Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Somiwg. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- U.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. N. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Tbird and eoatea str, Philadelphia. Aboitntmkutsprns für ganz Deutschland lA.KOPf. pro Quartal. Monats-Alioiinemeuts werden bei allen deutschen Postansialten auf den Uten u. Äen Monat»ud auf den citen Monat besonders an- genommen; im Ngr. Sachien u. Hrzgtb. Sachs.-Altendnrg auch auf den Neil Monat Ns Quartals a WPf. OrganderfozialdemokrattscheuArveUerMMmldderwternationalenGeverksge«offenschaste«. Znserate, dt» Abhaltung ,»a Partei-,««rem»- und«ollsverfammlungm, sowie die Mial- Expeditionen und sonstig« Partei-Angelegenheiten betreffend, werde« mit 10 Pf.,— Privat- und Bergnügungl- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespalteu« Petit-Zeil» berechnet. Nr. 14. Ireitag, 5. Keöruar. 1875. Staatshülfe für die Arbeiter. In der letzten Nummer(S) der Budapefier„Arbeiter-Wochen- Ehronil" lesen wir: „Arbeiterunruhen in Petrozs6vy. Man schreibt der„Arader Zeitung" auS Petrozsöry vom 10. d. M.:„Gestern versammelten sich die Bergarbeiter der Kronstädter Bergbau- und Hüttenwerks- Aktiengesellschaft in Petrozsöny und rcvoltirten gegen ihre Be- amten. Sie forderten die Bruderlade. Die Bergdireftion fand wohl momentan einen Weg, um die.Arbeiter einigermaßen zu be- säustigeu, indem sie hervorhob, daß sich die Bruderlade in Wien befinde und in einigen Tagen in den Besitz der Direftion gelan- gen werde, worauf dann sofort die gewünschte Rechnung über da» BereinSvermögen abgelegt werde. Die Arbeiter begnügten sich aber mit dieser Antwort nicht vollständig, sondern bestürmten daS DireftionSgebäude neuerdings aus dem Grunde, weil sie der An- ficht waren, daß dieses auS dem Vermögen der Bruderlade erbaut � wurde. Auch fanden sie die Arbeitslöhne viel zu niedrig. Die Bergverwaltung fand kein anderes Mittel die Ruhe wieder herzu- stellen, als die Sicherheitswache zu reguiriren. ES erschien auch sofort Gendarmerie, worauf dann nach mehrstündigem Kampfe die Ruhe endlich wieder hergestellt wurde; bei dieser Gelegenheit wur- ! den auch mehrere Personen, zum Glück jedoch nicht lebenSgefähr- lich, verwundet." Der Klaufenburger„Kelet" bringt über diese Vorgänge au« Teva folgenden noch weitergehenden Bericht:„Der Zsiler Stuhl- richter hat gestern Abend das hiesige VicegespanSamt ersucht, min- desteuS eine Compagnie Soldaten mit einem Extrazuge nach Pe- trozsöny abgehen zu laflcn, da die Gendarmerie für die Unter- drückung der Arbeiteruvruhen nicht ausreiche. In Petrozsöuy sind zwei Kohlenbergwerke, das ein gehört dem Staate, das andere � der sogenannten Kronstädter Bergbau- und HüttenwerkSgesell- schaft, deren Attien sich zumeist in den Händen von Wiener Kapitalisten befinden. Die Unruhen brachen vorgestern unter den Arbeitern der letztgenannten Gesellschaft auS. Die Arbeiter ver- langten in Masse vom Bergverwalter Benesch die Herausgabe der Bruderlade und Lohnerhöhung. Die Bruderlade ist ein aus Pro- centual-Abzügen von den Löhnen der Bergleute gebildeter AuS- � Hilfsfond. Sie wird von der Direktion des Petrozsönier Berg- Werkes der Kronstädter Gesellschaft verwaltet, welche daraus eine Schule für die Kinder der Bergleute erhält. Der Stuhlrichter ließ vier der Rädelsführer verhaften und iu's Kühles!) setzen. Ge- kern rotteten sich in Folge davon die Arbeiter in noch größerer Anzahl zusammen und verlangten die Freilassung der Verhafteten, welche sie später auch unter Thätlichkeiten gegen die Gendarmen befreiten. Gestern ergriff der tumultuarische Geist auch die Ar- bester des Staats-Bergwerkes, und die Bewegung nabm solche Dimensionen an, daß beide Verwaltungen die Requirirung von Militär nöthig fanden. Dem Vernehmen nach ist auch schon gestern Nachts von Broos eine Compagnie der dortigen Garnison mit einem Extrapostzug abgegangen." Wir haben mehr denn einmal schon über die Manipulation der Bruderladen und KnappschaftSkassen geschrieben und daS Ver- wersiiche derselben dargelegt, trotzdem fand sich die Regierung, die ber Allgemeinen Arbeiter-Kranken- und Invaliden-Kasse so große Aufmerksamkeit schenkt, nie veranlaßt zu intervenircu, außer m t Bajonetten. So versteht unsere konstitutionelle Regierung die StaatShilse für die Arbeiter."— So weit unser ungarisches Parteiorgan. „Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie ewig neu"— Wenn der Arbeiter im Klassenstaate sein Recht fordert, so stößt er «»f die ultima ratio(den letzten Grund) der Kanonen, Bajonette, Spitzkugelu, Polizeiknüttel. In der hellblauen und dunkelblauen Republik, in der EinheitS- und Bundesrepublik, in der konstitutiv- Vellen Monarchie, in der absoluten Monarchie, unter Präsidenten, Königen und Kaisern,— überall, wo die Klasse der Capitalist.-n und Grundbesitzer daS Heft in Händen hat, dieselbe Praxis dem Arbeiter gegenüber, dieselbe Form der„Staatshülfe" sür den Arbeiter! Was den„Unruhen" in Pettozsäny ei» ganz besonderes In teresse verleiht, ist der Umstand, daß sie eine Frucht des Knapp schaftSkassen-UnwesenS sind. Die„Bruderladen" entsprechen ziemlich genau unseren KnappschaftSkassen; und daß mau den Bergarbeitern il.re eingezahlten Gelder vorzuenthalten, sie ihnen iv entreißen, zu ihrem Nachtheil zu verwenden sucht, ist etwas so Gewöhnliches, daß wir das Mißtrauen und die Auftegung der Petrozsöryer Bergleute sehr wohl begreifen können. Was würden die Grubenbesitzer, die Kapitalisten überhaupt, dazu sagen, wenn die Arbeiter daS Vermögen derselben verwalten oder mit verwalten wollten? Sie würden laut auflachen ob solch Unberechtigten, frechen Verlangens. Umgekehrt aber— ja, da ist e* ganz was Anderes. Daß die Herren Grubenbesitzer und Kapitalisten das Ver- wögen der Arbeiter verwalten, das ist recht und gut, das muß lo sein; und sehen eS die Arbeiter nicht ein, je nun, wozu haben wir Soldaten?— . Der Klassenstaat kennt keine Gereä-tigkeit, und kann sie nicht kennen, weil er das Kind der Ungerechtigkeit ist. � Also: Beseitigung des Klassenstaats, und Umwandlung desselben in den freien BolkSstaat! Das alte Lied. Armuth, Verbrechen, Unwissenheit, Krankheit— daS haben wir so oft hervorgehoben— sind nothwendige Früchte der Herr- schenden Gesellschaftsordnung, nicht nothwendig an sich, aber noth- wendig so lange diese Gesellschaftsordnung dauert. Die ungleiche Bertheilung der Güter, der Arbeitsprodukte, das ist die Quelle deS UebelS, die Pandorabüchsc, der diese Viereinigkeit deS Elends entfliegt. Reden wir heut nur von der Krankheit. Daß das ar- bettende Volk durchschnittlich nur halb so lang lebt als die be- sitzende, d. h. nicht oder wenig arbeitende Klasse, ist längst sta- tistifch nachgewiesen. Solche Thatsachen, welche das TodeSurtheil der heutigen Gesellschaft in sich schließen, können indeß nicht oft genug wiederholt, nicht eindringlich genug vor den Geist geführt, dem Gedächtniß eingeprägt werden, und wir theilcn daher nach- stehenden Artikel des Agramer„Arbeiterfreund" unverkürzt mit: „Ueber dre Sterblichkeit in der Agramer Bevölkerung im Jahre 1874 wurde kürzlich vom städtischen Beschau-Arzt Herrn Dr. Schönheit(auch VereinSarzt deS Agramer Arbeiten Vereins) eine Zusammenstellung veröffentlicht, auf welche zurückzu- kommen wir uns veranlaßt sehen, da wir einige Punkte derselben für so interessevoll halten, daß sie der weitesten Verbreitung und einer größeren Aufmerksamkeit Werth sind. Nach einer na- mentlich für die Heilkundigen interessanten Rubrizirung der ver- schicdencn Todesfälle in Bezug auf Jahreszeit, auf Alter und Ge- schlecht der Verstorbenen:c. kommt der geehrte Herr Doktor auch zu der Anführung deS Ergebnisses/„es habe auch heuer die allge- meine Annahme Geltung gefunden, daß die ärmsten Gassen, als Neudorf, Bachgasse rc. die meisten Sterbefälle hatten, d. h. die Zahl der verstorbenen im umgekehrten Verhältnisse zum Grade des Wohlstande« stehe". Bei dieser„allgemeinen Annahme" handelt eS sich gewiß nicht um lediglich das Augenmerk de» Arztes auf sich ziehende interessante Beobachtungen, fon- dern eine furchtbare Anftage gegen die nach und nach immer ver- derbter werdenden gesellschaftlichen Zustände, die eine größere, eine bedeutend größere Sterblichkeit unter den ärmeren Volksklassen ver- Ursachen, drückt