b': Äi!" _• Mittwoch, Freitag, Sonntag. inzMellungen nehmen an alle ..chManstcilten u. Buchhand- jch»»gen des In-».Auslandes. .Filial- Expeditionen sk die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, °°! 101 Lobokeu, F. J. [cinj � Peter Haß, ■bui Corner Third and ite» otr. Philadelphia. Der VollisstM Abonnementsprn« 4 für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalteu auf den Lten u. 3ten Monat und aus den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch aus den Iten Monat des Quartals ä ö'/j Sgr. Jijjuiiüer sozialdemokratischenArbetterParteiund der internattonalenGeverksgenosseiischzijteA. Inserate, d/te Abhaltung von Partei-, Verein»- und Bolleversammlungen, sowie die Wial- Expeditionen und soustige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privai- und Vergnügung». Anzeigen mit?'/, Ngr. die dneigespaltene Petit-Zeile berechnet. '.'»r. 132. Mittwoch, 11. Wovemver. 1874. thui »-tlMthÄllAAgett über den Kommnnisten-Prozetz zn Köln. „ w(Fortsetzung.) |(jgl IV, DaS Original-Protokollbuch. In der Sitzung vom L3. Oktober bemerkt der Präsident: Polizeirath Stieber habe ihm angezeigt, daß er noch neue se. i�tige Depositionen zu machen habe," und ruft zu diesem Be- — den genannte» Zevgen wieder auf. Stiebcr springt vor und »et die mise ea acene ein. 6i, Bither hatte Stieber die Thätigkeit der Partei Willich- �Zji�dper oder kürzer, der Partei Cherval, geschildert, ihre Thätig- z vor und nach der Verhasturg der Kölner Angeklagten. In 15. ffZug auf die Angeklagten selbst hatte er nichts geschildert, weder r: noch nach. DaS Komplott Cherval fiel nach der Verhaf- der gegenwärtigen Angeklagten vor und Stieber erklärt jetzt: W> habe in meiner bithcrigen Vernehmung die Gefialtvng des in P�mmunister bundtS und die Wirksamkeit der Mitglieder defielben big znr Verhaftung der gegenwärtigen Angeklagten gc- Mildert." Er gesteht als», daß daS Komplott Cherval nichts zu ftn hatte,„mit der Gestaltung deS KommunistenbuvdeS und der virisamkeit seiner Mitglieder." Er gesteht das Nichts seiner t Merigen Aussage. Ja, er ist so Hafirt über seine Aussage vom __§• Oktober, daß er für Überflüssig hält, Cherval länger mit der . WWW"- W- ihm als Emmissär des Marx vorzustellen" rc. Stieber erzählt dann weiter die widrige Polizei- und Bedienten-Komödic, wie der auswärtige Polizeibeamte den Emmisiär von Marx gespielt rc. KotheS wird am 18. Oktober verhaftet und erklärt nach 24 Stunden, das B auf der innern Adresie des Briefes bedeute.Bermbach. Am 19. Oktober wird Bermbach verhaftet und Haussuchung bei rhm gehalten. Am 21. Oktober werden KotheS und Bermbach wieder in Freiheit gesetzt. Stieber machte diese Deposition Samstag, deu 23. Oktober. „Vergangenen Sonntag", also Sonntag, den 17. Oktober sei der außerordentliche Kourier mit der Adresie deS KotheS und mit dem Originalprotokollbuch, 2 Tage nach dem Kourier fei der Brief an KotheS eingetroffen, also am 19. Oktober. Aber schon am 13. Okiober wurde KotheS verhaftet wegen deS Briefes, den ihm der auswärtige Polizeibeamte am 17. Oktober überbrachte. Der Brief an Kothes kam also 2 Tage früher an als der Kourier mit der Adresie des KotheS, oder KotheS wurde am IL. Oktober für einen Brief verhastet, den er erst am 19. Oktober eihielt. Chronologisches Wunder? Später durch die Advokatur geängstigt erklärt Stieber, der Kourier mit der Adresie des KotheS und dem Originalprotokoll buch sei am 10. Oktober eingetrcffeu. Warum am 10. Oktober? Weil der 10. Oktober ebenfalls auf einen Sonntag fällt und am artet Marx« zu identificireu.„Zunächst, sagten, besteht noch die'23. Oktober ebenfalls schon eiu„vergangener" Sonntag war, weil imlMich'sche Fiaction, von welcher bis jetzt nur Cherval in Paris so die ursprüngliche Aussage wegen deS vergangenen Sonntags Lorchs, w. ergrefien sind." Aha! der Hauptchef Cherval ist also ein s festgehalten und nach dieser Seite der Meineid verdeckt wird. Aber �hrer der Willich'schen Fraction. dann langte der Brief wieder nicht 2 Tage, sondern eine ganze d. � Aber Stieber hat jetzt die wichtigsten Mitiheilungen zu Woche später an als der Kourrcr. Der Meineid fällt nun auf °chen, nicht nur die allerncuesten, sondern auch die wich- den Brief statt auf den Kourier. Es geht den Stieber'schen Eiden aße gsten. Die ollerneuesten und wichtigsten! Diese wichtigsten wie dem Lutherischen Bauer. Hilft man ihm von der einen staw iittheill-ngen würden an Gewicht verlieren, wenn die Unwichtig- Seite auf's Pferd, so sällt er von der andern Seite herunter. der bisherigen Mittheilungen nicht betont würde. Ich habe In der Sitzung vom 3. November endlich erklärt der Polizei- �hir eigentlich nichts mitgetheilt, sagt Stieber, aber jetzt kommt's. Lieutenant Goldheim aus Berlin, der Polizei-Lieutenant Greif : auf! Ich habe bisher über die den Angeklagten feindliche aus London habe daS Protvkollbuch in seiner und deS Polizei- i?s Cherval berichtet, was eigentlich nicht hierher gehörte. Ich Direktors Mermuth Gegenwart am 11. Oktober, also an einem £cef� jetzt über die„Partei Marx" berichten, um die es sich alleinMontag, dem Stieber überbracht. Goldheim erklärt also den tnb�bieseln Prozeß handelt. So ernsach durste Stieber mcht spreoen. Stieber eine» doppelten Meineides schuldig. Ztlf sagt also:„ich habe bisher den Kommnnistenbund vor der Marx gab den Brief an KotheS, wre das Original- Couvert ollezfflhastung der Angeklagten geschildert, ick, werde jetzt den Kom- mit dem Londoner Poststempel ausweist, Donnerstag, den 14. Oklbr. mistenbund nach Verhaftung der Angeklagten schildern." Mit zur Post. Der Brief mußte also Freitag Abend, deu IS. Oktober lenthüwlicher Virtuosität weiß er sogar die blvs rhetorische Phrase anlangen. Ein Kourier, der 2 Tage vor Ankunft dieses Briefes die Adresse de« KotheS und das Oriqinal-Protokollbuch überbrachte, mußte also Mittwoch den 13. Oktober eintreffen. Er konnte aber weder am 17. Oktober eintreffen, noch am 10., noch am 11. Greis als Kourier brachte dem Stieber allerdings sein Origi- nal-Protokollbuch von London. WaS eS mit diesem Buche auf sich hatte, wußte Stieber ebenso genau wie sein Kumpan Greif. Er zögerte daher, eS dem Gerichte vorzulegen, denn diesmal han delte es sich nicht um Aussagen hinter den Gefängnißgittern von Mazas. Da kam der Brief von Marx. Nun war dem Stiebcr geholfen. KotheS ist eine bloße Adresie, denn daS Schreiben selbst lst nicht au KotheS gerichtet, sondern an daS lateinische B, das sich auf der Rückseite deS einliegenden verschlossenen Schreiben» findet. KotheS ist also faktisch blos eine Adresse. Nehmen wir nun an, er fei eine geheime Adresie. Nehmen wir ferner an, er sei die geheime Avr�se, worunter Marx mit den Kölner Ange klagten korrespondlrt. Nehmen wir endlich an, unsre Londoner Agenten hätten durch denselben Kourier gleichzeitig daS Original Protokollbuch und diese geheime Adresie geschickt, der Brief sei aber 2 Tage später eingetroffen als Kourier, Adresse und Proto kollbuch. Wir schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens beweisen wir die geheime Korrespondenz mit Marx, zweitens be weisen wir die Echtheit deS Orginal- Protokollbuchs. Die Eckt- heit deS Original ProlokollbuchS ist b-wiesen durch die Richtigkeit der Adresse, die Richtigkeit der Adresse ist bewiesen durch den Brief. Die Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit unsrer Agenten ist bewiesen durch Adresie und Brief, die Echtheit deS Originalproto kollbuchS ist bewiesen durch die Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit unsrer Agenten, tyxod erat demonstrandum. Dann die heitere Komödie mit dem auswärtigen Polizerbeamten; dann mysteriöse Verhaftungen; Publikum, Geschworene und die Angeklagten selbst werden wie vom Donner gerührt sein. Warum aber ließ Stieber, wa» doch so leicht war, seinen außerordentlichen Kourier nicht am 12. Oktober eintreffen? Weil er sonst nicht außerordentlich war, weil die Chronologie, wie wir gesehen, seine schwache Seite ist und der gemeine Kalender unter der Würde eine» preußischen PolizeirathS liegt. Ueberdem behielt er ja daS Original-Couvert de« Briefe» zurück; wer sollte also der Sache aus die Spur kommen? In seiner Aussage kompromittirtc sich Stieber jedoch von vorn herein durch das Verschweigen einer Thatsache. Kannten seine Agenten die Adresse deS KotheS, so kannten sie auch den Mann, den da« mysteriöse B aus der Rückseite de« innern Briefe« barg. Stiebcr war so wenig in die Mysterien deS lateinischen B eingeweiht, daß er Becker am 17. Oktober im Gefängniß durchsuchen ließ, um den Marx'schen Brief bei ihm zu finden. Erst durch die Aussage de« Kothes erfuhr er, daß Bermbach durch daS B bezeichnet ward. Wie aber war der Brief von Marx in die Hände der preußi- schen Regierung gerathen? Sehr einfach. Dle preußische Re- gierung erbricht regelmäßig die ihrer Post anvertrauten Briefe und that e« während deS Kölner Prozesse» mit besonderer AuSdauer. Aachen und Frankfurt a. M. wissen davon zu erzählen. Es ist ein reiner Zufall, wa« entschlüpft oder erwischt wird. üneidig zu machen. Nach Verhaftung der Kölner Angeklagten hat Marx eine neue 'tralbchördc gebildet.