Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten Inn«eu des In nngen des In- n.Auslandes. Filial- Exvedittoncn für die Bereinigken Staaten: F. :orge, Hoi 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and coatee scr. Fhiladelpkia. Der Vollisstaa Abonnemeittspreis für ganz Deutschland IM. 60 Pf. pro Quartal. Monats-Abguneinents werden bei allen deutschen Postanstalten auf den tiien u. Sien Monat und auf den Sten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzglh. Sachs.-Altcnburg auch aus den Iten Monat des Quartals ä ö4Pf. OrgailÄersoziatdemokrMschenArbeUerparteiunÄderinternattonalenGewerksgkngssezlschaften. Iafftate die Abbaltane»au Parkt-, Beretn». and Boitsversawmlnngen, sowie dt« Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Bngelegenheitm betrefsend, werden mit 10 Pf.,— Privat- und Vergnügung»- Anzeigen mit 25 Ps. die dretgespalten» Petir-Zeile berechnet. Nr, 6. Sonntag, 17. Jmzuar. 1875. Parlamentarische Anssverrung. L.®ie sozialistische Agitation wird dadurch eine weit kräftiger- ~' ,T| Unterlage gewinnen. Und wahrend unsere Gegner sich Mlt dem Berlin, 12. Januar 1875. Herzenswünsche tragen, durch„Herabsetzung der Beschlußfähigkeits- Wahrend zur ersten Session des Reichstages unjre sämmtlichen z,ffer" die„Macht und Würde" Des Reichstags zu steigern, werden auf freiem Fuße befindlichen Abgeordneten meist zu Platze waren wir Sorge tragen, daß ihnen noch recht oft Gelegenheit gegeben wird, und bei jeder Gelegenheit sich zum Worte meldeten(wie oft sie zum Worte gekommen, ist bekannt!), wo Aussiebt war, unsren prin- zipiellen Standpunkt zu wahren, haben wir zur zweiten Session eiue andere Taktik zu beobachten für nöthig erachtet, um zu be- weisen, daß nichts unterlassen werde, im Dienste unsrer Prinzipien, selbst auf dem dürren Boden des heutigen Parlamentarismus zu wirken. Es erschien urs deshalb geralhen, wie bisher,»ur bei Vorlagen von prinzipieller Tragweite das Wort zu verlangen, und wir verständigten uns vor allem Anbeginn dahin, daß zunächst, zu zeigen, daß die heutigen parlamentarischen Gewalten im Re che nichts anderes sind als der Mechanismus, durch welchen die Herr- schenden Klassen dem Volke den Mund knebeln, mit dem zu redeu sie eS zu einer Zeit aufgefordert haben, wo sie feiner bedurften. Da« Scitenstück zur„industriellen Aussperrung" ist glücklich er- fanden, eS heißt:„parlamentarische Aussperrung". Unsre Gegner rechnen umsonst auf eine Anerkennung ihrer Verdienste bei den nächsten Wahlen, wo die Wähler erst recht reden und Sorge tragen werdeu, daß uns die uneiläßüchen 15 Stimmen zur Am aber fortgesetzt nur ein Man», den Vor postendienst hier versehen tragstellnng und damit freiere Bahnen zum Worte werden; denn sollte. Liebknecht, den währendder erstenHätste des NovemberBahlteick— der Sozialiemus ist auf Posten und bleibt auf Posten! ablöste, wurde dazu bestimmt und er meldete sich, wie bekannt,!---- regelmäßig bei entsprechender Gelegenheit ebenso rechtzeitig, als ITtvIWfirfik- unter genauer Beobachtung aller ersorderlichen Formen zum Wert.� 4S1>UU|ri)k- Nebstdem war verabredet, daß derselbe zu wichtigen Vorlagen die'— In der P-titions�Commission des Reichstags sollte am Abweser den telegraphisch zu rufen habe, damit bei der Abstimmung Montage die„Petition" Most'S zur Verhandlung kommen. Vi»»»»* /4\+• w h t vt rt v. wi vS. n_______ w. I. w— jC... � c___ rt-... s..._____-._ r_ i____' f /Tz.-*- unsre Ansicht vertreten werde Heute nun können wir über daS Resultat unsrer Taktik be- richten, und wir find überzeugt, es wird Jedem den handgreiflichen Beweis lresern, daß der Pariamer tariSmus vou Bismarcks Gnaden einen parlamentarischen Meinungsaustausch nach allen Seiten nicht haben will. Wrr heben zu diesem Behufe die Vorlagen hervor, zu denen sieb Liebknecht umS Wort meldete und schalten dabei ein, daß die fortwährende Präsentation eines einzigen Redners aus uujrer Mitte uns zugleich gegen den Borhalt decken sollte, daß wir als verschwindende Minorität ur-S mehrköpfig zum Worte drängten.— Bei der ersten Lesung des Landsturmgesetzes konnte Liebknecht nicht zugegen sein; aber Hasselmaun, der sich im Namen der Sozialdemokraten zum Wort meldete, erhielt dasselbe mcht; bei dem Freilassungsantrag mußte Liebknecht und Hasselmaun als Antragstellern das Wort ertheilt werden.— I» der Debatte über die Majuuke-Affaire ward Liebknecht durch Ächtußauirrg mundtodt gemacht. Ueber das„Adthuu" des Landsturmgesetzes in erster Lesung ist genügend berichtet, und wir«ahmen demunbeschadet in Aus- ficht, zur zweiten und dritten Lesung daS Wort zu verlangen. Die zweite Lesung erfolgte gestern binnen knapp 4'/- Stunden uud wir kommen weiter unten auf dieselbe zurück, bemerkend, daß Liebknecht sich zum Wort gemeldet hatte, ohne eS zu erhalten. Zuvor(am S. d.) schien sich zum„Schulze'schen Diäteuantrage" Gelegenheit zu bieren, diejenige Partei im Hause zum Worte � kommen zu hören, die doch wohl bei der ganzen Angelegenheit am augeysMgsten imeressirt war, insofern die Biätentosigkeit als ein parlamentarisches Palliativmittelchen speziell gegen sozialistisch-proletarifche Elemente seiner Zeit ossep gerühmt worden ist. Liebknecht hatte indeß Gelegenheit, sich zu vergewissern, daß die Geschäftsordnung ihre gesunde Natur nicht verläugnen kann, er kam durch gntangebrachte Schlußanträge nicht zum Wort, nachdem 4 Redner(Schulze und v. Saucken, Fortschritt, v. Minnigerode, konselvativ, Lucius, nationalliberal, und Windthorst vom Ceulrum) geredet hatten, und wir sind in der Lage, sagen zu können, daß unsre Bermuthuug, man beobachte gegen uns die Taktik der parlamentarischen Aussperrung, um einen Beleg reicher ist. Wollte es doch selbst einigen Fortschrittsleuten auffällig er- scheinen, daß Niemand von uns zum Worte gelaffeu wurde. Zur Zweiten Lesung des Landsturmgesetzes(Montag) meldete sich Liebknecht abermals zu den wichtigeren Paragraphen, nam. 1 und 5*), um, da� in zweiter Lesung nur zu einzelnen Paragraphen gesprochen werdeu kann, bei dieser Gelegenheit uuseru prinzipiellen Standpunkt Zu wahren. Er wurde indeß durch den Schtußautragstellcr Va- leutin u. Genossen schon uach 4'/- Uhr Mittags seines Dienstes ledig: Die Commisfionsvorlage war angenommen, ohne daß da« hohe HanS von unsrer Seite verstimmt worden wäre. Wir konsiatiren dies als einen wiederholten Beweis für die gegen uns im Gang befindliche„parlamentarische Aussperrung" und heben zugleich hervor, daß wir dieses Verfahren darauf be- rechnet halten, unsre Wähler für künftige Wahlen zu ermüden, unsre Suche als gegenstandslos hinzustellen. Denn, während Herr Duncker vom Fortschritt in langen einschläfernden Reden seine Schminklunststücke an dem Landsturmgesetz wiederholt besorgt, während der Reichstag mit der bleiernen Ruhe eine» kühlen Freundes die Schein-Opposition de« Centrums hinnimmt wie die unangenehmen Momente einer gefahrloscu Operation, muß die Sorgfalt, mit welcher man bemüht scheint, sozialistische Ansichten nur bei solchen Gelegenheiten zu hören, bei denen keine große Tesahr vorhanden ist, in'S Fegfeuer prinzipieller Kritik zu gc- Kathen, entschieden Bewunderung erregen. Wir fteuen uns indeß uor Allem, daß wir endlich in die Lage gesetzt sind, die Absichten der gegen unS gerichteten Taktik gänzlich durchschauen zu können, und halten es für angezeigt, öffentlich davon Kenutniß zu geben und darauf hinzuweisen, daß die„parlamentarische Aussperrung der Sozialisten im Reichstage" uns in noch engere Beziehungen wit unsren Wählern bringen wird, sofern wir entschloffen sind, denselben im Wege der Presse und des mündlichen Verkehrs unsre prinzipielle Stellung zu allen wichtigeren GesetzeSvorlagcu klar und darzulegen. wurde jedoch von der Tagesordnung abgesetzt, weil Seitens des MimstmumS noch nicht die nöthige Information eingegangen war. Offenbar möchte man die Petition in den Papierkorb be- fördern oder doch wenigstens bis zum Schluß der Session liegen und dann der Vergessenheit anHeim fallen lassen. — Unter den naiioualliberalen ReichStagSabzeordneten, welche gegen den Schulze'schen Diätenantrag stimmten, befindet sich auch„unser" Stephani. *) Daß ein prinzipieller Antrag zum Landsturmgesetz, welchen die wzialdemylratischeu Reichitagsabgeordneten eingebracht hatten, wegen -.Formwidrigkeit" zurückgewiesen wurde, ist den Lesern bekannt. R. d. V. — Ein ReptilisirungSv ersuch. Der„Neuen Mainzer Zeitung", Redakteur W. BloS, ging folgendes Schriftstück zu: „Berlin, Dezember 1874. 