Erschnnt in fetpjij Mittwsch,Freilag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstallsn n. Buch Handlungen deZ In- u.Auslandcs. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Bor 101 Hobokeo, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and ooates str. Philadelphia. AbonncinriilSpreie für ganz ivcntschluud iM.KOPf. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen hentfdi-i, Postanstalten auf den Li i u. 3len Monat und auf d n lltcn Monat besonders eu genonmien; im Kgr. Sach! i u. Hrzgth. Sachf.-Altenbui � auch ans den ItenMonat t.- Quartals ii S4Pf. Organder sozialdemokratischenArveUerparteiund der internationalenGewerksgenossenschasten. �uterate. dl»«idalwna v»n Partit-,«erein». und«»Nsversammlonzea, sowie die Mal. Expeditionen und sonstig« Partei> Lngelegenheiten betreffend, werden mit 10 Pf.,— Privat- und Bergnstguna». Anzeigen mit 25 Pf. die»reigespalten« Petit- Zeile berechnet. Mr. 19. Mittwoch, 17. Aeöruar. 1875. Ei« deutscher Prssesior. TaS preußische AbgeortneteuhanS beschäftlgte sich in den letzten Tagen mit der neuen Provinzialorduung sür die östlichen Prvvinzen— eine Gesitzetvorlage, die zwar für die sehr zurückgebliebenen östlichen Provinzen unleugbar einen Fortschritt bedeutet, falls sie, was sehr wahrscheinlich, auf die westlichen Provinzen ausgedehnt werden sollte, für diese aber ein Rückschritt in den Ansang dieses Jahrhunderts wäre. In der Sitzung des 10. Febr. law Profesior Shbel von Bonn zum Wort, legte das interessante Geständniß ab, daß»die liberalen Parteien am Rhein schon jetzt sehr empfindlich die Nachtheile des ReichSwahlgesetzeS empfinden« und wachte dann seinem gepreßten Herzen u. A. in folgenden Sätzen Lust: «Es ist die Pflicht der Regierung, sehr wohl zu erwägen, in ivessen Hände Autonomie und Selbstverwaltung in den westlichen Prcvinzen gelegt wird. Ich unterscheide sehr bestimmt zwischen den Parteien und ihrem Werthe auch für die Frage der Selbst- Verwaltung: ich unterschreibe jedeS Wort, das der Abg. Laaker über die heilende Kraft gerade des g-meinsamen prakt'.schen Wir- kenS gegenüber dem politischen Parteigegensatz gesagt hat. Aber eS gibt ganz eigenthümlichc Parteien. So viel ich weiß, hat das hohe HauS nicht das Glück, einen Sozialdemokraten, der der Internationale angehört, in seiner Mute zu besitzen; ich be- rühre also keinen sür das HauS etwa glühenden Punkt. Ich firgire den Fall, der sich ja bekanntlich in Rheinland und West- falrn nach den Hoffnungen der Herren Hasselmann und Hasen- klever noch nicht verwirklicht hat, der aber doch möglichwcise ein- mal eintreten könnte, daß die große Majorität der rheinischen Be> völkerung den Docirinen gewonnen wird. Ich hoffe, dieser Fall wird nicht so bald eintreten, aber möglich ist er doch. Nun sehen Sie in diesem Falle die Wahlen zu den Communal-, Kreis- und Provinzialämtern sämmtlich beherrscht von einer internationalen Majorität, die erklärt, daß jede» LaudeSgefetz nur Geltung hat, soweit eS mit dem Parteiprogramm übereinstimmt, an dessen Spitze die Pflicht der unbedingten Unterwerfung unter die Befehlt de? BundeShavpte» steht. Nehmen Sie dazu, daß dieses Bundes- Haupt im Laufe der Jahre(Ruf links: auswärtiges BundeShaupr!) von London nach Newyork verzogen und damit unseren Interessen noch ftemder geworden ist. Eine solche Partei, die die Nichtbe- folgung unserer Gesetze ihren Genossen auferlegt hat, übernimm, in der Rheinprovinz alle durch die Organisation geschaffenen Siel- len. Sic wissen weiter, daß diese Partei stch durch alle Lande Europas verzweigt, nach dem Krach zwar wegen der sinkenden Eon- junctur ein wenig entkräftet, aber jeden Augenblick bereit, wieder Lust, Feuer und Thatendurst zu bekommen. Sie hat in Frank- reich, sowie anderwärts mächtige Ableger und würde gern an Stelle der jetzigen covservativen Republik dort die rothe setzen. Eine der ersten Maßregeln wäre der Krieg gegen alle Könige, iuS- besondere gegen den König von Preußen, den deutsche» Kaiser, als den Urheber des Militarismus. Sie würde nicht daran denken, daß hier in Preußen durch Ihre Gesetze eine so vortresf- liche Menge von Freiheit und Autonomie eingeführt wird. Sic würde in ganz Europa unser Deutsche« Reich mit ihren Netzen zu umgeben suchen, und seien Sie sicher, wenn einmal an einer solchen Stelle ein derartiger Ausbruch erfolgt, so würden alle die durch sie gewählten Beamten in diesen Provinzen gemessene Ordre haben, uicht im Sinne des Staat», sondern im Sinne der Partei zu ver- fahren. Nun, meine Herren, ich präsumirc hier«inen Fall, der aber in jedem Augenblick möglicherweise sich verwirklichen kann. Bon diesem Raisonnemeut aus komme ich zu meinem urfprüng- litten Satze: unsere StaatSregierung thut sehr wohl, in einer Ge- gend, die voll von Fabriken, voll von Großindustrie, voll von unruhig gährenden Arbeitermassen ist, die Augen offen zu halten, in einer solchen Machtfrage die beiderseitige Stellung zu prüfen, «st nach bestimmter Erwägung aller denkbaren Folgen, auch aller europäischen Conjuncturen, in einer solchen Provinz mit der Ber- ValtungSresorm vorzugehen. E« ist Ihnen wohl eingewendet worden: sollen wir denn unsere große Reform aushalten und hindern durch die Rücksicht auf solche mouiintane Besorgnisse, durch solche vorübergehende Streitigkeiten? Ich bleibe immer bei meinem Gleichnisse: wenn da« sicher wäre, daß die soziale Frage in den drei von dem Abg. LaSker bezeich- ueteu Jahren gelöst würde(«Wir müssen daS bereit» gebilligte Shfiem in 3 bis 5 Jahren ausführen«, hatte der Abg. LaSker gesagt.), nun so hätte ich auch nichlS dagegen, daß man heute schon mit der Reform vorwätt« ginge. Da aber die soziale Frage eine Frage von weltgeschichtlicher Bedeutung ist, während alle unsere BerwaltungSrcfvrmen doch immer nur staatSgefchichtticheS Gewicht haben, so kann ich nicht anders, als solchen Fragen gegenüber die Entwickelung der BerwaliungSresorm mit Vorsicht unterordnen. WaS mir a!S der wichtigste Kampf erscheint, der dem Deutschen Reiche und dem preußischen Staate heute obliegt, das kann ich nicht als ein kleines Hinderniß behandeln; dem muß ich Rechnung tragen bei jedem n uen Gesetz, bei jeder Verwaltungsreform— bei Strafe der gefährlichsten Configuenzen für die Sicherheit des Staates, für das Wohl unserer Nation. Mein lebhaftester Wunsch ist e«, daß die Zeit bald kommen möge, wo auch dieser innere Stteit auegesochten ist, wo es keine Partei mehr i» unserem Ba tnlande gibt, die einen auSwäitigeu Gesetzgeber verehrt, die aus- wärlige Gesetze höher stellt als die vaterländischen. Bei aller Selbstveiwalturg ist die erste und letzte Voraussetzung— auch daS hat vorhin der Abg. LaSker beredt ausgesprochen— die Herr schaft deS Gesetzes; und wenn er gesagt hat: nach Erlaß dieser Gesetz« wird eS an uns sein» die Charakter- auszubilden, so wünsche ich ihm lebhaft, daß er recht bald eine Menge Schüler seines Cha- rakterS ziehen möge, muß aber einstweilen auf dem Zweifel beharren, daß eS in unserem Vaterlande leider Tausende und viele Tausende gibt, denen durch Agitation mannichsacher Art der unbedingte Re- spekt vor dem vaterländischen Gesetz, der die unerläßliche Grund- bedingung deS SelfgoverncmentS ist, zur Zeit gründlich abhanden gekommen ist, daß demnach also bei festgestelltem Beschluß, vor- wärtS zu schreiten, doch entschieden Vorsicht im Tempo, in quo- moäo(wie?) und in ezuaullo(wann?) vorgeschrieben ist."(Bei- fall: Zischen im Centrum.)— So Herr Shbel. Daß dem«liberalen« Herrn Professor da« Reichswahlgesetz trotz de« zweifachen Census dcS Alters und der Diätenlofigkeit«zu liberal« ist, finden wir sehr natürlich, und wollen ihn deshalb nicht tadeln— Jedermann hat das Recht, eine Anficht zu haben. Anders jedoch steht'S um die Aeußerungen des Herrn Shbel über die Sozialdemokratie und die Int«- nationale. Es ist wahr, dieselben waren in sosern nicht ernsthast gemeint, als Herr Shbel die«rothe Internationale« offenbar nur als Aushängeschild benutzte, um auf die„schwarze Internationale« zu schlagen. Allein daS bessert die Sache nicht; e» zeigt nur, daß der Mann»eben anderen Eigenschaften auch die der Feigheit in hohem Maße besitzt; und leichtsinnig die Unwahrheit zu sagen, ja direkt zu lügen, ist unter keinen Umständen erlaubt. DaS hat aber Herr Shbel hier in schamlosester Weise gethan. Um bloß zwei Punkte herauszugreifen: Daß Haffclwann und Hasenklevcr zur internationalen Arbeiterassoziation gehören; daß die deutschen Mitglieder der internationalen Arbeiterassoziation einem im Ausland lebenden«Bundeshaupt« programmgemäß zu„unbedingt« Unterwerfung« verpflichtet seien. DaS sind entweder mit unverantwortlicher Frivolität auSge- sprochene Unwahrheiten, oder eS sind bewußte,— vorbedachte Lügen. Wenn der Herr Professor dem Leipziger Hoch verrathSprozeß mit einiger Aufmerksamkeit gefolgt ist, das Pro- gramm der internationalen Arbeiterassoziation gelesen, und nur hier und da einen Blick in uusere Parteiorgane geworfen hat, mußte er den Sachverhalt kenven. Wenn er dies aber nicht ge- lhan, also von Parteien und Personen, die er nicht kennt, geredet, in verläumderisch denunziatorischer Weife geredet hat, dann ist er günstigen Falls ein leichtfertiger Schwätzer, der von Wahrheit und Ehre keinen Begriff hat. Und dieser Herr Shbel ist GeschichtS- schreib«! Einer unserer«berühmtesten« G-schichtSschreiber! Nun — vom Caliber der Treitschke in seinem Geschichtswerk über die französische Revolution hat Herr Shbel genau denselben Respekt vor der Wahrheit bewiesen, wie in seinen Expektorationen vom 10. d. MtS. Shbel der Geschichtsschreiber ist würdig Sybel'S deS Redners. Die Landftage vor dem preutzischkn Abgcordnetruhanse. Am 6. d. Monat« entspann stch im preußischen Abgeordneten- Hause bei Berathuug deS EtatS der Domänenverwaltung eine längere Debatte, die wir