„DieS ergiebt sich aus der Aussage eines �izeiagenten, den schon der verstorbene Polizei-Direkior Sdmlze verkannt in den Londoner Bund und in die unmittelbare Nähe � Marx zu bringeu wußte." Diese neue Central Behörde hat � Protokollbuch geführt und dies„Original-Protokollbuch" „ Stieber jetzt. Schreckliche Umtriebe in den Rhein-Provinzen, isllf Köln, ja mitten im GerichtSsaal, alles das beweist das Orrgi- Wrvtokollbuch. ES enthält den Beweis für die sortlausende a iMrespondenz der Angeklagten durch die Gesängnißmauern hin- ing.5'ch mrt Marx. In einem Wort: das Archtv Dietz war daS a. 7� Testament, aber das Originalprotokollbuch ist daS neue Testa- t. DaS alte Testament war in starke Wachsleinwand verpackt, daS neue Testament ist in unheimlich roihen Saffian ge- den. Der rothe Saffian ist allerdings eine demonstratio ad �os, aber die Welt ist heut ungläubiger als zu Thomas Zei- 'i sie glaubt nicht einmal was sie sieht. Wer glaubt noch an Wiente, alte oder neue, seitdem die Mormonenreligion erfunden ' Auch daS hat Stieber vorgesehen, der der Mormonenreligion 't ganz abgeneigt ist. Man könnte mir fteilich", bemerkte der Mormone Stieber, r könnte mir fteilich entgegensetzen, daß dies alles nur Tra- >vnen veräckitlicher Polizeiogenten sseien, aber" schwört Stieber, �r ich habe vollkommene Beweise der Wahrhastigkeil und Zu 'liisfigkeit der von ihnen gemachten Mitiheilungen." ..Man verstehe wohl! Beweise der Wahrhaftigkeit und Be pise der Zuverlässigkeit! und zwar vollkommene Beweise. Voll- rp�itimene Beweise! Und welches sind die Beweise? ..Stieber wußte längst,„daß eine geheime Korrespondenz Aschen Marx und den im ArresthauS befindlichen Angeklagten jßmt, konnte aber dieser Korrespondenz nicht aus die Spur kom- y�"1- Da traf am vergangenen Sonntag ein außerordent- � �er Kourier von London hier bei mir mit der Nachricht daß eS endlich gelungen sei, die geheime Adresse, unter welcher ital�se Korrespondenz geführt worden scr, zu entdecken; eS sei dieS s Adresse de« Kaufmanns D. KotheS auf dem alten Markt hier- st. Derselbe Kourier überbrachte mir daS von der Londoner 'tval-Behörde geführte Orginal- Protvkollbuch, welches man sich einem Mitglied deS Bunde« für Geld zu verschaffen gewußt Stiebcr setzt sich nun mit dem Polizei-Direktor Geiger rn Post-Direktion in Verbindung.„Es werden die uölhigen �chtsmaßregclu getroffen, und schon nach 2 Tagen brachte Abeudpoft von London einen an KotheS adresflrten Brief. selbe wurde auf Anstehn der Oberprokuratur mit Be- belegt, geöffnet und in demselben eine 7 Seiten große, von Hand des Marx geschriebene Instruktion für den Advokaten p�ejptr II. gesunden. Derselbe enthält eine Anweisung, wie die nstlheidigung zu führen sei...... Auf der Rückseite des Briefe« Ii Mij 41 sich ein große«, lateinisches B. Von dem Briefe ward Abschrift, ein leicht abzutrennendes Stück des Originals, das Originalcouvert zurückbehalten. Dann wurde er h sinem Couvert versiegelt und so erhielt ihn ein auswärtiger "iei-Beamter mit dem Austrage, sich zu KotheS zu begeben, stch Mit dem Original- Kourier fiel auch das Original- Protokoll- buch. Stieber ahnte dieS natürlich noch nicht in der Sitzung vom 23. Oktober, als er triumphirend den Inhalt des neuen Testa- mentes, deS rothen Buche« offenbarte. Das nächste Resultat seiner Aussagen war die abermalige Verhaftung Bermbachs, der den Gc- richtsverhandlungen als Zeuge beiwohnte. Warum ward Bermbach abermals verhaftet? Wegen der bei ihm gefundenen Papiere? Nein, denn nach der Haussuchung wurde er wieder in Freiheit gesetzt. Seine Ver- Haftung fiel 24 Stunden später als die deS KotheS vor. Wenn er also compromittirendc Dokumente besessen hätte, waren sie sicher verschwunden. Warum also die Verhaftung des Zeugen Bermbach, während die Zeugen Hentze, Hätzel, Steingens, deren Mitwissen- schaft oder Thnlnahme am Bund constatirt war, ruhig auf der Zeugenbank saßen? Bermbach hatte einen Brief von Marx empfangen, der eine bloße Kritik der Anklage enthielt und nichts weiter. Stieber gab die Thatsache zu,— denn der Brief lag den Geschworenen vor. Er drückte nur die Thatsache in seiner polizeilich- hyperbolischen Manier folgendermaßen aus:„Marx selbst übt von London einen fortwährenden Einfluß auf den gegenwärtigen Prozeß." Und die Geschworenen ftagten sich selbst, wie Guizot seine Wähler: ost- co que yous vous sentez corrompus? Warum also Bermbach'» Verhaftung? Die preußische Regierung suchte von Beginn der Untersuchung den Angeklagten die Vcrtheidigungsmittcl prin- zipiell, systematisch abzuschneiden. Den Advokaten wurde, wie sie in öffentlicher Sitzung erklären, in direktem Widerspruch mit dem Gesetz, der Verkehr mit den Angeklagten, selbst nach Zustel- lung der Anklageakte untersagt. Seit dem Ü. August 1851 war Stieber nach eigner Aussage im Besitze des ArchiveS Dietz. DaS Archiv Dietz wurde der Anklageakte nicht beigelegt. Erst am 13. Oktober 1852, mitten in öffentlicher Sitzung, wird es pro- ducirt, nur so weit producirt, als dem Stieber gut dünkt. Gc- schworene, Angeklagte und Publikum sollten überrascht, überrumpelt werden, die Advokaten sollten den Polizeiüberraschungen waffenlos gegenüberstehen.'(Forts, folgt.) Fremdwörter- Erklärung: Mise en scene, Jnscenesetznng; blasiri, entnüchtert, abgestumpft, gleichgültig; demonstratio ad oculos, eine an die Augen sich wendende Beweisführung; gnod erat demonstrandum, was zu beweisen war; hyperbolisch, übertrieben; est-eo que vons vous sentez corrumpus? Fühlen Sie sich korrnmpirt? Zum Hastpflichtgesetz. Von Seiten unserer Partei ist wiederholt hervorgehoben worden, daß daS sogenannte Haftpflichtgesetz, von anderen Mäu- gel» abgesehn, dem Arbeiter schon darum wenig nützen könne, weil überall da, wo Arbeiter allein der Gefahr des VerunglückenS aus- gesetzt sind: in Fabriken, Bergwerken rc., dem Verunglückten oder dessen Hinterbliebenen bei Entschädigungsansprüchen die Last de« Beweises auferlegt ist, während umgekehrt da, wo auch die „höheren" Klassen der Gefahr de« VerunglückenS ausgesetzt sind: aus Eisenbahnen, bei Verunglückung die Fahrlässigkeit der Be- triebSleitung von vornherein angenommen wird, und diese den Beweis ihrer Unschuld zu führen hat. Wie begründet unsere Auffassung, wie schwierig eS selbst in den flagrantesten Fällen ist, deu Beweis der fahrlässigen Beschädigung oder Törtung zu führen, erhellt recht deutlich auS nachstehender Mittheilung deS „Crimmitschauer Bürger- und Bauernfteund": „Emen eigenthümlichen Eindruck ruft eS hervor, wenn man folgenden Bericht über eine öffentliche Gerichtssitzung in Zwickau am 2. Nov. liest: Der obere Betriebsbeamte der der Aligemeinde Bockwa gehörigen Kohlenwerke, Bergverwalter Karl Richard Meyer, war vom kgl. GcrichtSamte Zwickau wegen fahrlässiger Tödtung zweier Bergleute zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Meyer hatte nämlich am 21. April 1874 die Häuer Fuch», Queck und Eisenreich beauftragt, in einem HaSpclschachte der genannten Altgemeindc einen Damm aufzu- werfen, welcher dem Weitervordringen von Kohlenoxydgasen, die sich im Schachte gezeigt hatten, entgegengesetzt werden sollte. Die erwähnten Häuer haben die übertragene Arbeit auch ziemlich vol- lcndet, mußten aber von der Fertigstellung derselben absehen, weil ihnen übel wurde und Ohnmacht drohte. In der That wurden Fuch« und Queck, und zwar Letzterer schon auf der Abfahrt be- griffen, ohnmächtig und sind in Folge des einzeathmeten Gase» erstickt. Eisenreich hat nur mit Mühe seine Person, nicht aber die Kameraden retten können. Da Meyer'n sowohl da« Bor- handcnsein von Kohlenoxydgasen, als deren Gefährlichkeit bekannt war, hatte da» k. GerichtSamt, an welches die gegen ihn eingeleitete Untersuchung verwiesen worden war, gestützt auf daS Gutachten Sachverständiger, angenommen, daß Meyer den Tod der beiden Verunglückten durch Fahrlässigkeit und indem er die Anfmerk- samkeit, zu welcher er vermöge seines Amtes besonder« verpflichtet gewesen, aus den Augen gesetzt, verursacht habe. Gegen den verurtheilenden Bescheid hatte der Angeklagte Einspruch erhoben, über welchen heute daS kgl. Bezirksgericht unter dem Vorsitze de» Herrn Assessor Seidel und Mitwirkung der Herren Gerichtsräthe Dr. Wolf und Behrnauer zu verhandeln und ent- cheiden hatte. Während die durch Herrn Assessor Leonhardi ver- tretene königl. Staatsanwaltschaft Bestätigung de« erstinstanzlichen UrtheilS beantragte, führte der Angeklagte auS, daß er kurz vor dem Unglücke noch selbst mit einem Steiger an Ort und Stelle gewesen, und daß während de» Unglücks ein Durchhieb an einer anderen Stelle erfolgt sei, welcher Gase auS alten, auf den vorhandenen Karten oder Rissen nicht angegebenen(!) und deshalb ihm unbekannten Stellen herangeführt habe. Die Vertheidlgung(Hr. Advokat Körner) verwandte sich mit Wärme für Freisprechung und betonte die Unzulänglichkeit dcS Beweise� die sonstige anerkannt tüchtige Amtsführung Meyer'S und den Umstand, daß das Bewußtsein der hohen Gefährlichkei mehr ober weniger bei allen bergmännischen Arbeiten vorliege(!). Das kgl. Bezirksgericht erachtete den Schuldbeweis nicht für erbracht und erkannte auf Freisprechung." Nach gewöhnlichem Menschenverstand und Rechtsgefühl läßt sich ein offenbareres Verschulden als in dem obigen Fall überhaupt gar nicht denken, und das Zwickauer Gerichtsamt hatte auch au' fahrlässige Tövtung erkannt. Trotzdem, und obgleich die Staats behörde selbst als Klägerin auftrat, ist in zweiter Instanz Frei fprechung erfolgt. E« fällt uns nicht ein, den betreffenden Rich tern hieraus einen Vorwurf machen zu wollen— sie haben sicherlich dem Gesetze gemäß, nach Pflicht und Gewiffcn entschieden. Da« beffert aber die Sache nicht, im Gegentheil verschlimmert sie zum Schlimmsten. Wenn in einem Fall, wo die Fahrlässigkeit handgreiflich, und wo die Staatsbehörde al« Klägerin auf tritt, ein Beweis der Schuld nicht zu erbringen ist,— welche Aussichten haben dann die Privat-Entschädigungsklagcu von ver unglückten Arbeitern oder deren Hinterbliebenen? Die Antwort kann Jeder sich selbst geben. Und von dem Haflpflichtgesetz erdreistet man sich, den Arber tern vorzulügen, eS sei von dem Reichstag in ihrem, der