Statt an« 8«. and- nicht Erscheint in Leipsig Mttw»ch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lnngen des In- n.Auslandes. Frlial- Expeditionen fürvie Bereinigten Staaten: F. A. Sorgt, Box 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and eoates itr. Philadelphia. Abonnementsprei» fAt ganz Deutschland l M.SOPs. pro Quartal. MonatS-AbounemrntS werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2(en u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Allenburg auch aus den Iteu Monat de» Quartals i 61 Pf. OrgandersozialdemokrattschenArbeUerparteiundderinternationalenGelverksgenossenschasten. Safer ote. M* ItbaUnaa von Partei-, Herein«, und«olksverfammluugen, sowie die Filtal- Expeditionen und sonstig» Partei-«ugelegmhette» betreffend,»erdm mit 10 ff.,— Privat- und Bergnllgnng«. Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespaltm« Pettt- Zeile berechnet. Nr. 45. Mittwoch, 21. April. 1875. e. FlSchtli«gsliterat«r. v. (Schluß.) Das Gemeinde- Eigenthum der russischen Bauern wurde um da« Jahr 1845 von dem preußischen Regierungsrath Haxthausen eotdeckt und als etwa« ganz Wunderbare« in die Welt hinaus- posaunt, obwohl Haxthauseu in seiner westsiilischen Heimath noch Ueberreste genug davon fiudeu konnte und al« Regieruugsbeamter sogar verpflichtet war, sie genau zu kennen. Von Haxthausen erst lernte Herzen, selbst russischer Grundbesitzer, daß seine Bauern deu Grund und Boden gememsam besaßen, und nahm davon Gefo geuheit, die russischen Bauern al« die wahren Träger des Sozia- lismu«, al» geborene Kommunisten darzustellen gegenüber den Arbeitern de« alternden, verfaulten europäischen Westen», die sich den Sozialismn« erst künstlich anquälen müßten, von Herze» kam diese Keuntniß zu Bakum» uud von Bakuuio zu Herrn Tkatschoss. Hören wir diesen: .Unser Volk... ist in seiner großen Mehrheit... von den Prinzipien de« Gemeingut« durchdrungen; c« ist, wenn man sich so ausdrücken darf, instinktiv, traditionell Kommunist. Die Idee de« Kollektiv-Eigenthum« ist so tief verwachsen mit der ganzen Weltanschauung(wir werden gleich sehen wie weit die Welt de« russischen Bauern reicht) de« russischen Volk«, daß jetzt, wo die Regierung zu begreifen anfängt, daß diese Idee mit den Priu- fipieu einer.wohlgeordneten- Gesellschaft nicht vereinbar ist, und im Namen dieser Prinzipien die Idee de» individuellen Eigenthum« in da« volksbewußtfein und Volksleben einprägen will, sie die« nur mit Hülfe der Bajonnette uud der Kuute erreichen kann. Daraus erhellt, daß unser Volk, ungeachtet seiner Uuwistenheit, viel näher zum Sozialismus steht al« die Völker de« westlichen Europa«, obwohl diese gebildeter stod.- Ju der Wirklichkeit ist da« Gemeinde-Eigeothum au Grund und Boden eine Einrichtung, die wir auf einer niedrigen Eot- Wicklungsstufe bei allen indogermanischen Völkern von Indien bi« Irland fiuden, und sogar bei den unter jüdischem Einfluß sich entwickelnde» Malaien, z. B. aus Java. Nach 1608 diente im neueroberteu Norden voo Jrlaod da« zu Recht bestiheode Ge- «eiude- Eigenthum de« Bodeu« den Engländern zum vorwaud, da« Laud für herrenlo« zu erkläre» pud ql« solche« zum Besten der Krone zu konfiSciren. In Indien besteht bi« heute eine ganze Reihe von Formen de« Semeinde-Eigeuthum«. In Deutschland war e« allgemein; die hier und da noch vorkommenden Gemeinde- lävdereie» find ein Ueberrest davon, auch finden sich, namentlich im Gebirge, oft noch deutliche Spuren, zeitweilige Theilungen de« Gemeindelaude» k. Die genaueren Nachweise uud Einzel- heiteu in Beziehung auf da« altdeutsche Gemeinde- Eigenthum kann «au iu den verschiedene» Schriften Maurer'« nachlesen, die für diesen Punkt klassisch sind. In Westeuropa, eiuschließlich Polen« und Kleiurußland«, wurde die» Gemeiudc-Eigenthum auf einer gewissen Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung eine Fessel, ein Hemmschuh der läudlichea Produktion, uud wurde mehr und mehr beseitigt. In Großrußland dagegen(d. h. dem eigentlichen Ruß- land) hat e« sich bi« heute erhalten und liefert damit zunächst den vewei«, daß die ländliche Produktion und die ihr eutsprechenden ländlichen Gesellschaftszustände sich hier noch auf einer sehr uuent- wickelte» Stufe befinden, wa» auch»irklich der Fall ist. Der rusfische Bauer lebt uud webt nur in seiner Gemeinde; die ganze übrige Welt existirt nur iusoweit für ihn, al« sie sich in diese seine Gemeinde einmischt. So sehr ist die« der Fall, daß im Russischeu dasselbe Wort, mir, einerseits.die Welt- bedeutet, audrerfeit« aber»vaueruaemeiude-. Ves' mir, die ganze Welt, bedeutet für den Lauern die Versammlung der Gemeindemitglieder. Wenn also Herr Tkatschoss von der.Weltanschauung- der ruf- fischen Bauern spricht, so hat er da« rusfische mir offenbar falsch übtlsetzt. Eine solche vollständige Jsolirung der einzelnen Ge- meindeu von einander, die im ganzen Lande zwar gleiche, aber da« grade Gegentheil von gemeinsamen Interesse» schafft, ist die natuowüchfige Grundlage für deu orientalischen De«poti«mu», und von Indien bi« Rußland hat diese Gesellschafttform, wo sie vorherrschte, ihn stet« prodvzirt, stet« in ihm ihre Ergänzung ge- »»den. Nicht bloß der russisch« Staat im Allgemeinen, sondern ogar seine specifische Form, der ZarendeSpoti«»»«, statt iu der Zust zu hänge», ist uothweudige« und logische« Produkt der ruf- ischeu Gesellschaftszustände, mit denen sie nach Herr» Tkatschoff .nicht« Gemeinschaftliche« hat-I— Die Forteutwicklung Rußland» iu bürgerlicher Richtung würde da« Gemeiude-Eigenthum auch hier nach und nach vernichten, ohne daß die russische Regierung mit.Bajonnette» und Kuute- einzuschreiten braucht. Uud die« um so«ehr, al« da« Gemeindeland iu Rußland nicht von den Bauer» gemeinsam bebaut uud erst da« Produkt getheilt wird, wie die« in ewigen Gegenden von Indien noch der Fall ist; im Ge- gentheil, da« Laud wird von Zeit zu Zeit unter die einzelnen Familieuhäupter vertheilt uud Jeder bebaut seinen Antheil für sich. E» ist daher eine sehr große Verschiedenheit de« Wohlstaude« unter den Gemeiudemitgliederu möglich, und sie besteht auch in Wirklich- keit. Fast überall giebt e» darunter einige reiche Bauern— hie und da Millionäre— die die Wucherer spielen und die Masse der Bauern aussaugen. Niemand weiß die« besser al« Herr Tkatschoff. Während er den deutschen Arbeitern aufbindet, den russische» Baun», diesen instinktive»', traditionellen Kommunisten könne die.Idee de« Kellektiveigeuthum«- nur mit Kuute und Ba- jouuett ausgetrieben werde», erzählt er iu feiuer russischen Broschüre p. 15:.in der Mitte der Bauern arbeitet sich eine Klasse von Wucherern(Kulakov), von Aufkäufern und Anpächteru bäuerlicher und adliger Ländereien heran«— eine Bauern-Aristo kratie-. E< sind da« dieselben Sorten Blutsauger, die wir oben näher geschildert. Wa« dem Gemeinde- Eigenthum den schwersten Stoß versetzt war wieder die Ablösung der Frohuden. Dem Adligen wurde der größte und beste Theil de« Boden« zugetheilt; für die Bauern blieb kaum genug, oft nicht genug zum Leben. Dabei wurdeu die Wälder den Adligen zugesprochen; da« Brenn-, Werk- und Bau- holz, da« der Bauer sich früher dort frei holen durfte, muß er jetzt kaufe». So hat der Bauer jetzt nicht« mehr al« sein Hau« und da« nackte Land, ohne die Mittel e« zu bebauen, und im Durchschnitt nicht Land genug um ihn und seine Familie von einer Ernte zur andern zu erhalten. Unter solchen verhältuisseu und unter dem Druck von Steuern uud Wucher ist da« Gemeinde- Eigenthum am Grund und Bodeu keine Wohlthat mehr, e« wird eine Fessel. Die Bauern entlaufen ihm häufig, mit oder ohne Familie, um sich al« wandernde Arbeiter zu ernähren, und lassen ihr Land daheim.*) Man sieht, da« Gemeinde-Eigeuthum in Rußland hat seine Blüthezeit längst passirt und geht allem Anscheine nach seiner Auf- lösung entgegen. Dennoch ist unläugbar die Möglichkeit vorhanden, diese Gesellschaftsform in eine höhere überzuführen, fall« sie sich so lange erhält, bi« die Umstände dazu reif fiud, und fall« sie sich in der Weise entwicklungsfähig zeigt, daß die Bauern da» Land nicht mehr getrennt, sondern gemeinsam bebauen**); sie in diese höhere Form überzuführen, ohne daß die russischen Bauern die Zwischenstufe de« bürgerlichen Parzellen-Eigenthum« durchzumachen hätten. Die« kann aber nur dann geschehen, wenn in Westeuropa noch vor dem gänzlichen Zerfall de« Gemeiude-Eigenthum» eine proletarische Revolution siegreich durchgeführt wird und dem ruf fischen Bauer die Vorbedingungen zu dieser Uebersührung liefert, namentlich auch die materiellen, deren er bedarf, um nur die da- mit nothwendig verbundene Umwälzung in seinem ganzen Ackerbau- system durchzusetzen. E« ist also reine» Geflunker, wenn Herr Tkatschoff sagt, die russischen Bauern, obwohl.Cigenthümer stehen.näher zum Sozialismus- al« die eigenthum«losen Arbeiter Westeuropa«. Ganz im Gegentheil. Weun Etwa« noch da« ruf fische Gemeiude-Eigenthum retten und ihm die Gelegenheit geben kann, sich iu eine neue, wirklich lebensfähige Form umzuwandeln, so ist e« eine proletarische Revolution in Westeuropa. Eben so leicht wie mit der ökonomischen Revolution, macht e« sich Herr Tkatschoss mit der politischen. Da« rusfische Volk, er- zählt er,„protestirt unaufhörlich- gegen die Sklaverei, bald in Form.religiöser Sekten... Verweigerung der Steuern... Räu- bcrbanden(die deutschen Arbeiter werden sich gratuliren, daß hier noch Schinderhanne« der Vater der deutschen Sozialdemokratie ist)... Brandstiftungen... Aufständen... und darum kann mau da« russische Volk einen instinktiven Revolutionär nennen-. Und somit ist Tkatschoff überzeugt,.e« sei nur nöthig, da« angehäufte Gefühl der Erbitterung und der Unzuftiedenheit, da«... immer in der Brust unsere« Volk« kocht, in mehreren Ortschaften gleich- zeitig wachzuruseu-. Dann werde.die Bereinigung der revolu- tionären Kräfte schon von selbst zu Stande komme», und der Kampf... günstig