nach dem Bericht der«Vosstschen Zeitung« hier wiedergeben und einer kurzen Kritik unterziehen wollen: Abg. Miguel: Ich habe au« dem Schreiben de« Finanzministers vom 2. Februar d. I. mit Freuden ersehen, daß sie einem dringenden Wunsche de« Hause» nachgekommen ist und bereit« zwei Domänen von je ca. 250 Hektaren zu kleineren Parzellen sür bäuerlichen Besitz zerlegt hat. E« wäre von Interesse, Mit theilunz darüber zu erhallen, nach welchen Giundsätzen man da bei verfahren ist, welche Zahlungsbedingungen mau gestellt, welche Größe von Besitzungen man ins Auge gefaßt und welche Elfah- rungen man bei dem Verkauf solcher Stellen im Wege der Eon- currenz gemacht hat. Da« HauS hat fast einstimmig aneikannt, daß in vielen Theilen Preußens der Grundbesitz, der staatliche wie der private, zu groß ist, um mit vollem Vortheil bewirthschaftet werden zu können. Andererseits find die großen Uebelstäude der Auswanderung und de« fortschreitenden AibcilcrmangelS vorzugsweise durch den Mangel eine« grundbesitzenden Mittelstände« her- vorgerufen worden. Wo ein grundbesttzeuder Kleinbaocrnstand herrscht, da sind immer überschüssige Arbeitskräfte vorhanden; aber bei den heutigen Verhältnissen ist e« auf die Dauer nicht möglich, mit Sicherheit einen hinreichenden Arbeiterstand auf dem Lande zu erhalten, wenn man den Leuten nicht die Hoffnung gewährt, daß sie sich nach langer Dienst- und Arbeitszeit, bei Sparsamkeit und Fleiß ein kleines Eigcuthum erwerben können. Dies Ziel zu erreichen hat die Staats, egierung nicht nur die Mittel, sondern ein großes politische» und soziale« Juteresse. Andererseits stehen ihr nicht die Hindernisse entgegen wie dem Privatgrundbesitzer, Hindernisse, die vorzugsweise in unserer Hypothekengesetzgebung und in der starken Belastung de» Grundbesitze« mit Hypotheken beruht. Ein Minister, der jetzt vor da« HauS mit der Erklärung träte:«Meine Herren! Sie haben in drei Jahren fast 200 Mill. Thaler für Eisenbahnen bewilligt, ich ersuche Sie, mir einmal 20 Millionen zu bewilligen, um geeignete Domänen in bäuerliche Be- sitzungen zu verwandeln, die nothwendigen Gebäude zu bauen und sie unter den günstigsten AbzahlungSbedingungen, selbst gegen Erb- Pacht(Widerspruch links)— ja, meine Heiren, ich halle die Furcht vor Erdpacht sür eine übertriebene und unbegründete— den Käufern zu'überlassen", dieser Minister würde nicht nur bei unS das bereitwilligste Entgegenkommen finden, sondern sich auch den Dank deS Lande« verdienen. WaS die vielfachen Schwierigkeiten des Großgrundbesitzers in Bezug auf die Erwerbung von Kapitalien für Meliorationen be- ttrsst, so ist eS nur außerordentlich interessant, daß in den öst lichen Provinzen eine Agitationen in einer Richtung entstanden ist, die in hohem Maß- die Aufmerksamkeit der Regierung ver- dient. ES wird darauf hingewiesen, daß in England Emrich- tungen bestehen, nach welchen auch bei einer vorhandenen hypo- thekarischen Belastung de« Grundbesitze« zur Beleihung neuer Kapi- talien Behufs Meliorationen, wenn ihre Durchführung nachge- wiesen wird, dem Verleiher Vorzugsrechte eingeräumt werden. Ein solcher Weg scheint mir der einzig richtige und mögliche zu sein, um eine durchgreifende Melioration, namentlich die so hoch- wichtige Drainage allgemein durchzuführen. In England ist man sogar so weit gegangeu, was ich allerdings nicht empfehlen mächte, für diesen Zweck StaatShilfe durch Staatsanleihen zu bewilligen. Gerade die jetzige Zeit ist besonders geeignet, mit den vorhin ge- dachten Einrichtungen vorzugehen. Es kommt jetzt die Zeit heran, und sie ist zum Theil bereits eingetreten, wo das Kapital sich wie- der mehr dem Ackerbau zuwendet, und diese seine Neigung muß benutzt werden. Es sollen dies nur Anregungen für die Regie- rung sein. Ich weiß wohl, daß die Juristen die Einführung der- artiger Maßregeln lebhaft bekämpfen werden, aber solche formelle juristische Bedenken müssen durchaus zurückstehen, wo eS sich um die dringendsten wirthschaftlichen Interessen deö Landes handelt. Der kommissarische Vertreter des Finanzministerium«: In Bezug aus die Parzellirung von Domänen habe ich Folgende« mitzutheilen: ES ist erstlich daS Vorwerk UppertShagen im Kreise GreisSwald veräußert. Dasselbe bestand aus 2S2 Hektaren und war bis Mitte des JahreS 1375 für 4010 Thlr. verpachtet. Es ist jetzt zerlegt: in 5 Bauernstellen zu je 26 Hektaren, in 10 Kossäihensiellen zu je 13 Hektaren und in 20 Kleinbüdnerstelleu. Bei dem LicitationStermine sind jedoch auf diese Kleinbüdnerstelleu keine annehmbaren Gebote abgegeben worden. CS sind deshalb diese 20 Büdnerstellen zu 5 zusammengelegt und nochmals auS- geboten worden, und da find denn annehmbare Kausgebote ge- macht. DaS Resultat de» Verkaufs betrug auf dem LicitationS- termiu an Kaufgtld 213,870 Mark oder 71,290 Thaler. Für diesen Preis ist also der Kauf abgeschlossen; derselbe ist jedoch sür den FiSkus keineswegs sehr günstig ausgefallen, wenn man erwägt, daß der frühere PachtprcrS 4000 Thaler betrug. Dazu sind nun den Käufern sehr erhebliche Erleichteruugeu in Bezug auf die Kausbedingungen gewährt worden. Sie sind verpflichtet, deS Kaufgeldes vor der Uebergabe zu erlegen; sodann werden ihnen die übrigen'/« auf 5 Jahre und zwar zinsfrei gestundet und müssen endlich in den nächsten 5 Jahren abgetragen werden. Da« zweite Domänenvorwerl, ebenfalls im Kreise GreisSwald gelegen, bestand anS 252 Hektaren und war bisher für 2520 Thaler ver- pachtet. AuS demselben ist 1) ein Vorwerk gebildet von 71 Hek- taren, 2) drei Bauernst-Uen von je 23 Hektaren, 3) vier Kossäthca- stellen zu je 16 Hektaren und 4) neunzehn kleinere Büdnerstcllen. Auf dem LicitationStermin, der im Dezember vorigen Jahres statt- faud, ist ein Gesammtkaufgeld von 60,842 Thaler erzielt und hier- für der Zuschlag ertheilt worden.— Aus die Bemerkung deS Abg. Stengel habe ich zu erwidern, daß die angeführte Maßregel auf den Bestimmungen beruht, welche allgemein den Domäaen-Pacht- Verträgen zu Grunde liegen. Darin heißt es in K 17: alle de» Pachtgrundstücken obliegenden gewöhnlichen oder außergewöhnlichen Abgaben jeder Art und ohne Ausnahme, uamentlich die Lande«-, Provinzial-, Kreis-, SocietätS-, öffentliche und Privat-Abgaben und Piäsentationcn ohne Unterschied, ob sie vor oder nach dem Abschluß deS Pachtvertrages eingeführt sind, hat der Pächter an« eigenen Mitteln und ohne Vergütung zu tragen.— Nach dieser Bestimmung ist die Regierung verfahren, und eS sind ihr auch von Seiten der Pächter direkt keinerlei Beschwerden zugegangen. (Schluß folgt.) Politische Uebersicht. — Wie e» im Reichstag zugeht. Die Berliner«Bofstsche Zeitung" schreibt: „AuS der letzten Sitzung de« Reichstags ist leider ein Vor- fall nicht in die Oeffenilichkeit gedrungen, der die weiteste Oeffent- lichkeit in vollem Maße verdient. Es ist oft über den Unfug geklagt worden, der in den parlamentarischen Verhandlungen, besonders de« Reichstag«, mit den sogenannten Schlußanträge« getrieben wird, und nicht selten ist ein leiser Zweifel an der un- parteiischen Handhabung der Geschäftsführung bemerkbar geworden. Jetzt schreibt man dem„Frkf. Journ." von hier: Gestatten Sie mir, nachträglich ein Vorkommniß zu berühren, daS stch in der letzten Sitzung de« Reichstag« unmittelbar von Schluß der Session zuttug, im Momente peinliche« Aufsehen erregte, demungcachtet aber in der Presse todtgcschwiegcn wurde. Es stand die Frage zur Diskussion, ob der zum außerordentlichen Professor ernannte Abgeordnere von Cunh sich einer Neuwahl zu unterziehen habe. Die GeschästS-OrdnungS- Kommisston hatte sich gegen die Norh» wendigkeit einer Neuwahl entschieden, der Abg. Klotz diese Auffas- sung im Reicksiag bekämpft und der Abg. Gneist den Standpunkt der Kommission vertreten. Nach Gneist erlheilte Präsident v. Foicken- deck dem Abg. Dr. Beseler das Wort, und nachdem dieser darauf verzichtet hatte, bat der Abg. Dr. Bank», der sich schon vorher ge- meldet hatte, mit vernehmlicher Stimme um da« Wort. Da erklärte der Präsident, eS sei ihm soeben ein Schkßanlrag übergeben worden, und hieraus wurde der Schluß der Diskussion vom Hause a»ge- nommcv. Durch diefts Vorgehen überrascht, erbat sich der Abg. Bank« nähere Ausklärung, wie c« gekommen, daß der Schlußai trag dem Hause nicht mitgeiheilt worden sei, nachdem Beseler das Wort erhallen und darauf verzichtet habe. Die Antwort de« Prästbcnien lautete, der Schlußantrag fei ihm eben(est erst durch den Schrift- führer behändigt worden. Wir wollen die Frage der geschäftSord- uungSmäßigen' Zuläfsigkcit eines solchen Verfahrens nicht näher erörtern: so viel hat sich klar heranSgestellt, daß das Bureau Schlußanträge auf Lager hat, um von denselben beliebig mit oder auch ohne DiScretion Gebrauch zu machen. Die ziemlich lauten Rufe:„Offenbare Parteilichkeit!" scheinen nicht in alle Regionen deS SaaleS gedrungen zu sein, wir hoffen aber trotz dem, daß sie nickt ohne günstige Wirkung für die Zukunft bleiben Unter Simson'S Präsidium ist Derartiges nicht vorgekommen(??, und die Erfahrung zeigt, wie berechtigt die Taktik der Fortschritts Partei war, als sie in der vorigen und vorvorigen Session nur mit dem äußersten Wiederstreben, und. nachdem Simson die Wieder wähl definitiv abgelehnt hatte, für Forckenbeck als Nachfolger stimmte. Wer selbst so empfindlich ist wie dieser Präsident» der sollte sich hüten, die Empfindlichkeit seiner College« unnöthiger Weise auf die Probe zu stellen." So das f o r t s ch r i tt li ch e Organ. Wenn die Sozialdemokraten sich über derlei Praktiken beklagten, so wurde eS todtgeschwiegeu; jetzt, da zufällig ein Fortschrittler so traktirt worden ist, wie eS gegen die sozialdemokratischen Abgeordneten Regel, schlägt man Lärm. Nun, wir werden gelegentlich mit unseren Erfahrungen aus warten; einstweilen sei bemerkt, daß Vorbereitungen getroffen stnd, diese ReichStagSpraktiken in der nächsten Session zur Sprache zu bringen. — WaS die Liberalen unter Rede- und MeinungS- freihcit verstehen. Am 2. d. Monats hielten die Chemnitzer Liberalen eine„öffentliche VereinSversammlrng" ab, zu der sie den bekannten Bauchredner, alias Frühlingslerche Bö lk sich verschrieben hatten. Die schon tausendmal gehörten Tiraden deS genannten Herrn von der Reicheherrlichkeit im Allgemeinen und der Bismarckherr- lichkeit im Besonderen veranlaßten Vahlteich zu einer Erwide- rung. Allein das paßte nicht in den Kram der Liberalen. Diese „gebildeten Leute" erhoben, als die Ausführungen VahlteichS ihuen unbequem zu werden begannen, ein solches Gebrüll, daß derselbe vor Ablauf der auf ein möglichst geringes Maß beschränk- ten Redezeit buchstäblich niedergeschrieen wurde. Und der ehrenwerthc Herr Vorsitzende hatte dann noch die Stirn, der Bei' sammlung„für die bewährte parlamentarische Würde" zu danken! Man sieht, das Beispiel des Reichstags thut feine Wirkung. Die Herreu Liberalen aber dürften bald finden, daß ihre parlamenta- rische Praxis nicht bloS unanständig sondern auch— unpraktisch ist.