Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Bor 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and eoates str. Philadelphia. Abonnementspreis für ganz Deutschland IM. KS Pf. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Lten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzglh. Sachs.-Altenburg auch auf den Itc» Monat de» Quartals i 54 Pf. OrgandersozialdeMkrattschmArvettervaMMÄderinternationalenGetverksgenossenschasten. z»fer»te, dt«»dhaltnuz von Partei-, Herein»« und Holltversamm langen, sowie die Ftlial- Sxpedittonen und sonstige Partei-«ugelegenheiteu betreffend, werden mit 10 Pf., Suzeigen mit SS Pf. die dreigespalten« Pettt- Zeile berechnet. — Privat- und Vergnügung»- tt-. 57. Ilrettag, 21. Wai. 1875. Nationalökonomie. IV. Der Werth der Waare. In der heutigen Zeit, in welcher Jeder seine Arbeitskraft, oder, wenn er auf eigene Rechnung prodnzirt, das Produkt derselben verkauft und mit dem Erlöse wieder dasjenige einkauft, was er gebraucht, taucht stündlich die Frage auf: Was ist wohl diese oder jene Waare Werth? Wir sprechen außerdem von dem Werth einer neuen Erfindung, von dem Werth der Freundschaft, von dem Werth einer erhaltenen Nachricht, eine» geleisteten Dienstes, vom Werth de» Lebens und der Gesundheit; kurzum, wir gebrauchen daS Wort.Werth" alle Augenblicke und müssen uns daher ver- uüuftiger Weise eine klare Vorstellung von dem damit bezeichneten Begriffe machen. Für jeden Sozialisten aber, für jeden, der den wirthschaftlichcu Zusammenhang der menschlichen Gesellschaft, die Ziele und Zwecke der Parteien und Klassen im Staate begreifen will, ist die Klar- stcllung de» Werthbegriffe«, der Springpunkt, von dem aus er seine Studien und seine Kritik des Bestehenden beginnen muß. »Es gehört aber viel Philosophie dazu, um daS zu verstehen, waS man täglich steht"; die Unklarheit, welche bis in die neueste Zeit über den Werthbegriff bestanden hat, und der erst durch Gtarl Marx ein Ende gemacht ist, bildet eine treffende Illustration zu diesem berühmten Ausspruch Rousscau'S. .Der Reichthum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktion herrscht, erscheint als eine ungeheure Waarensammlung Wir beschäftigen unS daher zuerst mit der Untersuchung, worin der Wcrlh einer Waare besteht. Die Waare ist ein Ding, ein Befitzgegeustand. .Die Benutzung eine« jeden BesitzgegeustandeS ist nun eine doppelte. In beiden wird das Ding als solches benutzt» aber nicht in derselben Weise als solche». Der erste Gebrauch ist der direkte, dem Dinge eigenthümliche, der andere dagegen nicht und der Natur de« Dinges fremd, wie man ,. B. einen Schuh zum Anziehen und zum Tauschmittel brauchen kann. In beiden Fallen wird der Schuh benutzt. Denn wer an einen andern, welcher der Schuhe bedarf, diese für Geld oder Lebensmittel hingiebt, benutzt zwar den Schuh al« Schuh, aber nicht in der ihm eigenthümlichea Weife, weil er nicht de« Umtausches wegen gemacht ist." Die vorstehende von Aristoteles vor 2200 Iahren gegebene Erklärung de« Unterschiede« zwischen dem Werth eine» Dinge« für den Gebrauch und dem Werth desselben Dinge« für den Tausch gilt noch heute al» erster Grundsatz in der VolkSwirthschaft. Da mal» wurde die Waare, der Schuh, nicht de« Umtausche« wegen gemacht, damals wurde zuerst für den eigenen Bedarf produzirt und nur UeberschÜssige« vertauscht; heute jedoch wird, und da« ist ein Kennzeichen der kapitalistischen Produktion, nur produzirt, um da« Produkt zu vertauschen. Jede« Ding nun, welche« vertauscht werden soll, muß für irgend einen andern Menschen begehrenSwerth sein, muß ein Be dürfniß beftiedigen, mag die« Bedürfuiß sehr realer Natur sei» wie der Hunger, oder sehr eingebildeter Natur, wie die Orde»« sucht. Wa« absolut unbrauchbar ist, will kein Mensch nehmen jede Waare muß also zu gebrauchen sein, sie muß Gebrauchswert haben. Nur Dinge, welche GebrauchSwerlh haben, sind Maaren. Aber nicht alles, wa« Gebrauchswert hat, ist Waare. Licht, Lust, Sonnenschein, ein Trunk Wasser au« der Quelle sind für alle Menschen Mittel zur Befriedigung sehr realer Bedürfnisse, und doch sind diese Dinge nicht Waaren. Sie sind eben in solcher Menge vorhanden, daß sie für Jeden ohne alle Anstrengung oder Arbeit zugänglich sind; sobald da« Wasser aber erst geschöpft und zur Stadt gebracht, sobald zu seiner Erlangung also Arbeit aufgewendet wurde, ist e« nicht mehr umsonst zu haben, c» hat neben dem natürlichen Gebrauchswert noch einen durch Arbeit er- zeugten Werth erhalten; e« ist damit Waare geworden, hat also den Werth einer Waare, den Waarenwerth, Tauschwerth be kommen. Der Tauschwert setzt also da« Vorhandensein de« Gebrauch» werthe» vorau«; Gebrauchswerth aber, au dem keine Arbeit haftet, kann nie Tauschwerth werden. Arbeit, nützliche Arbeit ist also Borbedingung de« Tauschwertes. Worin besteht nun der Tauschwerth selber? Wenn wir uns da« an einem Beispiele klar machen wollen, müssen wir dasselbe in seiner einfachsten ursprünglichsten Form wählen; wir lassen daher den Begriff de« Gelde« bei Seite nnd nehmen an, daß der Tausch direkt vor sich gehe, daß also Waare gegen Waare vertauscht wird. Ein Leinweber hat 20 Ellen Leinwand gewebt, die er nicht selbst gebraucht; ein Schneider hat einen Rock gemacht, den er auch nicht nöthig hat; der Leinweber braucht einen Rock, der Schneider Leinwand; sie tauschen ihre Produkte au», weil beide annehmen, 20 Ellen Leinwand sind so viel werth, wie ein Rock. Der Weber arbeitet weiter und tauscht sich allmälich verschiedene Waaren gegen Leinwand ein; nehmen wir an, er giebt 20 Ellen Leinwand für einen Tisch, ebenso viel für 100 Pfd. Brod, ebenso viel für 40 Scheffel Kohlen und endlich tauscht er sich noch für fernere 20 Ellen Leinwand eine Bibel ei». Bei jedem einzelnen Tausch ist der Werth der vertauschten Waare gleich groß; wir finden also, daß 20 Ellen Leinwand im Werthe gleich sind einem Rock, ferner einem Tisch, dann 100 Pfd. Brod, 40 Scheffel Kohlen und endlich einer Bibel. Zusammenge- schrieben giebt da« folgenden PreiScourant: 20 Ellen Leinwand— 1 Rock 20..= 1 Tisch 20„.= 100 Pfd. Brod 20..= 40 Sweffel Kohlen 20.= 1 Bibel. Alle diese Waaren sind Gebrauchsgegenstände, welche ganz vev fchiedene menschliche Bedürfnisse beftiedigen; Brod dient zur Nah> rung, Leinwand und Rock zur Kleidung, der Tisch zur Ausrüstung, die Kohlen zur Heizung der Wohnung, die Bibel zur Befriedi- gnng religiöser Gefühle. So verschieden wie ihr Zweck, ist auch der Stoff, aus dem diese Waaren gemacht sind; aber alle stellen sich un« dar al« Verbindungen nützlicher Arbeit mit Naturstoffen. Die Berschiedenartigkeit dieser Verbindungen von Arbeit und Naturstoff ermöglichst erst die Austauschbarkeit, denn Niemand tauscht Rock gegen Rock, Leinwand gegen Leinwand au«; nur Pro- duktc verschiedener selbstständiger Arbeiten taufchen sich gegen ein- ander aus, werden Waare. Untersuchen wir diese Waaren näher, so finden wir, daß in der Leinwand Weberarbeit enthalten ist, welche den, landwirth- schastlicher Arbeit entsprungenen Flachs verwandelt hat; im Rock sitzt Schuciderarbeit.Tuchmacherarbeitund Wolle, welche letztere wieder ein durch landwirthschaftliche Arbeit gewonnene« Naturprodukt ist; im Tisch sitzt Tischlerarbeit, sorstwirthschaftliche Arbeit und Holz; im Brod sitzt Bäckerarbeit, Müllerarbeit und Rohstoff von Rog gen, der wieder Produkt landwirthschaftlicher Arbeit ist; in der Kohle haben wir BergmannSarbeit, in der Bibel sitzt Papier macher-, Setzer-, Drucker-, Buchbinder- und Schriftsteller-Arbeit. Diese einzelnen Arbeiten sind aber so verschiedener Natur, daß man in ihnen nicht« Gemeinsame« zu erkennen vermag, al« da« Eine, daß sie menschliche Arbeit überhaupt darstellen, daß sie nur verschiedene Arten der Bethätiguug menschlicher Arbeitskraft sind. Der gesunde Mensch kann durch Unterweisung und Uebung jede dieser so sehr verschiedenen Arbeiten zu verrichten erlernen; je ein facher und leichter die Arbeit, um so schneller, je complizirter und schwieriger, um so langsamer wird sie gelernt werden. In all den oben genannte» Waaren: der Leinwand, dem Rock, dem Tisch:c. steckt also zwar an sich verschiedene Arbeit, näher betrachtet aber nur ein größere« oder geringere« Quantum allge mein menschlicher Arbeit. Da« ist da« Einzige, wa« alle gemein- sam in sich stecken haben; da man aber doch nur Gleichartige« mit einander vergleichen kann, und die Waaren gleichen Tausch werth haben sollen, so muß da« in ihnen steckende Gleichartige, die allgemein menschliche Arbeit, da« sein, wa« wir Tauschwerth nennen. E« steckt aber in den Waaren nicht blo« Tauschwerth schlecht� hin, sondern auch eine gleich große Menge von Tauschwerth; c« muß also auch in ihnen eine gleich groß- Menge allgemein mensch licher Arbeit enthalten sein. Die Menge der Arbeit, welche ein Mensch leistet, wird gemessen nach der Zeit, welche er dazu vev wendet; wir können also bestimmen, wie viel Stunden Weber arbeit in der Leinwand, wie viel Stunden Schneiderarbeit im Rock steckt. Weberarbeit ist aber von Schneiderarbeit verschieden; landwirthschaftliche Arbeit ist leichter zu erlernen al« Schriftsteller arbeit; e« steckt gewissermaßen in jeder Stunde, die der Weber oder Tischler arbeitet, noch ein Theil der Zeit drin, die er zur Erlernung seiner Arbeit aufwenden mußte; die Stunde Tischler arbeit ist also, sagen wir, doppelt so intensiv al« die Stunde Arbeit eine« Ackerknechte«. Noch deutlicher wird die« Verhältniß bei der Schriflstellerarbcit. Letzterer muß Jahre lang die allge meine Lorbildung genießen, dann Monate laug speziellen Studien obliegen, bi» er im Stande ist, ein Werk zu schreiben, dessen bloße« Niederschreiben in wenigen Stunden vollendet ist. In diesen wenigen Stunden sitzen alle übrigen, vorher zum Studium aufgewendeten Stunden mit drin; eine Stunde Schriftstellerarbeit repräsentirt also, sagen wir, zehn Stunden allgemein menschlicher Arbeit. So lassen sich die einzelnen Arten der Arbeit auf ein größere« oder geringere« Maß allgemein menschlicher Arbeit