Erscheint in fcisnig Mittwoch, Fi sitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Pvstanstalten u. Buchhand- lungeu desJn-u.Auslandcs. Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Loi 101 Ilodotreu, X. J. Peter Haß, S."W. Corner Third and eoates str. PLUadelphia. Der Völlig AbonükMintZjireis für ganz Teutjchlai d t M.W Pf. pro Quartal. Monats- Abonnemente werden bei allen deutsche.! Postanstalien auf den 2tc u. Zleu Monat und auf de. 3ten Monat besonders n: genommen; im Kgr. Sachs, u. Hrzglh. Sachs.-Alteubu! auch auf den tten Monat 6, Quartals i 54Pf. OrganÄersozialdemokratischenArvetterparteiundderwternattonalenGeverksgcklisscnschaften. �nternte di« sbbalwna von Bartet-, verein«, na» voilsverfammwagen, sowie dt« Filial- Expeditionen und sonstige Partei»Angtlegeahtiteu betreffend, werdw mit 10 Pf., �' Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespaltene Petit- Zeil» berechnet. Privat- und Bergnügmig»- Xr. 11. Ilreitag, 29. Januar. 1875. Abonnements auf den„Volksstnat" für den Monat Februar zu 55 Pfennig werdet! bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig pro Monat zu KV Pf. bei der Expedition, Zcitzcrstraße 44, und bei Eolpor- teur Müller, für die Umgegend von Leipzig bei den Filial- expcdiiionen: für Volkmarsdorf, Reudnip, Neuschönefeld:c. bei Frau Friedrich, Anger Nr. 5, für Connewitz:c. bei Teubert, Bornaische Str. 19, für Kleinzschocher und Umgegend beiFlcischer, Nr. 87 daselbst, für Thonberg». Neureudnitz bei Zcitungsspcditeur Zsch au, Neureudnitz 15, 1 Tr., für Plagwitz und Lindenau bei Schufter, Mcrscburgerstr. 26. für Gohlis:c. bei O. Peukert, Hauptslr. 19, für Stötteritz bei Fr. Boge- Nitz, Hauplstr. 38, angenommen. Für Berlin wird auf den„Bolksstaal" monatlich für 75 Pf. frei in's Haus abonnirt bei Trautmann, Mariannen- straße 4, vorn 3 Tr.; Rüben ow, Brunnenstr. 34 im Laden; I. Ehmann, Grünthalerstr. 34. Der Abonnemenlsbetrag ist bei Bestellung zu e ntrichlen. -ah >0; nst Wi ld- eck 501 br, fst: im or- ag «0« |01 aft WJ »n, Wl «r ort i» fich m Zur Landfrage. Folgende offiziöse Notiz geht durch die Zeitungen: «Bekanntlich hat der Abgeordnete Miguel im vorigen Jahre einen vom Abgeordneteuhause fast einstimmig angenommenen Au trag wegen Zerlegung von Domainen behufs Bildung von bäuer- lichen Gütern gestellt. Die Regierung nahm demselben gegenüber zwar eine kühle Haltung an, aber sie ist doch in Neuvorpommern m dieser Richtung vorgegangen, indem sie Domainea in größere «ud kleinere bäuerliche Stellen zertheilt und so zum Verkauf ge bracht hat. Vielleicht wider Erwarten der Regierung ist dieser Verkauf vollständig gelungen, obwohl die Parcellen ohne Gebäude und unter der Bedingung bedeutender Baarzahlunge» veräußert wurden. E» ist zu hoffen, daß die Regierung nach dieser Ersah rang die Neigung gewinnen wird, in gleicher Richtung und nach einem großen Plane auch in anderen Provinzen vorzugehen. Die Finanzen des Staates würden sich dabei ohne Zweifel eben so gut stehen, wie die sozialen Verhältniffe aus dem platten Lande ge- Winnen würden. Es ist ja keine Frage, daß die Leichtigkeit, mit welcher ein großer Theil der ländlichen Bevölkerung sich zur Aus- Wanderung, fei eS in die großen Städte, fei es über das Welt- weer, entschließt, abnehmen muß, je mehr dem ländlichen Arbeiter die Gelegenheit geboten wird, sich in seiner Heimath ein eigenes Besitzthnm zu erwerben. Wenn die Regierung diesen Prozeß in großem Maßstabe und energisch in Angr>ff nähme, wäre sie in einem Jahre 30,000 neue Bauern zu schaffen im Stande. Auch in den Kreisen der großen Gutsbesitzer tritt schon in vielen Ge- genden die Neigung hervor, ihren Besitz zu verkleinern. Leider wird dieS sehr erschwert durch die Hypothekenbelastung der großen Güter. ES wird Aufgabe der Gesetzgebung sein, für den Abver kauf einzelner Theile Erleichterungen zu schaffen, nicht im Privat intereffe des Gutsbesitzers, sondern recht eigentlich im öffentlichen Jnterefle. Denn eS handelt sich hier um ein Privatbedürfmß, deffen Befriedigung den praktischsten Weg zur Lösung der«sozialen Frage" auf dem platten Lande anbahnt." So der halbamtliche Zeitungsschreiber, der zwar eine unab- hängige Miene auzunevmen versucht, den«Wasstizetlel" aber zu sichtbar in der Hand trägt. Wider Willen verräth er die Wahr heit. Der Verkauf der Domänenparcellen ist«vollständig ge luagen, obwohl die Parcellen ohne Gebäude unv unter der Br� dingung bedeutender Baarzahtu ngen verkaust wurden". Ja, weshalb wurden sie denn verkauft? Um den ländlichen Ar- b eitern«Gelegenheit zu bieten, sich in ihrer Heimath ein Besitze thum zu erwerben", und auf diese Weise von ver Auswanderung abzuhalten. Aber können ländliche Arbeiter«bedeutende Baao jahlungen" macheu? Gerade so wenig wie städtische Arbeiter. Die«bedeutenden Baarzahlungen" rühren offenbar von wohl- habenden Leuten her, die ihr Geld in Grundbesitz anlegen und dabei ein gutes Geschäft wachen wollen. E» erfüllt sich, was wir von vornherein sagten: das ganze Manöver läuft darauf hinaus, dos StaatSland in Privathände, in die Hände der be- sitzenden Klasse zu bringen. WaS die„30 000 neuen Bauern" detufft, welche die Regierung zu schaffen im Stande sein soll, so werden wir dieselben aus dem Monde zu suchen haben Und zwar unmittelbar neben den„großen Grundbesitzern", welche die„Neigung" ve»spüren,«ihren Besitz zu verkleinern". Bis her hatten wir auf Erden wohl sehr häufig von der umge kehrten Neigung gehört— noch niemals aber von feuer sonder baren Schwäimerci, den wohlgenährten Gaul de« Großackerbaues Mit dem lahmen Esel deS Kleinackerbaues zu vertauschen. Daß die Kleiuwirthschast ökonomisch ein„übeiwundener Standpunkt" ist, wiffen unsere Gutsbesitzer sehr wohl. Im Berliner«Club der iandwirthe" lprach man sich Dienstag, den l2. d., unzweideutig Vach dieser Richtung hin auS, sreiltch an eine falsche Adresse.— »LandeSdireklvr Dr. Thiel— so lautet der unS vorliegende Be- Acht_ behandelte das Thema der BetHeilignng der Arbeiter am Gewinn der lanbwiithschaftlichen Unterr.ebmuvgen. Es ist daS bekanntlich ein neuerdings sowohl von Arbeitnehmern wie Arbeit- gebern empfohlenes Mittel zur glücklichen Lösung des Problems «er„sozialen Frage". DaS Raisonnemeut der Sozialdemokraten befleht, wie der Vortragende ausführte, darin, daß dieselben die »soziale Frage" auf die Ungleichheit der Vermögenslage zwischen Arbeitgeber»ud Arbeitnehmer zurücksühreu und die Wurzel jener Ungleichheit in dem jetzigen, den Arbeiter angeblich beraubenden Lohnsystem finden. Deshalb plaidiren sie für eine andere Form des Lohnsystems, für eine einfache Theilung des Besitzes, etwa nach Art der früheren Feldgemeinschaften, deren Reste sich noch in Rußland vorfinden. Die Arbeitgeber ihrerseits versuchen es hier und da mit der Betheiligung der Arbeiter am Gewinn. Redner bekämpfte beide Vorschläge. Eine solche Parcellirung, wie sie die Sozialdemokraten(?) wünschen, sei nichts weiter, als eine Utopie, sie bedeute eine totale Revolution unserer gegenwärtigen Verhält- nisse und sie müsse schon im Interesse einer höher gehen- den Cultur bekämpft werden, da sie den PrivategoiSmuS, den Spar- und Erwerbsbetrieb des Einzelnen vernichte. Eine solche Theilung, die jedenfalls zur Kleinwirthschaft führen müßte, würde aber auch der modernen Enlwicketung unserer Laudwirthschaft, welche vom Standpunkte der Bauern- wirthschaft immer mehr zur Großwirthschast drängt, geradezu ins Gesicht schlagen. Aler auch in der Bethel- tignng der Arbeiter am Gewinn sah der Bortragende nicht daS wirksamste Mittel zur Erhöhung der GntSerträge und Verbesserung der Lage der Arbeiter. Die durch solche Betheiligung versprochenen Prämien seien erst nach Jahr und Tag fällig. Der auf niederer Stufe der Bitdung stehende Arbeiter bedürfe unmittelbar wirken der Reizmittel, wenn er zu größerem Fleiß, zu größerer Sparsam keit angefeuert werden solle. Dazu sei gerade bei der Landwirth- schaft, deren Erträgnisse ja von so vielen Zufälligkeiten abhängen, die Aussicht auf den einstigen Gewinnantheil eine so unsichere, daß sich der Arbeiter dadurch nicht bestechen oder gar von StrikeS abhalten lasse. Ein Sinke in der Erntezeit bringe den Arbeitern jedenfalls mehr ein, als die Tantieme am Jahresschluß. DaS ein- zige Mittel zur wirksamen Abhilfe gegen die gegenwärtigen Ge fahren der lantwhthschaftlichen Arbeiterfrage erblickte Redner in der Seßhaftmachung deS Arbeiters. Wenn auf dem industriellen ArbeitSmarkte die Differenzen nur dadurch ausgeglichen werden können, daß man durch eine corporative Gestaltung der Parteien die Instanzen zum Paktiren schafft, so kann der Laudwirthschaft nur geholfen werden, wenn mau den Arbeiter mit einer Quote seiner Arbeitskraft felbftständiz, wenn man ihn seßhaft macht und ihm ein Stück Land zur eigenen Bewirthschastung Überläßt,— eine Manipulation, welche unmittelbar eine größere Sorgsalt und ein größeres Interesse für daS Wohlergehen deS betreffenden Guts- bezirks zur Folge haben würde." Dies der Bericht. Wer dem Herrn LandeS-Oekonomiedirektor den Floh ins Ohr gesetzt hat, die Sozialdemokratie wünsche«ein- fache Theilung des BesttzeS",«Parcellirung"— daS wrflen die Gölter. Hätte der gute Mann nur einen Blick in unsere Zei- tungS- und Broschürcnliteratur gethau, so würde er gelernt haben, daß wir die Parcellirung auf das Energischste bekämpfen, und zwar aus den nämlichen Gründen wie er selbst; weil sie«der modernen Eutwickelung unserer Laudwirthschaft, welche-- im mer mehr zur Großwirthschast drängt, geradezu in's Gesicht schla gen" würde. Interessant ist daS Geständnis, daß ein«Sinke in der Ernte zeit" dem Arbeiter mehr einbringe als die Tantieme(Gewinn- antheil) am Jahresschluß". Wir nehmen e» zu deu Akten. Den Vorschlag deS Herrn LandeSökonomie-Direktor«, die läud- licht Arbeiterftage durch«Seßhaftmachung de« Arbeiters" aus einem(kleinen)„Stück Land" zu lösen, brauchen wir keiner Kritik zu unterwerfen, da der Herr LandeSökonomie-Direktor so freund- tich gewesen ist, unS der Mühe zu überheben, durch die Bemer- kung, daß die Kleinwirthschaft«der modernen Eutwickelung un- sercr Landwirthschaft—— geradezu in« Gesicht schlägt". Dieser«Schlag ins Gesicht" des Herru LandeSökonomie-Direktor« genügt unS vollkommen. Die BerfslgAAge«.