— Inzwischen hat die Völk'sche Versammlung in Chemnitz bereits eine recht charakteristische Folge gehabt. Wir lesen darüber in der„Freien Presse": Herr Schott, Besitzer der mechanischen Webfabrik am Ziegel- steig, hatte die Versammlung auch besucht und erblickte unter den anwesenden Sozialdemokraten einen seiner Arbeiter. Diesem Ar- beiter erklärte Herr Schott heute früh, daß er augenblicklich das Geschäft verlaffcn müsse, weil er beim Auftreten VahlteichS ge- klatscht habe. Eineu Sozialdemokraten litte er nicht in seiner Fabrik, denn der infiziere das ganze Haus.— Der Arbeiter hatte natürlich auch keine Lust mehr, einem solchen liebenswürdigen Fabrikanten ferner seinen Arbeitsertrag zu Gute kommen zu lassen, und entfernte sich, gemaßregelt wegen seiner politischen Ueberzeugung.— So läßt sich« bequem gegen„Irrlehren" an- kämpfen! — Etwas für die Culturkämpfer. In der„Königs- berger Hartung'schen Zeitung" ist Folgende» zu lesen: Am 3. d. M. veranstalteten die Bauern von Gr.-Stürlack eine Treibjagd. Um die Sache recht billig zu machen, wurde der Rcctor ersucht, seine Schulkinder als Treiber herzugeben. Dieser, dazu be- reit, schickt diejenigen, die sich freiwillig meldeten, trotz der großen Kälte aus der Schule direkt zur Jagd. Während der Jagd wurde den Kindern in so überreichem Maße Branntwein verabfolgt, daß dieselben theilS erstarrt, theilS lärmend, mit Mühe gehen könnend, zurückkehrten. Der Eine wurde nach Hause getragen, einen Andern nahm ein deS WegS kommender Schlitten auf; derselbe lag am Wege und waren ihm beide Hände erfroren. Seinen Eltern Über- geben, gab er d-S Nachts seinen Geist auf." Ihr seid über solche namenlose Rohheit empört, Ihr Herren Culturkämpfer? WaS fällt Euch ein? Jllustrirt nicht die Parabel vom Mückenseigen und Kamceleverschlucken! Werden die Kinder in unsren heutig?« Volksschulen nicht systematisch zur Menscheujagd dressirt, und Ihr wollt unrecht finden, daß mau sie einmal zur Thierjagd verwendet? Macht Euch nicht lächerlich, Ihr Herren. — Wie die ArbcitS-Statistik gefälscht wird, das zeigt nachstehende Correspondenz der„Franksurter Ztg." aus Bayern, ck. ck. 9. Februa« „Als wir Ihnen vor einiger Zeit berichteten, daß die vom R«chSkanzleramte angeordneten Erhebungen bezüglich der Verhält- nisse der in den Fabriken beschäftigten jugendlichen Arbeiter und .Frauen in Bayern nicht in richtiger Weise gepflogen werden, wurde dieser Nachricht widersprochen. Wir haben nun ge- naue Recherchen in den bedeutendsten Fabrikstädten Bayerns an- stellen lassen und halten unsere frühere Behauptung vollständig aufrecht, indem wir wiederholen, daß das aus Bayern eingehende Material vollkommen werthlos ist. Die Be- Hörden übersenden nämlich ganz einfach den Arbeit- gebern die Fragebogen und überlassen ihnen die Aus- füllung derselben, ohne die Richtigkeit ver gemachten "krin sämmtlich mehr besitzen, als sie sich erarbeitet haben, und folglich besitzen, was ihnen nicht gehört. — Der Pesthauch der wirthschaftlichen Korruption durchzieht die ganze Welt und läßt die Menschheit nicht zum Frie- den gelangen. Wie in Europa so ist auck in Amerika der Kampf zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Arbeitgeber und Arbeit- nehmer an der Tagesordnung; Arbeitseinstellungen, ArbeitSanS- sperrungen, Lohnreduktionen u. s. f. sind auch dort die Waffen, mit welchen dieser Kampf geführt wird. Bald sind die Arbeiter der angreifende Theil, bald sinv sie die Angegriffenen und, wie dieS bei der dominirenden Stellung der Arbeitzeber nicht anders sein kann, in den meisten Fällen auch die Besiegten. So kommt der„Neuen Arbeiterzeitung" in Newyork anS PittSburgh die Nachricht zu, daß in zwei der größten Eisenwerke die Arbeit wie- der begonnen hat. Nach den dortigen TageSblättern hat der Hunger die Arbeiter, welche seit Wochen nur von Hafermehl, Wasser und Brod gelebt, wieder zur Arbeit getrieben. In den Werken der Herreu Barden sollen 1300 Mann und in den von Corning u. Co. dreihundert Manu die Arbeit zu den reducirten Löhnen wieder aufgenommen haben. Wahrscheinlich wird diese Niederlage den ganzen Ausstand brechen, da, wie eS scheint, ein welche auf Pflicht und Gewissen versichert: UaS scheint eS so noth� wendig, recht oder angemessen.—(Nach einem Hinweis auf enz-j tische Vorkommnisse): Ein unverwerflicher Zeuge und Z-itzenoff!, der konservativste aller Lordkanzler, der Earl Clarendon, Schwieger-! vater Jacob IL, sagt darüber die Wahrheit: Diese Jrrthümer sind nicht dem Hofe zuzurechnen, sonder« dem Geiste und der Ueberdienstfertizkeit der Juristen, die stj sorgfältiger hätten hüten sollen, ihren Beruf und ihre Col- legen zu entwürdigen durch solche Dienste, welche beide sl> sehr dem Vorwurf ausgesetzt haben. Es ist nicht zu sazeihs welchen Schaden und welches Unheil Krone und Staat er-l fuhren durch den verdienten Tadel und die Infamie, weicht! die Richter traf, die sich in diesen und ähnlichen Akten der Gewalt brauchen ließen. Meine Herren! Ich könnte das selbst sagen! Sie werden aber zugestehen, daß in dem Munde eine« LordkaazlerS Clarendon diese Worte mehr bedeuten, als in meinem Munde. (Gneist führt nun weitläufig auS, wie aus die Richter einge- wirkt worden ist, und sagt dann): In der That hat d e eindringliche Fragestellung Erfolg gehabt. Der General- Staatsanwalt hat sich eines Besseren belehrt, die Richter und HlllfSarbeiter haben sich einer bessereu, so oft und Theil der Hilfsarbeiter(Heizer und andere) die Plätze der Gießer von solcher Seite empfohlenen besseren Interpretation insoweit be- eingenommen haben. Wenn dieser Ausstand gänzlich verloren fleißizt, daß ein Mehrheitsbeschluß zu Stande gebracht ist..... gehen sollte, so ist die« zwar ein harter Schlag für die Eisen- Ich habe es stets ausgesprochen, daß kein Fortschritt unserer Justiz gußer, aber es liegt die Möglichkeit vor, daß aus diesem Unglück> den Krebsschaden jemals gutmachen kann, daß diese Auflösung der ein großer Fortschritt entspringt, nämlich die Vereinigung sämmt Gerichte in kleine, unter dem Einfluß der zeitigen Verwaltung er- licher Eisenarbeiter des Lande» zu einiger mächtigen Organisation! nannte Commissionea ein sehr schlimmes Ende mit Schimps Schon werden Stimme» laut, welche darauf hinweise», wie unzu reichend, ja sogar schädlich für alle Arbeiter dieser Industrie die getrennte Organisation der einzelnen Branchen ist. ES bestehen nämlich vier Organisationen, deren Mitglieder in derselben In- dustrie in den meisten Fällen neben einander und unter dem ?(eichen Arbeitsherrn arbeiten."— Weiter sind in Massachu- etts die Löhne in den Baumwollenspinnereien um 10 Prozent reduzirt worden. Die Nähmaschiuen-Compagnie Singer in New- yortk hat 1S00 Arbeiter entlassen. Die Arbeiter in der Teppich- fabrik von HeggingS n. Comp, in Newyork haben nach langem Ausstand in eine Lohnreduktion von S Prozent willigen müssen. In dieser Weise berichtet die„Neue Arbeiterzeitung" noch über eine ganze Reihe von Collisionen zwischen Arbeitern und Fabri- kanten. Und diese Collistonen werden fortdauern und mit immer größerer Heftigkeit eintreten, so lange die kapitalistische Produktion«- weise andauert, so lange ein winziger Bruchtheil der Gesellschaft und Schande nehmen müsse. Kommissionen, die unter der falschen Firma von Collegien er- kennen, haben selbst ein Gefühl der Unwahrheit in sich, denn sit wissen, daß die politische Jurisdiction in diesem Land! geübt wird durch VertraucnScommissionen der jetzige« StaatSminister!..... Das weiß jeder Mensch, daß so lang« die menschliche Natur sich treu bleibt, unter 4000 Richtern ua« HlllfSrichtern, die dem Hrn. Justizminister unmittelbar und mittel- bar zu Gebote stehen, einmal drei, und einmal fünf, und einmal sieben Commissarien zu finden sind, die unS verurtheilen. Wenn mau drei Männer aus einer solchen Zahl heraushebt, drei Männer, denen gegenüber man der BertrauenSgeber, oft der Wohlthäd-r ist, da entspricht eS der menschlichen Natur, daß ei« in die Person so gesetztes Vertrauen selten getäuscht wird!— Abgeordneter Kaungießer: Der Herr Justizminister sprach die Arbeitskraft der Massen in seinem Sonderintcresse ausnützen! es als seine Tendenz bei Besetzung deS höchsten Gerichtshofes deS kann, was sittlich, wie so Manche» schon, auch sein Ende nehmen Landes auS: lediglich charakterfeste Männer zu wählen, die del wird. öffentlichen Meinung Widerstand zu leisten im Stand« !wären! Nun, meine Herren, wir haben diese Aeußerunz ver- — AuS Berlin wird uns berichtet: Am 1. Februar wurde hier eine standen und das Land hat sie verstanden. Es hat sich in uns Versammlung des Wahlvereins der sozialdemokratischen Arbeiter- wie im Lande, die Ueberzeugung befestigt, daß das Ober-Tribunal Partei aufgelöst und ein Redner, Genosse Stäger, verhaftet. Als! den Anhängern unserer Partei verschlossen ist, und sich nur solche« ob es sich darum handelte, einen begangenen Fehler wieder gut zu'Männern öffnet, welche vermöge ihrer Traditionen, ilrer ganze« machen, wurde Stäger, welcher nach Feststellung seiner Persönlich zLebenSrichtung und ihrer politischen Stellung den Grund-Au keit sofort auf freien Fuß gesetzt worden war, am 5. Februar Ci.........— w m-------"' neuerdings verhastet.— Weiter soll die schon am S. August 1874 erlassene Verfügung, das Verbot der Versammlungen deS söge- nanmen Vereins der sozialdemokratischen Arbeiterpartei betreffend, in dem zum 16. Februar angesetzten Termin„vervollständigt" werden. Angeklagt ist der Vertrauensmann, Schriftsetzer He ins ch, als Leiter und Ordner eines Vereins, der mit anderen Vereinen in Verbindung steht u. f. w. Die Anklageschrift bildet ein statt- licheS Heft von nicht weniger als L3 Folio-Seiten. Die bekannte 7. Deputation bildet das Richtcrcollegium. Wir glauben bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen zu dürfen, dem Schuyzeist der heuti- gen Gesellschast, Herrn Tessendorff, unfern aufrichtigen Dank ab- zustatten für die Verdienste, die er sich um die Kräftigung und Ausbreitung der Sozialdemokratie in Berlin erworben hat. Also besten Dank, Herr Tessendorff! Agitiren Sic nur so fort! Nrtheile über die U«abhängigkeit der preußischk« Nichter. (S. Note in Nr. 17, 3. Spalte, de«„Volksstaal".) HanS der Abgeordneten, Sitzung vom 3. Februar 1866*):' v. Forckenbcck: In der Verfassung steht: eS soll kein Geld ohne unsere Bewilligung ausgegeben werden,— seit vier Jahren wird das Geld des Landes ohne unsere Bewilligung ausgegeben; — in der Verfassung steht, daß die Minister verantwortlich sind und wegen Verletzung der Berfassung, des Verbrechens des Ver- raths zur Anklage gezogen werden können. WaS erklären die Minister? Ja, wir sind verantwortlich, aber nur Gott- allein,. wir sind also Menschen. ES steht ferner in der Verfassung: Abgeordnete sind unverantwortlich und die Minister stnd ver-" antwortlich, und waS antwortet uns der höchste Gerichtshof? Ihr Abgeordnete seid verantwortlich! Meine Herren, da» ist das Zerrbild einer Berfassung, welches diese» System dem preußischen Volke jetzt zu bieten wagt. Und was haben wir in dieser Lage, zu thun? M. H., einfach zu koustatircn, daß der Einbruch in die Stimme gewonnen. schauungen und den Grundsätzen de» modernen Staats- un» Verfassungslebens fern stehen.— Wenn die preußische Justiz den Art. 84 mit seiner unbeschränkten Redefreiheit auü der Ver- sassung herausinterpretirt, dann hat das Königthum in Preuße« eine Schlacht verloren; denn e» wankt der Glaube des Volks an die Herrschaft und die Heiligkeit des Rechtes! StävtgerichtSrath Twesten: Wenn der Regierung daran ge-> legen ist, daß von einer langen Praxis, von einer feststehende« Auslegung der Gesetz: abgegangen und eine neue Jaterpretatio« an die Stelle gesetzt werde, dann werden neue Möglichkeiten aus- gestellt, eS wird über Unzuträglichkeiten, Ungeheuerlichkeiten geklagt» die Nothwendigkcit einer anderen Entscheidung urgirt, Gesichts' punkte aller Art werden geltend gemacht—, Staatsanwälte, Prä stdenteu sprechen mit Einzelnen umher, die Stimmung wird gemacht. Von dem Präsidenten de» Ober-TribunalS, v. Schlieck- mann, wird gesagt, daß er schon in der Zeit, als er noch Vice- Ptästdent de» Oder-Lar.deSgcrichteS in Naumburg war, sehr wohl verstand, auf die erkennenden Richter einzuwirken. Ei» Fall derart ist gerichtlich constatirt worden.— Mein« Herren! Nicht alle Nichter antworten in solchen Fällen, wie der Präsident Lequier auf die rechtswidrigen Zumuthungen des Re> staurationS-MinisterS P-yronnet:„La, cour reud dea arrets et non pas des servicea!*) Sie leisten Dienste, das wiederholt sich zu allen Zeiten. Freilich könnte sich die rcchtSverachtend« Gewalt nicht am Ruder erhalten, wenn sich ihr nicht die servile Ehrlosigkeit zur Verfügung stellte. Der Herr Minister- Präsident(Bismarck) rief uns in diesiu« Saale zu:„Verklagen können wir Sie nicht",— im Herrenhaus« sagte er:„Wir werden t£ versuchen". Nun, es ist versucht und eS ist gelungen. Die Richter de» Kriminal- Senats für die osi ländischen Provinzen stimmten die Mitglieder deS rheinischen©£■ natS nieder, aber eS mußte noch eine Majorität beschafft werden. Der Präsident Uhden sandte noch zwei zuverlässige HülsSarbeitec in den Kriminal- Senat uud nun war die Majorität von einer Berfassung, in da» letzte Bollwerk der Verfassung geschehen ist, auszusprechen, das; wir ohne Geld, ohne Verfügung über Leute, ohne den Schutz unabhängiger Richter, diesem System ent- gcgentreten wollen fort und fort, wie eS unsere Pflicht ist, die unS das Land auserlegt. Professor Mommseu: ES ist Heuchelei, wenn man spricht Die Herren Minister können in der That triumphiren über ihre Erfolge, aber wögen Sie Ihre Richt:r mit allen Orden des preußischen Staats behängen, Ihre Sterne decken die Wunde« nickt, welche diese Männer ihrer Ehre vor der Mit- und Nachwelt geschlagen haben, leider aber nicht bloS ihrer Ehre, sonder» auch der Ehre ihres Baterlandes. Prediger Richter: Was die Revolution von unten nicht ge ��si�en im Geringsten zu koutroliren. Selbstverständlich, der Heiligkeit des Rechts, wo das Recht täglich in einer Weise,.,......„,.•- enthaUe« die«naaben der«rb«tg-ber nicht dre gerwgste Bemer- lochen wird, daß eS unmöglich ist, nur an die bona w°Ut und mcht gethan yat. namltch dre R-chtSpsl-ge zu er kung über ungünstige Einwrrkungcn auf die Gcsnndheltsverhatt.nsse �er Richtenden, der Beschließenden in ihrer �Uttern. daS ist jetzt er�etr-ten, und darum koun-n w.r mchi der luzendlichen Arbeiter und der tu den Sabnkeu befchasirgten � glauben. Ich gebe allerdings zu,-S kann-inen Frauen. EmzelNe Behörden glauben m.Hrem Effer sehr wett ge-,.-inen einzelnen bürsten aeben. der den Art. 84 , m.• v••.».l einzelnen Mann, einen einzelnen Fürsten geben, ver den Art. 84 gangen zu semw-nnsie irgend emen Gttstllchen oder emen Arzt bo»a fide in Sinne anölegt, daß eine Anklage der Abgeord- über etwa, ge�Wahrn-hmung-n m dr-s-r Beziehung besiagen. JBon ntten baM möglich ist. Aber wo das höchst- Gericht des Landes sorgfältigen Erhebungen zur Beurtheilung dieser so wichtigen Frage verlautet an keinem Orte irgend Etwas." — Ein Zeugniß für den CommuniSmuS, wie es nicht deutlicher gedacht werden kann, hat Wilhelm von Humboldt, des großen Alexander von Humboldt kaum weniger großer Bruder, in folgenden Worten abgegeben: «Der Mensch hält nie das so sehr für sein, waS er besitzt, als das, was er thut, und der Arbeiter, welcher einen Garten bestellt, ist vielleicht in einem wahreren Sinne dessen Eigeuthümer, als der müßige Schwel- ger, der ihn besitzt und genießt." Also der einzige rechtmäßige Bcsitztitel ist die Arbeit, und wer nicht arbeitet, d. h. gesellschaftlich nützlich arbeitet, hat kein Recht etwas zu besitzen. Was hier von dem Eigeuthümer des Gartens gesagt'wird, gilt natürlich mit gleicher Kraft von Fabrikanten, Grubenbesitzern, kurz von allen Bourgeois und Kapitalisten, die. Jeden unwandelbar die gleiche sei. in seiner Majorität einen solchen Beschluß saßt, welcher dem ge sunden Menschenverstände, der einfachen Auffassung der Dinge, der auctoritas rcrura perpetuo sirniliter judicatarurn**) in dieser Weise in'S Gesicht schlägt, ist es nur möglich dadurch, daß unter den Richtern einzelne sind, die unter Beeinflussung stehen, die nicht nach dem Recht richten, sondern nach Gunst, und die das Recht nicht bloß unwissentlich brechen, was Jedem begegnen kann, sondern wissentlich. Professor Gneist: Unsere ganze Staatsverwaltung in Preu- ßen ist so gestaltet, daß sich noch immer jede« StaatS-HoheitSrccht handhaben läßt gegen das Gesetz und gegen die Berfassung, so lange sich unter vielen Personen nur eine kleine Zahl findet, ') Anläßlich der gesetzwidrigen Bcrurtheilung Twesten's wegen einer im Landtag gehaltenen Rede. ") Dem Bertiauen, daß-die Rechtsprechung unparteiisch und gegen die Augen verschließen. Es steht leider sehr übel mit dem, was nuS so oft vorgehalten wird, mit der Selbstständigkeil unserer Richter. Ich will Ihnen nicht einen Präsidenten de« Ober-TribunalS ncnnen, aber doch einen Chefprästdenten eine« anderen Tribunal«;— er schloß im vorigen Jahre seine klagend« Rede über die Angriffe unseres Collegen Twesten mit dem Wahl' sprnch:„Wie er länger als S0 Jahre bisher geihan Habs, so wolle er auch weiter thun, nämlich ein: unparteiisch:, Gott und Sr. Majestät wohlgefällige Justiz zu administriren. M. H. Sehen Sie nicht den furchtbaren Widerspruch in den beiden Wor ten? WaS ist denn Gott wohlgefällig? Ohne Ansehen der Per son! Und wenn eS heißt:„wohlgefällig Sr. Majestät", ist den« da? eine Justiz, die als selbstständiz in unserer Birfassunz hin- gestellt wird? Von wohlgefällig ist weder in der Lersassnng, noch in der Ordnung Gottes etwa« zu lesen! Und wenn solche Sprüche als Wahlsprüche der höchsten Gerichtsbeamteu ausgesprochen wer- den, dürfen Sic sich dann wundern, daß Zweifel und ernste Ec> wägungen über die Unabhängigkeit der Richter, namentlich der i« *) Der Gerichtshof ist da, um UrtheileZzu fällen, nicht um Dienst« zu leisten(Lakaiendienstc zu verrichten). den hiHeien Regionen gehegt werden? ES ist da» früher cm öffentliches Geheimniß gewesen, jetzt ist eS ein lautes geworden! Sibulze-Delitzsch: Weiter wird auch durch das Borschreiten des Königlichen StaatkministeriumS die richterliche Gewalt, indem man sie zur offenbaren Mithilfe bei den in Frage stehenden BerfassungSverletzungen heranzieht, auf das Schwerste in ihrer Stellung compromittirt. Mit den Berwal- tungsbeamten hat eS begonnen, bei den VerwaltungSbeamteu war eS die Purifikation, mit der man die Sache angriff. Die widerwilligen Werkzeuge wurden entlassen. Bei der Justiz geht das nicht, mit der Purifikation kommt man nicht fort, man muß vielmehr den entgegengesetzten Act anwenden um hier Einfluß zu erlangen. Man entläßt nicht Widerwillige, die sich nicht dienst- beflissen in dieser Beziehung erweisen dem Ansinnen der Minister gegenüber, sondern man zieht Dienstwillige hinzu. Hier werden wir erleben, daß ganz besondere Probestücke in passenden Fällen abgelegt werden müssen, vermöge welcher man solcher Probe- und Hülssarbeiter für alle Zeiten sicher sein kann, weil eine Um- kehr, wenn man einmal derartige Dienste geleistet hat, für immer unmöglich ist. Bice-Prästdent Simson: Ich habe die7Ueberzeugur.g ausze- sprochen, daß es auf dem Wege, den die"Königliche Regierung geglaubt hat, betreten zu müssen, kein Anhalten gicbt; daß mit dieser Art der Regierung schlechterding« unverträglich ist, was der Freiheit auch nur entfernt ähnlich sieht. Die Herreu können nicht regiesreu mit einer freien Presse; sie können nicht regiere» ohne Einfluß auf die Zusammensetzung der Gerichte, und sollte dadurch daS Ansehen der Justiz im Lande untergraben werden; sie können nicht regiereu, ohne Ein- fluß auf die Wahlen, und sollte dadurch ein scheinbares Re- fultat gewonnen werden, wodurch das Gegentheil von dem aus- gesprochen wird, was wirklich in dem Herzen der Nation lebt,— sie können nicht regieren mit einer freien Communal- Verwaltung, sie können schließlich auch nicht regieren mit einem Hause, in welchem unbedingte Redefreiheit herrscht. Gutsbesitzer Frentzel: Wenn ich und mein College Tweften verurtheilt werden, so ist ein Verbrechen dann gegen mich und den Abgeordneten Twesten begangen; eS ist ein Ber- brechen, wie eS vor mehr als 200 Jahreu gegen die beiden eng- lischeu Abgeordneten begangen ist, und ich kann nur wie jener Engländer sagen: «ES haben sich verbunden die Räthe der Krone, die Staats- anwälte und leider auch die Richter, um meine individuelle Freiheit und die Freiheit meines Collegen Twesten zu unter- drücken und zu unterdrücken die Freiheit und die Rechte dieses Hauses und des preußischen Volke«." Gneist(persönlich): Der Abgeordnete für Ratibor hat mich fo verstanden, ich hätte nur Borwürfe gegen die Einrichtungen er- hoben, nicht gegen die Personen. Ii. halte ei für nothwendig, darüber keinen Zweifel zu lassen, daß ich diese Hergänge und Be- schlüffi nicht als ein bloßes Produkt von Einrichtungen und Zu- fällen ansehe. Ich bin vielmehr der Meinung, daß iu dieser gavzen Kette von Handlungen eine Reihe von Verletzungen der persönlichen Pflichten von Justizbcamten fiattge- funden ha't...... Aber ich muß den Vorwurf gegen die Per- souen in zweite Linie stellen. So weit diese Entschuldigung nicht ausreicht, erhebe ich laut und ausdrücklich den Borwurf der Pflichtwidrigkeit gegen die Persoven! ** Auch von conservativer Seite sind ähnliche Urtheile über die Richter gefällt worden. So sagte Herr v. Below im preußischen Herrenhause, Sitzung vom 18. November 1363: „Auf politischem Gebiete existirt die Unparteilich- keit des preußischen Richterstandes nicht mehr." ** Was die Achtung vor den Rlchtersprüchen anbetrifft, so ver- dient die Rede des Ministers des Innern, Grafen Eulenburg, «itirt zu werden, welche er bei Gelegenheit der Debatte über das Celler Denkmal hielt— ich glaube eS war 1868—; stärkere Mißachtung eines Richterspruches ist wohl nie öffentlich aus- gesprochen worden. Barmen 4. Qu. 1.—, 4., LandShut 4. Qu. 7. 16. 8., Erfurt 3. u. 4. Qu. 3. 12. 4., Leipzig 4. Qu. 10. 3.—., Elberfeld 4, Qu. 1.—. 8., Chemnitz 4. Qu. 2.—. 11., Halle a. S. 4. Qu. 4. 11. 7., Bayreuth 4. Qu. 1. 20 1., Schw.-Gmünd 4. Qu. 2. 24. 6., Berlin 4 Qu. 1. 27.—., Braunschweiz 4. Qu. 22.—. 4., Wiesbaden 4. Qu. 3. 6. 6, Gießen 4, Qu.—. 19. 4, Summa Thlr. 202. 6. 4. Ausgabe: Zuschuß nach Barmen 11. 2. 11., Zuschuß nach Gießen 12.—.—., Porto-Ausgaben —. 2. 6. Summa Thlr. 23. 5. 5. Bleibt Bestand Thlr. 179.—. 11. ober Mark 537. 9. Wie ersichtlich, fehlen noch mehrere Mitgliedschaften in der Abrechnung, trotzdem wir mit dem Abschluß beinahe einen Monat länger gewartet haben, als statutenmäßig richtig. Wir fordern daher auf, fernerhin strengsteus an der Zeit sestzrhalten. Dann machen wir diejenigen Mitgliedschaften, welche noch nicht im Besitz des Anhangs zum Statut des Krankenunterstützungs-Bunde« sind, darauf aufmerksam, den Bedarf uns anzugeben. Mit Gruß und Handschlag Der Ausschuß. I. A.: B. Klerx. Correspondenzen. Innere Partei- Avgelegenheiten. Den Parteigenossen hiermit zur Nachricht, daß Anton Kier- steiucr, Schuhmacher aus Stettin, zuletzt in Coburg, und M. Schulze aus Rudolstadt aus der Partei ausgeschlossen sind. Der Partei haben sich neu angeschlossen: Neustadt a. d. H., Bertrauer.Smann: E. Pfalzgraf; Tübingen i. W., Vertrauens mann: Schauermann. Als Vertrauensmänner wurden weiter dem Ausschuß vorgeschlagen und sind von diesem nebst Revisoren bestätigt: Cannstadt: G. Burkhardt; Dresden: H. Träger. Hamburg, den 11. Februar 1876. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Ausschuß I. A.: Ä. Auer, Breitestraße 39. i«' Gewerksqenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneidervereiu. Hießen, 10. Februar. Abrechnung der Gewerkschaft für das 4. Quartal 1874: Bestand vom 3. Quartal Thlr. 414. 6. 2. Einnahm«: Nürnberg 3. Quartal 11. 16.—., Gotha 3, Qu. 2.13.9., Pforzheim 3. Qu. 1.24.5., Barmen 3. Qu.—. 27. 1., Elberfeld 3. Qu.—. 26. 6,, Augsburg 3. Qn. 9. 11. 1., Sckw.- Gwünd 3. Qu. 2. 27. 5., Zinsen 10. 26. 2., Stade 4. Qu. 11. 24. 7., Constanz 4. Qu. 4. 12. 3., Barmen 4. Qu. 1. 29. 2, LandShut 4. Qu. 6. 3. 7., Erfurt 3. u. 4. Qu. 1. 7. 6., Leipzig 4. Qu. 9. 20. 3., AugSdurg 4. Qu. 6. 19. 6., Elberfeld 4. Qu. —. 24. 6., Chemnitz 4, Qu. 1. 14. 4., Schw.-Gmünd 4. Qu. 2, 10. 6., Halle a. S. 4. Qu. 6. 12. 6., Bayreuth 4. Qu. —. 27.—., Berlin 4. Qu. 3.—.—., Braunschweig 4. Qu. 20. 7. 6., Wiesbaden 4. Qu. 2. 11. 4., Gießen 4. Qu. 4. 14.—. Summa Thlr. 639. 2.—. Ausgabe: 500 Formulare für statistische Berichte 4. 10.—., 600 QuittuugSbücher 21. 15.—., Porto-Auslagen 1. 24.—. Summa Thlr. 27. 19.—. Bleibt Kassenbestand Thlr. 511. 13.—. oder Mark 1534. 30. Hierzu noch ein Bestand vom StrikefondS im Betrage von Thlr. 56. 7. 9. oder Mark 163. 77. ergibt einen Bestand der GewcrkschastSkasse von Mnrk 1703. 7. Abrechnung der Krankenkasse für das 4. Quartal 1874: Be- stand vom 3. Quartal Thlr. 101. 29. 11. Einnahme: Pforzbeim 3. Qu. 1. 5. 7., Elberfeld 3. Qu. 1. 9. 6., Nürnberg 3. Qu. 16. 17.—., Wttnbmg 3. Qu. 2. 9.—., Bayreuth 3. Qu. 7. 8. 1., Stade 4. Qu. 3. 10. 8., Constanz 4. Qu. 1. 14. 4, ßhemnih, 22. Januar. Oeffentliche Versammlung de« städtischen Vereins. Auf der Tagesordnung stand: 1. Die letzten Stadtverordnetcnwahlen. 2. Die derzeitigen Wohnungs- Verhältnisse in Chemnitz. 3. Besprechung über die Ausfüllung der vakant gewordenen städtischen Abzugskanäle.(Sachverständige sind freundlichst eingeladen, sich an den zu pflegenden Debatten zu be- theiligen.) Zum ersten Punkte ergriff Herr Vahlteich als Re- ferent das Wort. Er erklärte, die Erfahrung habe gezeigt, daß fast kein Arbeiter, und daß sehr wenige Kleinmeister von dem nach ber neuen Städteordnung ihnen bedingungweise zustehenden Rechte, Bürger zu waren, G-brauck gemacht haben. ThcilS sei das zurückzuführen auf den Umstand, daß das mit Geldkosten zu errin- gende Bürgerrecht den neuen Bürgern gar keinen Vortheil weiter gewähre, als eben nur die Berechtigung, ihre Stimmen bei den städtischen Wahlen abgeben zu dürfen. Andererseits habe auch der Chemnitzer Stadtrath durch eine eigenthümliche Taktrk die zum Bürgerwerden berechtigten thcilweise abgeschreckt. Es habe s. Z. im„Chemnitzer Tageblatt" gestanden, die Kosten diese» Aktes betrügen ca. 3 Thlr. Wegen dieses Vorgehens interpellirt, habe er vornehm geschwiegen» schließlich aber doch uur 1 Thlr. 5 Ngr. Kosten erhoben. Mancher, dem die 3 Thaler zu viel waren, hätte wohl 1 Thlr. 5 Ngr. bezahlt. Redner giebt nun ausführlich eine Geschichte deS städtischen Vereins, feiner Entstehung und seiner Wirksamkeit und seine? Erfolge? und fährt dann fort: Hoffaun- gen auf einen Sieg bei diesen Wahlen habe sich der städtische Verein nicht gemacht, dennoch sei ein so klägliche? Resultat bei denselben nicht erwartet worden. Es habe sich gezeigt, daß In- differentiSmuS und Ur.ve> stand noch im Kleinbürgerthum iu hohem Grade vorhanden seien; c? bedürfe einer schweren Arbeit, diesen JndifferentiSmu? zu besiegen, daher müsse aber auch der städtische Verein ferner rüstig auf dem Platze sein, dürfe sich nicht durch den ersten Mißerfolg abschrecken lassen und die Flinte in'? Korn werfen, sondern durch die Niederlage müsse der Muth. oder wenn man wolle, der Trotz wachsen. Redner forderte schließlich die Anwesenden, soweit sie dem Verein bisher fern gestanden, zum Eintritt in denselben auf.— Hierauf meldete sich Herr Roth zum Wort, welcher sich als Vertreter derjenigen Richtung vorstellte, welche der von dem Vorredner vertreteuen direkt gegenüber- stehe. Er betonte, wenn man sage, der städtische Verein sei nicht sozialdemokratischer Färbung, so möge das formell richtig sein, lhatsächlich werde der Verein aber doch von sozialistischer Seite beeinflußt. Es sei ferner nicht richtig, daß die Liste de? Verein? der Liberalen nur da? roßbürgerlhum repräsentirt habe; der Kleinbürgerstand sei daraus ebenfalls vertreten gewesen. Hierauf sucht der Redner da? Borgehen der liberalen Partei im Allgemei- neu zu rechtfertigen, die er al? eine Partei bezeichnet, welche im großen Ganzen stets den zeitgemäßen Fortschritt anstrebe. Auch die neue Städteordnung sei eiue Reform. Auf die Sozialdemo- kcatie kommend, meinte der Redner, er sehe mit Bedauern, daß sie ihre wirthschastli�chen Ziele mehr und mehr außer Acht lasse, und hauptsächlich auf Erriognng politischer Macht hinarbeite. Die Liberalen, fährt der Redner fort, haben keine Furcht vor der Sozialdemokratie, sie befürchten nur, daß ihre Ideen mehr Platz greisen und halten sich für berufen, die Gesellschaft vor dieser ab- schüssigen Bahn zu wahren. Was solle denn werden, wenn man eines schönen TageS nach sozialdemokratischer Manier den ganzen Besitz an die Lust setze. Wieder auf da? Thema der Tagesord nunz zurückkommend, erklärte zum Schluß der Redner: zu Stadt- verordneten seien vorzugsweise nur diejenigen befähigt, welche mit den materiellen Interessen der Stadt v rwachsen sind.— Nachdem Herr Roth gesprochen, entfernte er sich sofort aus ber Vcrsamm- lung. Herr Hofmann, welcher„guasi" Vertreter de? liberalen Wahlvereins ist, ergriff hierauf das Wort, uud suchte das Vor- gehen dieses Vereins zu rechtfertigen, indem er gleichzeitig erklärte, daß er mit dem intoleranten Vorgehen desselben gar nicht zufrieden giweseu und sich nur der Majorität gefügt habe, welche kciueu so- zialdemokratischen Candidaten auf der Liste geduldet. Die Hoff- nungen Vahlteich? auf den Kleinbürgerstand, fuhr der Redner fort, seien illusorisch, denn dieser Stand werde weder sozialdemokratisch noch nationalliberal werden, sondern den Mittelweg gehen. Dieser Mittelweg sei der liberale Wahlverein. Nachdem Herr Köhler noch gesprochen und einige Fragen an den Vorredner gerichtet, wurde die Debatte geschlossen und Herr Vahlteich nahm oa? Schlußwort, in welchem er sowohl Herrn Roth al? auch Herrn Hosmanu eine angemessene Abfertigung zu Theil werden ließ.— „Chemnitzer Freie Presse. Siollöerg, 4. Febr. In Nr. 11 de?«Stollberger Anzeigers" v?m 26. Januar hatte ein gewisser Jemand daS Bedürfniß gefühlt, seine Ansichten über die sächsischen Arbeiter und Arbeitgeber auszusprechen. Wäre das Produkt nicht allzu geistlos, so würden wir uns Mühe geben, dasselbe eingehend zu kritisireü, und so wol- len wir uns nur auf die nothwendigsteu Bemerkungen beschränken. DaS ganze Ding duftet nach der Medizin deS Harmoniedoktor Max Hirsch, wie wir beweisen wollen. Sowie der Meister, ur- thcilt auch sein Schüler. Gehört nickt eine große Portion Dreistig- keit dazu, zu sagen:„Bon einem wirklichen Nothstaud ist zwar in Sachsen unsres Wissens nirgends die Rede." Also uirgeudS! In welchem Theile unsres Sachsens leben denn Sie,' Herr Siebeuge scheidt? Ist Ihnen kein wirklicher Nolhstand bekannt, so besuchen Sie nur einmal unser Erzgebirge. Wir wollen Ihnen nölhigen- salls die Brille putzen, damit Sie ihn doch wirklich sehen können. Kommen Sie einmal in unsre Hütten, wenn unser Stuhl stampft, daß daS alte morsch: Gebäude zittert und bis in alle Fageu er- bebt, und sehen Sie zu, wie wir mit unfern Weibern und Kin- deru arbeiten müssen bis spät in die Nacht, nur um unfern llnt r- halt zu erschwinge». Was ist denn in Ihren Klugen wirklicher Nothstaud? Etwa dies, wenn wir vor Hanger und Elend nie- derfallen, um nicht mehr aufzustehen? Uad wenn Sie vom Ar- bester sagen:„Er hat in den Tagen des reichlichen Erwerbs allzuviel verbraucht"� da» fetzt doch Ihrer Dummhest die Kcone auf. Wann hatten wir denn schon reichlichen Erweib? Als das Ge- schäft flott ging, mußten wir Tag und Nacht arbeiten, uud für wen? für JyreSgleichen. Euch floß der reichliche Erwerb mühelos zu, uuS viel Arbeit, schlaflose Nachte und einige Groschen mehr, die für mehr Licht, Feuerung unv wenn eS hoch kam, noch eine Mahlzeit daraufgingen. Jetzt müssen wir, wollen wir leben, trotz der KristS eben jo viel arbeiten, für weniger Geld. Sie finden das ganz in der Ordnung, denn wir hätten in der Zeit des reich- lichen Erwerbs„sparen" sollen. Doch Sie sind auch großherzig, Sie gönnen uns das mehr „verbraucht" und„verthan". Sie setzen hinzu:„da« war unseru Arbeitern sehr zu gönnen, denn ste hatten meist lange Z-it nur zu kärglich leben müssen—." Da« ist köstlich! Sie bringen e? fertig, uns in einem Athem vorzuschwinveln: bei un» giebt» keine« „wirklichen Nothstand", und dann haben wir meist lauge Zeit „nur zu kärglich leben müssen". Erst gönnen Sie uns da? mehr„verbrauchen", dann haben wir Ihnen wieder zu viel„ver- than". Sie Prachtkerl! Ja wir mußten und müssen noch zu kärglich leben. Wenn Sie und Ihresgleichen im warmen Zimmer sitzen, und sich behaglich auf die Polster strecken, sitzen wir gebeugt hinter dem Webstuhl, in kalter Stube, oder arbeiten tief drunte« im Schacht, vom Tod umringt. Unsere Weiber klöppeln, Eure tändeln. Eure Kinder spielen, unsere spulen oder stricken Stümpfe, die die drallen Waden Eurer Weiber, Töchter unv H.... um- schließen. Wenn Ihr Euch bei Festessen gütlich thnt, und, vom Wein berauscht, auf den Untergang der Sozialdemokraten toastet, schäle» wir unfern Braten aus den Kartoffeln heraus und trinke« Cichorienbrühe oder miserables Bier dazu. Pfafl uns der Wind durch die dünnen Kleider und peitscht un? die Haare ins Gesicht, so hüllt Ihr Euch in kostbare Pelze, und begegnet Ihr uuS, wenn wir fröstelnd an den Häusern hinhnscheu, so wundert Ihr Euch noch, daß wir dummen Kerle frieren! Als ächter Harmonie- Apostel verkündet unser Ungenannter auch den Besitzenden, sie seien an den Mißständen auch mit Schuld. Nachdem er ein: Weile vom „Rückgang der Sozialdemokratie" gefaselt, fordert er die Freunde des Reichs und der bestehenden Gesellschaft auf, in der Be- kämpsung gegai un» nicht lässig zu werden, und schreibselt weiter: „Gerade jetzt mieß eS die Aufgabe aller Gutgesinnten sein(wer sind Die?), Denen, welche da« Volk irre führen(seid da» nicht Ihr „Gutgesinnten?), überall, wo sich die Gelegenhett bietet(oie bietet sich alle Tage), off-n entgegenzutreten(namentlich in odscaren Winkelblättern), ihren WahrheitSentstellnogen mit Thatsachen zu begegnen(ei, ei!), ihre falschen Behauptungen mit Gründen zu wiverlegeu(nur zu!), nicht minder aber auch zur Förderung der geistigen(!!!) und namentlich der sittlichen Bildung de» Arbeiter- standeS nach Kräften beizutragen(wohl dadurch, daß Ihr die Volksverdummung stystcmatisch betreibt, und unsre Töchter Euren Lüsten fröhnen müssen? Siehe Joh. Scherr:„Ein Gang durch eine Fabrik"), ganz besonders durch das Beispiel einer Pflicht- strengen, mäßigen(Austern und Champagner!) und humanen Le- bensführung(vazu gehört das Ozrfeigen von Arbeiterinnen), welches die höher gebildeten Klaffen(vurch Leipziger Carneval?- zoten) den untern geben. Genug davon, diese Blumenlese mag genügen. Wie wir hörten, soll Dr. HanS Blum der Verfasser sein, ob e» wahr ist, lassen wir dahingestellt. Wenn HänSchen eS ist, so wundert es uns nur, wenn er nicht selbst thnt, waS er allen Gntgefinntin empstchlt. Dazu fehlt eS aber wohl an Courage oder dem nöthigen Verstand. Will HänSchen warten bi« eS HanS geworden ist, d. h. bis HänSchen gescheidt wird— uud dazu wird es wohl, wenn er wirklich jenen Artikel geschrieben, nie mit ihm kommen— dann können unsere Agitatoren lange warten, bis sich ihnen ein solcher Don Qiixotc gegenüberstellt. Der Artikel„Die sächsischen Arbeiter und Arbeitgeber" gab uuS auch Veranlassung, den Verfasser» wir— vermutheten eine» Stollberger Reichsfreund dahinter— zu der am 2. Februar stattge- fuudenen Bolksoersammlung öffentlich durch Annoncen und Plakate einzuladen. Als Resereut erschien unser Parteigenosse R. Wie- mer au« Magdeburg, der vor der aaS 300 Personen besuchten Versammlung„über die berechtigten Forderungen der Arbeiter" re- f-rirte. Redner entwickelte in allgemein verständlicher Weise unser Programm und führte auS, daß darin die Forderungen der Ar- beitcr cnthalteu seien und wenn das, wa« er entwickelte, Irrlehren .enthalte, so müßte eS leicht sein, ihn zu widerlegen. Der Bor- sitzende forderte vergeblich auf, dem Redner zu entgegnen, uud ließen sich die Gutgestunten auch diese Gelegenheit wieder ent- wischen. Wiemer ging nun ans den genannten Artikel ein, und kcitistrte denselben mit beißendem Spott. Er warnte die Arbeiter, durch solche Artikel sich täuschen zu lassen, und forderte ste auf, wenn ste sich Klarheit über soziale und politische Fragen ver- schassen wollten, dies durch Lesen sozialistischer Zeitungen und Schuften zu rhu», und sich zu organistren um sich Geltung zu verschaffen. Erfreulich war es, daß während des über drei Stunden dauernden Vortrage« die größte Ruhe herrschte, und der Redner nur durch Beifallsbezeugungen unterbrochen wurde. Nicht ein Mann hatte sich während der Versammlung entfernt; daran trägr uur„der Rückgang der Sozialdemotratie" die Schuld. ZSitKau, 31. Jan. Die am 3l. Januar in Wilkau tagende Mitgliederversammlung der Gruben- und Tazearberter- Genossenschaft war sehr schwach besucht, so daß nur der vierte Theil der in Wilkau und Cainsdorf wohnenden Mitglieder oben- genanuter Genossenschaft anwesend war. EineScheilS mochten Manche es nicht gewußt haben, daß Versammlung war, anderutheil» giebt es auch Viele, die sich erfrechen, die Genossenschaft als Schwindel hiuzustellen, ob au? Dummheit und Unwifs-nheit, wollen wir da- hingestellt sein lassen. Es wird Aufgabe des Ausschusses(ver Genossenschaft) sein, Zweck und Nutzen, sowie das Hauptsächlichste des GenosseuschastsgesetzeS den Mitgliedern zu erläutern, fei es tu Vorträgen, ser es iu der Presse. Aber auch die Mitglieder möge» sich allerorts selbst öfters zusammenfinden, um über die Genossen- schaft(und deren Ziel) als eingetragene Genossenschaft sich richtig klar zu werden. Man glaube ja nicht, daß der Vorsttzeude oder Cassirer eigenmächtig handeln darf und kann, oder daß man die Sacke so leicht behandeln dürfe. Der Vorsitzende iß vor Ge- ri-ht für alle Handlungen de« Ausschusses verantwortlich, welche in Bezug der Genossenschaft ausgeführt werden. Man ist auuz vorsichtig genug gewesen, in der im Mai 1874 stattzesundenen Generalversammlung einen Mann als Haupicassirer zu wählen, der ansässig und dem weitaus größien Theile der Arbeiter schou Jabre lang als actio und zuverläsfig bekannt ist. Sollte jedoch mit Wissen die Geuosieoschaft verdächtigt werden, so nenne man Diejenigen, die cS thun, rnid man wird dieselben vor Gericht be- deuten, was eine eingetragene Genossenschaft ist u. s. w. Vor Allem mögen die Mitglieder sich schou jetzt besprechen, was für etwaige Aenderungen an dem Statut vorzunehmen find; im Monat Mai oder Juni findet die statutengemäße Generalversammlung statt, und bis dahin muß gearbeitet werden, rüstig und unver- drosien. Der in und für Wilkan-CainSdorf gewählte Lokalcassire'r ist Christian Heinrich Taubert, wohnhaft in TrögerS HauS, 2 Treppen hoch, Nr. K6, Neuwilkau. Derselbe nimmt auch außer- halb deS StcuertagS Beiträge(Steuern) entgegen, und zwar am Abend von 6—8 Uhr, sowie am Sonntag von 3—4 Uhr. Der Steuertag ist, wie das Statut besagt, jeden Sonntag nach dem 24. eines jeden Monats. TaS Lokal, wo die Steuern an dem bestimmten Sonntag entgegengenommen werden, ist bei Carl Dittrich, Restaurateur, Nr. 46 in Oberwilkau, neben dem Müller'schen Gasthofe. Wir überlasten es dem GesammtauSschuß der Genostenschast, die angedeuteten Punkte näher zu beleuchten, und geben unS der Hoffnung hin, daß man etwas eifriger wird in der Sache. Eine UnterstützungSkaffe für KrankheitS-, Unglücksfälle und für invalid gewordene Genossen soll und muß erstrebt wer- den. Darum sei Jeder auf dem Posten I (Crimmitschauer Bürger u. Bauernsreund.) Zwickau. Bei der Sonntag, den 7. Februar abgehaltenen öffentlichen Sitzung deS AgitatiouS-ComitöS, zu welcher die Par- teigenossen der Umgegend eingeladen waren, wurde nachstehender VerfammlungS- Kalender aufgestellt: Sonnabend, den 13. Februar in Zwickau; Sonntag, den 14. Februar Nachmittag» in Schön- felS; Sonntag» den 14. Februar Abends in Marienthal; Son- nabevd, den 20. Februar Abends in Wilkau; Sonntag, den 21. Februar Nachmittags in Rottmannsdorf; Sonntag, den 21. Febr. AbendS in CeinSdorf; Soouabend» den 27. Februar Abends in Schedewitz; Sonntag, den 28. Februar NachmmiitagS in Ebels brunn; Sonntag, den 28. Februar AbendS in Planitz; Sonnabend, den 6. Wärz Abends in Wildenfels; Sonntag, den 7. März Nach mittag» in FriedrichSgrün; Sonntag, den 7. März Abends in Reinsdorf; Sonnabend, den 13. März Abends in Stenn; Sonn tag, den 14. März NachmiltagS in Auerbach; Sonntag, den 14. März Abends in Crösten oder Mosel. In diesen Versammlungen wird, wo eS möglich ist, der Reichs tagsabgeordnete Motteler über„die Thätigkert de« Reichstags" referiren. Da die oben genannten Ortschafien nicht alle vertreten waren, woran da« schlechte Wetter wohl hauptsächlich schuld war, so ersuchen wir alle Parteigeuossen genannter Orte, so schnell als möglich die völhigen Schritte zu thnn, damit die Versammlungen an den festgesetzten Tagen abgehalten werden können. Also Par- teigenossen, thut Eure Pflicht; jede weitere Auskunft ertheilt der Unterzeichnete und sind dahrr alle Anfragen und Briefe an selbigen zu richten. I. A.: Carl Hosmann, Vorsitzender, Scheergaste. Kamvurg» 2. Februar. Völlige Ausklärung in Betriff der Angelegenheil deS Herrn Weigel. Im Oktober und November 1373 fand ein Strike der Cigarrenarbciter in Holland resp. Rot terdam statt. Die Herren Cohn au« London und F. W. Fritzsche reisten in dieser Angelegenheit in Norddentschland umher, um Pro paganda für die Sache zu machen. Unter dieser Anregung bildete sich hier in Hamburg ein Strikecomitö, welche« Gelder einsammelte (ca. 20 Thaler), und wurde mit der Versendung deiselben C. Weigel beauftragt. Seit Ende November 1873 warten die Cu garrenarbeiter Hamburgs und Umgegend, welche zu diesem Slrike Gelder beigesteuert, um Aufklärung oder Beweismittel, ob Herr Weigel das Geld abgeschickt habe oder nicht. Herr Weigel wurde von den damaligen Slrikecomitömitgliedcrn Hcffmann, Philipp und Herzig mehrfach aufgefordert, ihnen die Quittung über dre abgesandten Gelder zu zeige«— er verweigerte c« ihnen, indem er sagte, er habe den Postjchein nicht bei sich. Da nun Weigel e« den Comitömitgliederu und einzelnen Personen verweigerte, Rechen fchast zu geben, so wurde er in fünf auf einander folgenden Ci garrenarbeiterversammlungeo aufgefordert Ausschluß zu geben. Er fehlte beständig. Ja der dritten Bersammlung wurde eine Com anisfion, aus acht Personen bestehend, ernannt» welche beaustragt war, sich die Ourttung von Weigel zeigen zu lassen. Die Com misston begab sich am andern Morgen zwischen 8 und 9 Uhr in die Privatwohnung deffelben und theilte ihm den Zweck ihres Kom� men« mit. Weigel fühlte sich aber nicht gemüsstgt, da« Bett zu verlassen, wurde grob und meiute, so könnte ein Jeder kommen, und verwies den Herren, weil sie mit dieser Antwort nicht zusrie- den waren, daS Zimmer. In die vierte Bersammlung schickte der Herr, statt selber zu erscheinen, den Boten Herrn Schreckenbach. welcher der Versammlung die frohe Kunde brachte, daß Her Weigel den Postschein verloren habe. ES wurde nun ein Bureau. au« drei Personen bestehend, ernannt, um Ermittelungen einzu ziehen bei den Postanstallen, ob das Geld daselbst direkt einge zahlt worden sei, wie die Angabe lautete. DaS Ergebmß war fruchtlos, da uns der Name des Adrestaten nicht bekannt war Wir begaben uns nun zu Weigel, und eröffnete un« derselbe, daß er daS Geld in einen recommandirten Brief gelegt habe, er wüßte aber den Namen de« Avrestateu nicht mehr. Hieraus erhielten wir von Herrn Philipp den Namen und die Adresse de« damaligen SttikekasftrerS, Herrn Hartenstein, Opdikstraße Rotterdam, welche wir der Oberpostvrreklion Übergaben, um in den Hauptbüchern »achschlagen zu lasten. DaS Ergebniß war wiederum fruchtlos, da für die Zeit, in welcher Herr Weigel da» Geld abgeschickt haben will, kein derartiger Name in den Postbücheru aufzufinden war Dieses Resultat wurde der letzten Cigarreuarbeiter Versammlung vom 9. Dezember mitgetheilt, und wurden wir von dieser Ver sammlung beauftragt, vorstehende Erläuterungen einzuschicken, und ward sodann nachstehende Resolution einstimmig angenommen: „Die heutige öffentliche Cigarrenarbeiter-Versammlnng erklärt, daß Herr Weigel in fünf aufeinander folgenden Versammlungen, kotz Aufforderung, nicht e, schiene» ist; sie fordert deshalb denselben auf, innerhalb vier Wochen daS BeweiSmaterial herbeizuschaffen daß daS Geld an seine richtige Adresse gelangt sei, widrigen fall» die Sache der Oeffentlichkeit als Unterschleif bekannt ge geben wird." Mit sozialdemokratischem Gruß! I. Better», Vorsitzender. G. Barthel», Schriftführer. I. Fahlstich. H. Kvttkamp. Ftönigsverg. Den 1. Januar wurde hier ein fozialdemo kratifcher Wahlverein gegründet mit folgendem Programm: tz 1. Zweck de» Verein». Der sozialdemokratische Wahl verein zu Königsberg i. Pr. hat die Aufgabe, die nächsten Wahle zum Reichstage und zn den andern VcrtretungSkörpern vorzube reiten und die Wahl von Männern durchrusetzen, die sich zu den sozialdemokratischen Grundsätzen bekennen und kein Recht deS Vol- keS ausgeben.— Zu diesem Zwecke beruft der Verein jeden Monat mindesten« eine Versammlung ein. Z 2, Mitgliedschaft. Dieselbe wird ohne Unterschied deS Standes von Jedem erworben und erhalten, der dieses Statut anerkennt und namentlich einen Beitrag von mindesten 1 Sgr. (10 Reichspfennige) praeimmerando bezahlt. § 3. Generalversammlungen. Im Monat Oktober je- des Jahre» findet eine ordentliche Generalversammlung statt, in welcher ein Vorsteher, ein aus 4 Personen bestehender Beirath desselben und aus diesem ein Kassirer und ein Kasser controleur gewählt wird.— Außerdem können durch den Vorsteher, und müssen aus Anttag von mindestens 20 Mitgliedern außerordentliche Generalversammlungen jederzeit einberufen werden.— Jede Generalversammlung muß durch 2 KönigSberger Blätter resp. durch Plakate angekündigt werden. §4. Geschäftsführung. Der Vorsteher übernimmt die Vertretung des Vereins nach außen. Seinen Stellvertreter er- wählt er au» dem Beirathe.— Dem Vorsteher steht jederzeit Ein- lcht in die Kassenvcihältnisse zu.— Außerdem kann jede außer- ordentliche Generalversammlung und muß die ordentliche General- Versammlung im Oktober 2 Kassenrevisoren ernennen. S. Diese Statuten können nur abgeändert werden, wenn in zwei, 8 bis 14 Tage auS-inanderliegenden, Generalversamm- lungen die Majorität der anwesenden Mitglieder sich dafür ent 'cheidet. � 1 war von Dr. Joh. Jacoby in Berücksichtigung der bevorstehenden Einigung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen vorgeschlagen, welcher auch in der constituirenden Versammlung die sozialdemokratischen Grundsätze erläuterte und sie auf die For- derung concentrirte: Gleiche« Recht gegen Jeden in politischer, gesellschaftlicher und nationaler Hinsicht. Die übrigen Parteien hätten zwar auch oft„gleiches Recht für Alle" al» Grundsatz auf- gestellt, aber nicht die richtigen Consequenzen auf das soziale und internationale Leben gezogen. Die sämmtlichen§§ wurden einzeln vorgelesen und einstimmig angenommen, nachdem Dr. Jacoby entgegen dem Vorschlage, der auf 20 Pf. gi»g, für einen monatlichen Beitrag von 10 Reichs- Mennigen gesprochen, nnd dieser geringe Beitrag von den An- wesenden auch acceptirt worden war. In den Verein ließen sich an diesem Abende 104 Mitglieder einzeichnen. Als Vorsteher wurde gewählt: Kaufmann Max Her- big, doch nur bis Mar, da er dann die Stadt zn verlassen ge- denkt, in den Beirath Kaufmann Herm. Arnoldt, Gärtner S. nder, Maler Rekitzki und Buchhalter A. Radtke. Mit be- geistertem Hoch auf die Sozialdemokratie trennte st» die Versamm long. Die„Ostpreußische Zeitung" macht ihrem Aerger über die Gründung de« sozialdemokratischen WahlvereiuS Luft in den fol genden Worten:„Kaum ist die sozialdemokratische Arbeiterpartei ür gkschlossen erklärt, so wachsen der Hydra statt eineS abge chlagenen zwei neue Köpfe empor-c." Königsberg i. Pr., 4. Februar. Laut E'kenntniß vom 10. Dezember v. I. ist Schwarz wegen VereiuSgesetz-Uebertretung zu 10 Thlr., wegen VeretnSgesctz Vergehen zu 20 Thlr., Unter- zeichncter wegen des letzteren Punktes allein zu 30 Thlr. ver- urtheilt; meine härtere Strafe wurde mündlich monvrrt, weil ich als Agitator zu betrachten wäre, schriftlich, weil meine Thälig- keit, 2 Vereine zu verbinden, eine umfassendere gewesen sei. Die Verbindung sei durch Ueberführung von Beiträgen geschehen und durch meine Berichte an den Ausschuß der sozialdemokratischen Arbeitet Partei und an den„Volksstaat"(!). Ob wir am One einen Verein gebildet oder nicht, hänge davon ab(!), ob die Eise nacher sozialdemokratische Arbeiterpartei ein Verein sei oder nicht. Diese sei e« durch die Organisation, also sei auch der Vertrauens mann eine« OneS Vorsteher eines Lokalvereins. Auf Schließung diese« LokalvereinS wird erkannt, wegen der revolutionären Ten venz der sozialdemokratischen Aibeiterpartei, die in ihrem Pro- gramm erklärt:„Die heutigen sozialen Verhältnisse sind im höchsten Grade ungerecht und daher mit aller Macht zn bekämpfen", wo durch sie zu Unzuftiedeuheit die Arbeiter aufreizte ic. Meiner An ficht nach muß bewiesen werden, ob die Organisation der sozial- demokratischen Arbeiterpartei ein Verein, ob in Königsberg ein politischer Verein bestanden, ob ich Vorsteher eine« solchen gewesen, ob ich al« solcher eine Verbindung zwischen beiden Bereinen vermittelt habe. Zur Unzufriedenheit aufzureizen ist auch noch nicht verboten, also die Schließung nicht erforderlich. Ueberhaupt kann ein Verein, der nie bestanden, auch nicht geschlossen«erden, nur würde dieser Ausspruch zu ungesetzlichen VersammlungS-Auslösungen führen. Appellation ist angemeldet. Adolf Radtke, „geschlossene«" Parteimitglied der soz.-dem. Arbeiterpartei. Wiesbaden, 11. Februar. In der am 6. d. MtS. abge haltenen Versammlung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige im Lokale de« Herrn Haas tagende Versammlung der sozialvemo kratischen Abetterpartei begrüßt mit Freuden die in beiden Arbeiter ftaktionea geflogenen EmigungSbestrebungen und hofft, daß die selben mit dem zu Pfingsten statisindenden Congreß ihren Abschluß finden, und spricht die Versammlung die Erwartung au«, daß dieselben dem Grundprinzip der Sozialdemokratie entsprechen". Mit sozialdemokratischem Gruß! Die Parteigeuossen. I. A.: K. Hintermcyer, Burgstraße 6. Briefkasten der Expedition: H. Ostrm. Dortmund: Nr. 6 gesandt. Wenn eine Nr. von der Post Ihnen nicht geliefert wird, so dürfen Sie nicht nach der- selben dort fragen, sondern Sie müssen die Nr. dort energisch fordern; die Post ist verpflichtet, Ihnen alle Nrn. zu liefern, die Sie abonoirt haben.— G. R. Neundorf: Wenn Sie die früheren Nrn. de« Quart von der Post erhalten wollen, müssen Sie bei dortiger Postexp. mündlich. oder schriftlich, nachverlangen nnd 10 Pf. Nach bestellgebühr entrichten. £|iO n i t t u n g der Expedition: Soz.-dem. A.-B. hier Ann. 6.10. Rdlph Hannover Ann. 1.00. Kml Riga Sckr. 5.00. Mh. hier Ann. 4.00. H. u. B. hier Ann. 2.75. I. Bsch Mainz Schr. 18.00. Schmd Gotha Ann. 0.60. Brmn. Frlf. Schr. 1.25. Wllnr bier Ab. 0.60. Hdlch hier Ab. 6.00. Rjl Wien Ab. 1.70. Rtmr n. To. Mnchn Schr. 13.15. Grnt Nea- lirwen Schr. 7 05. Grutwz MiloSlaw Schr. 2.45. Ehmnn Berlin Ab. 30.00. Wchtr Hos Schr. 3.00. Sch. Luxbg Schr. 2.95. H.Rckw Ler- lm Schr. 138.75. Für die Hinterbliebene» yorck'S. Arb.- Berein in Lindenau 6 50.__ Gcnossenschaftsbnchdrnckerei. Antheilscheine bez. Antheilquittuogen erhielte» ferner: R. S. 9.00. Anzeigen ze. Wttfifiltitrft Literarischer Verein. lim'.yUlllg Sonntag, den 21. Februar, Nachmittag« 3 Uhr: General-Bersammlung bei H. Weber(Brenner'sche Brauerei). (40)__ Der Ausschuß. Altona Sozial-demokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, den 13. Februar, Abend« 9 Uhr: Bersamm- lung im Schuhmachcr-Amthau«. Tagesordnung: Innere Bereinsangelegenheiten und Besprechung eine« Ball«. Zu vollzäblichem Besuche ladet ein Der Borstand. HB. MonaiS- BeUrüge werden entgegen genommen.(70) Erklärung. Durch die öffentlichen Blätter geht, theilweisc mit gehässigen Bemerkungen, theilweise als einfache Angabe, die durch die An- Hänger de« Herrn Bräuer in Hamburg verbreitete Nachricht, daß ich außer meinem Gehalte in dem Geschäftsjahr de« Allz. deutsch Arb.-VereinS vom 1. April 1873 bis 1. April 1374 150—250 Thaler monatlich Agitationsgelder für mich bezogen hätte; ein Theil des Geschäftsberichts deS Allg. deutsch. Aib.-VereinS wird dieser Behauptung von einigen Zeitungen zu Grunde gelegt. ES werden allerdings, und besonder« bei lebhafter Agita tion, an welcher sich der Präsideut de« Allg. deutsch. Aib.-Ber ein« selbst betheiligt, an diesen auf seine Anweffung von der VereinSkasse oftmals größere Summen gezahlt, von welchen er eineStheil« andere Agitatoren für die Zeit ihrer Thätigkeit besoldet, anderntheilS seine eigenen Ausgaben destreitet. In dem oben angefühlten Zeiträume hatte ich gegen 1700 Thalcr aus der VereinSkasse bezogen, von welchen ich aber, laut der der General-Versammlnng zu Hannover vorgelegten und geprüften Quittungen und Post scheine, selbst nnr gegen 500 Thlr. zur Agitation für 136 Tag nebst Fahrgeld zur Reise fast durch ganz Deutschland verbraucht halte Die übrigen 1200 Thlr vertheilien sich auf verschiedene Agitatoren Ich ei suche zunächst die Blätter sozialdemokratische, Richtung, diese sachliche Erklärung ausnehmen zu wollen; dam aber halte ich eS auch für Ehrensache aller anderen Blätter, welche über diese Angelegenheit irgend etwas gebracht haben, gleichfalls obige Erklärung abzudrucken. In unserer heutigen Zeit ist eS allerdings leicht, einem Manue in der Oeffeuilichkcit die Ehre abzuschneiden; daß man dieS aber in so ftivoler, letchisinniger Weise zu ihun versucht, ist ebenfalls ein Zeichen der Fäulniß unserer sozialen VerhäUnlsse. Hasenclever. I. Mttlr hier 0.50. Fond für Gemaßregette. Arb.-B.-B. hier durch W. 34.50. In Leipzig Berlin Verein der Sattler und BerufSgenoflen. Sonnabend, den 20. Febr., Abend» halb 3 Uhr: Geschloffeue Mitgliederversammlung bei Polenz, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1) Kaffenbericht. 2) Kongreß- Anträge. 3) Innere Bereinsangelegenheiten.__ A. Tinnen, Bertrauensm.-(50) Dresden (3b w.)_ Schreibergasse 7„Zum Pirnaischen Hof."(40) Sozialdemokratischer Arbeiterverem. ®_*0. Donnerstag, den 18. Febr.: Oeffentliche Bersammlung im Kleinen Saal de« Tonvenigarten. Berlin, Bericht der Conferenz. Leipzig Bortrag de« Hrn. Slauk an« 140) Sozialdemokaiischer Arbeiterverem. Donnerstag, dm 18. Februar, Abend» halb 3 Uhr: Bersammlung bei Jacobi, Rosenthalgasse. Tagesordnung: Wochenbericht von Kunschmann.— Diskussion. Die Mitglieder«erden z« zahlreichem Erscheinen dringend aufgefordert.__ Der Vorstand.;60} Der Arbcircrbusungsuerein feiert Sonnabend, den 27. Febr., in den Räumen der Leipzig Tonhalle fein 14. Stiftungsfest bestehend in Jahresbericht des Borfitzenden, Festrede von Hrn. W. Liel- knecht, Toncert und Ball. Mitglieder, Freunde und Gönner de» Berein« sind dazu ftenudlichst eingeladen._ Der Borstand. s250j Leipzig platz 3. «egelelnb der Rothen. Tlnbabend jeden Freitag Abend» 8 Uhr bei Richter, Roß- Theilnehmer sind eingeladen.[75] Soeben ist erschienen und durch un« zu beziehen: Die Volksschule und die Lage ihrer Lehrer in der Pradiaz Pre«ste» Eine Skizze von einem Ostpreußen. Separatabdruck au« dem„Bolksstaat". Preis pro Exemplar Ii Pf. Die Pariser Commune vor den Berliner Gerichten Eine Studie über deutsch-preußische Reichszustände voll I. Most. Prei» 1 Mark. 3V Keligion und Sozialismus~WU Eine nachgelassene Schrift aus dein Jahre 1SSS von Dr. L. vornttan. Den deutschen Arbeitern gewidmet. Prei« pr. Expl. 50 Pf. Die Buchhandlung de»„volttftMt." Huittung I. Für die Hinterbliebenen Uorck's gingen bis heute hier ei«: Hamburg: Bon Sch. 60 Ps., Hamburg- Altonaer Anschläger 12 M. 60 Pfv F. 0,70, Auer 0,60, A. Meyer 0,30, Ludwig I. 3,00, Allgemeiner deutscher Maurer- und Steinhauerbund 60,00, Diedrich 3,00, Hanr- burg-Altonaer Bachbinderverein 24,00, Soz.-dem. Arbeiterverein(Ball 17,00, B. 0.60, L. 6,00, Kutterl 1,20, W. Müller 0,87, Hamburger Zimmererverein durch F. Bremer 50,00, Schmidt'sche Schnetderwerk- statt d.«. 3,00, I. Feltig 0,60, auf List« 6 d. Ederhardt 13,55, H. L. 1,00, I. L.(Dock-nbudeu) 1,00, Heinrich«(SimSbüttel) 0,90,»»« demselben auf Lifte 100 erste Rate 7,65; Annweiler: von G. Seebach l,00; Bayreuth: Fest der Holzarbeiter nnd Schneider d. Wendel 8,40; Berlin: Stiftungsfest der Holzarbeiter d. G. Lemke 30,22; Darmstadl: d. Fenchtmanu v. Parteigenoffen 6,00; Dresden:». M. Kobitzsch 6,00, St. d. H. 3,00, Sttstnnglsesi de« Ar- beiterbildnngSvertin» 27,>0; Dnffrldors. v. Sozialdemokraten d. T. Maaß 6,00; Frankfurt a/M.: v. Ungenannt 3,00; Ger» v. d. Manufaktur-, Fabrik- und Handarb.- Gew. d. Kraus« 13,00 VandShnt: Tanzkränzchen der Gewerkschaften d. Geißler 6,65; Margraborn: v. C. E. 10,00; Mannheim: v. einer Abendunterbaltung d. Th. Krieg 50,00; Schmölln: v. einer Voltsveisammlang d. Mariin 4,60; Schwerin: v. Demmler 45.00; Stuttgart: v. Mitgl. beider Fraktionen d. Kresch 7,20; Winirrthur: Deutscher Verein d Klempner 10,73: Zwickau: d. T Element v. Holiard.-Genoffen 15,00; lieber den Erlös durch Berkaus der Aolck'schen Rede„Die iudnstritch Arbeiierftage" eisolgt später besondere Quittung. Weitere Beiträge nimmt entgegen: Hamburg, 9. Febr. 1375. Augost Seih, RödingSmarkt 12. BerantworUichcr Redakteur: R. Seifsert. Redaktton Hohestraße 4, Expedrnon Zeitzerstraße 44, in Leipzig, Dr-rck nnd Verlag der Genoffenschastsbnchoruckeret tu Lmpzeg.