Erschein! in Leipzig Mittw»ch,Freitag, Soäntaz. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- Jungen desJn-u.Buslandes. Fllial-Expedilioncn für die Bereinigten Staaten: F. 3l. Sorge. Box 101 Hodoken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and «oates str. Philadelphia. Abonncments;>rkis für ganz Deutschland l M.K0Pf. pro Quartal. Monats-AbounementS werden bei allen deutschen Pvstanpalten auf den Li � u. 3len Monat und auf h, � llten Monat besonders e genommen; im Kgr. Sach� tu u. Hrzglh. Sachs.-Altenbe auch aus den Iten Monat t-. i Quartals a 64 Pf. Organder sozialdemotratischenArbetterpaneinnd der internattonalenGeverksgenossenschaften. Zuserate, die Lbhaltuvz von Part-i-, Verein«, and Bc�ktsersammluugm, sowie dl« Ftiial- Srfeditioueu und sousttge Partei»Augelezeuheiteu betreffend, werden mit 10 Pf., Anzeigen mit 25 Pf. die dretgespaltme Petit-Zeile berechuet. 18. Sonntag, 14. Keßruar. Privat» und Bergnügung«- 1875. Zur Lage der Bergarbeiter. Zwickau. Eben so wie alle industriellen Geschäfte und Unter- »ebmungeu seit dem Jahre 1871 eine ungewöhnlich überspannte Thäligkeit entwickelten, eben so geschah es hier bei unserer Kohlen- iudustrie, welche sich seit jener Zeit zu einer nie geahnten Höhe emporschwang. Aber wie voranSzuseheu war, ist überall ein Ruck- gang, eine GesckäftSlrisiS dieser in den meisten Braucken über- spannten Thäligkeit gefolgt. Dieselbe hat natürlicherweise auch die hiesige Kohlenindustrie mit berührt, doch kann man hier weit wem- ger von einer KrisiS reden, als vielmehr nur von einem Zurück- gehen auf eine normale BafiS. Die Kohlenpreise sind im Ganzen kaum nennenSwerth gefallen, waS alle Kohlenconsumenten, nament- lich solche, welche in kleinen Quantitäten zu kaufen geuötbigt sind*), bestätigen werden. Dagegen finden sich überall Anzeichen, welche darauf hindeuten, einen etwaigen Auefall der Einnahme auf die Arbeiter abzuwälzen. Man benutzt den etwas flauen Geschäfts- gang dazu, um die Gedinge herabzudrücken, wohl wissend, daß der Arbeiter bei solchen Zeiten noch mehr gebunden und zu schweigen genöthigt ist. Wehe dem, der auch nur Miene macht zur Opxosi- tion; er fliegt hinaus, arbeit«- und brodloS. Dieser Umstand erinnert unwillkürlich an die Katastrophe von Charleroi im Musterstaate der Manchestermänner, in Belgien, im März 1868, wo durch eine Coalition der Grubenbesitzer die Kohlenpretse hinauf getrieben wurden, und als die Consumenten in Folge dessen sich genöthigt sahen, andere Quellen aufzusuchen, um die Ausbeuter fitzen zu lassen,— waS thatcn da die Gruben- Verwaltungen? Um die Dividenden nicht vermindern zu müssen, wurde bestimmt, die Arbeitslöhne um IV Prcc. herabzusetzen und dazu statt 6 nur 4 Tage in der Woche arbeiten zu lassen. Da« war für die durch hohe Lebensmittelpreise in Folge zweier Miß- ernten schon ohnehin gedrückten dortigen Arbeiter doch zu viel. Die Unglücklichen, Halbverhungerten eryoben die Fahne des Auf- ruhrS, und blaue Bohnen waren die Speise, die ihnen von dem gegen sie anrückenden Militär geboten wurden. DaS war Staats- Hilfe nach dem Princr'p der dortigen Manchestermänner. Sind die hiesigen Zustände auch noch nicht derartig ange- spannt, so ist doch seit einem Jahrzehnt die Kluft zwischen Ar- beitern und Arbeitgebern immer größer geworden, je mehr daS Capital angewachsen ist. Glauben wir auch annehmen zu dürfen, daß sich unter den hiesigen Bergarbeitern nicht einer befindet, der der Bahn jener Unglücklichen zu folgen bereit wäre, so kann doch Niemand wissen, wohin die Roth zu treiben vermag. Ja, werden »nS die Sparapostel eutgegenrufen, warum haben denn die Ar- bester in guten Tagen nichts zurückgelegt? Wann, fragen wir, waren denn jene sogenannten guten Zeiten? Glauben etwa die terren Grubenbesitzer oder Dividenden einsackenden Actionäre, der rbeiter sei in der glänzenden Periode eben so gut gefahren, als Sc? Es mögen Ausnahmefälle stattgefunden haben bei einzelnen rbeitern: im großen Ganzen aber haben wir nicht bemerken können, daß die Arbeiter sich besser genährt oder gekleidet, oder besser gewohnt hätten. Oder fragen wir die Lehrer in unseren Schulen, ob die Arbeiterkinder besser gekleidet oder beschuht die Schule besuchten? Oder die Aerzte, deren Beruf sie oft au die Stätten de» Unglück« führt, ob sie der Unglücksfälle, der Roth und Krankheit weniger fanden in den Wohnungen der Arbeiter, als sonst? Sie werden entschieden mit«Rein- antworten müssen, wenn ihnen nicht etwa ihre gesellschaftliche Stellung Schweigen, vm keinpn Mißton in ihre Kreise zu bringen, auferlegt. Einige wenige Zahlen werden genügen, um nachzuweisen, welche kolossalen Reichthümer in den letzten Jahren hier