch alle sozialen Parteien daS Krankenkass-n- Wesen angelegen sein; die sozialdemokratischen Parteien sind sich dabei bewußt, daß die gegenwärtige Organisation bei den ge- ringen Muteln der Arbeiter nur ein Nothbehets bleiben wird. delannonce(dieselbe füll: fast eine ganz- Seite der„Kölnischen Zeitung), welche darauf hinausläuft, das Publikum in das Garn einer Glücksspieler Gesellschaft zu locken! Die Bauerniängerbande nennt sich: International Turf Investment Association(Internationale Pferderennen-Wett-Gesellschafk) und will den Gewinn bei Wettrennen als Lockspeise für das größere Publikum benutzen, welches sich in Deutschland bisher noch von dem gemeinen Hazard- spiel deS Pferderenn-Wettens fern.gehalten hat. Verzeihung, wir hätten sagen sollen: dem nobel« Hazardspiel, denn eS gehört ja zu deu nobeln und nobelsten„Passtonen" der nobeln und nobelsten Herren. Weshalb eS denn auch gewiß nicht gelogen ist, wenn die Schwmdelreklame behauptet,„die hervorragendsten Namen des höchsten Adels" seien bei diesem Bauernfängergeschäft betheiligt. Die preußischen Staatsanwalt- möchten wir aber mit dem„Braun- schweiger„VolkSsreund" fragen: Wofür haben wir einen Z 284 in dem deutschen ReichSstrafgesetzbuch, welcher da lautet: „Wer aus dem Glücksspiel ein Gewerbe macht, wird mit Gefängniß biS zu 2 Jahren bestraft."? Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erscheint in Berlin, Herr Tessendors! Wie rathen der Qckspoliznbehöcoe von Cciulnkitschai, „Deserteur" noch einmll und zwar mit etwas mehr Äusma! k-it zu lesen. Vielleicht wird sie dann finden, daß sie i derung der Leiden eines Rekruten an sich durchaus iiich'i Verächtlichmachung„der staatlichen Zinrichtung deS H:«*!! involoirt. Wer diese„Verächtlichmachung" behauptet, erkiÄ damit für ein n sthw endig es Zubehör der„staatlichem! richtung deS Heerwesens", daß ein beliebiger Oisister diacil ausgesuchtesten Graufamkeitea daS menschliche G-stihl des? baten auf's Furchtbarste empört und veu Äennßhanoclten ff dazu treibt, in der Veczweistung Hand au seinen Vorgesetzt legen. Wen» der Crimmitschaner Magistrat nachaeukt, wis finden, daß gerade diese seine Annahme sie tömlichstek urtheilung uuV„Verächtlichmachung" der„staatlichen Eiarich deS Heerwesens"' ist. Was den künstlerischen Werth deS„DeserteZr" antotrissl glauben wir, daß der Octspoliz-ibehScd- ein llrtheil hierüber zusteht, und zwar um so weniger, als sie, so viel uns 6� bis jetzt noch nichts gethan fiat, ui» den Kanstssmn der< I mitschauer Bewohner zn pflegen. Unv jedenfalls stcht obig« stung deS Crimmitschauer Stavtraths„in schriststellerischtt ziehung" auf einer bedenklich„nievrrgcK Stufe". — O welches Glück, Soldat zu sein! Bei einem welche» die„Frankfurter ,Zeitung" sich durch Anfvecküng — Nationalliberale Frechheit. In Chemnitz haben unsere Parteigenossen einen„städtischen Verein"(zur Fijc- derung der G-meindeinteressen, Agitation für städtische Wahlen k.) gegründet, waS die dortigen Nationalliberalen ganz aus dem Falls grausamster Mißhandlung"van Sorvaten durch chre' ' äuSchen gebracht hat. Am vorigen Mittwoch hatte der junge gesetzten zugezogen hat, äußerte(vorigen Sonnabend) ver -rein eine sehr zahlreich besuchte Versammlung, die den an- anwalt:„leichlere Püffe und Kuh tritt- seien im Militail anwesenden Liberalen, welche zu majoristren gedacht hatten, der- nicht als Mißhandlungen anznsüstn!" Das Ilrtheil artigen Respekt einflößte, daß sie den Mund nicht aufzuthun nicht gesollt, unv werden wir erst nach acht Tagen erfahre� wagten. In ihre? Wuth über die Niederlage und Blamage schick- daß Gerickt dieser Anffissünz des Herrn SraalSanwalt bsij ten sie nun verschiedene Lügen-Korrcspondenzen in die Welt, unter~" andern folgende, weiche in den Spalten des„Leipziger Tageblatt" bereitwillige Aufn�hnw' fand: „In brüsker Weife waren die Liberalen aufgefordert worden, zu der am vergangenen Mittwoch vom„Städtischen Verein" arrangirto Volksversammlung zu erscheinen, um Rede und Antwort auf die plumpen Angriff- zu stehen, die der bestellte Referent auf die Gemeindeoraanisation machte. Die anwesenden Liberalen, und ihre Zahl war veihältmß-!dourt werden. mäßig nicht gering, ließen sich jedoch, trotz verschiedener! Jnvektiven unv direkter Aufforderunge» nicht aus!— In Italien steht eine Erneuen mg der sog. BolkSverttl ihrer Ruhe- bringen; sie schwiegen wie die römischen Aedilen.! bevor, und wird der Wahlkampf mit gr oßer Lebhaftigkeit b-ltzs Daß die Auffassung ab.r besteht, ist schlimm, und weck schii? noch, daß sie im Einklang mit der militärischen Praxis ist.! zwar mit der offiziellen, ösfenstliche n; amtlich anerkan» Praxis. Die grünliche„Pla-ttaer-Afsttire"' ist in srisch� denken— wohlan RegimentSärzt Farbe», der in jener„Äfjj eine so traurige Rolle gespielt, ist mach den neusten Nrch»! zum Stab'Sarzt befördert worh en! Hoffentlich wir»! auch Premierkeutnant Fürthmeier gebähreav befördert J Diese beredte Schweigsamkeit wirkt! aber auf die oppo sitionSlustigen Raufbolde, als wenn man mit Kanonen in Sic Versammlung gefchossem hätte. Nach- So wenig derselbe uns'm Wgemen i-n mtecesstn, Ein ö Entwicklungsgeschichte Italiens neues'A loment bietet er aber welches unsere Aufmerksamkeit und Syv apathie verdient, nJf dem ein großer Theil der Liberalen, deS kauderwälschen! eine sozialistische Candivatnr. Bignaml, Leiter Zeuges überdrüssig sich entfernt hatten, erbosten sich einige, momentan unterdrückten republikänisch-soj.iallstischen„Tlebe" Sprecher derart, daß sie nur noch von Feigheit und Spionage stammeln konnten." Dazu bemerkt die„Chemnitzer Freie Presse":„Es ist, wir haben dafür Tausende von Zeugen, Lüge, daß die Liberalen in tief! er Versammlung direkt zum Sprechen aufgefordert worden. Es ist Lüge, daß das Schweigen der Liberalen besonderes Auf- sehen gemacht habe; man ist ja dieses Schweigen längst gewohnt. EZ- ist eine Frechheit, von oppositionSlustigen Raufbolden zu reden in Bezug auf die Versammlung, welche nur von an- ständigen Bürgern unv Ardeitern ans Chemnitz besucht war und von Anfang biS zu Ende eine ganz- musterhafte parlamentarische Würde zur Schau trug. ES ist endlich eine ganz fre-be Lüge und Volk"), und» seit einiger Zeit in Marli md gefangen weze? Verbrechens, ein Mitglied ver Jnternati onalen Arbeiterassof zu sein, ist von feinen Freunden bestiM mt worden,-ine ß datnr anzunehmen. Eine eigentliche Ar beiterkandidatur allerdings nicht, und zwar aus dem ei» fachen Grund, wi>l liberale italienische Wahlgesetz den Ar e-itern das Sii� vorenthält, aber er hat die guten-Wll» sche jedes zum K bewußrsem gelangten, nach der EmaiHÜ pation deS Prolet1 ringenden Arbeiters in Italien, und v ie fortgeschrittenste1 italienischen Republikaner wirken sür feine Canvioatur. Aö Gefängniß hat Bignami