Erscheint in feipji-j Mittwoch, Freilag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle i Postanstallen u. Bnchhsnd- lungen des In-».Auslandes. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, S. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Abo»nementspreis für ganz Deutschland IM. 60 Pf. pro Quartal. Monats-Abouuementö werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Ute. iL itten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachse; u. Hrzglh. Sachs.-Altenbur, auch auf den Iten Monat bt:- Quartals a ötPf. OrgandersozialdemokrattschenArveUerMrteiMdderinternattonalenGelverksgenoffenschaften. Znftrate. di« sl> h«lwvg v,» Partei-, Verein»--md As!ulrurländern mit dichter Bevölkerung— dem Osten— zum Theil schon so weit ausgebildet, daß sie sich kaum noch von den Europäischen unterscheiden. Ausbeuter und Ausgebeutete, Bour- bsi Ijjeoisie und Proletariat stehen auch hier einander gegenüber, und ber Kampf zwischen Capitalist und Arbeiter nimmt täglich größere Dimer sionen an. Wenn man sagt, daß der große Ueberfluß an Unbebautem Boden dem amerikanischen Arbeiter im Kampfe gegen >8. die liebermacht deS Capital» einen Voitheil giebt, welchen die europäischen Arbeiter entbehren, so muß erwidert werden, daß der- � selbe durchaus nicht Uberschätzt werden darf, da zum Landbau —*»ußer kö-perlicher Tüchtigkeit und Ausdauer im Ertragen der cj jroßten Entbehrungen vor Allem Geldmittel gehören. Ein w: a>mer Farmer, welcher im Westen auf unkultivirtem Boden an- längt, genießt selten die Früchte seine« Fleiße».— Gegenwärtig herrscht in ewigen westlichen Staaten, besonder» Nebraska und er. Kansas, in Folge von Mißerndten bittere Roth. Auch hier in Chicago, dem„Wunder de« Westen»«, welches � immer al» einer der günstigsten ArbeilSplätze bezeichnet wurde, 29. fleht e» in Folge der durch die Mißwirthschaft der herrschenden � Klassen verursachten KnsiS traurig au». Selbstverständlich haben die Lohnarbeiter am meisten zu leiden. Wohl kaum die Hälfie der hiesigen Arbeiter war vergangenes Jahr zeitweise beschäftigt, — �»nd die Arbeitslöhne sind durch das kolossale Aagedot von Hän- den auf daS niedrigste Maß herabgedrückt. ES giebt hier Hand- l' Herker und Familrenväter genug, deren wöchentlicher Verdienst J— 4 Dollar nicht übersteigt, und dabei sind die Preise für die — loihwendigsten Lebensbedürfnisse, besonders Kleidungsstücke, ver- iältnißmäßig hoch. Kost und Logi»(Boarding) kosten hier 4 bi» i Dollars per Woche. Einige gutorgamsirte Gewerkvereine(Trade»- >a lnion») halten mit Mühe ihre Lohnsätze ausrecht.' Die Gewerk- e» lhafiSoerbindungen haben überhaupt einen derben Stoß erhalten, r» nd man fangt an einzusehen, daß durch StrikeS, diese ewige retmühlc, der Arbeiierklasse, nitt dauernd geholfen werden kann. Politische Uebersicht. bestehen;— und richtig, alle Tage sieht man e» deutlich, fast an quoll/',' Als er dann zum Lazareth gebracht werden jeder Straße sind eine Menge Stores(Laden) zu verrenten(ver- sollte, riß er sich beim Bahnübergange los und warf miethen)— allein, siehe, sie bleiben leer.— Der Mittelstand ist sich vor die Räder eine» eben heranbrausenden Zuge», bankerott. B. die zermalmend über ihn fortgingen.« — Zur Charakteristik unserer Gefängnisse. In der „Republik" Bremen herrscht noch die Tortur. Da» ist jetzt an den Tag gekommen. Vor Kurzem reichten zwei Bürgerschaft»- Mitglieder, die Herren H. G. Bernhard und A. Tebelmann ihre Entlassung als Mitglieder der Gefängnißdeputation ein und begründeten dies wie folgt: Es feien in der Kirche der Strafanstalt zu Oslebshausen in Folge mangelhafter Beaufsichtigung zwischen männlichen und weib- lichen Gefangenen Unsiltlichkeiten vorgekommen, in Folge dessen eine weibliche Gefangene mit Dunkelarrest bestraft, in Handschellen gelegt und an einem an diesen Handschellen, welche durch eine Eisenstange verbunden waren, befestigten Strick derart auf- gezogen worden sei, daß sie nur noch eben mit den Füße» die Erde berührt habe. Letztere Strafe solle sogar dazu an- gewandt sein, um die Gefangene zum Geständniß zu veranlassen. al» eine etwa» übertriebene Vorsorge auslegen, wenn nicht eine Auf die Eikundigungen, welche Herr Tcbelmann und Herr Bern- ganze Reihe von Thalsachen vorlägen, die bewiesen, daß diese„Zu- hard, dem ersterer die Sache ebenfalls mittheilte, einzogen, wurde kunst« sehr nahe ist. So hat der württembergische HülsSverein ihnen dieser Thatbestand bestätigt, nur sollie diese Strafe erst nach dem Geständniß der Gefangenen angewendet worden sein. Die Sache kam in der Sitzung der Deputation zur Sprache, der Inspektor der Gefängnisse, Senator Pauli, erklärte jedoch, von — Schöne Aussichten. Wie dem Nürnberg-Fürther„Sozial- Demokrat« au» Augsburg gemeldet wird, hat kürzlich der „Baierische LandeShilssverein zur Unterstützung und Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger", an dessen Spitze Graf Castell nnd Oberconsistorialrath v. Harleß stehen, einen Aufruf zur Unterstützung erlassen, worin die sehr bezeichnende Stille vor- kommt:„Sie(die Ausgaben de» Vereins) betreffen einerseits die Vorbereitung für künftige Kriegsfälle, in welcher Be- ziehung neu ausgearbeitete Reglement» das ersprießliche Wirken der freiwilligen Hilfe im Anschluß an die staatliche Hülfe sichern sollen, und andererseits die Unterstützung der Invaliden der letzten Kriegs- jähre k.« DaS Berufen auf„künftige Kriegsfälle« könnte man allenfalls bereits vor einigen Wochen einen fast gleichlautenden Hülferuf er- lassen. Nur wurde darin nicht im Plural von„Kriegsfällen", sondern bestimmter von einem künstigen Kriegsfall gesprochen. Nun halte man diese beiden Thalsachen zusammen mit dem vor 14 Tagen erfolgten allgemeinen Pferdeausfuhrverbot, da« die beiheilig- ten Kreise aus« furchtbarste schädigt; mit der Thatsache, daß HalS derselben nicht« zu wissen, verlangte vielmehr den Namen DeS- jenigen zu erfahren, der Herrn Bernhard die Mittheilung gemacht, um denselben wegen Verläumdung von Beamten in An- über Kops die neuen Mausergewehre fertig gestellt wurden und klagezustand zu versetzen. Herr Bernhard verweigerte natürlich die Ir dagegen beginnen sich in politischer Hinsicht die Arbeiter zu rühren. Die hiesigen Sektionen der Jnternaiionalen Aibeiter-Association j, feto eifrig bemüht, Ausklärung zu verbreiten und ihre Reihen zu »- m, derstäiken. Desgleichen hat die hiesige lokale Arbeiterpartei(Organ ü»»Voibote«)— wenn e« auch zu bedauern ist, daß sich dieselbe :chei sozialistischen Fraktionen Deutschlands, haben wir l>e mit Freuden begrüßt, und hoffen daß auf dem gemeinsamen vngreß, Seitens der Eisenacher sowie der Lassalleaner nur der Weisinn da» Wort haben wird. Aach hier scheint e«, daß bald l>>e Einigung unter den sozialistischen-E.emenleu erzielt werden a ird, was sehr zu wünschen ist.— Die beabsichtigte WeltauS- _ ellung wird schön ins Wasser fallen, die Reichen wollen nichlS " irgeben, und die Arbeiter haben nichts zu geben. Die Arbeits- »sigkeit hat seit Neujahr noch sehr zugenommen, und die Lage , Arbeiter wird zu einer geradezu verzweifelten.— Recht charak- K listisch benimmt sich die(bürgerliche) Presse; vor einem Jahre Cileb sie:„Das Jahr 1874 wird gut für den Arbeiter; dann, Ii die Geschälte noch schlechter gingen, vertröstete sie die Arbeiter da« Sxäljahr, und von diesem wieder aus daS Frühjahr 1375 > und so tieibt sie e» weiter—(wie lange noch?) Die klein- ärgerlichen GeschäsiSleute sind jetzt die ärgsten Revolutionäre, sie "gen: so kann es mcht weiter gehen— wir können ja nicht mehr bereit» Ende Februar in den Händen der ganzen Armee waren; daß die Schietzübungen mit denselben schon seit einigen Wochen — d. h. zu einer ganz ungewöhnlichen Jahreszeit— in vollem Gange sind; daß das Reich mehrere Millionen Messinghülsen zu Patronen in Oestreich fertigen läßt, weil seine eigenen Fabriken nicht rasch genug liefern können; daß endlich die ganze AuS- rüstung für den Landsturm bereits fix und fertig daliegt — und man wird finden, daß ein Gewitter in der Lnft ist. Im Frühjahr de» Jahres 1870 meldete der„Volksstaat" aus Spandau, daß iu allen Militärwerkstätten„Tag und Nacht gearbeitet werde, als sollte e» morgen los gehen". Und e« ging lo». So früh- zeitig wußte man bereit» in Berlin, daß Napoleon Deutschland „überfallen« werde. Da« deutsche Volk, und speziell die' deutschen Arbeiter, können sich gratuliren. Noch staken wir iu einer Krise, wie sie seit Jahrzehnten die Welt nicht erlebt, noch fliegen wötentlich Tausende von Arbeitern auf» Neue als„überzählig" aufs Pflaster und werden anderen Tausenden die Löhne gekürzt, noch weiß kein Mensch, wie und wann eine Besserung dieser Verhältnisse eintreten wird, und schon denken„geniale" Staatsmänner wieder an Krieg— Freue dich Volk!— — Herr Eugen Richter. In der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 15. März bemerkt dieser gesinnungStüMtige ZutunflSminister zum neuen Klassensteuergesetz,„daß die Klassen- steuer in den östlichen Provinzen zu niedrig veranlagt sei.«„ W äh- rend wissenschaftlich von Professor von der Goltz nachgewiesen wurde, sagt Herr Richter, daß in der Provinz Preußen kein Ar- beiter unter 250 Thlr. leben kann, ist dort eine große Zahl von Tagelöhnern steuerfrei geblieben.« Hat Herr Professor von der Goltz auch„wissenschaftlich" nachgewiesen, daß jeder Tagelöhner in Preußen 250 Thlr. Einkommen hat? Wer sagt denn dem H-rrn Richter überhaupt, daß die Tagelöhner in Preußen lebe»? Viel- leicht vegetiren dieselben nur und schwanken zwischen L.ben und Sterben! Daß Herr Richter denselben für ihr Hungern noch eine Hungersteuer auflegen will, ist sehr menschenfreundlich und dieses schaamlosen Lachers über de« Volks Elend wohl würdig. WaS beiläufig die Ziffern deS Herrn von der Goltz betrifft, so stehen dieselben, auch wo eS sich um das Einkommen der Landai beiter handelt, auf sehr wackligen Füßen, wie wir in nächster Nummer ausführen werden. — Eine unangenehme Ueberrafchung bereitete Fürst („Herzog" in«pe) Bismarck den nationalliberalen Abgeordneten in der Dienstagssitzung deS preußischen Landtags, indem er, ob- gleich stotternd, doch mit erschreckender Deutlichk it daS Prinzip Namennennung und als Senator Pauli in der nächsten Depnta- tionssttzung dann mittheilte,„daß an der ganzen Sache nicht» Wahres sei«, indeß hinzufügte, e« seien allerdings grobe Unsttt- lichkeiten in der Kirche vorgekommen und fei eine Gefangene, Recker, in Folge dieser unsittlichen Handlungen nach verbüßtem dreitägigen Dunkel- Arrest mit der in der Hausordnung vorgesehenen gesetzlichen Strafe de»„Anbinden« an die Wand« belegt worden, wurde Herr Bernhard ob dieser Weigerung schr scharf angegriffen, der in Folge dessen eine genaue Untersuchung ans da» Energischste forderte. Diese Untersuchung wurde abgelehnt, ob- gleich Senator Pauli mittheilte, daß nach Aussage de» Inspektor» Bohlken die Gefangene Recker derart aufgezogen sei, daß sie mit einer Ferse die Erde nicht mehr habe berühren können. Die Thatsache deS Aufhängen« war also bewiesen, und beide Herren, Tebelmann und Bernhard, welche noch immer um Nennung ihre» Gewährsmanns bediängt wurden, stellten einen zweiten Antrag auf gerichtliche Untersuchung. Auch dieser wurde abgelehnt, dagegen erhielten Beide hiernach noch denselben Tag eine Borladung vor die Staatsanwaltschaft und wurden daselbst aufgefordert, ihren Gewährsmann in einer Untersuchungssache wegen„Verläumdung von Beamten" namhaft zu machen. Da der Staatsanwalt beiden Herren mittheilte, daß sie nach KZ 202 und 203 der Strasprozrßord- nung ihr Zeugniß nicht verweigern dürsten oder sonst in Haft genommen werden könnten, veranlaßten dieselben diesen, sich selbst der Staatsanwaltschaft anzuzeigen. Herr Bauinspektor Rippe, der Erbauer der Strafanstalt, der da« Gerücht von einem Beamten der Strafanstalt hatte, dem eS wieder von dem Beamten mitge- theilt sein soll, welcher die Strafe de» Aushängen» selbst vollzog, stellte sich in Folge dessen dem Staatsanwalt. Der Schluß der ganzen Angelegenheit aber, von der man glauben mächte, sie spielte fern im Süd, im schönen Spanien unter Tor qaemava'S Regiment, nicht aber in der freien Hansestadt Bremen im Jahihanvecte der Aufklärung, so mau ein neunzehntes nennt, ist ein Bericht de» BürgeramtS an die Bürgerschaft, in welchem bestätigt wirv, daß die betreffenden Gefangenen jeder mit 3 Tagen Dunkelarrest, 3mal in zwei Tagen Schmälerung der Kost und Anbinden resp. Aufziehen an Handeisen bestraft worden sind, und zwar die weib- liche Gefangene mit der letztgenannten Strafe so, da sie während deren Dauer von etwa einer halben Stunde mit beiden Fersen den Boden nicht mehr hat berüh>ea können, und wird am Schlaffe dieses Berichts zur Verhütung derartiger Vorkommnisse um Aende- rung der Verordnungen über die Vollstreckung derartiger Strafe« gebeten. Die saubere Angelegenheit kam in der letzten Mittwochssitzung der Bürgei schaft(stavtveitcetung) zur Sprache. Die vorstezenvea Angaben wurden jammtlich bestätigt. Mit großer Majorität be- des Königthums von GotteSgnaden für da» seinige erklärte, und schloß die Bürgerswaft einen Dank an Tebelmann und Bernhard zugestand, daß er sich auch von der neuesten Maßregel gegen di/und nahm(mit 49 gegen 47 Stimmen) ihr EatlassungSgesuch Ultramontanen(Entziehung der StaatShülfe für die katholische Kirche) keinen Erfolg verspreche. Die grausamen Fußtritte, mit denen der alte KreuzzeitungSjunker, unter Wezwerfung der Frei- heitSmaSke, da» Culturkampf-KartenhauS zertrümmerte, verhinderten natürlich nicht da« pflichtschuldige Hurrah-G-schrei. — Mottle'» Schule. Als Beitrag zu den Resultaten des� Moltke'schen„eigentlich wahren BildungSinstituiS" des kaiserlich nicht an. Beschlossen wurde ferner, Anordnungen zu treffen, daß solche Skandale im Grfäugniß nicht mehr vorkommen können. Mit welchem Erfolg? — Zur Frauen- und Kinderarbeit. Man schreibt uns auS Regensburg:) '„Es ipstut hier ein sehr humaner Mann NamenS Abicht, Damenmäntelfabrikant; derselbe beschästigt ungefähr 25 bis 30 preußisch-deutschen„Volks in Waffen« registriren wir Folgendes Frauenzimmer von 14 bis 30 und 40 Jahren, und beträgt deren au» der„Dortmunder Zeitung«: „Dortmund, 14. März. Wie e» mitunter beim Militär zugeht, darüber eizählt man un« wieder eine Schaudergeschichte au« Köln, deren Held ein Dortmunder Kind sein soll. Der Betreffende hatte sick;, wie es heißt, ein kleine« Vergehen zu Schul- den kommen lassen und mußte zur Strafe dafür mit einem mit Sand angefüllten Tornister ohne Ruhepausen so lange marschiren, bis ihm da» Blut aus Nase und Mund Normalarbeitszeit bloS dreizehn Stunden per Tag: von Mor- gen» 6 bis Abends 8 Uhr; der Verdienst dem entsprechend, ist 12, 15, 18, 24, 30, 36, 48 Kreuzer. Drei haben sogar einen Gut- den per Tag, freilich, wenn sie 10 Minuten zu spät kommen, wird '/« Stunee abgezogen, sie sind beiläufig schon 20 bis 25 Jahre im Geschäft. Der Sohn deö Herrn Adlcht will die Leute nicht so despotisch behandeln und legt ihnen deswegen nur 12V- Stunden Arbeitszeit per Tag auf. Wir haben hier ferner eine Tabak- und eine Bleististfabrik, in welcher Frauen und Kinder von Morgen« 6 bi« Abends S Uhr arbeiten mllsfeo, dabei haben sie einen Verdienst, der sie kaum vor de« Hunger schützt(l8 bi» S0 Kr.). Selbst Arbeiter hat mau hier noch in diesen Fabriken, wo die Mehrzahl 4S bis 50 Kr. verdienen, obschon sie eine Reihe von Jrhren darin beschäftigt sind. Da kann man sich denken, wie hungerleiderisch diese Leute mit Frau und Kindern leben müssen, und doch sind sie damit zufrieden, weil sie diese» Loo» für eine Strafe Gottc« halten. An eine Or- fianisatiou ist nicht zu denken, da hier Alle« noch den Pfaffen nach- äuft. — Die gerichtliche Entlarvung e i n e«' russischen Spion». Man weiß, daß seiner Zeit»ach der Gefangennahme de» russtschen Flüchtling» Netschajesf in Zürich eine Jary, be- stehend au» Delegirten der Internationalen Sektion Zürich, sowie de» polnischen, de» russischen und de» serbischen Verein», die Sache untersuchte und den Polen Adolf StempkowSki al» Verräther Netschajesf'« erklärte. StempkowSki, au» Zürich ausgewiesen, ging nach Bern und spielte dort den Unschuldigen. Einige Zeit darauf erfuhr man au» den Zeitungen von einem«Attentat-, da» ein junger Pole SkrzynSki, ein Zuckerbäcker, auf StempkowSki verübt haben sollte, indem er 4 Schüsse aus einem Revolver gegen den Spion und seine Frau abgeschossen habe, ohne jedoch den «Braven« zu treffen. Lange Zeit hörte man nicht» mehr von diesem„Attentat«, bi» vor Kurzem aus Anzeige StempkowSki'» SkrzynSki in seiner Vater- stadt Lemberg festgenommen und vor Gericht gestellt wurde. Ueber den Prozeß, der durch ein Geschwornengericht entschieden wurde, bringt eine Lcmberger Correspondenz der in Zürich er- scheinenden polnischen Halbmonatsschrift„.�Vioi« einige höchst interessante Einzelnheiten. Der Spion StempkowSki war seines Lebens in der polnischen Stadt Lemberg so wenig sicher, daß er sich von der Polizei eine Eskorte erbat und während- seines ganzen Aufenthaltes in Lemberg nur unter polizeilicher Begleitung ausging. Bor Gericht brachte der Vertheidiger de» Angeklagten den StempkowSki dahin, daß er gestand, er habe Netschajesf ver- rathev. Freilich log er zuerst hinzu, die schweizerische Polizei habe ihn dazu gezwungen und hätte ihn im Falle der Weigerung ausgewiesen. Diese Lüge wurde sofort durch ein Zeuzniß der Züricher Polizei-Direktion widerlegt. k.Der Eindruck dieses Geständnisses Seitens de» StempkowSki war unter dem im Gerichtssaale versammelten Publikum so groß, daß AlleS auSrief: Wenn SkrzynSki bestraft wird, daß er Diesen nicht getroffen hat, dann ist eS recht! Gegenüber der Behauptung StempkowSki'S, SkrzynSki fei von einem sozialistischen Bereine in Zürich nach Bern geschickt worden, um ihn zu tödten, erklärte dieser, daß er nie in Bern gewesen. DaS Schwurgericht erklärte SkrzynSki al« uichtschuldig. Der Spruch wurde vom Publikum mit lautem„Bravo« begrüßt. So ist StempkowSki, der Berräther Netschajeff's, das zweite Mal gerichtet worden vor öffentlichem Schwurgericht in Lemberg. („Tagewacht«.) bisher noch mangelhaft war. Zugleich beantrage» die Braun» schweizer Mitglieder, daß die Generalversammlung nach Braun» schweig verlegt werden möge. Indem un» nun von keiner Seite Nachricht über diesen Punkt zugegangen ist, so ersuchen wir sämmtliche Vertrauensleute, sofort Mitgliederversammlungen einzuberufen, den Antrag der Braun» schweizer Mitglieder zu diskutiren und un» von dem Resultat sofort zu benachrichtigen. Mitglieder, welche für Abhaltuna einer Generalversammlung zu Pfingsten find, ersuchen wir zugleich Grüade dafür anzugeben. Berichte über diesen Punkt müssen spätesten» bi» zum I.April in unseren Häaden sein; spätere Berichte können nicht berücksichtigt werden. Zugleich werden Diejenigen, welche für daS letzte Quartal noch nickt abgerechnet haben, ersucht ihren Pflichten gegen die Haupt- lasse nachzukommen, damit die Abrechnung veröffentlicht werden kann. Die, welche bi» Ostern nicht abgerechnet haben, werden al» säumige Mitglieder veröffentlicht. Für die VorortSvcrwaltung: C. Poser, Peterstraße 557. C. C. J Druckiehlerterichtigu»«. 3» letzten„BolkSstaat-Sr.Ihler«, i« Gedicht„Oster» 15Z»«»I als„Herr Jörg« irrtbümlich Georg von FrundSberg bezeichnet; e» Mi in der Skote heißen: Trnchseß Georg von Waldburg. — Ein seltener Fall. Wir meldeten kürzlich, daß der ver antwortliche Redakteur de«„BolkSstaat«, Seiffert» wegen Belci dignng Bismarck» in erster Instanz zu drei Man aten Gesäagniß verurlheilt worden war. Auf erhobenen Einspruch wurde am 17. d. Mt«. in öffentlicher Verhandlung da» erstinstanzliche Urtheil in drei Wochen Gefängniß umgewandelt, welch günstiges Resultat wesentlich der wirksamen Vertheidigung de« Rechtsanwalts Frey tag zu danken ist. Gewerkskenossenschaftllches. Gewerkschaft der Schuhmacher. Lindenau-�lagwitz. Montag, den 1. März, hielten wir unsre gewöhnliche Gewerkschaftsversammlung ab, wozu sämmtliche Meister und Gehülfen eingeladen waren. Tagesordnung war: „Die Gewerkschaften und unsre Gegner.« Als Referent trat Schäfer aus Leipzig auf. Redner führte au«, daß die Arbeit- geber und Arbeiter gleiche Interessen und Bedürfnisse(???*) haben. Hierauf erläuterte Referent unser Statut und meinte, daß es sehr nothwcndiz wäre, daß die Vorstände der beiderseitigen Vereinigung sich in korrespondirende Verbindung setzen und zwar über die Mitglieder, die sich unehrliche Handlungen haben zu Schulden kommen lassen. Redner erläuterte noch die Organisation der verschiedenen Gewerkschaften und hob vorzüglich die Buchdrucker hervor. Ferner erläuterte Redner die Produktivgenossenschaften unsrer College» in München und Dresden und hob besonders die Intelligenz der betreffenden Mitglieder hervor. Ferner wurde noch die Schmutzkonkarrenz der Arbeitgeber mit scharfen Worten gegeißelt. Auch die Bortheile unsrer Krankenkasse gegenüber der Fabrik-Krankenkasse hob Redner hervor. Den Vorwurf, den unS die Arbeitgeber immer machen, daß e« so viel unbrauchbare Arbeiter gibt, wurde auf die Arbeitgeber zurückgeworfen, indem sie die Lehrlinge gewöhnlich ungenügend ausbilden. Es wurde ferner noch die männliche Haltung der Schuhmacher in Mainz, der Buchdrucker, der Steinmetzen und andrer Gcwerke in Deutschland, welche diese bei vorgekommenen Strike gezeigt haben, von dem Redner hervorgehoben. Redner wie« noch aus die Schädlichkeit der langen Arbeitszeit, welche noch in unserer Branche herrscht, hin, und verla» noch einen darauf bezüglichen Artikel von Uorck. Hierauf wurden in der daraus folgenden Diskusston verschiedene Miß- und Uebel- stände besprochen, und betheiligten sich auch die Arbeitgeber an der Debatte. F. Göttner, Bev. Verein der deutschen Steinmetzen. Aerkin. Auch wir sind von unserer Meisterschaft mit einer Reduzirung der Lohn- und Akkordpreise um circa 10 Proz. beglückt worden. Am 27. Januar erhielt das Bureau der hiesigen Mitglievsch ist ein von sämmtlichen hiesigen Meistern unterzeichnete« Schriftstück, worin dieselben erklärten, daß sie nicht mehr im Stande seien, die im Jahre 1872 normirten ArbeilSpreise zu zahlen, da sich die GeschäflSverhältnisse seit dieser Zeit wesentlich umgestaltet hätten. ES sollten vom 1. Februar ab die vereinbarten Akkord- und Lohnpreise nicht mehr als bindend betrachtet werden und eine Herabsetzung'dcrselbeu um circa 10 Proz. eintreten. Die dieser- halb am 31. Januar einberufene öffentliche Generalversammlung legte gegen dieses Vorgehen Protest ein und stellte daS Ersuchen an die Meisterschaft, diesen Beschluß zurückzunehmen, da der bisher gezahlte Lohn im Verhältniß zu den immer höher gestiegenen Preisen für Lebensbedürfnisse keineswegs als zu hoch bezeichnet werden kann, und die auswärtige Concurrenz unter diesen Um ständen eher vermehrt als vermindert, und der Werth der Arbeit mehr und mehr heruntergesetzt werde. Ferner treffe diese Maßregel die Familienväter doppelt schwer, und sei dieselbe wohl ge- eignet, statt deS gegenseitigen Friedens und Vertrauen« dauernde Unzufriedenheit und Verschärfung der Klassengegensätze hervorzu- rufen. Gleichzeitig wurde eine Commisflon gewählt, welche even tuell mit den Meistern in Verhandlung zu treten habe, und wurde Antwort binnen wenige» Tagen erbeten. Auf das am 1. Februar abgesandte Schreiben wurde am 23. Februar die gewünschte Ant- wort crtheilt, dahin gehend, daß sie(vie Meister) die Grüade als zutreffend nicht anerkennen könnten, und die Herabsetzung der Preise als eine in den heutigen GeschäftSverhältnisseu durchaus begründete Nothwendigkeit erachten müßten, und daß sie der An- ficht wären, daß sie keine Arbeiten übernehmen könnten, wenn sie dieselben nicht billiger liesern würden. Aus Grund dieser That- fachen faßte die Versammlung vom 7. März folgende Resolution: „Die Versammlung spricht gegen die von den Arbeitgebern in Sccne gesetzte Lohnreduktion ihre volle Entrüstung aus und findet die Motive zu dieser Handlungsweise nur darin, die so schon traurige Lage und erbärmliche Lebensstellung der Steinmetzen noch mehr zu verschlechtern, sowie den an und für sich kunstvollen Berus durch Herabsetzung der ArbeitSwerthe zum wahre» Fabrikerzeugniß zu stempeln. Angesicht« dieser Thatsachen ist eS eine heilige Pflicht jedes Steinmetzgesellcn, sich dem„Verein der deutschen Steinmetzen« anzusöbließen, um gemeinsam gegen die Vergewaltigung und die Eingriffe deS Verein« der Inhaber von Steinmetzgeschästen, die nur dazu angethan sind, den sozialen Frieden vollständig zu ver- nichten, Stellung nehmen zu können.«— DaS hiesige Geschäft Kessel und Röhl macht eS noch schlauer, indem eS auf den Eigen- nutz der Arbeiter spckulirt und ihnen den alten Lohn belassen will, wenn sie bis 7 Uhr AbendS statt wie bisher 6 Uhr arbeiten. Die Collegen und sämmtliche Arbeiter find jedoch entschlossen, sestzu- halten an den Lohnpreisen, unter keinen Umständen sich aber zur längeren Arbeitszeit zu verstehen. So vernichtet man mit einem Federstrich soziale Verträge, so sucht man uns die Erlunzenschaftiu zu entreißen, die mit so schweren Opfern erkämpft wurden, unbe- kümmert um die Wunden, die solche Maßregeln schlagen. Möge der Mahnruf allen Collegen inS Herz dringen, einig und treu zusammenzustehen in guten wie bösen Tagen. Schwer ist eS, etwa» zu erringen, noch schwerer aber, daS Errungene festzuhalten. Ferner machen wir die College» auf eine Notiz in der„Baugewerk-Ztg.« aufmerksam, worin sich Herr Schober aus Halle und Herr Metzing in Berlin empfehlen, da sie in Folge der herabgesetzten Lohnpreise die Arbeit um verschiedene Prozent billiger herstellen könnten. Herr Metzing will die Arbeiten um 8 Proz. billiger machen. Un» zieht er aber 10 Proz. ab. Ist das nicht schamlos? S-ikfk»«e» der Redaktion. Fr. R. Mee-aae: Ist eingetroffen, konnte ab wegen Raummangel« noch nicht ausgenommen werden.— J. in Ho Mit Port» kosten 15 Exemplare 85 Pf.— H. S. in L.: S. vor. N Wege« Stoffandrang» Veröffentlichung früher nicht möglich. Bitte m Fortsetz. Gruß! Quittung der Expedition: V. Andersen Glllcksburg Schr. 1.10. Arbeiter- Parti Augsburg Ann. 2.10. Liter. Ber. das. An». 0.40. I. Erp» das. Schi 83 20. I. Mllr hier Ab. 15.00. Arb.-Ber. Neuschöneseld Ann. 2.00 Bbr. hier Ab. 0,35. I. Frnz Wien Schr. 18.00. Mc Schloß-Ehemai! Ab. 0.70. Kl« Magdeburg Schr. 9 00. Gth Meiningen Schr. 7.0l Effg Pforzheim Schr. 15.00. Httz Gößnitz 3 25. Ufrt Weimar Echt 4 55. Gezbsr Jngostadt Schr. 1.55. Englhrdt Magdeburg Ana. 0.8( Ldsch Suhl Schr. K.00. Von T. hier 0 25. Fond f. pol.«emaßregelte. Für die Hinterbliebene» yorck'S. Von O. R. hier 3.00. Berlin Anzeigen ze. Montag, den 22. März, Abends halb 9 Uhr, im ober« Saale de« Herrn Eariu«, Prinzenstraße 72: Versammlung de» Wahlverein». Tagesordnung: Zur Nachfeier de« 18. März. Da« Programm de �Pariser Eommune. Referent: Herr Adam. Die Mitglieder der Lesezimmer- Eommisfion werdeu zu Diensta den 23. März, Abend« 9 Uhr, im Lokale de» Herrn Wach, Münzstr. eingeladen. Ferner diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß die nächste Bezirk» versammtnng Montag, den 5. April, im„Dresdner Ballhaus«, Dresdner straße �16, stalistndet. Mittheilungen über die neueste Polizei-Heldenthat am 18. Mär Der Borstand. sl,3l Berein der Sattler und Berufsgenossen. Zberti«, 16. März. Da die Collegen in Pirna und Glück stadt mit ihren Arbeitgebern iu Lohadifferenzen geratheu sind, so ersuchen wir, so viel als möglich den Zuzug nach dort fernzu halten. Gleichzeitig bitten wir alle arbeiterfteundlichen Blätter, obige Notiz abzudrucken. Der Vorstand. GewerkSgeuossenfchaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand arbeiter beiderlei Geschlechts.(Sitz Weimar). ßrimmitscha», 14. März. GewerkSzenossenl Ja Bezug der Veröffentlichung in Nr. 23 deS„Volksstaat«, betreffend die nächste Generalversammlung, haben die Mitglieder zu Braunschweig den Antrag eingesandt. Sie fordern die VorortSverwaltung dringend auf, die Generalversammlung nächste Pfingsten abzuhalten, indem sie eS für nothwendig halten, daß alljährlich wenigsten« eine Ge neraloersammlung statifiade, um der ganzen gewerkschaftlichen Be wegung neue» Leben zu geben; zu reinigen und zu läutern, waS •) 6» muß /hier ein Mißserfiändniß vorliegen; Referent kann un- möglich einen so unrichtigen Satz ausgesprochen haben. Red. d. B. Bremen Am ersten Ostertage finden in der Hermann«halle Concert und deklamatorische Vorträge statt, unter Mitwirkung mehrerer Gesangvereine. EutrS sür Herren 25 Psenntze, Damen 10 Pfennige. Dienstag, den 30. März 1375: Großer Arbeiter-Ball. Karten ä 60 Pfennige sind an den bekannten Verkaufsstellen zn habet Zu zahlreichem Besuch ladet ein ____ Da« Fest-Lomitö de« Allgem. d. Arbeiterverein«. s2,7< Hstnnover Montag, den 22. ds». Mt»., Abend» 8 Uhr, il Saale de« Herrn Narten: Voltsversammlung. Tagesordnung: Der 18. März und feine Bedeutung. Referent« Petzfch und Glebe�__ Rudolph.[5 ijamiODCr Heöurtstags-Ieier Jerd. Lassasse' Den 1. Osterfeiettag, Nachmittag« von 4 Uhr a> Eoncett, nach 8 Uhr Ball, bei Herrn Narten. Eoncert 30 Pf, nach dem Eoncert 75 Pf., da« ganze Fest 1 Mar Karten sind bei Mathe«, Neuestr. 45, Rudolph, Mittelste. 11, Gleb Fannistr. zu habei».(2a)_ Für da» Eomitö: Rudolph.[1,71 ft rt tt* fl it Abonnements- Bestellungen �IklUUlllZ auf den„Bolksstaat", 2. Quartal, neymen entgeg« Eolporteur Schultz, Platz beim grünen Sood, Hof 34, Saal 2; Aue Breitestraße 39, Hinterhaus I.; Geib, RödingSmarkt 12. Die Parteigenossen werden ersucht, eifrig für die Verbreitung d „BolkSstaat« einzutreten. Der Preis, frei in» Hau«, beträgt vietteljäh lich 1 Mark 12 Schilling— 2 M. 10 Pf. Da der Eolporteur Schütze gestorben ist, so wollen die Abonnent rückständige AbonnnementSgelder schleunigst an die Kinder Schütze'S an zahlen, damit der Rechnungsabschluß keine Verzögerung erleidet. (2b) Die Eommisfion. «ttsitioin Gewerkschaft der Schuhmacher. Montag, den 22. März, Abend« 8 Uhr: Mitgliedervi sammlunz.— Tagesordnung: Sozialer Wochenbericht. Statuten-P rathnng. Fragekassen. Aufnahme neuer Mitglieder. D. B.[0,1 Markranstädt I H■ im Gasth. z. Thür. H Tagesordnung: Die letzte ReichStagSfeffion. Referent: Herr Wi Liebknecht au» Leipzig. Die Wähler der umliegenden Ortschaften sind zu zahlreichem Besu eingeladen. Der Vorstand de« Arbeiterverein«.[0,6! Correspondenzen. Lichtengein-ßallnSerg. Jahre sind vergangen, ohne daß von unseren beiden Städten eine Notiz im„Volksstaat« zu finden ge- wesen wäre, und die Parteigenossen müssen fast glauben, wir hätten ur.S aufgelöst oder wären eingeschlafen. Heute wollen wir dieses Schweigen brechen und auch einmal ein Lebenszeichen von un« geben. Können wir auch nicht von großen Erfolgen berichten, die wir erzielt haben, so haben wir doch rüstig gearbeitet an der Verbreitung unserer Idee, haben in unseren Versammlungen die Lehren der Sozialdemokratie erläutert, Agitationsnummern verbreitet, Kalender, Flugschriften, Reden rc. den Arbeitern zugänglich gemacht. Freilich, hätten wir, wie e« andernorts der Fall gewesen ist, mehrmals auswärtige Redner er- langt, um Volksversammlungen halten zu können, sei eS nun um über die Ziele der Sozialdemokratie, die Thätigkeit de» Reich«- tag« rc. zu rcferiren, es stände besser hier, al« die« gegenwärtig der Fall ist. Mehrere Male hatten wir eine Volksversammlung angemeldet, jedoch der erwartete Redner ersckien nicht, so daß wir auf unS allein angewiesen blieben; oder wir mußten schon an- noncirte Versammlnnzeu rückgängig machen*). Doch wir lassen den Muth nicht sinken, und hoffen, wenn unser ReichStagSabzeordneter A. Bebel seiner Haft entlassen sein wird, daß dann neues Leben in die Reihen der hiesigen Arbeiter kommen wird. Die in Aussicht stehende Vereinigaug der beiden sozialdemo- kratischen Fraktionen hat, obgleich wir von dem früheren Zwie- spalt nur durch den„Volksstaat« wußten, unter den hiesigen So- zialdemokraten die lebhafteste Freude hervorgerufen, und wünschen wir, daß dieselbe recht bald zur Thaffache werden möge.„Einig keit macht stark!« ') Ju den nächsten Tage» wird eine Versammlung stattfinde». «. d. B. Magdeburg u. Amg. 23 Gr. Volksversammlui in der Eentralhalle, Friedrichsstadt.— T.-O.: l)Die Sozialisten in u außer dem Reichstag. Referent: ReichitagSabgeordneter I. Motteli 2) Der Artikel der Magdeb. Ztg.„Schlaraffenleben«. Der Redakteur der Magdeb. Ztg. ist brieflich eingeladen, um Sozialdemokraten von Magdeburg und Umgegend feine Belehrungen ei mal mündlich vor dem Forum der Oeffentllchkeit zu vettreten. Der Beauftragte.[0,1 l ( Ueusellerhauftu u. Umg. Berichtigung. Die Eisen- und 3 tallarbeiter- Versammlung findet nicht in Quak'« Salon, sondern Saale der„Germania« daselbst Sonntag, den 21. März, Nachmilt 3 Uhr statt._____ Die Einb erufer.[0, Alle Briefe an mich bitte ich von jetzt ab an C. Hickethier, P straße 34, Chemnitz, zu adresfiren._ Philipp Wiemer.[0, Motograptjien von Theodor Morck tu Bisitenkartensormat st 25 Pfennige das Stück, zwei Dutzend zu 5Rmk. gegen ba< in klein Folio«Format st Stück 3 Rmk., 6 Stück gegen baar 15 Rmk. find zu beziehen von der Buchhandlung de»„Bolksstaat"- Wir empfehlen den Lesern de«„Volksüaat«, sowie überhaupt eil Publikum, daß fich für die heutigen gesellschaftlichen Zustände iutere da» Lesen der in unserem Berlage in Berlin erscheinenden „Sociat-Aotttlschen Mlätter' zum Abonuement. Der AbounementSprei» beträgt für wöchentlich einmalige Lieferl pro Quattal 10 Sgr, pro Monat 4 Sgr. Abonnementsprei» in Mouck heften ist 4 Sgr. pro Heft. Eolpotteure und Buchhändler erhalten entsprechenden Rabatt. Bestellungen nehmen alle Buchhändler uad Eolporteure, sowie Wochenlieserungen auch alle Postanstalten entgegen. Berlin im Dezember 1874.(w.) Redaktion und Expedilio» de»„Renen Social-Demokrat' Verantwortlichcr Redakteur: R. Seiffert. Redaktion Hohestraße 4, Expedition Zecherstraße 44, in Leipzig. Druck und Verlag der Gtuoffenschastsbuchdruckerei in Leipzig.