sich darin auS. Welche Fülle sozialen Elends sehen wir in diesen wenigen Zeilen sprachlich dargestellt;— mit dem Keime eines früheren Todes, durch die Beschwerde der nie paufirenden Arbeit seiner Mutter veranlaßt, kommt da« Kind des armen Mannes zur Welt; kaum das zarteste Alter hinter sich lassend, noch lange nicht aus der Entwicklungsperiode heraus, wird durch den Zwang der gesellschaftlichen Verhältnisse daS Kind schon hinaus in's Leben gedrängt, an der Seite der Eltern mitzuringen und mitzuschaffen sür Fristung des Lebens; statt vorbereitet zu werden für die Arbeit des Lebens, wird dem Kinde durch zu frühe Arbeit die Gesundheit untergraben und, kränklicher, schwächlicher als die Altersgenossen wohlhabender Stände wird das Kind, da« solche Jugendjahre, eine solche EntwicklungS-Periode wirklich überstehen konnte, zum Manne. Aber dann machen sich die Fol- gen unserer schönen GesellschastS-Ordnung erst recht geltend. Nur Arbeit, immer Arbeit von ftüh bis spät ist sür die arme Bevöl- terung da; einige Tage der Krankheit, die bei ihr in Folge unge- sunder Arbeits Lokale, mangelhafter Wohnräume in den unge- sundesten Siadttheilcn, bei aufreibender Arbeit, ungenügender Nah- rung k. so oft vorkommen, ruinircn die ganze Existenz des Arbeiter», trotz der noch so segensreich wirkenden Krankenkassen, wenn je ein jeder Arbeiter auch wirklich so viel erübrigen sollte, um diesen beitteten zu können. Darum ist so mancher Arbeiter krank, ohne innezuhalten in seiner Thätigkeit, ohne stch�u schonen; die äugen- blickliche Existenz seiner Person und seiner zu ernährenden Ange- hörigen erlaubt ihm nicht, die Kosten für Arzt und Apotheke zu zahlen, erlaubt ihm ja keine Pflege, da er den, wenn auch noch so geringen Verdienst auf keinen Tag entbehren kann, und ein früher Tod ist die unausbleibliche Folge. Wir kommen damit zu einem anderen Punkte der ärztlichen Zusammenstellung, welche uns den Beweis für letzt Gesagtes liefert, nämlich daß„unter den Verstorbenen der ärmeren Klasse 203 Per- soncn(also ein Fünftel der im Jahre 1374 überhaupt Verstorbenen) keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen". Ein Fünftel der Verstorbenen, welch große Zahl, hat keine ärztliche Hilfe vor ihrem Tode beansprucht! Emen Theil von Schuld hieran müssen wir den Aerztcn beimessen, denn wir haben Beweise, daß ärmeren RathSbedürftigen die Antwort zu Theil wurde,„der Herr Doktor könne nicht kommen, indem er schon „Kunden" genug habe"; daß überhaupt die Aerzte nicht mehr ein- gedenk find ihre« schönen Berufe», ohne Unterschied zu wirken sür daS Wohl der leidenden Menschheit; die edlen Vorsätze der UniversitätSjahrc und ihr Eid bei der Erlangung der medizinischen Doktorwürde, der Schwur der Askleptaden, dieses wird in der Praxis nicht mehr so genau beachtet, und wie mancher Arme muß HUfeloS darunter leiden!" So weit da» Agramer Arbeiterblatt. Der gegen die Aerzte geschleuderte Borwurf ist wohl nicht ganz begründet. Warum gerade an sie diese Anforderungen stellen? Der Arzt hat in der heutigen Gesellschaft so gut seine egoistischen Sonderintcressen wie jeder Andere— er will Geld verdienen, und muß Geld verdienen, wenn er nicht hungern will. Außervem kann der Arzt bei bestem Willen, in den meisten Fällen, den Armen nicht helfen, denn deren Krankheiten entspringen größten- theils direkt der elenden materiellen Lage: schlechter Nahrung, schlechter Wohnung und schlechter Kleidung. Was kann da der Arzt thun? Medizin verordnen ist ganz nutzlos. WaS hilft Arznei, wenn die Ursachen der Krankheit fortdauern? Was verordnet werden müßte, wäre gute Nahrung, gute Wohnung und gute Kleidung. Dies zu verordnen liegt aber nicht in der Macht deS Arzte«. Kurz, die traurigen Gesundheitsverhältnisse des arbeitenden Volks sind ein Theil der sozialen Frage; die physischen Krank- heften sind eine soziale Krankheit, und nur mit dieser zu kurtten. Die Wissenschaft hat jetzt glücklich begriffen, daß die Hauptaufgabe der Medizin darin besteht, die Krankheiten zu ver- hüten, die Krankheitsursachen auS der Welt zu schaffen. DaS heißt nicht bloS die Berechtigung, da« heißt die Nothwendig- keit des Sozialismus proklamiren. Denn nur eine vernünftige GefellschaftS-Orgnifation, wie der Sozialismus sie anstrebt, ent- fernt die Krankheitsursachen. Politische«ebersicht. — Am Sonnabend wurde der Reichstag geschlossen, nachdem TagS zuvor die Mvst'sche Petition verhandelt und durch An- nähme des im Ganzen befriedigenden CommissionSanttagS erledigt worden war. Außer dem Berichterstatter Fenner sprachen Lieb- knecht, Windthorst und LaSker— ersterer durchaus objektiv und sachlich, wozu er sich im Voraus verpflichtet hatte, um zu er- möglichen, daß die Petition überhaupt noch in dieser Session zur Debatte, und er selbst zum Wort kam. Den CommissionSbericht theilen wir an anderer Stelle mit. Der in der Most'schen Sache mit sehr großer Majorität gefaßte Beschluß(auf Reform de« GesängnißwesenS) ist, wenn wir von der Schulze'schen Diätenantrags- Makulatur absehen, daS einzige Gewicht, welche« der Reichs- tag zu seinen Gunsten in die Wagschale werfen kann, wenn die Bilanz der letzten Session gezogen wird.— Erwähnt sei noch, daß die Hosmann'schc Resolution(Frucht der bekannten Höver- beck'schen Resolution in Sachen Majunke'S) auf nächste Session vertagt wurde! So lang ist«die Würde des Reichstag«" offiziell suspendirt. — Zur Landarbeiterfrage. Man schreibt: „Die preußische Regierung beabsichtigt noch in diesem Jahre mit der Erbauung einer größereu Anzahl Arbeiterwohnungen aus den Domainen vorzugehen, da bei dem Mangel an Arbeitskrästen für die Bewirthschaftung größerer Güter die Erbauung dergleichen Wohnungen zur Erhaltung eines Stammes tüchtiger Arbeiter- samilien auf den Domänen sich als zweckdienlich herausgestellt hat. Die Regierung hat deshalb zu diesem Zweck 300,000 M. auf den diesjährigen Etat gebracht." ES ist die alte Geschichte. Die preußische Regierung wandelt den Weg der englischen BergwerkSbesttzer und Fabrikanten, die ihre„Hände" durch Bau von„CottageS", die ihnen aus längere Frist vermiethet oder womöglich verkauft werden, an die Arbeits- stätte zu fesseln suchen— sie will die Landarbeiter, gleich den Leibeigenen deS Mittelalters, an die Scholle heften, damit sie dem edlen Arbeitgeber- Staat nicht ausreißen können, ihm auf Gnade und Ungnade überliefert sind. Und da» heißt man„die Land- arbeiterfrage lösen". — Schulbildung in Italien. Im Jahre 1372 wurden nach einer offiziellen Statistik in der Provinz Mailand, welche eine Bevölkerung von 1,0S9,7S4 Seelen hat, 9370 Ehen geschlossen, und unter diesen wiederum 3270, bei welchen von keinem der Gatten unterschrieben werden konnte, da sie de» Schreiben« unkundig waren. Es ergibt die« da« Resultat von 36 Prozent. In den anderen Provinzen ergibt sich folgende« Resultat: Piemont und Ligurien 20,71, Rom 29,39, Lombardei 29,94, ToScana 42,49, da«Venetianischeu.Manwanische46,03,Modena60,21,Parma67,27, Romagna und Umbrien 69,12, Sardinien 63,83, Neapolitanische 74,64, Sicilien 78,79; mithin wäre 83,24 Proz. die Durchschnitt«- zahl. Also die größere Hälfte der Bevölkerung de« Schreibensunkundig! Diese Zahlen sprechen laut genug über die Zustände de« Schulwesen« im Königreich Italien. Zur Besserung geschieht so gut wie nichts.„König Biedermann" ist ein Sol- datenkönig, und wa« der Schullehrer bekommen sollte, fließt ins Danaidenfaß de« Militärbudget«— wie anderswo. — Parlamentskomödie. In Frankreich hat da« Ber- sailler Krautjunkerparlamcnt mit der Majorität von— 1, geschrieben Einer Stimme sich indirekt für die Republik erklärt. Darob großer Jubel unter den republikanisirenden Philistern. Als ob eine halbe Compagnie Soldaten nicht da« Krautjunkerpar- lament auseinanderjagen könnte— wenn es der Mühe verlohnte l — Klassenkampf. Am 1. Februar sind sämmtliche Berg- und Eisenwerke in Südwale» von den Kapitalisten geschlossen worden, um die Arbeiter durch allgemeine Aushungerung auf die Kniee zu bringen. Ueber 100,000 Arbeiter, darunter die meisten Familienväter, sind durch diese Bethätigung der Har- monielehre brodlos gemacht.