für die Sache de« Volk« werden müssen. Die praktische Nothwendigkeit, der Instinkt der Selbsterhaltung- erzielt dann ganz von selbst„ein feste« uud unzerreißbare« Bllnduiß unter den protestirenden Gemeinden-. Leichter und angenehmer kann man sich eine Revolution gar nicht vorstellen. Man schlägt an drei, vier Orten gleichzeitig lo«, und der.instinktive Revolutwär-, die.praktische Nothwendigkeit-, der.Instinkt der Selbsterhaltung- thun alle« Andere.schon vo» selbst-. Warum bei dieser spielenden Leichtigkeit die Revolution nicht längst gemacht, da« Volk befreit, und Rußland in da« so- zialistischc Mosterland verwandelt ist, da« ist rein nicht zu be- greifen. In der That steht e« ganz ander«. Da« rusfische Volk, dieser instinktive Revolutionär, hat zwar zahllose vereinzelte Bauernauf- stände gegen de» Adel und gegen einzelne Beamte gemacht, aber nie(jegen deu Zar, e« sei denn, daß sich ei» falscher Zar an seine Spitze stellte und de» Thron reklamirte. Der letzte große Bauernaufstand unter Katharina II. wurde nur dadurch möglich, daß Emilian Pugatscheff sich für deren Gemahl Peter III. au«gab, dir von seiner Frau nicht ermordet, souderu entthront uud einge- steckt, nun aber entkommen sei. Der Zar im Gegentheil ist de« russischen Bauern irdischer Gott: Voss vznäok, Ctr daljok, Gott ist hoch und der Zar ist fern, ist sein Rothschrei. Daß die Mass« der Baucrnbevölkerung, namentlich seit der Ablösung der Frohndeu, in eine Lage versetzt worden, die ihr den Kamps auch gegen die Regierung und de« Zaren mehr und mehr aufzwingt, daran ist kein Zweifel; aber da« Mährchen vom„instinktiven Revolutiouär- mag Herr Tkatschoff wo ander« unterzubringen suchen. Und dann, selbst wenn die Masse der russischen Bauer»»och so instinktiv-revolutionär wäre; selbst weun wir uo« vorstellen, man könne Revolutionen auf Bestellung mache», wie man ein ge- ") Ueber die Lage der Baun» vergleich« man'u. A. den«sfizteleu Bericht der Regierung«. tkommtsfion über ländliche Produktton(1873), serner Skaldin, W Zacholusti i w Stolico(im entferntesten Provinz« winket und in der Hauptstadt Petersburg, 1870); letztere Schrift von einem Ltberalkouservativen. **) In Polen, besonder» im»onvernement Srodn», wo der Adel durch den Ausstand von 1863 großenthetl« rutnirt ist, kaufen»der pachten die Bauern jetzt häufig adlige Güter und bebauen fie ungetheilt und für gemeinsame Rechnung. Und dies« Bauern haben seit Jahrhunderten kein Semeindt-Sigenthum mehr, und find keine Eroßrussen, sondern Polen, Litauer uud Weißruffen. blümte» Stück Kattun oder tiuen Theekessel macht— selbst dann frage ich, ist e« einem Menschen von mehr al« zwölf Jahren ge- stattet, sich den Gang einer Revolution iu so überkindlicher Weise vorzustellen, wie die« hier geschieht? Uud nun bedenke man noch, daß die« geschrieben wurde» nachdem die erste, nach diesem baku- uistischen Modell angefertigte Revolution— die von 1373 iu Spanien, so brillant gescheitert ist. Auch dort wurde an mehreren Orten zugleich losgeschlagen. Auch dort rechnete mau darauf, daß die praktische Nothwendigkeit, der Instinkt der Selbsterhaltung, schon von selbst ein feste« und unzerreißbare« Bündniß unter deu protestirenden Gemeinden zu Stande bringen«erde. Und wa« geschah? Jede Gemeinde, jede Stadt vertheidigte nur sich selbst, von gegenseitiger Unterstützung war keine Rede, und mit nur 3000 Mann warf Pavia in 14 Tagen eine Stadt nach der an- der» nieder, und machte der ganzen anarchischen Herrlichkeit ein Ende(vergl. meine„Bakunisten au der Arbeit-, wo die» im Ein- zelnen geschildert). Kein Zweifel, Rußland steht am Vorabend einer Revolution. Die Finanzen sind zerrüttet bi« auf» Aeußerste. Die Steuer- schraube versagt deu Dienst, die Zinsen der alten Staatsschulden «erden bezahlt mit»eueu Anleihe», und jede neue Anleihe stößt auf größere Schwierigkeiten; kann man sich doch da» Geld nur noch verschaffen unter dem vorwaud de» Eiseobahubaue«! Die ver- wailung von jeher durch und durch korrumpirt; Die Beamten mehr von Diebstahl, Bestechung und Erpressung lebend al« vom Ge- halt. Die ganze ländliche Produktion— die bei Weitem wesent- lichste für Rußland— vollständig in Unordnung gebracht durch die Ablösung»on 1881; der große Grundbesitz ohne hinreichende Arbeitskräfte, die Bauern ohne hinreichende« Land, von Steuern erdrückt, vo» Wucherern ausgesogen; die Ackerbauproduktiou von Jahr zu Jahr abnehmend. Da« Ganze mühsam und äußerlich zusammengehalten durch einen orientalischen De«poti«muS, von dessen Willkührlichkeit wir im Westen un« gar keine Vorstellung zu machen vermögen; eine» Despotismus, der nicht nur von Tag zu Tag in schreiendere» Widerspruch tritt mit den Anschauungen der aufgeklärte» Klassen uud namentlich deueo der rasch wachsenden hauptstädtischen Bourgeoisie, sondern der auch unter seinem zetzigeu Träger irre geworden ist an sich selbst, der heute dem Liberalt«- mu« Kouzesstoue» wacht,«« sie mprgc« erschrocken wieder zurück- zunehmen, und der sich damit selbst mehr«i>d mehr um allen Kredit bringt. Dabei unter deu in der Hauptstadt konzentrirten aufgeklärtere» Schichte» der Nation eine zunehmende Erkenntniß, daß dies« Lage unhaltbar, daß eine Umwälzung bevorstehend ist, und die Illusion, diese Umwälzung iu ein ruhige« konstitutionelle« Bett leiten zu könne». Hier stnd alle Bedingungen einer Revo- lutio» vereinigt, einer Revolution, die von deu höheren Klaffen der Hauptstadt, vielleicht gar von der Regierung selbst eingeleitet, durch die Bauern weiter und über die erste konstitutionelle Phase rasch hinauSgetrieben werden muß; einer Revolution, die für ganz Europa schon deswegen vo» der höchsten Wichtigkeit sein wird, weil sie die letzte, bi«her intakte Reserve der gesammteuropäischeu Reaktion mit einem Schlage vernichtet. Diese Revolution ist im sichern Auzug. Nur zwei Ereignisse könaten sie länger hinau«- schieben: ein glücklicher Krieg gegen die Türkei oder Oesterreich, wozu Geld uud sichere Allianzen gehören, oder aber— ein vorzeitiger Aufstand«versuch, der die desttzeude» Klaffen der Regierung wieder iu die Arme jagt. F. Engel«. Her»egh'« vrief a« de» 1M»ig b<» Pre«ße». Im Jahre 1842, al« Herwegh auf der Höhe seine« Ruhme« war, erwachte iu dem damaligen König Friedrich Wilhelm IV. die Marotte, deu berühmten Freiheitsdichter einmal zu sehen und zu sprechen. Dieser»ar auch so unvorsichtig, sich dazu herzugeben, uud eine.Begegnung- hatte statt, bei welcher der König da« famose Wort au«sprach: Ich liebe eine gesiunung«tüchtige Opposition. Herwegh, der»achttäglich sei» verhalten nicht auz würdig fand, suchte e« wieder gut zu machen durch folgenden Srief, de» er dem königlichen Iiebhaber einer gefinnungStllchtigen Opposition zusandte: „Köoig«berg, im Dezember 1842. Majestätl»Wir wollen ehrliche Feinde sein-, lauteten die Worte, die Preußen« König jüngst an«ich gerichtet: und diese Worte geben mir ein Recht, ja legen mir die Verpflichtung aus, offen und unumwunden, wie ch einst«ein vertrauen auf Ew. Maj. ausgesprochen, nun auch meine Klage,»eine bitter« Klage vor Ihre» Thron zu bringen, ohne eine Devotion zu heucheln, die ich nicht kenne, oder Gefühle, die ich nicht empfinde und nie empfinden»erbe. Wir wollen ehr» liche Feinde sein—»»ha« demselben Tage, da S«. Maj. dies« Worte auszusprechen geruhten, gefällt e« einem hohen Ministerium, deu Buchhändlern de» Debit eine» von mir erst zu redigireude» Journal», von dem»itter meiner Redactio» noch keine Gilbe er- chieuen ist, und dessen Debit vor zwei Monaten, ehe diese Ueber- »ahme der Redqftiou durch»ich bekannt gewesen, erlaubt worden war, lediglich m-ia-S Namen« wegen zu verbieten. Daß dieser mein Name auch bei Ew. Maj. einen so schlimmen Klang habe, kann und darf ich nicht glauben nach Dem, wa« Sie vor wenigen Tagen an mich geäußert. Ohne Zweifel haben Ew. Raj. von diesem Verfahren gar keine Kunde, uud der Zweck diese« Briefe« ist auch nur, diese einfache Thatsache zu Ihrer Kenntniß zu bringen, damit Ew. Maj. weiter beschließen mögen, wa« Rechten« ist. Ich bitte nicht um Zurücknahme de» verbot«, denn ich weiß, daß mein beschränkter Unterthanenverstand, mein Bewußtsein einer neuen Zeit auf ewig widersprechen muß dem alternden Bewußt- 'ein und dem Regiment der meisten deutschen Minister, denen ich das Recht der Opposition gern einräumen möchte, wenn sie über Haupt nur Notiz nehme-» möchten von dem, was um sie her vor geht, aber vorgeht in den Tiefen der Menschheit, statt sich mit ein bischen Schaum und Wind zu zanke», die auf der Oberfläche spielen; wenn diese Minister iu dem Widerspruche gegen sie auch zuweilen die Elemente einer neue« Religion zu entdecken, nicht bloS Polissonnerie und Frivolität zu witteru im Stande wären kurz, wenn diese Minister außer dem Zufall ihrer Geburt und ihrer oft schätzenSwerthen administrativen und polizeilichen Talente auch daS Talent und den guten Willen besäßen, sich auf einen ehrlichen Kampf mit ihren Feinden einzulassen, statt dieselbea erst vornehm zu iguoriren, dann, ohne sie zu kennen, brutal zu be- handeln und so Fürst und Volk zu täuschen, we m sie von einer Beruhigung der Gemüther reden, die iu der That und Wahrheit uicht vorhanden ist und durch äußere Maßregeln nun und nimmer erzwungen werden kam. Noch giebt eS Menschen, die durch nichts zu schrecken sind(und ich rechne mich zu ihnen), Menschen, die sich die Seele auSschreien werden, bis Reckt und Gerechtigkeit auf der Welt; um s» getroster, d» selbst die Feinde de« Fortschritts uicht »ehr den Math besitzen, Gewalt zu gebrauchen, weil sie wohl ein- sehen, wie gefährlich da« Märtyrerthum ist, und wie für Einen Mann, den zu unterdrücken ihnen gelingt, zwanzig Geharnischte auf ein««l an« dem Boden springen. Ich bitte uicht um Zurücknahme de« verbot», so schmerzlich e« auch ist, da« Kind seiner Muse schon i» Mutterleibe bedroht zu sehen und al« Individuum mit einem ganzen StaatSprinzip in ewiger Colliston