zusammenge- flössen sind. Der Kohlenversandt au« hiesigem Becken wird zum weitaus größten Theil durch hiesigen StaatSbahnhof vermittelt; v»u demselben sind, so weit un« bekannt, in den letzten Jahren durchschnittlich täglich etwa tausend Wagenladungen a 10 Karren dersandt worden. Rechnet man pro Karren nur 1 Thaler Rein ertrag mehr, alS in früheren Jahren(wo auch schon sehr erheb licht Dividenden erzielt wurden), waS aber im Durchschnitt noch diel zu niedrig erscheint, so ergiebt sich jährlich ein Mehr von WiudefienS 3'/« Millionen Thaler; im Ganzen wird die Summe dv» 3 Millionen Thalern durchaus nicht zu hoch gegriffen sein. Dem gegenüber ist es mindestens ungerichtfertigt, einen er- höhten Druck auf die Arbeiter auszuüben. Aber der Appetit kommt beim Essen und je mehr man hat, desto mehr man will. Die Grundsätze der Bourgeoisie sind überall dieselben: Kaufe die Ar beitSkraft so billig wie möglich und»erkaufe da« Produkt oder Crzeugniß dieser Arbeitskraft so theuer alS möglich; der Ucber jchuß bildet den sogenannten Entbehrungslohn. Und was thuo die est Arbeiter gegenüber diesen Zeichen der Zeck? Biete zehn gleich- »iltig vorüber, Andere beachten sie nicht, obgleich ste dieselben kennen, und nur ein kleiner Thleil ist eS, welcher wieder und immer wieder ruft: Arbeiter, Bergarbeiter, organiflrt Euch! (Erimmiischaucr Bürger- u. Bauernfteund.) 1 )] 21 V- 21 9 B« e- «- »I ri g' Politische Uebersicht. — Prozentpatriotismus. Seitdem die Geschäfte stocken, scheiut auch der Patriotismus unserer Rational- Miseradeln, die sich al» die Elcke unseres Denkervolkes ausgeben, in's Stocken ge- Mthen zu sein. Trotzdem schwungvolle Aufrufe in'S Land gestreut *) Beim Detailverkauf, namentlich im Sohlengeschäst, läßt sich der kiegel nach ein Fallen der«n prss- Preise nur, wenn e« sehr dedeMend si,»ud dann ersi verspätet und in sehr reduzirter Form bemerken. R. d. B. wurden, trotzdem die„alte Mamsell-„Gartenlaube- dem deutschen Philister auf den Busch klopfte, will doch das nöthigc Geld für das„Nationaldenkmal auf dem Niederwald- nicht lustig fließen. Um dem abzuhelfen, wendet man sich nun an Deutschlands Söhne im Waffenrock, welche ohnehin schwerer mit„Nickel- als mit Gold beladen sind. So schreibt man uns aus Hamburg, daß dort neuerdings fämmtliche Compagnien des zweiten hanseatischen Infanterie- Regiments um Beiträge für das„Nationaldenkmal- er- sucht wurden. Auch die«kleinste Gabe-, so wurde erklärt, wäre willkommen. Die Soldaten sämmllicher Compagnien schwiegen und behielten ihr Geld. Nur in einer einzigen Compagnie kam eS zum Sammeln, waS etwa 12V Schillinge einbrachte. Hoffentlich wird auf diesem„nicht mehr ungewöhnlichen Wege- miliiärischer Intervention das Niederwald-Denkmal zugleich ein Zeichen jener Opfcrfreudigkeit, welche dem Prozentpatriotismus als seidene Schnur dereinst in ein besseres Jenseits verhilft. — Zur Käuflichkeit der Presse. Ein Correspondent der „Frankfurter Zeitung- fragte vor einigen Tagen, warum die in der Anklage gegen Ofenheim erwähnten Dokumente, welche die Kärflichkert eines TheileS der Wiener Journalistik koustatircn sollen, von der Staatsanwaltschaft noch nickt zur Verlesung ge bracht worden, und er drang gleichzeitig darauf, daß die« nach- träglich geschehe. Demselben Blatte schreibt nun ein anderer Corre- spondent in Bezug hierauf: Die Verlesung wird, trotzdem Ihr Correspondent im Sinne vieler Taufende sprach, unterbleiben, und zwar einfach deshalb, weil der Herausgeber des am meisten cowpromittirten, Ofenheim zunächst stehenden Blattes dem Mini- stecium erklären ließ, daß, wenn seine Privatbriefe an Ofen- heim veröffentlicht würden, er sich genöthigt sähe, die Privatbriese einiger Mitglieder de« CabinetS Auers- perg zu veröffentlichen, welche dieselben zur Zeit Hohenwart« an seinen vnstorbenen Collegen geschrieben und welche sich über Kaiser Franz Joseph in mehr als despektirlicher Weise äußern sollen.(Vermuthlich stehen in den betreffenden Briefen noch eom- promittircndere Dinge, als— unvorsichtige Acußerungen über den Landesherrn. Bekanntlich wurde die NichtVeröffentlichung eines Th-iles der Bismarck', chen Briese im Prozeß Arnim auf ähnliche Ursachen zurückgeführt.) —«Humanisirung deS Krieges-. Die bekannten Ab- machungen des von Rußland infzeuirten„internationalen Eon- gresseS- zu Brüssel werden von dem englischen Minister deS AuS- wältigen in einer Note wie folgt charaklensirt: „Eine sorgfältige Erwägung der ganzen Sache hat Ihrer Majestät Regierung überzeugt, daß eS ihre Pflicht ist, im Namen Großbritanniens und seiner Alliirte» in irgend einem künftigen Kriege jedes Projekt für die Aenderung der Prinzipien des Völker- rechts, nach denen dieses Land bisher handelte, entschlossen zu ver werfen, und vor Allem sich zu weigern, Theilhaberin irgend einer Uebercinkunft zu sein, deren Wirkung sein würde, An- griffS- Kriege zu erleichtern und den patriotischen Widerstand eines angegriffenen Volkes lahm zu legcn.