1 H t t Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhandlungen des Jn- u.Auslandes. Filial Expeditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Der Volksstaat Abonnementspreis für ganz Deutschland 1. 60 Pf. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Bostanstalten auf den 2ten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders angenommen; im gr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.- Altenburg auch auf den 1ten Monat des Quartals à 54 Bf. Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der internationalen Gewerksgenossenschaften. Juferate, die Abhaltung von Bartel-, Bereins- umb Boltsversammlungen, sowie die Filial Expeditionen und sonstige Bartei- Angelegenhetten betreffend, werben mit 10 Pf., Privat- und BergnügungsAnzeigen mit 25 Pf. die breigespaltene Betit- Beile berechnet. r Nr. 58. r r n n te it [ 6 er C= Te er C= ct. tr tp le De ng em on Reid, per en on cuf Der ne hr. w. 6. Der 50. 5 zef ebe Wegen des Congresses fällt die nächste( Mittwochs-) Nummer and. Politische Uebersicht. " Sonntag, 23. Mai. Gewerksgenossenschaftliches. Gewerkschaft der Schuhmacher. Das Stritecomité. 1875. Es wurden Baumann mit einem vollen Mandat von 400, und ilte mit einem von 250 Stimmen betraut. Möge von nun an eine neue, noch glänzendere Epoche für die Sozialdemokratie Landshut i. B. Es biene hiermit zur Kenntniß, daß der beginnen! Strife der Schuhmacher dahier beendigt ist und daß wir im Ganzen Dünkelsbühl, Anfangs Mai. Zum Einigungsprogramm habe Der internationale Stieber hat wieber zwei Thaten günstige Resultate erzielt haben. Wir danken den Collegen Deutsch- ich folgenden Antrag geftellt: gethan: 1) im Namen des österreichischen Kaisers zu Neudörfel lands für die geleisteten Geldunterstützungen. Auch ersuchen wir 3u III Ziffer 8 anstatt Einschränkung der Frauen- und Becbot 34 Arbeiterbelegirte unter dem blödsinnigen Borwand der Ge- noch um Fernhaltung des Zuzugs. Mögen es fich die Collegen der Kinderarbeit 2c. zu feßen: Gleichstellung der Frauen- und heimbündelei"( es handelte fich um den öffentlich angekündigten Deutschlands zur Pflicht machen, hauptsächlich durch die Agitation, Berbot der Kinderarbeit 2c." öfterreichisch ungarischen Arbeitertag!) verhaftet; 2) im Namen des unsere geschaffene Organisation auf eine solche Höhe zu bringen, Zur Begründung meines Antrags führe ich Folgendes an: Nicht russischen Kaisers( des neuen ER) ein Restript an den Abel daß wir wenigftens die Majorität der Schuhmacher in der Ge- bie Arbeit des weiblichen Proletariats drückt auf die Lohnverhälterlaffen, worin es heißt, Rußland sei von sozialistischen und tom- werkschaft haben, nur dann können wir fefter auftreten für unsre nisse des männlichen, sondern die heute bestehende, ebenso nichtsmunistischen Umtrieben unterwühlt, der Adel solle die Regie- gerechten Forderungen. Näherer Bericht und Abrechnung folgt. würdige als betrügerische Ablohnung der weiblichen Arbeit. Diese rung im Kampfe gegen die Umfturzparteien unterstützen. GleichAblohnung, welche meistens nicht die Hälfte des männlichen Ber zeitig mit besagtem Restript hat Stieber unter der Maste des bienftes erreicht, ist es, welche bie schädliche Concurrenz für das russischen Justizminifters bekannt gemacht: In den verschieden Gewerksgenossenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand- männliche Proletariat bildet, und die Jugend des weiblichen Geschlechts, ften Gegenden des russischen Reichs ist die verbrecherische Bropaarbeiter beiderlei Geschlechts.( Siz Weimar). Arme burch Hunger and die bitterste Noth gezwungen, in die Hände und ganda hervorgetreten, welche Religion, Moral und EigenthumsGroßenhain, 15. Mai. Heute versammelten sich die hiesigen der Bourgeoisie liefert! Einen großen Theil des Reichthums recht bedroht. Die Sozialisten und Communisten werben mit Mitglieder im Saale des Herrn Hentschel, um über den Aufruf der Bourgeoisie bildet die sllavisch abgelohnte Arbeit der unterber ganzen Strenge des Gefeßes bestraft, und die Justizbehörden der Braunschweiger Genoffen( siehe Boltsstaat" Nr. 53) und die drückten Frauen. Der geistige, physische und fittliche Mord, herbeierfüllten ihre Pflicht, indem fie gegen diejenigen, welche den Staat bevorstehende Vereinigung der Gewerkschaften sich zu berathen. geführt durch Kinderarbeit in der Fabrikindustrie! Die Gleichund die Gesellschaft bedrohen, mit ganzer Entschiedenheit auf- Bum ersten Punkt ver Tagesordnung erkannten sämmtliche Rebner ftellung der Frauenarbeit wirkt durchaus nicht schädlich, sondern treten. Aber das in Rede stehende Uebel hat so tiefe Wurzeln die von den Braunschweiger Genossen geführte Beschwerde gegen es wird die Männerarbeit ihrer größern Craftheit(?)