ÄJÄ•JA' ff fj_ J sSiSI" Bestellungen nehmen an alle � A■ H v�L/ 1 HS"1"h2*"—°°— Postanstalten u. Buchhand- M�D H B M M/ I> M-M M I Monats-Abvnnrments lungen des In- U.Auslandes. W V W W W W M/ m L II II II I werden bei allen deutschen WHMS. V�Yl lilllllilllulll WW- .WM. � V-UW-WM Organder sozialdemolratischenArveUerMMund der mternattonalenGetverksgenossenschasten. dt««lb-ltuva voll Partei-,»eretll»- NN»«otisversaAMlllllgtll, sowie dt« Ftltal- Expeditionen und soostig« Partei. Angelegenheiten betreffend, werden mit tv Pf.,— Privat- und Vergnügung«. '* v All, eigen mit 25 Pf. dt« dreigespalten. Pettt- Zeile berechuet. Nr. Sö. Ireitag. S. Würz. INS Ofeahrim freigesprochen. Ofenheim, angeklagt und überftihit teS gemeinsten Schwindels, der gewifienlosesten Betiügerci, strllte sich vor den Geschwounen hin als Veitreler der biiigerliSen Gcselisckast:„Verurlheilt Ihr mich, so verurlheilt Ihr die bürgerliche Gesellschaft. Ich bin die G-seUschastl" Hören wir, waS ein Bourgeoisorgan, die(natürlich national- liberale)„Magdeburger Zeitung" über die„BeltbeidigungSrede" OftnbeimS sagte: „Man kann sich denken, heißt cS in genanntem Blatt, daß ein Ofenheim(!) bei solcher Gelegenheit meisterhaft sprechen werde, und in der That wird Freund und Feind zugeben müssen, daß der Staatsanwalt und der Be>thcidiger mit ihien PlatdcherS von dem Angeklagten weitaus überragt wurden. Und nicht nur in der Form, nicht nur die oratorische Leistung OsenheimS macht auf vnbedingtc Anerkennung Anspruch(!), auch der Inhalt seiner Rede: das was er sagte, wird man unterschreiben müssen(!), wenn man unparteiisch sein will. Nameniltch gilt dieS von dem, waS er vom Sittengesetz sagte(I). Er bekämpfte nicht eigentlich die Anklage, sondern die Autsühiungen de« AnklägeiS, welcher die Sittengesetze alS verletzt darstellte, und daraus auf ein Vergehen gegen die Strafgesetze schloß. Der Angeklagte nimmt für sich nun ebenfalls in Ansprach, daß er aus dem Boden der Sitteugesetze stehe. Aber er saßte dieselben nickt so ideell auf, wie der Staatsanwalt. Ofenheim sagt, daß auch der Idealismus feine Grenzen haben müsie, er könne sonst zum„Zerrbilde" werden. Man müsie die Men- schen nebwcn, wie sie thaisächlich sind, und nicht, wie sie von ein- zelnen Schwärmern gedacht werden. Und da zeige sich denn, daß ohne einen gewissen Grad von Egoismus absolut nichts zu Stande kommen könnte.„Idealisten haben noch keine Staaten gegründet, wohl aber zerstört, und mit Sittensprllch- lein baut man keine Eiseubahn." Nehmt dem Arbeiter, dem Fabrikanten, dem Kaufmanne und dem Jndust.iellen die Auesicht d>tg, daß er vorwärts kommen und für sich und seine Kinder eine Zukunft gründen könne, und Ihr habt alle Thäugkeit des Volk«», den Handel und Wandel crtödtet. Eigennutz im schönen Sinne de« Worte« ist Tugend, er nütze dem Mitmcn- schen, begründe und fördere das materielle Wohl der Gesellschaft und in letzter Reihe de« Staates. Dies ist der Giundzug der Ofenheim'schen Rede, vorgetragen in der diesem Manne eigenen lichtvollen DarsteUungSweise, streng gegliedert, sllön gebaut, logisch. Dabei freilich macht er auch an- dere Exkursionen. Er schildert in drastischer Weise die Leiden der letzten zwei Jahre, seine Familicnve>hältnisie, und giebt einmal ein vollständiges Eisenbahnprozramm zum Besten. Außerdem fallen auch einige scharfe Aeußerungen gegen den„Uiheder" seiner Lei- den; der Angeklagte schleudert den Machihabern die Anklage ent- gegen:„Den Krach haben Jene verschuldet, welche die Concessionen eri heilten!" Man braucht wohl niebt erst zu sagen, daß der An- geklagte wiede,holt gerügt wurde. Nicht weniger als siebenund- zwanzigmal mußte der Präsident den Angeklagten während seiner l'/istündigen Rede unterbrechen, und manchmal entstand ein sehr lebhaftes Rededuell zwischen Beiden. Aber Ofenheim sagte doch den Geschworenen, waS er sagen wollte, da er doch nur unter- brechen werden konnte, wenn er etwas Unzulässige« bereit» auSge- sprechen hatte. Er schloß mit einem warmen Appell an die Ge- schworenen; e« handle sich um„Sein oder Nichisem", um die Ehre und den und, fleckten Namen seiner Kinder, die er für sein Vaterland erziehen wolle, wie er auch demselben nach Kräften gc- dient habe. Man wird e« kaum verargen können, wenn der An geklagte in seinem Schlußworte sich selbst Weihrauch streute, ob seiner„Leistungen". Freilich war das Selbstlob stellenweise ein wenig stark, aber— er sprach zu Geschworenen. Beim Schluß seiner Rede gab sich im ganzen Saale eine große Bewegung kund, und selbst auf der Geschworcnevbank konnte man etwa« wie Mit- leid(!) bemerken." Nun— da« begeisterte Preßreptil Ofenheim«— denn auch der„geniale" Ofenheim hat seinen Rcptilievfond«— beurtheilte die Geschworenen richtig. Sie fühlten nicht nur„Mitleid", son- dern die warme Sympathie gleichfühlender Seelen.„Mit Sitten- sprücheu baut man keine Eisenbahn!" hatte er ihnen zugerufen. »Mit Sittensprüchcn werden wir keine Fabrikanten, keine Kauf- leute, keine Unternehmer!" hallte e« wider in der biederen Brust der bürgerlichen Geschworenen.„Eigennutz im schönen Sinne ist eine Tugend" und die Tugend de« Eigennutzes ist, daß der gute Bürger ihn immer„im schönen Sinne" nimmt.„Wahr— er hat eS «rg getrieben, aber wa« in weniger auffallender Form, gesell- schaftlich erlaubter und gut befundener Gebrauch ist, können wir doch nicht an diesem Manne bestrasen, bloß weil die Form eine ausfallendere war? Um da« Wesen handelt e« sich; im Wesen ist er gerade so schuldig oder unschuldig wie w:r, wie jeder andere gute Bürger. Veruriheilen wir Ofenheim, so veruriheilcn wir «u« selbst, so veruriheilcn wir die ganze bürgerliche Gesellschaft!" So dachten die Geschworenen: sie sprachen Ofenheim frei. Nawenlo« ist der Jubel des Gründerthums, das von der Pforte de» Zuchihaufe« weggerissen ward, um einen beispiellosen Triumph zu erleben. Im GerichtSsaale gerieth bei Verkündigung de« Urtheil« die anwesende„gute Gesellschaft" so in Extase, daß der Präsident deS Gerichtshofes zornig„den Skandal" rügen mußte. Und die Reptilienpressel Ein wahres Delirium. Die Wiener «Neue Freie Presse" psalwodirt in glühenden Worten(da« Wort windefiev« ä einen halben Gulden— die Zeiten sind schlecht, und man wuß es jetzt billig thun!) von dem„Volksgericht", da«— „dem Gewissen, der Wahrheit, der Rechtssicherheit eine breite Gasse eröffnet, und dadurch für die Ethik(Sittlichkeit), für die Gerechtigkeit, für den Rechtsstaat da« Höchste ge> leistet".(H-rr Gneist mit seinem„Rechtsstaat" möge sich bei der„Neuen Freien Presse" bedanken!) Und dem Päan(Jubelgesang), der an der schönen blauen Donau erschallt, antwortet da« Echo von der schmutzigen grauen Spree.„DaS aus unabhängigen Männern zusammengesetzte Volk«- gericht— lobstngt d r Berliner„Börsencourie," vom I. d. M. — hat sein Verdikt dahin abgegeben: Ein kühner, schöpferischer Unternehmer dürfe bei der Ausführung seiner Ideen auch den eigenen materiellen Vortheil verfolgen, so lange Dritte nicht in ihren Vermögensrechten geschädigt werden. Da« ist der Kern deS am Sonnabend zu Wien gesprochenen„Nichtschuldig" und da« ist ein Rechtsprinzip, dessen neue und laute Verkündigung auch bei dem verständigeren Theile der deutschen Bevölkerung ihren Widerhall finden muß.— Erne große, durch ihre unerhörte Dauer doppelt schwere Krise hat bei uns da« wirthschastliche Urtheil viel verwirrt und auf LaskerS Phantasien hin fordert man von dem Schöpfer großer wirthschaftlicher Unternehmungen eine Selbfilosig- keit, welche der menschlichen Natur absolut fremd ist; man vergißt, daß der EgorSmuS die gewaltige treibende Kraft all unserer male- riellen und der meisten geistigen Fortschritte bildet. In diesem Sinne haben die Wiener Geschworenen eine ewige Wahrheit— deren Verkündigung in Oesterreich und vielleicht wehr noch in Deutschland ston beinahe verpönt war— vor aller Welt au«- gesprochen, und darin erkennen wir die augenblickliche Bedeutung deS gefällten Verdikte«. Die Schatten, die auf manche mehr oder weniger in die Ofer.heim'sche Affaire verwickelte Sache während des Prozesses gefallen sind, werden damit nicht weggewischt und nicht geleugnet. Aber e« ist in Oesterreich kein Verbrechen mehr, große wirthschastliche Unteruehmungen mit pri- vaten Mitteln und mit privaten Nebenzwecken auSzu- führen!" k. ic. „Ewige Wahrheit!"