- Natürlich hat die englische Regierung den Beitritt abgelehnt, eben so wie die Regierungen Belgiens, Hollands, Dänemarks, Schwedens und der Schweiz. Daß die preußisch- deutsche Re- gierung für die betreffenden Abmachungen schwärmt, verst-ht sich von selbst. — Der Klassenkampf in England. Der große Lockout in SüdwaleS dauert fort. Die Zahl der koalirten(verbündeten) «Herren-, welche die Aussperrung in Szene gesetzt haben, beträgt SV, mit einer jährlichen Kohlenförderung von zusammen 12 Mrl- honen Tonnen; der Coalition nicht angehärig sind bloß 12 „Herren-, in deren jährlich etwa 4 Millionen Tonnen Kohlen liefernden Gruben auch sortgearbeitet wird.*) Ausgesperrt sind im Ganzen an 12V, VVV Arbeiter. An Friede ist vorläufig nicht zu denken; die Merster haben jeden Gedanken an ein Schiedsgericht von sich gewiesen.— Bergangenen Donnerstag hielt Hallidoy, der Präsident der Assoziation der Bergleute(welche die Ausgesperrten bekanntlich nicht unterstützt, weil der anfängliche Strite ohne Ge- nehmigung der Gewerkschaft— Assoziation— begonnen worden), in Merthyr, in SüdwaleS, eine Rede, in welcher er da« Ver- fahren der Arbeitgeber einer eingehende« Besprechung unterzog. Die Arbeitgeber hätten, so sagte er, bi« jetzt stets Alle« vermieden, waS zu einem Conflikt führen konnte, und er habe gehofft, daß der Strike von 1873 der letzte Zusammenstoß gewesen sei, allem die Eigenthümer, welche anfangs an die Prinzipien der Assoziation nicht glauben wollten, hätten jetzt, nachdem sie selbst zu einer Union zusammengetreteu, einen sehr feindlichen Geist gezeigt. Statt die Delcgirten vou ihrem Vorhaben zu benachrichtigen, hätten ste einfach den Arbeitern mitgetheilt, daß eine Lohnreduktion beschlossen sei. Bon einem Schiedsgerichte wollten sie nichts wissen und beriefen sich einfach auf ihre Bücher, welche den Stand des Handels besser erklärten als die Preislisten der Gewerk-Journale. Die Arbeiter erklärten sich zur Annahme der Reduktion bereit, wenn man ihnen den Beweis liefere, daß die von den Arbeitge- bern erwähnten Zahlen richtig seien. Noch ehe darüber eine Dis- kussion stattgefunoen, hätten die„Herren- eine Lohuverminderung von IV�Prozent beschlossen. Halliday theilte dann mit, waS er rn der Sache gcthau. Irr einer Unterredung erklärte Sir George Elliot, einer der größten Grubenbesitzer, daß er, Elliot, nichts ge- gen ein Schiedsgericht habe— allein ob er etwas zur Durch- führung desselben, wie er versprochen, gethan habe, wußte Hallidah nicht anzugeben. Einen Vorschlag, die Sache jetzt zur Erledigung zu bringen, machte derselbe nicht.«Sein(Halliday's) Einfluß auf die Arbeiter scheint durch die letzten Ereignisse sehr gelitten zu haben-, bemerkt der(den englischen Gewerkvereins führern sehr fteundlick gesinnte) Correspondent der„Frankfurter Zeitung". Diese Jmpoputarität ist sehr erNärlich, und, mag Halliday auch statutengemäß recht gehandelt haben, indem er die Unterstützung der Waleb'schen(„Wälschen- englisch Welsh oder Welshmeu) Ausgesperrten verweigerte, so unterliegt eS doch keinem Zweifel, daß er die Arbeiter über die Maiht der Gewerkschaft ge- täuscht hatte. Und daS nämliche gilt von den übrigen Führern der englischen Gewerkschaftsbewegung. Die gegenwärtige Krise wird zwar nicht zu dem Untergang der Gewerkschaften führen, wohl aber zur Zerstörung der Illusionen über dieselben, und folglich auch zur Zerstörung des Einflusses der Personen, welche diese Illusionen genährt und von ihnen gelebt haben. — AuS Wien erhalten wir folgendes, auch anderwärts zu berücksichtigendes„Mahnwort an alle Aeltern und Vormünder, besonder« an die der slavischen Provinzen-: Wer dem LshrlingSwesen in Oesterreich einige Aufmerksamkeit widmete, mußte zu der Ueberzeuguug gelangen, daß hier in dieser Beziehung Abhilfe Roth thut; denn gerade in Betreff der Lehr- lingsfrage wurde bis jetzt das Wenigste gethan, als würde eS nicht im Interesse des Staate« liegen, eine tüchtige intelligente Arbeiter- fchaft heranzuziehen; so lange aber der Lehrjunge nicht vor Ueber- anstrenzung und Ausbeutung von Seiten feines Lehrherrn geschützt wird, so lange man nicht darauf bedacht ist, mit aller Energie dahin zu wirken, daß der angehende Arbeiter geistig und sachlich gebildet werde, und daß der heute noch so sehr grassirende Lehr- jungen-, daher Menschenhandel abgestellt werde, welcher e« einem jeden, oft ganz unbcfähigten, rohen und gewissenlosen Meiste« möglich macht, sich häufig einer Anzahl Lehrjungen zu versichern, und die schutzlosen, jungen Leute geistig und köiperlich zu Grunde zn richten und ste für die Zukunft unglücklich zu machen, so lange, sagen wir, derartigen Zuständen nicht von Seiten der Behörde einerseits und der Aeltern und Vormünder andererseits ein gebie- terischeS„Halt- zugerufen wird, wird die Arbeiterschaft in ihrer Majorität auch nicht jenen wohlthätigen Einfluß auf die indu- striellen Verhältnisse ausüben können, welche von so großer Wich- tigkeit, ja unentbehrlich für daS Blühen und Gedeihen der Industrie und des Handel« ist. Aus diesem Grunde richtet der Ausschuß deS„Fachvereins der Buchbinder ,c.