eine Erktärnrrg al'gegeben, die im Ä lichen also lautet:„Als Republikaner, g ceidenker und S»! Gemeinheit, wenn gesagt wird,„einige Sprecher" hätten sich„er»! will ich die vollstänoige Befrnnng deS Proletariats. best" und„nur noch von Feigheit und Spionage gestammelt". Außer dem Referent:» und dem Vorsitzenden hat sich nur ein einziger Red»er an d:» Debatten betheiligt und weder dieser, noch der Referent oder der Borsitzende haben die Anwesenheit und die Haltung der Liberalen in dieser Versammlung auch nur mit einem Worte erwähnt. Der Bericht des ssfiz,io!len Organs» der nationalliberalen Partei ist. also, wie uns die anwesend gewesenen Liberalen selbst bezeugen müssen,, von Anfang bis Ende ganz dreist und plump erlogen/ Glanben die Liberalen, Zeit der großen gesellschaftlichen Reforme»(der Mann sagt Revolutiune», Ihr Ehren-Richter von Ber lin!) ist für unser noch nicht gekommen. Man muß erst das Volk unterrichtet CoalitionSrecht gewähren, die Arbeit der Fcaueir unv Äin' den Fabriken gesetzlich regeln, das allgemeine Stimmrecht tiren, Arbeiterzenossenschaften fördern, die stehenden Heere ein Volksheer ersetzen, mit Einem Wort: die Provnktivkräfte J! durch ö4e»omische Verdefferungea und die intelletrnelle H der arbeitenden Klasse entwickeln. Unser Finanzsystem muß daß ihnen eine solche heimtückische Kampsweise gsgen uns zur geschaffen, unser Civil, uns Strafgefetzöuch den Forderung» Ehre gereicht?" Nun„— die Kampsweise entspricht zem NatnMi Humanität und W.ffenschaft emgepaßt, die Eiatünfte der geifi der Kämpfer. — Cessur für daS Theater. Der deitamalorffche Club de» VolZSvereuiS zu. Crimmitschau hatte im verflossenen Jahrs zu allseitiger Zufriedenheit einige Theaterstücke zur Aufführung gebracht. Durch de» Erfolg ermuntert, sollten den Bewohnern Cilmmitschaus auch in dem kommenden Winter durch mehrere theatralische Vorstellungen einige genußreiche'Abende bereitet wer- de». Zur Ausführung war u. A. in Aussicht, genommen:„Der Deserteur", Drama von Carl Hehn er. Schon frühu: war „Der Deserteur" in. Meerane, Ronneburg und auch in Crim- muschau zur Aufführung gelangt» ohne dcanstandet woedeu zu 'ein. Doch Heuer scheint der Orttpolizei ein Licht ausgegangen u sein, denn ans die vorschristSmäßige Anmeldung erhielt der Oaelle erfahre ich soeben, daß Graf Arnim heute Aden» > Pfründen zu ErziehnngSzweckm verwandt, und die Güte1 !„Tobten Hand"(nnveräußerliche Kirchenzüter, AdolS- und 3 dcmäuen) au Landarbeiter-Assoziationen zur Bewirtyschf übergeben werden." Dies sind die Grundzüge der Er kl» richtiger deS Programm«, welches un» zwar noch an s1 Unklarheiten zu leiden scheint,(wie ist z. B. im heutigen Ä' staal eine wirkliche VolkSerziehmig, unv die Abschaffung de» ß den HeerS möglich? waS Bignami, der diese Forderungen den„großen sozialen Reformen" verwirklicht wünschl, doch of annimmt) aber voch aus dem Boden sozialistischer Ansitz sliht._______ Man schreibt uns aus Berlin ck. ä. 27.Okt: Aus zuvcrl Vorsitzende des VolkSoereiuS eine Zuschickuug, die„Den Deser teur" au« dem Rtpertoi« verbannte. Hier ist der Wortlaut dex betreffenden Bannbulle: „Aus das Gesuch vom 13. d. M. mn Erlaubmßertheilung zur Abhaltung eineS BalleS und einer öffentlichen cheatralischen Vorstellung im Meistersschen Lokale allhier am 1. November d. I. wird dem hiesigen Volksvcrein andurch zu. erkenuen gegeben, daß un» zwar im Allgemeinen ein Bedenken gegen da» Gesuch nicht beigeht und wir die obrigkeitliche Genehmigung zur Abhaltung von Ball und Theater nach Entrichtung der ortsstatutarischen Armenkassen-Beiträge auszusprechen beschlossen haben, dagegen ist mit Erthestung der Erlaubniß z»r Ausführung d-S in Aussicht genommenen zur Prüfung anher eingereichten Stückes„Der De- ferteur von Carl Heyner in Zürich" Anstand zu nehmen gewesen, da dasselbe lediglich die Tendenz hat, die staatliche Einrichtung deS Heerwesens verächtlich zu machen, gegen die Klasse des Sol- dateustandes aufzureizen, sowie den Ungehorsam und die Aufleh- nung gegen Vorgesetzte zu verherrlichen, auch die anstößige in schriftstellerischer Beziehung auf niedriger Stufe stehende Schreib- weise de» Autors nicht geeignet erscheint, den Kunstsinn der Mit- glieder deS Volksvereins zu erhöhen. In Gemäßheit der Generat- Verordnungen des Königlichen Ministeriums des Innern vom 31. März 1360 und vom 27. No- vember 1872 wird daher der hiesige BolkSverein mit seinem An- trag, insoweit er das im Anschluß zurückfolzende Stück bedenklichen Inhalt« zur Ausführung bringen will, hiermit abgewiesen und läßt man ihm Solches zu seiner Bescheidung unverhalten sein. morgen früh mit Rücksicht auf seine„Gesundheit" auF Untersuchungshaft entlassen werden wird. BekannW derselbe bereiiS aus dem nämlich:u Grunde aus der Stadt iu die neue Charit� übergeführt worden. Angesichts der fache, daß vor Kurzem das Obertribunal die Beschwer« Grafen zurückgewiesen, also die Untersuchungshaft als gerech anerkannt hat, sind nur zwei Fälle denkbar. Entweder hat die Papiere auszeliefelt, waS nicht glaubhaft, oder eS»wltt — höhere Rücksichten, und dann ist daS Gerede von der»i heit vor dem Gesetz" glänzend widerlegt. Es hätte in Falle das Oö-rtribunal eine Ohrfeige empfangen, die es nicht verschmerzen dürfte— Most arbeitet in Plok Brieftaschen. ES giebt noch Richter— wo? sagt vi« de»„Volksstaat".__ — Der Prozeß gegen Dr. TauschinSki und Gen« welcher am 14. Oktober in Graz seinen Anfang nahm, h� 10 Tage gewährt. Der Staatsanwalt stellte gegen Dr. schinski Strafantrag wegen ReligionSstörung, wegen Vergehe» die öffentliche Ruhe und Ocdnung und wegen Gründuni Geheimbundes. Gegen die übrigen Anzektagteu lautete t klage auf Glüudung eines GeheimbuudeS, refp. The« daran. Von dem Verbrechen der ReligionSstörung, welch 1— 5 Jahren schweren K-rkerS bestraft wird, wurde DP fchinSki fieigesprochen. Wegen Verstoße» gegen das Ve» lungsgesetz und wegen Störung der öffentlichen Ruhe un« nung wurde Dr. TauschinSki unv Wamke zu vier Monate» I und die übrige» Angeklagten zu Arrest von einer Woche bis vi» Monaten bestraft. Gegen drei Angeklagte, die Ausländer waren. wurde die Anklage fallen gelassen. Lon einem ausführlichen Bericht über diesen Prozeg müssen wir für heute absehen, da uns daS erforderliche Material fehlt. In eingehendster Weife wird eine demnächst erscheinende Broschüre über den Prozeß Aufklärung geben. Die Verhandlungen sind nämlich stenographisch aufgenommen, und wird die Broschüre demnächst im Verlage der I. steicrmärkischen Genossenschafts- Buchdruckerei zu Graz erscheinen. Der erzielte Reingewinn ist für einen wohl thätigen Zweck bestimmt. Die Arbeiterblätter sind gebeten, die letztere Notiz bekannt zu geben. — Man schreibt uns aus Magdeburg: Am 15. d. M hat auch hier die Berlin-Magdeburger„Volkszeituug" daS