„Eine sehr traurige Nachricht«— sagt der„Gewerkverein", und— macht ruhig weiter in Hanno- nielchre. — Die ArbeitsauSsperrung in SüdwaleS dauert fort; obgleich die Kohlenarbciterassoziation keine Unterstützungen zahlen will, halten die Grubenleute fest. In Nordengland haben 18,000 Zimmerleute die Arbeit einge- stellt, weil ihre Löhne um 10—16 Prozent verkürzt werden solle«. Einem Telegramm zufolge hat man sich beiderseits zu einer schied»- richterlichen Beilegung verstanden. — Zur Abwechselung hat die Chemmtzer„Freie Presse" einen Prozeß wegen Beschimpfung der Religion und der Kirche bekommen.«Die Beschimpfung— sagt die„Freie Presse— soll enthalten sein'in der„Plaudereien" betitelten Avoentpredigt in der Nr. d. Bl. vom 2V. Dezember v. I. Wer diese Predigt gelesen hat, wird die Schwere unseres Verbrechens ermessen können. Wir haben die Art und Weife, wie heute die Kanzelredner zu ihrem Publikum sprechen, getadelt, und ein Beispiel gegeben, wie man besser und zeitgemäßer predigen sollte. Dafür will man uns be- strafen— zur Zeit deS„Kulturkampfes gegen pfäffifche Berdum- mung"!— ES lebe der„Kulturkampf"!" — Am 28. Januar fand in Dresden eine EinfpruchSver- Handlung in einem(es sind deren noch andere) Prozeß gegen den früheren Redakteur des„Dresdener BolkSboten", den feit fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzenden Parteigenossen Petzold statt. ES handelte sich um die Erkennung einer Strafe von sechs Monaten Gefängniß wegen Abdruck eines Brieses, wel- chen Klemp, früher ebenfalls Redakteur des„Dr. VolkSb.", auS dem Auslande geschrieben und in welchem er sich nach Behauptung der Anklage gegen eine ga ze Anzahl von Strafgesetzparagraphen versündigt hat. Petzold, der als verantwortlicher Redakteur diese Sünden büßen muß, war zu obiger Strafe verurtheilt worden und hatte dieselbe zu hoch gefunden, daher Einspruch erhoben. Der inkriminirte Artikel wurde nun in gestriger Verhandlung zu- nächst vorgelesen, dann, nach Verlesung einiger anderer Aktenstücke erhielt der Staatsanwalt, Herr Rumpelt, das Wort. Er erklärte, er könne sich kurz fassen. Dieselbe Anklage sei kürzlich in Chemnitz verhandelt worden gegen den Redakteur der Chemnitzer„Freien Presse", W. Meyer, welcher den Klemp'schen Brief aus dem „Volksboten" reproducirte. Gegen Meyer fei die Verurtheilung zu K Monate» Gefängniß ausgesprochen worden, deshalb fei diese Strafe für Petzold, der eigentlich noch schwerere Schuld trage als Erstercr, weil er den Brief zuerst veröffentlicht, erst recht nicht zu hoch. Nach dieser Staatsanwaltslogik kann man ein außerordent- lich strenges Urtheil mit dem andern rechtfertigen. Herr Rumpelt schien Lust zu haben, noch schwerere Strafe zu verlangen. Weiter betonte der Staatsanwalt, die Thäterfchaft des Angeklagten müsse für erwiesen erachtet werden, da er nicht den Nachweis vom E gentheil geliefert. Petzold protestirte in kurzen Worten sowohl gegen die Höhe dcö Strafmaßes, als auch gegen die Annahme, daß feine Thäterfchaft unbedingt erwiesen sei. Der Gerichtshof zog sich daraus zurück und bestätigte nach sehr kurzer Berathung das erstinstanzliche Erkenntniß. — Am 30. Januar hat Geiser in München seine Haft an- getreten. Er war längere Zeit in Familienangelegenheiten ab wesend, was die um seine Gesundheit besorgten bayrischen Be- Hörden schon vor 6 Wochen zur Erlassung eines Haftbefehls be- stimmte, der jetzt endlich durch freiwillige Stellung des gesuchten „Verbrechers" feine Erledigung gefunden hat. wohl und sogar wohler befinde, als dies nicht selten im Zufiande!von"LaSker und Genossen aufgenommen worden, während de� der Freiheit der Fall gewesen sei."! Entwurf(§ 14) gelautet habe: Der Regierungs-Kommissar hielt dafür, daß nach diesen! Die zur Gefängnißstrafe Berurtheilten sind in der Ge thatsächlichen Aufklärungen der Petition eine weitere Folge nicht fangenanstalt auf eine ihren Fähigkeiten und Verhältnissen zu geben sei. Ein Anspruch aus Entbindung von jeder ZwangS angemcsseve Weife zu beschäftigen. arbeit und �freie Wahl der Beschäftigung�unv L-ktür- stehe gemäß! Vergleiche man diese beiden Fassungen des G-f-tzes mit ein Die Most'sche„Petition". (Schluß.) Die in vorstehendem Bescheide angezogenen ZK 37 und 29 der vom Kgl. Preußischen Justiz-Ministerium erlassenen„Provisorischen Dienst- und Hausordnung für das Strafgefänguiß bei Berlin" vom 19. März 1872 lauten: 8. 27. „Die Gefängnißsträfliuge sollen auf eine ihren Fähig- leiten und Verhältnissen entsprechende Weise beschäftigt wer- den..... Den Gefängnißsträflingen in der Einzelhaft, welchen nachgelassen wird, st» selbst zu beköstigen, kann der Direktor die Wahl der Beschäftigung überlassen, auch die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten gestatten, insoweit die Borschrrsten des Z 2S nicht entgegenstehen". 8 29. „Die Beköstigung ist für alle gesunden Gefangenen so- wohl nach der Menge als nach der Beschaffenheit durch die BetöstigungS- Ordnung in gleicher Weife geregelt. Bei der Bereitung der Kost für jüdische Gefangene sollen Jngre- dienzen vermieden werden, deren Genuß ihren ReligionS- grundfätzen zuwider ist. Gegen Vorausbezahlung von monatlich 15 Thalern können die zur Haft Berurtheilten eine für sie besonders zubereitete bessere Kost aus der AnstaltSküche beziehen. Eine gleiche Vergünstigung kann der Lorsteher den Gefängnißsträflingen gewähren, welche sich im Besitz der Ehrenrechte befinden. Wein wird den sich in solcher Weise beköstigenden Ge- fangenen nur auf Vorschrift deS Arztes verabreicht." Diese Bestimmungen sind indessen nicht mehr ihrem vollen Umfange nach rn Hebung. Während nämlich ursprünglich im Strasgefänzniß am Plötzensee, wie in anderen Strafanstalten, nur zweierlei Kost— die gewöhnliche Gefangenen- und die Kranken- kost— verabreicht wurde, ist daselbst später noch die s. g. Mittel- kost eingeführt worden. Die Einrichtung entsprang der Erwägung, daß gerade das Gefängniß am Plötzensee viele Insassen berge, denen nach ihrer Körperbcschaffenhcit uno Gewöhnung die gute, aber schwere Gesangenkost nicht ohne Schädigung ihrer Gesundheit auf die Dauer geboten werden könne, welche aber von der Selbst- beköstigung aus Mangel an Mitteln oder anderen Gründen auS- geschloffen seien. Dem sollte die Verabreichung einer anders zu- bereiteten, leichteren s. g. Mittelkost abhelfen, welche— je nach dem ärztlichen Gutachten— in mehrfachen Abstufungen gewähn wird und sich so bewährt hat, daß seit ihrer Einführung die Selbst- beköstigung Uberhaupt nicht mehr zugelassen wird. Dieser Sach- läge entsprechend ist einerseits dem Beschwerdeführer die Selbstde- köstigung versagt, andererseits aber auch sein Antrag auf Geftat- tung der freien Wahl seiner. Beschäftigung nickt, wie die Petition angiebt, deshalb weil er sich nicht selbst verpflege, soneern unab- hängig davon auS den oben mitgetheilten Gründen abgelehnt worden. Herr Most erfährt hiernach jede zulässige Berücksichtigung: eS sind ihm alle möglichen Vechesserungen der Kost zugewendet; er hat eine Extra- Freistunde; eS ist ihm Schreibmaterial zur Ver- fügung gestellt und erlaubt, sich mit Stenographie, GeschichtSfludien und sonstigen wissenschaftlichen Arbeiten zu beschäftigen, die Vosst- sehe Zeitung zu lesen; ihm ist nachgelassen, nicht während der ganzen gewöhnlichen Arbeitszeit gewerbliche(Cartonnage) A�eiten zu verrichten, sondern nur ein einfaches Pensum täglich zu leisten; er trägt seine eigenen Kleider und beflndet sich nach seinem Wunsche eigcb: sich daS aus �Folgendem: in Einzelhaft; eS wurde ihm erlaubt, binnen 4 Wochen 6 Briefe 8 ifi be« Str. K. B. und 3 Eingaben zu schreiben, 5 Besuche von seiner Frau und 3 Besuche von Parteigenossen zu empfangen. Der Beschwerdeführer hat denn auch in einem an seine Familie gerichteten Briefe selbst anerkannt, daß er sich, abgesehen von dem Verluste seiner Freiheit, in der Anstalt leiblich und geistig ganz! 17 deS Strafgesetzbuchs nur den in Festungshaft Befindlichen, und auch diesen nur unter Beaufsichtigung zu, während die zur Gefängnißstrafe Berurtheilten sich nach§ 16 a. a. O. ihren Fähig- keiten und Verhältnissen angemessene Arbeiten gefallen lassen müssen und nach der Dienst- und Hausordnung am Plötzensee, sowie nach den allgemeineren Preußischen Gefängnisordnungen der Regel nach hierzu angehalten werden sollen.(Instruktion für die gerichtlichen Gefangen-Anstalten vom 24. Oktober 1873,§ 23. Instruktion des Ministers de« Jnuern vom 1. November 1351 zu 5«.— Just.-Min.-Bl. 1839 S. 270 ff. Sust.-Min.