«c S Erscheint in Leipzig g Mittwo ch, Freitag, Sonntag. � Bestellungen nehmen an alle � Postanstalten u. Buchhand- ze lungen des In-».Auslandes. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, — Box JOl Hobokea, N. J. - Peter Haß, 3. W. Corner Third and £ii«oates Btr. Philadelphia. Abonaementspreis für ganz Deutschland IM.KvPf. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Säten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen «. Hrzgth. Sachs.-Alienburg auch auf den Ilen Monat des Quartals a b4Ps. Organder sozialdemolrattschenArvetterMrteiund der internationalenGeaierksgenossenschaften. Inserate, die Abhaltung»ou Partei-, verein»- und voikSnersawmlnngen, sowie die Filial- Expeditionen, und sonstig« Partei-Angelegeuheiteu betreffend, werden mit lv Pf., 'Anzeigen mit 25 Ps. die dreigespaltene Petit«Zeile berechnet. Privat- und Vergnügung»- Nr. ä. Sonntag, 10. Januar. 1875. i ßfknnutmachuug. 75] Unser» Lesern in Leipzig und Umgegend theilen zeo wir mit, daß der Abonnementspreis pro Quartal � auf 1 Mark 80 Ps., pro Monat auf 60 Pf. vom 1. Januar 1875 ab(frei in's Haus geliefert) fest- gesetzt wurde. Leipzig, 1. Januar 1875. Die Expedition des„BolkSftaat". zig' i}>■ i in t a 3. Wie man Geschäftskrise« entdeckt u»d beseitigt. (Eine Probe deutscher Manchesterweisheit.) I. a! 1.2 Bei >rt luv J3 (K Der„Deutsche Fabrikantentag" hat in Leipzig wieder ein Le- benSzeichen von sich gegeben, und wir bringen dasselbe zur Kenntniß unserer L-ser, damit sie sich an der Beichte deS jugendlichen Greises ergötzen und bemessen mögen, wie tief sich die heutige Großpro- :tati doktion in der Sackgasse verlaufen hat. Dieser Bericht enthält die Hauptsätze einer Darstellung, welche deutlich erkennen läßt, wie e» mit einer Branche stehen muß, die in den Händen solcher In- telligenzcn liegt, deren gelehrte Wortführer(S. den Böttcher-Leit- «rtikcl in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom 5. d. MtS.) in der Forderung unsre» Programm», daß der Staat allen seinen Angehörigen den höchstmöglichen Grad von Wohlergehen zu sichern habe,„die Organisation der Barbarei" erblicken. Hören wir indeß zunächst den Bericht selbst: „Abhülfe der jetzigen GeschäftskrisiS", so lautete die vielver- sprechende Einleitung der Tagesordnung, die der stellvertretende Vorsitzende des deutschen FabrikantentageS zu einer Versammlung am 4. Januar a. c., AbendS 8 Uhr, in der Centralhalle aufgc- . stellt hatte, welche als allgemeiner deutscher Fabritantentag den [g Interessenten der Wollwaaren- Industrie Zutritt und Theilnahme gestattete. „Abhülfe der Mißstände im Verkehr mit der Kundschaft", „Hebung der inländischen Wollproduktion rc." hieß eS weiter im Wortlante der Einladung, und es eilten gewiß schon um deS ersten Punktes willen Hunderte von meßmüden und meßlustigcn Fabri- kanten, Händlern, Spekulanten und sonstigen Interessenten zur Versammlung, die gegen ein Entr6 von 50 Pf. Manchem„Licht und Trost" in Aussicht stellen mochte, da doch der Fabrikantentag mjtl � Blüthe der Intelligenz des Wollwaaren-FabrikanteilthumS in ms Deutschland zu repräsentiren im Gerüche steht.— Die großen Lokalitäten waren reichlich besetzt(es mochten bei tausend Personen anwesend sein) und boten ein interessantes Stimmungsbild. Der feierliche Humor der„Galgenmesse", sonstwie auch NeujahrSmesse �genannt, war auf nicht wenig Gesichtern zu lesen, die sich in schweigsamer Begegnung sagen zu wollen schienen:„Die Botschaft -hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". »r 3$err Neumann- Sagau als Vorsitzender erledigte die nothwen- '�digsteu Formalitäten und gab kund, daß bei den Debatten nur — sFabrikanten das Wort erhalten, und daß eigentliche Beschlüsse ams?«hi gefaßt werden können, da die» noch zu gründenden und bereits 1 bestehenden Fabrikantenvere inen zustehe, deren anwesende Vertreter ann. den allgemeinen deutschen Fabrikantentag einberufen haben, um ifofo brennenden TageS fragen vor möglichst viel Interessenten zu '«handeln. t»v» Welche Bedeutung dem ersten Punkt der Tagesordnung allge- ,ztg. beigelegt wurde, bekundete die Spannung, womit man Herrn �"Janke- Cottbus als Berichterstatter erwartete, und welche wir selbst lethast theilten. Welche Ernüchterung, um nicht zu sagen offen- «are Mißstimmung, aber dessen Referat hervorbrachte, da» vermag »or ganz zu ermessen, wer sah und hörte, wie iri der That eine Großzahl der Anwesenden ihrem Zweifel, Hoffen und ihrer Un- giduld bald durch Unruhe, bald durch halblaule„launige" Be- «erkuvgen Ausdruck verlieh. Wir erwähnen die» ausdrücklich, es t*""' das fatalistische