*) wegen um geschlagen, daß die gerichtliche Verfolgung allein ihm nicht zu die Verortsverwaltung für unbedingt gerechtfertigt, ebenso befür- so gesuchter sein. Aber selbst, wenn sie eine schädliche Rückwirkung fteuern vermag, ba die verderblichen Theorien Niemand finden, wortete man den von den Braunschweiger Genossen vorgeschlagenen haben sollte, was ich absolut bestreite, so wäre es nur ein Att ber ber sie als Verbrechen und Frevel brandmarkte( eigenthümliches Ort zur Abhaltung der Generalversammlung, jedoch meinte man, Gerechtigkeit gegen die Frauen. Im andern Falle erklärte fich ja Geständniß!). Im Gegentheil giebt es sogar Personen, deren daß es nothwendig sei, bis nach dem Gewerkschaftskongreß zu das männliche Proletariat solidarisch mit dem Ausbeutungssystem offizieller Charakter und soziale Stellung fie von den kommunisti- warten, da sich eine Aenderung der Statuten durch Annahme des der Bourgeoisie! Der Wahlspruch der Sozialdemokratie muß sein schen und revolutionären Bühlereien fern halten sollte, die aber auf dem Gewerkschaftstongreß zu entwerfenben Normalstatute noth- und bleiben: Gleiche Rechte und gleiche Pflichten für Alle", also dennoch den Vorgängen im Lande nicht nur gleichgültig zusehen, wendig machen würde. Diese Ansichten wurden zum Beschluß er- auch:" Gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Alle!" Selbst die sondern sogar ted genug sind, die Regierung wegen ihres Vor- hoben und einstimmig angenommen. Liga der Friedens- und Freiheitsfreunde hat die Gleichstellung der gebens gegen bie immer weitere Verbreitung gewinnende Propa- Wir ersuchen sämmtliche Genoffen, diese Angelegenheiten zu Frauenarbeit auf ihrem Programm, und die sozialdemokratische ganda zu tabeln. Es ist daher nothwendig, daß, so lange es diskutiren und ihre Beschlüsse im" Boltsstaat bekannt zu geben. Partei, als die weitestgehende, sollte auch nur einen Augenblick Beit ist, alle gutgesinnten sozialen Elemente mit vereinten Kräften 3. A.: W. Günther, Bertrauensmann, 563. zögern, an bem schwächeren Theile des menschlichen Geschlechts gut nicht nur die den Schutz der Gesammtheit und der öffentlichen Crimmitschau. In Nr. 53 des Boltsstaat" fordern die Mit- zu machen, was die Bourgeoisie gesündigt? Selbst der BourSicherheit bezweckenden Bestrebungen der Behörden unterstügen, glieber zu Braunschweig in einem Aufruf die bringende Abhaltung geois- Nationalökonom Stuart Mill in seiner Hörigkeit der Frau" sondern auch im Privatverkehr( als Privatstieber) dem Ein- einer Generalversammlung; es sei befürwortet, in diesem Jahre be- verlangt es, und wir nicht? Die Frauen müffen einsehen und fluß und der Berbreitung der verbrecherischen Theorieen entgegen- ftimmt eine Generalversammlung abzuhalten. Im Protokoll der fühlen lernen, baß die soziale Demokratie auch für die Rechte des wirken." vorjährigen Generalversammlung, welches der Aufrufunterzeichner schwächeren Geschlechtes männiglich in die Schranken tritt, dann Bravo! Und das Lange und das Breite dieses gräulichen Kirchner selbst verfertigt hat, steht nichts von einer Befürwertung werben sie die Milch ber sozialdemokratischen Denkungsart schon 35. Gallimathias? Wir sind in Schwulitäten und brauchen noch von einer Bestimmung. Die Crimmitschauer Genossen, welche den Kindern beibringen und eine neue Generation, welche sich in bas rothe Gespenst. S. den Schluß des letzten Artikels von auf der legten Generalversammlung in Chemniz anwesend waren, ihrer Totalität ihrer fittlichen Würde und ihrer politischen und so00. Fr. Engels. erklären diese Behauptung für unwahr, da es der Vorortsverwal- zialen Rechte bewußt ist, wird heranblühen. tung überlaffen bleiben sollte, nur bei zwingenden Gründen eine Arbeiter! Genoffen der Sozialdemokratie! Ich hoffe, daß Ihr Die italienische Regierung hat sich eines neuen Ver- Generalversammlung einzuberufen. Wonach soll sich der Geschäfts- auf dem Congreß zu Gotha mit imposanter Majorität ftimmen brechens gegen ben freien Menschengeift und die Menschlichkeit führer der bei der Generalversammlung nicht anwesend war, denn werbet für die von mir vorgeschlagene Faffung des betreffenden schuldig gemacht: Durch ihre bezahlten Richter hat sie eine An- richten, als nach dem Protokoll? In diesem Fall tann er überhaupt Programmpaffus:„ Gleichstellung der Frauen- und Verbot der zahl von Mitgliedern der Internationalen Arbeiterassoziation, nach uur Denen glauben, die ihm am nächsten sind. Was nun die Ab- Kinderarbeit!" zum Theil anderthalbjähriger Untersuchungshaft, zu schweren haltung einer Generalversammlung betrifft, so hält es die VorortsEmil Roland. Rerterstrafen bis zu 10 Jahren! verurtheilen laffen. Und verwaltung für unpraktisch, jezt eine Generalversammlung abzu- Duisburg, 9. Mai. Bereits am 17. Januar b. 3. vollzog 40, weshalb? Wegen Theilnahme an der Internationalen! Straf- halten, indem die Bereinigung sämmtlicher Gewerkschaften angestrebt sich hier thatsächlich die Bereinigung auf einer Arbeiterverfammlung; bare Handlungen find nicht nachgewiesen worden, weil sie nicht wird, und ist sie der Ansicht, wenigstens bis zu dem in Aussicht dieselbe fand unter dem Borfize des Herrn Fennemann statt nachzuweisen waren. Kurz, ein Tendenzprozeß in des Wortes in- genommenen Gewerkschafts- Vereinigungskongreß, welchem die Ein- mit der Tagesordnung: 1) Die projektirte Städte und Gemeindeuh famfter und brutalfter Bedeutung, um so infamer, weil mit Hülfe labung zur Conferenz bereits vorausgegangen ist, zu warten. Bis Ordnung; 2) die Bereinigung der beiden sozialdemokratischen Fratbon Agents provocateurs( Spigeln) eingefäbelt, so daß also die dahin werden die Statuten wohl noch zur Richtschnur dienen tionen Deutschlands; worüber uns Herr Wolf einen eingehenden Regierung das, was sie bestrafen wollte, erst selbst in Szene tönnen. Unerhört ist es, den Geschäftsführer für einen Brief ver- und lehrreichen Vortrag hielt. Am heutigen Tage hielten wir gesetzt hat! antwortlich machen zu wollen, welcher mit falschem Namen, ohne unter dem Vorsize des Herrn Köllen eine sozialdemokratische VerAngabe der Straße und Wohnung erst auf Umwegen am 26. April sammlung ab mit der Tagesordnung: Diskussion über den Ents Bom Nationalzuchthaus. Die Frankfurter Zeitung", anlangte und welcher schon am 18. April beantwortet sein sollte. wurf zur Vereinigung, und Wahl eines Delegirten zum Congreß. welche seit Beginn des Jahres 1875 einen Culturkampftalender" Uebrigens ist derselbe auch noch beantwortet worden und fann von Nachdem beide Buntte diskutirt, wurde Herr Bardonner von ( Berurtheilungen von Ultramontanen, Sozialdemokraten 2c.) ver- einer Nichtbeantwortung teine Rede sein. Es heißt sogar, daß Mühlheim zum Delegirten von Duisburg gewählt. Möge der öffentlicht, giebt folgende zusammenfassende Darstellung: Briefe( also nicht blos einer sondern mehrere) unter der Abreffe Congreß zum Heile der Arbeiterpartei Deutschlands ausschlagen! Während der ersten vier Monate dieses Jahres verurtheilten des Geschäftsführers zurückgekommen seien. Unter solchen Umständen Mit fozialdemokratischem Gruf im Auftrage bie Gerichte zu Gefängnißftrafen in einer Gesammtsumme von muß freilich das Zutrauen der Mitglieder schwinden, aber wen Sitte, Schriftführer. 55 Jahren 11 Monaten 6 Tagen; zu Gelbftrafen in einer Ge- trifft denn die Schuld? Doch wohl nur die Absender der Briefe, Iserlohn, 18. Mai.( Zur Berständigung über die fammtfumme von 27,843 Mart 75 Pf.( wobei zu bemerken ist, welche dieselben mit falscher und mangelhafter Adresse versehen Programmfrage.) Die zweite Stimme aus der Partei" in daß in allen Fällen, wo Geldstrafen eventuell Gefängniß dekretirt haben, troßdem die Adresse des Geschäftsführers oft genug bekannt Nr. 55 des Boltsstaat" giebt mir zu folgenden Bemerkungen worden, stets die Geldstrafen in Anrechnung gebracht find). Gegegeben ist. Charakteristisch ist noch, daß die frühere Verwaltung, Veranlassung: troffen werden durch dieselben: 241 Geistliche, 210 Bürger, 136 bie boch entlastet ist, in dem Aufruf mit angegriffen wird. Unfere Nichts hat dem weftdeutschen Arbeitertage ferner gelegen, ale Rebakteure, und zwar fielen auf 41 Majestätsbeleidigungen Genossenschaft, die fortwährend im Wachsen begriffen ist, wird als die Absicht, mit den Ausstellungen an dem Brogramm- Entwurf ng. 12 Jahre 8 Monate 14 Tage; auf 68 Bismardbeleidigun- eine bahinschwindende hingestellt. Durch Aufrufe, wie der in Nr. 53 etwa Bantäpfel in die Partei zu werfen, welche das Einigungsgen 8 Jahre 5 Monate 11 Tage und 210% Thlr. Es fanden des Voltsstaat" enthaltene, der nur dazu angethan ift, Zwietracht werk in irgend einer Weise gefährden könnten. Der Arbeitertag [ 80] ftatt: 30 Confistationen, 55 Berhaftungen, 74 Haussuchungen, zu säen, wo Einigkeit herrschen soll, kann freilich die Lebensfähig- hat seiner Ueberzeugung von der absoluten Nothwendigkeit der 103 Ausweisungen, resp. Internirungen, wovon 2 bei Majeftäts- feit nicht gesteigert werden; daß aber Berwaltung und Aufsichts- Einigung in der hierauf bezüglichen, ohne alle Debatte einen- und 3 bei Bismarckbeleidigungen, 55 Auflösungen von Bereinen rath auf dem Blaze find, das wird der Geschäftsbericht bei nächster stimmig angenommenen Resolution genügend Ausbruck ge in. and Berfammlungen, 72 Freisprechungen." Generalversammlung zeigen. Die indifferenten und pflichtvergeffenen geben und ich halte mich auf Grund meiner Wahrnehmungen auf Mitglieder, welche uns die Berwaltung erschweren, möchten wir dem Arbeitertage fogar zu der