Crschtmt in Kcipjiz Mittwoch, Freitag, Sonntag. ' Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- kmgen des In- n.Auslandes. Filial-Expcditioncu le für die Vereinigten Staaten: F.?r Sorge, Box 101 Holmken, N. J. Peter Haß, S. W. Corner Thlrd and coates str. Philadelphia. Der Ifliyka Abonnklllkntbx'reio für ganz Deutschland 1M.«0Ps. pro Quartal. MonatS-Ahouncincnts werden dei allen deutschen Postanstalten auf den üten u. iltcn Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzglh. Sachs.-Altenbnrg auch auf den Iten Monat des Quartals a öl Pf. OrgandersgzialdemokrattschenArvetterhatteiMdSerwternattonalenGetverksgenoffenschasten. �nferatr, dt« Aboaltnv- dar» Paritl-,?e-ews. und PaitZdersamml-nzen, sowie di« Felial- Expeditionen und sonstize Parte'.. Rugtlegenheiltn betreffend, werden mit 10 Pf.,— Privat- und Vergnügung«. Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespalten« Petit- Zeile derechnet. ___ Ireitag, 19. Jevruar. �" 1875. Den 14. und 15. Februar fand eine Conferenz statt, an welcher 16 Parteigenossen der verschiedenen sozialdemokratischen Richtungen Deutschlands Theil nahmen. In derselben wurde der Programm- und Organisationsentwurf ausgearbeitet, welcher dem für die Woche nach Pfingsten in Aussicht genommenen Congreß behufs Vereinigung aller Sozial- demokraten Deutschlands vorgelegt werden soll. Die Verhandlungen verliefen zu vollständiger Zufrie- denheit aller Theilnehmer. Die Laudsrage vor dem preußischen Abgrordneteuhanse. (Schluß.) Abgeordneter Dr. Kapp: Ich bin im Wesentlichen mit den Anträgen de« Herrn Abgeordgeten Miguel einverstanden und hoffe, daß der Herr Finanzminister, wie er es zugesagt, auf dem de- fchrittenen Wege wetter vorgehen wird. Besonderer Berücksichtigung Werth scheinen mir zwei Punkte. Der eine Punkt ist der, daß die Auswanderung der ländlichen Bevölkerung in diesem Jahre so gering gewesen ist wie lange Jahre vorher nicht und daß die Rück Wanderung nack Deutschland in einem die kühnsten Erwartungen übersteigenden Maße zugenommen hat. Es sind im vorigen Jayre allein au« dem Hafen von Newhork 06,000 Auswanderer nach Europa zurückgekehrt, unter denen sich 64—66000 Deutsche be- fanden. Die Zahl der über Hamburg und Bremen nach Amerika ausgewanderten Deutschen betrug 60,000, dazu auf dem indirekten Wege von Hamburg Über Liverpool noch etwa 12,000, also zu sammen 72,000 und mit der zersplitterten Auswanderung aus den übrigen Häfen zusammengenommen keine 100,000 Deuische, so daß also die deutsche Rückwanderung im vorigen Jahre kaum ein Drittel geringer ist wie die Auswanderung. An dieses Zeichen der Zeit sollten wir anknüpfen. Wlk können es nicht bester thun, als wenn wir die Gesetzgebung zu Gunsten der ländlichen Bevöl- terung befördern und mit der Parzellirung der Domänen fort- fahren. Die Auswanderung hat immer ihre Ebbe und Fluth; bei großen europäischen Krisen wandern die Leute aus, bei großen kommerziellen oder politischen Krisen in den AuSwanderungSlän- dern dagegen nicht. Im Augenblick befinden wir uns in solcher Ebbe und wir können dieselbe festhalten, wenn wir mit der Par- zellirung der Domänen fortfahren. In Amerika schätzt man jeden Einwanderer auf 800— 1000 Dollar« Kapitalwerih. Wenn wir ihn hier nur zur Hälfte, zu nur 500 Thlr. schätzen und daran denken, daß wer seit 1820 allein an 6 Millionen an die Vereinigten Staaten von Amerika abgegeben haben, dann bekommen wir eine Summe, die viel bedeutender ist, als die Milliarden, welche uns Frankreich als Kriegsentschädigung geza. lt hat.— Sie werden vielleicht sagen: die zurückkommenden Leute sind arm und können von den Wohlthaten de« Gesetzes wahrscheinlich keinen Ge- brauch mehr machen. ES kommt hier aber weniger auf die Leute an, die zurückkehren, sondern eS kommt darauf an, daß diejenigin, die den Wunsch haben, auszuwandern, einer Humauen Gesetzgebung gegenübergestellt werden, welche sie veranlaßt, ihren Entschluß noch- mal« in Erwägung zu ziehen und schließlich zu Hause zu bleiben, daß sie, namentlich weil der leichtere Erwerb von Genudstücken ihnen in Aussicht gestellt wird, die Heimath der Fremde vorziehen. Der deuische ländliche Arbeiter giebt feine engen Verhältuiste zu gern auf, um Herr aus seinem Grur.d und Boden zu werden. Wenn in Amerika und Australien bereits alleS Land vergeben wäre, so würde die Auswanderung dahin bedeutend abnehmen. Am also den Leuten eine Heimath lieb und Werth zu machen, wüsten wir ihnen die Erwerbung von Grundeigenihum erleichiern. Ich hoffe, der Finanzminister wird auf dem eingeschlageuen Wege fortsahien, wenu auch die Resultate vom fiskalischen Standpunkte nicht befriedigend sind. Im vorigen Jahre haben wir gehört, daß die Ländereien an der holsteinischen Küste urbar gemacht worden sind. Da« Resultat war, so viel ich weiß, zufriedensttllevd. Allein es handelt sich niedt allein um die heutige Generation, nach einem Menschenalter haben wir vielleicht ganze Compagnien von Sol- baten aus jener neu besiedelten Gegend.(Große Heiterkeit.) Ja, meine Herren, wir müssen doch für Leute sorgen, die daS Vater- laud vertheidigcn— und wenn wir den Leuten die Ansiedelung leichter wachen, so fisteln wir sie an die Sebolle und veihindern die Autwanderung. In Eirwanderungsländern kostet der Morgen l'/ü— 2 Thtr., so daß ein fleißiger Arbeiter sich leicht ein Besitz- thum von 60— 180 Morgen schaffen kaun. Eine große Anzahl Eifenbahvgesillschaften, z. B. die Jllinoisbahn, giebt große Strecken Land znui Zwecke der Ansiedeln, g ganz unentgeltlich weg. Es scheint mir das wohl Ihrer Beachtung werth zu sein, und ich möchte den Finauzminifler ersuchen, von diesen Gesichtspunkten aus an die Frage heranzutreten, und sich nicht abschrecke» zu lasten, wenn der fiskalische Gewinn jzur Zeit vielleicht nicht den Erwar- tungen enllpricht. Finanzminister Cämphauscn: Die- Gesichtspunkte, die der Vorredner hervorhob, habe ich vor dem Hause schon im vorigen Jahre vertreten. Ich kann nur wiederholen, daß ich auf das Leb hasieste davon durchdrungen bin, daß wir dem AuSwanderungS- strrme die Gilegenheit verschaff, u, rw Vaterlaudt zu bleiben und hier seine Kräjie nützlich zu verwenden. Alles, was in dieser Richtung von mir geschehen kann, wird wie bisher, so auch in Zukunft, und wenn möglich in verstärktem Maße geschehen. Der Kommiffar hat vorhin über zwei Pläne, die bereits realifirt sind, Auskunft gegeben. Natürlich ist damit unsere Aufgabe nicht ab- geschlossen. Im Gczentheil, in diesem Augenblicke sind bereits für andere Domäneuvoiwerke die Parzellirungspläne entworfen. Wenn eS aber auf diesem Wege nicht so rasch gehen sollte als gewünscht wird, so dürfen wir nicht übersehen, daß vor allen Dingen auch die Kräfte gegeben seiu müssen, um Grundeigenthum zu erwerben, wenn die Ansiedelung von Nutzen sein soll. Es kann doch nicht wünschenöwerth sein, daß wir uns auf die Zucht von Treibhaus- pflanzen verlegen, sondern nur dort, wo die Bedingungen für den Erwerb von kleinerem Grundbesitz vorhanden sind, kann der Do- mänenfiSkuS die Wege bahnen und es erleichtern, daß dieses Ziel erreicht werde. Ich selbst bin in einer Provinz aufgewachsen, wo daS Grundeigenihum ganz außerordentlich stark parzellirt worden ist; ich habe lange Jahre meines Lebens für die Vertretung des Satzes gekämpft, daß die Parzellirung des Grund und Bodens ein hohes Kulturintereste sei. So lange die Domänenverwaltung mir an- vertraut ist, könnea Sie sich darauf verlassen, daß nach dieser Rich- tung daS Thunliche geschehen wirv.(Beifall.) Abgeordneter v. Kardorfs: Für unsere östlichen Provinzen liegt ein großes Hlnderniß der Parzellirung darin, daß die kli- malischen Berhältnisse überall dort, wo ein leichter Boden vorhanden ist, die Parzellirung entschieden nicht ertragen. Ich kann daher auch die Regierung nur bitten, bei Parzellirung von Do- mänen ihr Augenmerk nur aus solche mit bestem Boden zu richten, und nicht etwa bei dieser Gelegenheit ihre Domänen mit schlich- tem Boden los werden zu wollen. Den Abg. Miquel möchte ich bitten, mit mir dahin zu wirken, daß baldmöglich diejenige Renten- bank, die ich bereits im vorigen Jahre vorgeschlagen habe, in'S Leben gerufen werde. Dies ist der einzig mögliche Weg, um die Melioration und insbesondere die Drainirung in großem Maßstäbe in'S Werk zu setzen. Abg. v. Benda: In dem Umstände, daß die kleineren Par- zellen keine Käufer finden konnten, liegt der deutliche Hinweis, daß einzig und allein die Kolonisation von Bauern und nicht die von Kleinkostäthen und Büdnern das erstrebenswerthe Ziel sei. Möge die Regierung bei den künftigen Verkäufen diese Erfahrung beherzigen. Abgeordneter Krech: Die Regierung hat gerade bei dem jetzt in Aussicht genommenen Domänenvorwerk Mestgcnhagen den Rath des Abgeordneterr v. Kardorff nicht berücksichtigt; denn der schwere und saure Boden dieser Domäne ist ganz ungeeignet für Büvner und Koffälhen, für welche bei uns in Pommern in erster Lenie der Kartofftlbau in Betracht kommt. Dazu kommt, daß diese Domäne am Ufer der Ostsee liegt, und, nachdem in Folge der letzten Springfluthcn im dortigen Kreise der Bau eines DeicheS beschloffen ist, von welchem aber gerade diese? Vorwerk auSge- seblosten und ungeschützt bleibt, wird eS noch mehr wie bisher sden U-berschwemmungeu ausgesetzt sein. Ich kann die Wahl dieses Vorwerts zu dem gewünschten Zwecke in keiner Weise �billiger,. Der Etat wird hierauf bewilligt.— Also die preußische Regierung will auf der betretenen Bahn fortschreiten und Domänen, wenn auch bis dato bloß solche mit „schwerem und saureni Boden", wie Herr Krech aus der Schule geschwatzt hat, Parcel, an. Herr Camphauscn betrachtet cS ja als „ein hohes Culturimereffe", daß Grund und Boden zersplittert wetde. Derselbe Herr Camphausen verkündigte eS neulich als hohes Culturimereffe, daß der Arbeitslohn»erkürzt und die Arbeitszeit verlängert werde. Ter Mann ist wenigstens konsequent, denn die unglücklichen Leibeigenen, die aus den Parcellen gezüchtet werden, sind gezwungen, für jeden Lohn jede Zeit lang zu arbeiten.„Wo ein grundbesißender Kleinbaucrnstand herrscht, sagt Herr Miquel, da sind immer überschüssige Arbeitskräfte vorhanden"— daS heißt Proletarier, die sich dem Kapitalisten bedingungungSlvS verkaufen wüffen, bloß um daS nackte Leben zn ftisten. Da haben wir das Geheimniß dieses neuesten Versuchs zur Lösung der länd- lichen Arbeitersrage. Tie komische Person in dieser traurigen Debatte ist Herr Kapp, dem rffenbar der somose Satz.vorschwebte(wir glauben aus dem„Neuen Wintermärchcn): „Ganz Deutschland ist ein Menschevgestllt Zur Züchtung von Rekruten." Die Blut- und Eisenpolitik braucht Kanonenfutter, und woher das Kanoncnfviter nehmen, wenn das dienpsähige Menschevmate- rial nach Amerika auswandert? Amüsant sind die Bemetkuugen der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung".„Jahre hindurch— leitartikelt daS BiSmarck'sche Leib- organ— hatte eS den Anschein, als ob unsere wirthschastliche und soziale, und damit unsere politische EnlwickUung, nur zwischen der Scylla der„Wclimachlstellung der Börse", wie sie von gewiffer Seite laut betont wurde, und der Eharhbdis einer durch die so- zialisiischen Agiiativnen herbeigeführten Auslösung aller Grund- bedingungen ehrlicher Arbeit hindurchgehen könne. Die KrisiS der beiden letzieu Jahre ließ die neuere Wirthschaftslehre durch die Uebertreibungen, die sie ermöglicht hatte, an ihren äußersten Eon- ftquenzen anlangen. Die KrrsiS vmnchlete eine Fülle schnell auf- geschosiener unbmchtigter Existenzen und begrub für Biete, welche j-neu Ulbertreibungen zum Opfer gefallen waren, die sauer erwor- denen Friiedte langjährigen Fleißes. Aber sie gebot zugleich der sozialistischen Bewegung, den Maßlosigkeiten in der Lohn- und Eoiilrakisrage Einhalt. Mit dem schnell gesunkenen Verdienst der Arbeitgeber sind die Aibesislöhne, wenigstens in den Hauptindustrie- zweigen, in schnellem Rückgang begriffen. Arbeiter und Arbeitgeber stehen heute rathloS einander gegenüber, die Uebertreibungen der letzten Jahre haben schnell zur Einkehr und damit hoffentlich zur Umkehr geführt. Der günstigste Zeitpunkt für die ord- ncnd eingreifende Hand der Gesctzgebnng ist gekommen. ES erfüllt mit Befriedigung und Zuversicht, sehen wir in diesem Augenblicke die einflußreichsten politischen und wirthschastlicheu Parteien zu den alten Quellen unserer Kraft, zum Land- bau, zurückkehren; die alten preußischen Traditionen: die An- fledelung und Sehhastmachnug der ländlichen Bevölkerung wieder aufnehmen, und diese Bestrebungen zusammenfallen mit dem neuen Abschnitt unserer nationalen wirthschaftliche« Entwickelung, den daS Bankgcsetz mit der ihm von der Hand des Gesetz- geberS gegebenen Aufschrift:„Arbeite und spare!" inangu- riren soll." So das offiziöse Blatt, dem die Reptilienthaler offenbar in den Kops gestiegen sind. Die„neue Aera" unserer nationalen wirthschastlicheu Eni- Wicklung, welche aus dem„schweren und saueren" Domäncland erwachsen soll, wird ein ebenso klägliches Ende nehmen, wie die auf diesem„schweren und saueru" Land errichteten Bauernwirth- schaftcn. Das beste dabei ist, daß es sich nur um ein Experiment im Kleinen handelt. Jndeß das enlschuldigt weder die Regierung noch die Gesetzgeber; und die Thatsache, daß Ministerium und Landtag in Preußen sich prinzipiell für daS Parcellsnsystem auS- gesprochen haben, deffen UnHaltbarkeit und Gemeinschävlichkeit sich in Frankreich so handgreiflich herausgestellt hat, ist wahrhaftig nicht geeignet, dem Volk eine hohe Meinung von der Weisheit der heutigen Staatslenker beizubringen. Nicht bloß von den Bour- bonen gilt das berühmte Wort: Sie haben nichts gelernt und nichts vergessen. Politische Uebersicht. — Jntelligenzstaatliche Schulbildung. Zahlen be» weisen. AuS dem statistischen Werke„Die Gemeinden und Guts- bezirke des preußischen Staats und ihre Bevölkerung" entnehmen wir folgende Zahlen für die Provinz Preußen. Die Bevölkerung des KrcrseS Straßbura in Westpreußen belauft sich auf 65.4gZ Seelen. Darunter befinden sich 26,230 Personen über 10 Jahre, welche nicht lesen und schreiben können, während bei 786 Personen die in dieser Beziehung gestellte Frage nicht beantwortet ist. Im Kreise Löban mit einer Gesammtbevölkerung von 50.691 Seelen belies sich die Zahl der ununterrichteten aus 19726, während über 1622 Personen nicht Auskunft erthsilt ist. Noch trauriger steht es mit der Schulbildung im Kreise CarthauS. welcher bei einer Bevölkerung von 66,133 Seelen 24,074 Nrchtleser aufweist, wie- wohl bei 1363 die bezügliche Frage nicht beantwortet ist. Die wenigen hier hervorgehobenen Zahlen mögen genügen, um zu zeigen, wie eS mit der Volksbildung in der Provinz aus- sieht. Unmöglich kann eS zur Entschuldigung gereichen, daß ua- mentlich in den Grenzkreisen sich viele Ausländer, sogenannte pol- nische Ueberläufer— im Kreise Strasburg allein 1271— aufhalten, die ganz ungebildet sind und nie eine Schule gesehen, viel weniger sie besucht haben. Die Hauptsache ist oie grenzenlose Ver- wahrlosung der Schule und ihre Vernachlässigung durch den Staat. Durch die Anstellung von Kreis-Schul- Inspektoren, die meistentheilS nicht Fachmänner sind, während die Bezirks- Schul- Inspektoren größtentheilS dem orthodoxen Psaffenthume angehören oder Amts-Vorsieher, Gutsbesitzer rc. sind, ist gar nichts gethan und durch sie wird der immer mehr überhand nehmenden Verwil- derung und Verrohung, in der sogar Lehrer dadurch glänzen, daß sie sich dem Trünke und Spiele ergeben, häufig nicht einmal die vorgeschriebenen Schulstunden abhalten und sich in den Krügen mit fremden HandwerkSburschcn und den Bauern herumschlagen, nicht gesteuert werden. DaS einzige RettuugSmittel, um aus sol- chen Zuständen herauszukommen, ist eine radikale Reform der Volksschule an Haupt und Gliedern, d. h. deren vollständige Trennung von der Kirche, ein dem entsprechendes volksthümliche« und wahrhaft freisinniges UnterrichtSgefey, dann sorgfältige AuS- wähl der Lehrer, die wirklich gebildete und charaktervolle Männer sein müssen, die schon durch ihr Beispiel daS Volk auf einen an- deren Weg, als den jetzt betretenen führen, und endlich ein solches Gehalt für dieselben, daß sie den Subalternbeamtin mindestens gleichgestellt sind. Auf andere Weise ist dieser Augiasstall nicht zu rernigeo. — O welche Lust Soldat zu sein. Wie die„SchleSw- Holst. LandeSztg." mittheilt, wurden an Bord des Kasernenschiffes „Gefion" zwei Marinesoldaten wegen„Malpropretät" von dem Commandanten dazu verurtheilt, so gewaschen zu werden, daß mau eS sehe. Sie wurden bei schneidender Kälte auf ein Floß gebracht, ausgekleidet und mit heißem Waffer, Bürsten und Ziegelsteinen(!) so lange bearbeitet, bis ihnen ein Theil der Haut von Armen und Rücken geschunden, war. Dann mußten sie wieder ihren Dienst verrichten und eS wurde ihnen noch verwehrt, sich zum Arzt zu melden. In ähnlicher Weise verfuhr man kürzlich in einer preußischen Kaserne zu Mainz mit ein paar Infanteristen, die eben vom Exerciren eingerückt waren. Man wusch sie— vollständig entkleidet— bei der großen Kalte im Kasernenhof. Dies dauerte so lange, bis die Arbeiter einer benachbarten Fabrik dem unmensch- tichen Unterosfizier zuriefen, sie würden es ihm gerade so machen, wenn sie ihn erwischten. Darauf wurde der Hof abgeschloffcn.— Dafür ist aber auch nach Moltke— die Kaserne die„größte Bil- duugSanstalt". — I» welcher infame» Weise liberale Blätter zu Denun- jiationen die Zuslncht nehmen, um die Arbeiter zu bekämpfen,«» dieselben ihre Interesse» gegenüber den Kapitalisten vertheidigen, davon giebt der„Hannoversche Kourier« wieder ein Präbchen. Der- selbe schreibt: „(Sozial-DemokratischeS.)�ES ist eine auffällige Er- scheinung» daß ungeachtet der Bestimmungen im§ 2 de» Bereiu« gesetze» die Zweigvereine de» Allgemeine» deutschen Taback-Ar- beitcr-Verein», welcher über fast gauz Deutschland sich erstreckt und entschieden im sozialdemokratischen Sinne wirkt, der Beachtung der Behörden großentheil» sich entzogen haben. Es sind neuerdings auch in unserer Provinz Fälle hervorgetreten, daß solche Zweigvereine seit einer Reihe von Jahren bestanden, ohne der OrtSpolizeibehörde auch nur gemeldet, oder, wenn gemeldet, von derselben irgend näher beachtet zu sein. Bon Berlin aus gut»r- ganisirt und geleitet und in dem„Botschafter" mit einem ver- breiteten VereivSorgane versehen, bildet dieses Netz von Zweigver- einen ein nicht gering zu schätzendes Rüstzeug der Sozialdemokratie. Mögen auch die mit dem Verein verbundenen Kranken- und Reife- Unterstützung»- Kassen manche» Nützliche leisten und wird auch jede VereinSthätizkeit, so lange sie sich innerhalb der gesetzlichen Gren zen bewegt, von der liberalen Presse nur begünstigt werden kön nen, so wird doch die Ausbeutung dieser Vereine zu sozialderno kratischen Zwecken unseres Erachten» den Behörden genügenden An laß zu einer näheren Beachtung in der Richtung bieten müssen, ob dieselben nur überhaupt mit öffentlichen Angelegenheiten sich beschäftigen oder aber auch bezwecken, politische Gegenstände in Versammtungen zu erörtern. Im letzteren Falle würde nach Maß- gäbe de» A 8 des Vereinsgesetze« ihren Ausschreitungen ungleich wirk- samer entgegenzutreten fem. Einige Zeit vor den letzten Reichstags- wählen wurde an manchen Orten die Wahrnehmung gemacht, daß au« den Mitgliedern dieser Zweigvereine des Allgemeinen deutschen Tabak-ArbeitervereinS mehr oder weniger selbstständige Gruppen des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein« sich bildeten, welche jedoch wegen de« zweifellos politischen Charakters diese« Vereins die äußeren Merkmale de« Zweigvereins mit Rücksicht aus jene die Verbindung politischer Vereine unter einander verbietenden § 8 möglich von sich fern zu halten suchten. Voraussichtlich wird vor den nächsten ReichStagSwahlen dieselbe Manipulation sich wiederholen. Schon deshalb erscheint eine Beachtung dieser Zweigvereine de« Allgemeinen deutscheu Tabak-Arbeiter-VereinS vermittelst ge- nauer Handhabung de»§ 2 de« BereinSgesetzes empfehlenSwerth, vor Allem in ländlichen Bezirken, in welchen bei ungenügenden polizeilichen Kräften die Zahl der Anhänger der Sozialdemokratie unter den Tabakarbeitern(Cigarrenmacheru) nicht selten am größten ist." Wir bemerken hierbei, daß der Tabak-Arbeiter-Berein keinerlei politische Tendenzen verfolgt, was auch verschiedentlich gerichtlich festgestelli ist.— Daß viele Arbeiter Sozialdemokraten sind, ist selbstverständlich; aber eS gehört schon eine echt-nationlliberale Frechheit dazu» denselben deshalb ihr VereinSrccht verkümmern zu wollen.(Br. VolkSfr.) — Zum Hlasseukampf in England. Die Aussperrung der Kohlengrubenarbeiter in Südwales, welche in ihrem vollen Umfange fortdauert, hat den ExekativauSschuß deS Gewerkoereins der engtischen landwirthschastlichen Tagelöhner veranlaßt, zu Gun- fien der Ausgesperrten folgende Resolution zu fassen: „Der Autschuß drückt sein tiefe» Bedauern auS über die grausame Handlungsweise der Kohlengrubenbesitzer in SüdwaleS, die durch die über 120,000 Arbeiter verhängte Arbeitssperre zeigen, daß die Arbeitgeber sich nicht um die Höhe der Leiden kümmern, welche eine solch willkürliche Handlungsweise für unschuldige Leute, die einem Schiedsgerichte zur Schlichtung des Streites sich unter- werfen wollten, zur Folge haben mag; und der Ausschuß drückt seine Sympathie au» mit den Leidenden und hofft, daß sie im Widerstande gegen solch schreckliche» Gebahrcn erfolgreich sein mögen." Mit dem„tiefen Bedauern" über die„grausame Handlung" der Kohlengrubenbesitzer ist weder den Kohlenarbeitern geHolsen, noch sind die Kohlcugrubenbesiyer von der Grausamkeit ihre» Handeln» überzeugt. Wo der Klassenkampf zu einer Schärfe ge- diehen ist wie in England, wo es sich um die Existenzfrage der einen oder anderen Klasse handelt, da kann von Grausamkeit nicht die Rede sein, da tritt an S.elle der Grausamkeit die Methode. Also nicht durch„tiefe« Bedauern", sondern nur durch metho- dischen Kampf, einen Kampf, der sich zum Ziele gesteckt hat, an Stelle der Vielgestaltigkeit der Klassenherrschaft die eine und wahre Volksherrschaft zu setzen, durch einen solchen Kampf allein um können die Kapitalisten, und was drum und dran hängt, unschädlich gemacht werden. — In Betreff eine» Strike» der Uhrmacher in Sa» Francisco geht der New-Borter„Neuen Arbeiterzeitung" von dort folgender Bericht refp. Protest zu, den wir auf Wunsch hier abdrucken. Eine Versammlung der internationalen Arbeiter in dieser Stadt wurde heute Abend(am 4. Januar) abgehalten, um die Streitig- leiten zwischen der Cornell-Uhren-Compagnie und ihren Arbeitern zu berathen. Nachdem wir ur.S überzeugt haben, daß die Berichte der täglichen Zeitungen Uber die Verhandlungen der beiden Parteien dem Inhalte.nach korrekt sind, ergreisen wir die Gelegenheit, die Aufmerksamkeit der Kapitalisten sowie die der Arbeiter auf die Natur de« Streite« zu lenken und zu zeigen, wie er ist, und die falschen Voraussetzungen der Compagnie in« rechte Licht zu stellen. Wir werden unseren Mitarbeitern eine Darlegung der Thatsacheu schreiben. Zunächst stellen wir ganz entschieden in Abrede, daß die Com- pagnre mit all ihrem Reichthum im Stande wäre, auch nur einen einzigen Mann in der Schweiz kaufen zu können, um die auSge- standen en Arbeiter zu ersetzen, zumal wenn die Thatsachen dort bekannt werden, und sie werde» dort bekannt, denn die Jvter- nationalen dort sind eine intelligente und kompakte Masse, welche einen kontrolirenden Einfluß auf die Arbeiter ausüben. Aus den Aeußerungen der verschiedenen Angestellten(nicht allein in den letzten Verhandlungen, sondern auch in privaten Gesprächen) geht nur zu deutlich hervor, daß die Compagnie von Anfang an beabsichtigte, und es jetzt noch beabsichtiget, Chinesen anzustellen, trotzdem daß die Masse der unbeschästigten weißen Ar- bciter nicht nur täglich mehr und mehr anfchwillt, sondern auch den Frieden der Gesellschaft und das Bestreben derjeuigen Jnstitu- tionen, auf deren Schutz das Kapita! sich stützt, gefährden. Die Erfahrungen, die wir mit der Chiuesenarbeit im Schuhmacherge- schäft gemacht haben, sagen uns, daß, selbst wenn eS die Compagnie mit dem Vorgeben, die Chinesen nur die rauhe Arbeit thun zu lassen, aufrichtig meinte, die weißen Arbeiter durch da« hrnterlistige Vorgehen der Chinesen schließlich aus allen Ab-� theilungen sicher verdrängt werden. Eine unvermeidliche Roth- wendigkeit, welche unser korrupte» Produktionssystem gebiert, be- fördert die«. Der Kapitalist, welcher mit dem andern ans dem Weltmarkte konkurrirt, muß entweder neue Wege entdecken, um ge- winnreiche Unternehmungen zu machen, oder billig« Arbeit ein- führen, und in s» weit da» Angebot unbegrenzt ist, müssen alle andern denselbeu Weg gehen, welchen der erste einschlug, oder ihr Geschäft aufgeben. Di« tägliche Presse hat schon nachgewiesen, daß die Einfüh- rung billiger Chinesenarbeit dem Kapitalisten bloS einen temporären Nutzen schafft, schließlich aber entschieden zu seinem Nach- theile ausfällt; während die weißen Arbeiter aus dem Arbeit«- markt hinausgestoßen und dann ein demoralistrendcS Element in der Gefellschaft werden, verlangen die Chinesen, selbst dann schon, wenn sie den weißen Arbeitern in Hinsicht ihrer Leistungen noch lange nicht gleich stehen, ihren vollen Lohn, und beginnen mit ihrem eigenen Kapitale zu arbeiten.— Die Stellung, welche die Fabrikarbeiter einnehmen, soll in keiner Weise eine Diktatur aus- üben auf die Compagnie, eben so wenig als der Versuch, die Chinesenarbeit einzuführen, den Arbeitern diktirt werden kann. Es ist eben ein AuSgleichungSoersuch, in dem Jeder selbst seinen Preis für da», was er von dem andern zu erhalten hofft, feststellt.— Wenn die Kapitalisten sich verbinden und die Gefetzzebunz kon- troliren in ihrem Interesse, so haben die Arbeiter da» Recht. daS- selbe zu thun oder sich selber gegen die tödtlichen Griffe des Kapitals zu beschützen, auch selbst durch eigennützige Mittel; da die Arbeiter jedoch stets auf einen überlegenen Feind treffen, so müssen sie eben solche Mittel gebrauchen, als ihnen die Ge- legenheit an die Hand gibt. Wenn da» Kapital darauf besteht, die Arbeiter zu zwingen, bloS ihr Interesse zu wahren, weil die nothwendigen Bedürfnisse des Leben» sie dazu zwingen, so möchten wir den Arbeitern rathen, sich dem chinesischen Kapitalisten zu ver- dingen; diese würden mit Freuden die Gelegenheit ergreifen, und Jeder würde dabei gewinnen. Sie könnten ohne Zweifel lohnende Beschäftigung in Japan finden, wenn sie dort diesen Industrie- zweig organistrten, e« würde den Preis für Uhreu herunterdrücken und die Nachfrage würde um so größer fein. Wenn die Behaup- tungeu der Kapitalisten korrekt sind, so ist eS besser, sie bis zum extremsten Ziele zu treiben, zum Wohl und Besten aller Parteien. Wenn schrankenlose Konkurrenz dazu benutzt wird, um die intelli- gentcn weißen Arbeiter abzuschlachten, dann sollten diese die Methode wählen, welche das Kapital wählt. Wir halten dafür, daß die Arbeiter im gleichen Streit Meister im Felde sein wer- den, ihre Fähigkeiten stehen in direkter Verbindung mit dem natürlichen Reichthume, es kommt nur darauf an, mit Erfolg die- selben zu organisiren. Wir rathen unseren Mitarbeitern von der Uhrmacher- Gilde, sich zum Selbstschutz zu vereinigen, und wir bieten unsere Hülfe au mit unserer Erfahrung, sie brauchen gerade die Erfahrungen einer solchen Association als die der Internationalen. Um den Mitarbeitern in der Schweiz gerecht zu werden, sollten dieselben mit un» gemeinsam arbeiten gegen den VampiriSmuS des Kapital«, welches auS den Arbeitern in allen Ländern den letzten BlutS- tropfen herauszupressen sucht. ES liegt in der Macht der Arbeiter, dadurch daß man ver- einigt Front macht, jedem humanen Menschen den gierigen und gewissenlosen Despotismus des Kapital« klar und als ver- abscheuungSwürdig zu kennzeichnen. Es ist jetzt an der Zeit, den Plan für daS Vorgehen zu berathen. Wir fordern Euch auf, fest und entschieden den ersten Versuchen, Sklavenarbeit in Euer Ge- schäft einzuführen, zu widerstehen, denn reicht man dem Teufel die Finger, so nimmt er die ganze Hand. Die Voraussetzung, daß der Arbeiter sich jedem Wunsche des Kapitals, auch felbst dann, wenn ein solider ungerecht ist, fügen muß, ist eine alberne Abgeschmacktheit. Wir haben Grund zu glauben, daß der Kompromiß, den die Compagnie eingegangen ist, nur ein Borwand ist, um Zeit zu gewinnen. Seid vorsichtig, Arbeiter, daß Ihr Euch nicht fangen laßt von diesen scheinbaren Philanthropen, welche Euch Euer täglich Brod geben, aber so viel au» Euch herausschlagen, um herrlich und im fürstlichen LuxuS zu leben. (Deutsche und schweizerisch: Uhrmacher, denen von amerikani- scher Seite Anerbietuvgen gemacht werden sollten, mögen obige Mittheilung im Auge hallen. R. d. V.) — Liberale Logik. Die Chemnitzer«Freie Presse" schreibt: Das„Chemnitzer Tageblatt" tischt wieder einmal die Phrase vom Rückgang der Sozialdemokratie auf, und führt als Beweis für den Rückgang an, daß in Eis-nach die sozialvemokratifche Agitation ganz besonder« rege betrieben wird!— Wahrhastig ein schlagender Beweis!— Aber da»..Tageblatt" bringt noch mehr Beweise, cS zählt die sozialdemokratischen Blätter auf, welche im Laufe der letzten Jahre eingegangen sind, und diese Aufzählung ist ungemein lustig. ES befinden sich unter den„einge- gangenen" Organen ersten« daS„Demokratische Wochenblatt". Dasselbe ist bekanntlich nicht eingegangen, sondern der„Volks- staat" hat stch an« diesem Blatte entwickelt. Wenn man ein Blatt vergrößert und ihm einen passenderen Namen giebt, so ist da« bei unseren Gegnern ein Eingehen, welche« von Rückgang zeugt. Weiter wird, als eingegangene« sozialistische« Blatt, da« „Fürthcr demokratische Wochenblatt" angeführt. Mit dem- selben verhält sich« ebenso, wie mit dem obigen. ES erscheint jetzt, statt ein-, dreimal wöchentlich, und heißt in Folge dessen nicht mehr„Wochenblatt" sondern„Nürnberg-Fürther Sozial- demokrat".— Der„Sozialdemokrat" soll auch eingegangen sein; daß derselbe al«„Neuer Sozialdemokrat" sofort wieder erstand und jetzt wenigsten« viermal so viel Leser hat, als das „Ch. Tgbl.", davon schweigt letzteres in seiner Unschuld. Die „Süddeutsche Volksstimme" ist nach dem„Ch. Tgbl." auch eingegangen. Dieselbe erschien früher dreimal wöchentlich, und er- scheint jetzt täglich unter dem Titel„Neue Mainzer Zeitung". Nachdem das„Tgbl." alle diese Verluste, welche unsere Partei- presse erlitten, aufgezählt hat, schließt eS:„..so daß auch hier- au« ein Rückgang der fozialdemokratischen Partei er- hellt".— Daß daS„Tgbl." und diejenigen Blätter, welchen e« obige Lügen nachgedruckt hat, wirklich nicht wüßten, daß die fozial- demokratische Presse nicht nur nicht zurückgegangen, sondern sogar einen ganz bedeutenden Ansschwung genommen hat, glauben wir nicht.— Diese ehrenwerthen Organe vom Schlage des„Chem. Tgbl." erfinden eben dergleichen sinnlose Lügen, um das große Publikum über die sozialistische Bewegung zu täuschen und ihm Sand in die Augen zu streuen. Daß sie zu solch traurigen Mitteln greifen müssen, dies ist das beste Zeuguiß gegen den„Rückgang der Sozialdemokratie". So weit unser Chemnitzer Parteiorgan. Wir haben diese Notiz abgedruckt, weil der Blödsinn de»„Chemnitzer Tageblattes" durch unsere„liberale" Press: den üblichen Rundgang hält.— — Herr Schulze(nicht d-r Dckitzscher, sonder» der Mainz») lebt uoch. Er schreibt der„Coacordia"«ater« 22. Janaar: „Dem aufmerksamen L-sec der sozialdemokratischen Hauptblätter kann e«»icht entgangen fein, daß namentlich der„BolkSstait" stch in letzter Zeit einer ungleich größeren Vorsicht und Mäßigung al« sonst befleißigt. E« hat da«, unsere» Erachten«, zwei Gründe. Für'» Erste hat«an endlich doch angefangen, dem edlen Blatte etwas schärfer auf die Finger zu sehen und da« Gesetz, welche« doch am Ende auch für den„BolkSstaat" da ist, vorkommenden Fall» zur Anwendung zu bringen. Au« einer Notiz der„Frank- fartcc Zeitung" ersehen wir, daß neulich bei einem eiazizen Ter- min 13 Klagen, darunter 10 Seiten» de« Fürsten Reichskanzler», gegen den„BolkSstaat" anhängig waren. Natürlich hält c« da« demokratische, halb und halb mit der Sozialdemokratie sympathi- strcnde Blatt für sehr verwerflich, daß daS Gesetz in solcher Weife gehandhabt, bez. benutzt wird; wir unsererseü« halten dies j-voch nicht nur für ganz gerechtfertigt, sondern fogac für die einfachste Pflichterfüllung, ein-m Blatte gegenüber,«elch-S mit einer Ilaoer- frorenheit wie kein zweites in Dentschland(selbst kein nltramsa- taneS) zwar alle« ihm Passende abdrnckt, all- Berichtlgnnzea und Gegenerklärungen ic. aber consequent todtschweigt. Wer zlanben sogar, daß der„BolkSstaat", sowohl durch Private, als durch Be- yörden, ia noch ganz anderem Umfange als bisher zur Aasnah me von„Berichtigungen" geuöihigt werden sollte, da wir in diese« Falle durchaus nicht einzusehen vermögen, warum vorhandene ge- setzliche Handhaben großmüthig untenntzt gelassen werden sollen. Immerhin scheint die dem„BolkSstaat" zu Theil gewordene Auf- merksamkeit schon einigermaßen gewirkt zu haben, und da da« Blatt ia gleichem Berhältniß an Interesse wie an Gift verliert, so be- grüßen wir dieses Resultat mit Freuden. Sodann aber fcheint e« doch unbequem empfunden worden zu fem, daß man nur eine kleine Anzahl von„ BolkSstaat"-Numm-rn durchzugehen braucht, um die Beweise für daS Wesen der sozialdemokratischen Partei- Bestrebungen, nämlich für die Anbahnung der politisch-» R-oolu- tion, um dann mit Hilfe derselben die soziale Revolution in Scene setzen zu können, dutzendweise bei der Hand zu habea. Jnsbesoa- derc in Südveutschland, in Pfor.cheim und Stuttgart(Pfarrer Schuster ic.) ist in diesem Sinne eine lebhafte Thätigkeit entfaltet worden, welche offenbar der sozialdemokratischen Agitation sehr wehe gethan hat, und wäre es auch nur dadurch, daß die Bezie- Hungen der Sozialdemokeatic zu dem Kleinbürgerstand« und zu einem Theile der alten demokratischen Partei stark geschädigt woc- den sind. Allerdings war diese G-genazitation namentlich darum eine so wirksame, weil man stch dabei nicht auf den Boden de« vulgären Liberalismus stellte, sondern die Arbeiterfrage tiefer auffaßte und sie mit den Bedürfnissen der Zeit, einerseits in retiziö«- stttlicher, andererseits in voltswirthschafttrcher und gewerbepolitrscher Hinsicht, in Verbindung brachte. Item, die Sache hatte offenbar für den„BolkSstaat" ihr Mißliches und eS muß die Parole an«- gezebeu worden sein, in Bezug auf die prinzipielle Berfechtnng des eingenommenen sozial-politischen Standpunktes sich zu mäßi- gen. Daß dieser Standpunkt selbst damit kein anderer geworden ist, und daß die Agitation für denselben in gewissem Sinne durch die scheinbare Harmlosigkeit, welche der sozial-politlsche Ia- halt gegenwärtig zur Schau trägt, sogar begünstigt wird, brancht wohl kaum bemerkt zu werden. Glücklicherweise ist da« Material der früheren Jahrgänge reich genug, um noch nicht so bald er- schöpft zu sein." Gut de— monstrirt Herr Schulze. Lesen Sie nur unsere „früheren Jahrgänge" recht fleißig durch. Vielleicht finden Sie darin noch einen Orden, uno ein geheimes StaatSpöstchen als Unterstieber und Sauhirt erster Klaffe. Die» freiwillige Gesell« schaftsretten, mit einem„Schuster" als Compaznon, ist doch im Grund ein erbärmliche« Geschäft, bei dem man es höchsten« auf die Kleinigkeit von 1600 bis 2000 Thalern daS Jahr bringen kann. Der Beweis, daß wir Hochverräther sind, wie eS im Buch d. h. im Strafgesetzbuch steht, würde mindestens das dreifache ein- bringen. Also frisch an die Arbeit! Daß wir uns jetzt„größerer! Vorficht und Mäßigung als sonst befleißigen", soll Ihnen nicht hinderlich sein. W'.r sind gutmüthige Leute, und geben Ihnen hiermit die feierliche Versicherung(die wir auch jeden Moment vor Gericht abzugeben bereit sind), daß wir heute genau ebenso deu-' ken, genau dieselben Ziele verfolgen, wie in den„früheren Jahr» gangen". Wenn eine Aenderuug stattgefunden hat,— auch da« sind wir bereit Ihnen vor G:richz zu bezeugen,— so besteht sie jedenfalls nichr in einer günstigeren Beurtheilung der Personen (Bismarck, Stieb«, Wagener und Compagnie) und Dinge(Rep- tilienfonds, Gründerei, Militarismus rc.), sondern umgekehrt. Sie fehen, Herr Schulze, wir meinen eS gut mit Ihnen und machen Ihnen die Sache leicht. Und noch Ems— wir wollen um jeden Preis feurige Kohle» auf Ihr Haupt sammeln— ei» Sperlrng in der Tasche ist besser als zehn auf dem Dach; Aegidi, Stieber, Bismarck et üoe xenus omne(und dieses ganze Volt) scheinen hiusichllich Ihrer ztaatS- und gefellschastSretterischen Verdienste schwer von Begriffen zu sein, wir sind„bessere Menschen" und proponirea Jhaea, unter Verpfändung unseres Ehrenworts: Für jede„Berichtizunz oder Gegenerklärung ec.", die wir„kouseqnent todtgeschwiegen" haben, bezahlen wir Ihnen 100 Thaler— 300 Reichsmark baar oder i» guten Wechseln. Sind Sie nicht gerührt, Herr Schulze? Und obendrein verpflichten wir uns, dem ersten Hundertthalecschein die Erklärung beizulegen(die auch im„BolkSstaat" veröffentlicht werden soll): Herr Schulze in Mainz ist kein Lump. Können wir mehr thun? Können Sie mehr von uns verlangen, Herr Schulze?— Einiges über die Geschäftsordnung in Versammlungen. Alles muß gelernt werden, kein Gelehrter fällt vom Himmel- So ist c» auch mit den Leitern von Versammlungen. Wer die Regeln nicht kennt, nach welchen die Ordnung in Versammlungen, während der Berathungen, am leichtesten auftecht zu erhalten ist, der wird häufig da« rechte Maß nicht inne halten können. Ab» nicht nur der Leiter einer Versammlung soll diese Regeln üben, sondern jeder einzelne Besucher der Versammlung; geschieht die», dann erst wird die Ordnung völlig gesichert sein. Allgemein empfiehlt sich für jeden Versammlungsbesucher Ruhe. ES ist keineswegs rühmlich, die Redner durch Zurufe zu unter- brechen oder zu ermuntern. Jedes Beifalls- oder MißfallS-Zeichen kann füglich stets bis zum Schluß einer Rede aufgespart werden. Der Borsitzende eröffnet die Versammlung und macht zunächst die ganz« Tagesordnung' bekannt. Ist dies geschehen und wünscht keiner der Versammelten einen ihm wichtig erscheinenden Punkt zu- erst erledigt zu sehen, worüber selbstverständlich die Ansammlung entscheidet, dann wird zunächst Punkt 1 zur Debatte gestellt. Dinge, welche sich auf diesen Punkt nicht beziehen, haben die Redner streng zu meiden. Die Redner erhalten das Wort nach der Reihenfolge, gemäß der Einschreibung ihrer Namen in die Rednerliste. Wer stch zuerst meldet, kommt zuerst und so fort. Schweift ein Redner von de« Segenstande der Verhandlung al>, dann ruft ihn der Lorfltzende zur Sache. Muß die» zweimal während einer Rede geschehen, dann hat der Vorsitzende die Versammlung zu fragen, ob sie den Redner noch länger hören will. Wird letzteres abze- lehnt,«uß dem Redner das Wort entzogen werden. Läßt sich ein Redner zu persönlichen Beleidigungen hinreißen, wird ihm vom Borsitzenden ein Ordnungsruf ertheilt, sofern der Redner die Be- leidiguuz nicht sofort zurücknimmt. Muß Jemand in einer Ver- fammlung zwei Mal zur Ordnung gerufen werden, dann darf er in derselben nicht wieder sprechen. Diese Maßregel ist im Jntereffe sachlicher Berathung und würdigen Verlaufs einer jeden Ver- fammlung unerläßlich. Wird Schluß der Debatte oder Schluß der Rednerliste bean- tragt, so ist vor der Abstimmung über solchen Antrag die Redner- .liste zu verlesen, damit Jeder weiß, wer noch zu sprechen verlangt. ! Anträge auf Schluß der Debatte, oder Schluß der Rednerliste sind sofort, nachdem der worthabende Redner ausgesprochen hat, zur l Abstimmung zu bringen. Gewöhnlich wird vorher noch je ein ! Redner für und ein Redner gegen den Schlußantrag zu Wort ! gelassen. Thatsächliche oder faktische Bemerkungen(Berichtigungen) wer- ! den jetzt in vielen Versammlungen nicht mehr gestattet, da sie zu * vielen Mißbräuchen Anlaß gaben. Ein guter Vorsitzender wird ! diesen Mißbräuchen zu steuern wissen. Will Jemand eine falsche Mittheilung berichtigen, so muß dies in klarer, kurzer Weise ge- | schehen, z. B.„die Behauptung, daß Hamborg größer als Berlin sei, ist irrig. Nach Hllbncr'S statistischer Tabelle zählt Berlin > 820,000, Hamburg(innere Stadt nebst Vorstadt St. Pauli) nur 240,000 Einwohner."— Wenn thatsächliche Bemerkungen zulässig ! sind, dann ist zu denselben stets sofort, ohne Rücksicht auf die ! Rednerliste, das Wort zu ertheilen. Persönliche Bemerkungen können erst nach Schluß der eigent-' lichen Debatte gestattet werden. Sie dürfen nur von solchen Per- fönen ausgehen, welche in der Debatte selbst genannt und mit irgend einer Angelegenheit in Verbindung gebracht worden sind. In der Form müssen sie sehr knapp sein, z. B.:„Herr Schulze hat behauptet, ich hätte mich gegen den Vorstand erklärt. Dem ist nicht so. Ich habe nur einige Fehler des Vorstandes gerügt, was ich der guten Sache schuldig zu sein glaubte." Verlangt Jemand daö Wort zur Geschäftsordnung, so muß ihm dasselbe sofort nach Schluß der im Anmeldemomcnt gehalteneu Rede ertheilt werden. Der zur Geschäftsordnung Sprechende kann beantragen, daß die Debatte vertagt werde, daß dieser oder jener Redner zur Sache oder zur Ordnung gerufen werde u. s. w. Bei Abstimmungen kommen stets die Amendements(Unter- oder Zusatzanträgc) zuerst, dann folgt der Hauptantrag, soweit er durch Annahme irgend eines Amendements noch nicht erledigt ist. Stehen sich mehrere Anträge gegenüber, so hat der weitestgehende bei der Abstimmung den Vorrang. Ist z. B. von N. beantragt, eine j Commission von 7 Personen zu wählen, und sind von I. dagegen 5 Personen vorgeschlagen, so wird über 7 zuerst abgestimmt. Wird diese Zahl nicht angenommen, erfolgt die Abstimmung über S. Ein Antrag ist angenommen mit einfacher(relativer) Stimmen- Mehrheit(Majorität), wenn von den Abstimmenden(nicht zu ver- wechseln mit Anwesenden) die meisten für ihn sind. Dies zeigt sich besonders oft bei Wahlen, wo z. B. N. 10, X. 12, Z. 15 Stimmen erhält, und Z. gewählt isi(einfache Majorität), falls die Erforderlichkeit einer absoluten Mehrheit nicht ausdrücklich ver- «inbart wurdet Die absolut-(unbedingte) Mehrheit ist erzielt, wenn R. 10, Z. 12, Z. 23 Stimmen erhält, indem nun Z. mehr Stimmen hat als R. und T. zusammen. Ich hoffe, daß diese Winke dazu beitragen werden, den Gang mancher Verhandlung in ein richtiges Geleise zu bringen. A. G Gewerksgenossenschaftliches. Gewerkschaft der Schuhmacher. Hotha. AuS Marburg wird uns mitgetheilt, daß daselbst die Löhne sehr niedrig gestellt sind, und damit die Herren Meister dieselben nicht noch mehr herunterdrücken, warnen wir unsre Col- legen dringend vor Zuzug. Vor Allem ist eS die Werkstätte von Koburger,' die sich hierbei auszeichnet, und haben die dortigen Collegen diese blokirt. In OelSnitz i. Bogtl. hat sich ein- Mit- gliedschast gebildet; Bev. ist E. Arndt, bei Mfir. Lorenz, Breite- straße 30, Kassircr ist Gustav Schmidt, Revisoren Moritz Leucht und E. Tag; der Verkehr ist„Zur Wand'rerS Ruhe" bei Herrn Baumann. In Cannstatt ist Bevollm. Wörtsch bei Müller. In Stuttgart ist Bev. Heinrich Schick, Rolhestr. 29, Kassirer Kosma« llnger, selbige Adr., daselbst ist auch das unentgeltich- Arbeits- nachweiSbureau; die Versammlungen finden in der„Deutschen Fahne", Karlsstr. 16, 1 Tr. jeden Montag Abend statt. In Wolfenbüttel ist Bev. Friedrich Wilhelm, bei Mfir. Fraatz, kleiner Zimmerhof. In Erfurt wohnt der Bev. C. Erler, Gotthard- straße 20, Hinterhaus. Stuttgart: V. Schröder! Ist genehmigt und sollte schon in Nr. 1 des„Wecker" bekannt gemacht werden, wurde jedoch aus Versehen weggelassen. Den 17. tritt Unterzeich- ueter seine Haft an. Briefe:c. sende mau alles noch unter Meiner Adresse. Mit Gruß W. Bock. Verband der Kürschner von Leipzig und Umgegend. Leipzig, 9. Februar. In der am 31. Januar IN Leipzig ab- gehaltenen außerordentlichen Verbands- Versammlung wurde be- schlössen, im„VolkSstaat" unfern Kassenbericht zu veröffentlichen. Einnahme: Markranstädt Thlr. 67. 4., Lindenau Thlr. 20. 21., Rötha Thlr. 7. 15. Summa Thlr. 95. 10. Ausgabe: Für ÖuittungSbücher Thlr. 14. 15., für Annoncen,„Volksstaat"-Abon- »ement, Papier, Porto ic. Thlr. 6. 20. 8. Summa Thlr. 21. 5. 8. An die Leipziger Kreditbank wurden im Dezember 1374 eingezahlt Thlr. 40. Baarer Kassenbestand Thlr. 34. 4. 2. Sonnt beläuft sich unser Verbandsvermögeu auf Thlr. 74. 4. 2. Wenn eS eigenthümlich erscheint, daß unter den Mitgliedschaften gerade Leipzig gar nicht genannt isi, so ist es nothwendig, hierüber einige Aufklärung zu geben. Für Leipzig selbst war eS bis dato ticch nicht möglich gewesen, eine Mitgliedschaft zu gründen, weil die Kürschnerei hier noch ziemlich tief im Kleinhandwerkerthum sieckt, und in Folge dessen die Nadelarbeiter eine Kaste für sich bilden, die zwar ohne allen Zusammenhang sich befinden, aber in Folge dessen auch die in den Zurichtereicu sich befindenden Kollegen als Fabrikarbeiter betrachten und mit diesen keine gemeinsame Sache zu macheu sür nothwendig halten; ebenso wie die Zurichter mit Arbeitern anderer Gewerke noch vor einem Jahre keine gemeinsame Sacke zu machen sür nölhig fanden, bis ihnen im Juli vorigen Jahre« eine Zuchthaus-, resp. Fabrikordnung angeboten wurde. So kann eS auch kommen, daß den Herrn Nadelarbeitern iu Folge der jetzigen allgemeinen Geschästsstockunz vielleicht eine Lohnreduk- tion, verbunden mit einer Erhöhung der Arbeitszeit, angeboten wird, und die Herren werden entweder kapitulire» oder sich dem Verbände anschließen müssen. Diese eben angeführte Bemerkung wurde auch schon im Berichte des ersten Vorsitzenden miterwähnt. Weiter wurde auch im Geschäftsbericht des ersten Borfitzenden be- sonder« hervorgehoben, daß die Mitgliedschaft Markranstädt auf Grund dieser gemachten Erfahrung unter ssch den Beschluß faßte, ihre eingezahlten Steuern vom VerbandS-Kasstrer zu erheben und dieselben selbst verzinslich anzulegen, was auch ausgeführt wurde. Daß dieses Vorgehen nach den bestehenden Verbandssiatuten voll- ständig ungerechtfertigt ist, und vielleicht in der ganzen Gewerk- fchaftSbewegung Deutschlands einzig dasteht, ist leicht denkbar. Weiter bemerkt der Geschäftsbericht, daß dieser Schritt dadurch motivirt wurde(wie auch ein Schreiben von Markransiädt genau nachwies), daß von den einigen 70 Mitgliedern in und um Leipzig nur 12 ihre Berbandssteuern pünktlich bezahlt haben, in Folge dessen Markranstädt berechtigt fei, seine Gelder selbst zu verwalten. Die Versammlung nahm den Bericht nicht ohne Mißstimmung entgegen, und al« dieser Punkt zur Debatte kam, erklärten alle Redner, daß dieses Vorgehen der Markranstädter nicht nur ein ungerechtfertigtes, sondern vollständig gegen die Interessen deS VeibandeS verstoßendes sei; im Laufe der Debatte kam-in Antrag ein, dahin gehend, daß der Verbandsvorstand beauftragt werde, inner- halb 6 Wochen in allen um Leipzig liegenden Ortschaften, sowie in Leipzig selbst, Mitgliedschaften zu gründen. Die Versammlung ging von der Ansicht au«, daß, wenn dieser Beschluß ausgeführt ist, auch Markranstädt seinen statutenwidrigen Beschluß aufhebt und somit die Sache sich gütlich beilegen ließe. Sollte Letztere« aber nicht der Fall sein, so würde in einer der nächsten oder schon in der kommenden Generalversammlung eine schärfere Maßregel ergriffen werden müssen. Wa« den Bericht deS KasstrerS und der Kontrolkommission anbetrifft, so nahm die Versammlung denselben mit großer Befriedigung entgegen. Mit Vorbehalt etwaiger Irr- thümer im Kassenbericht zeichnet Im Austrage der Versammlung: Franz Tfrost. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Hießt«, 13. Februar. Nachstehend bringen wir die Adressen der Bevollmächtigten zur Veröffentlichung. Augsburg: I. N. Eisen- lohr, Luden 0 263, vis-ü-vis dem Sturmkloster. Berlin: H, Lü- dicke, alte Jakobstr. 12. Braunschweig: F. Mumme, Scharnstr. 1. Barmen: K. Fenzel, Schafbrückenstr. 6. Bayreuth: A. Schweitzir, Münzgasse 171. Chemnitz: G. Scköffel, B-rnSbacherstr. 23, 3 Tr. Constanz: K. Horn.muth, bei Büchsenmacher Wigzcnhauser. Elber- feld: Fr. Heerklotz, Grünestr. 10 bei Mileg. Erfurt: G. Schäfer, Kohlgrubc 3. Gotha: F. Knopf, am Berg 41. Gießen: P. Weichsel, Tiefenweg. Halle a. S.: I. Beyer, kl. Sandberg 21, Hof rechts 3 Tr. Leipzig: L. Witt, Neumarkt 29. Landshut: Ferd. Schmidt, Bergstr. 171, 1 Tr. Nürnberg: M. Hvffmann, obere Schmidtgasse 4SI, 2 Tr. Pforzheim: Fr. Blumer, Holz- gartenstr. 238. Regensburg: M. Erndl, Kepplerstr. 85 d. Stade: F. A. Hilter, Bungenstr. 703. Schw. Gmünd: H. Ströhlin, bei Herrn Ebinger, kalten Markt. Würzburg: M. Kömp, Schotten- anger 9. Wiesbaden: H. Schuster, Saalgafle 10. Wolfenbüttel: H. Thiele, Langenherzogstr. 29. Die Adresse des Unterzeichneten ist nicht mehr Markt 7, sondern Neustadt D. 201. Mit Gruß und Handschlag Der Ausschuß. I. A.: Balih. Klerx. Correspondenzen. Heyer, 31. Januar. Leider bekommen wir hier immer noch keinen Saal zu einer Volksversammlung, und so sahen wir uns auch gestern wieder gcnöthigt, in einer Restauration zu tagen. In der gut besuchten Versammlung referirte Wiemer aus Magde- bürg unter lebhaftem Beifall der Anwesenden. Die anwesenden Gegner verhielten sich diesmal ruhig. Sie wurden von Wiemer gleich zu Beginn seines Vortrag« aufgefordert, ihn zu widerlegen; da» ließen sie aber natürlich bleiben, denn in öffentlichen Ver- fammlungen uns, wie eS sich gehört, entgegen zu treten, dazu sind sie äußerst selten zu bewegen. Hinterher tüchtig darauf loSschimpfen, daS bekommen sie wohl fertig. Diese Kampfweise wurde von Wiemer auch in daS gebührende Licht gesetzt und erbot er sich, falls die Gegner mit ihm ehrlich kämpfen wollen, ihnen zu jeder Zeit Rede und Antwort zu stehen. An der Debatte bcthciligle sich Demmler und legten beide Redner den Arbeitern dringend an« Herz, sich zu organisiren, um vereint sür ihre Interessen zu kämpfen. E. Sch. Fhalhei«, 2. Februar. Die letzte Gemeinderathswahl hat wiederum zu dem„Rückgänge der Sozialdemokratie" eine treffliche Illustration geliefert, indem fämmtliche aufgestellte Candidateu der — liberalen?— nein der sozialistischen Richtung gewählt wurden. Eine gestern sehr zahlreich besuchte Volksversammlung beleuchtete den„Rückgang der Sozialdemokratie" noch besser. Wiemer auS Magdeburg referirte unter dem Beifall der Ver- fammlung über:„Die heutige Produktionsweise und ihre Folgen" und über„DaS Landsiurmgesetz". Mit großer Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den Ausführungen de« Redners, uizd trugen dessen Ausführungen sicher dazu bei, den Arbeitern Klar- heit über ihre Lage zu verschaffen. Hoffentlich wird der Wunsch deS Redners, nach gewonnenen Siegen nicht zu ruhen, sondern sich immer zu neuen Kämpfen zu rüsten und sietS gut organisirt zu bleiben, von den Arbeitern Thalheims stet« beherzigt werden. Ch. R. Weichenvach. Offenes Sendschreiben an Sc. Excellenz den Herrn Finanzministcr v. Camphauscn in Berlin. Motto: Math. 7,-S oder: Nimm'« an dir selbst ab, was dein Nächster gern oder ungern hat. Herr Minister! Im Reichstag hab-n Sie sich über das Bankgesetz u. A. in folgender Weise ausgesprochen:„Die Industrie müsse anfangen wohlfeiler zu produziren, man müsse sparsamer und wirthschaft- sicher werden. Die Panik in den Eisenbahnpapiereu sei daraus entstanden, daß man die Grundsätze der Sparsamkeit nicht zu wahren gewußt und durch große Bauten die Erträgnisse verringert habe. Für Deutschlnd trete bald die Nothwendigkeit heran, eine reue Regelung der Arbeitslöhne heibeizusühren; die Arbeitslöhne müßten herabgesetzt werden n. s. w." Herr Minister! Als Sie diese Rede geredet, haben Sie wohl die Tragweite derselben nicht be- rechnet. Sie hatten wohl vergessen, daß Sie kurz vorher bei anderer Gelegenheit gesagt haben, daß Preußen ungefähr 6'/» Mill. Steuerpflichtige habe, welche in Folge ihre» gcringeu Einkommens (unter 140 Thaler) nicht zur Klassensteuer herangezogen werden könnten. Daß Sie bei dieser Klasse von Menschen Ihr Spar- experiment in Vorschlag zu bringen beabsichtigten, möchten wir be- zweifeln, denn hier dürste sich wohl das Sprüchwort bewahrheiten: Wo nichts ist, hat selbst der Kaiser das Recht verloren. Wie Viele neben den 6'/- Millionen noch übrig bleiben, au welchen Ihr Sparsystem iu Anwendung gebracht werden kann, werden Sie sicherlich am Besten«iffen, ob aber diesen noch so viel abzanehmen ist, daß damit die Industrie gerettet werden könnte, möchten wir sehr bezweifeln. Sollten aber diese Zveifel begründet sein, so dürfte die» ein Beweis fei«, daß sich auch„große" Männer ein- mal verfahren können. Indessen dürfte es außer der Lohnherab- drückung auch noch andere Mittel und Wege geben, der Industrie anfzuhelfen. Wir meinen die Aufhebung aller solcher Zölle und Abgaben, welche derselben am meisten hindernd und belastend im Wege stehen, und diesen Vorschlag empfehlen wir Ihnen zur ge- neigten Prüfung und Berücksichtigung. Wie aber,»erdea Sie fragen, sollen diese Ausfälle gedeckt werden? Wir antworten: durch Sparen Herr Minister, durch Sparen. Aber man muß nicht da sparen wollen, wo eS nichts zu sparen giebt, sondern wo eben da» Sparen etwas einträgt. Wie wäre es, wenn Sie, Herr Minister, in Ihrem Ressort ein gute« Beispiel gäben und bei sich anfingen und sagten: ich will fortan nur noch die Hälfte meines G-halte«, und dabei brauche ich noch lange keine trockenen Kartoffeln mit Hering zu essen, wie unsere Arbeiter. DaS Uebrige soll zur Deckung deS Ausfall» dienen. Und wenn dann gute Vorgänger gute Nachfolger finden würden, so würde durch solche Sparsam- keit da» Fehlende leicht gedeckt werden können, und Sie würden sich dadurch einen Namen machen, der über alle Namen ginge, und nach laugen Jahren würde man noch mit Hochachtung den Namen Camphausea nennen. Darum, Herr Minister, auf an'» W:rk! Von Oben muß man anfangen. Mehrere Arbeiter. Wurkhardsdorf. Sonntag, den 31. Januar fand Hierselbst eine Bolkiversammlung statt unter dem Vorsitz von Oswald Roscher. Wiemer sprach über den ersten Punkt der Tagesordnung:„Die Interessen de» Volkes und seine Vertreter", uud erledigte denselben unter dem größten Beifall der Versammlung. Stiegler au» Chemnitz referirte über den zweiten Punkt:„Die Bereinigung der beiden Parteien". Nachdem derselbe unter allgemeinem Beifall der Anwesenden die großen Vortheile dargestellt hatte, welche diese Vereinigung in sich trage und Wiemer, sowie die hiesigen Partei- genossen Oswald Roscher und Friedrich Görner einige beherzigenS- werthe Worte an die Gesinnungsgenossen gerichtet hatten, wurde folgende von den Letztgenannten eingebrachte Resolution einstimmig angenommen.„Die heutige Volksversammlung beschließt, in An- betracht der politischen und sozialen Mißstände, dahin zu wirken, daß die Vereinigung der beiden sozialvemokcatischen Fraktionen auf Grundlage deS gemeinschaftlichen sozialistischen Prinzips bald- möglichst herbeigeführt wird. Mit sozialdemokratischem Gruß Gustav Görner. Wranh bei Zwickau, 3. Februar. Am Sonntag fand im Ehrler'schen Gasthose zu Brand eine Versammlung der Mitglieder der Genossenschaft der Gruben- und Tagearbeiter unter Vorsitz de» stellvertretenden Vorsitzenden der genannten Genossenschaft statt. Der Besuch dieser Versammlung war ein den Verhältnissen auge- messen ziemlich guter und wurden die auf der Tagesordnung stehenden Punkte zur Zufriedenheit der Anwesenden erledigt. Haupt- sächliche Gegenstände der Tagesordnung waren der Rechenschaft»- bericht vom Jahre 1874, summarisch zusammengestellt, wodurch einem längst gehegten Wunsch der Mitglieder zu Brand ent« sprechen wurde, und da« Referat des stellvertretenden Vorsitzenden der Gruben- und Tagearbeiter zu Zwickau„über die Genossenschaft und ihre Gegner." Es entstand eine lebhafte Debatte, welche dahin ging, daß einerseits die Kapitalmacht wohl Gegnerin der Genossenschaft sei, man die» aber immerhin noch entschuldigen könne, weit(wenn auch mit Unrecht) die Kapitalmacht ihr Interesse gefährdet sehe, natür- lich unter„Verleugnung der Menschlichkeit"; andererseits sei aber der Arbeiter selbst Gegner der Genoffenschaft, und zwar der gefährlichste; er fühle zwar, daß ihn so zu sagen der Schuh drücke, sei aber eineZtheilS zu feig, einzutreten für sein eigene» Interesse, andererseits fehle ihm aber auch der Grad von Bildung, um Mittel und Wege zu finden, seine Lage zu verbessern. ES wurde schlicßbch ausgefordert, dahin zu wirken, daß Mehr und Mehr, überhaupt All-, in die G-noss-nschaft eintreten möchten, weil nur auf geordneten, gesetzlichen Wegen etwas zu erreichen fei, und es sei nöthig, die Blätter, wie„VolkSstaat" und„Bürger- und Bauernfteund", welche die Interessen der Arbeiter vertreten, zu lesen, damit Aufklärung in die Arbeiter�komme, überhaupt sie ihre Lage erkennen lernten u. s. w. ES wurde in dieser Versammlung gesagt, der Arbeiter sei eineStheilS zu feig, für sein Interesse einzutreten. Wir wollen di:S nachträglich beweisen. Bor 14 Tagen, den 24. Januar, war im Holl'schen Gasthofe zu Niederplanitz Bergarbeiteroersammlung, mit der Tagesordnung: Statistischer Bericht und die Arbeiterord- nung der Bürgergewerkschaft. Der letzte Gegenstand, über welchen Hoch au» Niederplanitz referirte, hatte auch zwei Ofsicianten der Bürgergewerkschast angezogen, diese Bergarbeiterversammlung zu besuchen; sie fragten erst an, ob sie Eintritt hätten, wir, da» ge- wählte Bureau, hatten natürlich keinen Grund, ihnen den Ein- tritt zu verwehren, sondern freuten uns diese» Besuche». In Folge dessen gab es aber Bergarbeiter, welche, da sie die Herren Ossi- cianten erblickten, Kehrt machten und nicht in die Versammlung gingen. Ueberhaupt war diese Versammlung eine schlecht besuchte, trotz der wichtigen Tagesordnung. Wir müssen deshalb immer und immer wieder den Arbeitern zurufen: Ermannt Euch und tretet ein in die Genossenschaft der Gruben- und Tagcarbeiterl legt die Hand an zur Verbesserung Eurer Lage! Ueberlaßt den Kamps umS Dasein nicht einer verhältaißmäßig keinen Zahl, und legt nicht allzuviel Gewicht auf den Bibelspruch: Sehet die Vögel unter dem Himmel an u. s. w.s Berlin. Der„Gewerkverein" soll bekanntlich dem WachSihum der Sozialdemokratie entgegenarbeiten und wird deshalb recht flott in demselben auf die„VaterlandSverrächer" und unverbesserlichen Communisten geschimpft. Es ist wieder für uns eine recht spaßige Sache, berichten zu können, was die Arbeiter, die Mitglieder der Gewerkvereinc sind, mit ihrem ZwangSorgan machen. Schon seit geraumer Zeit wurde in den Versammlungen der Orts- und Ge- werkoereine die Thatsache ausgesprochen, daß die Mitglieder, trotz der bequemen Einrichtung, in fast verschwindender Anzahl den„Ge- wcrkoerein" abholen. So wurden iu einer der 12 Abholestelleu, bei Hugo Landgraf, Adalbertstraße, von jeder Nummer im höchsten Falle 4 Exemplar- verlangt, die übrigen blieben, was sie auch eigentlich sind— als Makulatur liegen. Um die Drucktosten zu erspare», hat der Gewerkverein der Hand- und Fabrikarbeiter nun den Beschluß gefaßt, auf je 3 Mitglieder nur 1 Exemplar zu bestellen. Uns scheint auch dieses Verhältniß noch zu hoch ge- griffen. Herrn Dr. Max Hirsck uud seinem Adjutanten Hugo Polte empfehlen wir aber, unermüdlich ihre„geistigen" Produkte abzuladen; dem einfachsten Arbeiter wird es mit der Zeit klar werden, daß die Lehre von der„Harmonie" eine Irrlehre ist. Hießt». Wohl selten finden die Leser im„VolkSstaat" Mit- theilungen Uber die hiesigen Verhältnisse und wenn nun zu den seltenen Kundgebungen sich noch Bemerkungen anreihen, welche die Thätigkeit der hiesigen Parteigenoflen in Frage stellen, so kann man von außen nicht anders, als sich eine schlechte Vorstellung von der Abeiterbewegung hierorts machen. Wenn wir nun durch- auS nicht sagen wollen, daß dieselbe hier gut fleht, so sind wir aber auch nicht gewillt, aus den wenigen aber überzeuguvgSfestcn Mitgliedern der Partei den Vorwurf der Gleichgültigkeit oder llnkenntniß der Lage ruhen zu lasten. Indem wir jede derartige Andeutung als unrichtig zurückweisen, erklären wir, daß jeder uns gemachte Vorschlag, wenn derselbe nur einen Anschein von Zweck- dienlichkeit hat, gern entgegengenommen, der Diskussion unterzogen und nach Möglichkeit zur Anwendung gebracht wird..Dagegen Erwarten wir, daß man sich künftighin von unserer Thätigkeit über- zeugt, ehe man über dieselbe mtheilt. Unsere Zusammenkünfte finden jeden Montag, AbendS halb S Uhr im Nebenzimmer des SpieS'lchen Lokales, Neustadt, statt und ist Zutritt Jedem gestattet. Die Parteimitgliedschaft. Hleustadt a. d. Kaardt. Samstag den 30. Januar hielt unsere junge Mitgliedschaft der Gewerkschaft der Holzarbeiter eine öffentliche Versammlung ab, die gut besucht war, und in welcher Freund Daschner aus Kaiserslautern einen Vortrag über„die Gewerkschaftsbewegung" hielt. TagS darauf war allgemeine Ar- beiterverfammlung mit der Tagesordnung:„Das Kleiubürgerthum und die Sozialdemokratie." Auch hier übernahm Daschner das Referat und entwickelte in einstündiger Rede, wie das Bürger thum sich organisirte und zu einer Wacht wurde, wie e» das Raub ritterthum stürzte, das Zunftwesen einführte und wie auS ihm das Großkapitchf und durch die Mitwirkung verschiedener Umstände die heutige Produktion hervorging. Er zeigte, wie da» Großkapital der eigentliche Feind deS KleiubürgcrthumS fei, wie diese» den Todeskampf kämpfe, indem jene« vermöge feiner Maschinen k. dem Handwerker eine solche Conkurrenz biete, daß derselbe noth- wendig zu Grunde gehen müsse und in den Reihen der Proleta rier sich wiederfinde. Anstatt aber diese Thatsache einzusehen und mit den Arbeitern Hand in Hand zu gehen, klammere sich daS Kleinbürgerthum an da» Kapnal an und beschimpfe in seiner Ber blendung die Arbeiter. DaS Großkapital produzire unsinnig in den Tag hinein, ohne darnach zu fragen, ob der Weltmarkt über füllt werde oder nicht; dadurch würden dre GcschästSkrisen hervor gerufen, und das Resultat seien brodlose Arbeiter. Diese, um nicht gänzlich zu verhungern, seien gezwungen, um jeden Preis zu arbeiten, und aus diese Weise machten die Arbeiter selbst einander Concurrenz. ES sei deshalb die Vereinigung derselben eine Eiserne Nothwendigkeit, um ihre jetzige durchaus nicht beneidenSwerthe Lage zu verbestern. Redner verbreitete sich dann über daS Wie, br rührte die Schulze'scheu Credit- und Covsumvereinc, deren Unzu länglichkeit beweisend, wies deu Vorwurf de»„TheilenS" zurück, indem er zeigte, wie gerade die Herren deS Kapitals eS feien die mit den Arbeitern theilten, indem sie den Löwenantheil des Ertrags der Arbeit für sich behielten, und wie gerade die Arbeiter diese Theilerei abschaffe» wollten. Mittlerweile lief von KaiserSlauteru ein Telegramm folgenden Inhalts ein:„Zu dem energischen Vorgehen für die gute Sache wünscht herzliches Gedeihen die sozialistische Partei in Kaiserslautern." Daffelbe wurde mit Beifall aufgenommen. Herr Görki, der mit noch 10 Genossen von Kaiserslautern erschienen war, sekvndirte auf treffliche Weise indem er daS Zunft wesen, die französische Revolution von 1789, den Ausschwnng de» Kapitals rc., etwas näher beleuchtete. Nachstehende, von Daschner eingebrachte Resolution wurde ohne Widerspruch angenommen:„Die heutige öffentliche Arbeiterver sawmlung erklärt sich mit dem Vorgehen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei vollständig einverstanden und verpflichtet sich, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Sache deS arbeiten� den Volke« in jeder Beziehung einzutreten und beschließt, eine Mit gliedschast der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu gründen." Schließlich noch die Mitiheilung, daß der Boden hier sehr int, allein noch fast gänzlich unbeackert ist, und daß ei nur im Interesse unserer Sache liegen würde, wenn ein im Reden be- fähigter Genosse sein Domizil hier nehmen würde, und glauben wir, diesen Wunsch desto schneller erfüllt zu sehen, je eher die Ber einigung der verschiedenen sozialdemokrarischen Fraktionen statt' findet, über die wir unsere große Freude aussprechen. Hetena« v. Thum, �7. Januar. Auch die hiesigen Partei genossen begrüßen die Einigungdbestrebungen der beiden sozial' demokratischen Fraklionen und wünschen, daß etwa noch vorhain vene Differenzen baldmöglichst ausgeglichen werden möchten. Die Vereinigung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen ist für unfern iO. Wahlkreis umso mehr uothwcndig, als bisher der Zwiespalt aem Cmwickeln der Arbeiterbewegung das meiste Hemmniß ver arsackt hat. Mit sozialdemokratischem Gruß F. A. Reuter. Uarmen, 7. Februar. Am Donnerstag den 29. Januar er- nelten wir von unserem Abgeordneten Herrn Hasselm an» eine Depesche, in welcher uns mitgetheilt wurde, daß am Samstag deu >1. Januar, Sonntag den 1. und Montag den 2. Februar die yerren Hasselmarn und Liebknecht im Wupperthale anwesend sein würden. Schnell wmde sich nun mit den Parteigenossen in Elder- ield verständigt, und auf Sonntag den 1. Fevruar in Elberfeld rnd aus Montag den 2. Februar in Barme» eine BolkSversamm- ung anberaumt. Leider war Herr Liebknecht, der übrigen« nur »gesagt halte für den Fall, daß kein anderer seiner College» ab- 'ömmlich wäre, am Erscheinen unabwendbar»eihindert, doch traf a unserer giößlen Freude am Montag den 2. Februar AbendS lS die Versammlung in Barmen bereits im Tagen war, der Reichs agSabgeordnetc Herr I. Motteler als Ersatzmann für Liebknecht hier ein. Die Versammlung, welche in den Räumen der Schützen' lalle tagte, war so stark besucht, wie selten eine in den stürmisch' !en Tagen der Wahlperiode. Aus da«, was die beiden Herren 'lbzeordneten gesprochen, will ich nicht näher eingehen, nur be- .ierke ich, daß als Herr Motteler,— der ebenso, wie sein College )affelmann mit stürmischen Hoch« empfangen wurde— mit kurzen Borten der sich zwischen den beiden Arbeiterparteien vollziehenden Einigung gedachte, die ganze Versammlung diesen Bestrebungen reudig zustimmte. Im Wupperthale ist übrigen« die Ver- tuiguug zur vollendeten Thatsache geworden, indem sich ie Anhänger beider Richtungen bereits in die in Elberfeld und iarmen neugegründeten Lokalvereine haben einzeichnen lassen. euch die Vorstände derselben sind aus beiden Richtungen zu rmmengesetzt. Am Dienstag den 3. Februar reisten Herr Motteler und ich ack Hagen in Wcstphalen, wo ebenfall« eine sehr zahlreich besuchte iolkSversammlung stattfand. Herr Motteler, welcher da» Wort Iber die Thätigkeit des Reichstage«" zuerst ergriff, zeich- ete in scharfen und klaren Zügen da» Verhalten der einzelnen Karteien und wies namentlich in schlagender Weise die Berechti- rng und Durchführbarkeit der von den sozialisteschen Arbeitern igestrebtcn Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse nach. Auch hier wurde die projektirte Vereinigung mit lebhafte« Beifall begrüßt. Hoffentlich werden wir recht bald die Freude haben, mehrere unserer neuen und prinzipiell doch schon alten Parteigenossen hier kennen zu lernen, um so gemeinschaftlich, Schulter an Schulter auf die Festung der Lüge, und gegen den Unverstand der Massen Sturm zu lausen. Mit sozialdemokratischem Gruß C. I. Kühl, Gewerbeschulstraße 98. ZZeushei«. Schon über 2 Jahre tagte hier keine Volksver- sammlung mehr, endlich gelang es aber eine einzuberufen, aber die Freude sollte un« doch nicht lange gewährt fein, denn unsere Feinde sind hier zu viele gegen unS paar Genoffen. Auf Sonn- tag, den 31. v. M. hatten wir also eine Volksversammlung an- beraumt, in welcher Siesert au» Nürnberg, Köbrer auS Harn bürg, PosentwiSki aus Breslau über die Tagesordnung:„Zweck und Nutzen der Gewerkschaften" und„Der Kampf um'« Dasein", referiren sollten. Kaum war die erste Anzeige bekannt geworden, so kamen auch schon unsere Feinde gelausen und machten unseren Wirth so verwirrt, daß er unS sofort da« Lokal entzog. Besagte Referenten waren schon etliche Male hier, aber bis jetzt vergebens. Wir scheuen keine Mühe, keine Arbeit, wir haben den Kamps be- gönnen und müssen ihn auch beenden. Darum GesinnungSge- Nossen schließt Euch fester an unsere Organisation an, al« vorher, eS muß uns doch gelivgeu, wa« unS bis jetzt noch so ferne steht. £lB. Auch wäre eS erwünscht, wenn etliche in unserer Sache tüchtige Genossen hier in Arbeit treten würden. Mit Gruß. M. Hang. Köln, 14. Februar. Klassenvertretung. Lohn der Tu- gend. Daß eS in Preußen der arbeitenden Bevölkerung und mithin der Sozialdemokratie, nicht möglich ist, irgend welchen Einfluß auf die Gemeindeangelcgenheiten auszuüben, beweisen folgende Zahlen. In der Metropole de« Rheinlandes, welche eine Bevöl- kerung von über 130,000 Seelen aufzuweisen hat, besitzen gegen- wältig nur 7313 Personen, in drei Classen, das Recht, an den Gemeiudewahlen theilzunehmen. Zur ersten Classe gehören 192, zur zweiten 1321 und zur dritten Classe 5305 Personen. Die 5,805 Wähler der dritten Classe können nicht mehr Per- sonen in den Gemeindcrath wählen, al« wie eine jede der beiden ersten Classen. Unter den Wählern der dritten Classe befinden sich 1,597 Personen, welche nicht da» vorgeschriebene Einkommen von 400 Thlr. besitzen, deren Wahlrecht sich aber von deren Eigenschaft als HauSeigeuthllmer herleitet. Da« Einkommen von 400 Thlr. entspricht dem Classensteuersatze von 5 Thlr. Nach der preußeschen Städteorduunz steht eS dem Gemeinderathe zu, den MinimalsteuercensuS, der nichl unter 4 und nicht über 12 Thlr. gegriffen werden darf, zu bestimmen; natürlich bleibt die Genehmi- gung der Regierung vorhalten.— Er wurde nun kürzlich von den hochweisen Vätern der alten Colonia*) eine Commisston ernannt, welche den WahlcensuS revidiren sollte. Daß die Herren Liberalen überall den Menschenwerth nach der Regel de« Geldschränke« abmessen, versteht sich von selbst, und unsere Commisston durfte dem letzten Grundsatze auch keine Schande machen. Der Bericht der Commisston ging dahin, daß, wenn man bei einem Einkommen von 350 bis 400 Thlr. stehen bleibe, die Zahl der Wähler bedeutend vermehrt werden müsse. Ein Theil der Commisston schlage deshalb ein Einkommen von 500 bis 550 Thlr. gleich 10 Thlr. Steuersatz, ein anderer Theil 550 bis 600 Thlr. aleich 12 Thlr. Steuersatz als Minimum vor. Bei dem ersten Vorschlage steige die Zahl der Wähler noch immer von 7,318 ans 9,329 Köpfe; bei dem zweiten Vorschlage auf 8,837 Köpfe. Bei den Grundsteuerzahlern solle die Wahlberechtigung mir 8 Thlr. beginnen. Man müsse den Wahlceusu« schon aus dem Grunde höher schrauben, weil dann nicht mehr so viele Leute willenlos zum Wahltische gingen. Die Vorschläge der Commissi»» wurden dennoch mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt und man bleibt bei dem Einkommen von 400 Thlr. mit dem von 5 aus 6 Thlr. erhöhte» Steuersatze stehen. Einer der Herren Liberalen,«elcher aber als eutschiedener Gegner der Commisstonsvorschläge austrat, sagte in der Hitze des GesechteS, daß er die Beweise beibringen könne, daß auch liberale Fabrikanten ihre Arbeiter zur Wahlurne getrieben hätten und daß daher von Willenlostgkeit bei den Ultramontanen allein nicht die Rede sein könne; e« müsse etwa« mehr für den Unterricht getha» werden:c.— Ein anderer Liberaler«einte, es sei nicht die richtige Art und Weise den Culturkampf zu führen, wenn man die Leute mundtodt mache.— Der Herr Vorredner habe mit dem„an die Wahlurne treiben", die RcichStagSwahlcn gemeint. Die Arbeiter könnten ja an den Gemeindewahlen noch immer nicht theiluchmcn. Er bitte daher die Anträge der Commisston abzulehnen. DaS arbeitende Volk braucht sich aber auch nach einem solchen Reglement nicht zu wunder», wenn im Jahre 1873 in der hei- ligen Stadt Köln auf jede Schülerin der höheren Töchterschule 21 Thlr. 21 Sgc., und auf jeden Schüler der Realschule fast 30 Thlr. auS dem Gemeindesäckel zugelegt wurden.— Die auswärtigen Parteigenoflen werden durch die Zeitungen schon erfahren haben, daß der ehemalige Sozialdemokrat, jetzr Mitglied deS preußischen Herrenhauses, Herr Dr. H. Becker (Dortmund), zum Oberbürgermeister von Köln gewählt und auch die Wahl bereit« angenommen hat. Die Bestätigung seitens der preußischen Regierung, wird jeden- falls nicht lange auf sich warten lassen. Niekefett. Den 7. d. MtS. fand Hierselbst eine gut besuchte öffentliche Versammlung statt. Erster Vorsitzender war Heidt- bpink, dessen Stellvertreter Bohle. Herr Klute ans Osnabrück iprach über dert ersten Gegenstand der Tagesordnung:„Ist die Jvee deS Sozialismus durchführbar oder nicht?" zur größten Zu- friedenheit der Anwesenden. Den zweiten Gegenstand der TageS- ordnung bildete„die Vereinigung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen". Nachdem Herr Heidtbrink und Herr Klute die Roth- wendigkeit der Vereinigung und die Bortheite, welche letztere in sich birgt, unter allgemeinem Beifall erläutert hatten, wurde eine hierauf bezügliche, von Herrn Heidtbiiuk empfohlene Resolution einstimmig von der Versammlung angenommen. Der dritte Ge- genstand der Tagesordnung:„Die Gründung eines sozialdcmo- kratischen Wahlverein« für Bielefeld" wurde mit Beifall von der Versammlung anfgenommen und hierzu von der Versammlung ein Comtts, bestehend aus 7 Personen, zur Ausarbeitung eines Statuts gewählt. Ein schriftlich gestellter Antrag für eine Teller- sammlung wurde verlesen und einstimmig von der Versammlung' angenommen. W. Mahne.! Hberwürschnitz, 29. Januar. Gestern hielten wir BolkSver- I sammlung ab, in der Wiemcr auS Magdeburg referirte. Die Tagesordnung lautete:„Die Lohnreduktiou und die Thätigkeit de« Reichstages" und behandelte Redner da« Thema zur Zu- friedenheit aller Anwesenden. Wenn die Gegner glauben, daß unsre Bevölkerung von der Sozialdemokratie nichts mehr wissen will, so werten wir ihnen das Gegentheil noch öfter al« bei der letzten Reichstags- und GemeindcrathSwahl beweisen. F. A. Hberafalter, 30. Januar. Auch hier hat die Sozialdemo- kratie Wurzel gesaßt, das bewies die gestrige gut besuchte Ber- sammlung, zu der sich Landlentc und Arbeiter eingefundeu hatten, um dem Vortrag des Herrn Wicmer beizuwohnen. Redner be- handelte in eingehender Weise daS Thema:„Die Gegner der Sozialdemokratie" und„DaS Landfturmgesetz". Die Versammlung zollte dem Redner vollen Beifall und wurde derselbe von den Bauern aufgefordert, nur bald wieder zu kommen, denn von den Liberalen wollen sie nichts mehr wissen, unser Bauernstand lernt bereits auch begreisen, wie weit eS mit den schönfärberischen Phrasen der Liberalen über unsre Zustände her ist. Parteigenosse Hillmann in Stuttgart ist am 12. d. MtS. „wegen Mangels an Beweisen" in Freiheit gesetzt worden. Und trotz der„mangelnden Beweise" 5 Wochen in Untersuchungshaft! Schöne Zustände. Sriefkafteu der Expedition. Gck« Feldenendl: Wir müssen»m genauere Angabt der Lage Ihre« Wohnort« bitten, da das an Sie adressirte Kreuzband zurückgekommen. jLl. Wpplu Brockau: Das Dissidenten gcsctz enthält keine Bestimmung ob ein Dissident zur Zahlung von an seinem Wohn- Orte üblichen Kirchensteuer gezwungen ist oder nicht. Zahlung halten ww str widersinnig. Q u i t t n u g der Expedition. B. Arbeiterverein Lindenau Ann. 5,00. A Mlchr Barl Schr. 3,00. Rltmnr München Schr. 9,16. Brnr Zw'ckau Phtgr. 9,00. Hchckr Pceßburg Ab. v,00. Schmdr Beerfelden Schr. 0,50. Fach- verein der Musilinstrumentenmachtr Wien Ab. 1,90, Schr. 4,24. Schltz Hamburg Schr. 100,00. Mllr Mannheim Ab. 18,81, Schr. 6,20. Mllr hier Ab 36,00. Kr« Waldenburg Schr. 0,3o. Mllr hier Schr. 3,4. Wlsch Wiesbaden Ann. 0,50. Arv.-Berki» Leoben Schr. 3,30, Ab. 0,r0. Für die Hinterbliebenen Porck'S. Born Arbeiterverein Lindenau 6,50. GcnossroschasiSbuchdruckcrei. Aiitheilscheiue bez. Amhe>lqu»ltuogen erhielte» serner: In ThaiSbrau» B. 36,00. Anzeigen u. Qfltil&huVfi Sozialdemokratische Arbeiterpartei. viU�vUUilJ Samstag, den 20. Fediuur: Versammlung der hiesigen Mitglieder bei Bierbrauer Linder(Bloßfeld), Jakoderstraße. Da» Erscheinen aller Mitglieder ist uoihwendig. Im Auftrag: I. Endre«. fbO) Arbeiter- Wahtverein *DUllUvll Sonntag, den 21. Februar, halb 7 Uhr: Bortrag de« Herrn G. Schuhmacher au« Cbln über die angebliche Kultarseindltchkeü der Sozialdemokratie._-[40J Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 20. Februar, Abends halb 9 Uhr> de so an l« gu nä litt «i .Andreatstraße Nr. 26, bei«Sittel: versammtunz.— T.-O.: Borlrag de« Herrn Adam über die gewerlschastliche Orzauifatiou un» dessen Em- Wirkung ans die Löhne. Die College» werben ersucht, süc rege Bethtiligang zu sorgen. «A. Lemke. j70j Arbeiterverein. Montag, 22. Febr., Abend« halb 9 Uhr: Bersammluug bei Kuntzsch. Vortrag von Förster„lieber die Acbeiterbewegung". Fragelasteii.— Gäste willkommen.— Sonntag, 2I.Fedr, Abend« von i Uhr an, bei Hedel(Saal) mit Damen gesellige Zniammeiiknlift. 150� Chrihtlrt Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, deu 20. Februar: Versammlung>jt. Wind« mühleiistraße 7.— T.- O.: Diskussion über dn««ewerlschast«- Statut. Ausnahme neuer Mitglieder.______ D. B.[40| B. od de: 14 ha Z. ' an ikripjig ü. Umgegend ls» h- sä! au b'i fiiummern find in Empfang zu nehme».[BOJ Sozialdcmakranscher Arbeuerverelu. Sonntag, den 23. Februar, im Gasthaa« zum Markranstädt Thüriuzer Hof: Erste Stiftungsfeier bestehend in Conccrt, Festrede von H. Ramm au» Leipzig und Lall. Ansang Nachmittag 4 Uhr. Freunde nnd Gönner de» Verein» find hierzu freundlichst eingeladen. _ Der Vorstand.[200J Wtesbadeu Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Samstag, den 20. Febrnar, Abend« 8 Uhr: Oessentliche Parteioersammlung im Lokale de» Herrn Haa», kl. Schwalbacherstraße Nr. 3 Alle Parteigenosseu werden aufgefordert, plloktlich zu erscheinen, flltlj Zur Agitation ein er «i de, h\ ve, leb der Rb des L »et >»i, diu dt» empfehlen wir ganz besonder« die drei Reden von: Porck,„Ueber den NormalarbeitSlag"(Dresdner Protokoll). Bebel,„Ueber da« allgemeine Stimmrecht für die Berlreluog der Linzel- staaten und Communen"(Dresdner Protokoll). Bracke,„Ueber da« Hasipstichtgesetz"(Dresdner Protokoll). Zum Gesammipret» von 20 Pjcnnigeo. "tl !V!i t»« »hi fei Agitationsnummern 30 Stück 80 Pfennige, srco. 100 Stück 2 Mark. Rasche Bestellung ist nothwenbtg, da dieselben bald vergriffen find, j Buchhandlung de«„BolkSstaat". Liebknecht: Wissen ist Macht, Macht ist Wissen. �l «ei Preis pro«Expl. 25 Pf. Buchhandlung de»„Bvlttstaat." Motograpljien von Theodor Jorck in Bisitenkarteniormat ü 25 Pfennige das Stück, zwei Dutzend zu 5 Rmk. gegen baar. sind zu beziehen von der Buchhandlung de«„Bolksftaat". i-f. b-n *) Au» dem lateinischen Wort Colonia(Colonie) ist der Name Köln entstanden. Verantwortlicher Redatreur: R. Seissert. ßth Redaktion Hohestraßt 4, Expedition Zeitzeiftraß» 44, in Leipzig. stip Druck und Verlag der«SenosseuschaftSduchdruckerei tu Leipzig. tix