zu leben; ich bitte nicht um Zurücknahme diese« Verbot«, denn ich bin kein Schriftsteller von Prosesston, suche keinerlei materielle Bortheile durch da« zu erreichen, wa« ich sage, well ich c« sagen muß. Aber auch für die materiellen Vortheile und die Verbreitung de« Journals ist durch ein Verbot nicht hin länglich gesorgt, verbotene Bücher fliegen recht eigentlich durch die Lust, und wa« da« Volk lesen will, liest et allen Verboten zum Trotz. Ew. Maj. Minister haben vor fünf Vierteljahren meine Gedichte verboten, und ich bin so glücklich, im Augenblicke die fünfte Auflage derselben veranstalten zu können. Ew. Maj. Minister haben die Beschlagnahme al« gefährlich erschienener Bücher verordnet, und ich habe mich auf meiner ganzen Reise davon über- zeugt: diese Bücher sind in jedermann« Händen. Ich bitte nicht um Zurücknahme deö Verbot«, denn ick darf um nicht« bitten in einem Lande, da« ich verlassen will. Ich bin nach der Nothwen- digkeit meiner Natur Republikaner und vielleicht schon in diesem Augenblicke Bürger einer Republik. Ich kann, ohne mich selbst muthwillig zu immerwährender Heuchelei zu verdammen, nicht läager in Staaten leben, wo selbst die Censur aufgehört hat eine Wahrheit zu sein, wa« ja die täglich stattfindenden ConfiScationen bereit« censirtcr Bücher beweisen. Aber e« hat mein Herz gedrängt, au Ew. Maj. noch eiu letzte«, ehrliche«, wenn auch leldenschaflliche« Wort zu richten, ein Wort, da« nur die Diener der Fürsten, nicht die Fürsten selbst anklagen soll, ein Wort unter vier Augen, da» aber doch nicht blo« mein Wort, sondern da« vieler Taufende, ein Wort, da« ich mit dem ganzen heiligen Eifer und Vertrauen meiner Seele vor Ew. Maj. gesprochen, und da« Ew. Maj. danach wüv dige« und schätzen werden. In tiefster Ehrfurcht Ew. Maj. ergebenster Georg Herwegh.*) Die Antwort war: Herwegh wurde von'zwei GenSdarmen au« Preußen hinaus cSkortirt— so erfüllte der Hohenzoller sein könig liche« Wort: ich liebe eine gesinnungStüchtige Opposition. Politische Uebersicht. — Die„freiheitlichen- Segnungen de« ReichSpreß gesetze«, mit welchem un« die»volk«freundlichen- Reichsboten be glückt haben, treten mehr und mehr zu Tage. Wegen ein und desselben angeblichen Preßvergehen«: verläumderische Beleidigung von Weimarischen Staatsbeamten sind auf Antrag de« Werma- rischcn StaatSmiuisterium« nicht weniger al« vier Partiige- nossen zur Untersuchung gezogen und verurtheilt worden. E« sind die«: Giffey, Müller, Preißer und Seiffert. Giffey ist mit 6 Monaten(die iu zweiter Instanz soeben auf 9 Monat er- höht worden sindl) und Müller mit 6 Wochen Gesängniß bedach», nachdem beide zugegeben, die Correspondenzen au« Gotha in Nr. 138 resp. 142 de«„Volksstaat- vom vorigen Jahre verfaßt zu haben. Preißer und Seiffert dagegen sind al« veraut vortliche Redakteure de« „Volksstaat- zur Verantwortung gezogen and haben je 6 Wochen eingeheimst. Nun sage noch Einer, da« deutsche Reichspreßgesetz sei keine freiheitliche Errungenschaft! — Stieber lebt noch. und„«esterwellt- e« wieder. An verschiedenen Orten„kulmännert' — Nationalliberale Arbeiterfängerci. In Canstatt haben die Reichstreuen einen„Allgemeinen deutschen Arbeiterverein- gegründet, in dem deutsche Proletarier in BiSmärckerei und Harmonielehre unterrichtet und zu guten Lohn-, Eisen- und Steuer- sklaven dresstrt werden sollen. — Deutsche Gesängnißanarchäe. Während Most in Plötzensee literarische Arbeiten al« Gesängnißarbeit erlaubt sind, ist dem in Wiesbaden inhaftirten Frohme die Erlaubniß, sich literarisch zu beschäftigen, verweigert worden! — Nette Praxi«. Parteigenosse Kayser au» Dreden hat Montig, den 12. d. M. eine Gefängnißstrafe von 1 Monat an- getreten, die ihm ein Prozeß eingebracht, den der hessische Staat«- prokurator Scheu iu Mainz wegen Beleidigung gegen ihn ange- strengt hatte. Da« BcmerkeoSwerthe an der Sache ist, daß Kayser erst wenige Tage vor seinem Haftantritt von seiner definitiven Verurtheilung iu Kenutncß gesetzt wurde. Die hessischen Gerichte haben Kayser erst dann aufzufinden vermocht, al« e« sich um'S Einsperren handelte, hielten et aber der Mühe nicht Werth, über den Gang de« Prozesses irgend welche Mittheilung an Kayser ge langen zu lassen. — Die Bayrischen Stadtväter gerathen in ein wahre» Wettrennen um Popularität nach Oben. Noch sind die Helden- thaten de« Nürnberger Stromer in frischem Angedenken, nnd schon tritt ein neuer Kollege der StaatSretterzunft für den be- dachten Staat in die Schranken. Diese« Mal ist es der Stadt- Magistrat von Erlangen, der von sich reden macht. Derselbe hat wegen Uebertretung de« Vereinsgesetze« nicht weniger al« 70 Strafanträge gegen Mitglieder der aufgelösten Erlanger Partei- Mitgliedschaft gestellt, ist aber zweimal von dem Bezirksgericht zurückgewiesen worden. Bernctheilt ist nur der Vertrauensmann folgenden Meistern angefertigt werden: Kühlstein(Charlottenburg), RöthlingShöfer und zwar zn 2 Gulden hat also eine Mau« geboren! Der kreisende Berg — Freiheit wie der Oestreichische Kaiser sie„meint-. Die neueste Nummer der„Gleichheit- geht unS in folgendem Z»stand zu: Die erste Seite ist größtentheils unbedruckt, und auf der weißen Fläch: mit fetter Schrift die Worte: KonfiSzirt! Dritte Auflage. Auf der dritten Seite ist wieder ein Spalte leer und darauf steht: In zweiter Auflage konfiszirt!— Wär'S nicht so lächerlich, man könnte sich über die Dummheit dieser Attentate auf den freien Menschengeist ärgern. Sind diese Ritter von der traurigen Gestalt, die aus ihren elenden Rostnanten dem Flügelroß de« Gedanken« nachkeuchen, sind sie denn stockdlind? Sehen sie nicht, daß sie bloß Lafthiebe führen, oder Hiebe in'« eigene Fleisch, und daß sie die eigene Mannschaft niederreiten, die eigenen Kohlselder verwüsten?-- — Die dänischen Parteigenossen Pio, Brix und Geleff, die wegen„Hochverraths- zu mehrjähriger Gefängnißstrafe v:r- ortheilt waren, sind jetzt, nachdem sie den größten Theil ihrer Strafe„verbüßt-, vom König begnadigt worden. Natürlich sind le„gebessert- im— sozialistischen Sinne. — Der Klassenkampf in England. Am 13. ds«. Mt«. eröffneten die Grubenbesitzer von Südwale« ihre Werke wieder, und zwar zu den von ihnen im Anfang de« Jahre» ottroyirten Lohnsatz(10 pCt. Reduktion). Ja sofern aber machen sie eine Conzesston, al« sie sich bereit erklärt haben, einer Deputation von Vertrauensmännern der Arbeiter den Nachweis zu liefern, daß diese Lohnredukiion nothwendig. Kehren die Arbeiter nicht iu Masse in die Gruben zurück, so sollten letztere am 19. d. von Neuem geschlossen werden. Eine Wiederaufnahme der Arbeit ist unter diesen Umständen nicht unmöglich; denn die Arbeiter hatten von vornherein erklärt, den niedrigeren Lohnsatz zu akzeptiren, wenn ihnen au« deu Geschäftsbüchern der Beweis der Nothwen» digkeit geliefert würde. Jedenfalls haben die Grubenbesitzer den Zweck der Aussperrung: Steigen der Kohlcnpreise erreicht, und haben jetzt ein lebhafte« Interesse, die Grubenarbeit wieder in Gang zu bringen, weil die Kohlenvorräthe so ziemlich erschöpft lud. Der ganze Lockout war ja nur eine Spekulation— daß eine Viertelmillion Menschen ein Vierteljahr laug iu» furchtbarste Elend geschleudert worden, verursacht den Herrn Kapitalisten keine Skrupel— der Streich ist ja gelungen, der Geldsack gefüllt. II. III. — Den Parteigenossen diene auf die vielfachen, in dieser An Gelegenheit einlaufenden Anftagen zur Nachricht, daß die Coogresse in Gotha in folgender Reihenfolge stattfinden werden: I. Generalversammlung de« Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins, einberufen auf Mittwoch, deu 19. Mai. Allgemeiner Sozialisten-Congreß behufs Eiub gung der beiden sozialistischen Fraktionen, einberufen auf Sonntag, den 23. Mai(Sonnabend, den 22. Mai, Abend«). Congreß der sozialdemokratischen Arbeiter Partei, einberufen auf Dienstag, den 2ö. Mai, AbdS. Unsere Parteigenossen, w:lche zu dem VereinignngS- und Partei-Congreß delegirt sind, werden also gut thun, wenn sie ihre Abreise au« der Heimath in der Weise einrichten, daß sie ent- weder Sonnabend, den 22. Mai, Abend» oder Sonntag« früh in Gotha sind. Sämmtliche Verhandlungen finden im Kaltwasser'schen Saale statt und werden Parteigenossen au« Gotha, an rotheu Schleifen erkenntlich, die Dclegirten am Bahnhofe empfangen. Dem vielseitig geäußerten Wunsche, den Einigung»-Congreß zu Pfingsten abzuhalten, war leider nicht zu willfahren, und wer- den die Gründe hierfür auf dem Congreß bekannt gemacht wer- den. Die Ursache, warum unser Congreß nicht zu gleicher Zeit mit der Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein« stattfindet, liegt eineStheilS in dem Mangel eine» passen- den zweiien Lokals, welches für diesen Fall nothwendig wäre, und dann auch auch darin, daß die Generalversammlung de« Allgem. deutsch. Arbeiter- Verein« auf alle Fälle länger als unser Congreß dauern wird» wodurch unsere Delczirten zu nutzlosem Aufenthalt verurtheilt wären.— *) Die„Leipziger Allgemeine Zeitung", lichte, wurde dafür in Preußen verboten. welche den Bries verösseut- Gewerksgenossenschastliches. Berein der Sattler und Berufsgenossen. Nerli«, 10. April. Ein Wort über die Militärarbeit in der Sattler-Branche ist jetzt, wo diese Arbeit fast wie die wilde Jagd betrieben wird(Ende Mai soll alle« fertig sein*), wohl am Platze. Vor einiger Zeit wurde eine Statistik über Militärarbeit au« Dresden veröffentlicht, worin gesagt wurde, die Dresdener Sattler verdienten bis 8 Thlr. pro Woche bei 10 Stunden Arbeitszeit, und mit Ueberstunden, welche sich aus halbe Nächte ausdehnten, ogar 14 Thlr. pro Woche. Unterzeichnetem ist et möglich, über die hiesige Militärarbeit obiger Branche einige Daten bekannt zu geben. Bei dem Fabrikanten Herrn Dotti, bei dem bekanntlich die größte Sorgfalt beim Vorrichten der Arbeit verwendet wird, wird für einen Tornister gezahlt 15 Gr.; ein tüchtiger Arbeiter verdient bei 10 Stunden Arbeitszeit pro Woche 9 Thlr.