Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle "ostanstalten u. Buchhand- lmigen des In- u.AuSlandes. Filial- Expeditionen im die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, So» 101 Soboken, X. J. Peter Haß, "• W. Corner Third and coatea str. Philadelphia. Alionnkmentspreis für ganz Deutschland IL Sgr. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2tm u. 3ten Monat und auf den 3tcn Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch aus den Iten Monat deS Quartals i ö'/j Sgr. VrgandersozLaldemokrattschenArvetterMrteiundderinternaüonalenGetverksgenosienschasten. Inserate» die Abhaltung von Partei-, Berem»- und Boltsversammlunzen, sowie die Filial- Expeditione« und sonstige Partei« Angelegenheiten betreffend, werden mit 1 Ngr.»— Privat- und Bcrgnügnng»- Anzeigen mit 2l/t Ngr. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Nr. 138. Ireitag, 27, Wovemver. 1874. L// Abonnements ans den„Volksstaat fiir den Monat Dezember zu ö'/i Groschen werden bei allen deutschen Po st an stalten, für Leipzig pro Monat zu � Gr. bei der Expedition, Zeitzerstraße 44, und bei Colpor- lstur Müller, für die Umgegend von Leipzig bei den Filial- ispediiionen: für Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefeld-c. dei Frau Friedrich, Anger Nr. 5, sür Connewitz:c. bei �eubert, Bornaische Straße 19, für Kleinzschocher und Um- iegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst, sür Thonberg bei Zeilungsspcditcur Zschau, Ncurcudnitz 15, 1 Tr., für Plagwitz >nd Lindenau bei Schuster, Mcrseburgerstr. 26, für Gohlis jc. dei O. Pe ufert, Hauptstr. 19, für Stötteritz bei Fr. Boge- »itz, Hauplstr. 38, angenommen. Für Berlin wird auf den„Volksstaat" monatlich für frei in's Haus abonnirt bei Trautmann, Mariannen- istraßc 4, vorn 3Tr.; Rubcnow, Brunncnstr. 34 im Laden; iAetzner, Elisabethkirchstraße 1; Bogel, Prinzcnstraße 61; Alb. Schuster, Blumenstr. 361-, 4 Tr. Der Abonnementsbetrag ist bei Bestellung zu entrichten. A« die Parteige»offrn! Alle Parteigenosten, die sich in UntersuchungS- oder Slrafhaft befunden haben, werden dringend ersucht, einen genauen Berich bber ihre Behandlung im Gesängniß an W. Liebknecht, Brau- straße 11, Leipzig, oder Reichstag. Berlin, einzusenden, und zwar möglichst bald, da die Sache im Reichstage zur Sprache gebracht »erden soll. E»thüü«»fte»»der den Äommuuisteu-Prozrtz zu Köln. (Fortsetzung.) Woher wußte nun Stieber, daß am 27. Oktober sein Brief (Sitzung vom 3. November) die Entstehungsart des Proto- kollbuchs immer noch nicht völlig aufgeklärt. Um sie aufzuklären, giebt Goldheim 2 Hypothesen. „Für die noch nicht völlig aufgeklärte EntfiehungSart des Buches giebt es, sagt er, nur zwei Wege. Endwcder rühre solches, wie der Agent fest versichert, wirklich von Liebknecht her, der, um seineu Verrath nicht klar zu machen, eS vermieden habe, seine Handschrift herzugeben." M. Liebknecht gehört notorisch der„Partei Marx" an. Aber die im Protokollbuch befindliche Unterschrift Liebknecht gehört eben so notorisch nicht dem W. Liebknecht. Stiebcr schwört daher in der Sitzung vom 27. Oktober, der Besitzer dieser Unterschrift sei auch nicht jener W. Liebknecht, sondern ein anderer Liebknecht, ein K. Liebknett. Er habe die Existenz dieses Doppelgängers erfahren, ohne die Qulle seiner Erfahrung angeben zu können. Goldheim schwört:«Fleury habe behauptet, daß er da» Buch wirklich von einem Mitglied der„Marx'fchen Partei", NamenS K. Liebknecht, erhalten hat." Goldheim schwört ferner:„er habe dieses K. Liebknecht zu London nicht habhaft werden können." Welches Existenz- zeichen hat also bisher der von Stieber entdeckte K. Liebknecht der Welt im Allgemeinen und dem Polizei-Lieutenant Goldheim im Besonderen gegeben? Kein Existenzzeichen, außer seiner Hand- schrist im Originalprotokollbuch; aber jetzt erklärt Goldheim: „Liebknecht habe eS vermieden, seine Handschrift herzugeben." K. Liebknecht existirte bisher nur als Handschrift. Jetzt bleibt also uicktS mehr von H. Liebknecht übrig, nicht einmal eine Hand- schrift, nicht einmal der Punkt auf dem i. Woher aber Goldheim weiß, daß der K. Liebknecht, dessen Existenz er nur auS der Haud- schrift deS Protokollbuchs kennt, eine vom Protokollbuch verschiedene Handschrist schreibt, da« bleibt ein Gehcimniß Goldheim'«. Wenn Stieber seine Wunder hat, warum sollte nicht Goldheim seine Wunder haben? Goldheim vergißt, daß sein Vorgesetzter Stieber die Existenz deS K. Liebknecht vorgeschworeu, daß er selbst sie noch eben ge- schworen hat. In demselben Athemzug, worin er auf den K. von Ma,x an Schneider II. geschickt war? Aber er wuide nicht Liebknecht schwört, erinnert er sich, daß K. Liebknecht eigentlich 4« 27., sondern am 25. Okiober und nicht an Schneider II., nur ein von Stieber erfundener Nothbehelf, nur eine Nothlüge sondern an v. Hontheim verschickt. Stieber wußte also nur, daß war, und Roth hat kein Gebot. Er erinnert sich, daß es nur ber Brief noch existire, und er ahnte, daß Marx ihn irgend einem einen echten Liebknecht giebt, den M. Liebknecht, daß aber, wenn �ertheidiger mittheilen werde. Woher diese Ahnung? Als die i»Kölnische Zeitung" Stiebcr'S Aussage vom 18. Oktober über thnval:c. nach London brachte, schrieb Marx an die„Kölnische 'Zeitung", an die„Berliner Nationalzeitung" und an daS„Frank- Ivrter Journal" eine vom 21. Oktober datirte Erklärung, an deren Schluß dem Stieber mit seinem noch vorhandenen Briefe gedroht »ird. Um den Brief„ganz geheim" zu halten, kündigt ihn Maix der W. Liebknecht echt, die Protokollbuchsunterschrift falsch ist. Er darf nicht gestchen, daß Fleury'S Unteragerzt Hirsch mit dem falschen Protokollbuch auch die falsche Unterschrift fabrizirt hat. Er macht daher die Hypothese:„Liebknecht habe eS vermieden, seine Handschrift herzugeben." Machen wir auch einmal eine Hypothese. Goldheim hat früher einmal Banknoten gefälscht. Er wird vor Geiicht gestillt, e« wird bewiesen, daß die auf der Daß Hirsch nicht falsch schwöit, daß K. Liebknecht keine„faß. tare- Existenz besitzt, und da« Originalpiolokollbuch kein Origi- «alprotvkollbuch ist, daß die allwissenden Londoner Agenten alles »issen, was die„Partei Marx" in der Londoner Presse veiöffentlicht iat. Um die Ehre der preußischen Agenten zu retten, legt Gold- tom ihnen die spärlichen, durch Briese, brcchung und Briesuuter- Tagung aufgestieberten Notizen in den Mund. 1 In der Sitzung vom 4. November, nachdem Schneider II. ftn Stieber und sein Protokollbuch vernichtet, ihn der Fälschung »vd de« Meineids überwiesen hat, springt Stieber zum letzten Vial vor und macht seiner sittlichen Entrüstung Lust. Sogar, ruft er aus indignirter Seele, sogar Herrn Mermuth, den Polizei- Direktor Weimuth wagt man des Meineid« zu zeihen. Stieber >st also wieder zur orthodoxen Stufenleiter zurückgekehrt, zur auf- steigenden Linie. Früher bewegte er sich in heterodoxer, in ab- steigender Linie. Wolle man ihm, dem Polizei-Rath, nicht glauben, doch sei, em Polizei Lieutenant, wenn nicht d-m Polizei-Lieutc- »aut, so doch dtssen Polizeiagenten, wenn nicht dem Agenten fleury, so doch dem Unter- Agenten Hirsch. Jetzt umgekehrt. Er, �er Polizei-Rath, könne vielleicht falsch schwöien, aber Wer- »«lh ein Polizei-Direktor? Unglaublich! In seinem Unmuth I»bt er den Weimuth mit steigender Bitterkeit, schenkt dem Publikum 'einen Wermuth ein. Weimulh al« Mensch, Weimuth al« Advokat, Mermuth al« Familienvater, Wermuth al« Polizei-Direktor, Wer »Uth kor eyer. Selbst jetzt in öffentlicher Sitzung sucht Stieber die Ange- stagten immer noch uu»eeret zu halten und eine Barriere irischen der Bertheidigung und dem VertheidigungSmaterial aufzu- Klagen. Er besckuldigl Sckrcider II.„crimineller Verbindung" »it Marx. Schneider begehe in ihm ein Attentat auf die höchsten lrevßislden Behörden. Selbst der Assisenpräsident Göbcl, ein �vbel selbst, sühlt sich erdrückt unter der Wucht Stieber. Er kann �icht umhin; wenn auch in furch, sam- serviler Weise, läßt er einige Auihenstieiide aus Stieber'« Nacken fallen. Aber Stieber hat [stve, seit« Recht. E« ist nicht sein Jndiv-duum, e« ist die Pro- '»ratur, da« Gericht, die Post, die Regierung, da« Polizei- Prä- stdium zu Berlin. eS sind d,e Ministerien, e« ist die preußische �«sandtstbast zu London, kurz eS ist der preußische Staat, der J>it ihm am Pranger steht, das Originalprotokollbuch in der Wind. . Herr Stieber hat nun die Erlaubniß, die Antwort der„Neuen ''heinischen Zeitung" drucken zu lassen. Kehren wir noch einmal mit Goldheim nach London zurück. Wie Stieber noch immer nicht weiß, wo Cherval sich aushält "b wer Cherval eigentlich ist, so ist nach Goldheim'S AuSsag, !elbst in den Zeitungen an. Er scheitert an der Feigheit der Note figurirende Unterschrift nicht die de« BankdirektorS ist. Zutschen TageSprefle, aber die preußische Post war nun instruirt N-Hmen Sie mir eS nicht übel, meine Herren, wird Goldheim «vd mit der preußischen Post ihr— Stieber. sagen, nehmen. Sie e« nicht übel. Die Banknote ist echt. Sie Was also hat Goldheim au« London heimgezirpt? � � rührt vom Baukdirektor selbst her. Wenn sein Name nicht in seiner eigenen, sondern in einer falschen Unterschrift ausgefertigt ist, was ihut da« zur Sache?