el. Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Pvstanstalten u. Buchhand- langen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen str die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Bon 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Tbird and coates str. Philadelphia. Abonncmentspreis# für ganz Deutschland 16 Sgr. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten aus den Sten Mi 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachs« u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat deS Quartals k S'/z Sgr. )cs jCH OrgMdersozlaldemokrattschenArvetterMrteiundderwternattonalenGelverkskenossettsHllstm. laset««, die Abhaltung oon Partei-, Bereiu«. und voUsversammlnageu, sowie die Fdial-Sxsidittouen und sonMg- Partei- Angelezenheiten betreffend, werden mit I Rar.,— Privat, und N.roni!«.,nn« Anzeigen mit 2'/» Ngr. die dreigespalten» Petit-Zeile berechnet. Nr. 149. Mittwoch, S8. Dezember. ■1 nb�" 74 Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Quartal und fordern .vir deßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. \ Der Preis beträgt 16 Sgr.(56 Kr. rh.) pro Quartal, s.p' a Sgl.(18 la Kr.rh.) pro Monat für ganz Deutschland. Alle deutsche Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnmten, welche das Blatt per Kreuzband bc iehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender t-j�eise berechnet: fSr Deutschland 1 Thlr. 5 Ngr.(8 fl. 3 kr. rh.); für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien und Italien 1 Thlr 10 Ngr.(5 FrcS.); für Frankreich, die Niederlande, Portugal, Großbritannien. Rumänien und die Türkei 1 Thlr. 20 Ngr.(ß1/* FrcS.); für Spanien und für Amerika 2 Thlr. Für Leipzig und Umgegend ist der AbonnemrntSpreis uichmit Bringerlohn) auf 17�/» Ngr. pro Quartal und 6 Ngr. jJ�ro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition liefe? Blattes, �eitzerstraße 44, und bei Colporteur Müller. r■« Umgegend von Leipzig bei den Flialexpeditiionen: für olkmarsdorf. Reudnitz, Ncuschönefcld,:c.:c. bei Frau riedrich, Anger Nr. S, für Connewitz rc. bei Teubert. maische Straße 19, für Klkiuzschocher und Umgeoend bei leische?. Nr. 87 daselbst, für Thonberg und Neurrudnitz Z f ch a u, für Plagwitz und Lindenau bei Herrn .jfchuster, Äicrscbnrgerslr. 26, für Gohlis«. bciO. Penkcrt, --Aäuptstr. 19, für Stötteritz bei Fr. Bogenitz, Hauplstr. 38 Für Berlin wird auf den„BolkSstaal" monatlich für 87llV* Sgr. frei iu's Haus abonnirt, bei Trautmann, Marian eüzenstr. 4,3Tr.— Rubenow, Brunnenftraße 34 Laden; Metz t; er. Elisabethkirchstr. 1; Bogel, Prinzenstr. 61. Schuster, Blumenstr. 36b, 4 Tr. det ?erl Sev nantnstr Den„Bolksstaat"-Abonnenten und Filialexpeditionen zur �Äachricht, daß nm Ablauf dieses Btonals die Abonnements- leider für das laufende Quartal beglichen sein müssen» und -4M de» die Restanten hierdurch zur schleunigen Erfüllung ihrer {t/flicht aufgefordert. Gleichzeitig inachen wir darauf aufmerksam, M Abonnement für das erste Quartal 187S rechtzeitig er- �Auern zu wollen. Die Kedakticn und Erpedition des..Nolksstaat t)sr Ein Sturm im Glas Wasier W richtiger in einer Sumpfpfütze. Wie unseren Lesern bekannt,! sch<»«ebte üder dem Haupt des ultramontanen ReichslagSabgeordneien , fMajunkc feit Beginn der Sefston ein Haftbefehl, und zwar zum »r., chuf Verbüßang einer rechlstiäflig gewordenen Gefängnißrafe von "MNJahr. Die Behörde» hatten anfänglich Bedenken, sie thaten Reichstag die unverdiente Ehre an, einen Conflikt zu be- Die schmeichelhafte Illusion sollte bald verschwinden. jdie anfängliche ReichstagS-Majorität deshalb gefährlich werden konnte, weil sie die ungeheure Majorität des Bolls hinter sich hatte, war eS anders. Jetzt ist im Reichstag keine ernsthafte Opposition zu befürchten. Abgesehen davon, daß der Hoverbeck'sche Antrag höchst harmloser Natur ist, würde die kleine Majorität zu Gunsten desselben wie Schnee vor der FrühlingSsonne zerschmelzen, wenn Fürst Bismarck an seinem nächsten Kneip-Abend bei einem neu aufgelegten Faß Kulmbacher den freundlichen Bierwirib spielt. Die Adreffe, an welche der„Cäsar auf dem Ministersessel" sich richtet, mußte in böheren Regionen gesucht werden— vermutlich ein Nachspiel deS Arnimprozesses. Doch genug für heute. Zum Todtlachen ist die Bestürzung der Nationalliberalen— LaS- k-r läßt daS gedankenschwere Haupt noch tiessinniger hängen als gewöhnlich, und seine Collegen blicken ihn vorwurfsvoll an:„WaS hast Du, wein armes Kind, geihan?" Eine neue Wazeneriade. Ja, hätte er gestern n-cht den Fanatismus der„Unparteilichkeit" gehabt und den Politiker hinter dem Juristen versteckt— das Resultat der Abstimmung wäre vielleicht ein andere« gewesen, und der„Ast, auf dem wir sitzen", drohle nicht niederzustürzen.„Mor- gen früh ist Ministerrath, nm über die Frage der Auflösung zu bcrathen", wimmern die entsetzten Reichsboten. Majanke aber wird sich inS Fäustchen lacken— seine letzte Prophezeiung hat sich komisch erfüllt: Qui mange du pape en meurt*) wer den Ma- junke einsteckt, bekommt Bauchgrimmen. In derselben Angelegenheit schreibt man uns weiter: Derbei Schluß der heutigen(17.Dez.)Tazessiyur!g(bie mit defini- tiver Annahme der von Hoverbeck eingebrachten Resolution begonnen hatte) verlautbarte Rücktritt des Reichskanzlers v. Bismarck soll heute Mittag 4 Uhr erfolgt sein und hört man, daß im Lause des morgigen Vormittags Ministerrath betreffs Auslösung deS Reickstags statlsinben soll. DaS bescheidene Verlangen des Reichstags nack einem Gesetz, wonach während der Dauer der Session kem Mitglied deS Hauses, ohne des letzteren Zustimmung verhaftet werden können solle, hat den„Cäsar auf dem Minister stuhl"(um mit Windthorst zu reden), scheint eS, so auS dem Concepte gebracht, daß er so nicht mehr mitthun will. Hat der Herr Lasker wohl geahnt, daß»hn der Beifall Windthorst'S so theuer zu stehen kommen und daß seine �Rückzuzsrede ihn und die Seinigen ans die Klippe v. Hoverbeck l treiben werde?— Das Centrum kann im Fall» der Auflösung ausrufen:„O Majanke, warum hast Du uns das gethanl?"— Denn als es die Freilassung unsrer Leute galt, konnte man sich seitens dieser Herren, wie seitens der Liberalen, zu einer solchen Höhe nicht erheben.— Eine schönere Gelegenheit, die Macktstel- luug und Bedeutung des Reichstages, mit dem richtige,. Commen- tar zu begleiten, konnte sich kaum bieten. Herr v. Bismarck will nun einmal über die Leiber und Geister zu jeglicher Zeit verfügen können.— Wer mazS ihm verargen?— Herr Miguel meinr zwar ! im Augenblick, wo wir schreiben, daß in Deutschland gegenwärtig !daS System der Mebrheit in der Volksvertretung gilt.— Es gilt,— aber was gilt es?— Sagen wir nichts und— 'warten wir ab! Berlin, den 18. Dezember. Bei Berathung der„Dispositionsfonds der Presse"(Hülfspo- sition zum Reptilienfonds) fürs auswärtige Amt, leitete heute Windthorst die Debatte mit einer kurzen Beleuchtung der sattsam bekannten eigenartigen Einrichtung ein, ohne die entschiedene Schneidigkeit, die ihm sonst zu eigen ist, bei dem so dankbaren Stoffe anzustrengen. Neben einer Art BeileidSadresse an die Na tioualliberalen ur.v ihren heute natürlich abermals abwesenden gute» as' Berbalten fcfS ReichstaaS am 21. November gegenüber dem! Genius, brachte der Redner nichts Ernsteres noch Witziges von '.. w l r.____— QU �»h»„ a».» t» v-v» n* VÖ i,» 4,,»«,(t«*•»-. rt v itv i es» tAtt f 1 1 V» fV{ V.»m 4»,« i�Ftag auf Beurlaubung der gefangenen Abgeordneten gab dies weiterer Bedeutuna b-rvor —-Wünschte RechtSg,undlage für die Verhaftung, und das Bravo"'"' ReichsiagSmazorität am 4. Dezember, als Bismarck die Par- resp»! Majunke'S mit pxm Zuchthäusler Kullmann idcnti- 'strte, entfernte die letzten Skrupel. Einige Tage darauf wurde rhr'ajunke verhaftet. Jetzt beginnt die Komödie. Der Reichstag, 1* thatfächlich den Haftbefehl fanktionirt hatte, erhitzt „alle Parteien" treten zu gimeinfamem Vorgehen zusammen; fälliger Anlauf, fünfstündige Debatte am vorigen Donnerstag fenchf Resultat: der kreisende Berg gebärt die Resolution Hoverbeck, lautend: „Der Reichstag wolle erklären: behuft Aufrechterhaltung er schien selbst so dünn gestimmt zu sein, wie das Centrum besetzt war und so empfahl er denn die neueste Auflage der Wuttke'schen Schrift,„die deutschen Zeit- schrifien" und speziell die Kapitel, welche die offizielle Presse be- handeln, allseitiger Keuutnißnahme. Sein Antrag, die Position im Etat zu streichen, führte seinen allen Gegner Herrn v. Ben- ningsen aus sicherem Hinterhalt. Es ist ein schöner Gedanke, einen alten Helden deS nationalen Liberalismus den Reptiliensond retten zu sehen!— Seine erhabeneren Gedanken gipfeln in den Worten:„Derartige FondS sind für jede Regierung nothwendig"; die Politik Bismarck, zu deren Förderung die Fonds dienen, ist die Politik der Nichteinmischung und des Friedens!— Der He- . � Würde'��deS�RAchstag-'ist eS nothwendig, im Wege det'rold Benningsen verkündet die Farben seine« R.tterS v. Bis- , reit Abänderung der Verfassung de« deutschen marck, deS FriedenSgeniuS, aber mit gedämpfter Stimme lagt er, v.fr!.!?'..u„..«„Ari-fipn. dafi ein Mitglied des wie damals beim Milltärgesetz sein Blttgejuch an den Kr.egS- minister, so heute mit Triumpfgefühlen den Liberalen die Worte zugleiten:„Der Antrag Windthorst bietet Gelegenheit zu einem Geichs die Möglichkeit auszuschließen, daß ein Mitglied des l Reichstag« während der Dauer der ReichStazSperiode verhastet "*,'erde." .„Zweiter Akt der Comödic. Fürst Bismarck erklärt, seine Ent- einreichen zu wollen. Ob Scherz oder Ernst— ein Be- ji*;' daß der Mann recht krank, wa» das einzige uichtkomische !>,li» clr Sache. Lassen wir nun unseren Berliner Correspondenten k �°"-' 1 f> Berlin, den 17. Dezember 1874. « 5, � Bismarck hat die Annahme des Hoverbeck'fcheu Antrag« 1 ergriffen, ftir,e Demission einzureichen. Nur zweierlei >1 giebt eS für diesen Schritt. Entweder Fürst Bismarck >>>'.& auS politischen, sei eS auS gesundheitlichen Gründen c 4>i unhaltbar gefunden. Oder die Demission ist nur �l�i�rohung, eine Pression zur Erreichung eine» bestimmten 11 Das Erste« ist nicht ganz unwahrscheinlich, wenn man an drde Ferner gedenken die sozialdemokratischen Abgeordneten einengt' Antrag auf Abschaffung der Kinderarbeit einzubringen. 5Mb sich für beide Anträge die nöthige Unterschrifteuzahl finden wir�n. ist freilich noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen.»och ----' Bosu — Die Gefänguißfrage wied nach den Ferien im ReichSiMge zur Sprache kommen, auch wenn die Most'sche Petition von WMur« Kommission zn den Akten gelegt werden sollte. Der Abgeorvnekesser Tellkampf hat folgenden, von Abgeordneten aller Parteien uatosvd stützten Antrag eingebracht: lesell „Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn ReichSkanzlschel aufzufordern, in Gcmäßyeit deS Artikels 4 Nr. 13 der Reicher i Verfassung, den Entwurf eineS GefängnißgesetzeS, betsv, die zu regelnde Strafvollstreckung und die Reforöahr des GefängnißwesenS» dem Reichstage baldthunlichst vofcrge legen zu lassen."«der " brach — Erfreuliches Zeichen der Zeit. Aus einer UniveDAch — Die Aussperrung der Braunschweiger Cigarren- arbeiter und Wickelmacherinneu dauert immer noch fort, und beträgt die Zahl der Ausgesperrten inSgesammt 600. Zwar thut der deutsche Tabakarbeitervein sein Möglichstes, die AuS- gesperrten zu unterstützen, nichts destoweniger ist eS Pflicht der deutschen Arbeiter, ihren von den trotzigen Fabrikanten hart he- drängten Brüdern thatkräftig zur Seite zu stehen. Etwaige Unter- stützungcn sind zu senden an Louis Färber, Wendenstraße 45 in Braunschweig. sitätsstadt, deren Namen wir vorläufig verschweigen wollekvollt schreibt man unS: Die sozialistische Propaganda unter w-baß hiesigen Studirenden fängt an, eine recht rege und fruchtbJ�n zu werden. Wir haben hier schon eine ansehnliche Zahl eifrigpistni Parteianhänger unter ihnen und wenn sich diese Leute selbstv�ttew ständlicher Weise auch gerade nicht offen als solche bekennen, �ähr treiben sie doch die Agitation erfolgreich weiter. Diese bestMng hauptsächlich imMirculirenlassen sozialistischer Broschüren, was si�sit gerade in jenen Kreisen bewährt, denen der Besuch sozialistis«'S«! Volksversammlungen, überhaupt jede Betheiligung an politisib«arn Agitation, wenn auch nicht offiziell verboten, doch aber von t�ilde deutendem persönlichem Nachtheile sein könnte, weshalb es sehr wünschen wäre, wenn man auch auf den übrigen Universitäten �tzeu, diese Weise unter den Studirenden werben würde. Der Erft�iltei wird ganz sicher ein erfreulicher sein. Fängt eS doch selbst in d�kten. Köpfen unserer hiesigen Professoren an zu tagen! So wissen»,® von einem, daß er nicht mehr sehr weit hat, um auf sozialistischi��t Boden zu stehen, ein gewiß erfreuliches Zeichen in emer Zeit, mau so gern über den„Rückgang" der Sozialdemokratie jul nd 5 nstll ielei große der h t'sstt P achei lattt den I D Rechts — Wir erhalten folgende Zuschrift: „An die Redaktion de«„VolkSstaat"! Newark, N. I., 28. Nov. 1874. jbaben Soeben erst erhalte ich die Nummer der„Concordia" mit Herausforderung eines Ungenannten zum wissenschaftlichen Z kämpf betreffs meines„ABC de« Wissens" rc. Ich nehme selbe an, ich willige auch in die gestellten drei Bedingungen, s. ich würde noch ungünstigere annehmen, um einen ernsthaften k« kämpfer der im ABC enthaltenen Aufstellungen zu finden, billig aber ist eS, daß ich mich als angreifenden Theil betrat ich n i soll, obwohl ich nicht meinen Gegner, sondern bloß Ansichten fchftlm greife, welche er mit Anderen theilt; während er doch der greiser ist, da er selbstverständliche Wahrheiten, welche ick wickelt, bekämpft; unbillig ist es daher, daß ich in dem Zweikat blos einen Schlag führen soll, er aber zwei. Denn die mir stattete„kurze Wiederholung meines Widerspruchs beim Abvstnan r der Duplik" will um so weniger bedeuten, als ich den Raum s�wors „Bolksstaat" durch einen vollständigen Abdruck der letzten S�wkSs nerischen Erwiderung sehr ungern zu stark beanspruchen mö beamch Aber es sei darum, wenn die Redaktion des„Volksstaat" in l Bedingungen willigt, wie ich nicht zweifle.