Sckicksal unserer modernen Produktion, von lö£"n auch Herr Janke später redete(nsp. las), keine interessantere Beleuchtung finden konnte, als die Stimmung dieser ftiedlichen Versammlung von Leuten, die auf dem ewigen Kriegsfuß der Eon- nachdem derselbe serner(wie er selbst sagte als„Nichtkracher(„den „famosen Wiener Krach" al» eine gesunde Blutreinigung gerühmt, sodann noch das„Zwiegespräch mit Frd. Krause im Austernkeller" als Beweis für ein bestimmtes Wohlbefinden angerufen hatte und endlich von Krieg und KriegSanSfichteu keine Spur, überall aber die untrüglichen Zeichen des dauernden Friedens sah(Beweise wurden allerdings verschwiegen), fanden wir unsere Vermuthung bestätigt, daß der Herr Berichterstatler nach all seinen Erwägungen unter einer„förmlichen" Krise nur eine solche meinen könnte, bei welcher selbst das Großfabrikantenthum m die Brüche geht. Be- kräftigt fanden wir diese Ansicht, als Herr Janke von den Jere- miaden und Klageliedern las, denen vielfach jede Berechtigung fehle. Der Seitensprung nach der Concurrenz hin sollte wohl sagen, daß die kleinen Jammerleute. die der Großproduktion lästigen Eon- currenten, die kleinen Fabrikanten, schon durch minder schwere Krisen und Stockungen zum Klage., gedrängt seien und daß erst dann Abhülfe nöthig(und berechtigt?) erschiene, wenn der Fabri- kantentag das Singen der Klagelierer anordnet!?„Speziell in der Wollwaarenbranche fei der Uebergang des Tuch-DetailhandelS zum ConfektionSgeschäst, die Erschwelnng de» Exportes, die Ueber- Produktion, die Ursache der Geschäftsstockung und als wir die Ueberproduktion das fatalistische Schicksal unserer modernen Pro- duktion nennen hörten, beugten wir uns dieser Selbsterkenntniß und stimmten im Stillen dem Kleinfabrikanten bei, der neben uns bemerkte:„Wer produzirte denn am tollsten drauf loS? Sind'S nicht gerade die Großen!?" Als gewichtigste Ursache der KrifiS stellte der Referent schließlich die Uederproduktion dar, als Mittel zur Abwehr die Einschränkung, die Minderprovuktion, und wenn wir die Adresse, an welche der gute Rath in erster Linie gerichtet sein mochte, zwischen den Zeilen richtig herausgelesen haben, so lautete sie:„An das geehrte Kleinsabrikantenihum. Absender: die Herren Großsabrikanten".— Wir find zweifelhaft darüber, ob daS Referat sich zum Schlüsse besonderer Beifalls oder MißsallenSbezeuzungen zu erfreuen hatte, aber darüber waren wir uns sofort klar, daß die Versammlung vorwiegend den Zweck hatte, daS Kleinfabrikantenthum für eine Organisation zu gewinne», mit deie» Hilfe eS sich daS eigene Grab graben soll. Die Beweise werden wir in unfcrm nächsten Artikel erbringen. — I�wenj, heute in die Fatalitität hineingedrängt sind, sich gegen- skttig der Uebcreinstimmung ihrer Interessen zu versichern.— Der r» öabrikartentag, d. h. die vorwiegend dem Großfabrikautcnthum »lid seinem Zubehör(Agenten zc) angehörenden Repräsentanten s�seioen, vertüudigeii dem Kleiusabnkanunihum Friede und Freund- !chast, behufS Urfehde gegen den bösen Feind„GeschäftskrisiS", at'�ln„Ding", das indeß— nach den Ausführungen des Referenten, '»weit wir sie in ihrer wunderbaren Allgemeinheit zu fassen ver- lochten,— gar nicht existirt! sr Herr Janke erklärte über Ursache und Abhilfe der jetzigen GeschäftskrisiS im Allgemeinen und soweit sie die Wollwaaren Manche betrifft, insbesondere, sprechen zu wollen, und kam nad Ä Wenigen Minuten zu der Ansicht:„Eine spezielle Gcsckäfts- und -�7 öandelSkrisiS existire nicht, wenigstens keine förmliche, sondern nur 'live WaarenkrisiS!"— Da der Referent ziemlich fließend vom Politische Nebersicht. — Zu den Segnungen des Militarismus. Im„Nllrn- berger Anzeiger" vom I. Januar d. I. tefeu wir: ..Die Folgen des gegenwärtig zur vollen Herrschaft gelangten Militarismus machen sich bei uns in recht angenehmer Weife geltend. Je größer die damit erzielte Sicherheit des deutschen Reichs vor einer etwaigen Invasion der Franzosen, desto größer scheint auch die �Unsicherheit deS bürgerlichen JdividuumS im beut- scheu Reich zu werden.— Ich berichte Ihnen heute über eine Militärbezirksverhandlung gegen den Unteroffizier Anton Marktet, der bei einer in der„Bierhalle" in Kempten am 6. Juli d. I. abgehaltenen Tanzunterhaltung dem Metzger Schäffler durch einen Schuß in den Oberschenkel eine Körperverletzung zufügte, welche den Vulneraten acht Wochen lang aufs Krankenlager warf und die wahrscheinlich dessen lebenslängliches Siechthum zur Folge haben wird. Der ganze Vorfall ist ein charakteristisches Zeichen der Zeit und verdient in weiteren Kreisen bekannt zu werden, da er be- weist, zu welchen Eingriffen in die bürgerlichen Rechte die Solda- tcska sich bereits berechtigt glaubt. Bei der Tanzunterhalwng pflegen sich gewöhnlich viele Soldaten des 1. Jäger-Bataillons, Garnison Kempten, einzufinden und da» Platzkommando beordert hierzu gewöhnlich eine Schutzwache(Sauvegarde). Am kritischen Tage führte Sergeant Trentwett das Kommaudo, betrank sich jedoch und kam mit den anwesenden Civilisten, die er kontroliren und schulmeistern zu dürfen glaubte, in Konflikt, der sich steigerte, nach dem er einen Handwerker hatte arretiren lassen. Trentwett requi- ritte hierauf von der Hauptwache eine Patrouille von S Mann, welche er im Hofe die Gewehre laden ließ; worauf er sich mit ihnen in den Saal begab, wo sie sich an den Schenktisch setzten. Trentwett benahm sich nun so cxcesstv, daß der herbeigeholte Bataillons-Adjutant für angezeigt erachtete, ihn nach Hause zu schicken. Dem anwesenden Nnterossizier Anton Marktet aber be- fahl er das Kommando zu übernehmen und„sich von den Bauern nichts gefallen zu lassen." Marktet, der ftüher einmal wegen „Energielosigkeit gegenüber von 2 Soldaten" dreißig Tage in Arrest zugebracht, verstel diesmal nicht wieder in den gerügten Fehler. Als die Leute über Trentwett, der fein Casket, Patron- tasche k. abgeben mußte und dessen Geliebte ihn am Rockzipfel zur Thür hinauszog, lachten, machte Martel kurzen Prozeß und ließ den Saal räumen. Zu diesem BeHufe ließ er einen Ba- jonnet-Angriff machen(!) und als hierauf Einige von unten hinaus höhnende Worte in den Saal riefen, �kommandirte er „Feuer!" Allein die Soldaten folgten diesem Befehle nicht. Da tattj Ntt�ranche betrifft, insbesondere, sprechen zu wollen, und kam nackt ergriff Markte! das Gewehr des Zunächststehenden und feuerte selbst!!" Wie bemerkt, traf er den Metzger Schäffler, der nun sein gan- zeS Leben hindurch an den Folgen dieser„militärischen Energie" zu leiden haben wird. Und dieser Unterossizier wurde heute von einem auS vier Ossi- zieren und zwei Unteroffizieren bestehenden Schwurgericht frei �iauusliipt ablas, hatten wir wenig Muse� dem Theil, von den i". katut. und Geschichtscalamitäten, sowie dem von den Ursachen der _ JlfleNiciiien und Waarenkrisen handelnden, die Sonde so anzusetzen,....... wir darin die Merkmale„förmlicher" Krisen hätten entdecken�gesprocheu! Markte! behauptete nämlich, nicht gewußt zu haben, sig. ä�ne». Aber nachdem auf Grund der im letzten Kriege von daß die Gewehre geladen gewesen, nachdem sein Vorgänger den ig. �usschland gewonnenen 5 Milliarden, kein Sinken des National- Befehl dazu gegeben hatte. Da» in die Hand genommene Gewehr �hlfta: reS(!) durch den Herrn Referenten entdeckt worden war, ist zufällig losgegangen! Vergebens führte der Staatsanwalt aus, daß sich Marktet de» rechtswidrigen Waffengebrauchs, event. der fahrlässigen Körper- Verletzung nach tz 149 deS M.-R.-St.-G.-B. schuldig gemacht habe; er wurde freigesprochen! Wir brauchen über dieses Urtheil weiter kein Wort zu ver- lieren." So weit der Berichterstatter des„Nürnberger Anzeiger»". Auch wir brauchen über daS Urtheil kein Wort zu verlieren, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil eS vom militärischen Gesichtspunkte au» ganz in der Ordnung ist. Ob Marktet wußte, daß das Gewehr geladen war, oder ob er eS nicht wußte, thut nicht« zur Sache— die bürgerliche Canaille, welche die heilige Pickelhaube zu„höhnen" sich unterfing, verdiente den Tod durch Pulver und Blei; das Einzige, was uns bei dem ganzen Prozeß wundert, ist, daß die Soldaten, die den Befehl unauS- geführt ließen, nicht wegen Ungehorsams und schwerster Disziplin- Widrigkeit auf etliche Jahre in'S Zuchthaus geschickt worden sind — Am 31. Dezember starb bei Paris Ledru Rollin, vor 1848 ein großer Mann", feit 1843, wo er Mitglied der provi- sorischen Regierung wurde und seine revolutionäre Impotenz be- wieS, ein todter Mann, so daß sein physischer Tod eigentlich 27 Jahre zu spät erfolgt ist. In Marx'„Achtzehnten Brumaire" mögen die Leser fich nähere Information holen. — Der englische Gewerkschaftskongreß, welcher am 13. Januar in Liverpool zusammentreten wird, hat sich unter Auderm mit der Frage einer engeren Verbindung der Ge- werkschaften unter sich zu beschäftigen. DaS letzte Jahr hat den Beweis geliefert, daß die Gewerkschaften, so trefflich sie im Einzelneu organisirt sind, und trotz der Unterstützung, welche fie einander zu leisten pflegen, doch nicht die nöthige Macht besitzen, um dem Kapital erfolgreich die Spitze zu bieten. Der gegenwär- tige Strike in SUdwaleS ist eine Lehre, die