„Er hat e« eben vermieden, seine Handschrift herzugeben." Oder, fährt Goldheim fort, wenn die Hypothese mit dem Liebknecht falsch ist: „oder der Agent Fleury habe die Notizen zu dem Buche von andern Freunden deS Marx, den Flüchtlingen Dronke und Jmandt erhalten und habe diese Notizen, um seiner Waare einen desto höheren Werth zu geben, in die Form eine« Originalprotokoll- buches gebracht. Es fei nämlich durch den Polizei-Lieutenant Greif amtlich festgestellt worden, daß Dronke und Jmandt mit Fleury häufig verkehrt hätten." Oder? Wie so oder? Wenn ein Buch, wie da« Original- protokollbuch von drei Leuten unterschrieben ist, von Liebknecht, Ring« und Ulmer, so wird Niemand schließen:„eS rührt von Liebknecht her— oder von Dronke und Jmandt, sondern: es rührt von Liebknecht her oder von Ring« und von Ulmer. Sollte der unglückliche Goldheim, der sich nun einmal zu einem disjunctiveu Uitheil verstiegen hat,— Entweder, Oder— sollte er nun aber- malS sagen:„Ring» und Ulmer haben eS vermieden, ihre Hand- schrist herzugeben?" Selbst Goldheim hält eine neue Wendung sür unvermeidlich. Wenn das Originalprotokollbuch nicht von Liebknecht herrührt, wie der Agent Fleury behauptet, so hat Fleury selbst eS gemacht, aber die Notizen dazu hat er von Dronke und Jmandt erhalten, von denen der Polizei-Lieutenant Greif amtlich festgestellt hat, daß sie häufig mit Fleury vermehrten. „Um seiner Waare einen desto höheren Werth zu geben" sagte Goldheim, bringt Fleury die Notizen in die Form eine« Original- protokollbuch«. Er begeht nicht nur einen Betrug, er macht falsche Unterschristen, Alle«,„um seiner Waare einen höheren Werth zu geben." Ein so gewissenhafter Mann, wie dieser preußische Agent, der au« Gewinnsucht falsche Protokolle, falsche Unter- schriften fabrizirt, ist jedenfalls unfähig falsche Notizen zu fa° briziren. So schließt Goldheim. Dronke und Jmandt kamen erst im April 1852, nachdem sie von den Schweizer Behörden ausgewiesen worden, nach London. Ein Drittheil de« Original-Protokollbuchs besteht aber au« den Protokollen der Monate Januar, Februar und März 1852. Ein Drittheil de« Original- Protokollbuchs hat Fleury also jedenfalls ohne Dronke und Jmandt gemacht, obgleich Goldheim schwört: entweder Liebknecht hat das Protokollbuch gemacht— oder Fleury hat eS gemacht, aber nach den Notizen von Dronke und Jmandt. Goldheim schwört'S, und Goldheim ist zwar nicht Brutus, aber doch Goldheim. Aber so bleibt die Möglichkeit, daß Dronke und Jmandt dem Fleury die Notizen seit April geliefert habe, denn, schwört Gold- heim:„ES sei durch den Polizei-Lieutenant Greif amtlich festge- stellt worden, daß Dronke und Jmandt häufig mit Fleury verkehrt hätten." Kommen wir auf diesen Verkehr. Fleury war, wie schon oben bemerkt, zu London nicht al» preußischer Polizei-Agent bekannt, sondern als City Kaufmann und zwar als demokratischer Kaufmann. AuS Altenburg gebürtig, war er alS politischer Flüchtling nach London gekommen, hatte später eine Engländerin auS angesehener und wohlhabender Familie ge- heirathet und lebte scheinbar zurückgezogen mit seiner Frau und seinem Schwiegervater, einem alten industriellen Quäker. Den 8. oder 9. Oktober trat Jmandt in„häufigen Verkehr" mit Fleury, nämlich in den Verkehr deS UnterricktgeberS. Nach der verbesserten Aussage deS Stieber traf aber das Original-Protokoll- buch am 19., nach der Schlußaussage des Goloheim am 11. Oktober in Köln ein. Flemy hatte also, als der ihm bisher gänz- lich unbekannte Jmandt seine erste französische Stunde bei ihm gab, daS Original-Protokollbuch nicht nur schon in rothen Saffian binden lassen, er hatte eS bereits dem außerordentlichen Kourier übergeben, der es nach Köln trug. So sehr verfaßte Fleury sein Protokollbuch nach den Notizen des Jmandt. Den Dronke aber sah Fleury nur einmal zufällig bei Jmandt und zwar erst am 30. Oktober, nachdem daS Original-Protokollbuch schon längst wieder in sein ursprüngliche» Nichts zurückgefallen war. So begnügt sich die christlich-germanische Regierung nicht da- mit, Pulte zu erbrechen, fremde Papiere zu stehlen, falsche AuS- sagen zu erschleichen, falsche Komplotte zu stiften, falsche Doku- mente zu schmieden, falsche Eide zu schwören, Bestechung zu falschen Zeugnissen zu versuchen,— Alles, um eine Verurtheilung der Kölner Angeklagten zu erwirken. Sie sucht einen infamiren- den Verdacht auf die Londoner Freunde der Angeklagten zu wer- fen, um ihren Hirsch zu verstecken, von dem Stieber geschworen, daß er ihn nicht kennt, und Goldheim, daß er kein Spion sei. Freitag, den 5. November brachte die„Kölnische Zeitung" den Bericht über die Assissensitzung vom 3. November mit Goldheim« Aussage nach London. Man zog sofort Erkundigungen über Greif ein und erfuhr noch denselben Tag, daß er bei Fleury wohne. Gleichzeitig begaben sich Dronke und Jmand mit der„Kölner Zeitung" zu Fleury. Sie lassen ihn Goldheim'S Aussage lesen. Er erbleicht, sucht Fassung zu gewinnen, spielt den Erstaunten und erklärt sich durchaus bereit, vor einem englischen Magistrat Zeug- niß gegen Goldheim abzulegen. Vorher aber müsse er noch seinen Advokaten sprechen. Ein Rendezvous für den Nachmittag de« fol- genden Tage«, Samstag, den 6. November, wird festgesetzt. Fleury verspricht, seine amtlich beglaubigte Aussage fertig zu diesem Rendezvous mitzubringen. Er erschien natürlich nicht. Jmandt und Dronke begaben sich daher Samstag Abend in seine Wohnung und fanden hier folgenden sür Jmandt bestimmten Zettel vor: „Durch Hülfe des Advokaten ist Alles abgemacht, weitere« ist vorbehalten, sobald die Person ermittelt ist. Der Advokat hat die Sache noch heute abgehen lassen. Das Geschäft machte meine Anwesenheit in der City nothwendig. Wollen Sie mich mor- gen besuchen, ich bin den ganzen Nachmittag bi« 5 Uhr zu Hause. Fl." Auf der anderen Seite des Zettels befindet sich die Nachschrift: „Ich komme soeben zu Hause, mußte mit Herrn Werner und meiner Frau ausgehen, wovon Sie sich morgen überzeugen können. Schreiben Sie mir, auf welche Zeit Sie kommen wollen."(Forts, folgt.) Fremdwörter-Erklärung:«rthodox, rechtgläubig; heter-d-x, irrgläubig; kor erer, auf immer; au sccret, unter geheimem Verschluß, ganz abgeschlossen; disjunklive« Urtheil, Urthetl mit Entweder Oder: wenn nicht da« Eine dann da« Andere. Politische Uebersicht. — Wie herrlich weit wir's gebracht, zeigt nachstehende Interpellation, welche am vorigen Sonnabend im Reichstag ge- stellt wurde: I. Johann Hemmerle von Ober-MueSbach(Canton Pfirt, Krei» Altkirch), geboren den 26. Juli 1851, optirte in der be- stimmten Frist, verließ Elsaß-Lothringen und verlegte seinen Wohn- sitz nach Frankreich. Er kam später nach Basel, von wo aus er im Sommer dieses Jahres feine Eltern besuchte. Davon wurde die Polizeibehörde von Pfirt benachrichtigt, und die GenSdarmen schickten sich an, am 22. Juni, ftüh um 5 Uhr, den Optanien Hem- merle im Hause seiner Eltern zu verhaften; sie behaupteten näm- lich, Johann Hemmerle wäre wehrpflichtig. Hemmerle nahm die Flucht. Der Gensdarm Heym schoß zweimal nach dem Fliehenden, ein dritter Schuß wurde abgefeuert von H eym, und Hemmerlc fiel tödtlich verwundet nieder. Er starb nach zweimonatlichen Leiden.— Der Unterzeichnete ist überzeugt, daß die Option de« Johann Hemmerlc giltig war— daß derselbe folglich nicht als Deserteur konnte behandelt werden, — und daß nicht« die That de« GenSdarmen Heym rechtfertigen kann. Heym scheint unterdessen nicht den geringsten Tadel er- fahren zu haben; er ist immer noch zu Pfirt, wo er den GenSdarmen- Posten befehligt. II. Anton Deybach, geboren den 3. Februar 1351 zu GundolS- heim(Canton Ruffach, KreiS Gcbweiler), optirte,»erließ zur rechten Zeit Elsaß Lothringen und wohnte seither in Frankreich. Mit einem sranzöstschen Reisepässe versehen, kam er zu verschiedenen Malen auf Besuch zu seinen Eltern. Jedesmal erfolgte Hau»- !uchung bei den Ellern und sie wurden mit Drohungen aufge- ordert, ihren Sohn auszuliefern. Am 3. Januar d. I. wurde Anton Deybach endlich verhaftet; die Hände auf den Rücken gebunden, wurde er nach dem Kreisorte Gebweiler und bald von dort nach Wesel geführt, um zwangsweise eingestellt zu werden. Umsonst hatte der Bürgermeister von Gundolssheim bescheinigt, daß Anton Deybach richtig oplirt und seinen Wohnsitz thalsächlich nach Frankreich verlegt habe; umsonst hatte sich die Familie Dey- bach mit allen möglichen Zeugnissen versehen, an den Kreisdirektor von Gebweiler und selbst an den Präsidenten von Straßburg ge- wendet. Anton Deybach wurde erst am 11. August d. I. auf Verlangen der französischen Regierung freigelassen, und zwar ohne alle Entschädigung! Man gab ihm 4 Thlr. mit auf die Reise.— Der Unterzeichnete weiß, daß der Vorfall nicht iso lirt dasteht, und es ist nicht zu seiner Kenntniß gekommen, daß die Regierung Vorkehrungen getroffen hat, um die Familien der Optanten gegen willkürliche Polizeimaßregeln zu schützen. E» ist amtlich erklärt worden, daß die Option der Elsaß' Lothringer, welche ihren Wohnsitz nicht nach Frankreich verlegt haben, ungiltig sei. Der Reichstag hat selbst die nicht auSge- wanderten Optanten als stimmberechtigt erklärt. Dessen unge- achtet werden diese Optanten fortwährend von der Polizeibehörde, auf Veranlassung der KreiSdirektoren, auf allerlei Arten beunruhigt, und sind dieselben mitunter bei Androhung einer sofortigen AuS- Weisung aufgefordert worden, ihre Option schriftlich zu wider- rufen. DaS unterzeichnete Mitglied de» Reichstage« richtet an den Herrn Reichskanzler die Anfrage: Hat die Reichsregierung Kenntniß von den vorgetragenen Vorfallen? Mit welchen Gesetzen de« Reichslandes glaubt sie dieselben im Einklang bringen zu können? Beziehungsweise wie gedenkt sie Remedur zu schaffen? Berlin, den 14. November 1374. Winterer. Unterstützt durch: I. Gucrber. L. Hartmann. I. Simonis. Baron v. Schauen- bürg. Frhr. v. Schorlemer-Alst. Dr. Mayer(Donauwörih). Prinz Radziwill(Beuthen). Strecker. Frhr. v. Soden. Merkle. v. Avelebsen. Schröder(Lippstadt). Gras Quadt. Dr. Reichen- sperger(Crefeld). Lender. Majnnke. Dieven. Graf v. Balle- strem. Bock. Frhr. Zu-Rhein. Graf Neuhauß-Cormon». Haanen. v. Grand-Ry. F- Källerer. Kesseler. v. Kleinsorgen. Senestrcy. Horn. Rußwurm. Natürlich hatte die Interpellation kein praktische» Resultat, der