Behauptung berechtigt, daß die J. 601 t. int 401 07) Gefälschte Arbeitsstatistit. In der von uns( Nr. 23) aber ersuchen, ihre Schnlbigkeit zu thun, daß es nicht dahin tommt, Theilnehmer an demselben, wenn davon die Einigung abhinge, mitgetheilten Lohnftatistik ländlicher Arbeiter, welche dem legten baß sie als säumige Mitglieder im Boltsstaat" veröffentlicht wer- jebes Brogramm annehmen würden, wenn es nur nicht gegen ( 75) landwirthschaftlichen Congreß vorgelegt wurde, figurirt Schlesien ben müssen. Wir ersuchen sämmtliche Genoffen, ein reges Streben bie Barteiprinzipien verstößt, und wäre es auch nur ein rd auf einer der niederften Stufen, nämlich mit einem durchschnitt in agitatorischer Beziehung zu entfalten und schon jetzt dafür Sorge weißes Stüd Bapier mit einer geballten Fauft darauf. ei- lichen Jahreseinkommen von 159% Thlr. für den allein erwähn zu tragen, daß die nächste Generalversammlung von allen Seiten Dagegen wird aber auch wohl Niemand dem Arbeitertage bas ten Regierungsbezirk Breslau. Auch diese Ziffer ist zu hoch. beschickt wird, damit etwas geschaffen werden kann, was unserer Recht abstreiten wollen, diejenigen Positionen des Entwurfs als en, Nach einem Bericht in der vorlegten Nummer des Gewertoer- Organisation neues Leben giebt. er- ting" beträgt das Jahreseinkommen eines ländlichen Arbeiters Im Auftrag der Verwaltung bort bloß 110-130 Thlr. Die übrigen 30-50 Thaler sind och alzu war man noch sehr mäßig im ugelogen. Uab, wie schon gesagt, mit Bezug( auf Schleften Lügen. " Correspondenzen. C. Poser. mangelhaft zu bezeichnen, die er als mangelhaft erkannt hat und welche selbst nach dem gegenseitigen Anerkenntnisse wirklich mangelhaft find. Wenn, wie es nach dem Beschlusse des Arbeitertages geschehen follte, der von mir ausgearbeitete Programm- Entwurf auch durch Berlin, 21. Mai. Dienstag den 16. d. M. Abends ver- den" Boltsstaat" veröffentlicht worden wäre, dann würde man Die legte Nummer des Bionier" enthält unter der Ueber- sammelten sich die hiesigen Boltsstaat".Lefer, deren Zahl 800 gefunden haben, daß auch ich, beziehentlich die Majorität des hrift: Auf zum Sozialisten- Congreß" und:" Die Vereinigung der beträgt, im Handwerkerfaal, um sich über eine etwaige Theilnahme Arbeitertages, ein betaillirtes Programm über den Ausban beutschen Sozialdemokratie" zwei Artikel über und für die Ber- am allgemeinen Sozialisten congreffe zu verständigen. Nach län- des zukünftigen sozialdemokratischen Staates u. f. w. nicht für einigung, der erftere von Otto Rapell, der zweite von August gerer Debatte wurde der Beschluß gefaßt, 2 Delegirte nach Gotha nothwendig halten, wohl aber eine detaillirte Aufzählung derjenigen Rapell. Wir conftatiren dies hier, da uns zum Abdruck vor dem zu senden mit dem Auftrage, auf Grund des vorgelegten Bro- Wäre diese größere Exaltheit" wirklich vorhanden, so würde sie Congreß der Raum fehlt. gramm- und Organisationsentwurfs für die Bereinigung zu wirken. Die jetzige Nichtgleichstellung der Frauenarbeit rechtfertigen. R. v. B. " Einrichtungen des jetzigen Staates und der Gesellschaft, welche bs- feitigt werden müssen, um die sichere Erreichung der Endziele der Sozialdemokratie anzubahnen und überhaupt möglich zu machen. Man war der Ansicht, daß in dieser Beziehung das Programm möglichst ausführlich sein müsse, damit daS Pro gramm selbst al« vorzüglichste» Agitationsmittel dienen könne UebrigenS glaube ich wohl behaupten zu dürfen, daß in Betreff dieser Einrichtungen, oder auch rückstchtlich der Endziele, erhebliche Meinungsverschiedenheiten in der Gesammtpartei nicht bestehen, vielleicht mit Ausnahme de« Arbeitserträge«, welchen— wie der Verfasser des Artikel« in Nr. SS ebenfalls hervorhebt— ein Theil im Berhältniß zu den Leistungen, ei» anderer Theil nach de» Grundsätzen der Gemeinschaft der Güter und des Erwerbes ver- theilt wissen will. Das ist allerdings eine„erhebliche Differenz", welche der Congrcß durch»»« nicht„offenlassen" darf, vielmehr nach irgend einer Richtung hin ausgleichen muß, wenn eine Spaltung der Gesammtpartei in„Sozialisten" und„Eow munisten" vermieden werden soll.— Diejenigen, welche für eine durchaus gleiche Vertheilung de« Lohne» sind,«erden aus ver schiedeneu Gründen zweckmäßig handeln, wen» sie einstweilen sich mit der Vertheilung de» Ertrage« im Verhältuiß zu de« Lei- stungen begnügen. Im Programm kann und darf diese Frage keine„offene" bleiben. C. W. Tölcke. Magdeburg.