hoffentlich nicht fmcht- los bleiben wird. Eine Londoner Correspondenz der„Frankfurter Zeitung" schreibt darüber: „In Folge der StrikeS in den Jahren 1371 und 1873, welche uiii einem Siege der vereinigten Arbeiter der Kohlengruben und Eisenfabriken endeten, haben die Besitzer sich veranlaßt gesehen, eine Assoziation der Kohlengrubenbesttzer für die Grasschaften Monmouth und Gtomorgan zu gründen und zwar auf Grund gegenseitiger Versicherung. Die Assoziation repräsentirt die Eigen- lhümer von 12 Millionen Tonnen Kohlen, unter 13 Millionen, welche jährlich in jener Gegend im Ganzen gewonnen werden. Währcno die Herren sich so organisirten, machte sich in den Reihen der Arbeiter nach dem Strike von 1873 eine gewisse Zerfahrenheit geltend, indem viele von der Union abfielen und zwar hauptsäch- lich deshalb, weil die Führer derselben gezwungen worden waren, vie erste Lohnreduktion von 10 pCt. zu empfehlen. Man hatte sich der Union angeschlossen, um die Löhne zu erhöhen, nicht um sie zu vermindern. Um Tausende von Mitgliedern verringert, und mit einer Reserve von nur 5000 Psd. Sterl. in der Kasse, empfing die Union Anfang Dezember die Nachricht, daß die Eigenthümer zum dritten Male eine Lohnrednktion von 10 pCt. eintreten lassen würden. Dieser Schlag traf 60,000 Kohlenarbeiter und eben so viele Eisenarbeiter. Die Leiter der Union empfahlen einen Strike, obgleich neunzehn Zwanzigstel der Arbeiter— wir haben im Augenblicke noch keinen anderen Berichts als den der jedenfalls parteiischen„TimeS" erhalten— nicht einen Tag feiern wollten. Eine Delegations-Conferenz entschied sich für den Widerstand, ohne daS gleichfalls vorgeschlagene Schiedsgericht irgend wie in Erwägung zu ziehe». Die Resolution wurde den Arbeitern vor- gelegt, welche Delegirte wählten und in einer Zusammenkunft zu Merthyr am 28. Dezember bewiesen, daß die Majorität für un- bedingten Widerstand sei. In Folge dessen fand zwischen den Eigenthümeru und einer Deputation der Arbeiter am folgende« Tage eine Zusammenkunft statt, in welcher die Ersteren ohne Weiteres die Idee eines Schiedsgerichts zurückwiesen; eS sei nichts zu entscheiden, hieß es, da der Stillstand so vieler Fabriken die gedrückte Lage des Marktes zur Genüge beweise. Um den Eisen- Handel z» heben, müßte der Preis der Kohle vermindert werden. Außerdem, so erklärten die Herren, seien sie überhaupt gegen Schiedsgerichte. Diese» Verfahren bedarf wohl keines Kommen- tarS. Ein großer Theil der Arbeiter ließ seine Werkzeuge in den Gruben, ein Zeichen, da» von den Eigemhümern natürlich so ge- deutet wurde, daß die Arbeiter nicht einig wären. DieS zeigte sich denn auch bald. In Khymney hielten die Arbeiter ein Massen- Meeting und beschlossen, die Arbeit mit der Reduktion wieder aus- zunehme». DaS war am Freitage, und am Samstage arbeiteten sie bereit» wieder. Dasselbe geschah in Dowlai», und AehnlicheS wird von anderen Plätzen berichtet, doch fehlt hier noch die Be- stätigung. Die„TimeS", welche natürlich nur Sinn für das Wohlergehen der Eigenthümer hat, betrachtet den Strike so gut wie beendigt." So die Correspondenz der„Frankfurter Zeitung". Die An- gaben der„TimeS" über den Strike sind jedenfalls ungenau und stehen nicht bloß im Widerspruch mit Mittheilungen aus eng- lischen Arbeiterkreisen, sondern auch mit dem Charakter der eng- tischen Arbeiter, deren Consequenz, Zähigkeit und Ausdauer sprich- wörtlich sind. Wenn Mitte Dezember neunzehn Zwanzigstel der Arbeiter in Südwale» gegen einen Strike waren, wie die„TimeS" behauptet, so ist eS einfach undenkbar, daß Ende Dezember bei unveränderter Sachtage«die Majorität für unbedingten Wider- stand" war. Und wenn am 28. Dezember„die Majorität für unbedingten Widerstand" war, ist eS undenkbar, daß am folgenden 1. Januar die Majorität für unbedingtes Zukreuzekrieche», und „der Strike so gut wie beendigt« war. Was nun die beabsichtigte engere Verbindung der Gewerk- fchaften angeht, so würde dieselbe allerdings einen wesentlichen Fortschritt der englischen Arbeiterbewegung bilden,»erkehrt wäre eS aber zu glauben, die so»erbundeuen Gewerkschaften wären auf dem Boden des herrschenden Lohnsystems stark genug, die Macht der verbündeten Kapitalisten zu brechen. Auf diesem Boden ist das Kapital stets der Arbeit überlegen, denn es ist ja der Boden, aus welchem die Herrschaft des Kapitals und die Sklaverei der Arbeit hervorgewachsen sind. Erst wenn die englischen Gewerkschaften mit dem heutigen Lohnsystem brechen, und die sozialistische Organisation der Arbeit anstreben, vermögen sie die Befreiung der Arbeiterklasse zu erkämpfen. So