(mit Abrechnung von Zwirn, Garn und Nägeln, welche Dinge jeder i Arbeiter selbst beschaffen muß), ein mittlerer Arbeiter 7 Thlr., eiu chwacher Arbeiter 5 Thlr. Für eine Patronentasche wird gezahlt Gr.; e« verdient hierauf pro Woche eiu tüchtiger Arbeiter Thlr., ein mittlerer Arbeiter 7 Thlr. 15 Gr., ein schwacher Arbeiter 5 Thlr. 15 Gr. Auf allerhand vorkommende« Riemzeug, welche« der schlechtbezahlteste Artikel mit ist, verdient ein tüchtiger Arbeiter pro Woche 7 Thlr., ein mittlerer Arbeiter 5 Thlr. 15 Gr., ein schwacher Arbeiter 4 Thlr. Ganz besonder« müssen die lackirten Helme hervorgehobeu werde«; der Preis beträgt, fertig vom Sattler, pro Dutzend 1 Thlr. 3 Gr., hierbei wird nicht» auf der Maschine genäht, und bedarf e« der angestrengtesten Thätigkeit eine« Ar- beiter«, wenn derselbe täglich eiu Dutzend macht. Der Lohn der Werkführer bettägt 7 Thlr. pro Woche. Mithin ist der Durch- chnittSverdienst in der sogenannten Mustersabrik für Militär- Effekten pro Woche L Thlr. Ja den übrigen Fabriken bei Loh, Wunderlich, Hoffmann, Cobau»c. wird viel Arbeit an verhei- rathete Gesellen auS dem Hause gegeben, und ist hauptsächlich die Hausindustrie der Militär-Effektenarbeiter daran schuld, daß die Preise nicht höher sind, indem dabei regelmäßig die Nächte ge- arbeitet wird. Augenblicklich werden hier Cartouche- Tornister Nr. 1(schwere Art) und Nr. 2(leichtere Art) angefertigt, die sowohl in Spandau in der Königl. Artillerie-Werkstatt und bei Hoffaiann, Reimann, Rieger uns Willens in Berlin. Ja Spandaa gibt es für einen Cartouche-Tornister 1 Thlr. 5 Gr., bei K-thb stein 1 Thlr. 5 Gr., bei Hoffaiann 1 Thlr. 6 Gr., bei Reimaaa Willens und R-ezer 1 Thlr. 10 Gr., Wach», Zvirn und Garn muß der Arbeiter sich halten. Ja Folge der v-cschieoenea Preise, welch: die Fabrikanten zahlen, fand kü-zlich eine Besprechnag der G-hülfen dieser Fabriken statt, und wurden dieselben dahin einig, einen möglichst gleichen Preis zu erzielen, da gerade hervor- gehoben wnrde, daß die drei L-tztanzeführten ganz oabemittelte Meister sind und dennoch die höchsten Atkordpreife zahlen. Die Gehülfen bei Herrn Kühlstein gaben demselben am ander» Tage ihren Willen kund und erhielten 2'/, Gr. pro Stück mehr(vie Fabrik liegt 1 Stande von Berlin entfernt), Spandan liegt von Berlin 2 Meilen entfernt, und müssen deshalb die Gehülfeu halb 7 Uhr Morgen« auf der Bahn sein, und da oft über Feier- abend gearbeitet wird, kommen dieselben Abend» 10 Uhr erst nach Hause. Wo bleibt da da» Familienleben?— Soeben gehen mir zwei Schreiben zu, ein» an» Deutz, da» andre an« Straßburg i. E., beide von der Königl. Artillerie-Werkstätte, worin e» wörtlich heißt: Der Arbeitslohn in Deutz für schivere Artillerie- Cartouche Tornister ist 2 Thlr. 3 Gr. ohne Vorrichtung, und in Straß- bürg i. E. mit guter Vorrichtung 1 Thlr. ßl'/t Also in Berlin wird schlechter bezahlt wie außerhalb. Da» begreife wer da kann. Unwillkürlich drängt sich da die Frage auf: Zahlt denn die Königl. Regierung nicht überall ans einen und denselben Ar- tikel dieselben Preise? Warum werden denn in den drei ange- führte« Königl. Werkstätten den Arbeitern nicht gleiche Preise ge- zahlt? Oder glaubt man denn, in Spandau oder hier in Berlin 'lebten wir billiger wie am Rhein und in Sttoßburg? Zahlen wir etwa keine Steuern und dergl. mehr? Wir leben hier thenrer denn irgendwo, und deshalb verlangen wir gleiche« Recht für Alle. Wohlgemerkt, Ihr sperren, wir sind nicht willen», un« zu schinden bi« wir umsinken, noch sind wir willens, nur nothdürftig zu exi- stiren. Thatsache ist, daß ein vcrheiratheter Arbeiter ohne Kinder nicht unter 10 Thlr., und eiu Unverheiratheter nicht unter 7 Thlr. cxistirea kann. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß ein ganz tüch> tiger Arbeiter 12 Stunden an einem Cartoache-Tornister zu thun hat, und ein minder tüchtiger 11/j— l'A Tag mit Borrichtunz und da ich mit Bestimmtheit annehme, daß der„Volksstaat-»» gewissen Kreisen mit großer Aufmerksamkeit gelesen wird, so mögen Diejenigen, welche genaue Kenutniß davon haben, wie die Normal- preise dieser angeführten Artikel sind, wohl berechnen können, welcher Löwenantheil vom Arbeitslohn dem Fabrikanten, sowie der oben erwähnten Königl. Artillerie-Werkstätte in Spandau bleibt. Ei« andermal über die Sterblichkeit der Sattler und deren Kranken� lassen. W. Wirt HS, Sattler, Alexandrineustr. 116. An die Vorstände sämmtlicher deutschen Gewerkschaften, sowie der verschiedenen lokalen Fachvereine. Unterzeichnete machen die geehrten Vorstände nochmals ans die im„Neuen Sozialdemokrat- und„Volksstaat- bekannt gemach« Aufforderung aufmerksam» und fordern dieselben auf, ihren gute« Willen dadurch zu zeigen, daß bi« spätesten« den 20. April a« einen der Unterzeichneten die betreffende Vorstand«- Avresse eingeschickt wird, um an dieselbe die Einladung zur GewerkschaftS-Coa- serenz abgehen zu lasse«. Otto Kapell» Berlin, Waldemarstraße 56. Riecke, Braunschweig, Schöppeostädterstraße 50. Groß, Hamburg, St. Pauli, Bergstraße Hof 23. Correspondenzen. ') Sehr beachtenSwerth. R. d. B. Lindenau, 1. April. Vergangenen Montag hatte ich da« Vergnügen, den Verhandlungen de« dritten BerbandStageS der deutschen Gewerkoereine beizuwohnen. Zunächst muß ich aller- ding» gesteheu, daß ich wohl viel über„Harmonie- erwartet, aber was Programm, Geschäftsordnung, Redezeit u. dergl. betrifft, hatte ich wir doch etwa» Bessere« vorgestellt. So stellte Herr Dr. Mal Hirsch u. A. den Antrag, daß die au« dem Verband Gewiesenen, welche ihren Pflichten redlich nachgekommen wären, und der In- vilidenkafle angehören, die eingezahlten Beträge zurückerhalte« sollten. Die meisten Redner sprachen sich in gegentheilizem Sinnt au«. Der Herr Anwalt motivirte seinen Antrag dahin, daß eine»- theil» die Fälle wenig vorkommen, für die Kasse daher kein wesent licher Schaden zu sürchten sei; weiter bezog er sich aus die öffeot liche Meinung; und dritten« erinnerte er an die schuldige Hnma nität den Mitgliedern gegenüber, da ja die Ausgeschiedenen ganz gute Mitglieder und Steuerzahler sein könnten und nur deswegen ausgeschieden wären, weil sie in die Organisation nicht paßten. Der Antrag wurde bei wenig Aufmerksamkeit und Ruhe mit starker Majorität abgelehnt. Da verlangte Herr Roscher da» Wort und beantragte, da sehr wahrscheinlich Viele den Vorsitzenden mißoer standen hätten, namentliche Abstimmung. Dem Verlangen wurde entsprochen und o! Wunder, der Antrag de« Herrn Anwalt siegte bei der zweite« Abstimmung, wenn auch mit winziger Majorität (12 gegen 10 Stimmen.) Dr. Hirsch dankte, und nun beantragte Herr Roscher für alle künftige Anträge namentliche Abstimmung. Man ging, wenn auch mit Widerstreben, auf den Antrag ein, nachdem Roscher noch betont hatte, daß die Abstimmung bei viele« Anträgen bei namentlicher Abstimmung einen ganz anderen Ber- laus genommen hätte; Jeder müsse nun offen Farbe bekennen. Ein weiterer Punkt, der mir aussi-l, war da« sogenannte Schluß- antragstcllen ä la Reichstag. Oftmals waren bei einem Antra» 5 oder 6 Redner angemeldet. Statt nun, wie billig, den Schluß der Rednerliste auszusprechen, wurde in der Regel Schluß der Diskussion beschlossen. Uebrigen« trat für diese Sünde sofort die Strafe ein. Die Herren Delegirten nahmen zu wiederholten Male« Anträge an, gegen welche sie nachträglich allerhand Einwendungen machten; ja Einzelne stellten wiederAnträge, welche den vorherigen Br schlüsse» direkt widersprachen und deshalb»ä acta gelegtwerden mußten Auch hier will ich mit einem Beispiel dienen. Al« die Einschreibe« gebühr zur Jnvalidenkasse festgestellt wurde, kam man auch auf die Kosten für die ärztliche Untersuchung; e« wurde 1 Mark verworfen und V, Mark angenommen. Nach Annahme diese« Punktes be tonten mehrere Redner, daß manche Aerzte et nicht unter 15 Sgr., manche nicht unter 2 Thlr. macheu wollen. Auf diese Weise wurde die Zeit ausgefüllt. Nach Aussage de» Vorsitzenden hatte maa Montag Abend kaum mehr al« den dritten Theil der TageSord uung erledigt, und man wollte deshalb schon eine Nachtsitzung anberaumen, welcher Anttag indessen verworfen wurde; man wählte eine Kommission, welche die wichtigsten Anträge zur Berathung vorschlagen sollte, um nur halbwegs fertig zu werden. Ueber die Musterwirthschaft kann man sich ein ungefähre« Bild machen, wen« man erwägt, daß die Kasstrer 2, 3 und andere 4 Prozent der Einnahme von deu OrtSvereinen erhielten, während da« Statut einen einheitlichen Satz vorschreibt.— Doch der Raum de»„Volk»' 1 staat« wird zu schr in Anspruch geuommen, und ich. will deshalb nur noch einen Wunsch, welcher mir bei dieser Gelegenheit be- sonders drückend am Herzen lag, aussprechen. Gewiß stimmen die Gesinnungsgenossen mit mir überein:„Mochteu nur endlich die Arbeiter auS ihrer Lethargie erwachen, die Vormundschaft ab schütteln und selbst geistig arbeiten. Ach! wie gar bald müßte es anders werden; die Phrasen von Harmonie, Sparsamkeit, Bil° düng, Wohlstand und dergl. würden sich in ihrer Blöße zeigen, und die Arbeiter würden gar bald an den Bau eines Gesellschaft?- gebäudeS gehen, in welchem in Wahrheit Harmonie, Bilvung und Wohlstand unter den Menschen herrscht. Doch so viel steht fest trotz Allem: die Leiter der Gewerkvereine, sie wissen besser denn wir, wie tief der Sozialismus, wenn auch unbewußt, in den Ge- werkvereiuSmitgliedern, überhaupt im Volke bereits wurzelt, sie wissen, daß die Zeit kommt, wo die irregeleiteten Arbeiter zur Einsicht kommen; daher wiegen sie sich gar zu gern in dem Traume vom„Rückgang der Sozialdemokratie.