ria Erscheint in Leipzig t«ittwoch, Freitag, Sonntag. ellungen nehmen an alle Anstalten u. Buchhand- lgen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen keif* die Vereinigten Staaten: i F. A. Sorge, «ox 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, :enT W. Corner Tliird and o�jtoates str. Philadelphia, cht, Abonnementsprei« s für ganz Deutschland 16©gr. pro Quartal. Monats- Abonnement» werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2teu u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat de» Quartals ii ö'/a©gr. Ugander sozialdemokrattschenArveUerparteiund der wternationalenGewerksgenossenschasten. Inserate, die Abhaltuug von Partei-, Berew«» und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei- Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und Vergnügung«- Anzeigen mit 2l/i Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. r. 137. Mittwoch, 25. Wovemver. 1874. thüllu«geu über den Kommunisten-Prozeß zu Köln. (Fortsetzung.) Daß überhaupt Dokumente nach Köln geschickt worden, da» te der Polizei nicht nur ihr böseS Gewissen. Am 29. Oktober ab�zte Goldheim in London an. Am 30. Oktober fand Gold- lm im Zckorninx.�ckvertiser, im 8xevt»tor, im Lxuminer, im !säkr, im?eoples kaxer eine Erklärung, gez. Engels, Frei- d>aih, Marx und Wolf, worin diese da« englische Publikum aus iBk Enthüllungen verweisen, welche die Vertheidigung über die perjury, falsification of documents, kurz über die u-heußische Polizei-Jnsamien bringen werde. So„ganz geheim" . ,�>>de das Persenden der Dokumente gehalten, daß die„Partei dag englische Publikum öffentlich davon in Kenntniß setzte, JjttdiugS erst am 30. Oktober, nachdem Goldheim in London 'r«ch die Dokumente in Köln angelangt sind [ Jndeß auch am 27. Oktober wurden Dokumente nach Köln s»!�ickt. Woher erfuhr die abwiflende preußische Polizei dies? Die preußische Polizei agirte nicht ganz geheim, wie die„Par- t i kff Marx". Sie hatte vielmehr ganz öffentlich zwei ihrer Mou- t« seit Wochen vor das HavS von Marx ausgepflanzt, die ihn «vir su8lzn'au matm und du matin jusqu'au soir von der ''laße aus beobachteten und ihm auf Schritt und Tritt nach- "gkn. Nun hatte Marx am 27. Oktober die ganz geheimen lunltvkumente, die die echten Handschristen des Liebknecht'und Rings z dM die Aussage deS WirtheS der Crovu-Taveru über den Zu- isMenkunflStog enthielten, diese ganz geheewen Dokumente hatte in dem ganz öffentlichen Polizeiberichte in Marlborovgh-Street � Gegenwart der Reporters der englischen Tagespreffe amtlich st. Laubigen lasten. Die preußischen Sebutzengel folgten ihm von lolaisiner Wohnung nack Marlborough-Street und von Marlborough- ('«et nach seiner Wohnung zurück und von seiner Wohnung ieder nach der Post. Sie verschwanden erst, als Marx einen z geheimen Gang zum Polizei-Jnspektor deS Viertels machte, einen Ve, Hastsbefehl gegen seine zwei„Anhänger" zu er- ken. UebrigenS hatte die preußische Regierung noch einen andern Z. Marx sandte nämlich die am 27. Oktober beglaubigten 'd vom 27. Oktober dalirlen Dokumente direkt durch die Post 'ch Köln, um doS ganz geheim abgeschickte Duplikat der- _ den vor den Griffen des preußischen AdlerS zu sichern. Post u divid Polizei zu Kol« wußten also, daß vom 27. Oktober datirte „.f�nmente von Marx verschickt waren und Goldheim brauchte ------- legi nach London zu reisen, um das Geheimniß zu entdecken. -CVilLVil J** Goldheim fühlt, daß er endlich„namentlich" irgend etwas »�«wenttich" angeben müffe, was in der„ganz geheimen Sitzung „ 27, Oktober" an Schneider II. zn schicken beschlossen wurde, er nennt den von Stieber an Maix gerichteten Brief. Leider �«i hat Marx diesen Brief nicht am 27., sondern am 2S. Oktbr. fto nicht an Advokat Schneider II., sondern an Herrn v. Hont- geschickt. Aber woher wußte die Polizei, daß Marx über- �pt den Brief Stiebers noch besaß und der Vertheidigung zu- sisOlcken werde? Dock laffen wir Streber wieder vorspringen. Stieber hofft Schneider II. von der Vorlesung deS ihm sehr 3 Angenehmen Briefes" abzuhalten, indem er da« praeveuirv [ Wenn Goldheim sagt, Schneider II. besitz- me,nen Brief ' � zwar durch„kriminelle Verbindung mit Marx", kalkulirt z."stber, so wird Schneider II. den Brief unterdrücken, um zu be- �leu, daß Goldheim'S Agenten falsch unterrichtet sind und er sZ2Per nicki in krimineller Verbindung mit Marx steht. Stieber istMingt also vor, giebt den Inhalt des Briefes falsch an und Miißt mit dem erstaunlicken AuSruf:„Kein Mensch außer ihm r Marx könne dies wiffen und sei dies allerdings der beste Ftoeis der Glaubwürdigkeit der aus London gekommenen �'Heilungen." Stieber besitzt eine eigenthümliche Methode, ihm unangenehme 'tamrnffe verborgen zu halten. Wenn er nicht spricht, muß ._ � Welt schweigen. Außer ihm und einer gewissen ältlichen kann daher„kein Mensck wissen, daß er einst in der Nähe ? Weimar als komme entretenu gelebt hat." Aber wenn -''der allen Grund hatte, Numand außer Marx, hatte Marx (t» Grund, Jedermann außer Stieber von dem Briefe wissen �ssen. Man kennt jetzt den besten Beweis der aus London jSwenen Mittheilungen. Wie mag Stieber'S schlechtester Bc- �aussehen? i aber Stieber schwört wieder wissentlich einen Meineid, wenn thgt:„kein Mensch außer mir und Marx können dies wiffen". fc'oußte, daß nicht Maix, sondern ein anderer Redakteur der �einischen Zeitung" aus seinen Brief geantwortet hatte. Das w jedenfalls„ein Mensch außer ihm und Marx." Damit noch 'i Menschen davon wiffen, laffen wir hier den Brief solgen: In Nr. 177 der„Neuen Rheinischen Zeitung" findet sich tine Correspondenznachricht aus Frankfurt a. M. vom 21. Dezember, welche die niederträchiige Lüge enthält, daß ich als Polizeispion nach Frankfurt gegangen sei, um unter dem Schein demokratischer Gesinnung die Mörder de« Fürsten ?hchnow«ki und des Generals Auerswald zu ermitteln. Ich j bin allerdings am 21. in Frankfurt gewesen, habe mick dort vur einen Tag ausgehalteu und habe dort, wie Sie aus bei- liegender Bcsckeiniguvg ersehen werden, nur eine Privalange- legcnheit der hiesigen Frau v. Sckwezler zu reguliren gehabi, ich bin längst nach Berlin zurückgekehrt, wo ich meine Thätig- 'eit als Tefensor längst wieder begonnen habe. Ich verweise Sie übrigen« aus die bereits in dieser Angelegenheit ergangene hssizielle Berichtigung in Nr. 338 der„Frauksurter Oberpost- amtszeitung" vom 21. Dezember und Nr. 248 der hiesigen „Nationalzeitung". Ich glaube von Ihrer Wahrheitsliebe er- warten zu dürfen, daß Sie sofort die anliegende Berichtigung in Ihr Blatt ausnehmen und mir den Einsender der lügen- haften Nachricht, der Ihnen gesetzlich obliegenden Verpslich- tung gemäß, nennen werden, da ich eine solche Verläumdung unmöglich ungerügt lassen kann und ich sonst zu meinem Bc- dauern genöthigt sein werde, gegen eine Wohllöbliche Redaktion selbst Schritte zu unternehmen. Ich glaube, daß die Demokratie in neuester Zeit Nie- manden mehr Dank schuldig ist, als gerade mir. Ich bin es gewesen, der hunderte angeklagter Demokraten aus den Netzen der Criminal- Justiz gerissen hat. Ich bin es gewesen, der noch im hiesigen Belagerungszustand, als die feigen, er- bärmlichen Kerle(sogenannte Demokraten) längst daS Feld geräumt hatten, unerschrocken und emsig den Behörden ent- gegengetreten ist und eS noch heute thut. Wenn demokratische Organe in solcher Weise mit mir umgehen, so ist das wenig Aufmunterung zu ferneren Bestrebungen. DaS Beste bei der Sache ist aber im vorliegenden Fall die Plumpheit der demokratischen Organe. DaS Gerücht, ich ginge alS Polizeiagent nach Franksurt, ist zuerst von der hie siegen„Neuen preußischen Zeitung", diesem berüchtigten Organ der Reaktion, ausgesprengt worden, um meine ihr störende Thätrgkeit als Defensor zu untergraben. Die andern Berliner Blätter haben dies längst berichtigt. Die demokratischen Or- gane sind aber so ungeschickt eine solche dumme Lüge nachzu- beten. Wollte ich als Spion nach Frankfurt gehen, so würde eS gewiß nicht vorher in allen Blättern stehn, wie sollte auch wohl Preußen einen Polizeibeamten nach Frankfurt schicken, wo amlskundige Beamte genug sind? Die Dummheit war stets ein Fehler der Demokratie und ihre Gegner siegten durck Schlauheit. Eben so ist es eine niederträchtige Lüge, daß ich vor Jahren in Schlesien als Polizcispion gewesen sei. Ich war damals öffentlick angestellter Polizeibeamter und habe als solcher meme Schuldigkeit gethan. Es sind niederträchtige Lügen über mich verbreitet worden. Ein Mensch soll auf- treten und beweisen, daß ich mich bei ihm eingeschlichen hätte. Lügen und behaupten kann Jeder. Ich erwarte also von Ihnen, den ich für einen ehrlichen anständigen Mann halte, umgehend befiiedigende Antwort. Die demokratischen Zei- tungen sind bei uns durch ihre vielen Lügen verrufen worden, mögen Sie nicht gleiches Ziel verfolgen. Berlin, 26. Dezember 1848. Ergebenst Stieber, Doctor der Rechte u. s. w., Berlin, Ritter straße 63. (Forts, folgt.) zwanzig an dem Etablissement gleichen Theil habenden Fabrik- besttzer werden sofort, wenn sie die Konkurrenz bestehen und da» Geschäft flott erhalten wollen, mit mehr oder minder geringeren Abweichungen in die Fußtapfen ihres Vorgängers treten müssen, sie mögen noch so sehr von den humansten Anschauungen beseelt sein. Die von Arbeitern bisher gegründeten Produktivaffociationen beweisen daS zur Genüge. Wenn sie existiren wollen, müssen sie größtcntheilS zu denselben Mitteln greisen, mit denen Andere in der Regel Geschäfte in Schwung bringen und betreiben. Der Egoismus ist die Triebfeder unseres modernen Produktionssystems. Darum muß dieses beseitigt werden, wenn der Egoismus, die Selbsucht fallen soll.(Union.) Schicksale einer ZeitungS-Cautia». Erzählt von der„Süddeutschen Volksstimme". Als die Mainzer Sozialdemokraten vor Jahresfrist die„Süd- deutsche Volksstimme" ins Leben riefen, mußte für daS Blatt eine Caution von 800 fl. erlegt werden. Mit großen Anstren- gungen brachten die sozialdemokratischen Arbeiter diese Summe zusammen und überwachten sie gegen Quittung der Großherzogl. Obereinnehmerei zu Mainz, von welcher sie bei der Staatsschulden- tilgungSkaffe in Darmfiadt deponirt wurde. Am 1. Juli dieses JahreS trat nun das Reichspreßgesetz in Kraft, welches die ZeitungScaution aufhob. Schon am 2. Juli wurden von den Verlegern unseres Blattes Schritte gethan, um die Caution zurückzuerhalten, und zwar geschah dies aus der Ober- einnehmerei zu Mainz. Die Obereinnehmerei wies das Gesuch der Verleger unterm 30. Juli an den Herrn StaatSprokurator Schön mit dem Bemerken, daß die Caution für verschiedene Geld- strafen und Gerichtskosten, die gegen die„Süddeutsche Volks- stimme" erkannt, hastbar sei, und zwar berechnete der Herr Ober- einnehmer für unseren früheren verantwortlichen Redakteur Valentin Post 393 fl. 38 kr. an Strafen und Kosten, wozu noch eine Extra- rechnung für Post im Betrage von 13 fl. 9 kr. und„weitere Kosten und Zinsen bis zu 30 fl." kamen. Für Kayfer wurden ebenfalls 87 fl. 30 kr. Strafe und 19 fl. 7 kr. GerichtSkoften der Caution angerechnet. Der Herr StaatSprokurator beeilte sich, daS Gesuch der Ver- leger am 31. Juli dem Großh. KreiSamt zu übermitteln, mit der, im Hinblick auf die gewrflenhafte Rechnung der Obereinnehmerei, für unS völlig unverständlichen Bemerkung,„daß die CautionS- summe, um die es sich handelt, nach Artikel 61 des früheren Preß- gefetzeS, für alle jenseits(!) genannten Beträge haftet." Denn daß der Herr StaatSprokurator geglaubt habe, daS hessische Preß- gesetz sei dem KreiSamt ein böhmische» Dorf, kann man doch wohl nicht annehmen. DaS Kreisamt überwies am 4. August das Gesuch der Ver- leger dem Polizeikommiffariat mit dem Bescheid, die Verleger doeuments, Fälschung, Meineid, Urkundenversälschung; dn soir jnsq'au matin und(In matin jusqn'au soir, vom Abend bis zum Moigen und vom Morgen bi« zum Abend; Duplikat, doppelte Ausfertigung, zweites Exemplar eine« SchrifistückS; da» praevenire spielen, zuvorkommen; hornrne entretenu, ein Mann, der von einer Frau„unterhalten" wird, Schurzenstipendrat, ein höherer„Louis". Fremdwörter- Erklärung: for�eiy, peijury, falsification of könnten die Caution zurückerhalten,„wenn die Zahlung der hiev ".........."-•■ ina(jj geschuldeten Beträge nachgewiesen sein werde." Dieser Be- scheid wurde den Verlegern am 16. August mitgetheilt. Die Verleger überzeugten sich, daß sie nicht im Stande seien, den Abzug der von der Obereinnehmerei angegebenen Summen an der Caution zu verhindern. Ueber den Erkundigungen in dieser Sache verstrich ein Monat oder mehr. Nun wendete man sich an die Dircction der Staatssckuldentrlgungskasse in Darmstadt, nach- dem man sich mit dem Abzug der Strafen einverstanden erklärt. Plötzlich wurde da von den Behörden ein sog. CautionSscheiu verlangt, der nach Einzahlung der Caution an die Expedition de» BlatteS statt an die Verleger abgeliefert worden war, die Quittung allein genügte nicht. Der CautionSschein aber war verloren ge- gangen, und die Obereinnehmerei erklärte, ohne diesen Schein gäbe sie überhaupt gar nichts heran». Nun fuhren der Redakteur de» Blattes und einer der Verleger nach Darmstadt, um sich dort zu erkundigen, wie daS Hinderniß zu beseitigen sei. Man gelangte zu der Einsicht, daß eS das Beste sei, sich an daS Finanz- Ministerium zu wenden. Die Verleger erklärten in einer Eingabe, daß sie mit dem Abzug der noch schwebenden Kosten und Strafen einverstanden seien und einer derselben leistete Bürgschaft für den Fall, daß Jemand mit dem verschwundenen CautionSschein Forde- rungen an die Obereinnehmerei erheben sollte. Jetzt erst kam die Caution frei; aber wie? Sie konnte am 2. November— also gerade vier Monate nach Einführung des ReichSpreßgesetzeS— endlich abgeholt werden. Von den 800 fl. bekamen die Verleger nnverzinSt zurück sage zweihundertdreißig Gulden sechsundfünfzig Kreuzer. ES wurden abgezogen: Für Post... i Kleiumeister und Arbeiter. Die Gewerkschaften haben ihre erbittertsten Feinde an einem großen Theil der Kleinmeister. Diese wissen nicht genug der Klagen:„Die Gesellen können Nichts, und doch wollen sie immer weniger arbeilen und mehr Geld einstecken, und wir Meister gehen dabei zu Grunde."— Anstatt nach den Ursachen dieser Erschen nungen zu forschen, reden sie sich in blinden Haß gegen die Be- strebungen der Arbeiter hinein, bis sie selbst, trotz, ja vielleicht wegen ihrer Jeremiaden Proletarier geworden, einsehen lernen, daß ihre ewigen Verwünschungen und Verfluchungen der Sozial- demokratie unberechtigt waren. Es ist richtig, daß es früher, als der Maschinenbetrieb und die Großproduktion noch nicht solche Ausbreitung erlangt hatte wie heute, verhältnißmäßig unendlich mehr„Gesellen gab, welche vielseitiger in der Arbeit und bei dieser Vielseitigkeit tüchtiger waren, als dieS jetzt der Fall ist. Daran sind jedoch nicht die Arbeiter Schuld, sondern das moderne Produktionssystem. Die Maschine, anstatt nach ihrer eigentlichen Bestimmung die menschliche Arbeit zu erleichtern, macht die Menschen zur Maschine. Die durch die Maschinen und die Großindustrie nothwendig ge- wordene ArbeitStheilung erspart zwar dem Arbeiter vielfach die Lehrzeit, wie solche vordem üblich und geboten war, allein sie macht ihn einseitig, nicht bloS geistig, sondern auch körperlich. Mit der Ausdehnung der Großindustrie, mit der Erweiterung der Herr- schaft deS Großkapitals nimmt der Mittelstand, das Kleinbürger- thum zusehends ab: das Kleingewerbe kann dem Großkapital keine Konkurrenz bieten, mit der schwindenden Zahl der Kleinmeister schwindet auch die Zahl der Arbeiter, welche im Stande wären, nach Zun stbr auch eine Prüfung ihrer Leistungen zu bestehen. Also: nicht die Arbeiter sind Schuld, daß daS Kleingewerbe zn Grunde geht, sondern die moderne Produktionsweise. Dafür aber den eivzelnen Großindustriellen veraniwortlich zu machen, wäre ungerecht und widersinnig. Dieser verfolgt eben sein Juter- effe, wozu er nach ver bisherigen geschichtlichen Entwicklung, die eine Nothwendigkeit war, und nach den herrschenden mit ihr im engsten Zusammenhange stehenden RechtSbegriffen bislang voll- ständig berechtigt war. Man fetze z. B. an die Stelle Eines Großindustriellen eine Association von zwanzig Arbeitern. Diese Kayser Summa 369 fl. 4 kr. Bleibt Rest von 800 fl.: 230 fl. 36 kr. Bezüglich deS ftüheren verantwortlichen Redakteurs Lehen decker bemerkte die Obereinnehmerei in ihrem Erlaß vom 31. Juli,„scheinen(!) keine Strafen und keine Kosten überwiesen zu sein." So ist endlich nach einer Hin und Herschreiberei, die lebhaft an die Zeiten des weiland kaiserlichen Kammergerichts zu Wetzlar erinnert, der traurige Rest der Caution in die Hände der Ver- leger zurückgelangt. Die lange Verzögerung der Rückzahlung hat zur Folge ge- habt, daß bei den Mainzer Philistern die abenteuerlichsten Ge- rüchte umliefen, die von politischen Waschweibern und Bierbank- Helden eifrigst colportirt und ausgebeutet warben. DaS hat nun wohl ein Ende. Wir übergeben den Sachverhalt der Oeffentlichkeit mit der Ueberzeuguug, daß unsere Preßzustände unmöglich besser und schla gender illnstrirt werden können, als durch die angeführten That fachen. Darum halten wir auch weitere Bemerkungen für über flüsstg. Wir wissen nicht, ob die Cautionen der Bourgeoispresse eben so schwierig den Ausgang aus der Staatsschuldentilgungskasse in Darmstadt gefunden haben, als die von den Mainzer Arbeitern mühsam ausgebrachte Caution unseres Blattes. So viel aber steht fest: Wer bis jetzt etwa nicht gewußt hat, was die Einführung der ZeitungScautionen eigentlich zu bedeuten hatte, der wird nach Anhörung der Schicksale der Caution eines sozialdemokratischen Blatte« mit dem Dichter Eichcndorff sagen: „Und durch mein ganzes Wesen Wird'S unaussprechlich klar!" Politische Uebersicht. — Jntelligenzstaatlich. Zur Illustration deS in Preußen herrschenden Lehrermangels wird dem„Berliner Tageblatt" der folgende Fall aus der Nähe von Biesenthal(Reg.-Bezirk Potsdam) mitgetheilt:„AuS dem Dorfe L. war kürzlich der Lehrer versetzt worden, und die Regierung erklärte der Gemeinde, daß sie augenblicklich nicht in der Lage sei, einen anderen Lehrer schicken zu können, man möge sich umsehen, ob in der Nähe nicht ein Lehrer zu haben sei. Die Gemeinde replizirte, daß sie keinen Lehrer fin- den könne und die Hoffnung aus einen solchen aufgeben müsse, falls die königliche Regierung nicht Rath wisse. Hierauf fragte diese wieder an, ob denn im Orte nicht eine Persönlichkeit sich befinde, der man wenigstens einstweilen die Schule anvertrauen könne. Da entschloß sich endlich ein ehrsamer Schneider, Küster- und Schulamt zu übernehmen, und frohen Muthss wurde der Behörde von dieser glücklichen Acquisttion Anzeige gemacht. Die Regierung hatte gegen die Wahl nichts einzuwenven, glaubte aber doch, die Fähigkeit und Kenntnisse des Schneiders einer Prüfung unterwerfen zu müssen, und ließ denselben auffordern, sich zu diesem Behufs nach Potsdam bemühen zu wolle». Dies Ansinnen lehnte natürlich unser Schneider aus leicht erklärlichen Gründen ab, und die Regierung ließ dann in ihrer Forderung so weit nach» daß sie eine Prüfung vor dem Superintendenten der Diözese für genügend erachtete. Auch dieser wollte sich der neue Schul- amtökandidat nicht unterziehen; kurz und gut, er erklärte, wenn man ihn nicht ohne Prüfung anstellen wollte, müsse er auf den Dienst ein- für allemal verzichten. WaS half'S? Die Behörde mußte nachgeben und unser Schaeiderlein ist wohlbestallter Lehrer und Borsänger. Bedenkt man, daß wir jetzt 1874 schreiben, und daß Preußen vor Jahren das Land der Schulen genannt wurde, so muß man zugestehen, daß wir in Bezug auf Volksbildung uns in einem bedauerlichen Rückschritte befinden, und diesem Rückschritte wird erst durch ein die Lehrer befriedigen des Schulgesetz gesteuert werden können."