lange sie dem Kapital als loyale, bloß momentane Vortheile bezweckende Lohnsklaven entgegentreten, können sie auch bloß darauf rechnen, in günstigen Zeiten momentane Vortheile zu erlangen, die ihnen in ungünstigen Zeiten wieder entzogen werden, und bleiben sie Lohnsklaven. — Ueber die abermalige Verhaftung Giff-y'S schreibt man unS: Eisenach. Am 14. Dezbr. v. Ä. wurde Parteigenosse Giffey hier auf Beranlasiung des Untersuchungsrichters, Assessor Stich- liag(nicht Stichlich), verhaftet, ohne Angabe von Gründen. Die gegnerische Presse, die„Weimarer" und„Eisenacher Zeitung" voran, theilte sofort mit, daß Giff.Y wegen aufrührerischer Reden verhaftet worden sei. Nun hat derselbe nur einmal seit seiner Entlassung auS dem Gefängniß, in der Volksversammlung vom 20. November öffentlich gesprochen, von„aufrührerffchen Reden" ist aber nicht daS Mindeste zu hören gewesen; denn selbst den Gegnern ist nach der Versammlung nicht in den Sinn ge kommen, diese Behauptung anzustellen. Sicher würde ihn der Herr Untersuchungsrichter Stichling, genannt Stichlich, danü sofort nach der Versammlung, und nicht erst 3 Wochen später haben verhaften lassen. Wo denn soll aber Giffey die„auf rührerischen Reden" gehalten haben? und seit wann wird man ohne Untersuchung wegen sogenannter„aufrührerischer Reden" ein- gesperrt? Bei uns wenigstens war dies bis zur jetzigen Aera nie Sitte. Over sollte wirklich das nach Außen von den biedern ReichSvereinlern als so stark uud mächtig gepriesene„deutsche Reich" so schwach und jammervoll sein, daß eS durch eine Kritik der unwürdigen Behandlung eines politischen Gefangenen gefährdet wird? Ein Gerücht ist aufgetaucht: Giffey sei verhaftet werden, um seiner etwaigen Flucht zuvorzukommen. So junwahrscheinlich die« klingt, warum sollte nicht im„heiligen deutschen Reiche" uud speziell in Weimar, wo man für die neuen Culturaufgabeu willige« Vecständniß zu haben scheint, auch dies möglich sein? Aber, so fragen wir, welcher Strafe hätte sich denn Gfffey entziehen wollen? Seme dreimonatliche Haft war verbüßt, eine Untersuchung noch nicht wieder eingeleitet, noch gar eine Strafe gegen ihn auSge� sprachen. Nach dieser Richtnng hiu konnte also die Vorsichtsmaß' regel der Verhaftung schwerlich gezielt sein. Da flüstert« uns ins Ohr: Giffey ist„militärpflichtig", hat man ihn vielleicht durch die gerichtliche Verhaftung hindern wollen, dem„Militär"- ZwangSdienste zu entgehen!! Wer sagt das! Das sollte wahr sein?! Nein, da« ist unmöglich, dazu sind ja unsere Gerickte nicht vorhanden, sind keine dienende Magd der Militärgcwalt!! Doch wir haben so viel schon im neuen Deutschland erlebt, daß uns eigentlich nichts mehr wundern sollte. Aber auch dicht der leiseste derartige Gedanke dürfte an den Wegen des Richters.unv des Gerichts haften; jedem Gerichte von einer so unerhörten Dienst- Willigkeit muß entgegengetreten werden. Und deshalb fragen wir Herrn Stichling, fälschlich ge- nannt Stichlich, in seiner Eigenschaft als Richter, wir fragen ihn als Maun auf Ehrenwort:„Nicht wahr, eine solche Behaup tung ist lediglich Berläumdung?", wir fragen ihn aber weiter: „welches sind denn die aufrührerischen Reven, die Giffey gehalten haben soll?" Herr Stichling-Stichlich, der den Brief Llebknecht'S seinerzeit so bereilwillig deu Staatsanwälten miltheilk, uud den wir um Auf- fchluß bitten möchten, wie der fragliche Brief in die Spalten der „offiziellen"„Weimarischen Zeitung" kommen konnte, wird obige Fragen unS wohl beantworten. Ueber den Mann selbst werden wir vielleicht demnächst(so un- angenehm auch die Beschäftigung mit untergeordneten Beamten ist, selbst wenn sie Söhne von BundeSrathSmitgliederri, StaatSräthcn, Logen meistern:c. sind) Einiges erzählen, wa» wir vor Jahren gesprächsweise von einem Freunde erfuhren. Auch über die „Weimarer Zeitung" und deren verhofracheteu Redakteur, dessen Ansichten über die Rechte und Pflichten eines offiziellen Organs ganz eigene zu sein scheinen, können wir einige Mittheilungen macheu.__ Hand des Kapitals ruht, wo selbst die wenigen Meister, welch« noch bestehen, lieber mit den Kapitaliste» zur Unterdrückung der Arbeiter sich vereinigen, als sich redlich mit denselben(den Ar- beitern) zur Abhülfe der schlechten Lage zu berathen. Heute ist eS keinem von uns mehr möglich, bei der größten Anstrengung, sich eine selbstständige Stellung zu verschaffen, welche der Kapitalmacht Concurrenz machen könnte. Wagt eS bier oder dort Einer, auSge- rüstet mit den besten GestäftSkenntnissen, in die Reihe der selbst- ständigen Meister einzutreten, er wird unterdrückt von der Wucht deS Kapitals. Schonungslos wiid er zurückgeschleudcrt in sein früheres Verhältniß, oder er muß sich kümmerlich durchschlagen, wenn er seine Selbstständigkeit unter allen Umständen aufrecht er- halten will. Ganz bestimmt ist die Lage eine« solchen Meisters nickt besser, als die des unselbstständigen Arbeiter». E« ist deS halb wohl dringend geboten, daß wir unsere Lage ernstlich über schauen und Mittel auszufindey suchen, durch welche den Uebel ständen in derselben abzuhelfen ist. Wir halten eS daher für unsere Pflicht, Euch auf unsere gewerkschaftliche Organisation auf merksam zu machen und zum Anschlüsse an dieselbe dringend auf zusoidern. Dieselbe ist ein Mittel, durch welches wir unS unsere Lage erleichtern können. Sie gewährt Schutz gegen Uebergriffe der Arbeitgeber gegenüber ihren Arbeitern, Unterstützung auf der Reise und im Sterbefalle, regelt den Arbeitsnachweis, und endlich ist durch eine Krankenkasse für die Belheiligten im Erkrankungsfalle gesorgt. College», unterschätzt nicht den Werth einer solchen Einrichtung Wollt Ihr etwas für Euch thun, so thut eS im Vereine mit Euren Collegcn. Auf Eure eigene Kraft vertrauen, hieß sich dem Schick sale freiwillig preisgeben. Der Einzelne vermag' gar nichts aus- zurichten, wogegen aber vereinigt wir eine Macht repräsentiren die, richtig geleitet, ihre Angelegenheiten zum Nutzen der Gesammt heit zu regeln vermag.— Ferner ruht die Verwaltung in Händen von Collegen, welche, als dazu geeignet erachtet, alljährlich von der Generalversammlung bestimmt werden. Es muß daher aus dem Grunde jsveS Vor- urtheil fallen, welches idurch gegnerische Behauptungen bei Viele»» wach gerufen und eiftig geschürt wird. Wo AlleS von Arbeitern Geschaffene oft genug aus verlänmderische Weise bekämpft und vcr dächrigt wird. Fragt Euch, od Ihr von anderer Seite, als voa der Euch von uns angegebenen etwas erwarten kvnnt. Ganz be- stimmt nicht. Wenn dem nun so ist, dürfen wir wohl den Ben tritt als pflichtschuldig von Euch fordern. Wollt Ihr nun vor' wurfssrei sein und dastehen, so betheiligt Euch an einer Einrich- tung, die zum Besten sämmtlicher Schneider Deutschlands ge' schaffen ist. Nun noch ein Wort an diejenigen Collgen, welche schon einer lokalen Berciuigung angehören. ES liegt unS sehr fern, den Werth derselbe» absprechen zu wollen, aber zu etwa» Nützlicherem, Kräftigerem anrathcn, gebietet unS die Pflicht. Auch Euch rufen wir zu: Legt ab jede Voreingenommenheit und schließt Euch der Gesammtsache an. Ihr, die Ihr einsehet, daß eine Vereinigung der Arbeiter unbedingt nolhwcndig ist, müßtet die Vortheile einer centralisirten Organisation längst erkannt haben. Euch daS Ge- gentheil zumuthen, betrachten wir einfach als Beleidigung gegen Euch. Alle für Einen und Einer für Alle, ist unser Ziel. Ve» einzelt sind wir nichts, vereinigt alles. Daran ist nichts zu ändern oder besser zu machen. Warum sich denn mit Paliativmitteln ab arbeiten und die Hauptsache dadurch beeinträchtigen? Zaudert deshalb nicht länger mit Eurem Anschlüsse an unS, ein jeder Tag ist kostbar. Zeigt, daß Ihr die Zeitverhältniste wirklich versteht und handelt als Männer der Arbeit. Legt entschlossen mit Hand an daS Werk für Bcsserfiellimg der arbeitenden Klasse. Reicht Euren Brüdern treu die Hand, einerlei, ob von Ost oder West, von Süd oder Nord.— Lasse Keiner diesen Ruf verklingen, und verwirklicht unsere Zu verstcht auf Euch durch zahlreichen Beitritt in den allgemeinen deutschen Schneiderverein. Im Namen des Ausschusses der Gewerkschaft des Allgemeinen deutschen SchneidervereinS: G. Miltenberger, Vorfitzeirder. Balth. Klerx, Schriftführer, Markt A 7. ?. S. Alle diesbezüglichen Anfragen werden ebenso ausführlich als schnell beantwortet. Sämmtlichc arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. — Ein„gebildeter" Culturkämpfer, der sich bescheidener Weise in den Mautel der Anonymität hüllt, aber dem Urheber deS famosen„KaiserlicdS"(S. 56 d.„Erzählers") jedenfalls sehr bekannt und verwandt ist, hat uuS mit folgendem Intelligenz- staatSprodukt erftent: „Herrn Sauhirt R. Seiffert! Redakteur des SaublatteS„VolkSstaat". Die Klammern zu dem Kaiser-Lied in Nr. 152 Ihres BlatteS sind angeblich von der Redaktion gemacht; der Herr Re- dakteur ist zwar wegen Schimpfworten nie in Verlegenheit, sollte er indessen dies Mal in Verlegenheit sein, so schlagen wir ihm vor, darunter den Namen„Schweinehund" zu setzen. Mehrere Nicht- Sozialdemokraten in der Stadt Schönebeck." Gewerksgenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Hieße«, 1. Januar. Aufruf an alle Schneider Deutschlands Schon seit langer Zeit an der Organisation der Schneider be- theiligt, haben wir die traurige Erfahrung gemacht, daß von den- selben der wahre Werth einer Vereinigung noch sehr wenig vr- standen wird. Die brennende Frage um unsere Existenz urid Zu- kuuft, welche der Hauptgedankengang eines Jede» sein sollte, wird so nebensächlich behandelt, als ob uns Schneidern in der gegenwärtigen Geschäftslage Nichts zu»vünschen übrig bliebe. Und doch muß sich ein Jeder von uns gestehen, daß er zum Lohnsklaven deS Kapitals v-rnrtheilt ist.— � Zu der Zeit, als eS nnr Kleiugewerbtreibende gab, war es Ulöftich, durch Fleiß und Sparsamkeit zu einiger Baarschast zu gelangen, mittels der man ein eigenes Geschäft gründen konnte. ES war damals noch möglich, sich eine eigene Existenz zu ver- schaffen, welche auch Aussicht auf ein gesichertes Alter bot. Anders aber, Collegen, ist es heute, wo vlisei Geschäft hauptsächlich in dek ständig Correspondenzen. Leipzig.(Abfertigung.) Der„VolkSstaat" vom 16. Dezbr. enthält unter Leipzig einen Bericht über eine Versammlung deS hiesigen OitSvereinS der Tischler, in welcher der Schuldirector Pache aus Lindenau„über die Unterschiede zwischen deu Bestrebungen der Sozialdemokraten und den Anhängern der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereiue" sein Gedankenmakulatur an den Mann brachte. In seiner Nr. vom 1. Januar d. I. bespricht nun auch der„Gewerk verein" den Vortrag deS Herrn Pache in einem von den OrtS- vereinS-AuSschußmitgliedern Schlund und Steiuecke unterzeichneten Bericht. Am Schlüsse deS eben erwähnten Berichtes heißt eS: Zu dem Vortrage deS Herrn Schuldirector Pache waren, um Störungen zu verhüten, durch die Leipziger Blätter„Tageblatt' und„Nachrichten" nur Freunde und Gönner der Gewerkvereine eingeladen worden; gleichwohl drangen einige Sozialdemokrateu von der„ehrlichen" Sorte in das Lokal ein und wnrven diese dahin gewiesen, wo der Zimmermann die Thür gemacht hat. Während des Vortrages trar eiu Referent des„VolkSstaat" ein, der sich— recht„ehrlich"— für den Castellan de« Arb-Bild.-VercinS ausgab. Auch dieser erhielt eine Rüge wegen seines jeden AnstandeS baaren Verhaltens. Der„VolkSstaat", welcher bekanntlich mit der Wahr heit aus dem Kriegsfuß steht(„Hauptlügenorgan" der Eise nacher", titulirte ihn vor der Verbrüderung der„Neue Soz.-Dem.") bringt nun eine sehr spaßige Geschichte über diese Zwischenfälle Von lieben Gewohnheiten trennt man sich nur schwer, und so ist der„VolkSstaat" auch nach der Verbrüderung da» Hauptlügen- organ der Eisenacher geblieben. Der Ausschuß. , I. A.: Schlund, Vorst Steiuecke, Sekr." Zur Ausklärung des von von Herren Schlund und Steiuecke mit nickt zu verkennender Virtuosität entstellten Thatbefiandes sei nur erwähnt, daß der Referent deS„HaupttügenorganS" in der Person seines verantwortlichen Redakteurs noch vor Beginn deS Vortrages um Einlaß nachsuchte und daß derselbe ohne alle Weiterungen daS Lokal verließ, als ihm, dem Vertreter eines Arbeiter- blatteS, der Eintritt verwehrt wurde. Wenn von Herren Schlund und Steinecke berichtet wurde, es sei dem Castellan des Arb.-Bild.- Vereins wegen feines„allen AnstandeS baaren Verhaltens" eine Rüge ertheilt worden, so hat man sie einfach belogen, oder die Herren wissen nicht waS Anstand ist; jedenfalls ist eS nicht„unan- wenn von Jemand n einer öffentlichen Versammlung Bleistiftnotizen gemacht werden, flegelhaft und beschränkt ist nur derjenige, welcher die» zu verhinder» sucht. ES ist die» nur ei« Beweis, daß die Herren einen wahrheitsgetreuen Bericht über ihre Versammlungen fürchten; und daß jener Bericht im„VolkSstaat" vollständig auf Wahrheit beruht, bestätigen die Unterzeichneten, im übrigen freuen wir unS, wenn die Herren Schlund und Sreinecke den Besuchern ihrer Versammlur.a-n den Ort zeigen, wo der Zimmermann„die Thür gemacht'hat", eS ist dies ein Beweis, wie wenig ihnen an wirklicher Aufklärung liegt. Chr. Hadlich. Castell. d. Arb.-Bild.-Ver. R. Seiffert, Red. C. Seyfert, Holzarbeiter. Hofmannn. Holtmann. Winter. Mürzßurg. Warnung! Die Parteigenossen warne ich hier- mit vor den angeblichen Polen Berkowitz und Siolo»Ski, da die- selben sich angelegen fein lassen, bei den Parteigenossen Empfeh- jungen und Geld herauszuschwindeln, zugleich aber eine ganze Menge Empfehlungen von„hohen Geistlichen" und anderen ein- flußreichen Ultramontanen besitzen und damit die Pfaffen therl» direkt um Geld angehen, theilS denselben für Stahlfedern Beträge zu entlocken suchen. Der eine dieser Herren spielt sich als ehe- maliger Kautmann Berkowitz aus Warschau auf, der beim letzte» polnischen Aufstande sein Vermögen eingebüßt haben will und nun in München wohne, bei den Pfaffen gibt er an, auS Straßburg zu sein. Der Andere zeigt seine Photographie als Garibaldischer Offizier und thut sich viel darauf zu Gute, ein Liebling Ricciotti Garibaldis zu sein. Beide haben EmpfehlungSkarten von Geiser und Grillenberger bei sich.— Beifügen will ick noch, daß die Beiden sich sehr angelegentlich nach den hi-r studirenden Rasse« erkundigten, waS vielleicht nicht uninteressrnt ist, wenn man an die neuesten Verhaftungen in Rußland de-'.'t. C. F. Rick. »ciefkasteu der Expedition. Gggbrg Sraz: Lamarmora kostet 3 M. 50 Pf. Es erscheint demnächst ein Auszug daraus, den Sie durch un« dann er- halten können. Quittung der Expedition. Bon Mutfl hier Ab. 1 M. 25. Hntrmr Me»- baden Schr. 55 Pf. Arb.- Berein Leoben Ab. 3 M. 40. Kl« Magde- bnrg Ann. 2 M. C. Brnhrdt Hirschberg bei Schletz Schr. 6 M. 70. Rxeckr Wien Ab. 6 M. Wst hier Ab. 55 Pf. Prßr hier 90 Pf. Erllbrgr Nürnberg Schr. 75 M. Tbr Wieda Schr. 5 M. 20. Schndr Jo- hanugeorgenstadt Schr. 1 M. 20. Schuhmachergew. hier Ann. 50 Pf. Flschr Kleinzschocher Ab. 22 M. 85. Sch Reichenberg Ab. 48 M., Schr. 27 M. Kr, München Ab. 101 M. 14. Mr Bchwld Schr Z M. 41. Ahr Königsbrück Schr. 2 M. 23. Lpmnn Berlin Ad. g M. RSbch Ulm Schr. 11 M. 65. Grnt Neukirchen Ann. 1 M. 50., Schr. 3 M. 10. A. Brbm Gotha Ab. 13 M. Zrzbl Erimmitfchau Ab. 68 M. 23. Fond für Gemaßrrgelte. Von Gesinnungsgenosse» in Htrschberg d. Schletz 6 M. GeuossenschaflSbuchdruckerri. Autheilscheiue bez. Autheilquittungen erhielten ferner: In Volkmars- dorf F E. St. 60 M. Anzeigen zc. Berlin Wahlverein der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Montag, den 11. Januar, Abend» 8>/z Uhr: Oeffeutliche Versammlung bei CarinS.Prinzenstr. 72.— Tagesordnung: Die Volks- crziehuna im Reiche des ElllturkampfeS. Ref.: St ölten. Diskussion und Fragekasten.— Jedermann hat Zatrrtt. Der Borstand. Mittwoch, den 13. Januar, Abends S'/'z Uhr: BorstanVZsitzung bei Wach, Mllnrstraße 5.— Abrechnung vom Fest. Alle, welche Billet« vertrieben und noch nicht abgerechnet haben, werde» dringend ersucht, zu erscheinen. Der Borstand, flyvf Sonnabend, deu 16. Januar 1875: VreSltUl„Großes Kränzchen" de« Männer- Gesangverein»„Breslauer Sängerruude", im Spri»ger'sche» Lokale(Weißgarten), Sartenstcaße 16. Eintritt»- Karten ü 60 Pf(6 Sgr.), etve Dame frei, zu haben bei den Mitgliedern, an der Kasse 75 Pf.(7l/2 Sgr.) Kassenerössnung 6 Uhr, Anfang 7 Uhr Abend». Alle Parteigenosse« und Freunde sind hierzu freundlichst eingeladen. Der Borstand. 1225; „ Allgemeiner deutscher Schueideroereio. Montag, d. 11. Januar, Abend» 8 Uhr: Bersamm luug bei Jacob, Petersstr. 15,(goldaer Arm) T.-O.! 1) Soziale Rundschau. Ref.: Gützlaff. 2) Verschiedene« und Fragekasten.— Gäste willkommen. D. B. ki». Zuschuerdr- Unterricht: An diesem Abend Eiazcichnung der Thrilnehmer._____[70] Q*2ltclri Gewerkschast der Schumacher. Montag, den 11. Januar, Versammlung bei Herr» Schreiber, Münzgass« 3.— T.-O.: Kcankeakaffen. Bericht. Fragekaste« und sozialer Wochenbericht. Um zahlreiche» Erscheinen ersucht_____ D. B.[50] Montag, den 11. Jan. 1875, Abend, 8 Uhr: Alagoevurg iMenme Versammlung im Lokale de, Herrn Kllhrübe, Johannisberg 4. T.-O.: Vortrag über Produktivassociationen. Ref.: PH. Wiemer. Zn zahlreichem Besuch ladet ein Der Beauftragte.[60] Air empfehlen den Lesern de»„Bolksstaat", sowie überhaupt einem Publikum, daß sich für die heutigen gesellschaftlichen Zustände interesfirt da« Lesen der in imserem Berlage in Berlin erscheinenden L d; di bi 0 <5 ft bi ft SD f« fci d< dl w m b. d> ü Vi v hl W W „Sociat'-Uolitischen Alätter" �■�■ppzurn Abouuement. Der AborinemcntSprei» beträgt für wöchentlich einmalige Liefernng pro Quartal 10 Sgr, Pro Monat 4 Sgr. AbonnementSprei» in Monat»- heften ist 4 Sgr. pro Heft. Eolportmre und Buchhändler erhalten entsprechenden Rabatt. Bestellungen nehmen alle Buchhändler und Eolporteure, sowie aus Wochenlieftrungen auch alle Postaustalten entgegen. Berlin im Dezember 1874.1(w.)[40] Redaktio» uud Expedition de?„Nene» Social- Demokrat." Zur öeachtuug! Filialen, welche bis heute noch für 4. Quartal ganz oder zum größten Theile mit Zahlung im Rück- tande sind, können bis zur Regulirung ihrer Ver- iflichtungen keine weiteren Zusendungen erhalten. Leipzig, den 1. Januar 1875. Die Expedition des„Bolksstaat". Verantwortlicher Redakteur: R. Seiffert. Redaktion Hohestraße 4, Ervedition Zeitzerstraße 44, in Leipzig. Bruck»md Berlag der GenoffenschastSduchdruckerei�tn Leipzig.