�) Was erreicht man durch Prozesse, dnrch die systematische Ber- folgung unserer Partei? Mau kräftigt uns! Man stärkt un« in der Ueberzeugung, daß wir recht haben. Man würde unS nicht verfolgen, wenn mau unS nicht fürchtete. Und warum, rufen wir den Gegnern zu, warum fürchtet Ihr un«? Wir haben kein Geld, wir haben keine Soldaten, es fehlen uns alle Mittel der äußeren Macht. Und hätten wir Millionen an Geld, Ihr könntet ihnen Milliarden entgegensetzen, hätten wir hundert- tausend gedrillter Soldaten, Ihr könntet ihnen Millionen ent- gegensetzen. Warum also fürchtet Ihr uns? Wa« fürchtet Ihr in uns? Wir haben nichts als unsere Prinzipien, unsere Ideen, und unsere Ideen fürchtet Ihr, denn Ihr habt ihnen keine Ideen entgegenzusetzen, und darum wollt Ihr sie durch die bru- täte Gewalt ausrotten. O, ihr Herrrn, wa« in unserem Kopf steckt, das könnt Ihr nicht vernichten— nicht weil der Geist un- sterblich, sondern weil, was im Kopf steckt, von Außen hinein- gekommen ist und außen fortlebt, auch wenn der Kopf ab- geschlagen. Man hat noch nie eine Jvee guillotinirt oder füstllirt, und Eure Furcht ist die unwillkürliche, Euch selbst unbewußte An- erkennung dieser Wahrheit.«Gedanken sind zollftei", sagt da» Volk, sie fliegen über Gräozpsähle und Schlagbäume, durch Ge- sängnißgitter und über Bajounette,— manchmal auch in Bajon- nette. Man lacht über da« naive Bäuerleiu, welches die Quelle der Donau mit dem Fuß abdämmte und vergnügt ausrief:«Wre werden sie sich in Wien wundern, wenn die Donau auSblerbt!" Nicht klüger sind jene Staatsretter, die da« Strombett der sozial- demokratischen Bewegung trocken- zu legen vermeinen, wenn sie ♦) S. Lelpjiger Hochverrathsprozeh, S. 556 ff. brav Bereine und Versammlungen auflösen, und die sogenannten .Führer" und«Hauptkrakchler" in« Gefängniß befördern. Die Donau empfängt nicht auS Einer Quelle ihr Wasser, sie empfängt eS aus Hunderttausenden; und all diese hunderttausend Quellen zu verstopfen ist Kinderspiel, verglichen mit dem Unter- fangen, eine geistige Bewegung zu ersticken, die, ihre Kraft sau- gend auS dem Boden der Thatfachen und auS dem Bewußtsem de» Rechts, in Hunderttausenden von Herzen Wurzel gefaßt hat, und, machten brutale StandrcchtSkugeln all diese hunderttausend Herzen still, aus den Schwingen des Märtyrerthums in Millionen leben- dige Herzen getragen würde, bis sie siegt. Durchblättert das Buch der Geschichte. Findet Ihr nur Ein Beispiel von erfolgreicher UnterdrückungSpolitik? Nur Einen Sieg der Gewalt über die Idee? Findet Ihr nicht umgekehrt, daß jeder Versuch der Unter- drückung die Macht der unterdrückten Bewegung gesteigert, ihre» Triumph beschleunigt hat? Wohl hat es Bewegungen gegebeu, die nicht ans Ziel gelangt sind— nicht aber, weil die Macht- haber sich feindlich gezeigt, sondern weil sie in den Verhältnissen nicht begründet waren und die BoltSmaffea sich darum fernhielten. Unsere Bewegung ist keine Ausnahme von der allgemeinen Regel: verfolgt sie ein falsches Ziel mit falschen Mitteln, so wird sie an ihren eigenen Jrrthümern zu Grunde gehen; nimmermehr durch Eure Verfolgungen. Und ist es eine schlechte Sache, wie Ihr be- hauptet, wohlan, so giebt eS nur Ein Mittel, sie wenigstens vor- übergehend zu einer guten Sache zu machen: verfolgt uns! Jeder Gewaltakt giebt uns größere intensive Kraft, vermehrt die Zahl unserer Anhänger. Dieser Prozeß ist unS mehr werth als zehn Jahre der fruchtbarsten Propaganda. Jeder Mensch ist ein geborner Rebell: er lehnt sich instinktiv auf gegen rohe Gewalt, und ergreift Partei für ihre Opfer, selbst wenn es gemeine Ver- brecher sind. Nie war die Banknoten-Fälschnng in England so häufig als zur Zeit, da sie erbarmungslos mit dem Tode bestraft ward: der Galgen venieh der Fälschung den N-mbuS deS Helden- muthcS, dem Fälscher den Nimbus des MärlyrerthumS. Und Ihr wollt eine Bewegung„ausstampfcn", an veren Zielpunkt die Millionen der in den Staub getreteneu, im Elend verkommende» Söhne der Arbeit das verwirklichte Menschenrecht, ihre Erhebung zum Menschenthum, zu menschenwürdiger Existenz erblicken? Stampft nur zu! Hier tretet Ihr eine züngelnde Flamme auS,— da, dort, hinter Euch, vor Euch, ringsum, überall brechen ueue Flam- men hervor, es ist unterirdisches Feuer, Ihr Herren, da« Ihr nicht löschen könnt, der Boden brennt, auf dem Ihr steht! Ihr glaubt, da« gehe nicht mit rechten Dingen zu. Ihr glaubt zwar nicht an Zauberei, wie Eure Großväter, die H-xenrichter, aber Ihr glaubt an Verschwörungen, an geheime Orgaulsationen, an künstliches«Machen" der Bewegung. Kein Wunder, daß Ihr, gleich dem Kinde, daS fein Bild hinter dem Spiegel sucht, in vie leere Luft greift. WaS Ihr seht, und wonach Jyr greift!, ist nur der täuschende Reflex Euerer falschen Vorstellungen. Die„Ber- schwörer", die„Wühler", die„Agitatoren" wollt Ihr packen? Packt jeden Fabrikanten, der sich mit der nichtbezahtten Arbeit seiner Lohnsklaven bereichert! Packt jeden Gutsherrn, der die Arbeitskraft des ländlichen Tagelöhner« ausbeutet und die Aecker verarmter Kleinbauern seinem Hofe hinzufügt. Packt jede neue Maschine, die Industrie und Ackerbau revvlutionirt, die Produktion steigert und den Produzenten ruinirt, den Nationalreichthum ver- mehrt und die Schöpfer des Nationalreichthums inmitten der von ihnen hervorgebrachten Schätze die Hungerqnalen des Tan- taluS erdulden läßt! Packt die Regienzugen und Gesetzgebungeo, welche durch Niederwerfen der letzten Zunftschrankcn das Klein- gewerbc in die Arena der freien Conkurrcnz gestoßen haben, wo es ebenso gewiß die Beute der Großindustrie werden muß, wie einst der waffenlos in dem römischen CircuS gestoßene Christ die Beute des numidifchen Löwen! Packt die Eisenbahnen, die elektri- scheu Telegraphen, den Dampf— packt Euch selbst, packt die Richter und Geschworenen,— packt Alle« und Jeden, denn Alle» trägt den Stempel der revolutionären Zeit, und Jeder schleppt daS revolutionäre Gift mit sich— wenn nicht in Fleisch und Blut, wenigstens in den Kleidern. Pslitische Uebersicht. — Ein weißgewascheuer Gründer. In der Sitzung de» preußischen Herrenhauses vom 22. Januar kam u. A. auch die Gründeraffaire de« Fürsten PutbuS, den LaSker bekanntlich un- ehrenhafter Handlungen bezicktigt hatte, zur Sprache. Fürst Put- buS machte die Mittheilung, daß er von dem auf seinen Antrieb eingesetzten Militär- Ehrengericht von allen gegen ihn erhobenen Beschuldigungen fteigesprochen worden sei, und daß dieses Er- kenntmß am 22. Januar die Bestätigung deS Königs erhalten habe. Der Prästdent Graf Otto zu Stolberg bestätigte, daß gleich- zeitig ein Schreiben von Seiten des MilitärkabinetS ihm zugegan- gen sei. Daffelbe lautet: «Berlin, den 19. Januar 1875. Ew. Erlaucht geehrte« Schreiben vom 1«. d. M. habe ich Sr. Maj. dem Kaiser und König vorgetragen. Allerhöchstdieselben sind mit Ew. Erl. Ansicht, daß in der ehrengerichtlichen Ange- legenheit de« Fürsten zu Putbus eine Mittheilung an da« Herren- hau« erforderlich erscheine, einverstanden und genehmigen eine solche hierdurch ausdrücklich. Se. Maj. geruhten auch auf die Frage einzugehen, in welcher Form und in welcher Ausdehnung diese Mittheilung zu erfolgen haben werde, und äußerten sich dahin, daß eine kurze Darstellung des Verlauf« dleser Angelegenheit daS Herrenhaus wohl besser über dieselbe unterrichten würde, als es etwa durch bloße Bekannt- machung der BestatigungSurkunde geschehe« würde. Demzufolge einer Notiz deS„Hamb. Corr." zu schließen, auf Antrag deS Geh. bin ich Ullerhitchst beauftragt worden, Ew. Erl. diese Darstellung Rath» Iacobi,«neu Gesetzentwurf zur Annahme empfiehlt, wel- kurze« Zügen zu geben. cher wörtlich lautet: „Der Fürst zu PutbuS ist— nachdem der Abgeordnete LaSker„Jeder gewerbliche Arbeitgeber, welcher eine» jugendliche» Ar- ihn in seiner Rede vom 12. Mai 1S74 angegriffen— sogleich, better unter 18 Jahren beschäftigen will, muß in de« Falle, daß gestützt auf seine Eigenschaft als Offizier k U suito der Armee, dieser bereit» in einem Lehr- bezw. ArbeitS-Berhältniß gestanden mit dem Gesuch hervorgetreteu, daß die Angelegenheit einer Militär- hat, da» obrigkeitlich bescheinigte Lehr- bezw. Arbeitszeugniß des- ehrengerichtlichen Beurtheilung unterworfen«erden möge. Die selben sich vorzeigen lassen und bi» zur Entlassung in Berwahrung Genehmigung diese» Gesuche» ist zunächst beanstandet worden, weil behalten. Wer dieser Borschrift zuwiderhandelt, wird mit Geld- e» eineStheil» bei der Natur der hier vielfach in Frage kommenden büße bi» zu 150 Mark und im Falle de» Unvermögens mit Haft Lerhältnisse jetzt sehr zweifelhaft erschien, ob die Beurtheilung der- bestraft. Derselbe haftet ferner für den Schaden, welchen der selben einem, solchen Sachen ganz fremden Militär-Ehrengericht jugendliche Arbeiter seine« früheren Lehr- oder Arbeitsherrn durch auferlegt werden könnte— und andererseits, weil ein gewisser widerrechtliches Ausscheiden verursacht hat. An Stelle eine» widerWiderspruch darin lag, daß der Fürst zu PutbuS für Handlungen, rechtlich verweigerten Lehr- oder Arbeitszeugnisses tritt die im§ 100 die mit seiuer Stellung al» Osfizier in keinem Zusammenhange der Gewerbe-Ordnung vorgesehene Entscheidung auf Erlheilung standen, sofort und vor jeder anderweitigen Erörterung der Sache desselben.» vor ein Militär- Ehrengericht gestellt werden sollte. Wenu die Zur Motivirung der durch diesen Vorschlag befürworteten Be Entscheidung der Sache sich bis jetzt verzögert hat, so trifft den schränkunz der Freizügigkeit jugendlicher Arbeiter wird die Roth- Fürsten PmbuS hierin