— Welches Schulgesetz vorerst nicht zu erwarten ist, wenn anders die Lehrer nicht über die Maßen genügsam sind, was ihnen freilich wohl zuzutrauen WaS übrigens den vorliegenden Fall angeht, so will uns bedün ken, ein ungeprüfter ehrsamer Schneider sei mindestens kein schlechterer Lehrer als ei» ordonnanzmäßig geprüfter„Schulmeister von Sadowa". tenden Klassen dieses Landes haben persönliche Rechte geerbt, welche der Adel anderer Völker noch nicht einmal besitzt. Ihre Personen und Wohnunzen sind unverletzbar, sie brauchen keine will- kürlichen Verhaftungen, keine Haussuchungen zn fürch- ten. Sie wissen, wie der Lordkanzler richtig bemerkte, daß die Anwendung des Gesetzes in diesem Lande sehr einfach ist und nichts mit dem Respekt vor Personen und Gesellschaftsklassen zu thun hat. Sie wissen, daß das Gewerbe unbeschränkt ist, daß sie nach dem Gesetze dieses Landes sich vereinigen können, um das Interesse der Arbeit zu schützen und» wie der Oberbefehls- Haber richtig bemerkte, sie wissen, daß Niemand, obgleich es Jedem freisteht, zu Lande und zur See der Königin zu dienen, von sei- nem Gewerbe oder seinem häuslichen Herde geschleppt werden kann, um in einen Militärdienst zu treten, der ihm widerwärtig ist. Wahrlich, sind das nicht Privilegien, welche wohl Werth sind, konfervirt zu werden?" Natürlich treibt Herr DiSraeli hier mit den englischen Ber- Hältnissen Schönfärberei. Die«politische Heuchelei" gehört ja zum Handwerk der Herren Staatsmänner. Die Arbeiter sind in Eng- land weder„ruhig" noch„zufrieden". Doch gehen wir darüber hinweg. WaS uns an der Erklärung DiSraeli'S besonders in- teressirt, ist der durch die Arnimaffaire veranlasste PassuS über die willkührlichen Verhaftungen und Haussuchungen, den Herr Dessen- dorf sich hinter die Ohren schreiben möge! — Der Staat als Conkurrent der Arbeiter. Die ZuchthauSarbeit und ihre der freien Arbeit verderbliche Conkurrenz ist schon vielfach Gegenstand eingehender Verhandlungen gewesen; und nicht bloS die sozialdemokratische Arbeitelpartei, sondern auch andere der Sozialdemokratie feindliche Parteien haben die Zucht- Hausarbeit zu beschränken verlangt, soweit � sie die Entwickelung der freien Arbeit behindert. Freilich ohne Erfolg. Jetzt lesen wir in verschiedenen Zeitungen die folgende Anzeige: „Vergebung von Arbeitskräften der Gefangenen in der könig- lichen Strafanstalt zu Brieg. Es sollen vom 1. Januar 1375 ab ungefähr 50 Gefangene anderweitig zur Beschäftigung verdungen werden. Hierauf re- flectirende Arbeitgeber wollen die allgemeine» Bedingungen, welche den abzuschließenden Contracten zu Grunde gelegt werden sollen, von hier erfordern und hiernächst ihre Offerten, bei deren Abgabe die Kenniniß vorerwähnter Bedirigungen vor- ausgesetzt wird, bis spätestens zum 30. November d. I. schriftlich hierher gelangen lassen. Brieg(Schlesien), den 6. November 1874. Der Director der königlichen Straf-Anstalt. v. Rönsch." Bisher hat man noch nicht vernommen, daß es in Zuchthäusern an Arbeit fehlte. Im Gegentheil wurde und wird von den Ar- beitgebern die beispiellos wohlfeile ZuchthauSarbeit mit Vorliebe gesucht. Es gewährt daher einen traurigen Einblick in die Lage der freien Arbeiter Schlesiens, wenn selbst die ZuchthauSarbeit öffentlich aus dem Arbeitsmarkt feilgeboten wird. Das Bemerkens- werthe an der Sache ist, daß der Staat ohne alle Rücksicht auf die Lage der freien Arbeiier auf dem Arbeitsmarkt als deren Eon- kurrent auftritt. Der Staat, dessen hervorragendste Aufgabe es ist, Arbeitgeber zu sein— sucht Arbeit! Ist das nicht charakte- ristisch? Freilich, der heutige Staat hat andere„Cultur"-Auf- gaben zu erfüllen, als sich um das arbeit- und brodlose Volk zu bekümmern. DaS Volk für den KriegSoienst erziehen, Kasernen bauen, Flotten gründen u. s. w., daS sind so die Lieblingsthemen, an denen die heutigen Staatslenker ihre Weisheit erproben. Wie lange noch, da« ist freilich eine Frage für sich. — Wir theilten neulich mit, daß Parteigenosse W. Bracke jr. Seitens der Braunschweigischen Polizei-Direktion aufgefordct worden sei, seine„Ansicht" in Betreff der Beschäftigung der Frauen und Kinder in Fabriken zu äußern. Dasselbe ist jetzt Seitens der Hamburger Behörde mit unserm Parteigenossen Porck ge- schehen, der leider krankheitshalber gezwungen war, seine Mit- Wirkung in dieser wichtigen Sache abzulehnen.(Dorck ist so krank, daß er nicht über'S Zimmer gehen kann).— Bei dieser Gelegen heit sei erwähnt, daß die„Braunschweiger Morgenzeitung" des bekannten Dr. Jahn daS Vorgehen der dortigen Polizeibehörde als einen„unqualifizirbaren Schritt" bezeichnet, der ihr„spanisch vorkommt"; ja e« wird der betreffenden Behörde„gänzlicher Mangel an politischem Takt vorgeworfen".— Nun, mag die Braunschweiger Polizei Bracke immerhin als einen„Reichsfeind" ansehen, so weiß sie doch bestimmt, daß sie es mit einem Ehren- manne zu thun hat, dem es Ernst ist um das Wohl der arbei- tenden Klassen. Daß sie anstatt seiner nicht den Dr. Jahn zur Mitwiikung aufforderte, wird seinen Grund darin haben, daß sie (wozu wäre sie sonst Polizei?) daS Vorleben deS Genannten genau kennt, welches zur llebernahme eines Ehrenpostens allerdings nicht „qualificirt" ist und— was schlimmer—„Mangel an morali schem Takt" bekunden würde. i di der Appellinstanz zu 14 Tagen Gefängniß und in die Kostl verurtheilt worden. Die erste Instanz hatte auf 4 Monate Ä- al fängniß erkannt. j br - ül — Zur Jmpffrage schreibt mau unS auS Hamburg:„Fi g- daS durch Impfen auf der Staats- Jmpfanstalt in Hambins zu syphilitisch gewordene Kind wurde dem Vater desselben, d!< fii Schlosser Preuß, vom Hamburger Niedergericht am 9. d. M., net A — Gesetzwidrige Kinderarbeit. AuS Apolda schreibt uns ein Parteigenosse ä. ä. 18. November: „In dem fabrikmäßig betriebenen Konditoreigeschäft der Ge- brüder Fischer beschäftigt man auch Kinder,— Kinder über 12 und auch Kinder unter 12 Jahren, wie sie zu haben sind. Aber nach§ 128 der Gewerbeordnung dürfen Kinder unter 12 Jahren gar nicht in Fabriken beschäftigt werden, und Kinder über 12 Jahre blos 3 Stunden des Tages. Hier aber sollen und müssen-die Kinder, wenn sie beschäftigt werden wollen, bis Nachts 11, ja bis 12 Uhr arbeiten, ganz wie die Erwachsenen. Es sind ja Kinder armer Eltern, und was schadet es, wenn eines oder daS andere dem Moloch des Kapitals zum Opfer fällt? Ich mache hierdurch die Behörde, namentlich die Polizei auf diese Ungesetzlichkeit auf- merksam und hoffe, daß dieser Kinderschinderei gesteuert und dem Gesetz Geltung verschafft wird. Ich bin der festen Ueberzeuguug, wenn die Eltern nicht durch Noth gezwungen wären, würden sie ihre Kinder gewiß nicht so dem Verderben preisgeben. Denn wer kann noch im Zweifel darüber fein, daß ein in dieser Weise miß- brauchtes Kind geistig und körperlich zu Grunde gerichtet wird?" — Wir erhalten folgende Zuschrift: An die Redaktion deS„Volksstaat". Dem„Bekenner des TheiSmuS", welcher sich in Nr. 38 der „Concordia" erbietet, meinen im„ABC deS WissenS" geführten Gegenbeweis gegen die Berechtigung deS TheiSmuS zu widerlegen, und zwar in einer„öffentlichen Disputation", die er seinerseits in der„Concordia" zu führen gedenkt, gebe ich hiermit meine genaue Adresse(29 Dideri� Street, Newark, N. J. U, S.). Ich erwarte, daß die„Concordia", soweit sie die Widerlegung ent- hält, mir von ihm zugeschickt werde. An einer Antwort meiner- seitS soll eS dann nicht fehlen.„Bei derlei Turnieren kommt in der Regel nichts heraus", wie der Gegner sagt; aber nur dann nicht, wenn die streitigen Begriffe nicht scharf und unmißverständ- lich bestimmt werden, und wenn die Sprache nicht einfach und klar ist. Ad. Douai. — Der in voriger Nummer erwähnte Antrag auf Einstellung einem Vergleich zwischen dem Kläger und dem Angeklagten V Li Siemßen, eine Entschädigungsumme von 500 Thalern zuerkan« sä Dieser Fall syphilitischer Ansteckung durch Impfen ist derselbl rr welcher in Folge der Veröffentlichung desselben durch Dr. Lafann al in Hamburg auch auf dem Reichstage, bei Gelegenheit der Debe? kei ten über den Impfzwang zur Sprache kam. Der Abzeorva!» E Dr. Löwe versuchte damals den Eindruck dieser VeröffentlichnA ve dadurch zu schwächen, daß er erklärte, die betreffenden Aerzte sei! ist darüber uneinig, ob hier Syphilis vorläge oder nicht. Die fe; Beh auptung war durchaus falsch. Niemals hat unter dil jei betreffenden Aerzten eine solche Meinungsverschiedenheit existiy Lc und eS wird nun wohl den Reichstagsabgeordneten, nachdem b! tu reitS der Oberimpfaczt Dr. Siemßen in dieser Anzelezeuheit voi ni Strafgericht zu einem Monat Gefängniß verurtheilt wurde, nt D nun auch den Eltern deS unglücklichen Kindes eine Entsch» vo digungssumme von 500 Thalern zuerkannt worden ist, klar g fü worden sein, waS eS mit der Behauptung des Dr. Löwe aus s«»u hatte. Herr Dr. Löwe selbst aber wird hoffentlich auS dies» Nl Verlaufe der Sache ein- für allemal lernen, daß zur Wissenschaft gx lichen Beurtheilung der Jmpffrage etwas Anderes gehört, a ho phrasenhafte Redensarten und sich als völlig unwahr erweisend w! Behauptungen." bei ~ Z« Oolsta.(Zum Briefgeheimniß.) Am 17. d. M. erhie Ai der Unterzeichnete von dem Vorsitzenden deS AnfsichtScaths, Herr> Tc I. Kirsten auS Leipzig, einen großen Brief, welcher auf beid5 stx Seiten gänzlich geöffnet und von der Post am Bahnhof in Gotv> Gl auf der einen Seite mit 2 Streifen Papier und 4 Siegeln noft gr< dürftig zugemacht war, so daß der Inhalt nicht heraus siel, wlty ge; rend die andere Seite noch gänzlich geöffnet war. DeSgleicht da erhielt Unterzeichneter am 11. d. ein Packet von Nürnberg,« fch welchem kein einziges Siegel ganz und die beiden am Ende g»» fth über das Packer geschlungenen Bindfaden zerrissen waren, il jjrj vem inneren Umschlag war ein Stück abgerissen, so daß man rul Inhalt erkennen konnte. Eine Beschwerve an da« Oberposta» Ch halte ich für nutzlos, erachte es aber für meine Pflicht, dies d Di Oeffentlichkeit zu übergeben. Wenn ich auch als möglich anney» hat daß das Packet durch den Transport gelitten, so ist es aber bei im Brief klar erwiesen, daß derselbe erbrochen und somit el> am flagrante Verletzung des Briefgeheimnisses vorliegt. Ich wer! Dh jedoch von dieser Nummer des„Volksstaar" 1 Ex-mplar au d- fix Oberpostdirektor Stephan senden. W. Bock, bes Dr Die Quednauer Revolte vor dem Schworgerich� H° (Fortsetzung.), � So weit der Berichterstatter der„Frankfurter Zeitung", vt Fis daS nicht hoch genug anzuerkennende Verdienst gebührt, das schürf nid liche Todtschweigesystem durchbrochen uno eine Fürth von L» zur über die Lage unserer Landsklaven verbreitet zu haben. das Inzwischen sind wieder mehrere Prozesse gegen ostpreußis uiss „Rebellen" zum Abschluß gekommen(eS handelt sich um ei« Zei förmlichen Weichselzopf von Prozessen), und theilen wir heute I un» Vervollständigung deS Materials aus der„Königsberger Hartu> der scheu Zeitung"(vom 1., 2., 5. und 9. November) noch nachstehe>„ja Berichte„auS dem Gerichtssaale" mit: Au Königsberg, den 31. Okt. Die gestrige Schwurgericht es sitzung beschäftigte sich mit den Kobbelbuder tumultuat übe scheu Vorfällen. Als Angeklagte erscheinen die Großkaei mei Schwarz, Pietsch, Klooß, Kohn und Nagel auS Kobbelbude« der den Schranken, sämmtlich verheirathete Leute, im Alter von- Crj 40, 32, 23 und 25 Jahren stehend. Auch sie sinv wegen sch> die ren Aufruhrs angeklagt, welchen ebenfalls die Mißstimmung f uns anlaßt, haben soll, die sich der ländlichen Bevölkerung Ostpreugy nick infolge der Einführung der KceiSordnunz im Sommer d. vielfach bemächtigte. Schon am 25. und 26. Juli c. hatten tumultuarifche Scenen im Pohlmann'schen Gasthause zu Ko� bude zugetragen. Am letztgenannten Tage AbendS entfernten die Leute aus dem Gasthaufc und begaben sich nach der dort? der legenen Eisenbahnstation, da sie wußten, daß der Amtsrath Hfl Mc' mann mit dem Zuge ankommen sollte. Als Herr Hoffman»'' seinem Wagen von der Station ab und nach Hause fuhr folgten sie den Wagen unter Schreien und Toben und schiml'! denselben„AmtSkerl". Am 1. August c., einem Sonnabende, � eS in dem Gasthause wiederum zum Skandal, llm dem von Ge beugen, waren die Gensdarmen Zannacker und Zubese requi' str: worden. Ersterer befand sich in elnem Nebenzimmer, während' Ja so er seh t c| fpr iw?fl gek oe, stä deS Strafverfahrens gegen die Reichstagsabgeordneten Reimer Leute lärmten und tobten. Der Wirth gebot Feierabend, wel� gep und Hafenklever wurde am Sonnabend vom Reichstag an-! Gebote die anwesenden Chausseearbeiter sogleich folgten, nicht« um genommen. � auch die Kobbelbuder Knechte. Sie lärmten weiter fort. der Der Antrag unserer ReichStagSabgeordneten auf H asten t- GenSdarm Zannacker schritt ein, entfernte die Letzteren gewal" tt« lassung Bebel'S, Hafenklev er'S und Most'S während der auS dem Lokale, und nun trat Angeklagter«chwarz auf und r Dauer der ReichStagSfession, der ebenfalls am Sonnabend zur Verhandlnng kam, wurde dagegen mit allen Stimmen gegen die der anwesenden Sozialdemokraten abgelehnt. — Ueber die englischen Arbeiter ließ sich vor Kurzem in einer Festrede(beim LordmayorS- Schmauße) der Chef des konservativen englischen Ministeriums, DiSraeli, wie folgt aus: „Die Arbeiter sind ruhig, weil sie zufrieden sind.. Eine der Konsequenzen dieses Wechsels in den allgemeinen Gefühlen des englischen Volkes ist, daß die Königin ein konservatives Ministe- rium berufen hat. Mit einiger Unruhe habe ich von einer Auto- rität, welche die höchste unter den Liberalen sein soll, gehört, daß eine konselvative Regierung nicht lange bestehen kann, weil sie von konservativen Arbeitern gewählt worden ist und ein konser- vativer Arbeiter eine Anomalie ist. Man hat uns gesagt, daß ein Arbeiter nicht konservativ sein kann, weil er nichts zu konserviren hat— er hat weder Land noch Kapital— als wenn es nicht noch andere Dinge, denn Land und Kapital gäbe, welche Werth haben. Man erhübe mir, beiläufig zu bemerken, daß es noch WerthvollercS giebt als Land und Kapital, und daß ohne dieses Land und Kapital nur geringen Werth hätten. WaS z. B. ist Land ohne Freiheit? was Kapital ohne Gerechtigkeit? Die arbei- — Dr. Schulze und Gen. haben im Reichstage den Antrag auf Gewährung von Diäten gestellt. Dieser Antrag, der stereotyp in jeder Session gestellt wird, wird wohl daS Schicksal seiner Vorgänger theilen: der Reichstag nimmt ihn an, und der Bundes- rath verwirft ihn. Und Alles bleibt beim Alten. — In Limbach bei Chemnitz haben bei den GemeinderathS- ergänzungSwahlen der Unanfäfstgen die von der Arbeiterpartei aufgestellten Kandidaten mit absoluter Majorität gesiegt.— Ein gleicher Sieg wird auS Leukersdorf gemeldet, wo von vier von der Arbeiterpartei aufgestellten Kandidaten drei in den Gemeinde- rath gewählt wurden. Diese Siege der Sozialdemokratie sind die schlagendste Antwort auf die prahlerische Prophezeiung der Nationalliberalen, die Sozialdemokratie sei im Niedergange be- griffen. Die Sozialdemokratie lebt, und sie gedenkt noch viele Siege zu seiern. — Der Stuttgarter Preßverein beschloß, die„Süddeutsche Voltszeitung" vom 1. Januar 1375 ab wöchentlich zweimal er- scheinen zu lassen. Wir registriren mit Freuden den Aufschwung uusreS süddeutschen Kampfgenossen. — Wegen Verstoßes gegen die ZZ 130 und 185 deS Reichs- strafgefetzbuchS ist Parteigenosse Kaufmann aus Wiesbaden von „Brüder, nun ist eS Zeit, nehmt die Messer heraus, nun w« wir ausräumen und dann weitergehen!" Als die Aufregung«' der Menge immer größer wurde, kam GenSdarm Zuoese zur S und lud sofort sein Gewehr, worauf sich die Meuge verzog.' Angeklagte Nagel, als er sah, daß Schwarz verhastet wurde, kui zu den in einiger Entfernung wohnenden Chausseearbeitern s de> forderte sie auf» mitzukommen und dem Schwarz zu Helsen./ koi Leute folgten jedoch nicht, sondern hörten auf die Mahnung$ nie BudikerS WachowSty, der sie zum Zuhausebleiben und zur A. bewoz. Schwarz widersetzte sich der Arretirung, er wurde i» I cht. oft«! die in Kobbclbude unter den Leuten geherrscht, bezeichnete dieselbe G« als eine schlechte seit etwa einem Jahre.»Nicht allein in Kobbeb bude, auch in der Umgegend, im Waldenburgschen, regte eS sich überall; allgemein hieß eS, in Kobbelbude würde eS zuerst los „Fil gehen, so daß der AmtSrath Hoffmann uns durch den Landrath b«j zum Schutze requirirte.« Ueber die angegebenen Vorgänge lasten d» sich Zannacker und GenSdarm Zubese der Anklage gemäß aus. na AmtSrath Hoffmann deponirte: nur in diesem Jahre wären seine vi Leute aufsässig geworden. Er habe die Gründe, weshalb das ge- rnit schah, nicht herausfinden können. Zuerst veranlaßte die Einfüh- lel&i rung eiserner Ocsen in ihren Wohnungen Mißstimmung, alsdann auri aher erkannten sie den Vortheil, den solche bieten, an, so daß jetzt eba« keiner seiner Leute ohne einen eisernen Ofen bleiben möchte. Die va«» Einführung der KreiSordnung kann die Leute nicht in Aufregung buol versetzt haben, denn eS blieb, da Kobbelbude ein Domainenamt seia ist, trotz derselben AlleS beim Alten. Daß die GenSdarmen ent- )ies sendet wurden, habe Zeuge nicht gewollt; daß das geschah, be- d« zeichnet derselbe als eine irrthümliche Auffassung seitens des Herrn ist!« Landraths. Zeuge ist sogar der Ansicht, daß es zu den tumul- r t« tuarischen Vorfällen nicht gekommen wäre, wenn die GenSdarmen vo� nicht am Orte anwesend gewesen wären. Es ist daS ein mißlich ud Ding, sagt Zeuge, erst erhalten die Leute im Gasthause Schnaps tslh« vollauf zu trinken, und dann kommt es bei den Wirthen zur Be- : ä1 sürchtung, daß es einen Skandal geben könnte. Wissen die Leute s si nun noch gar, wie in diesen Fällen, daß die GenSdarmen im ies» Nebenzimmer sitzen, so werden sie dadurch nur noch mehr auf- chass geregt. Daß ihm am 26. Juli c. schon bei der Fahrt vom Bahn- i Hofe nach seiner Wohnung Schimpfrcden nachgerufen worden sind, send weiß Zeuge nicht. Derselbe giebt namentlich dem Klooß, der bei dem Skandal im Kruge die Lampe ausgelöscht haben soll, daS Leugniß eines stillen, ruhigen Menschen, während er daS von den rhi« Anderen, namentlich von Pietfch, nicht sagen kann, der ihm eines y.V1 Tages erklärte, daß die Knechte nicht mehr pflügen würden, wenn eis«' pe fenKr„och bei der Arbeit beaufsichtigt werden sollten. Zeuge Kotlh Gastwirth Pohlmann schildert die tumultuarischen Scenen sehr nost grell, er behauptet, der GenSdarm Zannacker hätte am 1. August c. gegen die Tumulwanten allein nichts ausrichten können, der GenS- darm Zubese wäre zur rechten Zeit gekommen. Andere Zeugen schildern den Lärm und die Drohung als sehr heftig. Ober-Auf- jeher Pohl deponirt: er wurde am 1. August durch ein Verseheu mit den Leuten aus dem Gasthause ausgeschlossen. Ich bat sie, ruhig nach Hause zu gehen, namentlich war es mir um die Chausseearbeiter zu thun, um sie von der Stelle fortzubringen. Diese gingen auch, aber die Knechte blieben; keiner von ihnen hat mich chikanirt. Sie lärmten und tobten. Als ich mich wieder im Hause befand und hörte, daß Schwarz das Messer gezogen, auch die Anderen aufgefordert, dasselbe zu thun, machte ich die Thüre wieder auf und rief den draußen stehenden Knechten zu, sie möchten hineinkommen, aber keiner kam. Da sagte ich zu Zu- bese: stecken Sie das Bajonnet auf, wir wollen die Kerls in den Dr— jagen! nnd dieselben liefen davon. Herr Staatsanwalt Hoppe sagt in seinem Plaidoyer: Auch daS Bild, welches diese Verhandlung geliefert» gehört in den Nahmen der ländlichen Re- Volten, wie sie an verschiedenen Orten deS diesseitigen und des , d«! Fischhaufener Kreises vorgekommen find, er bedauert nur, daß eS hmA nicht möglich war, sie alle in der vorigen Schwurgerichtsperiode i zur Erledigung zu bringen, denn es ist von wesentlichem Belaug, ! daß dieselben strafbaren Handlungen, unter denselben Verhält- uM nissen begangen, auch mit derselben Strafe bemessen werden. Die ei«* Zeit ist mildernd dazwischen getreten. Die Farben sind verblichen ite is und die Stimmung gegen die Austührer ist gemildert. Auch an- dere Einflüsse haben sich mittlerweile geltend gemacht durch das «jammervolle Gewinsel" in der Presse über das Schicksal der Aufrührer und deren Familien; in mehr als naiver Weise haben «S die Zeitungen ausgesprochen, daß der König allerhöchste Gnade üben und die erkannten Strafen mildern möchte. Solcher senti- Mentalen Milde sich hinzugeben, ist nicht an der Zeit. Der Geist der Ausregung ist noch nicht erloschen, der Funke glimmt noch. Erst in diesen Tagen ist der AmtSvorsteher in Steinbeck, weil er die Veranstaltung einer Lotterie im Kruge untersagte, brutal ge- Mißhandelt worden. Sich den Gesetzen zu fügen, paßt den Leuten nicht.«Lassen Sie den Arm der Gerechtigkeit nicht erlahmen," so mahnte der Staatsanwalt die Geschworenen,«sprechen Sie ein gerechtes, aber strenges Urtheil über die Verbrecher aus." Herr NeferendariuS Gerhardt hatte solchen Explikationen gegenüber einen sehr schweren Stand bei seinem Bemühen, die Annahme mildern- der Umstände für die Angeklagten zu erwirken, und das um so Mehr, als das Plaidoyer des Herrn Präsidenten sich auch nicht für eine milde Auffassung entscheiden konnte. Die Geschworenen ;, sprachen mit Ausnahme des Angeklagten Klooß sämmtliche An- impf geklagten des schweren Aufruhrs schuldig, ohne mildernde Um- oe, stände zu gestatten, den Klooß nur deS einfachen Aufruhrs. Der vDt# Gerichtshof erkannte demgemäß gegen Schwarz und Nagel, deren equ'l strafbare Thätigkeit aus eine Lmie gestellt wurde, auf je 2'/- en° Jahre Zuchthaus, 3 Jahre Ehrenverlust und Polizei- Aufsicht, wel der Vorsitzende A. RieS an die Verwaltung schrieb: Ich solle n.' kommen auf ihre Kosten, der Anschluß könne zwischen uns abge- ag i* wackt werden. Zeugen: 6 Mitglieder der Verwaltung, während rr A. RieS in der Versammlung im VereinSlokal mit mehreren Anderen e je� erklärte, sie feien entschiedene Gegner der Gewerkschaften; und elch«. auch gegen die Gewerkschaft auftrat. Zeuge: Die Versammlung. m, Verwerflich muß ich es nachgerade nennen, wenn die Kölner thun, gcla" als könnten sie aus lokalen Verhältnissen sich der Gewerkschaft tte« nicht anschließen, während sie sich als offne Gegner der Gewerk- zeuz fchaft proklamirten. Daß ich nicht am 6. September in Köln ein- Kn>il* � lag an den Mainzer Kollegen, da dieselben die Versammlung Ivo« anstatt den 5. den 6. September einberufen hatten. Ich hatte die u»� Kölner jedoch frühzeitig genug hiervon unterrichtet, nun schreiben aichii sie doch im„VolkSstaat", wenn man gewußt hätte wo ich wäre, uch 1 hätte man mir abtelegraphirt; das G-gentheil ist geschehen. A. o RieS ließ trotzdem nochmals nach Offenbach tclegraphiren, wann siz-», ich einträfe. Da in der öffentlichen Versammlung mein Referat l wir Beifall aufgenommen wurde, hielt ich es allerdings für meine idb Pflicht, auch die Mittel und Wege zur Abhülfe unsrer traurigen M Lage anzugeben. Herr Frost, Kassirer des Fach-VereinS, erklärte beri»! in per Wohnung des Bevollmächtigen der Holzarbeitergewerkschaft, :. � Herrn Bruch, im Beisein eines mich begleirenden Kollegen, es 0 seien nur 1 Thlr. 13 Gr. in der Kasse. Daß die S Vorstands- rtn leh«� iih'j uad de 1 Oll 141 lg� :ellS b. 1 en Tol ea ort > Hl an» Mitglieder auf Kosten des Vereins nach Aachen gefahren, wurde mir gerade von Aachener Kollegen mitgetheilt, die ich als Zeugen anrief. Ferner wurde mir von den verschiedensten Kollegen in Köln mitgetheilt, daß für Herrn RieS 1 Thlr. 24 Gr. gesammelt worden seien, um dafür nach Aachen zu gehen und einen Fach- Verein zu gründen. Daß er keinen Versuch gemacht, lag wohl daran, daß kein Boden für einen Fach-Verein vorhanden war. Nachträglich erklärte mir A. Ries, unter den Kosten hätten sie nur die Tagekosten verstanden. Ich bin jetzt 7 Jahre in der Av beiterbewegung thätig; aber wie die Kölner Fachvereinler sind mir Arbeiter noch nicht gcgenübergetreten. Zum Schluß erkläre ich, daß dies meine ersten und letzten Worte zur Vertheidigung sind. W. Bock. (Nachdem beide Theile sich ausgesprochen haben, schließen wir über diesen Gegenstand hiermit die Diskussion. D. R. d. B.) Verband der Klempner(Spengler) und Berufsgenossen. Kamvttrg, 13. November. Warnung an alle Klempner- Spengler-) Gehülfen! Vor Zuzug nach Flensburg wird dringend gewarnt, da daselbst wegen Einführung einer schändlichen Werk- statt- resp. Sklaven- Ordnung die Collegen die Arbeit eingestellt haben. Näherer Bericht folgt. Mit Gruß Der ÄerwaltungSrath des Verbandes: I. A.: W. Metzger, Geschäftsführer. NB. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Aufnahme Dieses ersucht._____ Allgemeiner deutscher Schneidervereiiu Wiesbaden. Wie ich schon in Nr. 126 dieses Blattes be- kannt gab, ist von der hiesigen Mitgliedschaft dem früheren In- Haber unseres ArbeitsnachweiL-Bureaus, Herrn I. P. Schug, Hoch- stätte Nr. 16, dasselbe entzogen worden, worauf er privatim Ar- beit vermittelte. Doch da dieses Geschäft wahrscheinlich zu wenig eingebracht hat, ist er auf die kühne Joer versallen, ein ArbeitSvermittlungSbureau für ganz Deutschland zu gründen, welches Unternehmen er in Nr. 46 der deutschen«Sebneiderzeitung" auch bereits annoucirt hat. Das Wunderlichste und Spaßigste hierbei ist noch, daß Herr Schug, so lange er arbeitsfähig gewesen war, bloS Arbeiter war, nnd jetzi, wo er angeblich arbeitsunfähig ist, ist er auf einmal Meister geworden. Nun wir gratulirea den Herren Meistern zu diesem neuen Collegen. Sie können stolz auf einen Mann sein, welcher aus unserer Mitgliedschaft gestrichen wurde. Wir warnen hiermit nochmals alle zureisenden und arbeit- suchenden Collegen, das sogenannte Central-Burean von Herrn Schug» Hochstätte Nr. 16 zu benutzen, sie haben sich an das von nnö gegründete unentgeltliche ArbeitsnachweiS-Bnreau, geführt von Herrn Kaiser, Grabenstraße Nr. 6 b zu wenden, wo Jedem Rath «rtheilt und auch stets Arbeit, wenn solchevorhanden, nachgewiesen wird. Obwohl die Herren Meister daS Bureau von Schug zu unter- stützen suchen, so kommt es doch immer nur auf uns Arbeiter an, wer den Siez behält; wenn Jeder von uns daS Bureau meidet, so müssen die Meister schließlich doch wieder zu uns kommen, wenn sie Arbeiter haben wollen. Noch muß ich hinzufügen, daß sich Herr Schug geäußert hat, er würde ganz allein unfern Verein ruiniren. Nun Herr Schug, nur an die Arbeit, wir sind schon darauf gefaßt. I. A.: A. Klemt, z. Z. Schriftführer. NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden gebeten, Obiges aufzunehmen. Würzburg, im November. Seit einer geraumen Zeit sieht eS fast aus, als ob die Organisation der deutschen Schneider vollständig aus den Fugen gegangen sei, Vorort und Control- kommisston befleißigen sich der tiefsten Ruhe, und wenn in dem Sinne fortgefahren wird, dann wird der Allgemeine deutsche Schneiderverein bald zu den Tobten zu zählen sein, d. h. es werden jahrelange Opfer und Mühen zu dem Ziele geführt haben, daß wieder eine Reihe von wenigen überzeugten Gewerkschafts Mitgliedern durch das Verunglücken des Vereines von der Ge- sammtarbeiterbewegung zurückgeschreckt werden, denn es giebt ja immer eine Menge von Leuten, die sagen:«Ihr seid doch nicht im Stande, etwas auszurichten"; und wenn solchen Leuten schein- bare Beweise für ihre Ansicht von uns selbst geliefert werden, dann bleibGdie große Menge indifferent. Dem soll aber gesteuert werden. Unsere Organisation soll ihre Pflicht gegen die Ge- sammtarbeiterschaft dadurch erfüllen, daß sie mit in der ersten Linie der Bewegung als todeSmuthiger Kämpfer marschirt, statt daß sie wie ein entnervter Invalide hintennachhinkt, oder gar die Flucht ergreift. ES ist jetzt wahrlich nicht die Zeit, sich aufs Ohr zu legen; wer weiß, in wie kurzer Zeit wieder ein„heiliger Krieg" die Reihen der Arbeiter decimirt, wer weiß, wie bald die ernstesten Ereignisse die bewußten Arbeiter in die Arena rufen, um für das einzig heilige, daS Menschenrecht, einzustehen? Und bei solchen Aussichten in die Zukunft, bei dem Elende, in daS die meisten unserer Collegen durch die Geschäftsstockung getrieben werden, ist es nur die nackte Pflicht, die wir erfüllen, wenn wir wenigstens das Mögliche aufbieten, um den Arbeitern in ganz Deutschland ebenbürtig zur Seite zu stehen und unter unfern Collegen die Ueberzeugung von der Noihwendigkeit einer alle Branchen um- fassenden Organisation erwecken. Collegen! Wenn wir nicht Alles ausbieten, um Ausklärung unter der indifferenten Menge zu verbreiten, dann werden uns die Ereignisse überholen und wir werden die Opfer unserer eigenen Uuthätigkeit sein. Wir selbst werden eS ünS zuzuschreiben haben, wenn unsere Kinder uns verwünschen, weil wir nicht für kommende Generationen das thatcn, was in unseren Kräften stand» und was nicht gethan zu haben wir unseren Vätern zum Vorwurfe machen. Allerdings ist die schamloseste Aubeutung an unserem Elende schuld, aber an dieser Ausbeutung selbst sind wir schuld; wir haben die Macht, sie abzuschütteln, denn wir sind die Ma- jorität, aber statt diese Majorität zu organisiren, verkriechen wir unS in die Ecken und beugen uns feige vor dem Uebermuthe der Aus- beuter, jammern wie alte Weiber über unsere Bedrückung, statt daß wir männlich für unser Recht in die Schranken treten und ohne Rücksicht auf den Erfolg unserer Bemühung immer und immer wieder den Sammelruf erschallen lassew und die Fahne wieder hoch emporhalten, wenn sie der müden Faust eines Käme- raden zu entfallen droht. Collegen! Entschließen wir uns zum Handeln, lassen wir die armseligen Zwistigkeitea, die jämmerlichen persönlichen Reibereien; zeigen wir uns der großen Sache würdig, beweisen wir, daß der Muth deS Mannes auch im Lohnsklaven noch entflammt werden kann und schließen wir uns in unserer Organisation, als der Vor- schule ernsteren StrebenS, fester als je zusammen, damit, wenn die Zeit Männer braucht, wir unseren Platz auszufüllen vermögen. Schneider auf zur Organisation! Auf zum Kampfe für Menschenrecht und Menschenwürde! C. F. Rick. Correspondenzen. chohlis- Leipzig. Mit unserem Gemeinderathe wird's immer hübscher! Erst zanken sich die Herren Räthe lange Zeit herum, ob sie einen gewissen delikaten Gegenstand öffentlich oder geheim zu verhandeln haben— wobei die für Oeffentlichkeit stimmende Minorität(die Vertreter der Unansässigen und des Klein-Gruud- besitzes) sich ob ihrer„Freistnnigkeit" gewaltig in die Brust wirst und auch wirklich auf wohlfeile Art in den Verdacht einer gewissen Freistnnigkeit kommt, während die Gohliser Einwohnerschaft lange in Aufregung erhalten wird, und der hiesige Hutfabrikant ic. rc. Herr Hauck bei einer solennen Kneiperei zum Gaudium der zahl- reich anwesenden Bourgeois und Spießer faule Witze über eine allerdings lustige„öffentliche" Gemeinderathssitzung macht,— dann wird man Handels einig, das gute Einvernehmen ist wieder herge- stellt, der Sturm legt sich— aber nach wie vor giebt eS öffentliche und geheime Sitzungen.— Neuerdings ist nnn wieder eine arge Differenz zwischen der Majorität(die Vertreter deS Groß- GrundbesttzeS) und Minorität ausgebrochen, und zwar bei der Berathung des Lokalstatuts. Es handelt sich um die, die Zufam- menfeyung und Wahl des Gemeinderaths betreffenden Paragra- phen. In einer seiner letzten Sitzungen hatte der Gemeinderath einstimmig beschlossen, daß in Zukunft nur noch zwei Klassen im Gemeinderathe vertreten sein sollen, die Ansässigen und lln- ansässigen, sowie daß die Wahlen hierzu gemeinschaftlich von allen Wahlberechtigten zu geschehen haben. Gleichzeitig hatte die Mino- rität die außergewöhnlich gute Stimmung der MajoritätS-Mit- glieder geschickt benutzt und einen Beschluß durchgebracht(ebenfalls einstimmig), wonach der Gemeindevorstand beauftragt wurde, diese Beschlüsse der vorgesetzten Behörde schleunigst zur Bestätigung einzureichen. Im„Leipziger Tageblatte" war bereits großer Jubel! Doch, o weh! Die Minorität denkt, und Herr Gemeindeältester Brandt lenkt— nämlich die Gcmüther der Majorität. Hr. Brandt, der in der erwähnten Sitzung nicht anwesend war, bringt im Verein mit 10 H-rren der Majorität in der nächsten öffentlichen Gemeinderathssitzung einen Antrag„auf Zurückziehung dieser Be- chlüfle" ein.— Die Stunde der Sitzung erscheint. Anwesend ind eine große Anzahl Gohliser Steuerzahler, vorwiegenv Sozialdemokraten.— Gohlis er Steuerzahler, was das heißen will, werden wir in einer der nächsten Nummern des„VolkSstaat" zeigen. Schade, daß man diesen Leuten nichts nachsagen kann, als— daß sie„Rothe" sind. Die Sitzung beginnt. Kirsten (Minorität) protestirt gegen den Brandt'schen Antrag. Derselbe Kirsten, der kurz vor der letzten Reichstagswahl erklärte, mit Birn- bäum nicht zufrieden zu sein, und eher einen Sozialdemokraten wählen würde, bei der Wahl selbst aber erst für Birnbaum, dann Ar Dr. Heine eintrat, derselbe Kirsten meint,„man würde sich lächerlich machen, wenn man in der einen Sitzung einstimmig einen liberalen Beschluß fasse und in der andern diesen wieder aufhebe."(Freilich macht man sich lächerlich, aber nur hübsch kon- sequent bleiben!) Herr Brandt riecht bereits Petroleum. Er be- gründet seinen reaktionären Antrag, und giebt die Erklärung ab, vaß er ebensogut„liberal" sei, als die Herren von der Minor!- tät, man müsse aber die Liberalität nicht zu weit treiben, zumal wenn diese, wie die in voriger Sitzung gefaßten Beschlüsse, zur Schädigung der Gemeinde führe:„man würde auf diese Weise bei der„Erschrecken erregenden" Ueberhandnahme der Sozial- demokcatie in Gohlis— Sozialdemokraten in den Gemeinderath bekommen." DaS„rothe Gespenst", es ging um im Conserenz- zimmer der neuen Schule zu Gohlis; Brandt selber sah zuletzt in Jedem, der nicht mindestens eine„Ziegelei" oder so etwas besaß, einen„Sozialdemokraten", einen„Umstürzler", Alles roth, blut- roth...... Herr Professor Sehdel, der vom Protestantenverein (Minorität), versuchte nun in längerer Rede Hrn. Brandt und dessen Anhängern begreiflich zu machen, daß die Herren durch Zurücknahme der gefaßten Beschlüsse das Schlimme, das sie ver- meiden wollten, die Wahl von„Umstürzlern", heraufbeschwören würden, weil, wenn die Klassen für sich wählten, in der Klasse der Unangesessenen viel eher ein Sozialist gewählt würde, al» wenn die Angesessenen ihre Stimmen bei der Wahl der Unange- sessenen mit in die Wagschale legen könnten; man müsse zu rechter Zeit liberal sein, und so die Sozialdemokratie unschädlich machen. Also nicht liberal sein, weil das gerecht ist, sondern aus Klugheit. Recht so, Herr Professor, wir werden uns das merken. Hr. Piß- dach(Minorität) leiht seiner Entrüstung Worte, die er über die Sinnesänderung der Majorität empfindet und glaubt, der Ge- meinderath blamire sich damit. Herr Arnold(Minorität) kann die Befürchtungen der Majorität nicht theilen, er verweist auf die guten Geschäfte, die man mit den gemeinschaftlichen Wahlen in Leipzig macht, und.er erwartet dies auch von Gohlis.(Ach ja!) Um der Majorität etwaige Gewissensskrupel zu benehmen, und um sich vor seinem„Abgange" noch ein„gutes Andenken" zu sichern, erklärt Herr Gemeindevorstand Auerbach, daß er bei der vorgesetz- t-n Behörde Protest gegen besagte Beschlüsse erhoben habe. Bei der nun folgenden Abstinimung wird natürlich der Brandt'sche Antrag mit ziemlicher Majorität angenommen. Herr Kirsten pro- testirt wiederholt, weil er kein„Hampelmann" sein will,— wofür er von Brandt, der daS nicht leiden will, einen OidnungSruf er- hält, mit der Androhung, daß ihm das Wort entzogen würde, wenn er sich nicht bessere.(Den parlamentarischen Brandt haben wir in den Wählerversammlungen zur Genüge kennen gelernt.) Einen Jrrthum, in dem die Minorität sich zu befinden schien, wollen- wir hier berichtigen: ES ist keineswegs neu, daß ein par- lamentarischer Körper, oder einzelne seiner Mitglieder die„Gesin- nuug" ändern. Man denke nur an den Reichstag bei Gelegen- heit der Abstimmung über die Todesstrafe. Der„liberale" HanS Blum— der Sohn des erschossenen Robert Blum—, derselbe, der kürzlich im 14. Wahlkreise für den konservativen v. Könneritz gegen die Sozialdemokraten agitirte, er befand sich unter denen, die erst gegen und dann für die Todesstrafe stimmten. Liberalen oder Forischrittlern sollte das gar nicht so verwunderlich erscheinen. Nach der Abstimmung erklärt Prof. Seydel, sein Ami als Vor- sitzender des BerfassungSauSschusseS niederlegen zu müssen, und wünscht überhaupt das letzte Mal an dieser Stelle gesprochpu zu haben. Etwas A-hnlichcs erklärt Herr Pißbach. Nach Erledigung der Tagesordnung wird das Protokoll verlesen. Dasselbe giebt noch zu einer kurzen Debatte Veranlassung, in welcher Brandt und Andere die Erklärung abgeben, daß mit Annahme diese« Antrages keineswegs eine Sinnesänderung der Majorität ausgesprochen sein solle, man verlange nur eine zweite Lesung, worauf die Rücktritts- erktärungen der Herren S. und P. zurückgezogen werden. Die öffentliche Sitzung ist hiermit geschlossen, die anwesenden Steuer- zahler müssen den Platz räumen, und es findet noch eine ge- Heime Sitzung statt. Was hier geschah, wissen wir nicht. Aber in ver letzten öffentlichen Gemeinderaths sttzung gab Herr Auerbach Namens der Majorität die Erklärung ab, daß der in letzter Sitzung angenommene Brandt'sche Antrag dennoch eine SinneSänverung bedeute und die Majorität nie und nimmer auf die diesbezügliche:. Anträge der Minorität eingehen werde. DaS ist deutlich gesprochen — Also in zwei Sitzungen haben sich unsere Gemeinderäthe die Köpfe zerbrochen und auf's Heftigste befehdet» weil sie nicht eini � werden können, wie sie es am Pfiffigsten anzufangen haben, daß kein Sozialist gewählt werde! Eine dritte derartige Sitzung steht noch bevor,— da wird'S wieder lustig hergehen. Nur zu! ES muß aber doch einen besonderen Haken haben, daß man sich so ganz absonderlich fürchtet vor einem oder höchstens drei„Ro then", die im günstigsten Falle bei der Ersatzwahl in den Ge meinderath kommen können?! Die Gohliser Sozialdemokraten haben auf die Herausforderung des GemeinderatheS bereits ge antwortet. Der„Arbeiterverein- hat ein Comit6 ernannt, welches � die nöthigen Vorarbeite» zur bevorstehenden Wahl zu besorgen hat und demnächst an die Oeffen'tlichkeit treten wird. Die 264 Männer, welche bei der ReichStagSwahl ihre Stimmen dem sozial demokratischen Abgeordneten gaben, werden, trotz der geheimen Wühlerei gewisser„RückwärtSler- ihre Gesinnung nicht ändern, das ist ein Vorrecht der„großen Herren"! Darum, Jeder an seinen Posten! Aerltn, IS. November. Da seit langer Zeit nichts über die Berliner Bewegung im„Volksstaat- veröffentlicht worden ist, dürste eS an der Zeit sein, den auswärtigen Gesinnungsgenossen in kurzen Umrissen ein Bild der Berliner Verhältnisse zu geben, Nachdem durch die staatSretterische Thätigkeit des hiesigen Stadt- gerichtS die Partei als vorläufig geschlossener Verein erklärt worden,(nach mehr als drei Monaten ist es noch nicht zu einer definitiven Verhandlung gekommen), wurde von einer Anzahl be- währter Gesinnungsgenossen der„Sozialist" ins Leben gerufen um wenigstens ein geistiges Band für die Berliner Freunde her zustellen; eS zeigte sich indeß trotz der sehr günstigen Aufnahme, deren sich der„Sozialist" zu erfreuen hatte, daß auf die Dauer ein Blatt eine Organisation nicht ersetzen kann. Und so wurde denn, getreu nach dem Statut der Fortschrittspartei, der„Wahl verein der sozialdemokratischen Arbeiterpartei" in'S Leben gerufen der nun bereits zwei Monate besteht und schon recht erfreuliche Resultate auszuweisen hat. Anfänglich mit einigem Mißtrauen aufgenommen, ist eS ihm durch rege Thätigkeit gelungen, eure an sehnliche Zahl(gegen 200) Mitglieder zu erwerben, die im stetigen Wachsen ist. ES ist hier nicht der Ort, über jede Versammlung deS Wahlvereins zu berichten, nur soviel sei erwähnt, daß abwech selnd in den verschiedenen Stadtbezirken Versammlungen, meist mit TageSsragen auf der Tagesordnung abgehalten wurden, die fast alle günstig verliefen. Eine umfassende geregelte Agitation wird erst eintreren können, wenn in einer demnächst stattfindenden Generalversammlung die Verhältnisse sich befestigt haben. An rednerischen Kräften ist gerade kein Mangel, das heißt, eS sind zum Reden besähigte Kräfte genügend vorhanden, leider thun indeß nur wenige ihre Schuldigkeit; ferner ist zu bedauern, daß so wenig Werth auf die Ausbildung neuer Kräfte gelegt wird, es ist dies nicht Schuld des Vorstandes, sondern eines Theilcs der - Mitglieder, die nur dann kommen, wenn bewährte Kräfte sprechen dadurch fühlt sich manch begabter Anfänger zurückgehalten. Von einer ganzen Anzahl jüngerer Kräfte leisten nur wenige(Stötten, Heiland:c.) NennenSwerlheS; es ist dies ein Uebelstand, der cnt- schieden aushören muß. Im Großen und Ganzen sind, wie gesagt, die Resultate erftculiche zu nennen, als Beweis diene die Abrech nung des Wahlvereins nach noch nicht zweimonatlicher Thätigkeit Einnahme: Beiträge, Tellersammlungen ic. Thlr. 40. S. 10. für Gemaßregelte Thlr. 7. 27. 6., für die Wahl im 14. sächf Wahlkreis Thlr. 24. 4. 6. Summa Thlr. 72. 7. 10. Ausgabe: Für Drucksache», Porto w. Thlr. IS. 17. 4., für Gemaßregelte Thlr. 13. 7. 6., für die Wahl im 14. sächsischen Wahlkreis Thlr. 24. 4. 6. Summa Thlr. S6. 2S. 4. Aachen. Obgleich seit längerer Zeit über unsere Thätigkeit nicht« verlautete, so haben wir doch rüstig gearbeitet. Einen er wünschten Anlaß zu weiterer Thätigkeit gab uns das hier er- scheinende Organ des christlich- sozialen Vereins„Paulusblatt". Dieses Blatt erdreistete sich nämlich zu sagen:„die Sozialdemo- kraten, gewitzigt von früher, suchten sich nun bei Vermeidung von Volksversammlungen auf Schleichwegen festzusetzen". Ein solcher Angriff mußte zurückgewiesen werden, und allsogleich wurden Schritte zur Abhaltung von öffentlichen Versammlungen gethan. Es kam noch hinzu, daß die durch daS Ableben deS Reichstagsabgeordneten Baudri bedingte Neuwahl bevorstand. Zu diesem Zwecke wurde aus Sonntag, den 2S. Oktober, Vor mittags 1u Uhr, eine Arbeiterversammlung mit der Tagesordnung „die Sozialdemokratie und ihre Gegner", Montag, den 26. Oki., Abends 8 Uhr, eine Volksversammlung mit der Tagesordnung „die ReichStagSwahl und die nächste ReichStagSsession", und au Dienstag eine öffentliche Mitgliederversammlung einberufen, und wurde al« Referent zu diesen Versammlungen R. Wolf auS Chem nitz aufgestellt. Die erste Versammlung nahm einen ruhigen Vcr lauf, und ergriff trotz mehrmaliger Aufforderung zur Widerlegung deS Referenten Niemand das Wort. Zur zweiten Versammlung, Montag Abend, erschien eine große Anzahl Mitglieder deS ca. 5000 Mitglieder zählenden christ lich- sozialen Paulus- Verein« mit seinen Leitern Caplan Cronen- berger, Caplan Dr. Sitzinger, Dähter, Schüren zc. und schien so mit die Versammlung einen interessanten Verlaus nehmen zu wollen. Nachdem die Bureauwahl vorüber, welche in unserem Sinne ausfiel, wurde von einem VorstanbS-Mitgliede deS Paulus- Vereins der Antrag gestellt, dem Referenten 20 Minuten Redezeit zu ge währen, von unserer Seite dagegen drei Viertel Stunde Redezeit beantragt. Da sich bei der Abstimmung eine Unruhe bemerkbar machte, welche daS Scheitern der Versammlung befürchten ließ, so einigte man sich auf eine halbstündige Redezeit d:S Referenten und eine viertelstündige der nachfolgenden Redner. Wolf cot ledigte sich seine« Referats in gedrängter Kürze zur vollsten Zu- friedenheit des größten TheilS der Anwesenden. Die Vertreter deS PauluS-VereinS, die Herren Caplane Cronenbergcr, Dr. Sitzin ger, Schüren, Ollmann u. a. ergriffen nun das Wort in der sicheren Boraussetzung, uns vollständig schlagen zu können. Sie erklärten, mit dem Eisenacher Programm einverstanden zu sein, blos mit Blättern, wie der„Bolksfiaat"-c., hätten sie nichts zu schaffen, da diese« gottlose Blätter seien. Dann, auf ihr ge wöhnlicheS Thema übergihend, erklärten sie, die Lösung der Ar- beitersrage könne nur auf christlicher Basis erfolgen. Die katho lische Kirche sei eS gewesen, welche die Arbeiter von der Sklaverei befreit habe, und die Lube und Gleichberechtigung sei gerade in ihr verkörpert. Die von Wolf erwähnte Inquisition hätte die Päpste immer gegen sich gehabt und sei von denselben heftig be- kämpft worden. Hinsichtlich der Wahl von ReichStagSabgeordnelen habe man jedoch von Arbeitern abzusehen, da dieselben nicht ge- schult und gebildet genug seien, um einen solchen Posten auS- zuftillen und seien zu diesem Zwecke Arbeitersreunde genug vorhanden. Ja, Ollmann ging so weit, selbst als seinwollender So zialist, den Sozialdemokraten mit dem Militär zu drohen. Es wurde unserem Referenten sehr leicht, da er nach jedem Redner daS Wort zu ergreifen Gelegenheit hatte, die vollständige Unkennt niß der theologischen„Gelehrten" in der Kirchengeschichte darzu- legen. Unter rauschendem Beifall der Anwesenden wies Wolf aus daS unter aller Würde stehende Benehmen seiner Gegner hin, die dem Redner erst die Redezeit beschränken und dann Anspruch aus ein spezielles Eingehen aus die Arbeiterfrage erheben; da er allein fünf Gegnern Stand zu halten habe, möchten die Herren nur morgen wiederkommen, wo bereitwilligst darauf eingegangen würde. Nachdem sich Niemand mehr zum Worte gemeldet hatte, erhielt unser Referent das Schlußwort. War die Stimmung der Anwesenden im Anfange eine ge- theilte, so konnte man deutlich wahrnehmen, wie Schritt für Schritt unser Anhang wuchs. Während schon im Laufe der Ver- sammlung ein skandalirendeS Mitglied des PauluS-VereinS durch einstimmiges Verlangen der Anwesenden, unter welchen ja ein großer Theil Mitglieder deS PauluS-VereinS selbst war, daS Ver- sammlungslokal verlassen mußte, und sich alle Redner, auSgenom- men einen gewissen Schüren, welcher von der Versammlung öfter« zur Ordnung gerufen wurde, in den Grenzen der Ordnung be- wegten, konnte zum Schlüsse das Resultat ein vollständig günstiges genannt werden. Die am Dienstag, den 27. Oktober, Abend« halb 9 Uhr, ab- gehaltene Mitgliederversammlung der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei war gleichfalls sehr stark besucht, und ging Referent in seinem Vortrage auf die Mittel und Wege ein, welche nothwendig seien, um eine vollständige Erlösung deS Proletariats herbeizu- führen. Zu dieser Versammlung hatten eS Schüren, Ollmann:c. unterlassen zu erscheinen, und eS traten diesmal blos die Caplane Cronenberger und Dr. Sitzinger ins Gefecht. Der Niederlage des vergangenen Abends eingedenk, ließen sie die religiöse Frage ganz auS dem Spiele. Sie erklärten sich mit unserem Prozram einverstanden, nur einem Antrage aus dem letzten Congreß der sozialdemokratischen Arbeiter-Partei, gegen den sie bei allenfallsizer Annahme energisch auftreten müßten, könnten sie nicht beistimmen.- Mit den Ausführungen des Referenten seien sie aber nicht ein- verstanden, und besonders Dr. Sitzinger war es, welcher erklärte, mau könne nicht verlangen, daß Demjenigen, welcher sich durch Fleiß und Sparsamkeit ein Eigenthum erworben habe, dieses expropriirt werden könne, überbaupt dürfe in einem freien Volksstaate eine Expropriation, als Eingriff in die Rechte eine« Einzelnen, gar nicht stattfinden, da man sich heutzutage schon beeinträchtigt fühle, wenn eine solche vorgenommen werde. Auf das hin bedurste eS allerdings sehr wenig Weisheit, um der Versammlung klarzulegen, wie wenig jer.e Herren überhaupt von der sozialen Frage verständen, und daß gerade da« mühsam errungene Vermögen des kleineren Fabrikanten und Gewerbe- treibenden durch die Großproduktion zu Grund- gerichtet würde. Dr. Sitzinger habe eine ganz verkehrte Vorstellung vom freien Volksstaate, wo jeder Einzelne sich der Gesammtheit unterzuordnen habe, dafür aber die Segnungen in doppeltem Maße auf jeden Einzelnen zurückfielen. Oder solle jeder Einzelne berechtigt sein, auf Gruud seines unverletzlichen Eigenthums zuletzt die ganze Welt zu erwerben, so daß die Nichtbesitzenden zwischen Himmel und Erde zu schweben hätten? Weitere Erklärungen hierauf chuldig bleibend, suchten die Gegner durch nebensächliche Frage- tellung, auf welche ihnen jedoch vom Referenten gebührend ge antwortet wurde, die Hauptfrage zu umgehen, und da die Gegner auf weiteres Wortnehmen verzichteten, und der Referent sich seines Schlußwortes entledigt hatte, wurde die Versammlung nach voll- ständig ruhigem Verlause geschlossen. Den Anwesenden war eS jetzt klar, auf welcher Seite sie stehen und von welcher Seite sie Hülse zu erwarten haben, und sprachen uns am letzten Abend die Herren Caplane ein Aufkommen nicht mehr ab, wie sie dies früher immer gethan hatten. Mit dem Resultate dieser Versammlungen können wir voll- ländig zuftieden sein und werden wir rüstig weiter arbeiten, um immer mehr Indifferente in unseren KreiS hineinzuziehen. Quittung der Expedition. Bon C. Brnh Hirfchierg Schr. 18 gr. Fmnn Duisburg Ab. 2 thlr. 2. 5. Schstr Lindenau Ab. 1 thlr. 28. 5., Schr. 2 gr. 5. I. Mllr hier Schr. 1 thlr. IS. Frn; Zürich Schr. 16 thlr. 11. Pkrt Gohlis Schr. 17 gr. S Mtznr Berlin Ann. 7 gr. Cppl Iserlohn Schr. 14 gr. Schmdt Bensheim Ann. 8 gr. Arbeiterverein Innsbruck Ab. 1 thlr. 2. Hvnth Berlin Ann. 18 gr. Hlnd Berlin Ann. 1 thlr. 22. 6. ffi. Wß Mühlhausen Schr. 5 thlr. W. Gnthr Großenhain Schr. S thlr. Fschr Coburg Schr. 1 thlr. 18. Mr Celle Schr. 19 gr. Mmm Bam- berg Schr. 1 thlr. 15. Trgr Frankfurt Schr. 17 gr. Offrmnn Bar- men Schr. 10 gr. Bchr Großenhain Schr. 4 thlr. 4. ö. Trtmnn Ber- lin Schr. 4 thlr. 18. Rbnr hier Ab. 16 gr. Schrb Schkeuditz Schr. 19 gr. Jnck Celle Schr. 8 gr. K. Ncljvc Stejanovzi Ab. 22 gr. S. Schr. 1 thlr. 18. 5. P. Stff Salonik Schr. 9 gr. I. Endr« Nürn- berg Schr. 1 thlr. D. Kl Geisenheim Schr. 6 gr. 5. Klsch Odenbach Schr. 2 thlr. 17. 1. Ki; «es ' ¥of ton, für Bo 8. i CO! SeuosseuschastSbuchdruckerei. Antheilschetne bez. Antheilquittungen erhielten ferner: In Leipzig A. 10. in Salonik(Türkei) P. St. 20, M. Sch. 20 thlr. Hdlch. Für die ausgesperrten Wickelmacherineu iu Braunschweig. Gesammelt im soz-dem. Arb.. Verein hier 3 thlr. IS. Für die«bgebrannteu iu GeriugSwalde. Gesammelt d. Schulz Berlin 22 gr. Ungenannt 3 gr. 5. Anzeigen zc* Die rechts in[] angegebene Ziffer ist der Preis der betreffenden Annonce. öerlin Donnerstag, den 26. November, Abend« 8 Uhr präci«: Erste Generalversammlung des Wahlvereins der sozialdemokr. Arbeiterpartei bei CariuS, Prinzeustraße 72,(oberer Saal). Tagesordnung: 1) Bericht des Borstande« über die bisherige Thätig- keit. 2) Rechnungslegung. 3) Neuwahl des Vorstandes und des Aus- schusse«. 4) Wie wollen wir die Agitation behufs AuSbreituug unser«« Wahlverein« betreiben? 5) BeischiedeneS. Mitgliedskarten sind vorzuzeigeu.— Sämmtliche Mitglieder müssen pünktlich am Platze sein._ Der Vorstand.[11} für deu Cölu Für den Partei-UnterstützuugSfoud gingen hier seit dem 23. Okt. em: Frankfurt a. M. d. Schade 2 thlr. 8, Reutlingen d. Zirb« 3 thlr. S, Altona d. Kleinkauf 4 thlr., Schmölln d. Martin 4 gr, Hainichen d. Hosemann 3 thlr. 3. 5, Augsburg d. ffindrc« 3 thlr, Fürth d. G. Löwen stein 10 thlr., Heidingsseld d. Schässner 8 gr., Neukirchen d. Vettermann 10 gr., Linden(Hannover) d. A. Klimasch 1 thlr. 20, Gieße» Liste 1324 d. Orbig 2 tdlr. 11, Bremerhafen d. I. Bellner freiwill. Samml. der Schiffs Zimmerergewerkschast 16 thlr. 18 6, Greiz d. Madler 1 thlr. 5, Schw.-Gmünd 1 thlr., Geyer d. Repmann 1 thlr. 25, Einstihal 1 d. C. Bohne Ueberschuß de« Arbeiterfestes 5 thlr. 1. 8, Lechhausen d. Lichten steiger 1 thlr., Breslau d. C. Just 1 thlr. 28, Grüna d. Steinert 9 gr., St. Johaun(Saarbrücken) von Förster 7 thlr., Göppingen d. Bronnen- mayer 8 gr. 6, Homburg von L. 2 thlr., Dessau v. F. Polling 17 gr. Hamburg, 16. November 1874. H. Benneke, kleiner Schäferkamp 36. Sozialdemokratische Arbeiter- Partei. Geschlossene Parteiversammluug SamStag Abend, den 28 November, halb 9 Uhr, im Lokale de» Herrn C. Breuer, Gigelstein Nr. 25.— Tagesordnung: Da» Zeitung«- unternehmen. Alle Parteimitglieder werden dringend ersucht, vollzählig am Platze zu sein._ Der Vertrauensmann.[6] i'tur stpiel iti teil Sigci &iti »nd I ist) «'tz. 71A Dresden verein der Sattler uud LerusSgenosseu. Freitag, den 27. November: Stiftungsfest, bestehend au» Concert, Festrede und Ball im„Odeum", wozu alle College» von nah nnd fern einladet Das Festcomitö. Anfang halb 8 Uhr._ s17>/,1 flraß Üttc: *Ifa. N Oolhfttt Gewerkschaft«- Vorstände. Freitag, dm 27. Nov., Abend» halb 9 Uhr: kunft bei Fröhlich, Nikolaistraße(goldner Ring). Zusammen- K.(3) i (fathtirt Sozialdemokratischer Arbeiterverein. -VI-IVjsB D onnerstag, den 26. November, Abend» halb 9 Uhr: Versammlung in der..Lrfiotung" Kohestraße, Restauration von Leipnitz.— Tagesordnung: Weitere« über Genossen- schaftswesen. Referent: H. Ramm. Sozial-pol. Wochenbericht. Referent Kunschmann. Pünktlichem und zahlreichem Erscheinm sieht entgegen D. V.[8] An die Parteigeussffrn im GrostherzogthnusWeimar. Freunde! Der Jenaer Reichsverein hat gegen uns ein„Flugblatt" (Wrs wollen die Sozialdemokraten) erlassen; daraus sehm wir uns veranlaßt, ein„Flugblatt"(Was wollen die Nationalliberalen) herausza- geben, dasselbe ist von C. Kettel« Volksbuchhandlung in Apolda pr. Sick, 6 Pf. zu beziehen. Parteigenossen, sorgt für die weiteste Verbreitung. Das Apoldaer Agitations-Comitee für den 1. Weimarer Wahlbezirk. I. A.: C. Kettet, Borfitzender.__[11] befui Über straß �erd Eni Zur Wahlagilalion(14. sächs. Wahlkreis) ging feit dem 28. Oktbr. hier ein: Halle von R. Cosack 3 thlr. 10, Düffeldorf d. C. Manß 2 thlr. 3, Berlin ,d. Trautmann von N. 3 thlr., Ulm d. Reisbach 22 gr. 4, Glauchau v. VolkSverein 5 thlr., Berlin d. W. Bong v. mebreren Gold- chmieden 1 thlr. 10, Zwickau v. A. Börner 1 thlr., Coblenz d. A. E. 5 thlr., Berlin v. A. Keitel 1 tdlr., Schmölln d. I. Martin 24 gr. 5, Königsberg v. Grigatt» 2 thlr., Langeubielau d. A. Küyn 1 tdlr., Berlin d. B. v. C.-Club 1 thlr. 20, Heide d. Brüning 2 thlr. 10, Geesteudorf d. S. Schütt 6 thlr., Berlin d. P. M. gef. von Setzern d.„B. B. C." thlr. 25, Winterthur d. Klemp v. D. B. 6 thlr. 20, Hüttenfeld v. M. M. 6 gr., Augsburg d. Endre» 3 thlr., Duisburg d. Fennemann 1 thlr. 15, Hamburg Tischlerwerlstelle v. Meyer 2 thlr. 6, Dresden d. M. Kobitzsch 2 thlr., Würzburg d. Rick v. Genossen 4 thlr., Zürich v. deutsch. A-B. 6 thlr. 14, Pforzheim d. K. Ibsen 1 thlr., Berlin d. Heiland ges. bei Cariu« 6 tblr. II, Brake d. G. Mehren« v. allg. d SchiffSzimmmererver. 5 thlr., Linden(Hannover) d. A. Klimasch 20 gr., Königsberg v. F. W. Pinnos 1 thlr. 24, Zürich v. Härer und Meixner thlr., Müblhausen d. Pölitz 18 gr., Berlin d. Heiland ges. bei Renz 6 thlr. 19, Frankfurt a. M. d. Schade 23 gr. 6, Tübingen v. Egerter tblr., Bamberg d. A. Mamme 21 gr. 5, Reichenbach«. Volks-B. thlr., Meerane d. C. M. Stolle 3 thlr. 18, Offenbach d. M. Stein thlr. 12 10. Hamburg v. G. Hagel 1 thlr. n. v. B. 1 thlr., Ben« heim v. W. Petersen 1 thlr. 2. Hamburg, 16. November 1874. H. Benneke, kleiner Schäferkamp 36. Social-demokratische Abhandlungen. Von M. Nittinghausen. Die bis jetzt erschienenen fünf Hefte bilden zusammen ein Buch über die direkte Gesetzgebung durch das Volk, werden aber auch einzelo verkaust. Sie sind die erste und einzige in deutscher Sprache über diese» Gegenstand erschienene Schrift. Eiste» Heft: Die Philosophie der Geschichte. Preis 3 Sgr. Zweites Heft: Ueber die Nothwcudigkeit der direkten Gesetz» gcbung durch daS Volk. Pr. 2 Sgr. Drittes Hest: Die unhaltbare» Grundlagen de»«epräsentatib- Systems. Pr. 2 Sgr. Viertes Heft: Ueber die Organisation der direkten Gesetzgebung durch daS Volk. Pr. 2 Sgr. Fünfte« Hest: Widerlegung der gegen die direkte Gesetzgebung durch daS Volk gerichteten Einwürfe. Pr. 6 Sgr. Gegen Einsendung von 17 Sgr. in Reich«- Poflmarken an die Adr. M. Rittinghausen in Köln, Gereonstraße 36, werden die Abband» lungen dem Besteller stanco unter Kreuzband zugesandt.(3a w.)[47>/2l. � S von DU lond der! «ert .«L �hc, Zeil wrt« Sch, �ird I-lbf üeui »ud �! 5 iare valp m !". Bei» Ichla vriefkasteu der Redaktion. M. P. in Colditz: Ihr Agitation«- und Wahl- bericht ist veraltet.— L. D. in Lausigk: Der Kalendcrstempel ist auf- gehoben. der Expedition. Hrn. Elberfeld: Geld erh. Alle« in Ordnung. Low. Czll. Iserlohn: Die MitlwochSnummcr wird durch hiesige Post Dienstags weiter befördert. Bei Baar- und Dutzend- Bestellung erhalten Sie Rabatt. Komunistenprozeß erscheint im Separat-Abdruck Metzner Berlin: Ihre Annonce kam für die Sonntagsnummer zu spät. Hld. Berlin: Für Annoncen restiren noch 10 gr. Staffu. Salonik: Ein Brief von hier nach dort mit 15 Frc». Wertbangabe kostet 21 gr. Ihr letzter Brief war nur bis zur Grenze stankirt und kostete noch 10 gr. Porto. Zu haben in der Buchhandlung des„Volksstaat": iSr. 1 von Lissagaray's Rouge et Noir. preis 5 Agr. Allen der Französischen Sprache kundige» Parteigenossen ist die neue Zeitschrist de» icharsen Publizisten nnd tapferen Communard aus'« Wärmste empfohlen. Roug« et Nolr(Roth und Schwarz) steht jedenfalls a» Interesse der Rochefon'schen„Laterne" nicht nach, uud übertrifft sie un- zweifelhaft an Gehalt. jie» dial fast �tti üeig Soeben ist in dritter Auflage erschienen: Der deutsche Aauernkrieg. 1» t bau Ülei ier !»ut lobt 'ein fen Dlül von Friedrich Engels. Preis pro Exemplar 5 Gr. Wiederverkäufer Rabattl Sil Die Buchhandlung de»„Bolksstaat". Aßonnemeitts- Gintadung auf da« IV. Qaartalsabonnement der iu New-Aork wöchentlich einmal erscheinenden „Arbeiterzeitung". Proienummern werden gegen Einsendung von 5 Pf.— 2 kr. südd. für Porto franco versandt. Preis pro Quartal 1 Thlr. 5 Gr. Kreuzbandporto für Deutschland und Oesterreich 5 Gr. Zu zahlreichem Abonnement ladet ein Die Expedition des ,, Volksstaat". Verantwortlicher Redakteur: M. Preißer(Lindenau). Redaktion Hohestraße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, in Leipzig. Druck und Verlag der GeuosseuschasiSduchdruckeret in Leipzig. Ü>lt ktep löl Ö, ein liirc Rbii J'f van