Licht der Welt erblickt und zwar, wie sie mittheilt, unter sehr erschwerenden Umständen. Da im Kopfe der hiesigen Fortschrittler der Plan, billige Provinzial-Zeitungen herzustellen und sich mit Herrn Dunckcr in Verbindung zu setzen, zuerst entstanden ist, so be- greifen wir gar nicht, warum so lauge gewartet wurde, da doch schon ähnliche Ableger unter allen möglichen Namen in folgenden Städten sich eingeschmuggelt haben, um dem Fortschritt der Fort- fchnttler neue Bahnen zu eröffnen, da die alten ausgefahren zu fein fcheiaen. Die Orte sind: Beuthen, Danzig, Potsdam, Rosen- berg, Spandau, Lauenburg, Rostock, Friedberg. Da nun jeden- falls in der Provmz Sachsen der Versuch gemacht wird, auch noch andere Orte mit einem solchen Blatte zu beglücken, so mögen die Parteigenossen hiermit vor diesem Wolf im Schafspelz gewarnt fein. Der Chefredakteur für Magdeburg ist ein Herr Greiner, Lieutenant a. D., flüher Redakteur am hiesigen konservativen „Correfpoodent". Die Quednauer Revolte vor dem Schwurgericht. (Fortsetzung.) Nach Einführung der neuen KreiSordnung zeigte sich in ver- schiedenen Gegenden der Provinz namentlich in den Kreisen Königs- berg und Fischhausen eine eigenthümliche Mißstimmung unter den Landarbeitern, die schließlich an mehreren Orten zu Angriffen und Zerstörungen der AmtSgesängnisse führte. Solche kleinen Gefängnisse werden von den Littauern Kalusen genannt; in den rein deutschen Gegenden der Provinz ist das Wort in Klüsen ver- wandelt worden. Nach der neuen Kreisordnung sollte jeder Amts- bezirk, der sehr häufig mit einem Gutsbezirk zusammenfällt, eine Kluse haben. Wo sie nicht schon vorhanoen war, wurde sie schleu uig gebaut, an andern Orten die vorhandene erweitert. Die Arbeiter glaubten bald zu finden, daß die Sache durchaus kein Scherz fei; die AmtSvorstcher, fast immer auch ihre Herren, fände» jetzt sehr viel häufiger Einsperrungen notyweudig, als vor Erlaß der neuen Kreisordnung die Pollzeiverwalter. ES gab deswegen erst böse Worte und endlich schlimme Thaten. Nachdem in Po- narth, Medenau, Tragheimsvorf und Ernsthof Zusammenrottungen stattgefunden hatten, die Amtsgefängnisse zerstört, Beamte miß- handelt und Personen gewaltsam auS dem Arrest befreit wordeu waren, kam es am 6. Juli zu einem sehr ernsten Ausstände. Nach Samitten, dem Gute eiueS Herrn von Gottberg, war Gensdarm Oldenburg geschickt oder gerufen worden, um eine Arbeiterfrau Lmk zum Gehorsam zu bringen. Er traf Mittags ein, als die Leute gerade von der Arbeit zum Essen heimgekommen waren. Er stieg beim Inspektor Wilutzky ab, und während er noch mit diesem sich unterhielt, kam der Kämmerer und meldete, eS erklärten die Leute, nicht eher wieder zur Arbeit gehen zu wollen, bis„die Blankmütze" fort fei. Es hatte sich nämlich das Gerücht ver- breitet, der Gensdarm sei gekommen, die Frau Lmk zu verhaften. Als gleich darauf Oldenburg den Gutshof verließ und auf die Chaussee heraustrat, fand er etwa 30 Arbeiter hier versammelt. Oldenburg trat grüßend an den Hausen heran und fragte, wo sich die Link aufhalte. Die Antwort lautete:„Hier wird nicht arretirl! Wir lassen Keinen arretiren, wir wollen nach der Stadt gebracht seiu." Im Nu sah sich Oldenburg umzingelt uud im nächsten Augenblick! seiner Waffen beraubt. Ein Arbeiter rief:„Schlagt den Rattenfänger todt!" und entriß ihm das Gewehr, ein anderer den Säbel. Gleichzeitig erhielt Oldenburg einen Schlag über den Arm und mit einer Mistforke wurde ihm der Helm vom Kops geschleudert. Dem nunmehr hinzugekommenen Inspektor Wilutzty wollte eS nicht gelingen die Leute zu beruhigen; als er einen Schlag in'S Gesicht erhalten und ein Angriff mit dem Gewehr- kolben gegen ihn versucht worden, hielt er es für gerathen, sich mit dem GenSdarm nach dem Gutshause zurückzuziehen. Olden- bürg fand von da auS später Gelegenheit, über die Felder uach Königsberg zu entkommen, um militärische Hilfe zu requiriren. Inzwischen zog der ganze Haufe der Tumultuanten umer dem Feldgeschrei«Nur immer fest!" nach Beydritten. Administrator Petersen, welcher auf dem Felde die Kl-eernte inspicirte, sah in 3 Kohorten die Aufrührer anrücken. Er eilte nach dem Gutshofe, wo gleichzeitig mit ihm auch seine auf einem anderen Felde be- schäfligt gewesenen Knechte mit den Gespannpferden eintrafen, um sich den Samittern auf dem Zuge nach Quednau anzuschließen. Sie wollten hierzu durch schwere Drohungen gezwungen sein. Uebrigen« wurde festgestellt, daß sich die Beydritter gar nicht so sehr haben zum Mitgehen nöthigen lassen, vielmehr hat der dor- tige Gifpannknecht Goyke, der bereits am Tage vorher bei der Abrechnung Skandal gemacht, sein Lohnbuch zerrissen, dem In- spektor Nordmann vor die Füße geworfen und, als dieser mit dem GenSdarmen gedroht, geantwortet, der König habe den Besitzern gar nicht das Recht gegeben, Leute arretiren zu lassen, daS hätten sie sich selbst angemaßt, sofort beim Herannahen der Samitter seine Mitknechte aufgefordert, auszuspannen uno mit gen Quednau zur Zerstörung der Kluse und zur Züchtigung des Amtsvorstehers Schnell zu ziehen, und, als die Samitter nahe genug waren, diesen mit lauter Stimme zugerufen:„Nehmt uns mit, o nehmt uns Alle mit!" Andere riefen:„Ja, ja, mit! Wir dürfen mit den Herren machen, was unS beliebt, der König giebt zu deren Schutze kein Militär her." Fast fämmtliche B-�dritter zogen mit. Nachdem sich die Leute im Beydritter Kruge gestärkt, zogen sie uach Balieth. Hier sollen sie auf Diejenigen, welche sich am Zuge nicht betheilrgen wollten, mit Mistforken und Stangen losgegangen und den sich Weigernden den Tod angedroht haben. Den 76jäh- rigeu Schwiegervater des Besitzers Schulz, Partikulier Dering auS Berlin, schrie Wilhelm Godau mit erhobenem Gewehr an:„Wenn er nicht ein so alter Kerl wäre, würde ich ihm gleich eins über den Kopf geben." Jnstmann Henfel aus Beydritten holt- den im!durch v. Schmidt eine Anweisung an den Gastwirth'deS Orts Garten versteckten Gärtner Lauvien herbei, mit dem Bemerken, er! auf Verabsolgung des Gewünschten ausstellen lassen und Nelson habe gar nichts zu verantworten, er möge nur unverzagt mit- hatte das so günstig lautende Papier bereits freudig in die Tasche jetzt ihren Leuten erlauben, mit»ach Quednau zu gehe», um die Kluse einzureißen." Ewert entgegnete:„Kinder, das geht nicht, zieht ruhig Eurer Wege, hindern kann ich Euch nicht an Cure« Vorbaben, aber meine Lente brauche ich zum Klee-Einfahren". „Laß' das doch den Jung' besorgen!" rief Einer aus dem Haufen, auf den IKjährigen Sohn des Besitzers, den Gymnasiasten Arthur Ewert zeigend, und als dieser sich erkühnte ,ju bemerken:„DaS «erde ich doch nicht thun", erhielt er einen ischlag auf die Hand, daß sie blutete. Und als nun der alte Evert sprach:„Laßt den doch zufrieden, der