-Bl. 1851 S. 366) — Als unangemessen lasse sich die dem Petenten zugewiesene Be- schäfligung nicht bezeichnen. Der Kgl. Preußische Herr Justizminister, gegen welchen sich die Beschwerde zunächst richte, sei übrigens bisher schon deshalb nicht in der Lage gewesen, eine materielle Entscheidung in der Angelegen- heit zu treffen, weil er mit Ucbergehung deS Kgl. Kammergerichts, als der nächsten Befchwerde-Jnstanz über Verfügungen der Ge- fängniß-AufsichtS-Kommifsion, angerufen worden, mithin der Ja- stanzenzug nicht erschöpft gewesen sei. Dahingestellt möge endlich bleiben, ob eS sich empfehle, die Be- Handlung der Gesaugenen von der Kategorie deS Beschwerdeführers durch besondere Bestimmungen allgemein zu regeln; der vorliegende Fall erscheine jedenfalls nicht geeignet, die Nothwendigkeit oder gar Dringlichkeit derartiger Vorschriften zu erweisen.— Anlangend nun zunächst die Vorfrage, ob der Instanzen- zug zu wahren gewesen bzw. thatsächlich gewahrt sei, wurde in der Kommission mehrseitig geltend gemacht, daß, insoweit die Petition Schäden deS öffentlichen Rechts zur Sprache bringe, es der Beobachtung eines JnstanzenzugS überall nicht bedürfe, vaß aber auch der Jnstanzenzug als gewahrt anzusehen sei, da Petent seine Beschwerden dem preußischen Justizministerium vorgetragen, diesem also Veranlassung gegeben habe, etwa für begründet erachteten Be- schwerden abzuhelfen. Diese Auffassung fand in der Kommission keinen Widerspruch. Zur Sache selbst führten zunächst die Herren Ueberreicher der Petition auS, daß die Petition jedenfalls insofern ernstlicher Er- wägung und Berücksichtigung werth sei, als sie dem Verlangen nach einem Gesetz über die Strafvollziehung Ausdruck gebe. Daß ein solches Gesetz, als nothwendige Ergänzung des Strafgesetz- buchs, recht bald zu Stande komme, werde wohl auf allen Seilen des Hauses gewünscht, und der bereits zur Vertheilunz gelangte Antrag von Tellkampf und Genossen erstrebe dieses Ziel, dessen Erreichung fteilich bei der Schwierigkeit der zu lösenden Fragen schwerlich so bald erwartet werden könne, als es im Hinblick auf die offenbaren Ucbelstände des dermaligen Zustande? erwünscht wäre. ES erscheine jedoch nicht unwahrscheinlich, daß die vom Reichstag zur Prüfung der Justiz-Gesetze i» den nächsten Tagen zu wählende Kommisston bei Berathung der Strafprozeßordnung, insbesondere des Kapitel« über Vollziehung der Urtheile auch die hier fragliche Materie in den Kreis ihrer Erörterungen ziehen werde, weshalb sie der Erwägung der Kommisston anheimstellen, ob eS sich nicht empfehle, den hierauf bezüglichen Theil der Peti- tiou an die Justizkommission abzugeben. Auf die speziellen Beschwerden, welche Petent bezüglich der ihm widerfahrenen Behandlung erhoben habe, überall einzugehen, seien sie außer Stande, weil ihnen die geeignete Information über die mitgetheilten Thatsachen fehle. Es ergebe sich jedoch aus den Mittheilungen des RegieruogSkommiffars, daß die vor Erlaß des deutschen Strafgesetzbuchs in Preußen gegebenen Instruktionen noch heute in Kraft seien, während daS neue Gesetz von völlig ver- änderten Grundsätzen ausgehe und es daher erforderlich gewesen wäre, in diesem Geiste auch die Instruktionen und Gefängnißord- nungen einer Revision zu unterziehen, und zwar erscheine dieses nicht nur in Preußen, sondern in allen deutschen Staaten, wo sie noch nicht erfolgt sei, geboten. Die vorliegende Petition möge dem Reichstage Veranlassung gebe», darauf hinzuwirken, daß die erwähnte Revision baldigst vorgenommen werde. Der Referent, welcher sich(zu I. der Petition) mit Ueber- Weisung derselben an die Justizkommission einverstanden erklärte, konstatirte zu II. der Petition zunächst, daß die Angaben des Petenten über den ihm bei seiner Ueberführung nach Plötzensee dort gewordenen Empfang und über den Inhalt der ihm auf seine Beschwerden ertheilten Bescheide durch die Mittheilungen deS Herrn Regierungskommissars widerlegt, bzw. berichtigt feien. Bei Prüfung der Beschwerdepunkte glaube er davon ausgehen zu müssen, daß eS nur darauf ankomme, die RechtSftage zu unter- suchen, ob die dem Petenten zu Theil gewordene Behandlung und die zur Anwendung gebrachten Instruktionen dem Reichsgesetz, dem Strafgesetzbuch entsprechen; insoweit dagegen da« Gesetz dem Pflicht- mäßigen Ermessen der Verwaltung freien Spielraum lasse, halte er e« für bedenklich, das Verfahren der Verwaltung und die An- gemessenheit der einzelnen Verfügungen hier einer Nachprüfung zu unterziehen. Vom Standpunkt des Gesetzes au« seien nun zunächst die Klagen des Petenten darüber, daß seinen Eigenschaften als politischer Ge- fangener und als Reichstagsabgeordneter seitens der AnstaltSver- waltung nicht gehörig Rechnung getragen sei, durchaus ungerecht- fertigt. DaS Strafgesetzbuch, insbesondere in den hier speziell in Betracht kommenden Artikeln 16, 130, 135 kenne keinen Unter- schied zwischen politischen und anderen Vergehen und nirgends fei dem ReichStagSabgeordncten als solchem bezüglich der Behandlung bei Verbüßung der ihm zuerkannten Strafen ein Borreckt einge- räumt. Was sodann die Beschwerden des Petenten über Versagung de« SelbstbeköstigungSrechtS und Einschränkung in der Wahl seiner Letture betreffe, so enthalte daS Str. G. B. keine einschlagenden Vorschriften. Was in diesen Beziehungen den Sträflingen zu ge- statten oder zu verbieten sei, bleibe den zuständigen VerwaltungS- behörden anzuordnen überlassen und eS sei daher auf diese Be- schwerdepunkte hier nicht näher einzugehen. Anders verhalte eS sich mit der gegen die Belastung mit Zwangs- arbeit gerichteten Beschwerde, denen insofern die Begründung nicht abzusprechen sei, als diejenigen allgemeinen Erlasse, auf Grund deren Petent zur Leistung von Handarbeit angehalten worden sei, mit dem Strafgesetzbuch allerding« nicht im Einklang stehen. ES Der tz 16 des Str. G. B. laute im Absatz 2: Dre zur Gefängnißstrafe Berurtheilten können in einer Gefangenanfialt auf eine ihren Fähigkeiten und Ver- Hältnissen angemessene Weise beschäftigt werden; auf ander, sowre mit dem vorhergehenden, die Beschäftigung der Zucht- hauSsträfliuge betreffenveu Artikel, so werde nicht wohl zu be- zweifeln sein, daß der Entwurf auch bei Gefängnißsträflingen die Zwangsarbeit wollte, und nur die Art und Weise der zwangS- weisen Beschäftigung von den Fähigkeiten und Verhältnissen de« Veruitheilten abhängig machte, daß jedoch das Gesetz in seiner in 3. Lesung angenommenen Fassung nicht nur die Frage, wie, sondern auch die Frage, ob überhaupt der Berurtheilte zwang«- weise zu beschäftigen sei, von den Fähigkeiten und Verhältaissea desselben abhängig machen wollte. Der G-fängnißsträfling stehe also bezüglich der Zwangsarbeit insofern günstiger als der Zucht- hauSsträflmg, als dieser unter allen Umständen zu den in der Strafanstalt eingeführten Arbeiten angehalten werve, jener aber nur, wenn und insoweit solche Arbeit seiner Individualität eat- spreche. Wenn nun nach dem oben mitgetheilten Z 37 der Hausordnung vom 19. März 1372 in Uebereinstimmung mit den allze- meinen Borschriften m Z 23 der Instruktion für die gerichtlichen Gefangenanstalten vom 24. Oktober 1337 und der xos. 5 c. der Instruktion des Ministers des Innern vom 1. November 1851 nur den Gefängnißsträflingen, welchen nachgelassen werde, sich selbst zu verköstigen, die Wahl der Beschäftigung überlassen werden dürfe, so werde hierdurch die ganze Kategorie derjenigen Sträflinge, welche ArmuthShalber oder aus sonstigen Gründen außer Stand seien, sich selbst zu verköstigen, der milderen Bestimmung de« § 16 cit. entzogen und in derselben Weise dem Arbeitszwang unterworfen, wie eS geschehen müßte, wenn der obligatorisch ge- faßte§ 14 deS ersten Entwurfs nicht durch den nur fakultativ ge- faßten§ 16 des Str.-G.-B. ersetzt worden wäre. Die erwähnten Bestimmungen, welche für die preußischen Ge- sängnisse Geltung haben, seien hiernach mit dem Wortlaut und dem humanen Geist des Reichsstrafgesetzbuchs nicht im Einklang und es sei Aufgabe deS Reichstags, dahin zu wirken, daß dieselben ! baldigst außer Kraft gesetzt würden. i Referent beantragte, die Petition zu I. an die Justizkommission zu überweisen, zu II. den Herrn Reichskanzler aufzufordern, bei der preußi- schen Regierung dahin zu wirken, daß die eben erwähnten Bestimmungen, als mit dem§ 16 Abf. 2. des Str.-G.