(Sehr gern. R. d. �lt s Im Voraus aber muß ich bemerken, daß der Gegner den s meines Beweises nicht erfaßt hat, wenn er ihn dahin au« �'otri „daß dse Ungewißheit des Daseins Gottes allein sc JphtSb egenbeweis gegen eben dieses Dasein bil�."8« —.---- renne' einen Hier liegen mit einem Male drei Mißverständnisse vor: 1) führe gar keinen Gegenbeweis gegen dieses Dasein, soakf'Ud rc widerlege nur die bestehenden Beweise für dieses Dasein. 2) J? lai1 spreche nirgends von der Ungewißheit des Daseins sondern überall nur von dem Nichtvorhandensein einer Pflicht de einen Gott zu glauben und ihn zu verehren. 3) Ich habe i Sunda: nirgends den Mangel an Logik zu Schulden gebracht, auS Staats Ungewißheit eineS Daseins auf dessen Nichtvorhandensein zu sl»ebenS .... �------'könne ßen. Ich möchte den Herrn Gegner höflich ersuchen, meinen s?.nne tikel noch aufmerksamer zu lesen, damit ich nicht genölhigt �tnfalt den kostbaren Raum deS„Volksstaat" mit weitläufiger Ausveck ptlassu gegnerischer Mißverständnisse zu verschwenden. Denn es' Aug ii mir durchaus weniger am Rechtbehaltcn al« an der AufkV �ftvolt eineS möglichst großen Leserkreises. A. Don«®te dm u» Die Quednauer Redolte dar dem Schw«rgerilt (Fortsetzung.) Die ostpreußischen Revoltanten und das Gericht. n. Der Staatsanwalt, Assessor Dr. Bienko, trug in seinem doyer ungemein starke Farben auf. Nach seiner Ansicht e> die Revolte darum ein so großes Aufsehen(wie der nur acht später in Kissingen verübte„schändliche Mordversuch" auf „populärsten Mann in Deutschland"), weil man in demfelbi Symptome einer tiefer liegenden Krankheit erka Als Ursache dieser tiefer liegenden Krankheit ist nach dem Staatsanwalt daS sozialdemokratische Gift erkannt w „welches langsam schleicht, aber deshalb nicht aufhört, zu sein, und die beabsichtigte Wirkung auch gehabt Zwar werden, sich die Herren Geschworenen und Richter t gewundert haben, sagte er, daß die tagelangen Verhand' (und die drei Monate dauernde Untersuchung!) über die l Urheberschaft und über diejenigen, welche die ländliche Beoölt ausgehetzt,„eigentlich gar nichts ergeben hat". Aber der& anwalt weiß die Herren mit einigen schwülstigen Phrasen ruhigen.„Solche Verbrechen entstehen nicht aus einmal, lassen sich auf eine allmälige Vorbereitung zurückführen." De* Staatsanwalt erinnerte dann an eine Partei,„die es fss Jahren zur Aufgabe macht, den Arbeitern von Freiheit k schwärmen und ihnen im Hintergrunde eine ungeheuer! Branntweinflasche zeigt"; an Blätter, die auf jeder Sei� Evangelium predigen, die Arbeiter„brauchten nur zu Drell an den «lS ein Verth ei 1« besti Gutsbe Wunde A, brllckun hervor� »onkurr wahren Hütten ____ �.Thlr Aber der& �tt um Nui jBan w «eiter t und Sense zu greisen und gegen den Besitz zu Felde zu j eal der Freiheit, der Weisheit und des Reichth� um das Ideal schon a �amali aber ük dp« 2( 10 Giw Diehl s iabst-phaschen"; an Flugblätter, mit denen in letzter Zeit unsere Pro- »in;„außerordentlick übersckwemmt, worin alle diese Gräuel- baten, welche in Quevnau und Medenau verübt und angedroht - V-snd, den Arbeitern auf dem Laude anempfohlen worden". ass�iir alle diese außerordentlich starten Behauptungen hat Staats [ch iftfnwalt Dr. Bienko nicht den magersten Beweis beigebracht, er hat llntetzuck nicht einmal sagen tonnen, daß solche Verbrechen von irgend rubeiPvem andern Gerichte zu irgend einer Zeit konstatirt worden ern A»d. Von den Flugblättern, mit denen die Provinz„außer- »rdeutlich überschwemmt",„die an vielen Orten mit Beschlag be- einengt", hat er nur daS in Schönfließ ausgegebene vorzeigen können, >. s�bst dieses ist niemals verfolgt, geschweige verurlheilt wor- wirken. Den angeführten drei Feinden gesellte der Staatsauwalt »och einen„viel sch'.immern" Feind, den Branntwein zu.„Die Losung ist: möglichst wenig arbeiten und möglichst viel trinken. Eine ichSiapgewöhnliche Scheu vor der Arbeit und als Korrelat ein unge- an vöeurer Durst: dann ist der Mann fertig, wie er zu solchen Ex- »rvnetessen gebraucht wird. Zuerst im Kruge den Leib vollgetrunken uuteirnd dann loS gegen die Besitzer! Diese Elemente haben, innig >esellt, auch hier gewirkt." Bewiesen, durch unzweifelhaft fest- lanMstelltc Thatsachen bewiesen wurde auch diese Behauptung nicht, i-ichper Beweis nicht einmal versucht. Der Herr Staatsanwalt führte betP, daß von 175 Sachen, die seit dem ersten Januar in diesem .smöahre zur Bestrafung durch die Kriminaldeputation deS KönigS- t vo�rrger KreiSgerichtS gelangt sind, allein 52 Fälle Mißhandlung »der Bedrohung der Besitzer Seitens der Knechte, HauSftiedens- bruch und Beamtenbeleidigung betrafen. Durch diese Thatsachen, livesvrlche mit den Revolten in keinem Zusammenhange standen, »ollekvollte der Herr Staatsanwalt zu dem Schlüsse berechtigt sein, r dt-daß die Besitzenden sich, wa« die ländliche Bevölkerung anbetrifft, chlb�en arbeitenden Klaffen gegenüber in einem wahren Nothstande üfri�efinden. Der kleine Besitzer kommt mir vor, als wenn er auf bstv-itiuem Pulverfaffe sitze. Der große merkt vielleicht nicht so die .n Währung im Volke, weil er mit diesem nicht in so enge Berüh- bestötung kommt." Au die Geschworenen(es waren nur Guts- as ffbrsitzer!) sich wendend, rief nun der Staatsanwalt:„Das ein- stisät'ge Mittel dagegen haben Sie in der Hand: eine strenge, un- itischbarmherzige Handhabung des Gesetze»." Und nur keine on Mildernden Umstände den Angeklagten zuerkennen!„Es würde ebrh* Rechtsbewußtsein und RechtSgefühl auf's Gröblichste ver- tn i etzen, wenn mildernde Umstände den Angellagten bewilligt werden Erst ollten. Denn nur Strenge kann uns vor der drohenden Gefahr � dketten." zn» Von den Angeklagten hat Niemand gesprochen. Sie können Uscht�ilbt reden; sie sind nicht einmal im Stande gewesen, den Kreuz- .jt Mnd Quergängen des Verhörs zu folgen, am wenigsten aber den iubMvstlichen und schwülstigen Ausführungen des Staatsanwaltes. Vieles war ihnen gewiß ganz neu, und es würde wahrscheinlich große Mühe kosten, ihnen zu erklären, waS der Staatsanwalt mit der hundertköxsigen Hydra und den drei Feinden gemeint. Sie 74. baben schon darum nickt den Verhandlungen folgen, Einwendungen Machen und dem Staatsanwalt antworten können, weil sie nur ��Plattdeutsch zu verstehen und zu sprechen vermögen. Sie waren te?den Juristen gegenüber wehrlos und sie wußten das. n Die Vertbeidiger der Angeklagten, angesehene und ehrenwerthe .n' Z Rechtsanwälte, waren ohne Sympathie für die Angeklagten. Auf ijdie elende Lag- der Landarbeiter ist denn auck keiner von den 'rae�ehn Vertheidigern(so weit die» aus den auffällig kurzen Mit- en jtheilungen der KönlgSberger Zeitungen zu ersehen) eingegangen. a»Die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen waren nicht an- ck Zugreifen. Zur Erklärung derselben, um Milderungsgründe gel- ikaa, � Zu machen, wurde der Zeitgeist angeführt, der daher komme wie der Sturmwind, von dem man nicht wiffe woher, von dem bbv Uran nur die Wirkungen sehe, die Trümmer der über den Hausen rm geworfenen Gebäude. Für den Geist, welcher jetzt die untersten Volksschichten durchdringe, könne nicht der Einzelne verantwortlich mij gemacht werden. Zum Theile wohl ist er die Folge der neuen g Gesetzgebung, die mit einer Ueberstürzung fortschreite, daß in letzter '(Zeit selbst die Rechtsanwälte irre geworden seien, wie viel mehr „< müßten eS diese Leute werden. E« sei ein tief eingewurzeltes '.f Mißtrauen der Arbeiter gegen die Arbertgeber; nun sollten die sz Gutsbesitzer auf einmal die Macht haben, fle ins Gefvngniß zu •l bringen. Das mußte böseS Blut machen. Die Anklage selbst er» ., kenne an, sagte ein Anderer, daß die Angeklagten, die alle stupid nL und roh sind, Opfer der sozialistischen Wühlereien geworden, die 2?lso lange Zeit die Leute aufgeregt hätten. Verschiedene Blätter, «zj führte ein Dritter aus, hätten sich den Kopf darüber zerbrochen, � wie der Zug gegen die KreiSordnung, die doch auf so gesundem k/l Fundament beruhe, habe kommen können. Alle Bemühungen der � Staatsanwaltschaft, sozialistische Einflüsse zu entdecken, seien ver- sj gebenS gewesen; sie habe die Quelle nicht auffinden können. Er >1,! könne daS Gcheimniß verrathen. ES gäbe keine Quellen.