„LaSker« Phantasten." O armer LaSker! Die Wagener, Putbu« haben„moralisch gesiegt" und Tesscndorff wird schon dafür sorgen, daß sie den Sieg ungestört ausnutzen können. Tcsseudorf und Bismarck sind doch große Männer! Sie haben die„ewige Wahrheit" begriffen, daß die bürgerliche Gesellschaft „mit Sittensprüchen keine Eisenbahne» baut": und ihre Finger von den Wagener und Putbu» gelassen; zum Lohn dafür können sie sich nun ins Fäustchen lachen beim Anblick der verunglückten österreichischen Collegen. DaS Ministerium AuerSperg wackelt, Banhan», der den Prozeß eingefädelt, wuß gehen, Lamezan muß sich mit dem Beifall einiger verkommener„Joealistcn" für feine„moralische Niederlage" trösten— und Ofenheim ist der Held deS Tage«! Ach wie konnten die österreichischen Staatsmänner und Staatsanwälte doch so naiv sein! Wie konnten sie sich so vollständig über die Natur der modernen Gesellschaft, und de« modernen Staate« täuschen! So vollständig übersehen, daß die moderne Gesellschaft nur Ein Recht, nur Eine Tugend kennt: Geld zu machen, und daß der moderne Staat nur Eine Pflicht, nur Eine» Beruf hat: die moderne Ge- sellschaft in Ausübung diese« RechtS, dieser Tugend zu beschützen. Die Thoren! Sic wollten den Staat seiner Pflicht, seinem Beruf entfremden, und zu einem utopistischcn Kampf gegen die Gesellschaft benutzen. Und die StaatSmaschine hat ihnen den Dienst versagt. Der moderne Staat ist ein Klassenstaat, der Handlanger der herrschenden Klassen, das Werkzeug der bürgerlichen Gesell- schast. Wendet der Handlanger sich gegen die herrschenden Klassen, richtet daS Werkzeug sich gegen die bürgerliche Gesellschaft, so wird der Handlanger zu Paaren getrieben, da« Werkzeug zerbrochen. Den österreichischen Staatsmännern und Staatsanwälten ist diese „ewige Wahrheil" jetzt eingeprägt; Ofenheim kann ungestört fort- schwindeln und fortbetrügen. Ofenheim« Spießgesellen desgleichen. Die Gesellschaft ist gerettet. Die nationale Frage. Bon einem österreichischen Parteigenossen. Die Wissenschaft ist von jeher im Dienste der herrschenden Parteien mißbraucht worden, man unterstützte dieselbe nur so lange und so weit, als sie sich zur Sklavin und Vertheidigerin bestehen- der Verhältnisse herabwürdigen ließ. So im Mittelalter, da» ist allbekannt, so auch jetzt, wa» oicht Jeder zugeben dürfte. Dennoch ist die Wissenschaft vorwärts geschritten, immer und überall, sie wird auch jetzt, unbekümmert um da« Brodgelehrten- thum, ihren Weg gehen. Schon hat sie eine Fülle von That- fachen enthüllt, die den herrschenden Klassen unangenehm genug sind. Die Herren Bourgeois aber lassen sich dadurch nicht im ge- ringsten beirren, sie beweisen dennoch steif und fest auf dem Boden der Wissenschaft, die gegenwärtigen Zustände könnten und dürften nicht anders sein. Wa« macht», daß sie sich durchaus an kein System halten? Doch ich thue ihnen Unrecht, sie gehören ja der Schule der Eklektiker*) an, da» auswählend, was in ihren Kram paßt, ohne sich graue Haare darüber wachsen zu lassen, daß die Consequcnz dabei zum Teufel geht. *) wiirtl.: AuSwäbler; wer au« verschiedene» Systemen da» au«- wählt, wa« ihm gelällt. Da» Wort wnd hauptsächlich von einer ge« wissen Gattung(„Schule") von Scheiuphilosopyeu gebraucht. _ So ist e« denn gekommen, daß dieselben Leute, die aus der einen Seite die Uebermacht de« menschlichen Geistes über die Natur so eifrig betonen, und die Zweikindertheorie, da» Sparen bei hun- grigem Magen, das fleißige, angestrengte Arbeiten bei elender Nahrung für eine ganz leichte Sache halten, daß dieselben Leute auf der andern Seite wieder erklären, es sei unmöglich, die ange- dornen Fehler und Leidenschaften nur im geringsten abzulegen. Abgesehen davon, daß viele dieser Fehler, wie Habsucht und andere, theil« natürliche Folgen unsere« GesellschaftszustandeS, theil» aner- zogen sind, so ist e« erst fraglich, ob es wirklich so unmöglich wäre, denselben, z. B, der Mordlust der Völker Einhalt zu ge- bieten, den Nationalhaß abzuschwächen, damit auch daS National- gefühl und die Gegensätze zwischen den Völkern. Ist eS schwerer, die angeblich grimmer füllten Bürger Frankreich« und Deutschland« im Zaume zu halten, auf daß sie nicht gegen einander losstürzen, weil ein Hohenzoller den spanischen Thron besteigen will, ist da» schwerer, als die Weiber der Arbeiter zu bewegen, nur je zwei Kindern da« Leben schenken zu wollen? Und doch erklärt man da« eine für unmöglich, daS andere für durchführbar. Der Kampf ums Dasein, so heißt eS, ist zu bestimmend auch für daS Völkerjebcn, als daß man hoffen dürfte, er könnte einmal ein Ende nehmen.— Kriege hat eS immer gegeben und wird e» immer geben. Alle diese Behauptungen werden mit solcher Sicherheit hinge- stellt, jeder dagegen Ankämpfende wird so verachtungsvoll,„gefühl- und heimathloS" genannt, als ob da« Nationalgefühl wirklich etwa» in der Natur deS Menschen tief Begründete« wäre, tiefer al» der ErhaltungS- und Fortpflanzungstrieb, den doch die Menschenfreund- lichen Bourgeois den Arbeitern in ihrem eigenen Interesse so viel al« möglich zu unterdrücken zumuthen. Daß dies nicht der Fall, daß die Nationalität ein Zeichen von etwa« vorgeschrittener Kultur, also ein Kunstprodukt ist, wird Jedem klar werden, der erwägt, waS da» eigentlich sei, Ratio- nalitäi? Wohl ein Band, da» eine größere Anzahl von zusammen- lebenden Menschen verbindet, geflochten au« Gemeinsamkeit der Sprache, der Abstammung, der Interessen, und der Geschichte. Es müssen nicht olle diese Faktoren bei der Bildung der Ra- tionalität mitgewükt haben, in gewissem Sinne gibt eS auch eine nordamenkanischc Nation ohne Gemeinsamkeit der Sprache und Abstammung. Gemeinschaft der Interessen und der Geschichte muß aber immer vorhanden sein, soll eine Nationalität sich bilden, soll da« Nationalgefühl lebendig werden und bleiben. Aber waS für Interessen, wa« für eine Geschichte sind cS, die daS nationale Gefühl wecken und erhalten? Welche Gemeinsamkeit kann zwischen den Interessen deS Hol- steiner« und des Baiern, de» Elsässer» und des Ostpreußen sein, die größer wäre als die zwischen denen der Baiern und Böhmen, der Elsässer und Ostfranzosen? Also nickt da« Interesse, daS durch gleiche Arbeit, gleiche Geistesrichtung, gleiches Naturell erweckt wird, hält die Glieder einer Natron zusammen, ein ganz andere« ist eS, da« mit dem Faktor der Gemeinschaft, der Geschichte in innigem Zusammen- hange steht. Am klarsten dürfte daS werden, wenn wir, da« Völkcrleben beschauend, beobachten, wie die nationale Idee sich entwickelt. So lange ein Volk ungebildet und roh ist, hat eS noch keine Nationalität. Ja, im Urzustände lebte der Mensch entweder allein, wie noch jetzt manche der anthropomorphcn*) Affen, Gorilla und Orang-Utang, oder in Gesellschaften, nach Art de» Schimpanse. Sie besehdclen sich wahrscheinlich aufs grimmigste, wenn sie sich gegenseitig in« Gehege kamen, grimmiger als die modernen Na- lioneu. Hätte cS damals schon„Denker" gegeben, sie hätten sicher erklärt, da« müsse immer so bleiben, weck eS bis dahin so ge- wesen. Doch die Menschheit war damals noch von solchen Geschöpfe» verschont, ungehindert entwickelte sie sich, die Familien, die Heer- den wuchsen, wurden zu Stämmen, zu Völkern. Der Kampf um« Dasein wurde bei der damals herrschenden Rohheit noch nicht auf da« geistige Gebiet übertragen, wovor„geniale" Leute heute noch sich scheuen, man wctteif-rtc, nicht da« Beste zum Wohle aller zu erreichen, sondern für sich allein zu gewinnen. Darum trachtete man darnach, alle Eoneurrenten so viel al« möglich au« dem Wege zu räumen, die Feinde— und jeder Fremde war ein Feind, der die Mittel zum Lebensunterhalte schmälerte— zu tödten, oder bei vorgeschritteneren Völkern, al« Sklaven sich dienstbar zu machen. Unter solchen Verhältnissen war da» Individuum, nur aus sich gestellt, verloren, eS war gezwungen, sich innig seinem Stamme anzuschließen, für dessen Macht zu sorgen, da es ja dadurch seme eigene Sicherheit vermehrte. EgoiSmu« und Furcht vor dem trau- rigen Lose de« Besiegten veranlassen also ein innige« Aneinander- schließen, worau« nach und nach der PatiiotiSmu«, in antikem Sinne, entsteht. Da« StammeSbewußisein ist stark entwickelt, ihm gegenüber gilt daS Individuum beinahe nicht«, viel weniger, al« eS heutzutage im Staate gilt; der Gemeinstnn ist viel reger al« jetzt, allgemein herrscht die Ansicht, der Bürger sei des Staate« wegen da, nicht umgekehrt. Mit der Macht deS Vaterlandes wuchs ja, wie schon oben erwähnt, die Sicherheit jede» Ein- zelnen. Von einer nationalen Idee im moderneu Sinne aber, die den Zusammenhang der einzelnen Stämme betont hä>te, ist nicht viel zu finden; die Zersplitterung Griechenland«, Phönieien«, jede« Freistaates, ist bekannt genug. ') An Gestalt den Menschen ähnliche. Ob sie dabei schlecht fahren, will ich nicht entscheiden, besser erging ti ihnen jedenfalls als den Orientalen, die zwar Bürger großer, einiger Reiche, aber nicht» weniger als frei waren. Willen- lose Wertzeuge ihrer Herrscher, hatten sie sicher gar keinen A-Uheil an deren EroberungSzügen. Nicht der Haß der Asiaten gegen die Europäer, sondern die Herrschsucht und Ländergier der Peiser- könige erregten die Kämpfe gegen da« kleine Grieideoland. Noch bei dem ersten, selbst bei dem zweiten dieser Feldzüge verspüren wir noch nicht viel von nationaler Begeisterung feiten» der Griechen, das StammeSinteresse überwiegt überall das nationale. I- nach- dem man eine« mit dem andern vortheilhaft vereinigbar hält oder nicht, vertheidigt man sich oder giebt sich und die andern preis — wie viel fehlte, daß da» so gerühmte Sparta im dritten Perser- kriege Griechenland verrathen hätte? Die ununterbrochene Fortsetzung dieser Kämpfe war eS erst, die eine Art Nationalgefühl iu den Griechen erweckte, oder viel- mehr einen Nationalhaß gegen die Perser, gegen die Asiaten, kurz gegen die Fremden. Daher der Gegensatz zwischen Hellenen und Barbaren. Dieser war aber so wenig mächtig, daß da« Stamme«- bewnßtsein immer und überall durchschlägt, daß jeder Stamm auf Kosten de« andern, der Nation sich zu heben bemüht ist, ich brauche nur an Sparta« und Athen« Hegemonie zu erinnern. Ja, nach längerem Frieden mit den Persern wird da« Nationalgefühl so schwach, daß man mit dem„Erbfeinde- gegen NationSgenossen sich verbündet, und ich kann darin gar nicht« so Schreckliche» und Entartete« finden. Niemals aber haben die Helleneu ihre Nationalität so geliebt, daß sie, um dieselbe groß und mächtig zu sehen, die Freiheit ge- ovfcrt hätten. Gegen die stammverwandten Könige Philipp und Alexander von Macedonien wehrten sie sich ebenso hartnäckig wie gegen Darm« und Zl ixe«; selbst al« Alexander siegreich den„Elb- feind- niedergeworfen, hatte keineswegs solche nationale Begeiste- rung und nationaler Taumel die Köpfe erfaßt, wie die« heutzu- tage manchmal sich ereignen soll, ja, die Spartaner begingen so- gar da«„Verbrechen-, den„Erbseind- indirekt zu unterstützen, und au«„engherziger Kleinstaaterei-, wie man da« heutzutage nennen würde, sich gegen Antipater, de«„großen- König« Statt- Halter, zu erheben— Niemand nannte sie deshalb„hcimathlose Wühler". Auch bei den Römern finden wir da« StammeSbewußtsein immer viel mächtiger al« da« der Nationalität. Nicht Latiner nannten sie sich, Bürger der edlen Roma zu heißen, war ihr Stolz. Daß ihre Feinde auch erst, wenn e« ihnen an den Hals ging, sich al« Nationen fühlten, daß die HiSpaucn, Gallier, Ger- manen de« StamweSwohlsein« halber gerne ihre Nationalität ver- gaßen, daß sie ihrer Gemeinsamkeit erst sich erinnerten, wenn sie gemeinsam bedrückt wurden, ist zu bekannt, al« da« e» nölhig wäre, die« näher auSzusühren. Da« nationale Gefühl äußert sich im Alterthum stet« nur in der Bereinigung zur Abwehr— doch finden wir heterogene Elemente fast ebenso oft vereinigt, wie stammverwandte— nie verläßt e« seinen defensiven Charakter, um aggressiv vorzugehen, die Nationa- lität ist nur Mittel zum Zweck, nirgend« Selbstzweck. In der Völkerwanderung erlosch da« Bischen nationalen Geiste«, da« sich entwickelt haben mochte. Germanen kämpfen gegen Ger- manen, für Hunnen und für Römer. Die alten Reiche gehen unter, neue bilden sich an ihrer Stelle, damit auch neue Nationen. Der moderne Staat beginnt sich nach der Nacht de« Mittel- alter«, in der von geistigem Leben keine Rede ist, zu entwickeln, mit ihm der AbsoluhSmo« und die nationale Idee. Diese beiden an einer Stelle genannt zu sehen erscheint viel- leicht Manchem paradox, und doch stehen beide im innigsten Zu- sammenhange. Sobald die Fürsten mit ihren Unterthanen fertig, diese nieder- geworfen und geknechtet waren, konnten sie ihre Macht nur nach Außen erweitern. Natürlich hatte keiner genug mit seinem Lande, Herrschsucht oder Blutgier trieben ihn, Eroberungen zu machen, wobei selbstverständlich die Nachbarländer vor allem in» Auge ge- faßt wurden. Diese Unternehmungen wiederholen sich immer und immer wie- der, einmal sängt man hüben an und reißt ein Stückchen Lande« weg— drüben wnrmt da«, man sinnt auf Rache und benutzt jede Gelegeuheit, sich zu revanchiren, und so fort mit Grazie bi« auf den heutigen Tag. Daß bei allen diesen Kriegen, Erbfolgestreitigkeiten, Römer- zügen da» Volk gar keinen Gewinn hatte, daß nur dynastische Interessen e« waren, um deretwillen die Nationen bluteten, daß alle die„leitenden Ideen- der deutschen Kaiser und französischen Könige vom Imperium munäi*), den Völkern, auch wenn sie sich verwirklicht hätten, trotz aller Opfer nicht einen Pfifferling genutzt hätten, daß die Dynasten Schuld an allem Unheil hatten, da« be- dachte mau leider damals eben so wenia, wie jetzt. Man zürnte grimmig dem Feinde, der den Sohn erschlagen, anstatt dem, der ihn in die Todesgefahr gesandt, dem Feinde, der die Scheuern verbrannt, da« Vieh vertrieben, kurz den Wohlstand vernichtet hatte, nicht dem, der ihn dazu gereizt.!(Forts. folgt.) Politische Ucbersicht. — Mit dem Landsturmgesetz hat der BundeSrath sich be eilt; die CommissionS- und ReichStagSbcschlllsse wurden natürlich ohne Weitere« angenommen, der Kaiser gab natürlich ohne Wei- tere« seine Unterschrift, und der„ReichSanzeiger" hat da» Gesetz schon vcröff ntlicht. Dasselbe laut.t: § 1. Der Landsturm besteht au« allen Wehrpflichtigen vom vollendeten 17. bi« zum vollendeten 42. Lebensjahre, welche weder dem Heere noch der Marine angehören. Der Landsturm tritt nur zusammen, wenn ein feindlicher Einfall Theile de« Reich«- gebiet« bedroht oder überzieht. Z 2. Da« Aufgebot de« Landstürme« erfolgt durch kaiserliche Verordnung, in welcher zugleich der Umfang de« Aufgebot« be- stimmt wird. tz 3. Da« Aufgebot kann sich auch auf die verfügbaren Theile der Ersatzreserve erstrecken. Wehrfähige Deutsche, welche nicht zum Dienste im Heere verpflichtet sind, können al« Freiwillige in den Landsturm eingestelll werden. tz 4. Nachdem da« Aufgebot ergangen ist, finden aus die von demselben betroffeneu Landsturmpflichtigen die für die Landwehr geltenden Borschriften Anwendung. Insbesondere sind die Aus- gebotenen den Militärstrafgesetzen und der Disziplinarordnung unterworfen. Dasselbe gilt von den in Folge freiwilliger Meldung in die Listen de« Landsturm« Eingetragenen. tz 5. Der Landsturm erhält bei Verwendung gegen den Feind militärische, auf Schußweite erkennbare Abzeichen und wird in der Regel in besonderen Abtheilungen sormirt. In Fällen ♦) Weltreich, Weltherrschait. außerordentlichen Bedarf« kann die Landwehr au« den Mannschaften de« ausgeboteaen Landsturm« ergänzt«erden, jedoch nur dann, wenn bereit« sämmtliche Jahrgänge der Landwehr uns die verwendbaren Mannschaften der Ersatzreseroe einberufen find. Die Einstellung erfolgt nach IahreSklassen, mit der jüngsten be- ginnend, so weit die militärischen Interessen die« gestatten. Z 6. Wenn der Landsturm nicht aufgeboten ist, dürfen die Landsturmpflichtigen keinerlei militärischen Koatrole oder Hebungen unterworfen werden. § 7. Die Auflösung de« Landsturms wird vom Kaiser an- geordnet. Mit der Auflösung der betreffenden Formationen hört da« Militärverhältniß der Landsturmpflichtigen auf. § 3. Die zur Ausführung diese« Gesetze» erforderlichen Be- stimmungen erläßt der Kaiser. Z 9. Gegenwärtige« Gesetz kommt in Baieru nach näherer Bestimmung de« BÜndnißvertraze« vom 23. November 1870 zur Anwendung. Dasselbe findet auf die vor dem 1. Januar 135 t geborenen Elsaß Lothringer keine Anwendung.— Die« da« neue Blutsteuergesetz. Also gemerkt: Der Landsturm besteht au« allen Wehrpflichtigen(nicht Wehrfähigen), da« heißt au« allen Denen, die schon jetzt dienen müssen; der Landsturm besteht au» allen Wehrpflichtigen bi« zum 42. Jahr, da» heißt er greift 10 Jahre über die bisherige, verfassungsmäßig festgestellte Dienstpflichtzeit hinau«; der Landsturm kann vom Kaiser aufgeboten werden, wenn ein feindlicher Einfall Deutschland bedroht, da« heißt jeden Augenblick, denn Dank der BiSmarck'schen Blut- und Eisenpo- litik ist die Kriegsgefahr permanent; der Landsturm ist den Militärgesetzen unterworfen, da» heißt zu blindcm Gehorsam vcrurtheilt, bei Todesstrafe im Fall der leisesten Regung von Selbstständigkeit; der Landsturm kann„in Fällen außerordentlichen Bedarf«-, da« heißt jeden Augenblick, wo e»„Oben- für gut befunden wird, zur Ergänzung der Landwehr verwandt und gleich der Land- wehr außer Land« geschickt werden. Kurz, Verlängerung der Dienstpfl chtzeit um 10 Jahre,— kolossale Eihöhung der KdegSmacht, mit entsprechender Mehrbelastung de» Volk«— da« ist da« neue Landsturmgesetz, welche« wir Bismarck und feinem„Reichstag- zu verdanke» haben. — Der Reichstag und die Arbeiter. Wirtheilten seiner Zeit mit, daß die deutschen Bau Arbeiter an den Reichstag eine Petition eingereicht hätten, in welcher sie den Wunsch ausdrückten, dem Schutze de« Hastpflichtgesetz:« unterstellt zu werden. Diese ! durch den Selbsterhaltungstrieb der Bauaibeiter gebotene Petition ist von der Petitiontkommission zurückgewiesen worden und hat dieselbe beschlossen,„in eine weitere Erwägung nickt einzutreten, weil e« unthunlich erscheint, in Veranlassung einer Petition wenige Jahre nach Erlaß eine« ReichSges tze« über Ausdehnung einzelner Bestimmungen desselben in erneuerte Vcrhandluugen einzutreten, zumal der in der Petition hervorgehobene Punkt seiner Z:it, bei der Verhandlung über da« Gesetz vom 7. Juni 137l, speziell be- sprachen worden, neue« Material aber nicht beigebracht ist-. Nun, so glatt, wie die Herren in der PetitionSkommisston sich denken, wird die Sache nicht ablaufen. Für« Erste werden die Bauarbeiter, wie der„Pionier-, da« Berliner Organ derselben verspricht, mit dem„neuen- Material aufwarten, und ferner werden die sozialistischen Abgeordneten die Petition nicht so ohne Weitere» über Bord werfen lassen. Die deutschen Arbeiter können aber hierau» von Neuem die Lehre ziehen, daß sie nur solche Ver- treter in den Reichstag schicken dürfen, die voll und ganz da» In- teresse der Arbeiterklasse vertreten. — Zur Frage der Gefängnißarbeit. In der Sitzung de« preußischen Abgeordnetenhause« vom 23. Februar hoben Dr. Eberty und Schlinger hervor, daß der freien Arbeit die Concurrenz gegen die Gefangeneuarbeit gesichert werden müsse, und verfprach der Justizminister, die«„in Erwä- gung zu ziehen-.„Wie wir hören, schreibt dazu die„Vossische Zeitung-, wurden bereit« in Folge de« Beschlüsse« de« ReichSlag« vom 29. Mai 1869, durch welchen an den Bundeskanzler da« Verlange» gerichtet wurde, eine amtlich- Untersuchung über den Einfluß der Zuchthau«arbeit auf die Lage der freien Arbeiter an- zuordnen, die einzelnen Bundesregierungen zu Mittheilungen übe. ihre entsprechenden Wahrnehmungen veranlaßt. Mit Ausnahme derer der sächsischen und iu gewisser Beziehung auch der braun- schweizischea Regierung sind diese Mittheilungen jedoch so mangcl hast und dürftig ausgefallen, daß sie al« gänzlich unbrauchbar er- achtet werden müssen. Die Gutachten sämmtlicher Regierungen, Sachsen ausgenommen, lauten übereinstimmend dahin, daß in keinem der vtibündeten Staaten eine nachtheilige Einwirkung der ZuchlhauSarbeit auf die Lage der fteien Arbeiter zu constatiren sei. Allein von 19 Regierungen wurde diese Behauptung einfach aufgestellt, ohne daß auch nur der Versuck gemacht worden wäre, dieselbe durch Argabe von Zahlenverhältnisscn zu constatiren. Nach AuSwei« de« eingegangenen Material« ist die Beschäst gung der Sträflinge der noiddeutschen Strafanstalten in allen Staaten gleich- mäßig eingetheilt in: 1) Arbeit für den eigenen Bedarf der An- stalten, 2) Arbeit für eigene Rechnung zum Verkauf. 3)». Arbeit für Dritte gegen Lohn auf industriellem Gebiete, b. Tagelöhner- oder landwirthschastliche Arbeit für Drit:. Damals betrug in Sachsen, Preußen und Braunschweig zusammen die Durchschnitt«- zahl der täglich beschäftigten Sträflinge 26,193, davon wurden� beschäftigt in Arbeit sür den eigenen Bedarf der Anstalten 6603 oder 25,22 pC.t, in Arbeit sür eigene Rechnung der Anstalten zum Verkauf 376 oder 1,44 pCt, iu Arbeit sür Dritte gegen Lohn, und zwar: a. auf industriellem Gebiete 17,963 oder 63,54 pCt., b. al« Tagelöhner oder in der Landwirthschast 1249 oder 4,3 pCt.- So weit die„Vosstsche Zeitung". Bei dieser für die Arbeiter so wichtigen Frage sehen wir recht deutlich, wie der heutige Staat zu Werke geht und wa« von ihm zu erwarten ist. Die Thatsache, daß die freie Arbeit durch die Conkurrenz der Gefangeneuarbeit schwer geschädigt wird, ist tausendfach bewiesen, und springt Jedem auch von selbst in die Augen— trotzdem finden die Regierungen,„daß sie nicht zu koustatiren" sei! Dar- nach wird da«„in Erwägung ziehen" de« preußischen Justiz minister« wohl ein auf die lauge Bank ziehen sein. — Bourgeoisbildung und-Humanität. In der zu El- berfeld erscheinenden«Freien Presse sür Berg und Mark" vom 27. Februar lesen wir unter„Lotale«": „Wenn wir oftmals von beklagen«werthen Ausschreitungen au« deu sogenannten„niederen" Schichten der Gesellschaft vernehmen, so darf andererseits nicht verkannt werden, daß bisweilen solche Ausschreitungen da« Widerspiel inhumaner Anschauungen einzeluer Persönlichkeiten„höherer Schichten- genannt»erden körnen. G» spielte sich jüngst in eiuer Gerichtsverhandlung folgender bezeichnende .Fall ab. Der Beamte einer Eiseabaho-Gesellschrft war in Dienst:» derselben arbeitsunfähig geworden; er verlangte von der Bahn- Direktion eine jährliche Entschädigung. Es war von der Direktion selber zugestanden worden, da« tägliche Verdienst de« Manne« habe reg-lmäßiz 25 Gr. betragen, mit den Neben-Einnahme» könnte e« auf 26 Gr. berechnet«erden. Der frühere Beamte glaubte nun m't Rücksicht darauf, daß ihm eben in Folge seiner Arbeit»- und Dienstunfähizkeit und durch die au» seiner früheren Stellung resultirende Jaoalivität der Genuß de« Leben« vecküm- mert worden sei, einen Thaler täglicher Rente in Anspruch nehmen zu können. Ein adliger Adoskat-Anwalt, der Vertreter der Bahnverwaltung, ruft entrüst-t au«:„Ein Arbeiter hat gar keinen Anspruch aus Lebensgenuß!" Man hört de» mmschenftcundlichen Vorsitzmden de« Gerichtshöfe« Worte mur- meln, die etwa„Diese Rohheit!- lauten mochten.„Ja-, wieder» holt der„adlige- Anwalt,„ein Arbeiter hat gar keinen An- sprach darauf, da« Leben zu genießen!-„Da« ist denn doch eine etwa« harte Auffassung!- bemerkte der Präsident.„Ich muß auch arbeite» und kann nicht an Lebensgenuß denken", führte der labyrinthische(?) Anwalt weiter au« u. s. w.— Der Ge icht«- hof entschied dem Antrage de« geschädigten Beamten gemäß." Also„der Arbeiter hat gar keinen Anspruch darauf, da« Leben zu genießen"— meint der„adlige" Vertreter der Bouc- geoiSgesellschaft. GuÜ Wenn aber nicht Die, welche die Genuß- mittel schaffen, Anspruch auf Genuß haben, wer dann? Alberne Frage! Natürlich Die, welche sie nicht schaffen, die Nichtarbeiter, die Faullenzcr, die Ausbeuter, Spitzbuben und Gründer: die Krupp, Wagener, Ofenheim, Putbu« und Consorien. — Parteigenosse Wolf schreibt un« au« Barmen: An« Anlaß zweier am 25. und 26. Januar in Süchteln abgehal- tenen Volksversammlungen, in welch letzterer ich verhaftet und de« anderen Tage« geschlossen nach Cleoe abgeführt, am 13. Fe- bruar aber gegen Erlegung einer Caation von 400 Thalern wieder aus freien Faß gesetzt wurde, fand am 26. Februar vor dem Zachtpolizeigericht zu Cleve Termin wegen Vergehen» gegea die Zij 130, 131 und 166 de« Reichtstrafgesetzbuch« statt. Die S.aatSanwaltschaft beantragte 6 Wochen Gefängniß. Nach äußerst gelungener Beriheidigung de« Advokaten Hoffmann setzte der Ge- ricktShof die V.rtündigung de« Urtheil« auf 3 Tage au«.— Eine andere Vorladung habe ich für den 18. März vor da« Kcei«- g-richt Arnstadt wegen Verstoß gegen die Zß 130 und 131 de« RüchSstrafgefetzbuchS, begangen in einer am 29. August v. I. i» Arnstadt abgehaltenen Volksversammlung. — Deu Redakteur de«„Braunschweiger VolkSfteuud", Ko- koSky, v.'rurtheilte da« Braunschweiger KreiSgericht wegen Preß- vergehen« zu drei Wochen Haft.— Geilhof, al« Redakteur der„Chemnitz r Freien Presse-, ist wegen BiSmarckbeleidigung zu drei Monatm und wegen Tessendorffbeleidigung zu zwei Woche« Gefängniß verurtheilt worden. — Der„Frankfurter Zeitung" wird au« München ge- 1 schrieben: „Der RcchtSkoncipient v. Godin iu München, welcher die Vertheidigung de» Redakteur« Geifer vom sozialdemokratische« „Zeitgeist" übernommen hatte, ist vor der Schwurg-richtSverhand» luug schnell und unerwartet krank geworden. Herr Geiser hatte also auch diesmal wieder keinen Vertheidiger und mußte sich de«- halb selbst vertheidigen. Bei der ersten Verhandlung hatte e« be-! kanntlich der liberale Advokat Gotthelf ebenso gemacht. Bei der Spitzeder waren die Herren Anwälte zu einem halben Dutzend thätig, für die politische Freiheit wagt aber kaum mehr Einer ei«' Wort zu sprechen." — ConfiSkatio». Am 3. März sind in der Expedition de« „Volksstaat" von der Most'schen Broschüre:„Die Pariser Co»- mune vor de» Berliner Gerichten" die noch vorhandenen Exemplare (10 Stück) durch die Polizei konfiSzirt worden. — Die österreichischen Parteigenossen Dr. TauschiuSki und H. Wanke, welche vor einigen Tagen au« der Haft entlassen sind, veröffentlichen iu der„Gleichheit" folgende Erklärungen, wobei noch zu bemerken, daß Wanke au« Graz ausgewiesen ist. Arbeiter von Oesterreich! Parteigenossen! Nach achtmonatlicher Haft der Freiheit „vorläufig" zurückgegeben, kann ich nua wieder in Earen Reihe» meine Kräfte unserer heiligen Sache widmen. Trotz aller Wider» wärtigkeiten und Verfolgungen, trotz der zahlreichen Feinde, die un« von allen Seiten umlauern, werden wlr unser Ziel erreiche». � Energie, Ausdauer und begeisterte Einmüthigkeit führen un« zu« Siege. Für die Unterstützungen, die Ihr mir und meinen Angehörige« während meiner Gefangenschaft opferfreudig habt zu Theil werde« lassen, empfanget meinen herzlichsten Dank. Freund-, Parteigenossen! Wir dürfen mit heiterem Mathe in die Zukunft blicken. Groß und schwer sind die Anstrengungen, vie wir machen müssen, aber der Preis de« Kampfe« ist der Bemühungen werth: Vernichtung der Ungerechtigkeit, der Roth und der geistigen und materiellen Knechtschaft; Triumpf der wahren Freiheit, Gleichheit, Bildung und Wohlfahrt aller Menschen. E« lebe da« Volk! ES lebe die sozialdemokratische Partei! Graz, 24. Februar 1S75. Dr. Hippolyt TauschiuSki. Parteigenossen! Mit dem heutigen Tage habe ich meine über sieben Monate dauernde Kerkerhaft überstanden, und bin Euch und der Partei wiedergegeben. Indem ich allen Freunden und Parteigenossen für die während meiner Haft mir zugekommene Unterstützung herzlich danke, gebe ich Euch zugleich die Versicherung, auch ferner mit ganzer Kraft im Interesse der Arbeiter zu wirken und unerschrockca sür die Sache de« unterdrückccn, de« vierten Stande» zu kämpfen, bi« die Arbeit au« ihrer sklavischen Botmäßigkeit befreit und zur souveräne«- Herrscherin geworden ist. ES lebe die sozialdemokratische Arbeiterpartei! Graz, am 24. Februar 1875., Hermann Wanke. Die Forderuuge« des Sozialismus a« Zukunft und Gegenwart. Unter diesem Titel hat unser Parteigenosse Geiser. Redakteur de«„Zeitgeist" in München, die Grundgedanken de« Sozialismus! übersichtlich und Jedem verständlich zusammengestellt.(Alle im> Texte vorkommenden Fremdwörter sind am Schlüsse erläutert.) Wir UnntM die Broschüre nur empfehle»»od bitten die Leser, sich »icht durch da« Vorwort abschrecke»)» lasse». Al« Probe möge daS erste Kapitel hier folgen: Eine Widerlegung all der Vorwürfe, welche de» Vertretern des Sozialismus entgegengeschleudert werden, muß nothwendig «it einer Aufklärung über daS Wesen de« Sozialismus beginnen. Alle Welt spricht oder schimpft über die Sozialisten, mißbilligt ihr Thun und eifert gegen dasselbe, bejubelt oder verketzert, ver lacht oder verhöhnt e«— und nicht der tausendste Theil der Leute, welche fich derartig mit dem Sozialismus beschäftigen, vermögen zu sagen, wa« er eigentlich will Gegen seine Gedankengruudlage, die da behauptet, da« Strebe» des einzelnen Menschen sowohl, al« da« der Gesammtheit aller Mensche», müsse darauf gerichtet sein, jede« Individuum durch die harmonische Ausbildung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeit möglichst glücklich für sich und möglichst nützlich für die Menswen zu machen, wagt heutzutage kaum uoch der wlllhendste Dunkelmann ein laute« Wort einzulegen. Daß dieses Fundament der sozialistischen Bestrebungen die Aufgabe der Menschheit überhaupt ist, hat der eine Theil der Menschen bi« zur Zweifcllosigkeit er- kanut, während eS der andere unabweisbar fühlt. Die verschwin- deude Anzahl derer, die e« zu verwerfen beschränkt oder selbstsüchtig genug sein möchten, kann als der moralische und geistige AaSsatz der Erdgeborenen bei der Behandlung der hierher gehörenden Fragen stillschweigend übergangen werde.?. Ueber die Gedankcngrundlage de« Sozialismus herrscht also die befriedigendste Einigkeit; über Alle« aber, wa« die Sozialisten auf dieser Grundlage aufgebaut haben»der aufbauen«ollen, ist der erbittertste Streit entbrannt. Die Einen, und da« sind die beste» und kenntniß.eichsten unter unseren Gegnern, meinen, wir Sozialdemokraten wollten mit dem durch die Ungerechtigkeit de« Bestehenden erhitzten Kopfe durch die keineswegs widerstandsschwache Wand der herrschenden Massen- Unklarheit— komme, wa« da kommen mag— hindurchrennen. Sie fürchten, daß die Bölk-rmehrheiten im natürlichen Gefühle ihre« Unterdrücktsein«, und zusammengerafft und aufgestachelt durch sozialdemokratische Schlagworte, eine« Tage« die mächtige Hand an die Säulen dcS Staate« und der Gesellschaft legen und iu einem Momente mehr zerstören könnten, al« die Arbeit der bevorzugtesten Geister in Jahrhunderte» wieder aufzurichten vermöchte. Sie halten die Agitation der sich so rasch auSbreitendeu sozialdemokratischen Parteien allen Ernste« für nichts mehr al» da« Sammeln der Arbeiterbataillone zur nahen gewaltsamen Revolution, und eine derartig geistig ganz ungenügend vorbereitete Revolution muß ihnen al« ein nie und nimmer zu riskirendcs Uebel erscheinen, weil, abgesehen von allen Opfern, der Erfolg mehr al« zweifelhaft sein würde. Ziindnadcl-, Mauser- und Werber- Gewehre im schönen Vereine mit Krupp'schen Kanonen würden gegen ein Ar- beiterheer ebenso ihre Schuldigkeit thun, al« einem erbfeindlichen gegenüber; und sollte— da» kaum Denkbare zu erwähnen— die wilde Begeisterung der Proletarier über Drehsc und Mauser, Werder und Krupp, Moltke und Bismarck den Sieg davon ge- tragen haben— was dann? Würden in einer vorläufig abseh- baren Zeit die schlecht vorbereiteten Proletarier-Massen, auf den Trümmern de« alten FürstenstaateS und der kapitalistischen Pro- duktionSwcise die zwar vielgepriesene, aber bisher fraglos nur von verzweifelt Wenigen selbst iu den Gruudzügeu begriffene sozia- listische Gesellschaft emporzurichten verstehen? Müßte nicht ein Chao« entstehen, ein Wellwirrwarr, so gut wie nach der sran- Zösischen Revolution von 1792? Und wer ander« hätte dann den Bortheil von dem mit ungeheuren Blutströmen erkauften Freiheit«- träum, al« ein neuer Napoleon, der�dic ermattenden, an ihrem eigenen Können verzweifelnden Revolutionäre mit leichter Mühe unter sein eiserne« Joch beugen könnte? Der Grundton der Borwürfe, wie sie un« von unseren ach- tungSwerthesten Gegnern gemacht werden, klingt in allen sozialisten- feindlichen Auslassungen wieder. Nur meinen die Leute, je be- schränkler sie sind, desto eher in unseren Prinzipien allerhand MakelvolleS finden zu können, und je unehrlicher und boshafter sie sind, desto mehr Unsinnige« und VerabscheuungSwerthcS un- seren Bestrebungen beimengen zu dürfen. So jammern ehrliche -GeistcSbeschränkte und rasfinirte Lügner in trauter Gemeinsamkeit darüber, daß die Sozialdemokraten die Grundlagen von Staat und G-sellschaft untergraben wollten— daß Religion, Ehe, Fa- milie, Sittlichkeit und Arbeitsamkeit im freien VolkSstaate vor irgend welchen sozialistischen Scheußlichkeiten weichen müßten; wäh- rend gerade unter den heutigen Verhältnissen die Religion keine brssere Rolle spielt, als die dcS Gängelbandes für da« unmün- dige«Volk"; während die Ehe unsere« Jahrhunderts nur dazu da ist, um gebrochen und geschändet zu werden; während die Familie keinen Anspruch aus höhere Schätzung hat, als die man einer Einrichtung schuldig ist, welche die Volkserziehung hemmt und die Fehler und Laster der Alten auf die Jungen vererben Hilst; während die Sittlichkeit sich vor der Maitressenwirthschast und dem Paschathum in Fabriken und Hai-delSmagazincn und der nackten Frechheit des Bordellwesen« längst bis zur Morgenröthe geflüchtet hat; während die Arbeitsamkeit endlich sast ausschließlich nur uoch da zu finden ist, wo die Roth aus die Nägel brennt: in der Hütte und aui Arbeitstische de« Proletarier«— dieselbe Arbeitsamkeit, die im Munde de» Fabrik- und Kaufherrn, de« weichfingrigen Aristokraten und de« modernen Schriftfleller«, welch letzterer unter hundert Fällen neonuudneunzigmal nicht« Bessere« ist, a!« der literarische HauSknecht im Gebäude der Gewalt- und Gcldherrschaft— ein offenbarer, zu Haß und Verachtung aufrei zender Hohn ist. IE>i Wenn die zuerst berührten Vorwürfe da« vermeintliche Haupt mittel zur praktischen Verwirklichung unserer Grundsätze trafen; wenn serner die soeben besprochenen sich gegen diese Grundsätze selbst und die Folgen ihre» JnSlebcntretenS richteten, so bleiben noch diejenigen anzuführen, die unsere augenblickliche Agitation für die Verbreitung unserer Anschauung angreisen. DaS von un« dabei angebhch begangene schlimmste Verbrechen soll in der Auftüttelung der Leidenschaften, in der Erregung von Verachtung und Haß gegen die außerhalb der Arbeiterkreise Bc findlichen bestehen, indem wir fälschlich behaupten sollen, die vorhandenen Besitz- und ErwerbSverhältnisse seien von der glücklich situirten Minderheit willkürlich hervorgeruseu und diese Minderheit stehe dem Elend der Massen als desseu bewußter Urheber theil- rahmloS, hartherzig, unerbittlich gegenüber. Durch dieses unser agitatorische« Treiben verhinderten wtr aber gerade da», waS wir zu erstreben vorgäben: die Besserung der VolkSlaze, und seien darum die wirklichen Feinde und Verführer de««armen Volke«", der Handarbeiter, der Volksmehrheit. Zur Widerlegung alle» desseu, waS man auf das Sünden- register des Sozialismus und der Sozialisten gesetzt hat, wollen wir ohne alle Voreingenommenheit auf da» Wesen der Sache ein gehen. Wir werden unsere Grundsätze in furcht- und rückhalt« loser Klarheit entwickeln und sehen, ob sie sich auch an den that sächlichen Verhältnissen bewähre» könne»; dabei erwarte« wir nicht medr von den Lesern, al« daß sie mit offenem GeisteSauge an« folgen und mit dem festeu Willen, da« Wahre vom Falschen v.r standcSmäüig zu scheiden, prüfen und urtheilen mögen. Der Sozialismus, für den wir kämpfen, wird vor dem Richter stuhle der Vernunft bestehen und alle denkfähizcn, vorurtheilsfreien, übcrzeugunzSmuthigen Menschea sich zu Jüngern und Vorkämpfern gewinnen— dessen sind wir gewiß!*) Gewerksgenossenschaftliches. Verbund der Klempner(Spengler) und verwandte» Berns«- genossen. Kamburg. Wie bereit« bekannt ist, besitzt unsere Gewerkschaft ein eigene» monatlich erscheinende« Organ:„Der Bote". Auf Grund des§ lS3 der Gewerbeordnung wurde ich nun seinerzeit vom Münch-ner Staatsanwalt v. Stubenrauch wegen des Artikels «Schwarze Tafel" Ziffer I, den die Nr. 7 de»„Bote" enthielt, angeklagt und hier vom Untersuchungsrichter vernommen. Darauf- hin erhalte ich am 10. vor. Mt». ein Erkenutuiß de« köaigl. AppellationSgerichte« iu München, daß die Sache dem Schwur- gerichte für Oberbaiern überwiesen sei. Bi« dahin alle« gut, nun aber kommt die„Erwägung", welche ich«örtlich folgen lasse: „In Erwägung, daß F. W. Metzger, 26 Jahr alt, lediger Klempnergehilfe in Hamburg, und Redakteur de« dahier erschei- nendca sozialdemokratischen Blatte»„Der Bote, Organ de« L:r- bände« der Klempner und verwandten Berufsgenossen" durch die geführte Untersuchung hinreichend bcinzichtet ist. daß er in Nr. 7 de« von ihm redigirten und in München erscheinenden sozialoe- mokcatischen Blatte«„Der Bote" eine von ihm verfaßte mit den Worten„Schwarze Tafel" überschriebene Notiz unterm 15. Dezem- ber 187« veröffentlichte, in welcher unter Z ff-r I der Arbeiter A. Armbrust au» Flensburg,«eil derselbe an einer am 16. Nov. in der Jark'schen Fabrik in Flensburg erfolgten Arbeitseinstellung der Arbeiter nicht theilgenommen hat, in Verruf erklärt und hier- durch zu bestimmen versucht wird, jener Verabredung zur Arbeit«- einstellung Folge zu leisten." Soweit die„Erwägung". Wa« mich nun veranlaßt, hiervon Miltheilung zu machen, ist der unerhörte Versuch, die Geschworne» durch die Bezeichnung„sozialdemokratische« Blatt", wa« doch, da der„Bote" ein Gewerkschaftsorgan ist, durchaus nicht so ohne Weitere« angenommen werden kann, von vornherein gegen mich einzunehmen. Der Ausgang de» Prozesse» wird lehren, ob die Taktlk der Herren Richter erfolglos war oder nicht, jedenfalls aber ist sie unstatthaft._ W. Metzger. Berein der Sattler und BerufSgensssrn. Aertin, 1. März. Monatsabrechnung der Centralkasse pro Februar. Einnahme: Bon der Mitgliedschaft Berlin Thlr. 10. 22., Barmen Thlr. 1. 12., Stuttgart Thlr. 2., Hannover Thlr. 2. 21. 6., Dresden Thlr. 6. Summa Thlr. 22. 25. 6. Ausgabe: Porto für versandte Packete und Briefe Thlr. 1. 13. 6., für Stempel und Kasten nach Crimmitschau Thlr. 1. 10., für Stempel und Kasten nach Pirna Thlr. 1. 12. 6., für eine VorstandSmappe mit Verschluß Thlr. 3. 15., für Agitation nach Chemnitz Thlr. 7. 26., für Agitation nach Gera Thlr. 3., für Papier und Couvert« Gr. 22., Abonnement de« offiziellen Organ«„BolkSstaat" Gr. 7.«., für eine Annonce Gr. 14., Kassirer-Gchalt Thlr. 5. Summa Thlr. 25. 5. 6.— Bilanz: Summa der Einnahme Thlr. 22. 25. 6. Summa der Ausgabe Thlr. 25. 5. 6. Bleibt Defizit pro Februar Thlr. 2. 10. Bestand pro Januar Thlr. 33. 3. 6. Bleibt baarer Bestand pro Februar Thlr. 90. 23. 6. oder ReichSmk. 229. 35 Mit Gruß W. Wirth«, Kafstrer, Alexandriuenstraße Nr. 116, SW. Correspondenzen. Großzschocher Sei Leipzig. Al« Kürschner fühle ich mich ver anlaßt, auf die statistischen Daten de» Herrn£>r. med. und Dozenten au der BreSlauer Universität, Ludwig Hirt, Einige« zu entgegnen. Ich will dabei ununtersucht lassen, ob die Angaben über die durchschnittliche Lebensdauer der anderen Branchen richtig sind oder nicht, über un» Kürschner aber hat der sehr gelahrt« Herr £)r. entweder nicht gewußt wa« er schrieb, oder er hat sich einen ganz respektablen„Bären" aufbinden lassen. Amtlichen Erhebun gen eutstammcn seine Zahlen jedenfalls nicht, und mit Privatmit theilungen sollte er, am meisten aber bei einer anzustellenden Statistik, denn doch etwas vorsschtiger in der Benutzung derselben sein. Ich habe so ziemlich alle Staaten des Koutineat« durch eigene Anschauung kennen gelernt, habe aber stet« gefunden, daß unter 100 Kürschnern, incl. sogar der kleineren Klirschuermeister, fich immer kaum 6 bi« 7 Mann befinden, die da« 50. LebenSzahr erreichen. Und wo, um alles in der Welt, wollen Sie, gelehrter Herr Statistiker, eine DurchschnittSlebcnSdaaer von 50 Jahren herausbringen? Al« Mediziner müssen oder sollten Sie doch wissen, daß bei einer Arbeitszeit von(während der„günstig-n� Saison) 12—14 ja 16-13 Stunden im engen Raum zusamm.u gedrängt, der Arbeiter oder kleine Meister doch nicht etwa gesün ber und daher im Großen und Ganzen seine Lebensdauer nicht verlängert wird. Breslau, gescheidter Herr Dr., liefert Ihnen Beweise genügend, daß Ihre Statistik falsch ist. Breslau ist eine von den Städten, wo lange Arbeitszeit vorherrscht, deS schlechten Lohne« und der sehr schlechten Wohnungen nicht zu gedenke». Wenn Sie wissen wollen, wie hoch sich da« Durchschnittsalter bei un« Kürschnern beläuft, so hören Sie. Die meiste» unserer Kollegen sterben in der Zeit vom 25. bi« 35. Jahre. Und da wollen Sie un« 50 Jahre aafoktroyiren? Wir müssen vor der Hand, bi« eS besser wird, mit 35 Jahren zufrieden sein. Sollten Sie aber Genauere« erfahren wollen, so bin ich gerne erbötig Ihnen eine AlterSliste von der Kürschnerbrauche anzulegen. AuÄ die BreSlauer Kollegen mögeu da« Ihrige thun, um dem Herrn Dr. zu beweisen, daß er ihrer Lebensdauer 15 Jahre zuge- dichtet hat. Fr. Trost. KoOurg. Einen deutlichen Beweis sehr humaner Behandlung unserer ReichStruppcn liefert folgender Vorfall. Am Sonnabend den 13. Februar wurde ein Rekrut Namens Bauer(bei Gotha zu Hause) von dem Unteroffizier John der 12. Compagnie auf dem hiesigen Kaserncnplatze auf eine scheußliche Weise mit Lauf schritt und vielen nicht denkbaren Schimpsreden und Mißhand- lungen so geplagt, bis der Rekrut vor Anstrengung und Mattig keit zu Boden sank und nicht mehr aufzustehen vermochte; von da wurde der Unglückliche in die Kaserne befördert, wobei der Unter- osfizier sich nicht der Schimpfreden enthalten konnte�uad mehrmals *) Die Forderungen de» Sozialitmu« an Zukunft und Gegenwart. Eine Schrift zur Veuheidigung und zum Angnff von Bruno Geiser, Redakteur de»„Zeitgeist" in München. Verlag von Rottmauner u. Co. 1875. 54 Seiten Groß-Octav. Preis 50 Pf. äußerte:„Dich Hund werde ich schon mürbe bringen."' I« Zimmer angekommen mußte fich der R-krut auf einen Schemel setzen und die Füße auf einen andern Schemel legen, so daß die Beine frei dazwischen lagen; der Unteroffizier setzte sich darauf auf die Beine de« Rekruten und schnellte sich mit seinen Beinen von dem Fußboden in die Höhe, so daß er mit der ganzen Körper- schvere auf de« Rekruten Beine aufsaß; die« geschah mehrmal«, bi« der Mann vor Schmerz laut aufschrie, da da« eine Bein ge- brachen war. Bor solchen„BildungSanstaltea" muß man Respekt haben, nicht wahr Herr Moltke? Wird dieser Uulerosfizier auch mit 14 Tagen Arrest seine gerechte Strafe für diese Schändlichkeit büßen müssen wie jener S-rgeant M... de« 1. Bataillon« de« 95. Regiment«, welcher vor mehreren Jahren beim Exerziren einem Soldat da« Schulterblatt zerschlug? Der Soldat wurde damal« im Milüär-Lazareth zu Gotha geheilt und al« untauglich ent- lassen. Wie wird'S hier werden? Waudsteck, 26. Februar. Am 19. d. M. referirte hier in einer leider nur schwach besuchten Volksversammlung Parteigenosse A. Slauck au« Berlin über die Tagesordnung:„Die Arbeiter und der Staat". Der spärliche Besuch mag wohl dem Umstände zu- zumessen sein, daß an demselben Abende drei Versammlungen statt- fanden. Ferner war die Zeit zu kurz, die Versammlung genügend bekannt zu machen. Redner, welcher fich seiner Aufgabe meister- Haft entledigte, erntet- großen Beifall. Zum Schluß erwähnte derselbe noch der angebahnten Vereinigung der beiden Fcaktioaea und forderte die Anwesenden aus. für dieselbe zu agitirea und etwa der Arbeiterbewegung noch Fernstehende zu bewegen, in de» Kampf für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einzutreten. Mit sozialdemokratischem Gruß! Juliu« Kölln. Nürnberg. Die GlaiShammerer Parteigenossen, welche wegen Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Arbeiterpartei der U-bertretung deS BereinSzeseye« angeklagt waren, sind vom Be- zirkSgericht Nürnberg sämmtlich freigesprochen worden, da die Mitgliedschaft zu Glai«hamm:r ein lokaler Verein im Sinne de« B-reinSgesetze« nicht gewesen, sondern Jever als einzelne« Jndivi- duum Angehöriger der deutscheu Gesammtpartei sei! WaS sage» die Tessenvorf. Stromer u. s. w. zu diesem R.chterspruch? ZIlunnhti«.„Volksversammlung im„Grünen Hau«", Tage«- ordnung: 1) Die Thäligkeit de« deutschen Reichstag»", 2) Die Vereinigung der beiden Arbeiterfraktionen." So lauteten am 14. v. M. die Plakate, die die Straßenecken zierten. Die Herren Baumann-Nürnbcrg, Hirsch- Stuttgart und Nauert-Mainz waren al» Referenten erschienen und erledigten i,re Ausgabe zur allgemeineu Zufriedenheit. Ueber den ersten Punkt der Tage«- ordnung referirte H. Baumann, indem er besonders betonte, daß die liberale ReichStagSm ujorität immer ihr Klasseninteresse, nämlich da« J.iteresse der besitzenden Klasse, im Auge habe, sich aber um da« Wohl und Wehe de« gesammtcn Volkes nicht kümmere; von diesem Geiste seien sämmtllche»oa diesem Reichstag ausgehenden Gesetze getragen. Er kritistrte nun in scharfer aber zutressender Weise die verschiedenen Gesetze, da« Landsturm-, Bank, Freizügig-, keit«-, Haftpflichtgesetz u. f. w. Ferner kam Redner noch auf die Abschaffung der Wuchergesetze zu sprechen, wodurch dem Gründer- und Schwindlerwescn nur geholfen werde. Redner erwähnt noch der Mundtodtmachunz der Sozialisten im Reichstag durch deu SchlußantragstellungSapparat in der Person de«»ackern Volk«- Vertreter» Valentin und seinem Anhang, sowie der Haltung der obersten StaatSlcuker gegeullber dem Arbeiterstande, unter Hinwei« auf den Finanzminister v. Camphausen. An der Debatte bethei- ligte sich in wirksamer Weise Nauert, desseu Ausführungen de» lebhaftesten Beifall der Versammlung fanden. E« wurde dann die folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute i» dem Lokal de«„Grünen Hause«" gemeinschaftlich eiabcruseae Ver- sammlung begrüßt mit F euden die iu den beiden Fraktionen ge- pflogenen Einigungsbestrebungen und hofft, daß dieselben iu de» baldmöglichst zusammentretenden EinigungSkougreß ihren cudgül- tigen Abschluß finden. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß nur durch ein gemeinschaftlich geschlossene» Vorgehen sämmtlicher Ar- beiter t ie Arbeitersache zum Siege gelangen kann, spricht die Ber- sammlung den Wunsch au«, daß e« dem Kongreß gelingen möge, unter Wahrung de« demokratischen Prinzip« eine möglichst ceu- tralistische Organisation zu gründen."— E« wurde beschlossen, diese R-jolution zur Veröffentlichung an den„Volksstaat" uad „Neuen Sozial-Demokrat" einzusenden.— Die Versammlung war gut besucht, und hatten wir nach Schluß derselben uoch eine ge- müthliche Abendunterhaltung; die dabei vorgenommene Teller- sammlung ergab 14 st. Ja Heidelberg war Montag den 15. Februar auch eine Versammlung, iu der Hirsch uud Baumann referirten. Da« Resultat war, daß 12—15 neue Mitglieder gewonnen wurden, und nahm auch diese gutbesuchte Versammlung eine Resolutio» zu Gunsten der Vereinigung an. So wäre denn wieder der An- stoß zu regerer Agitation gegeben. Seid also in Zukunft auf dem Posten und belheiligt Euch bei der nächsten Gemeindewahl. Diese Mahnung mögen die heutigen Genossen beherzigen. Philipp Koch, Schriftführer. Kiefen, 20. Februar. Bei der letzten juristsscheu Fakultät«- Prüfung wurde im mündlichen Examen von einem Professor uuter Anderem auch die Frage an einen Studirenden gerichtet, ob er ihm vielleicht sagen könne, was ein Sozialist sei und welche« die Hauptvertreter der sozialistischen Lehre gewesen. Wie nicht andei« zu erwarten, war keiner der PrüsungScandidaten im Stande: diese Frage, die, nebenbei bemeikt, correkter hätte lauten müssen, wa« will ein Sozialist, zu beantworten, weshalb sich denn auch der betreffende Prof.ssor zu dem Complimente verstieg:„Die Herren wissen auf diesem Gebiete aber wahrhaftig weniger, als mancher Schuster und Schneider." So rich- tig nun diese Bemerkung an sich war, so ungerechtfertigt war sie aber auch wieder, wenn man der Sache aus den Grund geht. Denn der JadiffereutiSm»«, der sich grade in diesen Kreisen dem Sozialismus gegenüber kundgiebt, ist im großen Ganzen nicht da« Resultat eignen Willens, sondern vielmehr da« traurige Produkt der durch die heutigen Verhältnisse bedingten Furcht, sich mit dieser Sache überhaupt bekannt zu machen. Da« Schleich- und Spio- nageshstem, da« heuer in großer Blüthe steht, gebietet Vorsicht, und wohl schwerlich wird ein Studirender aus eine sozialistische Zei- tuug abonniren können, ohne Gefahr zu lausen, denunzirt uud der Staatscarriä.e enthoben zu werden. So ist eS denn dem Sozialismus äußerst schwer in dieser Gesellschaftsklasse Wurzel zu schlagen, uud e« klingt beinahe wie Hohn, wenn man Angesicht« solcher Umstände eine Frage wie die obige auswirft. Denn um die sozialtstsschen Lehren kennen zu lernen, muß man selbstoerständ- lichcr Weise die Werke der wahren uad nicht der falschen So» zialisten studiren, man muß ihre Zeitungen und ihre Broschüre» lesen, und dazu wird den Leuten jede Gelegenheit abgeschnitten. Zeigt sich uns die« doch am deutlichsten in unserer unmittelbarste» Nähe. Da existirt z. B. in dem hiesigen Lesekabinet, daS nur vou Beamten, Osfizieren und Stubenten besucht wird, nicht eine ein- zig- Zeitung sszialistiscker Richtung, und sämmtliche AntrLze fei- tin« Studnendkr betr>ffs Auslegung de» � Volksstaat- wurden stets einstimmig von dem Vorstände des Vereins abgelehnt. An nationalliberalen Reptilien- Zeitungen und an protestantischen Muckerblättern fehlt eS freilich nicht— solches gutler wird überreich geboten. Ob hierbei„höhere- Winke befolgt werden, wissen wir nicht zu beurtheilen, glauben aber im Recht zu sein, wenn wir dies vermuthsn, da wir den hiesigen kleinstädtischen Philister- köpfen einen solchen„diplomatischen" Scharfsinn gar nicht zu- trauen können. Zürich. Sonntag, den 24. Januar hatte in Wald(Cantou Zllrick) eine Volksversammlung statt, in welcker Parteigenosse Mors von hier einen Vortrag über den Entwurf eines eivge- nöfsischen Fabrikgesetzes hielt. Ueber diese Versammlung nun sind die Gegner ganz entzückt und ihre Blätter sind voll des LobeS über deren Verlaus, ob mit Recht, daS ist eine andere Frage. Da man erfahren hatte, daß die Herren Fabrikanten alles zu einem Skandal Nörhige arrangrrt hatten und selbst eine Prügelei zu pro- voziren geneigt waren, wurde Mors von etlichen Gewerkschafts- und GrütlivereinS-Delegirten begleitet.„Die für den Anfang festgesetzte Zeit", sagt die„Tagewacht",„war bereits bedeutend überschritten, als wir in den Kopf an Kopf gefüllten Saal im „Schweizerhof" eintraten. Fabrikanten, Direktoren rc. waren in großer Menge anwesend und bildeten einen nicht unbedeutenden Bruchtheil unter den etwa KVV Anwesenden. Mors begann seinen Bortrag, indem er von vornherein bemerkte, daß cS ihm in seiner Stellung als Mitglied der eidgenössischen Fabiikgesetz Commission erwünscht sei, die Stimmung in Wald kmnen zu lernen. An der Hand des Entwurfes bespricht nun Mors die Anforderungen, welche die Arbeiter an ein eidgenössisches Fabrikgesetz zu stellen haben. ES dauerte aber nicht lange, da begannen dre Fabrikanten Lärm zu machen und ihren Arbeitern Lärmsignale zu geben, die von uns sehr gut beobachtet werden konnten. Wir wiederholen: die Fabrikanten begannen den Tumult und gaben auch ihren Arbeitern daS Signal dazu. Niemand wird dies bestreiten können nnd von unserer Seite sind glücklicherweise genug Augenzeugen. Offenbar war eS schon j-tzt darauf abgesehen, die Weiterführung deS Vortrages dtfinitiv unmöglich zu machen. Es mußte natür- lich den Fabrikanten AlleS daran liegen, daß ihre A, bester gar nichts von dem„verdammten" Normalarbeitstag zu hören bekämen. Der Streich wäre ihnen auch wirklich gelungen, wenn nicht der wohlbekannte Herr Nationalrath Keller von Fischenthal die erhitzten Gemllther der Fabrikanten an die Schande erinnert hätte, die eS für eine Versammlung sei, nicht einmal einen durchaus ruhig und sachlich gehaltenen Vortrag anhören zu wollen. DaS wirkte denn auch, umsomehr, als Herr Keller erklärte, er könne mit dem bis jetzt von Morf Vorgebrachten ganz übereinstimmen und differire vielleicht im Normalarbeitstag nur um eine Stunde mit ihm. Nachdem nun die Ruhe wiederhergestellt war, hielt Morf mit großer Ruhe und Klarheit seinen Bortrag weiter und ließ sich durch die vielen Zwischenrufe k. nicht im Mindesten stören. Und in der That wirkte dieser zweistündige Vortrag, in dem eine Masse Material vorgeführt wurde, so überzeugend, daß zur größten Ber- blüffung der Fabrikanten ein großer Theil der Arbeiter am Schlüsse in BeisallSbezeugungen ausbrach. Es wurde nun zur weiteren Leitung der DiScusston Herr Commandant Reimann(GemeindS- Präsident von Wald) gewählt, und wir müssen bezeugen, daß er sich nach Kräften bemühte, die Ordnung aufrecht zu erhalten, frei- lich war er der Gemeinheit der Fabrikanten schließlich nicht ge- wachsen. Auch ein Aktuar sollte gewählt werden und wurde hierzu Herr Utzinger, Redakteur des„demokratischen"„Bolksblatt vom Bachtel" vorgeschlagen, waS aber dieser Herr in ziemlich ab- schätziger Weise ablehnte,„da ja diese Versammlung dock weiter keine Bedeutung habe". Natürlich hätte er als Protokollführer nicht einen solch' miserablen VersammlungSbericht machen können, wie er eS als Zeitungsschreiber und gehorsamer Diener der Fa- brikanten in seinem Blatte getban. Zur Debatte hatte als Erster Fabrikant Spörri, Alt Ge- meinvspräsident, das Wort bezehrt, erklärte jedoch, zu warten, bis einige Arbüier sich ausgesprochen. Mit dieser Komödie(denn Herr Spörri hätte ja auch mit dem Wortbegehren warten können) sollte ein„Arbeitervotum" eingeleitet werden, und eS trat nun auch nach wohlgetrcffenem Arrangement Fabrikarbeiter Rahmi, beschäftigt bei Herrn Spörri in Laupen, auf. Er empfahl lebhaft eine zwölf stüudige Arbeitszeit— freilich wird in der Fabrik de« Herrn Spörri noch 13Ve Stunden gearbeitet. Jndcß tritt da«„Ar- beitervotum" Rahmr'« erst in« volle Licht, wenn man zufällig erfährt, daß Herr Spörri ihm für feine„Bemübungen" an der Arbeilerverfimmlung Fr. 1. 60 Rp.(I Mark 20 Pf) bezahlt habe--- allerdings für solche„SountagSarbeit" verflucht wenig. Bestünde bereit« in Wald der lOstündige NormalardeitS- tag, so hätte Herr Spörri dem Rahmi für fernen„Dienst" un- bedingt mehr zahlen müssen. Der„demokratische" Revner, Herr Knecht zum„Freihof" stützte sich auf die traurige Walder Petition von 1869 für 12 Stunden und die Erlaubniß, auch noch eine dreizehnte Stunde arbeiten zu dürfen. Dieser Herr Knecht erkühnte sich sogar zu sagen, diese damalige Petition sei,„ohne die geringste Beeinflussung der Herren" von S83 Arbeitern unter zeichnet worden. Wer lacht da? Außerdem lobte Herr Knecht die Fabrikanten, daß sie ein paar tausend Franken zur Geschäft«- krankenkasse hergegeben. Nun, unsere Krankenkassen leisten, ohne Tausende von den Herren geschenkt zu erhallen, mehr und lassen dem Albeiter wenigsten« die Freiheit, Arbeit zu nehmen, wo er will, ohne sein eingezahlte« Geld zu verlieren. Auch die Lohn frage lüß Herr Knecht wieder aufmarschiren, um die Arbeiter beim Hungertuche an den zwölf und mehr Stunden festzuhalten; aber die Entrüstung der Arbeiter unterbricht diesen Schönredner denn doch, als er die Stirne hat, zu behaupten, daß ein großer Theil der Walder Fabrikarbeiter alle 14 Tage— Fr. 35(28 Mail; 4 Thlr. 20 Ngr. wöchentlich) bis 40(32 Mark; 5 Thlr. 10 Ngr. wöchentlich) Lohn nach Hause trage.— Von allen Seiten ertönt eS:„Nein! da« ist nicht wahr!"— Also nicht einmal diesen Lohn haben die dortigen Arbeiter. Da erkläit sich allerding« ihre Ber- zagtheit und ihr Gehorsam. Wir übergehen einige unbedeutende Boten, namentlich da« eine« Herrn August Egli, der den Züricker Grütlianern noch im An- gedenken sein wird, und daS sich in bekannter Verworrenheit be- wegte. Auch da« Votum de« Herrn Fabrikant Spörri ist zu den unbedeutenden zu rechnen. Herr Spörri bemühte sich, die Züricker, Winterthurer und Usterer GewerkschastS- und GrütlivereinS-De- legirteu a'S„Internationale Apostel" und diese Vertreter einiger tausend Arbeiter, die sämmtlich Schweizerbürger sind, al«„herge- laufene Apostel" hinzustellen. Lassen wir diesem Geldprotzen seinen Hochmuth. Schließlich wollte Herr Spörri noch mit einer un« bis dato unbekannten Autorität(I. Meier von Uetikon) imponiren, vergaß aber leider, daß der AutorilätS-Glaube bereit« stark in Ab- nähme gekommen ist. Von unserer Seite kamen noch Büchi und Fiusterwald zum Wort, konnten aber nur mit Unterbrechungen sprechen. Wohl waren noch mehrere Redner von unserer Seite angemeldet, aber die Fabrikanten hatten„genug" und begannen wieder zu spektakeln und ihre„demokratischen" Agenten, Knecht zum„Freihof" und Redakteur Utzinger, waren auch bereitwilligst zur Hand. Letzterer sprang auch mannhaft für die„persönliche Freiheit" in die Schranken, beantragte Schluß und forderte ebenso wie Knecht die Entfernung der„Züricher Herren", d. h. Mors'« und der Delegirten. Der Präsident, Herr Reimann, war über den Tumult derart empört, daß er mit lauter Stimme erklärte, eS schäme ihn an, so einer Versammlung zu prästdiren, da« sei eine Schande für die ganze Gemeinde Wald und er(Herr Rei- mann) lege daS Präsidium nieder. Unter solchen Umständen hatten wir nickt« weiter zu thun und verließen ruhig den Saal und die bereit« in voller Auflösung sich befindende„Versammlung". Als wir hinan« waren— berichtet un« ein Zurückgebliebener— ge lang es Herrn Nationalrath Keller noch einmal, sich verständlich zu machen, er sagte, wenn man die Züricher Delegirten nun auf so unverantwortliche Weise zur Entfernung veranlaßt habe und man nun doch noch eine Abstimmung vornehmen lassen wolle, dann sollten aber auch die Fabrikanten den Saal räumen und die Ar- beiter allein abstimmen lassen. Auf diese« hin strömte ein großer Theil der Anwesenden— Fabrikanten und Arbeiter— zum Saale hinau« und Alle» war in vollständiger Auflösung. Wenn nachher wirklich noch eine Abstimmung stattgefunden hat und die famose Uyinger'sche ZufriedenheitS-Anti Normalarbeitstags- und„per- sönlichc FreihellS-.Ertlärung angenommen wurde, so kann da« nur ein lächerliche« Manöver, eine Spiegelfechterei der Fabrikanten und ihrer Agenten gewesen sein, um die Auflösung der Versamm- lunz im Tumult zu vertuschen und ihre eigene Schande zu ver- decken." ßilenburg, 28. Febr.(Versammlungsbericht und Aufforde rung). Am 12. Januar fand hier eine Volksversammlung statt, in welcher Herr Otto Kapell aus Berlin einen sehr gediegenen Vortrag über die Vereinigung der beiden sozialdemokratischen Frak tionen hielt.— Am 10. Februar referirte Herr Ufert au« Weimar über die Tagesordnung: 1)„Wie ist eS gekommen, daß die Löhne so gedrückt sind? 2) Wie sind dieselben zu heben? 3) Wie sind sie den Zeitverhältnissen gemäß zu erhalten?" Der Referent sprach sehr eingehend und unter großen Beifall der Anwesenden. Hieraus sprach Herr Mcrgner über die Kinderarbeit in hiesigen Fabriken; der Redner halte aber nur einige Worte gesprochen, d« entzog der überwachende Polizei-Sergeant dem Redner da« Wort und erklärte die Versammlung für geschlossen. Parteigenossen! In der letzten Zeit waren die Parteiversamm lungen schwach besucht. E« liegt die« eineStheil« an der schlechten Zeit, andcrntheilS aber auch an der Lauheit, mit welcher von vielen Arbeitern die Sache aufgefaßt wird. Begeisterung muß die Kämpfer für eine große Idee durchdringen, denn ohne Begeiste rung ist noch niemals eine hohe und heilige Idee zum Srcge ge langt. Lasset ab von allen kleinlichen Nebendingen, und widmet Eure Aufmerksamkeit voll und ganz der Sache. Dazu gehört, daß die Paiteivcrsammlungen regelmäßig besucht und die Arbeiter Zeitungen fleißig gel-sen werden. Parteigenossen! Sonnabend, den 6. März findet eine allgemeine Soziatrsten- Versammlung statt. Zeigt durch massenhaftes Erscheinen, daß Ihr gesonnen seid, mit neuem Muth für die auf friedlichem und gesetzlichem Wege anzustrebende Befreiung der Arbeit einzutreten. Mit Brudergruß W. R. Sperling. L. Mergner. Are«««, 26. Februar. Am 24. d. M. tagte hier eine Volk«- Versammlung, in welcher der Reichstagsabgeordnete A. Geib au« Hamburg über die knlturbistorische Nothweudigkeit deS SozialiS- muS und feine Gegner reseriren wollte. Durch unvorhergesehene Geschäfte war derselbe aber daran verhindert. An seine Stelle hatten die Herren Slauck aus Berlin und Auer ans Hamburg daS Referat übernommen. Beide Herren entledigten sich ihrer Auf- gäbe zur vollen Zufriedenheit aller Anwesenden. Auch Herr Frick sprach noch einige Worte zur Tagesordnung. Einer Aufforderung de« Vorsitzenden, die Gegner, welche mit den Ausführungen ge- nannter Herren nicht einverstanden feien, möchten sich zum Worte melden, wurde nicht Folge geleistet. J» gehobener Snmmunz schloß die Versammlung unter dem G-sange der Arbeitermarseillaise. Das Bureau bestand au« Herrn Hasenclever als 1., Herrn W. Frick als 2. Vorsitzenden und Unterzeichnetem als Schristsührer. C. Lochte. Briefkasten der Redaktion: Fz. in Z.: Wird veröffentlicht. Gruß. der Expedition- R. St. hier: Welche Schmähschriften meinen Sie? Quittung der Expedition: B. A. Brnr Zwickau Schr. 83,60. Mrtn« Ham« bürg Ann. 2,00. L. Cpll Iserlohn Schr. 1,84. Grntw MiloSiaw Schr. 0 20. W. Zpk Breslau Ab. 45,00 Hchst Pößneck Schr. 5,40. Mllr hier Ab. 42,00. Hnrchs Eoln Schr. 20,00. Bhlmn Aarben Sckr.?,L0. F. Pstr Neutitschein Ab. 1,83. Kldtz Mühlhausen Schr. 9,13. A Wgnr Stade Schr. 11,80. Pfrtschnr Hohenstein Schr. 13,75. Slbrhrn Eß- lingen Ab. 15,15, Schr. 10,30. Wablverein Hamburg Ann. 0,80. Dr. Rß Selsingen Schr. 2,00 Wtzl hier Ab. 0,- 6. Mach Zittau Schr. 30,00. Lrnz hier Schr. 4,25. Schür Lindenau Ab. 6,00. Frdmr Dre»« den Ab 1,20. Wbr hier Ab. 1,65. Hpfr hier Ab. 0,55. Grgrt Ber- lin Ann. 0.50. Vgl Berlin Schr. 0,80. Thlmn Erfurt Schr. 0,20. Wmr Magdeburg Schr. 6,00. Fond für Gemaßregelte. Bon Dr. T. hier 1,50. Für die Hinterbliedeuc» yarck'S. Bon Gefinnungsgenoffe» tu Gelenau 3.00 GeuoffeuschaftSbuchdruckerei. Antbeilscheine bez. Antheilquittungen erhielten ferner: In Leipzig A. L. 30,00. F. Z. 30,00. Anzeigen rc* Die rechts in s j angegebene Ziffer bedeutst den Preis der betreffenden Annonce in Reichspfennigea. Äugsburg Sozial-demokrattscher Verein. Samstag, d. 6. März: Versammlung bei Bier- brauer Linder früher Blosseld. Es ist Pflicht aller Mitglieder zu erscheinen. I. A. Sporer.(40) Wahlverein der sozialdemokratischen«rbeiierpartei. Vl-l-lßU Sonntag, den 7. Märi, Vormittag» 10 Uhr, im Saale de» Haudwerkervereia», Sophienstr 15: Graße öffentliche Versammlung. T.-O.: Privilegirte Verbrechen und staatSgesährliche Theorien. Ref. Auer au» Hamburg. Zutritt frei. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. fOOj flfl n t- 1 1 tt Sonntag, den 7. März, Bormittag» 9'/, Uhr- Versa iimlung der vöitchergesellen Serlin't im Heise'scheu Lokale, LandSdergerstr. 15.— T.-O.: Die noch nicht be- endete Arbeitseinstellung der Hamburger Tollegen. Verschiedene». F. Gragert. s50j Stade. Schon seit langer Zeit ist von hier kein Lebenszeichen gegeben worden und könnte e« fast den Anschein gewinnen, al« zählten die Stader Sozialdemokraten schon zu den Tobten. Na- türlich halten wir un« im Parteileben auch nur eben über Wasser, denn die Arbeiter sind zu lässig, und herrscht außerdem hier auch noch ein gewisser Dünkel unter denselben. Diesen Dünkel aber gänzlich zu entfernen wird eS noch geraumer Zeit bedürfen, denn die Arbeiter finv zu schwer zu der Ueberzeugung zu bringen, daß sie von ihren Ausbeutern nur als Werkzeuge benutzt werden, die. wenn alt und abgenutzt, auf die Seite geworfen werden, um durch neue uud kräftigere ersetzt zu werden. In den Gewerkjchaften geht e« etwa« besser, obgleich viele den wahren Nutzen derselben auch noch nicht erkannt haben, und nur wegen der Vorth-ile, welche dieselbea bieten, z. B. der Krankenkasse, darin sind. Doch wir wollen nicht mehr klagen, wir wollen vielmehr bestrebt sein, die noch Schlafenden aufzuwecken und ihnen klar zu machen, daß von dem heutigen Produktionssystem doch nichi« zu erwarten ist, und daß die Arbeiter nur vereint dahinwirken können, daß bessere Zu- stände herbeigeführt werden. Wie e« übrigen« die Herren Arbeit- geber mit den Arbeitern treiben, sollte auch ich gewahr werden, indem auch mir in einer Zeit, wo e« nicht ander« ging, viel ver- sprachen und später wenig gehalten wurde, denn wo e» sich um die Interessen de« GeldsackS handelt, ist ein Fabrikant wie det andere. Zu dieser Sorte von Arbeitgebern gehört auch der Schneidermeister W. L. Seitz in Stade, welcher eS in dieser Beziehung mit seinen Versprechungen auch nicht so genau nimmt, und seinen Arbeitern, wo er nur kann, den versprochenen Lohn zu kürzen sucht, und wenn man mit einem Lohnabzug nicht zufrieden ist, wird man hübsch an die frische Lust gesetzt. Die Devise diese« Herrn ist oftmals:„Ein Mann ein Wort", mit welcher derselbe auch mich beim Lohnmachen vor 2 Jahren, nach dem Schneiderstrike, zum Maschinennähen zu gewinnen suchte. Doch jetzt rückte die Zeit heran, wo da« Geschäft stockt, wa» hauptsächlich in diesem Winter der Fall ist, und da mußte die Gelegenheit benutzt werden, um die„Canaille" fühlen zu lassen, daß sie vom Meister abhängig ist, und sich hübsch Alle« gefallen lassen muß. Die« sollte auch an mir probirt werden, und als ich hier- gegen protestirte, hieß e« einfach:„wollen Sie da« nicht, so kön- nen Sic in 14 Tagen aufhören, denn wir können ja doch nicht ewig zusammen bleiben, übrigeu« sind Sic mir fauch nicht fleißig genug". Ueber den letzten Punkt können am besten meine Mitarbeiter urtheilen, die Habgier eine« Aibeitgeber« aber ist schwer zu be- friedigen. Was aber der eigentliche Grund zu meiner Entlassung gewesen ist, glaube ich darin zu finden, daß ich hrer für die Partei und die Gewerkschaften wirke und öfter Uebelstäude im G schäft und in häuslichen Angelegenheiten gerügt habe, wa« dem Merster von einem alten Mitarbeiter wohl wieder überbracht sein mag, und so dachte Herr Seitz mich auf diese Weise zu strafen. Wären alle Arbeiter organisirt, so könnten derartige Fälle nicht mehr vor- kommen; e« sind aber noch immer Arbeiter da, welche stet« bereit sind, andere zu verdrängen, wenn sie eS nur irgend aueführen können. Darum, Arbeiter, organisirt euch, auf daß diesen AuS- beuter«, welche doch nur vom Schweiße de« Arbeiter« leben wollen, bald ein bis hierher und nicht weiter entgegen gerufen werden kann. Mit sozialdemokratischem Gruß! August Wegener. Gewerlschaft der Holzarderler Sonnabend, den 6. März, Abend« S'/s Uhr: Versammlung bei Gittel, AndreaSstr. Nr. 26. Da wichtige Angelegenheiten zu berathen find, so werden die Mit- glteder ersucht, recht zablreich zu erscheinen. Sonniag, den 7. März, Nachmittag» 3 Uhr im Versammlungslokal: Vorstandssitzung.— Die Vorstandsmitglieder müssen sämmtlich am Platze sein. G. Lemke, Bevollm.(80) ünd-fitt Metallarbritergewerkschaft. OlillH Sonnabend, den 6. März, Aoend» präci» halb 9 Uhr: MouatSversammlung in EasS Macke, Auguststraße 30. T.-O.: 1) Kassen- und Revision»-Bericht. 2) Neuwahl der Ber- Wallung. 3) Slataienvorlage der Krankenkasse. Die Mitglieder weiden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu er- scheinen. NichtMitglieder haben Zutritt. I A.: Dörina. l70� Lreslstu Montag, den 8. März, Adeuv»» Uhr: Bolksversammlukss im Lokal de» Herrn G. Scholz, Wehnerstcaße und kleine Äroschen- gassen-Ecke.— T-0.: Die Religion der Sozialdemokratie. E« wird pünktlich angefangen� Just.__ Rein der».[60] fftvitSIrtlt Gewerkschaft der Holzarbeiter. Vllölllll Den Mitglieder» zur Notiz, daß von jetzt ab da» verkehrSlokal sich Kupferfchmiedestr. 11 beim Restr. I. Jarosch(zum weißen Engel) b-findet. Die Mitglieder werdn ersucht, jeden Sonnabend Abend pünktlich ,n erscheinen._ H. Nebel, Bev.[60] Arbeiterverein. .,— Sonntag, 7. März, Abend» 5 Uhr, im Wilhelmschlößchen. Montag, 8. März, Abb», halb 9 Uhr, bei Kuntzsch: Versammlung. Gäste willkommen. D. V.[40] Gohlis Stm trabend, den 6. März, Abend» halb 3 Uhr, im Lokale de« Herrn Thomsen(Orpheum), Neust. Neu- straße 25.— T.-O.: Die Eorporativbewegung. Res. Herr L. Geib. Um zahlreiche Betheiligung ersucht__ I. Richter.[40] ftnttnilHor Metallarbeitergewerkschaft. �Illlllllllvl Sonnabend, den 6. März, Versammlung im Lokal» de« Herrn Bartling, Knochenhauerstr. 59.— T.-O.: 1) Sozialer Wochenbericht. 2) Normalarbeitstag— Neue Mitglieder werden aufgenommen. big. Vom 1. April ab beträgt der wöchentliche Beitrag 14 Pf., wofür jede» Mitglied die Union erhält.__ Der Bevollm.[60) fr? t it Gewerkschaft der Metallarbeiter. Montag, den 3. März: Versammlung bei Fröhlich, Nicolaistr Nr. 38.— T.-O.: 1) Besprechung über Errichtung eine» Gewerkichaft sür Schönefeld und Umgegend. 2) Borlesung. G-weikschast der Holzarbeiter. Sonnabend, den 6. März: Versammlung, gr. Wind- müolenstr. 7.— T.-O.: Bortrag von Beher über§ 2 unserer Sta- tuten. Ausnahme neuer Mitglieder. D. B.[40] Sozialdemokratische Arbeiterpartei. VlUlUUlUlU Sonnabend, den 7. März, Abend» halb 8 Uhr: Versammlung bei Müller. Da» Erscheinen der Mitglieder ist höchst nothwendig. Der Vertraum«mann.[50] Ein erster Feuerschmied, dem zugleich die Leitung der ganzen Schmiede übertragen werden soll, wird unter günstigen Bedingungen angenommen in der Hofwagensabrik N. Trutz in Eaburg. Offerten direkt.(II. 31107)[100] Verantwortlicher Redakteur: R. Setffert. Redaktion Hohestr. 4, SipediUon Zeitzerstr. 44, in Leipzig. Druck and Verlag der Genoffeuschastsbuchdruckerei in Leipzig.