Vertreter der Regierung, Herr Gcheimrath Heitzog, antwortete grob und ungeschickt. Die in der Interpellation angeführten Thatsachen tonnte er nicht umstoßen, nicht einmal in Zweifel ziehen. s«Opfer de» Culturkampfe«. Der Culturkampf hat bis .jetzt schon zahlreiche und harte Opfer gefordert. Der Erzbischof ; von Posen, Graf MieciSlau» LedochowSki, fitzt 231 Tage im Ge- fängnisse zu Ostrowo; er wurde gefangen genommen am 3. Fe- bruar 1374. Der Bischof von Trier, Mathias Eberhard, sitzt 260 Tage im Gefängnisse zu Trier; er wurde gefangen genommen am 6. März 1874. Der Weihbischof JaniSczewSki von Posen sitzt 117 Tage im Gefängnisse zu Kozmin; er wurde gefangen genommen am 27. Juli 1374. Der Bischof von Paderborn, Konrad Martin, sitzt 103 Tage im Gefängnisse zu Paderborn; er wurde gefangen genommen am 4. August 1374. Der Erz- bischof von Köln, Paulu» MelcherS, saß 192 Tage im Gefäng- nisse zu Köln; er wurde gefangen genommen am 31. März und wieder entlassen am 3. Oktober 1374. „Außerdem wurden mehr al» Tausend Priester, viele Re- dakteure, Volksredner und andere Männer, ja sogar Frauen und Kinber zu Geldstrafen oder Gefängniß verurtheilr. Gegen zwei- tausendfünfhundert Venmhcilungen, Pjändungen, Berhaf tungen w. haben bereit» der Kirchengesetze wegen stattgefunden. DaS Vermögen gar mancher Kirchen wurde mit Beschlag belegt, der Gottesdienst gestört, da» Heiligthum eutweiht und sogar in der Kirche Blut vergossen. Nlcht wenige Gemeinden sind ohne Seelsorger und Gottesdienst; e« kommt sogar vor, daß Kranke ohne die heil. Sakramente sterben, und Leichen ohne priesterliche Einsegnung müssen begraben werden." Nun— einen grögereu Dienst al» durch diesea„Culturkampf" hätte Fürst Bismarck dem katholischen CleruS unmöglich erzeigen können, wenn er Mitglied de» Jesuitenorden» wäre.— — Wie man Zeitungen schreibt. DaS„Berliner Tage- blatt", Reklameaustalt de» berüchtigten Mosse'schen Annoncen- bureauS, sagt über die Verhandlung des Antrag« auf Beurlaubung der inhaftirten sozialdemokratischen Reichstags abgeordneten: „Viel breiter als die vorhergegangenen Punkte der TageSord- nung der Sonnabendsitzung legte sich von vornherein die Jnter- pellalion der Sozialdemokraten an, und viel breiter noch wurde sie getreten. Die Abgeordneten Bebel, Hasenclever und Most büßen gerichtlich zuerkannte Strafen im Gesäagaissc ab. Herr Liebknecht will sie für die Dauer der Session, da sie Mitglieder de» Reichstage« sind, befreien. Er hält dazu eine außerordentlich lange Rede, in welcher er außer Allem, wa« zur Sache gehört, noch viele Dinge sagt, die nicht dazu gehören. Herr Liebknecht macht den Eindruck eine» gebildeten ManneS, der durch irgend welche, vielleicht äußerliche Einflüsse ursprünglich in eine extra- vagante Richtung gedrängt, dieselbe nunmehr mit allem FanatiS- muS des MärtyrerlhumS verfolgt. Der innerliche und ge- dankliche Fehler seiner ganzen Deduktion ist der, daß er die bestrasten Sozialdemokraten für politische Ver- brecher erklärt, während sie das in der That nicht sind, son- dern Vertreter einer Partei, die einfach den wirthschaftlichen Bestand der Welt in Frage stellt, welche den Diebstahl zum Ge- setze erHeden will(„1a proprietö c'est le vol". DaS Eigenthum ist Diebstahl.) Sein zweiter Fehler— doch dieser ist mehr ein oratorische» Kunststück— war der, daß er die Herren Bebel, Hasevclever und Most, natürlich auch sich selbst, al» Arbeiter hinstellte, daß er in ihrer Verhaftung nicht« sah al< einen brutalen Klassenkampf. Nun, diese Herren sind aber keine Arbeiter, sie lassen sich nur von den Arbeitern bezahlen, und spielen die Ver- treter derselben. Diese Gründe konnten bei uu« nicht verfangen, und sie verfangen auch beim hohen Hause uicht, trotzdem daß Hr. Hasselmann will und Hr. Windthorst wenigsten» mit einer seiner Schultern, der ultiamontaneo, die Sache unterstützte. E« war aber wenigst nS erfreulich, daß Herr Windthorst die Pariser Kommune für einen Unsinn erklärte, den Hr. Liebknecht noch al» Ideal hingestellt hatte. Für den Antrag de» Letzteren erhoben sich nach zweistündiger Debatte nur zwei Personen. Wozu, wo die Sache so klar war, die Debatte zwei Stunden wild dahin laufen lassen?" Dem ZeitungSkommi« de» Hrn. Mosse wäre e« natürlich lieber gewesen, wenn die Debatte die allerdings keinen den Vertretern der herrschenden Zustände besonder« günstigen Verlauf nahm und sehr unangenehme Thatsachen zu Tage sörderte, durch einen Macht- sprach de« Präsidenten und der Majorität unterdrückt worden wäre. Wa» nun die Begründung des Antrags betrifft, so war dieselbe so sachlich und bewegte sich so durckauS auf parlamenta- rifchem Boden, daß, trotz der scharfen Kritik Liebknechts, die Klingel de» Präsidenten auch nicht ein einzige» Mal mobil gemacht wer- den konnte. WaS soll man aber von der Behauptung sagen, Bebel, Most und Hasenclever seien keine politischen„Verbrecher", weil sie„den wirthschaftlichen Bestand der Welt in Frage stellten?" Der Mosse'sche Commi» hat offenbar keine Ahnung von der Bedeutung de« Wortes„politisch", und weiß nicht, daß die Wissenschaft der„wirthschaftlichen" Verhältnisse„politische Oekonomic" heißt. Daß Liebknecht„die Herren Bebel, Hasenclever und Most, natürlich auch sich selbst al» Arbeiter hingestellt" habe, ist„natürlich" eine Erfindung oder Hallucinaliou(Gestaltenseherei) de« Mosse'jchen Annoacenbureau-Schreibers. — Das Nationalzuchthaus. Daß im„neuen Reiche" der Normal-Wohnort der Sozialdemokraten da« Gefängniß ist, brauchen wir unseren Lesern nicht zu sagen. Nicht so bekannt wird ihnen sein, in welcher AuSrehnung der„Culturkampf" mit dem KacholiciSmu« die Gefängnisse bevölkert und zum Ausbau de« „NationalzuchthauseS" beigetragen hat. Wir lesen darüber in einer der letzten Nummern der„Duisburger VolkSzeitung": — Au« England schreibt mau der„Frankfurter Zeitung" ck. ä. 13. November: „Vertreter der Gewerkvereine au» dem ganzen Lande hatten gestern beim Lordkanzler eine Audienz, um dagegen zu protestiren, daß die Gewerkvereine in die beabsichtigte Gesetzgebung für die Friendly Societie« eingeschlossen würden und um die Regierung zu einer Aenderung der Trade« Union Act vom Jahre 1371 zu bewegen, statt, wie die Regierung will, dieselbe ganz aufzuheben. Die Wünsche der Delegation gingen dahin, die Bestimmung deS betreffenden Gesetze«, daß die Gewerkvereine kein Land besitzen dürfen, sowie die Worte, welche jeden Zweig eine« Gewerkvereine« zu einem selbstständigen Verein machen, zu streichen, ferner die Verein« zu ermächtigen, einen bankerotten oder flüchtigen Vor- stcher zu ersetzen, betrügerische Verwendung von GesellschaftSgeldcrn strafbar und die Regeln in allen drei Ländern de« Vereinigten Königreiche«(England, Irland, Schottland) wirksam zu machen. Wie Mr. Guile feststellte, find einige Gewerkvereine sehr reich, besitzen bisweilen 200,000 Pfd. Sterl. und können da» Kapital nicht höher al» mit 2'/, pCt. verzinsen, und wenn einer der Ver- trauenSpersonen(TrusteeS) verschwindet, so könnte da« Geld, wenn e« in der Bank von England ist, nicht angerührt werden. Der erste Zweck der Trade-Union« ist Beförderung de« Gewerke« und ein Zusammenwerfen mit den Friendly Societie«, deren Haupt- zweck Krankenunterstützung und dergleichen ist, müßte sehr ver- wirrend wirken. Der Minister leugnete die Absicht der Regierung, den Gewerkoercinen ihre bisherigen Privilegien zu entziehen, eat- schuldigte sich aber mit der Masse von Gesetzen, welche da« nächste Parlament zu bewältigen haben werde, daß die Regierung jetzt wohl nicht« für die Geweikoereine werde thua können.— Unter den Auspicien eine« neulich in« Leben getretenen Wahlresorm- Verein» fand vorgestern in der Freemasont-Tavern eiae Confe- rcnz statt, bei welcher Herr I. S. Wreight au« Birmingyam den Vorsitz führte, um da« Programm de» neuen polltischen Vereins der in der Hauptsache die Ausdehnung de« Wahlrecht« auf alle erwachsenen Personen männlichen Geschlecht« an- strebt, in Erwägung zu ziehen. Einer der gefaßten Beschlüsse konstatirte, daß die bestehenden Wahlbestimmuugen mit den ge- sunden Principien parlamentarischer Vertretung im Widerspruch ständen, ernstliche Uebel verursachten und die Gesetzgebung über viele für Erledigung reife, wichtige Fragen verhinderten, und drückte die Meinung au«, daß da» einzige gesunde VolkSvertre- tungSprincip auf da« allgemeine Stimmrecht bastrt fei. Nach langer Diskussion und eifriger Bekämpfung gelangte auch ein von Miß Lydia Becker gestellte« Amendement zur Annahme, da« weiblichen Steuerzahlern eine Stimme bei parlamentarischen Wahlen einräumt." Wir können diesem Wahlreformvcreine kein bessere« Progno- stikon stellen, al« den zahlreichen R-formvereinen, welche, unter verschiedenen Namen, seit Mitte der fünfziger Jahre in England aufgetaucht sind. Ein ernsthafte« Interesse an Einführung de» allgemeinen Stimmrecht« haben in England, wie überall, nur die Arbeiter, und nur die Arbeiter können auch ernsthaft darum käm- pfen. Die englischen Arbeiter sind aber gegenwärtig so sehr mit den dringendsten ökonomischen Fragen beschäftigt, daß eine poli- tische Massenbewegung von ihnen vorläufig nicht zu erwarten ist — Um die Landarbeiter wieder vollständig in die Gewalt zu bekommen, und der Landarbciter-Union den Gnadenstoß zu versetzen, sind die englischen Farmer ausfolgende« AuSkunstsmittel verfalle». Sie haben in Leamington einen„Verein von Grund- besitzern, Pächtern und Arbeitern" gebildet, der sich die Ausführung folgender Maßregeln al»„Ziel" gesetzt hat: 1) Die Re- gelung der Lohnsrage und der Zuleitung von ArbcltSkräften; 2) die Versorgung von altersschwachen und verdienten Arbeitern, welche Mitglieder de« Verein« sind.