- I. Gödel. Hlaucha«, 12. April. Ein Doppelfest fand gestern in den Räumen de« Theaterlokales statt. Es galt den SOjährigen Geburtstag Ferdinand Lassalle'S und die Freilassung Bebels auS fast dreijähriger Kerkerhaft freudig zu begehen. Die Genossen von Nah und Fern fanden sich ein, und die Räume reichten kaum au», die Zahl der Festtheilnehmer zu fassen. Als Festredner erschien Wiemer auS Chemnitz. Anknüpfend an dio Bedeutung des Ta» geS, die derselbe für die deutschen Arbeiter habe, ging er über aus ' die Verluste, welche die deutschen Sozialdemokraten durch den Tod zweier Männer, Heß und Herwegh, in den jüngsten Tagen er. litten. Unsere Feste sollen nicht den Stempel tragen, wie die unserer Gegner, die dabei dem CäsariSmuS Weihrauch strenen. Die Arbeiter können das Andenken an solche Männer nicht besser seiern, als wenn sie da« weiterbauen, was von jenen be- gönnen wurde. So begrüße auch er mit Freuden einen unserer .wackersten Genossen im Kampfe für Freiheit und Recht, den in unserer Mitte befindlichen August Bebel, der nach so trüben Er- sahrungen daS Bauner nicht sinken ließ, um das sich schon ein großer Theil de« arbeitenden Volkes gtschaart. Nachdem der Redner geendet, ergriff Bebel, von begeisterten Zurufen begrüßt, da« Wort, in herzlichen Worten für den freudigen Empfang, der ihm zu Theil geworden, dankend. Man solle von ihm nicht ver- langen, daß er heute schon in gewohnter Weise auf den Kamps- chlatz tute, einnnddreißig Monate habe man ihn zum Schweigen verurtheilt, und e« fall- ihm, nach so langer Hast noch schwer, lange zu sprechen. Aber diese Versicherung gebe er den Partei- genossen, daß er der Alte geblieben. Die Gegner, die glaubten, man habe ihn mürbe gemacht, dürften sich täuschen, st- sollen ihn wieder aus dem Kampfplatze erblicken, noch che sie eS denken. Die Leiden, die er im G-sängniß zu erdulden gehabt, seien nicht so schlimm gewesen, als sich manche vorstellen. Wie in Hubert»«- bürg uud Kömgstein, sei auch in Zwickau seine Behandlung eine humane gewesen. Er habe die Zeit benützt, um sich mit Kennt- nissen zu bereichern, die er im Dienste unserer Sache verwcrthen könne, der Sache, der er sein ganze« Leben geweiht. Er habe die Freiheit wieder erlangt und wolle sie bcnützen, kein Tag solle vorübergehen, wo er nicht thätig sein werde; nur Geduld müsse man mit ihm haben, denn er bedürfe noch der Schonung. AuS welchem Grund: die Gegner in verschiedenen Tonarten de- reit« Jubelhymnen über seinen«warteten Rückzug angestimmt, läge klar vor Augen, sie wollten damit Mißtrauen gegen ihn unter den Parteigenossen aussäen. So Manche glaubten, die Sozialdemokratie sei im Rückgange begriffen, aber da« sei nicht der Fall; in der jetzigen Zeit, wo eS dem Einzelnen schwer falle, auf die Orgaue der Partei zu abonniren, um in geschlossener Reihe weiter zu kämpfen, sei eS ein wohlfeile« Vergnügen, sich über den Rückgang der Sozialdemokratie zu freuen. Aber mögen e« die Gegner nicht vergessen, daß die Roth, die sie verschuldet, mehr denn alle Agitation den Arbeitern die Augen geöffnet habe über die heutige Produktion, daß unsere Reihen sich bald Wied« ver- mehren und verstärken werden in nie geahnter Macht. Schon hat sich etwa« vollzogen, wa« den Gegnern unheimlich zu werden beginne, die Verewigung der Sozialdemokratie. Mit hoher Freud- habe Redner e« begrüßt, al« er die Kunde von einer Berstän- digung und Versöhnung noch im Kerker erhielt. Mit voller Freude begrüße er heute die Mitglieder der anderen Fraktion, die un« oft von jener Stelle au« al« Gegner gegenübergestanden; wir gehen fortan nicht nur friedlich neben einander, sondern kämpfen jetzt schon gemeinsam mit einander für das hohe Ziel, dem wir uachstreben. Und al« Mitkämpfer in dem gemeinsamen verbände werde auch er eintreten, mit demselben Eifer wie in vergangenen Tagen. So heftig, wie wir un« früher unter einander bekämpft, werden wir nunmehr muthig uud furchtlos gegen den gemeinsamen Feind vorgehen, viele Gegner geben nn« bereit« im Stillen Recht, denn so manches hat sich erfüllt, wa« wir vorausgesagt. Sollten wir trotzdem auf's Neue verfolgt, in derselben Weise beschimpft werden, mögen die Gegner sich dem Wahne hingeben, daß sie un« damit unterdrücken wollen— e« kommt die Zeit, wo sie einsehen, daß alle ihre Mühe umsonst ist. Denn für Einen, den sie kämpf- unfähig gemacht, werden Andere erstehen, die da« begonnene Werk der Vollendung zuführen werden. Mögen die Zelten und der Druck noch so schwer auf unS lasten, nicht eine Stunde vermag man unS vom endlichen Siege abzuhalten. Der Tag wird kom- men, wo da« rothe Banner der Sozialdemokratie allerorts flattern wird, und den wahren FreiheitStag verkündet.— Stürmischer Beifall überzeugte den Redner, daß der Geist der Sozial- demokraten Glauchau'« noch der alte geblieben. Die Marseillaise durchbrauste den Saal, Alle stimmten begeistert ein in jene« wahre Freiheitslied, und noch manch' andere« Proletarierlied wurde gesungen. Erst spät«ach Mitternacht trennte man sich. Magde»«rg. Ein angeschossenes Reptil.(Forts.)— Nachdem die„Magdeburgische- die Sozialdemokraten und Ultra- montanen in eine» Topf geworfen, fährt sie fort: „Man wüßte darnach sehr unerfahren sein, wenn man sich vornehmen wollte, diese Fanatiker eine« Besseren zu belehren. Sie wollen ja gar nicht diScutiren und sich von der Ver- kehrtheit ihrer Lehren überzeugen. Im Reichstage hat man den B«such gemacht, sozialdemokratische Abgeordnete in Com- Missionen, welche sich mit Arbeitervcrhältnissen beschäftigten, zu wählen, um dort mit ihnen sachlich zu verhandeln. Da diese Herren aber mit den blutrothen Phrasen, welche sie für die Tribüne der Plcyarverhandlunden auswendig gelernt hatten, bei der stillen Arbeit der Commisstonen nichts ausrichten konnten, so drückten sie sich um diese Sitzungen feige herum od« blieben stumm wie die Fifche.- Reserent erklärt dem etwa anwesenden Herrn Lerfass«, daß er entweder falsch über Geschäftsgang und Verhältnisse des Reichs- tag« unterrichtet oder bei seiner Behauptung über die Wahr- heit hinausgegangen fei, obschon ein so strenger Lügenhass-r -vor Allem der Reinheit seiner Quellen sich versichern sollte. Zu- nächst sei nur ein einziger Sozialist.in eine einzige Com Mission gewählt worden, wahrend der Artikel von einer Mehrzahl von Abgeordneten und Commisstonen rede, wahrscheinlich um die Reichstagsgroßmuth recht glänzend hervorzuheben. Er, Mot teler selbst, sei in die sogenannte Contracibruchgesetz- Commission gewählt worden, deren Sitzungen er mit Ausnahme von zweie» vünkilich beigewohnt habe, während der Abgeordnete Most in seiner Abwesenheit, die durch unabwendbare berufliche Zwischen- fälle veranlaßt wurde, am Platz- war. Thatsächlich unwahr sei also die R-denSart von dem Ver- suche mit den sozialistischen Abgeordneten in den Commisstonen veS Reichstags; und diese entstellten Thatsachen als Beweis da- für anzuziehen, daß die Sozialisten gar uicht diskutiren wollten, sei ein weiterer Beleg für die Gewissenhaftigkeit der liberalen Presse. WaS aber die Behauptung anlange, daß sich die So- zialisten feige um die CommisstonSsitzungen herumgedrückt haben rc., so müsse er zunächst NameuS seiner Collegen, die keiner Com- Mission angehört haben, gegen da« Sprechen in der Mehrzahl Verwahrung einlegen, und w«S ihn selbst betreffe, so weise er diese mehr al« kühne Behauptung al« eine feige Verdächtigung zurück. Redner erläutert die Eintheilung des ReichStaz» iu„Abtheilungen" und schildert die Art der CommissiinSwahlen, die ausschließlich von den Majoritäten entschieden werden. Er berichtet Über die Motive zu seiner Wahl in die Commission, die in der Absicht durch die Nationalliberalen erfolgt sei, ihn als Aushängeschild zur Beruhigung der Arbeiter fizuriren zu lassen. Seine Stellung den übrigen 19 CommisfionSmitgliedern gegenüber fei die eines per- sönlichen Proteste« gewesen gegen den Versuch, die Arbeiter unter ein Ausnahmegesetz zu stellen. Deshalb habe er weder ein Wort gesprochen noch abgestimmt, bevor nicht da« ganze Gesetz durch- berathen war, für dessen Zustandekommen die Commission sich redlich abgemüht, während er selbst daS gegentheilige Interesse ge- habt habe. Da« Mitsprechen und Mitstimmen hätte ihm ein Stück Verantwortung nach außen und die Mitunterzeichnung de« CommisstonSberichtS zugezogen, auch habe er ein Interesse daran ge habt, seinen prinzipiellen Standpunkt im Plenum des Reichstages zu wahren, statt in der Commission sein Pulver zwecklos zu v« schießen, uud deshalb habe er bei Schluß der CommissionSarbeiten eine Erklärung betreffs seiner Haltung abgegeben, die zwar nicht im CommissioaSprotokoll niedergelegt, aber ausführlich im„Crim- mitfchauer Bürger- und Bauernfreund- veröffentlicht worden fei. Nachdem in der Commission erklärt worden, daß mau hier keine Grundsätze zu diskutiren, sondern auS der Vorlage Etwas zumachen habe, fei ihm seine Haltung klar vorgezeichnet ge- wesen. Redner schildert unter wiederholt stürmischem Beifall die Hergänge in der Commission, speziell die von Herrn Bamberger (Vorsitzender der Commission) veranstaltete„Probeabstimmung- mit TagS darauf erfolgter„Hauptabstimmung- über den ersten Paragraphen d« Borlage und die dazu in mehrtägiger Berathung gewonnenen Amendements, die bei der„Probeabstimmung- nebst der Regierungsvorlage fielen, während bei der„Hauptabstimmung- die Regierungsvorlage Gnade fand.