reduzirea; die nach Zeit gemessene Menge allgemein menschlicher Arbeit, welche in der Waare enthalten, in ihr zu fester Form geronnen ist, bildet den quantitativ bestimmten Tauschwerth. Der Tauschwcrth ist die in der Waare enthaltene«allgemein menschliche Arbeit, gemessen nach Zeit." Nehmen wir nun an, unser Weber lasse sich bei Herstellung der nächsten 20 Ellen Leinwand Zeit und gebrauche daher zu ihrer Fertigstellung gerade doppelt so viel Stunden wie sonst; wenn er nun deshalb vom Nachbar Schneider zwei Röcke ver langen wollte, weil doppelt so viel Arbeit in der Leinwand stecke, so würde ihm ungefähr die Autwort werden: E« bleibt sich ganz gleich, wie viele Stunden Du an der Arbeit gesessen hast; durchs schnittlich kann man 20 Ellen in x Stunden machen, also haben Deine 20 Ellen Leinwand auch nur de» Werth, als ob sie in dieser Zeit hergestellt worden wären." Nicht die Zeildauer, welche der Einzelne zur Herstellung eine« einzelnen Stücks gebraucht, bestimmt den Tauschwerth, derselbe hängt vielmehr ab von der«gesellschaftlich zur Herstellung der Waare nothweudigen Zeit." Der Tauschwerth besteht also in der«gesellschaftlich nothwen digen, allgemein menschlichen Arbeit, gemessen nach Zeit"— die in der Waare vergenständlicht worden ist. Zur Erläuterung diene noch Folgende«: Gesetzt, e« haben sich u einer Zeit doppelt so viel Weber an die Arbeit gemacht al« rüher, e« ist also auch doppelt so viel Leinwand da, al« gebraucht vird; e« sinkt ihr Werth» der Schneider verlangt 40 Ellen für 'einen Rock, denn e« war nur die Hälfte der Arbeit«gesellschaftlich nothwendig", und e« haben daher in diesem Falle 2 Stunden nur so viel Werth, al« sonst 1 Stunde erzeugt. Die Gesellschaft braucht eine bestimmte Quantität Weberarbeit; wird nun doppelt so viel geleistet, so ist die Hälfte überflüssig; man kanu aber den einzelnen Elleu Leinwand nicht anseheu, welche von ihnen grade die überflüssig produzirten sind, daher sinkt der Werth jeder eiozekneu Elle so gut, wie der Gesammtwerth der ganzen Leinwand,— ein Fall, den Kaufmann, Fabrikant und Ar- beiter bei den durch sogenannte Ueberproduktion erzeugte» Handel»- Kisen oft genug keuuen gelernt haben. Bersetzeu wir un« in die Zeit zurück, in der nur Handweberei betrieben und daher der Werth der Leinwand höher war al» jetzt. Da wird plötzlich eine Maschine erfunden, welche die Arbeit bedeutend verringert; von nun an steckt in der Leinwand wieder nur so viel Tauschwerth, al« zu ihrer Herstellung nach der ver- besserten Arbeitsmethode Zeit gesellschaftlich nothwendig war; nicht die Zeit, welche die Handweber zur Herstellung der Leinwand ge- brauche», sondern die Zeit, welche durchschnittlich zur Herstellung derselben gesellschaftlich nothwendig ist, bildet den Tauschwerth. Durch Einführung der Maschinen ist der Werth einer Menge von Produkten so bedeutend ermäßigt worden, daß die Produktion durch Handarbeit dabei nicht mehr bestehe» konnte; da« ist ei» weitere« erläuternde« Beispiel für die Richtigkeit der Marx'scheu Definitiv» de« Tauschwerthe«. Wie reimt sich aber, kann man ftagen, diese Erklärung mit der Thatsache zusammen, daß ein zufällig gefundener Diamaut, ein Goldklumpen doch unbedingt Tauschwerth haben, ohne daß der Erwerb, da« Finden, dem Finder irgend welche erhebliche Arbeit gemacht hat? Scheinbar wird mit diesem Einwurf die Behauptung wider- legt, daß die Naturstoffe keinen Tauschwerth besitzen, aber auch nur scheinbar. Der gefundene Goldklumpen hat denselben Tauschwerth, den eine gleiche durch Arbeit au« der Erde gegrabene Quantität Gold besitzt, nicht mehr, nicht minder. Er hat den Werth, d. h. in ihm steckt genau so viel gesellschaftlich nothwendige Arbeit, al» man zur Gewinnung einer gleich große» Quantität Gold gebraucht. Wie man der einzelnen Elle Leinewand nicht anseheu kanu, ob mehr oder weniger Arbeit in ihr steckt, so kann man dem Gold nicht anmerken, ob e« gesunde» oder bergmännisch gewonnen ist; selbst wenn mau weiß, daß e« ohne Arbeit durch Zufall gefunden ist, gilt e« doch ebensoviel, wie alle« andere Gold, weil der Tauschwerth in der allgemein menschlichen, gesellschaftlich nothweudigen Arbeit, gemessen nach Zeit, besteht, welche in der Waare geronnen, scstgeworden, zur ArbeitSzallerte erstarrt ist. Im Allgemeinen erscheint der Tauschwerth nur bei dem Au«- tausch verschiedener Waaren zwischen verschiedenen Menschen; bei strengerem Nachdenken findet man aber, daß selbst ein von alle» anderen Menschen isolirt lebender Robinson die von ihm erzeugten GebrauchSwerthe in derselben Weise individuell gegen einander abschätzen wird, wie e« in der Gesellschaft gesellschaftlich geschieht. Robinson muß Alle«, wa« er gebraucht, selbst herstellen; er macht also abwechselnd Schneider-, Tischler-, Müller-, Bäcker-, landwirthschaftliche und sorstwirthschaftliche Arbeit; immer ist e« der Mensch Robinso», der diese Arbeiten al« verschiedene Arten seiner allgemein menschlichen Arbeit verrichtet. Wenn seine Hütte in Brand gcräth, wird er selbstverständlich diejenigen Arbeit«- Produkte zuerst zu retten suchen, deren Herstellung ihm die meiste Zeit gekostet haben; er wird also die Werthschätzung seiner ein- zelnen Befitzgegenstände nach dem Maß seiner in ihnen enthaltenen allgemein menschlichen Arbeit vornehmen. Hat er aber zur Her- stellung eine« Tische« mit seinem Steinbeil 20 Tage arbeiten müssen, so wird er, sobald er in den Besitz eiserner Werkzeuge gelangt ist, den Tisch nicht mehr al« da« Produkt einer 20tägigeu Arbeit schätzen, weil er ihn nun in einem Tage mit Leichtigkeit anfertigen kann. Auch bei de« isolirt lebenden Menschen hängt da« Maß de« Werthe« nicht von der i» dem einzelnen Gegenstande in der That enthaltenen Arbeit, sondern von der zur Zeit der Abschätzung zur Wiederherstellung nothwendige» Arbeitszeit ab; lebte Robluso» nicht außerhalb aller Gesellschaft, so würde man ohne Zweifel behaupten können, daß er auch ohne zu tauschen den Werth seiner eigenen Arbeitsprodukte untereinander bestimmen würde nach der in ihnen enthalteneu allgemein menschlichen, gesellschaftlich noth- wendigen Arbeit, gemessen nach Zeit. Die Marx'sche Erklärung de« Werthbegriff« ist somit unbedingt zutteffeud, da sie für alle irgend denkbaren Fälle paßt; wir werden sehen, daß die au« dieser Erklärung mit logischer Consequenz ab- geleiteten Schlußfolgerungen die wissenschaftliche Begründung und Rechtfertigung der Forderungen de« Sozialismus enihalten. Politische Uebersicht. — Die StaatShülfe für die Gründer. In der Berliner StaatSbllrgerzeitung" lesen wir: „Schon vor mehreren Tagen durchlief die Stadt da« Gerücht, da« preußische Finanzministerium hätte nicht nur der Ber- liner Diskontogesellschaft vor mehren Iahren eine nam- hafte Summe gegen eine ganz geringe Verzinsung zur Ver- sügung gestellt, sondern auch verschiedene Millionen au« dem Invalidenfonds in PrioritätSactiea der Hanuover-Altcnbekencr Bahn angelegt, in deren Vermögen bereit« jetzt ein Verlust von über 11 Prozent, also nahezu der neunte Theil de« Gesammt- capital«, eingetreten sein soll. Man schenkte dem Gerüchte keinen Glauben, führte vielmehr seinen Ursprung auf oltramontane Agi- tationSmanöver zurück. Jetzt nun begegnen wir in den soeben veröffentlichten Bemerkungen der Ober-RechnungSkammer zur allgemeinen Rechnung über den Staatshaushalt des JahreS 1872 folgendem PasinS: „Der Direktion der Berliner DiScontogefellschaft sind auf An- Weisung deS Herrn FiuanzministerS durch die Haupt- SeehandlungS- kasie aus den Beständen des vormaligen Staatsschatzes am 23. März 1872 drei Millionen Thaler darlchnSweife gegen 2'/« Prozent Zinsen gezahlt worden; letztere, und zwar von 2,300,000 Thlr. für die Zeit bi« zum IS., und von 200,000 Thlr. bis zum 17. Juni 1872, sind mit 17,676 Thlr. 12 Gr. in Ein- nähme nachgewiesen. Nach der seitens de« Herrn Finanzmiui- ster« gegebene» Erläuterung handelte e» sich im März 1872 darum, den Baarbestand de« vormaligen Staatsschatzes, der in Höhe von 26,632,000 Thlr. zur Einlösung der auf den 1. Juli 1872 geküudigten füllfprozentigeu Staatsanleihe vom Jahre 1859 bestimmt war, iu dieser Zwischenzeit möglichst nutzbar zu machen. Für ein DarlehnSgeschäft auf so kurze Zeit war in jener Zeit ein höherer Zinssatz al« Z3/, Proz. nicht zu erzielen. Nur zu diesem Zinssatz hat damals die DiScontogefellschaft zur Entnahme eine« Darlehn» au« der EtaatSkaffe sich bereit erklärt uud hätte der Verwaltung bei der damaligen Höhe der Bestände der General- Staatskasse nur erwünscht sein können, wenn noch weitere Summe» iu solcher Weise zeitweise hätten belegt werden können. Die hieran geknüpfte Frage, auf Grund welcher gesetzlichen Be- stimmung au« StaatSgelderu an Privatgesellschafte» eS überhaupt für zulässig erachtet werde— obenein ohne genügende Sicherstellung— Darlehne zu gewähren, ist von dem Herrn Fiuanzminister noch nicht beant- w ortet. Der Vorgang ist hier erwähnt worden, weil weiterhin darüber zu befinden sein wird, ob durch eine außeretatSmäßige Verwendung von StuatSgeldern von den Bestimmungen de« StaatShauShaltSetat abgewichen worden ist." So lautet wörtlich die Bemerkung der Oberrechnungskammer zu der betreffenden Position im Staatshaushalt pro 1372. Hier haben wir also Schwarz auf Weiß, daß aus dem Säckel der preußischen Steuerzahler StaatSgelder an Privatgesellschaften dargeliehen sind. Daß die Staatskasse, will man von der ge- ringen Verzinsung absehen, keinen materiellen Nachtheil dabei er- litten hat, weil da« Darlehen wieder bezahlt worden ist, fällt dabei «enig iu da« Gewicht; die Bemerkung der OberrechnuugSkammer, daß das Darlehn ohne genügende Sicherstellung gewährt worden, genügt, um hinlänglich zu erkennen, daß die DiSconto- gesellschaft sich in arger Verlegenheit befunden. Doch ist da«, wie gesagt, Nebensache. Die Hauptsache ist, daß eine Privat-Actien- gesellschaft vom Staat eine Subvention von mehren Millionen Th-lern erhalten, ohne daß die Volksvertretung dazu ihre Geneh- «igung ertheilt hat! Wie wird Hr. Camphaufen sich