8. V?. Schützenstraße 15. Deutsche Nachrichten, Correspondenz-Organ, enthaltend: Politische SituationSberichte; Parlamentsberichte in ge- drängter und weiterer Fassung; O.ig"alnachrichten, poli- tischen, diplomatischen und militärischen Inhalts; Corre- spondenzen au? allen Hauptstädten Earopa'S; Börsen- Woch-n-Bericht; Tägliche Börsenberichte ic. Der geehrten Redaktion beehren wir uns die Be nützung unserer Correspondenz für daS bevorstehende 1. Quartal 1875 zu soliden, den Verhältnissen Ihres Blattes entsprechenden Bedingungen ganz ergebenst zu empfehlen, und unsere Dienste auch für jeden anderen pnblicistischen Auftrag(Specialberichte, Rundschauen, Telegramme«. s. w.) bereit zu halteit. Hochachtungsvoll ( Administration der „Deutschen Nachrichten" L. IV. Schützenstraße 15." Hierzu bemerkt die„N. M. Ztg.": „Diese„Deutsche Nachrichten" sind bekanntlich ein Hanptreptil. Dieselben erscheinen in vier Sprachen, deutsch, französisch, englisch und italienisch, um in allen diesen Ländern einen Druck auf die öffentliche Meinung ausüben zu können. Redigirt werden sie von einem vr. Liepmann und sollen im Jahre 1872 allein über 20, 000 Thaler Zuschuß aus dem Reptilien fondS erfordert haben. AuS obigem, an uns eingesandten Aktenstück, sieht man recht deut- lich, wie die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch den Reptilienfonds vorgenommen wird. Die Bedingungen darf die Redaktion selbsi stellen, und so wird zu einem niedrigen Presse ein so reichhaltiges Material in Aussicht gestellt, daß die Redaktion de« zu bestechenden Blattes fast gar nichts mehr zu thun hätte, nachdem sie von demselben Gebrauch gemacht. Wir natürlich wollen unS mit diesem Zeug nicht beschmutzen und überlassen daS anderen Blättern. Vielleicht aber trägt diese Mittheilnng dazu bei, daß das Publikum der Preßbcstechung, wie sie von Berlin an« geschieht, doch etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt. Als bei- läusig vor einiger Zeit Herr Aegidi irrthümlich der„Neuen Wormser Zeitung" ein ähnliches Angebot machte und diese« Blatt die Sache an die Oeffentlichkeit zog, erklärte die„Nordd. Allgem. Ztg." die Sache für eine„Mhstification". Sollte nun schon wieder eine„Mystisication" vorliegen? Dem obigen Schriftstück guckt aber der Reptilienfond so sehr aus allen Zeilen heraus, daß wohl schon deshalb Niemand seine Aechtheit bestreiten wollen wird." läßt sich bei einer so großen Armuth, wie sie hier notorisch ist, |eia geregelter Schulbesuch erzielen! Viele Eltern können ihren Kindern kaum die Blöße bedecken und den Hunger stillen, da sitzen die armen Kinder im Winter halb nackt, nachdem sie von den Eltern auf wiederholtes Drängen de« OrtSschulrath-S endlich in die Schule geschickt werden, und machein mit ihren blassen, ab- gemagerten Gesichtern und Händen einen herzergreifenden Ein- druck. Bon diesen Schülern soll nun der Lehrer Ausmerksamkeit, Fleiß und Leistungen verlangen. Diese Kleinen haben ja kaum das Leben. So ereiguete sich dieser Tage, daß ein Lehrer in seiner Klasse eine Schülerin fragte, warum sie nicht zu weinen aufhöre. Ich habe nichts zu esse» bekommen— war die Antwort. Dem Lehrer wurde weich zu Muihe, er mußte sich um- drehen und brach in Thränen aus. Aehnliche Szenen wiederholten sich hier öfters. Von den 60(1 Schülern der hiesigen Volksschule gehören wenigstens 300 ganz armen Eltern au. Wenn unter solchen Verhältnissen nicht bald von anverer Seite Abhülfe > erfolgt, so muß man mit Bangen der Zukunft enrgegensehen, denn °stir einen besseren Geschäftsgang ist noch nicht die geringste AuS- ficht vorhanden. Die noch bemittelten Bürger thun zwar was möglich ist; auch jetzt wieder wurde vom Schul-Leiter eine Subskription für arme Schulkinder eingeleitet, welche eine nicht unbedeutende Summe embrachle; allein, was ist das für so Viele?!" Dazu bemerkt die„Gleichheit": „Natüitich hilft hier die öffentliche Mildthätigkeit nichts; diese Noth herrscht nicht nur in Benisch, sondern im ganzen Nordwest- lichen Schlesien, Freudenthal nicht ausgenommen, namentlich aber in den Orlschnften Engelsdcrg, Wllrbenthal und Klein-Mohrau— sie herrscht überhaupt im Gesammtgcbiet der Textilindustrie. „Von anderer Seite"— womit unzweifelhaft Reichsrath und Regierung gemeint ist— wird sicherlich keine Abhülfe erfolgen. Was kümmern auch die Hosräthe uud die Schwätzer des Abge- ! ordnetenhaufts die Leiden des Volkes! Haben sie während der anderthalb Jahre der Krise überhaupt eiue Neigung zur Hülfe gezeigt? keine Idee! Sie befinden sich trotz Nothlage in äußerst angenehmen Verhältnissen. Für sie ist ja nach dem Ausspruche des Justizminisier» Glaser„die Hunzevsnoth ein fast unbegreif» �liches Wort geworden!" So die„Gleichheit". Sehr lehrreich ist die Correspondenz 'der„Schlesischen Post" auch insofern, als sie recht anschaulich macht, daß die Schulfrage im eminentesten Sinne des Wortes ein „Stück soziale Frage" ist. Für ein hungernde«, verhungern- des Volk gibt's keine Volkserziehung;„ein voller Bauch studirt mcht gern", sagt das Sprichwort; ein leerer Bauch kann aber nicht studiren. — Die neuesten Nachrichten über den Sinke, richtiger die Aussperrung in Süd-Wales lauten den Arbeitern nicht günstig. Es hat sich herausgestellt, daß die Arbeiterkaffeu ver- bältnißmäßig leer sind; in Folge deflen sind viele Bergleute in die Gruben zurückgekehrt und es ist sehr zweifelhaft, ob die übrigen den Widerstand fortsetzen werden. Die Kapitalisten, die ihrer Sache sieber zu seinglauben, verweigern nicht uur jede Concesfton sondern stellen sogar weitere Lohnreduktionen in AuSstcht. — Zur Lohnreduktion. Wie man uns aus Essen mel- det, werden die Industriellen, sowie die Eisenbahngesellsehaften der dortigen Gegend dem Beispiele Krupp'S folgen, und mit einer den jetzigen Preisverhältnissen der Waarcn entsprechenden Reduktion der Arbeitslöhne vorgehen. So saugen die Fabrikanten, Grün- der uud Schwindler aus der Roth der Arbeiterklasse neue Kraft zu neuen Gründungen und zu neuen— Krachs! — Hungersnoth in Oe streich ifch- Schlesien. Der„Schle- fischen Post"(Nr. 28) wird aus Beuisch geschrieben: „Die immer mehr abwachsende Roth und da« leider immer mehr um sich greifende Stocken der hiesigen Leinenindustrie hat einen grvßen Theil der Bevölkerung, welche sich bis nun, wenn auch immer nur kümmerlich von der Handweberei uährte, bereits in gräßliche Roth und Armuth gestürzt. Diese drückenden Ver- Hältnisse müssen aber auch nachtheilig auf die Schule wirken. Wie — Im„Neuen Sozialdemokrat" lesen wir: „An die Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter-VereiuS. Nachdem ich mich theils persönlich von der Stimmung der Mitglieder in Bezug auf die Bereinigung aller Sozialdemokraten Deutschlands überzeugt habe, theils durch briefliche Nachrichten in- sormirt worden bin, kann ich folgende Mittheilungen hier über das VereinigungSprojckt machen. Die Lassalleaner sind mit geringen Ausnahmen für eine Ver- einigung, sie wollen aber die Anschauungen und Forderungen Las- falle'S in da« gemeinsame Programm aufgenommen haben und be- stehen bei der Organisation einer einheitlichen Partei auf straffer Zentralisation; sie wollen nicht, daß die Agitation irgend welchen Rückgang erleide. Dann auch giebt sich daS allgemeine Verlangen kund, daß bei einer Vereinigung keine Ueberstürzung stattfinde; ruhig mögen die Borlagen ausgearbeitet werden, ruhig will mau sie von Seiten der Parteigenossen prüfen, bevor ein allgemeiner Congreß sein Endurtheil spricht. Wie ich den Mitgliedern des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins mittheilen kann, stimmen in diesem Verlangen die Mit- glieder der solzialdemokratischen Arbeiterpartei vollständig mit ihnen überein; auch sie wollen keinerlei Ueberstürzung bei dieser Verein!» gung, da man allgemein vom besten Willen beseelt ist, dieselbe zu einer dauernden zu gestalten. Soviel ich die Situation übersehen kann, wird gegen Ende Februar eine Programm- und Statutenvorlage zur Berathung an die Mitglieder versandt werden und der Coogreß dann wahrschein- lich um Pfingsten stattfinden. Bis dahin agitire man auf beiden Seiten friedlich und freundschaftlich neben einander für die große, gemeinsame Sache. Bremen, 10. Januar 1875. Der Präsident des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Ve?einS: Hasenclever. — DaS neue Jahr hat an dem Baume der Arbeiterbewegung ein neues Reis getrieben. Es ist„Der Wecker", Organ für die Schuhmacher Deutschlands, redigirt von W. Bock in Gotha, den wir willkommen heißen können.„Der Wecker" erscheint am 10. eines jeden Monats und kostet pro Quartal 30 Pf. — Unsere Leser wissen, daß der frühere verantwortliche Re- dakteur des.Volksstaat", Preißer, wegen verschiedener angeb- licher Beleidigungen deS Fürsten Bismarck, der Bezirksgerichte Leipzig, Zwenkau und Dresden, und des Stadtgerichts zu Breslau von der ersten Instanz inSgesammt zu 8 Monaten Gefängniß ver- urtheilt wurde. Auf erhobenen Einspruch Seitens Preißers und auch der Staatsanwaltschaft hatte am Sonnabend den 9. d. M. öffentliche Prozcß-Verhandlung im Leipziger Bezirksgericht statt. Der Gerichtshof änderte das Strafmaß der ersten Instanz, welches auf 4 Monate Gefängniß wegen einfacher Beleidigung des Fürsten Bismarck gelautet hatte, insofern ab, als er auf 6 Monate Gs- fängniß erkannte, weil die Beleidigung deS Fürsten Bismarck sich als verleumderisch qualificire. Preißer ist demnach in zweiter Instanz inSgesammt zu 10 Monaten Gefängniß verurtheilt.— Der Waizen blüht! Innere Partei- Angelegenheiten. Al< Vertrauensmänner wurden weiter dem Ausschuß vor geschlagen und sind von diesem nebst Revisoren bestätigt: Mainz: G. Dörr; Gartenseld: L. BrunS; Plauen: H. Schenk; Altchemnitz: C. G. Otto. Mit sozialdemokratischem Gruß Hamburg, 1Z. Jan. 1875. Der Ausschuß. I. A: I. Auer, Breitestraße 39. Gewerksgenossenschaftliches. Metallarbeitergewertsgeuvsscnschaft. Nrannschweig. Berichtigung. Zu wciuer Freude kann ich die Mitthcilung machen, daß die Mitgliedschaft in Lechhausen sich nicht nur nicht aufgelöst hat, wie ich irrthümlich in Nr. 1 deS„BolkSstaat" mitgetheilt, sondern daß dieselbe vielmehr täglich stärker wird. Aufgelöst hat sich leider die Mitgliedschaft in LandShut. Mit Gruß. C. Schubert. -Leipzig. Der Streit über die Lohnreduktiou bei den Formern der Vogel'fchen Fabrik in Neusellerhaufeu ist beigelegt aus Grund einer getroffenen Vereinbarung. Montag, den 12. d. M. ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. Jedoch bitten wir den Zu- zag nach wie vor strengstens fern zu halten, da die Fälle nicht selten sind, wo gegebene Versprechungen hinterdrein wieder ge- brochen worden sind. Ja Nr. 3 ist anstatt Münzner Mürzner gedruckt worden, was wir zu berücksiibtigen bitten. Correspondenzeu. Chemnitz, 11. Januar. Au die Parteigenossen! Laut Parteideschluß hat sich am hiesigen Orte neuerdings ein Agita- tionSkomite gebildet. Wir fordern nun die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder im 16. sächsischen Reichstagswahlkrelse auf, sich betreffs näherer Mittheiluvg in Part-iangelegenheiten, sowie bei Bedarf von agitatorischen Kräften oder sonstiger Uater- stützung an den Unterzeichneten zu wenden. Gleichfalls werden die Borstände von politischen und gewerkschaftlichen Organisationen ersucht, ihre Adressen gefälligst mittheilen zu wollen. Im Auftrag: Carl Hick-thier, Poststraße 37. Aerlin, 7. Januar. Verschiedene hiesige Blätter brachten dieser Tage eine Notiz von einer, ihrer Ansicht nach, tragikomischen Scene, welche sich am 4. d. MtS. vor der Strafanstalt am Plötzen- see abgespielt hat und suchten den ganzen Vorfall ins Lächerliche zu ziehen, während die Lächerlichkeit sich auf ganz anderer Seite befand, als geschrieben wurde, weshalb ich mich veranlaßt sehe, den Vorfall hier an dieser Stelle wahrheitsgetreu wiederzügebeu. Am Montag, den 4. d. MtS. sollte uns-r Freund und Parteige- nosse Slauk, nachdem man es für gut befunden, ihn auf 9 Mo- nate(incl. 3 Monate Untersuchungshaft) dem gesellschaftlichen Ver- kehr zu entziehen, weil er die heilige, göttliche Weltordnuag durch einige Worte in Gefahr gebracht, wieder die Luft der Freiheit athmen dürfen, und hatten sich einige Parteigenossen am Morgen de» betteffenden Tage» nach Plötz-nsee hinausbcgeben, um ihn zu empfangen. Gleichzeitig hatten sich noch ein« ziemliche Anzahl von ehemaligen Mitgliedern d«S allgemeinen deutschen Ärbeiterverern« eingefunden, welche ihren Freund Hurlemann, der an demselben Tage entlassen werden sollte, begrüßen wollten. Leider wurde die Hoffnung derselben getäuscht, denn als unser Freund Slauk die Kerkerthür hinter sich hatte, erzählte er, daß mau Hurlemann am 31. Dezember 1874 eröffnet habe, er habe noch bis zum 24. d. MtS. zu sitzen in Folge der eingereichten Nichtigkeitsbeschwerde. Nun mußte man auch von anderer Seite Wmd davon che- kommen haben, daß man die zu Entlassenden abzuholen beabsichtige, denn als wir die Strafanstalt in Sicht bekamen, sahen wir auch zugleich in der Nähe derselben 4 Schutzleute postirt, die, soviel ich weiß, sonst ihren Platz nicht an diesem Orte haben; und als wir uns, ca. 60—70 an der Zahl, eine Strecke von der Strafanstalt entfernt hatten, kamen uns wiederum zwei solcher blauröckiger Ord- nungSmänner entgegen mit dem Befehle, daß wir uns zerstrenen sollten. Wie die» zu bewerkstelligen sei» sagte mau uns nicht, weshalb wir es unterließen, da nur eine Straße dort war, wir hätten denn durch die mit fußhohem Schnee bedeckten Felder lausen müssen. Diese Aufforderung wiederholte sich denn auch in Folge dessen, und al« ein Wagen de» Wege» gefahren kam und etwas ans die Seite bog, riefen die Schutzleute dem Kutscher zu. er solle quer durchfahren. Mit welchem Rechte man ruhig ihre» Weg» gehende Leute auffordert, sich zu zerstreuen, zumal außerhalb der Stadt, ist mir unbekannt. Einen Gesetzesparagraphen, worauf sie sich stützen, hat man uns nicht genannt. So hatten wir zu- nächst die Ehre, von diesen beiden Dienern der heiligen Herman- dad begleitet zu sein. Aber eS dauerte nicht lange, so wurden wir gewahr, daß un« auch noch vier berittene Schutzengel folgten, waS die un» begegnenden Leute vielleicht glauben ließ, daß ein Trupp Verbrecher eScortirt werde, was aber durchaus nicht geeig- uet war, unfern Humor zu stören, oder auch nur zu beeinträchtigen, sondern vielmehr dqzu beitrug, denselben zu erhöhen. So gelangten wir glücklich unter Escorte bis zur Moabiter Brauerei, wo wir Absteigequartier nahmen. Aber auch hier verließen an» unsere Beschützer nicht, sondern zwei verfügten sich mit ins Local hinein, während zwei andere vor der Thür Posto faßten; und dieselben verließen unS nicht eher, bis wir nnS nach und nach entfernteu, d. h. bis wir sie verließen. Wer ist jetzt wohl Derjenige, der sich lächerlich gemacht hat? Mit sozialdemokratischem Gruß O. Stalten. Nresln«, 6. Januar. Herr von Bismarck trifft doch immer den Nagel auf den Kopf. Bei der Debatte über den Liebkaecht- schen Antrag sagte er: Die große Masse von Verurtheilunzen und Verhaftungen, rühre einfach von den vielen GesetzeSverUtzrnigen und Uebcrtretungeu her. Ja wohl! Wer verletzt denn aber die Gesetze? Nicht immer die von der Polizei Bewachten, sondern, wie ich hier berichte, iu diesem Fall- die Wachtet der Gesetze. Die hiesige Polizei hat Montag, den 4. Ja-mar, so.-enden neuen Beitrag dazu geliefert. Ein Theil der hiesigen Acl'titcr war in seiner Thätizkeit seit länger als Jahresfrist dadurch vollständig lahm gelegt, daß über sie durch„Gottes gnädige Fügung" eine Lokalsperre veihänzt war, d. h. daß kein Lokal zu einer Bersamm- lung aufzutreiben war. Endlich gelang eS, für Monraz, den 4. Januar, ein solches in der 5kleutscher-Hallr zu bekommen. Parteigenosse Just berief eine Arbeiter- Versammlang ein und er- öffnete dieselbe um halb 9 Uhr. Die Versammlung war stark besucht, und wählte Just, Fischer und Scheil in'S Bureau. Er- sterer ertheilt dem Referenten Kräker das Wort—, da erhebt sich der überwachende Polizeikommissar und erklärt die Versammlung für aufgelöst. Ja größter Ruhe und Ordnung, nur empött über solche Willkür, verlassen Alle da» Lokal. Zehn bis fünfzehn Schutz Männer waren aufgeboten, um diese Heldenthat ausführen zu hel fen, hatten aber nichts zu thun. Just hat natürlich sowohl den betteffenden Polizeikommisiar bei der Staatsanwaltschaft auf Grund deS§ 339 dcnuncirt als auch bei der Regierung Beschwerde gc führt. Diese Versammlung ist todt, es lebe die nächste. Soburg. In der Lohnfrage der Bauhandwerker am hiesigen Orte ist bis jetzt noch nichts entschieden, die Arbeitgeber haben eS vielmehr vorgezogen, zu den zwei anberaumten CommissionSsiyungen nicht zu erscheinen. Dagegen haben sie frischweg in die Welt hin- auSgelogen, sie zahlten unS einen Lohnsatz von 1 Thlr. bis 2 fl. täglich. Natürlich haben wir dem Publikum durch die„Coburger Zeitung" bewiesen, daß daran kein S:erbenSwörtchen wahr sei. In dieser Zeit deS Lohnstreiles ist die hiesige Mitgliedschaft der Bauhandwerker bedeutend gewachsen, und gedenken wir Ende Januar oder Anfang Februar mir den Meistern ein ernsteres Wort zu reden. Gemaßregelt wurden bis jetzt zwei Genossen, darunter auch unser Agüalor Kappler. Die Agitation auf dem Lande wird kräftig betrieben. Ztelzen. Zu Beginn deS neuen Jahres dünkt eS mir erfor derlich, über meine vorjährige Thätigkeit kurz, aber sachlich zu berichten. Als ich im Januar vorigen Jahre» Magdeburg und Buckau verließ, wo Wiemer gute Saat gelegt hatte, ging ich nach Bitterfeld. Als ich öffentlich aufzutteten gedachte, drohte mir mein Arbeitgeber mit Entlassung, wozu eS jedoch nicht kam. Ich grün- dete nun im dortigen Turnverein einen wissenschaftlichen Club, wozu Arbeiter und Bourgeois fteudig Ja sagten. Gelegentlich einer Festrede, die ich auf einem Turnerballe hieit, that ich die Aeußerung, daß auch die Turner berufen seien, an dem Ausbau des neuen Staates mitzuarbeiten. Diese Aeußerung erregte allge- meine Sensation, und wurden meine Borträge von nun an scharf überwacht. Das Ende vom Liede ist, daß mein Arbeitgeber aus polizeiliche Ordre mir den Lohn für 14 Tage auszahlte und mich sofort cutließ. Nun ging ich nach Naumburg und von Naumburg nach Erfurt, wo mich außer Maßregelungen auch noch eine An- klage wegen MajestätSbeleidigung und Schmähung der Religion betraf; Mitangeklagter ist W. Bock. Sollten die Parteigenossen der benachbarten Orte eine agitatorische Kraft braucheu, so stehe ich zur Verfügung; ich kann jedoch einstweilen nur auf auSorück liche Einladung in Aktivität ttetea, da mich verschiedene Umstände nötbigen, vorerst in Reserve zu bleiben. Je mehr man mich aber in Anspruch nimnit, um so lieber soll es mir sein. H. Thatemuth, bei Herrn Holtendorfs Lechhausen. Die Nachricht, daß es mit der Bereinigung der beiden sozialdemokratischen Arbeiter-Fraktionen— nach so vielen mißglückten Versuchen— endlich Ernst wird, hat die hiesigen Ge- sinnungSzenof,en mit Freude erfüllt und geben sich dieselben der Hoffnung hin, daß nunmehr jede Uneinigkeit auf immer auS den Reihen der Kämpfer für die Arbeitersachc verbannt sein wird, damit wir gekräftigt durch Einigkeit desto rascher und leichter unser hoheS Ziel, die Emanzipation der Arbeiterklasse, erreichen können. I. Ä.: I. Braun. Hteutttuge». Die hiesige Parteimitgliedschaft kann mit Be- friedigung auf ihr AzitationSwerk im verflosseuen Jahre zurück- blicken, da sich die Zahl der Mitglieder bedeutend vermehrt hat und ihr in alleu Kreisen Achtung gezollt wird. Natürlich� der gefühllose Geldsack macht böse Miene zu unserm gelungenen«spiel. Die am 27. v. M. abgehaltene Weihnachtsfeier im überfüllten Saale„Zur Sonne", mit Christdaumverloosung und Versteige- rung, ernsten und komischen Deklamationen und Gesängen, veilies in würdigster Weise. Bei der am 9. d. M. stattgefundenen Mit gliederversammlung, welche stark besucht war, wurde, nachdem mehrere Redner die Nothwendigkeit der Vereinigung beider Frak- ktionen befürwortet, folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Parteimitglieder Reutlingens sind mit den Beschlüssen der Berliner Sozialistenversammlung vollständig einverstau den und wünschen den diesbezüglichen Congreß und die Ver- eiuigung beider Fraktionell baldmöglichst." A. Lutz, Mechaniker. Ueber den auS Würzburg als Schwindler demaSkirten Polen Berkowitz wird uns noch mitgetheilt, daß sich derselbe, unter dem Borgeben polnischer Flüchtling zu sein, vor 5 Jahren bei einem Leipziger Parteigenossen emzusühren verstanden hatte. Von mehreren Seiten unterstützt, benutzte derselbe ein Empfeh- lungSschreiben deS Leipziger Genossen, um die Crimmitschauer Webergenoffeuschaft recht empfindlich zu betrügen. Wir ersuchen die Parteiblätter, von obigen Mittheilongeu Notiz zu nehmen, da- mit dem„Flüchtling" Berkowitz und seinem Kumpan SiolewSkp da» Handwerk gelegt werde. Die Redaktion des„Volksstaat". Nriekkaste? der Exoedition. H. Pltz Müblhausen(Thür.): Die»erlangte« Schriften können Sie von der Expedition de:„Ehemnitzer Frei« Preffe" beziehen. Quittung der Expedition. F. Bsch Suhl Schr. M. 0,70 Dkllr hier Schr. M. 2,88. Thl Wien Ab. M. 6,40. Ptr Rotterdam«b. M. 3,20. Star New- Jork Ab. M. 9,60. A. Knk Lu.e Ab. M. 11,20. Pltz Mühl- Hausen Schr. M. 1,05. Mllr Glauchau Ab. M. 148,00, Schr. M. 20,00. H. Rckw Berlin S-tr. M. 131,0». Wgnr Stade Schr. M. 29,15. Sbrlch Gera Schr. M. 3,00. Schndr« Bchh Mannheim Ab. M. 19,50. Kndrtb B. Gpnla Ab. M. 1,70. Lug DreSder Schr. M 0.50. Nttchnr hier Schr. M. 1,10. Schndr Anßig Schr. M. 2,00. Srgnff hier Ab. M. 1,80. Schbrt hier Ab. M. 0.55. Mllr hier Schr. M. 0,30. Brtrm hier Ab. M. 2,50. Wlttlng Eimsbüttel Ann. 0,80. Hl Pari« Ab. M. 4,00. Schneider»«, hier Ann. M. 1,90. Grllnbrgr Nürnberg Schr. M. 13,20. Krbr Florisdorf Ab. M. 3,40. Sie haben noch M. 1,40 nachzuzahlen. Schltz Hamburg Ab. M. 100,00. L. Hlnd Berlin Ab. M. 30,00, Ann. M. 0,50. Aon» für Gematregelte. B. Arb.. verein Gohlis d. P. thlr. 2 16, v. Kpprs ELl» 1 thlr., d. Bohne Hohenstein 1 thlr., f. d. Parteiunterstützungsf. I thlr., Safe Ger- mania d. F. 6 zr. KenosseuschafiSbnchdrmkerei. Antheilscheine bez. Antheilquiltungcn«hielten sern«: I» Gieße» vn emigte Gewerksgenoffenschaft M. 30.[20] Anzeigen?c. Die recht» in[| angegebene Ziffer bedeutet dcn Preis der betreffenden Annonce in Reichspfennige». BerLW Gewerkschaft der Manufakturarbeitn. Sonnabend, den 16. Januar, Abend» 8 Uhr, Große Fraulfnrterstiaße 84: Geselliges Zusammensein. Der Einberuf«. s75] Gewerkschaft d« Hoizardeit«. «.'llvlUu Sonntag, den 17. Januar 1875, Nachmittag 3 Uhr: Gcueraloersummlnug bei E. Hilsert, Kirchstraße Nr. 9. Tagesordnung: 1) Kassetmchunng. 2) Verschiedeues. Jede« Mitglied ist verpflichtet zu erscheinen._ E Freitag. i501 /Tfllll Sozialdemokratische Arpeiterpariei. �2/11 1U Mittwoch, den 20. Januar, Abend» halb 9 Uhr, bei Breuer Eigelstein Nr. 25: Brrsammlnug.— Tagesordnnng: 1) Abrechnung. 2)' Bortrag des Herrn Ritting hausen. Zu zahlreichem Erscheinen ladet ein Der Berlrauensmanu.[50] tmätmftpf Donner ftag, IlUPlill litt dcn 21. Januar, Abend« halb 9 Uhr: Große Bolks-Bersammluug in„Sanösouet". Tagesordnung: Der wahre und d« falsche Sozialismus. Ref. Herr Reichstagsabgeordneter A. G e i b. ___ T h. W a l k e r l i n g.[80] Hamburg' in Tütge» Salon.— Tagesordnung: Die Bürgerschaft uad da« Eontratt-! bruchgesey. Ref.: Hartmann, Auer, Geib. Qrflllt«! Gewerkschaft der Schuhmacher. � .-teXly jlZ Montag, dm 18. Januar: Bersammluug bei Herrn Schreiber.— T.-O.: Sozial« Wochenbericht. Fragekasten. Berschiedene«. Um zahlrei de« Erscheinen ersucht D. B.[40] »,, Ällgememer deutscher Schueldnverein. Montag, d. 18. Janaar, Abends 8 Uhr: Haupt-Ber saminluug bei Jacob, Petersstr. 15,(goldner Arm). T.- O.: 1) Cassenbericht. 2) Neuwahl sämmtlich« Borstandsmtt- glieder. 3) Wichtige B ereiusangelegmheiten._ D B.[50] Sozialdemokratisch« Ärbeitervereln. -C&UaugUtU Montag, den 25. Januar 1875; AllgeiueincS Arbcitersest und Ball im vergrößerten Saale der„Harmonie".— Festprolog gesprochen(um bald 9 Uhr) vom Bcrsass« desselben Herrn ReichstagSadgeordneten Aug. Geib. Festrede gehalten(um halb 10 Uhr) vom RelchStagSabgeordaeteo Herrn Wilh. Liebknecht. Entrv für Herren 10 Schill., Damen 6 Schill. Karten im Boraus Qr Herren 8 Schill., Damen 4 Schill. Nähere« besagen die Plakate.(2a) Da» Fest- Comite.[275]! Aufforderung. Der Malergehülfe Ehr. Trieturg, zuletzt iu Hameln, wird aufge«! I ordert, seinen Pflichten gegen die Abonnenten de«„Neuen Sozial-! Demokrat" und des„Bolksstaat", fo.vie gegen da« hiesige Maurergewerk nachzukommen, widrigensall» wir andere Schritte gegen denselben unter- nehmen w«dcil. Die Hameln« Parteigmossen.[60] Otto A. an« Delitz(Köutzr. Sachsen), Modellschlosser, früher iu Graz, jetzt in Leipzig, wird ausgefordert, seiner Berpflichinng gegen die Productivassociation der Kleidermach« in Graz binnen 8 Tagen nachzu- kommen, sonst wird sein voll« Name veröffentlicht werden. Carl Frank, Geschüstsleiter.[501 iu Für den Uuterstütznngöfond der Partei gingen ferner iu jüngst« Zeit hier ein: Hürden bei Krnmbach von S. Fischer und A. Wetzel gr. 23 1. Gößnitz d. E. Link 1 thlr. Hamburg v. SegenSsperg 2 thlr. Berlin v. Enz 5 tblr. Für Berlin sind auß«dem folgmd« Gelder zu quittireu. Keitel 5 gr. Schmidt 5 gr. Web« gr. 7 5. Bersteigenrag eine« Glases Bier b. Klempnnveroand thlr. 2 2 5. Sammlung der Setzer der N. A. Z. d. Rave thlr. 5 7 5. Ertrag ein« Wette d. Heinsch 15 gr. Kr. gr. Friedrichstr. thlr. 1 10. Amelang 1 thlr. d. Wille(zur Agi- tatiou) 3 thlr. Den Vertrauensmännern zur Nachricht, daß binnen kurz« Zell eine Restautenliste(Monats beiträgt, Protokolle und Material) v«öffent- licht werden wird. D« Ausschuß muß streng daraus hallen, daß alle Orte ihre Pflichten gegen die Parteikasie erfüllen, damit er für die Agitation und sllr die Gemaßregelten genügend sorgen kanu. Die reget- mäßige Ausbringung und Absenduug von Parteigelderu ist Ehrensache für jeden Gmoffen! Hamburg, 12. Januar 1875. Der Ausschuß der sozial-demokratischen Arbeiterpartei I.>.: H. Beuneke, Kasstr«, kleiner Schäserkamp 36. Soeben ist erschienen und durch die Expedition de«„Bolksstaat" bezieben: Die industrielle Arbeiterfrage und die Forderung eines Neuen Arbeitsrechts. Bortrag, gehalten auf der Volksversammlung des Congreffc« der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu Coburg am 19. Juli 1874 von Th. Yorck. Preis pro Exemplar 25 Pf. Durch die Buchhandlung de«„Bolksstaat" ist zu beziehen: Geschichte der sranzösischeu Revolution von 1789—1814 von A.«. Mignet, deMsch üh«setzt von vr. F. H. Uugewitter. 4 Bändchen. Preis 1'/, Mark. Wir empsehlen den Lesern de«„Bolksstaat", sowie überhaupt einem Publikum, daß sich sür die heutigen gelellschaftlichen Zustände mtiressirt da« Lesen der iu unserem Berlage in Beriin«scheinenden' „Sociat-Mitischm Mätter* zum Abonnemr«t. Der Abonnementsprei« beträgt sür wöchentlich einmalige Liefermrg pro Quartal 10 Sgr., pro Monat 4 Sgr. Abonnementsprei« iu Monat«' heften ist 4 Sgr. pro Heft. Eolporteure und Buchhändler«halten entsprechenden Rabatt. Bestellungen nehmen alle Buchhändler und Eolporteure, sowie aus Wocheuliesrrungen auch alle Postanstalten entgegen. Berlin im Dezember 1874.(w.) s400 Reoattio» und Expedition deS„Reuen Social-Demokrat." BeranuvortUch« Redakteur: R. Seifser». Redaktion Hohestraße 4, Expedition Zeitzirstraßc 44, in Leipzig. Druck und Verlag dn Geu»sseuschaft»buchdruck««Zi» Leipzig.