-B. im Widerspruch stehend, beseitigt würden. Der Korreferent widersprach diesem Antrag. Er führte aus, der§ 16 Abs. 2 Str.-G.-B. stelle nur ein allgemeine« Prinzip auf, lasse aber für Anwendung und Ausführung des Prinzips den einzelnen Verwaltungen völlig freien Spielraum, so daß ein Wider- spruch der erwähnten administrativen Anordnungen mit dem Gesetz nicht nachweisbar sei. Und wenn er auch mit Rücksicht auf die Eigenschaft deS Petenten als eines ReichStagSabgeordncten aicht abgeneigt sei, in eine Prüfung der Frage einzutreten, ob die dem- selben widerfahrene Behandlung etwa als unangemessen erscheine, so vermöge er doch auch von diesem Standpunkt aus eine be- gründete Beschwerde des Petenten nirgends zu erblicken; insbe- sondere vermöge er eS nicht für absolut unangemessen zu halteu, -wenn Petetent, welcher die Buchbinderei erlernt habe, in der Anstalt mit Buchbinderarbeit beschäftigt worden sei. Er beantrage daher: in Erwägung, daß in der Petition eine Verletzung der derzeit in den Reichszesetzen über den Vollzug der Gefänguißstrafeu getroffenen Bestimmungen deS% 16 Str.-G.-B. nickt dargcthan ist, daß im Uebrigen die Frage des Erlasses einer Ge fängnißordnung für das gcsammte Reich am geeignetste» bei Berathung deS Entwurfs der Justizgefetze zur Er örterung kommt, die Petition für nicht geeignet zur Erörterung im Pleuu« zu erklären. Von Seiten eines Mitgliedes der Kommission wurde hierauf, unter Bezugnahme auf die Ausführungen des Abg. Dr. LaSker der Antrag gestellt: zu I. der Petition dieselbe durch Vermittelung de» Herr» Präsidenten an die Justizkommission zu überweisen; zu II. dieselbe dem Herrn Reichskanzler mit der Auf' forderung zu überweisen, dahin zu wirken, daß w den- jenigen Bundesstaaten, in welcheu die Strafoollstreckuog und das Gefängnißwesen bislang nicht durch Gesetz ge- regelt ist, insbesondere im Königreich Preußen, von de» Bundesregierungen schleunigst der Strafvollzug und da« Gefängnißwesen in einer Weise geordnet wird, daß dadurch der Vollzug der Strafen, namentlich der Gefängnißstrafe», im Sinne de« Strafgesetzbuchs, insbesondere de»§ 16 desselben sicher gestellt werde. In der Diskussion über diese Anträge wurde von einem Mit glied der Kommsisiou hervorgehoben, daß nach Mittheilung de« RegierungStommiffarS einerseits dem Petenten die freie Wahl der Beschäftigung unter Bezugnahme auf den§ 37 der Hausordnung, welcher die Bedingung der Selbstbeköstigung aufstelle, versagt wor- den sei, während andrerseits in der fraglichen Strafanstalt die Selbstbeköstigung überhaupt nicht mehr zugelassen werde. That- sächlich sei hierdurch der Petent— von der Gestattung, seine eig neu Kleider zu tragen, abgesehen— nahezu derselben Behandlung unterworfen, wie ein ZuchthauSsträfling. Jedenfalls fei e« nicht zu billigen, daß Petent zur Verbüßung seiner Strafe einer Anstalt zugewiesen worden sei, in welcher die Selbstbeköstigung rechtlich und thatsächlich ausgeschlossen sei. Diesen Ausführungen widersprach der Herr RezierungSkow- missar. Daß der§ 37 der Hausordnung, insoweit er die Wah der Beschäftigung von der Selbstverköstigung abhängig mache, nicht mehr in liebung stehe, sei bereits oben von ihm dargelegt. Andrerseits fei die Behandlung, wie sie der Petent erfahre, sicker nicht die eines Zuchthausgefangenen. Die Letzteren würden stet« zu den in der Anstalt eingeführten Arbeiten angehalicn, gleichviel ob dieselben der ftüheren Lebensstellung und Beschäftigung ve« Sträflings entsprächen oder nicht; während die Gefängnißsträflinge nur aus angemessene Beschästiguug Anspruch haben. Diese Be stimmung sei dem Petenten gegenüber nicht verletzt, wie ihm außer- dem auch alle mit der Hausordnung verträgliche Erleichterung zu- gewendet fei. Nachdem noch ein Mitglied der Kommisston zu Gunsten de« vom Korreferenten gestellten Antrag« gesprochen, und namentlich den Erläuterungen de« ihr Verlangen find sie in dieser Weise zu beschäftigen..im Näheren ausgeführt hatte, daß nach Diese Fassung sei rn dritter Lesung des Gesetzes auf Antrag Herrn R-gierungSkommissar« dem Petenten die ihm zu Theil ge- »! wordene Behandlung in keiner Hinsicht zur Beschwerde gereiche, wurde zur Abstimmung geschritten. Nachdem bezüglich des allgemeinen TheilS der Petition be- schloffen war, dieselbe durch Vermittelung deS Herrn Präsidenten an die Justizkommission zu überweisen, wurde zu II. der Petition der Antrag des Korreferenten abgelehnt, dagegen beschloffen, zu beantragen: Der Reichstag wolle beschließen, die Petition dem Herr Reichskanzler mit der Ausforde- rung zu überweisen, dahin zu wirken, daß in denjenigen Bundesstaaten, in welchen die Strafvollstreckung bislang nicht durch Gesetz geregelt ist, insbesondere im König reich Preußen, von den Bundesregierungen schleunigste der Strafvollzug und daS Gefängnißwesen in einer Weise geordnet wird, daß dadurch der Vollzug der Strafen, namentlich der Gefängnißstrafen, im Sinn des Strafgesetzbuches, insbesondere des tz 16 desselben, sicher- gestellt wird; den Herrn Reichskanzler ferner zu ersuchen, ba der königlich preußischen Regierung dahin zu wirken, daß die 23 der Instruktion vom 24. Oktober 1837, der Justizministerialerlaß vom 24. November 1851(5 c.) und§ 37 der Hausordnung für das Strafgefängniß bei Berlin als mit dem§ 16 Al. 2 des Str.-G.-B. in Widerspruch stehend beseitigt werden. Innere Partei-Angelegenheiten. Pils Vertrauensmänner wurden weiter dem Ausschuß vor- geschlagen und find von diesem nebst Revisoren bestätigt: Broitzen: H. HarmS. Neukirchen: H. A. Grunert. Crim- mitschau: F. Böttcher. Darmstadt: I. Bohn. Pirna: Fr. O. Isaak. Niederplanitz: E. Küchler. Die Vertrauensmänner werden darauf aufmerksam gemacht, baß der Parteikassirer H. Benneke kl. Schäferkamp 36 und nicht kl. Schäferkamp 34 wohnt, und ersuchen wir dieselben, sich bei Geld- oder anderen Sendungen nur dieser Adresse zu bedienen. Der Parteisekretair I. Auer wohnt nach wie vor: Breite- firaße 39, Hinterhaus I, und sind alle Briefe an den Ausschuß unter dieser Adresse einzusenden. Mit sozialdemokratischem Gruß Hamburg, 30. Januar 1375. Der Ausschuß. I. A.: I. Auer, Breitestraßc 39. H. Benneke, kl. Schäferkamp 36. Gewerksgenossenschaftliches. aber gerade in solchen arbeitslosen Zeiten müssen die Arbeiter zum Nachdenken kommen und sich klar werden, daß, so lange die heu- nge Ausbeutung des Menschen durch den Menschen existirt und gesetzlich erlaubt ist, die Lage der Arbeiter niemals eine erheblich bessere werden kann. Arbeiter, wollt Ihr Eure Lage gründlich verbessern, wollt Ihr nicht, daß Eure Kinder gleich Euch ihre Arbeitskraft zu Markte tragen und für ihre Arbeit nur soviel erhalten sollen, wie Ihr, um den Hunger zu stillen und nothdürstig Kräfte zu sammeln, um am Tage frisch für die Arbeitgeber wirken zu können, wollt Ihr, daß Eure Kinder dereinst als Menschen exiftiren sollen, dann benutzt jede Stunde zum Nachdenken. Denkt daran, daß wir Arbeiter die große Mass- deS Volkes bilden und daher auch die Majorität im gesetzgebenden Körper bilden können, sobald wir unser Klafseninteressc erkennen und Männer in den gesetzgebenden Körper wählen, die Gesetze schaffen, wodurch die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt wird. Dann erst, wenn wir so weit gekommen sind, kann der Arbeiter die Arbeit mit Freuden begrüßen, indem er zu dem Ertrage seiner Arbeit gelan- gen wird. Dann auch werden Unglücksfälle, wie der hier An- geführte, nicht so häufig mehr vorkommen, indem man der Ver- nunst in jeder Weise den Vorzog geben wird; deshalb ist eS Pflicht, Arbeiter aller Branchen, gemeinschaftlich Hand in Hand zu gehen, damit die unseligen Mißstände au» der Welt ge- schafft werden. Mit sozialdemokratischem Gruß! Heinrich Groß, Vorsitzender. Gewerkschaft der Schuhmacher. Darmstadt, 20. Januar*). Bor Weihnachten wurden von den Hamburger Collegen Plakate mit ArbeitSnachweise-Bureaux ver- sandt. Ist nun daS an und für sich lobenSwerth, so ist doch der Zweck ein ganz verfehlter, indem sich auch die Herren Arbeitgeber einzuschleichen wußten, so daß z. B. die Dresdener und Frank- surter Adressen auf besagtem Plakat den Arbeitgebern angehören. Wir würden nun ganz gegen unS selbst sein, wollten wir die Pla- kate benutzen. WaS wir von den Arbeitgebern zu erwarten haben, daS wird wohl schon mancher College in Erfahrung gebracht haben, und wir wollen unfern größten Gegnern doch nicht in die Hände arbeiten. AuS diesem Grunde wird College Mädge in Hamburg eS uns nicht übel nehmen, wenn wir, und überhaupt die Schuhmacherge- werkschaft, von diesen Plakaten keinen Gebrauch machen. Mit Brudergruß Im Auftrag: A. M eiset. lich de< Allgemeiner deutscher Schiffszimmerer- Verein. KamCurg.