nicht die mindeste Schuld, sondern es liegt wendigkeit angeführt, Schritte zur Heilung der allgemein beklagten die» lediglich in der Erörterung der vorstehenden erheblichen Zuchtlosigkeit der Jugend zu thun und erziehlich einzugreifen, so Bedenken. lange noch die Jugend solcher Einwirkung zugänglich sei. Nur er- Die wiederholten dringenden Gesuche des Fürsten zu PutbuS scheine eS geboten, hierbei die Grenzen des wirkllchea Bedürfnisses haben zur Folge gehabt, daß von diesen Bedenken zum Theil ab- nicht zu überschreiten. Daß alle jugendlichen Arbeiter, ebenso die gesehen worden ist; festgehalten ist aber worden, daß ein Militär- der Fabriken wie die deS Handwerks, zusammengefaßt sind, ist ge- Ehrengericht nicht in der Lage sein könne, die Thätigkeit de» Für- schehen, weil der Großbetrieb ebenso wie der Kleinbetrieb seine sten zu PutbuS al» Präses eines Gründungs- ComitöS nach allen Lehrlinge hat, und der Unterschied zwischen Handwerk und Fabrik Richtungen hm kompetent zu beurtheilen und hat sich da» Ehren- ebenso wie zwischen Lehrjungen und anderen Anfängern gewerblicher gericht daher auf die Erörterung der den Standpu«kt des Offi- Thätigkeit flüssig und in der Praxis schwierig ist(z. B. die Glas- zier» wesentlich und hauptsächlich berührender Fragen: ob eine Hüttenbesitzer verlangen, daß man die Lehrlinge ihrer Glasmacher persönliche Bereicherung stattgefunden, oder ob eine solche in einer als HandwerkS-Lehrlinge betrachte). ehrengerichtlich zu rügenden Weise angestrebt worden. Nach unserer früheren AuSführnng über diesen Gegenstand Beide Fragen hat das Ehrengericht auf Grund deS beigebrach- brauchen wir nicht erst zu bemerken, daß dieser Beschluß unsere ten BeweiSmaterialS verneinend beantwortet, die erste mit dem volle Zustimmung hat und wir nur lebhaft wünschen können, daß Zusatz, daß im Gegentheil dem Fürsten zu PutbuS noch erhebliche er seiner Zeit auch von der NeichStagSmehiheit adoptirt wird. Kosten erwachsen seien, und hat demzufolge einstimmig Frei Jedenfalls beweist dieser Beschluß der freien Commission, daß die sprechung beantragt. Se. Majl der Kaiser und König haben Einsicht von der Dringlichkeit einer Reform der LehrlingSverhält- diese Freisprechstng durch Allerhöchste KabinetSordre vom LS. De- nisse mehr und mehr Boden gewinnt und insbesondere der von zember 1874 zu bestätigen geruht.— Ew. Erl. darf ich hier- Herrn E. Schmidt ausgestreute Same nicht gänzlich unter die durch die Mittheilung an das Herrenhaus ganz ergebenst anheim- Dornen gefallen ist. Diesem ersten Schritte der Umkehr folgen hoffentlich mit der Zeit weitere; denn auch hier heißt eS: Ce n'est stellen. An den regierenden Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode, Präsidenten des Herrenhauses, Erl. hier. gez. v. Albedyll." Ueber die Bescheidenheit deS Ehrengericht», daß eS sich für unfähig erklärt, die Gründerthätigkeit des Fürsten PutbuS„nach Dichtungen hin kompetent zu beurtheilen que le Premier pns qui coftte.» Zu deutsch: ist der erste Schritt gethan, dann folgen die an deren rasch nach� Darin hat die„Concordia" recht: hat man den Jungen den Strick um den Hals gelegt, werden die Alten bald an die Reihe kommen— ob mit oder ohne„tiefe Verstimmung«. Zur Sache selbst haben wir nichts zu sagen, sie ist so klar, daß, etwas darüber sagen, den Leser zum Idioten erklären hieße. Da» bischen„Arbeiterfrenndlichkeit« welches man bei Gründung deS wundern wir uns ebenso wenig als über die Logik des Ehrengerichts, mit welcher eS trotz dieses bescheidenen GestäudnisseS die Gründerthätigkeit deS Norddeutschen Bundes refp.„deutschen Reichs«, auS UtilitätS Fürsten PutbuS für eine ehrenhafte erklärt. Jedenfalls werden(NützlichkeitS-) Rücksichten für nöthig gehalten, ist überflüssig ge- unsere Begriffe von„Ehrenhaftigkeit" durch dieses Urtheil wesent- worden.— Vetter Michel hat mit dem Einheitsspeck(gebraten in lich bereichert, und hat da» Plötz- Roon'sche„Ehrgefühl« deS der Pfanne de»„allgemeinen« Wahlrechts) sich sangen lassen und OsfizierstandeS einen Commentar erhalten, wie er nicht deutlicher steckt jetzt unter der Pickelhaube— heraus kann er vorläufig nicht, gedacht werden kann. —„Die Blüthe der Nation". Der abgedankte Krieg» minister v. Roon nannte eiust die Offiziere die„Blüthe der N* tion". Einen Repräsentanten dieser„Blüthe" in seiner ganzen Pracht zu bewundern, haben wir heute, wie schon öfter, die Ge legenheit. Wir lesen in den„KönigSberger Nachrichten«: „Sonntag, den 17. d., Abends, gab die Gumbinner Lieder- tafel im Saale der Ressource ein Concert. Uuter den anwesenden Zuhörern befand sich auch ein Lieutenant Knobbe, der Sohn deS Pfarrer» a«S Tolmigkehmen. Die ästhetische Bildung dieses Herrn charakterisirt der Umstand, daß er, während die geistige Elite(!?) der Stadt den wohl ausgeführten Gesängen lauschte, im Concert- saale selbst Champagner zechte, seine gesellschaftliche und sittliche zugleich der Umstand, daß er mit einem im Kreise seiner Familie sitzenden höheren Regierung«-Beamten Händel anfing, und als dieser den Unartigen zurechtSwie», ihn insultirte. Nach dem Eon- ccrt fiel der Herr Lieutenant, m dem der Wein böse Gelüste er- regt haben mochte, eine junge Frau auf der Straße an. Als ihr Mann, ein hier ansässiger Arbeiter, seiner bedrohten Gattin zu Hilfe kam und dem Herrn sein Benehmen verwies, schlug er ihn nieder und trat dem sich Aufraffenden mit gezücktem Säbel ent gegen. Daraus riß da» Ehepaar aus und stellte sich unter den Schutz deS Nachtwächter», der die L-ute bi» nach Hause begleitete, wo sie die Thüren hinter sich verschlossen. Der Lteutenant folgte, rief im Vorbeigehen an der Wache eine Patrouille heraus, ließ sich vom Nachtwächter Nameu und Wohnhaus de» Arbeiters be wozu da noch Umstände machen?„Der Bien muß«. Nur noch ein Wort über die von der„Concordia" erwähnten Herren Glas- hllttenbesitzer. Diese ehrenwerthen Leute verlangen nicht nur, daß man ihre Lehrlinge„alS Handwerkslehrlinge betrachtet«, sie ver- langen außerdem noch, der Reichstag solle die Kinderarbeit wieder erlauben, und zwar auch die nächtliche Kinderarbeit! Zarte Kinder, für deren WachSthum der Nachtschlaf so unentbehrlich ist wie daS Licht der Sonne, sollen des Sonnenlichts und des Nacht- chlafs beraubt und in die heißen, selbst den kräftigsten Männern gefährlichen, ja auf die Dauer tödtlichen Räume der Glashütten gebannt, und— langsam geröstet werden in dem glühenden Ofen de» Molochs Kapital! Daß die„Concordia" dies verschweigt, ist charakteristisch: daS„Organ des Fabrikantenbund" schämt sich offen- bar dieses MüsterchenS von BourgeoiS-Humanität. — Gute Nachrichten für unsere„Agitatoren«. Wie in Sachsen, so scheine» auch in SchleSwig-Holstein unsere Gegner nachgerade zu begreifen, daß eS doch, bei Lichte besehen, ein recht unwürdiges Gebahren ist, unsere Partei in der Presse und in den„Vetsammlunzen" hinter geschlossenen Thüren zu ver- dächtigen, in öffentlichen Volksversammlungen aber, wo wir die Prinzipien der Sozialdemokratie allen Gegnern frei in's Gesicht entwickeln, sich feig in die Ecke zu verkriechen. So lesen wir in erner der letzten Nummern des„Hamburger Correspondent«: „SchleSwig-Holstein bildet bekanntlich seit Jahren ein Haupt- operationSgebiet für die Sozialdemokratie, und es kann deshalb nicht überraschen, wenn auch von gegnerischer Seite dieser Pro- Will«a» de» Agitatioue» der Sozialdemokrate» wirksam eat- gegentreten, so muß diese« Beispiele nachgeahmt werde», indem man auch ihre» Redner» stet» Opponenten entgegenstellt. Di« Möglichkeit dazu ist stet» vorhanden, oder— sollte doch stet» vorhanden sein. Die Versammlungen der Sozialdemokraten suche» die größtmögliche Oeffentlichkeit auf; ihr Stattfinden kann deshalb nicht verborgen bleiben. An Leuten ihnen entgegenzutreten, sollte e» aber nirgend» mangeln. I» jedem noch so kleinen Städtchen wird eS doch wenigsten» einen Geistlichen, Lehrer, Advokaten, Kaufmaun, Apotheker, kurz eine ganze Anzahl von Leuten geben, die sich zu den„Gebildeten« rechnen und in dieser Beziehung weit über den Wortführern der Arbeiter zu stehen glauben. Auf diesen Leuten ruht die Pflicht, am öffentlichen Leben wenigstens in so weit sich zu betheiligen, daß sie Agitationen, deren Gefähr- lichkeit sie selbst tagtäglich beklagen, nach ihren Kräften entgegen- treten. Meisten» ist das gar uicht so schwer. Dean wenn eS unter den sozialdemokratischen Wortführern auch eine Auzahl von wirklicher Beredtsamkeit und größerem Wissen giebt, so oerstehen doch die meisten von ihnen nicht» weiter, als eine Reihe von müh- sam auswendig gelernten Phrasen herzuplappern, und sind, sowie sie sich irgendwie weiter einlassen, leicht zu widerlegen. Aber mit einem nach Verlauf einer mehr oder weniger langen Zeit vor einer wahrscheinlich ganz anders zusammengesetzten Versammlung gehaltenen Vortrage eine» Wanderle?rer«, der noch dazu meisten» in gar keiner Beziehung zu Demjenigen steht, wa» die Sozial- demokratie ihren Zuhörern eiugeprägt hat, wird sehr wenig oder nicht» ausgerichtet. Der Wanderlehrer kann nur im Allgemeinen anregend wirken; die dauernde, stet» bereite Arbeit muß von lokalen Kräften gethan werden, und wo diese sich nicht finden, liegt daria ein Beweis, daß die sogenannten„gebildeten« Klassen ihre Pflicht zu thun entweder nicht sähig oder nicht Willen« find.. Ja beiden Fällen wird man hinterher nicht verwundert thun dürseu, wenu mau sieht, daß die Sozialdemokratie allmälig die Mehrheit und damit die Macht an sich reißt.«— So weit der„Hamburger Correspondent«. Sehr schön da»! Prächtig das! Wenn— eS nur wahr gemacht würde. Wir fürchten, eS wird gehen wie in Sachsen. Man faßt kühne Vor- säye, und wenn es gilt, uns Stirn an Stirn gezenüberzutreten, ällt da« sozialistensrefferische Herz in die bürgerlichen Angsthosen Anker in Cbemniü wükten wir nickt, wo unsere säcküscken zeichnen, befahl seinen Truppen, die Thüren, drei an der Zahl, vinz eine besondere Aufuierksamkeit gewidmet wird. So hat der eine nach der auderen mit dem Kolben einzuschlagen und hotte Wanderlehrer de»„Vereins Jür Volksbildung", Herr Dr. Lind da» zitternde Opfer seiner brutalen Rachewuth, den Mann aus dem Bette, mißhandelte ihn mit einem Faustschlage gegen den widersprechenden Mund und führte ihn im Triumph al» seinen Arrestanten nach der Wache, von wo er natürlich noch in derselben Nacht durch den Offizier da jour entlassen wurde. Diese Heldenthaten verrichtete im Jahre deS Heils 1875, im constitutionellen Rechtsstaat Preußen ein Offizier, also ein Mann jener Klasse, die gerne mit einer vorzüglichen gesellschaftlichen Er- ziehung brüstet. Traurig ist eS, daß am andern Tage der Arbeiter nach Em- pfang von Geld von weiterer Verfolgung der Sache abstand. Aufgabe der Presse ist e», den Vorfall in weitesten Kreisen be- kannt zu machen, da er schwerlich weitere Folgen für den Atteu- täter haben wird.— Wenn gegen ihn nur dieselbe Strafe wie gegen Ctvilisten, die sich solcher Rohheit schuldig machten, verhängt würde; mehr verlangen wir nicht!"— So die„KönigSberger Nachrichten«, deren Verlangen, den wurm, sich längere Zeit in Holstein aufgehalten, und nach seiner Abberufung ist setzt Herr Dr. Benfey in gleichem Auftrage dort hätig. So lobenSwerth aber auch diese Bestrebungen gewiß sind, o werden sie doch wirkliche dauernde Erfolge erst dann erzielen, wenn sie durch lokale Anstrengungen in gleicher Richtung und— worauf wir besonders Gewicht legen— von permanentem Charak- ter unterstützt werden. Der„Verein für Volksbildung" hat nie- malS daran denken können, überall, an allen Orten, wo das Aus- treten der Sozialdemokratie eine Gegenwirkung fordert, dauernd Gegenazitatoren zu stationiren, sondern er muß sich naturgemäß darauf beschränken, durch seine Wanderlehrer den Anstoß zu eig- ner Thätigkeit zu geben, und das in dieser Beziehung an nur zu vielen Orten schlummernde Pflichtgefühl zu wecken. Gelingt Letz- teres nicht, so muß die Wirkung der Thätigkeit des Wanderlehrers eine bald vorübergehende bleiben, wenn sie nicht von vornherein eine ziemlich fruchtlose war. Ohnehin ist Letztere«, wie wir fürch- ten, nur zu oft der Fall. ES handelt sich darum, den Irrlehren Lieutenant Knobbe zu bestrafen, wie man einen Civilisten bestraft der Apostel der Sozialdemokratie entgegen zu treten, die unge haben würde, ein frommer Wunsch bleiben wird. Wo sollte auch bildeten Massen vor ihrer Einwirkung zu bewahren, oder, soweit die„Blüthe der Nation« die Gelegenheit hernehmen, an wem sollte sie sich bereits haben bethören lassen, zu richtigeren Anschauungen sie ihr Kurzweil ausüben können, als an dem Volk, dieser—„Ca- zurück zu führen. Dazu gehört aber vor Allem, daß den sozial- naille«? Herr v. Roon möge sich an dem Dust dieser„Blüthe" demokratischen Agitatoren direkt entgegen getreten wird, und daß erzöyeu, die Nation aber findet keinen Geschmack an Erzeug- auf die von den Ersteren gepredigten Irrlehren womöglich sofort, nissen, die au» dem Treibhaus de» Militarismus hervorge- in derselben Versammlung, die Entgegnung folgt. Kann dies gangen sind. nicht geschehen, so muß doch darnach getrachtet werden, daß die zur Gegenwirkung etwa später gehaltene Versammlung möglichst — Rückwärts. In der„Concordia" vom 23. d. lesen wir: dieselben Elemente umfaßt, wie die erste sozialdemokratische. Die „AuS der freien Commission de« Reichstag« zur Berathung Wichtigkeit unserer ersten Forderung haben die Sozialdemokraten gewerbepolitischer Angelegenheiten wird berichtet, daß bereits eine sehr wohl begriffen und handeln darnach, indem sie eS stets so Ein gunz über zwei Punkte stattgefunden hat. E« ist beschlossen, einzurichten suche», daß dem„Wanderlehrer" sich einer ihrer die Einführung von Arbeitsbüchern für erwachsene Arbeiter nicht Agitatoren als sein Schatten anhängt, um auf die Vorträge des zu befürworten, weil dieselbe al» eine polizeiliche Bevormundung Ersteren stets sofort zu antworten und sie solchergestallt womöz- de« Arbeiterstande« angesehen werden und tiefe Verstimmung in lich um ihre Wirkung zu bringen. Können sie Derartiges nicht men, wenn er eine besitzt, und sich ein Nachtquartier aufschlagen. den Arbeiterkreisen hervorrufen würde. Dagegen hat die Com- erreichen, so sorgen sie dafür, daß irgend ein am Orte anwesender! wo er Last hat, ein Obdach ist für ihn nicht vorhanden. Neben Außer in Chemnitz wüßten wir nicht, wo unsere sächsischen„Ltbe- raten« uns das Vergnügen einer belehrenden und unterhaltenden Opposition zu bereiten pflegten. Beiläufig hätte der„Hamburger Correspondent« wohl gethan, tatt an die ehrsamen Gevatter„Geistlichen, Lehrer, Advokaten, Kaufleute, Apotheker«, und sonstige bescheidene Lokallichter, sich au die glorreichen offiziellen Vertreter der besitzenden Klassen— an die Herren ReickStagSabgeordneten zu wenden. Diese Herren, die Blüthe der Bourgeoisie und des Adels, sie habe» in ihrer Mitte ein halb Dutzend sozialdemokratischer„Agitatoren« die o ftech sind, ihnen, der erdrückenden Majorität, aus parlameu- tarischem Gebiet, d. h. dem eigenen Gebiet dieser Majorität, den Fehdehandschuh Hinzuwersen. Nichts leichter, nicht? vothwendiger, nach der Anschauung de»„Hamburger Correspoa- dent«, al» die kecken„Agitatoren" mit Haut und Haar zu ver- peifen und in ihrer.Person den Sozialismus zu vernichten. Die geistigen Vorkämpfer der Bourgeoisie und de» Adels denken aber ganz anders, haben wenigstens btSher eine ganz andere Praxi» beobachtet: statt den herausfordernd hingeworfenen Handschuh auf- zunehmen und an den vermessenen Eindringlingen, die„nur müh- au auswendig gelernte Phrasen herzuplappern wissen«, ein furcht- bare« Exempel zu statuiren, gehen sie denselben mit merkwürdiger Behutsamkeit au« dem Wege und machen sie durch Schlußanträge mundtodt. So lange die ReichStagSmajorität in dieser Praxis verharrt, haben wir ein volles Recht zu erklären, daß unsere Gegner den parlamentarischen Kamps mit un» scheuen; und können uns Ausführungen, wie die de«„Hamburger Corre- zondenten«, nur ein mitleidige» Lächeln entlocken.— — Von der Sektion I der Internationalen Arbeiterassociatio» in San Francisco geht un« folgende Warnung zu: „Mitarbeiter! Wte wir aus sicherer Quelle wissen, sandte» die hiesige Kapitalisten und namentlich die Land-Monopolistea Agenten nach Deutschland, um dortige Arbeiter, vorzugsweise Laudarbeiter mit kleinem Kapital, unter den gläazendsteu Vor- spiegelungen zur Einwanderung nach Californien zu bewegen. Daß der Kapitalist bei alle» seinen Unternehmungen bloß seinen eigne« Vorthetl sucht, ist wohl jedem denkenden Arbeiter klar, um aber Leichtgläubige vor bittern Enttäuschungen zu bewahren, halten wir eS für unsere Pflicht, Euch den wahren Sachverhalt zu berichte». Die Vorsptegelangeu der Agenten und 1er bezahlten Bour- geoisiepresse, daß noch da« beste Regierungsland für billige« Geld zu haben sei, tst nur wahr, wenn man daS„Beste" streicht, und daß Absatz für alle Erzeugnisse da ist, ist auch wahr, insofern ma» eben nahe genug an einem VerkehrSplatz ist. Dabei müssen wir aber bemerken, daß das„beste" Land schon längst im Besitz der Kapitalisten ist, und daß dasjenige Land, welches in der Nähe von Absatzmärkten liegt, tmr noch für schwere» Geld zu habe» ist. Der eigentliche Zweck, den diese AuSbeutersippschast verfolgt ist: den Arbeitsmarkt zu überschwemmen, damit der Arbeiter gänzlich ihrer Willkür preisgegeben ist. Das bessere Land ist sämmtlich in den Händen von Spekulanten. Der einzelne Kapitalist in San FranziSco besitzt Farmen von 30—50,000 Acker. Diese« Land liegt brach, ist noch nicht urbar gemacht und bringt mithin keinen ZinS. Der Kapitalist will jedoch Interessen aus seinem Kapital schlagen und dasselbe lieber verzehnfachen als verdoppeln. Für den Normalwerth des Lande» wollen sie dasselbe nicht verkaufen, deshalb suchen sie den ErnwanderungSstrom hierher zu lenken. Landarbeiter mit kleinem Vermögen töunen sich jedoch in den sel- tensten Fällen und dann nur unter den drückensten Verhältnisse» eine Existenz gründen und sind, einmal hier, mehr oder weniger gezwungen, für den Kapitalisten zu arbeiten, wobei sie die schwere Konkurrenz der Chinesen gegen sich haben. WaS eS aber bedeutet, mit Chinesen zu konkurriren, weiß nur Derjenige, der selbst unter dieser Rasse lebt, denn die bezopften Söhne de«„himmlischen Reiche»" können von einem Drittel dessen leben, was der weiße Arbeiter zum Vegetiren nöthig hat. Ueberhaupt ist der Laudarbeiter hier ungleich schlechter gestellt, als irgendwo in Amerika. Er findet in den seltensten Fällen da» ganze Jahr hindurch Beschäftigung. Im Durchschnitt dauert die Arbeit bloß zwei bi» drei Monate, und mit der Ersparniß dieser paar Monate ist er gezwungen, sich die andere Zeit durchzuhelfen. Dabei ist die Behandlung auf den Farmen eine sehr brutale. Der Arbeiter wird betrachtet al« Maschine. Am Tage muß er schwer arbeiten, uud ist eS Nacht, dann kann er seine-Decke neh Mission beschlossen, den Petitionen um Einführung obligatorischer LehrlingSzeugniffe insoweit zu willfahren, als sie, und zwar, nach Parteigenosse die Rolle des Entgegnenden übernimmt. Jedenfalls bei sei noch bemerkt, daß unter oben genannten Agenten sich ei» aber lassen sie niemals eine derartige Versammlung unbeachtet, gewisser A.�Bauer von hier befindet, welcher sich schon im letzte» S»««er tu ei««m Briefe rühmte, auf diesem Vebiete(Menscheu schacher) Vieles geleistet zu haben. Mögen die deutschen Arbeiter, vorzüglich aber die Landarbeiter, diese Mahnung beherzigen und iu Abschließung von Kontrakten nach hier vorsichtig sein. A. Reichlcin, korrespondireuder Sekretär." Zur Geschichte der Kommune. (Schluß.) .In einer Pariser Correspondenz der„TimeS" heißt e«:»Die Bersailler Truppen hatten sich am Ende der Rue St. Honors versammelt,«m sich au einer Hetzjagd zu ergötzen.... Ah! da haben sie eineu jener Elenden gefunden! Ja! sie schleppen ihn ans Tageslicht und ihrer sechs bringen sie ihn nach der Rue St. Honol6, den großen blassen Mann ohne Hut, mit einer uicht un» edlen Haltung. Seine Unterlippe zittert, aber die Brauen sind fest, das Auge zeigt Stolz und Trotz.... Ein Arm in der Luft — er trägt die Streifen eines UaterosfizierS— und ein Kniltel fällt auf den Kopf des blassen Mannes ohne Hut nieder. Ha! das Beispiel wirkt ansteckend. Männer kehren ihre Flinten um und bringen ihre Kolben mit jenem Kopf in Berührung, oder schlagen sie in ihrer Mordlust in Splitter. Da liegt er zu Boden, er kommt wieder auf die Beine, wieder stürzt er zu Boden, und die Kolbenschläge klinge«, als ob Jemand mit einem Stock auf ein Kisten schlage. Ein gewisser britischer Impuls treibt mich an, einzuschreiten, aber eS ist schon zu spät, sie schlugen nur noch aus eineu Leichnam loS, den sie umdrängten wie die Fliegen ein Stück Fleisch. Sein Gehirn spritzte aus meinen Stiefel, und die Leiche wird mit deu Füßen in die Gosse g-schoben, um von den Füßen der Menge und den Rädern der Geschütz- Lassetten zer- quetscht zu werden. Um eine That wie diese zu vollbringen, muß iu dem französischen Soldatenthum alles ManneSgefÜhl erstorben sein. Ein Offizier— mit der Kälte cineS StierS und den Augen Algiers— stand dabei, saugte an seiner Cizarre und sah sich den Sport mit an." »Ein Anderer schreibt:„Ich Passire das Thor, und in der Avenue zwischen Biroflao und Versailles komme ich an sehr kummervoller und niedergeschlagener Gesellschaft vorbei. In Reihen zu je sechs marschiren dort die Gefangenen der Kommune dicht Arm an Arm gekettet, aber geduldig und wie eS mir scheint, mit einem gewissen stolzen Bewußtsein.... Alle sind staubbedeckt, viele auch pulvergeschwärzt, und wie sie dahermarschircu, fallen die Säbel der tapfern ChasseurS d'Asrique unbarmherzig auf die bloßen Köpfe. Ihre Erfahrung hätte sie Anstand gegen die Gefangenen lehren sollen. Auf ihrem langen traurigen Marsche von Sedan nach der deutschen Gefangenschaft waren ihnen keine Säbelklingen über die Köpfe gefahren." „Nach Berichten der„Jndependance belgc" wurden nicht nur die mit den Waffen in der Hand gefangenen KommunardS stand- rechtlich bchaudelt, sondern auch Personen, die mit oder ohne Grund denunzirt wurden, mit der Kommune in Verbindung gestanden zu haben.„Und diese Hinrichtungen"— heißt eS da— „finden nicht in Folge eines regelmäßigen Gerichtsverfahrens statt, sie sind summarisch und werden in Massen von fünfzig, von hun- dert Individuen zugleich vollzogen." „Unterm 30. Mai 1871 wurde der„Kölnischen Zeitung" be- richtet:„Gestern begannen die Massenbmdigungen auf dem Champ- de-MarS, und man erzählt hier, daß S000 Leichen, nach vorherigen Vorsichtsmaßregeln gegen Seuchen, eingescharrt wurden.... Ich lasse die Zahl der Leichen dahingestellt sein, doch ist eS nur zu thatsächlich, daß mau eben an allen Ecken und Enden Insurgenten und„Petroleufen" füsilirt hat und daß man in der Kaserne Lobau, wo man die Insurgenten in eine Ecke zusammendrängte, mit Mitrailleusen die Blutarbeit beschleunigte...." „Ein Engländer, welcher bei einer Besichtigung der Brand- stätten in Paris unschuldiger Weise von den Häschern aufgegriffen und in einen Gefangenentransport des berüchtigten Generals Gallifet gesteckt worden war, erzählt iu der„Daily NcwS" seine Beobachtungen. Er konnte, weil ihm ein Diplomat bald auS der Klemme half und er nur aus einem formellen Grunde noch eine Strecke weit mitmarschireu mußte, leicht Umschau halten.„Die Gefangenen", schreibt er,„machten in der Avenue Uhrich Hall und stellten sich vier bis fünf Mann lief auf dem Trottoir mit dem Gesicht nach der Straße zu auf. Der Marquis de Gallifet, der uns dorthin vorgeritten war, stieg nebst den Ojfizieren feines Stabes ab und begann, vom linken Flügel anfangend, eine genaue Inspektion. Langsam ging er an der Reihe vorbei, nahm die einzelnen Gesichter scharf aufs Korn, als ob er eine Rekruten- Inspektion abhielte, und blieb dann und wann stehen, um einem der Gefangenen auf die Schultern zu Ilopsen oder ihn zu den Hintergliederu heranzuwinken. Ja den meisten Fällen wurden die so Ausgesonderten ohne weitere Redensarten in die Mitte der Straße gebracht, wo sieb bald eine kleine Kolonne versammelte. An Haltung und Miene sah man eS ihnen an, daß sie ihre letzte Stunde gekommen wußten.... Nachdem aber hundert Manu auf diese Weise ausgewählt waren, wurde eine Abtheilung Truppen kommandirt, die mit ihnen zurückblieb, während die Kolonne ihren Marsch fortsetzte. Wenige Minuten nachher hörten wir das Knattern der Gewehrsalveu, welche länger als eine Viertelstunde anhielt. Es war die Hinrichtung' dieser armen„summarisch" verurtheilten Menschen." „Der„Wiener TageSpresse" berichtete ihr Correspondent von Pari« am 15. Juni 1871:..... In der nächsten Nähe der Bank befindet sich eine Gcndarmerie-Kaserne, deren Stallungen und Hvsmauern an Häuser stoßen, welche dem Großhandel angc- hören, und durch welche die WasserabzugSkauäle der Kaserne fließen. Löcher in den Mauern gestatteten den Bewohnern dieser Häus-r, Zeugen der Vorgänge in jener Kaserne zu sein. Drei Tage hin- durch wurden die eingebrachten Mäur.cr, Greise und Knaben ohne Unterlaß mittelst Pulver und Blei summarisch hingerichtet; drei Tage uud drei Nächte hindurch dauerte daS Mordgeschrci und floß der Blutbach aus der Kaserne durch die Höfe der erwähnten Häuser; deS Nachts, um die Füstlade einzustellen, wurden Weiber und Mädchen sammt Kindern mittelst der blanken Waffe exekutirt. „C'vut de mauvaise graine",(DaS ist die schlechte Saat, welche ausgerottet werden muß), so sagten die Exekutir enden, wenn eS sich um Kinder handelte. Während jener drei Tage und Nächte sind mehrere Damen in jenen Häusern wahnsinnig geworden.. „Dem„Ungarischen Lloyd" wurde damals geschrieben:„Wir haben Pariser Moden in diesem wunderlichen Frühjahr— a demi wert(halb tobt) rennt man die neueste Pfingstfest-oiiette— aschgraue Seide! sie ist ganz neu uud verdankt ihren Ursprung der eigenthümlichen Weife, ia welcher gewisse afrikanische Soldaten mit „Verdächtigen" aus der Reihe der Kommunisten verfuhren. Sie schlugen sie nur halb todt und ließen sie dann liegen unter Ve wahung, bis der Todesjammer nach einigen Stunden zu Ende war�..." »Im»Evening Standard" vom 8. Juni 1871 ist zu lesen: »Der„TempS", ein bedächtiges und keineswegs der Sensation ergebenes Blatt, erzählt eine schauerliche Geschichte von halbtodt- geschosseneu und vor ihrem Tod begrabenen Leuten. Eine große Anzahl wurden auf dem Platz bei St. JacqueS-la-Bouchiöee be- graben, manche von ihnen nur leicht mit Erde bedeckt. Während des TagS überhallte der Sttaßcukampf Alles, aber in der Stille der Nacht wurden die Bewohner der umliegenden Häuser geweckt durch ferne« Stöhnen, und am Morgen sah mau eine geballte Faust aus dem Boden ragen. In Folge dessen wurde die Wieder- auSgrabung der Leichen befohlen..... Daß viele Verwundete lebendig begraben wurden, daran kann ich uicht im mindesten zweifeln. Als Brunei mit feiner Geliebten am 2i. Mai im Hofe eines Hauses deS Vendümc-PlatzeS erschossen worden, ließ man sie bis zum Nachmittag des 27. liegen. Als man dann endlich kam, die Leichen zu entfernen, fand man das Weib noch am Leben und nahm sie zu einem Verbandplatz. Obwohl von vier Kugeln ge- ttoffen, ist sie jetzt außer Gefahr...." Gewerksgenossenschaftliches. Gewerkschaft der Schuhmacher. Kotst«. Nach Aahörung der Mitgtlepschast Heilbronn eines- theils uud I. F. Hang andererseits hat die Verwaltung gefunden, daß Haug allerdings zu einigen Klagen Anlaß gab, jedoch eine Beirügerci nicht konstatirt werden kann. Dies zu berichtigen hielt die Verwaltung für ihre Pflicht, und erklären wir hiermit die Sache für abzethan. Wir hoffen, daß sämmtliche Mitgliedschaften den„Wecker" Nr. 1 erhallen haben. Adressen haben sich geändert: Schweinsurt Christ. Löw b. Keller, Judengasse. In RegenSburg Kraus, Kaffee Seetz, Fischgasse. Wir hoffen, daß dem Beschluß der Verwaltung, die monatliche Abrechnung mit der Gewertschaft betreffend, recht pünktlich nachgekommen wird. Ferner müssen wir ersuchen, die Briefe genügend zu ftankiren, da wir in letzter Zeit häufig für ungenügend ftankirte Briese 20 Pf. Porto nachzahlen mußten. In diesem Monat für Konstanz und Crimmitschau. Ungenügende Frankatur wird nicht gerechnet. Noch machen wir darauf auf- merksam, daß die Beamten der Gewerlschaft genau auf die Ab- rechnungen achten, damit die zahlreichen Interpellationen über uicht veröffentlichte Gelder unterbleiben. Wir rechnen ab vom 1. bis wieder zum 1. jeden Monais, z. B. vom 1. Dez. 1374 bis 1. Januar 1875; waS also den 2. oder 3. Januar eiuläust, kann nicht im Dezember verrechnet werden. Wir bitten genau, auf die Abrechnungen zu achten, aber auch uns unnütze Arbeit und Porto zu ersparcu. Da ich vom Erfurter KreiSgericht zu ein Monat Gesängniß verurtheilt wurde und in den nächsten Tagen diese Haft antreten werde, so bitte ich die Collegen, die Verwaltung mit allen unnützen Briefen zu verschonen und während dieser Zeit allerorts tüchtig zu agitiren. Mir Gruß Für die Verwaltung: W. Bock. Correjpondenzen. Kamenz. Am 10. Januar fand hier in der Restauration „Zum Schloßberg" eiue Volksversammlung mit der TagcSord- nung:„Die Arbeiterbewegung und ihre Gegner" statt. In ca. zweistündiger glänzender Rede entwickelte der Referent Redakteur Max Kaiser ein Bild von der Arbeiterbewegung, als deren Seele er d«e Sozialdemokratie bezeichnete, und geißelte sowohl in scharfer als treffender Weise daS Gebühren der Gegner derselben. Letztere Kategorie schien jedock in der dem Räume nach bemessenen sehr gut besuchten Versammlung nicht vertreten zu sein, wenigstens meldete sich in gegnerischer Beziehung nach mehrmaliger Aussor- derung und obgleich vom Vorsitzenden volle Redefreiheit in AuS- ficht gestellt war, Niemand zum Worte. Im Sinne des Reseren- ten sprach noch Unterzeichneter. Derselbe hob hauptsächlich die Taktik der„Kamenzer Wochenschrist" hervor, welche sich besonder« darin zu gefallen scheint, eine Blumenlese von Verdächtigungen und Verleumdungen der Sozialdemokratie ihrem- hier allerdings theilweife noch sehr gläubigen Lesepublikum zum Besten zu geben, und wie zu beobachten gewesen sei, gewöhnlich, wenn eine Volks- oder öffentliche Versammlung annoucirt werde, eine aus Dresden datirte Correspondenz bringe, in welcher u. A., nicht selten mit etwaS Blödsinn gewürzt, vom Rückgang der Sozialdeotblcatie und dergleichen gefaselt wird. Der Referent machte noch in Bezug auf die erwähnte Correspondenz die nicht uninteressente Mittheilung, daß diese auS einer bekannten Quelle in Dresden stamme und wahrscheinlich reptilisirt sei. Werner kam auf die gedrückle Lage der Arbe ter zu sprechen und wiederholte, wie der Referent bereits in überzeugendster Weife ausgeführt, daß die Kleingewerbtreibendeu besser thun würden, sich an die Soziald-mokratic anzuschließen als in Vereinen gegen dieselbe zu agitiren. Besonder» aber sollten sich die in so kümmerlichen Verhältnissen lebenden Arbeiter in der Organisation die Hand r-ichen und soweit dies nicht geschehen, rer Sozialdemokratie sich anschließen; er selbst wolle der Sozial dcmokralie treu bleiben, ein Vorsatz, der von allen Parteigenossen, namentlich den hiesigen älteren, hoffentlich getheilt wird und durch pünktliche Beobachtung der Parteiorganisation und fleißiges Be- suchen der Versammlungen seine schönste Bestätigung finden dürfte, damit auch unsrerseits nach Kräften mitgearbeitet wird, die Sozial- demokratie an ihr großes Ziel, die Befreiung der geknechtelen Menfebheit zu bringen.— Zum Schluß forderte Referent Kaiser die Anwesenden als Bewohner von LesstngS GeburtS- Stadt noch auf, sich der Sozialdemokratie anzuschließen, diese wolle uud werde daS zur vollen Ausführung bringen, waS Lesstng u. A. hauptsächlich mit angestrebt haben. Mendt. Hera, 18. Januar. Bei der gestrigen Tannenbaumleerung der Manusakturgewerkschast hier gedachte man auch in ehrender Weise des um daS Gewerkschastewefen verdienten verstorbenen Theodor Uorck in Hamburg. Gleich wie der Vater der Stamm, der Haltepunkt für die Familie, so war er der stamm der von ihm gegründeten Holzarbeitergcwerkschaft. Wenngleich anzunehmen, daß kräftige Reiser inAder Gewerkschaft ihn ersetzen werden, so kann der Bater, der Stamm der Familie, den Kindern wohl so leicht nicht wieder ersetzt werden. ES war daher gewiß ein schöner symbolischer Gedanke, die Erträgnisse deS Stamme« von dem ver- steigerten Weihnachtsbaume im Betrage von 6 Thlr. 10 Pf. als einen bescheidenen Tribut der Dankbarkeit der Arbeiter der Wittwe deS Theodor �orck zu übersenden. Die Lichter deS Weihnacht»- bäume«, die die Gattin UorckS am Weihnachtsfeste ihren Kindern angezündet, haben gewiß angesichts deS schwer erkrankten und seiner Auflösung entgegengehenden VaterS in keine freudigen Herzen ge- schienen; möge es der Familie ein Trost und eine Genugthuung sein, daß die Gedanken deS VaterS in Tausenden von Arbeiter- herzen wiederleuchten und sein Name mit Hochachtung genannt wird. Den Mitgliedern der hier bestehenden Manufakturgewirkschaft uud der der Holzarbeiter, die zwar noch jung aber im ftöhlicheu Gedeihen begriffen ist, sowie deu Mitgliedern deS Ar- beitervereinS und allen GestannngSgenosstn möchten wir zurufen, trotz der hier sehr ungünstigen Verhältnisse und der banalen Hirsch- Duncker'schen Machinationen, deren höchst lahme und von Ua- wiffenheit zeugende Ergüsse in den Spalten unserer Lokalpresse so bereitwillige Aufnahme finden, rüstig fortzuarbeiten an der Ecwei- terung und Erstarkung unserer Idee. Erschließt dem„BolkSstaat" immer weitere Kreise von Lesern; er ist die beste AgitationSwaffe. WaS sind die bisherigen 32 Abonnenten derselben für eiue Stadt wie Gera? Wirke daher jeder nach Kräften, daß die Abonnenten- zahl de«„BolkSstaat" und der anderen sozialistischen Blätter hier immer weiter steige und Propaganda und Proselyteu mache. Arfurt, 14. Januar. Da wir jetzt in dem Zeitalter der vo« den Liberalen so sehr gepriesenen unfehlbaren sozialen und poli- tischen Zustände leben, so darf es nicht Wunder nehmen, wen« man Diejenigen, welche es wagen, diese so Uber alle» Urtheil er- haben? Zeitepoche zu tritistren, mit allen Mitteln, welche de« herrschenden Claffen in die Hand gegeben sind, verfolgt. Die Richtigkeit dieser Behauptung zu erfahren, sollte Herrn Bock auS Gotha vorbehalten bleiben. Derselbe hatte nämlich am 15. No- vember v. I. hier eine Volksversammlung abgehalten, und war am 14. Januar d. I. vor hiesiges Gericht geladen, um sich gegen die ihn zur Last gelegten Uebertretungen zu verantworten. ES waren dies nicht weniger als drei MajestätSbeleidigungen, Eut- stellung staatlicher Einrichtungen und Beschimpfung der christlichen Kirche; von diesen wurde jedoch, zu Anfang der Verhandlungen die MajestätSbelcidigung wegen Mangel an Beweisen zurückge- stellt. Ich muß hier einige Episoden dieser Verhandlung wieder- geben, da sie ein schlagendes Licht auf daS Kapitel wirft, wie man Sozialdemokraten verurtheilt. Die Anklage beschränkte sich auf die§§ 130, 131, 166. Schon bei Vernehmung der Eni- lastnngSzeugen äußerte sich der Herr Staatsanwalt in folgender Weise:„Gegen solchen Skandal wirb mit aller Entschiedenheit ein- geschritten werden, daS können sich die Herren Sozialdemokraten nur merken". Die Entrüstung des Staatsanwalts hatte ihren Grund darin, weil die Entlastungszeugen nicht so aussagten wie der Herr Belastungszeuge. Bock verzichtete hierauf aus sämmtliche Zeugen. Nach den üblichen Verhandlungen erklärte der Herr Staatsanwalt in seinem Plaidoyer, gestützt auf§ 166: Der Staat müsse die L.hren der Kirche schützen, er könne eS nicht dulden, daß sie beschimpft würden. Der Standpunkt des Angeklagte« gipfele in seinen eigenen Ausführungen:„Mein Himmel ist auf der Erde", alles Uebernatürliche sollte mithin einfallen. Die Männer der Wissenschaft seien unter sich selbst noch nicht einig, ob die Lehren der GerstlichkeU Aberglaube seien, wie der Angeklagte gesagt und er bestritt der Wissenschaft das Recht, nach dieser Seite vorzu- dringen. Bock triebe die Sache schon seit Jahren, Kirche und Staat würden von ihm in seinen tiefsten Grundlagen angegriffen, er beantrage 2 Monate Gefängniß. Ja der Vertheidigung Bock'S erblickte der Herr Staatsanwalt wiederum den gewaltsamen Weg, und die Commune in deu Forderungen der Sozialdemokratie. Der Gerichtshof erkannte auf 1 Monat G-fängniß. BemerkeuS- wertb ist, daß Thatcmuth, welcher in derselben Versammlung sprach, es aber vorgezogen hatte nicht zu erscheinen, zu 5 Tagen»der 30 Mark verurtheilt wurde. Ob solche Vorkommnisse den heutige» Staat vor einer Reform schützen können? Die Arbeiterbewegung giebt hierauf beredte Antwort. Auch diese Gesellschaftsform wird ihr Ende erreichen, wie die verschiedenen Gesellsschaftsformen und Zustände, welche vor ihr bestanden haben; die Ungleichheit der Stände wird der vollständigen Gleichheit und Freiheit aller Msn- schea doch weichen müssen. Da« Licht der Sonne läßt sich nicht verdunkeln, seine Strahlen werden früher oder später, trotz Nacht un» Nebel doch den gesammten Erdkreis erwärmen. Hermann Götze. Affen. 17. Januar. Wie den Lesern de«„BolkSstaat" auS Nr. 4 desselben bekannt sein wird, hat der Kanonenkönig Krupp seine Arbeiter mit einer Proklamation beglückt(die Reduktion der Löhne betreffend). Die Reduktion der Löhne ist nun eingetreten� vorläufig um nur 12 Prozent; da haben nun die Arbeiter de« Herrn Krupp ihr NeujahrSgeschenk. Wenn nun die Partei- genossen glauben, das seien die NeujahrSgeschenk- alle, dann irre« sie sich gewallig; die Bergleute haben auch Ein« erhalten. Ich meine nicht eine Lohnreduklion— die Löhne sind schon seit Jahre«- frist zwei- bis dreimal reduzirt, ja auf vielen Zechen noch mehr wie viermal, nein, ein ganz apartes NeujahrSgeschenk solle« die Bergleute haben. Nämlich der Verein für Bergbau-Jnteressen hat folgende Resolution angenommen. „In Erwägung, daß die gesetzlichen Bestimmungen über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter nicht zu den festen Arbeits- formen des Bergbaues passen vielmehr einem Ausschlüsse sämmt- licher jugendlicher Arbeiter für den unterirdischen Betrieb gleich- kommen und so den Bergbau und die bei demselben beschäftigten Arbeiterfamilien unnöthiger Weise weit mehr als andere Industrien benachtheiligen, indem namentlich die zeitige Heranbildung junger Bergleute hierdurch wesentlich leidet; daß aber andererseits diese Arbeitsformen vollständigen Schutz im Sinne und Geiste des Ge- setze» gewähren, erklärt die Generalversammlung eS als dringeno wün- schenSwerth, daß die betreffenden Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, soweit sie die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter zwischen 14 bis 16 Jahren unter Tage betreffen, einer Revision unter- worfen werden." Als Referent fungirte Herr Bergassessor Kcabler. Unter Anderem sagte Herr Bergassessor Krabler Folgendes:„Es kann nicht gesagt werden, daß die Arbeiten in der Grube irgendwie dazu angethan sind, daß sie die Gesundheit der heranwachsenden jungen Leute ge- sährven könnte." Die Aeußeruug deS Herrn Bcrgass'essorS drängt mich zu der Frage: Warum denn der Herr nicht auch jeden Tag ein paar Stunden in xie Grube fährt, waS doch seines Amtes ist. Der Herr wird mir einfach sagen:„Ich habe e» nicht nöthig, mich der ungesunden feuchten Luft auszusetzen." Ja, aber die armen Bergleute sollen ihre Söhne schon mit zur Grube bringen, wenn sie erst 14 Jahre alt sind? Und wenn dann der junge Bergmann sich in Etwas ausgebildet hat, und er Schlepper oder Lehrhäuer geworden ist, weil er noch jung und kräftig ist, so kann er ja Tüchtigeres leisten. Kommt ihm nun einmal der Gedanke ein, auf eine andere Zeche zu gehen, uud er kündigt die 14 Tage, wie häufig ist eS da vorgekommen, daß dann der Gruben-Ver- walter sagt:„Dann will ich Deinen Alten auch nicht mehr." Er geht hin und kündigt dem Vater deS Sohnes auch, mit dem Be- merken, wenn ich den Jungen nicht mehr haben soll, so will ich den Alten auch nicht mehr. Herr Bergassessor Krabler will nun zwar den Knaben vo« 14 Jahren ganz leichte Arbeit geben, nämlich Bremser, Wetterthür- Oeffner, Ankuebler, Pserdekaechte. Zum Wctterthüröffnen und Anknebeln will ich nichts sagen, daS kann ein 14jähriger Knabe wohlj, aber Pferdeknecht? Jeder Bergmann wejß, daß es sehr häufig vorkommt, daß die Förderwagen von dem Geleise spring, ue und um die Wagen wieder auf das Geleise zu bringen, ist eine ziemliche körperliche Kraft völhig, und'dabei macht sich mancher' Alveiter vom 16. bis 18. Jahre noch unglücklich, erhebt sich einen logenannten Bruch, und das soll ein 14— 16jähriger Knabe leisten? O, diese Humanität! Mir macht Niemand was weiß, denn ich bin leider mit 16 Jahren in die Grube gekommen und bin jetzt 21 Jahr in dem verdammten Loch thätig. Ich muß gestehen, meine Kräfte laffen nach, ich bin, wie man hier zu sagen pflegt, „bald ob". Mein Bruder, der nur 16 Monate jünger ist wie ich, aber Landarbeiter ist, hat an Körpergewicht doppelt so viel wie ich und sieht aus wie ein Jüngling, ich dagegen wie ein ÜVjähriger Mann. Diesen Unterschied kann jeder Bergmann an sich wahrnehmen, wenn er Brüder hat, die einen andern Berufs- zweig wählten, und jeder Bergmann muß mir recht geben, daß diejenigen Bergleute am stärksten sind, die erst mit dem 20. Jahre oder nach den sogenannten CommiSjahren in die Grube gegangen sind, weil sie erst dann körperlich ausgewachsen sind. Doch daS Beste kommt jetzt: Herr Bergaffeffor Krabler will die 14— 16jährigen Knaben auch zum Bremsen verwenden. Jeder erfahrene Bergmann denke sich einen Bremsberg mit 12 Oertern, 6 in Westen, 6 in Osten. In Nr. 6 kommt nun eben der Schlep- per oder Lehrhäuer mit einem vollen Wagen, fährt bis an die Barr öre, hält dann still und ruft so einen 14jährigen Bremser an, sonst ist Niemand in der Bremse als der Lehrhäuer in Nr. 6 der eben angekommen ist, er erhält also den ersten Bock. Der 14jährige Bremser(den 14jährigen Bremser gebrauche ich absichb lich so häufig) hat geschlafen, denn Kinder schlafen bekanntlich gern; eS ist dem armen Kinde wohl zu verzeihen, denn es mußte um Z Uhr Morgens aufstehen, und um halb 5 Uhr muß er schon in die Grube fahren, weil ja ein Bremser mit am ersten da sein muß. Um 5 Uhr muß AlleS unten fein. Dieser 14jährige Brem ser wurde von dem Rufe deS Lehrhäuer in Nr. 6«ach. Der schlaftrunkene 14jährige Bremser hebt nun den Hebel an der Bremse in die Höhe, der sogenannte Bock mit dem leeren Wagen kommt nun mit aller Kraft den 75 Grad steilen Bremsberg her auf, auf einmal hört der Lehrhäuer und 14jährige Bremser ein furchtbares Gepolter im Bremsberg. Sie beide ahnen, daß ein Unglück passirt ist. Der Jastinkt heißt dem Bremser die Bremse zuzumachen; er läßt den Hebel fallen und die Bremse steht still. Zwischen dem Lehrhäuer und dem 14jährigen Bremser entspinnt stch nun folgendes Zwiegespräch. Lehrhäuer:„Was war da« für ein Gepolter?" Bremser:„Ich weiß eS nicht." Lehrhäuer:„Du Junge, Du hast gewiß aufgezogen, ohne daß von unten daS Zeichen zum Aufziehen gegeben warb?" Bremser:„Doch nicht, es hat geklopft." Lehrhäuer:„Junge, Junge, wenn Du geschlafen hast, und hast aufgezogen, ohne daß von umen geklopft war, dann geht e« Dir schlecht". Der 14jährige Bremser, im Bewußiseiu seiner Schuld fängt an zu weinen, wie die K>»ver thuu.s Der Lehrhäuer ahnt die ganze Größe de« Vergehens, er eilt zum Fahr- Ueberhau und klettert den 80—100 Meter Hohen hob perigen Ucbeihau herunter; unten angelangt— o, welch Entsetzen! Da liegt der Schlepper oder Abnehmer, wie man ihn nennt, mit zerschmettertem Kopfe, da« Gehirn klebt an der Zimmerung de« Bremsberg«, der Förderwagen liegt im Sumpf, der leere Bock epur im Bremsberg; der Abnehmer ist todt. Der Lehrhäuer ruft den Steiger, der Steiger sagt erstaunt:„Wie ist das gekommen?" „Ja", sagt der Lehrhäuer,„der Junge, der 14jährlge Bremser hat aufgezogen, ohne daß von uuten daS Zeichen zum Aufziehen gegeben war". Der Abnehmer war jedenfalls gerade beschäftigt, den leeren Wagen auf den Bock zu sahreu, er hatte den Wagen bereits darauf, er wollte eben die Klinke davor macheu, damit der Wagen nicht vom Bock herunter fallen kann, und auf einmal zieht der junge Bremjer auf und zermalmt den Abnehmer zwijcheu Wagen und Zimmerung. Nun noch ein Beispiel, wenn der Raum des„Volksstaat" eS erlaubt. In Nr. 5 desselben Brems bergS kommt eben der Lchrhauer mit einem vollen Wagen, fährt auch bis an die Barr öre und ruft den 14jährigen Bremser au; der Bremser giebt ihm an, er, der Lehrhäuer in Nr. 5 bekäme auch den ersten Bock. DaS Zeichen von unten ist gegeben, der Bremser zieht auf, der Bock kommt herauf, der Bremser hält zur richtigen Zeit still, nämlich wenn der Bock mit dem leeren Wagen und der Bühre deS Ortes Nr. S wagerecht ist. Der Lehrhäuer waitet nun einen Augenblick, bis er weiß, daß der Bremser die Bremse fest zu hat, und dann zieht er den Wagen an den Bock, fährt ihn in den Wechsel und ist nun im Begriff, den volen Wagen auf den Bock zu schieben. Unterdessen kommt ein anderer Lehrhäuer in Nr. 4, derselbe giebt auch seine Ankunft durch Rufen dem Bremser kund; der 14jährige Bremser wird konfus unv setzt die Bremse in Bewegung, sieht aber, daß der Bock herauf statt herunter geht und macht dann die Bremse wieder zu, und ruft dem Lehrhäuer in Nr. 5, der gerade den vollen Wagen ausschieben will, halt, halt, halt zu. Der leere Bock ist heraufgegangen, der Lehrhäuer in Nr. S hört das nicht, und er fährt zu mit dem Wagey, und der volle Wagen mit sammt dem Lehrhäuer stürzen in die Tiefe. Und als Leiche wird der arme Lehrhäuer wieder an da« Tageslicht gefördert. Und ein solch verantwortlicher Posten soll einem 14jährigen Kinde anvertraut werd.eu? O, über diese ge wissenlosen Grubenbesitzer und ihre Bertreler, diese Mitglieder des Vereins für bergbauliche Interessen! An eine Bremse gehört ein alter zuverlässiger Bergmann. Ihr habt alte Bergleute ge nug, die nicht mehr Kohlen oder Zimmcrhauen können, die Euch 20—30 Jahre gearbeitet haben, denen gebt die«„Gnadenbrod Sie sind geeignet für diesen verantwortlichen Posten. Sie werten nie die Bremse ausziehen, wenn nicht von unten daS Zeichen zum Ausziehen gegeben ist. An dem Hebel der Bremse hängt Menjchenleben dran, und diesen Hebel gebt keine« 16— 17' oder 18jährigen Knaben in die Hand, viel weniger einem 14jäh rigcn. Ich habe beide« erlebt, und deshalb weiß ich Bescheid. Die Erfahrung ist mein bester Lehrmeister. Ich habe in Bremsen ge- schl.ppt, wo ein alter braver Bergmann Bremser war, wie muster hast ging eS dort zu? Alle Schlepper und Lehrhäuer hatten einen gewissen Respekt vor dem alten Mann, weil er bergmännische Er' fahrung hatte, er ermahnte uns zur Vorsicht, aber ich habe auch geschleppt, wo 16— 17zährige K-.abcn an der Bremse standen. Welcher Unterschied! Lauter Streit, Zank und Skandal und Ua glück. Nun, ich will den Faden nicht weiter spinneu. An uosren demokratischen Abgeordneten wird eS sein, mit aller Macht einzu treteli, wenn im demschen Reichstag die Gewerbeordnung in dem oben genannten Sinne revidirt werben sollte. W. Aus dna Aheinfandch In Folge der für Rheinland und Westphalen in Aussicht genommenen Einführung einer neuen Städte- und Gemeinveordnung, welche zwar vorerst noch dem preußischen Landtage zur Beschlußfassung vorliegt, jedoch ihrem Inhalte nach der arbeitenden Bevölkerung vieles zu denken gibt und keineswegs den Anforderungen, welche man zu stellen berech tigt wäre, Rechnung trägt, hatte man in mehreren Städten bereit« Veranlassung genommen, Volksversammlungen einzuberufen, so z. B. in Barmen, Elberfeld, Hagen, Aachen Crefeld, Burscheid rc., und war daS Resultat durchgehends eine entschieden einstimmige Verwahrung gegen die Einführung resp. Beibehaltung der alten der Reaction entnommenen Bestimmungen der Gemeindcverwal- tungen, weil dieselben dem Selbstbestimmungsrecht stritt zuwiderlaufen, da nicht nur durch den beibehaltenen Census die weitaus größere Mehrzahl der Einwohner einer Gemeinde vollständig ihres Wahlrechtes beraubt sind und mittelst des beibehaltenen Dreiklasfenwahlsystsms oft Hunderte, ja manchmal Tausende der Wähler dritter Klaffe inSgejammt nicht mehr Stimmrecht ausüben können als ein Wähler erster Klasse(Krupp in Essen). Nicht der Mensch als solcher wird in Betrocht gezogen, sondern irotzdem man 'chon dnrch den CensuS Taufende vom Wahlrecht ausgeschlossen hat, legt man den AuSerwählten noch verschiedene Grave von Vollkommenheiten bei, aber beilerbe nicht nach ihren Kenntnissen, andern nach dem Vermögen. Zahlen reden hier am deutlichsten: In Berlin zeigt sich z. B., daß bei 900,000 Einwohnern sich 246,000 Steuerzahlendc und bloS 4l,0l2 Wahlberechtigte be- rnden, durch die Klassenewtheilung aber auf die erste Klasse 1428, auf die zweite 7l0S und auf die drille 32,4S6 Wähler entfallen; sonach hat die erste und zweite Klasse mit 8626 Wählern von 900,000 Einwohnern oder 246,000 Steuerzahlenden zwei Drittel der Stadtverordneten zu wählen. Barmen hatte im Jahre 1373 bei circa 60,000 Einwohnern 32,000 Steuerzahlende und nur 4033 Wahlberechtigte, wovon aus die erste Klasse 184, aus die zweite 672, auf die dritte 3232 Wähler entsiclen; hier besteht die erste und zweite Klasse auS 856 Wählern, die ebenfalls zwei Drittel der Stadlverordneten wählen. Was hat da« letzte Drittheil für einen Werth gegenüber einer solchen Majorität. Kann man stch deshalb wundern, wie aus dem Rechenschaftsbericht der Stadt Barmen pro 1873 zu ersehen ist, wenn der Realschule I Ordnung bei einer Zahl von 369 Schülern 8552 Thlr., bei der höheren und niederen Gewerbeschule bei 329 Schülern 7380 Thlr., da gegen bei der Volksschule mit 12,827 Schülern die verhältniß mäßig geringe Summe von 50,668 Thlrn. zugewendet wird? Kann man stch da wundern, wenn auf jedes Kind wohlhabender Eltern, welche ja mit geringen Ausnahmen(Stipendiaten) bloS jene Anstalten besuchen, 22 resp. 23 Thlr. jährlicher Gemeinde- Unterstützung kommen, während auf die Kinder der Volksschule nur je 4 Thlr. entfallen? Jene erhalten also 13 resp. 19 Thlr. mehr Unterstützung als diese. Abgesehen von dem unberechenbaren Nachtheil, welchen die Kinder der ärmeren Bevölkerung durch rer- nachlässigte Ausbildung haben. Noch ließen sich eine große An zahl Beispiele anführen, eS dürfte aber dies genügen, um daS Volk aufmerksam zu machen, wie nothwendiz es ist, daß es auS seiner Saumseligkeit heraustrete. Bürger, Arbeiter vom Rheinland und Westphalen! Thut Eure Schuldigkeit, beruft allenthalben Versammlungen ein und n-hmt Stellung zu obiger Städteordnung. Weist die Borwürfe der Un- fähigkcit, welche man Euch so vielfich entgegenschleudert, zurück, zeigt, daß gerade diejenigen Männer die fähigsten sind, welche trotz Sturm und Wetter unv Enibehrungen jeder Art sich nicht dar- niederwerfen lassen, sondern standhast treu und redl-ch ihrer F.v milie, ihren Nebenmenschen zur Seite stehen, eingedenk des Wahr' spruchS:„Eigne Roth lehrt fremde fühlen." Bedürft Ihr Unter- stützung, Ausklärnug ic., so wendet Euch an daS derzeit in Barmem Elberfeld bestehende AgitationScomitö für Rheinland und West' phalcn, von wo Euch solche unverweilt zu Theil werden wird. 34,40, v. verein der Malerzebülfen 24,00, in einer Tigarrenarb.-Bers. d. Tellersammlung 3,60, aus Gera d. M. Trentzsch v. d. Gewerkschaft der Manns.- Fabr.- u. Handarb. S,00. Summa 121 Mark. A. Fuchs, Easstre». 1 Quittung der Expedition. B. Orbrg Gießen Schr 9,25. Z. Kcftn bier Ann. 2,5. Cmmn Spandau Schr. 20,73. H. Schs Halle Schr. 0,50. Bs Braunschweig Ann. 0,30. Lß Daniig Schr. 1,50. Schrr Kiel Schr. 0,70. Wlkrlng Eimsbüitel Ann. 0,60. Kfmn Hannover Ab. 55,55. N. Berlin Ab. 4,00 Klmsch Linden Schr. 1,60. Mllr. hier Schr. 1,40. Kttl Apolda Schr. 2,56. Lnck Celle Schr. 2,70. Durch Krstn hier für Iorck'S Familie 3,30. Wndt Camenz. Schr. 0,90. H. Klsch Lemberg Ab. 7,00, Schr. 2.00._ Fond für Gemaßrraeltr. V. d. Dornberg'schen Schneiderwerkstatt hier 3,00. Berlin Anzeigen der Cöin, Deutz u. Umg. Sonnabend, den 30. Januar, Abend« 8 Uhr, in Königs« bauk, Große Frantfurteistraße Skr. 117�_ Zweites Stistuusisscst Gewerkschaft der Holzarbeiter, verbanden mit Concert und Ball. Prolog verfaßt und gesprochen von Herrn H. G..... Festrede ge- procheu von Herrn M.....— Freunde und Gefiunungsgeoossen werdm ersucht, uns recht lebhaft zu unterstützen. Entre 25 Pf. Herren die am Ball theiluebmen zahlen 50 Pf. extra. Sämmtl. Reichstagsabgeordneten soz.-dem. Richtung find hterm. eingeladen� Da« Feftcomüö. I. A.: G. Lemke. sZOS) Gewerlschast der Holzardeuer. Sonntag, den 31. Januar 1875, Morgen« halb 11 Uhr, im Lokale„Zur Glocke", Hos Rr. 14: Oeffsntliche Holzarbeiter- Lersammluug. Tagesordnung: 1) Die Organisation der Gewerlschasteu. Referent: R. W o l s au« Chemnitz. 2) Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet I. A. der Mitglieder: Hermann Bruch, Bevollm. jSVf Der Arbeiter- Bildung«- verein feien Montag, den 1. Fecrnar a. e. fein Vierzehntes Stiftungsfest bestehcnd in FestactaS, Cammer« u. Ball, in den Sälen der„ Soeietilt" (Lnssett'S Etadliffcment), Königstraße 8. Freuade be« Verein« und Parteigenossen von Nah und Fern werden hierzu freundlichst eingeladen. Eintritt nur gegen Karten 5 30 Pfz., welche vorher im Bereinslokal, Palmstraße 20 Part., ,u entnehmen sind. Ansang 7,8 Uhr Abend». f250j Eimsbüttel ÄSÄ*- 9- Große Volksversammlung. T.-O.! 1) Unsere Ziele. 2) Das deutsche Schulwesen. Referent: Herr Henke und Herr Radenhausea. Th. Walkerling. s60j (Ü«1 Ii!»Ä Arbeiierveretn. Montag, 1. Februar, keiue Bersammlung. Sonntag, 31. Januar, von Abend 7 Uhr an, bei«unysch: Zusammenkunft mit Gepäck.— Da« Snstungssest findet Montag, den 8. Februar, i» d« Oberschenke statt. Nähere Bekanntmachu»,, folgt. D. B. sSOj «u Aunoneeugebühren FSr Februar 1874: Joh. Böhmer 12 gr. Pforzheim: Arbeiter. Dresdea restiren: Kaiserslautern: Partei 2 gr. Für März: Plaueui/L.: Arb.-Partei(Fest) 10 gr. Staßsurt: Arb.-Part. 8gr. Für Mai und Juni: Altenburg: Schuhmacher Schellenberg 4 gr. Berlin: H. Heßler 8gr. Cassel: Arb-Partei 16 gr. Gmünd: Laudee-Agit.-Com. 1 thlr, 22 gr. Hamburg: Metallarbeiter 6 gr., Küper-Bereio l2 gr., Allgem, Metallarbeiter-Verband 15 gr. Hannover: Holzarb.-Gewerksch. 6 gr. Königsberg i/Pr.: Arb.-Partec 4 gr. Lindenau: Gemeindeverein 16 gr. Plauen: Arb.-Panei 1« gr. Schwenningen: O. Roseuheim 9 gr. Straßburg i/Els.: Arb.-Partei 18 gr. Borstehende Beträge find sofort an die Expedition des„Volks- staat� einzusenden. Der Ausschuß. Ferner schulden an Lunoncmgebühren: Für Juli 1874: Grimma:(Ausslug) Arb.-Verew 10 gr. Hamburg: Sattlerverein 5 gr. München: H. Krauß 6 gr. Für August: Berlin: Metallarbeiter 5 gr. Marburg: A. P. 7 gr. 5 pf. Roman»- Horn: Arbeiter-Bild.-Verein:> gr. Wandsbeck: Arb.-Lerein 5 gr, Zschortau: Maurer- und Zimmerer- Gewerkschaft 20 gr. ' Für September: Br aun-s ch w eig: Müller 12 gr. 5 pf. Bjremen: Arb.-Part. 23 gr., Düsseldorf: Arb.-Part. 4 gr. Eßlingen: Met.-Gew. 7 gr. Fran- keuderg i. S.: A. Rösch 10 gr. Hamburg: Arb.-Part. 26 gr. Heide: Petersen 4 gr. Königsberg i. Pr.: Radlte 17 gr. 5 pf. London: Änök 12 gr. 5 pf. Straß bürg>. Elf.: Arb.-Part. 12 gr. 5 pf. Wie«- baden: Arb.-Part. 5 gr. Waldheim: Arb.-Part. 12 gr. 5 pf. Für Oktober: Berlin: Holzatb.-Gcw. 18 gr, Mauus.-Gew. 3 gr, Cigarrenarb.- Ber 11 gr. Fraukcuberg i/S.: A. Rösch(Warnung) 20 gr. Ham- bürg: Arb.-Paitei 22 gr. Hannover: Weylops 7 gr. 5ps. Pößneck: Manuf.-Gew. 12 gr. 5 pf. Schneidenbach: Wimpasfinger 15 gr. Saarbrücken! Marx, Sorbfabrik. 15 gr. Wünsbors: Manuf.-Gew. 7 gr. Für November und Dezember: Altona: Arb.-Ver. Marl 0,40. Apolda: Ag.-Com. 1,10. Aachen: Schuhm.-Gew. 0,75. Augsburg: Acb.-Parr. 0,40. Berlin: Arb.- Verew 1,70, Holzarb.-Gew. 4,85, Sattlerverdn 2,�0, Wagner(Zim- merges.) 2,00, Mannf.-Gewerklch. 2,5«. Breslau: Arb.-Partei 0,50. Ben« heim: Arb.-Part. 0,60. CLU- Arb.-Part. 2,60, Tifchlervereiu 1,30. Connewitz: Arb.-Verei» 0,40. Eßlingen: Arb.-Part. 1,75. Ellenburg: Merguer(Lolalanz) 0,75. Elberfeld: Horn 0,35. Glauchau: Vollsver. 0,40. Hamburg: Arb.-Part. 9,00, Buchbinder 0,60, Slepper u. Borr. 2,10, Holz.-Gew. 0,80. Hannover: Arb.- Partei 0,80. Soldau: I. P-hmler 1,00. Solingen: Wolfertz, Nah! 0,50. Waubsbeck: Arb.-Ber. 0,75. Sofortige Zahlung obiger Beträge wird umsomehr erwartet, al» Annoncen von Restanten— über einen Monat— nicht mehr Ausnahme finden. Privatannoucen werden nur aufgenommen, wenn der Betrag in Briftmarlen berliegt oder Pofivorschuß erhoben werd.o kann. Geschästsauuvncen, mit Ausnahme von der Partei zu empfehlende» Schriften, werden nicht aufgenommen. m]?« Kzpeditto» des„�otksstaat". „Thalia" unser Verein der Sattler und Bernssgenossen. Sonnabend, fc» 30. Januar, findet im Saale Drittes Stiftungsfest verbunden mit Coneert�und Ball statt. von Nah und Fern einladet_ Quittung. Für die ausgesperrten Brcu mschweiger Eigarienarbeiter ging serner ein: au» Hamburg d. P. Rath». Eigarrenarb. u. verschiedenen Gewerkm Sozialdemokruttscher«rbki'.ervereui. Sonnabend, d,n 30. Januar, im kleinen Saale de«. Eonventgarten: Oeffeutliche Versammlung. Tagesordnung: Das Arbeiter- Recht Referent: A. Hörig. Um zahlreichen Besuch bittet_____ 3- H. Peter..50) der Wozu die College« und Freunde Da» Eomitö.(175) Allgemeiner deulscher Schneldervcrein. Ätßtz'ZÜN Sämmtliche Mitglieder der Krankenkasse werden hteruttt eingeladen, Sonntag, den 31. Januar, Nachmittag 4 Uhr im Lokal de» Arbeiter. BildnNxs-BereinS, Rilterstr. 43, zu einer wichltgeu Besprechung zu erscheinen. D. B. Zur Beachtung! HB. Wege« der Gencralversammliing der Ort«-Kra»kenkaffe, fällt unser Bereinsabend am nächsten Montag au«, jedoch werden alle Mit« glieder der Gewerkschaft, die Mitglieder der Ort«- Kranlenkaffe find, erjuchl, fich zur Geneial- Versammlung Montag Abeud 8 Uhr, im „Thüringer Hos", Burgstraße, zahlreich einzufinden. Da» Müglicdsbuch»er Orts-Kranleniasse ist mitzubringen. ____ L. Witt.[13»] Leipzig u. Umgegend Montag, den 1. Februar: Bersammlung bei Fröhlich, Nikolaistr. 38. Tagesordnung: 1) Kassenbericht. 2) Vorlesung_[40] Rcuschöaesctd u. llmz. 8 Uhr: Oeffrntliche Mitgliederversammlung.— Tagesordnung: Dt« Sinigungsdestredungen der sozialdemokratischen Parteien. Ref.: W.Fink. Aufnabme neuer Mitglieder.__ Ber Vorstand.[40] ft&ipähnhim Sozialdemokratische Arbeiterpartei liSHiVl'Uvtil Samstag, den 30. Januar, Abend» 8 Uhr: Oeffeutliche Parteiversammlnug im Lokale des Herrn H a a s, lt. Schwaldacherstraße Nr. 3. Um zahlreiche« Erscheinen bitten___ Die Parteigenossen.[60] Otto Ascher au« Delitz(Sönigr. Sachsen), ModeSschloffer, früher in Graz jetzt w Leipzig, wird aufgefordert, fetner Verpflichtung gegen die Productivassociation der Sleidermacher in Graz binnen 8 Tagen nachzukommen.(c)_ Carl Frank, Gefchistsleuer.(40] Soeben ist erschienen und durch un« zu beziehen: Die Mksschule und die Lage ihrer Lehrer i« der Prsvinz Preusteu Eine Skizze von einem Ostpreußen. Se;«ratabdruck au» dem„Volksstaat". Preis pr» Exemplar 15 Pf. Im Berlage von W. Bracke ist erschienen und durch un« zu leziehe»:. Karl Fonrier nebst einem Anhang: Der Speziaspalast oder das Z-amiüstere in Huise von Bernhard Becker. 50 Pf. Ferner: Die Pariser Commuae vor den Berliner Gerichten Eine Studie über deutsch-preußische ReichSzuftände von Z. Most. Preis 1 Mark. Verantwortlicher Redakteur: R. Seissert. Redaktion Hohestraße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, in Leipzig. Druck und Verlag der Geuoffeuschastsbuchdruckerei in Leipzig.