Arbeiter, Interesse erlassen worden. Die Wahrheit ist: von allen Gesetzen, die der norddeutsche, später deutsche Reichstag im Anftrag des Fürsten Bismarck angefertigt hat, trägt keinS schärfer und mehr in die Augen springend daS Gepräge der rücksichtslosesten Klassen gesetzgebung als gerade dieses Haftpflichtgcsetz. Politische Uebersicht» — Zur RohheitSstatistik. Aus Proßnitz in Oesterreich wird geschrieben: «In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober vergnügten sich vier Osfisiere, darunter der Erbprinz von Nassau, damit, ansang» die Fenster, Gläser u. s. w. im Hotel«zum goldenen Hirschen" zu zerschlagen, und nachdem sie sich durch einen Trunk gestärkt hatten, wurre die Judeugasse zum Orte neuer Thätigkeit gewählt. Die Steinbatterien wurden aufgefahren, und auf Com- mando wurde das Schnellfeuer eröffnet, dem in kurzer Zeit nicht weniger als 36 Fensterscheiben zum Opfer fielen. Außerdem zählte man einige abgerissene Glockenzüge zu den Tobten, und damit die Demolirung eine vollständige sei, wurdet» die zum Baue verwen- beten aufgestellten Ziegelsteine zusammengeworfen und zum Schlüsse einige junge Bäumchen vernichtet." Herr Harkort wird diese„vornehmen" Exedenten hoffentlich aus seiner Liste nicht vergessen und den Erbprinz von Nassau neben seinen Collegen, den Erbprinz von Oldenburg, setzen. — Der letzte„Gewerkoerein" enthält Folgende«: „Wie wir dem„Volksstaat" entnehmen, ist es dem wegen politischer Vergehen zu längerer Gesängnißstrafe verurtheitien Redakteur und Reichstagsabgeordneten Most nicht gestattet, sich selbst zu beköstigen. Herr Most mbeitet nach derselben Quelle im Strafgesängniß Plötzeufee Brieftaschen.— So viel uns bekannt, gilt in Preußen gleiches Recht für Alle; wir können deshalb nicht begreifen, weshalb die Gefängnißdireklion dem Sozialdemo kraten Most bisher die Erlaubuiß zur Selbstbeköstigung nicht ertheilte, während diese doch den edensaü« wegen politischer Vergehen verurtheiltea Redakteuren Majunke und Polle gestattet war. Die Gesängnißkost ist überdies, wie wir au« eigener Er- fahrung konstaliren können, eine solche, daß sie auf die Dauer selbst den allerbescheidensten Ansprüche»! nicht genügt; hat man nun noch wie Most eine mehr als einjährige Gefängnißhast zu verbüßen, so maß der Körper ganz entsetzlich darunter leiden. Sollte die Gefängnißvirektion nicht wissen, daß der größte Theil der den Gefangenen verabreichten Kost aus dem nicht mehr unge wohnlichen Wege deS in der Zelle befindlichen KlosetS verschwindet! Wir fragen aber weiter: weshalb wird dem Redakteur Most nicht gleich den Redakteuren Majunke und Polle gestattet, sich eine andere, seiner Lebensstellung mehr entsprechende Beschäfligung zu wählen, nach welcher er doch wohl, wie wir voraussetzen dürfen, verlangt haben wird. WaS dem Einen recht, ist dem Anderen billig! Oder gilt dieses Wort nicht für die Sozialdemokraten? Wir wollen hoffen, daß die im Reichstag sitzenden Parteige- Nossen deS Abgeordneien Most solche krasse Ungleichheiten gelegentlich zur Sprache bringen und schleunigste Abhilfe verlangen werden. Der Unterstützung sämmtlicher Fraktionen dürften sie in diesem Falle sicher sein." Wir sind nicht so sicher, werden es aber auf die Probe an- kommen lassen, wenn unser Antrag auf Beurlaubung der gefangenen sozialdemokratischen Abgeordneten nicht die nöthige Zahl von Un- terschriften erlangen sollte, llcber die wahrhaft empörende Behandlung'JDtost'ö könnten wir noch Weiteres mittheilen, wollen es aber auf eine bessere Gelegenheit verschieben. — Geständniß einer schönen Seele. JnZeiner Kritik in der„Nationalzeitung" über Zeller'S Leben von David Friedrich Strauß legt Karl Frevzel, einer der Geistreichsten unter den Nationalservilen folgendes Geständniß ab: „Mit der Aufhebung des GotteSbegriffeS, mit der Vernichtung der Uosterblichkeitshoffnung bei der Masse de« Volkes sterfällt der Staat, die bestehende Gesellschaft, die bestehende Kunst: eine Wandlung, wie sie sich vollzogen hat, als da« Christenthum die antike Welt besiegte: wie sie sich ohne jeden Zweifel in der Zu- kunft vollziehen wird, um die Menschheit zu einer höheren Kultur und zu einem glücklicheren Dasein zu erheben." So gewiß die Aushebung des Gottesbegriffs und der Unsterblichkeitshoffnung nothwenvig ist, um die Menschheit zu höherer Kultur und zu einem glücklicheren Dasein zu erheben, oder vielmehr die höhere Kultur und das glücklichere Dasein, die heute Monopol der Be- sitzenden sind, zum Gesammtbesty zu erheben, so gewiß erkennt Herr Karl Fcenzel durch oben ausgesprochenen Satz die Berech- ttzung der vielgeschmählen Sozialdemokratie an, welche die Er- reichunz dies.r Ziele anstrebt. Wir freuen uns also, in dem geistreichen Kritiker der„Nationalzeitung" einen Gesinnungsgenossen begrüßen zu dürfen. — Ueber die jüngsten Vorgänge in Montenegro schreibt man un«: Zettinje, 28. Oktober. Trauer und Entrüstung er- füllt ganz Montenegro. DaS Volk verlangt von Seiten der Re- gierurg der hohen Pforte eine eklatante Genugthuung. Die Auf- reguug ist allgemein. Die Vorfälle in Podgoritza, im albanestschen Distrikt- Zeta, welche dies- Aufregung auf dem ganzen schwarzen Berge hervorgerufen haben, sind folgende: Am 19. Okiober er. erschoß ein türkischer Unterthan au« Kutfchi in Albanien in Pod- goritza einen der reichsten dortigen türkischen Kaufleute, mit Namen Jusuf Mutschin, auS Rache, weil ihn der Bruder de« Jnsuf. ulit drei- oder sechsmonatlicher Kündigungsfrist. Als Lohn er-« ein während der Kajmekan in Podgoritza war, deS größten TheilS halten sie Naturalien oder 12 bis 24 Thlr. Geld. Nur unter Ispekto feines Vermögens beraubt hatte. In Folge dieses Vorfalles griffen die Freunde und Verwandte Jusnf'S zu den Waffen, tödteten den Angreifer zur Stelle und hieben den tobten Körper in Stücke. Als dieser Akt beendet war, fielen sie über fünf Montenegriner her, welche sich gerade an diesem Tage in Podogritza aufhielten und mit Musschi in Handelsverbindungen stauben, weil sie der falschen Meinung waren, daß der Mörder Jusuf's ein Monte- negriner sei. Sie wurden fämmtlich in einem Gasthause beim Abendmahle getödtet. Dann stürzten sie sich auf die andern zu- fällig in Podgoritza anwesenden Montenegriner. Es waren ihrer zwölf, theils arme Leute, welche ihre Waaren nach Podgoritza zu Markte brachten oder dort einkaufen wollten. Auch die zwölf Montenegriner wurden fämmtlich niedergehauen. Nur ein Archi- mandrit und ein Lehrer auS Montenegro waren so glücklich, sich in ein HauS flüchten zu können und sich auf diese Weise vor dem Tode zu retten. Sämmtliche Montenegriner waren ohne Waffen, weil sie nach den türkischen Gesetzen gehalten sind, vor ihrem Ein- tritt in eine türkische Stadt die Waffen den Behörden abzugeben. DieS geschah in Podgoritza um 6 Uhr AbcnbS. Am anveren Tage fand nun eine Razzia der Türken durch den ganzen Distrikt Zeta statt. Alle Montenegriner, welche auf den Feldern ange- troffen wurden und die Zetaner, welche die montenegrinische Kopf- bedeckuug trugen, wurden ohne Erbarmen niedergehauen. Die türkischen Behörden verhielten sich in Podgoritza und Zeta ganz passiv und schritten nirgend« ein. Die türkischen Soldaten, welche über hundert Mann stark in Podgoritza sich in einem Wachthause aufhielten, lieferten sogar zwei Montenegriner, die sich in das Wachthan« gerettet hatten, den Türken auS, die sie vor ihren Augen ermordeten. Ja welch' barbarischer Weise diese Ermordung stattgefunden, geht darau« wohl genügend hervor, daß jeder der beiden Gclödteten, al« am folgenden Tage die Körper an monte- negrinischc Behörden ausgeliefert wurden über 14 Wunden trug, außerdem einem von ihnen der HalS durchschnitten und dem andern der Bauch aufgeschnitten war. Als diese fürchterlichen Vorfälle in Montenegro bekannt wurden, traf die montenegrinische Regierung sogleich alle nöthigcn Anordnungen, um die zufällig in Montenegro anwesenden Türken vor der gerechten Erbitterung deS Volkes in Schutz zu nehmen. Unter sicherer Bedeckung wurden sie über die montenegrinische Grenze geleitet. Zugleich wurde allen montenegrinischen Grenzbehörden die Weisung gegeben, jedem weiteren Konflikt mit Energie entgegenzutreten. Es ist nun zwar auf energisches Andringen der Regierung von Montenegro seitens der türkischen Behörden wegen der Vorfälle in Podgoritza eine Untersuchung eingeleitet; falls aber nicht von der türkischen Re- gierung eine ganz eklatante Genugthuung gegeben werden sollte, so muß man sehr ernsten Ereignissen entgegen sehen. (Wir haben diese Correspondenz auf ausdrücklichen Wunsch des Einsenders aufgenommen; wir müssen aber dazu bemerken, daß die Montenegriner bei früheren Streitigkeiten mit den Türken fast tetS der angreifende Theil waren, und daß sie sich seit langer Zeit notorisch von russischen Agenten mißbrauchen lassen, um vie orientalische Frage„offen zu halten", d. h. durch periodische Krakchlereien, bei denen die Türken al« Angreifer geschildert werden, den Glauben in Europa zu erwecken, die Vertreibung der Türken auS Europa sei im Interesse der Ordnung und der Menschlichkeit nothwendig. Ob eS sich mit den oben geschilderte» Vorgängen anders verhält, bleibe dahin gestellt. R. d. V.) — Bei der Wahl im 14. sächsischen Wahlbezirk ist der Candidat der sozialdemokratischen Arbeiterpartei unterlegen. DaS Resultat' der Abstimmung, welches noch nicht vollständig vorliegt, werden wir daS nächstemal mittheilen. WaS den Gegnern den Sieg gegeben, war in erster Linie die Indifferenz der VoikSmassen in Bezug auf den Reichstag.(„ES hilft ja doch nichts!"„WaS haben wir vom Reichstag zu erwarten?" ic.) In zweiter Linie die kolossale Wahlbeeivflussung Seiten« der vereinigten Gegner, welche von den in ihren Händen befindlichen Machtmitteln mit einer, in Sachsen bisher unerhörten, Rücksichtslosigkeit Gebrauch machten. Ob sie dabei sich durchweg auf dem Boden des Gesetzes bewegt haben, wird Gegenstand der Untersuchung wtrden und vom Reichstag zu entscheiden sein. — Wegen einer Majestätsbeleidigung, die unser Partei- genösse Pietschmann in Königsbrück während der letzten Wahl- agitation begangen haben soll, wird derselbe nächsten Montag eine 4monatliche Gesängnißstrafe in Bautzen antreten. Die Quednaaer Revolte vor dem Schwurgericht. (Fortsetzung.) III. Die Fortschrittspartei und deren Organ, die„Hartung'schc Zeitung", glaubte ebenfalls, daß die Revolten in langer Zeit ge- plant und vorbereitet worden. Nur bestritt sie mit der größten Entschiedenheit die Behauptung ihrer konservativen Kollegin, daß der sozialdemokratischen Partei die Urheberschaft zuzuschreiben sei. Auch sie fand die erste und eigentliche Ursache der Revolten in der Kreisordnung; einzelne Bestimmungen derselben wären theils von den Landarbeitern mißverstanden, theils von den AmtSvor- tehern, wenigstens von einigen, falsch oder mit zu großer Strenge angewendet worden. Auch daS fortschrittliche Blatt glaubte an bestimmte Urheber, welche den thörichten Leuten die KreiSordnung uno andere neue Gesetze, so z. B. daS Civilehegesetz, in einem chlimmen Lichte dargestellt und so eine vielleicht schon vorhandene Aufreizung vermehrt und endlich bis zu dem beklagenSwcrthen AuSbructe gesteigert hätten. Als solche Anstifter der Unruhen oder„intellektuelle Urheber" wurden von dieser Seite sehr deutlich die„feudal-orthodoxe Partei" und deren Organ, die„Ostpreußische Zeitung" bezeichnet; sogar in Berlin sollte diese Annahme, gestützt auf verschiedene direkte Mittheilungen aus Ostpreußen, feststehen. Durch die gerichtlichen Untersuchungen ist festgestellt worden, daß auch die„Hartung'sche Zeitung" bezüglich der intellektuellen Urheber vollständig falsch unterrichtet war, und von der schweren Anklage ist mit den Sozialdemokraten auch die„feudal-orthodoxe Partei" freigesprochen worden. Wer unsere Arbeiter und die sozial-politischen Verhältnisse hier zu Lande kennt, hat nicht einen Augenblick geglaubt, was die beiden Hauptorgane der Provinz mit mehr Elfer als Einsicht behaupteten. Mit Ausnahme der 106 Arbeiter von der Ziegelei in Rothen- lein und einiger Handwerker waren alle Aufruhrer Gärtner und Unechte von den großen Gütern, durch die ihr Zug von Samitten bis Quednau ging. Sie waren es, die den Krieg führten gegen die Gutsbesitzer respektive AmtSvorsteher und deren Klüsen. Gärtner(Jnstleute) und Knechte haben sich den Besitzern und besonders günstigen Umständen reicht dieser Lohn anS zur Befrie-feu, v dignng der allernothwenvigsten Bedürfnisse; er reicht hierzu nicht,! Um wenn die Kartoffeln mißraihen, wenn der Erdrusch nicht über den s die Durchschnitt geht, wenn durch Krankheit der Verdienst vermindert lechtef wird.»der Auf einzelnen Gütern— auf den meisten, behaupten zuteilten, Kenner unserer ländlichen Verhältnisse— kommen die Arbeiter» Ba auch in den fruchtbarsten Jahren aus der Roth und der Hunger- s. w. lciderei nicht heraus. Denn viel kommt darauf an, wie der Lohn je» sc aegeben wird. In der Regel erhalten die Leute al« Deputat- ffulkir Roggen nur ein Drittel gut; zwei Drittel desselben ist sozeuannteS Mge Brockorn, leichter, kleinkörniger, mit Wicken, Rad-, besonders mit f Her Trespe und manchmal noch mit Gerste und schlechten Erbsen ge- solle, mengter Roggen— eine Sorte, die gar nicht verkäuflich ist und i Wol höchstens als Schweinefutter auf den Markt gebracht ist. Kluge«hnur Landwirthe verkaufen möglichst frühzeitig ihr gute« Getreide, und Z wenn der Speicher leer, bedauern sie, ihren Leuten nur Bcotkor»»adra geben zu können. ter di Ein Hauptftück für die Arbeiter auf dem Lande ist eine Kuh; toern ohne Milch und Butter kann eine Familie nicht existiren, zumal tdern in der Zeit von Ostern bis Herbst, wrnn auf den Tisch fast nie-Pgt n mals Fleisch kommt. Eine„herrschaftliche" Kuh gicbt im Durch-(igt, I schnitt täglich 8 bis 12 Liter Milch, denn sie hat im Winter?. E gutes Futter und im Sommer reichliche Weide; die Kuh de« st K armen Gärtners vermag kaum 3 bi« 4 Liter zu geben, denn sie tonin) wird im Winter dürftig gefüttert und im Sommer ist die schlech-!die I teste Weide für sie gut genug. ES thut auch nichts, wenn diese In schlechteste Weide so weit vom Gute abliegt, daß die Frauen zum»sgeri Melken nicht hinausgehen können; dann verlierea sie einen Theil Üeln, der Milch, was dem Herrn eben nicht schadet. h rnil Die Arbeiter bekommen laut Kontrakt„Brennmaterial ange- Alten fahren." Ist's Torf, so müssen sie denselben erst im Bruche zn-ü im bereiten, was eine über mehrere Wochen sich hinziehende Arbeit? grü ist; ist'S Holz, dann werden ihnen die im Walde umherliegenden Fr Aeste, Späne und Zapfen überlassen, ferner die Stubben, welche stsdie sich die Leute ausroden müssen, womit sie gleichzeitig dem klugen? die Herrn den abgeschlagenen Waldtheil für die weitere Kultur klarlsseher machen.— Die„freie Bestellung" deS Gartens und AckerS flirren, Kartoffeln und Flachs beschränkt sich aus die Erlaubuiß, die noth-� zag Sch Sol »ndei »be( Nr. ngc «troll llin i wendigen Arbeiten machen und hierzu, so weit eS unerläßlich, Vieh und Geräthe benutzen zu dürfen. Diese und alle andern Arbeiten für den Unterhalt dürfen bloS an den Sonntagen ge schehen und auch nur dann, wenn für den Herrn nichts Dringende« zu thun ist. Damit wird den Leuten jeder Ruhetag genommen. Der Lohn, Geld und Getreide, wird auf den meisten Gütern am ersten jeden Monats verabfolgt. Der Herr giebt oder läßt geben immer nur fo viel, als ihm beliebt; das empfangene Geld z. B. reicht manchmal kaum zum Salz und dem zum Schmalzen der Speisen nothwendigen Fett. Am Schlüsse des KonttaktjahreS, wenn die große Abrechnung gehalten wird, haben trotzdem die armen Leute fast immer weniger zu erhalten, al« sie gehofft. ES kommen dann Strafgelder(vie der Herr nach reiner Willkür und fsnne, zu feinem Bortheil einzieht) zum Borschein, von denen sie nichOTte i gewußt, eS werden ihnen Abzüge gemacht für Abgaben, die sie Abr< nicht kennen. Es giebt Gutsbesitzer, die alle vom Staat, von- ThI Kreis- und Provinzial-Verttetunzen beschlossenen Abgaben und �rfeli Steuern auf ihre Arbeiter repartireu: für die Armen- und Kor- �ihei rekilonS-Häuser, für die Taubstummen- und Jrren-Anstalten, siirWe a. die Hebeammen und die Soldaten, für Eisenbahnen und Chausseen.>be! Ja, es wird mir versichert, daß den Gärtnern und Knechten sogar �bat ein �Beitrag zum Bau der Klüsen, den Twingen und Kerkern, läen mit denen— wenigsten» nach ihrer Meinung— die Gutsbesitzer Üin sie unter das Joch beugen sollen, eingerechnet wird, auf einzelnen h?bll> Gütern bis zu 15 Silbergroschen! Ob den Herren nach solchen toeut Repartitionen noch ein nennenSwerther Beitrag zu leisten bleibt,"nnft wird allgemein und, wie eS scheint, nicht ohne Grund bezweifelt,"uvo Die Arbeit dauert im Sommer für die Männer und Schar- k- 1 werker 16 bis 17 Stunden mit im Ganzen etwa 2 Stunden �gati Pause; von Ende August bis Mitte Mai ist die Arbeitszeit, die??? 2 ziemlich regelmäßig vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne�oncl dauert, kürzer, und dann wird nur eine einstündize Pause ge-�tka stattet. Von der Arbeit entlassen werden sie im ganzen Jahre�cha nur einmal zum Beichtgang*) und manchmal zum großen Markt in der Kreisstadt. Weihnachten, Neujahr, Ostern und Psingstea�. 1 sind die einzigen Festtage der Arbeiter in Preußen; Kirchweihen'�tpo sind dort unbekannt und da« früher allgemein übliche Erntefest toah, (an einem Sonntage) hat man auf den meisten Gütern den Ar-�rsch beitera abgewöhnt. Ära Da« viel gerühmte„patriarchalische" Verhältniß zwischen den j*.( Herrschaften und den Arbeitern ist wohl immer nur eine Sage!?> 2 gewesen. Noch ist der Glaube unerschüttert, daß die H-rrschafteil�n. eine viel höher stehende Gattung von Menschen siad, als die Ar- 6 beiter. Ist der Herr adlich, so muß jedem Familienmitglied de«- selben daS Prädikat„gnädig" gegeben werden; ist er„nur" bürgcr- 5 lich, so heißt alles„hochgeehrt" und, wenn das Besttzthum klein, „geehrt". Wenn die Arbeiter, namentlich die Frauen, einer gnä-� C digen oder hochgeehrten Herrschaft nahe kommen, wagen sie nicht �-8 zu unterlassen, derselben die Hand zu küssen. Dagegen werde» �ie von den„gnädigen" und„hochgeehrten" Herrschaften die ledigen � Hc Arbeiter mit„Du" angeredet, die verheiratheten Männer mit'tor „Er", die Frauen mit„Sie"(der dritten Person); auf manche» Gütern wird alles durch die Bank geduzt; Kämmerer, Handwerker und dergl. werden„geihrzt". Wenn die gnädigen und hochge-( ehrten Herrschaften zu dritten Personen von ihren Arbeiter». Nr sprechen, werden diese im feinen Stil„Leute" oder„Menschen�' ttg, genannt, sonst nur„Volk",„Pack" und die Männer am häufigste» �'g« „Kerle". �»t, Es ist gar nicht lange her, da durften die Arbeiter noch übet � � r ein Bund Stroh gestreckt und gehauen werden. Jetzt hat det�ig Gutsbesitzer kein Recht hierzu; aber ein paar Maulschellen un? �( ein paar gelegentliche Hiebe, mit der Reitpeitsche oder dem KantschÄel an Frauen, Mädchen unv die jüngeren Knechte verabfolgt, kow- �cht men nicht in Betracht. Soll einem„Kerl" einmal ordentlich„da?.*er Lcder los gemacht" werden, dann sucht der vorsichtige Herr oder to 5 dessen Stellvertreter ihn urplötzlich im Stall, einer einsame» � Scheune oder auf dem Speicher zu überfallen, und„unter vies�tto Augen" erhält er kluger Weise„die Jacke voll". ManchmaWtt allerdings kehrt sich der Stiel auch um, und dann gnade dem Herrn oder dem Inspektor. Mir will'S scheinen, al« zeigt' in neuerer Zeit Herren und Arbeiter einander öfter al« früh Pächtern der Güter vermiethet und zwar meistens auf ein Jahr gegangenen Arbeitsertrag! *) Ein gut evangelischer Pfarrer, ein unbelehrbarer Gegner d» Sozialdemokraten, erzäylte mir— wir sprachen eben über die Ursache' der Klusen-Revolte— voller Entrüstung, daß sür die Erlaubnig zu» Beichtgangc von vielen Gutsbesitzern 10 Sgr. den Leuten in Abzug 0' � bracht werde— al» Entschädigung sür den dem Gutsbesitzer verlöre»� il«i Hirki ist; wenigstens giebt eS jetzt viele Herren und irterispelturen. die nur mit einem sichern Revolver unter ihre Leute rie-st», wie ja selbst in den Zeitungen oft zu lesen. -cht, Um das leibliche und geistige Wohl ihrer Arbeiter kümmern dea> die meisten Gutsbesitzer nur so weit, als sie müssen. Die oert lichtesten Schulen findet man auf den großen Gütern. Die »der müssen frei gelassen werden, wenn sie der Herr Patron zum lute ilen, Jäten und anderen Feldarbeiten, zum Handlangern auf iter» Bauplätzen, zu den Treibjagden in den verschneiten Forsten zer-ls. w.«erlangt, und wehe dem„Schulmeister", der Einspruch oh» sin solche Schulversäumniß erhebt oder gar den Muth hat, die tat-»ulkinder dem Herrn zu weigern. Den E-wachsenen wird keine ateS pige Anregung und Beschäftigung, wenn sie nicht im Interesse mit\ Herrn liegt, gegönnt. Sie sollen arbeiten, nicht aber lesen, gc- sollen gehorchen, aber nicht denken. und Wohl auf den meisten Gütern hat jede Arbeiterfamilie eine iuge«hnung für sich allein. Diese Wohnung besteht gewöhnlich aus und M Zimmer und einer Kammer. ErstereS hat etwa 25 bis 30 or»»adratmeter Fläche und ist s» hoch, daß ein mittelgroßer Mann ter dem Balken zu stehen vermag. Der Boden ist nicht gedielt, !uh;�ern mit Lehm ausgeschlagen, die Thüre hat nicht ein Schloß, mal»dern eine Klinke, das kleine Fenster mit blinden Scheibchen nie-»gt nicht in Angeln. sondern ist mit Nägeln in der Wand be- lrch- M, kann also behufs Lüftung des Zimmers nicht geöffnet wer- nter f. Etwa den sechsten Theil der Stube nimmt der große Ziegel- de« fr Kachelofen ein; neben demselben befindet sich der Herd siedmin), aus dem gekocht wird. Lange noch nicht halb so groß lech-!die hinter der Stube liegende Kammer. diese In dieser Wohnung befindeu sich alle Wirthschasts- und Ar- zum tt«geräthe, die meisten NahrungSvorräthe, im Winter sogar Kar- cheilsieln und Gemüse, ja die Gänse und Hühner. In diesem dun- » und dumpfen, im Winter häufig von dickem Dunst uud Rauch nzc- killten Räume, in dem noch dazu bei schlechtem Wetter, daS ist zu-lr im größten Theil des Jahres, die Wäsche, die nassen Kleider, rbeit� grüne oder faule Holz getrocknet wird, leben zusammen Mann adenld Frau, große und kleine Kmder, die Magd(für den Schar- elche �dienst), und oft noch alte Eltern. In diesem Räume, wo ugen � die Säuglinge und Blödsinnigen nicht sehen und hören und klar stehen, was geschieht oder geschehen soll, wird geboren und ge- für rt>en, gehaßt und geliebt,— hier wirbt nicht selten die Sünde »oth- d zagt die Tugend, tobt sich die erhitzte Rohheit auS und fleht ...... dern i ge- adeS men. ttera läßt Zeld atzen hres, die ES und Schwäche oft vergebens um Barmherzigkeit. Solche Wohnungen liegen je immer zwei neben und gegen ander. Aus manchen Gütern werden zwei Familien in eine »be gepfercht.(Frts. folgt.) Gewerkszenossenschaftliched. Punkt,„DelegationSkosten, sollen nicht mehr von der Hauptkasse, sondern vou den OrtSkassen bestritten werden", wurde ebenfalls mit Majorität für die nächste Generalversammlung zurückgestellt. In den nächsten Tagen wird auch daS neue Kranken- und Be- gräbnißstatut zur Urabstimmung unterbreitet werden. ES erwies sich dasselbe nach der Ausarbeitung der Leipziger Commission nach unserer Ansicht als unzweckmäßig. Deshalb wurde eS nochmals an eine Commission überwiesen und hat dieselbe nun ihre Arbeit erledigt. Das Nähere darüber enthält die Vorlage selbst. Noch muß ich mittheilea, wie man unfern Mitgliedern in einigen Orten Sachsens von Seite der Behörden entgegentritt. Bekanntlich wurde die GewerkSgenoffenfchaft der Maurer und Zimmerer in Dresden gegründet, und hat dort folglich ihren Sitz; nun sollte man doch meinen, wenn es in DreSden nicht staatSgefährlich fei, obiger Ge- nossenfchaft anzugehören, daß dieses eben so wenig in Lunzenau und Zschortau der Fall sei. Jedoch die Behörden in den kleinern Orten Sachsens denken anders. Am Morgen des 21. Oktober erschien der Octsrichter mit 3 Gensdarmen bei unserm Bevoll- vollmächtigten Wilhelm NobiS in Zschortau, durchstöberte dessen sämmtliche Gemächer, wobei die größte Aufmerksamkeit der Holz- kammer zugewendet wurde. ES wurde 17 Briefe, daS Kasiabuch, Stempel, 2 Statuten, 1 Protokoll, 1 Protokollbuch, 1 Berggesetz- buch, welches der Betreffende sich geborgt hatte, und noch ver- schicdeue Schriften und Rechnungen der Gewerkschaft mit, Beschlag belegt. Man bcharrte darauf, die dortigen Mitglieder bildeten einen Zweigverein. Diese Denunziation sowie der Behörde über- Haupt salsche Angaben gemacht zu haben, ist ein früheres Mitglied Namens Kögel dringend verdächtig. Kögel hatte in Gemeinschaft mit dem Beitragsammler Kunze den Versuch gemacht, Gelder der Kasse zu unterschlagen; diese Gaunerei wurde aber von dem Be- vollmächtigten noch rechtzeitig vereitelt. Dann von den Mitglic- dern ausgeschlossen, war er stet« bemüht, dieselben abwendig zu machen, indem er ihnen vorplauderte, sie seien ein Zweigverein, und die Verwaltung wüßte von ihnen nichts und dergleichen mehr. Genossen! Daß solche Subjekte zum Denunziren sähig sind, wird Euch klar sein. Darum hinaus mit ihnen auS unserer Ver- einiguug, denn nur ehrliche Arbeiter nennen wir unsere Brüder. Kehren wir unS wenig an die Chikanen der einzelnen Behörden, welche sonderbare Begriffe von dem Verein«- und VersammlungS- recht haben, agitire ein Jeder mit ganzer Kraft, der Gewerkschaft immer neue Genossen zuzuführen, dann werden wir von selbst aller solcher Nörgeleien überhoben werden. Mit Gruß Für die Verwaltung Heinrich Ricke, Schöppenftedterstraße 50. Allgemeiner deutscher Schneidervcrei«. Arannschwetg, 30. Oktober. Das Resultat der Urabstimmung ergeben, daß Gießen als Vorort, und Berlin als Sitz der »trollkommission gewählt ist; die betreffenden Bevollmächtigten sten nach stattgefundener Wahl die mit der Leitung betrauten rsonen im„Volksstaat" bekannt machen, sowie auch die ge- lichtS�lte Kontrolkommisston. e sie Abrechnung vom 3. Quartal 1374. Bestand vom 2. Quartal von� Thlr. 11 Pf- Einnahme: Wiesbaden 1. Quartal Thlr. 3 28, und Arfeld' 2. Qu. Thl. 3. 26., RegenSburg 2. Qu. Thlr. 2 15 8, Kor-frzheim 2. Qu. Thlr.— 24 6, Augsburg 2. Qu. Thlr. 9 4, , für ste a.S. 3. Qu. Thlr. 4 23 1, Wiesbaden 2. Qu. Thlr. 3 15, sseen.»de 3. Qu. Thlr. 10 21 2, Wolfenbüttel 3. Qu. Thtr. 4 11, oaar iöbaden 3. Qu. Thlr. 3 20 3, Landshut 3. Qu. Thlr. 6 9, ckern/ßen 3. Qu. Thlr. ö 11 5, Leipzig 3. Qu. Thlr. 8 9 6, esitzer üin 3. Qu. Thlr. 2 17 6, Chemnitz 3. Qu. Thlr. 4 9 8, elnen sttburg 3. Qu. Thlr. 7 15, Schw. Gmünd 3. Qu. Thlr. 1 29, sschett hreuth 3. Qu. Thlr. 4 16, Constanz 3. Qu. Thlr. 2 23 1, leibt,»unschweig 8. Qu. Thlr. 17 23 6, Würzburg 2. Qu. Thlr. 1. eifelt. �ma Thlr. 540 13 4. Ausgabe: Stempel für Wolfenbüttel ichir- lr. l 20, Porto aus dem Buche des HauptkafsirerS Thlr.— 14, inden legationskosten für die Delegirtcn in Halle und den Geschäft«- die k-r Thlr. 57 17, Gehalt dcS Geschäftsführers Thlr. 30, für ionne�oncen in der„Halleschen Zeitung« Thlr. 1 3 6, Gehalt de« - ge- uptkasstrers Thlr. 5, für den„VolkSstaat" Thlr. 8, 500 Ge- Zahre�chafts- Abrechnung«-Formulare Thlr. 4 10, Anhang- und Narkt �chnungS-Formulare Thlr. 6 22 6,„VolkSstaat" 3. u. 4. Qu. igsten�- 1 10, für die„Union" Nr. 9, Thlr. 3 20, Brief- und »eiheo �tporto, Schreibmaterial Thlr. 3— 2. Summa Thlr. 122 27 2. itefest �ahme Thlr. 540 18 4. Bestand Thlr. 417 21 2. An l Ar- �ttschnß von Stade, Gießen und Bayreuth Sa. Thlr. 60 16 3. Kranken- Unterstützungsbund: Bestand vom 2. Quartal 1874 , den stl. 60 21, Würzburg Thlr. 1 25, Halle a. S. 3. Quartal Sage bc. 2 15 4, Brauvfchwcig 3. Qu. Thlr. 14 10 6, Wiesbaden hafte- �u. Thlr. 2 3 9, Leipzig 3. Qu. Thlr. 5 7 4, Stade 3. Qu. e Ar- k. 6 1 3, Gießen 3. Qu. Thlr. 1 24 10, Landshut 3. Qu. > deS« � 5 9, Chemnitz 3. Qu. Thlr. 1 10, Augsburg 3. Qu. ärger- ll- 2 28, Schwäbisch-Gmünd 3. Qu. Thlr. 1 9, Bayreuth klein, Öu. Thlr. 1 27 5. Summa Thlr. 107 12 5. Ausgabe: gnä-� Chemnitz Thlr. 8, für Porto Thlr.— 2 6. Summa nicht �-8 2 6.— Einnahme Thlr. 107 12 5. Bestand Thlr. 99 9 11. , erden Die rückständigen Orte wollen ihren Pflicbten bald nachkommen, wizen' Hauptkassirer C. Beck, Turnierstraße Nr. 8, nimmt stet« e mit �er in Empfang. F. Mumme, Gesqäftsf. rächen tiB. Herr Karl Kaller möge Obigem seine Adresse mittheilen werker-- wchze- Gewerksgenosscnschaft der Maurer und Zimmerer. -eitern. Kraunschweig. Da« Resultat der Urabstimmung zu Punkt 1 lschen� irgebeu, daß sämmtliche Mitglieder, mit Ausnahme der Braun- figsteN feiger, für den Anschluß an die Union, sowie auch für die Kalorische Einführung des Blattes stimmten. Jede« Mitglied j übet � nun in thunlichster Kürze dasselbe erhalten. Es ist noth- lt dkl'big, daß neben der genauen Adresse eine« jeden Bevollmäch- a und.en auch zu gleicher Zeit die Verkehrs- oder Versammlungslokale mtschN�geben werden, damit dieselben in genanntem Blatte bekannt kom�cht werden können. Genossen! Eingedenk Eures Beschlüsse«, >„dat �er die Hauptkasse zur Deckung der Kosten de« Organs und c ovet N Versendung verpflichtet, ist eS nun auch Eure ernste Pflicht, ssame»� Sorge zu tragen, daß die laut Protokoll der Coburger :r viet�ralversammlung erhöhten Steuerbeiträge pünktlich an die nchmaW'kaffe eingesandt werden, damit selbige ebenfalls ihren Pflichten ! Got»?"Sen kann. Bis jetzt sind ihren Verpflichtungen nur erst nach- zeizteSr°aiMen: LandShut und Leipzig. Landshut mit 12 fl. 15 kr. frübeNt�ttlfchastsbeittägen und 6 fl. 15 kr. Krankenkassenbeiträgen, zu- ■�en io Thlr. 17 Gr. 1 Pf., Leipzig mit 7 Thlr. 23 Gr. icr dS it nochmals, alle Beiträge an den Hauptkassirer Konrad I-, ,i3 �überg, Nicselkulk 21 einzusenden, uud nicht, wie da« bei L V«?1 Sendungen der Fall war, an den Vorsitzenden. Der crlor-« Punkt,„feste Anstellung des Vorsitzenden« wurde mit Ma ! ut bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. Der dritte Hrotzenhai«, 3. November. Wie die Herren Bourgeois be müht sind, die Bestrebungen der Arbeiter zu verdächtigen, möge folgender Artikel aus den„Dresdner Nachrichten« zeigen: „Großenhain, 28. Oktober. Die Arbeiterverhältnisse in Großenhain sind seit den letzten zwei bis drei Jahren immer zer fahrener geworden, so daß weder Herr noch Meister kaum ihre Autorität und noch schwerer gehörige Ordnung aufrecht erhalten können und ein Zustand dadurch Platz gegriffen hat, der eS Allen verleidet, an der Spitze dortiger Fabriken zu stehen. Da dies in den benachbarten preußischen Städten ähnlichen Fabrikbetriebes, wie Cottbus, Zeitz und Guben nicht der Fall ist, muß die Ur fache in dem Mangel an Arbeitern in hiesiger Gegend gesucht wer- den, welcher die Fabriken zwingt, alle sich anbietenden Arbeiter auszunehmin und so die frühere Ruhe und Ordnung zu stören (vielleicht auch in den sozialen Verhältnissen, oder in schlaffer Handhabung polizeilicher Ordnung?). Hauptsächlich sind e« die jüngeren Arbeiter bei der am besten bezahlten Arbeitsbranche der mechanischen Weberei, welche die immer sich neu wiederholenden Störungen des ruhigen Fabrikbetriebes herbeiführen, indem sie durch Strike- Androhungen en müsse die Forderungen an Erlaß von Strafen für schlechte Arbeit, auf Reduktion der Arbeitszeit, aus Erhöhung von Löhnen u. s. w. durchzusetzen suchen. Diese Arbeit der mechanischen Weberei können, wie bei der Spinnerei, Frauen und Männer gleichmäßig leisten, sobald sie nur wenige Wochen geübt sind: sie besteht in Beaufsichtigung der mechanisch selbstthätigen Maschine; der Arbeiter hat nur etwaige Störung durch Reißen der Fäven zu korrigircn, Anstrengung an Geist oder Körper ist dabei nicht erforderlich. Diese Arbeit, wobei junge Leute von 16 bis 20 Jahren hauptsächlich angestellt sind, ist so hoch bezahlt, daß einer dieser Arbeiter bei llstündiger Arbeit wöchentlich 4 biS 7 Thaler»erdient, je nachdem er mehr oder minder gewandt oder fleißig ist. Eine neue Anforderung, diesen Lohn zu erhöhen, hat in der Fabrik von Gebr. Naundorf vor Kurzem wieder zu einem Strike v»n 53 dieser Arbeiter geführt, welche der Fabrikantenverein aus Antrag dahin beantwortet hat, daß, wenn diese ungerechtfeltigte Störung nicht durch ruhigen Antritt an die verlassene Arbeit"beseitigt werde, alle Fabriken ihren Betrieb bis dahin einstellen würden. Die sämmtliche» Arbeiter sind insofern betheiligt, als sie die 53 Sinkenden mit 12V, Ngr. pro Tag und Person unterstützen zu wollen erklärt haben, und über diese Unterstützung Aussprache im Großenhainer Wochenblatt statt- gehabt hat. Leider fehlt eS hier an Elementen, welche Aufklärung und Belehrung an Stelle der Ausreizung setzen und so ein ver- mittelndes Gegengewicht herbeiführen!" Wie aus Obigem zu ersehen, ist dieser Bericht von irgend Jemand auf Veranlassung der Fabrikanten geschrieben. Wir er- sehen daraus, daß kein Mittel zu schlecht ist, wenn eS gilt, die öffentliche Meinung zu Ungunsten der Arbeiter zu stimmen. Die Thatsachen werden entstellt und man entblödet sich nicht, in schlecht verhehlter Weise die Arbeiter zu.denunziren. Wenn in dem betreffenden Lltikel gesagt wird, die Arbeitsverhältnisse seien seit den letzten zwei bis drei Jahren hier immer zerfahrener geworden, so daß weder Herr noch Meister kaum ihre Autorität geltend machen können, so ist dies dahin zu verstehen, daß die Arbeiter seit einiger Zeit angefangen haben selbstständig zu denken und sich nicht mehr so gemüthlich ausbeuten lassen. Wir sind sogar stolz darauf, daß die Herren Bourgeois uns dieses Zeugniß ausstellen müssen und bedauern die Arbeiter in den angrenzenden preußischen Städten, wenn ihnen von Seiten dieser Leute gesagt werden kann, daß sie im Sinne der Fabrikanten sich ruhig ausbeuten lassen. Es ist di-S ein ArmuthSzeugniß, welches den dortigen Arbeitern ausgestellt wird, und wir würden uns schämen, wenn man uns dieses nach- sagen könnte. Daß bei dieser Gelegenheit die Herren Mangel an Arbeitskräften anführen, liegt in ihrem wohlverstandenen Interesse; man möchte gern durch Vorspiegelungen aller Art solche„ruhige und friedliebende" Arbeitskräfte heranziehen, um die gestnnungs tüchtigen Arbeiter zu maßregeln. Wenn weiter gesagt wird, daß „einer dieser Arbeiter" von 16— 20 Jahren bei llstündiger Ar- beitSzeit 4—7 Thaler verdienen kann, je nachdem er fleißig oder gewandt ist, so kann ich konstatiren, daß„einer dieser Albeiter" in der Fabrik der Gebrüder Naundorf, welcher abwechselnd zwei bis drei Thaler verdiente, in einer Woche gar kein Geld erhielt. Und die Arbeitszeit? Erst vor kurzer Zeit erhielt ich einen Be- richt von mehreren Frauen aus der Fabrik von Zfchille, welche erzählten, daß die Arbeitszeit bei ihnen von Morgens 6 Uhr bi« Abends 8 Uhr währe. Da die Arbeiterinnen keine Lust hatte«, länger zu arbeiten, als bis 7 Uhr Abends, wollten sie um besagte Zeit nach Hause gehen. Aber„der Mensch denkt und der Fabrik- pascha lenkt". Die Saalthür war zugeriegelt, und als die Frauen daran rüttelten und pochten, wurde eine von ihnen hinauSgewor- fen. Nicht wahr, die hiesigen Fabrikanten verstehen es, die Rahe und Ordnung ausrecht zu erhalten? Die Arbeiter aus den um- liegenden Städten mögen sich dies zur Warnung nehmen und namentlich jetzt dafür sorgen, daß der Zuzug nach hier ferngehal- ten wird. Die Sache hat allerdings jetzt eine andere Gestalt au- genommen, indem der Vorsitzende des hiesigen Fabrikantenvereins eine Berichtigung an den„VolkSstaat« einsandte, welche unser« Parteigenossen Wilhelm Liebknecht»eranlaßte, selbst hierher zu kommen, um sich über die Sachlage genau zu unterrichten. Der- selbe ertheilte unS den Rath, die Sache womöglich gütlich beizu- legen. Dies veranlaßte un», mit dem Comitö des Fabrikanten- Vereins eine gemeinschaftliche Sitzung abzuhalten, in welcher der Beschluß gesaßt wurde, daß, während die Verhandlungen fortgesetzt werden, die Arbeit unter den alten Bedingungen wieder aufzu- nehmen sei, bis zur Beilegung des Konflikts. Die Beschlüsse de» Comits« wurden zwei stark besuchten Versammlungen vorgelegt und von diesen gutgeheißen. Jedoch soll binnen vierzehn Tagen die Sache zum Austrage kommen. Sollten jedoch die Fabrikanten innerhalb dieser Frist keine Konzesstonen gemacht haben, so ist eS immer noch möglich, daß die Arbeitseinstellung eu müsse erfolgt. In den oben angeführten Versammlungen hatten wir auch daS Kontraktbruchgesetz auf der Tagesordnung, und referirten über diesen Punkt die Genossen Kufahl, Geier, Behr und Schmidt. ES wurde hierauf einstimmig beschlossen, eine Petition gegen dasselbe an den Reichstag zu schicken. Ein Parteigenosse. Wir ersuchen, den Zuzug nach Großenhain fernzuhalten. Keyer, 1. November. Gestern Abend hatte der hiestge sozial- demokratische Arbeiterverein seine gewöhnliche öffentliche Mitglieder- Versammlung im Holstein'schen Lotale. Auf der Tagesordnung stand„Die revidirte Städteordnung«, ein Thema, welches jetzt vielfach die Gemüther beschäftigt und interessirt. Wir hofften deshalb, daß die Versammlung in Anbetracht dessen mit möglichster Ruhe und Würde verlaufen würde. Aber der Mensch denkt und der Turnclub lenkt. Außer den Partei- genossen hatten sich eine Anzahl Bürger, welche unserer Bewegung sonst fernstehen, eingefunden. Das Interesse an den städtischen Angelegenheiten ist seit einiger Zeit in Geyer bedeutend gestiegen. Die mit der Verwaltung Unzufriedenen haben einen Bürgerverein gegründet, der verschiedene Mängel und Schäden in derselben bloSlegen will. Ja welchem Umfange dieselben bestehen, kann ich al« ziemlich Fremder nicht beurtheilcn; da ich in die Mysterien dieser Verwaltungsmaschine durchaus uneingeweiht bin. Sind die verschiedenen Aeußerungen richtig, so ist allerdings„im Staate Dänemark Vieles faul". Doch zurück zur Sache: In besagter Versammlung hatten sich unter Anführung eine« gewissen Ullmann, der sich mit besonderer Vorliebe„Prinz LouiS" nennt, eine Anzahl Mitglieder des obengenannten Turn- clubS eingefunden. Schon bei der vorletzten Versammlung ließen et sich diese wackeren, in Bismarck- und Maffenschlächterei-Ver- herrlichunz machenden„Reichssreunde" angelegen sein, durch flegel- Haftes und hanSwurstartige« Gebahren diese Versammlung zu stören. Allen voran leuchtet in dieser Beziehung genannter Ull- mann. Dieser Mensch, der sich jederzeit in geckenhafter EiteUeit bemüht hat, irgend eine Rolle zu spielen, was ihm zu seinem großen Leidwesen noch nicht gelungen ist, sucht jetzt, da es auf keine anständige Art möglich ist, sich durch schmutzige Rohheiten einen Namen zu machen, eine Art von H-rostratuS also, freilich in sehr verkleinerter Auflage) Vielleicht hofft er auch, dadurch die Gunst der Reichssreunde zu erwerben. Am Sedanfeste com- mandirte er seine getreuen Schaaren zum Festzuge und Abend« bettelte er in mordspatriotischer Stimmung daS Geld zu einem Telegramm an den Kaiser zusammen. Auch gestern Abend, nach- dem die Versammlung durch den Vorsitzenden Schletter eröffnet war und dieser dem Referenten C. Demmler das Wort ertheilt hatte, setzten jene Edlen ihr löbliches Handwerk des VersammlungS- störenS fort. Die mehrmalige energische Aufforderung des Vor- sttzenden, sowie die scharfen moralischen Hiebe deS Referenten fruchteten natürlich nichts bei Leuten, denen in Bezug auf die Achtung ihrer Mitbürger„Alles Wurst" zu sein scheint. Nach ungefähr einer halben Stunde wurde, nachdem Referent mehrfach durch Tumult unterbrochen worden, durch den überwachenden Gendarm die Versammlung aufgelöst. Die Heldenthat war voll- bracht; also da« Volk selbst sucht, geleitet von unsauber« und ehrgeizigen Patronen, sich die knapp zugemessenen Rechte zu nichte zu machen. Mit welch' tiefem Verständniß gen. Ullmann unsre Idee erfaßt hat, zeigt folgende klassische Aeußerung desselben nach Schluß der Versammlung:„Die wollen hertreten und Gesetze machen und keine Abgaben zahlen." Anständige un« sonst fern- stehende Bürger erklärten in unsrer Gegenwart, daß sie sich sä-ämea würden, mit diesem Menschen umherzuziehen. Gestern zum Refor- mationSfeste hatte er feine Turner bei 5 Ngr. Strafe zur Kirchen- parade kommandirt; am Abend dienten dieselben zum Versamm- tungsprengen. Doch Geduld! An der sozialdemokratischen Bewegung, die ihren natürlichen und darum berechtigten nicht nur, sondern noth- wendigen Ursprung in den ungerechten GesellschaftSzuständen hat, haben schon stärkere Siegfriede ihre Kraft versucht, aber ohne Erfolg. Was kümmert eS den Mond, wenn ihn der MopS an- bellt? Er geht ruhig uud unbehindert seine Bahn. So auch wir. Leute, denen man es öffentlich vorwirft, daß sie einen Thaler zahlen, nur um Borsteher zu werden, könnten wir aller- ding« nicht gebrauchen. Aertt», 25. Oktober. Auf meine Beschwerde gegen den Staatsanwalt Ziegler vom 30. v. M.(s.„Volksstaat" Nr. 117) an die Oberstaatsanwaltschaft erhielt ich unterm 12. Oktober nachstehenden Bescheid: „Ihre in Sachen, betreffend die polizeiliche Auslösung der am 13. Juli e. Prinzenstraße 72 tagenden Versammlung der sozial- demokratischen Arbeiterpartei unterm 30. v. M. hierher gerichtete Beschwerde ist nicht gerechtfertigt. Denn wie Ihnen bereits Sei- tens der Staatsanwaltschaft deS Kgl. Stadtgerichts eröffnet wor- den, hat der betreffende Beamte, welcher übrigens nicht, wie Sie meinen, der Polizei Lieutenant Krause, sondern der Polizei- Lieute- nant v. Arnauld gewesen ist, die Versammlung vom 13. Juli c. aufgelöst, weil er dieselbe, seiner amtlichen Versicherung gemäß, als die Sitzung eines vorläufig gerichtlich geschlossenen Vereine« ansah und sich demgemäß verpflichtet halten mußte, diese strafbare Umgehung richterlicher Beschlüsse zu inhibiren. Dieser amtlichen Versicherung de» gedachte» Bea«te» muß um so mehr Glauben geschenkt werden, al» auch nicht der geringste thatsächliche Anhaltspunkt dafür vorhanden ist, daß derselbe bei seiner Handlungsweise von irgend einem persönlichen oder anderen Motiven geleitet worden ist. Ob er hierbei nach eigenem pflichtgemäßen Ermessen»der in Folge einer ihm ertheiltcn Instruktion gehandelt hat, kann gleich- giltig sei». Denn selbstredend würde auch eine allgemeine An- Weisung, welche eS den betreffenden Beamten zur Pflicht macht, überall da zur Auflösung von Versammlungen zu schreiten, wo sie eine strafbare Umgehung deS VercinSgesetzeS annehmen, in keiner Weise den Thalbestand einer durch die Staat» auwallschast zu ver- folgenden strasbaren Handlung erkennen lassen. Ich habe daher kerne Leranlassun,, die Staatsanwaltschaft de» hiesigen Stadtgerichts zu einem Einschreiten anzuweisen. Der Ober-Staatsanwalt: v. Huck." Daß ich mich mit diesem ausweichenden, halb ablehnenden Bescheid nicht begnügen konnte, ist wohl selbstredeud; ich sah mich deshalb unterm 22. d. M. genölhigt, nachfolgende„Beschwerde über die Ober Staatsanwaltschaft beim hiesigen Königl. Kammer- gericht, wegen Rechts-Verweigerung," an den Justizminister zu richten: „Excellenz! Unterzeichneter sieht sich genöthigt, die nachfolgende Beschwerde gegen die Ober- Staatsanwaltschaft wegen Rechtsverweigerung mit der Bitte um geneigte schleunige AbHülse einzureichen: Der Thatbefiand ist folgender: Am 13. Juli fand eine ord- nungSmäßig angemeldete Versammlung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Lokale deS Herrn CariuS, Prinzenstraßc 72, statt, welche von dem überwachenden Beamten ausgelöst wurde. Als Grund der Auflösung gab der betreffende Beamte an, die Revner verfolgten dieselben Tendenzen wie der Allgemeine deutsche Arbeiterverein, und müsse er seiner Instruktion gemäß die Versammlung auslösen. Gegen dieses gesetzwidrige Eingreifen in daS Verein»- und Versammlungsrecht erhob ich, im Auftrage der Versammelten, Beschwerde beim hiesigen Königl. Polizei-Präsidium(Anlage 1), — s.„VolkSstaat" Nr. SS— und erhielt daraufhin ausweichenden Bescheid(Anlage 2)—„VolkSstaat Nr. 98—. Ich reichte nun, da ich den Namen des betreffenden Beamten auS diesem Bescheide entnommen, Denunziation bei der Staatsanwaltschaft deS hiesigen Stadtgericht» ein(Anlage 3)— f.„VolkSstaat" Nr. 98—, erhielt aber ebenfalls ausweichenden Bescheid(Anlage 4)— siehe „VolkSstaat" Nr. 117—. Ich wandte mich dann beschwerdeführend an die Ober-Staalsanwaltschast de» Königl. Kammergerichts(An- läge 5)— f.„VolkSstaat Nr. 117"— und erhielt auch hier halb ausweichenden, halb ablehnenden Bescheid(Anl. 6)— s. oben—. Es liegt hier offenbar eine schwere, den Rechtssinn tief unter- grabende Rechtsverweigerung vor. Art. 29 der beschworenen Ver- fassung besagt:„Alle Preußen find berechtigt, sich ohne vor- gängige obrigkeitliche Erlaubviß friedlich und ohne Waffen in geschlossenen Räumen zu versammeln." Art. 3V bestimmt:„Da» Gesetz regelt die Ausübung der ge- währleisteten Rechte." Es ist also in der Verfassung ausdrücklich anerkannt, daß das Versammlungsrecht nur in den von dem Gesetz vorgeschriebenen Fällen beschränkt werden darf. Diese Fälle werden nun in dem § 6 der Verordnung vom 11. März 1850 genau präzisirt. ES ist also nur in den vom Gesetz vorgeschriebenen Tällen die Aus- lösuug einer Versammlung erlaubt, jede auS einem nicht im Ge- setz vorgeschriebenen Grunde vorgenommene Auflösung ist ein Eingriff in die von der Verfassung gewährleisteten Rechte, ein Mißbrauch der Amtsgewalt, ein Bruch de» auf die Verfassung ge� leisteten Eides. Auf Meineid steht Zuchthausstrafe! SiaatSanwalt und Ober-StaatSanwaltschaft erklären nun, der auflösende Beamte— den das Polizei-Präsidium Krause, die Ober-Staatsanwaltschaft v. Arnauld nennt— habe die Pflicht gehabt, die Versammlung aufzulösen, da er sie für eine Sitzung eines vorläufig gerichllich geschlossenen(!!!) Vereine» ansah. Davon steht im Gesetz kein Wort! Selbst wenn ein vorläufig geschlossener Verein eine Sitzung abhält, hat die Polizei in einem RechtSstaate kein Recht, eine solche Versammlung aufzulösen, weil dieser Grund im Ge setze nicht enthalten ist. Sie hat in einem solchen Falle nur die Namen der Theilnehmer festzustellen und dann Bestrafung zu beantragen. Wohin würden wir auch mit den von der Verfassung garam tirten Rechten kommen» wenn subalternen Polizei-Beamten die Befugniß zugesprochen würde, nach eigenem Ermessen dieselben zu suSpendiren, weil sie glauben oder zu glaubeu vorgeben, eS liege „Umgehung de» richterlichen Spruche» vor"! Dann wäre vor der Welt der Beweis geliefert, daß Professor Gneist noch heute die Worte wiederholen sollte, die er Ihrem Amt«- Vorgänger au 9. Februar 1866 in'» Gesicht sagte:„Unsere ganze SlaalS- Ver waltung in Preußen ist so gestaltet, daß sich noch immer jedes HoheilSrecht handhaben läßt gegen daS Gesetz und gegen die Ver- fassung, so lauge sich unter vielen Personen nur eine kleine Zahl findet, welche auf Pflicht und Gewissen verfichert:„UnS scheint e» so nothwendig, recht und angemessen." Staatsanwaltschaft und Ober- Staatsanwaltschaft erkennen aber ausdrücklich au, daß der vorgeschützte Grund, e« tage ein vor- läufig gerichtlich geschlossener Verein, durchaus nicht zutreffe, sie lehnen aber die Verfolgung der Beamten ab, weil seiner Ver- ficherung Glauben gescheut werden müsse und er nur au«_Jrr- thum so gehandelt habe! Wenn da« Prinzip Geltung hätte, würde jeder Taschendieb nur behaupten dürfen, er habe meine Tasche für die seinige ge halten, um so vor jeder Verfolgung sicher zu sein. Es ist nun selbstverstäodlich Sache cher subjektiven Ueberzeu gung, ob man Jemandem Glauben schenken will oder nicht, daß aber ein Polizei-Lieutenant in Berlin» der viele Versammlungen sowohl de« Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, wie der sozial- demokratischen Arbeiterpartei überwacht hat, der viele Mitglieder beider Richtungen persönlich kennt und au» eigener Erfahrung weiß, wie die Mitglieder jene« Vereine» die Versammlnngen dieser Partei gestört, ja verschiedentliche Male gesprengt haben,— daß dieser Beamte die Versammlung letztgenannter Partei für eine Sitzung jenes Vereines gehalten haben kann, da» zu glauben, läßt doch beinahe Zweifel an dem Bcpriffeverwögcu deS betreffen den Beamten auskommen. Derselbe hat die Versammlung lhat sächlich nicht für eine Sitzung de« geschlossenen Allgemeinen deud schen Arbeiterverein« gehalten, denn sonst hätte er, wie c« in diesem Falle seine Pflicht war, die Namen der Anwesenden fest gestellt, waS nicht geschehen ist. Die Staatsanwaltschaft weicht aber gerade dem Hauptpunkte «einer Beschwerde aus, welcher darin gipfelt, daß der betreffende Beamte, wie ich unter Beweis gestellt habe, ausdrücklich erklart hat, er löse die Versammlung aus: seiner Instruktion gemäß wegen der dort ausgesprochenen Tendenzen. Er hat also öffentlich behauptet, er habe eine Instruktion, welche ihn zur Auslösung von Versammlungen wegen der darin ausgesprochenen Tendenzen autorisire! E« haben die öffentlichen Blätter Mittheilung von einer der» artigen Instruktion gemacht. Nur ist nicht die Rede von einer allgemeinen Anweisung zur strikten Jnnehaltung deS Gesetzes, wie die Ober-Staatsanwaltschaft ausweichend sagt, sondern eS ist die Rede von einer Instruktion, die die Beamten anweisen soll, auch da Versammlungen aufzulösen, wo nach dem Sinne und Wo-t- laute deS Gesetzes und der Verfassung, sowie der Verordnung vom 11. März 1850 eine Auslösung gesetzwidrig ist. Existirt eine solche Instruktion, was nach der Aussage de» Polizei- Lieutenants und den von keiner Seite, auch nicht von den au» dem Welfensond subventionnten zahlreichen Blättern, demen- tirten Zeitungsnachrichten nicht bezweifelt werden kann, so hat der Beamte, welcher diese Jostruktion erlassen, einen Verstoß gegen § 357 begangen. Ich bringe diese G-setzes Verletzung zur Kennt- niß der Staatsanwaltschaft, beantrage Bestrafung, und werde abgewiesen! Aber auch diese Instruktion kann den Beamten, welcher ihr Folge gegeben, nicht schützen, denn einem rechlSmdrigen Befehle soll und darf kein Beamter Folge geben. Excellenz! Sic sind Minister der Justiz, da» heißt zu deutsch: Diener der Gerechtigkeit. Sie haben nach dem Gesetz vom 3. Januar 1849 das Recht, den Staatsanwälten Anweisungen zu geben; Ihren Anweisungen haben die Staatsanwälte Folge zu geben. An Ew. Excellenz, als an die höchste richterliche Instanz, bin ich genöthigt, mich mit der Bitte zu wenden, im Namen deS schwer verletzten Recht«: Ew. Excellenz wollen der StaatSanwalsschast den Befehl zur sofortigen Untersuchung gegen den Polizei- Lieutenant Krause— wie ihn das Polizei- Präsidium nennt, alias von Arnauld, wie ihn die Ober- Staatsanwaltschaft nennt— wegen Verletzung des tz 339, gegen da« Polizei- Präsidium aber wegen Verletzung de«§ 357 des Straf- Gesetzbuches ertheilen. Einem seiner Bitte entsprechenden Vorgehen, sowie baldigem Bescheid sieht entgegen Hermann Grimpe, Oranienstraße 59 III. An S. Excellenz den Herrn Jusllzmimster Dr. Leonhard t. ZZraunschweig. Der„Braunschweiger Volksfreund" enthält folgenden Ausruf: Vor drei Wochen stellten die Arbeiter der Cigarrenfabrik von Habcnicht und Naumann, 24 an der Zahl, die Arbeit ein. Eine Kündigungsftist ist kontraktlich ausgeschlossen, so daß jeder Arbeiter jeder Zeil gehen und entlassen werden kann. Grund der Arbeits- einstcllung war der einem Theil der Arbeiter der genannten Fabrik gelieferte schlechte Tabak, welcher es denselben zur Unmöglichkeit machte, auch nur den nothdürftigfien Lebensunterhalt durch die Arbeit zu verdienen. In Verbindung hiermit trat eine seit län- gerer Zeit herrschende Mißstimmung gegen, den Werksührer Zschiesche. Hierauf erließ der Tabaks-Fabrikanten-Verein ein Cirkular an sämmtlich: Cigarrenarbeiter» welche in den Fabriken seiner Mitglieder beschäftigt sind, in welchem anerkannt wurde, daß die Beschwerde der Arbeiter von Habenicbt und Naumann in Betreff deS schlechten Tabak« gerechtfertigt sei» aber gemißbilligt wurde, daß sämmtliche Arbeiter die Arbeit eingestellt hätten. Zugleich wurde den Arbeitern erklärt, daß man erwarte, daß sie ihren moralischen Einfluß auf die Habenicht'schen Arbeiter ausüben wür- den, damit dieselben in die betreffende Fabrik zurückkehren und daß sie ihnen keinerlei Unterstützung zukommen ließen, widrigen- falls die Fabrikanten sich vorbehielten, andere Maßnahmen zu ergreifen. Die 400 Arbeiter, welche noch in keiner Weise für oder gegen die Habenicht'schen Arbeiter Partei ergriffen hatten, fühlten sich natürlich durch die ihnen gemachte Zumuthung und die bei- gefügte Androhung verletzt, sie eiklärt-n nunmehr, daß sie das Vorgehen der Habenicht'schen Arbeiter billigten und daß sie die Entlassung des Werkmeisters Zschiesche verlangten, weil, so lange derselbe in der Fabrik wirke, ein befriedigende« Verhältniß zwischen Arbeitern und Arbeitgebern unmöglich sei. Hierauf erklärte der Fabrikantenverein, daß, falls die An- gelegeuheit von Habenicht und Naumann nicht bi» zum 31. Okt. beglichen sei, sämmtliche Arbeiter der Mitglieder des Fabrikanten- verein» entlassen würden. Von Seiten der Arbeiter wurde trotzdem noch ein EinigungS- versuch gemacht. Der Fabrikantenverein hatte im vorigen Jahre erklärt,. daß, wetin eS zu Differenzen komme, er seinerseits jedem Vorgehen gegen die Arbeiter eine Verhandlung mit dem Cigarren- Arbeiter-Verein zum Zwecke gütlicher Vereinigung vorangehen lassen werde. Die Arbeiter erinnerten die Fabrikanten an dieses ihr Wort. Sie wählten eine Commisston von fünf Mann und stellten ihrerseits da» Ersuchen an den Fabrikantenvcrein, gleich- falls eine Commiision von fünf Mann zu ernennen, um so im gegenseitigen Einvernehmen die Angelegenheit zu ordnen. Der Fabrikanteuverein wies den Borschlag zurück und entließ am 31. Oktober sämmtliche Arbeiter. Durch diesen Schritt der Fabrikanten find 400 Cigarren- arbeitcr und 350 Wickelmacherinnen brotlo« gemacht. Die Cigarren- arbciter haben in dieser Lage zunächst eine Stütze an dem„Deut- scheu Tabaks-Arbeiter-Verein" und den ihnen verbundenen eng- tischen, holländischen und belgischen Vereinen. Anders steht e« aber mit den Wickelmacherinnen, welche, vollständig auf sich allein angewiesen, dem größten Elend bloßgestellt sind. Für diese Arbeiterinnen ergeht daher unser Auftus an alle Diejenigen, welche ein Herz für die Roth ihrer Mitmenschen haben. Hier thut Hülfe, schleunigste Hülfe Roth. Hier und auswärts möge man sich beeilen, die Lage dieser Arbeiterinnen durch reichliche Unterstützungen zu mildern. Die einzelnen Groschen, wenn sie von alleu Seiten zusammenfließen, bilden schon eine erkleckliche Summe. Mögen vor Allen auch die Frauen der Pflicht eingedenk sein, für ihre Genossinnen einzutreten. Die Expedition deS„Voltsfreund" und„VolkSstaat" nimmt Bei- träge gern entgegen und wird dieselben in diesem Blatte quittiren. Alle arbeiterfreundlichcn Blätter werden um Abdruck dieses AuftufS gebeten. O» i t t u» g der Expedition. F. Bss Unseburg Schr. 4 thlr. Schft Wsidu. Schr. 6 gr. 5. I. Mllr hier Schr. 2 thlr. 6. K. Hnirm Wiesbade» Schr. 2 thlr. 18. Jcbfn hier Ab. 12 gr. Btfchn Altona Ann. 5 gr. N. Sch Bürbach Schr. 1 thlr. Schstr Dresden Schr. 24 gr. W. S. Rchnbrg Schr. 14 thlr. I. Frnz Zürich Schr. 10 thlr. Efngrtn hier Ab. 4 thlr. 6. Sennefldr Bund hier Schr. 2 thlr. 22 5. Schmnn hier Ab. 6 gr. Tppndrf Hamburg Ann. 8 gr. Rchtr hier Ab. 17 gr. 5. Mhlhrn Erimmisichau Schr. 25 thlr. Lhm Kopenhagen Schr. 12 Sttg.— Peter in Hamburg: Die Annonce kam für die Sonntagsnummer leider zu spät. Klarnff Wien: Da» Abonnement pr. Quart, kostet bei 3mal wöchentl. Verwandt 3 thlr. 10 gr., bei Imal«öchentl. Bers. 1 thlr. 18 gr. Bastiat Schulze 6 gr. uud Julian Schmidt 12'/, gr. und können durch un» bezogen werden. Silberhorn in Eßlingen: Eongreßprotokolle er» halten Sie durch dm Ausschuß. Ernst Maurer Schloß Chemnitz: Sie können da» Blatt vom 1. Oktober an nachgeliefert erhalten. St. Jäger München: Die Annonce kostet 7'/, gr. M Be Po luri für L. CO SenofscolchastSbuchdrmkerci. Antheilscheine bez. Antheilqnittungen erhielten ferner: In Leipzig A. V. 20 thlr.___[3] Für die Abgebrannten in GeriugSwalde. Bom Kegelclnb der Rothen 2 thlr., v. Kitsch hier 1 thlr., v. Fk hier ? 9r-__ a Für die Wahl im 14. s-chs. Wahlkreis. Durch E. A. Steiner von den Parteigenossen zu Sonneberg 1 thlr. Anzeigen rc. All toerd Die je«cht 8 in[] angegebene Ziffer ist der jj*. send Preis der betreffenden Annonce. Samstag, den 14. November, Abend« halb 9 Uhr:®e- "«'111 fchlossene Parteiversammlung im Lokale de» Herrn E. Breuer, Elgelstem Nr. 25. T.-O.: Wahl einer Kontrolkommission für da» Zeitungsuuternehmeu. Es wird dringend gewünscht, daß die Parteimitglieder vollzählig er« scheinen. Nur gegen Vorzeigung der Karte ist der Zutritt gestattet. tznt \ Dresden Der Bertrauensmann.(8} Vorlesungen von Ä. Otto-Walster. Freitag(Bußtag), den 20. November a. o. im Saale der Eeairalhalle: Rienzi, historische« Trauerspiel in 5 Acten, von A. Otto-Walster. Sonntag(Todtenfest), den 22. November». o. im Saale de» Colosseum: Die Tempelritter, historische» Tranerspiel in 5 Acten, von A. Otto-Walster. Parteigenossen von nah und sern sind hierzu eingeladen.(3a) [12f Aitttthttvi* Sozialdemokratischer Arbeiteroerew. �IIUiUUI'5 Mittwoch, den 11. November, Abend» halb 9 Uhr: Versammlung bei Hansch, Schauenbnrstraße 14.— Tagesordnung:, Die Vereinigung der deutschen Sozialdemokraten. Referent: Külbel. _ Peter.[5] prcv useb tütl Harn dies halte Hot. Hate: häw Prvk! flnui jorei Clntttllltril Donnerstag den 12. November, Abend» halb 9 Uhr: Große öffentl. Cigarreaarbeilerversammlung im Lokale de« Herrn I. F. Thomsen(Orpheum), neust. Neustraße 25. T.-O.: Bvrirag des Herrn Georg Wilh. Hartmauu über Zweck, Ziel und Organlsation der Gewerkschasten. I. A. d. E.: H. Tappendorf. sSj l�dttlÜUTg Diejenigen, welche�beg°/ünd"e�'Mittheilungen über durch Jmpsm entstandeue« Unglück zu machen habm, sordern wir dieselben an die Adresse de» Herrn vr. med. Lafarie, döln (chlep «eiw litfd kex � kon Aal 'lief in S iilde piai: llhric iider 'aar «I« s li ktrfd Weil tag i'v-g diät ,°g lokal eu n k paii Joch •uch "erfit »nd 13! f fcor $Ot hu l'llfet Verantwortlicher Redakteur: M. Preißer(Lindenau). Redaktion Hohestr. 4, Expedition Zeitzerstr. 44, in Leipzig. Druck und Verlag der Genoffenschastsbuchdruckerei in Leipzig. .llsck C. K 'ffülj '«l°V i