Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Somuag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhandlungen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, L« 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, . k. W. Corner Third and ooates str. Philadelphia, Abonnementsprns für ganz Deutschland IM. 60 Pf. pro Quartal. MonatS- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstallen auf den Lten u. llten Monat und auf den 3ten Monat besonders an« genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgtb. Sachs.-Altenburg auch auf den I ten Monat des Quartals a 54 Pf. Organder sozialdemokrattschenArbeUerpaneiMd der mtermtlonalenGevierksgenossenschaften. z»serate, dt»«bhaldmg»»a Partei-, Herein»« and«».kSverfamml-mgeu, sowie die Filial- Bxpeoitionen und sonstig» Partei« Angelegenhetten betreffend, werdm mit 10 Pf.,— Privat-«od Vergnügung»- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigesvalten« Petit-Zeil» berechnet. Nr. 54. Mittwoch, 12. Mai. 1875. Ueber den Programmentwurs. Zwei Stimmen au» der Partei. L Zum neuen Parteiprogramm. „Kein Ort der Freiheit sei dem andern fremd." Wenn wir hiermit den von allen GesinnungSgenoffen mit Freuden begrüßten Entwurf eines neuen und Allen gemeinfchaft- lichen Parteiprogramms zum Gegenstände einer Besprechung Machen, so geschieht eS nicht, um in eine ausführliche Erörterung der einzelnen Paragraphen desselben einzugehen. DaS bleibe be- rufeneren Kräften vorbehalten. Vielmehr ist eS ein einzelner Punkt jenes Entwurfes, dem unsere Betrachtung gelten soll und auf den wir die Erwägungen aller Gesinnungsgenossen hinlenken möchten, weil er unS von einschneidender prinzipieller Wichtigkeit zu sein scheint— eine Ansicht, in welcher wir durch die vielfache Hervorhebung, die er bei Freund und Feind bereits erfahren, be- stärkt werden. ES ist der vorgeschlagene Name der neuen Partei:„Deutsche Arbeiterpartei". Der Name einer politischen Partei soll, so viel wir wisien, Zweck und Ziele der betreffenden Partei für Jedermann erkennbar wiedergeben, die Quintessenz, möchten wir sagen, deS ganzen Pro- grammS enthalten. Erfüllt nun der in dem Entwürfe vorgeschlagene Name jene Bedingung? Findet, müssen wir hier fragen, das gewichtige Betonen, ja geradezu Andiespiyestellen der Nationalität, wie eS in der Benennung„Deutsche Arbeiterpartei" liegt, irgend eine Be- gründung in dem Programm und den Bestrebungen deS Arbeiter- thums? Einer der schönsten Ehrentitel der gegenwärtigen proletarischen Bewegung ist«S, daß sie zuerst eS war, die mit dem bornirten I Nationalismus offen gebrochen hat, mit jenem Völkerwahn, in deffen Namen jetzt, wie einst in dem deS„Glaubens", die Feinde der Menschheit ihre blutigen Orgien feiern. Sie hat diesen Bruch zur Thai werden lassen ui jener grandiosen Idee, die vor nun mehr als einem Jahrzehnt zu London in die erstaunte und er- schreckte Welt getreten ist, und die vielleicht nur an dem einen Fehler leiden mag, daß sie um so und so viel Dezennien zu früh(?) zur Well kam. Brauchen wir an dieser Stelle zu erörtern, was dieser Gc- danke der Völkervereinigung an Großem, Befreiendem, wahrhaft Cultursörderudem alles in stch schließt? Brauchen wir hier zu zeigen, wie gerade daS Proletariat auf jene Idee nothwendig stoßen mußte, weil auch das hohlwangige Gespenst der sozialen Frage sich blutwenig schiert um die bunten Psähle, die sie riugS nm die Länder gesteckt haben, und weil der knurrende Magen de« Proletariat« nur eine Sprache spricht an den Usern der Themse so gut wie an denen der Seine, der Spree oder der Donau? Braucken wir endlich hier zu zeigen, wie schon aus rein praklischen und taktische» Gründen da« arbeilende Volk festhalten soll und muß an der Idee der Völkergemeiuschast— jener eisernen In- ternatiouale gegenüber, die allezeit bereit ist, sich zur mörderischen Hetzjagd zu vereinigen, wo irgend nur ein Volk Miene macht, dem Gehege der Tyrannei zu entfliehen,— und jener papie- reneu Internationale gegenüber, die sich nicht im Mindesten be- denkt, die Millionen, die sie dem„Baterlande" im Augenblicke, der Noth vorenthalten, dem„Erbfeind" zuzustecken, sobald dieser uur gute Prozente zahlt, und die eben so unbedenklich den pol- Nischen, den wälschen und bald auch, so Gott will, den chinesischen Arbeiter in Lohn»iwmt, indeß der deutsche„Bruder" ruhig verhungern kann, einfach weil jene billigere„Hände" sind, als diese? Das Alles ist an dieser Stell: eben so oft wie in beredten Worten ausgeführt worden. Wir glauben nicht, Lügen gestraft zu werden, wenn wir be- haupteu, daß die sozialistisch: Bewegung heute untrennbar ver- Kunden ist mit der Idee de« KosmopolitiSmuS. Nationalität ist für sie eiuS der Wörter, daS einfach ausgestrichen ist auS dem Wörterbuch der Zukunft. Und der Name deutsche Arbeiterpartei? Er ergiebt sich dem gegenüber geradezu als eine contradictio in adjecto,*) als gleich bedeutend mit dem bekannten hölzernen Eisen. Und zudem, welchen Eindruck muß eS gerade jetzt, in einem Augenblicke, wo wir die Mächtigen der Erbe stch von Neuem ge- gen den Frieden der Völker verschwören sehen, wohl machen, wenn das Proletariat gerade jenes Landes, daS heute mit Recht als der wüste Rausbold im europäischen Völkerhause gehaßt wird, plötzlich seine„Deutschheit" betont und damit bei allen Feruerstehenden den Anschein hervorruft, al« ob eS sich den Grundsätzen deS na- tionaleu Staates" irgendwie näherte? Um wie viel seinen that- sächlichen Bestrebungen entsprechender und zugleich sie fördernder wäre es, wenn daS arbeitende Volk dieses Lande« das bedeutungS- volle und freudige Ercigniß feiner Vereinigung dazu benutzte,-S vor aller Welt feierlich zu erklären, daß eS nichts gemein hat mit den gewaltthätigcu und friedenSfeindlicheu Bestrebungen seiner Machthaber und seiner herrschenden Klassen, daß eS vielmehr un- verbrüchlich festhalten will und wird an der Sache der Berbrü- derung der Völker, und daß es zur Bekräftigung dessen ihnen Allen, und insbesondere dem hochherzigen Nachbarvolke jenseits deS Rhein«, seinen Friedens- und FreundfchastSgruß entsendet.— Un« fällt hier ein schönes Wort Ludwig Börne'« ein, des edlen Ritter» vom Geiste, auf dessen Grabmal auf dem stille» Friedhofe?örs-Ivaoüaise zu Pari« der Genius der Freiheit den beiden Frauengestalten Gallia und Germania die Hände zum Bunde in einander legt: So lange es Nationen gicbt, meint er, ist keine Freiheit möglich. Wie wahr! Heute noch mehr als damals, nachdem-inzwischen LouiS Napoleon und sein Affe ihr bluttriefendes„Nationalität«- Prinzip" entwickelt haben. Und was der Liberale vor nun bald einem halben Jahrhun- dert in so unzweideutigen, jede Halbheit ausschließenden Worten ausgesprochen, das sollten wir auch nur mit einem Worte im Unklare» lassen, wir, die wir unS mit Recht mit unserem ganzen Jdecnkreise al« so viel höher stehend ansehen, al« der Liberalismus*)? Die Behandlnug der politische« Gefa«gene« in Preufie« (Schluß.) Abg. Windthorst- Meppen: E« hätte nicht dieser Ent- rüstung bedurft, um sich der Sache zu entziehen, man konnte ja auch ruhig sitzen bleiben oder den Kopf schütteln. Wenn die Herren wirklich damit einverstanden sind, daß e« mit dem Ge- fängnißwesen nicht richtig ist, so könnten sie meine Interpellation unterstützen. DaS ist absolut nicht geschehen, im Gegentheil hat der Abg. Götting fie bekämpft mit dem Satze: Politische Vergehen und andere sind gleich, und hat das Beispiel gebraucht, daß ein Dieb und Unterschiäger ebenso gut in den Fall kommen könne, eine besondere Behandlung zu verdienen wie ein politischer Ge- fangener. Der Justizminister sagt, daß die Strafoollziehung stch geordneten auch schon gebraucht worden, ich darf als Präsident da« mittheilen. Der Justizminister: Ja, ich habe das auch schon öfter« gehört; ich habe den Ausdruck meinerseits durchaus bildlich(!) ge- braucht. Hier