hat Euch ja nichts gethan" erhielt er einen Schlag mit einer Heugabel über den Kopf, daß er bewußtlos niedersank, und aus den am Boden Liegenden wurde noch mit Knütteln cinzehauen. Ueberall, in Ernsthof, Fräuleinhof, Gr. und Kl. Maraunenhof erhielt der Zug Zuwachs und kam nun auch nach Rothenstein, einer dicht bei Quednau gelegenen großen Zregelei. Hier wurde ebenfalls zum Anschlüsse mit Erfolg geworben, wobei mehreren Per- sonen die Spitze der Heugabel, unter ver Drohung, sie zu erstechen, auf die Brust gesetzt sein soll. Mau suchte sich zu bewaffnen; ein Arbeiter nahm den großen Hammer aus der Schmiede, meh- rere nahmen Stangen und einer spitzte sich eine Schiene von der Fabrikeisenbahn zu. Fast sämmtliche in der Ziegelei beschäftigten Männer, etwa 100, schlössen sich dem Zuge an. Die Zahl der Tumultuanten war auf mehrere Hundert anze- wachsen, als sie nach Quednau gelangten. DaS massive AmtSge- fängniß wurde im Nu der Erde gleich gemacht, ebenso ein kleines Gebäude, das früher als interimistische Kluse benutzt worden. Eine Partie fiel in das Gasthaus„Eisenbahnschlößchen". Ar- beiter Falk langte die auf einer Stange hängenden Würste her- unier und vertheilte sie. Ein Faß Branntwein wurde geleert, der Tochter der Wirthin eine Flasche an den Kopf geworfen und als die unartigen Gäste abzogen, zertrümmerten sie noch die Fenster. Bor diesen war ein Schneider, ein Hauptanführer, dagewesen, hatte gegessen und getrunken, gesagt, er habe jetzt keine Zeit zum Bezahlen, er habe Wichtiges mit dem Amtsvorsteher Schnell vor, die Nachkommenden würden seine Zeche glatt machen. Dann war er mit einem Troß vor die Wohnung Schnell's gezogen und hatte dort, indem er mit dem Stock um sich gefochten und auf Geländer und Fensterköpfe geschlagen, die unsinnigsten Redensarten geführt. Zuerst hatte er Schnell und, als ihm gesagt worden, der sei nicht zu Hause, Frau Schnell zu sprechen gewünscht. Diese erschien auf dem Balkon vor dem Hause und fragte nach seinem Begehren. Heinrich sagte, sie kämen nur in der freundlichen Absicht, ihren Mann aufzuhängen, die Stricke hätten sie gleich mitgebracht. Dem Gensdarm hätten sie das Fell schon gut ausgegcrbt. Dr. Malern in Rothenstein habe er selbst einen Brief eingehändigt, worauf dieser seinen Arbeitern gesagt, sie möchten nur mitgehen. Heinrich verlangte von Fran Schnell die Schlüssel zu dem„Pcison", in den sie jetzt einmal den Amtsdiener Fövdermann auf 3 Tage ein- sperren wollten, denn die Herren hätren die Gefängnisse auf eigene Hand gegen den Willen des König? eingerichtet. Während Hein- rich noch mit Frau Schnell unterhandelte, kam die Meldung, daß man der Schlüssel zu dem Prison nicht mehr benöthigt sei, denn das Ortsgesängniß sei bereits bis auf das Fundament abgebrochen. Nun drang man in das Schnell'sche Wohnhaus ein, durchstöberte dasselbe von oben bis zum Keller, plünderte die Speisekammer und verlangte von Frau Schnell Schnaps. Als diese erklärte, sie habe nur Bier zu Hause, so forderte man Geld. Die Frau Amts- Vorsteher gab einen Thaler und da die Tumultuanten mit Unge- stüm erklärten, das sei nrcht genug, leerte auch noch Fräulein Horn, die zum Besuche bei Frau Schnell war, ihr Portemonnaie unter dieselben. Nun wurde der Garten durchsucht und dort AmtSdiener Fövdermann versteckt aufgefunden. Dieser sprang, als er sich ent- deckt sah, über den Zaun querfeldein, wurde verfolgt, eingeholt und gemißhandelt. Nachdem Alle von ihm abgelassen, faßte rhu der Arbeiter Strauß beim Kragen, nöthigte ihn inS WirthShaus und verlangte, er solle ein Quartier(etwa'/s Liter) Branntwein geben, dann wolle er sich mit ihm vertragen. Föddcrmann ging darauf nicht ein und Strauß— zog seiner Wege. Hauptsächlich wurde der Garten Schnell's nach diesem selbst durchsucht. Der aber saß auf einem Lindenbaum, wo er nicht bemerkt wurde. Schlimm erging es dem AmtSschrciber Weißsemmel, der sich in der Wagenremise eingeschlossen hatte. Der Versteck wurde verrathen, die Thürs eingeschlagen, der Schreiber he- auSgeschleppt und furcht- bar geprügelt. Er entwand sich den Händen der Wüthenben, wurde aber wieder ergriffen und unter dem fortwährenden Rufe: „Werft ihn in den Teich, werft ihn iu de» Teich!" von Neuem mit Knütteln bearbeitet, er erhielt sogar einen Messerstich in den Hinterkopf und kam nur, wie durch ein Wunder mit dem Leben davon; eS gelang ihm nämlich nochmals zu entschlüpfen und sich zu verbergen. Noch einmal durchsuchten sie vergeblich daS Schnell'sche HauS nach ihm. Er steckte dort unter einem seidenen Kleid verborgen, wiederholt ging man dicht an ihm vorüber, fand ihn aber nicht. AuS Aerger darüber schlug man einige Fenster ein. Der 60jährige Tsschler Nelson aus Samitten zerschmetterte unter dem Ausrufe:„Freiheit muß sein!" den Rahmen eines Fen- sters in der Waschküche, erhob auch gegen Fräulein Horn seinen Knüttel, fragend, ob sie gar nicht Angst habe, und raisonnirte, daß sie zu wenig Geld gegeben. Mit der neue« Kluse war auch das Dach der Schmiede, an welche dieselbe angebaut war, demolirt worden. Einer der Tumultuanten, Loschwitz aus Beydritten, hatte auf Bitten des Schmieds dessen Dach wieder zugedeckt, von dem er eben vorher selbst Dachpfannen hinabzeworfen. ES soll auch von einigen, ganz unbetheiligten, zufällig des Weges kommenden Personen auf der Dorfstraße Geld erpreßt worden sein, indem man sie mit Todtschlag bedrohte. In daS HauS des Besitzers An- drewsky drang ein Haufen ein und er sah sich genöthigt, damit man ihm nicht den GarauS mache, Jedem 1 Sgr. zu verabreichen. Nachdem man in dieser Weise zwei Stunden lang in Quednau gehaust, ging es nach Trutenau, wo ebenfalls, wie bereits Hein- rich zu Frau Schnell geäußert, die Kluse niedergerissen und Ge-, neralpächter Lack aufgehängt werden sollte. In N-sselbeck wurden im GutShause Eßwaaren geraubt, Inspektor Mischpeter wurde ge- mißhandelt und in den Graben geworfen. In Trutenau wurde, nachdem das AmtSgefängniß demolirt worden, vor daS GutShauS gerückt und Lücke herausverlangt. AlS ulan erfuhr, daß nur dessen Frau und Rechnungsführer v. Sckmidt zu Haufe seien, war es der alte Nelson, welcher Frau Lücke auseinandersetzte, daß ihr Mann hängen müsse, die Stricke hätten sie schon mitgebracht, sie seien nicht so dumm. Vor allen Dingen aber verlangte man die Hergäbe von Speisen und Getränken. Frau Lücke hatte eben kommen und helfen die Kluse zerstören. Und weiter ging's nach SegerShof. Auch hier fand mau die Leute bei der Klee Ernte. Eiu Sprecher trat hervor und wendete sich an den auf dem Felde anwefendeu Gutsbesitzer Ewert mit den Worten:«Sie werden gesteckt, als GcnSdarmerie-Obcrwachtmeister Kiymann mit verhängten Zügeln daher gesprengt kam und die Ausstän- dischen aufforderte, auS einander zu gehen, daS Militär fei dicht hinter ihm, wen« sie nicht Folge leisteten, so würden ste durch 'Waffengeioalt auseinander gesprengt werden. Gastwirth Iarusche- �oitz aus Quednau war nach der Stadt gefahren, um Hilfe nach- jzusuchen, bort hatte er Kitzmann getroffen, der mit ihm hinaus- > gefahren kam. Al? nun die Kürassiere anrückten, ließ Kitzman» Einen derselben absitzen, schwang sich aus dessen Pferd und sprengte in oben bezeichneter Weise voraus. Auf den so entschlossenen Mann sprang Oelsner aus Gr. Maraunenhof heran und führte mehrere Hiebe mit einer Stange nach ihm, indem er schrie: „Schlagt ihn todt!" Kitzmauu parirte die Hiebe nothdücstig mit dem Säbel, so daß sie nicht seineu Kopf treffen konnten, sondern an seinem und des Pferdes Körper hinabglitten. Aber bald sah er sich umringt, Kobleit entriß Neumann eine Axt, die dieser mit- gebracht und drang damit aus Kitzmann ein. In diesem Augenblicke rasselten die Kürassiere heran. Da die Aufruhrer auch der Aufforderung des Kommandanten(Rittmeister v. Schmiedeseck) ruhig auseinander zu gehen, nicht Folge leistete», so kommandirte er zum EinHauen. Die etwa 400 Mann starke Bande wurde ohne große Mühe von der Eskadron in ein Korn- feld jzetriebcri; 105 wurden zu Gefangenen gemacht und außerdem 15 Schwerverwundete davongetragen. Das ist die Quednauer Revolte nach den vom Gericht ange- stellten Erhebungen. Als charakteristisch seien noch zwei Thatsachen angeführt, die in der Anklage-Akte keine Stelle gefunden. Wenige Tage nach der Revolte enthielt die„Ostprcußische Ztg." folgende Notiz: „Sonnabend wurden im Kaseruenhofe am Schloßplatze 6 Küras- sterpferde meistbieteud verkauft, welche durch Verletzungen, die sie im Kampfe gegen die Aufständischen in Quednau davongetragen, dienstunfähig geworden sind. Der durch ein spitzes Elsen am Uebelsten zugerichtete, kreuzlahm gewordene Gaul brachte nur 4 Thaler, ein zweiter ging für 5 Thaler fort, für die vier übrigen wurden etwa» bessere Preise erzielt, nämlich 24 Tyaler, 36 Thaler, 45 Thaler und 63 Thaler. Einzelne Kürassiere zeigten unS ihre furchtbar grün, gelb, braun und blau geschlagenen Gliedmaßen. Diese Vergißmeinnichte, die noch heute in voller Blüthc stehen, rühren von Hieben mit Essenschisnen her." Darauf wurde dem ebrenwerthen Blatte von dem königl. Kommando des ostpreußischen Kürassier-RegimentS Nr. 3 fzlgeude Berichtigung zugefertigt:„ES sind allerdings am Sonnabend, den 25. d. MtS. 2 Pferde auf dem Schloßkasernhof verkauft worden, von denen das eine kreuz- lahm war, das andere an StrahlkrebS litt; diese Pferde waren nach längerer Behandlung als unheilbar anerkannt und wurden deswegen al« zum Militärdienst unbrauchbar verauktionirt. Es ist aber bei der Revolte in Quednau und bei den Affairen in Cranz und Willkühnen, zu denen Theile d-S unterzeichneten Re- giments ausgerückt waren, weder ein Mann noch ein Pferd beschädigt worden." Die etwa 400 wilden, vom Schnaps erhitzten Aufrührer haben also nicht den geringsten Widerstand der bewaffneten Macht ge- leistet! Etwa 150 Mann der„wilden Horde" kamen auf dem Zuge nach Quednau auch auf das Gut Maraunen. Hier zogen die Ar- beiter vor daS Herrenhaus, vor dessen Thüre der Besitzer faß. Sie grüßten ihn höflich und der alte Herr fragte sie:„Kinder, was wollt Ihr?" Die Arbeiter erwiderten:„Ihre Leute. Wo sind die? Wir ziehen nach Quednau, um dort die Kluse zu zerstöre», und auch Ihre Leute werden mitgehen!"—„Meine Leute", sagte der alte Herr,„sind auf dem Felde bei der Arbeit. Was aber Euren Gang nach Quednau betrifft, so denke ich, Ihr lasset den- selben lieber bleiben."— die Arbeiter kehrten sich nach dieser Mahnung allerdings nicht, zogen, ohne hier etwas zerstört oder jemanden mißhandelt zu haben, nachdem sie sich von dem Guts- besitzer höflich verabschiedet hatten, auf dessen Feld, seine Leute schlössen sich ihnen ebenfalls an, und der Zug ging nun weiter nach Quednau.(Forts, folgt.) Gewerkszenossenschaftliches� Gewerksgenossenschaft der Maurer uud Zimmerer. Araunschweig. Die Erklärung des Herrn M. Prcißer in Nr. 113 d. Bl. zwingt uns zu nachfolgenvec Erwiderung: Wenn Herr M. Preißer das Protokoll der Generalveisammluug nachlesen will, so wirv er finden, daß eS nicht wahr ist, daß der Vertreter der VorortSverwaltung für die Anstellung erneS besol- deten Vorsitzenden gestimmt hat. Der besagte Vertreter, und mrt diesem die Mehrheit der Braunschweiger Mitglieder, sind heute noch, wie früher, ver Ansicht, daß die Besoldung deS Borsttzenden unsere ohnehin nicht starken Geldmittel iu bedenklicher Wesse an- greife. Der Vorwurf, daß nur in sehr beschränktem Maße die Agitation betrieben worden sei, berührt die Braunschweiger Mit- glieder nicht. Hätten die Genossen an anderen Orten ebenso fleißig agitirt wie die Braunschweiger, so hätte sich die Mitgliederzah! seit dem Vorjahre gewiß verdoppelt. Will uns Herr Preißer viel- leicht für die Nachlässigkeit Anderer verantwortlich machen? Aller- dingS ist e« Pflicht des Borsitzenden, agitatorisch und organisa- torisch zu wirken, aber auch die einzelnen Mitgliedschaften müssen ihre Kreise bearbeiten und sich nicht allein aus die VorortSver- waltung verlassen. Erst jetzt wird in Bayern agitirt, was schweres Geld kostet. Sollte aber auch der Vorsitzende immer auf Agita- tion gehen, dann müßte man folgerichtig auch dessen Stellvertreter honoriren, und die Hauptkasse würve beständig leer bleiben. Oder will vielleicht Herr Preißer so viel Geld einschicken, wie nöthiz ist, um eine stetige Agitation zu führen, dann sind wir hierzu gern bereit und wollen dessen Rathschläge befolgen. Wir können Unmögliches nicht möglich machen. Wenn die Mitglieder über die Beschlüsse der letzten Generalversammlung nachdenken, werden ste selbst da« Gute finden. Wir sind uns bewußt, im Interesse unserer Genossenschaft gehandelt zu haben, und das ist unser Trost gegenüber den unbegründeten Angriffen eines Mitgliedes. Mit Brudergruß und Handschlag Im Auftrage der Mitgliedschaft: Carl Weber, Bev. Gewerkschaft der Schuhmacher. Leipzig. Der Mehrzahl unsrer jünger« Mitglieder wird eS unbekannt sein, und die ältern werden jedenfalls augenblicklich nicht daran denken, welchen wichtigen und für uns beveutungSoollen Tag wir vor uns haben. Am 1. Juni 1369 erließen eine Anzahl Leipziger College» im„Demokratischen Wochenblatt" einen Aufruf an vie Schuhmacher aller Länder, woriu zur Grünvung einer Schuhmachergewerkschast aufgefordert wurde. Aufrufe wurden separat versandt, Statuten ausgearbeitet, mit einem Wort, eS wurde Alles gethan, bis der Zweck erreicht war und eine Anzahl Collezen aus veifchiedeuen Stäoten Deutschlands mit der Be- gründung einer Gewerkschaft sich einverstanden erklärten. Am 31. Oktober uud 1. November 1869 fand denn auch die erste Generalversammlung in Leipzig statt, auf der der Grundstein zu einer eudgültigen Organisation gelegt wurde. Auf dieser Ge- mralversammlung waren laut Protokoll folgende Städte vertreten: OSnabriick, Mainz., Stuttgart, Cannstatt, Eßlingen, Göppingen, Bamberg, Weimar, Dresden und Leipzig. Es wurde Leipzig als Vorort, und Dresden als Ort des Aufsichtsraths gewählt, und der„Volksstaat", der seit 1. Oktober 1869 an Stelle des„De- mokratischen Wochenblattes" getreten war, als unser Organ bestimmt. Die Gewerkschaft machte erfreuliche Fortschritte, indem sich nach und nach immer mehr Orte anschlössen, und e» wurden bald Stimmen laut nach einer allgemeinen mit der Gewerkschaft ver- dundenen Krcnkenkasse. Und schon auf der zweiten Generalver- sammlung in Bamberg(1870), welche zu Pfingsten abgehalten ward, wurde ein Statut berathen, um nach diesem die Krankenkasse ins Leben treten zu lassen. Aber leider, wie Allen bekannt, kam der unheilige Krieg und wir mußten, da sich in Folge dessen unsre Reihen bedeutend lichteten und wir nur mit Aufrechthaltung der Gewerkschaft überhaupt zu thun hatten, vorläufig davon ab- sehen. Die Kriegswirren veranlaßten uns, den Vorort zu verlegen, und zwar nach Zürich, welches in der Zwischenzeit beigetteten war, und Leipzig wurde Ort deS AufsichtSrathS. Leider, trennte sich Zürich sehr bald von der Gewerkschaft, und erbot sich Nürn- berg-Fürth, den Vorort bis zu einer Generalversammlung, die wegen der Kriegswirren nicht statutenmäßig abgehalten werden konnte, einstweilen freiwillig zu übernehmen, bis auf dem Erfurter Gewerkschaftskongreß(d. 15. Juni 1872), wo Verwaltung und AufsichtSrath vertreten waren, der Borort nach Dresden und der AussichtSrath nach Leipzig verlegt wurden. Allgemeiner bekannt ist unsre Generalversammlung vom vorigen Jahr in Weimar, wo die längst ersehnte Krankenkasse endgültig berathen, beschlossen und eingeführt wurde und der Vorort an Gotha überging. Ebenso bekannt ist die diesjährige Generalversammlung in Eisenach, wo, je nach Bedürfniß und Gutdünken, Verbesserungen und neue Ein- richtungen in unserer Organisation getroffen wurden. Sehen wir aus unser fünfjähriges Bestehen zurück, betrachten und bedenken wir» mit welchem Muth und Ausdauer, Aufopferung und Opfer- Willigkeit wir ausgeharrt und aus eigner Kraft Etwas zu Stande gebracht haben, wie wir durch unermüdliche Thätigkeit so weit ge- kommen sind, daß wir heute schon mehr denn 2500 Mitglieder in unsrer Organisation zählen, so müssen wir sagen, wenn wir die Hindernisse und die Feinde betrachten, mit denen wir zu kämpfen hatten: wir können zufrieden sein. Betrachten wir den fünfjährigen Jahrestag unserer Organisation al« einen Tag, wo wir von neuem Zeugniß ablegen und das Versprechen geben wollen, unaufhörlich für die Ausbreitung unsrer Bestrebungen thätig zu sein, erlahme Keiner in der Opfcrwilligkcit und halte es Jeder für Pflicht, Abonnent oder Mitabonnent unsreS Organs, deS „VolkSstaat", zu sein. Vor Allem zeigen wir aber den Herren Arbeitgebern, die mit wenig Ausnahmen zu feig find, in unsren Versammluvgen zu erscheinen, die es nicht der Mühe Werth halten, unsre Bestrebungen kennen zu lernen, die nur sähig sind, aus Unkenntniß oder Bosheit uns zu beschimpfen, zeigen wir diesen Herren, waS wir durch unsre Organisation zu schaffen im Stande sind. Beweisen wir ihnen, was sie nicht begreifen wollen, daß unsre Organisation nicht künstlich gemacht, sondern daß sie durch die Zeiten und Verhältnisse für uns zur Nothwendigkeit geworden ist. Schaffen und wirken wir also muthig weiter, freuen wir uns unsrer Erfolge und begrüßen wir den fünfjährigen Geburt* tag unsrer Organisation mit einem Lebehoch! A. Schäfer. NB. Den Dresdner Mitgliedern meinen herzlichsten Dank für ihre freundliche Ausnahme. Die wenigen Stunden, die ich in Eurer Mitte verweilte, werden mir unvergeßlich sein. Irohßurg, 26. Okt. Aus dem 14. sächsischen Wahl kreise. In Genandstein fand Sonntag Nachmittag eine zahlreich besuchte Wählelversammlung statt. Viele Anhänger des Rudis- dorfer Pfarrers, welche in Kohren anwesend waren, waren auch hier zugegen, wagten sich aber nicht berauS. Kaiser auS DrcS- den sprach über die bevorstehende ReichStagSwahl. Er erklärte den Anwesenden zunächst, waS der Reichstag für Befugnisse habe, weiter wie der Reichstag in Folge dessen, daß das Volk meistens Personen a la Könneritz gewählt habe, Volksrechte preisgab. Der Redner beleuchtete nun die bisherige Haltung des Herrn v. Kön- neritz im Reichstage, besondels beim Militärgcsetz, führte darauf den Anwesenden die in Aussicht stehende Landsturmordnung vor, erläuterte sodann, welche Gesetze dem Reichstage in Aussicht stehen, wie die Justizgesetze, Bankgesetz zc., zergliederte dieselben nach allen Seiten hin, um so den Nachweis zu führen, wie ein Abgeordneter stimmen müsse, damit die Gesetze heilsam für das Volk wirken. Nun, frug der Redner, kann mir irgend ein anwesender Anhänger dcS Herrn v. Könneritz sagen, wie der Kreishauptmann v. Kön-- neritz zu diesen Fragen steht? Nein, war die Antwort. Ein Wahlausrus sei wohl veröffentlicht worden, der sich aber über die Stellung des Herrn von Könncritz gar nicht ausspricht, derselbe begnüge sich damit, die Sozialdemokraten als etwas Fürchterliches hinzustellen. Die Wähler sollten sich aber nicht durch derartige � Ausrufe abschrecken lassen; wir haben jetzt nicht zu fragen: sind die Sozialdemokraten„schlechte Kerle" oder nicht? sondern einfach, wird der AmtShauptwann von Könneritz Ja oder Nein zu ver- schiedenen Gesetzentwürfen sagen. Darüber läßt man nun Alle im Dunkeln, denn wenn die Wähler erführen, wie Herr v. Könneritz zu diesen Fragen stehe, so würde wohl kein Landmann, Arbeiter und Kleingewerbetreibender für ihn stimmen. Wenn wir aber sehen, daß Herr v. Könneritz zur konservativen Partei gehört, so wissen wir, daß seine Abstimmungen unheilsam sein werden. Hier- auf erläuterte Redner die Stellung der konservativen Partei im sächsischen Landtage und im deutschen Reichstage und wies nach, wie diese Partei stets bereit war, Volksrechte aufzugeben und nie- mals auch nur die geringsten Anstrengungen gemacht habe, etwas Gutes für da« Volk herbeizuschaffen. Besonderen Eindruck machte eS, als der Redner hervorhob, daß die Könneritzc ein altes ur- reaktionäres, volksverachtendcs Geschlecht seien. Diese Mißachtung habe auch der jetzige KreiShauptmann v. Könneritz gezeigt, indem er es, trotzdem er wußte, daß sein Mandat ablaufe, nicht einmal für nothwendig hielt, seineu Wählern Rechenschaft abzulegen. DaS wäre auch zu viel verlangt, daß so ein alter Adeliger und hoher VerwaltungSbeaurter dem„Bürger- und Bauernpack" Rechen- fchast ablegen soll. Nein, so ein Herr von Könneritz denkt, daS Volk kann es sich zur Ehre schätzen, wenn ich mich von ihm wählen lasse. Auch an gelungenen Seitenhieben auf den Pfarrer von Rudisdorf ließ es der Redner nicht fehlen und betonte zum Schluß, wenn die Anwesenden wollten, daß die Zahl derer vermehrt werde, welche der Gesetzgebung eine für das Volk heilsame Richtung geben wollten, dann sollten sie im Verein mit ihren Genossen Fink wählen. Hierauf sprach noch Herr Häusler aus Frohburg. Derselbe verweilte besonders dabei, wie Gutsverwalter und Förster „ihre Leute" an das Wahllokal geführt, ihnen Zettel für Könne- ritz in die Hand gedrückt und zum Dank dafür, daß„ihre Leute" Könneritz gewähtt, dieselben nachher mit Bier ttaktirt hätten. Redner empfahl, daß diese Wähler durchaus die Zettel und das Bier annehmen, aber in der Tasche einen Stimmzettel für Fink tragen und in die Urne werfen sollten. Hroihfch, 25. Ott. Unter heutigem Tage fand hier eine gut besuchte Volksversammlung statt, in welcher der Reichstags-Kan- didat der Arbeiter-Partei, W. Fink aus Leipzig, über den Reichs tag und die Verttetung deS 14. Wahlkreises in demselben referirte. Nachdem Redner seinen mit Beifall aufgenommenen Vortrag beendet hatte, meldete sich Herr Dr. phil. Denneberg aus Audi gast zum Wort und suchte durch seine Kritik den Vorttag des Herrn Fink zu widerlegen. Namentlich die Vorlage deS Land- sturmgesctzeS war eS, welche der Dr. phil. für zeitgemäß hielt, da er eine Allianz Rußlands mit Frankreich fürchte. In seiner Angst sah der Herr Dr. die Russen in Görlitz und die Franzosen in Erfurt; auch von Erbrecht, StaatS-Kredit u. dgl. m. sprach Hr. Denneberg in wenig überzeugender Weise. Nachdem Dr. phil. Denneberg seine auf der Universität Leipzig gesammelten Kennt- nisse zum Besten gegeben hatte, ergriff Herr Fink zum zweiten Male daS Wort. Fink sprach sich dahin aus, daß Dr. phil. Denneberg nicht aus Böswilligkeit, sondern auS Unkenntniß Gegner der Sozialdemokratie sei, er sei überzeugt, daß Hr. Denneberg anders über unsre Bestrebungen urtheilen würde, wenn er das Werk von Marx„DaS Kapital" gelesen haben würde. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung.— Am gleichen Tage sprach Hr. Liebknecht in Geithain in einer zahlreich besuchten Ver- sammlung. Trotz der Aufforderung an die Gegner, ihre gegen- theiligcn Anschauungen zur Geltung zu bringen, meldete sich doch Niemand zum Wort. Die Versammlung nahm einen guten Ver- lauf und wird auf die Wahl von großem Einfluß sein. Laustgk. In der Sonnabend, den 24. Ottober hier stattgc- fundcnen gut besuchten Volksversammlung referirte Nauert aus Leipzig über die bevorstehende ReichStagSwahl. Die anwesenden Gegner zogen e» vor, anstatt die vom Referenten auf sie gemachten Angriffe zu widerlegen, stillzuschweigen. M-Kkadvach. Am 20. d. M. stand Parteigenosse Sauren au« M.-Gladbach vor dem Zuchtpolizei-Gericht in Düsseldorf, beschuldigt 1. am 31. August d. I. zu Crefeld in einer den öffcnt- lichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölke- rung zu GewaltlHätigkeiten angereizt zu haben; 2) Thatsachen, wissend daß sie entstellt sind, öffentlich behauptet und verbreitet, um da durch die Kriegführung gegen Frankreich, eine Anordnung der Obrigkeit, verächtlich zu machen. Es waren in dieser Sache bloS zwei Zeugen durch das öffentliche Ministerium geladen: Polizei- kommissar Arbeck und Polizist Ernst, dieselben, welche Sauren am 31. August in der öffentlichen Versammlung verhafteten.— Nach Anhörung der Zeugen beantragte das öffentliche Ministerium eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten. Nachdem Sauren gegen die ihm zur Last gelegte Beschuldigung auf daS Ausführlichste sich vertheidigt, vertagte das Gericht den UrtheilSfpruch auf acht Tage. Mit sozialdemokratischem Gruß Fr. Silbermann. Münch««, 15. Oktober. Gestern fanden vor dem hiesigen Appellgericht die Verhandlungen anläßlich der staatSanwaltschaft- lichen Berufung in der bekannten Kinderfahnen- Affaire vom 12. April d. I. gegen den Parteigenossen Metallgießer Jäger statt. Bekanntlich wurde derselbe in erster Instanz freigesprochen. Der Staatsanwalt fand sich jedoch bemüßigt, dagegen die Be- rufung anzumelden. Staatsanwalt Stubenrauch gab sich nun alle Mühe, die Richter von der Schuld des Angeklagten zu überzeu- gen; er anerkenne allerdings, daß das bayrische Vereins- und Versammlungsgesetz mangelhaft sei und einer Reform bedürfe, allein so lange eS bestehe, müsse eS auch angewendet werden. Der Angettagte sei unbedingt als Veranlasser und Leiter eineS öffent- lichen Aufzuges zu erttären, indem er seinen 4Vzjährigen Knaben auf den Schultern trug und der Kleine eine rothe Fahne schwang; eS wäre dies eine Verherrlichung der Pariser Commune und eine Verhöhnung der Gerichte zc. Die sechs vernommenen Zeugen wären schon dadurch als Gesinnungsgenossen und Sozialoemokra- ten zu bettachten, weil vier davon konfessionslos seien und den Eid verweigerten. Nachdem Herr Stubenrauch in dieser Weise seinem staatsanwaltlichen Herzen gegen die Sozialdemokraten Luft gemacht, kam er zu dem Schluß, daß die Angaben des Bezirks- Assessors Hllttner doch glaubwürdiger feien, da er sehr sachlich vorgegangen sei. Schließlich bat er die Richter, von einer Geld- strafe abzusehen, da dieselbe für den Angeklagten keine Strafe sei, denn die Solidarität der Sozialdemokraten sei notorisch, sie wür- den sofort daS Geld zusammenschießen und der Angeklagte würde sich wiederholt inS Fäustchen lachen; deshalb beantrage er drei Tage Haft. Der Angeklagte vertheidigte sich selbst; er verwahrte sich entschieden gegen die Anklage, daß eS ein öffentlicher Aufzug gewesen sei, es war ein Spaziergang und die rothe Fahnen- Geschichte sei lediglich eine Familienangelegenheit. Nach einer halb- stündigen Berathung kamen die Richter zu dem Entscheid, daß eine Verletzung deS Art. 4 nicht vorliege, somit die staatSanwalt- schastliche Berufung zu verwerfen sei— und Jäger ward auch in zweiter Instanz freigesprochen. viele folgen werden, so ersuchen wir die Genossen allerortS, die- � selben als Brüder aufzunehmen. Das Comitö. NB. Briefe und Gelder sind zu senden an Wilhelm Günther,> Bej Amalienallee 563, Großenhain(Sachsen)-' Pch Alle arbeiterfrcundlichen Blätter werden ersucht, ObigeS in- kn ihre Spalten auszunehmen. Lricfkaste» Quittung der Expedition. Bon Schllbch hier Ab. 17 gr. 5. Lugwgn OSua- brück Schr. 8 gr. 5. 4. Hntroir Wiesbaden Ab. 8 thlr. 11., Schr. 3 thlr. 18. 4. Hchtl Paris Ab. 1 thlr. 10. Mllr Reichenbach Ann. 17 gr. 5. Mß Essen Schr. 4 gr. Mtllarb.-Gew. Dresden Ann. 24 gr. I. Mllr hier Ab. 10 thlr., Schr. 1 thlr. 29. 6. GenossenschastShatf. hier Ann. 25 gr. Buchbinder«, hier Ann. 17 gr. 5. E. Mchl Dresden Schr. 10 gr. Br Htznbrg Schr. 20 gr. 5. Sltz Geestendorf Schr. 3 thlr. 17. Hndrchs Merscheid Schr. 23 gr. Ensch Bremen Schr. 5 thlr. Scklnzg WinterSdors Schr 6 gr. Dhlr Groß-Zschocher Ab. 4 thlr. 17. 5. Stcknbrck Rowaweß Anu. 11 gr. Fach«, d. Spengler Men Ab. 17 gr. Sbbgr Würzburg Schr. 11 gr. A. Trtmnn Berlin Ab. 40 thlr. Ge« bundene Fremdwörterbücher kommen erst in einigen Tagen zum Ber« sandt. Die« den Bestellern zur Notiz., für Ho 8.■ «Ol N Für die Wahl im 14. sächs. Wahlkreis. 2 thlr. von der Starke'schen Schneiderwerkstelle hier durch Witt. 1 thlr. 9 gr. 4 pf. von Mitgliedern de» Schneidervereins zu Leipzig. 1 thlr. v. d. Webergenossenschast in Geringswalde d. Goldammer. 3« einer Schneiderwerkstätte ges. 16 gr. Au« Frankfurt a/M. 1 thlr. Boa Starke hier d. Mllr. 15 gr. Vom Arbeiterver. Lindenau 20 gr. Bon E. Würzen 1 thlr. Bon Arbeitern der Schrader'scheu Cigarrenf. Berlin durch A. T. 1 thlr. für ie» «G «ur Fond für Semajregelte. stpei Bon Schllbch hier 9 gr. B. Personal der GenoffenschaftSbuchdrnckeret bxj hi-r 1 ihlr. 5 gr._ Hdlch. J;£ Anzeigen zc. fc Die rechts in[] angegebene Ziffer ist dtt»nd!i Preis der betreffenden Annonce. toi$ -- Mtz. Augsburg „Schlltzcnhalle." Sozialdemottatischer Verein. Samstag, den 31. October: Versammlung in der t Der Vorstand. 13) ß 1 Itraß Literarischer Verein...Atel Aufruf! An die Manufaktur-, Fabrik- und Hand-Arbeiter in Deutschland und Oesterreich. Wie bereit« aus dem„VolkSstaat" ersichtlich, wurde den mecha- nischen Webern bei Zschukke und Otto eine Lohnreduziruug von 20 Prozent angekündigt und zwar, wie wir erfahren haben, Haupt- sächlich durch die Intervention deS Herrn Tuchfabrikanteu Naun- dorf, welcher die niedrigsten Löhne in Großenhain zahlt, und des- halb den anderen Fabrikanten stets in den Ohren liegt, ihre Löhne gleichfalls zu reduziren. Da die mechanischen Weber bei Naun- dorf dieS erfuhren, beschlossen sie einstimmig, eine Lohnerhöhung zu fordern. Sie wurden mit dieser Forderung abgewiesen und kündigten deshalb am 17. d. MtS. Die Kündigungsfrist ist am 24. d. MtS. abgelaufen und sind somit 60 Mann arbeitslos. Wie bereits am 19. d. MtS. von Seite des Fabrikanter verein« angekündigt wurde, erfolgte am 24. d. MtS. die Kündigung sämmtlicher Arbeiter in den hiesigen Tuchfabriken. Wenn die Fa- brikanten ihre Kündigung nicht zurücknehmen, werden somit ca. 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen brodloS. Wie wir erfahren, haben sich die Fabrikanten bereits bemüht, uns anderwärts die Arbeit abzuschneiden, und zwar bei der DreSden-Beiliner Eisen- bahn und beim hiesigen Kasernen- und RathhauSbau. Kollegen, Genossen! Wir werden uns durch Alles dieses nicht zurückschrecken lassen, wir werden fest auf unseren Forderungen be- harren, wenn Ihr unS thatkräftig unterstützt. Vor allem andern ersuchen wir die Genossen allerortS, womöglich in Ihren Lokal- blättern bekannt zu geben, daß der Zuzug nach hier fernzuhalten ist. Wir ersuchen Euch auch, unS mit Geldmitteln zu unterstützeu, damit wir wenigstens den Bedürftigsten unter die Arme greefe» können. Da bereits mehrere Collegen abgereist sind, denen noch kirche. Sonntag Vormittag: Versammlung bei Weber zunächst der Jacobi- - Der Vorstand. f3I r• Cöln Oeffeutliche Versgmmluug der hiestgen Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. am Sonntag, den 1. Nov., Morgen« halb 11 Uhr im Lokale de« Hru- nN Breuer, Eigelstem 25.|„ Tagesordnung: 1) Di« Sozialdemokratie und die„Kölnische Zeitung." 2) Der Kathedersozialistencongreß in Eisenach; Referenten: Schumachtt�ttc und Rittinghausen."Wer Die Parteigenossen werden höflichst ersucht recht zahlreich zu erscheinen- Der Zutritt ist für Jedermann frei. Der BertrauenSmann. A I« ar Sonnabend, de» 31. dss. M:»., Vormittag» Iv� Uh�n im Saale„Restaurant Bellevne", Kreuzstraße 5: Oeffentliche Cigarrenurbeiter- Versammlung. ädrig Tagesordnung: 1) Der Norddeutsche 4igarrenarbeitertag und dessentor s Anträge an den Reichstag. 2) Die bevorstehende Aussperre der 4igarre«' Wzx Der Ortsvorstand. arbeitet Brannschweig»_ k'1'f�ten Generalversammlung de« Arbeiter- Mb düng«-Verein«(Deutsche Section der International� Arbeiterassoziation) wurde Unterzeichneter zum Verein«- Secretair ernaw H. Jmhos, 5 Wcstmorelaud Place, City R<1. C. 8., London. flJrtttirtHirt*» Gewerkschaft der Manufakturarbeiter.! a, yiUiUluUvfj Sonnabend, 31. Od., Abend« halb 8 Uhr: Ver' g, sammlung bei Müller, Liudenstr. 31.— T.-O.: 1) Borstands-Wah" 2) Gewerkschaftliche«, Fragekasten und Aufnahme neuer Mitglceder.- �ewcriimuiuiivcc, �iugciu|ieu unu auiiluouic neuer a/iugiicuei.— Alle Mitglieder werden aufgefordert ihren Pflichten nachzukommen"'aid indem ich sie ans g 6 der Statuten aufmerksam mache.'> ch � Gäste haben Zutritt. F. Stuckenbruck, Bertrauensm.[T®egn Bei seiner Abreife nach Japan ruft allen Freunden ein herzliches' Lebewohl zu, hoffend nach 3 Jahren alle gesund wiederzusehen.' B enedig, Oltbr. 1374._ Bruno Lieber», Soeben ist in dritter Auflage erschienen: lehn Der deutsche Aauernkriegs,'A von i'dro: Itde, Friedrich Engels. Preis pro Exemplar 5 Gr. Wiedervertänfer Rabatt! Die Buchhandlung de»„VolkSstaat". »der !der >°ld Ausverkauf? Bei Aufgabe de» Geschäfts empfehlen wir unser Lager 122( Feiner Filz- und Seidenhüte zu den billigsten Preisen. Leipzig. Hutsabrik- Genossenschaft, kleine Fleischergaffe 20 °°hl Bekauntmachuug. »gt Vom königlichen Handelsgericht München l./J. Eintrag in'« Genossenschaftsregister hier die I.Münchner GenossenschaftS-Buchdruckcrei (eingetragene Genossenschaft) betr. Durch GesellschaftSvertrog vom 28. vor. Mt«. wurde gegründet u� �bl unterm heutigen in's GeuossenschaftS-Register eingetragen die I. Münchner Genoffenschafts-Buchdruckerei (eingettagene Genossenschaft) mit dem Sitz in München l. d. I. Zweck de» Unternehmen« ist dl> i'"1 Betrieb einer Buchdruckerei verbunden mit Buchhandel. Der Borstanä ,mi besteht au« drei Personen, nämlich: Maximinu« Ernst, Schristsetzer, � 1. Vorsitzender, Alois Kiefer, Schristfetzer, II. Borsitzender und Hein rich Oehme, Expedient, Eassier, sämmtliche in München wohnhaft. Der Vorstand vertritt die Gesellschaft und zeichnet durch den BorDß � fitzenden und ein andere« Vorstandsmitglied und zwar in der Weise, da» ir j dieselben der Firma der Genoffenschast ihre Namen hinzufügen. Alle von der Genossenschaft ausgehenden Bekanntmachungen erfolg� im„Zeitgeist" dahier uud in dem zu Leipzig erscheinenden„VolkSstaat. Da« Vcrzeichniß der Genossenschaster kann jederzeit bei dem köni« lichen Handelsgericht München l./J. eingesehen werden. München, den 5. October 1874. Kgl. Handelsgericht München l./J. Ter königliche Obergerichtsschreiber: toui .He fcsu: w- ü l l e r. löS*) :»ho, Verantwortlicher Redakteur: M. Preißer(Lindenau). Redaktion Hoheflr. 4, Expedition Zeitzerstt. 44, in Leipzig. Druck und Verlag der GenoffenschastSbuchdruckerei tn Leipzig. ttn