„Die ! Einfalt, Dummheit, Rohheit und der Branntwein hätten die Ver- ieif oalaffung zu den Exzeffen gegeben und ein gewiffer konservativer i 1 Zug in der ländlichen Bevölkerung."(Als gegen die Medenauer Ichi Nevoltanten verhandelt wurde, sagte der Vertheidiger:„Nichts als aai �ie durch Schnaps gesteigerte Rohhcit der Leute hat die-schuld � an den BorMen____ Sehen Sie, meine Herren Geschworenen, li sich die stupiden Physiognomien der Angellagten an, und Sie ■ Werden finden, daß sie sich unmöglich über die llarsten Dinge ver- ständigen können.")— In dieser Weise, indem sie ihre Klienten p al« ein verächtliches, verworfenes Gesindel schilderten, suchten die Vertheidiger die Geschworenen zur Annahme mildernder Umstände i» bestimmen! Daß Gründe, wie die vorgebrachten, auf dre Herren Gutsbesitzer nicht den geringsten Eindruck machten, wird Kemen Tunder nehmen.(Forts. folgb) gerste erhielten wir 36—40 Pfd. für 1 Thlr., jetzt nur 12 und 18 Pfd. Und so geht eS mit allen Lebensmittelpreisen fort. Also wird ein Jeder leicht einsehen, daß unser Tagelohn sich nicht mit den Lebensmittelpreisen aufaeschwungen hat, sondern wir haben uns Über 50 Prozent verschlechtert. Nicht der hohe Lohn also verdrängt die Arbeit, sondern grade umgekehrt, wenn der Tage- lohn nicht mit den Lebensmittelpreisen übereinstimmt, so wird der Arbeücr verdrängt. Aber dieses wollen die Kapitalisten nicht ein- sehen, sie sinnen lieber auf Mittel, um den Arbeiter noch besser in Jammer und Elend hineinzustürzen. Darum Collegen, fordere ich Euch auf, nnserm Verein beizutreten, denn durch stramme Or- ganisation können wir den Meistern entgegentrete» und ihnen zeigen, daß sie uns ordentliche Behandlung und solide Löhne schul- dig sind. Denn wir Arbeiter sind eS grade, welche die Arbeit fertig bringen, nicht die Kapitalisten. Mit sozialdem. Gruß Ludwig Oetken, Bevollmächtigter. Allgemeiner deutscher Schneiderverei«. Mraunschweig, 16. Dezbr. Vereinsgenossen! Am gestrigen Tage habe ick die Formulare für die statistischen Nachweise über Lohn und Lebensbedürfnisse an alle Genossenschaften gesandt. Laut Beschluß der diesjährigen Generalversammlung hat jede Genossen- schaft halbjährlich ein Formular auszufüllen und aa das Control- CommissionSmitglied A. Reimann m Berlin, alte Jacobsstr. 6, zu senden. Da die Zeit soweit vorgeschritten ist, werden die Bevoll- mächtigtcn ersucht, sich damit zu beeilen. Gleichzeitig mache ich den Mitgliedern bekannt, daß in Betreff der Personen, die in Gießen zn der VorortSverwaltung gewählt sind, bis dato kein Widerspruch bei mir angezeigt ist; ich bringe deshalb zur Kenntniß, daß die Uebergabe der Geschäfte vom alten auf den neuen Vorort am 28. Dezember stattfindet. F. Mumme, Scharrnstraße 1. Gewerksgenossenschaftliches. Allaemeiner deutscher Schiffszimmerer-Verein. ZZrag«. Ein beliebtes Manöver der Meister zur Herab- drückuvg der Löhne ist der Hinweis auf die durch die..hohen Lohne hervorgerufene Unmöglichkeit mit den auswärtigen Meister» z» konkurriren. Die Meister weinen, die SchlssSzunmerer hatten vor wahren hierorts nur 27 Grote und später 42 Grote erhalten und hätten sich bei diesem Lohne ganz wohl befunden Hmte, wo wrr l Thlr. Lohn erhielten, kämen wir nur deshalb nicht aus, weil Wir uns förmlich bemühten, Alle« zu verthun... Nun Collegen, laßt Euch durch solche- G-schwatz n.cht b-lmn, wan will damit nur einen Vorwand heraussuchen, um dem Ar. bitter den Lohn kürzen zu können. Ich kann hierzu genügende Veweise anführen, und werde nur von der Zeit reden, wo ich schon als Schissszimmerer arbeitete, nämlich von vor 20 Jahren. Damals verdienten wir 42 Grote, die �bwSm.ttAr-ts- war-n »ber über die Hälfte niedriger wie i-tzt. E« kostete ftüher 1 Brod d°n 20 Pfd. 16 Grote, jetzt 16 Groschen. Butter n Pfd. 10 Grote jetzt 13 Groschen. Damals erhielten wir 36 und 40 Pfd. Viehl für' 1 Thlr. fttzt erhalten wir 16 Pfd. für 1 Thlr., Schäl- Correspondenzeu. Großenhain. Zur Harmonie zwischen Kapital und Arbeit. Um den verschiedenen lügenhaften Berichten der Bour- geoiS-Pressc über die hiesigen Lohnstreitigkeitsn entgegen zu treten, fühle ich mich verpflichtet, nackstehende ausführliche Auseinandersetzung zu machen: Am 10. Oktober wurde den Webern an den mechanischen Stühlen bei den Herren Tzschukke u. Otto eine Lohn- reduktion von 20 pCt. angekündigt, und zwar nach Aussage der genannten Firma hauptsächlich auf Veranlassung der Fabrikanten Gebr. Naundorf. Da die Arbeiter der Herren Tzschukke u. Otto bei der gegenwärtigen Thcuerung aller Lebensbedürfnisse sich eine Lohnreduktion nicht gefallen lassen konnten, kündigten dieselben die Arbeit, wandten sich aber auch gleichzeitig an die Weber der Herren Gebr. Naundorf, denen sie begreiflich machten, daß es an ihnen liege, für die Zukunft derartige Lohnabzüge hiutanzuhalteu, indem sie trachten sollten, ihre Löhne denen der Tsschukke u. Otto- schen Fabrik gleichzustellen. Den Arbeitern der Gebr. Naundorf kam diese Aufforderung ganz gelegen, indem dieselben bereits seit zwei Jahren bestrebt sind, ihre Löhne in die Höhe zu bringen, und sie stellten daher nochmals ihre Forderungen, wurden jedoch abermals abgewiesen. Es blieb ihnen nichts Anderes übrig, um ihren gerechten Forderungen Nachdruck zu verleihen, als die Arbeit einzustellen, was sie auch thaten, indem sie am 17. Oktober kün- digten. Auf diese Kündigung von ca. 60 Arbeitern und Arbei- tcrinnen hin, wurde von Seiten des Fabrikantenvereines die AnS- sperrung sämmtlicker Arbeiter— nugefähr 2000 an der Zahl— beschlossen und dieser Beschluß mittelst Cirkular den Arbeitern be kannt gegeben(s.„Volksstaat" Nr. 125 vom 25. Oktober). Die von den Fabritanten angekündigte Aussperrung wäre am 30. Ok- tober erfolgt, und ist es nur dem rechtzeitigen Einschreiten unseres Parteigenossen Liebknecht zu danken, daß e» noch vor dem Termine der Aussperrung zu Unterhandlungen kam. Liebknecht erkundigte sich genau nach der Ursache deS ausgekrochenen ConfliktS und fand denselben für viel zu geringfügig, um so mir und dir nichts gegen 2000 Arbeiter auf da« Pflaster zu setzen. Er begab sich in Folge dessen mit noch zwei Mitgliedern des ArbeitercomitöS zu dem Vor- fitzenden de» FabrikantenvcceinS Herrn Buchwald, der sich brieflich an ihn gewandt und in gemäßigtem Tone über den Conflikt aus- gesprochen hatte. Da derselbe gerade abwesend war, besprach er sich mit dessen Sohne. Es kam schließlich so weit, daß für den nächsten Tag eine gemeinschaftliche Sitzung beider streitenden Theile stattfinden sollte, um dies- Angelegenheit in Güte b-izm legen. Aus diese im Privatwege gepflogene Unterredung hin be- gab ich mich im Einverständnisse mehrerer Genossen am nächsten Tage zu Herrn Buchwald, um Ort und Zeit der gemeinschaft lichen Unterhandlungen festzusetzen. Es freute Herrn Buchwald dieses Entgegenkommen und er sprach sich dahin au«, daß eS der Wunsch sämmtlicher Fabrikanten sei, diese Ange- legenheit gütlich beizulegen, nur wollte man nicht den An- fang macheu, wie aus seinem ganzen Reden hervorging. WaS die Unterhandlungen selber betrisst, so werde ich auS dem Pro- tokoll der gemeinschaftlichen Sitzung vom 30. Oktober die Haupt- sächlichsten Stellen anführen: „Vorschlag de« Vorsitzenden Herrn Buchwald: Die Arbeit in den Fabriken, zur Verhütung der Schädigung der Interessen bei- der Theile, in dem gegenwärtigen Stadium und unter den bis- herigen Lohnsätzen fortzusetzen, vorbehaltlich weiterer Verhandlun- gen der beiderseitigen ComitöS Uber Regelung der Lohnzahlungen unter Zuziehung der betreffenden Wcbmeister. „Dieser Vorschlag findet die Zustimmung beider Parteien; eS wird jedoch hierzu Seitens der Arbeiter noch die Bedingung ge- stellt: daß auch diejenigen Arbeiter, welche aus Anlaß des StrikeS bereit» außer Arbeit gekommen, ihr bisheriges ArbeitSverhältniß wieder mit aufzunehmen haben, und daß Seiten» des Herrn Naundorf derjenige Strafantrag wieder zurückgenommen werde, welchen derselbe gegen Herrn Anton Bähr wegen Hausfriedens bruch bei Gericht gestellt habe. Mit den ersteren Bedingungen erklären sich die Deputirten de« Fabrikantenvereins einverstanden, da hingegen kann sich Herr Naundorf nicht entschließen, Herrn Bähr wieder in seine Arbeit und beziehentlich den Strafantrag gegen denselben zurückzunehmen. Schließlich kommt eine Einigung dahin zu Stande, daß die Arbeit in allen Fabriken unter den alten Verhältnissen fortgesetzt und beziehentlich wieder ausgcnom- men werde, vorbehaltlich weiterer Verhandlungen in Gemäßheit de» Vorschlages des Herrn Vorsitzenden und unter Wieder- annähme der aus Anlaß des SttikeS aus der Arbeit entlassenen Arbeiter." Da« Resultat der Verhandlungen wurde in einer Bersamm- lung den Arbeitern mitgetheilt und gleichzeitig beschlossen, nach- stehenveS Schreiben an den Fabrikantenvcreiu zu richten: „Zur Beschleunigung deS Ausgleich« der Lohn-Differenzen in den mechanischen Webereien bin ich von Seiten de« Arbeiter- ComitöS und unter Zustimmung zweier stark besuchten Versammlungen von Arbeitern und Arbeiterinnen beauftragt, einem löbl. Comitö beiliegenden Lohntarif zur geneigten Begutachtung vor- zulegen, und füg- ich nur noch hinzu," daß eS ausdrücklicher Wunsch der beiden Versammlungen und besonders der Weber bei den Herren Gebr. Naundorf ist, daß die Verhandlungen über ciesen Gegenstand so schnell als möglich geführt werden, um dieser für beide Parteien unerquicklichen Situation-in rasches Ende zu machen. Indem ich mich der Hoffnung hingebe, daß eine beiderseitige Auseinandersetzung zu dem gewünschten Ziele führen wird, zeichne ich mich für das Arbeiter-Comilö Hugo Schmidt." Auf dieses Schreiben hin erwarteten wir eine Einladung zu einer gemeinsamen Sitzung, wurden aber durch nachstehende« Schreiben eines Andern belehrt: „An da« Arbeiter-Comitö! Inliegend empfangen Sie den von un« festgestellten Lohn- Tarif, nach welchem künftig ausgezahlt werden soll. ; jg Der Fabrikanteuverein." Unsere Autwort auf diese Zeilen lautete: „An den löbl. Fabrikantenverein! Auf Ihr Schreiben sammt Lohntarif habe ich im Auftrage des Arbeiter- Comitös und einer Versammlung von Vertretern sämmtlicher Weber der hiesigen mechanischen Webereien Nach- stehendes kund zu thun: 1) Ist der von Ihrer Seite mir zugesandte Lohntarif nicht dazu angethan, die gegeowäriige Lohn-Disserenz in den mecha- nischen Webereien, resp. der Weberei der Herren Gcbr. Naundorf zu regeln, und 2) ist man gänzlich von den beiderseitigen Be- schlüssen in der gemeinschaftlichen Sitzung(s. oben) abgekommen, indem man, anstatt Unterhandlungen herbeizuführen, diktatorisch mit einem neuen Lohntarif heraustritt, welcher, wenn durchgeführt, in mehreren Fabriken mit einer Lohn- Reduktion gleichbedeutend wäre, welche selbstverständlich nie die Zustimmung der Arbeiter unter den heutigen Verhältnissen haben könnte.— Im Uebrige» erkennen die Arbeiter die schlechte Lage de« industriellen Welt- Marktes an, sie wissen aber auch recht gut, daß die hiesigen Fabri- kate nicht davon betroffen werden, und eS ist daher ihr ausdrück- licher Wunsch, dahin zu wirken, daß besonders bei den Herreu Gebr. Naundorf auf Sommerwaarc der Lohnsatz der sächsischen Tuchfabrik als maßgebend angenommen und daß die Frauenarbeit mit dem gleichen Lohne bezahlt werde. Ich hoffe, daß man diesen Wunsch berücksichtigen wird, um nicht abermals einer Arbeitseinstellung entgegen zu gehen. Jeden- fall« ist es angezeigt, die einmal begonnenen Verhandlungen fort- zusetzen, um eine Regelung schnellstens herbeizuführen. Für das Comitö: Hugo Schmidt." Die Antwort lautete: „An das Arbeiter- Comitö! Zu Händen des Herrn Hugo Schmidt. Auf das unterm 15. d. M. an uns gerichtete Schreiben er- widern wir Ihnen zu 1): Der Ihnen am 12. d. M. übersandte Lohntarif ist von uns auf Grund Ihre« uns am 2. d. M. übet- g ebenen, vom 29. v. M. datirten Lohntarifs aufgestellt worden. Wir mußten um so mehr erwarten, daß unser Entgegenkommen gewürdigt werden würde, da Sie bei Beurtheilung fraglichen Tarifs sich sagen mußten, daß wir damit eine möglichste Gleich- stellung angestrebt und in der Fabrik der Herren Gebr. Naundorf eine Lohnaufbesserung herbeigeführt haben.— Zu 2): Den Borwurf, daß wir von dem in der Sitzung vom 30. Oktober gefaßte» Beschlüsse abgekommen seien, wonach die ComitöS die Sache ge- meinschaftlich behandeln sollten, müssen wir, wie Sie gewiß nicht anders zugeben können, an Sie zurückweisen. Denn nicht nur, daß Sie uns, ohne auch nur die Einladung zu einer gemein- schastlichen Sitzung abzuwarten, den ganz einseitig von Ihnen aufgestellten Lohntarif zusandten, haben Sie eS in unserer Sitzung vom 30. Oktober, in welcher ja über Lohnsachen, wenn auch nur im Allgemeinen, verhandelt werden sollte, nicht der Mühe Werth gehalten, uns Kenntniß von bewußtem, schon vom 29. Ottober datirten Tarif zu geben, und entzogen uns somit die Möglichkeit jeder gemeinschaftlichen Verhandlung, indem Sie am 2. d. M. mit diesem einseitigen Tarife hervortraten. Ihrer Forderung, die Lohnsätze denen der sächsischen Tuchfabrik gleichzustellen, könne» wir nicht nachkommen, da, wie ja allgemein bekannt, dort der hohe Lohnsatz durch die Eigenheit der Arbeit bedingt ist. Der i» Ihrem Schreiben angeschlagene Ton ist entschieden verletzend, und wenn Sie, nachdem wir das bereitwilligste Entgegenkommen gezeigt und die Sache in der versöhnlichsten Weise behandelt haben, un» abermals mit Arbeitseinstellung drohen, erklären wir, daß wir, die Verantwortlichkeit der Folgen Ihnen überlassend, jene annehmen und allgemein durchführen würden. Großenhain, am 19. November 1874. Der Fabrikantenverein." In diesem Schreiben möchten sich die Herren Fabrikanten gerne weißwaschen,— aber eS gelingt Ihnen nicht recht. Wie die Thatsachen jetzt liegen, sind die Arbeiter vollkommen der Ueberzeugung, daß von den Herren Fabrikanten durchaus nicht« zu erwarten ist. ES sei nur noch erwähnt, daß die Herren Fabri- kanten von Grünberg(Schlesien) Arbeiter und Arbeiterinnen her- lockten, und zwar war e» der Buchhalter Herbst, welcher diese» schöne Geschäft übernommen hat. Leider find diese armen Pro- letarier getäuscht worden,— und möchten sie gerne wieder in die Heimath zurück, wenn sie nur daS Reisegeld hierzu hätten. Die Schlußfolgerung aus all diesem ist: daß etwa« faul sei« muß, wenn bei gegenwärtiger Geschäftsstockung noch Arbeiter- mangel herrscht. Schlechter Lohn und theuere Leben«- bedürsnisse. Nächstens folgt eine kleine Blumenlese über da« Treiben der Herren Fabrikanten. Im Aufttage: Hugo Schmidt. Zterk». Wie man Sozialdemokraten verurtheilt! Die Partei- genossen erinnern sick wohl, daß ungefähr Ende Juni d. I. de« am 25. Juni gegen Parteigenossen Körner verhandelten Prozesse« Erwähnung gethan wurde. Derselbe wurde damal« in erster Instanz von den bekannten Herren Reich, v. OssowSky und Giersch der Majestätsbeleidigung für schuldig befunden und zu 4 Monate» Gesängniß verurtheilt. Körner hatte am 23. April e. unsere Versammlung Elisabetherstraße Nr. 17 besucht. Der zur Tage«- ordnung festgesetzte Referent Holzwarth war nicht erschienen, Heinsch forderte deshalb Körner auf, um nicht resultatlos auseinander zu gehen, etwa« über die Parteiverhältnisse in den Rheinlanden jz« berichten, wo Körner den Winter über in Arbeit gestanden hatte. Körner enssprach dem; er legte zunächst die Gründe allSeinander, welche dem Reichstage so viele ultramontane Abgeordnete zuführten. Er sagte darüber: „Ein wirklich jederzeit feststehende« Prinzip besitzen die Ultra- montanen nicht, dasselbe ist gelöst, sobald wir den Herren von Kettelet an Stelle deS Bismarck gesetzt sehen. Die Wahl Neri- kaler Abgeordneter hat lediglich in der Opposition gegen die Re- gierung ihren Grund. Angesichts diese« oppositionellen WahlauS- falls, zeigt sich daS in einer jüngsten GeburtStagSrede so sckarf betonte Vertrauen zwischen„Mir und Meinem Volke" sehr abge- schwächt. Die Regierung ist sich dieses Mißtrauens auch bewußt! Wenn sie au Vertrauen glaubte, wie würde sie Ursache finden, das ohnehin starke Heer immer noch zu vermehren, wie vertragen sich ihre Maßregeln mit diesem Vertrauen? Mit dem Vertrauen ist e? nicht weit her!" So lautete auch die Anklage, nur an Stelle des„zeigt sich hier sehr abgeschwächt" hatte der überwachende Polizei- Lleulenant Rath von einem„leeren", der Schutzmann aber sogar von einem „blauen« Dunst gehört, beide haben aber ihre Aussagen bedienst- eidet. Die Behauptung des Polizei-Lieuteuant, die Versammlung sei nur von Arbeitern besucht gewesen, stellte Körner in Abrede und wars die Frage auf, was er denn bei solchen Beurtheilungen eigentlich für Merkmale habe?„Das könnte man doch gleich an den Gesichtern sehen. ES sei nur ein einziger Gebildeter dort gewesen, und zwar Herr Bernstein", war seine Antwort. Hier- bei sei bemerkt, daß Bernstein zufällig in jener Versammlung nicht anwesend war, der Beamte also eine andere Versammlung im Kopfe haben mußte, von wo er auch vielleicht die„leeren" und „blauen« Dünste mitbrachte. Auf die Frage des Richters, ob denn weiter nichts gesagt sei? erwiderte er:„Ja, als Körner ge- merkt hatte, daß ich notire, hat er angefangen die Kritik wieder abzuschwächen indem er ironisch sagte: er habe volles Vertrauen zur Regierung, obwohl er bei Unterhaltung mit Bekannten darin schon oft sehr wankelmüthig geworden sei. Auf die Frage an Körner, Westen GeburtStagsrede er damit gemeint habe, in der das darin betonte Vertrauen zwischen„Mir und Meinem" Volke nicht weit her sei? erklärte Körner, die GeburtStagsrede deS Kaisers nicht gemeint zu haben, von wem eine solche gehalten, in der die Worte zwischen„Mir und Meinem Volke" enthalten seien, sei hier gänzlich gegenstandslos, er enthalte sich darauf der Antwort. Der Staateanwalt Simon von Zastrow suchte nun in seinem Plai- doyer die Ausführungen als sehr gefährliche zu bezeichnen, sie seien bestimmt gewesen, die Loyalität im Volke zu erschüttern! Er behauptete:„Da notorisch feststünde,(?) daß der Kaiser in seiner letzten GeburtStagsrede von einem Vertrauen zwischen sich und seinem Volke gesprochen habe, unterläge eS keinem Zweifel, daß dieselbe gemeint sei, auch hielte er ein Jahr Gefängnrß für die geeignete Slrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Mantel, setzte in längerer Rede die Straflosigkeit auseinander. Der Ge- rrchtshof entschied auf vier Monate Gcsängniß. Er nahm dabei folgende Gründe an:„Wenn nun auch der Angeklagte beim Be- sprechen der GeburtStagsrede nicht ausdrücklich erklärt hat, daß er hierbei die letzte GeburiStagSrede des Kaisers im Sinn habe, so ist eS doch außer allem Zweifel, daß dieselbe gemeint worden, da Angeklagter wenige Wochen nach dem GeburiStage des Kaisers, an welchem derselbe in seiner Anrede an die ihm gratulirenden Generäle, wie notorisch(?) ist, auch der Angeklagte als ihm bc- kaont zugegeben hat(?), das zwischen Mir und Meinem Volke herrschende Vertrauen betont hat,(?) die inkriminirte Kritik über diese Worte abgab und dabei noch zum lleberfluß ausdrücklich von einer jüngsten GeburtStagsrede sprach! Mir Recht sieht die Anklage hierin eine Majestätsbeleidigung, denn das Vertrauen, welches in der kaiserlichen GeburtStagsrede als bestehend ange- nommen wurde, charakteristri sich durch das gebrauchte Wort „zwischen" als ein wechselseitiges und wenn dieses wechselseitige Vertrauen vom Angeklagten genannt wird, ein auf„blauen"(?) oder„leeren"(?) Dunst beruhendes, ein Vertrauen,„welches nicht weit her sei", so schildert er dadurch daS dem Kaiser wirklich ge schenkte Vertrauen als ein unberechtigtes, und gleichzeitig den Kaiser alS eine Person, die kein Vertrauen verdiene und sich gleichwohl mehr Vertrauen vindicire, als ihr eigentlich gezollt werde." Der Gerichtshof nahm auch an, daß Ehrfurchtsverl-yung zum Thatbe stand der Majestätsbeleidigung genüge, und hielt deshalb vier Monate Gefängniß für angemessen, indem dem Angeklagten mil- dernd zur Seite stehe, daß die Rede vor einer nicht stark besuchten Versammlung gehalten und er auch anscheinend bemüht gewesen sei(was erst als Ironie bezeichnet wird) den beleidigenden Ein- druck wieder abzuschwächen, indem er seinen Hauptangriff gegen die Ultramontanen— und gegen die Regierung gerichtet habe. Diesen Gründen ist das Kammergericht beigetreten, und das zwar in einer Sitzung, von der weder Körner noch die Oeffentlichkeit bis heute etwas weiß; dieselbe soll, wie im Erkenntniß steht, am 13. Nov. stattgefunden haben. Warum hat mau Körner nicht von diesem Termine benachrichtigt? Dies wird uns ans der Beschwerde Körners an das General- Postamt klar. Dieselbe lautet: „Am 10. November c. wurde angeblich vom Rechtsanwalt Munkel hier die briefliche Anzeige zu einem am 13. November c. vor dem tönigt. Kammergericht gegen mich verhandelten politischen Prozesse mit meiner genau spezialisirtcn Adresse, der hiesigen Post zur Beförderung übergeben, von welcher dasselbe jedoch alS unbe- stellbar remittirt wurde. Der Schaden, der mir daraus erwachsen, ist unermeßlich! Nach meinen angestellten Recherchen bin ich zu der Annahme gezwungen, daß dieser Brief einer Jntrigue zum Opfer gefallen, denn weder ist bei dem Polizci-Bureau Nachfrage nach meiner Adresse gestellt, noch weiß der Briefträger meines Reviers etwas von jenem unbestellbaren Briefe. Es ist mir dieser Borfall umsomehr unbegreiflich�, da fast kein Tag� vergeht, an welchem ick nicht Briefe erhielt?, und da mich zur selben Zeit einige Zuschriften auffanden, welche an meine frühere Adresse Admiralstraße 25 gerichtet waren, trotzdem ich von dort unbe- kanut verzogen war. Die Polizei von ganz Berlin wußte also annehmbar ganz genau, wo sie mich finden konnte, auch bekam ich nur kurze Zeit vorher vom Polizei-Bureau meines Bezirks die Aufforderung, mich zur Regelung einer andern Sache dort einzu- finden. Kein Jrrthum, sondern die tadelnswertheste Infamie liegt also hier vor! Ich stelle deshalb die ganz ergebene Bitte, die uöthigen Recherchen darüber anzustellen, von welchem Brief- träger fraglicher Brief des Herrn Munkel zurückgebracht wurde, und mir daS Resultat mitzulherlen." AlS Antwort wurde Körner angezeigt, daß die Sache dem Ober-Post-Amt zur Erledigung zugeschickt sei, welches aber bis heute noch nichts von sich hören ließ. Wie der Bescheid aber auch lauten möge, Körner hat schon auf die Nichtigkeitsbeschwerde ver zichtet. Er sagte:„Wenn man unsere Gerichtshöfe nicht von der Annahme von Unrichtigkeiten zurückhalten kann, wie könnte es möglich fein, dieselben zum Umwerfen derselben zu bewegen?" daß sie also selbst eingestehen sollten, ihr Urtel basire auf Unrichtig- leiten? Daß das Urtel sich der Annahme von Unrichtigkeiten schuldig gemacht, wenn es behauptet, der Kaiser habe in seiner letzten GeburtStagsrede von einem„Vertrauen zwischen Mir und Meinem Volke" gesprochen, soll dadurch bewiesen werden, daß wir die ftagliche Rede hier folgen lassen. Dieselbe lautet nach den Zeitungsberichten: „Auf die Anrede deS General- Feldwarschalls Grafen v. Wrangel beim GratulationSempfange der Generalität erwiederte der Kaiser: „Nehmen Sie meinen Dank für die Wünsche, welche Sie für die Kräftigung Meiner Gesundheit ausgesprochen. Ich nehme sie in diesrm Jahre besonders gern an und glaube auch ihre Erfüllung hoffen zu dürfen." Dann zu den Generalen gewendet:„Auch Ihnen sage ich für die Gesinnungen meinen Dank, welche der General-Feldmarschall soeben in Ihrem Namen ausgesprochen. Dä Sie als Repräsentanten Meiner Armee vor mir erscheinen, darf Ich Ihnen auch nicht verheimlichen, daß abermals eine KrisiS über derselben zu schweben scheint. Was ich damals vier Jahre aus Pflichtgefühl und Ueberzeugung erstrebte, auftecht erhielt und erreichte, hat seinen Lohn in den ja über alle Erwartungen großen Erfolgen der Armee und Meiner Verbündeten gefunden und dieses Gefühl giebt Mir Muth zur Ausdauer auch jetzt, denn nicht um Kriege herbcizusühren, sondern um den europäischen Frieden zu sichern, halte Ich an dem Bewährten fest. Leisten Sie mir dazu auch weiter, wie bisher, Beistand durch Ihre so pflichtgetreue Thätigkeit." Wo liegt hier also die Betonung des Vertrauens„zwischen Mir und Meinem Volke"? Womit werden sich die Herren Reich, v.Ossowsky und Giersch entschuldigen, die diese Behauptung Körners Verurteilung zu Grunde gelegt haben? Und wo erhält man unter jsolcheu Umständen Satisfaktion? Das Urtel ist am 11. Dezember sogenannt rechtskräftig geworden. Körner wird die Strafe in Plötzensec abmachen, uns aber ist wiederum der Be- weis geführt, daß, wenn es sich um die Verurteilung von Sozial- demokraten handelt, man selbst nicht vor der Annahme von Un- richtigkeiten zurückschreckt. Apolda. Die heute hier zahlreich versammelten Parteimit- glieder nahmen einstimmig nachstehende Resolution an: „M'.t Freuden begrüßen wir die angestrebte Vereinigung der beiden sozialistischen Fraktionen Deutschlands, und ersuchen unseren Parteiausschuß, mit allen Kräften dafür zu wirken. Ein Hoch der vereinigten deutschen Arbeiterpartei. Die Sozialdemokraten Apoldas." Krauufchweig. Quittung über die zur Unterstützung der hierorts ausgesperrten Cigarrenarbeiter und Wickelmacherinnen ein- gegangenen Gelder: Von Herrn Lemke, Holzarbeitergewerkschaft Berlin Thlr. 5., von Herrn Ernst Jüngling, Holz- und Schuh- machergewerkschaft in? Thlr. 3. 23., vom sozialpolitischen Ar- beiterverein Hannover durch Herrn Petzsch Thlr. 2. 16., von Herrn Joseph MalgerSberg in RegenSburg Fl. 3. 12., von Herrn Prüfer in Dresden, Metallarbeitergewerkschafl Thlr. 3. S. 6., von Herrn Fr. Stöller in Schw. Hall, Würtembcrg Fl. 2. 8., von Herrn Schäfer und- der Schuhmachergewerkschaft in Offenbach Fl. 4. 40., durch Herrn Seemann von der Holz- und Metall- arbeitergewerkschast und Herrn Rieck Fl. 7. IS., durch Herrn G. Weckerlem in Augsburg Thlr. 1. 7. 8., von Herrn Pfeifer, gesammelt iu der Arbeiterversammlung in Wien Thlr. I. 2., von Herrn Töllner, Schuhmachergewerkschaft Dresden Thlr. 4. 3., von Herrn Schneider in Berlin, Metallarbeitergewe.kschaft Thlr. S., von Hrn. Helsmann in Eßlingen, Holzarbeiiergewerkschaft Fl. 1.45., von Herrn Nebel in Breslau, Holzarbeitergewerkschaft Thlr. 5., durch Herrn Ludwig, Metallarbeitergewerkichafi Leipzig Thlr. 2. 15. Etwaige Jrrthümer wollen die Einsender be-.ichtigen. Auch möchte ich ersuchen, auf den Coupons den Ort und Namen, sowie die eingesandte Summe genau vermerken zu wollen. LouiS Färber, Kasfirer, Wendeufir. 45. Kanuover. Abrechnung über die Gelder, die zur Unterstützung des hiesigen Schuhmacherstrikes vom 4. Mai bis 11. Juni hier eingegangen sind. Verschiedene Umstände verhinderten den Unter- zeichneten, die Abrechnung ftüher zu liefern. Einnahme: Von den College:, der JnnungS- Krankenkasse Thlr. 17. 20. 6., den 4. Mai eine Tellersammlung Thlr. S. 19., auS ver hiesigen BereinSkasse Thlr. 24, aus der Hauptkasse in Berlin(2 Raten) Thlr. 50., von Maurern, gesgmm.lt auf die Liste Nr. 3 Thlr. 2. 22., aus Einbeck Thlr. 1., aus Celle Thlr. 6. 5., durch Barenscheer aus Liste Nr. 10 gesammelt Thlr. 2. 3., auS Elze durch Kohlmeyer Thlr. 3., aus HildeSheim Thlr. 5., aus Bremen Thlr. 8. 15., auS Frankfurl a. M. Thlr. 20., aus? Hameln Thlr. 7., aus Regensburg durch Teubler Thlr. 3. 12. 10., auS Flensburg durch Jochinsseu(2 Raten) Thlr. 4. 18. 6., aus� Bernburg durch Friedrich Thlr. 4., aus Lüneburg d. Kuhlmann! Thlr. S., auS Salzburg durch Junck Thlr. 10., aas Gera durch' Hahn Thlr. 3. von den hiesigen Schneidern durch Wahlmann Thlr. 23. 24. 6., aus Osnabrück duich Lohmann Thlr. 16. 15., von der Holzarbeiter- Gewerkschaft Thlr. 5. 19., von den Herren R. u. K. Thlr.—. 10., aus München durch Lip Thlr. 5.. von den Delegirten der Generalversammlung deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins gesammelt Thlr. 13. 21., von Herrn Wertgehol aus Düsseldorf Thlr. 1., aus der Maschinenschmiede in Linden auf Liste Nr. 4 Thlr. 3. 5., von Herrn N. N. Thlr.—. 5., die Prozente von den ArbeitSgesellen Thlr. 73. 8. Summa Thlr. 332. 13. 4. Ausgabe: Annoncen im Tageblatt Thlr. 8. 28. 6., Schreib- material Thlr. 1.—. 9., Bringergeld für Briefträger Thlr.—. 15. 6., Plakate und sonstige Drucksachen Thlr. 35. 27. 6., Porto Thlr. 8. 17. 6., an Herrn Wahlmann für eine Sammlung Thlr. 1. 15., eine Depesche nach Bremen Thlr.—. 15., für MittagSefseu an Hrn. Willig Tblr. 77. 19., Unterstützung an Strikeude Thlr. 197. 9. 3., au Reiseunterstützung Thlr. 30. 1. 6. Summa Thlr. 361. 29. 6. Bilanz: Einnahme Thlr. 332. 13. 4. Ausgabe Thlr..361. 29. 6. Defizit Thlr. 29. 16. 2. C. Busse, Kassirer; H. Joachim u. H. Knoche, Revisoren. Anzeigen?c. Die rechts in f j angegebene Ziffer ist d Preis der betreffenden Annonce. Berlin. g Mick 'Best. lung. kr*d Wahrerem der sozial- demokratischen Uröeiterpart« Box Donnerstag, den 31. Dezbr.,(Sylvester) auf„j Grcifswalderstroßc 8, am Königsthor: Großes hl Allgemeines Sylvester-Fest. (Covcert, Ball u. s. w.) Btllets a 2 Yi Sgr. sind zu haben bei den Colporteuren djjVl „Lolksstaat", bei R u b e n o w, Biumienslraße 34 und in dti�» öffentlichen Versammlungen des Wahlvcreins. Erhöhter Kasse» preis. I(! Alle Frenndc und Gesinnungsgenossen sind hierzu freuntjum lichst eingeladen Keiner darf bei diesem Feste fehlen.(67 Y«�i Liederbücher sind mitzubringen.__ Oer Borstand. die Qa» Arbeit erbildungsverein. Freitag, deu 2. Feiertag: Weilinachtsfest in den Käumen des„Eldorado".?utn Die Herren Lehrer und Bortragenden, sowie Mitglieder de» Verein�ier! sind zu zahlreicher Theilnahme hierdurch freundlichst eingeladen. Im Einlaß Nachmittag 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Die Mitgliedskarte pro Dezember ist mitzubringen. Yätl. Der Vorstand. Den 31. Dezember: Sylvcstcrseier im Bereinslocal.[a. ICflth Wr lWnffltm Am 25. Dezember Abends im Lokii Xi llUU f vi«HUUjVii Besprechung- Alle Mitglieder erscheinen Lin sozialistisches Weihnachtsmärchen! In unserem Verlage ist erschienen: P. Der große Kroch. Ein Märchen für große und kleine Kinder. Bon Friedrich Gottlieb Schnlze. at" [ hat •' bei ogeti J Tl liier dfall • seit Mit lithograplsirten Iilderu.,■ tLc»lerc v»n der durch idre Arbeiten rühmlichst bekannten Lithogravhen-Sen»ilenslt.�eibe Zürich.) Rüfzi, Gebunden und auf Schreibpapier 8 Gr. (Dieser Preis gilt jedoch nur für Parteigenossen; der Bucht IV Handels-Ladenpreis der Ausgabe l, welche allein im Buchbandel 4� haben ist, beträgt 15 Gr.)— Wiederoerkäuscr erhalten Rabatt![9*■ Volksbuchhandlung w' (J. Kranz.)' r*■ Zürich(Hottingen).(3«-T NB. Obige« Buch ist durch alle Expeditionen parteigenösfischer Blältessdeü insbesondere durch die Buchhandlung des„Volksstaat", Leipzig, sie beziehen._____ sZchSgei Social-demokratische Abhandlungen. � Von M. Kittinghausen. 7?sti Briefkasten der Redaktion. B. in Gotha: Prozeßaktenstücke dürfen nach dem Reichspreßgesetz vor Beendigung deS Verfahren« nicht veröffentlicht werden.— der Expedition. Rdtk Königsberg: Die Statuten de« Wahlverein« waren im„Bolksstaat" abgedruckt, die andern erhalten Sie per Kreuzbd. Quittung der Expedition: B. H. Wlsch Wiesbaden Schr. 10 gr. Echhlz Neviges Schr. 12 gr. 5. Ott Neundorf Schr. 23 gr. Aruld Oberwürfch- nitz Schr. 4 thlr. 25. Ppp Artern Schr. 1 thlr. Klmfch Linden Abon. 7 thlr. 15. Mklr. hier Schr. 19 gr. Metallarb.-Gewerkfch. Berlin Ann. 5 gr. Whlgmth Danzig Schr. 1 thlr. C. Much Zittau Schr. 8 thlr. 15. Sch Wien Schr. 17 gr. Rdgr Delmenhorst Ann. 5 gr. Rttmnr München Sehr. 12 thlr. 14. Schd Frankfurt Schr. 6 thlr. 9. Wiking Hamburg Schr. 13 gr. 5. Brbm Gotha Schr. 9 thlr. 21. Dttrich Dölitz Abon. 25 gr. Schmtzlr Stenn Schr. 11 gr. Ebhrd Kunkowen Schr. 29 gr. 3. Mrtn Main i che» Schr. 4 thlr. 11. Wttg Friedberg Schr. 2 thlr. 10. Hlmn Stuttgart Schr. 5 thlr. 18. Plgm Evttbu« Schr. 22 gr. Nkrchnr hier Schr. 20 gr. R. Brthld Mittweida Schr. 3 thlr 9 1. Filialexbeditiouen, welche uns für das erste Quartal 1875 ihren Bedarf nicht angezeigt haben, oder mit AbonnewentSbeträgen noch im Rückstände find, erhalte« vom 1. Januar au keine Zusendungen mehr. Die Expedition des„BolkSstaat". Die bis jetzt erschienenen fünf Hefte bilden zusammen ein Buch üb�os, die direkte Gesetzgebung durch das Volk, werden aber anch einzel*>rt, verkaust. Sie sind die erste und einzige in deutscher Sprache über diesiditerf Gegenstand erschienene Schrift. � Jö Erstes Heft: Die Philosophie der Geschichte. Preis 3 Sgr. lacht' Zweite« Heft: lieber die Nothwendigkeit d:r direkten GesefieseS grbung durch da? Volk. Pr. 2 Sgr. J � Drittes Heft: Die unhaltbaren Grundlagen des Repräseutatift.-. Systems. Pr. 2 Sgr. f"' Bierte« Heft: lieber die Organisation der direkten Gcsetzgebu»/ � durch das Volk. Pc. 2 Sgr. D Fünfte« Heft: Widerlegung der gegen die direkte GesetzgebunpchS durch daS Volk gerichteten Einwürfe. Pr. 6 Sgr. Ma Gegen Einsendimg von 17 Sgr. in Reich«- Pofimarken an die Ad�nari M. Rittinghausen in Köln, Gereonstraße 36, werben die Abhanitzon� ungen dem Besteller ftanco unter Kreuzband zugesandt.(3cw.) s47>/zs Jm Verlage der ersten steiermärkiichen Genoisenschasts-Buchdruckereftiw: Graz, Bnnenstr. Nr. 17, ist soeben erschienen und durch die Buchhandlusyr e deS„Bollsstaat" zu beziehen:»kr st proitß Nr. Hippolyt Tauschinsk!'� und 31 Genossen wegen Religionsstörung und geheimen sozialdemokratisch«�« Verbindungen.(36) ft�.flu Groß'Octad, 179 Seilen stark, brach. 50 kr. öst. W.— 10 Gr. j lQ ZG7- Der Reintrag dieser Broschüre ist inr die Jnhastirten bestimmt. �DMÄetw Diese» für die Arbeiter sehr lehrreiche Bach enthält nebst einer Bott rede den umfangreichen Anklagebeschluß, sowie nach stenographischen Aul Zeichnungen den ganzen Verlaus der nenntägigen Verhandlung, t) «ollständigen Reden de« Staatsanwalt«, der Bertheidiger, die Berthst dignngsrede des Aagellagten Dr. Tauschinski und den Urtheilssprnt Soeben ist erschienen die 4. Lieferung von I. PH. Becker«>>__ Neue Stunden der Audacht. Preis pro Expl. 2 Gr.— 7 kr. südd. Fttner: B. Becker,& Geschickte der Arbciterbewcgung Ferdinand Lassalle's.bid p Lieferung 3.»Ü bi Preis der Lieferung 6 Gr. vi Die Buchhandlung de«„Bolksstaat". lizg,� Vom Januar 1875 an erscheint: „Der Wecker" »che !! gai . b Organ für die Schuhmacher Deutschlands Derselbe eesch eint am 10. jeden Monat«.»t � «bonnementspreis pro Quartal 30 Pf.(R.- M.) Bestellungen nehw�t, � alle Postaustalten de« deutschen Reich», sowie auch die Expedition,>ll( W. Bock, Gotha, FritzelSgaffe 27 iio entgeg«.> Berantwortlicher Redakteur: R. Seiffert. Redaktion Hohestraße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, in Leipzig. Druck und Berlag der Genossenschastobuchdruckeret in Leipzig. Ui-I,