- in Wien an alle Aeltern und Vormünder, und besonder« an die der slavischen Provinzen, da» Ansuchen, wen» ihnen da« Wohl ihrer Söhne am Herzen liegt, vorsichtiger bei der Wahl eines Geschäfte« und Lehrherrn zu sein, al« die« bi» heute der Fall war; hauptsächlich möchten wir aber abrathen, einem Knaben daS Futteralmachergeschäft lernen zu lassen, welches sich heute in einem gewiß traurigen Zustande befindet, und durch die in den Strafhäusern erzeugten Futteralarbcckeo, sowie der Unzahl Lehrjungen, welche dieses Geschäft erlernten, so ruinirt wurde.— E« ist leicht erklärlich, daß in einer Werkstätte, wo sich vielleicht sechs Lehrjungen befinden, wie e« bei den Fntteralmachern i» Wien nicht selten vorkommt, diese in geistiger und sachlicher Be- ziehung nicht jene Ausbildung erlangen könne», welche zu ihrem gortkommea unbedingt nothwendig ist. Die jungen Leute sind, nachdem ste 4— 5 Jahre ihrem Lehrherrn al» AuSbeutungSmittel gedient, bemüssigt, sich dann einen anderen Erwerb zu suchen, um kümmerlich genug ihr Leben fortfristen zu können. Wir wolle» die Spalten dieser Zeitung nicht zu sehr m Anspruch nehmen, um im Etnzelnen auf die Leiden der Lehrjungen einzugehen, und wollen hoffen, daß das hier angeführte einer gerechten Würdigung unterzogen wird. Wien, im Januar 1375. Der Ausschuß deS Fachvereins der Buchbinder, Ledergalanteriearbeiter, Futteralmacher und Kartenmaler je. in Wien VI, Laim- - grubengasse, Bierhalle zur„ Klein- Schwechater Bierhalle." Obiger Fachverein erklärt sich bereit, auf geehrte Anfragen i» geschäftlicher Beziehung Auskunft zu ertheilen.— Alle arbeiter- sreundlichen Blätter werden ersucht, vorstehenden Artikel abj»- drucken.— — Verurtheilungen. Die„Chemnitzer Freie Presse- vom S. d. M. enthält folgende Bekanntmachung: «Der frühere Redakteur der„Chemnitzer Freie Presse- ist wegen Beleidigung 1) der Direktion de« Armenhauses in Zschopau und de« Königl. Ministeriums deS Innern, begangen durch Ein- fendung des in Nr. 116 de» genannten Blattes vom 22. Mai 1874 auf der zweiten Seite unter der Rubrik:„Wie man iu Sachsen die Armen versorgt- ersichtlichen Artikel« an die Redak- tion der„Chemnitzer Freien Presse" zum Behuf der dann auch erfolgten Bnöffentlichung durch gedachte Zeitung,— 2) deS Kgl. Preußischen Justizministers, begangen durch Veröffentlichung de» in Nr. 135 desselben Blatte« vom 12. August v. I. auf der dritten Seite ersichtlichen, mit den Worten«da» Kissinger Atten- tat- beginnenden Artikel«,— 3) der sächsischen Gerichte überhaupt ') Nach den neust,» Berichten find den nicht koalirten„Herren- von»nd speziell eineS einzelnen UntersuchungS- und eines Schöffen- den koalirten gewaltsam die Eisenbahnen«eisxerrt worden, so daß geiichteS, sowie der Königlichen Staatsanwaltschaft m Dresden, erstere den Betrieb emstlll.u mußten I Die Behörden schritten nicht ein.— begangen durch Veröffentlichung des in Nr. ISO deS gedachten Blatte» vom 18. August v. I. auf der zweiten Seite unter der andere das Interesse der Arbeiter erregende Unterhaltnnz wird Wunsch auZ, daß die Parteigenossen allseitig energisch daraus Neberschrift:»Ein Beitrag zur Sozialistenhetze in Sachsen" zu le-sdann ein Bruderband geschassen, das unzecreißbar und von be- dringen mögen, dag die allgemein verlangte'Bereinigung auf senden Brieses deS Schuhmachers Klemp,— 4) des Königlich sonderm materiellen Bortheil ist.— Nach zu bemerken ist, daß Grund einer gemeinsamen Organisation unv einer unerläß- � Preußischen Staatsanwaltes Tesseudorf und des Kgl. Preußischen das Bureau nebst Beherbergung in Dresven, Schreibergasse 7,t(chen neuen Organisation so rasch, wie möglich, z« 1 � tMtrrf» 9�<»rHffl»nfTiHhiTV{rt hpÄ rnrrmf A.. SlTrtt Km*«?! Ai>ft fSrif" i\t frtntmf Str.trf �om vft ai\t I Polizeipräsidenten v. Madai, begangen durch Veröffentlichung des in Nr. LOS der„Cbemnitzer Freien Presse" vom 4. September >». I. auf der ersten Seite unter der Aasschrift.'„Hnrrah, Hurrah, die Spitzkugel ist da" ersichtlichen Artikels,— 5) der sächsischen Richter überhaupt, begangen durch Veröffentlichung des in Nr. 219 der„Chemnitzer Freien Presse" vom 20. September v. I. aus der zweiten Seite befindlichen, mit den Worten:„die„Chcm- «itzer Nachrichten moquirea sich" beginnenden Actikels,— 6) einzelner sächsischer Justizbeamten, begangen durch Veröffentlichung des in Nr. 220 des mehrercmal genannten Blattes vom 21. Sep tembcr v. I. auf der dritten Seite unter der Rubrik„Dresden" zu lesenden Aussatzes,— 7) des Reichskanzlers Fürsten v. Bis- marck, begangen durch Veröffentlichung der in Nr. 40 der als Sonntagsbeilage zur„Chemnitzer Freien Presse" erscheinenden „Chemnitzer Raketen" vom 4. Oktober v. I. unter der Ueber- schrist:„Wie man Zeitungen liest," abgedruckten Erzählung, in Folge der von den betreffenden Beleidigten selbst, bez. von den amtlich Borgesetzte» derselben gestellten Strafanträge nach§§ 185, 186, 74 deS ReichSstrafgesetzbucheS zu einer Gesammtstrafe von 1 Äahr und 3 Monaten Gefängniß, sowie zur antheiligcn Zah lung der UnterfuchungSkostcn rechtskräftig verurtheilt worden, was dem Erkenntniß gemäß hierdurch öffentlich bekannt gemacht wird Chemnitz, den 4. Februar 1875. Königliches GerichtSamt im Bezirksgericht, Abthcilung für Strafsachen. Tittel." Ferner ist der verantwortliche Redakteur deS„Volksstaat" wegen au» geblicher Beleidigung des Fürsten Bismarck, begangen durch den Ar tikel:„Ein Skandal im Reichstage" in Nr. 144 vom vorigen Jahre in erster Instanz zu drei Monaten Gesängniß verurtheilt. — Wie wir hören, beabsichtigen die Bewunderer de» Fürsten Bis- warck den lOOOsten BeleidigungSprozeß, aus Anerkennung für die Lerdienste, die Hr. Bismarck sich mit diesen Prozessen um Staat und Gesellschaft erworben hat, sestlich zu begehen. Auch soll beabsichtigt sein, jeden Prozeß mit cmem Hoch zu dotiren, wa» freilich für Herrn v. Bismarck eine magere Dotation ist, aber für die Be- wunderer sehr anstrengend. Mau denke, zehnhundertmal Hoch Bismarck! an eir�em Abend! Wie viel GlaS Bayerisch da nöthig sei» werden, um die patriotischen Kehlen zu schmieren? — Ueber Herrn Thatemuth, der sich in Nr. 6 deS„Volks- Saat" zu agitatorischer Thätigkeit erbietet, sind uuS von zuver- issiger Seite Nachrichten zugegangen, die cS nicht wünschen« Werth erscheinen lassen, Herrn Thatemuth als Agitator zu verwenden. (nicht 4 Hausaummerveränderung)„Zum Pirna'schea Hof" ist.! Stande kommt, damit dem jetzigen Zustande schleunigst"ein Zaöe Mit Gruß C. Lottenburger. gemacht wird. A« die Parteigenofftn! Gewerksgenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneiderdereiu. Aerlin, 8. Februar. Drejenigen Mitgliedschaften, welche noch keinen statistischen Bericht eingesandt haben, haben die» sofort zu thu«, damit endlich au die AuSarbeitungdesselbea gegangen werden kann. Die nach Berlin zugereisten Mitglieder werden ersucht, jeden Mittwoch nach dem 1. und 15. jeden MonatS, und wenn der Mittwoch auf den 1. oder 15. fällt, dann au diesen Tagen, sich Abend« S Uhr Kurstraße Nr. 12—13, Eingang kl. Jägerstraße, im Bierlokal vou Hossmann einzufinden, woselbst alsdann unsere Versammlungen statifinden. Alle Briefe k. au die Control-Com- misstou sind von zetzt ab an Mendt, Weinmeisterstr. 7, vorn 3 Tr. zu senden, da ich schwer erkrankt bin. Mit Brudergruß und Handschlag A. Reimauu, alte Jacobstraße 6, Hof 3 Tr Gewerkschaft der Schuhmacher. Ztresde«. In Nr. 14 des„Volksstaat" erklärt Herr A. Meisel in Dannstadt da« in Druden, Schreibergasse 7, befindliche Ar- beitSuachweiS-Bureau als vou den Arbeitgebern ausgehend. Hier- auf sei erwidert: ES ist jedem Collegen dringend anzuempfehlen, daß er, ehe er den kostbaren Raum deS„Polksstaat" in«Mptui nimmt, sich vorher gehörig unterrichte, damit nicht durch Jrrthümer der Sache geschadet wird. Leider ist zu beklagen, daß nicht mehr College» Herrn Mädge'S Aufforderung nachgekommen sind. Over sollten wirklich nicht mehr Bureaux existircn? Hat man eS in Darmstadt noch nicht soweit gebracht? Unter gegebenen Umständen ist ein gut geleiteter Arbeitsnachweis von immenser Bedeutung, und würden wir ein bedeutende« Stück vorwärts fein im gewcrk- schaftlichen Leben, wenn dies allgemein erkannt wäre.— Die Folge eine« Strike« am hiesigen Orte vor mehreren Jahren war die Errichtung eine« Arbeitsnachweises. Da derselbe ohne Beherber- O seinen Zweck nicht erreichte, und da eS unsere Pflicht ist, die :gen vor Ausbeutung auf de« sogenannten JnuungSherbergen, besser MenschenverkaufSspelunken, zu bewahren(bekanntlich reist ein großer Theil der indifferenten Masse und sogar Gewerkschafts- Mitglieder dort zu), so wurde von der Gewerkschaft am 1. Juli 1873 der Arbeitsnachweis, Schreibergasse 7, Gasthaus»Zum Pir- naschen Hof", errichtet. Dem Collegen A. Meisel sei nun zur Beurtheilung, welchen Standpunkt diese« Bureau einnimmt, Fol- gende« mitgetheilt: Unterzeichneter, ein 43 Jahr alter College, führt seit angegebenem Zeitpunkt bis dato den unentgeltlichen Ar- beitSnachwei« und, wie Hunderte bezeugen können, mit größter Gewissenhaftig- und Uncigcnuützigkeit.— Obgleich, wie bekannt, dergleichen Aemter für den Einzelnen ausreibend sind, so muß man doch in dem Bewußtsein, zu dem sich bildenden Berg einige Sand- körnchea mit beigetragen zu haben, seine Belohnung finden. Ua- dank ist ja der Welt Lohn. Vom 1. Juli 1373 bis dahin 1874 erhielten aber nach dem durch den Strike festgestellten Tarif und darüber 936 Arbeiter Beschäftigung; in demselben Zeitraum wurden gelegentlich de« Nachweises 119 Manu der Gewerkschaft zugeführt, sowie eine annähernde Zahl von Collegen der Kranken- lasse beitrat. Ueberdies kann durch rührige Genossen bei vielen Gelegenheiten da« Juteresse der Arbeiter wahrgenommen werden. So bei Streitigkeiten mit Arbeitgeber«, bei Vergnügungen u. f. w. Da die Gewerkschaftsmitglieder, und da» mit Recht, zu den intel- ligenterea Arbeitern gezählt werden, so sind auch die Arbeitzeber genöthigt, die Arbeitskräfte bei obigem Bureau zu suchen; daß der Lohn dadurch eher steigt als sinkt ist selbstverständlich. Die zetzige KristS läßt freilich hierbei etwas zu wünschen übrig, doch werden Sute Arbeiter gleichmäßig bezahlt. Begriffen die Mitglieder im Illzemeinen und besonders hier am Orte, welchen Werth ein ge- regelter Arbeitsnachweis bei jetziger Produktionsweise hat, so würden die etwaigen Opfer der Einzelnen gegenüber de» zu er- zielenden Resultaten sehr geringfügig erscheinen, ja sie würden nicht einmal Opfer heißen können, da der Nutzen ein vielfältiger wäre. Man suche daher, und das ist bestimmt eine richtige Ansicht, überall Berein der Sattler und Berufsgenosscn. Dresden. Im vergangenen Jahr haben wir verschiedene Mittel! angewandt, um unfte Mitgliedschaft zu heben und die Jateress:«! För die Jnbiüirten gingen ferner bei uns ein tom Ii. Jiaint des ganzen Vereins za fördern; hauptsächlich hatten wir gehofft,� J?' 7t>",, m., �, rat- W-rkstelleuversammlunzen war eS uns gelungen, eine Ueber- H-rmz Z.t)» Cola d. M.sropv 0.50. Obm-Ürschmtz d Arnold 3,00 ficht über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu erhalten, welche nur in zwei Werkstellen als befriedigend anzuerkennen waren. Jede Werkstelle wurde veranlaßt, auS ihder Mitte einen Vertrauensmann zu wählen, welcher instrnirt wurde, der Lohn Control-Commission allwöchentlich Bericht zu erstatten, waS in vergangener Woche vor- gekommen ist in Lohn- sowie in Arbeitsverhältnissen. Auf diese Art sind wir jetzt in den Stand gesetzt, durch eine Statistik, welche wir dem Vorstand einsenden werden, zu beweisen, wie es in Dresden steht. Hier wollen wir nur bemerken, daß die Privat- arbeit total darnieder liegt und nur die Militärarbeit einige» Verdienst bringt. Aber wie hier, so wird es auch in allen andern Orten sein, wo Militärarbeit gemacht wird. Bei zehnstündiger Arbeitszeit ist es möglich, sich 8 Thlr wöchentlich zu verdienen; da die Arbeit aber bald fertig werden soll, so sehen sich diese Leute, welche meistentheilS dem Verein nicht angehören, genöthigt» sich eine Masse Arbeit mit nach Haufe zu nehmen und noch vielleicht 5— 7 Stunden sich zu schinden, um Sonnabend« großprahlerisch sagen zu können: 14—16 Thlr. habe ich verdient, oder verdiene ich jede Woche. Das ist aber kein Arbeitslohn, sondern ein Blut- lohn. Wenn die Arbeit fertig sein wird, sind gewiß viele Arbeiter auch fertig, nämlich für'« Krankenhaus. Wie viel Arbeiter im entgegengesetzten Falle noch beschäftigt hätten werden können, und um wieviel der Lohn hätte steigen können, muß sich Jeder selbst ausrechnen können. Möchten doch die Arbeiter in dieser Branche zur Besinnung kommen und mehr diese Gelegenheit ausnützen, ohne ihre Gesundheit auf's Spiel zu setzen; die Fabrikanten werden reich und die Arbeiter gehen in« KrankhauS und setzen ihren Blutlohn zu, um bei bester Gelegenheit wieder von vorne anz» fangen. Die UnterstützungSkasse für Arbeitslose soll unS nun ebenfalls dazu dienen, fämmtlichen außerhalb des Vereins stehenden College» zu beweisen, wie nothwendig eS ist, einzutreten in unsere Reihen und trotz aller Anfeindung treu auSznhalten, weil nur Beharrlichkeit und gemeinsame« Wirken zum Ziel führt. Die Möglichkeit liegt auf der Hand, daß die Vorurtheile nicht bloS der Collegen, sondern auch der Meister fallen, wenn wir beweisen, daß wir unserm Statut(§ 2) treu bleiben: Hebung und Förderung der gewerblichen Interessen u. f. w. Der Fremden-Verkehr und ArbeitS-Nachwei« ist im Gasthof zum goldnen Stern, Aanenstraße Nr. 23. Reiseunterstützung wird ausgezahlt am See Nr. 4 in der Assoziation„Coustantia" von Karl Kästner. Plakate folgen bald nach! College», welche Lust haben, unsrer Assoziation beizutreten, mache ich auf den Jnseratentheil aufmerksam. Mit collegialischem Gruß A. Schirmer, VertrauenSm. und freiwilliger Beitrag 4,95, Sclenan d. Reuter 3.60 und». Herst der Gefianangsge.' offen 4.65, Limsach d. Schamann 3.30, Dresden». I. D. u. E H 6,00, Ztein 6. Burgstädt d. Müller 4,20 u. freiwilliger Beitrag 1,80, Augsburg d. Endres 9,00, Kaiserslautern d. Groß 6,00, Laufigk d. Doberen; v. Gesinnungsgenossen 4,37, Schedewitz d. A-ruer 4,20, Geitbaiu d. Äeikert 3,30, Fürth d. Beckendahl 2.60, Mühlhaufeu d. Pölitz 3,60, Eßlingen d. Bözele v. Arbeiteroerein 13,71, Magdeburg d. Habermann, Ueberfchuß vom Weihnachtsvergnüzen 30,00, Berlin d. Schäfer bei einer Geburtstagsfeier am 20. Jan. in der Kcaufenstr 6,70, Kötzschenbroda v. F. A. Frauke 3.00, Darmstadt d. Feuchtmanu Liste 8 4,97, Ronneburg d. Zwicker 2,46, Berlin d. Lemke ges. in der G. d. H. 13,00, Mittwcida d. Liebsch freiwilliger Beitrag 15,00, Pirna d. Bieh 0,70, Berlin! d. Müller, Sattler 3,80, Bielefeld d. Heitbrink 10,00, BreS- lau d. Just 7,50, Rochlitz d. Endtmanu 3.20, Fulda d. I K. 1,80, Wandsbeck von einer Volksversammlung d. Auer 0,75 und Harburg». einer Bolksversammlung d. Auer 3,00, v. Schulz in Bützfleth 3.00, Hamburg vo» Frau Lindinger ges. b. Toncert u. Ball am 23. Jan. 7,67. Mit sozialdemokratischem Gruß! ______ H. Benneke, kl. Schäferkamp 86, Hamburg. Quittung. Für die Braunschweiger Ausgesperrten erhalten: Berlin vo» Verein der Sattler und Berufsgenossen 7 Thlr. 5 Sgr.»der 21 Mck. 50 Pf. A. Fnch», Tafsirer, Berlin, Luckauer Str. Nr. 1. Correspondenzen. Hrokenhai«, 28. Januar. Am 18. d. M. verunglückte in der Fabrik Gebr. Naundorf ein Knabe dadurch, daß er, angeb- lich wegen Unvorsichtigkeit bei einer Neckerei mit einem andern Knaben, plötzlich ersaßt und der eine Arm um eine Welle gewun- den wurde, so daß sich die Amputation desselben nothwendig machte. Ob Herr Naundorf hilfreiche Unterstützung für den in seiner Fabrik Verunglückten geleistet, steht in Zweffel, denn augenblicklich werden durch Cuknlar unter den Arbeitern Unterstützungen gesammelt.— Als zur Zeit der angedrohten ArbeitSauSsperrung gesagt wurde:„Die Herren seien auf der Arbeitersuche, protestirten vie Herren dagegen und wir müssen heute gestehen, daß sie daran sehr recht thateu, denn wenn sie auch nicht selbst reisten, so thateo die« doch einige ihrer Meister und diese erfüllten ihre Mission vielleicht uoch besser. Unter hohen Versprechungen gelang eS denn auch, mehrere Arbeiter au« Züllichau, Grünberg i. S. u. s. w. hierher zu locken, wo sie den hiesigen Arbeitern Konkurrenz machen sollten, damit diese besser in Schach gehalten werden könnten. Wie enttäuscht aber diese Arbeiter, worunter einige Familienväter, waren, al« sie nach achttägiger Arbeit anstatt der prahlerisch vor- Herr erkündig! er, 7, 8 ja 10 Thlr. nur 2, 2V, höchstens 3 Thlr. verdient hatten, geht daraus hervor, daß mehrere sofort wieder abreisten, weil sie meinten, in ihrer Heimath mehr verdienen zu können. Inwiefern unterscheiden sich diese Arbeitersucher(Herbst st der Name eines solchen WerbcmeisterS) von den, von der Bourgeoisie so eifrig verfolgten und als Schwindler bezeichneten AuSwanderungSageuten? Eine Arbeiterin auS Grünberg i. S. erkrankte, konnte deshalb nicht in der Fabrik(Gebr. Naundorf) erscheinen. Als man nach ihr sandte, war dieselbe nicht in ihrer vriefkafte» der Redaktion. Hcrm. O. in M.-Gladbach: Der„wissenschaftliche Zweikamps" wird beginnen, sobald die Vorbedingungen erledigt sind. Rewart liegt in den Bereinigten Staaten von Nordamerika, und zwar im Staate Neu Jersey, abgekürzt N. I. Drucksachen mit Postvorfchnß unter Kreuzband kosten ebensoviel als Werthpaqnet. K. Sch. in Treuen- brietzen: Erhallen. Q n t t t n u g der Expeditiou. B. Sattlerverein hier Anu. 3,50. Ufct Weimar Schr. 4,30. Gntzl Berlin Ann. 16,00. Sattlerverein Berlin Ann. 2,50. Jnglng Arnstadt Schr. 9,00. Drgr«Frankfurt Schr. 3,10. Mnhrdt Ailenburg Schr. 2,�0. Rhwr Bremen Ann. 1,5. Hukbr Dresden Schr. 3,50. E. Siß Linnich Schr. 1,00. Sirtzng Soadershanfeu Schr. 0,6«. Hntzlr Tübingen Schr. 3,20. Fond für Gemafcregelte. Von 29. in Arnstadt 6,00, Arb.-Bcrein Gohlis 4,50. Für die Hinterbliebenen yorck'». Bon Wutlr Arnstadt 6,00, Drgr Frankfurt 3,00, Arbeiter. Gohlis 4,50. Verein Anzeigen zc. Wohlderein der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Montag, den 15. Feoruar, Abend« 8'/, Uhr: Oeffent» liche Versammlung bei Earin«, Pcinzenstr. 