(Die Polizei als Berichterstatter.) Montag, de» 10. Mai, hatte ein Parteigcuosse, wie das alle Wochen ge fchieht, eine öffentliche Versammlung angemeldet, jedoch war die selbe so schwach besucht, daß er sie gleich nach Eröffnung wieder schloß. Dieses an sich unbedeutende Ereigniß würde die Leser des „Volksstaat" nun allerdings nicht sehr interesstren; jedoch lese ich in der gestrigen Nummer der„Magdeburger Zeitung" folgendes: „Die Führer der sozialdemokratischen Partei hatten am Montag eine Versammlung anberaumt, welche unmittelbar nach der Eröffnung wegen Mangel« an Theilnehmern sofort wieder ge schloffen wurde. Es hatten sich etwa zehn Personen eingefunden, welche in den Arbeiterkreisen als Führer gelten und in der Regel bei ähnlichen Versammlungen den Kern bilden. Man steht auS dieser Erscheinung, wie wenig Erfolg die sozialdemokratischen Agi tationen unter den arbeitenden Klassen noch haben." An sich ist eS nun schon nicht richtig, daß bloS zehn Personen anwesend waren, und da un» sämmtliche Anwesende genau bekannt waren, so ist nur die Annahme zulässig, daß die Correspondenz in der „Magdb. Ztg." von dem überwachenden Beamten herrührt. Doch zur Beruhigung deS Herrn sei hier gesagt: Schuld daran, daß die Versammlung nicht abgehalten wurde, ist nicht etwa der flaue Geist, der in der Magdeburger Arbeitcrbevölkerung vorherrschen soll, sondern die ungünstige Zeit vor Pfingsten hielt Manchen au der Arbeit fest, und hätte der Betreffende der Versammlung, in welcher Mottelcr hier sprach, beigewohnt, so wllrve er eine» Besseren be- lehrt sein. Euch aber, Parteigenossen von Magdeburg, rufe ich zu: seit zur bestimmten Zeit am Platze. Es darf bei uns nicht dahin kommen, wie bei dem Kriegerverein, der eine Versammlung nicht abhalten konnte, weil die Mitglieder nur 5 Mann hoch erschienen waren. G. Engelhardt. Jrankenhansen. AuS dem Parteileben.„Nun ruhen alle Wälder," fing man an zu singen, wenn hier das Gespräch auf die Sozialdemokraten kam; man hörte und sah nicht«. Da plötzlich erscholl e« durch den öffentlichen Ausrufer durch alle Straßen, es sei öffentliche Versammlung der Knopfarbeiter. DieS Eine ließ alles Andere in den Hintergrund treten; alle Hoffnung auf Ruhe war dahin. Aber halt! wir hörten za, die Arbeiter wollten ein Schiedsgericht mit ihren resp. Fabrikanten bilden. Um Nähere« darüber zu erfahren, wendete ich mich an einen hiesigen wohlunterrichteten Parteigenossen. Ich fragte denselben, was er sich bei der Sache denke, da, wie ich gehört hätte, er auch zu dem Comitä gehöre, welches die Angelegenheit mit dem Schiedsgericht reguliren solle. Ich erhielt zur Autwort, daß die Fabrikanten sich einen Spaß machen wollten, der ihnen aber versalzen werden würde. Der Spaß hatte aber doch insofern Werth, al« gerade dadurch die Bewegung unter den Arbeiter in Fluß kam. Al« ich weiter fragte: ob er auch seiner Sache so gewiß sei, da sagte er mir,„fragen Sic die hiesigen Arbeiter, waS sie über derlei Schied«- gerichte denken, und Ihr Zweifel wird sich sehr schnell heben. Nur dürfen Sie keinen„Getauften" siagen, denn da bezweifle ich, ob Sie eine Antwort erhalten."„Gekaufte?" fragte ich,„was ist daS?"„Das sind Solche," erhielt ich zur Antwort,„die ein Hau» oder Land kaufen wollen, aber kein Kapital besitzen; diese Arbeiter wenden sich au ihr» Fabrikanten und erhalten fast immer so viel, al« sie gebrauchen; natürlich müssen sie dann so tanzen, wie ihre Feudalherren pfeifen; e< giebt zwar einige sehr lobenSwerthe Aus- nahmen darunter, aber daS sind eben Ausnahmen.„Nun," fragte ich,„Sie glauben also nicht, daß eS zu einem Schiedsgericht kommen wird?"„Nein!" erhielt ich zur Antwort,„es wird zu etwas Anderem kommen I" DaS ist die augenblickliche Lage der Sache hier. Ich will für heute abbrechen, behalte mir aber vor, über den Verlauf der hiesigen Bewegung dann und wann Bericht zu erstatten. Kreska«. Bekanntlich hängt da» öffentliche Auftreten der Sozialvemokratie am hiesigen Orte von der sog. Lokalfraze ab, d. h. von der Möglichkeit, ein Lokal zu finden, welche» zur Ab- Haltung einer Versammlung hergegeben wird. Es ist so weit ge- kommen, daß in ganz Breslau der Sozioldemokratie nur noch ein einziges ziemlich beschränktes Lokal zu Gebote steht, und wer weiß, ob auch diese« für immer. Seitdem nun auch in Breslau da« Berhältniß unserer Parteigenossen zu den Mitgliedern deS früher hier bestandenen Allgemeinen deutschen Arbeiterverein« ein freund- schaftlichcS geworden, haben auch Parteigenossen unserer Ricktung zu wiederholten Malen in diese« eine Scholz'sche Lokal BolkSver- sammlungen einberufen, die auch alle einen guten Verlaus hatten. Besonders gut besucht— eS mochten 300— 400 Personen anwesend sein— war die Volksversammlung am Montag, den 3. Mai, in welcher Herr Max Kayser auS Dresden über die Lohnherabsetzung und die Ansichten der Minister Achenbach und Camphausen rcferirte. Die Versammlung nahm eine daS Ver- sahren dieser Herren scharf mißbilligende Resolution einstimmig an und erreichte ein natürliche« Ende. Ueberhaupt scheint unsere hie- sige Polizei, die früher eine Zeitlang consequent durchgeführte Manier, jede sozialdemokratische Versammlung nach Belieben auf- zulösen— vielleicht von der Nutzlosigkeit ihreS Vorgehen« über- zeugt— ausgegeben zu haben. Angsbnrg, 2. Mai. Die liberalen ReichSfrcunde hielten kürzlich eine Versammlung in den Sälen der goldenen Traube ab, in welcher die LandtagSabgeordneteu Fischer und Völk ihren Wählern Bericht erstatteten. Bemerkenswerth ist, daß in dem Ein- ladungS-Jnserat, daS bloS in den hiesigen liberalen Blättern erschien, ausdrücklich blo« Diejenigen eingeladen wurden, die bei der letzten Reichstagswahl ihre Stimme dem liberalen. Candidaten gegeben hatten. Damit wollte man offenbar die Sozialisten fernhalten. Unsere Reichstreuen trauten aber dem Landfrieden trotzdem nicht und! ein Fleißiger nnd viele Faulleazer. Dieser Fleißige ist geworden fanden für nothwendig,„4 Mann Polizei" zu ihrem Schutz an dem Eingang des Traubensaales aufzustellen. Neben den„bewußten Lügen", die dort über die Sozialisten gesprochen wurden, können die Reden als„Leichenreden" für den Liberalismus gelten, und es wird nun bald der naivste Spießbürger einsehen, daß der Lib: ralismu« bankerott ist.' Da sich die liberalen Maulhelden aber so sehr vor uuS fürchten, so wollten wir ihnen zeigen, daß wir unS im Kampfe auf geistigem Gebiete vor Niemanden zu sllrchten haben, und beraumten wir deshalb auf Samstag, den I.�Mai Abend» eine Volksversammlung an, mit der Tagesordnung:„Die Sozialisten in und außer dem Reichstag". Das Referat hatte Freund Motteler, der sich auf der Durchreise hier befand, bereitwilligst übernommen. Wir fanden für nothwendig, folgende Bemerkung der öffend licheu Einladung beizufügen: „Zutritt und volle Redefreiheit für Jedermann ohne Unterschied der Parteirichtung. Eine polizeiliche Controle über die politische Gesinnung der Eintretenden, wie anderwärts üblich, findet nicht statt Der„Volksmann" und ReichstagSabgeordnete Herr Dr. Völk ist besonder« eingeladen. Das Somit<5: EndreS. Stollberg. Tauscher." Um 8 Uhr waren die geräumigen Lokalitäten zu den„drei Königen" dicht besetzt. Freund Tauscher eröffnete die Vers amm- lung NamenS des Comitö«, führte den Anwesenden den Unter- schied der heutigen von Sozialiste» einberufenen Versammlung gegenüber der Versammlung der Liberalen im Traubensaale vor und charakteristrte jene Liberalen al« klägliche Helden, die eZ für nothwendig halten,„sich durch die Polizei vor dem Volke zu schützen", eine Ausführung, welche mit allgemeinem Beifall aufge- nommen wurde. Der Referent, Reichstagsabgeordneter I. Mot- teler au» Leipzig besprach die Thäiigkeit der Sozialisten im Reichs- tag in ausführlicher Weife und betonte u. A., daß e« nicht so leicht sei, die Wünsche resp. Bedürfnisse deS Volkes im Reichstag zur Geltung zu bringen, da man dort mit einer Geschäftsordnung zu rechnen hahe, die kaum den Schein der Redefreiheit an sich trage und in den Händen eines nationalliberalen Präsidenten natürlich niemals zu Gunsten sozialistischer Redner gchandhabt werde. Eine Rednerliste, wie in anderen parlamentarischen Ver- ammlungen werde im Reichstag nicht geführt, auch haben die liberalen sich schon in vorletzter Session gegen Einführung einer olchen energisch gestemmt. Redner kam sodann aus die Reich»- Verfassung, die Freizügigkeit, daS Militärgesetz, daS Jmpfgesetz, da» Landsturmgesey zc. zu sprechen, und al« er in Bezug auf letzteres Gesetz ausrief:„Wenn die russischen Cohorten dereinst über Deutschland hereinbrechen, um im Namen ihre« Zaren den Löwenantheil für die russische Freundschaft zu reclamircn, dann wird nicht Linie, noch Landwehr und Landsturm, sondern das Volk allein seine Marken schützen müssen", da brach die ganze Ver- ammlung in einen nimmer endenwollenden Beifallssturm au«. Ja Bezug auf den eingeladenen aber nicht erschienenen Dr. Völk ist, wie uns Freund Motteler berichtet, zu constatircn, daß derselbe al» Mitglied der Justizgesetzcommisston gegenwärtig in Berlin weilt. Redner sprach sein besonderes Bedauern aus, daß er nicht Gelegenheit habe, seinem verehrten Collegen Herrn Dr. Völk in Augsburg gezeaübertretcn zu können, eS wäre ihm dies lieb ge- wescn, da er Herrn Dr. Völk seine Aneikennung und Dankbar- keit dafür hätte aussprechen mögen, daß derselbe in Bebel'« Wahlkreis in Meerane die Güte gehabt habe, auch den fozia- listischen Wählern Bebel'« Bericht zu erstatten, während, wie be- kannt, Bebel im Gesäagniß saß. Wenn dem H-rrn Doctor bei dieser Gelegenheit Widerspruch widerfahren sei, so werve ihn dieser überzeugt haben, daß die Wähler Bebel'« gewußt, waS hinter den demokratisch angehauchten Phrasen deS liberalen CulturkämpferS in Wirklichkeit stecke. Das auSsührltche Referat, welche» auch die wirthschaltlichen Grundsätze deS Liberalismus und die Lage der arbeitenden Klassen, de« KleinhandwerkS, der Bauern und länd- lichen Arbeiter behandelte, nahm in feinem allgemeinen Theile 1'/, Stunden in Anspruch, während nach'/«stlindiger Pause, Mot teler in weiteren Vit Stunden, die Stellung der Sozialisten der heutigen Gesellschaft und Gesetzgebung gegenüber und speziell die Ausgaben der Gesetzgeber mit Rücksicht auf die bestehenden Zu- tände nnd Mißlichkeiten unter der größten Aufmerksamkeit der An- wesendcn erläuterte. Gegner meldeten sich, obschon wiederholt aufze- ordert, nicht zum Wort, trotzdem deren Viele anwesend waren und dem Referenten das Zeugniß geben mußten, daß er die Tages- ordnung auf eine gediegene und glänzende Weife erledigt habe. Diese Volksversammlung hat wieder viel zur Verbreitung und Festigung unserer Ideen beigetragen und sprach sie sich einstimmig billigend über die Haltung der Sozialisten im Reichstage au«. Keestenborf. Daß in dem lieben Städtchen Bremerhasen von gewissen Herren außer den verschiedenen Wissenschaften auch die National Oekonomie gründlich studirt wird, hatten die hiesigen Sozialdemokraten sich niemals träumen lassen. Doch bald genug ollten sie eines Anderen belehrt werden. In der hiesigen„Pro vinzial-Zeitunz" stand es mit großen Lettern gedruckt:„Gewerbe- verein. Vortrag de« Herrn Dr. Barth über„Kapital und Ar- beit". O weh! Nun ist'S au« mit der Sozialdemokratie in Bremerhafen, dachten wir, die gottlosen, revolutionären Reden unsere« Genossen Slauck werden heut Abend jedenfalls schlagend widerlegt, und---„Wir wollen aber doch in Ehren un- tcrgehn", hieß c». Gesagt, gethan. Als die Sonne bereit« hinter dem Horizonte verschwunden war, pilgerte ein kleines Häuflein chlicht gekleideter Männer nach dem durch seine erleuchteten F-nster weithin sichtbaren„Colosseum" zu Bremerbafen. Es waren„wir", d. h. die Sozialdemokraten, welche heut einen Strauß ausfechteu wollten. Man male sich unfern Schreck au«, als uns beim Ein- Kitt in den Saal anstatt der erwarteten Feuerworte die bezaubernde Stimme eine« Tenorsängers mit obligater Violinbegleitung ent gegenschallte. Schon fingen wir an zu glauben, der Herr Dr. löse singend unter Violinbegleitung die soziale Frage, al« der Jrrthum sich noch rechtzeitig ausklärte. Wir waren in einen Ge- sangvercin gerathen; der Gewerbeverein tagte oder nächtete viel- mehr eine Etage höher im„kleinen Zimmer". Kehrt machen und die Treppe Hinaufmarschiren war da» Werk weniger Augen- blicke. Oben angelangt, sahen wir den ganzen Gewerbeverein/ 8 Personen stark, excl. 3 ZeitunzSreporter, bereit» versammelt. Wir wurden freundlich begrüßt und ersucht, Platz zu nehmen, waS auch sofort geschah. Die Sitzung wurde nun eröffnet. Nachdem noch einige innere Angelegenheiten erledigt worden waren, erhielt der Herr Dr. Barth da« Wort zu seinem Vortrage. Die Person desselben machte auf un« einen ganz günstigen Eindruck, aber da« Referat— brrrrrr!— Dank der schlechten Geschäftszeit war unser Magen nicht zu sehr gefüllt und somit konnten wir ohne nach theilige Wirkungen befürchten zu brauchen noch Jeder eine gute Portion von dem in einer halben Stunde verfertigten„Kraut- salate« verdauen. Wie diese Speise, GeisteSspeise, zubereitet war, kann sich wohl ein Jeder enträthseln.„Anno dazumal ist gewesen Kapitalist und die Faullenzer Proletarier".— Bum»! Ja so war'S und so bleibt'S.— DaS„Referat"(???) war zu Ende. Wir waren in dem guten Glauben hingegangen, nach dem Vorkage in der Debatte loslegen zu können— aber da hatten wir un» sehr geirrt.„Debatte findet nicht statt. Sollte dazezcn irgend Jemand eine Frage an den Referenten richten wollen, so werde er bereitwilligst Antwort geben". Ja der Roth frißt der Teufel Fliegen, dachten wir und machten infolgedessen von dem Rechte des„FrazenstellenS" Gebrauch. Zuerst ersuchte Slauck den Re- ferenten, welcher in seinem Bortrage den Staat den Kapitaliea beizezählt hatte(I), ihm doch den Begriff„Staat" näher zu definiren. Ja, da war guter Rath theuer. Trotz aller Anstrengung gelang eS ihm nicht, den Wunsch Slauck'S zu erfüllen. AuS diesem Grunde sah sich Letzterer veranlaßt, dem National-Oekouomie studirenden und Jurisprudenz studirt habenden Herrn Dr. den Begriff„Staat" in seiner verschiedenartigen Auffassung auSein- anderzusetzen. Und— man höre und staune— was gab der Herr Dr. für eine Antwort?„Die von Herrn Slauck gegebene Definition ist mir allerdings bekannt; aber sie ist nicht von der Wissenschaft bestätigt(sie!); die Wissenschaft hat bis jetzt den Begriff„Staat" noch nicht endgültig definirt"!!!--- Die Debatte zog sich nun über diesen und noch andre Gegenstände über 1 Stunde in die Länge, bis der Vorsitzende derselbm mit den Worten ein Ende machte:„Ich glaube, meine Herren, wir chließen die Diskussion; denn bekehren können wir Sie doch nicht". Ein höhnische« Lächeln umspielte ob diesen Worten unser Aller Mund. Wir nahmen jedoch den Borschlag des Herren gern an und verfügten uns, nachdem wir versprochen hatten, dem Wunsche, baldigst wiederzukommen, Folge zu leisten, nach Hause. S Wochen darauf prangten an den Straßenecken große rothe Plakate, auf welchen zu lesen war:„Groß: Volksversammlung. „Kapital und Arbeit". Referent Herr Slauck. Der Herr Dr. Barth ist brieflich eingeladea". Die Bcemerhafener Sozialdemo- raten hatten sie angeschlagen, um zu zeigen, daß man auch ihrer- eitS über National-Oekonomie sprechen könne. 2 Tage vor ge- naunter Versammlung erhielt Slauck einen Brief, in welchem ihm der Herr Dr. Barth anzeigte, daß eS ihm unmöglich sei zu er- scheinen. Also.„unmöglich", am Sonntag Nachmittag.— Zur genannten Zeit hatten sich etwa 270 Personen im„Colosseum" einzesanden, darunter viele au« den sogenannten„höheren" Klus- sen, um dem Vortrage Slauck'S beizuwohnen. In einem iVesiün- digen Referate entledigte sich derselbe seiner Aufgabe sehr geschickt, wofür ihn beim Schlüsse lang anhaltender Beifall lohnte. Trotz mehrfacher Aufforderung von Seiten d:S Vorsitzenden A. Kath meldete sich keiner der anwesenden Gegner zum Wort und wurde somit die Versammlung geschloffen. So schnell wird der Herr Dr. wohl nicht wieder über natlonalökonomische Themata sprechen. ErwähnenSwerth sind noch 2 in der darauffolgenden Woche abgehaltene Volksversammlungen in Geestendorf und Bremerhafen, in welchen beiden Slauck über den„Cougreß zu Gotha" referirte. In letzterer wusch derselbe die Zeitungreporter hiesiger Lokalblätter einmal wieder gründlich rein. Es war nämlich ein Antrag ein- gegangen, dahingehend, den Reportern, da sie ihre Berichte doch nicht wahrheitsgetreu bringen, den ZuKitt zu unseren Versamm- lungea nicht mehr zu gestatten. Slauck gebrauchte bei der De- batte über diesen Antrag die Worte:„Man stellt sich gewöhnlich al« Symbol der Sozialdemokratie einen mit einem Knüppel be- wassaeten Menschen vor. Ich so wenig al« der Vorstand bin im Stande, dafür zu garantiren, daß in einer Versammlung nicht einmal ein solcher Mensch anwesend sein könnte, und daß dem- selben nicht einmal in Folge der Entrüstung über solche schäm- lose Verdrehungen die Hand jucke und er sich der Herren Re- porter erbarme".— Für diesen Ausspruch wurde Slauck am 11. d. Mi« auf da« Polizeiamt zu Bremerhafen citirt und die Untersuchung gegen ihn eingeleitet. Dort suchte man ihm zu be- weisen, er habe gesagt:„Sicher wird in dieser Versammlung Einer anwesend sein, der sich mit einem Knüppel jener beiden Herren erbarmt". Slauck bestritt dies energisch und gab 3 Zeugen an, welche die Verdrehung jener Worte beschwören können. Kommt die Sache vor da« Schöffengericht, so macht sich der Denunziant höchsten« lächerlich, und macht nur Propaganda für unsere Sache. Der Grundstein liegt hier schon seit Jahren fest. Im Ausbau sind wir jetzt begriffen, aufgemuntert durch den Gedanken au die Gerechtigkeit unserer Sache. Eine Anzahl Sozialdemokraten. Kttefkastev der Redaktion. K. R. in Wiesbaden: Au« dem Ucthetl werden wir nicht tlug; haben Sie denn»ich: wdettiche Abschrtil genommen? Groß und H. Ran in Hamburg: Kanute wegen Mangel au Raum in die Sonntagsnummer nicht ausgenommen werden. Quittung der Expedition. Stffl Hamburg: Die Annoncen betragen seit 1. Januar 1875 bi» Ende April 4.70. Bezahlt wurden daran 3.30., sohin nach Rest 1.40. BarowSky Königsberg Schr. 9.00. Hsnr Psorzheim Schr. 20.00. Fr Engl Renda ch Ab. 1.50. Fnl Ab. 0,55, Rhtr hier Schr 8.23. Lrnz hier Schr. 9.68 Schdl Mänchbeeg Schr. 1.05. Zum Wahlfond. Bon Arbeitern der Tigurrensabrik v. Beunzlow u. Sohn Berlin 5.00. Bllmu hier B thersch P.anoiortefabr. hier 3.7N._ Fond für Gemaßregelte. Bon Künstler Berlin 3 Ol._ Anzeigen Große öffentliche Versammlung Ckt-lltkl de« Wahlvercin« der soffal- semoke. Arbeiterpartei. Montag, den 24. Mai, Abend« balb 9 Uhr in Ren, Salon Raa- nynstr. 27— T.-O: Bericht de« Fabrikinspektor« oon Berlin über die Arbeitsverhältnisse, Ref. Herr B-cnsteiu.— MUtheilangen über den Eon- greß»u Gotha. NB. Za dieser Versammlung werden kleine Plakate ausgegeben. Aufnahme neuer Mitglieder.— Zahlreiche» Erscheinen erwartet. Der Vorstand. s90j Ott* uit n Gewerksvast der Metallarbeiter. Den 24. Abends 8 Uhr Versammlung, Nicolaistr. Nr. 38 bei Fröhlich(Goldner Rmg) T.-O: Gewertschasiliche«. Aufnahme neuer Mitglieder. 1401 Cfoitlliti........ Gewerkschaft der Schuhmacher. Moutag, den 24 Mai Versammlung bei H. Richter, Roßplatz 9.— T.- O: Gewerkschaftliche«. Sozialer Wochenbericht. Fragekasten.- Zahlreiche« Erscheinen erwünscht._ D. B.[40] &i<»iti«i