all -ttl inj Erscheint in Leipzig �diMittwoch, Freitag, Sonntag. —°°— . Bestellungen nehmen an alle . Postanstalten u. Buchhand- �.lungen des In- u.AuslandeZ. enL Filial- Expeditionen ci für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, LvR 101 Ilodolleu, X. J. )i0 Peter Haß, �8. W. Cerner Third and xü Coatea etr, Philadelphia, r Abonncmentsprei« � für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2trn n. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an« genommen; im Kgr. Sachsen il. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch aus oen Iten Monat deS Quartals i ö'/a Sgr. rgllndersozialdemokrattschenArvetterpaMMdderwternationalenGejveMgenossenschasten. Znserate, die Abhaltana von Partei», Berews- and Bollsversammlunzen, sowie die Flltal- Expeditionen and sonstige Partei- Angelegenhettm betreffend, werden mit 1 Ngr.,— Privat- und Vergnügung«- Anzeigen mit SSV« Ngr. die dreigcspaltene Petit-Zeile berechnet. 144. Sr Ireitag, 11. Pezemöer. 1874. An die Parteigevoffeu! ad! � Schon seit längerer Zeit ist wiederholt der Gedanke angeregt � Vörden, daß zum Besten der Arbeiterbewegung die Vereinigung �er deutschen Sozialdemokraten baldmöglichst erfolgen müsse. Wohl sämmtliche Parteigenossen sind von diesem Gedanken durchdrungen, dies dürfen wir mit Mtkstcht auf die Coburger �sLongreßverhandlungen sagen. Gleich unS haben sich nun zahlreiche Mitglieder des„Allg. deutschen Arbeitervereins" bereit erklärt, für eine Vereinigung mit ladaUer Entschiedenheit eintreten zu wollen. dss Wir haben unS in Folge dessen mit verschiedenen Partei- Genossen, sowie auch mit bekannten Anhängern deS„Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" in Verbindung gesetzt, und eS werden 5«>0r.meHr energische Schritte geschehen, die Vereinigung auf voll- rlMndig gesunder Grundlage und aus für beide Theile legalem hMege anzubahnen. At Vor allen Dingen aber ist eS nothwendig, die Vereinigung bAs Autfluß deS GesammtwillenS der Mitglieder beider Par- Kleien anbahnen und sich vollziehen zu lassen, damit dieselbe, ge- '-'fragen und gutgeheißen von der Gesauimtheit, nicht wieder neue -Zwietracht in ihrem Schöße erzeuge. - Nur aus solcher Grundlage kann die Vereinigung segens- M-ich sein. -A Mit sozialdemokratischem Gruß! --i chd"- Der Ausschuß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. I. A.: I. Auer. August Geib. Enthüllungen über den Kommunisten-Prozetz;n Köln. (Fortsetzung.) it Vl. Die Fraktion Willich-Schapper. � Seit der Niederlage der Revolution von 1348— 1849 yerlor _�kie proletarische Partei aus dem Contruenr, was sie wühlend jeuer kurzen Epoche ausnahmsweise besaß: Presse, Redefreiheit und �ßoziationSreckt, d.h. die legalen Mütel der Partei Organisation. . Die bürgerlich- liberale wie die kleiubürgerlich-demokratrsche Partei fanden in der sozialen Stellung der Klassen, die sie vertreten, trotz !dir Reaktion die Bedingungen, unter einer oder der anderen Form zusammenzuhalten, und ihre Gemein-Jnteressen mehr oder minder uetgeltend zu machen. Der proletarischen Partei stand nach 1849 wie t. bor 1843 nur eiu Weg offen— der Weg der geheimen«er- jjbindung. Seit 1849 entstanden daher auf dem Conlinent eine iganze Reihe geheimcr proletarischer Verbindungen, von der Polizei Ihd entdeckt, von den Gerichten verdammt, von den Gefängnissen durchbrochen, von den Verhältnissen stets wieder neu hergestellt. xreueur des deutsch-amerikanischen RevolutionS-Auleihc- Geschäfts figurirt. Das Vcrhältniß dieser Partei zur Majorität deS Bundes der Kommunisten, der die Kölner angehörten, ist soeben angedeutet worden. Bürgers und Röser haben es prägnant und erschöpfend in den Kölner Asstsenverhandlungen entwickelt. Wir bleiben vor dem Schluß unsrer Darstellung stehen, um einen Rückblick auf das Verhalten der Fraktion Willich-Schapper während des Kölner Prozesses zu werfen. Wie schon oben bemerkt wurde, beweisen die Data der von Stieber der Fraktion entwandten Dokumente, daß ihre Dokumente auch nach dem Reuter'schen Diebstahl immer noch den Weg zur Polizei zu finden wußten. Bis zu dieser Stunde schuldet die Fraktion die Erklärung dieses Phänomens. Schapper kannte am besten die Vergangenheit Chsrval's. Er wußte, daß Cherval von ihm 1846 und nicht von Marx 1843 in den Bund aufgenommen war u. f. w. Er bestätigt Stieber's Lügen durch sein Schweigen. Die Fraktion wußte, daß der ihr angehörige Hake den Droh- brief an den Zeugen Haupt schrieb, sie läßt den Verdacht auf der Partei der Angeklagten lasten. MoseS Heß, der Fraktion angehörig, der Verfasser des „rothen Katechismus", dieser unglücklichen Parodie des Manifestes der kommunistischen Partei, Moses Heß, der seine Schriften nicht nur selbst schreibt, sondern auch selbst vertreibt, er wußte genau, an wen er Partien von seinem„Rothen" abgelassen hate. Er wußte, daß Marx ihm den Reickthum an„Rothem" auch nickt um daS Maaß eines einzigen Exemplars geichmälert hatte. Moses läßt ruhig auf den Angeklagten den Verbackt, als hätte ihre Partei sein„RotheS" mit melodramatischen Begleit schreiben in der Rhein-Provinz hausirt. Wie durch ihr Schweigen, mackt die Fraktion gemeinsame Sache mit der preußischen Polizei durch ihr Sprechen. Wo sie während der Verhandlungen austritt, erscheint sie nicht aus der Bank der Angeklagten, sondern als„Königszeuge". Hcntzc, Willich's Fteui-v airv Wotzlchüicr, der MlNdlffen schafl am Bunve geständig, bringt einige Wochen bei Willich in London zn und reist dann nach Köln, um gegen Becker, gegen den viel weniger Indizien als gegen ihn selbst vorliegen, die falsche Aussage zu machen, Becker sei 1848 BundeSmitglied ge wesen. Hötzel, wie daS Archiv Dietz ausweist, der Fraktion ange- hörig, mit Gelv von ihr unterstützt, schon einmal wegen Theil- nähme am Bunde zu Berlin vor die Assisen gestellt, erscheint als Zeuge gegen die Angeklagten. Er zeugt falsch, indem er die ex- ceptionelle Bewaffnung des Berliner Proletariats während der R velutionszeit in einen erdichteten Zusammenhang mit den Bun- des-Sta uteri bringt. Stein gen S, durch seine eigenen Briese überführt(s. Sitzung Ein Theil dieser geheimen Gesellschaften bezweckie direkt den...... W„ Umsturz der bestehenden Staatsmacht. ES war dieS berichtigt in vom 13. Oltober), Hauptqgent der Fraktion in Brüssel gewesen Trankreich wo daS Proletariat von der Bourgeoisie besiegt war zu sein, erscheint in Köln nicht als Angeklagter, sondern als Zeuge. "tfUrd der Angriff auf die bestehende Regierung mit dem Angriff Nicht lange vor den Kölner Assisenverhaudlungen schickten i- n,.c o.-----tt.il......t,™...., fi.r fif.n nnh-r-r"Th-Ti W llich und Kinkel einen Schneidcrgesellen als Emissär nach Deutschland. Kenkel gehört zwar nicht zur Fraktion, aber Willich war Mitregent der deutsch- amerikanischen Revolntionsanleihe. Kinkel, schon damals von der später eingetroffenen Gefahr ______ i___ � bedroht, sich und W-llich von der Verwaltung der Änleihegelder . z gen unterlagen, wo asso°ein siegreicher Angriff auf die bestehenden>urch die Londoner Garanten entsetzt und die Gelder selbst trotz 5 Regierungen der Bourgeoisie oder doch den sogenannten Mittel- seiner und W ll:chs entrüstettr Protestation nach Amerika zurück f.- ständkn. statt ihre Mackt zu brechen, zunächst zur Herrschaft ver —"..... ex. SaG nitrh hier die Mitglieder bei auf bit Bourgeoisie unmittelbar zusammenfiel. Em anderer Therl der geheimen Gesellschaften bezweckte die Parteilnldung deS Pro- letarratS, ohne sich um die bestehenden Regierungen zu kümmern. J Es war'dies nothwendig in Ländern wie Teutschland, wo Bour- geoisie und Proletariat gemeinsam ihren halb feudalen Regier un- helsen wußte. Kein Zweifel, daß auch hier die Mitglieder der „ proletarischen Partei an einer Revolution gegen den statu» quo f'fich von Neuem betheiligen würden, aber eS gehörte nicht zu ihrer Aufgabe, diese Revolution vorzubereiten, für sie zu agiliren, zu reB ivuspitireo ,u komploitiren. Sie konnten den allgemeinen Ber- n?-bälinsss.n und der. direkt betheiligten Klassen drese Vorberertu' g -»überlassen. Sie wußte» sie ihnen überlassen, wollten sie nicht aus M1''hre eigene Parteistellunz und auf die historischen Ausgaben ver- --iichlen, die aus den allaemeiuen Existenzbedingungen des Proletariats von selbst hervorgehen. Für sie waren die sitzigen Regie- « tun gen nur ephemere Erscheinungen und der statu» quo nur er» � kurzer Haltepunkt, woran sich abzuarbeiten einer kleinlich cngher- iigen Demokratie überlassen blieb. Ter„Bund der Kommunisten" war daher keine konfpira torische Gesellschaft, sondern eine Gesellschaft, die die Organisation proletarischen Partei im Geheimen bewerkstelligte, weil das Putsche Proletariat igue et aqua, von Schrift, Rede und Asso- i'ativn öffentlich interdicirt ist. Wenn-ine solche Gesellschaft kon- M Ipirirt, so geschieht es nur in dem Sinne, wie Dampf und Elekiri- • Jjltät gegen der, statu» quo konspiriren., lfl Es versteht sich, daß eine solche geheime Gesellschaft, welche dre —- Bildung nickt der RegierungS-, sondern der Oppositions- Partei der Zukunft bezweckt, wenig Reiz bieten konnte für In- dividuen, die einerseits ihre persönliche Unbedeutendheit unter dem �heatermantel von Conspirationen ausspreizen, andererseits ihren ÜU' Hirten Ehrgeiz am Tage der nächsten Revolution befriedigen, üvr allem aber augenblicklich wichtig scheinen, an der Beul- der . �imagogie Theil nehmen und von den demokratischen Markt- ---' lchreiern bewillkommt sein wollen. . Von dem Bunde der Kommunisten sonderte sich daher eine tfrakrion ab, oder wurde eine Fraktion abgesondert, wie man will, üie, wer n auch nicht wirkliche Konspirationen, doch den Schein Konspiration und daher direkt Allianz mit den demokratischen �agesteireu verlangte— die Fraktion Willich-Schapper. Eharak- wandern zu sehen, Kinkel bedurfte gerade damals der Schein Missionen nach und der Scheinkorrespondenzen mit Deutschland, theils um zu zeigen, daß dort überhaupt noch ein Gebiet revolu- tionärer Thäligkeit für ihn und die amerikanischen Dollars existire, theilS um einen Vorwand für die enormen Correspondeuz-, Porto- Kosten u. s. w. zu finden, die er und Freund Willich in Rech- nung zu bringen verstanden(f. das liihogr. Circular deS Grafen O. Reichenbach). Kinkel wußte sich ohne alle Verbindung, sei es mit den bürgerlichen Liberalen, sei eS mit den kleinbürgerlichen Demokraten in Deutschland. Er nahm daher ein 1 für ein ll, den Emissair der Fraktion für den Emissair des deutsch-aurerika- nischen RcvolutionSbundeS. Dieser Emissair hatte keine andere Ausgabe/ als gegen die Partei der Kölner Angeklagen unter den Arbeitern thätig zu sein. Man muß gestehen, der Augenblick war günstig gewählt, um noch vor ThoreSschluß neuen Vorwand zu neuer Untersuchung zu geben. Die preußische Polizei war voll- ständig über die Person, den Tag der Abreise und die Reiseroute deS EmissairS unterrichtet. Woher? werden wir sehen. In den geheimen Versammlungen, die er zu Magdeburg hält, waren ihre Spione zugegen und berichteten über die Debatten. Die Freunde der Kölner in Deutschland und London zitterten. Wir haben oben erzählt, daß Hirsch am 6. November vor dem Magistrat zu Bow-Strcet gestand, daS Original- Protokollbuch unter Leitung von Greis und Fleury fabrizirt zu haben; Willich vermochte ihn zu diesem Schritt, Willich und der Gastwirth Schert- ner begleiteten ihn zum Magistrat. Hirsch'S Bekennt» iß wurde in drei verschiedenen Exemplaren ausgefertigt und diese unter ver- schiedeneu Adressen durch die Post nach Köln versandt. Es war von der höchsten Wichtigkeit, den Hirsch, wie er die Schwelle des Gerichtshofes verließ, sofort zu verhaften. Auf Grund der bei ihm befindlichen, amtlich beglaubigten Aussage konnte der in Köln verlorene Prozeß in London wieder gewonnen werden. Wenn nicht für die Angeklagten, so doch gegen die Regierung. Willich tyat dagegen AlleS, um einen solchen Schritt unmöglich zu machen. Er beobachtet nicht nur gegen die direkt betheiligte Schapper, das tiefste Stillschweigen. Nur Schertner war in sein Geheimniß eingeweiht. Schertner erklärt, er und Willich hätten den Hirsch an's Schiff begleitet. Hirsch habe nämlich, Willich's Intention gemäß, in Köln gegen sich selbst Zeugniß ablegen sollen. Willich unterrichtet den Hirsch von dem Wege, den die Doku- mente nehmen werden, Hirsch die preußische Gesandtschaft, die preußische Gesandtschaft die Post. Die Dokumente kommen nicht an ihrem Bestimmungsort an; sie verschwinden. Später taucht der verschwundene Hirsch wieder zu London auf und erklärt in einer öffentlichen Demokraten- Versammlung, Willich sei sein Complice. Willich gesteht, auf eine diesbezügliche Interpellation, mit Hirsch, der schon im Jahre 18S1 auf seinen Antrag als Spion aus dem Great-Windm ll-Verein ausgestoßen wurde, seit Ansang August 1352 wieder in Verbindung gestanden zu haben. Hirsch habe ihm nämlich den Fleury als preußischen Spion verrathen und ihm dann alle an Fleury eingehenden und von ihm ausgehenden Briefe zur Kenntnißnahme mitgetheilt. Er, Willich, habe sich dieses Mit- tels bedient, um die preußische Polizei zu überwachen. Willich war notorisch seit ungefähr einem Jahre der intime Freund Fleury'S, von dem er Unterstützungen empfing. Wenn aber Willich seit August 1852 wußte, daß er preußischer Spion und zugleich von dessen Treiben unterrichtet war, wie kommt eS, daß er das Original-Protokollbuch nicht kannte? Daß er erst intervenirt, nachdem die preußische Regierung selbst den Flemy als Spion verrathen hat? Daß er in einer Weise intervenirt, die im besten Falle seinen Verbündeten Hirsch auS England und die amtlich beglaubigten Beweismittel für die Schuld Fleury'S auS den Händen der„Partei Marx" schafft? Daß er fortfuhr, Unterstützungen von Fleury zu beziehen, der mit einem von ihm erhaltenen reyu für 15 Pfund Sterling re- nommirt? Daß Fleurp in der dentlch- amerikanischen sortoperirt? Daß er dem Fleury Lokal und ZusammenkunstSort seiner eigenen geheimen Gesellschaft angibt, so daß preußische Agenten im Neben- zimmer die Debatten zu Protokoll nehmen? Daß er den Fleury von der Reiseroute deS obengenannten EmissairS, deS Schueidergesellen, unterrichtet und sogar Geld für diese MissionSreise von ihm empfängt? Daß er erdlich dem Flemy erzählt, er habe den bei ihm wohnenden Hentze instruirt, wie er vor den Kölner Assisen gegen Becker auszusagen habe?�) Man muß gestehen,— que tout cela n'eat pa» bien clair.(Fors. folgt.) Fremdwörter-Erklärung: ephemer, was nur einen Tag lebt, kurzlebig; igne et aqua, interdiciren, von Feuer und Wasser abschneiden, aller Rechte verlustig erklären; entrepreneur, Unternehmer; prägnant, kurz und bündig; exceptionell, ausnahmsweise; roqu, Quittung; quo taut cela n'est pas bien clair, daß daS Alles»ich: sehr klar ist. w'stisch sür sie, daß Willich mit Leute, sogar gegen Ein Skandal im Neichstag. Nachstehend geben wir den Bericht der„VolkSzeitung" über die„Szene" in der ReichStags-Sitzung des 4. Dezember. Zur Vervollständigung, sowie zur R chtig- und Klarstellung sei Fol- gendes vorausgeschickt: Jörg sprach mit eisiger Ruhe— und waS er sagte, war durchaus begründet. Der im Artlkel 3 der Reichs- Verfassung verheißene diplomatische Ausschuß ist von Fürst BiS- marck ganz ignorirt, überhaupt gar nicht zusammenberufen worden. Während ber Rede Iörg'S, welche die auswärtige Politik des Herrn Reichskanzlers scharf angriff, gerieth Bismarck in eine steigende Aufregung; seine Brust wogte auf und ab, er schnaufte zuletzt so, daß man es am Ende deS Saals hören konnte, und stürzte bei jedem Stich, de-: ihm ins Fleisch ging, ein Glas Wasser hinunter. Man fühlte sich unwillkürlich an die ersten Stadien eines Stiergefechts erinnert. Jörg würde einen vorzüglichen Bau- derillero�*) abgeben. AIS er geendet, schnellte Fürst Bismarck em- por wie ein Drahtmännchen, wenn die Schachtel geöffnet wird. Anfangs mäßigte er sich, widerlegte zwar nichts, aber verrannte sich doch auch nicht— allein das dauerte nicht lange. Mehr und mehr verlor er die Selbstbeherrschung, und sobald er auf daS Kullmann'sche Attentat kam(das Jörg im Vorbeigehen erwähnt hatte), war's um den letzten Rest von Fassung geschehen: blind raste er durch die Arena.—— Und die Folgen konnten nicht auS- bleiben.--- Die Idenkifizirung des CentrumS mit Kull- mann läßt sich nur durch die Annahme erklären, daß Fürst BiS- marck unfähig war, sich zu controliren. Das Pfui!, welches ihm zugerufen wurde, ging von den vorderen Bänken des CentrumS auS und wurde mehrmals unter heftigsten Gestikulationen von •) Ueber das Verhältniß von Millich nnd Becker? „Der Willich schreibt mir die lustigsten Briese; ich antworte nicht, er läßt sich aber nicht abhalten, mir seine neuen Revolutionspläne auSeinanderzusitzen. Er hat mich bestimmt, die Kölner Besatzung zu revolutioniren!!! Wir haben neulich uns den Bauch gehalten vor Lachen. Er wird mit seinen Dummheiten noch ungezählte Menschen in'S Pech bringen; denn ein einziger Brief könnte hundert Demagogenrichtern 3 Jahre lang das GeHall sichern. Wenn ich die Kölner Revolution fertig hätte; so wäre er nicht abgeneigt, die Leitung der weiteren Operationen zu übernehmen. Gar zu freund- lich."— (AuS einem Briese von Becker an Marx, d. d. 27. Januar 1851.) '*) Der Banderillero hat den Stier mit einer Lanze, die vorn Bän- der und Fähnchen trägt, zu prickeln. 50 bis 60 Stimmen wiederholt. Bismarck setzte sich leichenblaß mever. Die Nationalliberalen, denen es doch aufdämmerte, daß ihr„Percy" zwar vielleicht eine„geniale", jedoch keiaenfalls eine „staatsmännische" Rolle spielte, waren etwas verdutzt— schraubten sich aber doch zu den pflichtschuldigen BraooS empor, und ver- schieden- aufseßlich-angehauchte Individuen machten Anstalten zu einer Keilerei nach allen Regeln der Kunst. Ein Culturkämpfer, diesmal kein Proflffor deS StraflechtS, sondern ein Staats an- walt(!), Lenz aus Würtemberg, stürzte mit geballten Fäusten au Ballestrem, der sehr energisch Pfni! gerufen, loS, bewirkte in- deß nur, daß der hartgesottene Sünder, ein ehemaliger Cavallerie- osfizier und tüchtiger Fechter und Pistolenschütze, mit Stentorstimme noch ein exiraeS Pfui-Sole zum besten gab— möglicherweise in der Absicht, den keine drei Schritte entfernten Reichskanzler zum Duell zu reizen. Dieser begnügte sich indeß, eine studentische Reminiszenz aufzuwärmen, und zu repliziren, daß er zwar nicht Pfui! sage, aber es denke— eine Redewendung, die, mehr oder weniger variirt, auf jeder deutschen Universität etliche hundcrtmale das Jahr vom Stapel gelaflen zu werden pflegt. StaatSan- w alt Lenz, nebst faustballenden Genossen— und es mochte ihrer ein Dutzend sein— unter„Percy'S" Augen den Laskerknüppel gegen „Reichsfeinde" zu schwingen, welch hehres Ziel! In wie vielen Knopflöchern magS da gejuckt haben!— Die staatsanwaltlichen und sonstigen Faustrechtsliebhaber wurden durch die zahmeren Collcgen allmählich halbwegS zur Ruhe gebracht, Präsident Forckenbeck hatte nicht nöthig, seinen schon requirirten magischen Chlinder auszustülpen, und Windthorst, kühl wie eine Gurke, konnte die Rednerbühne besteigen, um von nmore in jeden Stich, welchen Jörg dem Herrn Reichskanzler versetzt, nochmals hineinzustechen und den alten eine erkleckliche Anzahl neuer Stiche h'.nzuzuftigen. DaS Opfer wehrte sich, so gut eS im Stand war und wurde von den getreuen Anbetern für den mangelnden Erfolg mit mitleidigen BravmSalven entschädigt. Das eigentliche Stück ist nun zu Ende; als Nachspiel folgt noch eine Farce: LaSker, ob patriotischen HebemferS zur Ordnung gerufen! Summa summanim: das ist die Bildung unsereer Herr- schenken Klassen! Und ein Mann, dessen Nerven nicht einer ze- wöhnlrchen Kammerdebatte gewachsen sind, lenkt die Geschicke von 40 Millionen Menschen! Jetzt den Bericht der„Volkszeitung": Zu Kap. 2 der dauernden Ausgaben, Ausschüsse des Bun- deSratheS, nimmt Abg. Jörg das Wort, um an den Reichs- kanzler die Frage zu rich-en, waS aus dem diplomatischen Ausschuß geworden sei, von dem VaS Publikum gar nichts mehr höre, obwohl man nameutlich in Baiern em sehr nbhafteS Interesse für denselben hege. DieS Organ habe verfassungsmäßig den Zweck, den preußischen Leiter der auswärtigen Angelegenheiten zu kontroliren und die Bundesregierungen auf dem Gcbwle der aus- wältigen RcichSpolitik beständig au kait zu erhalten. ES bilde mithin eine ernste Friedensgarantie für Sliddeutschland, eine Garantie, die angesichts der neuerdings wiederholt gemachten Ver- suche des Reichskanzlers, sich in die Angelegenheiten fremder Mächte einzumischen, doppelt nöthig sei. Gerade die sogenannten Säkularmenschen pflegten, ihrer kolossalen Größe entsprechend, auch in ihren Fehlern kowssal zu sein, und teshalb sei der diploma- tische Ausschuß da, um solche Fehler zu verhindern und dem Reichs- kanzler die Milch der frommen Denkart einzuflößen.(Heuerkat.) Eine sehr geeignete Gelegenheit zu solcher Emwirkaug wäre bei Kanzler nach Versailles sandte, weil die französischen Bischöfe Hirtenbriefe erlassen hatten, welche den kirchlichen Kampf in Deutsch- land in einer dem Kanzler mißliebigen Weise besprachen. Ein Krieg, der in Folge dieser Note ausgebrochen wäre, würde nicht nur ein Interventionskrieg, sondern ein Religionskrieg geworden sein.(Unruhe.) Aehnlich habe sich der Reichskanzler Spanien gegenüber verhalten, um der Diktatur eines Mannes zu dienen, mit dessen Nennung er(Redner) seinen Mund nicht iukommodiren wolle.(Beifall im Centrum.) Der Grund dieses Auftretens jsei die Maxime gewesen, die Ultramontanen überall zu bekämpfen, und da die Karlisten ultramontan seien, so habe mau den Kamps gegen sie unterstützen zu müssen geglaubt. Viel besser wäre es gewesen, eine Verständigung mit anderen Mächten, namentlich mit Rußland in dieser Frage herbeizuführen.(Lachen.) Gerade Ruß- land sei jetzt in Europa die entscheidende Macht, ohne deren Willen kein Kanonenschuß abgefeuert werden dürfte. Dieselbe Maxime, die jene den Frieden Europas gefährdende Jnterven- tionSpolitik veranlaßt habe, sei auch der Grund gewesen, weshalb man versucht habe, die That von Kissingen durch vre osfiziöse Presse der CentrumSfraktion zur Last legen zu lassen. Fürst Bismarck: Bei aller Bereitwilligkeit, auf die sachlichen Anfragen bei Gelegenheit der Budgetberathungen Auskunst zu er- theilen, wird es mir doch in diesem Falle sehr schwer, weil der Vorredner eine Frage, auf die mau antworten könnte, gar nicht gestellt hat(?!). Er hat Alles berührt, was auf das Ausland unan- genehme Eindrücke machen, waS dem Reich nachtheilig fein könnte, aber Nichts, was mich zu einer auf eine Budgelposition bezüg- lichen Antwort veranlassen könnte, lieber die Thätigkeit eines BundeSauSschusse«, zu dessen Mitgliedern Preußen gar nicht ge- hört, hier zu sprechen, habe ich keine Veranlassung und werde auch an jedem anderen Ort eine Diskussion darüber vermeiden. Das auswärtige Amt hat eine Einsicht in seine amtliche Thätigkeit seitens der Bundesregierungen nicht zu scheuen und sorgt für die Möglichkeit einer solchen durch Abschriften von Depescyen u. s. w. in der umfassendsten Weise. Die Joee also, als ob von unS große Geheimnisse, ein Krieg, oder sonstige Abschculichkeiten ge- plant würden, denen der diplomatische Ausschuß schon auf die Sprünge kommen werde, paßt eher in einen Roman als in eine ernsthafte Diskussion. Daß man gerade in der letzten Zeit von einer diplomatischen Thätigkeit wenig gewahr geworden, liegt ein- fach darin, daß wir im Jahre 1874 weniger als je diplomatisch zu thun gehabt haben. Durch die ganze Rede des Vorredners zog sich als rother Faden jene schon neulich gekennzeichnete Ver- dächtigung, als ob die Vertreter der Einzelstaaten nicht eifersüchtig genug die Interessen ihrer Regierungen dem Reiche gegenüber verträten, und außerdem die Verdächtigung der Reichsregierung dem Ausland gegenüber, als suche sie oen Frieden zu stören. Ber der sogenannten Intervention in Frankreich handelte es sich um Bischöfe, deren Diözesen zum Therl in Deutschlanv lagen, die also schon deshalb der Jurisdiktion Deutschlands unterlagen, und andrerseits um Erlasse an deutsche Unterthanen, so daß von einer Einmischung sin fremde Angelegenheiten wohl kaum die Rede sein kann. Aehnlich verhielt es sich in Spanien. Als ich die erste Nachricht von der Ermordung ,deS Hauptmanns Schmidt erhielt, so hatte ich das Gefühl: wenn das ein englischer, amerikaurscher, russischer oder französischer Unterthan gewesen wäre, so wäre ihm das nicht passirt; ich erblickte darin eine Erinnerung an die frühere Zerrissenheit und Ohnmacht unseres Vaterlandes und sagte mir, eS ist Zeit, das Ausland daran zu gewöhnen, daß auch Deutsche nicht ungestraft gemordet werden können.(Lebhafter Beifall.) Wäre eS völkerrechtliche Tradition gewesen, und geziemte es unS, auf barbarische und henkerSmäßige Weise zu antworten, so wäre es das Natürlichste gewesen, im nächsten Hafen einen karlistischen Stabsoffizier am Hafenthor aufzuknüpfen. Wir haben das nicht gethan, denn wir sind friedfertiger Natur, und wenn der Bor redner auch au die Note erinnerte, die als ein„Strahl kalten WasserS" abkühlend gewirkt habe, so kann ich mich darauf beziehen, daß kaltes Wasser doch ein recht friedliches Element ist(Heiter- keit), dessen recht häusigen Gebrauch ich dem Borredner nicht dringend genug empfehlen kann.(Große Heiterkeit.) Da wir die spanische Regierung für jene That nicht verantwortlich machen konnten, so hielten wir eS für das Richtigste, die Reste staat- licher Konsolidirung durch die Anerkennung zu stärken, den noch glimmenden Docht staatlicher Ordnung nicht verlöschen zu lassen. Für die russische Regierung liegen die Verhältnisse durchaus anders, und außerdem achten wir dr Meinung Anderer, namentlich die Meinung der seit einem Jahrhundert uns am meisten befreundeten Macht: Rußlands! Der Borredner wird auch keine Verstimmung da hervorrufen. Unsere Beziehungen stehen, Gott sei Dank, thurmhoch über der Tragweite der Worte deS Vor- rednerS, und ich möchte betreffs des FiaSko nicht mit ihm tauschen. (Heiterkeit). Der Vorredner hat nun auch das kifstnger Attentat erwähnt und den Mörder als halb verrückt bezeichnet. Ich ver- sichere Sie, daß er vollständig im Besitz seiner geistigen Fähig- leiten ist. Ich begreife, daß der Vorredner jede Gemeinschaft mit ihm in den Gedanken Anderer ablehnt, aber Sie mögen sich von ihm lossagen, soviel Sie wollen, er hängt an Ihren Rockschößen fest! Sie sehen daran, wohin ein zorniges, undurchgebildctes Ge- müth kommt, wenn eS so gehetzt wird, wie Kullmann von dem Pfarrer in Salzwedel.(Widerspruch im Centrum.) Als ich Kullmann frug, warum er mich umbringen wolle, sagte er:„wegen der Kirchcngesetze." Auf meine Frage, ob er damit Etwas zu bessern glaubte, erwiderte er:„bei uns ist es ja schon so schlimm, schlimmer kann eS ja nicht werden"; schließlich aber sagte er: „Sie haben meine Fraktion beleidigt" und als ich ih» fmg:„welches ist Ihre Fraktion' sagte er:„die Centrums- raktion im Reichstage."(Großer Tumult, den der Präst- denk erst nach längerer Zeit bewältigt.) Einem Mitgliede, das „Pfui" ruft, bemerkt der Präsident v. Forckenbeck, daß dieser Ausdruck unparlamentarisch ist.'*) Reichskanzler Fürst Bismarck: Der Ausdruck„Pfui", den ja der Herr Präsident schon gerügt hat, dient zur Bezeichnung von Ekel und Verachtung,— glauden Sie nicht, meine Herren, daß mir diese Gefühle fremd sind, ich bin aber zu höflich, um sie aus- zusprechen.'(Erneuter Lärm.) Abgeordneter Windthorst: Daß der diplomatische Ausschuß in diesem ganzen Jahr noch nicht versammelt gewesen, motioirt die Anklage vollständig, die hier erhoben worden. UebrigenS ist die erwähnte Methode deS kalten Wasserstrahls und der spanischen Intervention jedenfalls eine Intervention, um gegen den römischen Stuhl Verbindungen und nützliche Gehilfen zu finden. Wir steuern somit unwiderbringlich zum Kriege. Nun ist das Attentat zur Sprache gebracht, eine That, die jeder deutsa;e Mann ent- chieden verdammt, der noch irgend den christlichen oder deutschen Standpunkt hat, es ist das ein Schaudfleck! Aber die That kann uichi mit bestimmten Parteien in Zusammeilbana gebracht werren, das geht zu weit; die That Kullmana'S war schändlich, aber schänd- tick war auch daS Verhalte» der ossiziöseii Presse. Die Angriffe deS Reichskanzlers auf den Pfarrer von Salzwedel beklage ich, ra er sich nicht mehr selbst vertheidigen kann. Diese ganze Weise icheint mir nicht der Würde der Diskussion im Hause zu ent- prechen. Präsident v. Forckenbeck macht dem Redner bemerklich, daß es Sache deS Präsidenten sei, über die Aufrechierhaltung der Würde des HauseS zu wachen, daß er auch, wenn sie durch den Reichskanzler verletzt worden wäre, Mittel gesunden haben würde, die- elbe ausrecht zu erhalten; daS sei aber in keiner Weise nothwendig gewesen. Abgeordneter Windthorst: UebrigenS denke ich, ist es gut, diesen Gegenstand nunmehr zu vcrlass-n und uns wieder einer riedfertigsn Diskussion zu überlassen.'**) Reichskanzler Fürst Bismarck: So gern ich dem Wunsche deS Vorredners willfahren möchte, kann ich doch nicht das letzte Wort einem Redner überlassen, der eine ungerechte Kritik an nur übt. Es ist gesagt worden, ich hätte für die offiziöse Presse Pa role ausgegeben. Wenn der Vorredner abwarten will, bis er einige Male, wie es mir passirt ist, angeschossen wird, so wird er eS erleben, daß man in einem solchen Augenblick nicht daran denken wird, eine Parole auszugeben, so nahe das ja sonst wohl liegen mag.***) Ich habe nichts weiter gesagt, als daß die That nicht meiner Person galt, sondern der Sache, die ich vertrete. Und war ich dazu nicht berechtigt, wenn mir 3 Stunden vorher der Thäter ausdrücklich erklärte, er habe meine Person gar nicht ge- kaunt und die That nur der Sache wegen, die ich vertrete, auSge ührt, derselbe Thäter, dessen gesammte Papiere in einem auf- regenden Gedicht auS den„Eichefelder Blättern" bestanden, dann muß ich überhaupt schweigen. ES wird mir dann ein Vorwurf gemacht, daß ich von Kissingen auS nicht temperirend auf die Presse eingewirkt habe; ich möchte dagegen den Herrn Vorredner, der, soviel ich weiß, damals gesund war, fragen, ob er vielleicht temperirend auf den Ton der ultramontanen Blätter eingewirkt hat, welche die That sogar entschuldigen, von der„Germania" bis zum„Bairischen Baterland". Zu meinem großen Erstauncu sind sogar hier Anklänge an den Standpunkt verlautbart: Es ist ja gar nicht zu verwundern, wenn solche Thatcn der Minister olche Leute zur Verzweifelung bringen. Daß diese Presse an dem Attentat mitschuldig ist, ist zweifellos. Wenn nur die Hälfte von den Schändlichkeiten wahr ist, die sie mir nachsagt, dann weiß ich elbst nicht, was ich thäte(große Heiterkeit).'!') Abgeordneter Lasker: Wenn sonst die Herren von drüben ') Der Bericht ist hier sehr ungenau und inkorrekt. Da« Pfui! war kein vereinzeltes, Niemand wurde, so viel un» bekannt, deshalb zur Ordnung gerufen, und es wurde nicht durch die Mittheilung der Worte Kullmann'« veranlaßt, fondern durch die Aeußerung des Reichs- kanzler», daß Kullmann den Herren vom Centmm an den Rockschößen hänge, und daß sie ihn nicht abschütteln könnten. Bismarck'» Rede ist in diesem und in allen andern Berichten ebeuso tendenziös schöngefärbt, wie die Jörg'sche verhunzt. ") Windthorst'« Rede ist ebenfalls skandalös verstümmelt. Sie wie« da« Begründete der Jörg'schen Angriffe nach und unterwarf die Kull- manniade nach allen Richtungen hin einer grausamen Kritik— namentlich auch die ganz gesetzwidrige Unterredung Bismarcks mit Kullmann. ***) Der Herr Reichskanzler vergißt da« famose Telegramm über seine iamose Balkonansprache. f) Fürst Bismarck deutete sogar ganz unverblümt an, daß Kall- mann unschuldig, die ultramoutauc Partei allein schuldig sei— er muß also konsequenter Weise die Freilassung Kullmann» zu erwirken suchen. I den Reichskanzler angriffen, so stimmte mich das immer humoristischist Z weil ihre Abfertigung sicher war. Heut- aber bin ich da-übeispätk ernst gestimmt, einmal, weil das Attentat Kullmann ohne die gessond ringste Veranlassung in die Debatte hineingezogen worden ist, io-Aug dann aber, weil ich vor dem Hause, ja vor ganz Deutschland unkdera Europa konstatiren möch'e, daß man der deutschen Regierung dflähnl Absicht unterschiebt, daß sie planmäßig das friedliche Franko eitlvierz provozire uuv den Frieden Europas gefährde. Dies ManöoekEnts will ich hier öffentlich brandmarken. So i i dieser Versammlunz das ganze Ausland aufhetzen, ist eines Volksvertreters unwürdig und will ich diese Aussprüche einfach kennzeichnen, als daS, wakGefi sie sind, nicht waS sie scheinen, so kann ich sie nur nennen eitReic Verbrechen gegen daS Vaterland!(Stürmischer Beifall und Lärm.'Thei Präsident: Ber letzte Aasdruck deS Abgeordneten Laskelsreib ist nicht parlamentarisch, ich rüge ihn und rufe den Abgeordnete»«kai zur Ordnung. auck Abgeordneter Windthorst: Was die Bemerkungen des HerrSwelö Reichskanzlers über die„Germania" und das„Bairische Bater-die land" anbetrifft, so erwidere ich hierauf, daß wir mit dem letztere«!« in gar keiner Verbindung stehen uno daß e-stere vollständig umrediz abhängig von unS ist. Der Herr Abgeordnete Lasker hat ge«Bro glaubt, seinem Gefühl einen starten Ausdruck geben zu sollen unk hat unsere Handlungsweise unpatriolisch genannt. Wir aber halte«> es nicht nur nicht für unpatriolisch, sondern sogar für unsere Pflicht, Dia wenn das auswärtige Amt in der Weise seine Angelegenheit sührt, vua daß eS sich überall hineinmischt und dadurch die Gelegenheit einer„Ne allgemeinen Koalition gegen Deutschland herbeisüyren kann, daß bei wir dann eingreisen und dem Reichskanzler gegenüberireten. Wirten wollen keine Koalition gegen unser Baterland, wir wollen seinev so, Frieden und seiu Gedeihen.*) rasö Abgeordneter LaSker: Ich möchte nur die KampfeSweise, in sie welcher die Herren von drüben vorgehen, aufdecken. Ohne übersdeu vaupt Thalsachen herbeizuführen, häufen sie Beschuldigung auf Be�Geg schuldigung gegen die Regierung, lassen versteckt in ihren Rede» wir! irouische Bemerkungen fallen, ohne sie zu begründen zc. Die�esser Manöver kann ich allerdings nicht anders als unpatriotisch besbekä zeichnen.— Abgeordneter Bcseler: Das deutsche Volk hat über Kulls mann gerichtet und das Wort des deutschen Volkes stimmt nicht überein mit dem Wolle des Abgeordneten Windthorst. Dan» stimmen Alle übercin, daß keine dinkce Einwirkung stattgefunde»richt hat aus den Verbrecher, wohl aber in um so größerem Maße ei«i indirekte. Dem Herrn Reichskanzler aber rufe ich zu, er möge sich Rei nicht in feinem Werke beirren lassen; das deutsche Volk mit seinel! 1 herzlichen Verehrung ist hinter ihm.**) Nach einigen persönhcheu B.merkuugen wird die Diskussio» geswlosien uno die Position angenommen.***)! 2 - 1--> Politische Uebersicht. —„Das neue Kaiserreich ist nur eine verschlechtert! und verkleinerte Ausgabe des alten BundeS", sagte 187» einer unserer Abgeordneten im Reichstage. Wer das Folgend! liest, wird sich recht lebhaft in die Zäun des Metteruich'sche» Bundestags zurückversetzt finden, nur daß man damals noch Kit b.schea mehr auf den äußeren Anstand sah. In einer VersamS- lunz des ArdeitcrbundeS zu München(am 29. Nov. d. 3-) „ließen sich— so berichtet der„Zeitgeist"— auch zwei Siui deuten und ein junger Kaufmann in vi« BundeSlisten eintrage»®ej Die? an sich sehr harmlose Ereigniß sollte wieder einmal unferel ich- Polizer Gelegenam zur Entfaltung ihrer staatSretterischen Thäsiz' Äec k it geben. Heute, Montag, 30. Nov., früb 8 Uhr, kam nämlich dck d iß sozialistische Agitator wider Willen, Herr G hret, in die Wohnuvj gan eines Slud.nten, hielt demselben eine gediegene, tiessinnige Moral' fäm predigt und kündigte ihm an, daß er die Studenten, welche siebest küusiig in einer Aroeiterve-sammlung sehen lassen würden, dur<ß und Gendarmen„abführen" lassen werde. Die weiteren Folgen: M' ber legation(Verweisen von der Universität, resp. Pothtechnikum?' am Ausweisung, Nichtbefähigung zu StaatSämtern u. f. u»wüs hätten sich alSdaun die Herren Srudirenden selbst zuzuschreiben-' Stz Der Kommissär zeigte sich dabei auch mit den persönlichen Ved Hältnissen der Studenten sowohl, als deS jungen Kaufmannes fehl Thc vertraut uns ließ zugleich sallen, er wisse serner, daß sie a»> bezi Sonnlag Abend wieder der in der Lcopoldstadt abgehaltenen ge' beit müthlichen Unterhaltung einer Anzahl Sozialdemokraten beigewohnt �r; und sozialistische Gespräche geführt hätten. Dabei war Herl Pol Gehret so freundlich zu bemerken: denken könnten die Studeute»!iel waS sie wollten, nur an der Arbeiterbewegung theilzunehmen, wärt ihnen nicht erlaubt. Abgesehen davon, daß durch die Aufrich' und tigkeit d.s Kommissärs konstatirt ist, daß die Polizei auch in db harmlosesten Zusammenkünfte sozialistisch gesinnter Männer utrt Uub Frauen ihre spionirenden Zuträger einschmuggelt, liegt in de« ber, Drohungen deS Beamten eine flagrante Ueberschreitung der poli' baß zeilichen Amtsbefugniffe, welche alle Studireriden München� ohne Rücksicht aus die Verschiedenheit der politischen Anschauunge« U>el einmüthig werden zurückweisen müssen, wollen sie sich nicht willen' doli los in daS nichi gerade besonders ruhmvolle Schicksal der poli' wer zeilich Beaussichtigten und Bevormundeten ergeben." Auch die wer Studenten ber übrigen deutschen Universitäten sollten sich diese« �n, Vorgang hinter die Ohren schreiben. Zu den„Beaufsichtigte« ben und Bevormundeten" gehören alle Studenten— freilich die wer bab sten si.nd'S mit Vergnügen! wa, — Fabrikantenpraxis. Man schreibt aus Nürnberg-"ist „In neuerer Zeit kommt es immer häufiger vor, daß Arbeitgebe> und Fabrikanten ihre Arbeiter unter den nichtigsten Vorwände« iun entlasten, und zwar ohne die gesetzliche vierzehr.täzig« KündigungSzef*ltl welche besteht, wenn nicht zwischen Arbeitgeber und Arbeit büß nsehmer etwas anderes verabredet ist. Alle Fabrikordnu» �bg gen gelten aber als gegenseitige Vereinbarung, und wenn sie noi Lssc so despotisch sind. Die Arbeiter müssen sich deshalb sofort, went jifff die Fabrikordnung bekannt gegeben wird, gegen diesclb> boi verwahren, daS heißt, unter solchen Umständen einfach nicht af b eilen; geschieht dies aber nicht, so müssen sie sich fügen und kan»6« ihnen mit dem besten Willen Niemand helfen. In der Cramer'>�l Klett'schen Fabrik existirt nun ein derartiges Schriftstück, welche!'toi ausdrücklich besagt, daß keine Kündigungsfrist in delsü' Fabrik besteht. Die Fabrikleitung hat demnach das Recht, vi'�ei Aibeiter zu jeder Stunde zu entlassen, und wird auch von ei»'�W zelnen Vorarbeitern der umfassendste Gebrauch davon gemacht.$ � *) Windthorst verwies auf die Rede des Thier« gegen den Krieg, di<«ne mau sehr patriotisch gesunden habe. �es **) Herr Beseler blieb in seinem gan< knrzen Erguß vor lauter Bi«' say, marckbegeistrmig ein halb Dutzend mal stecken und brachte keinen riv beke tigen Satz heran». t **♦) Nach ihrer bekannten Manier thun die Nationalliberalen lg.r sonstigen Reptilien, als sei die Affaire de« 4. Dez. ein großer„Triumph, xi�- für Bismarck gewesen. Wir wünschen ihnen recht viele solcher„Triumph'* stischist z. B. schon vorgekommen, daß wegen S— 10 Minuten„Zu- -iibasxätkommen" der betreffende Arbeiter entlassen wurde. Ganz be- e gefsonders hat man aber, allem Ans-beine nach, die roihzefärbten im � soÄnge. ES ist deshalb dringend geboten, daß jeder Arbeiter sich unkderartige Borfälle hinter die Ohren schreibt. Wo jedoch keine z dstähnliche Fabrikordnung existirt, soll und muß jeder Arbeiter seine k eiqdierzehniägige Kündigungsfrist beanspruchen und nöthigenfalls auf woeiEntschädigung klagen." Die Arbeiter mögen sich daS merken! irdiz— Das„Infam", welches Liebknecht der in vielen deutschen watTcsängnissen beliebten Praxis gegen„politische Verbrecher" in der e ei» ReichStagssitzung deS 21. Nov. aufbrannte, wurde selbst von einem irm.jTheile der ReichStagsmajorität durch Rufe der Zustimmung(die asketsteilich im stenographischen Berichte fehlen) als wohlverdient an wte» erkannt; die von Liebknecht angeführten Thatsachen hat Niemand auck nur in Zweifel zu ziehen gewagt. DaS einzige Blatt, »errgiwelcheS für die„infame" Praxis einzutreten die Stirn hat und ater-die Liebknecht'sche Schilderung der Behandlung Most'S in Plötzen- terelsee bespöttelt, sind die sog. demokratischen„Berliner Wespen", ua-redigirt von Stettenheim. Dieser Stettenheim ist ein Freund ge-BraunS(„unseres« Braun). Das sagt genug. und-.. alte»|— Zum Rückgang der Sozialdemokratie. Die in 1-cht, Mainz erscheinende„Süddeutsche Bolksstimme" wird vom 1. Ja- ührl, nuar 1875 ab täglich erscheinen und zwar unter dem Namen einer»Neue Mainzer Zeitung". Die„Süddeutsche Volksstimme", die daß bei ihrer Begründung wöchentlich dreinial erschien, wurde im letz Wirten Vierteljahre wöchentlich nur einmal herausgegeben, weil man nnessso, wie seiner Zeit mitgetheilt, die Mittel zum täglichen Erscheinen rascher beschaffen zu können glaubte. Die Gegner frohlockten. -, ia ste erblickten in dieser Maßregel einen Rückgang der Sozial- Iberedemokratie in Mainz. Doch das Gegentheil von dem, was die Be- Gegner wünschten, ist eingetreten: als täglich erscheinendes Blatt !ede»wird die„Neue Mainzer Zeitung" um so wirksamer die Jnter- Diet essen des arbeitenden Volkes verfechten und die Klassenherrschaft ; bef bekämpfen könne». � Aus dem Natit'nalzuchthaus. )-ri» Most hat nachstehend�„Petition« an den Reichstag ge- ndeir richtet: eini Der ergebcnst Unterzeichnete erlaubt sich hiermit, den deutschen : siä R-icbStag ebenso dringend als höflich zu ersuchen, derselbe wolle: einet! 1) auf das Zustandekommen eineS Gesetzes, durch welches die Behandlung politischer Gefangener in zeitgemäßer Weise ge- issio« regelt wird, baldmöglichst hinarbeiten und 2) den Reichskanzler auffordern, die preußische Regierung zu __- veranlassen, die geeigneten Schritte zu thun, daß Petent im Strasgefängnisse am Plötzensec, wo er gegenwärtig politischer Vergehen halber internirt ist, eine solche Behandlung erleide, ertt wie sie politischen G-fangenen gebührt, nämlich, daß er nicht, 1870 wie bisher g-jchab, zu Zwangsarbeit angehalten, zum Genuß lendt der Gesänznißkost genölhigt und in der freien Wahl seiner 'sche» Lektüre beeintruchtizi werde, vielmehr das Recht der Selbst- ;} e« beköstigung und der literarischen Beschäftigung zugestanden .ms- bekomme. Z i G r ü n d e. Siut 1) Zieht man in Betracht, daß die Vollstreckung der G-fänguifistrafe in Deutschland zur Zeit in einer geradezu anarchi- iserch scheu Weise von Statten geht, so daß z. B. bald Jedem das >äliz1 Recht der Selbstbeköstigung zugestanden wird, bald nur sogenannten i vel distinguirten Personen, bald nur Solchen, die sich leicht ver- nunf gangen haben, bald gar Keinem, so daß serner in einem G:- srab fängnisse die' Zwangsarbeit obligatorisch, in einem andern nur in sils beschränktem Maße und in einem dritten garniwt eingeführt ist, durch und daß— um kurz zu sein— bei der jetzt üblichen Vollstreckung Ri'der Gefängnißstrafe dieselbe an einem Orte der Festungshaft und kum), am andern der Zuchthausstrafe gleicht, so wird man sich gestehen müssen, daß derartige Zustände ganz unhaltbar sind, und daß ein >ibe»� Strafvollzugs-Gesetz ein böchst dringendes Bedürfniß ist. VeN Unter den Fachleuten ist man auch über diesen Punkt in der seh« That übereinstimmder Meinung und eö darf daher wohl eine dies- . a» bezügliche Gesetzesvorlage bald erwartet werden. Und bei Gelegen- a gi' h-it der' Regelung des Strafvollzuges wird man hoffentlich nicht .oynt vergessen, hinsichtlich der Behandlung solcher Personen, die wegen Herr politischer Vergehen zu Fre.heitsstrafen vcrurthcilt sind, spe- euteSiielle Bestimmungen zu treffen. wärt Noch besser, und meiner Ansicht nach auch weit zweckentsprechender frich' und gerechter dürste es indessen sein, wenn bei der vorzunehmenden u vir Revision des Strafgesetzbuchs diejenigen Paragraphen desselben, uN« welche von politischen Vergehen handeln(wenn man sich schon zu de» bereu Ausmerzung nicht verstehen will), dahin abgeändert werden, poln baß statt Gefängnißstrafe Festungshast angedroht wird. hen« Wie nun immer die fragliche Angelegenheit definitiv geregelt inge« werden mag, jedenfalls können Diejenigen, welch- zur Zeit wegen illew politischer Vergehen in täglich sich mehrender Anzahl vcrurtheilt poli werden� nicht darauf warten, vielmehr kann denselben nicht verargt , dst werden, wenn sie darum nachsuchen, daß möglichst schleunig stese» �ne Art Nothgesetz geschaffen werde, vermittelst dessen wenigllenS tigte» b-n gröbsten Mißständen, unter denen sie gegenwärtig zu leiden wer haben, begegnet wird. �.... lim die Nothwendigkeit eines solchen Gesetzes anschaulicher zu fachen, erlaubt sich der Unterzeichnete, nur auf einige Borkomm- »erg� Visse der jüngsten Zeit hinzuweisen. lgebe> In Sachsen wurden innerhalb der letzten fünf Jahre etwa jndet mnfzig Sozialdemokraten jU ungefähr 500 Monaten Gesängniß ver- gszei-vitheilt. Die Behandlung, welche denselben während der Ver- b eit biißung ihrer Strafen zu Theil wurde, war, von einigen Chikanen zun»"bgtsth� ziemlich human, und hat man ihnen weder im Landes- no4 ösfängnisse zu Zwickau, noch in den verschiedensten Ortsgesäng- werttMen daS Recht der Selbstbeköstigung, der Beschäftigung au -selb'"bltum, der freien Wahl ihrer Lektüre verkümmert. � »t af In Bayern liegt die Sache schon anders. Während hier z. B. kank ber Redactenr des„Vaterland«, E)r. Sigl, im Münchener Ge- wer' kangnisss wiederholt auf die anständigste Weise behandelt wurde, elchel raktirte man den Buchdrucker Wörlein, der wegen Preßvergehens d e'«u 3 Monaten Gesängniß verurtheilt worden war, wie einen ge- '■i b'1 Verbrecher, indem ihn die Verwaltung der Strafanstalt zu ; eio'�vlberg zum Einsäumen von Betttüchern zwrng u. s. w. :.& In Hessen trug sich ein dem zuletzt erwähnten ähnlicher Fall °u. Der Sozialdemokrat ZirsaS, der wegen Majestätsbeleidigung -S' chve zweimonatliche Gefängnißstrafe zu erleiden hatte, wurde im Rl»' s nivguisse zu Mainz mit etwa 20 verwahrlosten Individuen zu- ' 7ich' �viviengesperrt, zu Zwangsarbeit angehalten und an der Selbst- '"bstiguug gehindert. , u»� Auffälliger jedoch als sonstwo tritt die Mannigfaltigkeit der .mps.�'ndlung politischer Gefangener in Preußen zu Tage. Die ,xhe'vatstjemcn Bischöfe werden außerordentlich schonend, die inhas- tirten Pfarrer und Kapläne ziemlich anständig, die meisten Sozial- dcmokraten hingegen kaum anders als Strolche behandelt. Ein solches Vorzehen ist wahrlich geeignet, die sogenannte „Rechtsgleichheit" als abgeschmackte Phrase erscheinen zu lassen, und kann Deutschland gewiß nicht zum Ruhme gereichen. Die mitgetheilten Thatsachen werden wohl ke-neS EommentarS bedürfen und schon an sich kraß genug erscheinen, um den Deutschen Reichstag zu veranlassen, durch Schöpfung eines geeigneten Gesetze« solch schmachvollen Zuständen ein Ende zu machen. Ad 2) erlaube ich mir zunächst den Sachoerhalt zu skizziren. DaS bekannie gegen mich erflossene Strafurtheil wegen angeb- licher Vergehen gegen die ßK 130 und 185 des Strafgesetzbuchs erlangte durch Verwerfung ver von mir erhobenen NichtigkeitS- beschwerde Seitens des preußischen Obertribunals am 13. Sept. d. I. sogenante„Rechtskraft", und ich hatte von jenem Tage an meine Ueberführung von der Berliner„Stadtvoigtei", wo ich seit einem halben Jahre in Untersuchungshaft mich befand, nach dem Strafgefängnisse am Plötzensee zu gewärtigen. Da ich aber von letzterem Institute wenig Einladendes vernommen hatte, so stellte ich beim preußischen Jastizministerinm den Antrag, es möge mir gestattet werden, meine Strafe in der Berliner Stadtvvigtei zu verbüßen, weil in der Strafanstalt am Plötzensec der Selbst- beköstigung und Aehnlichem, waS ein politischer Gefangener wohl zu beanspruchen berechtigt sei, Hindernisse im Wege stünden. Ich glaubte um so sicherer, daß diesem meinem Antrage ent- sprachen würde, als erst vor einiger Zeit ein wegen TodtfchlagS zu längerer Gefängnißstrafe Verurtheilter von der Strafanstalt am Plötzensee einzig und allein deshalb nach der Berliner Stadt- Voigtei versetzt wurde, weil er das Recht der Selbstbeköstigung beanspruchte und in jener Anstalt nicht erlangen konnte; allein ich täuschte mich. DaS Justizministerium schickte mein Gesuch anS Berliner Kammergericht und dieses übergab eS dem Berliner Stadtgericht, welch letzteres sich dahin aussprach, daß kein Grund vorliege, mit mir eine Ausnahme zu machen. Ich war ja kein distinguirter Todtschläger! Noch che diese Entscheidung erfolgt war, hatte man mich übri- genS schon eineS schönen Morgens— meinem Ersuchen, mich ans eigne Kosten allein und in anständiger Weise zu befördern, ent- gegen— gemeinsam mit sieben Spitzbuben in ernen Armensünder- karren(sog.„grünen Wagen") gepackt und nach der Strafanstalt am Plötzensee befördert. lieber den Empfaug, der mir hier zu Theil wurde, mag hier nur das Wesentlichste Platz finden. Als ich beantragte, daß mir, da ich politischer Gefangener sei, erlaubt werden möge, mich selbst zu beköstigen und literarisch zu besckäfligen, wurde mir Seitens der Direktion bemerkt: ich sei kein politischer Gefangener, solche gäbe eS überhaupt gar nicht; Leute meines Schlages feien eigentlich weit gefährlicher als Diebe; ich müsse die Jacke anziehen, die HauSkost essen und das übliche Arbeitspensum liesern, und zwar werde man mich, da ich Buch- binder sei, der Eartonnage-Abtheilung zuweisen!, Die von mir hiergegen gemacbten Vorstellungen hatten zur Folge, daß sich die Direktion entschloß, ihre Entscheidung um 24 Stunden auszusetzen. Nach Umlauf dieser Feist wurde mir mitgetheilt: daß mir da? Tragen der eigenen Kleider gestattet sei(meiner Eigenschaft als ReichStagSabgeordncter halber), daß es aber hin- sichtlich deS Genusses der Gesängvißkost und der zwangsweisen Bcslbäftigung sein Bewenden habe. In Bezug auf letzteren Punkt sollte ich iudeß enrbunden sein, mehr als daS Pensum zu lie- fern, vielmehr sei mir erlaubt, nach Ableistung deS aufgegebenen ArbeitSquautums mich geistig zu beschäftigen, jedoch nur so, wie eS die Direktion zu regeln für gut findet, nämlich nicht politisch. Gegen diese Anordnungen wurde ich bei der Gesängniß Com- misston vorstellig, allein ohne Erfolg, indem dieselbe ungefähr folgendermaßen entschied: Nach der Hausordnung der Anstalt kann die Direktion zwar solchen Gefangenen, die sich im Besitz: ihrer Ehrenrechte befinden, was bei Ihnen der Fall ist, die Selbstbeköstigung gestatten, sie hat sich aber im Hinblick auf die Art Ihres Vergehens(!) und Ihre Vorstrafen nicht veranlaßt gesehen, dies zu thun. Mit der Verweigerung der Selbstbeköstigung fällt aber das Recht auf Beschäftigung nach Belieben von selbst, weil nach der Haus- ordnung nur Denjenigen dieses Recht zugestanden werden kann, die sich selbst beköstigen dürfen. Auch findet die Commisston, daß die Ihnen zugewiesene Beschäftigung eine ganz angemessene ist. Sie sind eigentlich Buchbinder und waren nur als Auto- didakt publizistisch thätig und zwar in einer Weise, die Sie fortwährend mit dem Strafgesetzbuche in Conflikt brachte. Es kann somit nur gut sein, wenn Sie durch die Ihnen jetzt auf- erlegten Arbeiten zu Ihrem ursprünglichen Beruf zurückgeführt werben.(!!!) Es waren auch verschiedene Zeitschriften u. dzl. an mich ein- gesandt, von der Direktion aber einbehalten worden, weshalb sich die Gesängniß Ccmmission auch über diesen Punkt ausgelassen hatte. Und sie entschied hierüber, wie folgt: Die an Sie eingesandten Zeitschriften zc. sind meist sozialdemokratischer Natur und können Ihnen schon deshalb nicht verabfolgt werden, weil dieselben geeignet wären, Sie in Ihren Anschauungen aufs Neue zu bestärken. Da Sie aber behaupten, ein dringendes Bedürfniß zu haben, mit der Tagesgeschichte sich vertraut zu halten, so wird Ihnen die Wahl gelassen zwischen der„Norddeutschen Allgemeinen",„National-" und„Vossischeu Zeitung«!— Da ich wich selbstverständlich bei diesem Entscheid nicht be- ruhigen konnte, reichte ich ein Gesuch beim preußischen Justizminister ein, durch welches ick um schleunige Aenderung der getroffenen Bestimmungen, mittelst welcher ich in eine gradezu haarsträubende Situation versetzt wurde, bat. Ich wußte, daß besagter Justizminister gelegentlich der jüngst stattgehabten Strafanstaltsbeamten-Conferenz sich auf den Stand- punkt deS Geh. RegierungSrathS v. Illing gestellt hatte, welcher die Verweigerung der Selbstbeköstigung gegenüber Gefangenen meiner Art eine entschiedene Ungerechtigkeit nannte; aus diesem Grunde erwartete ich mit Zuversicht eine mir günstige Entschei- dung. Was that jedoch der preußische Justizminister? Anstatt ein- fach einen entsprechenden Commentar zu den einschlägigen Stellen der Hausordnung des Strafgefängnisses am Plötzensee der Ver- waltung desselben übermitteln zu lassen, schob er sich die ganze Angelegenheit vom Halse. Er sandte mein Gesuch ans Berliner Kammergericht, das sich ebenfalls die Arbeit leicht machte, indem es dem Berliner Stadtgerichte die Sache zur Begutachtung über- wieS. Bei letzterer Behörde faßte nun die 7. Deputation(die auch meine Verurtheilung geleistet hatte), den Beschluß, mein Ge- such nicht zu befürworten. Somit bleibt mir nur der einzige Weg, mich an den gesetz- gebenden Körper zu wenden, wie hiermit geschieht. WaS zunächst die Selbstbeköstigung anlangt, so bemerke ich, daß ich allenfalls auf dieselbe verzichten könnte, wenn nicht ander- weite Dinge dabei in Betracht kämen. Es wurden mir durch den ÄnstaltSarzt(nicht weil ich politischer Vergehen halber inhaftirt bin, sondern meiner Körperschwäche wegen) einige Nahrungsmittel als Zugaben zu der Gefänznißlost verschrieben; auch bin ich ein ziemlich genügsamer Mensch; und endlich kann von dem nächst- gelegenen DorswirthsckaftShause, der einzig denkbaren Bezugsquelle für Selbftbeköstiger hiesiger Anstalt, doch nichts Ordentliches er- langt werden. Nun handelt es sich aber nicht um mich allein, sondern auch um alle Jene, die nach mir politischer Vergehen halber Hierselbst inhaftirt werden, und ich darf nicht unterlassen, auch hierauf Rücksicht zu nehmen. Was mich aber in erster Lmie bestimmt, die Forderung der Selbstbeköstigung aufrecht zu erhalten, da« ist der Umstand, daß mit diesem Rechte alle sonstigen Beqüa- stigungen stehen und fallen. Ohne Selbstbeköstigung kein Erlaß der Zwangsarbeit! Als zur Zeit der schwärzesten Reaktion die zu Zuchthaus- strafen verurtheilten politischen„Verbrecher" zu Zwangsarbeiten angehalten wurden, da ertönte ein Schrei der Entrüstung im ganzen Lande und jeder halbwegs Gerechtdenkende verdammte das barba- rische Verfahren. Jetzt, in der sogenannten„liberalen" A-ra, verurtheilt man zwar unliebsame Redner und Schriftsteller nicht mehr zu Zuchthaus, sondern zu Gesängniß, martert sie aber den» noch durch Zwangsarbeit. Denn so ehrenvoll mir jede Art von Arbeit erscheint, ebenso entehrend erscheint mir jedwede Zwangs- arbeit. Man ist in der StraspraxiS längst davon abgekommen, die Arbeit in den Strafanstalten als Strafmittel aufzufassen, wendet sie vielmehr als Mittel zur Besserung der Gefangenen an. Hat man es nun mit arbeitsscheuen Leuten zu thun, so ist ein der- artiges BesserungSmittel gewiß am Platze; bei politischen Ge- fangenen liegt eS aber auf der Hand, daß eS ungehörig ist, wenn man sie zu Zwangsarbeit anhält, zumal daS Strafgesetzbuch nur davon spricht, daß Gefangene beschäftigt werden„können«, nicht aber davon, daß sie beschäftigt werden müssen. Und wenn irgend ein spitzfindiger Commentator den letzteren Sinn in den klaren Wortlaut des Gesetzes hineininterpretirt hat, so kann dies um so weniger maßgebend sein, als verschiedene Fachautoritäten dem nicht beistimmen, so z. B. der sächsische G-neralstaatsanwalt Dr. Schwarze. Kurzum: Die Anwendung der Zwangsarbeit bei politischen Gefangenen kann nur den einen Zweck haben, selbige zu quälen. Die AuSrede,-S müsse doch für die verabfolgte Ge- fängnißkost u. s. w. eine Gegenleistung entrichtet werden, kann z. B. wir gegenüber nicht gemacht werden, da ich mich erboten habe, im Falle man mich von der Zwangsarbeit entbindet, zu be- zahlen, was mir geliefert wird, worauf jedoch nicht eingegangen wurde. Der Hinweis auf den Umstand, daß ich einst Buchbinder war, kann auch nicht durchschlagen. Denn seit ca. sechs Jahren bin ich publizistisch thätig und brauche mich meiner literarischen Arbeiten nicht zu schämen. Ob ich mir aber meine Vorbildung auf höheren Bildungsinstituten oder auf autodidaktischem Wege angeeignet habe, das ist lediglich meine Sache. So oft ich vor Gericht stand, konnte ich b.obachten, daß die öffentlichen Ankläger in ihren wider mich gerichteten Strafanträgen und die Richter in ihren Erkenntnissen sich bemühten, als das er- schwerendste Moment meine Bildung hervorzuhcken; jetzt will man mir plötzlich dieselbe absprechen. Erst wird meine Bildung hoch abgeschätzt, um eine möglichst hohe Strafe über mich verhängen zu können, dann degradirt man mich wieder zum simplen Buchbinder- gesellen, um die langandauernde Strafe auch noch durch allerlei kleinliche Maßnahmen verschärfen zu können. Nicht allein, daß ich verdammt bin, täglich mein Arbeitspensum wie jeder Spitzbube zu liefern, nein, es werden mir auch noch in derjenigen Zeit, die ich mir bei besonder« fleißiger Verrichtung der mir auferlegten Zwangsarbeiten erübrigen kann, ganz entschieden die Flügel gestutzt, indem ich selbst da noch nicht die Erlaubniß habe, mich beliebig geistig zu beschäftigen. Zu welchen Verdrieß- lichkeiten ein solcher Zustand tagtäglich führen muß, liegt wohl auf der Hand, braucht also nicht näher erörtert zu werden. Als Mitglied eines gesetzgebenden Körpers habe ich z. B. da» lebhafteste Interesse, verschiedene ZeitungSftimmen über Gesetz- entwürfe u. dgl. zu vernehmen. Die AnstaltS-Direktion und Ge- fängniß-Commifsion erlauben mir aber nur die Lektüre eine« BlatteS. Ebenso verhält es sich mit meinen Studien. Seit Jahren treibe ich Sozial Oekonomie und soll daher All-S, was auf diesem Gebiete veröffentlicht wird, zur Kenntniß nehmen, ob es nun von Manchestermännern oder Sozialisten herrührt, aber nickt« da: eS kann nur dasjenige in meine Hände gelangen, was die AnstaltS- Censur besteht. Und so ist eS in jeder Hinsicht. Der Zweck aller diesbezüglichen Maßregeln soll— man höre und staune!— meine Besserung sein! Es ist wirklick mehr als verletzend! Bei einem selbständig denkenden Manne setzt man voraus, man könne— wie bei einem dummen Jungen— seine Ueberzeugungen und Anschauungen durch momentane äußere Ein- Wirkungen beliebig umkneten! Wer sollte ernstlich an die Ricktig- keit einer derartigen Voraussetzung glauben? Gewiß kein Mensch In Wirklichkeit handelt eS sich und kann es sich nur darum hau- dein, mir während meiner Gefangenschaft das Leben möglichst zu verbittern. Und zu alledem sagt der preußische Jullizminister Ja und Amen! Denn daß er sich durck Weiterschiebung meines Gesuch« salvirte, ändert Nichts an der Sache. Er konnte die Angelegen- heit regeln, aber m'ochte nicht.l Daß nun angesichts der geschilderten Lage der Dinge"�? Ersuchen um Abhülfe gerechtfertigt ist, wird der Deutsche Reichstag gewiß nicht verkennen, und, daß ich nicht solange warten kann bis durch ein Gesetz die Behandlung politischer Gefangener im Allgemeinen geregelt wird, gleichfall». Demgemäß hoffe ick. daß der Deutsche Reichstag schleunig den Reichskanzler zur Anord- der geeigneten Maßregel» auffordern werde. Sttafgefängniß am Plötzensec, den 23. November 1874. r-i.-i,« J5'" Johann Most, Schriftsteller und ReichStagSabgeordncter. (Obiges Schriftstück ist der Petitions-sCommission übergeben worden, und haben mehrere einflußreiche Reichstagsmitglieder da« Versprechen gegeben, dafür zu sorgen, daß es nicht in dem Papier- korb der Commisston begraben wird. Einen direkten Antrag zn stellen, war den sozialistischen Abgeordneten, ihrer numerischen Schwäche halber, nicht möglich.) Innere Parte!- Angelegenheiten. Als Vertrauensmänner wurden weiter dem Ausschuß vor- geschlagen und sind von diesem nebst Revisoren bestätigt: Schedewitz: G. E. Brückner. Oederan: K. Richter. Kaiserslautern: B. Bach. Der Partei neu angeschloffen hat sich: Stein bei Burgstädt in Sachsen, Vertrauensmann H. Mühler. Mit sozialdemokratischem Gruß! Hamburg, 6. Dezember 1374. I. A.: I. Auer, Breitestraße 39. Gewerksgenossenschaftliches. Gewerksgeuosienschaft der Mannfaktur-, Fabrik-7»ud Hand ardeiter deiderlei Geschlechts.(Sitz Weimar). ßrtamttlchnn, 6. Dezember. Abrechnung sür die Monate Zuli, August und September. Einnahme: Kamenz Thlr. 1., Apolda 2. 14.—., Braunjckweig 11.—.—., Großenhain 7. 12.—., Meerane 7. 20.—., Breslau 2. 1. 7., Wolfenbüttel—. 29.—., Schweinau 25. 28.—., Augsburg 7. 1. 4., Crimmitschau 7. 28.—., OelSnitz 3. 2.— Nowawe« 2. 17.—., Gotha 1. 9.—., Gera 6. 4.—., Magdeburg 5. 10. 9., Broitzen 3. 11. 2., Plauen i. V.—. 14.—., Leiferte 3. 20.—., Riddagshausen 6. 9.—., Ausgabe: Riddagshausen Thlr. 10., Apolda Thlr. 3. Im Rückstände sind: Schönau, Berlin, Stvllberg, Deuben, Dresden, München, Oberndorf.— Rcclawationen über die Ad rechnung sind zu richten an Ferd. Böttcher, Peterstr. 557 BB. Gewerksgencffen allerorts! Wie aus obiger Abrechnung zu ersehen ist, ist die Mitgliederzahl unserer Gewerkschaft eine schwache zu nennen, trotzdem dieselbe früher zu den stärksten zählte, in Bezug auf die Ortschaften, welche zu uns gehörten. Viele der- selben sind ausgetreten, um sich einer andern Organisation anzu- schließen, von welcher sie vielleicht B-ffereS erwarteten. Diese große Anzahl Orte müssen durch rege Agitation unserer Oraani- sation wiedergewonnen werden. Die Lage der Manufakturarbeiter ist eire ganz erbärmliche zu nennen, und dennoch erdreisten sich die Herren Arbeitgeber, die Löhne zu reduziren, die so schon zum Sterben zu viel und zum Leben zu gering sind. Darum ist eS Pflicht aller Genoffen, die uns noch Fernstehenden aufzuklären, auf daß sie sick unserer Organisation anschließen, denn nur durch festes einiges Zusammenhalten aller Arbeiter kann die Lage der- selben gebessert werden. Für die Verwaltung: C. Poser, Petcrstraße 557 LC. Verein der Sattler und Berufsgenossen. N erlin, 1. Dezember. MoriatSabrcchnung der Ceutralkaffe pro November. Einnahme: Von der Mitgliedschaft Berlin 17 thlr. 13 gr., Magdeburg 13 gr. 6 pf, Hamburg 6 thlr. 3 gr. Summa 24 thlr. 9 gr. 6 pf. Ausgabe: Abonnement für das offizielle Organ„VolkSstaat" und 6 Extra- Exempl. 13 gr. 6 pf., Porto für Briese und Pallete 1 thlr. 4 gr., Reisediäten sür den Vor- fitzerden Henke nach Leipzig und Halle 7 thlr., Kassirergehalt 5 thlr., Reiseunterstützung an 2 Fremde 2 thlr., Summa 15 thlr. 17 gr. 6 pf. Bilanz: Einnahme 24 thlr. 9 gr. 6 pf. Ausgabe 15 thlr. 17 gr. 6 pf. Bleibt Summa 8 thlr. 22 gr. Hierzu Bestand pro Oktober 41 thlr. 28 gr. Verbleibt Bestand 50 thlr. 20 gr. Die Vertrauensmänner sämmtlicher Bereire werden ersucht, in kürzester Zeit behuss Feststellung der Löhne und Arbeitszeit Ver- sammlungen einzuberusen und dem Vorstande eine genaue Statistik hierüber einzusenden und außerdem die Zahl der Mitglieder anzugeben. Tie VereinSutenstlien von RoiSdorf bei Bonn sind vom ftüheren Vertrauensmann Ksynsick(jetzt in Deutz, Eisenbahn- straße 2 wohnhaft) eingesandt, da jedoch die VereinSgcldcr im Betrage von 8 Thlr. 15 Gr. nicht dabei sind, so wird derselbe aufgefordert, dieselben einzusenden; ebenso wird daS frühere Mit glied in Roißdorf, Dahlmann, welches aus der dortigen Kasse 1 Thlr. entnommen hat, aufgefordert, das Geld einzuleuden. Ferner wird der ehemalige Vertrauensmann in Stuttgart, Thicler, Lindenstr. 21 wohnhaft, ersucht, die noch vorhandeneren Statuten und OuittungSbticher einzusenten.— Wa» die Arbeit hierorts anbelangt, so ersucheu wir zeden College«, wenn möglich, Berlin zu meiden, indem fast sämmtliche Privatarbeit darnieder liegt und die Miliiärarbert zu Ende geht; in Folge dessen ist eine ungeheure lleberhäusung an Arbeittkrast vorhanden. Wenn auch die Täschner- arbeit bis dato so leidlich ging, so läßt dieselbe bereits nach mithin habe» wir hier sür unser Geschäft, da der Winter erst ansängt, nichts erfreuliches zu erwarte». Die Nachrichten aus fämmtlichen Vereinen sind fast gleichlautend, überall ein stiller Geschäftsgang und Arbeitskräfte vollauf. Zur weitern Notiz diene Folgendes: Der jetzige Vertrauens mann in Hannover heißt G. Bergemann, wohnhaft Grünestr. 20; der Vertrauensmann in Chemnitz Hamann, der Kassirer daselbst V. Rieck, äußere Rochlitze, straße K, bei Fr. Seltmarn. Wegen Krankheit des Vertrauensmanns Kretz in Offenbach ist jetzt A. Witz, Darwfiadterstr. 24 bei F.W.Otto, au dessen Stelle ernannt und wird die Reeseunteistütznng gezahlt im grünen Baum von 12 bis 1 Uhr Mittags. Sämmtliche Briese sind einzusenden an den Vorsitzenden Henke, Chausseflr. 24, Gelder und Abrechnungen an Unterzeichneten. Mit Gruß im Austrage des Vorstandes W. WirthS, Kassirer, Alexandrinenstr. 116, 8. W, Gewerkschaft der Schuhmacher. chotha. In Karlsruhe hat sich eine Anzahl� Kollegen der Gewerkschaft angeschloff n. Bevollmächtigter ist H. Klingel, bei Meister Wackerl, Waldhornstraße; Kassirer C. Durst, ebendaselbst; Schriftführer I. Weißer; Kontrolleure I. Killguß und A. Schnitzer. Desgleichen sind in Freiburg i. B. 23 Kollegen beigetreten. Be- vollmächtigter ist Joseph Fnurkäs, Weberstraße Nr. 3, 3 Tr.; Kassirer I. Haug, ebendaftlbst; Schriftführer Alois Selb; Rem- foren Hermann Schmidt und Jacob Kappler. Auch in West- phalen regt sich's unter den Kollegen und hat sich in Mühl- heim a. R. eine Anzahl Genossen zum Beitritt erklärt. Bevoll- mäcktigter ist I. Bardamer. bei G. Westhof, Bachstraße 46. Nachdem wir unfren Genossen die angenehme Nachricht von der raschen Ausdehnung unsrer Gewerkschaft zur Kenntniß gebracht, sind wir in der nicht minder glücklichen Lage, über die innere Kräftigung der Mitgliedschaft berichten zu können. Darmftadt, Köln a. R., Mainz, LandShut u. f. w. machen die erfreulichsten Fortschritte. An die Beamten der Gewerkschaft richten wir je- doch auch daS Verlangen, recht pünktlich ihre Pflicht und Schul- digkeit zu thun, desgleichen die Mitglieder. Je größer unsre Ge werkschast wird um so fester müssen wir uns aneinander ketten nm dadurch jene Macht zu erlangen, mit der wir uns zu einer besseren Zukunft Bahn brechen. Ter Bevollmächtigte in Köln a. R. Franz Schachtner wohnt Mühlevgasse 23, woselbst die Reiseunterstützung ausgezahlt wird. In Halle a. S. wohnt der Bevollmächtigte Georg Jäckej, Reils- strcße 6, Giebigenstein. In Bamberg ist Bevollmächtigter I. Schreiber bei Meister Erbwein', Rosengäßchen; Kassirer P. Ries, Zwerggäßcheu 487, Maxplatz. ES werden die Mitglredschasten Freiberg in Sachsen und Fürth in Baiern und LndwigShaftn a. R. hierdurch aufgefordert, ihren Pflichten gegen die Hauptkasse nachzukommen, sowie einen Bericht über den"Stand der Mitgliedschaft einzusenden. Ist das ehrenhaft für Euch, Material unter verschiedenen Umständen kommen zu lassen um hinterher nicht ein Lebenszeichen von sich zu geben? Bestehen die Mitgliedschaften noch? und wie? Wenn nicht, warum sendet Ihr daS ganze Material nicht zurück? Gehölt es Euch? Wir rechnen bestimmt auf eine befriedigende Antwort. Desgleichen ersuchen wir die Kollegen in Reichenhall i. B., Erlangen und Straubing um Nachricht. Gruß die Verwaltung. W. Bock. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Montag, den 14. Dezember: Geschlossene Mitzlieder- iii Correspondenzen. Htkcnse«. An die Cigarrevarbeiter Teutschlands! Allen Collegen zur Nachricht, daß wir am 5. Dezember bei den Cigarren- sabrikanten Nolting u. Ctmp. die Arbeit eingestellt haben wegen zu schlechter Zurichtung und wegen noch schlechterer Tabake. Aerli«, 28. November. Donnerstag, den 26. d. M., fand die erste Generalversammlung deS„Wahlvereins der sozialdemokratischen Arbeiterpartei" statt. Nachdem durch den Vorstand ein kurzer Bericht über die bisherige Thätigkeit erstattet und die Ab- rechnung erfolgt war, wurde zur Nruwahl des Vorstandes ge- schritten, und da die seitherigen VorstaudSmitglieder fämmtlich die Neuwahl ablehnten, wurden gewählt: zum ersten Vorsitzenden E. Bernstein, zum zweiten Vorsitzenden I. Heiland und zum Schrift- führer O. Stollen; ferner in den Ausschuß: Mohr, Kertel, Gersten- berg, Holznagel und Wobschall. Hierauf entspann sich eine ziem- lich lebhafte lang andauernde Debatte über die Frage:„Wie soll fernerhin die Agitation sür die Ausbreitung deS Vereins betrieben werden," während welcher verschiedene hierauf bezügliche Anträge einliefen, von denen folgende von der Versammlung acceptirt wurden: 1)„Es soll regelmäßig wöchentlich eine Versammlung ds Wahlvereins in ein bestimmtes Local einberufen und neben- bei für rege Agitation in den verschiedenen Wahlkre sen Sorge getragen werden." 2)„Die heutige Generalversammlung erklärt es als erste Pflicht jedes VereinSmitgliedeS für zahlreichen Besuch der vom Verein einberufenen Versammlungen zu sorgen." Noch ein Antrag, dahin gehend, die Agitation mehr mittels Vo kS- Versammlungen zu betreiben, war eingegangen, wurde aber von verschiedenen Seiten unter Hinweis auf die eigenthümlicken Ber- liner Bei Hältnisse bekämpft und schließlich abgelehnt.— Außerdem wurde noch beschlossen, die nicht regelmäßigen Versammlungen auch im„Neuen Sozial-Demokcat" zu anno, ciren. Mit sozialdemokratischem Gruß! O. Stötten, d. Z. Schriftführer. Versammlung im kleinen Saal des„Orpheum", Neustädterueustraße. Tagesordnung: Innere BereinSangelegenheiten. � Es weiden die Mitglieder, bei denen die Sache ewigen Werth hat, � gebeten pünktlich zu erscheinen. I. H. Peter.(6) ( Ks pof Allen GestnuungSgcnosscn und„Valksstaat"-� Abonnenten zur Nachricht, daß vom 1. Dezember l. I. von Seiten de« hiesigen Sozial- politischen Arbeitervereins eine«« Filialexpedition errichtet ist.,, Der Preis beträgt pro Monat bei Abholung 6 Sgr., in's Haus 8 Sgr. 5• Gefällige Adr. find abzugeben im vereinslocale, beim Gastwirth Herrn]*<" Barthling, Knochenhauer straße 59, woselbst auch regelmäßig jeden Sonnabend Abend halb 9 Uhr die Vereinsversammlungen stattfinden. � Eine regere Betheiligung ist Pflicht! U 1,2a)_ B. Petzsch, d. Z. Vorsitzender. s25j Gewerkschaft der Holzardeiter. Sonnabend, den 12, Dezember: Versammlung Windmühlen str. 7.— T.-O.: Diskussion. Gewerkschaftliches. Ausnahme neuer Mitglieder. Der Borstand. j4j Leipzig Hesellige Zusammenkunft mit Aamen Allgemeiner deutscher Schaeiderverein. Sonntag, den 13. d. M., im Sophienbad: verbunden mit Tanz.— Ansang 6 Uhr— Freunde des Vereins find hierzu freundlichst eingeladen._(2a)_ Das Eomitö.[15]( Leipzig u. Ämgegend«.ää». fe Montag, den 14. d. Mt«.: Versammlung bei Fröhlich, Nikolai- � straße 38.— Tagesordnung: 1) Kassenbericht. 2) Vorlesung über de»! l Hasixflichtgesetz. s5j>vg pst Sozialdemokratischer Arbeiterverein... wMjillll Sonntag, den 13. Dezember, Abends 8 Uhr: General- � Versammlung im Bereinslocal.— Tagesordnung: Abrechnung und>lte Borstandswahl. est, Weitere Anträge müssen bis zum 12. d. M. an den Unterzeichneten� gelangen. Der Borstand: Fr. Fischer. RL. Steuern werden am Versammlungsabend von 7—8 Uhr ent-l y gegen genommen, zu deren Enkichtung Säumige ousgefoidert werden, Quittung über die eingegangenen Gelder sür die drrch Brandunglück heimgesuchten Mitglieder der Webergenvssenschast-zu Geringswalde. Von W. Fink aus Leipzig Thlr. 3. 7.; von der Geweikschast der Holzarbeiter Leipzig? durch C. E. Seifert Thlr. 8. 5.; in der Feurich- scheu Pianoforlefabrik in Leipzig, gesammelt durch R. Willecke Thlr. 2. 10.; von Albert und Anna Dult in Untertürkheim Fl. 1. 4e).; von Tisch-r in Görlitz Thlr. 3.; vom Fachverein der Tischler in Eölu Thlr. 9.; von G. Hadlich in Leipzig Thlr. 11. 17.; von Ed. Bernstein in Berlin Thlr. 2. 2. 9.; von F. Bartholdi in Mitiwaida Thlr. 2., gesammelt bei einer Lbendunterhaltung de« Arbeiterverein«; von W. Hosemann in Hainichen Thlr. 1.; vom Volkevcrcin in Reichen dach durch E. Woiss Thlr. 2.; von der Gewerkschaft der Schuhmacher in Halle a. S. durch F. Kamtach Thlr.—. 21.; von Hablich in Leipzig Thlr. 5. 17. 5.; von der Giwertschast der Hvlzarbeiler in Löln durch H. Bruch Thlr. 5.; von E. Krämer in Koburg Fl. 5. 15, gesommllt beim Stistungisesie des Arbellervereinsz vou der Holzart eiter. Gewerkschaft in Erfurt durch I. Rudolph Thlr. 5.; von der Holzarbeiter. Giwerkschast in Radeberg d. F. Mühlan Thlr. 1.; von d-n Sozialdemekraten in Lun.enau d. E. Etriune Thlr. 3.; von de» Magdeburger Parteigenossen d. L. Wille Thlr. 1. 15.; von der Schubmocher- Gewertschast Köln d. F. Schachtner Thlr. 2.; von G. Hadlich in Leipzig in mehreren Posten Thlr. 2. 10. 5.; Summa 74 Thlr. 15 Gr. 8 Ps. Hiermit allen Korporationen und einzelnen Personen unfern wärmsten Dank. Gerwgswalde, im Dezember 1874. Heinrich Goldammer, Vorst, der Webergenossenschast. Parteigenossen, wir haben zu Euch gerufen und wir haben auch sofort Gehör gesunden, wir werden Eure brüderliche Theilnahme nie ver- gissen; wir werden in jedem Vorkommnisse, wo Hilfe nöthig, soweit es in unsern Kräften steht, mit am Platze sein.__ Vriefkastea der Redaktion: G. in GcringSwalde: Sie haben keine Jnseratenreste zu bezahlen. Quittung der Expedition: V. Hllmnn Stuttgart Schr. 11 thlr. 25. Hing Schneeberg Schr. 2 thlr. 1. 5. Hckr Bötzow Schr. 15 gr. Ptsch Hannover Ann. 1 thlr. Rngr AtzgerSdris Ab. 1 thlr. 4. Klfld Pest Schr. 3 thlr. Rtlmnr und Comp. München Schr. 12 thlr. 25. Msct Darmstadt Schr. 2 thlr. 18. I. Mllr hier Schr. 20 gr. 1. Schmiiil Tübingen Sehr. 9 gr. Psch Nieder-Zwvnitz Schr. 1 thlr. 6. Fllrmnn Lsterholz-Scharmbeck Schr. 10 thlr. Wrnr Ecmenz Schr. 2 thlr. 27. Hrsch Stuttgart Schr. 1 thlr. 9. 8. Hdlch hier Ab. 1 thlr. 20.__ Fond für Gemaßrrgelte. Von M. S. hier 4 thlr. Anzeigen 2c. KkitilLflH« Vs»„Sozialdemokratische Arbeiterpartei". wlugvliUlg Die hiisigen Mitglieder versammeln sich Samstag, den 12. Dezbr., bei Bierbrauer Linder(srüher Blosfeld), Jakoberstraße. E» ist wünschenswerth, daß die Versammlungen fleißiger besucht werdeu, als es in letzter Zeit der Fall war. Es wird nur im„Bolksstaat" annoncirt. _ Im Auftrag: I. EndreS.[7] Manufactur-, Fabrik- und Handarbeiter. vilUUUlUvy Sonnabend, den 12. Dezbr, Abends Halb 8 Uhr:,., Versammlung bei Müller, Lindenstr. 3l.— Tagesordnung: Vortrag:, Tie Organisation der deutschen Stuhlarbeiter. GewerlschaftlicheS. Frage- � kästen.— Gäste find freundlichst eingeladen. Adolph Neumann, Bertrm. jöftbe Todesanzeige.° s Fern von der Heimath starb in der Blüthe seiner Jahre am 5. d. M- � nach längerem Krankenlager unser treues Gewerkschaftsmitglied Emil, � Bälsch au« Zeitz im 22. Lebensjahre. Ich' Berlin, den 8. Dezember 1874. Ws Tie Gewerkschaft der Manufakturarbeiter. sl7>/,!st Soeben ist erschienen: Rede Lieökuechfs ülier den Antrag »n, « »5 auf K Peurtaubung der gefangenen so;.- demokr. Reichstags-< Abgeordneten. ju iReichstagssitzu«!! vom 21. November 1874.) 2>/, Bogen Oktav. Preis pro Exemplar!>/.> Sgr." Ferner: Zlilsere Wreßzustände von Wilh. Blos. w 2-/2 Bogen Okt. Preis pro Expl. 2 Sgr. 1�! Buchhandlung des„Volksstaat". 8- Im Verlag der C. Pfeiffer'schen Buch- und Kunstliaudlung!a� Berlin erscheint und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen: Das preussische Rechtsbuch '«m flu oder Die Hechte und Pflichten des preusslschen Staatsnb bürgers.»f Das preussische ßechtsbuch belehrt den Bürger über die neneBj. arT' sowie über die noch giltigen älteren preussischen Gesetze und erspr- dem Nichtjuristen in allen Fällen einen theueren Rechtsanwalt,>0 Das Werk erscheint in Heften ä 10 Sgr. Lin foziatiltifches Weihnachtsmärchen! In unserem Berlage ist erschienen: ;35j«d tot Der große Krach. »d Ein Märchen für große und kleine Kinder. Bon Friedrich Gottlicb Schulze. üß lt\ hi lue Mit lithographirten Bildern. (Letztere von der durch ihre Arbeilcn rühmlichst bekannten Lithographen-Tenolsenscha!�� Ausgabe 1:(gebunden und auf Schreibpapier) 10 Gr. Fl Ausgabe 2:(trofchiti) 8 Gr.!«l (Diese Preise gelten jedoch nur sür Parteigenossen: der Buch'tt Handels-Ladenpreis der Ausgabe 1, welche allein im Buchhandel zflha haben ist, beträgt 15 Gr.)— Wiederverkäufer erhalten Rabatt t Volksbuchhandlung ex (J. Kränz.) Zürich(Hottingen).(3-chy NB. ObigeS Buch ist durch alle Expeditionen parieiginössischer Blälierzg insbesondere durch die Buchhandlung de«„Bolksstaat", Leipzig, beziehen. DMsjtlmtiialcilder für 187Z. Ä cl l>?Nl Berein der Satter und Berufsgenossen. -Ol-l-tUl Die nächste öffentliche Bersammlung sämmtlicher Sattler- gehilsen findet Sonnabend, den 12. Dezember, Abends halb 9 Uhr, bei Bahre, Brückenfir. 10, im großen Saal statt. Die Tagesordnung wird durch Säulenanschlag bekannt gemacht, und es ist Pflicht eines jeden Collegen am Platze zu sein. Gäste find willkommen._ A. Eo enen, Vertrauensmann. Arbeiterverein. Montag, 14. Dezbr., Abends l/z9Uhr: Versammlung bei Kuntzsch(Biertunnel). D. B.[3j Den auc wältigen Parteigenossen diene hiermit zur Derselbe enthält außer dem bekannten Kalendarinm(dem diesmal a-iUni der katholische Kalender beigefügt ist), ein Berzeichniß der Messen uiü Märkte DemschlandS. j Lfterarischer Jnoalt: Die Hanauer Turner im badisch-rheinpsälzischen Ausstande iSDb nach den Papieren ihre» Eorpsadjutanien, des verstordenen Albek I Dammerow. Bon dem noch lebenden Sigismund Borkbeii»' Batteriechef in der badisch-rheinpsälftschen Rebellenarmee; Rothe Ofler*�» historische« Gemälde aus dem Bauernkrieg, von Robert Schweiidt�o Wo liegt die Rettung? Aus dem Tagebuch eine« Sozialisten, v�v> Otto Walster. Zur Grand und Bodensrage. Verschiedene«. ix Preis 3>/2 Gr. gegen buar. � p Bestellungen hierauf an die Buchhandlung de«„Bolksstaat" zu adresfir�� Kenntnißnahme, daß da» jetzige Verein«-Local des Volksvereins sich„F lehmig« Restauration"„Hoffnung" befind«. Der Vertrauensmann.(4) Veraniwortlicher Redakteur: R. Seifsert. Redaktion Hobestraße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, in Leipttg- Druck und Verlag der SenossenschajtSbuchdiuckeiei in Leipzig-