(Die beiden verunglückten Schiffszimmer- leute.) Durch die arbeitslose Zeit und in Folge des Angebots von Arbeitskräften sind die Arbeitgeber oder deren blinde Werkzeuge(MeisterSkncchte, wie wir unsere Vorgesetzten auf der Werft nennen) in den Stand gesetzt, drejenigen Arbeiter, welche in Ar- beit stehen, zu jeder ihrer Handlungsweisen oder Anordnungen in der Arbeit zu zwingen, selbst wenn die größte Gefahr damit ver- Kunden ist, weil ja jeder in Arbeit stehende Arbeiter weiß, daß, fall» er sich den Anordnungen seines Vorgesetzten nicht fügen würde/ ihm seine Entlassung zu Theil würde, und er daher, um die Existenz seiner Familie zu sichern, mit schwerem Herzen den Anordnungen seines Vorgesetzten sich fügen muß. Und gerade in arbeitslosen Zeiten passiren auch die meisten Unglücksfälle. Ein schrecklicher Fall trug sich auch hier in Hamburg zu. Am 14. Januar Morgen» 8 Uhr wurden auf dem Platze der Gebrüder Wencke von Seiten de» WerksührerS die Schiffszimmer- leute, ca. 60 an der Zahl, commandirt. bei der amerikanischen Barke„Eoper", welche in der Dry Docke sitzt, ein Stück Holz, das die Sohle de» Kielschweins bildet, und wohl ca. 50 Fuß lang, 14 Zoll breit und 11 Zoll hoch war, von hinten in den Raum deS Schiffes zu transportiren. Das Holz mußte über die Mauer der DockSthüren gehoben werden, um eS hon hinten in die Pforte des Schiffes hinein zu leiten; mit einer Tailje wurde e» in den Raum gezogen; sobald nun das eine Ende sich im In- nern deS Raumes befand, nahm daS Holz natürlich eine«steile" Richtung an, und zwar so, daß daS Außenende nach oben hing und nun das Holz bei einem leichten Ruck von selbst in den Ranm hineinschlippen konnte! Jedoch wollte es nicht sogleich gehen, vielleicht weil ein unbedeutender Gegenstand daS Holz am Schlippen hinderte. Hierauf commandirte der Vorgesetzte, Herr Weiselhoeft, die Tailje zu verschlagen. ES mußte nun, wenn die Tailje loS sollte, daS Außenende de« Holze« einen festen Gegenstand haben, worauf dasselbe ruhen konnte. Nun wurde von einigen Leuten der Vor- schlag gemacht, starke Schrägen unterzusetzen, damit kein Malheur angerichte würde. Hieraus aber erwiderte der Vorgesetzte Herr Wesselhoest: Setzt nur daS leere Petroleumfaß unter und dann ein paar Blöcke darauf, da« ist genug. Die« geschah; die Tailje wurde dann ver- schlagen, und zwar ungefähr 3 Fuß, so daß beim Anziehen der Tailje da« Holz, wenn fönst keine Hindeniisse in den Weg traten, mit einer ungeheuren Wucht in den Raum hinunterschlippen mußte. Dies fiel besonders den drei Leuten, welche außen auf der Stellage standen, auf(Aeckermann, Garbers und v. Hacht) welche alle drei dicht«eben einander standen. GarberS machte den Vorgesetzten Wcsselhoeft auf daS Gefähr- licke aufmerksam und rieth, einen Stopper auf das Holz zu setzen, der dasselbe vor dem starken Anlauf in daS Innere des Raumes schützt, und fügte noch besonders hinzu, er habe schon einen ähn- lichen Fall aus StülkenS Werft erlebt, wobei auch Leute verletzt wurden. Hierauf antwortete der Vorgesetzte Wcsselhoeft: EO soll kein Stopper aufgesetzt werden, zieht nur die Tailje an, daß eS hineinkommt! Die Tailje wurde angezogen, und siehe da, da» Holz schlippte hinein, ungefähr 5—8 Fuß auf einmal; das leere Petroleumsaß Sing kopfüber mit den beiden Blöcken und fiel auf die drei Leute leckermann, GarberS und v. Hacht, welche außen aus der Stellage standen. Aeckermann und GarberS stürzten in den Abgrund der Docke, und v. Hacht rettete sich nur durch einen glücklichen Griff, indem er mit der linken Hand eine Stange au der Mauer er- faßte, das Leben. Der unglückliche Aeckermann war nach einigen Minuten todt. GarberS starb nach 15 Tagen schwerem Leiden. Seine letzten Worte waren erbittert gegen den Vorgesetzten gerichtet, dem er seine Leiden zu verdanken hatte, weil dieser seinen Rath, wodurch daS Unglück verhindert worden wäre, verachtet hatte. Aeckermann hinterläßt 6, GarberS 5 unmündige Kinder. Es sind dies wiederum Opfer der heutigen Produktionsweise. Von Tag zu Tag tritt das Massenelend immer deutlicher hervor, Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer. ßhemnitz, 30. Januar. In einer von den hiesigen Mitglie- dern abgehaltenen Versammlung kam u. A. der Protest der Leip- ziger Genossen zur Besprechung. ES sprachen alle Redner gegen den Protest, und wurde ich beauftragt, Folgendes durch den „Volksstaat" zu veröffentlichen: Die Mitglieder von Chemnitz erklären sich mit dem Vorgehn der VorortSverwaltung einver- standen. Auch ist die Statutenvorlage besser ausgearbeitet als die der Leipziger Commission. Die Vorortsverwaltung schickte uns die Leipziger Statutenvorlage zu; nachdem wir uns über dieselbe ausgesprochen hatten, scbickten wir selbige zurück mit dem Wunsche, die VorortSverwaltung möchte diese Vorlage nach ihrer Ansicht verbessern. Ueberhaupt konnten ja die Leipziger Genossen vor der Urabstimmung protestiren, als eS nock Zeit war. Warum pro- tcstiren sie erst jetzt? Soll vielleicht wieder Weihnachten kommen, ehe wir mit der neuen Regelung zu Stande kommen? Also, ihr Leipziger Genossen, alterirt Euch nicht so, helft lieber die Agitation befördern, damit wir endlich einmal stark werden. Durch solches Protestiren bestärkt Ihr nur den JndifferentiSmuS. Mit Brudergruß Hermann Knof, Bev. Verein der Sattler und BerufSgenosscn. Aerkitt, 1. Februar. Der Vorstand des Verein» der Sattler und Berufsgenossen fordert die Mitglieder auf, sich darüber aus- zusprechen, wann und wo die diesjährige Generalversammlung (Congreß) stattfinden soll, und spätestens bis zum 1. März Bericht zu erstatten. Auch wäre eS erwünscht, alles Material, als: An- träge rc. an Unterzeichneten einzusenden. C. Henke, Vors., Chausseestr. 24. Monatsbericht der Centralkaffe pro Januar 1375. Einnahme: Von der Mitgliedschaft München Thlr. 14. 13., von Berlin Thlr. 7. 16. Summa Thlr. 21. 29. Ausgabe: Wr Porto und versandte Schriften Thlr. 1. 1., Abonnements für das offizielle Organ„VolkSstaat" Thlr.—, 7. 6., Kafstrer-Gehalt pro Januar 5 Thlr. Summa Thlr. 6. 8. 6. Bilauz: Summa der Einnahme Thlr. 21. 29., der Ausgabe Thlr. 6. 8. 6., bleibt Thlr. 15. 20. 6. Hierzu Bestand pro Dezember Thlr. 77. 13. Bleibt Bestand Thlr. 93. 3. 6. W. Wirths, Kaffirer, Alexandrinenstr. 116. Correspondenzen. Leipzig, 30. Januar. Am 21. und 28. Januar fanden hier geschlossene Versammlungen sämmtlicher Sozialisten Leip- zigs und Umgegend statt, welche die Einigungsfrage auf der Tagesordnung hatten. Die stark besuchten Versammlungen waren einberufen von den Vorsitzenden der drei hier bestehenden sozialdemokratischen Ver- einigungen(„Sozialdemokratischer Arbeiterverein",„Allgemeiner deutscher Arbeiterverein" und„Lassalle-Schulc"). Das Bedürfniß einer Einigung aller Sozialisten Deutschlands wurde von allen Seiten rückhaltslos anerkannt und, wie aus den Ausführungen sämmtlicher Redner hervorging, fehlte es auf keiner Seite an dem guten Willen, sich,— da naturgemäß zusammengehörend,— die Hand zu reichen um vereint zur Verwirklichung unserer Ideale beizutragen.— lieber eine von Liebisch gestellte Resolution entspann sich eine längere Debatte, nach welcher die Resolution, die von einer von der Versammlung gewählten Commission formell etwas geändert wurde, einstimmige Annahme fand. Die Resolution lautet:„Die heute tagende Versammlung der drei sozialdemokratischen Fraktionen Leipzigs erklärt sich im Prinzip für die Einigung aller Arbeiter der sozialdemokratischen Parieren Deutschlands, und erwartet von dem beabsichtigten Congreß, daß er dafür sorge, daß die Einheit deS Prinzips in geeigneter Form zum Ausdruck gelange durch eine Organisation, welcher eine streng sozialdemokratische Centralisation zu Grunde liegt." Hierauf wurde beschlossen, alle 14 Tage eine gemeinschaftliche Versammlung abzu- halten, damit der Geist der Brüderlichkeit unter den Mitgliedern selbst immer festere Wurzel fasse. E. Künzel. H. Dohne. W. Scharfenberg. Zmiista«. Nachdem sich das hiesige AzitationScomitö neu konstituirt hat, ersuchen wir all- Partei- und Gesinnungsgenossen der Ortschaften Marienthal, Brand, Lichtentanne, SchönfelS, Stein, Planitz, Neudörfel, Ceinsvorf, Schedewitz, Friedrichsgrün, Wildenfels und Umgegend sich nächsten Sonntag, als den 7. Febr., Nachmittags 3 Uhr, zu einer Besprechung in der Volkshalle bei H. Dotzauer zahlreich einzufinden. Zweck: Abhaltung von Agi- tationsversammlungen. Im Auftrage des Comitös: Carl Hosmann, Vors. N«rkk«, 21. Januar. Wie die hiesigen Fabrikanten mit den Arbeitern und Arbeiterinnen umspringen, darüber hier ein Bei- spiel: Meine«ir noch nicht angetraute Frau hat für den Fabri- kanten Helbiug, MarkuSstr. 