(Schluß f.) Aerkin. Partei- und GewerkSgenosfen allerort«! Der llebermuth der Fabrikanten begnügt sich jetzt nicht mehr, Ar beiter zu maßregeln, welche dieser oder jeuer sozialistischen Orga nisation angehören, nein, diese Herren gehen noch viel weiter und suchen eine jede Bereinigung von Arbeitern, selbst wenn die- selbe der unschuldigsten Natur ist, zu unterdrücken. Selbstv« stündlich verliert die Harmonielehre angesichts dieser Umstände immer mehr Anhänger und werden die Arbeiter von den Fabri kanten selbst zur Einsicht gebracht und in da« sozialistisch: Lager getrieben. Selten ist wohl aber das Auftreten irgend eines Fabri kanten- oder Meisterstandes ein so schamloses gewesen, al« da* jenige de« Weißgerbermeister auf dem Gesundbrunnen zu Berlin. Seit einigen Jahren hatten die Weißgerbergesellen eine Vereinigung der harmlosesten Natur behusS Unterstützung der wandernden Gesellen gegründet. Die Meister selbst haben bei Entstehung diese« verbände« denselben„mit Freuden- begrüßt. Auch in anderen Orten Deutschland« waren die Gerbergesellen zu demselben Zweck zusammengetreten, ohne daß die Meist« sich im Geringsten darüber mißfällig geäußert hatten. Auf einmal ist e« nun den Berliner Meistern eingefallen, eine Erklärung in ihrem Organe zu veröffentlichen, wonach dieselben keinen Gesellen mehr in Arbeit nehmen wollen, der diesem Vereine angehört, weil derselbe— man höre und staune—„ Strikezwecke- verfolge. Niemand hat sich über diesen, angeblichen Zweck mehr gewundert al« die betreffenden Vereinsmitglieder selbst. Alle Verhandlungen mit den Meist«« haben zu keinem Resultat geführt, da die Ge sellen, und zwar mit Recht, von ihrem Berein nicht lassen wollen, weil sie wohl wissen, daß die Meister nur deshalb die Organisa- tion sprengen wollen, um dann später eine Lohnreduktion desto leicht« durchführen zu können. Leider ist ein Theil d« Gesellen abgefallen und ist aus dem Berein geschieden, um bei den Meistern weiter zu arbeiten; diese Gesellen sind sogar erbärmlich genug und lassen sich von den Meistern zur Arbeit nach Feierabend gebrauchen, um dadurch die strikenden zu ersetzen. Auch läuft folgende Notiz durch die Zeitungen:„Die Arbeitgeber suchen mehr und mehr durch Vereinigung gegen die Forderungen der Arbeitnehmer sich wehrhaft zu machen. So hat sich neuerdings der Berein der Gerbercibesitzer in Berlin als Genossenschaft constituirt, um seinen Mitgliedern Arbeitskräfte zn verschaffen resp. bei etwaigen Ar beitSeinstellungcn sich gegenseitig zu unterstützen.- Also scheinen die Herren um jeden Preis diesen Gesellenverein sprengen zu wollen. Auch die Gerberweister Magdeburg« haben flch ihren Berliner Collegen würdig angeschlossen. Genossen! Da vorauszusehe» ist, daß die ausgesperrten Ge- sellen(nur v«heirathete Leute, da die anständigen von den jüngeren Leuten abgereist sind) noch längere Zeit außer Stellung sein wer- den, hingegen die Meister bei dem gerade jetzt eingetretenen guten Geschäftsgange schließlich doch w«den nachgeben müssen, angesichts dieser Umstände, Genossen, ist e« unsere Pflicht, den ausgesperrten Gesellen Hilfe zu leisten, damit dieselben nicht nachzugeben brau- chen. Gerade, weil die Gerbergesellen noch nicht zu den Unsrigen gehören, müssen wir zeigen, daß wir für die Rechte der gesammten Arbeiterklaffe eintreten und nicht engherzig Denjenigen die Hilfe verweigern, die noch nicht zur Erkenntniß ihrer Klaffenlage voll und ganz gekommen sind und deshalb unserer Organisation noch nicht angehören. Bedenkt, daß ein Sieg der Meister, selbst wenn derselbe über eine andere Organisation geschieht, schließlich aus unS selbst zurückfällt. Mit brllderlichem Gruß. I. A.: Julius Heiland. Unterstützungen sind zu senden an August Keitel, Berlin. N. Grünthal« Straße 34. All- arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Miesvade«. Auch die hiesigen Genossen begrüßen die Be- stredungen zur Vereinigung der deutschen Sozialdemokcatic mit Freuden und wurde die EinigungSsrage bereits in mehreren Partei- aersammlungen diSkutirt. So besprach Nauert am 20. März in einem längeren Vortrage die Gcünde, welche zur Zersplitterung der deutschen Arbeiter beigetrageu und üb« Programm- und Orga- nis. tionSentwurf im Allgemeinen. Am 23. März und 3. April fand die Specialdiskussion statt und wurden von dea hiesigen Ge- nosseu folgende Anträge gestellt: 1) Anstatt des Namens„Deutsche Arbeiterpartei-, zu setzen „Arbeiterpartei Deutschlands". 2) Hl. ad. 2 den Vorschlag der„Tagwacht- direkte Gesetz- gebunz durch da« Volk, d. h. daS Recht des Volke«, Ge- setz: vorzuschlagen und darüber abzustimmen. 3) Hl. ad, 3, anstatt Entscheidung über Krieg und Frieden durch die Volksvertretung za setzen: Entscheidung über Krieg und Frieden durch da« Volk. Unsere Meinung über die Organisationsvorlage werden wir nach genauer Durchberathuuz mittheilen. Auch haben die Genossen ein„Arbeiter-Lesezimmer- ge- gründet und bitten wir diejenigen Freunde der Arbeitersache, welche gesonnen sind, un« durch Bücher, Zeitungen:c. zu unterstützen sich an Unterzeich aeten zu wenden. Fr. Nauert, Neugasse 7, ni. MurzSurg, 9. April. Das letzte Verbot einer Versammlung von Mitgliedern der sozialdemokratischen Arbeiterpartei iu Nüru- b-rg ruft wieder so recht lebhaft die gar sonderbaren RechtSver- Hältnisse, in denen die Arbeiter BaiernS leben, Denjenigen in« Gedäibtniß zurück, welche bis jetzt der Ansicht waren, daß wir überall da«„gleiche Gesetz- und in Folge dessen daS„gleiche Recht" mit anderen Staatsangehörigen theilen. Wenn wir die Anstrengungen, welche die„löbliche Obrigkeit- zur Bekämpfung der„rothen Reichsfeinde- in Baiern macht, in» Äuge fassen, wenn man die verschiedene ganz beliebige Aawendung de« VereinSzesetzeS und der Bestimmungen über Versammlungen, wie sie an den verschiedenen Plätzen unsere«„Vaterlandes- geübt werden, betrachtet, so wird einem mit schlichtem Unterthanenver- stände ausgerüsteten Menschen ganz wirr im Kopfe, und schon gar Mancher ließ sich zu Urtheilen verleiten, die vor dem kritischen Blicke des Staatsanwalt« keine Gnade fanden und zu kürzeren oder längeren„Badereisen- der ruchlosen Verfasser führten. Um nun einer derartigen„Sommerfrische- auS dem Wege zu gehen, will ich nur eine kurze Statistik aller in Baiern vorgenommeneu „Auflösungen- geben und die örtlichen Verhältnisse mit einander vergleichen. Zu diesem Zwecke werde ich erst mit dem Jahre 1373 beginnen. Die erste Auflösung einer Partei-Mitgliedschaft wurde damals von dem Bürgermeister Gehring in LandShut, bekanntlich auch ein „Rechtskundiger-, unter der Motivirung, daß„sothane Mitglied- schast ein politischer Verein sei, der mit anderen politischen Ver- einen in Verbindung stehe-, verübt. Die Sozialdemokraten Land«- Hut« ließen sich die« nicht gefallen, sondern ergriffen die Berufung an die Regierung von Oberbaiern. Diese gab der Berufung Raum und bestätigte,„daß Mitgliedschaft und Verein«icht ein« sei-. Der He«„Rechtskundige- hatte sich blamirt, und die So- zialdemokraten betrachteten die« als einen um so größeren Sieg, als sie damit ein Präcedenz für alle künftigen Fälle gegeben glaubten. Wirklich war auch bis zum Frühling 1874 Ruhe, aber mit dem Erwachen der Natur schien auch die„Intelligenz" der Polizisten ganz gewaltig aufgethaut zu sein. Nachdem erst der wackere Bürgermeister von Hof die rettende That vollbracht uud mau dort die„Theiler" in alle Winde zerstreut hatte, ging der Kulturkampf Nr. 2 in München lo«. Die„Organisation de« arbeitenden Volke« in München" wurde„aufgelöst", und da trotz- dem noch verschiedene Taufende von Arbeitern die„VolkSversamm- langen- besuchten, so wurden auch diese aufgelöst und außerdem den Wirthen mit dem Zaunpfahle so lange gewinkt, bi« sie ihre Lokale den bösen„Rorhen- versagten. Da, al« mau stch iu München eben auf den kaum gepstückten Lorbeern ausruhen wollte, um Kraft zu neuem Schaffen zu erlangen, erscheint plötzlich ein Aufruf der„sozialistischen Krakehler- Nürnberg« zu einem bairischeu Arbeitertage und zur Organisation eine« bairischen AgitationS- Comitäs. Da war eS um die Ruhe der„StaatSretter- großen und kleinen Kaliber« geschehen, ein derartiger Frevel mußte be- straft werden. DaS Wie? mußte gesunden werden. Man konnte zwar den Arbeitertag nicht mehr hindern, aber man konnte ihn beuutzen.— Hatte da einer der Erzrevolutiouäre den Einfall, den Delegirten de« Arbeitertage« öffentlich zu ratheu, sie sollten nicht alle Beschlüsse an die große Glocke hängen uud vertrauliche Mittheilungen auf einem Spaziergange austauschen. Da« mußte „staatSgefährlrch- sein: Sozialdemokraten spazieren gehend und dabei vertraulich plaudernd— wenn da keine«Verschwörung- da» hinter steckte, dann war überhaupt noch nie ein„Hoch- und Lan- d»S-Verrath- begangen worden, hier mußte man also„retten". Und man„rettete- in Nürnberg und München, al« den Centralpunkten der„Umstürzler". Vernehmung der sogenannten Führer und De» legirten. Al« man trotz der„Vernehmungen" Nichts vernommen, da eben nichts„Heimliches- existirte, wurde aufgelöst— in München: die Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Ar- beiter-Preßverein, die Mitgliedschaft der Schneider, Schuhmacher, Holzarbeiter, Metallarbeiter, Töpfer und Mal«; in Nürnberg, GlaiShammer, Wörth und den umliegenden Ortschaften: die Mit- gliedschaften der Partei und verschiedene Gewerkschaften; iu Land«- Hut wiederholt die Mitgliedschaft der Partei; desgleichen in Er- langen und Bamberg. Da« waren gewaltige Anstrengungen, die Sozialdemokraten hatten keine Organisationen mehr, sie waren„vernichtet". Da— man sollte solche Frechheit kaum für möglich halten— nachdem man die„Kerle" kaum bezwungen, gründen sie Wahlvereine und zwar wieder in der Weise, daß an der Gesetzlichkeit der Bereinigung gar nicht gemängelt werden konnte. Doch auch hier schaffte man Rath; ging das„Auflösen" nicht wegen„Ungesetzlichkeit der Ver- einigung", so ging eS vielleicht auf andere Weise, man durfte nur suchen. Man suchte und fand— die„destruktiven Tendenzen". — Die Wahlvereine Nürnberg, LandShut, Erlangen fielen, und die Polizei hatte wieder gesiegt. Gesiegt? Ueber waS? Ueb« die Organisation der Arbeiter wohl, hat sie aber auch gesiegt über die Idee, welche diese Organisationen erfüllte?-- Man hat da» Pulverfaß zerschlagen, daS Pulver zerstreut, aber nichts desto we- niger bleibt das Pulver, und e« trägt als solches seinen redlichen Theil zur Verbreitung der unter der Asche glimmenden Gluth, die einstmals zum Freudenfeuer der Freiheit aufflammen wird, bei.