„ES wird auch Fürs«rge für die freundschaftliche Beilegung von Streitigkeiten getroffen werden". Kurz, der Wolf findet e» für gut, den Schafspelz umzuhängen. Die Landarbeiter mögen sich hüten! — Zur Landfrage. Der Spezialcorrespondent der„TimeS", welcher den Conflikt zwischen den englrschcn Farmern und Laad- arbeiteru verfolgt, hat interessante Daten über da» Zurückgehen der kleinen Farmen gesammeli. Zunächst geht aus diesen Zahlen freilich hervor, daß die Zahl der kleinen Frrmen noch immer sehr bedeutend ist: von S9,870 Farmen in 17 Grafschaften kulnvirten 12,075 weniger al» 20 Acre«. Allein zwischen den Jahren 1851 und 1371 wurden 900 dieser sehr kleinen Farmen absorbirt, so wie die Zahl derjenigen Farmen, welche im ersteren Jahre zwischen 50 bi« 75 Acre« besaßen von 3253 auf 6370 im Jahre 1371 sank. Dieselbe Erscheinung bei den Farmen unter 100 Acre«. Dagegen stieg die Zahl der großen Farmen von 300—500 Acre« in demselben Zeitraum von 7771 auf 3410, diejenigen mit über 500 Acre« von 2.755 auf 3,194, und mit über 1000 Acre» von 492 auf 582:c. E« wird durch diese Ziffern von Neuem ausS Augenfälligste die alte Wahrheit bestätigt, daß der Kleinackerbau heutzutage auf dem Aussterbeetat steht, wie die Kleinproduktion überhaupt. der bekannte Volksdichter, dessen dramatische Werke auf vielen u« welch serer Bühnen mit Beifall zur Aufführung gelangt sind. Hebe Vods sein Ende schreibt da«„Wiener Neu- Fremveublatt":! forde „Todtmüde, von einer schleichenden Krankheit niedergew orsei ergri — die Acrzte hatten ihn schon vor einem halben Jahre aufzdiegal geben— in der bittersten Roth lebend, arbeitete Kaiser mit rvdor, stger Anstrengung fort, um seiner Familie daS nölhige Brod Ziwerk erwerben. Wie ein g-h-tztec Flüchtling mußt- er vor seinen uvdenti erbitilichen Gläubigern von einer Straße zur andern flüchten uriUrdn monatelang vergrub er sich in irgend einem Winkel der Vorstädtti werk und nur wenige Freunde kannten dann seinen Schlupfwinkel zur 1 Noch die letzten Stunden seines Leben» sollten ihm verbitten wan werden. Schon in der Agonie liegend, mußte er am Abend v» seinem Tode seine Wohnung wechseln. Die eine Wohnung, di er inne hatte, ward ihm gekündigt und al« Sterbender ward t in die neue Wohnung gebracht, in welcher man seine Aufnah« verweigerte, weil er den Zm« nicht pränumerando zahlen konnte Nur mit Mühe brachte seine Frau ihn unter, und auf drei Sesscli liegend, hauchte er seine hartgeprüfte Seele aus. So starb eil deutscher Dichter! Ja,„so starb ein deutscher Dichter"! So starben unzählig deutsche Dichter und Männer der Wissenschaft, und werden noi unzähliche sterben. Wäre nicht der größte unserer national« Dichter(obgleich nicht« weniger als„national" im Sinne de Schi .Wo er U «eh, selbe nur werd (jebli welck Ktei de« wort Frei! in grassirenden Mode Chauvinismus) im Elend gestorben, wenn nich ein edelvenkenber Mann(beiläufig ein Ausländer) sich sein« erbarmt hätte? Und mußten nicht noch neuerding« für Feuerba� Wa; Almosen gesammelt werden? Bestimmte Personen und Ei» um richtuogen sind für diese traurige Erscheinung uicht verantwortlii zu machen; sie ist tief begründet in unserer bürgerlichen Gesell schaftSorganisation, welche dem Kopfarbeiter so wenig wie de« Handarbeiter den Ertrag seiner Arbeit sichert, und ihn der ab scheulichsten Ausbeutung überliefert. Und obendrein viel ärget Do» noch demoralisirt, als den Handarbeiter, wodurch allein e« zu tv der klären, daß da« Kopfarbeiter- Proletariat feine Lage bi« jetzt s« Ait wenig begriffen und in seinen EmanzipationSbestrebungen so»eb Pon hinter dem Handarbeiter-Proletariat zurückgeblieben ist.«nt! - Gas eitrag zur Kinderarbeit. Ein Parteigenossi der schreibt un« aus Großenhain: Wie die gesetzlichen Bestiw dud «gn den, und L» f mungen über die Kinderarbeit von den hiesigen Fabrikbesitzern g« handhabt werben, beweisen nachstehende Fälle: 1) Ist e» die säch diga fische Wollgarnspinnerei, welche Kinber von 14 Jahren an, vo>"ach 6 Uhr ftüh bis AbendS 9 Uhr beschäftigt— in Summa 14stii» �tt dige Arbeitszeit, anstatt der gesetzlichen 10- Stundenarbeit; ebensl der werden schulpflichtige Kinder bis 11 Stunden täglich beschäftig! anstatt wie es gesetzlich ist: 6 Stunden. Bei emer so lang» Ms Arbeitszeit ist es nicht zum Verwundern, wenn Kinder veru» w™ glücken, wie es auch in genannter Fabrik vorkam, und zwar bctr» dett es einen jugendlichen Albeiter im Alter von 15 Jahren. Derselt danj kam unter den Wagen eine« Selfaktor» und wurde lebenSgefährlii*ufl verletzt. 2) In der Fabrik der Herren Tzschucke und Otto wurd'sftu der schulpflichtige Knabe Günther über 6 Stunden täglich b« Ml schäfligt. Und so wie in diesen beiden Fabriken die Kinverarbell'lnr ausgebeutet wird, würde es bei näherer Untersuchung in mehrere» de« der übrigen Fabriken nicht ander« sein. jjj� — Au« Colditz schreibt man uns:„Bei der Reichstag»'�" wähl am 5. November ist folgende Wahlbecinflussung vorge> � kommen. Der Rittergutsbesitzer Baumaun auf Commichau fum'� girte als Wahlvorsteher des ländlichen Wahlbezirks der Dörfe Vge Commichau, Scoplau und Zschadraß, und ließ schon Vormittag 11 Uhr da« Protokoll unter schreiben, laut dessen die Wahl sÜ richtig befunden sei. Thatsache ist aber: daß, ttotz:em blo s"> 76 Stimmen dort abgegeben worden sind, 79 Stimmen geschrieb» wurden, weil sich drei doppelte„Könneriye" vorfanden. Dt> v" Schullehrer von Commichau, welcher al» Protokollant fungirt« erhob Einsprache, wurde aber von Seiten de« Wahlvorsteher � beauftragt, es zu thun. Ein Bürger, welcher al« Beisitzer fu»'®t,a girte, hat mir die« vor Zeugen bestätigt.— Die Wärter a« j*®' hiesiger Irrenanstalt wurden in Trupp« von 6—8 Mann untt». aB Begleitung eine« Oberwärter« oder Aufseher« zur Wahlurne g»' bracht, wobei die Oberwärter oder Aufseher mit in da« Wahllok«®le gingen.— Ja Lastau und Helbach wurde die Auszählung de« r*1 Slimmen hinter verschlossener Thür vorgenommen.— In Coldihi im 1. Bezirk waren nach der Wählerliste 221 Stimmen abzegebe» worden, bei der Auszählung fanden sich indeß nur 220 vor." — Die Cul turfreu ndlichkeit der modernen Gefell- fchaft. Vor Kurzem ist in Wien Friedrich Kaiser gestorben, Die Queduatter Revolte vor dem Schwurgericht. (Fortsetzung.) . Königsberg, 31. Oktbr. In der heutigen Schwurgericht»' Sitzung wegen de« Aufruhr« in Willkühnen, am 22. Julie., wurden die Jnstleute Kuhnke zu 3 Jahren und Freudenreich j» 1 Jahr und 6 Monaten und Döbler zu 2'/« Jahren Zuchthau», nebst der Chrenstrafe und Zulässtgkeit der Polizeiaussicht verur' theilt. Nachmittag« begann die Verhandlung der Anklagesa� wider die postnicker Tumultuanten. Königsberg, 2. Nov. Die Schwurgerichtsverhandlung o>» Sonnabend wegen des Tumulte« in Postnickeu endete Abcov» 9 Uhr mit der Veiuitheilung de« Knecht« Unruh zu 3 Jahr«» Zuchthaus, 4 Jahren Ehrverlust und Zulässtgkeit zur Polizeiaus' ficht, deS LoSmanneS Szieließ zu 2 Jahren Zuchthaus, 3 Jahre» Ehrverlust und Polizeiaufsicht, de« Jnstmanne« Pöper zu l'h Jahren Gefängniß und 2 Jahren Ehrverluft, und der Jnstleut» Heydemanu und Schur zu je 1 Jahr Gefängniß. Königsberg, 1. Nov. Ponarther Tumult. Ponarth V ein bei Königsberg gelegenes große« Dorf, die in demselben bi' legene große Aktien-Brauerei macht den Ort zu einem gcwerb' thätigen und frcquenten; ganz besonder« lebhaft aber wird e« do� durch daS iu Verbindung mit der Brauerei stehende Gasthaus Elablissemeut. Namentlich an den Sonntagen und Montag«» strömt das Publikum aus der Stadt zu Tausenden dort hinan»' größtenthcils den gewöhnlichen Volksklassen angehörig, während a» den Wochentagen auch der anständigere Theil de« Publikum» do� zu verkehren pflegt. Die Verbindung der Stadt mit Ponar� wird durch Thorfuhrwerke hergestellt, welche von Bewohnern d«» NassevgartenS gestellt werden, die daS FuhrmannSgewerbe m«'? neben der Landwirthschaft betreiben. So war auch am 8. Jna>, einem Montage, der große GasthauSgarten mit zahlreichen Gast«» angefüllt, als Nachmittags, etwa um 6 Uhr, das von dem Kutscht Bodßus geführte Thorsuhrwerk des FuyrhalterS Schwarz n«»� Gäste nach Ponarth brachte. Dasselbe hielt vor der Eingang»' pforte, und der Kutscher Bodßus war eben dabei, da« vou d«» Fahrgästen zu zahlende Fuhrgeld in Empfang zu nehmen, al» dortselbst zur Dienstleistung anwesende GenSbarm Zaanacker d� lange Verbleiben de« Fuhrwerks vor der Eingangspforte, dufl» Art & da» We kaji Mi fcüi «nn keit torn vre kor mei fcti l«i Ivlc m Fal »lit l" «ir fco 5- Sest «be B«n «ie *1« welches der Zugemg zu« Garte» versperrt wurde, tadelte und den lebij VodßuS den Platz räumen hieß. B. folgte der mehrmaligen Auf' sorderung de« Geusdarm nicht, doch ein anderer der Fuhrleute »rsei ergriff die Zügel und führte da« Fohrwerk weiter. Der Beamte lfg» begab sich uunmehr iu deu Garten und nahm fein Notizbuck her rie tot, um in demselben die Nummer zu notiren, welche da« Fuhr d j>werk trug, denn er beabsichtigte, die von Bodßu» geübte Contra u» dention, zumal dieser hartnäckig sich geweigert hatte, seiner An ua vrdnung Folge!zu leisten, zur Anzeige zu bringen. B. das be idti! werkend, ging dem GenSdarm io den Garten nach, um denselben ntdlpr Rede zu stellen:»Kannst Du schon schriewe, na schriew doch ttetz wan-, so redete er den GenSdarm an und mit weiteren Worten: v«I»Wat best Du, hast Du auch schon Fuhrwerk gehabt?" verfolgte da er ihn, ja schlug sogar denselben ohne Weitere« in« Gestcht. Num v fl wehr erklärte der GenSdarm den BodßuS al« Arrestanten. Der ch an selbe widersetzte sich jedoch der Arretirunz so gewaltsam, daß er lntftvur mit Hilse zweier Leute zunächst nach dem Gasthause gebracht sieb werden konnte. Der Boifall war bei den Gästen nicht unbemerkt ei» geblieben, e« sammelte sich eine Volksmenge vor dem Gasthaufc, welche zu Gunsten de« Arrestanten intervenirte, schrie und mir iliis Eteiuen gegen ta« Gasthau« warf und durchaus die Freilassung nol de« BodßuS verlangte. Derselbe war nach der Küche gebracht ale worden. In diese drängten sich mehrere der Leute, welche unter v« Schimpfen und thätlichen Drohungen gegen den GenSdarm die nich Freilassung zu erwirken suchten. BodßuS verharrte auch hier noch inet in seinem Widerstande, bi» er gebunden ward und, auf einen bah Wagen geworfen, schleunigst nach Hoch Karschau gebracht wurde, Li»«u in« dortige Amt«gefäugniß abgeliefert zu werden. Die Aus- etlil regung der Gäste dauerte fort, namentlich waren e« Confirmau- :sell den, die am Tage vorher die kirchliche Einsegnung erhalten hatten de» und mit ihren Angehörigen gekommen waren, um die Festlichkeit ab ju feiern, welche iu ihrem liebe,«uthe da« Geschrei vergrößerten. irget Doch kam e« weiter zu Thätlichkeiten vorläufig nicht mehr, bi« i er- der Fuhrhalter Schwarz erschien, der, am brandenburger Tbore st s>»it einem andern Fuhrwerke haltend, erfahren hatte, was sich in weit Pouarth zugetragen. Hier angelangt, sah er sein mit jungen wuthigen Pferden bespannte« Fuhrwerk ohne Aussicht vor dem GasthauSgarten stehen. In dem Wagen saß eiu bettunkner Mensch, der sich verletzt hatte oder verletzt worden war, denn er blutete .._»ad hatte mit seinem Blute den Wagen beschmutzt. Da« erregte > ist � Zorn de« Manne«, welcher sich sofort nach dem Gasthause fach begab, woselbst er, wie Zeugen bekundeten, in ungebührlicher Weise lossi liaf »ach seinem Kutscher fragte. Der GenSdarm Zannacker weilte Wittlerweile auf der Kegelbahn, woselbst mehrere Unteroffiziere von der Artillerie Kegel schoben. Hierhin begab sich nun auch Schwarz fligt �d verlangte von dem GenSdarmeu, wie dieser bekundete, in ganz ungebührlicher Weise nuter Schimpfen und Drohungen die Freilassung seine« Kutscher«. Im Ru hatten sich wiederum Hun- derte vor der Kegelbahn eingefunden, welche»Hurrah, haut ihn, Wagt ihn aus" u. s.«. schrien. Der Skandal wuchs mit jedem >rlit Augenblicke, Artilleriimaunfchaften, welche unbewaffnet waren, konnten gegen die Menschenmasse nicht« ausrichten; erst, al« nach längerer Zeit die requirirten Militärwachmannfchaften in Ponanh einrückten, wurde die Ruhe hergestellt, worauf, auf Anordnung de« GenSdarm Zannacker die Verhaftung mehrerer Personen vor- genommen wurde, die er dem wachthabenden Unteroffizier als die, Melche sich bei der Zusammenrottung al« Rädelsführer oder durch Drohung und Widerstand betheiligt hatten, bezeichnete.— Auch in Pouarth hatte seit der Einführung der neuen KreiSordnung schon eiu großer Unwillen gegen dieselbe geherrscht, namentlich gegen die AmtSgefänguisse, welche auch hier mit dem AuSvruck »Klüsen" bezeichnet wurden. Schon im Mai, lange vor der qued- nauer Revolte, hatte man vielfach von den Leuten reden gehört, e« würde die Kluse sofort uiedergerisseu werden, sobald einer von ihnen da hineingespcrrt werden sollte. Der AmtSvorsteher Herr Hein in Hoch-Karfchau sagte über diese Auflegung au«: Er sei l2— 13 Jahre Gutsbesitzer in Hoch-Karschau, ohne jemal« mit ttnem seiner Einwohner iu Konflikt gerathcn zu sein. Eist nach- de« n auf Grund der neuen KreiSordnung zum AmtSvorsteher z» ttuannt worden, habe er sich nirgends blicken lassen können, ohne, intet haß ihm die Leute ihren Unwillen kundgegeben hätten, man nannte g» A« allgemein»den Klusenkönig." Die Verhaftung de« BodßuS, lokal bte wmultuarischen Scenen in Ponarth reizten denn auch mehrere der' ber dorttgen Arbeiter zur That an. Zwei der dortigen B-auercr ilvis«ibeiter, Tisch und Weber, forderten andere zur Befreiung deS tbt* �odßu« auf. Alsbald war eine Masse Arbeiter versammelt und, - Weber an der Spitze mit einer improvistrtcn Fahue, zogen etwa ilgtj Leute nach Hoch-Karschau. Hier angelangt, sammelten sie sich bor dem Wohnhause de« Herrn Hein, sie erwählten zwei der la Arbeiter Tisch und Baumgart zu Deputinen, und diese begaben sich in'« Hau« de« Herrn Hein. Während die Masse vor dem � Hause schrie und tobte, von Aushängen redete, führte Tisch drinnen vo> stlls »eoss nge« ru» etr» s-lb urt be- rbei cert ■i* rz» fuu Srse ltag blo itbei D« lirte, Herl fa» cht» li c., hl« all» ritt' ba« Wort. Er forderte den AmtSvorsteher in nicht ungebührlicher Weise zur Freilassung de« Bodßu« auf und drohte, fall« er sich bazu nicht verstehen sollte, damit, daß noch zwei Haufen im An- luge seien, so daß Herrn H. schließlich drch nicht« übrig bleiben b>ürde, lal» sich ihre« Willen zu fügen. Herr H. sah sehr wohl, sacht b» t9 nicht zum Aeußersten kommen zu lassen, die Nothwcndig- -tit, der Forderung der Leute Folge zu leisten, ein, er ließ da« a» Tefängniß aufschließen und den Arrestanten freigeben. Mit Hurrah " jonide dieser von der Menge fortgeführt; man feuerte au« Pistolen Freudenschüsse ab und zog in'« nahe gelegene WirthShauS, um bort deu glänzenden Erfolg de« verbrecherischen Unternehmens zu 'tiern.(Forts, folgt.) enbk hre» iaus bre» l1/' leiitt Gewerksgenossenschaftliches. b'f tzer Klempner(Spengler) und verwandten Beruf«- l be- »erb- dost aus' genossen. Kre»s»»rg, 21. November.(Zum Stritc der Klempner bei 3atl.) Schon seit geraumer Zeit fanden Verhandlungen statt Mischen Herr» Iark und seinen Arbeitern, bislang aber ohne Er- agt- K) für irgend einen Theil. Bor ca. 3 Wochen verließen wir die au» bsten ArbcitSräumlichkeiten, nm nach der neuen und größeren o a» dost arth des Fabrik überzusiedeln. Bei der Einweihung der Fabrik wurde un« �"getheilt, daß wir von jetzt ab da« kleine Handwerkzcug wie �cheere, kleiner Handhammer ic. auf unsre Kosten halten sollten. d�«ine ähnliche Uederrafchung wurde uns eine« MontagS bereitet, jjeip*0 wir eine Fabrikordnung in der Fabrik angeschlagen fanden. sun>,«kurz und gut, Herr Iark verfuhr mit un« ganz nach Laune. Der astts'ttzlere Schritt de« Herrn Iark hatte da» Maaß der Nachgiebigkeit fchst iefüllt, jetzt mußten wir unS entscheiden, entweder zwischen Ehre neii<»der Demüthigung zu wählen. Am selbigen Montag deS Mor- ngs- S-n« um 8 Uhr zogen wir un« aus der Fabrik zurück, um über ** tveiteren Schritte unsere« Vorgehen« zu berathen. Wir be- vo Jossen, Herrn Iark ein Schreiben zu übersenden, in welchem der- � k ttm Zurücknahme der Fabrikordnung höflichst aber bestimmt ,ul» rsucht werden sollte. Da« Schreiben wurde alsobald aufgesetzt 1. und zwei Collegeu mit der Ueberreichung beauftragt. Wir theilteu Herrn Iark mit, daß wir die Arbeit niederlegen würden, fall« er vre Fabrikordnung nicht entfernte.»Ich halte fest an der Fabrik ordnung; wem dieselbe nicht paßt, der weiß, wa« er zu thun hat". Da« war die un« zu Theil gewordene Antwort. Mittag« bo gaben wir miS nach der Fabrik, um unser Handwerkszeug zu oidnen und dann definitiv die Arbeit niederzulegen. Während wir noch mit dem Ordnen des HandwerkzeugS beschäftigt wareu, trat Herr Iark herein und frag den ersten Gesellen, der früher Wertführer bei Iark war, ob er arbeiten wolle oder nicht. Al« der erste Geselle die Frage verneinte, forderte ihn Herr Iark auf, sich seinen Abgangszettel zu holen, und wer sonst noch seinen Ab- gangszettel haben wolle, der solle sich auch gleich melden. Alle, mir Ausnahme eines gewissen Armbrust, der im Geheimen gegen die hiesige Mitgliedschaft gewühlt hatte, forderten die Entlassung. — Herr Iark versucht nunmehr seine Fabrik mit Arbeitsleuten in Gang zu bringen. Er selbst, der Werkführer und der genannte Armbrust legen mit Hand an'« Werk. AuS der Fabrikoidnung seien hier nur zwei Paragraphen mitgetheilt, um zu zeigen, von welchem Geiste dieselbe gc- tragen ist. Ein Paragraph lautet:»Wer Zank, Streit und Lärm verursacht, kann sofort entlassen werden". Solche Verhal- tungSvorschrifien passen wohl für unerzogene Schultnaben, aber nicht für Arbeiter. Der letzte Paragraph verlangt, daß sich»zur Jnnehaltung vorstehender Bestimmungen jeder Arbeiter stillschwei- gend ve» pflichten" solle. Für Sträflinge gut aber nicht für Ar- beiter. Mit Annahme der Fabrikordnung waren wir gezwungen, alle« zu thun und alles mit un« thun zu lassen. Kein Gesetz, keine Polizei hätte uns geschützt, denn freiwillig hätten wir un« dem Joche unterworfen. Collcgen allerorts! Thut Eure Pflicht; noch ist e» Zeit. Vor allen Dingen ist Eines die Hauptsache: sorget dafür, daß aller Zuzug fernbleibt; sorgt unter allen Umständen dafür! R. Rosinu«, Angelbnrgerstraße Nr. L»7. Allgemeiner deutscher Schneiderverei». Konstanz. Da auch am hiesigen Orte die Wirkungen der Geschästskrise zu Tage treten, so ersuchen wir alle College», den Zuzug nach Konstanz fernzuhalten. Die hiesigen Arbeitgeber fragen nicht darnach, ob der Arbeiter sein Auskommen findet oder nicht, und sie drücken durch überflüssige Anstellung von Arbeitern die Löhne herunter; auch werden sie in ihrem Gebähten gegen die Arbeiter immer übermüthiger, welches sich theils in Lohnabzügen, theil« in willkürlichen Entlassangen äußert. Ferner haben wir mitzutheilen, daß die hiesigen Geschäfte größtentheil« Kaufleuten angehören, von denen wir die Herren Berthold und Alfred Bloch nennen wollen. Diese« zur Ausbeutung der Arbeiter gut orga- nisirte Geschäft stellt immer Arbeiter ein und verspricht ihnen lohnende Beschäftigung, wa« aber nicht der Fall ist, sondern e» bürdet den Arbeitern scbwere Ladenarbeit auf, welche schlecht be- zahlt wird. Die Arbeitszeit in dieser Werkstätte ist keine be- stimmte. Wir geben un« deshalb alle Mühe, diesem Treiben ent- gegen zu treten. ES sind dabei hauptsächlich die Stück- und Kleinmeister sehr zu bedauern, welche e« besonder« nothwendig haben, sich an der Gewerkschaft zu betheiligen. Bis jetzt sind die Kleinmeister aber noch fern geblieben, trotzdem sie mehrmals mündlich eingeladen worden sind. Der Bevollmächtigte. Metallarbeitergewerksgenossenschift. Kerkin, 22. November. Die B-muer Mitglieder der Metall- arbeitergewerkSgenossenschaft haben in einer am 21. d. M. abge- haltenen Versammlung folgenden Beschluß gefaßt:»Die Berliner Mitglieder erklären, augenblicklich nicht definitiv zur Central- Krankenkasse(Union) beitreten zu können, weil über die Verhält- nisse derselben, vorzüglich in Betreff der zum Reservefonds ge- zahlten Gelder und deren Verbleib ihnen nicht« Bestimmtes be- kannt ist, und wollen sie den Bescheid de« Ausschüsse« abwarten über den Verbleib de« Geldes und über die Rechte und Pflichten der Mitglieder nach deren Beitritt." E. Meinhard. Gewerksgenosseuschaft der Maurer und Zimmerer. Ireiberg in Sachsen.(Au srus.) Berusggenossen! Mit Schmerz theile ich Euch mit, daß unser braver Genosse, der Pkaureipolicr und Beitragsammler der Freiberger Mitgliedschaft, Heinrich Kühn, gestorben ist. Derselbe war ein wackerer Kämpfer für unsere Gewerkschaft sowohl, wie für die Partei. Derselbe ließ sich trotz Maßregelung nicht beirren, für unsere gerechte Sache einzusttheo. Aber desto g'ößer ist nun auch die Roth der von allen Mitteln entblößten Wittwe mit ihren Kindern. Erst vor wenigen Wochen starb nach langem Krankenlager ein Kind, welche« dem Verstorbenen viel Geld kostete, dann wurde die Frau bei Geburt eine« Kinde« aus ein Iv-wöchentliche« Krankenlager ge- worfen, und nun rafft der Tod den Ernährer selbst hinweg. Genossen, daß angesichts dieser Thatsachen Hilfe noth thut, werdet ihr fühlen, und soll die Witiwe einigermaßen vor den Schrecken des Winters geschützt sein, so seid eingedenk Eurer Pflicht und beweist, daß die Solidarität aller Ai bettet in Wirklichkeit existirt. Unterstützung ist bereits von unfern Braunschweiger Genossen eingegangen, und spricht die Wittwe den edlen Gcberu dafür ihren innigst gefühlten Dank au«. Unterstützungen sind an Unterzeichneten zu senden. Aus Eure Bruderliebe rechnend, sendet Euch Bruvergruß und Handschlag Im Auftrage der Freiberger Genossen: August Zimmer, Bev., äußere Bahnhofstr. 17. Correspondenzen. Slolköerg, 22. November. Heute Abend fand im Schießhause hier Volksversammlung statt, die der Witterung angemessen sehr gut besucht war und in welcher Herr Stolle aus Crimmitschau über:„Was versteht man unter Freiheit", reserirtc. Daß der Referent den Begriff Freiheit durch historisch geschichtlichen Nach- weis vom grauen Alteithum bis zur Neuzeit, wo derselbe in«- besondere die„neue revidlrte Städte- und Landgemeindeordnung" einer Kritik unterzog, den Anwesenden in leicht faßlicher Weise anschaulich zu machen verstand, braucht kaum erwähnt zu werden, daß aber ein vorwitziger„Chemnitzer Nachrichten"- Corte- spondent zu feig war, H-rrn Stolle gegenüber sein Lrcht leuchten zu lassen, ist zwar nicht mehr ausfällig, aber doch so recht charak- teristlsch für jene Classe von Skribenten, deren Verständniß in solchen Sachen sich mit dem Worte„Ignorant" kennzeichnen laßt. Die Versammlung nahm, trotz der Kälte(ver Saal kann nicht geheizt werden), einen wahrhaft würdevollen Verlaus. Kisenach, 12. November. Sonntag, den 8. November, auf freien Fuß gesetzt, drängt eS mich, einen kurzen Rückblick auf meine Behandlung während meiner dreimonatlichen Haft, sowie auf die Veranlassung zur Aukloge zu werfen. k'Scho» seit vorigem Winter während der RcichstagSwahl- agitatiou, welche von unfern Gegnern mit aller Kraft betriebeu wurde, war e« wohl eiu Aergeroiß für die Bourgeoisie, daß sie in ihren Tendenzen bekämpft wurde. Ihrem Candivaten Sommer, dem angebliche« großen Redner, der auch im Reichstage eine Menge stiller Reden vom Stapel gelassen, von eioem gewöhnlichen Ar- beiter Conkurrenz machen zu sehen, ja sogar zu hören, daß der- selbe unfähig sei, da« Volk zu vertreten, da er seine ausgearbeitete Candidatenrede nur stümperhast vom Papier lesen konnte, über- Haupt die ganze Opposition schien den Bourgeois nicht zu be- Hagen. Auch Lindwurm kam nach Eisenach, mußte aber mit lauger Nase wieder abziehen. Die Wuth der Herrn war groß, gewann doch die Arbeiterpartei immer mehr au Ausdehnung. Darin witterten die Bourgeois Gefahr. Zur Abwehr bildeten sie ein Comitö zur Gründung eine« Reichsvereins unter Vorsitz des Rechtsanwalt« Hering. Diese« Comitä beschloß, der Sozialdemo- kratie den Garau« zu machen. Auch ich wollte mich überzeugen, welche Gesinnung die Herrn Reichstreuen hegten und suchte mir durch eine Eintrittskarte Eintritt zu verschaffen zu einer»ffent- licheo Versammlung, die vom tomitö ausgeschrieben worden war und in»elcher die feierliche Taufe de« jetzt gestorbenen Reich«- verein» vorgenommen werden sollte. Al« ich in'« Lokal trat, konnte ich auch sagen:»Aller Augen warten auf Dich", und gleich nach meinem Eintritt wurden die Thüren verschlossen. Die Wahl de« Vorstande« sollte vor fich gehen. Der Borsitzende de« ComiiH» sollte auch Vorsitzender de« Verein» sein. Ich forderte nun, daß man wenigsten« von den»Männern der Spitze" eine kurze Bio- graphie un« entwerfen möchte, da man doch nicht wissen könne, ob sie nicht schon so und so viel tausend Thaler Mündelgelder unterschlagen, oder mit so und so viel Tausenden Bankerott gemacht und dadurch Roth und Elend in mancher Familie gestiftet hätten. Auch Staatsanwälte und Gericht«räthe waren zugegen und mußte» ein solche« Mißtrauensvotum hören, aber auch zugleich sehen, wie die Gesellschaft, iu welcher sie verkehrten, in die roheste Brutalität »»«artete. Doch ich sollte büßen, denn zur selbigen Zeit erschie» da« Programm zu dem bekannten Arbeiterfeste, und in dem darauf enthaltenen Festliede erblickte der Staatsanwalt Gräfe Hochverrath, e« wurde darin ja von Despoten und Tyrannen gesprochen. Die« war Grund genug, mich am Tage vor dem Feste verhafte» zu lassen und iu ein Gefängniß zu sperren, welche« sehr an die gute alte Zeit mahnt, denn stark- Ringe iu der Wand und im Fußboden gehörten zur Ausschmückung, Licht erhielt ich durch ei» stark vergitterte» Fenster, welche» eine durchlöcherte Blechtasel deckte. Stuhl und Tisch waren nicht vorhanden, und so bestanden meine Immobilien iu einem Strohsack, einer«olleneu Decke, einem Wasserkrug und einem Nachtgeschirr. Beim Essen mußte der Strohsack Stuhl und Tisch ersetzen. Ich beschwerte mich über ei« solche« Verfahren mit dem Hinwei«, daß ich nicht als Dieb oder Mörder dastehe und daher eine andere Behandlung beanspruche« könne. Hierauf bekam ich zwar eine andere Zelle, welche wohl mehr Licht hatte, aber Tisch und Stuhl konnte ich nicht bekommen, «eil e« gegen die Hausordnung fei, wie mir gesagt wurde. Auch beantragte ich Entlassung au« der Haft, wurde aber«it de« Bemerken abgewiesen:»Ich könnte meine sichere Existenz nicht �nachweisen und sei Ausländer". Da« CautionSanerbieten ist be- annt.„Und wenn 1000 Thaler geboten werden, kommen Sie nicht frei", lautete der ablehnende Bescheid auf da« Anerbieten. Nachdem ich mich an drei Instanzen gewendet hatte und abge- wiesen worden war, ging ich an das großherzogl. Staatsmini- sterium, Departement der Justiz. Diese» wie« die Beschwerde mit dem Bemerken zurück, daß e« nicht kompetent sei, in meiner An- gelegenheit zu entscheiden, und so waren mir alle Rechtsmittel abgeschnitten. Alle Chikanen während dieser Zeit anzuführen, würde zu weit führen, und will ich nur noch bemerken, daß mir der . Volksstaat" und die Selbstbeköstigung schließlich mit dem Be- merken abgeschlagen wurde, daß ein anderer Gefangener sie auch nicht erhalte. Doch über die Kost später. AuS der Anklage bemerke ich, daß der Staatsanwalt Gräfe allergnädigst geruht hat, mich zum Vorstande der sozialdemokrati- scheu Arbeiterpartei zu erheben. In der Verhandlung verstieg sich der Herr Staatsanwalt zu der kühnen Behauptung, ich sei die Seele der Partei. Ihm war der Inhalt de« LiedeS nebensächlich, nur die Tendenz hob er hervor, und daß ich Sozialdemokrat sei. Im GerichtSgesängniß sollte mir nach ärztlichem Gutachten bessere Kost gereicht werden, ich habe aber so wenig Arzt wie andere Kosi gesehen, trotzdem ich 7 Tage da» Essen nicht genommen und de» Untersuchungsrichter Stichlich erklärt hatte, e« wäre mir uicht möglich, solche Kost zu genießen. Die Beschreibung der Kost würde zu weit führen. Alle Bemühungen einzelner Parteigenosse» waren vergeben«, und so wurde ich am IS. August dem Lande«- gefängniß überliefert. Diese Behörde suchte mich uun unter Spitzbuben und Vagabunden zur Arbeit zu zwingen, und erst nach 10 Tagen gelang e« mir, davon suspendlrt zu werden. Auch hier sollte ich bessere Kost auf Anordnung de« Arztes(Dr. Dasckner) er- halten, aber trotzdem derselbe zweimal erklärte, ich sei bessere Kost gewöhnt und müßte sie bekommen, bekam ick sie doch nicht. Ich verlangte nun Borstellung bei der Direktion und erklärte derselben: Da mir auf Anordnung de« Arzte« eine andere Kost versprochen worden, ich aber dieselbe bi« jetzt nicht erhalten habe, so sehe ich mich genöthigt, mich selbst zu beköstigen". Der Direktor Hart- leben sagte hierauf:»Sic arbeiten nicht und ich kann Ihne« solche« nrcht gewähren, Sie haben mit dem Gereichten auf Koste« der Anstalt verlieb zu nehmeu". Al« ich ihm jedoch erwiderte, daß ich kein Spitzbube sei» und daß e« meine Ehre gefährde, unter solchen zu sein, äußerte Hartleben:„Ein Dieb, der vielleicht au« Roth gestohlen, ist mir lieber wie ein Sozialdemokrat vom reinsten Wasser oder ein Hochverräther". Ich erhielt, trotzdem der Arzt e« verordnet hatte, uicht« weiter, al« wa« ich nicht ge- nießen konnte. Des Sonntag« wurde ich in die Kirche getrieben »nd mußte die derben Ergüsse de« Geistlichen mit anhören. Auch bat ich die Direftion um etwa« Lektüre, welche mir auch zugesagt wurde. Aber nicht gering war meine Freude, al« ich meine Lieb- lingSbücher, Bibel und Gesangbuch, zu Gesichte bekam. Ich wartete auf eine Gefängnißrcviston, um mich beschwerend an sie wenden zu können, ich habe aber von einer solchen nicht« gespürt. Und somit war ich macht- und rechtlos, denn das Staatsmini- sterium war nicht kompetent, in meiner Sache zu entscheiden, und eine höhere Behörde kannte ich nicht, so daß ich mir sagen mußte, »Du hängst von der Laune einzelner Personen ab". Aas diese wenigen Miitheilungen über weine Behandlung im Gefängniß will ich mich beschränken. Da« arbeitende Volk aber wird wissen, auf welche Seite eS gehört; es wird unaufhaltsam aus sein vorgestecktes Ziel schreiten, trotz aller Besehdung der Gegner. Mit sozialdemokratischem Gruß Fr. Glffey. IlL. Stichlich ist der Name deS guten MannS, welcher zu mir in Betreff des Amtsgeheimnisses äußerte:„Ich habe aller- dingS den beiden Staatsanwälten Liebknecht'« Brief gezeigt, glaube aber nicht, daß diese Gebrauch davon gemacht haben." D. O. Wunchtnöernsdsrf, 23. November, lieber die hiesig eu Arbeitsverhältnisse kann ich nur die traurigsten Mittheilungen wachen. Der Bollsstaat" theiltc schon mit, daß in Gera auS den Fabriken über 1000 Arbeiter entlassen sind. Unser Ort, der LS00 Ein wobner zählt, enthält S00— Sö0 Weber; die Teppichweberei de schäftigt hier am Orte ungesähr 60 Arbeiter, die Ucbrigen ar- beiten alle für Geraer Fabrikanten. Wenn in Gera die Fabriken leer stehen, dann kann man sich vorstellen, wie es um die hiesige» Weber steht. Dazu kommt noch, daß der Weber da» Garn auS dem 3 Stunden entfernten Gera holen und die fertige Waare wieder hinbringen muß, und das umsonst. Der Verdienst deS hiesigen Webers beziffert sich bei 14— ISstündiger Arbeitszeit auf 3 Thlr. pro Woche, d. h. wenn eS gut geht; Viele verdienen auch nur 2 Thlr. Die Nahrung des Weber» besteht fast ausschließlich aus Kartoffeln, Häring und Kaffee. Geld ist nie im Haufe, außer an den Tagen, wo ein Stück fertige Waare abgeliefert worden ist, dann gestattet sich der hiesige Weber wohl auch ein halb Pfund Fleisch, das er aber in der Regel mit einer Anzahl Tischgenoflen theilen muß. Bei geringem Lohne müssen wir die höchsten Lebens- mitlelpreise zahlen. So kostet 1 Pfd. Brod 1 Gr. 4 Pf., 1 Pfd. Rindfleisch 5 Gr. 6 Pf., Schweinefleisch 7 Gr., 1 Ei 3 Pf., Vs Pfd. Butter 8 Gr., der Scheffel Kartoffeln(Leipziger Maaß) 2 Thlr.— Was die Partei betrifft, so steht e« bei uns gut. Wenn auch die Mitgliederzahl nicht stark ist, so haben wir doch sehr viel Gesinnungsgenossen hinter uns, und können wir bestimmt darauf rechnen, daß bei ReichStagSwahlen Mann für Mann mit uns wählt; das haben schon die letzten Wahlen bewiesen, die nächsten werden es noch besser zeigen. Auch ist e« mit unfern umliegenden Dörfern sehr gut bestellt.— Von der Kirche will man bei uns auch nicht viel wissen, eS kommt sehr oft vor, daß blo« 4—6 Mann darinnen sind, auch gebört eS nicht zu den Seltenheiten, daß der Pfarrer Sonntag Nachmittag wieder nach Haufe gehen muß, weil Niemand in der Kirche ist. Den Austritt aus der Kirche haben, so viel ich weiß, bis jetzt 10 Mann erklärt, immerhin ein guter Anfang. Aachen, 12. November. Am 1. Mai d. 3. traten zehn Ge» finnungSgenossen zusammen, um sich der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei anzuschließen. In Aachen besteht ein christlich-sozialer Arbeiter- verein, welcher damals ungesähr 4S00 Mitglieder zählte. Dieser Verein hatte bei der letzten ReichStagSwaht seinen Präses, den katholischen Caplan Herr» Eduard Cronenberg, als Kandidat ausgestellt. Trotz der großen Ausbreitung deS genannten Vereins fiel der Kandidat durch und wurde Herr Baudri von Köln (Centrumsfraktion) gewählt. Der Verein hielt sich eine Zeit lang uns gegenüber nicht allein neutral, sondern er ließ un« durch seinen Kassuer, Hrn. Khan, sogar versichern, wir hätte» von ihm, dem Verein auS, nichts zu fürchten. Wir ließen uns durch alles daS nicht beirren, hielten reget- mäßig wöchentlich unsere öffentlichen Parteiversammlungen ab und errangen zwar sehr langsam aber doch eine kleine Zahl neuer Mit- glieder. Wir gingen auch auf gewerkschaftlichem Boden vor, grün- deten eine Mitgliedschaft der Holzarbeitergewerkschast sowie die der Schuhmacher. Trotzdem die Gewerkschaften vom Polizeipräsidium verboten wurden, angeblich weil mit denselben Kranken- und Sterbekassen verbunden waren, die der staatlichen Genehmigung bedürften, nahmen die Leiter deS obengenannten Vereins gegen uus eine andere Haltung an. Es erschienen in dem von Herrn Cronenberg herausgegebenen Wochenblatte Schmähartikel gegen uns, namentlich griff er die Tendenz des„Votksstaat" an und suchte uns hierdurch jeden weiteren Zuwachs abzuschneiden. Der Reichstagsabgeordnete für Aachen, Herr Baudri, ist nun während der Zeit gestorben, und findet den 23. d. M. eine Neuwahl statt. Am 26. Oktober beriefen wir eine Arbeiterverfammlung ein mit der Tagesordnung: Die Sozialdemokratie und ihre Gegner. Das Referat hatte Herr Rich. Wolf übernommen. Die Versammlung verlief sehr ruhig und ernst und wurde der Vortrag mit ungetheiltem Beifall aufge- »ommen. Am 26. Oktober beriefen wir eine Volksversammlung ein. Als Tagesordnung hatten wir„die bevorstehende ReichStagSwaht und die nächste Session de« Reichstag�.«" ausgestellt. Herr Rich. Wolf war Referent. Der Saal war gedrängt voll. Der P«uluS- verein(christlich sozial) war verhältnißmäßig stark vertreten, nament lich feine Rednerkräste. Es enispaon sich gleich nach Eröffnung der Versammlung eine Debatte wegen der Dauer der Redezeit de« Referenten und waren die Christlich-Sozialeu so christlich, für den Refer�iica eine Redezeit von 20 Minuten zu beantragen. Wir verlanglen mindestens �/«stündige Redezeit für das Referat. Schließ- lich wurde noch vielem Hin- und Herreden'/, Stunde für den Referenten unv Stunde für die übrigen Redner festgesetzt. Herr Wolf entledigte fich seiner Aufgabe während der kurzen Zeit so gut als möglich. Die Gegner, zur christl.- sozialen Partei ge hörig, suchten die Acußernng Wolf'«, daß die Kirche seit ihrem Bestehen dem Fortschritt und der Entwicklung stet« hemmend ent- gegengewirkt habe(Beispiele: die Inquisition, da« fanatische Be- kämpfen nützlicher Erfindungen und die Verfolgung der Erfinder, sowie der Wissenschast, die Hexenprozesse und Keyerversolgungeo) zn e»tkl ästen, was ihnen aber nicht gelang, da Referent jede einzelne Entgegnung durch geschichtliche Thatsachen widerlegte. Es sprachen al« Gegner mehrmal«: Herr Caplan Litzinger, Herr Dr. (heoL Schüren, der nach vielseitiger Meinung eher als Komiker denn al« Volksredner sich produzirt hat. Letzterer soll nament- lich schon in vielen Parteifchattirungen gemacht haben. Herr Präse« Cronenberg, Herr OllmaunS(Arbeiter) und Herr Adriau(Arbeiter) meinten, Aachen fei eine ultramontane Stadt und die Sozial demokraten könnten hier nicht« machen; Hr. Adrian stagte zugleich nach unseren Kandidaten, wofür er gründlich ausgelacht wurde. Herr Schüren meinte, der Referent habe ja nicht die Mittel und Wege angegeben, wie unser Ziel zu erreichen sei, worauf ihm Herr Wolf antwortete, daß man ihm durch die Verkürzung der Redezeit erst eineu Strick um den HalS gelegt habe, und jetzt verlange ma» von ihm, daß er bei der Anzahl der Gegenredner Icvem antworten solle. Trotzdem waren wir alle hocherfreut über daS Resultat der Versammlung, da immer mächtiger werdende Beifallsbezeugungen, hervorgerufen durch das gründliche Entkräfte» aller Einwürfe der Gegner, dem Referenten lohnten. Eingeladen wurden alsdann die Herren, in unseren Parreiversammlungen zu erscheinen. Jeden Dienstag Abend haben wir Parteiversammlung und war am 27. Oktober der Saal gedrängt voll.„Die Arbeiterbewegung im All- gemeinen sowie daS Ziel der Sozialdemokratie- bildeten da« Thema de« Vortrages» gehalten von Herrn Rich. Wolf. Die Herren Cronenberg und Dr. Litzinger waren anwesend nebst einer bedeutenden Anzahl ihrer Mitglieder. Die Debatte wurde zwischen Cronenberg und Litzinger einerseits und Herrn Wolf anderseits geführt. Der Referent entledigte sich auch hier zu unserer sowie ließe» sich beim Schlüsse der Versammlung Einige in die Partei ausnehmen, und wir sehen mit Hoffnung der Zukunft entgegen. Wie sich die hiesigen Lokal-Blätler uns gegenüber verhalten, erhellt aus Folgendem: Der„Aachener Anzeiger" brachte einen Bericht über die Volksversammlung, der sich für uns im Allge- meinen günstig aussprach. DaS„Echo der Gegenwart", Haupt- organ der ultramontanen Partei zu Aachen, brachte kein Wörtchen. DieS ist der schlagendste Beweis für unfern Sieg, denn andern- falls würde dieses Blatt unsere Niederlage mit Jubel verkündet haben. Wie erstaunten wir aber, als im nächstfolgenden„Paulus- blatt" ein Artikel erschien, der die handgreiflichsten Lügen enthielt. In Nr. 13. deS geuannt-n Blattes ist die Rede von auswendig gelernten Reden und bestellten BeifallSklatschern. Ein Parteige- noffe, NamenS NicolauS Frantzen, kritisirte den Lügenartikel des „PauluSblatteS" in der nächsten Parteiversammlung. Er nannte den Artrkelschrciber einen Lügner, da er den Beweis schuldig ge- blieben sei, daß bestellte BeisallSklatscher in drr Versammlung zu- gegen gewesen seien. Er theilie weiter mit. daß Herr Cronenberg früher ein Gegner eines hier bestehenden ConsumvereinS gewesen sei, und daß er heute selbst die Arberter vamit beglücken wolle. Mit solchen morschen Waffen bekämpfen uns die hiesigen Ultra- montanen. Wie lange eS ihnen vergönnt fein wird, die Arbeiter am Narrenseile zu führen, daß ist eine Frage der Zeit. Daß die Zeit aber kommen wird, wo die hiesigen Arbeiter einsehen werden, daß sie sich der Führung falscher Freunde anvertraut haben, unter- liegt keinem Zweifel. War der Anfang schon gut, daS Ende wird eS nicht minder sein. An die Hamburger Arbeiter! DaS zur Unterstützung der ausgeschlossenen Braunschweiger C'garrenarbeiter gewählte Comitö hat Herrn Peter Rath, Bau- arbeilergang 79 über 6, zum Kassirer ernannt. Derselbe ist jeden Mittwoch Abend zwischen 9 und 10 Uhr im Lokale deS Herrn G. Reichmann, Neue Gröningerstraße 3, anwesend, um die wöchentlichen Beiträge in Empfang zu nehmen. Alle Gelder für verkaufte Ballkarten sind an den Kassirer deS Fester mits'S, Herrn I. Richter, abzuliefern. Hamburg, 22. November 1374. H. Tappendorf. An Annoneengebühren Für Februar 1874: Fond für Sewaßregelte. B. Alb. Hng ges. von Parteigenossen in Groitzsch 1 thlr. 13. Crj Rittw Für die«bgebranuteu in SeriugSwalde. hier 7 gr. S. 'Bestell stvstan .duigen Anzeigen ze. ÜHl mrdie tfflff rtttit Sozialdemokratischer Arbeiterverein. cillUlill Donnerstag, den 26. November, Abend» S Uhr: Ler« Ox] sammlung im Schuhmacher-Amthau».— Tagesordnung: BesprechuNj eine« Winterfeste». Der Borstand. s4 Ghs-riLlmi-er Sozialdemokratischer B-rein. tiUgpUUlg Samstag, den 28. Nov., Abend« 8 Uhr: Vto»»tS-j> Versammlung im neun Lokal bei Bierbrauer Linder, ehemal« Bloß-j seld, Jakoberstraße. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Ausschuß sSs! fWplMttt Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonntag, den �9. Novbr., Nachmittag 4 Uhr, Kbpniker« straße Nr. 160, neue Nr. 154, bei Herrn Posecker: Tanzkränzche«, wobei Freunde der Gewerkschaft gern gesehene Gäste find. I. A.: G. Lemke.[17 VJ Cöln Gewerkschaft der Holzarbeiter. IW* Sonntag, den 29. November 1874: Fünftes Stiftnnffsfest-WG � de verbunden mit Eoncert und Ball.— Der Reinertrag ist zum Bestal�Uts de» Kranken-UnterstützungSbünde». t Alle Freunde find hierzu eingeladen. Da» FestcomitS.[17'/Jltur 3 (�)0l)li§ Montag. 30. Novbr., Abends"-" s"ühr: Versammlung�" im Bierwnnel(Kuntzsch).— Tagesordnung: Bortrag. Bericht dt»!- 0 Wahlcomite's. Antrag: Weihnachtsbeschernng betr.— Da» Erschein eo�üb sämmtlicher Mitglieder ist uothwendig.— Gäste willkommen. Itgend Sonnabend, den 23. Novbr., Abend«'/,9 Uhr: Sitzang de» Sahl-ßeitun comila'S bei Paatzsch. D. B.[7s h Sonnabend, den 28. November, im großen Saales,; � %?IIUIU1UN de» Herrn Adolfs, Conventgarten: 1 � Concert und Ball, j'tz. l arrangirt von den Cigarrenorbeileru Hamburg», unter Mtwirkung mehrerer Liedertafeln und de» Herrn Audr. Nettelbeck. Saalössnung 8 Uhr, Anfang 9 Uor.— Entre für Herren 6 Schill., für Damen 2 Schill. Joh. Böhmer 12 gr. Pforzheim: Arbeiter restiren: Kaiserslautern: Partei 2 gr. Für März: Berlin: Steinmetz-Gew. 14 gr. Magdeburg: Arbeiter- Partei 8 gr. Plauen i/B.: Arb.-Partei(Fest) 10 gr. Staßsurt: Arb. Partei 8 gr. Für Mai und Juni: Altenburg: Schuhmacher Schellenberg 4 gr. Berlin: H. Heßler 8 gr. Cöln: Steinmetz- Verein 1 thlr. 10 gr. Eas sel: Arb-Partei 16 gr. Frankfurt a. M.: Arb.-Partei 6 gr., Klempnerverein 8 gr. Gotha: Arb.-Partei 23 gr., Thür. Agü.-Eom. 9 gr. Gmünd: Lande»- agit.-Com. 1 thlr. 22 gr. Hamburg: Metallarbeiter 6 gr., Küper- Berein 12 gr., Allgem. Metallarbeiter-Berband 15 gr. Hannover: Holzarb.- Gew. 6 gr. Königsberg i/Pr.: Arb.-Partei 4 gr. Lin deuau: Gemeindever. 16 gr. Nürnberg: Genossenschaft»-Druckerei 1 thlr. 6 gr. Oderhanfen: Joh. Renz 22 gr. Planen: Arb.-Parrei 10 gr. Schwenninaeu: O. Rosenhcim 9 gr. Stuttgart: Arb.- Berem 10 gr. Straßburg i/Els.: Arb.-Partei 18 gr. Vorstehende Beträge sind sofort an die Expedition des„Volks staat'� einzusenden. Hamburg im November 1874. Der Ausschuß. Ferner schulden au Annoncengebühren: Für Juli 1874: Frohburg: BolkSverein 18 gr. Grimma:(Ausflug) Arb.-Berein 10 gr. Hamburg: SaUlerverem 5 gr. München: H. Krauß 6 gr. Nannhos: Lange 5 gr. Für August Augsburg: Arb.-Partei 13 gr., Buchwieser 10 gr., Arb.-Berein 7 gr. Berlin: Metallarbeiter 5 gr. Gera: Arbeiter- Partei 4 gr. Hannover: Agitations-Eomitee 11 gr. Marburg: A. P. 7 gr. 5 pf. Nürnberg: Baumann 5 gr. Oederan: Arb.-Partei 17 gr. 5 pf. Plauen: Arb.-Partei 15 gr. Romanshorn: Arb.-Bild.-Ber. 5 gr. Gtollberg: Agitat.-Eomitv(EhrentraM) 4 gr. Wandsbeck: Arb Verein 5 gr. Zschortau: Maurer- und Zimmerer-Gewerkschast 20 gr. Für Septeniber: Augsburg: Arb.-Partei t3 gr., Mannf.-Gew. 6 gr., Metall.-Gew. 20 gr., R. Klause 5 gr., Liter.- Ber. 4 gr., Arb.-Ber. 1 thlr 13 gr. Braunschweig: Müller 12 gr.>5 pf. Berlin: Bernstein 5 gr., Metallarbeiter- Gewerkschaft 12 gr. Bremen: Arbeiter- Panei 23 gr. Eölu: Arb.-Part. 12 gr. Düsseldorf: Arb.-Part. 4 gr. Eßlingen: Met.-Gew. 7 gr. Frankenderg i. S.: A. Rösch 10 gr. Hamburg Arb.-Part. 26 gr. Heide: Petersen4gr. Hannover: Arb.-Part. 10 gr. Königsberg i. Pr.: Radtle 17 gr. 5 pf. Luze: Knourek 17 gr. 5 pf. Londvn: Bnök 12 gr. 5 pf. Neukirchen: Arb.-Part. 15 gr. Reichen- dach i. B.: BollSverein 17 gr. 5 Pf. Straß bürg i. Els.: Arb.-Part. 12 gr. 5 pf. WieSbade»: Arb.-Part. 5 gr. Waldhei«: Arb.-Part. 12 gr. 5 pf. Für Oktober: Augsburg:»rb.- Partei 18 gr. Breslau: Arb.- Partei 5 gr. Berlin: Holzarb.-Gew. 13 gr., Wahlverein 10 gr., Böttcherver. 6 gr., Manuf.-Äew. 3 gr., Sigarrenarb.-Ber 11 gr., Bamberger 10 gr. Eöln: Arb.-Partei 9 gr. Frankenberg i/S.: A. Rösch(Warnung) 20 gr. Hamburg: Arb.-Partei 22 gr., Holzarb.-Gew. 1 thlr. 23 gr. Han- nover: Weykops 7 gr. 5 pf., Arb.-Partei 9 gr. Magdeburg: Arb.« Partei 4 gr. Pößneck: Manuf.-G-w. 12 gr. 5 pf. Schneidendach: Wimpassinger 15 gr. Saarbrücken: Marx, Kordfabrik. 15 gr. Ulm: Arb.-Partei 25 gr. Wünsdorf: Mannf.-Gew. 7 gr. Svsortige Zahlung obiger Beträge wird umsomehr erwartet, al» Unnoncen von Restanten— über einen Monat— nicht mehr Aufnahme finden. Privatannoncen werden nur aufgenommen, wenn der Betrag in Briefmarken bnliegt oder Postvorschuß erhoben werden kann. Geschäftsannoncen, mit Ausnahme von der Partei zu empfehlende» Schriften, werden nicht aufgenommen. mj?it Expedition des„�olksstaat" Karten im Boraus, für Herren ä 4 Schill., find zu haben: bei;>>, Fi raße TRttzi G. Reichmann, Neue Gröningerstraße 3, und sämmtlichen Somile-��. Mitgliedern. Da» Eomttö. 17». Der Reinertrag ist für die««Sgrsperrteu Braunschweiger'--- Cigarrcnarberter bestimmt. _ Für da« Eomite: H. Tappe n d o r f. Leipzig Gewerkschaft der Holzarbeiter._ .. Sonnabend, den 28. Novbr.: Versammlung gr. Windssuu,,, mühlenstr. 7.— Diskussion über eingegangene Fragen. Ausnahme neuer Miiglieder. Der Borstand, stlb■rtlt' id. Kothens Freitag, 27. Nov., Abend» 8 Uhrj fM(i ' ter: Besprechung über-'' Alle Mitglieder müssen erscheinen. Weihnachtsbeschernng. Ltipsig u. Amgegend 3- lior dii —"S if Netallarbeitrr- Gewerksgenossenschast.„ Montag, den 30. d. MtS.: Versammlung bei Fröhlich, Nikolai-jc,,-. straße 38.— Tagesordnung: 1) Borlesung. 2) Fragekasten. ft L � iligu ich ei Erschienen und durch uns zu beziehen ist: Die Grund- uud öodciifrage. Von Wilh. Liebknecht. 128 Seiten groß Oktav. Preis broschirt 5 Ngr. tÜrl »«hol Kc »d p Vbi 's d- l-Ubl "r t Leipziger Hochverrathsprojeß n* " a> nebft den„ungehaltenen" Reden. 600 Seiten. Complett 1 thlr. Expedition des„B»lk«staat. � °lge Soeben ist erschienen die 3. Lieferung von I. PH. Becker» Neue Stunden der Andacht. Preis pro Expl. 2 Gr.— 7 kr. südd. 1 Zu «Um- bf"3 Ältt] Leipzig, 26. Novbr. Die Buchhandlung de«„Bolksftaat".[12>/,'�!� Voiksstaättläiender für 1875. ilid che Derselbe enthält außer dem bekannten Kalen darium(dem diesmal aivNhjm der katholische Kalender beigefügt ist), ein«erzeichniß der Messen uabh,, Märkte Deutschland«. Literarischer Jnoall: Die Hanauer Turner im badisch-rheinpfälzische» Aufstande 1849! nach den Papieren ihre« EorpSadjutanten, de«»erstorbenen Albert Dammerow. Bon dem noch lebenden Sigismund Borkhei«, Batteriechef in der badifch-rheinpsälzifchen Rebellenarmee; Rothe Ostern, sbu historische» Gemälde au« dem Bauernkrieg, von Robert Sch weichet- Wo liegt die Rettung? An» dem Tagebuch eine» Sozialisten, vo» Otto Walster. Zur Grund uud Bodruftage. Verschiedene«. Preis 3>/z Gr. gegen baar. Bestellungen hieranf an die Buchhandlung de»„Volksstaat" z» adresstreu- «r »tili u Ferner ist eine kleine Partie Volksstaatkalender für 1874~ in Folge Remisfionen noch aus Lager. Preis pro Exemplar 2'/, Gr. Leipzig._ Diö Luchhandlnug de»„volklstaat". hpäl Srirftastcu der Expedition. C. W. in Bayreuth: Da Sie bei Baar die Schrift billiger bekommen, so wollen Sie den Betrag zu 1 thlr. einsenden Archit.- oder Jngen.-Kalender haben wir nicht auf Lager. Quittung der Expedition. V. Kch Dortmund Schr. 21 gr. Dnrt Coblenz Schr. 15 gr. Bllng Annen Schr. 1 thlr. 23. 5. Rttmnr und Eomp. München Schr. 6 thlr. 12. Klmsch Linde« Schr. 3 thlr. 21. Mnd Osnabrück Schr. 1 tylr. 12. Holzarb.- Gewerkschaft hier Ann. 24 gr. Zckl New-Uork Schr. 26 gr. Brndt Ruhla Schr. 13 gr. S» Weißen- fel» Schr. 9 gr. 5. Hdlch hier Ab. 1 thlr. Rckw Berlin Schr. 36 thlr. 4. Nhl Kirschbaum Schr. 5 thlr. Mllr Glauchau Schr. 2 thlr. Schde Sngr. d. Arb.-Bild.-Ber. hier Ann. 10 gr. zur Zufnedenhelt de« größten TherlS der Versammlung serner Trtma Bnli» Ann. 8 gr.. Ab. 38 thlr. 15. 5. Hntmr Wiesbaden Aufgabe. Ein Fabrikaul sagte uuS: ES fteut mich sehr, daß Herrs,b. 8 thlr. 6. 4. Schr. 7 gr. 12. Much Zittau Schr. 6 thlr. 10. Zbr Wolf diese�Hemn so gründlich ans den Sand gesetzt hat. ES Earlsruhe Schr 6 gr., Soz.-dem. Arb.-B. Altona Ann. 5 gr. I Soeben ist erschiene«: Volttstaat- Fremdwörterbuch. S»th,Ue»b «ehr als 12,000 Aremdmörter «it jutrtffevber n.»erftändlicher Erklärung und genauer Angabe ber richtigen Aniiprache und Betonung der Worter «ehestelSflgr., ,eb.6'/zA,r. Er».»«-ll»ft»«t. Ich! en vi di o � %tl »- »fie lote kt '"en Kot »ent fol. .ei �«n btt b' in'T d A i Verantwortlicher Redakteur: M. Preißer(Lindenau). Hie «edakttou Hobestraße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, iu Leipzig. Druck uud Verlag der Geuoffeuschastsbuchdruckerei iu Leipzig.