34, Wollengarn auf Rollen gespult in tägliche« Posten � 60 Strähn, wobei mancher Posten eine IZstün- dige Arbeitszeit erforderte, für die e« einen Lohr von 6 Gr. gab. Da nun manche Strähne Garn ganz zerrissen waren und es auch nicht selten vorkam, daß Motten das Garn zerftesseu hatten, so mußte von dieser oder jener Strähne bald mehr, bald weniger abgerissen werden, was auch die Fabrikanten wissen. Ferner wird dem Arbeiter da» Garn auch nicht zugezählt oder zugemessen, sondern zugewogen, wa« zur Folge hat, daß das Garn nach Ge- wicht wieder abgeliefert werden muß. Letzterer Umstand nun brachte meine zukünftige Frau in gerichtliche Collision mit dem Fabrikanten Helbing, dessen Werkführer behauptete, an einem Posten fehlten bei den einzelnen Strähnen mehrere Ellen, obgleich das Gewicht stimmte. Die Klägerin, die für das Spulen von 5 Posten Garn 1 Thlr. verlangte, wurde vom Gericht abgewiesen und zur Tragung der Kosten verurtheilt, weil der Werkführer und ein Kettenscheerer an EideSstatt erklärten, die Klägerin babe einen Posten Garn von 60 Strähnen erhalten, von denen jede 1000 Ellen zählen sollte, aber 300 Ellen weniger enthielt, durch welchen Abfall der Lohn hinreichend gedeckt sei. Zieht man nun in Erwägung, daß die Strähne Garn(Streichgarn) mit 1000 Ellen angerechnet ist, dieselbe jedoch nur im rohen Zustande 1000 Ellen halten soll, was jedoch nur selten der Fall ist, so ist, wenn wollneS Garn gefärbt ist und beim Färben gekocht wird, eS natürlich, daß dann von 1000 Ellen keine Rede mehr fem kann, was ein jeder Weber weiß und ein Werkführer wissen muß. Ferner muß ein Ketten- scheercr wissen, daß nicht eine Rolle so lang läuft wie die andere, und sonach wäre es nöthig gewesen, daß der Richter einen Sach- verständigen zugezogen hätte und Albrecht und Simon nicht schwören ließ. Erwägt man nun ferner, daß Atbrecht beschworen hat, daß meine Frau 60 Strähnen Garn erhalten hat, dieser eS ihr aber nicht gegeben hat, sondern ein gewisser Scholz, welcher nicht al» Zeuge angegeben ist, und daß ferner beim ersten Termin der Klägerin 10 Groschen von Albrecht bewilligt worden sind, so kann man sich ungefähr denken, wie die Sache, steht. Noch muß ich bemerken, daß ich bei dem letzten Posten, den ich selber zählte, sieben Strähne mehr vorfand, und wiederum bei.anderen fehlten eioige Strähne. Der Werkführer selber gab der Klägerin gegenüber zu, daß man das nicht so genau kontroliren könne, und doch hat er geschworen. Mir scheint, als ob die ganze Angelegenheit spruchreif für den Staatsanwalt sei. M. Schmidt. Alm. Die hiesigen Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins und der sozialdemokratischen Arbeiterparrei be- grüßen mit Freude die angestrebte Vereinigung und wünsche», daß dieselbe sich baldigst vollziehen möge! Seid einig! einig! einig! I. A.: K. Dietrich. L. Reisbach. Weichenverg in Böhmen. In unserem„allersreiesteu" Staats- grunvgesetze, auf welches bekanntlich die Staatsbeamten, ergo auch die Staatsanwälte, beeidet werden, befindet sich auch der Artikel 13, welchen ich spaßeshalber zitiren will. Dieser Artikel 13 lautet: „Jedermann hat daS Recht, durch Wort, Schrift, Druck oder durch bildliche Darstellungen feine Meinung innerhalb der gesetz- lichen Schranken frei zu äußern". Will nun irgend ein So- zialdemokrat seine Meinung frei äußern, so werden die„gesetz- lichen Schranken" so verdammt enge gemacht, daß diese„freie" Meinung„innerhalb" derselben keinen Raum hat. Da un» durch diese Kautschukschrankeu, welche die Eigenschaft haben, sich bei der Aeußerung der„freien" Meinung irgend eines„guten Patrioten", der da gottlästerlich auf Pfaffen oder Sozialdemokraten schimpft, fürchterlich zu dehnen, hingegen bei der Meinungsäußerung eine» Sozialdemokraten entsetzlich zusammenzuschrumpfen— die Möglich- lickkeit benommen ist unsere Meinung zu äußern, müssen wir unsere Zuflucht zu den deutschen Parteiblättern nehmen, welche trotz Stieber, Tessendorf, Bismarck rc. doch noch etwas freiere Bewegungen machen können. Die Folgen des unerhörten Schwindel«— welcher„Geschäfts- krise" getauft wurde— sind hier eben so fühlbar wie im heiligen preußische» Reiche, deutscher Nation. Hier wie dort sind es die, dieser„GeschäftSkrisc" unschuldigen, Arbeiter, welche für die an •) Unlieb verspätet. R. d. V. Sünden Anderer büßen müssen. Hunderte von Arbeitern— welche sich in der guten Zeit Tag und Nacht plagten, um recht viel Werthe zu schaffen und die Fabrikanten recht schnell reich zu machen— sind jetzt brodloS. Taufende müssen für einen Hunger- lohn arbeiten unv müssen sich oft eine Behandlung gefallen lassen, welche der erste beste Jagdhund nicht ungestraft hinnehmen würde. Die Fabrikanten wollen ihren Untcroehmergewinn so ungeschmälert, als nur immer möglich ist, einsacken; da der Profit bei schlechtem Geschäftsgänge kein so großer ist wie bei einem„flotten" Geschäfts- gange, wird, um diesen„Profit" möglichst in die Höhe zu schrauben, zu dem bewährten Mittel gegriffen, welches Lohnreduktion heißt. ES ist gar nichts ungewöhnliches mehr, wenn man hört, daß hier oder dort die Arbeiter 2 fl. 5V kr. bis 3 fl., nota bsne öfter- reichische Papiergulden, per Woche„verdienen". Ja es giebt We- der, welche mit 1 fl. 50 kr. und mit noch weniger pro Woche vor- lieb nehmen müssen. 1 fl. 50 kr. sind aber, wenn mau daS Sil- beragio rechnet, nicht ganz 3 Mark. Daß die armen Leute bei einem solchem Hundelohne nur auf Kartoffeln und eine Brühe angewiesen sind, welcher der Ehrentitel„Kaffees beigelegt wird, brauche ich hier nicht zu erwähnen. ES giebt Familien, wo wochen- lang kein Bsssen Fleisch im Hause gesehen, geschweige denn ge- gessen wird. Dies kümmert aber selbstverständlich unser- Herren Fabrikanten, GcsetzeSgeber und�GeseyeSwächter v-iflucht wenig, sie leben in clulci jubilo ruhig weiter und sind eifrig bemüht» dem Volke, wenn es über seine Roth klagen will, Pflaster auf den Mund zu kleben, damit daS arme Volk durch seine Klagen die Ruhe dieser Herren nicht störe. Am 14. Mai 1369 wurden die„Völker Oesterreich»" mit dem Gewerbegerichtsgesetze beglückt und es wurden auch in Wien und Brünn Gewerbegerichie errichtet. Da Reicheuberg eine bedeutende Fabrikstadt ist, da Tausende von Arbeitern sowohl in der Stadt, wie auch in der Umgebung beschäftigt sind, sollten die Segnungen des GewerbegericheeS, auch dieser„zweitgrößten Stadt", des„alle- zeit getreuen"„Königreichs" Bödmen zu Gute kommen. Die Wahlen wurden ausgeschrieben. Obzwar wir unS verflucht wenig von einem derartigen Palliativmittel versprachen, wollten wir doch unsere Kräfte messen und sehen, wie daS arbeitende Volk zu wählen versteht. Es wurden daher zwölf Eandidaten aufgestellt, welche mit einer überwiegenden Majorität gewählt wurden. Diese Ge- «erbegerichtSwahl, welche deutlich bewies, wer mehr Sinn für das politische Leben hat und seine Rechte zu benutzen versteht, mochte aber unseren Stadtvätern Kopfschmerzen verursachen, und da die meisten dieser Stadtväter auch Fabrikanten sind, und ihr»heilige« Recht" gefährdet sahen, steckten sie die Köpfe zusammen und san- ncn auf Mittel, die Organisation dieser bösen Sozialdemokraten zu durchbrechen, um auch für alle künftigen Zeiten das Heft in der Hand zu behalten. Dies war aber keine leichte Arbeit, denn diese verdammten»Dezimalsozikraten" waren lauter anständige Leute, welchen weder Magistrat»« noch sonst eine Behörde auf den Leib rücken konnte; diesen Eigenthums-, ReligionS-, Staats- und Kamilicnvermchtern konnte weder Raub noch Diebstahl vorgeworfen «erden. Doch, wer sucht der findet, steht in der Bibel; Ma gistratuS suchte und fand unter den Zwölfen richtig einen Misse Säter. Dieser Mensch, Albrecht ist sein Name, hatte nichts