— Die„Aaflösungen" waren also nutzlos, ja sie waren sogar schädlich für Diejenigen, welche in ihrem staatsretterischen„Amts- eifer" daS Auflösen, Anklagen und Verdonnern besorgten; und sie waren außerdem noch etwaS ganz andere«: sie waren dem Ge- setze nicht entsprechend. Den letzteren Satz zu beweisen, muß wieder auf die Redens- art von„gleichem Recht und Gesetz" am Eingange dieses zurück- gegriffen werden. Entweder giebt es in Baiern ein„gleiches Recht nnb Sesttz' und bann mußten all« politischen Organisationen, die ähnlich gegliedert waren wie die sozialdemokratische Partei: tt mußten bte Organisationen der liberalen nud ultramontaneu Partei, deren Bezirks-, Areis» und Landesvereiue, die unter der ausgesprochensten öffentlichen Centralleitung, und also ganz gewiß .in Verbindung- stehen, ebenfalls„aufgelöst- werden, es mußten die Mitgliedschaften der Partei und der Gewerkschaften an allen Orten Baiern«, es mußten dann, diesem Vorgehen entsprechend, ebenfalls alle katholischen und protestantischen Gesellen-, Wander-, Kranken- ober Sterbe- Unterstiitzungsvereine(denn die Gewerkschaf. ten find auch Kranken-, Reise» und Sterbe- Unter stlltzungsvereine) „aufaelöst-«erden. Die Herren Staatsretter werden mir hier vielleicht einwenden: .die Gewerkschaften haben Politik getrieben-,'Allerdings in einem .fteien, konstitutionellen Staate- ein schauderhafte» Verbrechen; allein man hat hier eine Kleinigkeit vergessen, und diese Kleinig. keit heißt: beweisen. Man konnte nicht beweisen, daß die Ge- werkfchaften als solche.Politik getrieben- hatten, denn hätte man die« beweisen können, dann hätte man auch ganz bestimmt die Verwaltungen sämmtlich vor Gericht gestellt, d. h. in diesem Falle eingesteckt; denn wenn ich auch nur Uber einen ganz gewöhnlichen Unterthanenverstand verfügen kann, so begreife ich doch, daß man Niemanden verfolgt, um ihn wieder laufen zu lassen, und von der .Humanität- oder der.milden Praxis- unserer Rechtspfleger gegen die.Petroleure- hat gerade München schon verschiedene Proben 8«liefert. Man hat aber nicht angeklagt, in Folge.Mangel» an Zeweisen-, wie die Formel heißen wird, und damit ist eingestan- den, daß man mit den.Auflösungen- nicht aus dem Boden de» »Rechtes und Gesetzes- gestanden hat. Doch noch Etwas. Wenn die Schließungen und Auflösungen ber Partei» Mitgliedschaften in München, Nürnberg, Landshut, Erlangen, Hof, Bamberg gesetzlich waren, welche» Gesetz gilt dann in Fürth, Augsburg, RegenSburg, Würzburg, Baireuth, wo die- selben Mitgliedschaften, mit derselben Organisation und demselben Programm gesetzlich bestehen? Und wa» hier von der Partei ge- sagt ist, gilt auch von den Gewerkschaften. Summireu wir, so kommt als Resultat heraus: Daß die verschiedenen Auslösungen den gewöhnlichen Vorstellungen, welche fich der Unterthanenverstand von.gleichem Recht und Gesetzmacht, nicht entspricht, daß diese.Auslösungen- den.bedrohten Bestand der Gesellschaft- nicht gerettet, sondern erst recht erschüttert haben, und daß unsere Sache nur um so mehr Sache de« ge» sammten Volke« wirb, je ärger man un» verfolgt und anklagt, auflöst und einsperrt. Also nur immer fort im Thema; wir werden unfern Mann stehen und die Fahne immer hoch halten, für die wir un« verpflichtet haben; unsere Feiode werden uns eben so wenig ein- schüchtern, als sie un« zu gewaltsamen Stritten verleiten wilden. Nüchternen Kopfe», mit klarem Blicke und unter weitestgehender Ausuützung der Gesetze werden wir für unser hohe» Ziel kämpfen: für die Errichtung eine» Staate», in welchem e» keine Ausbeuter und Sklaven, sondern nur gleichberechtigte Menschen giebt. C. F. Rick. Köln. Montag, den 4. April, hielten wir im Lokal de» Hrn. Weber ein« zahlreich besuchte öffentlich« Schreioerversammluug ab, in welcher Heinrich» über die Tagesordnung:„Die vereinigten Tischler und deren Beschlüsse- sprach. Der Referent bewies au» der heutigen sozial-politischen Lage der Arbeiterklasse die Berech- tigung de» Kampfe» gegen die Klassenherrschaft und stützte sich in semer Beweisführung namentlich auf den famosen„Arbeiterspicgel- Harkort« und den Vorschlag Camphausen» zur Hebung der deut scheu Industrie. Nachdem noch Herr Krüger gesprochen hatte, wurde gegenüber dem Beschlüsse der hiesigen Tischlermeister, sich ber neunstündigen Arbeitszeit zu widersetzen, hingegen an der zehn- stündigen festhalten zu wollen, folgende von Heinrich» gestellte Resolution einstimmig angenommen: .Die heutige Schreinerversammlung erklärt gegenüber den Be schlüssen der Generalversammlung hiesiger Schreinermeister: An der durch die vorjährige Agitation errungenen 9'/»stün digen Arbeitszeit vorläufig festhalten zu wollen, sie erblickt jedoch darin einen Fortschritt, wenn diejenigen Meister, welche bi« dato eine allen humanen Begriffen hohnsprechende lange Arbeitszeit in ihren Wnksteller gedulvet haben, sich den Beschlüssen der Meister unterwerfen.- Müller, Schriftführer Krefeld. Wenn über die hiesige Arbeiterbewegung auch seit längerer Zeit nicht» berichtet wurde, so würde man den Cre- felder Parteigenossen Unrecht thun, wenn man daran« den Schluß ziehen wollte, e« geschehe hier überhaupt nicht«. Wie falsch man un» durch diese Annahme beurthcilen würde, erhellt schon daraus, daß die Liberalen wie Clerikalen in ihren Blättern sowohl sl» Versammlungen un» zu schädigen trachten. Gar gern möchten diese.Kulturkampf-- Gegner, die aber in puncto Sozialismus fich in die Hände arbeiten, un» durch allerlei kleinliche Chikanen au» hiesigem Orte bannen, aber vergebtnS ist ihr Bemühen. Die Sozialdemokratie hat e» sich zur Ausgabe gestellt, für da» Wohl und Wehe de» Proletariat» einzustehen, und trotz Berleum- dung, kotz Verfolgung wächst unsere Zahl auch hier. Wenn auch viele sich nicht öffentlich zu un« bekennen, so haben wir doch viele Gesinnungsgenossen. Aber um entschiedener zu wirken, mangelt e« un» hier an tüchtigen agitatorischen Kräften. Zwar referrrte Auer Mitte Sommer vergangenen Jahre» in einer BolkSverfamm- lnng in der Bockhalle, welche auch so zahlreich besucht war, daß da» große Lokal überfüllt war, aber da» sind doch nur Selten- Helten. Auer sprach sehr gediegen und e» zeigte sich eine große Begeisterung für unsre Sache. Auch E. R. Wolf hielt hier einige sehr gut verlaufene Be, sammungen ab. Zum Sckluß noch die Bemerkung, daß die Vereinigung der beiden Fraktionen sehnlichst herbeigewünscht wirb. Der Vertrauensmann. Kamönrg. An die Tapezierer-Gehülfen Deutschland» Eollegenl Wir halten e» für unsere Pflicht, Euch die knechtische Lage der Hamburger Tapezierer-Gehülfen vor Augen zu führen. Untenstehende», von den Prinzipalen auSgeheckte» Arbeitsprogramm, welche» seit 2 Jahren bei un» in Anwendung gebracht wird, möge Euch ein Mahnruf sein, daß e» endlich an der Zeit ist, in ge- schlossener Phalanx solchen un» entwürdigenden Verhältnissen ein Ende zu machen. Der Fachverein der Hamburger Tapezierer-Gehülfen. per Adresse: Culmbacher- Bierhalle, Raboisen bei Egger». Da» Arbeitsprogramm lautet: Die unterzeichneten Tapezierer haben sich am heutigen Tage über nachstehende Punkte geeinigt und bringen hiermit z>r allgemeinen Kenntniß und zur Nachachtung der Herren Gehülfen: ß 1. Die Arbeitszeit währt 12 Stunden, einschließlich 1'/, Stunden Mittag, Vi Stunde Frühstück, Vi Stunde Vesper; der Beginn ber Arbeit ist vom Prinzipal festzustellen. ß 2. Der Minimal-Lohn für den auf einer Werkstätte neu Einlretenden ist pro Tag 24 Sgr., welcher durch Uebereinkunft zwischen Gehülfen nnb Prinzipal erhöht werben wirb. Ans einen Gehülfen, bessen Brauchbarkeit anerkannt ist, findet obiger Lohn- satz keine Anwendung. § Z. Jeder Gehülfe, welcher in legaler Weise aus einem Ge- schäste entlassen wirb, erhält einen nach bestimmter Borschrist for- mulirten Entlassungsschein, welcher demselben al« Legitimation dient, um in einer anderen Werkstclle aufgenommen zu werden; andere al» von den Unterzeichneten geschriebene Entlassungsscheine legitimireu den Inhaber nicht zur Annahme. § 4. Sollte von den Gehülfen eine allgemeine Lohnerhöhung oder kürzere Arbeitszeit oder sonst Aehnliche« verlaugt werden, so verpflichten sich die Unterzeichneten, ihre Werkstellcn zu schließen und nur denjenigen da« Arbeiten zu gestatten, die sich nachweislich der Bewegung nicht angeschlossen haben. § 5. Gehülfen, welche wegen Betheiligung an einer Arbeit«- einstelluuz entlassen werden, erhalten keinen Entlassungsschein, der al» Legitimation im Sinne de» Z 3 benutzt werden kann, und sind solche in keiner Werkstclle der Unterzeichneten zur Arbeit zu- zulassen. § 6. Da» Engagement eine» Gehülfen wird nur mit der Bestimmung einer dreitägigen gegenseitigen Kündigung abge- schloffen. Hamburg, den 10. Februar 1373. (Folgen die Unterschriften.) Diese» VerschwörungS-Dokument der Prinzipale sagt mehr al» irgend ein langer Artikel über unsere Lage. Die auswärtigen College» mögen sich hüten, daß man auch ihnen nicht eine ähn» licht Daumenschraube ansetzt und sie ihrer freien Bewegung völlig beraubt. Um mit Erfolg gegen die Uebergriffe der Prinzipale aufzutreten, ist e» nothwendig, einen allgemeinen Tapezirer- Verband in» Leben zu rufen. Mögen diese Zeilen hiezu eine wirksame Anregung sein! Zweiter Namens- Aufruf.- Christoph Staib, Brötzingen. Ernst Claar, Ober-Peilau. Peter Per» Ahrweiler. Carl ttorn, Panosdors. Fachoerein der Tischler, München Otto Rosenhain, Eonstanz. Dritter Ramens- Aufruf. I. Kürschner, Pest. Hugo Senf, Sera. F. Feilhauer, Wien. W. Hesse, Erfurt. Vittor Bertram, Pforzheim. I. Scherm, Nürnberg Lb. Hank, Römerstadt/Mähren. A. Aleiuik«, A. Krause, S. Sörges u. Metzner, Berlin.