wird der Begriff des politischen Vergehens ein« gemischt, ein Begriff, der in der Strafgesetzgebung und bei dem Strafvollzuge ohne allen und jede» Halt ist. Wenn man von diesem unglücklichen Begriffe absteht, so steht alles richtig. Der Abgeordnete v. Schorlemer hat bemerkt, ich hätte gebilligt, wa» der Abgeordnete Götting gesagt hat, und könnte mir da« an- ziehen, was er dagegen bemerkte. Er hat sich bitter darüber be- klagt, daß der Abgeordnete Götting Jemand, der unterschlagen, und Jemand, der die Maigesetze übertreten hat, parallelisirt hat; ich glaube, der Abgeordnete Götting ist hier völlig mißverstan- den worden. WaS er wollte, ist ganz richtig und wird von mir anerkannt: die Individualität de« ThäterS kann bei einem Kassen- beamten ganz dieselbe Rücksicht in Anspruch nehmen als bei einem Geistlichen, der die Maigesetze übertreten hat. Die Jndi- vidualität der That ist eine ganz verschiedene, bei dem Strafvoll- zuge kommt eS nicht darauf an, sondern uur auf die Individualität deS ThäterS. Abg. Götting(persönlich): Der Abgeordnete v. Schorlemer hat gesagt, eS sei irgendwo einem bestraften Bankrotteur gestattet worden, stch selbst zu beköstigen, und das fei nach meinem Sinn. Diesen Schluß wird kein logisch Denkender auS meinen Worten ziehen. Der Abg. Windthorst hat mich als einen Gegner feiner Interpellation dargestellt. Er hat zugeben müssen, daß der Be- griff de« politischen Vergehens ein nicht überall zutreffender fei. Ich habe die Interpellation ihrem Geiste nach auf alle einer an- dern Behandlung würdigen Personen erweitern wollen. Der Abg. Windthorst hat gesagt, er habe nichts dagegen. Der Unterschied »achd« P°rs°n Zn richten habe. Wenn ich h-r°°rh°b°. daß die aio'nur de?, da?'der j-?Mg-« politischen G-faugenen besonders schiecht behandelt werden, so frage!�_,.�, ,:j-s,. ig' � a ich, ob die Person nicht genügend bezeichnet ist. Politische Ge-«rg.£ Sckorlemer-Alsi- Ick conffatire aeaenüber den 'L? zweifelhaft Aeußerungen deS Just.zministerS'sein nochnmlS erklärtes Einver- � u � l° 1(iänbniß mit dem Abgeordneten Götting. Dem Abgeordneten andere Gefangene behandelt werden. Glaubt man, daß andere! � y. nÄä* y. i.e..>'.• p«.-liberalen Kategor en von Gesang«»«, es edensaa verdiene», so reiche man* �......•u" 0t- u,n"u'1 Parteien constatirt, nicht eine Uneinigkeit künstlich erzeugen wol- len. Ich habe die Gerichte nicht verdächtigt, sondern in mil- derer Weise, al« im Jahre 18SS die Abgeordneten Twesten, Gneist und Simson, einen zutreffenden Ausspruch über die Gc- richte gethan. Abg. Windthorst- Meppen verwahrt sich dagegen, einer Meinung mit dem Abg. G ting zu sein, und provocirt das Hau«, ihm auch nur ein tendenziöses Wort nachzusagen. Damit schließt die DiScussion und ist die Interpellation er- ledigt.— So weit der parlamentarische Bericht. Mit den Aeußerungen der beiden Herren Minister werden wir unS gelegentlich deS Näheren beschäftigen. Zur Kennzeichnung des Grafen Eulenburg sei nur erwähnt, daß dessen SönigSzcuge,*) der literarische Charlatan eine darauf bezügliche Interpellation ein, ich werde sie bereitwilligst unterstützen. Daß man nichts dergleichen thut, ist nur ein Ver- such, von einer unbequem gefundenen Sache sich zurückzuziehen, und dieser Rückzug soll mit der Behaaplung beschönigt werden, daß die Interpellation stch lediglich auf Vergehen gegen die Mai- gesetzc beziehe. Sie ist aber ganz generell gehalten. Wenn der Abgeordnete v. schorlemer eine besondere Kategorie hervorgehoben hat, so hat er recht gethan, denn nur, weil Sie glauben, daß die Interpellation im Interesse des CentruaS fei, ist eS zu erklären, daß die Herren stch so lächerlich abwehr.md verhalten(Bewegung), wie eS geschehen ist. Die hier verlesene Stellen au« einem Paul Llndau'schen Feuilleton beweisen Nichts,' es geht ihm wie einem Reisenden, der nur die angenehmen Eindrücke behalten und die tm fii Z Linda«, nach UNS gewordenen zuverlässigen Mittheilungen während sä'-jt üar ifss**4»* u*-* artckel deS Bismarck schen TanzbarS Johanne« Scherr eingebracht, genug, man braucht den politischen Gefangenen nicht auch noch damit zu strafen, daß man ihn mit gemeinen Verbrechern zusam- menthut, ihm unverdauliche Kost giebt und ihn frieren läßt, wäh- rend die Beamten sich wärmen. Der Reichstag hat ausdrücklich beschlossen, daß der Reickskanzler die preußische Regierung ersuchen soll, die Zustände im Gcsängniß am Plötzensee:c. zu beseitigen, der Justizmimster aber erklärt: ich habe nichts gethan. Wenn der Minister des Innern erklärt, daß er feine Ausarbeitung infolge der Verhandlungen mit dem Justizminister beigesteckt habe, so wird er vielleicht infolge von Verhandlungen mit dem Reichskanzler oder nochmaliger Verhandlungen mit dem Justizminister feine neue Ausarbeitung nochmals beistecken. Ich erkläre daher, daß ich die Interpellation in 14 Tagen erneuern werde. Der Justizminister: WaS soll man dazu sagen(Heiter- keit), ich hätte erklärt: ich habe Nichts gethan? Wer im Hause außer dem Abgeordneten Windthorst hat diese Bemerkung gehört? Ich habe gerade gesagt, ick hätte schon sehr viel gethan, schon vor Monaten sei der Vollzug der Strafe in Angriff genommen und die Bearbeitung weit vorgeschritten, so daß die Arbeit des preußischen Ministeriums eine Vorarbeit für die Reicksgesetz- gebung wäre. Die Regierung ist im Grundgedanken mit dem Hause eiverstanden, sie will eine Reform deS Strafvollzuges und greift ihn an, der Abgeordnete Windthorst aber verdunkelt, verdreht, möchte ich sagen—(Rufe im Centrum: Zur Ord- nung!).... Präsident: Dieser Ausdruck.... Der Justizminister: Dann kann ich den Ausdruck zurück- nehmen. Präsident: Ich kann nicht wünschen, daß hier ein solcher Ausdruck gebraucht wird, er ist zu meinem Bedauern von Ab- ') Widerspruch zwischen Wort und Bezeichnung. *) Seit da» geschrieben ist, lesen wir im„Bolksstaai", daß die Herren Reichstreuen im Lande der Schwabenstreiche einen„Allgemeinen dezutschen Arbeüervereiu" nach ihrem Geschmack gegründet habe». Der Name„deutsche" Arbeiterpartei wird ihnen zu solchen Zwecken gewiß nicht minder accepiadel erscheinen. Ob das woyl auch mit dem Namen Sozial- demokratische Arbeiierpariei, oder, fall« dieser ausgeschlossen ist, mit dem Namen S. D. Arbeiter-Union, oder S. D. Arbeiter-Verein ,c. sc. der Fall wäre? N. d. Vers. (Von anderer Seite ist au« den oben ausgeführten Gründen, wie unfern Lesern bekannt, schon der Antrag gestellt worden, statt„deutsche Arbeiterpartei" zu sagen: Arbeiterpartei Deutschlands. R. d. B.) »') Forderung. wie ein Kind iu seiner Zelle geheult hat. Akt nehmen wir von ver Erklärung des Nationalliberalen Göt- ting, daß ein Kassenbeamter,„dessen übrige(!) Redlichkeit nicht in Zweifel gezogen worden ist, der, als er in die Kasse griff, nicht eine Ahnung davon hatte, daß er daS Entnommene(!) binne» 24 Stundeu nicht wieder hineia legen kann",— daß ein„solch gebildeler und sonst(!) rechtlicher(!) Mann die gleiche Berücksich- tigung verdiene", wie ein politischer Verbrecher. Nicht als ob wir Herrn Götting tadeln wollten. Bei Leibe nicht! Der einzige Vor- wurf, den wir ihm machen könnten, ist, daß er nicht weit genug gegangen, daß er nicht den Muth gehabt zu erklären: von meinem Bourgeois-Standpuntt ist besagter Kassendieb,„dessen übrige Ehrlichkeit nicht in Zweifel gezogen" werden kann, tausendmal ehrenwerther als ein politischer Verbrecher, z. B.»l» Most, und verdient folglich eine entsprechend bessere Behandlung. Und die liberale Majorität war und ist der Meinung deS Herrn Götting., Wie gut ist eS doch in dieser Bourgeoiswelt, ein Spitzbube zu sein. Johan» Jacoby feierte am 1. Mai— beiläufig im besten Wohlsein— seine« siebzigsten Geburtstag. Die zahlreichen Glückwünsche und sonstigen Kundgebungen der Liebe und Hochachtung, die ihm von Nah und Fern zu Theil wurden, legen erfreuliches Zeugniß ab für die Ver- breitung der Ideen, denen er sein Leben gewidmet hat. Folgende zwei Ansprachen, zu denen die Jabelfeier Veranlassung bot, geben da» Bild de» Manne»: Auf den durch Herrn Dr. Grafs dargebrachten Glückwunsch des KönigSbcrger HaudwerkervereinS, welchem Jacoby seit der Gründung als Borstandsmitglied angehört, antwortete er: „Ich danke Ihnen, lieber College und Ihnen Allen, meine Freunde, au» vollem Herzen für die Ehre Ihres BefuckeS, wie für die freundlichen Glückwünsche, die Sie mir darbringen. Die alten Römer— wie berichtet wird— sahen da» sieben« zigstc Lebensjahr als den Beginn einer zweiten Jagend an,— und insofern ich nach meiner eigenen Erfahrung«rthetlen darf, ') So nennt man in England die Verbrecher, welche Zeugniß gegen Ihre Mitschuldigen ablegen. - bin ich sehr geneigt, ihnen Recht zu'geben:— nicht bloS, weil ich trotz meiner fiebzig Jahre mich an Leib und Seele noch jugendlich-ftisch und kräftig fühle, sondern auch aus einem au- deren Grunde. Bergleiche ich mich nämlich mit der jetzigen Jugend, von der— wenigsten» zum großen Theil— man mit Recht sagen kann: „Verflogen ist der Spiritu», DaS Pflegma ist geblieben-,— so muß ich bekennen, gegenüber der greisenhaften Engherzigkeit und allberechnenden Altklugheit diese» Nachwuchses komme ich mir oft merkwürdig jung vor,— jung, eben weil ich der Alte ge- blieben, weil meine Anfichten und Ueberzeugungen, meine Wünsche und Hoffnungen noch heute die nämlichen find, wie ich al» Jüngling sie im Herzen gehegt und gepflegt habe. Mit Schiller möchte ich ausrufen— und wahrlich mit bei weitem größerem Rechte als er: „War«S immer wie jetzt? ich kann da» Geschlecht nicht begreifen, Nur daS Alter ist jung, ach! und die Jagend ist alt". Und auch von Ihnen, meine Freunde, die Sie zwar noch nicht das siebzigste Jahr erreicht, doch die Jugend längst hinter sich haben, gilt da» Gleiche, wa« ich von mir aussage.— Beweis dafür ist schon die Freundschaft, die Sie so viele lange Jahre hin- durch mir bewahrt haben,— auch Sie sind die Alten geblieben, auch Sie haben— trotz der Zeiten Wechsel— treu festgehalten an der Fahne, der Sie in jüngeren Jahren sich verpflichtet, an der Fahne des Rechts und der Freiheit. Und wie heute, so, meine Freunde, lassen Sie uns auch ferner die Alten bleiben, treu uns selbst, treu Einer dem Andern bis zur letzten Scheidestunde! Lassen Sie uns nach wie vor fest im Herzen behalte« das Wort de» größten Seelenkenner», de» Dich ter« ShakeSspeare: „DieS über AllcS: sei Dir selber treu!- Zum Schluß, meine Freunde, gestatten Sie mir, auch meiner- feitS einen Wunsch auazusprechen, einen Wunsch für Sie so gut wie für mich: Möge ich Ihnen einst Gleiches mit Gleichem er- widern können, möge e» mir vom Schicksal vergönnt sein, Ihnen allen zu Ihrem fiebenzigsten Geburtstag Glück zu wünschen, wie Sie heute e» mir gethan. Nochmals aus voller Seele Dank für alle Ihre Liebe und Freundschaft I- Die zweite Ansprache folgte al» Erwiderung auf einen von Dr. Guido Weiß bei dem Festessen am Abend des 1. Mai ausgebrachten Toast, den die Versammelten mit einem Hoch auf den Gefeierten begleitet hatten. Jacoby sprach: „Meine Freunde! Ich danke Ihnen für Ihren freundlichen Zuruf; und als Er- widerung sei mir gestattet, nun auch meinerseits Ihnen einen Toast vorzuschlagen. Bei dem gegenwärtigen Streite zwischen Staats- und Kirchen regiment, einem Streite, dem man den wunderlichen Namen „Culturkampf- gegeben, hört man jetzt oft die Behauptung aufstellen, daß die Ultramontanen und die Sozialdemokraten Hand in Hand mit einander gehen. Wahr ist nur, daß Beide gleich entschiedene Gegner der(Bis- marck'schen) Blut- und Eiscnpolitik und des darauf gegründeten ueudeutschen Kaiserreichs sind. Sonst aber giebt es in der Welt kaum einen schrofferen Ge- gensatz äl» den zwischen KatholiciSmuS und Sozialismus,— wie Wasser und Feuer verhalten fie sich zu einander. In der französischen Deputirten- Kammer rief einst Thiers den Abgeordneten zu:„Ihr habt nur die Wahl zwischen Katho- liciSmuS und Sozialismus!- Thiers kannte seine Leute sehr gut, er bediente sich vielleicht des Sozialismus nur als Schreck- mittel, um die ängstlichen Gemüther seiner Zuhörer in'S Bockshorn zu jagen. Wenn man jedoch die beiden,— einer fremden Sprache ent- lehnten Ausdrücke in gutes, allgemein verständliches Deutsch über- setzt, so findet man, daß allerdings jenes geflügelte Wort einen tiefen Sinn in sich schließt. Katholicismus besteht nicht bloS da, wo an die Unfehlbarkeit des PapsteS geglaubt wird, sondern überall, wo irgend ein Mensch eS sich anmaßt, über Andere zu herrschen. KatholiciSmuS ist nicht» andere», al» Herrschaft de» Menschen über den Menschen, wie Sozialismus nichts Anderes ist als gleiche Freiheit für Alle. Die ganze bisherige Geschichte der Menschheit ist ein fort- dauernder ununterbrochener Kampf dieser beiden Principien, und mit vollem Recht darf mau nicht bloS den fraozöstschen, sondern den Vertretern jedeS Volkes zurufen: „Ihr habt nur die Wahl zwischen dem Einen und dem Andern: entweder Herrschaft de» Menschen über den Menschen oder gleiche Freiheit für Alle. Ein Dritte« giebt eS nicht!- Sic, meine Freunde, haben längst Ihre Wahl getroffen und werden Sic gewiß gern mit mir ein Gla» leeren auf das Wohl der wahren Culturkämpfer, der Kämpfer für die Freiheit alles dessen, was Menschengestcht trägt. Die wahren Culturkämpfer leben hoch!- Politische Ueberjicht. — Ein Wort für die Schweiz. In Nr. 40 de»„Volks- staat" findet sich anläßlich des Notenwechsels zwischen dem schweizer Bundesralh und der russischen Regierung(in Sachen der russischen Studentinneu) die Bemerkung:„Aber daß sich eine„freie Republik", wie die schweizerische eS zu sein wenigsten vorgiebt, sich demüthig den gemeinsten Beleidigungen einer despotischen Regierung fügt, das beweist uns, wie traurig es mit den„freien- Burgeois- republikcn in Europa bestellt ist-. Gegen diese Bemerkung wendet sich einer unserer Parteigenossen in der Schweiz.„In Nr. 40, so schreibt er uns, geißelt der«VolkSstaat- mit Recht die Persidie der russischen Regierung, mit der dieselbe die s. Z. in Zürich studirenden Russinnen hinsichtlich sittlicher Aufführung zu ver- läumden suchte. Ganz richtig ferner bezeichnen Sie eS als eine grenzenlose Frechheit, wenn die russische Regierung auf die, wie eS scheint, mit schweizerischer Derbheit von Seite de» schweizerischen Bundespräsidenten erfolgte Widerlegung dieser Verdächtigung mit Insulten gegen„fremde Mächte" und„freie Republiken- zu ant- Worten wagt. Unbegreiflich dagegen bleibt mir zunächst noch, wie Sie dazu kommen, in diesem Vorgange die Nothwendigkeit eines SeitenhiebcS aus die Schweiz zu finden. Wollen Sie der Schweiz einen Vorwurf machen, daß ihre so winzige Mächtigkeit als „fremde Macht" sich mit der Großmächtigkeit Rußlands in keinen weiteren Konflikt einlassen kann? Was sonst noch über„freie Republiken" und Bourgeoisrepubliken- mit Bezug auf die Schweiz betlagt wird, dürfte mit mehr Nutzen für die Sache der sozia istischen Ausklärung zum Gegenstand einer etwas weniger ober flächlichen Kritik zu machen sein, um dann überhaupt nicht mehr beklagt oder bedauert, sondern im Lichte de» EntwickelungS- standpunkteS einfach begriffen zu werden. Letztere» wäre ein Thema, welche« mir gegenüber ähnlichen Schlagwörter-Aeußerungen schon lange am Herzen liegt, da» ich aber heute mit dieser An- deutung verlassen muß. Ich wollte mit Obigem heute nur auf da» Unzutreffende eine» Tadel» aufmerksam machen, bei welchem, wie e« mir scheint, die Quintessenz der sozialistischen Weltauffassung, die Berücksichtigung der realen Verhältnisse vergessen wurde". So weit unser schweizer Freund. Ganz recht hat er nicht. Die Bemerkung, welche ihm diesen Tadel entlockt hat, beruht auf der Voraussetzung, daß die schweizer BundeSbehörden für die un- verschämte Antwort der russischen Regierung nicht die nöthige Derbheit- gehabt haben. Und da« ist eine Voraussetzung, die nicht bloß durch den Wortlaut der betreffenden, in Nr. 40 deS „VolkSstaat" von un» besprochenen, Zeitungsnotiz, sondern auch durch die Erinnerung an daS Verhalten der schweizer BundeSbehörden in ähnlichen Fällen gerechtfertigt wird. Wir verlangen sicherlich nicht von der Schweiz, daß sie die Rolle eine» europäischen Schiedsrichter« oder gar Raufbolds spiele, wir können aber auch keineswegs ihre materielle Machtlosigkeit als Entschuldigung für servile« Verhalten den Großmächten gegenüber gelten lassen. Durch mannhaste« Auftreten wird der Bestand der Schweiz nicht gefährdet, während auf der anderen Seite Akte der internationalen Feigheit, wie z. B. die Auslieferung Netfchajeff'S— wa» man auch immer von dem Mann denken möge— war, nur geeignet sind, da» moralische Ansehen der Schweiz zu erschüttern und die despotischen Großmächte zu immer unverschämteren Zumuthungen aufzumuntern. — Ueber die traurigen Loha- und Arbeiterverhältnisse in den österreichischen Jndustriebezirken entnehmen wir der„Concordia- nachstehende Tabelle: Eise» und Stahl. Schlefische Hätten Kärnten, Steiermark Böhmen, Mähren Kohle. Mähre», Schlesien Böhmen Steiermark Web- u. Mrkwaaren.' Brünn Reichenberg Btelitz Jägeradorf Mech. Spinnereien. Trautenau Asch EoSmano» Frendenthal Glasfabriken. Haida, Stewschönau Papierfabriken. Leder. Brünn Prag Wien Maschinenfabriken. Eisenbahnbau (Erdarbeiten). Niederösterreich Böhmen Galizieu I ll III I II III I II Iii I II I II I II I II I II I II <4 II oo in 00 3 3 i kr. fl. 3 2 1 3 2 50 1 80 3 50 2 50 1 50 4 2— 4 50 3. 4 2 50 3>- 1 i50 3 50 1 ,80 3- 1 150 2 50 1 50 3 2'80 2 50 2 20 70 70 70 60 26,27 50,00 46,67 28,57 20,00 44,44 14,29 20,00 33,33 25,00 25,00 22,22 33,33 37,50 30,00 33,33 22,86 44,14 33,33 33,33 32,00 33,33 33,33 28,57 32,00 50,00 16,67 33,33 25,50 16,67 33,33 20,00 14,29 20,00 33,33 50,00 60,00 50,00 B -ff S K §« 40,98 31,00 22,54 25,00 27,78 33,75 16,67 33,65 33,33 32,67 35,98 16,67 33,33 12,50 25,00 10,00 22,54 53,38 280 950 800 300 400 700 600 400 150 200 200 150 1000 100 2000 A« ■»Ä 1400 1900 350 1300 2200 1000 200 350 400 250 350 670 700 1800 6600 Staatsanwalt beantragte 6 Monate Gefängniß, der Gerichtshof erkannte dagegen auf kostenlose Freisprechung, weil der ganze Bor» trag nur eine erlaubte Kritik innerhalb der gesetzlichen Grenzen sei. Aus Serbien schreibt man un«: Wie Ihnen bekannt, ist nach der Auflösung der SicupsLÜtinn (Nationalversammlung) festgesetzt worden, daß die Neuwahlen nach 4 Monaten statthaben sollen. Unser sogenannt-»„BersöhnungS- Ministerium-— da» sich quasi die Beruhigung der Parteckeideu- schaften al» Ziel gestellt hat— trifft die uölhigea Vorbereitungen sehr lebhaft. Unterdrückung, TerroriSmuS, Tyrannei aller Art sind auf dem CulminationSpunkt. Tagtäglich werden Verhaftungen, Mißhandlungen, ZeitungSsuSpendirungen rc. in brutalester Weis« ausgeführt— da« bringt ja die„V-rsöhnungSpolitik" mit sich. Das sozial-politische Blatt„Oslobodienje"(Befreiung), da» politische Organ der Sozialdemokraten Serbiens, wurde vor Karze« auf 3 Monate fuSpendirt; die gleich darauf neubezründete„lüowu 1 Oalobodjenje8(neue Befreiung) wurde ebenfalls erstickt. Die zehnte Nummer de« sozialwiff-nschastlichen BlattcS„Racl8 („Die Arbeit") wurde«wegen öffentlicher Aufreizungen-, die an- geblich im Nekrologe Svetozar Martovic enthalten seieir(!), ganz konfiszirt, ebenso die elfte Nummer«od sogleich wurde die Anklage gegen den verantwortlichen Redakteur Pera Todocowitch er- hoben. Nummer 12 de«„Bad" wurde ganz ungesetzlich konfiSzirt. Die betreffende Nummir sollte in 2V, Bogen gedruckt werden; bc- vor aber der zweite Bogen fertig war, wurde sie durch einen Polizei- beamten mit Beschlag belegt, welcher mit GenSdarmenbegleitung in die Buchdruckerei eindrang, den schon fertigen Bozen rn allen Abzügen konfiSzirte und auf» Pölizeibareau brachte. Diese« un- gesetzlichen Verfahren» wegen ist seitens der Redaktion„Bad8 Anklage gegen den betreffenden Polizeibeamten erhoben. Durch diese schändlichen Verfolgungen ist auch diese» Organ der ser- bischen Sozialdemokratie momentan zu Grunde gerichtet worden. Dem verantwortlichen Redakteur de»„Bad8, Pera Todorowitch liegt bereit« eine Bürde von fünf Pceßprozeffea aus dem Halse. Der erste Prozeß sollte den 29. April zur Verhandlung kommen. Aber nicht nur die sozialistssche Presse wird so mißhandelt, son- dern jede nur irgend sreisiamge Meinungsäußerung wird erstickt. DaS politische Organ der liberalen Partei,„Buducnost8(Zukunft) ist ebenfall« unterdrückt. Ein der bentigea herrschenden Partei oppositionelles Blatt,„lstoü8(der„Orient"), Organ de« bekannten ehemaligen Ministerpräsidenten Ristitch, ist ebenfalls unterdrückt worden. Und e« giebt heute nur noch die„Repülieu- presse-, und fie jubelt und jodelt ihr„Triumphlied-, sie allein giebt heute den Ausdruck der„öffentlichen Meinung"— und da« heißt in Serbien„Preßfreiheit- und„Herrschast der öffentlichen Meinung-!! Wie Sie sehen: in Serbien geht'S ganz gemüthlich zu— da« ist gewiß„die beste der Welten"! Mag aber die Regierung noch so große Niederträchtigkeiten und noch so große Tyrannei ausüben, mag ste, Dank solch elenden Mitteln, in den bevorstehenden Wahlen siegen(wa« wir indeß noch sehe» wollen), wir werden doch schließlich die Sieger sein. Ende gut, alle» gut! Jeder gewaltsame Druck wird immer noch ge» wattigeren Widerstand hervorrufen l- Jm Baugewerke beträgt die durchschnittliche Reduktion 24,19 pCt. Der gemeine Taglohn ist dagegen nur um ca. 10 pCt., und der Lohn der ländlichen Arbeiter nur um ca. 14 pCt. her- untergegangen. Die Lohnreduktion nimmt von Osten nach Westen zu, was seinen Grund theilS in den absolut niedrigen Löhnen von Ungarn und Galizien, theilS in den zwei ergiebigen Ernten der nordöstlichen Länder haben dürfte. — In verschiedenen Bourgeoisblättern lesen wir: „AuS Thüringen, 29. April. Einer der fanatisirtesten So- zialdemokraten, Schuhmacher Gifsey in Eiscnach, der unlängst wegen verleumderischer Beleidigungen von Beamten und Behörden zu mehreren Monaten Gefängniß verurtheilt worden, hat e» für zweckmäßiger gehalten, vom Gefängniß aus die Gnade deS Groß- Herzog» von Weimar(der eben auf der Wartburg weili) um Mit- derung seiner Strafe anzuflehen. In dem Gnadengesuche spricht er Reue über sein bisheriges Treiben aus, bekennt verführt» nun aber zur Einsicht gekommen zu sein, will sich bessern zc." Unsere Gegner lügen so unverschämt und so systematisch, daß wir die obige Mittheilung, so lange wir nicht Beweise der Rich- tigkeit haben, für eine Lüge und Verläumdung hallen. Seit der skandalösen Berurtheilung Giffey'S haben wir von ihm und über ihn keine Nachricht erhalten. Sollte jedoch die Mittheilunz sich als richtig erweisen, je nun, so ist der Mann zum Sozialdemokraien zu schlecht, aber zum Natioualliberalen noch immer gut genug, vielleicht zu gut. — Am 7. Mai stand Parteigenosse Heiland vor dem So- rauer Kreisgericht wegen einer am 19. Juli v. I. in Sommer- feld gehaltenen Rede. Die Anklage lautete auf Beleidigung des Richterstandes, OsstzierstandeS und der deutschen Armee. Der Gewerksgenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Zierki«, 25. April. College», GewerffchaftS-Genossen! Ge- maß dem von der letzten Generalversammlung gefaßten Beschlüsse, betreffend die Veröffentlichung eine» kurzen statistischen Berichte« über die Höhe der Arbeitslöhne in den verschiedenen Städten gegenüber den nothwendigsten Lebensbedürfnissen, der Miethspreise u. s. w., so wie über den Ganz de« Geschäft» im Großen und Ganzen, bringt die Contralcommission, als die hierzu beauftragte Behörde, kurz folgende« Resumö der eingegangenen Berichte. Daß dieS jedoch so spät geschieht, liegt nicht an der Coatrol-Commisston, sondern tragen hieran die Mitgliedschaften die Schuld, welche ihre Berichte so spät eingesandt haben. Collegenl Thut man nur einen Blick in die eingesandten Berichte, so muß man sich in der That wundern, wie eS möglich ist, daß die Schneider bei einem solchen Hungerlohn existiren können. Der Verdienst beträgt pr. Stunde für gute und mittlere Ar- beit 18—30 Ps. Mit dem höchsten Satz jedoch nur für Berlin und Leipzig. Am schlechtesten ist die Bezahlung in Würzburg, Gießen, Schw. Gmünd, Erfurt, Bayreuth und RegenSburg. Ueberall, sogar in der sogenannten guten Zeit, stellen sich starke DeficitS heraus, die durch Uebcrarbeit und durch Entbehrungen, die dem Körper auferlegt werden, gedeckt werden müssen. Es kann einem, wenn man die Lohntabellen ansieht, wahrlich nicht Wunder nehmen, wenn mancher Schneider zum Schwindler wird und Schulden macht, die er später nicht zu bezahlea im Stande ist. College»! Die« ist der Zustand, in dem sich die besseren Ar- beiter, die Arbeiter, welche aus Kundenarbeit beschäftigt sind, be- finden. Wahrhaft erschreckend aber ist das Bild, waS man sich von der Existenz eine» ConfectionS- Schneider» machen muß, wenn man sich die Lohntabellen betrachtet. Hier beträgt der Verdienst pr. Stunde 13 bis 18 Pf. Obenan steht Würzburg mit 13 Pfennigen, dann Nürnberg mit 14 Pf. und dann Berlin mit 13 Pf. Rechnen wir den Tag zu 10 Stunden, so ergiebt sich für Würzburg ein täglicher Verdienst von 1 Mark 30 Pfennige, für Nürnberg 1 M. 40 Pf. und für Berlin I M. 80 Pf. Muß man sich hier nicht die Frage vorlegen: wie ist eS möglich, daß ein Mensch bei solchem Hungerlohne existiren kann? In ver That ist es aber bei den meisten Schneidern auch kein Existiren mehr, sondern nur ein Vegctiren. Wie lange diese Leute arbeiten, und wa« für Entbehrungen sie ihrem Körper auferlegen müssen, mag Jeder sich selbst berechnen, wenn man erwägt, daß ein Mensch, um menschenwürdig zu leben, in Nürnberg 300 Thlr., in Würz- bürg 323 Thlr. und in Berlin 395 Thlr., Miethe eingerechnet, gebrauckt. Hierzu kommen nun: Seide k., die fast jeder Arbeiter sich selbst beschaffen muß, sowie Steuern, Krankengeld zc. Auch gilt dies nur für Unverheirathete, bei B-rheiratheten müssen Frau und Kinder mit Helsen, und stellt sich trotzdem daS Berhältniß bedeutend ungünstiger. Ist eS da ein Wunder, wenn man unter den Schneidern so viele bleiche Jammergestalten einherwandelu sieht, die, Jünglinge an Jahren aber Greisen ähnlich, gebrochen an Geist und Körper, rettungslos einem frühe« Tode, verbunden mit langem Siechthum, entgegeneilen? Nirgend steht die Ausbeutung in der ConfectionS Branche in solcher Blüthe wie in Berlin und Nürnberg. Beweis hierfür ist, daß ganze Frachten Arbeit von außerhalb, z. B. von Mainz, Köln zc. nach Berlin gebracht, und dort von den sogenannten ConfectionS-Meistern in Accord genommen werden. So wurden im vorigen sowohl wie in diesem Jahre viele tausend Röcke für den Preis von 2 M. 20 Ps. bis 2 M. 70 Pf. in Berlin ge- fertigt, wobei natürlich die Herren Unternehmer, die Geschäft«- u-■ lofigfeit der College« benützend, ihr Heu, wie man zu sagen pflegt, ins Trockene gebracht haben. Vor der Berliner und Nürnberger ConfectionS-Arbeit kann daher nicht genug gewarnt werden. Möchte» die hier znreisenden College», ehe sie sich der raffinirtesten, der gemeinsten AnSbeutung selbst zum Opfer bringen, von den Orten wie Berlin, Nürnberg, Wllrzburg wieder abreisen. Bei deu auf kleine Arbeit beschäftigten Arbeitern liegt daS Berhältniß noch ungünstiger, bei den Rock- arbeitern ebenso wie bei den Militär- Schneidern. Würden Letztere sich überall unserer Organisation anschließen, so wäre e« ein Leichte«, da Militär- Arbeit nur an wenigen Orten überhaupt gemacht wird, dieselbe auch nicht ein Jeder machen kann, deren Lage zu ver- beflern. Leider halten sie sich aber gerade am meisten der Orga- uisation fern. College»! Wie in allen anderen Geschäftszweigen, haben sich auch die Segnungen der Gcünder-Periode bei uns fühlbar ge- 1 macht. In Folge der unsinnigsten und maßlosesten Ucberproduc- tion herrschte anch in unserer Branche eine Geschäftsstockung, und in Folge dessen eine Arbeitslosigkeit, wie sie nur die SV er Jahre aufzuweisen haben. Die Folge davon ist, daß die Herren Arbeit- feber fast überall entweder die Löhne schon reducirt haben, oder olcheS zu thu» gedenken. Man versucht von jener Seite, den Arbeiter wieder in daS alte Joch hinein zu zwängen; man will Arbeitsscheine u. dgl. einführen, und so den Arbeiter zum Sklaven, zum willenlosen Werkzeug jener Herren zu machen. Bedenkt man, daß die« nicht von einzelnen Arbeitgebern geschieht, sondern daß die« eine Parole ist, ausgegeben vom Arbeitgeberbund, so tritt die Nothwendigkeit eines innigen, festen Zusammengehens und Zu- sammenwirkens sämmtliwer College» umsomehr an uns heran, le größer die Gefahr ist und je günstiger die Verhältnisse für unsere Gegner sind. Darum, College»! die Ihr uns bis dahin«och fern standet, schlaget endlich ein, in die schon so oft dargebotene Bruderhand. Sollen wir vereinzelt bleiben, da unsere Gegner sich bereits überall fest organisirt haben? Wollt Ihr nicht von ihnen lernen? Habt Ihr im vergangenen Winter nicht Lehrgeld genug gezahlt? Habt Ihr nicht genug unter dem Hochmuth der Herren zu dulden ge- habt? Aller Hader, alle Zwietracht verschwinde dem Gegner gegen- Über. Richte Jeder den Bl'ck einzig und allein auf das von uns gesteckte große Ziel: Erringung einer menschenwürdigen Existenz; und alle Angriffe, alle Machinationen unserer Gegner werden sieg- reich von uns zurück geschlagen werden. Auf, Ihr Collegen! die Ihr Euch bereits lokal organisirt habt, schließt Euch der großen Organisation an. Eine lokale Vereini- gung schützt vor dergleichen Maßregelungen nicht. Meint Ihr, die Herren Arbeitgeber wüßten nicht sehr wohl, wo eine Mitglied- schzst der Gewerkschaft existirt, und wo nicht? Wer weiß, ob die Bremer Arbeitgeber gewagt haben würden, so brutal zu verfahren, lvenn der ganze Verein hinter der Mitgliedschaft gestanden hätte. Ahmt daS Beispiel der Berliner Collegen nach. Der Berliner Schneider-Verein hatte die Ueberzeugung gewonnen, daß seine lokale Berbindung keine großen nnd dauernden Erfolge erzielen könne und hat sich deshalb in vorpore unserer Organisation angeschlossen. In Folge dieser Vereinigung haben wir schon in ganz kurzer Zeit hier und in Potsdam bedeutende Erfolge aufzuweisen. Euch aber, Ihr alten, lieben Genossen, die Ihr seit lange mit «nS vereint gekämpft, Euch rufen wir zu: Stehet fest, und haltet treue Wacht! Unserer Gegner sind viele, und uns gegenüber gebieten sie über ungeheure Mittel. Zeigen wir aber keine Furcht. :3ene hält der Eigennutz, die Habsucht, der Egoismus zusammen, uns aber eint die Bruderliebe, das Streben nach dem großen hohen Ziele: Erringung einer menschenwürdigen Existenz. Collegen! Pflicht eine« jeden Einzelnen sowohl, wie der Mit- gliedschaften ist es daher, tüchtig für die Verbreitung unserer Ge- tverkschast zu agitircn. Wo irgend nur Kräfte vorhanden sind, Muß der gute Geschäftsgang vor Pfingsten noch ausgenutzt wer- ben. Jeder Einzelne muß Agitator sein, muß eS zu werden trachten. Wenn allenthalben so vorgegangen wird, wenn jeder Einzelne so seine Schuldigkeit thut, dann werden wir auf der »ächsten Generalversammlung bedeutende Erfolge auszuweisen haben, brr Mitgliedschaften werden mehrere werden, ebenso der Mitglieder u> denselben, und unsre Gewerkschaft wird eine Achtung gebietende Stellung einnehmen, den Gegnern zum Trotz, und uns zum Segen. Mit Brndergruß und Handschlag. Für die Controlcommission 3 A* August Wendt, Neue Roßstr. 1, 2. Tr. XL. Durch ein Mißverständmß war meine Adresse falsch au- gegeben worden. Bitte alle Briese und Sendungen, die Control- Immission.betreffeud, während der Krankheit unseres Freundes A. Reimaun, an mich unter obiger Adresse zu senden. D. O. Aerlin. Allgemeiner Bericht. Collegen! Lange haben wir licht« von unS hören lassen, aber lässig sind wir nicht gewesen. Sonntag, den 14. März waren wir in Potsdam, wo eine allgc- »leinc Schneiderversammlung einberufen war. Unser Freund Höppner referirte und wurde die Mitgliedschaft mit 20 neuen chiitgliedern konstituirt. Dienstag, den 30. März hielten wir hier il» Saale de« Handwerkerverein« eine Generalversammlung sämmt- licher Schneider Berlins ab mit der Tagesordnung:„Unsere Ge- IchästSlage und der Allgemeine deutsche Schueiderverein". Re- lirenten waren die Herren Höppncr und Wendt. Beide Redner loteten am Schlüsse allgemeinen Beifall. 10 neue Mitglieder Wurden dem Verein zugeführt. Am 1. April traten die Mit- glieder deS Berliner Schneidervereins in unfern Verein über, und >fi somit alle Zwietracht zwischen beiden Vereinen geschwunden, Jjad wird es uns jetzt im Verhältniß leicht werden, die Berliner Mitgliedschaft stark und opferwillig zu machen. Dieser Vereini- gdng zufolge hatten wir zum Sonntag, den 18. April im Saale �S Vereins junger Kaufleute, Rosenthalerstraße 38, ein allgemeines »est(Concert und Ball) arrangirt, welches so stark besucht war, baß kein Tisch noch Stuhl zu bekommen war. Der skandinavische Gesangverein sowie Gesangverein„Bruderkette" waren aus Ein- bchung erschienen, und wurden deren Gesangvorträge mit großem Enthusiasmus ausgenommen. Beiden Gesangvereinen für ihre so •Üchlige Mitwirkung unfern besten Dank. Kurz vor Schluß deS EvncertS hielt unser Freund Höppner die Festrede. Er wieS barauf hin, wie dieses Fest so stark besucht sei, zu gleicher Zeit aber auch, wie sich beide Vereine 2 Jahre lang gegenseitig be- feindet hätten, nun endlich wäre cS gelungen, beide zu verschmelzen. Als Ursache der Verschmelzung führte Redner an, wäre» wohl die Anstrengungen und Berfolgungeu deS ArbeitgeberdundeS anzusehen. Redner ermahnte die anwesenden Collegen, sich dem Verein anzu- Wietzen und nicht läager die Hände in den Schooß zu legen, ffin» e« würde die Zeit kommen, wo wir, wenn wir nicht in den Elbgrund de« Elends gestürzt werden wollten, der Einigkeit so sehr bedürsten, um unsere gerechten Forderungen durchzusetzen, deshalb spreche» wir mit Georg Herwegh:„Mann der Arbeit anfgewacht »nd erkenne Deine Kraft, alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm e« will". Zum Schluß brachte Redner ein dreifache« Hoch ans den Allgemeinen deutsche» Schneiderverei» au«, in welche« die versammelten Feftgcnoffen begeistert einstimmte». Bi» morgen« 5 Uhr dauerte dies schöne Fest, welche« durch nicht« ge- trübt wurde. Ein schöner Ueberschuß, obgleich die Kosten hoch waren, ist erzielt worden.— Collegen allerorts! Folgt dem Beispiele Eurer Berliner Col- legen, lasset Zwietracht und Hader unter Euch schwinden; bedenkt, Einigkeit macht stark. Seht auf den Meisterbund, der täglich darauf sinnt, wie er uns, den Arbeitern neue Kette» anlegen kann; seht nach Bremen, wo man unsere Collegen schon mit Arbeit«- karten beehrt hat rc. Deshalb, Collegen Deutschland», folgt de« Beispiel der Berliner, schließt Euch obigem Verein an, damit wir gemeinsam kämpfen und ringen können gegen unsere Unterdrücker, »nd der Kampf wird uns leicht werde». Mit collegialische« Gruß Biese l nnd Gedati». Gewerkschaft der Schuhmacher. Kamtnrg. Al» Erwtdernng aus die Correspondenz an« Mühlhenn a. d. R. erklären wir den Mitglieder de« Hamburger Schuhmachervereins: daß wir nicht für einen allgemeinen Ge- werkschaftScongreß und nicht gegen den von W. Bock nach Co- bürg einberusene» Schuhmachereongreß eingenommen sind. Im Gegentheil sind wir der Ansicht, daß eine kräftige GcwerkschaftSbe- wegung nnr grade dann sich entwickeln kann, wenn jede Corporation, auf einer stramm centralistischen Grundlage stehend, für sich vor- geht. Wir richten deshalb an sämmtliche Schuhmacher Deutsch- land« und besonder« an die College» der größeren Städte de« Norden« die Aufforderung, de» von W. Bock ans den IS. nnd 17. Mai»ach Coburg einberufenen Schuhmachereongreß durch Delegirte zu beschicken, damit endlich eine für die Schnhmacher so höchst wichtig« Organisation zu Staude kommt. Also nochmals Collegen, sendet Delegirte znm Congreß. I. A.: A. Seidel. Mannheim, 27. April. Gestern hatten wir eine allgemeine Schuhmacherversammlang mit der Tagesordnung„Die Bereinigung der Schahmacher Deutschland«" einberufen, welche zahlreich besucht war. Siebert au« Darmstadt referirte in eiustüudiger Rede. Er zeigte uns an verschiedenen Beispielen, wie die dentschc» Schuh- macher in einzelnen Städten sich früher schon thatsächlich mit der Verbeffernng ihrer Lage befaßt hätten; er betonte, daß es heute unsere höchste Aufgabe sei, vereinigt durch ganz Deutschland unsere Interessen zu wahren, damit wir auf der Höhe der Zeit bleiben. Redner wünscht, daß eS dem Schuhmacher-Congresse in Coburg gelingen möge, die Schuhmacher Deutschlands zu vereinige», und fordert die Mannheimer Collegen auf, sich durch einen Delegirteu an dem Congreß zu betheiligeu. Die hiesigen Collegen haben be- schloffen, in Berbindung mit Heidelberg, Neustadt und Speyer einen Delegirteu abzuschicken. C. Maurer. Allgemeiner deutscher Töpferverei«. Kamöurg, 6. Mai. Bis jetzt stnv folgende Anträge zur Generalversammlung eingegangen: 1) Frankfurt, Wiesbaden, Darm- stadt und Mainz beantragen, den Vorort von Hamburg nach Frankfurt a. M. zn verlegen. 2) Chemnitz und Meißen beaa- tragen die Gründung einer Krankeutasse. 3) Hamburg stellt den Antrag, den§ 10 dahin abzuändern, daß nur der erste Vor- sitzende auf der GtNträlversammlung gewählt wird, die Wahl der andere» Vorstandsmitglieder wird vom Vorort vollzogen. 4) Alle Unterstützunge» bei Arbeitseinstellungen, sowie die Ausgabe» für die Delegirte» werden durch die Hauptkaffe bestritten, und find die monatlichen Beiträge darnach zu regeln. S) Anschaffung eine» eigenen Organs für den Allgemeinen deutschen Töpserverein. 6) Aufnahme eineS jeden fachverwandten Arbeiter« sowie Aenderung deS Titelblattes des Statuts. 7) Meißen stellt den Antrag, die „Brüderschaft" aufzuheben. Ich ersuche die Bevollmächtigten, diese Anträge in den Mit- gliedschasten diSkutiren und die Delegirtenwahleu vornehmen zu lassen. L. Gebert, Vorsitzender. GewerkSgenossenfchaft der Mannfaktur-, Fabrik-»nd Hand- arbeiter beiderlei Geschlecht«.(Sitz Weimar). ßrimmitfchau. Da die Mugltever zu Beannschweig einen Aufruf erlassen haben, iu welchem e« mit der Wahrheit nicht so genau genommen worden ist, so sieht sich der Vorstand veranlaßt, die Mitglieder zu ersuchen, sich nicht eher mit den Braunschweigern einzulassen, bi« die ganze Angelegenheit von dem Vorort klar gelegt worden ist, wa« in einer der nächsten Nummer geschehen wird. Der Vorsitzende deS AufstchtSrath«: Fcrd. Böttger, Adr.: CoufumvereinSrestauration in Crimmitschau. Allgemeiner deutscher SchiffSzimmerer- Verein. Attona, 3. Mai. Ich mache hiermit allen Bevollmächtigten der Mitgliedschaften de« Verein» bekannt, daß in der am 7. d. MtS. abgehaltenen Mitgliederversammlung in Hamburg die drei Ham- burger Control- CommissionSmitglieder H. Brandt, W. Leo und H. Kruse wegen Verleumdung und Schädigung de» Vereins bis zur Generalversammlung ihres Amtes enthoben sind. Ich ersuche alle Verdächtigungen, welche von diesen Herren ausgehen, nicht zu beachten und etwaige Zuschriften uns sofort zuzuschicken. I. A.: H. Jürgensen, Mörkenstraße Hof 7, Bude Nr. 7 in Altona. Metallarbeitergewerkögenosseuschast. Nraunschweig. GewerkSgenossen! Nachdem nun der Lech- haufener Strtke, obwohl nicht zu unserer Zufriedenheit, beendet ist, liegt für unS kein Grund mehr vor, die einmal anberaumte �und vollständig vorbereitete Generalversammlung zu verschieben, und wird solche in Rücksicht auf die unS zugegangenen Wünsche sowie auS praktischen Gründen Montag den 17. Mai, Mor- gen», in Mannheim eröffnet. Die Delegirten haben jedoch, wenn irgend möglich, schon TagS zuvor bis 4 Uhr Nachmittags einzutreffen. Mannheimer Genossen, an kleinen rothen Schleifen kennt- lich, sind zum Empfang der Delegirten zu jeder Tageszeit auf dem Bahnhofe anwesend. Genossen! Die Abrechnung pro erstes Quartal wird diesmal erst unmittelbar vor der Generalversammlung fertig werden, da in derselben der Monat April(mit dem Lechhausener Strike) auf- genommen wird. An Anträgen zur Generalversammlung gingen noch ein: Pforzheim. Antrag der Mitgliedschaft: Der wöchentliche Beitrag ist von 10 auf 13 Pf. zu erhöhen, um damit die„Union" und die UnionsverwaltungSsteuer(Anmerk. d. GeschästSf.: Fließt schon jetzt der Hauptkasse zu, da thatsächlich noch keine Union«- Verwaltung existtrt hat) au» der Haupttasse zu entrichten. Braunjchweig. Antrag der Mitgliedschaft: Die General- Versammlung wolle beschließen: Alle bi« jetzt circulirenden Sta- tuten einzuziehen, da wohl 6—3 verschiedene Auflagen existireu, wa« schon oft zu großen Jrrthümern Veranlassung gegeben hat. Für die VorortS-Berwaltuug: C. Schubert. Correlpondenzeu. -Leipzig. In der am 4. d. M. stattgehabten Sitzung de« hicfigen Verein« Laffalleschule wurde beschlossen, dem Congreß zur Bereinigung der Sozialdemokraten Deutschland» folgenden Antrag zu Punkt 14 de« OrganisationSentwurf« zu unterbriiteu. De«- gleichen wnrde der Antrag am S. d. M. in der gemeinschaftlichen Sitzung der hiesigen Sozialdemokraten von Liebisch eingebracht; der Antrag gelangte jedoch nicht znr Spezialdebatte, da der Or- ganisationSentwurf nach Berathung einzelner Paragraphen en bloc angenommen wurde. Antrag. Der Congreß möge beschließen: a) Die deutsche Arbeiterpartei besitzt zur Verfechtung und Klar- stellung ihrer Angelegenheiten Parteiblätter, welche durch deu Congreß nach Form, Tendenz und Ausgabe bestimmt werden. d) Zur Ueberwachung der Parteiblätter wird am Druck- oder AuSgabeorte eine Preß�Commission Seiten« der dortigen Parteimitglieder iu geheimer Wahl gewählt für die Dauer eine« halben Jahre«; nach Berfluß des halben Jahre« wird die Hälfte der Preß-Eommission ausgeschieden. Die Au«- geschiedenen find innerhalb eine» halben JahreS nicht wieder wählbar. o) Die ausschließlichen Funttionen dieser Preß-Commisflo» sind: Prüfung der für die Parteiblätter eingehenden Correspon- denze», Genehmigung oder Verwerfung der eingesandte» Artikel. Ohne die Zustimmung der Preß-Commisston darf in daS Parteiorgan Nichts aufgenommen werden. ä) Die Preß Commisston ist verpflichtet, wissenschaftliche Kräfte für da« Parteiorgan zu gewinnen und zu erhalten. •) Zur Unterstützung der Preß-Commission find die Control- Commisston und der Vorstand verpflichtet fall« sich diese Behörden am Erscheinungsorte de« Parteiorgan« befinden. Diese Behörden haben die etwaigen Beschwerde» zu prüfen und de» Betrieb de« Parteiorgan« mit zu beaufsichtigen. f) Die verantwortlichen Redakteure der Parteiblätter werden auf dem Partei� Congreß gewählt und deren Gehalt daselbst bestimmt. Die verantwortlichen Redakteure sowohl al« die mit der Herstellung der Parteiblätter Beauftragten sowie die Expedienten können nicht in die Preß-Commission gewählt werden. g) Die Parteiblätter müssen jede sachliche Zuschrift und in dringlichen Fällen auch persönliche Fragen oder Meinungen der Parteimitglieder aufnehmen, e» steht aber den leitende» Redakteuren zu, berichtigende Zusätze oder AnhangSnotizen hinzuzufügen. Artikel, welche nicht aufgenommen werde« können, weil sie in juristischer oder in anderer Hinsicht gegen die bestehenden Gesetze verstoßen, müssen dem Einsender unter Angabe de« Grunde« im Brieflasten al« unaufnehmbar bezeichnet werden. Ii) Beschwerden der Einsender oder Anklagen gegen die Leiter der Parteiblätter, Streitfragen über Artikel wissenschaftlichen oder sozialpolitischen Inhalts werde« vom Ausschuß geprüft; bei Verstößen der Preß-Commisflo» entscheidet die vorge- nannte Behörde, eventuell die Mitglieder am Orte. Werlin. VorortSversammlung deS Gewerkvereins der dentscheu Fabrik- und Handarbeiter vom 18. April 1376. In der am 18. April, Scharrnstraße 12 getagt habenden VorortSversammlung, welche von sämmtlichen Vereinen deS Vorort» zahlreich besucht war, erstatteten die Herren Sasse und Rohr- mann Bericht über die Verhandlungen des letzten VerbandStag«. An Stelle des Herrn Landgraf, welcher durch geschäftliche Reisen verhindert war, der Versammlung beizuwohnen, leitete der siellver- tretende Vorsitzende deS GeneralrathS, Herr Tornemann, die- selbe, welche Vormittag» 11 Uhr eröffnet wurde. Herr Rohrmanu berichtet kurz über den Zweck der heutigen Zusammenkunft, er hebt hauptsächlich hervor, daß gerade die Vertreter deS Gewerk- verein« der Fabrik- und Handarbeiter am allermeisten Gruod hätten, einen möglichst wahrheitsgetreuen Bericht zu geben, da die- selben iu vielen Fällen bei den Debatten sowohl wie auch bei den Abstimmungen in der Minorität waren, und glaubten die Ver- treter schon auS diesem Grunde einen speciellen Bericht, welcher voraussichtlich iu nächster Zeit auf anderem Wege nicht zu er- halten sei, geben zu müssen, überdies ist e« nothwenvig, die An- ficht der Mitglieder über daS Verhalten der Vertreter auf dem VerbandStage zu hören, zumal die Meinung in der Regel vor- herrschend ist, daß die Minorität im Unrecht sein müsse. Herr Sasse gibt hierauf einen durchweg sachlichen Bericht und verweilt längere Zeit bei den Verhandlungen und Beschlüssen resp. Aenderungen der VerbandS-Jnvalidenkasse und macht die Ver- fammlung besonders darauf aufmerksam, daß gerade iu diesem Punkt er sowohl wie Rohrmann entschieden andere Ansichten ver- treten hätten, als die Majorität der VerbandStagSabgeordneten. Sie feien entschieden der Ansicht, daß, nachdem für die Kasse so gewaltige Aenderungen beschloffen worden, als:„Aufhebung der höheren Pensionen von 10—20 und über 20 Jahre u. s. w., Auf- Hebung der Bevorzugung Derjenigen, welche innerhalb der S-jäh- rigen Wartezeit durch Verunglückungen invalid werden, Auf- Hebung der Bestimmung, daß bei neugegründeten OrtSvereinen innerhalb drei Monaten auch ältere Mitglieder aufgenommen werden können u. s. w." eine Erhöhung der Beiträge um 60 Proz. wenigstens bis zum nächsten Verbandstage nicht nothwendig war, obgleich die gewissenhaftes?) Berechnung der in Aussicht gestellten Invaliden durch den Sachverständigen Dr. Zillmer volle Anerkennung verdient, so hätten sie beide immer noch die Ansicht, daß die Praxis doch ein vielleicht viel günstigeres Resultat aufweisen könne, zumal ja auch vom Sachverständigen(?) zugegeben wurde, daß seine Berechnung nur auf Wahrscheinlichkeit beruhe. E« kann demnach wohl nicht behauptet werden, daß die Kasse dem Ruin nahe war, wenn nach all den beschlossenen Verbesserungen nicht auch noch eine Erhöhung der Beiträge um 60 Proz. beschlossen wurde. Die beiden Vertreter seien ferner auch der Ansicht, daß- die vom Sachverständigen(?) Dr. Zillmer aufgestellte Wahrschein- lichkeitSrechnung möglicher Weise in den ersten fünf Jahren noib gar nicht zutreffe, und fei die gegenwärtige geschästSlose Zeit nicht dazu angeihan, die Beiträge vorzeitig zu erhöhen, indem einem großen Theil der Mitglieder bei dem geringen Lohn die Leistung der jetzigen Beiträge schon sehr schwer falle. Man hätte auä' woht ruhig eine Erhöhung der Beiträge, wenn sich die Nothwen digkeit überhaupt herausstellen sollte, dem nächsten BerbanvSta- üverlassen können, ohne daß die Lebensfähigkeit der Jnvalidenkass in Frage gestellt worven wäre. Wa« aber den Mitgliedern not berichtet werden müsse, sei das, daß solche schwer wiegend. Beschlüsse vom BerbandStag nicht einmal statutengemäß gefaßt wären, sondern, nachdem bereits«Üe Aenderungen der Invaliden- lasse beschlossen waren, habe erst der Anwalt auf daS statutew widrige Verfahren aufmerksam gemacht, da das Verbandsstatut vor schreibt, daß alle Statutenänderungen der Verbands- und Jnva� lidenkasse durch Namensaufruf und mit zwei Drittel Majorität beschlossen sein müssen, wenn dieselben verbindliche Kraft haben sollen. Dies Verfahren sei aber nicht beachtet worden, sondern man habe ganz einfach durch Handaushebeu abgestimmt. Anstatt nun aber den Fehler durch eine nochmalige Abstimmung wieder gut zu machen nach Vorschrift deS Statuts, habe man ganz ein fach und zwar wieder durch Handaufheben beschlossen, alle staluten- widrigen Beschlüsse für statutengemäß gefaßt zu betrachte», ja eS sei sogar vorgekommen, daß über einen Antrag des Sachverstän- digen. M.» Anonymus 3,00. Sebesre, d. I. F. Panser von H»ljarb..Gtw. 3,00. Gößnitz, d. I. S. Hüttig 11,00. Hamburg,». H. Meyer 1,00; d. Sir, 1,10; Liste 70 d. W. Lüder« in Billwärder-Nerendeich 1. Rate 15,00. Harburg, Liste 1, 2, 3 d. A. Otto 14.50. äappel bei Lhcmnitz, v. Hickethier 3,90. Köln. d. MoStopp 1,50; Gewerkschaft d. Holzarb. d. Küpper 20,85. Leipzig, Holzarb.-Gew. Liste 2 d. Wilecke bei Fenrich 8,60; d. Seifert b« Vlüthner 4,95; d. H. Gchissel 8,80. Mainz, d. Lemoisne 3,00. Rarburg,». Ang. Klein 6,30. Rplan, d. Frommhold 2,00. Stcundorf, d. S. Otto 4,25. Neustadt b. Stolpen, d. H. Römer 1,00. Nürnberg, d. E. Grillenberger 15,50. Piuncberg, d. H. Fahl 8,30. «cgrnSbnrg, d. I. Sommer 4,28. Rruckingen, d. Sarl Starck 10,31. Rcichcnbach, d. E. Wolf 4,78. Echwäb.-Gmönd, d. I. Schwab 9,00. Scgeberg, Liste 282, 283, 284 d. H. Sorgerfrei 9,66. Sommerfeld, bei 1 Abendunterhalmng d. Fricke 4,00. Stuttgart, Ziifammenkunft d. Schuhm.- Gew. d. Bringmann 2,00. Verden, d. Rllxcke 8,25. Zwickau, d. Larl Hofmaun 4,04. Weitere Beiträge nimmt entgegen: _ August Gelb, Hamburg, RödingSmakt 12. B>>cfkafieu der Redaktion H.®. tu A.: In Ehescheidmigsanzelegenheitin sind die sächstschm Gesetze noch in Kraft.— H. M. in St. M.: Ihr Mahn« brief traf zu spät ein, um für die Wahlen noch Verwendung finden zu können.— der Expedition. Griener, Schnhmachergewerkschaft: Ans Ihre Torre- spondenjkarte fehlt die Angabe des Wohnorte«, der Poststempel ist un- leserlich. Wenn Ihnen eine Str. de« Blatte« nicht zukommt, reklamiren Sie bei Ihrer dortigen Poftexpedition, die verpflichtet ist, die vollzähligen Nnmmern de» Quartal» zn liefern, hat die Sxped. diese Nr. nicht erhalten, so muß fie sich an die hiefige Post halten, und dort reklamiren.— Rxkr Wien: Weder Post noch Polizei hat ein Recht einen Brief zu öffnen, aber die Gewalt habe» sie und da« Sprüchwort sagt:„Gewalt geht vor Recht."— Otto Grndmann Großenhain: Geben Sie un» an, von welcher Seite au und wie viele Seiten in der Weltgesch. fehlen. Zum Wahlsond. Von Rchtr hier 140. Liste Nr. 7 43. Pfau 7.60. BolkSversamml. in der Tonhalle 180.57; v. Liste Nr. 1 v. Bd. 3.00. Urban Forste v. dortigen Parteigenossen 7.25; v. Arbeitern der Warnkeschen Eigarrenfab. Hamburg 6.00; v. Liste 22 Wiegaadsche Druckerei hier 5.00. E. F. hier 3.00. Holzarbeitergewerkschast hier d. S. 60.00; v. Liste 29 d. Krey hier 6.00; v. Liste 6 d. Bde. 3.75. Liste 24 d. Willecke H-lzarb. 10.65 Liste 32 d. Fink hier 1.00. Liste 3 d. Ludwig 8.45. Liste 30 d. Krieger 1.5. Liste 14 Sisengarteu 6.50. Go,.-demokr. Wahlverein Berlin d, I. Hlnd. 5.10. Lange« Schneiderwerkstatt hier 2.67;». Schfr. hier 1.00; v. O.Cr. hier 3.00; v. Starkeschen Schneiderwerkstadt d. Rudolph 9.00; v. E. E. 3.00. in voriger Nr. Liste 1 in Summa 15.00. quittirt v. Liste Nr. 23 d. Richter 16.50. E. Hrsch Pari« 20.00._ Fond sür Gemaßrrgelte. Klssndrf Bremen 2.00. in Nr. 48 irrchümlich„Barmen" quittirt; v. Dr. T. hier 1.50. Elnb Morgenroth hier 7.50. Lddhs. Schleiden 1.00. Anzeigen zc. fRsBlÜHst Verein sür Sattler und Berufsgenossen. VtlllN Den Delegirteu zur Nachricht, daß die Generalversammlung Sonntag, den 16. Mai, Bormittag« 9 Uhr beginnt im Waldschlößchen, Stadttestanratton 2 Treppm Postplatz. Sonnabend, den 15. Mai, Abend« 3 Uhr Lorbesprechnng in demselben Lokal. ®« ist daher nothwendig, daß die Delegirteu Sonnabend eintreffen. __ Der vorstand.(80) Sämmtllcht Parteigenossen und VolkSstaatSabonnenten werden hiermit am Mittwoch, dm 12. Mai, Abend» präcise 8>/, Uhr bei Göbel, Balgebrückstraße 18, zu einer Berathuug be- trefi« de« Song, esse« eingeladen. Pünktliche« Erscheinen Aller erwartet. Der Vertrauensmann. Bremen Aufforderung. Am 2. Pfingstsesttage, Morgen« früh: Marschtour! Alle Arbeiter Bremen» mögen daran theilnehmen. Die beiden Ge- sangverewe Lassallia und Fraternite, sowie noch andere Freunde werden für Unterhaltung und Humor Sorge tragen. Zusammeakunst Morgen» 4 Uhr bei Dunker, Sögestr. 27.(80) Am Dienstag, den 18. d. Mts. Großer Arbeiter- Ball in den großen Räumen der Tonhalle. Karlen a 60 Ps. find an den bekannten Verkaufsstellen zu haben. Da« Fest-Eomitö de« Allgem. deutschen Arbeiter-Berein«. 1325) Donnerstag, den 13. Mai, Abend« 8'/- Uhr: �U||CmUr| Oeffentliche Sozialisten-Versammlung im Lotale de« Herrn Wohringen, am Werhan. Tagesordnung: 1) Der Soflalismu« und da« allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht. Referent Dutzauer. 2) Der Vereinigung«-Eongreß der deutschen Sozialdemokraten. T. Maaß.(60) Danksagung. Allen Bereinen, Freunden und GefmnimgSgenoffen, die mich gestern, an meinem siebzigsten Geburtstage, durch Zaschrisien, Telegramme oder sonstige Beweise de« Wohlwollens erfreut haben, danke ich an« vollem, tiefbewegten Herzen. Mögen fie ferner mir ihre Freundschaft bewahren. Königsberg, den 1. Mai 1875._ Dr. Johann Iacaby, In unierm Berlage ist erichienen nnd anSnahmewkise nur vurch direkte Versendung zu beziehen: Sozialdemokratische Lieder und Deklamationen. 3. Auslage.(80 Seiten, TaschensormaU Broschirt 25 Pfennige. Jede Versendung unfr ankirt; nichl« in Eomnussioa(nur„fest"). Ander« al« gegen baar wird überhaupt nnr an un« genügend bekannte Besteller versandt.(Briefe nach der Schweiz erfordern 20 Ps. Frankirung.) VolkSbuchhaudlunst(I. Franz), Zürich(Schweiz). HL. Die Uesermittelung von Bestellnngen übernimmt die Buchhandlung de«„Boiksstaat".__ 3a__[275) Z» Leipzig. Hiermit geben wir allen Genossenschaft«- Mitgliedern bekannt, dast die diesjährige ordentliche Generalversammlung am Donnerstag, den 27. Moi. Nachmittags 2 Uhr, im Kaltwasser'scheu Saale zu Gotha stattfindet. T.-O.: 1) Jahresbericht und Richtigsprechnng der Jahresrechnung. 2) Feststellung der Dividende und Beschluß über die Ber- Wendung von Ueberschüssen. 3) Feststellung de« BerwaltungS-Etats. 4) Wahl des vorstände«. 5) Bestimmung über den Sitz de« AussichtSrathe«. Die Mitglieder werden aufgefordert, entweder persönlich oder durch Stellvertretung an der Generalversammlung Thell zu nehmen. Laut s 1» de« Staiut« find jedoch nur solche Mitglieder zur Abstimmung u. s. w. berechtigt, welche mit ihren Einzahlungen nicht länger als 3 Monate im Rückstände sind. Mitglieder, welche sich auf der Generalversammlung»ertreten lassen wollen, haben sich an den AusfichtSrath behus» Uebermttielnng eine» abgestempelten Vollmacht- Exemplar» zu wenden. Wohnen mehrere Mit- glieder an einem Oite, so ist zn empfehlen, sich gemeinschastlich die Vollmacht- Exemplare von dem mitanterzeichneteu Aug. Geld zu verschreiben. Hamburg, den 6. Mai 1875. Der AusfichtSrath. I. A.: I. Martieusseu, Vorsitzender. Augnst Beib, RödiugSmarkt 12. Diejenigen Mitglieder, welche ihren Autheilschein noch nicht voll bezahlt haben, werden angesichts der im Mai stattfindenden General- Versammlung hiermit ersucht, baldigst ihren Verpflichtnugen nachzukommen. Alle Gelder find an Ehr. Hadlich, Leipzig, Zeitzerstr 44 zu senden. Leipzig und Hamburg, den 6. Mai 1875. Der vorstand und AusfichtSrath. verantwartlicher Redakteur: H. Rind t. Redaktion Hohestraße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, in Leipzig. Druck und Verlag der GevossenschostSbuchdruckerei flu Leipzig.