72.— Bortrag de» Hr. Mitan:„Da« Ziel der Arbeiterbewegnng." Dienstag, den 16. Februar, Abend« 8»/, Uhr: Oeffentliche ver- sammlung bei B r e t t s ch n e i d e r, Garteustr. kg/14.— Bortrag de« Hrn. Adam:„Die kultnrgeschichtliche Nothweudigkeit de» Sozialismus." Zu zahlreicher Betheiligung ladet ein_ Der Borstand.[80] ffntniplllifc Die Mitglieder de« Arbeiterverein« werden z» siZ.UUHl'UUlj einer geselligen Zusammenkunft Montag, den 15. d., Abend» halb 9 Uhr in Gerhardt« Restaurant freundlichst eingeladen. __ Der Borstand.[40) «llgcmeiuer deutscher Schariververei». Montag, den 15. d. M., Abend» 8 Uhr: Berfammlung bei Jakob, Petersstraße Nr. 15(goldner Arm). Tagesoron.: Hau«- und Werkstattarbeit. Berfchiedenes u. Frazekaften. Gäste willkommen.______ D. Bev.{50} Q-bitotiit Gewerkschaft der Schuhmacher. Montag, den 15. Februar: Versammlung bei Herrn Schreiber, Münzgasse 3. TageSordn.: Besprechung über einige Para- graphen unsere« Statuts. Berschiedene«.— Jeden Montag Aufnahme neuer Mitglieder�__ D. Bev.[50] Sitzung de« AgitatioaS-Comitö'S: Mittwoch, Abend« 8 Uhr int Lokale de» Arbeiterbildung«. Berein«. Wegen wichtiger Besprechung müssen alle Mitglieder am Platze sei«. > W Linden b. Hannouer ifÄ Große Volksversammlung im„Holländer." Tagesordnung: Die Arbeiterbewegung vor de« Austreten Lassalle«. Referent: Reichstagsabgeordneter A. Geib. H. Rudolph.[100] Wohnung und man mochte(aus guten Gründen) angenommen 4» Ilm?* Art» haben, dieselbe sei nicht mehr im Orte, und besetzte ihren Platz U» UUItj. Montag, ', rw,. r MZL-»„•. /-T*■• l» AM V fi Q 1 T>.» Ol A M• A•** f«• V* /* 4 M* Oft A AM mit einer anderen Arbeiterin. Kurz darauf erscheint die Grüu berger Arbeiterin wieder gesundet, doch sie wird von der Arbeit gewiesen. Als sie nun beim Schiedsgericht(0 weh!) Klage führt, wegen unterlassener Kündigung, soll sie mit einer kleinen Summe abgefunden werden; al« sie damit nicht zufrieden, sich zur Ber- folgung ihres Rech«« beftagt, erklärte man ihr„sie könne zwar Herrn Naundorf verklagen, doch dürfte sie schwerlich ihre Forde- ruag(also Entschädigung wegen unterlassener Kündigung) durch- bringen." Und da wagt man e« noch/ Angesicht« solcher That- fachen,„Kontraktbrnchgesetz" zu schreien? Man wagt sich mit der Harmome-Harmonika de« Herrn Dr. Hirsch an die Oeffentlichkeit, um noch unerfahrene Arbeiter zu ködern? O, wie versumpft müssen unsere Gegner sein, daß sie nicht das Widersprechende, welche«, selbst dem indifferentesten Arbeiter Aufklärung giebt, anS ihren eignen Thaten erkennen.— Am Morgen de? 26. wurde in der Tzschukke'schen Fabrik die Arbeit unterbrochen, weil die Dampf- Maschine irgend einen Bruch erlitten. Zwei volle Tage sind die Arbeiter nun schon unthätig, gleichwohl wissen sie aber auch be- stimmt, daß man ihnen keinen Pfennig Entschädigung anbieten wird, trotzdem sie ohne Verschulden zur Uathätigkeit gezwungen sind, und der Magen verlangt doch auch seinen Tribut.— Iserlohn, 10. Februar.(Zur'Bereinizung.) Die hiesigen Parieigenosseu(früheren Mitglieder deS Allgemeinen deutschen Ar- beii-rvereiuS), welche schon gleich nach der Auflösung dieses Vereins im Juni v. I. Vorschlage zur Bereinigung sammtlicher Sozial ArbeitSbureaux mit Beherbergung auf eigene Rechnung und G- �demokcaten Deutschlands gemacht haben, sprechen nicht nur ihr fahr z» gründen. Durch gute Verwaltaug, gute, belehrende und j volle« Einverstäuduiß mit der Bereinigung, sondern auch den Arbeiteroerein. W> de» 15. Februar, Abend« 8 Uhr: Versammlung Im Bergschlößchen. TageSordn.: 1) Bortrag de» Hrn. Liudner au« Leipzig. 2) DiS- kuffion und Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiche« Erscheine» bittet Der Borstand.[60[ Wir empfehlen den Lesern de«„Bolksstaat", sowie überhaupt einem Publikum, daß fich für die heutigen gesellschaftlichen Zustände interesfwt da« Lese» der in unserem Berlage in Berlin ettcheinenden „Social-Uotttischen Matter" zum Abo««eme»t. Der AbounementSprei» beträgt für wöchentlich einmalige Lieferung pro Quartal 10 Sgr, pro Monat 4 Sgr. Abonnementspret« in Monat»- heften ist 4 Sgr. pro Heft. Eolporieur« und Buchhändler erhalten entsprechenden Rabatt. Bestellungen nehmen alle Buchhändler und Lolporteure, sowie auf Wochenliefcrungen auch alle Postanstalteu entgegen. Berlin im Dezember 1374.(w.) s400Z Redaktion und Expevilioo de»„Renen Social-Demokrat." Liebknecht: Wissen ist Macht, Macht ist Wissen. Prei» pro Cxpl 25 Pf. Buchhandlung de»„BolkSstaat." Berantwortlicher Redakteur: R. Seiffert. Redaktion Hohestcaß- 4, Expedition Zeitzerftraße 44, in Leipzig, Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig.