Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstaltcv u. Buchhand- tungen des In- n-Buslandes. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Lozc 201 Hodoiren, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and coatea str. Philadelphia. Abonnetnentopreis für ganz Deutschland IM.KOPs. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutsche» Poftanstalten auf den Stkn u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Alteuburz auch aus den Ite» Monat des Quartals a 54 Pf. Organder sozialdemokrattschenArbetterPatteiMÄverinternationalenGetverksgenossenschasten. Änserate, die Aihalwua von Partei-, vereiu«. nutz N»lls»«samml«ngtn, sowie die F-lial. Expeditionen und sonstige Partei-«ngelegenheitw betreffend, werden mit 10 Pf., Anzeigen mit 25 Pf. die dretgespaltme Petit-Zeile berechnet. Privat- und Vergnügung»- Nr. 21. Sonntag, 21. Ieöruar. 1875. lN er Oi Die Millionäre und das Volkseinkommen in Prentzen. ag buj nd. Die düstern Zahlen, die der preußische Finanzmiuister v. Camp- Hausen in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 19. Januar Über die große Zahl der Nicht- Klaffensteue, fähigen im preußischen Staat gab, eihaitcn erst ihre wahre Bedeutung, wenn wir sie mit der Zahl der Personen in Preußen vergleichen, die auf den höchsten Staffeln menschlichen UcbeiflusseS sich befinden. Durch die Zeitungen geht die Notiz, daß eS in Preußen 49 Personen gibt mit einem Vermögen von je 1 Million, 37 mit einem solchen von je 1,3V0,l)(X), 124 mit je 1,600,vvl), 14 mit je 2,000,000, 13 mit je 2,400.000, 3 mit je 2,800.000, 3 mit je 3,200.000, 4 mit je 3,600.000, 2 mit je 4.000 000, 10 mit je 4,800,000, 2 mit je 5,200.000, 1 mit 6,000,000, 1 mit? 600,000, 1 mit 9.600,000, 1 mit 10.000,000, 2 mit je 12,000,000, 1 mit �4, 000, 000, 1 mit 33,600,000 Thlr. Zusammen 169 Mllliouäre mit einem Vermögen von 398,300,000 Thlr. Die beiden zuletzt erwähnten sind Rothschild und Krupp. Im Verhältniß zu diesem Vermögen beziehen die 169 Personen ein Einkommen von rund 20 Millionen und jeder durch- schnittlich jährlich 118,340 Thlr. Nach der Mittheilung deS FinanzminifierS gibt eS in Preußen 0,034,263 Personen, die ein jährliches Einkommen von unter UV Thlr. haben, und 223,243 Personen, die zwar 140 Thlr. Einkommen besitzen, aber nicht leistungsfähig sind, also ebenfalls von der Steuer befreit bl-iben mußten. Das sind 6,257,500 Per- sonen, die in der allerdürftigsten Lage sich bestnden. Nehmen wir an, daß das Durchschnittseinkommen dieser 6'/« Million erwach- sener Personen sich auf 120 Thlr. per Kopf beläust, was eher günstig als ungünstig angenommen ist, so haben die 169 Millio- iiäre so viel Einkommen als 166,666 aus der ärmsten Klaste, und jeder einzelne von ihnen so viel als 986 Personen der ärmsten Klaffe. Das Verhältniß würde noch viel ungünstiger sein, wäre das Vermögen der Reichen und Millionäre eben so leicht abzuschätzen, oder würde eS bei diesen nur eben so streng genommen, wie bei den armen Teufeln. Daß Rothschild nur ein Vermögen von 14 Millionen, und Krupp ein solches nur von 33V- Millionen haben soll, wird von Sachverständigen sehr bezweifelt. Bor einiger Zeit wurde Krupps gesammteS Vermögen auf über 100 Millionen angegeben, und bedenkt man, daß der Mann 16,000 Arbeiter be- schäftigt und sicher auch viele Millionen. in Papieren fest liegen hat, so ist dies nicht unwahrscheinlich. Nack der oben aufge- führten Berechnung würde sich das Krupp'sche Einkommen jährlich auf 1,680,000 Thlr. belausen. Gewiß eine sehr hübsche Entschädigung für die„Sorge" und„Mühe" de? Herrn Krupp, aber sicher weit von der Wahrheit entfernt, wie wir gleich beweisen vollen. Nehmen wir an, daß diese 1,680,000 Thlr. Krupp'sches JahreS- einkommen rein aus seinen industriellen Unternehmungen, in denen er die 16,000 Arbeiter beschäftigt, resultiren, daß er also keine Eisenbahn-, Bergwerks- oder sonstige Aktien besäße, so würde jeder der 16,000 Albeiter ihm dnrchschnittlich jährlich 105 Thlr. ein- dringen. Wenn jeder Krupp'sche Arbeiter durchschnittlich 260 Thlr. verdient, würde daS ein Profit von 38V- Prozent der Lohnrate ltdeS Arbeiters sein. Glaubt aber in ganz Deutschland ein Mensch, daß Herr Krupp, der seine Fabrikate ausgezeichnet bezahlt bekommt und, wie der Abgeordnete Berger ihm im ReichS.'ag nachrechnete, in Folge des Vivvopols, daS er bei der Gefchützfabrikation besitzt, Millionen «Haler Extra-Berdienst hat» mit 33V- Prozent Nutzen des Lohn- hetragS seiner Arbeiter sich begnüge? 50 Prozent der Lohnrate ffi der Nutzen, mit dem der Fabrikant in der Regel produzirt; er deträgt aber auch sehr häufig 100 und weit mehr Prozent, und vir glauben, daß Herr Krupp mit nicht geringerem Nutzen vorlieb «immt. ES zwingt ihn ja Niemand, er hat keine Konkurrenz und dat die Regierungen zu Kunden, die ihm keinen Pfennig vom be- düngenen Preis abziehen, und bei denen ihm kein Pfennig Verlust NsteHt. WaS von Herrn Krupp gilt, gilt mehr oder weniger von seinen Mitmillionären und allen reichen Leuten. Sie können mit Be- 1»emlichkeit einen großen Theil ihres Einkommens der Besteuerung »hinterziehen", und daß eS in sehr umfänglichem Maße geschieht, haben die Erklärungen des sächsischen Finanzministers seiner Zeit �«igt. Es liegt kein Grund vor, anzunehmen, daß die preußischen Kapitalisten mehr Eifer besitzen, dem Kaiser zu geben was des kafferS ist— um einmal die Bibel sprechen zu lasten— als ihre sächlichen Klaffengenoffen. Die Pflichten gegen den Staat gewiffenhaft « erfüllen, ist eine Regel, die nur für den Plebs gepredigt, von Predigern selbst aber nickt beobachtet wird. Da gehtS wie �i der Religion: Handelt nach meinen Worten und nicht nach viinen Werken! Würde die Abschätzung deS Vermögens streng genommen, die Zahl der Millionäre im preußischen Staate würde noch eine °iit größere sein, und jeder der jetzt vorhandenen weit höher abschätzt werden. Aber auch die vorliegenden Zahlen genügen, um ar. 'h ungeheuren Abstand dazuthun, der zwischen Arm und Reich, vischeu Volk und Bourgeoisie, zwischen den Arbeitsbienen und in Drohnen der Gesellschaft besteht. , Wer einigermaßen gesunden Verstand besitzt, muß einsehen, daß vse Zuspitzung der Gesellschaft in immer schroffer sich gegenüber fhende Klaffen ihren Höhepunkt zu erreichen beginnt. Hier giebt'S Bettuschen mehr, hier hilft nur ein Mittel— die allge- "iine Expropriation, der Ucbcrgang aller Arbeitsmittel und ArbeitSwerkzevge in die Hände der Gcfammtheit und die Organi- sirung der gesellschaftlichen Produktion und Consumtion. Die wenigen Reichen schwelgen und die Masten hungern. Die Bourgeoisie wird immer reicker und daS Volk immer ärmer. Und hören wir den Minister Camphausen» der in Folge seiner amtlichen Stellung die traurige Lage der großen Volksmehrheit nur zu gut kennt, so giebt eS nur ein Mittel der Roth abzuhelfen— die Löhne herabzusetzen! Nie ist ein frevelhafteres Wort auS officiellem Munde von der Tribüne der Volksvertretung herab dem arbeitenden Volke inS Anaestcht geschleudert worden. Der beispiellose aber künstliche in- dustrielle Ausschwung der letzten Jahre, den allein unsere nach Reichthum gierige Bourgeoisie hervorgerufen; der unerhörte Schwin- del, den sie mit fiktiven Werthen getrieben, hat ihr die Taschen bis zum Ueberlaufen gefüllt. Aber den nothwendiger Weise darauf folgenden Krach, der ganze Schickten der Gesellschaft iu den Ab- grund schleuderte, der allgemeine Roth und Biodlostgkeit erzeugte, — den sollen die an allem Diesem gänzlich unschuldigen Arbeiter auSbaden. Herr Camphausen hat die officiellen Steuerlisten in der Hand. Er weiß, daß von 8.900.000 für ihr Einkommen selbstständig sorgenden Preußen nicht weniger als 6,255.000 unfähig sind, die geringste Staatssteuer zu bezahlen, und er weiß, daß diese Zahlen gerade auS der Periode stammen, wo nach Ansicht unserer gesell- schastlichen Schönfärber die Löhne„unverhältnißmäßig" gestiegen waren. Wie kann er eS gegenüber diesen Zahlen dennock wagen, die verbreiteten Unwahrheiten über die angeblich vortreffliche Lage der arbeitenden Klaffe zu unterstützen, indem er der Bourgeoisie osficiell und öffentlich die Lohnreduktionen anräth? Dieser kaum glaubliche Widerspruch erklärt sich, wenn man erwägt, daß Herr Camphausen, wie alle unsere StaatSlenker, zu der Klasse von Leuten gehört, die von Jugend auf gewohnt sind, eS als selbstverständlich anzusehen, daß daS Volk sich für ihr Interesse abschinden und abarbeiten müsse, und welche die Ansicht haben, daß jeder Tbaler, den sie von ihrem Aufgespeicherten in Folge schlechter Konjunktur verlieren, durch härteren Druck auf daS arbeitende Volk ersetzt werden müsse. Herr Camphausen gehört selber— gleich verschiedenen seiner College»— zu den 169 Millionären deS preußischen Staate»; er ist unverheirathet und hat keine Kinder— wenigsten» keine „rechtmäßigen"—; als preußiscker Minister bezieht er 12.000 Thaler jährliches Gehalt und befitzt eine präcktige miethfreie Woh- nung; da begreift sick, daß er für die armen Kapitalisten in Sorge «stund ihnen die Lohnreducirung gegenüber ihren Arbeitern empfiehlt. Was sollte auS ihm, was aus den Taufenden der andern bedauernS- werthen Geldmänncr werden, wenn statt der 15 oder 20 Prozent Dividende eS nächstes Jahr nur die Hälfte oder vielleicht noch etwas weniger setzte? DaS darbende Volk mit seinem Einkommen von unter 140 und nicht viel Uber 140 Thaler mag sehen, wo eS bleibt. Es ist ans Hungern gewöhnt. Hat es keine Butter mehr zum Brod, dann begnügt eS sich mit Salz, und mangelt ihm auch das Brod, ißt es Kartoffeln, oder legt sich ruhig hin und— stirbt Hungers. In Oesterreich fordert der Kaiser den Wiener Polizeipräsidenten auf, ihm Bericht zu erstatten, weil er von dem allgemeinen Elend gehört. Der Bericht wird keine Folge haben, aber er zeigt doch den guten Wille» und stellt doch fest, daß man sich der Roth des VolkeS bewußt ist. In Preußen-Deutschland ignorirt man die am hellen Tage liegende Roth, ja man steigert sie, indem man die Lohnherabsctzung osficiell empfiehlt. Die Arbeiter wissen jetzt wenigstens, woran sie sind, mögen sie die Lehre nie vergessen! überall anwendbar.— Die Frage wird, wie man hört, noch deS Weitere» bei der Plenarberathung.deS Etats zur Besprechung ge- langen." DaS der Bericht. Wir glauben eS gern, daß das Institut der Fabrikinspektoren, wenn sie nicht bloß Strohmänner sind,'den auS- beutungSlustigen Fabrikanten„eher Nachthcil als Vortheil" bringen würde. DaS Geständniß kennzeichnet die sauberen Herren. Und noch schärfer kennzeichnet sie der ausgesprochene Widerwille gegen die Ernennung von Aerzten zu Fabrikinspektore». Sie selber, die Herren Bourgeois, wollen den Fabrikbetrieb„soweit eS thunlich", daS heißt, so weit eS die„Profite" nicht schmälert, „den gesundheitlichen Bedürfnissen ihrer Arbeiter anpassen", kein Fachmann soll aber kontroliren, wie die„gesundheitlichen Bedürf- nisse" bei dieser Anpassung wegkommen. Jedenfalls sind wir den „zum Handelsstand gehörenden Mitgliedern der Gruppe" für ihre Auftichtigkeit zu Dank verpflichtet: sie haben die Unvereinbar- keit der heutigen Produktion mit den einfachsten For- derungen der Menschlichkeit demonstrirt, und damit Zeugniß abgelegt für die Berechtigung, für die Nothwendigkeit deS So- zialiSmuS. — In dem jetzt von dem verunglückten Lindwurm rediguteu «Jnsterburger Bürger- und Bauernfreund", der nun gegen den Sozialismus seine Fahne erhoben und gegen ihn zu Felde zieht, lesen wir unter der Rubrik:„Volksschullehrer- Gehalt" Folgendes: „Die Position für die Alter»-Zulage« der Volksschullehrer wird im Etat für 1875 bedeutend erhöht werden. Zu der bisher ausgeworfenen Summe für diesen Zweck von 1,100,000 Thlr. wird diese» Mal wieder eine Million hinzutreten, so daß, die Be- willigung deS Landtages vorausgesetzt, woran indessen wohl nicht zu zweifeln ist, dem Herrn Minister für 1875 1,100.000 Thlr. zu AlterSzulagen zur Disposition stehen werden. Dadurch wird der jetzige Maximalsatz der AlterSzulagen von 60 Thlr. auf ca. 80 Thlr. erhöht werden." Ei, wie herrlich, Herr Lindwurm! Also von 60 aus 80 Thlr., also um ganze 20 Thlr., sage zwanzig Thaler, sollen die Al- terSzulagen der Volksschullehrer erhöht werden. Nun werden doch gewiß die armen Lehrer glücklich und zuftieden sein, sie werden in einem Meere von Seligkeit schwimmen und Hosiannah singen und den Schreiern wird endlich einmal da» gottlose Maul gestopft sein.— Wir richten aber an den„Moltke de» Kulturkampfes", den Herrn UnterrichtS-Minister Falk, die bescheidene Anfrage: Wie lange muß ein Lehrer„gedient" haben, um dieser hohen Alter»- zulage theilhaftig zu werden? Wahrscheinlich so lange, bis er sagen kann: „Dich beweinend zum Grabe hin trag' ich Meine Ehr' und dies schneeweiße Haupt." Politische Uebersicht. — Fabrikanten und Fabrikinspektoren. In der Gruppe (Commission) des preußischen Landtags, welcher die Vorberathung deS Etat» deS Ministeriums für Handel und Gewerbe überwiesen worden, kam kürzlich die Frage von der Einführung der Fabrik- inspektoren in alle Theile der Monarchie zur Sprache. Man berichtet darübet:„Seitens des RegierungscommiffarS wurde die Nothwendigkeit dieser allgemeinen Einführung erwiesen und na- menrlich hervorgehoben, daß es Aufgabe dieser Beamten sein müsse, auch daraus zu achte», daß für die Arbeiter auch in sanitärer Be- Ziehung Sorge getragen werde. Aus diesem letzteren Grunde würde eS sich daher empfehlen, für diesen Posten namentlich Aerzte zu wählen, welche wegen der ihnen innewohnenden Ersahrungen die geeignetsten Maßregeln ergreisen könnten, etwa vorhandenen Mängeln abzuhelfen. Von Seiten der zum Handelsstande gehören- den Mitglieder der Gruppe wurde dem entgegengehalten, daß eine allgemeine Einführung des Instituts der Fabrikinspektoren doch bedenklich erscheine und leicht eher Nachtheil als den ge- hofften Vortheil erzielen könnte. Ebenso könnte man sich der Ansicht nicht anschließen, daß zu dem in Rede stehenden Amte Mediziner mit Vortheil zu verwenden seien. Da» eigene Interesse der Fabrikanten gebiete eS schon, die Einrichtungen in ihren Fabrikräumen, so viel als dieS mit den« FabrikationSbe- trieb sich vereinbaren lasse, so weit als thunlich den gesuudheit- licheu Bedürfnissen ihrer Arbeiter anzupassen, denn einem jeden Fabrikanten müsse doch daran gelegen sein, so wenig als möglich einen Wechsel in dem Arbeiterpexsonal herbeizuführen, was aller- dingS unbedingt geschehen würde, wenn die Aibeiter in Folge der gesundheitSgesährlichen Anlage der Fabrikräumc häufigen Krank- heitSsällen auegesetzt würden. DaS Institut der Fabrikinspektoren sei für gewisse Verhältnisse vollkommen am Platze, aber nicht — Gleiches Recht für Alle! Man schreibt unS auS Danzig: Auf der hiesigen Kaiserl. Königl. Werst wurden alle Arbeiter über 60 Jahre zum k. k. Ober SchiffSbaudirektor bcschieden, um die erbauliche Nachricht zu empfangen, daß sie mit dem 1. April d. I. entlassen seien. Einer, der bei seinen 64 Jahren noch rüstig genug befunden wurde, um arbeiten zu können, darf bleiben, die Andern erhielten den guten Rath, eine Eingabe an das Ministerium zu machen. Auf die Frage, von wem der Erlaß ausgehe, erhielten die Arbeiter von dem Ober-SchrffSbaudirektor die Antwort:„Die» sind Fragen, die ich nicht beantworten kann." Wenn diese Ar- beiter, die doch auch für den Staat wirken, weggejagt werden, müßten da nicht auch verschiedene höhere und sehr hohe Beamte deS Staats, die auch 60, ja hoch in den 70 er Jahren find, weg- gejagt werden, Beamte, die bei sehr hohem Gehalte dem Staate weit weniger Nutzen bringen als der Arbeiter? Was dem Eine» recht ist, ist dem Andern billig! — Denunziantengesindel. DaS traurigste Zeichen unserer „sittlichen Verkommenheit" ist daS Ueberhandnehmen deS Denun- ziantcnthumS. Man kann nirgend« mehr ein freies Wort reden, ohne Gefahr zu laufen, von einem gesinnungStüchtigen„nationalen" Schuft denunzirt zu werden. So schreibt z. B. der„Mainzer Anzeiger" ä. st. 15. d. M.: „Der Faktor unserer Druckerei, welcher wegen einer Aeuße- rung, die er in der Trunkenheit im Eiscnbahncoupö gethan haben soll, in Folge der Denunziation eine» preußischen Vice- feldwebels in Wiesbaden zu drei Monaten Gefängniß ver- urtheilt wurde, muß heute seine Strafe antreten, da zwei an den Kaiser gerichtete Gnadengesuche abschläglich beschieden worden sind. Der Verurtheilte hat acht Kinder, denen inzwischen der Ernährer fehlt.(!)" DaS Widerlichste ist: statt daß solch niederträchtige» Denun- ziantengesindel gelyncht oder doch wenigstens angespuckt wird, gilt daS Denunziantengeschäft heutzutage für„ehrlich", für„verdienstlich", für„patriotisch". Ach— die Franzose», fie haben ihre„Re- vaucke"!— Herr Schulze in Mainz ist unzweifelhaft„ein ehrenwerther Mann", und erfüllte nur eine patriotische Pflicht, als er folgen- des Correspondenzchen für die„patriotische" Presse anfertigte: „Vom Mittelrhein, 6. Februar. Wieder hat der Abgeordnete Liebknecht gelegentlich deS LandsturmgesetzeS im Reichstag? eine jener perfiden*) Reden gehalten, die seinem eigenen Eingeständ- nisse nach nicht an die Adresse deS. Reichstages, sondern an die deS„VolkeS", nämlich desjenigen TheileS desselben, den Hr. Lieb- •) In einigen Blättern ist dies Wort weggelassen worden. knecht hieruutn versteht, gcrichtct'sind. Kein Mitglied de» Reichs tage» hat e» der Mühe werthgehalteu, auf die Liebknecht'fchen Diatribea zu antworten; vielleicht mit Recht, da in der That ein starke» Stück Selbstüberwiudung dazu gehören mag, auf solche Dinge überhaupt eiuzugeheu. Die Presse hingegen sollte unsere» Erachten» keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne die sozial- demokratischen Auslassungen al» da« hinzustellen, waZ sie sind. Herr Liebknecht hat nach dem stenographischen Berichte gesagt: Die Volksbewegung in Frankreich, über die man jetzt so geringschätzig urtheilt, hat der deutscheu Heeresleitung eine solche Furcht eingeflößt, daß man zu den entsetzlichsten Repressalien gegriffen hat; man hat diejenigen, die nur da» selbe gethan haben, wa» die Deutschen 13 l3 thaten, ein- fach erschossen, man hat sie nicht al« ehrliche Soldaten behandelt, die al» Patrioten handelten, sondern al» Bau diten..... Wir wollen einmal annehmen, diese ganze Darstellung wäre materiell richtig: selbst die heimtückischsten Ueberfälle durch Leute, welche in keiner Weise einem Armecverbande angehörten, ließen sich al« da» Verfahren ehrlicher Soldaten, die als Patrioten„handeln", charakteristren, und in Deutschland sei 1313 da» Nämliche vorgekommen. Schwerlich werden sich Viele finden, welche diese beiden Sätze al» richtig anerkennen. Aber selbst Beide» zugestanden, so enthält dennoch die Liebknecht'sche Darstellung eine wahr hast abscheuliche Unehrlichkeit. Dieser brave Patriot hält e» näm lich nicht für nölhig, darauf hinzuweisen, wie denn die Franzosen 1313 die deutsche Volkserhebung behandelt haben— wie selbst da» ordnungsmäßig organisirte Lützow'sche Corps al»„BrigandS" betrachtet und trotz de» Waffenstillstände» in niederträchtigem Ueberfälle zersprengt wurde; wie die empörten Städte Lüneburg und Hamburg und da» hanseatische Freicorps behandelt wurden; zu schweigen von dem Verfahren gegen die Tiroler und gegen die Schill scheu Osfijiere 1809! Und doch, wäre in diesem Existenz- und VerzweiflungSkampfe deutscherseits manche» geschehen, wa» sich sonst nicht rechtfertige» ließe, so dürft- man mit gutem Gewissen ein Auge zudrücken; nicht so in Frankreich, wo lediglich der na- tionale Hochmuth billigen FriedenSbedingungen die Fortsetzung d-S xuvrre» outrancv*) vorzug. Herr Liebknecht ist freilich umgekehrt der Ansicht, daß dem edlen Frankreich unter allen Umständen Dinge erlaubt seien, die sich keine andere Nation herausnehme» darf. Bringt doch sein Blatt, der„Volksstaat", gegenwärtig eine Feuillelon-Erzählunz aus dem deutsch-sranzöstschen Kriege von dem „deutschen" Schriftsteller Lübeck, in welcher die ftanzöstschen Bauern davon erzählen, wie in Deurschland zur Zeit de» Rückzüge» au» Rußland französische Verwundete und Krank- auf die Straße ge worseu worden seien(bekanntlich eine miudesten» unerwiesen- sran zöstsche Behauptung), während der deutsche Verfasser kein Ster� benSwörtchen einfließen zu lassen weiß von den Scheußlichkeiten, welche Franzosen noch 1307, 1309 und 1313 aus deutschem Boden verübt haben! Man denke nur an Hamburg und— Lübeck!" Gut de— monstcirt Herr Schulze! Nein— nicht gut. Herr Schulze! Herr Schulze! Ww tonnten Sie so grenzenlos unvorsichtig sein. Sie halten doch da» Verfahren der Napolco- »ischen Kriegsknechte gegen die deutschen BesreiungSkämpfer für iuuobel, gemein, infam? Nun— Liebknecht ist Ihrer Meinung. Und— merken Sie jetzt, wa» für eine Dummheit Sie verübt haben, Herr Schulze? — O welche Lust Soldat zu fein. In Frankreich wie in Deutschland. Während hier kein Tag vergeht, ohne daß wir von Soldaten-Selbstmorden hören, herrscht dort unter den Soldaten die Selbstmoro- Epidemie in so bedenklichem Grad, daß der kom- mandirende General de» 16. Armeekorps einen Tagesbefehl gegen den Selbstmord erlassen hat.„Der Soldat, der Hand an sein Leben legt", sagt der geistreiche Herr General,.„begeht eine Feigheit, sein Leben gehört zuerst Gott und dann dem Vaterland". Also da« Vaterland ist(nach Gott) der wirkliche Eigenthümer oeS Lebens eine« Soldaten— der Soldat hat sein Leben bloß leih- weise. Die Logik hinkt stark. Wenn der Eigenthümer einer Sache dieselbe einem anderen borgt, da» Darlehe» aber dem Empfänger zu einer unerträglichen Last macht, so wirft ihm dieser das zur Last gewordeuc Daileheu vor die Füße. Und da» ist es gerade, was die französischen Soldaten thun, an deren Adresse der Ellaß des Gene>alS Expivent de la BillebriSnet— so heißt der sonderbare Schwärmer— sich richtet. — Arbeitervertreter in England. Der bekannte zum zahmen Whigpudel gewordene Reformlöwe Bright(ausgesprochen Breit) sprach sich ueulich in einer Rede dagegen aus, daß die Arbeiter eigene Arbeiterkandidaten in» Parlament zu brin- gen suchten; e« müsse das zu einer Klassenvertretuug sühren, die sehr schädlich sein werde. Natürlich, die Klassenvcrtretung ist nur erlaubt, wen» sie Seitens der besitzenden Klassen mit Ausschluß der nichlbesitzenden ausgeübt wird. Anläßlich dieser Aeußerung Bright'S hat nun der bekannte englische Arbeiterführer Odger (sprich: Ovscher) einen Brief John Stuart Mill'S veröffent- licht, welchen dieser Ihm im Jahre 1870 au« Avignon geschrieben hat. ES heißt in demselben: „ES ist klar, daß die Whig« beabsichtigen, die politische Ge° walt so lange zu monopolifiren, als sie die», ohne sich irgendwie mit den Radikalen vereinigen zu müssen, thun können. Die Arbeiter haben ganz recht, wenn sie den TorieS gestatten, in da» Haus(der Gemeinen) zu gelangen, um dieser Ausschlußpolitik der WhigS de« GarauS zu machen, und sie mögen c« thun, ohne irgend ei» Prinzip zu opfern. Die Politik der Arbeiter sollte sein, aus ihren eigeuen Repräsentanten zu be- stehen und Mangels an Erfolg zu gestatten, daß TorieS in da« Hans geschickt werden, bi« die Majorität der Whig« ernstlich be- droht ist, worauf die WhigS natürlich froh sein werden, einen Vergleich zu schließen und erlauben werden, daß einige Arbeiter- Vertreter in das Haus treten; aber sie haben deutlich gezeigt, daß sie di-S nicht thun wollen, bis sie dazu gezwungen sein wvr- den oder Platz und Macht an die ToireS werden abgeben müssen." Wenn Mrll sagt, die Arbeiter opferten kein Prinzip, wenu sie durch selbstständigeS Vorgehen einem Conscrvativen den Sieg über einen Libetaleu ermöglichten, so hat er entschieden recht; dagegen hat Mill entschieden nicht recht, wenn er Werth darauf legt, daß „einige Arbeiterviltreter" durch Compromiß mit den Whig« ins Parlament gelangen. Die durch solchen Compromiß in« Unter- hauS G-laugteu würden Alle» Mögliche sein, nur keine Arbeiter- Vertreter.— � — StaatSretterische». Parteigenosse W alster, der erst vor Kurzem eine Haft von drei Monaten abgesessen hat, trat am 16. Februar eine weitere Hast von 4 Wochen an, weil er de» be- ') Krieg bis zum Aeußerste». kannten Präsidenten v. Mücke in einer Rede beleidigt habe« soll. Nach Beendigung dieser Haft hat Walster noch eine Strafe von 3 Wochen zu verbüßen, und hat derselbe dann sich zum 26. Male der zärtlichen Fürsorge de« Staate» zu erfreuen gehabt. Es wird also ein Jubiläum, wie eS wohl einzig dasteht, zu feiern sein. Heil dem Jubilar!— Wegen Beleidigung de» Offizierkorps ist Genosse Kayser au» Dresden in zweiter Instanz zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt.— Genosse Petzold der sich in Dresden bereits 6 Monate in Untersuchungshaft befindet— bleibt sitzen. Der Untersuchungsrichter befürchtet, daß Petzold eS vorziehen könnte, vor der Strafvollstreckung zu„verschwinden". Hat der Herr Un tersuchungSrichter, so fragen wir, vielleicht auch daran gedacht, Petzold daS Ehrenwort abzunehmen, daß er die Flucht nicht er greifen würde? Over hat das Ehrenwort au GerichtSstelle keine Stätte? Da» wäre traurig, aber nicht zu verwundern! Correspondenzen. Hedera«. Die Parteigenossen hiesigen Orts versammelten sich am 16. v., um über die Bereinigung der beiden sozialdemokratischen Arbeiterfraktwnen zu sprechen, und wurde von allen Anwesenden der Wunsch ausgesprochen, daß die Vereinigung beider Fraktionen recht bald zu Stande kommen möge, da nur Einigkeit stark macht. Wir hoffen und glauben, daß die Vereinigung ein großer Fort- schritt in der Arbeiterbewegung sein wird, der un« die vorgesteckten Ziele in nicht zu ferner Zeit erreichen lassen wird. Darum, hoch die Vereinigung! Mit sozialdemokratischem Gruß Carl Richter, VectrauenSm. .Augsburg. Die Mittheilung in Nr. 16 des„Votksstaat", daß unsere„FrühliagSlerche" Dr. Völk von den sächsischen ReichStreuen als Agitator benützt wird, hat unter den hiesizeu Arbeitern große Heiterkeit hervorgerufen. Wie beliebt Dr. Volk bei seine» Landsleuten ist, erhellt schon daraus, daß er in einer 1869 von de» Nationalliberalen arangirten Versammlung im Mohrenkopf für uothwendig fand, dca betrogenen und in Folge dessea er- bitterten Arbeitern gegenüber auszurufen:„Was habe ich denn gethan, dag Sie mich so mit Ihrem Hasse verfolgen!" Selbstoer- stündlich wurde ihm die gebührende Antwort zu Theil. Wie die sächsischen ReichStreuen dazu kommen, diesen Manu zur Agitation zu benützcn, ist uuS unbegreiflich, da derselbe wohl bei jeder Ge- l-genheit gehörig über die Pfaffen zu schimpfen versteht, in einer öffentlichen Versammlung einem Arbeiter gegenüber Rede zu stehe» aber nicht den Muth hat. Wir hätten schon lauge gewüascht einmal Aug in Aug unserm Freund„RaffaiaüS" in öffentlicher Versammlung gegenüber zu stehen, derselbe beliebt jedoch bloS in Bürgervereinen resp. hinter verschlossenen Thüren aufzutreten. Wie dieser Man» früher über Bismarck und seine Politik urtheilte, kann man aus folgender Thaisache entnehmen. Als die SchleS- wig-Holstein'sche Frage auf der Tagesordnung stand, verstanden eS die süddeutschen Nationalliberalen Maulhelden, daS Volk für den „augestammten" Herzog Friedrich von Angusteaburg zu begeistern. Auch in Augsburg wurde im Rathhaussaale eine Lerfummtung zu diesem Zwecke abgehalten, bei welcher Gelegenheit Dr. Völk aus rief:„Er wolt« seinen Mund nicht verunreinigen mit dem Aussprechen jenes NaMenS". Dieser Name hieß— Bismarck. Und dieser Mann agitirt jetzt in Sachsen gegen unsere Partei? Da hätte er das Fahrgeld dorthin nicht auSzu- geben brauchen, wenn er die Sozialdemokratie in Augsburg zuerst todtgeschlagen hätte, wie Krämer im Traubensaale die Pfaffen.— Doch was schreiben wir lange, Völk hat sich selbst charakterisirt, als er sagte„er habe eine Rhinozeroshaut, es greife bei ihm nicht« au." Ueber solche Gegner—„der Besten Einer" würde das„AugSb. Anzeigeblatt" schreiben— können wir getrost zur Tagesordnung über- gehen.*) Göppingen, 307 Jan. Ja einer der letzten Versammlungen deS hiesigen Arbeitervereins standen unter Anderem auch die Ber- einiguugsbestrebungen beider Fraktionen der Sozial- demokratie auf der Tagesordnung und wurde zu diesem Punkte folgende Resolution einstimmig angenommen, welche im„Volks- staat" veröffemlicht werden soll.„Die heute am 10. Januar im Gasthaus zum Löwen tagende VereinSverfammlung begrüßt eS mit Freuden, daß endlich von beiden Fraktionen der Sozialdemolratic ein ernstlicher Wille sich kund rhur, au Stelle der seitherigen Be- tämpsung eine einheitliche feste Orgamsausn zu setz:», wodurch nicht nur die bisher fernstehenden Arbeiter sicherer in die Be- wegung herein gezogen, sondern auch der kapitalistischen Aus bemungSsncht ein festerer Damm entgegen gesetz- wird, und bei öffentlichen Wahlen mehr Erfolge erzielt werden können; sie er- klärt sich daher mit den Vorschlägen des„Volksstaat einverstan- den und sehnt sich nach der Zeit der Verwirklichung der Bereini- gung." Wie wir schon manchen Erfolg durch unsere Agitation erzielt haben, so kann ich auch heute über emen solchen berichten. Die Krankeuhaasfrage ist hier seit 12 Jahren balv mehr bald weniger Gegenstand der öffentlichen Erörterung nicht nur eines großen TheilS der Arbeiter sondern auch einer Anzahl selbstständiger Ge- werbtreibender, weil besonders in den 60er Jahren vie Bedienung der Kranken eine ganz mangelhafte und bis aus die neueste Zeit die Controlle eine sehr geringe zu nennen war. Vorstand der Verwaltung war der jeweckige Oberamtmann. In mehr als einer Volksversammlung war diese permanente KrantenhauSsrage auf der Tagesordnung, eS wurde auch immer wieder in der Bedienung etwa« gebessert, aber seit mehreren Jahren war das Deficit ein größeres und dadurch die Unzufriedenheit der Steuerzahlendcn eine mehr zu Tage tretende. Ja Folge dessen ginge» die bürgerlichen Behörden aus unser Verlangen iu der Sache ernsthafter vor, und erreichten es endlicb, daß die Verwaltung de» Krankenhauses aus den Händen de» Oberamtes in diejenigen der städtischen Behör- den übergeht; ob dabei de« in daS Krankeuhauü zahlenden Ar- beitern und Arbeiterinnen auch zugleich mehr Recht der Controlle eingeräumt wird, bleibt noch abzuwarten. Unter allen Umstünden werden die Arbeiter gut thun, eine hieraus bezügliche, demnächst stattfindende Volksversammlung zahlreich zu besuchen, um ihre Rechte geltend zu machen. Nowawes, 16. Februar. Gestern fand Hierselbst eine von mehreren Hunderten besuchte Volksversammlung statt mit der Tagesordnung:„Die Bestrebungen der Sozialdemokratie und der deutsche Reichstag". Referent war Herr Albert Bäthke au« Berlin. Nachdem da» Bureau auS den Herren K. Wille als er- stem, Wolf als zweitem Vorsitzenden und durch Unterzeichneten als Schriftführer gebildet war, ergriff der Referent das Wort und be- leuchtete in einem beinahe 2'/-stündigen ausgezeichneten und Jedem verständlichen Vortrage obiges Thema unter wiederholten BeijallS- *) Ist hier in Sachsen längst geschehn. Nach der Blamage iu Chemnitz, da« Fiasco in Meerane, wo der gewaltige Bauchreduer von „gemeinen Arbeitern" so bö» abgetakelt ward— da« ist selbst fll» eine „Rhinocerolhant" zu viel. R. d. A. rufen.~'Es ist un» unmöglich, da» ausführliche Referat hier wie- derzuzeben, doch sind wir überzeugt, wenn im ganzen Teltower Wahlkreise so vorgezangeu wird, daß bei der nächsten Reichstags- wähl ein Arbeiter au» der Wahlurne hervorgehen muß. Wir rufen daher allen Parteigenossen unseres Wahlkreise» zu: säet früh, damit ihr zeitig ernten könnt. Folgende Resolutionen war- den eingebracht und einstimmig angenommen: 1) Antrag: Daß die beiden sozialdemokratischen Fraktionen alle 14 Tage eine ge- meinschaftliche Versammlung abhalten wollen, wozu alle Freunde der Arbeiter Zutritt haben. 2) Die heutige Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen de» Herrn A. Bäthke einver- standen und macht eS sich zur Pflicht, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Verwirklichung de» Sozialismus eiuzu- treten; ferner macht es sich die Versammlung zur Pflicht, bei der nächsten Reichstazswahl nur einem Arbeiter ihre Stimmen zu ge- ben." E» wurde der Wunsch ausgesprochen, Vorstehendes i« „Neuen Sozialdemokrat" und im„Volksstaat" zu veröffentlichen. F. Hoburg, Schriftführer. vrirfkaste» der Expedition. I. Kpplr Coburg: Abonnement« müssen im Borau« bezahlt werden. Sie können für März auch bei dortiger Post abouuire». Quittung der Expedition. B. Ptzk Cöln Schr. 0,60. Mhrha Barme» Schr. 15,00. Schltz Hamburg Ann. 0,60. Knst hier Ab. 1.20. Brthd Mltt- Weida Schr. 16.24. Gtsmnu Genf Schr. 10,00. Rltmnar Münch«» Schr. 16,31. Klt Osnabrück Schr. 0,36. Trmr N-Gilsdorf Schr. 0,60. Grgrt Berlin Ana. 0,60. Fond für Gemaßregelte. B. Arbeiterver. Markranstädt d. St. 6,00, v. S. hier 3,00, v. Club Morgeuroth hier d. W. 5,60, v. Gesinnungsgenossen iu Nenmarkt bei Reichenbach d. F. Sch. 2,00. Für die Hinterbliebeueu Porck'S. V. A. B. hier 15,00, v. Brthtd Miltweida 4,40, v. Strzng Sonder»- hausen 3,00. GeuoffenschaslSbuchdruckerci. Antheilscheine bez. AntheilquitMngen erhielte» serner: In keipzia A. L. 30,00. Anzeigen?c. Wahlvcrein der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Montag, den 22. Februar, Abend« halb 9 U»r: Oesseutliche Versammlung bei Cariu«, Peiuienstraße 72. Tagesordnung: Sozial-politische Rundschau. Referent H e t l a» d. Jedermann hat Zutritt. Donnerstag, den 25. Februar, Abend« halb 9 Uhr: Generalversammlung bei Cariu«, Prinzenstraße 72.s Tagesordnung: 1) Berichterstattung über die bisherige Thäügkeit. 2) Kassenbericht. 3) Neuwahl de« Vorstandes und Ansschusses. 4) Antrag Bernsteins auf Errichtung eine» Lesezimmer«. 5) Verschiedenes. Jede« Mitglied ist verpflichtet zu erscheinen. Zutritt gegen Aarte. Der Vvrstand. slbOj Allgemeiner Böttcher-(Küpe») Verein. DienSstag, den 23 Februar, Abends 8 Uhr: Versammlung im Heise'schen Lvkale, Laudsbergerstcaße 15. Tagesordnung: GeschästSlrife und ArbeitSemstellang. F. Sragert. süOj Die Parteigenossen beider sozialdemokratischen Fraktionen, Ol-ßlU» welche der Sattler- Taschner-:c. Branche angehöre», werden dringend ersucht, Donnerstag, den 25. Februar, Abend« halb 9 Uhr, im Cafs Polenz, Alte Jacobstc. Nr. 83(im letzten Zimmer) zu einer Besprechung zu erscheinen. W. WirthS. C. Jona». s50j Montag, den 22. Februar, Abend« halb S Uhr! Greste Bolksllersamml«ug in Sanssouci. Tagesordnung: Die Sozialdemokratie und ihre Gegner. Referent: Auer. Th. Walkerling.(60) Montag, den 22. Februar, Abends halb 9 Uhr: in Tütge« ll. Saale, Balentinskamp 41: Oeffentlich- Versammlung sämmtücher Klempner und Berufsgenossen. Tagesordnung: Die Hamburger Schiedsgerichte und die Einigung«- ämter. Referent: Auer. Um zahlreiche» Erscheinen ersucht L. Stoffel. sSSl Z Hannover°' Ball des SchnsidervereinS. Freunde können eingeführt werden. Da« Comite.[125] fcSi?»»« rtflevv Soziaidemokrattscher Wahlvercm. Montag, den 22. Februar, Abends 8 Uhr: Geschlsssene Mitgliederversammlung bei Herrn Merthje«. Abrechnung und Verschiedenes. H. Rudolph.(601 Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Montag, den 22. Febr., Aoend« 8 Uhr: Versammlung bei Jacob, Peterstraße 15(goldner Arm). Tagesordnung: Soziale Rundschau. Referent Reizele. Vereint angelegenheiten und Fragelastm. Gäste willkommen. D. v.(601 ieoe Der Arbeiterbilduugsverein feiert Sonnabend, den 27. Febr., in den Räumen del Tonhalle sein DM" 14. Stiftungsfest__ bestehend iu Jahresbericht de» Borsitzenden, Festrede von Hrn. W. kieb knecht, Concert und Ball. Mitglieder, Freunde und Gönner de» Verein« find dazu freundlich� eingeladen._ Der Borstand.(250 Neuschönese!d u, Unm. 3�» 2[tb8it«De"m Versammlung im BergschlöSchen. Montag, Abend« 8 Uh> Der Borstand.(30 Wir empfehlen den Lesern de»„BolkSstaat", sowie überhaupt eine» Publikum, daß sich für die heutigen gesellschaftlichen Zustände interessirt da» Lesen der in unserem Berlage in Berlin erscheiueirden „Socias-Wlitischeil Alatter" zum Abonuemeut. Der Abonnementspreis beträgt für wöchentlich einmalige Liefern«! pro Quartal 10 Sgr, pro Monat 4 Sgr. AbonnementSprei« in Mouatt heften ist 4 Sgr. pro Heft. Colportenre und Buchhändler erhaltea entsprechenden Rabatt. Befiellungen nehmen alle Buchhändler und Colportenre, sowit a® Wochenlteferungen auch alle Postanstalten entgegen. Berlin im Dezember 1874.(w.)(4ld ReSaktio» und Eppeviiion de»„Neuen Social- Demokrat." Verantwortlicher Rcdalteur: R. Seifsert. Redaktton Hohestr. 4, l-zpediti»» Zeitzerftr. 44, in Leipzig. Druck und Verlag der Gtuossenschastsbuchornckerti iu Leipzig.