(9. Saiserltng, Schloß. Chemnitz. Hartwig Harimann, München- bernsdorf. Julius Reichert, Mühlhausen i. Elf. Tschwoluosssk?, Wien. Carl Dieterich, Borna. S. Kleesattel, Heidelberg. I. Stöbe, Celle. S. Seyler, Kaiserslautern. Phil. Walz, Cassel. Hau» Wörleta, Nürnberg. Adolf Rösch und Aug. Rösch, Frankenberg i/S. F. Zimmerte, Schloffer in Baiers- dorf bei Ravensburg. Jahnke und«redemeyer, Wandsbeck. Thieme, Gafiwirth, Grimma. Schahmachergewerkschast, Würzburg. E. Jkert, Heidelberg. H. Busse, Hannover. S. Süß, Waldltrchen. W. Srünberg, Zehdea a/O. I. Schmalscheid, Bill. Berein Seestendorf. Nowottny, Lokomotivführer, Meran Tyrol. F. Heber, Stnttgardt. I. Pitr, Aachen. S. Pauli, Straßburg. Jacques Seywart, Martirch t. Elsaß. Georg Hirz, daselbst. D. Sorg Sohn, daselbst. S. Wendisch, daielbft. Joh. Oadratsckieck, Mähr. Schönberg. Jean Schäfer, Markirch i. Elsaß. R. Schlingmann, Berltn. F. Obermann, Neviges. Schott, Straßburg. ». Sippold, Restaurateur, Remda. C. T. Schubert, Sohland. « Eschen, Borschemtch. A. Müller, Binsheim a/RH. Th. Harm«, Berlin. I. Grundstein, Preßbnrg. I. Parisot, Lausanne. S. Petermann, Bischofswerda. S. Reichel, jetzt in Chemnitz. Partei Fstrth und deren Bürgen. F. Wilhelmy, Schwäbisch- Gmünd und dessen Bürgen. Rttgliedschast, Wiesbaden aus Grund Protolollab- schrift vom 1». Dez. 1372. Bürgschaft sür den verstorbenen Engelhardt anlangend. Abschrift, beglaubigt von W. Schmidt und Jos. Schweiß. Etwaige Beschwerden gegen den Namensausruf find direkt an de» Partei-Ausschuß nach Hamburg(Z. Auer, Breitestr. 39, Hinterhaus, Hof I) ja adresfiren. Einfacher Namensaufruf erfolgt dreimal, dann da« Weiter«. Alle Parteigenossen, Vertrauensmänner>c. find dringend gebeten, den Ramensaufrus zur Kenntniß der Genannten zu bringen. Leipzig, Mitte April 1375. Die«rpebition de»„BolkSstaat" Zeitzerftraße 44. Vertrauensleute und Parteigenossen welche über den Aufenthalt der nachfolgenden Personen Ausschluß ertheilen könneu, werden dringend gebeten un« baldigst Nachricht zugehen zu lassen: Ott» Rosenhain, früher w Constauz. I. B. Parisot, ftüher Lausaune. A. Müller, Buchbinder, ftüher in Benshttm a/RH. Schott, früher bei Carl Pech in Straßburg. Nowottny, Lokomotivführer, ftüher in Meran Tyrol. Florian Holzmann, früher m Linz, Mattahtlfergasse 14/l. Joh. Rollwagen, Hasenhaarschneider, ftüher in Graz, nnn bei Wien. I. I. Grethner, früher in Neustädten bei Lörrach. Tb. Kalb, früher tn Frankfurt a/M., Zadengaffe. Müller, Kalkbrennerei- Inspektor, ftüher in Kellsch t. Oberschlesten. Joseph Huppe, früher in Salzburg im schwarzen Rößel. Kaiser, Tischler tu Hamburg, Hopfenstraße 1/3, St. Pauli. Louis Schmidt, ftüher in Prag, Korngasse 4. volkßpaat» Expedition, Zeitzerftraße 44, Leipzig. Erster Namensaufruf der AbonnemeutsreftanUn Leipzig» und Umgegend. Forener, Barsußgäßchen 8/4, Mrk. 0,60. Stirken, Dörieustr. 2,26. Reißmüller, Dresd. Bahn, Schmied« 1,20. Fiedler, Frankfnrterstr. 1,76. Hesse, Gerichtsweg 1,76. Stäb», Hainstr. 1,00. Nordmann, Körner- straße 1,75. Wolf, Hohestr. 3,80. Kunze, Autonstr. 3,60. Riedel tu Reuscht's Buchdr. 4.20. Büchner b. O. Leiner 4,90. Tenscher, Prenßer- gäßchen 11/2 1,80. Bann», Sind. 6,25. Frei, Gerichtsweg b. Meyer 4,10. Reichelt, Ulrichsgafft 18,76. Herrmann 1,20. Schätz, Schlosser 8,6. Herrmann, Reich»str. 3,60, Sichhorn, Stein haner 3,60. Gehler, Stein- haner 3,60. Bergmann, Antonstr. 1,20. Dtetze, Dresden. Bahn 1,76. Wagner, Friedrtchstr. 1,76. Richter, Friedrichstr. 1,76. Ostermann, Srimmaischestr. 1,76. Pelkhofer, Hainstr. 1,76. Fätisch, Körn er str. 8,65. WinNer, vlücherstr. 1,75. Bi-drich, Drechsler 1,20. Gebhardt, Drechsler 1,20. Schobert, Qnerstr. 1,76. Böhme, Thalstraße 1,76. Hänschel Wiesen str. 1,76. Kellermann 1,76. Zweiter Namensaufruf. Jäuel, Lackierer, vraustr. 3, Mark 3,00. Niemann, dar dem wind- mühlenthor 11,35. Schmidt, Dresdener Bahn 1,76. Winkler, Dres» dener Bahn 3,50. Zirkenbach, Dresdener Bahn 6,26. Siebert 1,76. Reicheubach b. Becher 6,80. Kuntze, Frankfurterstr. 10,36. Kießling b. Perlitz 1,76. Richter, Friedrichstr. 8,70. Wagner. Friedrtchstr. 8,76. Hesse, Gerichtsweg 1,76. Wolf, Hohestr. 3,00. Albant, Lützowftr. 10,00. Herchert, Schuhmacher 6,60. Paatsch, Reftaurat. 3,60. Bretschueider, otad. 6,26. Müller, Former 3,00. Watzelt, Schneider 1,76. Oberländer, Schneider 6,00. Linke, Schneider 6,60. Grenzdörfer, Meseustr. 2,40. Büchner, Buchdrucker 4,90. Uhltch, Steinsetzer 1,76. Henig, Buchdrucker 3,30. Sauter, Buchdrucker 6,30. Rudel 1,80. Sattler, Reudnitzerstr. 4,96. Jakob, im Bad Mildenstein hier 3,60. Frei, Setzer 4,10. Bödme, Lakterer, Thalflr. 6,46. Franke, Böttcher 2,60. Türk, Lindenau 12,10. Fiedler, Maurer 2,40. Herbst, Maurer 3,66. (Forts, folgt.) Nach dreimaligem vergeblichem Naweusaufruf wird die Beitretbaug durch deu Auwalt vollzogen werden. Dir Expedition de»„Volksstaat- Zeitzerstraße 44. Adresse« der vedokmächtigte« der Metallarbeiter- Gewerkschaft. Augsburg. Wilhelm Landmann, Jakober-Thor 1, 163». Berlin. Louis Döring, BrunnensK. 121», 2 Tr. Braunschweig. Heinrich Körting, Bohlweg 47, Hinterh. 2 Tr. Bremerhafen. J.Sältz, Ellhornstr. 110, Gcesieudors(Post Geestemünde). Cannstadt. Karl Jäger, Seelberaerstr. 140. Chemnitz. C. Herm. Hickethier, Postsk. 34. Eonstanz. M.Meier, Schlosser, Angnstinerstr. 620. Crimmitschau. Rud. Habelitz, niedere Borstadt 357. Dresden. Robi Temper, Langestr. 6. Darmstadt. Christ. Wilhelm, Arheiligensk. 37. Erfurt. Joh. Rudolph, Gotthardsk. 29. Eßlingen. Gottlob Kleinknecht, bei Hausbesitzer Ensinger, Pliensau« Borstabt Nr. 4. Furth. Georg Götz, Ratnitzstr. 30. Gotha. R. Bochert, Salzengaffe 30. Göppingen. Frdr. Decker, bei G.Kunze, Kupferschmied. Gießen. Karl Emden, bei Schuhmacher Best, Sandgasse. Hannover. F. Tweele, Kirschenstr. 2. Harburg. Aug. Borchardt, Langesk. 12. Schw.-Hall. Chr. Frank bei W. Erb, Mechaniker, Blendstadt 324. Lechhausen. Albert Lichtensteiger, Krankenhausgasse 417. Leipzig. Richard Ludwig, Bayer'sche Straße 9C, 4 Tr. Ludwigshafen H. Müller, bei Hutter, Oggersheimerstt. Mannheim. Wilhelm Müller, Schlosser, Lit. I 2 Nr. 16. Nürnberg. W. Hölbe, Schlosser, Platwersgassc 919, 9. Pforzheim. Jacob Lenz, am Mühlbach 166, 2 Tr. Ravensburg. Chr. Schaal, bei Kaminmacher Frvmmel, Bachstr. Regensburg. Jakob Malgersdorfer, silberne Fischgasse l) 39, 1 Tr. l. Reutlingen. Alois Hölzle, Mechaniker, bei Chr. Koch berger, Linden« straße 326. Saalfeld. Anton ZechovSky, bei H. Lerche, Neue Gasse. Stollberg. Emil Bachmann, Herrenstraße 347. Stuttgart. Carl Strobel, Schlosser, Lorenzsk. 3, Hinterh. 2 Tr. W erbau. Julius Otto, Reichenbacherstr. 30. Wolfcnbüttel. Albert Salzmann, Lange Herzogsk. 32. Würzburg. Joseph Winter, Semmelstr. 57. Quittung. der Expedition. V. Fr. Hh Plagwitz Ab. 3.00. H. Fnnmnn Duis- bürg Ab. 6.66. R. F. Wien Ab. 3.00. A. Ldmn Altona Gchr. 2.00. Schnetveroeretn Hannover Ann. 1.50. Mllr hier Ab. 1.30. Pfttschur Hohenstein Ab. 64 37. Ehmnn Berlin Ab. 61.90, Schr. 8.10 Bylmn Aachen Schr. 11.00. Fchnr Essen Schr. 9.56. Lutrmnn Chicago Ab. 147.93. Drschl Lausigk-Schr. 2.40. Lsk Jnoraclaw Schr. 4.50. Grndmun Großenhain Schr. 30.00. Hß Erfurt Ab. 49.06. Ihn Freadenthal Ab. 6 51. Uftt Weimar Ann. 0.76. Frisch Großzschocher Ad. 9.20. Wahl- verein Frankfurt Ann. 0.60 J. Endr» Augsburg Ab. 84 00._ Food f. pol.Semaßregrlte. B. Bollsversamml. in Naunhof d. L. 5 00._ Für die oaSgcsperrtea Arbeiter der Bogel'sche» Fabrik. Bon den Formern der vg. F. d. Löbel 6.60, vom Sängerbund hier 16.00, durch Fraz Coblenz 6.00. R. Ludwig. Anzeigen:c. Die rechts in f] angegebene Ziffer bedeutet den Preis der betreffenden Annonce in Reichspfennigen. Ti-»»-»»»«»»» Sozialdemokratische Arbitterpartei. OUlIHtll Samstag, den 24. April, Abend» 8 Uhr, bei Herrn Friedr. Kuevel», alter Markt: Geschlossene Mitgliedetversammlung. ____ Der Lerirauensmano.[50) (Sonnetm� SDlttitt0(h, den 21. Apttl"Z?sammeurunft in Ger- h a rdt's Restaurant._____ D. B.[30] it flU Sozialdemokratischer Wahlverein. tfTUUlTim U. JUi. Freitag, deu 23. April, Abend, 9 Uhr, bei Herr» Psllhl,J)eil 47: ' tschlossenc Versammlung. Der Borstand.(60} Sozialdemokratischer Arbeiterverein. �UNIUNCg Sonnabend, deu 8. Mai, tn Klett's Gesellschaft»« Garten, Wexstraße 8: Gr»ße< Lokal- und Znstrumental-Concert«ebst Lall. Festrede von August Geib. Kaffenprei« 60 Psenntge. Karten im Voraus 45 Pfennige. Damen ftet. Saalössuuug 8 Uhr. Anfang halb 9 Uhr. Da» Comitö.(260} Da« Comits.(126 Montag, d. 26. Aptt�Adends�Uhr, aus Bella-vist« Ball. Freunde können eingesährt werden. 0-,i H»«<« Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag, dm 23. d«. Mt«., Abend« halb 9 Uhr: Geschlossene Veisammlung im Restaur. Bellevue(Letpz. Saal) Tagesordnung: Rechnung»- Ablage. Anträgt der Mitglieder. Kartm find vorzuzeigm.— Allseitige« Erscheinen ist oothwmdig. __ Der B o r st a o d.(60 Vlies Gewerkschaft der Holzarbeiter. fetl-p]!" Sonnabend, den 24. April: Versammlung Windmühlen straße Nr. 7.— T..O.: Diskasioa über dea Aaerag die Errichtung einer Gewerkschaft»- Blbltothet betreffend. Wahl eiue» Steuer- Coatrolleur». Fragekastm. Ausnahme neuer Mitglieder. Mittwoch, den 21. April: Ausschußfitzung. D. B.: H. Schifsel.(70 ftinv-tis»« A, 1t mit Sonnabend, den 24. d. M,«beuds Vlulirimu(X U«iy. 8 im: Oeffeatliihe Versammlung der Eisen- und Metollarbeiter im Gasthof zum Stern tu Lindenau.— T.-O.> Zweck und Nutzen der Gewerkschaften. Refermt H. Ramm. Zahlreichem Erscheinen steht mtgegm Da« Sinbernsung» Cowitö.(60Z fliiittf hSÜtsrC Donnerstag, den 22. April, Abend» halb 9 Uhr, WUUllSliCU im Saale der Harmonie: Grosse Volksversammlung. Tagesordnung: Die Bereinigung der beidm sozialdemokratischen Ar beiter-Fraktiouen Deutschland». Da« Programm und die Organisation der Ardetter-Partei. Referenten: R. Wolfs an« Chemnitz und C. A. R> ch ter._____ I.«.: I. Kölln.(80} Einen Theilnehmer zu einem Zimmer sucht Hugo Adam, Berlin 8. W., Kommaudantmstr. 20, 3 Tr., bei Schindler. Durch die Geburt eine» munteren Javgm wurden heute tzocherfteut Wilhelm Ufert und Frau. Weimar, den 16. April 1376.__(75] Nachträglich. Unserm Freund und Genoffen Friedrich Frieße zu seinem 20 sten GeburtStag ein dreimal donnernde« Hoch, dag die ganze Bude wackelt, und daß e» bei Andrea« zu hören ist. F. S. B.«. S. D. M. G.(126] Berautwortticher Redakteur: H. Rindt. Redaktion Hohestraße 4, Expedition Zeitzerftraße 44, in Leipzig. Druck und Verlag der Äeuoffeuschaftsbuchdruckern in Leipzig.