vor der letzteren rechtfertigen, und was werden unsere Volksvertreter zu der Finanzverwaltung sagen, die über deu Rahmen de« Gesetzes hinaus den Reichen mit Millionen beifpringt, während von den Armen und Bedrängten die NothstandSdarlehne durch den Executor eingetrieben werden? Und wa« werden unsrc Sozialdemokraten für ein Gesicht machen, wen» sie gewahren, daß nicht nur die Noten-Emission für die Reichen und Wohlhabende» vom Staat begünstigt, sondern auch die directe SiaatShilfe im eminentesten Sinne des Worte« auf Kosten der Aermste« im Staate solchen Leuteo gewährt wird, welche die Ausbeutung der Gesellschaft systematisch betreiben? Wußte denn Hr. Camphausen nicht, daß wir für die verzinsliche Veranlagung von StaatSgelderu die unter Staatsverwaltung stehende königliche Bank haben? War ihm denn nicht in den Sinn gekommen, daß da« SeehandluugS-Jnstitut, dessen Präsident ja Hr. Camphausen war uud durch dessen Vcrmittelung er da« Geschäft machen ließ, al« StaatSaustalt ganz eminent für solche Zwecke geeignet ist? Hrn. Miquel und Genoffen(ob auch Hrn. v. Bennigsen al« Concessionär der Hannover-Alteubekener Eisenbahn durch den behaupteten Ankauf der Aktien, ist noch nicht erwiesen) ist damals au« der Verlegenheit geholfen. In welche Verlegenheit müssen aber die Nationalliberalen kommen, daß unter ihrer Herrschaft solche Dinge möglich geworden sind, die man bis dahin im preußischen Staat nicht erlebt hat? Werden sie Hrn. Camphausen Indemnität ertheilen und die Ober-RechnungSkammer deSavouiren? Unmöglich wäre eS nicht; denn bei einem großen Theil der Ratio- nalliberalen gelte» infolge de« corrumpirenden Einflusses, welchen die vielfache Bctheiligung derselben an Gründungen aller Art auf ihre Ansichten geübt hat, die sogenannten höheren Rücksichten mehr al« die klaren Vorschriften des Gesetze« und die ersten Anfor- derungen der Gerechtigkeit. Wenn die letzteren die Grundlage der StaatSraison bildeten, dann hätten wir wenigsten« den sozialen Frieden; der Sozialismus der Gründer und ihrer Freunde aber bringt uns immer weiter ab von jenem Frieden, der eine Hauptbedingung für da» Aus- blühen unsrer Gewerbe und die Förderung de« allgemeinen Wohl- stände« ist." So die„StaatSbürgerzeitung". Was die„Volksvertretung" zu diesen Praktiken sagen wird? Nicht«— keine Krähe hackt der andern die Augen au«. Und die Sozialdemokraten? Sie schrei- ben'SdemKlassenstaatunddembetr.Hrn. Praktikanten auf'S-Conto.— — Kusch! hat ER gesagt» und die kriegkläffende Meute Aegidi'S kuschte, so daß„Pfingsten un« zu einem FriedenSseste wurde". Der ER heißt aber nicht Bismarck, sondern„Väterchen" Alexander, dem da« Sriegsühren noch nicht paßt. Als am 4. Dezember vorigen JahreS Jörg im Reichstag den neuen ER ankündigte, welches Hohngelächter der Nationalliberalen, welch spöttische, freilich schon relativ bescheidene Glossen Bismarck«! Und jetzt— kusch! kusch!!— — Unglückliche Leute. Daß Fürst Bismarck vor Kull- männern keine ruhige Stunde hat, ist bekannt; jetzt erfahren wir, daß auch sein Amauuensis Falck(nach dem Sprüchwort: wie der Herr so der Knecht) sich von Attentätern bedroht sieht, und daß sogar König Wilhelm seine» Leben« nicht sicher sein soll. Und nicht besser ergeht's dem„besten Freund" Alexander, der jetzt iu Berlin die gütige Vorsehung spielt. Wir lesen in den Zeitungen: „Abgesehen von den zahlreichen Schutzleuten, die während der Anwesenheit de« Kaiser« von Rußland die Gegend„Unter den Linden" Patrouilliren oder da ausgestellt sind, wo der Monarch passtren muß, wird, wie die„Post" berichtet, das Hotel der ruf- fischen Gesandtschaft persönlich von dem Polizeihauptmann Hoppe, 2 Polizeilieutenants, 2 Wachtmeistern, 2 Schutz- leuicn zu Fuß und 2 Berittenen beobachtet, außerdem sind täglich 60— 70 Criminalbcamte in der Nähe des russischen KasserS in Bewegung, in dessen Gefolge sich 6 russische Cri- minalbeamte befinden." Wahrhaftig, eS ist zum Erbarmen! Und lebte jetzt Rousseau, er könnte mit größerem Recht al« vor 100 Jahren eine Epistel mit deu Worten beginnen:„Wenn ich da« Unglück hätte Fürst zu sein."-- Freilich der„Risirolohn" ist hoch.— — Geben ist seliger denn nehmen, sagt die Bibel. Da« „evangelische Gewissen" sagt aber anders. Da lesen wir z. B. in der„Frankfurter Zeitung" vom IS. d>: „Schleswig, 12. Mai. Zu den mancherlei„Friktionen", von denen der Fürst Bismarck heimgesucht wird, gehören bekanntlich auch seine Einschätzungen zu den verschiedenen Steuern. Oft wird er zu hoch eingeschätzt, dann remonstrirt resp. reklamirt er. Als ihm nach dem französischen Kriege die große Lauenburgische Do- mäne, der Sachsenwald» übereignet wurde, erzählten offiziöse Fe- dern, dieser Wald sei circa 1 Million Thaler werth, wogegen andere Angaben dahin gingen, daß der Werth nicht 1 Million Thaler, sondern 2'/,—3 Millionen Thaler betrage. Nach der LdSztg. f. Schl.-Holst. nun hat die EinschätzunzSkommissiou für eine in Lauenburg zu entrichtende Steuer die Einnahme au« dem Sachsenwald auf jährlich 70,000 Thlr. geschätzt, und Fürst Bismarck sofort dagegen remonstrirt resp. reklamirt. Nach derselben Quelle soll die Kommission nicht ohne Weitere« auf die Remonstration einzugehen geneigt sein, weil der Fürst in einem Jahre für 90,000 Thlr. Holz aus den Waldungen verkauft habe. Ucber die endliche Erledigung dieser Friktionen werden die liberalen Blätter sicherlich besser unterrichtet sein." Unsere Leser werden sich über obige Correspondeziz nicht wun- dern. Fürst Bismarck hat schon häufize Proben seine« stark ent- wickelten EigenthumS- und Erwerbssinn«(der sich politisch al« AnnexionSstnn bcthätigt) abgelegt und damit sein Verstäadniß de« modernen bürgerlichen Geistes gezeigt. Die Herren Bourgeois wissen, warum sie den Mann verehren. Auch wir haben Respekt vor den bürgerlichen Talenten des genialen Fürsten, glauben auf diesem Gebiet sogar weit mehr an seine Genialität, al» aus politischem Gebiet— doch, der Rest heißt Strasantrag des evau- gelischen Normalgewissen«.; — Selbstmorde beim Militär. Nach dem amtlichen Gencralbericht für Monat März hat das deutsche Heer in dem einen Monat 199 Mann durch den Tod und darunter 19, in Buch- staben neunzehn Mann durch Selbstmord verloren. Da« ist ein Zehntel aller Todesfälle. Lungenschwindsucht uud Lungen- entzündung haben je 33, TyphuS 25 Opfer gefordert. Bei deu zum Tode führenden Krankheilen steht die Langenschwindsucht regel- mäßig voran, waS darauf schließen läßt, daß die Disposition zu dieser furchtbaren Krankyeit schon mitgebracht wird. E« beweist dies, daß die Aerzte bei Untersuchung der Militärpflichtigen viel- fach mehr Gewicht auf das Lob der Vorgesetzten legen, al« auf das Leben der ihnen anvertrauten Menschen. — Nntionalliberale Culturblüthe. DaS„Leipziger Tage- blatt" vom 13. d. enthält folgendes„Eingesandt": „Wir können uns nicht versagen, ein am Dienstage hier in einer Privatschule vorgekommene«(wir möchten eS nennen) Wahl-Nebencuriofum mitzutheilen. In der gedachten Anstalt hatten sich nämlich die älteren Schüler in— vernünftiger Weise — nur zwei Parteien getheilt, wovon die eine für Goldschmidt, die andere für Bebel gestimmt war. Die zuerst in die Classe gekommenen Schüler gehörten der letzteren Fraktion au und hatten an die Tafel geschrieben:„Wählt Bebel". Nachdem aber die Mitglieder der anveru Partei, welch: überwiegend mehr Anhänger zählte, die Oberhand gewonnen, wurde von ihr tabula rasa ge- macht und als wohlvertheidigtes Wahlplacat:„Wählt Goldschmidt" ausgestellt. Nun hatten sich zwei der stärkeren Schüler, von denen der eine rief:„nur der Pöbel wählt Bebel", an die EingangSthür postirt und fragten jeden neu eintretenden Schüler: „wen wählst Du?"; antwortete er:„Golbschmidt", durfte er unbe- helligt passtren, sagte er aber„Criegern", so erhielt er einen leichten Puff, entschied ein Schüler sich aber für Bebel, dann setzte e« einen starken Puff. Auch ein Z-ichen der Zeit!" Allerdings ein Zeichen der Zeit. Wie die Alten sungeu, so zwitschern auch die Jungen, sagt da« Sprichwort. Die Söhnchen der Herren Bourgeois— und uur solche besuchen Privatschulen— find gerade so roh, wie sie eS von ihren Herren Vätern und deren Zeitungen lernen. DaS Faustrecht ist ja da« letzte Wort der geistig und sittlich bankrotten Bourgeoisie, deren politische» Ideal sich in die Kürassierstiefel eine« hinterpommerschen Krautjunkers geflüchtet hat. Ein« aber mögen die Herren Bourgeois und Bour- geoissöhnchen sich merken: da« Faustrecht ist ein Knüppel, der um- gedreht werden kann, und obgleich die Sozialdemokraten als ge- bildete Leute, dem Faust- und Knüppelrecht nicht hold sind, so würden sie doch, wenn sie einmal dazu herabsteigen müßten, gewiß nicht zu kurz kommen.— Die Leipziger NeichStagöwahl, ein Sieg der Sozisldemokratie. Die Leipziger Wahlschlacht ist vorbei, die sozialdemokratische Partei ist thatsäcklich unterlegen und doch ist, wie auch die Gegner sehr wohl fühlen*), diese Niederlage ein Sieg, ein größerer Sieg, als manch anderer positiver Wahlerfolg. Wer die inneren Verhältnisse Leipzig« kennt, wird das ohne Weitere« zugestehen. Es giebt wohl kaum eine zweite Stadt in Deutschland, in welcher die Bourgeoisie so vorherrscht wie in Leipzig. Ein ungemein zahlreicher Handelsstand, der eine Menge von Comptoiristen und Markthelfern beschäftigt, die in direktester Weise von ihren Prinzipalen beeinflußt werde» und, waS bisher alle ReichStagSwahlen bewiesen haben, in der großen Mehrzahl sich al«„Stimmvieh" benutzen lassen; Kleinbürger, die ebenfalls zu einem großen Theil in direkter Abhängigkeit vom Handels- stände sich befinden, und bei politischen Akten ihre„Dankbarkeit" für die Arbeit, die sie von ihm erhalten, bethätigen müssen; eine mächtige gegnerische Presse, welche da« VerleumdungSgeschäft gegen die Sozialdemokratie mit wenig Skrupeln und vielem Eiser au«- übt; endlich die in der Stadt beschäftigten Lohnarbeiter meist von der Wahlschlacht ausgeschlossen, weil sie in den Dörfern vor der Stadt wohnen— da« ist mit wenig Worten eine Kennzeichnung de« Bodens, auf dem die Leipziger Sozialdemokratie zu kämpfen hat. Bei der diesmaligen Wahl kamen noch einige bereit« in Nr. öl in dem Bericht unter„Leipzig" erwähnten Umstände hinzu, welche al» ungünstige Momente für die Sozialdemokratie ange- sehen werden mußten, und deshalb einen bedeutenden Bruchtheil der Gesinnungsgenossen bestimmten, für die Wahlenthaltung in die Schranken zu treten. DaS Wahlresultat hat gezeigt, daß die Wahlenthaltung ein großer Fehler gewesen wäre, und eS muß al« •) Die„Nationalliberale Eorrespondenz" spricht offen von einem„so- zialdcmokratischen Steg". ein B:w:iS guter Partfidiskiplia aaerkaaat w:rd:a, daß von dem Augenblicke an, wo beschlossen war in den Wahlkamof ein- zutreten, alle Patt-izenoss-n sich diesem Beschlüsse uaterordneten und ihre ganze Kraft für Erlangung eines möglichst günstigen Resultats einsetzten. Und welcher Art war diese» Resultat? Ein günstigeres, al« bei jeder früheren Wahl. Im Ganzen wurden 12,952 Summen abzezebea, also nur 3 Stimmen weniger als bei deu allgemeinen Wahlen de» vorigen Jahres. Bon diesen 12 952 Stim- men erhielt Bebel 4013, Dr. Golvschmidt, der national- liberale Candidat 8203, Herr von Criegern, der Caadidat der Coaservativen und Nltcamoatanen nur 731 Stimmen. Wenn trotz dieses handgreiflichen Erfolgs der Sozialdemokratie da«„Leipziger Tageblatt" einen Siegeshymnu« anstimmt, indem e» schreibt:„Diese« Resultat wir» nicht verfehlen, in den reichStreuen Kreisen de? deutschen Vaterlandes überall die freudigste Genugthuunz heroorjurufeu. Trotz der«ngeheuerftin Anstrenzungen hat die sozialdemokratisch: Partei nicht vermocht, den dritten Theil der abzezebenen Stimm-a auf ihren Candidaten zu vereinigen", so weiß Jedermann in Leipzig, daß diese» Stoßen in die große Posaune nur die allgemeine Niedergeschlagenheit ver- decken soll, welche da» Wahlresultat in den reichStreuen, nationalliberalen Kreisen hervorgerufen hat. Die.Deutsche Allg-m-inc Zeitung", wohl einsehend, daß die Bogel Strauß-PraxiS die drohende Gefahr nicht beseitigt, steht nicht an, im Gegensatz zum„Leipziger Tageblatt" ihrer unanze- nehmen llebcrraschung über da«„abermalige" WachStham der So- zialdemokcatie, da« sie nach deu„halb zaghasten" Erklärungen Bebel'« bei Gelegenheit der Frage, ob wählen oder nicht, nicht erwartet habe, unverhohlenen AuSoruck zu geben. Beiläufig be- merkt, war Bebel weder halb noch ganz zaghaft, das dürfte sein persönliche« Auftreten in der Wahlagitation iu unzweiselhafter Weise dargethau haben. Er beurtheilte die Verhältnisse auf Grund einer erst kurzen Anwesenheit, und erklärte sich sofort bereit die Candidatur anzunehmen und sein Möglichste» in dem Wahlkampfe zu thun, nachdem gewichtige Einwände seine Ansicht erschüttert, und die Majorität sich gegen dieselbe ausgesprochen. Aber eine bloße Darlegung der Zahlenverhältnisse der letzten Wahl genügt nicht, um den bedeutenden Erfolg der Sozial-De- mokcatie in'« rechte Licht zu setzen, und die gegnerische Presse wird sich hüten, diese SelbstoerurtheilungSarbeit vorzunehmen. Thuu wir sie also. Bei der diesmaligen Wahl wurden, wie bemzrkt, 12,952 Stimmen, bei der vorigen 12,955 Stimmen abgegeben. Bei der Wahl im Januar 1374 erhielt die nationalliberale Partei 9222 Stimmen, bei der diesmaligen 3203, st« hat at/'o eine« Fertnst von 1019 Stimme« ausjnmeise«. Die Sozialdemo- kraue erhielt 1374 3651 Stimmen, diesmal 4013, sie hat also einen Gewinn von 367 Stimmen. Die konservativ: Partei, die bei der vorletzten Wahl mit den Liberalen wählte, erhielt 731 Stimmen, die ebenfalls aus'«„reichsfeindliche" Conto zu setzen sind.— DaS Geschrei von dem„Rückgang" der Sozialdemokratie stellt sich nicht blo» al« Lüge heraus, nein, die Sozialdemokratie hat einen Fortschritt aufzuweisen und die Gegnerschaft, die Bourgeoisie, ist eS, die in einer der bedeutendsten Domänen de» Nationalliberalismus einen ungemein empfindlichen Rückschlag zu verzeichnen hat.— Die Leipziger Bourgeoisie hat am 10. Januar 1374 den Tag ihres höchsten Triumphe» gefeiert, indem sie auf ihren Candidaten 9222 Stimmen vereinigte. Sie ist seitdem im Rückgang be- griffen, und an der Sozialdemokratie ist c«, ihr möglichst bald ven Garau« zu machen. Hätte die Leipziger Bourgeoisie die Machtmittel, welche ihre soziale Stellung ihr in die Hand geben, nicht auch diesmal in der rücksichtslosesten Weise angewandt und den schwerste» Druck auf all- von ihr abhängigen Wähler au»- geübt, sie würde ohne Zweifel noch einige tausend Stimmen weniger gehabt haben und die Sozialdemokratie die gleiche Zahl mehr. Vielleicht wäre schon jetzt die Sozialdemokratie al« Siezerill au« der Urne hervorgegangen, wenn dieser TerroriSmu» nicht au«- geübt worden wäre. Hierzu ist noch in Rechnung zu stellen, daß wie früher so auch diesmal eine Menge Wähler nicht in de» Listen standen, wodurch der Sozialdemokratie sehr viele, den Gegnern nur wenige Stimmen verloren gingen; daß sich bei den Reserveübungen viele hundert wahlfähiger Männer befanden, die in der Mehrzahl sür die So- zialdemokcatie gestimmt hätten. Dann aber hat die Sozialdemo- kratie selbst keineswegs die„ungeheuersten Anstrengungen" gemacht, wie da«„Leipziger Tageblatt" ihr andichtet. Wir erkennen de» Opfermuth und die Rührigkeit unsrer Parteigenossen vollkommen an, aber unleugbar ist, daß in Bezug auf die so wichtige Beleh- runz der Wähler über die Ausübung de» Stimmrecht», in Bezug auf Maßnahmen gegen Beeinflussungen der Arbeiter durch ihre Prinzipale, wa« mit Leichtigkeit hätte geschehen können, so gut wie nichts geschehen ist, und diese Unterlassungssünde hat uns einige hundert Stimmen gekostet. Auch war die wirkliche Wahlazitations- zeit so kurz bemessen, daß in dem Moment, wo die Massen be- gannen in Fluß zu kommen, bereit» der Wahltag heraugekommea war; zwei oder drei Tage mehr Zeit' hätten uns einen großen Stimmenzuwachs eingebracht. Jndeß wir können mit dem Resultat sehr zuftiedeu sein, und diese Ansicht war die allgemeine in der am Wahltag Abend im Bellevue stattgehabten Zusammenkunst der Parteigenossen, wo man da? Wahlresultat entgegennahm. Allgemein war auch der Ent- schluß, daS gewonnene Resultat nach Kräften auszunutzen, in der Agitation nicht zu ermüden und namentlich durch umfassende Thätizkeit aus dem Gebiet der kommunalen Angelegenheiten dem Klcinbürgerthum zu beweisen, daß e« sein Interesse sei, Hand in Hand mit der Arbeiterklasse gegen die ausbeutende Macht de« Großkapitals anzukämpfen, und zwar auf sozialem, politischem und kommunalem Gebiete. Thatsache ist, daß viele Kleinbürger für die Sozialdemokratie stimmten, während nicht wenige Arbeiter feige und charakterlos genug waren, sich al« Stimmvieh der Bour- geoisie benutzen zu lassen. Noch nach einer andern Seite hin hat die diesmalige Leipziger ReichStagSwahl ihre Bedeutung. Bei der vorigen Wahl behaup- tete der Liberalismus, die 3651 sozialdemokratische Stimmen seien zum guten Theil der partikularistischen Partei zu verdanken, die mit der Sozialdemokratie gestimmt habe. Diesmal hatte diese Partei ihren eigenen Candidaten, und die 731 Stimmen, die sie inclusive der 32 ultramontanen Stimmen, die bei der vorigen Wahl auf einen nltramontanen Candidaten fielen, erhielt, beweisen, daß wenn die partikularistische Partei 1374 nnt irgend einer andern Partei stimmte, dies mit der nationalliberalen geschah. Die natio- nalliberale und die partikularistisch- ultramontane Partei zusammen- genommen, haben diesmal nicht die Stimmenzahl erreicht, die 1874 der nationalliberale Caadidat allein erhielt, sie bleiben noch um 283 dahinter zurück. Dagegen erhicli die sozialistische Partei, die sich durch ihre Redner in den Wählelversammlungen offen al« Feindin de» jetzigm Reichs und Berth'idigerin der Commune erklärte, 267 Stimmen mehr als bei der letzten Wahl. Die dargelegten Thatsachen beweisen das Richtige der Ueber- schrift dieses Artikels. Di- Leipziger Rnchst-gswahl ist ein Sieg des Sozialismus, eine Niederlage dsS Nationalliberalismus, ihm beigebracht in einer seiner stärksten Festungen. Gewerksgenossenschaftliches. Gewerkschaft der Schuhmacher. Koburg.(Tel.) Den Sajuhmachern Deutschland« die freudigeNach- richt, daß die Einigung ans dem Congreß in Coburg vollzogen ist. Bock. Deter. Kotha. Entgegnung auf das Räsonnement von Schäfer in Leipzig. Es ist nicht unsere Absicht, den Collegen Schäfer eines Besieren zu belehren, wir überlassen dies vielmehr jenen Sach- kundigen, mit denen College Schäfer Rücksprache nimmt. Zweck dieser Zeilen soll sei», die Befürchtungen und Angriffe in dem betreffenden Artikel zurück zu weisen. Wir haben uns bei Grün- dung des CircularS nicht nach den Holzarbeitern gerichtet, sondern wir erkannten eö einfach für nothwendig, daß bei der Ausdehnung, welche unsre Gewerkschaft gewonnen, ein solches Circular geschaffen werden mußte, in dem alle Abrechnungen, wichtigen Beschlüsse und Bekanntmachungen allen Mitgliedern zugänglich gemacht wurden, was durch den„VolkSstaat" nicht erreicht wurde, und wodurch es leider nur zu oft Anlaß zu Beschwerden wegen Nichteinhaltung der Beschlüsse nnd Bekanntmachungen gab. Ferner ist daS Miß- trauen der Arbeiter in da« Kaffenwesen noch sehr groß und ein mächtiger Hemmschuh für unsere Entwicklung; diesem Mißtrauen wird aber dadurch begegnet, wenn jedeS Mitglied die Abrechnung vor sich hat und dadurch selbst einen Einblick in die Berwaltnng gewinnt, ja eS wirkt ein solches Circular agitatorisch, wenn die Caflenverhältniffe günstig und dieS jedes Mitglied schwarz auf weiß steht. Daß College Schäfer, der Mitglied des AufsichiSratheS ist, durch daS Erscheinen deS„Wecker" so höchlichst überrascht wurde, will unS nicht recht in den Kopf, da wir mehrere Wochen in dieser Angelegenheit mit demselben correspondirten. Noch unerklärlicher aber sind die Worte:„Trotz alledem wurde die Sache durchgesetzt". Von„durchsetzen" kann hier gar keine Rede sein, wir haben eine Urabstimmung darüber angeordnet und wurde mit überwältigender Majorität das Erscheinen des CircularS beschlossen. Von sämmtlichen abgegebenen Stimmen, die unS gemeldet wurden, war eine einzige in Coburg dagegen. Der beste Beweis, daß es Bedürsniß war. Warum aber nachträglich daran nörgeln, dagegen räsonniren?— WaS nun den Unterschied, den der Verfasser jmeS Artikels selbst gering anschlägt, zwischen Cir- cular und„Wecker" betrifft, so ist derselbe kaum der Rede werth. DaS Circular erschien in einfachem Format in der Größe, daß, wenn eS zusammengebrochen wurde, eS die Größe deS„Weckers" um eine Fingerbreire erreichte. Jeden Collegen wird nun die tech- Nische Einrichtung de«„Wecker" besser alS die des CircularS be- friedigen, natürlich mit Ausnahme Schäfer«. Da nun der Mehr- Preis nur 4 Thlr. betrug und wir, wenn das Circular in den „Wecker" umgewandelt wurde, auch das Abonnement daraus er- öffnen konnten, so rechneten wir, daß, wenn nur 60 Abonnenten aus den„Wecker" abonnirten, wir, ohne auch der Gewerkschaft nur einen Pfennig Kosten zu verm fachen, das Circular mit dem Letz- tereu vertauschen könnten. Und in der That, unsere Erwartungen haben sich erfüllt, es sind augenblicklich 70 Abonnenten und da« Abonnement ist im Steigen begriffen. Dies ist jedoch um so höher anzuschlagen, als die Abonnenten mit geringen Ausnahmen in Berlin, Bremen, Hamburg rc. sind, das Blatt also nur von unseren Collegen de« Allgemeinen Schuhmacher-Vereius gelesen wird. Und dies war der Hauptgrund, weshalb der„Wecker" geschaffen wurde: er soll den Collegen des Schuhmacher- Vereins einen Einblick in unsere Gewerkschaft gewähren; er soll die Brücke schlagen, auf der die Einigung vor sich geht, und er soll Angrisse und Verleumdungen, an denen es gegen die Gewerkichaft nicht fehlt, zurückweisen. Nun wird College Schäfer aus den Abrechnungen ersehen, daß die Mit- glieder den Werth des„Wecker" erkannt haben und diesen nach Kräften unterstützen, so daß die Kosten, welche die Hauptkaffe zuschießt ganz, gering sind. Die praktische Bedeutung des„VolkSstaat" wird kein denkender College verkennen. So lange die Gewerkschaften klein waren, genügte derselbe; bei der jetzigen Ausdehnung, welche die- selben genommen haben, ist der„VolkSstaat" nicht im Stande, wollen zämmtliche Gewerkschaften denselben al« ihr Organ erklären, allen zu dienen, wenn nicht der wahre Zweck des„Volksstaat" gefährdet werden soll. Da helfen keine sympathischen B-theuerungen und Klagen, die auch nickst angebracht finv; im Gegentheil sollte die« Anlaß zur Freude geben, wenn diese und jene Gewerkschaft so erstarkt ist, daß sie selbständig auftreten kann und, eingedrck der hohen Pflicht, die Arbeiter im wahren Sinne de« Worte« al« Menschen zu erziehen sucht. Auch wird eS sehr fraglich sein, ob bei der Bereinigung beider Parteien der„VolkSstaat" wie der „Reue Sozialdemokrat" Hauptorgane der Partei bleiben, oder ob nicht, wa« sehr wahrscheinlich ist, aus beiden Blättern ein einzige« Hauptorgan der deutschen Arbeiterpartei entsteht und erstere nur noch als Lokalorgane für Berlin und Leipzig fungiren. Uns ge- bietet der Selbsterhaltungstrieb diese Vorgänge zu erwägen, waS uns, wenn die« nicht geschähe, wieder von anderer Seite den Vor- Wurf zuziehen könnte, wir wüßten die Zeit nicht zu würdigen. Ist doch auch in dem Artikel:„Zur Einigung auf gewerkschast- lichem Gebiet" in Nr. 41 deS„VolkSstaat" gesagt, daß ein poli- tische« Paneiblatt für die Gewerkschaften nicht genüge. Der„VolkSstaat" wird gern ein paar Abonnenteu verschmer- zen(obwohl ich bezweifle, daß durch den„Wecker" bis jetzt nur ein einziger verloren ging), wenn nur der Arbeiterbewegung über- Haupt Vorschub davurch geleistet wird, und daß dieS geschieht, will ich beweisen. Ich behaupte kühn, daß in unserer Gewerkschaft höchstens 2S0— 300 Exemplare des„VolkSstaat" gelesen werden, dabei sind mit eingerechnet die Exemplare, welche jede Mitglied- schaft verpflichtet ist zu halten. In vielen Mitgliedschaften hält nur der Bevollmächtigte ein Exemplar, und zwar aus der Kasse. Angenommen nun, der Bevollmächtigte hätte die Absicht, in den Mitglieder-Versammlungen diesen oder jenen gediegenen Artikel oder die Beschlüsse und Bekanntmachungen der Verwaltung vorzu- lesen, so wird mir Jeder, der Erfahrungen in dieser B-ziehuug gemacht hat, Recht geben, daß die Mitglieder fast gegen jede Bor- lcsung eingenommen sind, und besonders, wenn der vorzulesende Artikel schwer verständlich ist. E« ist Thatsache, daß Borlesungen. wenn sie bekannt gemacht sind, gar spärlich besucht werden. DaS ist nichl übertrieben.— DaS Circulircn de«„VolkSstaat" geschieht in den allerwenigsten Fällen und oft auch dann nur unge- »ügend. Betrachten wir nun den Nutzen eines eigene» Organs. Der Kastengeist ist nun leirer einmal noch vorhanden und läßt sich auch nicht so leicbt beseitigen, al« Schäfer und feine Sack- verständigen glauben mögen. Die Mitglieder, gleichviel ob Goldarbeiter, Buchdrucker oder Schuhmacher u. s. w. greifen begierig nach dem Blatt, daß ihren Titel trägt, und wenn nun ein solches Blatt oder Blättchen die Genossen durch Besprechung der Vorfälle auf sozialem Gebiet zum Nachdenken und zum Klassenbewußtsein bringt, wenn eS ihnen die ganze Lächerlichkeit der Harmonietheorie zeigt, wenn eS die Genossen immer wieder zum Lesen sozialistischer Broschüren und Zeitungen auffordert und ermahnt, wenn eS mit einem Wort die Genosse», soweit die Verhältnisse dies nur irgend gestatten, für die Arbeiter- bewegung reif zu machen sucht, dann behaupte ich, daß 2000 Exem- plare eine« solchen Blättchcn», selbst wenn eS auch da« nicht bietet, was der„VolkSstaat" bietet, der Arbeiterbewegung förderlicher sind, al« einige Exemplare de« Letzteren, welche in mehr oder minder erregten Versammlungen vorgelesen und nicht verstanden werden. Für mich ist der„VolkSstaat" da« liebste und beste Blatt, daS ich je gelesen, und wenn alle Collegen von demselben Geist beseelt wären, so würde kein anderes Blatt in unserer Gewerkschaft auf- kommen; allein, da« sind Ansichten, die der Wirklichkeit nur noch zu sehr widersprechen. Jenem ganzen Artikel scheint denn auch ein ganz anderer Zweck zu Grunde zu liegen, der sich unschwer errathen läßt. Es ist dem Collegen Schäfer absolut nicht um das Geld zu thun, das der„Wecker" kostet, denn er sagt:„lieber 200 Thlr. für Agitation, als 100 Thlr. für den„Wecker".— Nun kostet aber der Wecker keine 100 Thlr., sondern wird durch freiwillige Steuern und vom Abonnement fast ganz gedeckt, während wir, wenn wir zu einem Agitationsfond aufforderten, keinen Pfennig bekamen. Wiederum ein Beweis, daß der„Wecker" Bedürfniß ist. Noch sonderbarer ist e« aber, daß College Schäfer, der ein entschiedener Gegner der„Union" war, erklärte, er hätte dann lieber für die obligatorische Einführung der„Union" gestimmt, als für den„Wecker". Warum nicht bei dem„VolkSstaat" bleiben? DieS zeigt recht deutlich die Voreingenommenheit.— Obwohl wir(die Verwaltung) nicht so schroffe Gegner der„Union" waren«nd sind, wollen wir doch daS Recheaexempel, welche» uns die„Union" ge- kostet hätte und wa« der„Wecker" kostet, hier aufführen. Die „Union" hätte un« bei 2500 Mitgliedern jährlich 1000 Thlr. ge- kostet, während der„Wecker" 16S Thlr. und bei monatlich zwei- maligem Erscheinen 336 Thlr. kostet. Wie dies mit der Frage Schäfer« stimmt oder iu Einklang zu bringen ist, wenn er aus- ruft:„müssen denn so viele Gelder für ein so kleines Blättchen verausgabt werden?" ist mir nicht klar, indem die„Union" nicht viel größer ist als der„Wecker". Wir werden, wenn die General- Versammlung beschließt, den„Wecker" eingehen zu lassen und die „Union" obligatorisch einzuführen, dem nicht entgegentreten, halten unS aber auch für verpflichtet, alle Bedenken für und gegen laut werden zu lassen. Mag College Schäfer sich nur bei der Metall- arbeiter- und Maurer- und Zimmerer-Gewerkschaft Erkundigungen einziehen und er wird erfahren, mit welch unendlichen Schwierig- leiten die Verwaltungen in dieser Beziehung zu kämpfen haben. ES liegen gerade vo» jenen Gewerkschaften Anträge vor, die ob- ligatorische Einführung der„Union" wieder abzuschaffen. Wenn nun College Schäfer kein Vorwärtsschreiten in den Ge- werkschaftS- Organen erblickt, so rufe ich ihm entgegen: WaS hat den Buchdrucker-Verband, den Cigarrenarbeiter-Berband, den Goldarbeiter-Verband groß gemacht und dieselben in allen Stürmen zusammengehalten? Nicht« weiter als ihre Organe.— Zur Beruhigung für College Schäfer möge diene», daß, ob- gleich ich meine Existenz der Sach: geopfert habe, und mir es nur unter den schwierigsten Verhältnissen gelingen dürste, eine neue Existenz zu gründen, ich, trotz einer etwaigen U-berstedlung, das Letztere vorziehe, mithin die Gewerkschast„die Umzugsgelder" für mich erspart, wenn die Verlegung deS Bororts beschlossen werden sollte. Persönliche» Interesse liegt mir fern, auch bin ich nicht ehrgeizig genug, mein Amt unter allen Umständen behalten zu wollen. Jedenfalls ist es für die Gewerkschaft ein schlechte» Com- pliment, daß, wenn ich den„Wecker" nicht mehr redigirte, derselbe sein Ende erreichen würde, was ich überdies nicht glaube. I. A.: W. Bock. Aufruf an alle Schneider Deutschlands! ZSremen. Collegen! Der Kampf, den wir gegen unsere Arbeit- geber begonnen haben, ist hart, aber fest vereinigt treten wir den unstatthaften Anforderungen unserer Arbeitgeber entgegen; wir stehen fest bi« auf den letzten Mann. Unsere Arbeitgeber errich- ten zwar in größeren Städten Geschäfte, so das Geschäft Rolfs und Wolf, vertreten durch den schon in Berlin bekannten Zu- schneider Klandt, desgleichen da« Geschäft Möller, PreuS Nachfolger; beide Geschäfte gedenken von Berlin auS ihre Kundschaft in Bremen zu befriedige», wir hoffen indeß, daß auch nicht ein einziger unserer auswärtigen Collegen Hand anlegt an die Arbeit, welche wir mit Verachtung zurückgewiesen haben und nicht eher wieder aufnehmen werden, al« bis unserer Ehre Genugthuung ge- schchen und der Kartenstreit auSgefochten ist. Collegen Deutschlands, unterstützt un« mit allen Euch zu'G:- böte stehenden Mitteln, dann ist der Sieg auch unser! Anbei die Quittung über empfangene UnterstützungSgelver. ES gingen ein: Au« Leipzig Mark IS, 00, Berlin 165,00, Osterholz 10,30, Bremerhaven 55,00, Düsseldorf 14,00, Bamberg 9,00, Hannover 75,00, Hamburg durch Bauch 63,00, Hamburg 4,80, Rostock 31,60, Harburg 14,00, Osnabrück 50,00, Wiesbaden 16,50, Bremen durch Rohwer 90,00, AgitationSkaffe deS Allg. deutscheu Arbeiterverein« 29,00, Tischlerverein 50,00. Weitere Beiträge sind zu senden an A. Post, Vereinskassirer. Hanckenstraße 25. Correspondenzen. «Lindenau 5.«Leipzig. Ein blaues Wunder ist geschehen; Preißer, angeklagt wegen Beleidigung deS Lehrer« Kluge in Liu- denau, ist, nachdem er ohne alle und jede Untersuchung zu 8 Tagen Gefäagniß verurtheilt war, in erster Instanz freigesprochen worden. Nun, damit wäre denn wohl den Herreu, die von 3—6 Monaten träumten, ein für allemal der Mund gestopft. Wie aber in aller Welt, Herr Kluge, soll Preißer Sie denn beleidigt haben, Preißer der nicht im Entferntesten an Sie gedacht hat, Preißer, der keine Ahnung hatte, daß Sie in der betr. Versammlung waren, Preißer der Sie heute noch gar nicht kennt, und auch gar keine Lust hat, Sie kennen zu lernen, Preißer, der nicht weiß, daß Sie Soldat und so in doppelter Eigenschaft Sieger von Sadowa sind, am allerwenigsten aber, daß Sie Ritter de« eisernen Kreuzes sind? (Es handelte sich um das eiserne Kreuz.) Wahrlich, Sie gelahrtes Schulmeisterlein und Alle, die Ihr nicht« Besseres zu thun hattet, als den Strafantrag als Zeugen zu unterschreiben, solltet Ihr wirklich glauben, Preißer wäre so dumm und spräche in einer Versammlung, um Euch, die Ihr ihm viel zu gleichgültig seid. gleichzültizer als die Frösche im Sumpfe, beleidigen zu wollen? Doch auch Ihr Herren, die Ihr gemeinschaftlich mit dem Siezer van Sadowa jabelt ob der 3— 6'Monate, die Pceißec nach Eurer Bwechnung zudiktirt waren, sollt der Nichv-lt überliefert werden, soweit wir unS auf Eure Namen besinasn können. Als erster möge der Lehrer Kockel genannt fein, weiter H. Göche, Schuhmachermeister, der bei der letzten ReichStagSwuht uns den größten Saal Lindenaus verschaffte, ferner Herr Colbitz, Strumpf» wirkermeister, weiter der fortschrittliche Apotheker Caro, der Schul- direktor und Wanderlehrer iu spg Puch-, vec Man-ermstc. Brömme, welcher als Zimmermeister«aleczeichnet war, und zn guterletzt, inmitten mehrerer Lehrer, deren Namen unl wieder entfallen find, Herr Zimmermann Friedrich, welcher, als Preißer noch lernte, von seinen Collegen anf dem Zimmerplatz der alte— genannt wurde. Nun, aller Freund, wir wollen den Namen hier nicht wiederholen; denke ein paar Jahre zurück und Du wirst schon wieder selbst daraaf komm:». Da wären fie denn, diese Männer! diese Helden von Landenan!! Und da wir gerade in einer gemüthlichen Stim- mnnz sind, so wollen wir Euch auch noch eiu paar Worte von Heianch Heine nachrufen. Zuvor sei bemerkt, daß es un» gar nicht einfallt, E ich als Denunzianten zu betrachten, im Gegentheil rechnen wir Euch vor wie nach zu den„ehrlichen Leuten". Im 14. Band Seite 59 von Heinrich Heine ist zu lesen:„Sonderbar! Und immer ist eS die Religion, und immer die Moral, und immer der Patriotismus, womit all: schlechten Subjekte ihre Angriffe beschönigen." Und wollr J�r was lernen, dann lest das Weitere auf den folgenden Seiten des angeführten Werks in Eurem Volks- bilvungSverein vor, vorausgesetzt, daß Ihr besser lesen könnt al« rechnen, worüber wir uns vor der Huud»och kein Urtheil er- lauben. Die Gemeinderathswahlen find vorüber, und Herr Dr. Götz sucht aus Aerger über seinen Durchfall die Sozialdemokratie zu verläumden. Heißt e» da in einem Artikel des„Linvenau-Piaz- witzer Wochenblattes":„Viele Arbeiter, insonderheit sozialdemo- kratische, haben sich bei der Wahl glänzend als Stimm Maschine be- währt." Wohlan, Herr Dr. Götz, wer sind diese sozialdemokratischen Arbeiter? HeraaS mit den Namen. So lange Sie nicht Namen nennen, stav wir gezwungen anzunehmen, daß Sie wieder einmal a la Götz mit der Wahrheit umgesprungen sind. Acht Tage zuvor schrieb dasselbe Blatt in einem Bericht über eine Einwohner- versamMlnng vom 22. April, also 3 Tage vor der Wahl, daß Preißer weder von der Liste des Gemeinnützigen Vereins(Nationalliberale), noch von der Liste des BürgervereiaS(Fortschritts- Partei) etwa» wissen wollte, und darum Wahlenthaltung vorschlug. Und heute, Herr Dr. Götz, nachdem Sie mit Naturnothweadlgkett unterlegen stad, schieben Sie Ihren Dnrchfall den Sozialdemo- krateu in die Schuhe, anstatt zu begreifen, daß in dem immer mehr wachsenden Lindenau seit Jahren sich ein Gcoßbürgerthum herangebildet hat, da» auf der andern Seite ein Proletariat be- dingt. Begreifen Sie nicht, daß dieses B-rhältaiß daS H-rrschen der Fortschrittspartei absolut unmöglich macht? Bourgeoi ie und Proletariat bilden 2 Mühlsteine, zwischen denen Sie sammt Ihrer. Fortschrittspartei zerrieben«erben, Sie mögen sich sträuben wie Sie wollen. Wenn Sie fernerhin eine Rolle spielen wollen, dann gehen Sie getrost in den Gemeinnützigen Berein, oder suchen Sie sich ein Dörflein, wie Lindenau vor 15—20 Jahren war, wo das tranliche„Du" noch vorherrschte. Damals konnten Sie wohl den Lykurg Lindenaus spielen, s-itdeaz sind aber die V-rhältnisse so himmelweit verschiedene geworden, daß, wenn Sie nicht mtt diesen rechnen wollen, Sie einfach in die Rampetkammer gehören. Entweder Sie halten eS mit den Nutionalliberalen, ober Sie gehen mit den Arbeitern; mit den Arbeitern aber haben Sie eS schon so gründlich verdorben, dag ihnen dieselben zum Minvesteu die Thür« weisen würden. Und so wird die Zeit kommen, wo wir Sie Arm in Arm mit den Herren vom Gemeinnützigen Verein sehen, und warum auch nicht? Sind Sie von der demokcatcschen Partei aus die Fortschrittspartei gekommen, warum follien Sie nun nicht auch noch gut genug für die nationalllberale Partei sein? Für Lindenau hat Jyre Partei aufgehört zu existirea, da kuua eS sich bloS noch um die zwei entgegengesetzten Pole, Bourgeoisie oder Proletariat handeln. Zum Glück hal Lindenau schon ein so zahl- reiches Proletariat, daß, erkennt diese» erst sein- Klassenlage, eS gar keinem Zweifel unterliegen kann, wer die Gemetnve Lcuoeaau künftig verwaltet. Rar noch einige Jahre, und die Emwohner werden sehen, daß die Herren Gemeinnützigen eS nicht besser machen, im Gegentheil schlechter. Sind die Lmvenauer Einwohner bis jetzt mit Ruthen gepeitscht worden, so werde» sie nunmehr mir der stebenfchwänzigen Katze gepeitscht werden. Aus diesem Siaud- Punkt standen wir aber schon vor der Wahl; � schon in der Ein- wohnerversammlung erklärten wir, daß eS lediglich ein persönlicher Streit sei, der jetzt auSgefochten wird, daß eS sich nicht um Prinzipien, sondern nur um StandeSnuterschiede handele. Daß die Katzbalgerei sich nur darum drehe, wer die Obernachtwächter- rolle in Lindenau übernehmen soll, und da könne eS uns sehr gleichgültig sein, ob sie ein Götz oder ein Vogt übernehme. Beide lägen sich brüderlich in den Armen, sobald eS Front zu machen gilt gegen die Arbeiter. AlleS dieS erklärten wir öffenttich. Und Sie, Herr Dr. Götz, so gut wie die Herren Gemeinnützigen, hi-lren hübsch bescheiden Ihren Mund. Warum traten Sie nichl auf, warum versuchten Sie nicht Preißer zu joiderlegeu, Sie, der Sie noch in keiner Versammlung, in der Sie anwesend waren, den Mund halten konnten? Sie tonnten eS ebenso wenig als vi- H-rre» Nationalliberalen. Und das„kreuziget Sie", weiche« in wenigen Jahren den Herren vom Gemeinnützigen Berein zugerufen werden soll, wie Sie in Ihrem Artikel schreiben, ist von den sozialdemo- kratischen Arbeitern den Herren Natioaalliveralen schon vor der Wahl, genau so wie Ihnen, Herr Dr. Götz, zugerufen worden. Jeder vernünftige Mensch wird aber hieraus erkennen, wieviel Dreistigkeit dazu gehört, um sagen zu können:„viele sozialdemo- kratische Arbeiter haben sich bei der Wahl al« Stimm-Maschine be- währt" und der Liste de« Gemeinnützigen Vereins, der in nächster Zeit den Namen G-meinschädlich-r Verein erhalten dürft-, zum Siege verholfen. Und so leben Sie denn wohl, Herr Dr. Götz, wenn auch nicht für immer. Voraussichtlich dürften reit e» nun immer seltener mit Ihnen zu thun bekommen, bis schließlich auch Ihre poli- tische Thätigk-it den Weg alle« Fleische« gegangen ist. Ein anderer Stand ist an die Spitze getreten, dem da« Gemeindewohl aber eben so fern liegt als dem Ihrigen. Beide sind reaktionär, Beide sind Vertreter der Klassenherrschaft. Die einzig liberale Partei ist die Arbeiterpartei, sie wird, st- muß siegen, mag ein Bogt oder Götz Obernachlwächter von Lindenau sein. Großenhain, 11. Mai. Auf Anregung der Großenhainer Parteigenossen fand am 19. Mai im Gasthaus zu Seußlitz eine Besprechung der Sozialisten des 7. Wahlkreises über vir Ver- einigung statt und wurde folgende Resolution einstimmig ange nommen: In Erwägung, daß die Vereinigung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen als unbedingt nolywendig anerkam. wird, beschließen die Großenhainer, Meißner unv Riesaer Gesinnung« genossen ihre Delegirten zum BereinigungSkougreß zu beauftragen, für Folgendes einzutreten: 1) daß die Bereinigung zwischen den sozialdemokratischen Fraktionen vollzogen werde; 2) daß die gegen- wältigen Organe,„VolkSstaat" und„Neuer Sozialdemokrat", mög- lichst bald in ein Hauptorgan verwandelt werden. I. A.: Wilh. Günther, Vertrauensmann. Kail« a. S., 20. April. Sonntag den IL. d. M. fand in Merseburg eine von uns einberufene Volksversammlung statt, in welcher bei der Bureauwahl die Liberalen die Majorität hatten, den» mau wählte zum eisten Vorsitzenden den ReichstagSabgeord- nete» Rechtsanwalt Wölfel und zum zweiten den Fabrikanten Krämer. Die Tagesordnung war von uu« bei der Eröffnung der Versammlung gleich sestgestellt und lautete:„Der Reichstag und die Sozialdemokratie". Referent war Zwiebler aus Alten- bürg. Der Herr Vorsitzende belehrte nnS aber»or Eintritt in die Verhandlungen, daß die Majorität da» Recht hätte, die Tage«- ordnnng abzusetzen, resp. eine andere zu bestimmen, er wollte e» jedoch bei der ersten Bestimmung lassen. Mit de« Herrn Vov fitzenden hoher Genehmigung gelaugte also Freund Zwiebler zum Wort, dessen trefflichen Ausführungen die inzwischen durch massen- haften Zuzug von Arbeitern sehr stark gewordene Versammlung mit Aufmerksamkeit und Beifall folgte. Al« Zwiebler da« Militär- gesetz behandelt hatte und auf ein andere« Thema eingehen wollte, wurde er vom Borsitzenden unterbrochen, der da« Verlangen stellte, nun erst über daS Militärgesetz zu di«kutiren, worauf Zwiebler bereitwilligst einging. Nun förderte der ReichStagSabgeorduete Wölfel eine langweilige declamatorifche Glorificirung der mili tärischen Errungenschaften, an denen auch er persönlich theilgo uommen habe, zu Tage, durch welche er die ziemlich zahlreich am wesevden Bourgeois in eine Stimmung versetzte, die eine ruhrge Fortsetzung der Versammlung nach und nach unmöglich machte. Der Redner beabsichtigte, nachdem er über diesen Punkt geendet, ohne Weitere« auf die indirekten Steuern einzugehen, welche Zwiebler am Anfang seine« Referat« kurz erwähnt hatte. Die« veraulaßte mick jedoch, den Vorsitzenden Herrn Reich«tag«abge- ordneten Wölfel an den parlamentarischen Takt zu erinnern, da er ja selbst den Borschlag gemacht, vorläufig nur über da« Militär- gesetz zu sprechen, und daß er nun jedenfalls abbrechen müsse, so gut wie Herr Zwiebler. Letzterer erklärte aber meinem Antrag entgegen, daß er eine Widerlegung seiner Ausführungen gerne entgegennähme, fall« solche möglich wäre. Der Herr Vorsitzende erwiderte, daß er nun darauf verzichten müsse, worauf Zwiebler die Erklärung abgab, daß der Herr ReichttagSabgeordnete Wölfel nicht im Stande sei, seine AnSsührunge» zu widerlegen, und darum allein aus'« Wort verzichte, worauf Herr Wölfel die Worte:„Die mich kennen werden da« wissen" hervorstotterte und sich setzte. Der ebeufall» erschienene Landtag»abgcordnete Dr. Witt, der auch «itthaten wollte und sehr ungereimte« Zeug sprach, fiel später mit der Behauptung hinein, daß nach Beseitigung der Mahl- und Schlachtsteuer keine indirekte Steuer mehr erhoben würde. Woher nur diese Weisheit? Hier erinnere man fich, daß„unser Braun" während Hassclmano« ReichStagSrede über die indirekte Besteuerung der nothwendigsten LebeuSbediirfniffe den Ruf ausstieß:„Die Sozialiste» wissen davon nicht«." Aber diesen Herren ist die Wissenschaft ei» Dogma, d. h. ihre Wissenschast, und wer an diese nicht glaubt, ist jedenfalls ein von den Kassce-, Salz-, Tabak-»c. Steuern so dumm gewordcuer Arbeiter, daß er nicht einmal einen Doctortitel erlangen konnte. Es war wirklich ergötzlich, auf diese Art von Widerlegung die„Gebildeten" Bravo rufen zu hören. Wenn die Merseburger Kulturfeiude aber behaupten, daß wir dort uie Boden gewinnen werden, so bemerke ich ihnen, daß eine sehr hübsche Anzahl Lassalle'scher Schriften unter die Arbeiter gekommen ist. E« ist also gesäet, und zwar in guten Boden, so daß wir reichlich ernten werden, und wahrscheinlich zum große» Aerger der liberale» Prahlhänse. Aus dies»„glorreiche Niederlage" folgte ein entschiedener Sieg i» Halle, wo eine Volksversammlung stattfand, die von Bedeutung für die Entwickelung der Arbeiterbewegung in unsrer Stadt sein wird. Die meisten der hiesigen Masckinenfabrikante» hatten die Vereinigung unter fich getroffen, die Arbeitszeit um eine Stunde 8i verlängern. In Folge hiervon wurden Sonnabend Abend die rbeiter durch die gedruckte Ankündigung überrascht, daß nunmehr yon 6— 7, statt von 6—6 Uhr, wie bisher, gearbeitet werden müsse. Ein glücklicher Zufall spielte un« ein solche« Schriftstück schon einige Tage vorher in die Hände, worauf sofort die besagte Versammlung mit der Tagesordnung:„die elfstündige Arbeitszeit" anberaumt wurde. Die Maschinenbauer, welche bisher, einzelne Ausnahmen abgerechnet, der Bewegung vollständig fern standen, waren weit entfernt, auf da« Ansinnen der Fabrikanten einzugehen, und wurden dieselben deshalb in vier größeren Fabriken auSge� schloffen. Dieser Vorfall füllte am Abend nicht nur den Saal, sondern auch alle Zugänge und theil« den Garten, so daß über 1000 Arbeiter aller Branchen anwesend waren. Nachdem sämmt- liche Tische und Stühle über die Köpfe der Versammelten hinweg au«demLokal entfernt waren, referirtcn Zwiebler, Werthmann, Bock und ich unrer rauschendem Beifall. Kein Mißton störte die schöne Versammlung und Begeisterung flammte auf jedem Gesicht. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die heutige öffentliche über 1000 Personen zählende Ver sammlung spricht sich entschieden gegen das Vorgehen der hie sigen Maschinenfabrikanten au« und erklärt es für unvereinbar mit den Interessen de« Arbeiterstande«, bei der allgemeinen GeschäftSkrise auch noch eine Ausdehnung der Arbeitszeit ein treten zu lassen. ES verpflichten sich sämmtliche Eiseuarbeiter, der Genoffenschaft der Metallarbeiter beizutreten. Diese Nachbarschaft kann den Liberalen in Merseburg gefährlich werde». Mit sozialdemokratischem Gruß H. Rödiger. Arnstadt. Sonnabend, den 8. Mai, tagte im„halben Mond« »ine Volksversammlung mit der Tagesordnung:„Der Arbeiter- fpiegel". Das Referat hierüber hatte W. B o ck aus Gotha über- nommen. Derselbe wies zuerst an her Sklaverei des Alterthums und der Leibeigenschaft nach, daß eS da« Bestreben jeder herrschen- den Klasse gewesen sei, ihre sozialen und politischen Einrichtungen al« die besten, selbst wenn diese auch noch so sehr mit der Ver- uunft nnd Menschlichkeit in Widerspruch ständen, zu preisen. Kein Wunder, daß auch die heute herrschende Klasse sich bemüht, Alle» zu vertuschen und zu verdächtigen, was ihren Glanz in Frage stellen könnte. Ein treffliches Machwerk in dieser Hinsicht sei der „Arbeiterspiegel" von Harkort, der an Dummdreistigkeit und albernen Voraussetzungen in Bezug auf die Arbeiter nichts zu wünschen übrig lasse. E« wurde dem Referenten leicht, die Angriffe auf die Sozialdemokratie zurück zu weisen und den„Arbeiterspiegel" einer herben Kritik zu unterwerfen. Die„faulen Knechte",„die sich gern weich betten möchten", seien ganz wo ander», als unter den Ar- beiteru zu suchen. Dem Champagnertrinken, dem Schwelgen und Prassen der Arbeiter, wovon Harkort zu erzählen weiß, stellte Referent amtliche statistische Zahle» gegenüber, welche bewiesen, daß die Arbeiter nicht» weniger al» schwelgen könnten, wohl aber häufig einen Sommentar vorbereiten. nicht im Stande seien, die nothwendigsten gewohnheitsmäßigen Bedürsuisse zu erswwingei', und verwies er hierbei auf den Thüringer Wald, Sachsen und Schlesien. Die Aeußerung des Finanzministers von Camphausen, daß eS 6'/, Million preußischer Staatsangehöriger gebe, welche ein Einkommen von über 140 Thlr. nicht besitzen, illustrire die Schwelgerei und Prasssrei der Arbeiter am besten. Die Schuld an der Rohheit und Unbildung der Ar- beiter, wenn solche vorhanden sei, treffe lediglich Diejenigen, die für die Volksschulen uud BildungSanstalten wenig oder gar nichts thun. Ferner weist der Referent an Beispielen nach, daß unter der gebildet sein«ollenden Klasse eben so viel, wenn nicht noch mehr Rohheit uud Entsittlichung cxistire, und daß jene Klasse vor allen Ursache habe, in ihren Spiegel zu schauen. Hägerich fordert die Anwesenden auf, dem„Nachricht»- und Jntelligcnzblatt", das die Interessen der Arbeiter in den Kojh ziehe, dieselben verhöhne und verleumde, den Rücken z« kehren uud nur auf die Arbeitcrzeituuzen: den„BolkSstaat" u. s. w. zu abonniren und als Lokalpresse da» hiesige„Tageblatt" zu unterstützen. Hierauf ergriff der Referent noch einmal da« Wort und ermahnte die Anwesenden, treu an den Lehren der Sozialdemokratie fest zu halten, da nur durch diese gerechte Verhältnisse herbeigeführt werden könnten. Al« Mittel, die sozialistischen Lehren zur Wahrheit werden zu lassen, wie« Referent auf die Gesetzgebung hin, die man sich dienstbar zn machen habe. Es sei Pflicht jedes Arbeiters, sich mit um da« öffentliche Leben zu bekümmern. Zum Schluß geißelte Referent das Verhalte» der liberalen Presse, die nie den Muth hätte, ihr Geschriebene« zu vertheidigen. Die Versammlung, von ca. 300 Personen besucht, gab durch Beifall ihre Zustimmung zu den Aus- sührungen zu erkennen, und wurde dieselbe halb 11 Uhr vom Vorsitzenden geschlossen. Wir können nicht unterlassen, Herrn Bock für seinen gediegenen Vortrag besten« zu danken nnd wünschen nur, daß derselbe in Kürze in Arnstadt wieder sprechen möge. Auch ist e« der Wunsch Vieler, einen von den Reich«tag«abgeordueteu unserer Partei bei Gelegenheit deS Congresse» in Gotha in Arnstadt über die Thätigkeit des Reichstages sprechen zu hören. I. A.: W. Rh. M«»che«, 2. Mai. Letzten Freitag hielt hier Herr Mot- teler einen Bortrag über die„gegenwärtige politische und wirthschastliche Lage in Deutschland und ihren Einfluß auf die arbeitende Bevölkerung". Durch die Bemühungen und harten Bestrafungen der hiesigen Polizeidirektion von Wirthen und Päch- tern größerer Lokalitäten ist e« hier wirklich so weit gekommen, daß Sozialisten einen großen Saal nicht mehr bekommen. Ueberall sagt man ihnen: Ja, ich kann nicht wegen der Polizei. Diese hat auch alle Vereinigungen, die nur ein wenig nach Sozialismus rochen, aufgelöst. Wohl glaubte sie nun, ihr Meisterwerk voll- bracht nnd, weil schon länger eine größere Versammlung nicht mehr tagte, die Sozialdemokraten hier versprengt und verschwinden gemacht zu haben. Aber siehe da, ttotzdem daß die Versammlung au einem Freitag— für Arbeiter der ungünstigste Tag— abgehalten wurde, trotzdem da« Lokal, Franzi« kanerleller, ziemlich außerhalb der Stadt liegt, trotzdem die Versammlung erst in der am selben Tage erschienenen Rummer de«„Zeitgeist" ausgeschrieben und be- kannt gemacht wurde, eine vorhergehende Agitation also nicht jmöglich war und nur unsere Gesinnungsgenossen Mittags oder gar erst Abends 7 Uhr erfuhren, daß um 8 Uhr Versammlung sei, in welcher der alte Kämpe Motteler sprechen würde, war der Saal gedrängt voll, in den beiden Nebensäleu aber standen die Zuhörer pyramideuartig auf Tischen uud Stühlen und ver- harrten in dieser Stellung mit nur kurzer Unterbrechung 4 Stunden lang. Wir glauben nicht zu hoch zu greifen, wenn wir die Zahl der Zuhörer auf mindesten« 800 Mann schätzen. Auch Freund Gehret*) waltete seine« Amtes als überwachender Beamter. H. Kiefer wurde zum 1., Oehme zum 2. Vorsitzenden, Ernst zum 1., Rottmanner zum 2. Schriftführer erwählt. Herr M o t t e l e r wies in seinem ersten Bortrage Angesichts der heutigen politische» und wirthschastliche» Lage Deuffchland« die Berechtigung der so- zialistischeu Forderungen nach, und nachdem er hervorgehoben hatte, daß die Tagesordnung mit Berücksichtigung von Deutschland allein, das doch nur ein Glied ist in der Kette de« heutigen modernen Staates, nicht gelöst werden könne, ging er auf die politischen und soziale« Verhältnisse im Allgemeinen selber näher ein. Reiche» Beifall erntete dieser klare Vortrag. Herr Eckstein ermahnte die Arbeiter, sich von den augenblicklichen Verhältnissen Bayerns nicht beirren zu lassen, obgleich der sogenannte Kleingewerbestaud noch wa« gelte. Nach einer Pause ersachte Kiefer, da kein Gegner sich gemeldet, Herrn Motteler, über die Thätigkeit de» deutscheu Reichs- tag« einigen Aufschluß zu geben, worauf auch Herr Motteler na- mentlich über den Reichshaushalt- Etat, Landsturmgesetz, Bank- und QuartiereotschädigungSgesetz eingehende und interessante Aufklä- rungen gab; die Mittheilungen über den DiSpositionSsond deS ReichSkauzleramteS waren geradezu befremdend. Herr Kiefer dankte NameuS der Arbeiter Herrn Motteler für seine aufopfernde Mühe und schloß die Versammlung mit einem Hoch aus die Sozialdemo- kratie. Die Stimmung der Münchener Parteigenossen ist eine äußerst gute und begeisterte und ihre Aufopferungsfähigkeit hat er- fteuliche Beweise dafür geliefert. Zur Aufrechthaltung der noch uie gestörten„öffentliche» Ruhe und Sicherheit� war eine ge- nügende Anzahl GenLdarmen unter Führung eines Brigadier« ausmarschirt. Unterdeffeu wurden aber in dem höchstens 10 Minuten entlegenen„Zweibrllcken-Hofe" zwei Menschen(wie wir hören ein Schmiedegeselle und ei» Viehtreiber) erstochen. Dort wäre» die SicherheitSmäuner am Platze gewesen. Aarme«, 14. Mai. Viertausend uud achtzehn Stimmen für Bebel sind, so meinen wir, auch eine Majorität innerhalb einer Wählerschaft wie sie Leipzig ausweist. 4018 sozialdemokratische Stimmen unter 12,952 Wählern, welche nicht sozialdemokratisch erzogen sind, da« nennen wir ein gute« Resultat. Denn zur Verfechtung des Satze«: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit gehört Ucberzcugung, Muth und Charakterstärke. Durch welchen Berg aufgehäuften Wustes, erbärm- licher Vorurtheile und Ueberlieferungen muß fich nicht die von uns vertretene Menschheitssache durcharbeiten, um zum Ziele zu gelangen? EgoiSmnS, Gesinnungslosigkeit und Dummheit, Spitz- köpfizkeit und Plattköpfigkeit, da« sind die Hindernisse, welche zu bekämpfen sind uud gegen welche ja Götter vergeblich kämpfen! Kein Wunder wahrlich, wenn nicht Alle gleich einer Sache zu- jauchzen, welche Verständniß, zähes Festhalten uud preisgeben per- fönlicber Vortheile bedingt und deren Coosequenz die Anhänger in strenges Gesetz und Pflicht nimmt. Gehört denn nicht etwa Ueberzeugung dazu, einem Manne die Stimme zu geben, welcher scheinbar in der öffentlichen Meinung verloren hat, indem sich hinter ihm kürzlich erst die Thüren des Gefängnisses geschlossen haben? Aber trotzdem und alledem! Gerade deshalb gaben die wackeren Genossen Leipzigs ihrem Freund die Stimme, um zu beweisen, daß die Sache d« Sozialdemokratie *) Der beste Sozialistensreund ruhmreichen Angedenken«. Wir be- sitzen sein Bild in»nserem Album großer Polizeigeuie«, zu welchem wir keine Eintagsfliege und nicht durch Zwang und Druck todt zu machen ist. Je mehr Druck und Fäulniß, desto mehr Leben. Tragen wir die Summe von 4018 demokratischer Stimmen gewissenhaft in das Culiurkampf-Corto ein; die sozialistische Bilanz wird sicherlich nicht ungünstig ausfallen, trotz Hubertusburg, Zwickau, Plötzensee und wie die Bastillen de«„neuen" Deutschlands alle heißen mögen! IranKfurt a. M., 15. Mai. In der allgemeinen Sozialisten- Versammlung am 12. Mai wurde die Organisation der deutschen Arbeiterpartei berathen. Herr Carl Klein aus Elberfeld be- antragte, zu verlangen, daß der 1. und 2. Vorsitzende des Vor- standeS, statt auf dem Congreß, von allen Parteigenossen direkt gewählt werden solle». Der Antrag wurde angenommen. Ferner waren zwei Delegirte für den EinigungS- Congreß zu ernennen. Vorgeschlagen wurden: Klein, Prinz, Beyer, Sabor und Opifi- du«. Von Herrn Klein wurde Prinz warm empfohlen, OpificiuS verzichtete zu Gunsten Sabor'« und ersuchte, für diesen zu stim- men. ES erhielten Stimmen(durch Zettel): Klein 118, Prinz 106, Sabor 74 und Beyer 15. Kleru und Prinz sind somit die hiesige» Dclcgirten. Die Versammlung war übrigen« sehr schwach besucht, besonder» waren die(früheren) Mitglieder der vorläufig geschlossenen sozialdemokratischen Arbeiterpartei leider nur in geringer Zahl anwesend, so daß auch die meisten der für Sabor abgegebenen Stimmen solche von(früheren) Mitglieder» deS geschlossenen Allg. deutschen Arbeitervereins waren. Wandsöeck, 23. April. Gestern Abend fand hieselbst eine von bei- den Fraktionen eiuberufeue Volksversammlung statt, in welcher dieHerren R. W o l f und B. R i ch te r über„die Vereinigung der beiden sozialdemo- kcatischen Arbeiter-Fraktionen" sowie über daS Programm und dir Organisation der„deutschen Ai beiterpartei" referirter. In« Bureau wurden gewählt Unterzeichneter als erster, Herr SieverS al» zweiter Vorsitzender und Herr C. Kloth als Schriftführer. Herr Wolf erörterte in anverthalbstündiger Rede das Programm der deutschen Arbeiterpartei und einen Theil der Organisation der- selben unter Beifall der Versammlung, und forderte am Schlüsse seiner Rede die Anwesenden ans, eine Resolution zu Gunsten der Vereinigung auf Grundlage de» Programm» der deutschen Arbeiter- Partei anzunehmen. Hieraus erhielt Herr Richter al« zweiter Referent daS Wort. Derselbe sprach sich gleichfalls unter Beifall der Versammlung für die Vereinigung au», war aber der Ansicht, daß da« Prinzig La- salleS durchaus aufrecht erhalten werden müsse, und glaubte sich dem Programm in dem Punkt der direkten Gesetzgebung durch da» Volk nicht anschließen zu können, glaubte aber, daß der gute Wille zur Bereinigung auf beiden Seiten gleich fest sei, und dann werde die Vereinigung zur Thatsache werden. Eine von Herrn Span- da» eingebrachte Resolution, dahin lautend, daß eine Vereinigung nur streng nach Lasalle« Prinzip stattfinden möge, wurde, nachdem Herr Wolf sich abrathend gegen die Resolution ausgesprochen, von dem Antragsteller zurückgezogen, ebenso zog Herr Wolf seine Re- solutio» zu Gunsten einer von Herrn Richter eingebrachten zurück, welche lautete:„Die heutige Volksversammlung erklärt sich mit der Vereinigung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen vollkomme» einverstanden und begrüßt dieselbe mit Freuden.« Die Resolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen und hierauf die Versammlung geschlossen. Julius Köhler. »rtefrapea W. Hartmann in Hamburg- Hast Du meinen Brief betreff» der Uebersetzung de« Bastiat- Schulze-Delitzsch nicht erhalten? Warum keine Antwort? Paul tlersten. Quittung der Expedition. B. Frdthl hier Schr. 11.30. Ug Außerstehl Schr. 3.00. Ahn Riesa Schr. 11.00. I. F. Troppau Schr. 3.00. Ehmnrr Berlin Ad. 60.00. Ist Breslau Ann. 2.40. Ldwg hier Schr. 0.35. Brmn Frankfurt Schr. 1.10. F. Drflr Linz Schr. 5.50. Schuhm.-Gew. Halle Ann. 1.50. Mnhrd Reudnitz Ab. 0.60. Hdlch hier Ab. 9.00. Gewerksch. der Holzarb. hier Ann. 2.70. Gewerksch. der Manuf.-Arb. Berlin Ann. 3.95. Lgndrs Barmen Schr. 7 30. F. Kfmnn Hannover Ab. 56.00, Schr. 34.22. Mtllarb.- Gewerkschaft Hannover Ann. 0.60. W. Hbrmnn Magdeburg Schr. 5.75._ Zum Wahlfond. «. Liste 28 Kutsch mnu hier 7.76, Liste 2 Schütze hier 3.10, Liste 5 Krisch 3.30, List- 9 Hadltch 1.00, Liste 13 Ehrlich 8.00, Liste 10 Künzel 13,00, Liste 26 Haschrath 2.80, Liste 15 Völk 1.75, Liste 18d Schmiede der bair. Bahu 6.40, Liste 13a Schultz« 10.25, Liste 33 E. Müller 8.40, I. Frnk Magdeburg 3.00.__ Fond für Gemaßregelte. B. Turnern de» ArdeiterbildnngSverein« in Leipzig 9.00, v. Muh Reudnitz 0.20._____ Für die Hinterbliebene» yorck'S. B. H. Leipzig 15.00.______ GeuossenschaftSbnchdrnckerei. «ntheilscheiue bez. Antheilqniimngen erhielten ferner: In Leipzig F. G. M. 30.00, in Barmen B. S. 150.00, in Brüssel L. P. 30.00. Stz, Sozialdemokratische Arbeiterpartei. "iUßwOUTjJ Samstag, den 22. Mai: Versammlung der hiefigeu Mitglieder bei Bieroraner Linder(früher vlo»feld). L. T a u f ch e r. s60z &<*«•* Verband der Klempner und verw. Berufsgenossen. �UalUlllft Sonnabend, den 22. Mai, Abend» halb 9 Uhr, im Schoppenstehl 22: Geschloffeue Mitgliederversammluag. Tagesordnung: Wahl eine« Delegirte» zur Generalversammlung. Innere BereinSangelegenheiten. Alle Mitglieder müsse» erscheinen. L. Stoffel, Bev. 130) tt-itasio» Gewerlschast der Holzarbeiter. Sonnabend, den 22. Mai: Versammlung Windmühlen straße 7."— Tagesordnung: Soziale Uebersicht. Ausnahme neuer Mitglieder Referent Marti». Der Bev. s401 Malergehilfen(*>. 340?) facht H.«rve, Schwalbacher Straß« 22, Wiesbaden.(106)[76] Die Abrechnung über die Reichstagswahl wird in nächster Nummer erfolgen. Diejenigen Partei- genossen, welche noch Sammellisten abzuliefern haben, bitten wir dies schleunigst zu bewirken. Ferner er- suchen wir diejenigen Parteigenossen, welche noch Ansprüche auf Entschädigung für Dienstleistung zu machen gedenken, sich am Freitag Abend im sozial- demokratischen Arbeiterverein einzufinden. Für das Wahlkomitee: W. Fink. Berantwortttcher Redakteur: H. Rindt. Redaktion Hohestr. 4, Expedition Zeitzerstr. 44, in Leipzig. Druckand«erlag der Genoffenschastsbnchdrnckeret w Leipzig. !?. «>» * <5,