Ge- ngcreS verbrochen, als im September 1873 in einer Versamm lnng im benachbarten Franzendorf eine geredete Rede geredet. Da er die Frechheit hatte, in dieser Rede die Wahrheit zu reden, «urde er,»nach Fug und Recht", vom Staatsanwälte beim Kra- gen genommen und mußte im Januar 1874 vier Wochen brum- men, natürlich»nach Fug und Recht". Diese Brummerei sollte dem MagistratuS zu Nutzen kommen, sollte daS Geschoß bilden, mit welchem derselbe in die fest ge- schlossene Phalanx der bösen Sozialdemokraten eine Bresche schießen wollte. FlugS wurde die„Gemeindeordnung", welche aus der schwärzesten Reaktionszeit, dem Jahre 1860 stammt, hervorgesucht, der§ 28 in Anwendung gebracht und Albrecht auf„Grund" diese«§ 28 aus Reichenberg für„immer und ewig" ausgewiesen. Dieser famose§, auf welckien sich MagistratuS berief, lautet aber: »Fremden kann, wenn sie sich über ihre Zuständigkeit durch einen nicht erloschenen Heimathschein ausweisen, so lange sie sich ent- sprechend verhalten, und die Mittel zu ihrer Erhaltung de- fitzen, der zeitliche(nicht der ewige) Aufenthalt in der Gemeinde von derselben nicht verweigert werden". Diesen H suchte MagistratuS hervor, stäubte denselben fein säuberlich ab und führte ihn ins Feld. Weshalb die hochgelahrten E— hrenmäuner den Albrecht nicht sofort„ausgewiesen" haben, als sie die Entdeckung machten, daß derselbe durch die geredete Rede und die, durch die- selbe veranlaßte Brummerei, sich nicht mehr„entsprechend ver- halten" hat, ist uns ein Räthfel. Wäre Albrecht nicht ins Ge> «erbegericht gewählt worden, hätten die Zöpfe des RathhauseS nicht daran gedacht, ihn auszuweisen. Daß Alvrecht bloß deshalb ausgewiesen wurde, um die Majorität des GcwerbegerichteS den Fabrikanten in die Hände spielen zu können, beweist Folgende«: Am 10. Januar fand die Angelobung der GewerbcgerichlSmit- glieder statt. Unser allverehrter Stadtvater, dem die Sorge für daS»Gemeindewohl" bereits den fiadtväterlichen Rücken gekrümmt hat, war selbstverständlich zugegen. Die Angelobung hatten nur 23 Mitglieder zu leisten, da Albrecht durch seine Ausweisung aus Reichenberg als aus dem Gewerbegerichte ausgeschieden S betrachten sei. Bei dieser Angelobung ging e« wieder recht ön her, hier war wieder recht deutlich zu sehen, wer politisch reis und wer nicht„ganz reif" ist. Die Mitglieder des GcwerbegerichteS kannten daS Gesetz und konnten nicht nur de» Fabrilanten, sondern auch dem Allverchrten mit aufwarten. Die Vertreter der besitzenden Klaffe hingegen, kannten nicht nur die einzelnen Zß, sondern daS ganze Gesetz nicht. Sie mußten sich die Taschen- auSgabe deffelben, welche fast jeder der Vertreter der Arbeiter in der Tasche hatte, ausborgen, mußten erst nachfragen, wo„so Et- wa<" zu kaufen wäre jc. Selbst der Herr Bürgermeister war im Gesetze nicht sattelfest und mußte sich— von Sozialdemokraten belehren lasten. Die Angelobung leisteten, wie gesagt, 23 Mit- glieder und zwar 12 Fabrikanten resp. Beamte und 11 Arbeiter; durch ein solche« Vorgehen ist aber das Gewerbegericht Werth- und zwecklos geworden, denn, wenn die Fabrikanten� 12, die Arbeiter aber blo« 11 Stimmen haben, so werden Letztere von Elfteren stet« überstimmt, sie sind blo« die Marionetten, um dem Ding „Geweibegericht" den Anschein zu geben, als würde unparteiisch gehandelt. Wie die Bourgeoisie da» von ihr selbst geschaffene Ge- setz achtet, wenn eS gilt einen Bortheil zu erreichen, beweist Fol- gendeS zur Genüge: Im GewerbegerichtSgesetze heißt eS Z 7 ausdrücklich, daß das Gewerbegericht zur Hälfte auS Arbeitgebern und zur anderen Hälfte aus Arbeitern bestehen soll. Wenn 23 Mitglieder sind, so ist 12»nicht die Hälfte" und 11 nicht „die andere Hälfte". Bürgermeister, Mogistrat und Staatsanwalt reichten sich brüderlich die Hände, um diese GesetzeSverletzung, diese Gesetzesübertretung zu Stande zu bringen, und doch ist Niemand von den Leuten zur Verantwortung gezogen oder eingesperrt worden. Der Magistrat hals zu dieser GesetzeSverletzung, indem er ohne jeden Grund, bloS um da« Gewerbegericht zu Gunsten der Fabrikanten zn gestalten, Albrecht auswies, der Bürgermeister, indem er die Gefetzesparagraphen, welche ihm von den Soziaide- mokraten in Erinnerung gebracht wurden, ignorirte und die An gelobung der Mitglieder gegen den klaren Wortlaut des§ 7 vor- »ahm. Und der Staaisauwalt? Nun wir werden uns mit diesem Herrn auch etwa« beschäftige». In Nr. 1(irrthümlich Nr. 15) deS „Arbeiterfreund" sollte daS Borgehen de« Magistrats besprochen werden. Man berief sich hier bloS auf das Gesetz und forderte auch von den Behörden Achtung vor dem Gesetze. Der Staats- anwalt in Prag mußte jedoch Wind haben, denn er konfiSzirte die ganze Auflage. In Nr. 2 deffelben Blattes kam die Ange- legenheit nochmals zur Sprache und die Auflage wurde wieder konfiszirt. Hat eS hier nicht den Anschein, als ob der StaatSan- «alt bemüht gewesen wäre, vor der Confiituirung deS Gewerbe- gerichteS nichts in die Oeffentlichkeit gelangen zn lassen, was der Sache hätte schaden können? Wenn die Herren das Gesetz nicht achten, wenn sie mit dem Ardeiterstande so schnöde verfahren und demselben die wenigen, kaum nennenSwerthen, Rechte auf eine so Semeiue Art au« der Hand winden wollen, dann könne» wir den Irbeitern keinen besseren Rath ertheilen, als gar nicht witzuthun, mögen die Herren selbst»Gewerbegericht" spielen. In ungleicher Zahl find die Arbeiter immer die gefoppten, sind sie die Marionetten der Fabrikanten. Also Arbeiter! verlangt entweder die strenge Befolgung de«§ 7„zur Hälfte" und„zur andern Hälfte" oder thut elnfach nicht mit.__(Schluß folgt.) Ben der Buchhandlung des„Volksstaat" ist zu beziehen: Kedel» Unsere Ziele. 4. Auflage...... Mark—. 25 Becker, B., Der alte und neue Jesultismu»......—.60. —— Briese deutscher Bettelpatrioten. I« 5 Lief.&...— ,75. -- Reaktion in Deutschland gegen die Revolution v. 1848. 2. 25 -- Mißbrauch der Nationalitätenlehre....... 1.— -- Rational-ökonomische Raketen.........—.60. -- Geschichte der Arbeiterbewegung Ferdinand Laffalle'». 5-6 Lief, ä..............-. 60. -- St. Fourier...............—.30. Becker» I. PH., Wie und Wann?....... Mark 2. 7. -- Geschichte der süddeutschen Mai-Revolutiou.... 6.—. -- Borbote. Soz.-pol. Monatschrift.(6 Jahrgänge, 1866-1871).............. 9.—. -- Neue Stnnden der Andacht(Satire) ca. 20 Lief, k.—. 20. Bl», W., Zur Geschichte der Commune von Pari»....—. 25. -- Unsere Preßmstande............—.20 Bracke, W., Der Lassalle'sche Borschlag........—.50. Boratlau, Religion und Sozialismus........—.50. 16, 1. «hrisleathum und Losialiimu«. Eine religiöse Polemik Der Braunschweiger Ausschuß der sozial-demokraiischeu Ar« beiterpartei in Lötzen und vor Gericht 1871.... Der Ieitgeilt................ Die dritte Niederlage de« ftanzöfischen Proletariat«.... Die Parlamentarische thStigKeit de» dentschm Reichstag««nd der Landtage und die Sozialdemokratie...... Die Boldoschulen und die Lage der Lehr« in der Provinz Preußen Bießgen, Rational-Oekonomische«.......... —— Die bürgerliche Gesellschaft......... -- Die Religion der Sozialdemokratie. 6 Kanzelveden. -- Da« Wesen der menschlichen Kopfarbeit..... Donai, Dr., ABC de« Wissen« sür die Deukeuden.... «ichtzoff, Int. Arb.-Assoziaiion.......... «ugel,, F., Zur Wohnungsftage. 3 Hefte...... -- Die Bakunisten au der Arbeit........—. 15. -- Der deutsche Bauernkrieg..........—.50, Erinnerung an die letzten Maitage 1871(Gedicht)....—. 5. Zreund, L., Thaten und Namen..........—.80. -- Titauen u. Pygmäen........... 4. 80. «eiler, Die Forderungen des Sozialismus au Gegenwart und Zukunft..............—. 50. 1. 25. 25. 25. 15. 15. 5 10. 20. 50. 15. 50. 45 2.-. -. 3. —. 60. «eneralabstimmunzsliste de« deutsch. Reich»tag«». 1867-73 Hastpstichtgesetz vom 7. Juni 1871......... Hepner, Ad.» Meine 3>/�ährige Leipzig« Polizeicampagne Herr Böhmert und seine Fälschungen der Wissenschaft, be- gangen in seinem Buche:»Der Ssziali»mu« und die Arbeiterfrage"........... Hillmanu, Die internal. Arbeiier-Affoziaiion 1864—71, ihre Geschichte, Programm und Thätigkeit...... —— Praktische Emanzipationswinke........—.15, Hirsch, Die angeblichen sozialen Theorien und die«irklichen Bestrebungen de« Herrn Bakunin.......—.20. Namexsassruf! In Sachen dn Expedition schulden auf wiederholte Mahnung, Ant« wort oder genügenden Bescheid: