Erscheint in Loipjig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. Peter Hag, 8. W. Corner Third and eoates str. Philadelphia. Abonuciiitütspreis für ganz Deutschland IM. 60 Pf. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Lte» u. Sten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenbnrz auch«uf den Iten Monat des Onartals A;>4 Pf, Drgandersozialdemokratische«ArbeUerparteiMdderinternatlonalenGeveMgenossenschaste«. Anferst«, die Tbhalttwg»»n Partei-', Nerew»- nnv H-deoersumlN langen, sowie dl» Mial- Exveditionta und saaftiz, Partei- BuHtlegeuhette« betrefsend. werben mit 10 Ps., Änzeigm mit 35 Ps. die dreigefmlvn« Petit-Zeil» berechnet. Privat-»nd Vergnügung»- Nr. 59. Kreitag, 2S. Mai. 1875. chotha, den 25. Mai. Congreß. Die Einig»ng der deutschen Arbeiter ist vollzogen. Nach eingehender Debatte wurde soeben, ö Uhr Nachmittags, das Programm der sozialistischen Arbeiter- Partei Deutschlands(für diesen Namen entschied sich die Ma- jorität gegenüber dem von der Commisston vorgeschlageneu: Ar- bciterpartei Deutschlands) in folgender Fassung einstimmig angenommen: Programm der sozialistischen Arbeiterpartei __ Deutschlands. I. Die Arbeit ist die Quelle alles ReichthumS und aller Cul- tur, und da allgemein nutzbringende Arbeit nur durch die Gefell- schast möglich ist, so gehört der Gesellschaft, d. h. allen ihren Gliedern daS gesammte Arbeitsprodukt, bei allgemeiner Arbeits- Pflicht, nach gleichem Recht Jedem nach seinen vernunftgemäßen Bedürfnissen. In der heutigen Gesellschaft sind die Arbeitsmittel Monopol der Kapitalisten Nasse; die hierdurch bedingte Abhängigkeit der Ar- beiterklaffe ist die Ursache deS Elends und der Knechtschaft in ällen Formen. Die Befreiung der Arbeit erfordert die Verwandlung der Ar- beitSmittel in Gemeingut der Gesellschaft und die genossinschaft- lichc Regelung der Gesammtarbeit mit gemeinnütziger Verwendung und gerechter Vertheilung deS Arbeitsertrages. Die Befreiung der Arbeit muß da» Werk der ArbeiterNasse fein, der gegenüber alle anderen Klassen nur eine reactionäre Masse sind. II. Bon diesen Grundsätzen ausgehend, erstrebt die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands mit allen gesetzlichen Mitteln den freien Staat und die sozialistische Gesellschaft, die Zerbrechung de» ehernen Lohngesetzes durch Abschaffung des Systems der Lohnar- beit, die Aufhebung der Ausbeutung in jeder Gestalt, die Beseiti- gung aller sozialen und politischen Ungleichheit. Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschland», obgleich zunächst im nationalen Rahmen wirkend, ist sich des internationalen Eha- rakterS der Arbeiterbewegung bewußt und entschlossen, alle Pflichten, welche derselbe den Arbeitern auferlegt, zu erfüllen, um die Ver- brllderung aller Menschen zur Wahrheit zu machen. Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands fordert, um die Lösung der sozialen Frage anzubahnen, die Errichtung von sozia- lifiischen Produktivgenossenschaften mit StaatShilfe unter der dcmo- kratifchen Controle des arbeitenden Volks. Die Produktivgenossen- schaften sind für Industrie und Ackerbau in solchem Umfang ins Leben zu rufen, daß aus ihnen die sozialistische Organisation der Gesammtarbeit entsteht. Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschland« fordert als Grund- lagen des Staat«: 1) Allgemeines gleiches direkte« Wahl- und Stimmrecht, mit geheimer und obligatorischer Stimmabgabe, aller StaatSau gehörigen vom 20. Lebensjahr an für alle Wahlen und Ab stimwungen in Staat und Gemeinde. Der Wahl»der Abstimmungstag muß ein Sonntag oder Feiertag fein. 2) Direkte Gesetzgebung durch daS Volk. Entscheidung über Krieg und Frieden durch daS Volk. 3) Allgemeine Wehrhaftigkeit, BolkSwehr an Stelle der stehenden Heere. 4) Abschaffung aller AuSuahmcgesetze, namentlich der Preß-, Vereins- und Versammlungsgesetze, überhaupt aller Gesetze, welche die freie Meinungsäußerung, daS sreie Denken uod Forschen beschränken. 5) Rechtsprechung durch daS Volk. Unentgeltliche Rechtspflege. 6) Allgemeine und gleiche VolkSerziehung durch deu Staat. Allgemeine Schulpflicht. Unentgeltlicher Unterricht in allen BildungSanstalten. Erklärung der Religion zur Privatsache� Die sozialistische Arbeiterpartei Deuffchland« fordert innerhalb der heutigen Gesellschaft: � 1) Möglichste Ausdehnung der politischen Rechte und Freiheiten im Sinne der obigen Forderungen. 2) Eine einzige progressive Einkommensteuer für Staat und Gemeinde, anstatt aller bestehenden, insbesondere der da« Volk belastenden indirekten Steuern. 3) Unbeschränktes CoalitionSrecht. 4) Ein den GesellschaftSbedürfnisscn entsprechenden Normal- arbeitStag. Verbot der SonntagSarbeit. 5) Verbot der Kinderarbeit, und aller die Gesundheit und Sittlichkeit schädigenden Frauenarbeit. 6) Schutzgesetze für Leben und Gesundheit der Arbeiter. Sa- uitätliche Controle der Arbeiterwohnungeo. Ueberwachung der Bergwerke, der Fabrik-, Werkstatt- und Hausindustrie durch von den Arbeitern gewählte Beamte. Ein wirksames Hastpflichtgesetz. 7) Regelung der Gefängnißarbeit. 8) Volle Selbstverwaltung für alle ArbeiterhilsS- und Unter- siützungSkassen. Die Beratburg über den OrganifatiovSentwurf hat begonnen. rstbaste T siyasi vezerchnel zu werden; dem ge- lehrten Vertreter de« wissenschaftlichen EozialUmu«, Carl Marx, war e« vorbehalten, anch hier durch seine Untersuchnngeu Bahn zu brechen und gewissermaßen die ersten� Bausteine zu einer neuer Wissenschaft zu liefern. Jede wahre GesellschaftSwiffeuschaft hat sich die Frage zu antworten, in welcher Weife eine vernünftige und gerechte Ver theiluua der Genußgüter ermöglicht werden kann; gerecht und vernünftig wird eine vertheilung nur dann genannt werden können, wenn dem Gesetz von Leistung und Gegenleistung Rechnung gr tragen wird und also jeder nach Berhältuiß seiner Leistungen A« theil am Gesammt- Arbeitsertrag erhält;-««nß als» festgestellt werden, in welche» Berhältniß die Dienste leistende Klasse der Menschen berechtigt ist, theilzuuehmen am Arbeitserträge der Waare erzeugenden Arbeiter. S» wird also zu untersuchen sein, i« welche« Werthverhältuiß die Dienstleistungen zu der Waareuproduktiou stehen. Der Werth jeder Waare besteht, wie wir wissen, in der allge mein menschlichen, gesellschaftlich«»thwendigeu Arbeit, gemessen nach Zeit, welche in»er Waare enthalten ist. Sobald eine Waare durch neue Arbeit verändert, durch Arbeit von einem Ort zum andern geschafft wird, tritt ihr ebenso»i-l neuer Werth hinzu, al« sie allgemein menschliche, gesellschaftlich nothwendige Arbeit, gemessen nach Zeit neu in sich aufgenommen, verschluckt, cristalli sirt hat. Da« ist der Werth der Waare; sehen wir nun zu, worin der Werth der Dienstleistung besteht. Z« diesem Zwecke wollen wir un« einige Beispiele in der Art wählen, daß zuerst eine Arbeit genommen wird, bei der e« Zweifel- Haft ist, ob man sie zu der produktiven oder zu der unproduktiven Arbeit rechnen muß; dann aber nehmen wir die Untersuchung an einem anderen Falle vor, der nnzweifelhast reine Dienstleistung, unproduktive Arbeit darstellt. Stimmen die Resultate beider Un� tersuchungen übercin, so dürfen wir annehmen, daß der Werth der Dienstleistung richtig defiuirt ist. Worin, fragen wir, besteht, wie groß ist der Werth einer ge- pflasterten Straße? Eine derartige Anlage ist keine Waare; sie kann nicht verkauft oder vertauscht werden(wenn«icht der Grund und Boden mit verkauft wird), man ist also in Zweifel, ob man die Arbeit, welche Zur Herstellung einer derartigen Straße aufgewendet worden ist, produktive oder unproduktive Arbeit, W-ar« erzeugende Arbeit Ueber„nationale" Erziehung und„nationalen" Unterricht spricht sich der bekannte Pädagoge DitteS(in Lüben'« Pädagogischem Jahresbericht, Bd. 25— 1875 — S. 43 s) wie folgt auS: vocern*)„nationale" Erziehung möchte ich aber im Au- schlusse an daS vorliegende Buch(lieber nationale Erziehung. Vom Verfasser der„Briefe über Berliner Erziehung") noch einige Bs- merkungeu machen, die zugleich eine Beziehung auf einige weiter anzuzeigende Schriften habcu mögen. Viele«, wa« i« dem ange- führten Buch als„national" bezeichnet und empfohlen wird, ist, sofern e« gut, vernünftig, sittlich, der Würde und dem Wohle de« Menschen gemäß ist, allgemein, d. h. von den beste« Gliedern aller Culturvölker anerkannt und gilt nicht blo« für die Deutschen, sondern auch und eben so sehr für die Engländer, Franzosen, Italiener u. s. w. Und insofern halte ich da» Epitheton„national", bei den Ausdrücken„Erziehung",„Bildung" sür gleichbedeutend mit vernünftig und also, da ja alle Pädagogik und Didaktik eben da» Vernünftige festzustellen sucht, für einen bloßen PleonaSmu», mit welchem übrigens gelegentlich Schwindel und Mißbrauch ge- trieben wird. Die Norm für alle Erziehung und Bildung kann immer uod überall nur da« Ideal de« Menschen, die möglichst vollkommene Autgestaltung aller in der allgemein gleichen Men- schennatur prädeterminirten Entwickclungtrichtungen sei«. National- fehler sind stet« Abirrungen vom Canon der menschheitlichc« Ideale und müssen also bekämpft werden, namentlich durch Er- ziehung; Nationalvorzüge sind stet« reale Ausprägungen meufch- heitlicher Ideale und sind deshalb festzuhalten, zu pflegen und wo möglich unter alle Völker zu verbreiten, namentlich durch Erziehung. Aber eine Juthrouisiruug der Nationalität um ihrer selbst willen ist unvernünftig, unsittlich, barbarisch, verderblich und darum unberechtigt. Da« Nationalitätsprinzip ist einer der böseste« Dämonen des Menschengeschlecht«, von jeher hat eS zu fortwährenden Vernichtungskriegen, zum Unheil und Untergang der Völker geführt. Sollte die Menschheit in alle Ewigkeit dazu ver- dämmt sein, daß die einzelnen Nationen nach dem Recht de» Stärkeren einander auffressen, weil eine jede so bornirt ist, nur sich allein für Daseinswürdig zu halten?— Es ist da« große Verdienst und der eigentliche Kern de« Christenthum», die Mensch- heit über den engherzigen Wust der Nationalität erhoben zu haben, und eben hiermit hat e« aller Pädagogik ihre ewige Norm ge- geben. Wer die Interessen seiner Familie zum alleinigen Ziel- punkte seine« Streben» macht, steht schon etwa» höher al« der, welcher nur sein liebe« Ich vor Augen und im Herze« hat; wer in Nationalität macht, ist dem.Kirchthum«politiker" und auch dem„Kleinstaatler" um einige Pferdelängen voran«; aber eng- herzige Philister sind sie alle zusammen. Alle wahre Pädagogik ist ihren Endzielen nach kosmopolitisch, auf ihrer Fahne steht die Humanität. Und die besten Männer, die Zierden und Geisteshelden der deutscheu Nation sind Kosmopoliten, Apostel der Humanität gewesen. So weit aber da« nationale Element berech- tigt ist, kommt es in aller vernünftigen Erziehung, in allem rationell angelegten Unterricht von selbst zur Geltung. Die Sprache, welche da» Kind von seiner Mutter lernt und welche e» in der Schule hört, ist eben die nationale; und woher sollten wir den Stoff zu unfern Lesebüchern nehmen, wenn nicht aus dem Schatze der Nationallileratur? Wir beginnen ferner die Geo- *) Eigentlich beim Worte.— da ich gerade von— rede, anläßlich� öraphie und die Geschichte mit den heimatlichen und vater- weisen kann, daß er solch-S dervon ihm anzswandten Bemiihnu- ländischen Berhältnissen und macheu die Wohnsitze, die Schicksale, gen unzeachtet nicht vermocht hbe." die wirtschaftlichen Verhältnisse, die Calturzustände u. s. w.� Die bornirtcn Krautjunker, oelche von der sozialen Bewegung unserer Nation zum Mittelpunkte deS Unterrichts. Und knüpfen! bis jetzt so gut wie gar nicht»erührt sind, bedenken nicht, daß wir nicht den naturkundlichen Unterricht ebea an die Natur, welche uns umgibt? Singen wir nicht die Volkslieder unserer Nation? Rechnen wir nicht mit Münzen, Maaßen und Ge� Wichten, welche bei uns gebräuchlich sind? Kommen nicht in der Geometrie die heimischen Längen-, Flächen- und Raummaaß? zur Darstellung? Wo ist denn überhaupt eiu vernünftig ange- legter Unterricht, der nicht national wäre, nicht national sein müßte, weil er anschaulich sei« und daher an daS Raheliegende geknüpft sein muß? Und welcher vernünftige Erzieher kann und will daS Kind gegen die nationale Sitte und Art, von der es umgeben ist, abschließen?— Wozu brauche» wir also noch ganze Bücher und all die breiten Declamationen über nationale Er- fiehung und nationale» Unterricht?— Die Weisheit ist sehr viel- ach: Erziehet»nd unterrichtet vernünftig, d. h. nach den ewigen, allgemein gültigen Gesetzen der Pädagogik nnd Didaktik, nach den Gesetze» der Menschenbildung, so erzieht und unterrichtet ihr auch nationall Wa» darüber ist, was auf eine Fälschung der ethischen Gesetze, auf Beeinträchtigung der Humanität durch Nationaldünkel und Nationalhaß, aus Gewaltthätigkeit, Raubsucht, Despotismus und andere Laster unter dem Deckmantel der Nationalität hinaus- läuft— da« ist»von Uebel uud kann dem deutschen Volke eben so wenig zum Hell und zur Ehre gereichen als irgend einem andern." Politische Uebersicht. — liebet den Bergwerksbetrieb im Dortmunder Revier während de« ersten Quartals d. I. heißt e« im amtlichen Bericht: „Die Kohlenpreise sind bei stet« weichender Tendenz gegenwärtig bereits auf einem Standpunkte angelangt, daß es vielen Zechen fernerhin nicht mehr möglich fein wird, mit Gewinn zu arbeiten, wofern eS nicht gelingt, die Selbstkoste» auf ein geringere» Maß zurückzuführen(!). Durch diese Rücksicht sind die WerkSverwal- wogen gezwungen gewesen, mit Herabsetzung der Gedingesätze � Pen Arbeitern ihre» zwar etwa« sehr schwer definirbareu, Begriffe weiter vorzugehen, und ist diese Maßregel von den Arbeitern in � über die polizeigemäße Handhcbunz de« Vereins- und versamm- richtiger Würdig«»g der thatsächlichen Verhältnisse bereitwillig!lungSzesetzeS klarlegte? Vielleicht wird dann die halb wild ge- entgegengenommen(?). Arbeiterentlassangen in größerm Um wordene Münchener Polizei zu der erforderlichen Rahe gelangen, fange kommen nur ganz vereinzelt vor und betrafen solche stets um ihre Aufmerksamkeit den arg vernachlässigten Messerhelden und nur Tagelöhner; gelernte Bergarbeiter waren, besonder« aus den Spitzbuben wieder widmen z» können. Wir meinen, der Bor- sie durch solche Brutalitäten mc Oel inS Feuer gießen. Die unter Hinweis auf die Bestimuangen des Strafgesetzbachs erfolgte Austreibung der Tagelöhner ercheint aber in diesem Falle um so gemeiner, als die GatSherrschaf auch die Polizeigewalt auszuüben scheint. Aber nur za so! An dem Stande der Verfolgungen er kennen wir ja nicht nur da» WahSthum der sozialistischen Bewegung, sondern die gesteigerten Lerfogungen steigern auch den Wider- stand. Denn Druck erzeugt Ggendruck. — Wegen Gründung de« sozialdemokratischen WahlvereiuS ist gegen mehrere Königsbeiger Sozialdemokraten die Unter- suchung eingeleitet worden. De Staatsanwaltschaft will uätxlich die Entdeckang gemacht haben, daß der KönigSberger sozialdemokratische Wahlvereiu nichts av eine Fortsetzung der aufgelösten „sozialdemokratische» Arbeiterpatei" sei. Wir dagegen machen die Entdeckung, daß e« sich in dieem wie in hundert anderen Fällen nur darum handelt, den Sgialdemokraten die Ausübung de« Vereins- und versammlnngSreöts nach Möglichkeit zu verkümmern Und hierin wird un», mitAllSiahme der„StaatSretter", ein Jeder Recht geben. Auch die Münchener Potzei bläst aus vollen Bicken, um der Sozialdemokratie in Müichen daS Lebenslicht auszublasen. Welch' kindisches Beginnen! Jr, wenn die sozialdemokratische Be- wegung za vergleichen wäre mt dem Flackern eine« verlöschenden LichtstümpfchenS, dann hätten die Anstrengungen der Münchener Polizei noch einen Sinn; so aber nährt sie zu unserer Freude selber da« Feuer, welche« sie fich zu dämpfen abmüht. So ist z. B. der vor sechs Wochen nm gegründete Fachverein der Hafner (Töpfer) wiederum aufgelöst. Ferner sind nicht weniger als 104 Münchener Arbeiter wegen vumeintlicher Uebertretung des Ler- einSgesetzeS in Anklagezustand versetzt worden. Ist das nicht köstlich? Doch einen Borschlag zur Güte. Wie wär'S, wenn die Mün- chener Polizeidirection einen LycluS von Vorträgen eröffnete und nördlichen Zechen, immer noch gesucht"(!) „Arbeiter gesucht" und doch„gezwungen", die Löhne herabzu setzen— um da« zu verstehen, muß mau einen Camphausen Achenbach'schen Bourgeoiaschädel haben.— Daß die Arbeiter die Lohnherabsetzuugen„bereitwillig entgegengenommen", ist einfach unwahr, wie unsere Leser durch den Bericht über die Dortmunder Bergarbeiterversammlung erfahren habeu.*) Wie groß die Bereit- Willigkeit ist, zeigt folgende Notiz der Berliner„Nationalzeitung": „Auf den Zeche»„Louise Tiesbau" und„Germania" striken die Bergleute in der Gestalt, daß sie zwar anfahren, aber fast gar nicht arbeiten. So z. B. wurden am 5. d. bis Mittag bei „Louise Tiefbau", wo die tägliche Förderung ZO.lXX) Scheffel beträgt, nur 1000 Scheffel gefördert. Veranlassung zu diesem Ber- halten der Arbeiter Hai die Ankündigung einer Lohnermäßigung von 10—20 Proz. gegeben." — Arbeiter verunglückt. Aus Wattenscheid wird der „Essener Zeitung" über ein Unglück berichtet, welches sich in der Zeche„Holland" zugetragen hat.„Gleich nach Beginn des Schacht- Wechsel«", heißt es in dem Bericht der„Essener Ztg.",„riß am Förderschachte daS Seil deS einen mir 13 Mann der ausfahrenden Morgenschicht besetzten FörderkorbeS, worauf derselbe auS einer Höhe von ca. 13 Lachtet bis in den Schachtsumpf niederging. Leider gelang e« dem in allen Beziehungen sehr tüchtigen Maschinen- Wärter nicht, die Fördermaschine zum Stehen zu bringen, obwohl er die Bremse aufgeworfen hatte, und in Folge dessen ging auch der mit lö Mann der anfahrenden NachmittagSschicht besetzte Korb auS einer Höhe von ca. S7 Lachtet bis in den Sumpf herunter. Nach angestrengter Arbeit gelang eS gegen 6 Uhr AbendS, den letzten der Verunglückten zu Tage zu bringen mit dem überaus traurigen Resultate von 7 Tobten und L4 mehr oder minder Berletzten. Die Fangvorrichtung hatte gefaßt, indessen nur die Fallgeschwindigkeit der Körbe gemindert. Daß die Körbe nicht mit voller Gewalt aufgesetzt haben, geht daraus hervor, daß fich in der unteren Etage der Körbe keine Tobten und verhältnißmäßig n»r geringer verletzte befanden. Die Tobten waren fämmtlich auf den ober» Etagen und sind dieselben von den in den Schacht nachstürzenden Förderseilen erschlagen resp. erdrückt worden. Körbe und Seile sind etwa 4 Monate in Thätigkeit gewesen und vor Beginn der Menschensörderung der sorgsältigsteu Revision unter- zogen worden, eS hat bei denselben nicht der geringste Fehler ent- deckt werden können." Soweit der Bericht. Wenn also da« Förderungsmaterial sich in gutem Zustande befunden hat, so bleibt—> da die„höheren Gcwalteu" diesmal nicht in Betracht kommen— nichts Anderes übrig, als den verunglückten Arbeitern die Schuld an dem Unglück beizumessen. Also nur heraus mit der Sprache! Ihr Herren Arbeitgeber seid ja sonst nicht verlegen um Ausreden, wenn es gilt, die Schuld von Euern Schultern auf die Schulteru der Ar- veiter abzuwälzen. Waren doch auch Eure Herren und Meister, die Minister Camphausen und Achenbach keinen Augenblick im Zweifel, daß der Rückgang der deutschen Industrie nicht Eurer kapitalistischen Mißwiithschaft, sondern den Arbeitern zur Last zu legen sei. U»d geduldig sind die Arbeiter, sehr geduldig! — Propaganda für die Sozialdemokratie. Wir lesen in verschiedenen Zeitungen: „Wegen Betheiligung an der sozialdemokratischen Bewegung wurden vor einiger Zeit mehreren Insten(Tagelöhnern) der groß- herzoglich oldenburgischea Fideikommißgüter ihre Wohnungen von der Ä»t«herrfchaft gekündigt! Jetzt sind sie, nachdem ihre Bitte um Rücknahme der Kündigung abschlägig beschieden worden, au« ihren Wohuunge» getrieben unter Androhung der Bestrafung nach § 861 de« Strafgesetzbuches, wenn sie nicht innerhalb acht Tagen ihren Familien anderweitige« Unterkommen verschafft haben!— Solche Maßregeln dürften schwerlich geeignet sein, der sozialistischen Propaganda entgegen zu wirken." Der§ 861 de« Reichsstrafgesetzbuchs bedroht Jeden mit Hast- strafe,„wer nach Verlast seine» bisherigen Unterkommen« binnen der ihm von der zuständigen Behörde bestimmten Frist sich kein anderweitige« Unterkommen verschafft hat und auch nicht nach- *) Auch der Sorrespoudt»z«ntheil der heutigen Rammet beweist, wie „bereitwillig" die Arbeiter die Lohnverkürzung„entgegengenommen" haben. D. Red. schlag wäre so übel nicht. — Am 17. Mai und an den folgenden Tagen tagte in Basel der dritte Congreß des fchweizerischeu ArbeiterbundeS. Vertreten waren auf dem Coagreß 100 Vereine auS allen Can- tonen der Schweiz. Ueber die Berhrndlunzen werdeu wir au»- führlich berichten, sobald unS der Corzreßbericht vorliegt. — Den NationalitätSrappel in bedenklichem Grad hat der ungarische Minister de» Jauern. Nach einer Instruktion desselben dürfen nur ungarische StamSbürger Mitglieder von po- litischen und Arbeitervereinen sein. Der Mann gehört in« Irren- Haus. Den Nichtungaru verbietet er wohl auch, iu Ungarn zu essen und zu trinken? Gewerksgenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schueiderverein. ''Are««», 24. Mai.(Telegramm.) Der Strike der Schneider ist beendet. Bericht folgt. Zlnrnsterg, im Mai. An sämmtliche Schneider Deutschland«! Collegen! Au« dem Bericht der Controlcommissiou im „BolkSstaat" erseht Ihr ungefähr, wie-S mit»»screm Geschäft bestellt ist, wie tief wir gesunken sind. Mancher wird den Kopf schütteln uud sagen:„Ja, so schlimm ist eS doch uicht, al« e« da geschildert wird"; die« ist aber nur Selbsttäuschung der bitterste» Art. E« ist in dem Bericht(besonder« wa» Nürnberg»»belangt) der Lohnsatz eher noch zu hoch al« zu niedrig gegriffen. Wenn nu» trotz alledem Einzelne pro Woche 4'/,— 6 Thlr. verdienen, so ist da» n»r möglich, weil dieselben(so wie eS hier geschieht) 15 bis 16, ja mitunter sogar 18 Stuudta täglich arbeiten. Nehmen wir aber einen NormalarbeitStag von 10 Stu»de» zur Grundlage, wie stellt fich dann der Verdienst? Höchstens auf 3 Thlr.»nd einige Groschen! Und mit solchem Jammerlohn, mit solche» Bettelpfennigen soll eine Familie erhalten werden, soll man, o Hohn! al« treuer Unterthao Steuern bezahleo, und tüchtige Söhne zu„BaterlandSvertheidigern" aufzkehen? Mag doch Jeder einmal feine fünf Sinne zusammen nehmen und darüber nachdeokcn, wa« schließlich daran« werden soll. So kann e« unmöglich lange fort- gehen, denn die Folgen dieser unmeuschiichen Xnstreagungen, die ge- macht werden müssen, um die Familie zu erhalten, sind unheilbare Krankheiten uud früher Tod. Durch letzteren bricht aber uicht»ur grenzenlose« Elend über die Hinterbliebeueu herein, sondern auch unsere Kranken- und Sterbekaff-n werden dem Ruin entgezengi- führt. Wa» ist also hier zu lhun? Viele antworten in größter Refignation, wir können e« doch nicht ändern, eS hilft un« alle« nickt«. Und solche Meuschen sind nicht zu bedauern, w:un e« ihneu schlecht geht. Si- find in der Gclaverei schon so tief ge- funken, daß sie jede Hoffnung aus B-sser»»g ihrer Lage ausgegebeu haben, und jede« Selbstvertrauen« b-ar find; sie nehmen alle« ruhig hin, wa« ihnen der Arbeitgeber bietet, und wenn e« den „Herren" einfallen würde,„ihren" Arbeiter« mit der Hetzpeitsche uui die lange» DenkervolkSohreu zu hauen, so würde» sie noch bitten, ein Jeder für sich, daß er zuerst seine Tracht Prügel be- käme, damit er keine Zeit versäume! Zum Glück ist die« die Minderzahl, währeud e« stch doch i« der großen Muffe ansängt zu regen und zu bewegen. An un« selbst liegt e« nun, diese« Streben in die richtige Bahn z» leiten, eine kräftige und leben«- fähige Organisation herzustellen. Seit Jahren kämpfen wir nun schon, um diese« Ziel zu erreichen, allein e« war unmöglich, rasch vorwärts zn kommen,«eil die Arbeiter durch politischen Zank und Zwist in mehrere Lager getrennt waren. Jetzt endlich werden wir um einen Schritt vorwärt« kommen. Die Vereinigung der beiden großen sozialdemokratischen Fraktionen ebnet auch an« die Bahn, e« fallen die Schranken, welche bisher der Bereinigung der Ge- werkschaften beider Fraktiooen im Wege staadcn. Der Ansang ist bereit« gemacht durch die Bereinigung de« Berliner Schneider- Vereins mit unserer dortigen Mitgliedschaft. Möge diese» taktvolle im beiderseitigen Interesse gelegene Borgehea überall baldigst nach- geahmt werden, und iu kurzer Zeit werden wir kräftig genug da-. stehen, um uosereu„Herren" einen Damm in ihrer AuSbentungS- wuth fetzen z» können. Unsere Hauptaufgabe ist eS deshalb, eine rege Agitation zu eutfalten, welche um so leichter wird, al« durch diel angebahnte Bereinigung die agitatorischen Kräfte bedeutend ver-j mehrt werden. Als ein vortre-fliches Agitationsmittel dürfte die Errichtung von„AcbeirSnachveiS-BareauS" zu bezeichnen fein, indem dadurch das Gefühl der Zusammengehörigkeit wachgerufen und erhalten wird. Der zureisende College ist dadurch dem„von Haus zu Haus laufen" nach Arbeit überhoben, und er erfährt, bevor er noch anfängt, wie hoch die Löhne in den verschiedenen Werk- statten sind. ES läßt sich aber auch dadurch viel leichter eine all- gemeine Statistik durchführen, weil das Bureau, da« selbstoer- stündlich nur auS Vereiusmitzliedern besteht, Einsicht in die Ber- Hältnisse einer jeden Werkstatt bekommt. Deshalb, Collezea, frisch anS Werk, verdoppeln wir unsere Anstrengungen, und der Erfolg wird nicht ausbleiben. DaS ArbeitSnachweiS-Bureau(setzstunde) der hiesigen Mitgliedschaft befindet fich im Gasthaus zum blaueu Pfau, neue Gasse, woselbst die Arbeitsvermittlung täglich von S bis 10 Uhr AbendS unentgeltlich stattfindet. Alle zureisenden Collegen werden ausgefordert, sich dorthin zu wenden. Mit Brudergruß I. Bau mann. Zßamverg. Trotz der erlaubten und unerlaubten Maßnahmen der Behörden gegen die zustehenden Rechte der Arbeiter, blüht daS GewerkschastSleven endlich auch einmal dahier auf. So hat sich neben der schon seit längerer Zeit bestehenden Schuhmacherzewerk- schaft vor Kurzem auch eiu„Schaeidervercin" gebildet, der gegen- wärtig circa 30 Mitglieder zählt. Ja der karzen Zeit für Bam- berz, daS noch stark in die Schlafmütze des deutschen Michels eingewickelt ist, kein ungünstiges Resultat. Die Arbeiter scheue« eben immer noch sehr daS„rothe Gespenst", wie eS ihnen von ihren Prinzipalen und den verfchiedenen politischen vereinen in grellen Farben vorgeführt wird und daS sie auch in den Gewerkschaften erkennen. Sie glauben ihren Herren, daß ihre sauer ersparteu Groschen von den Gewerkschaften nur dazu gesammelt würoen, um Andere davon faullenze»(d. h. striken) zu lassen. Wenn auch gleich nicht da« mindeste Wahre daran ist, so finden sie es doch für überflüssig, über den eigentlichen Zweck und Nutzen, über den Schutz des Ar- beiter« iu den Gewerkichaften weiter nachzudenken. Es hat deshalb der Schneidervercia sein Augenmerk hauptsächlich darauf z« richten, daß die Collegen immer mehr und mehr aufgeklärt werden, daß eine frische rührige Agitation unterhalten wird, eine Agitation, die jedes Mitglied unterstützen muß, auf der Werkstatt oder durch Einladung zn versammlunzea, oder am Schenklisch uud wo irgendwie Gelegenheit geboten ist. Daß eine Gewerkschaft ans sozialem Boden wurzeln muß, ist eine natürliche Sache, wenn sie für Recht und Freiheit der Arbeit und Arbeitnehmer, wenn sie gegen maßlose llebergriffe der Arbeitgeber eintreten, wenn sie über- Haupt den ihr zusallenden großen Theil au der Arbeiter-Eman- zipation richtig lösen soll! Eine der weitern nächsten Fragen dürfte wohl die Lohnfraze sein, denn Bamberg steht nicht bloS bei den Schneidern, sondern durchschnittlich bei allen GeschäflSbranchen allen größeren Slädten Bayerns nach. Wer aber trägt daran die Schuld? In erster Linie immer die unorganisirten Arbeiter, in der zweiten Linie die Nachbarstädte und Städtchen, die un« mit schamloser Concurreaz überlanseo.— Darum rufea wir allen Collegen Bamberg« und der Umgegend zu: Tretet der Gewerkschaft bei! Und auch ihr Arbeiter anderer Geschäftsbranchen, gründet Gewerkschaften, bleibt nicht zurück in dem Kampf für freie Arbeit! DaS LereinSlokal befindet sich in der Brauerei zum„wilveir Mann"; da« ArbeitSnachweiS-Bureau beim Bevollmächiiztea Bötsch. Langgasse Nr. 135. Mit Gruß und Handschlag B. FuchS. Verband der Klempner(Spengler) und Berufsgeaosseu. Kamvurg, 16. Mai. Die Generalversammlung findet Sonn- tag, den 30, Montag, den 31. Mai und Dienstag, den 1. Juni zu Nürnberg statt und werden alle Bevollmächtigte ersucht, die Ramen der betreffenden Delegirten an Herrn BarfuS, per Adresse: GasthanS zu den„Schnepfen", Schmansengaffe in Nürnberg, so«ie beim Unterzeichneten einzusenden. Anträge zur Generalversammlung. 1) Statutenänderung.§ 23 al. b. Für den Hauptkasstr«. Führaug der Hauptkasse und Bücher, wozn tc. 2)§ 26 al. d. Bestimmung der Beamtenzehalte. Sämmtliche Beschlüsse der Generalversammlung unterliegen der Urabstimmung der sämmt- licken Mitgliedschaften des Verbandes. Alle zwei Jahre st idet eine regelmäßige Generalversammlung statt. 3) Kranken- Unter- stützunzS-Bund.§ 2. Jedem Mitglied ist die Adreffe de« Arzte« »nd de« KasstrerS einzuhändigen. 4)§ 17. Ja die Ceatralkaffe fliegen 60 Proc. fämmtlicher Einnahmen. 5)§ 19(Schlußsatz). Diese Beträge sind nicht als Darlehen, sondern al« Pflichttheil in Nothfällen zu betrachten. 6) Ocgaafraze.„Der Bote" ist obli- gatorisch einzuführen und der AboauementSprei« mit dem Bei- trag za verschmelzen. 7)„Der Bote" erscheint zweimal monatlich. 8) Der Beitrag mit AbonuementSzeld wird um 3 Pf. per Woche erhöht. Für Richtmitglieder beträgt der AbonnementSprei« 40 Pf. per Qaartal. 9) Beschickung de« in diesem Jahre stattfindenden CongreffeS fämmtlicher Gewerkschaften Deutschland». 10) Die Generalversammlung möge beschließen, daß die Geschäftsführung de« Verbandes für die Folge eine richtig kaufmänaischi werde uud zwar folgendermaßen: Der Geschäftsführer leitet die ganzen Ge- fchäfte de« Verbandes, vertritt die Stelle eine« Buchhalter« und führt die Bücher uad hat ferner die Redaktion de« Organ« zu übernehmen. Der Hauptkasstrer führt die Hauptkaffe und hat über Einnahme und Ausgabe Buch zu führen. Allmonatlich siad Buchhalter uud Kassirer verpflichtet, im Beisein der drei Reoisorea, Rechnung abzuschließen. 11) Boa Fraukfurt a. M.§ 14. Zureisende. welchen am Orte Arbeit nachgewiesen wird und die diese nicht annehmen, erhalten keine Reise-Uuterstützung. Auf jeden Fall bat der Bevollmächtigte im QuittuagSbuch zu bemerken, ob dem Inhaber Arbeit angeboten wurde oder nicht. 12) ES siad von der Generalversammlung statutarische Bestimmnageu über die OrtSverwaltung ins Ange zu fassen.(Es ist hier zu bemerken, daß beide Anträge schon im vorigen Jahre erledigt worden. Sieh: Protokoll der Generalversammlung 1874). 13) Der Generaloersammlang ist die Aufhebung der Urabstimmung zu empfehlen, da vie Abstimmung des Delegirten auch für die be- treffende Mitgliedschaft bindend sei» kann. 14) Di« Generalver- sammlnag möge den Begriff„Gemaßregelte" näher definirea. 15) Boa Hannover.§ 2. vom Kranken-llnterstlltznngS-Buud dahin zu wirken, daß verheirathete College» Mitglied sein können, ohne Mitglied des Verbandes zu sein. 16) Die aöthigea Schritte einzuleiten, dem Kcaaken-llnterstützunzS-Band den Charakter einer jaristischen Person zu velschaffen. 17) Vom AuSschnß.§ 9. Der Kcanken-llaterstützuuzS-Bnnd solle dahin geregelt werven, daß darchgäugiz nur eiae Klasse eingeführt werde, und ist die Höhe de« Betrage«, wie die der Unterstützung, von der General- versammlnag zu berathen. 18) Z 12. Etwaige Steuerreste werdeu vom UuierstützungSgelde abgezogen, jedoch zahlt da« Mit- glied während der Krankyeit keinen Beitrag. 19)§ 16. Anstatt 15 Thlr., vorläufig 10 Thlr. zu zahlen, anstatt„sechs Monate" zu setzen: die bereits zwei Jahre ununterbrochen beigesteuert haben. Äv) München. Z 1. Die Wörter, verwandte Berufszenosien»u streichen, desgleichen aus allen Paragraphen. 2l) Z L. Bildung eines Fonds zu streichen. 22)§ 2 sl h. Jedes Mitglied ist verpflichtet, ans das BerbanrSorgan„Der Bote" zu abonnireu. 23) Z 23 al. b. Der Geschäftsführer hat die Buchführung zu übernehmen und der Haoptkafsirer nur ein laufende« Tagebuch über Einnahme und Ausgabe zu führen. 24) Nürnberg.§ 17. Beibehaltung der 50 Proc., Abschaffung der Extrasteuer, Erhe» bong der nöthige» Gelder au« den OrtSreservc-Kassen. Die Delegirten, welche geneigt sind ein Referat zu übernehmen, werden ersucht, ihren Namen, und da« Thema, über welches sie sprechen wollen, beim Unterzeichneten einzusenden. Also vorwärt«, Collegen von nah und fern! Auf zur General- Versammlung! I. A.: H. Raa, Riedernstraße 36. Kamvurg, 1. Mai.(Erklärung.) Die heutige geschloffene Mitgliederversammlung erklärt, daß die Beschuldigungen, welche gegen unfern Bevollmächtigten L. Stoffel während seiner Ab- Wesenheit erHobe» worden sind, sich al« vollständig unwahr her» ausgestellt haben, und sind dieselben blo« aus persönliche Streitig- keiten zurückzuführen. Die Bersammlaug erklärt, daß Hr. L. Stoffel sein Amt in der hiesigen Mitgliedschaft treu und ehrlich ver- waltet hat. Die Hambarger Mitglieder de« verbände« der Klempner und veno. BerufSgeuoffen. Gewerkögcnoffenschast der Manufaktur-, Fabrik- und Hand- arbeiter beiderlei Geschlechts.(Eitz Weimar). Hrimmitscha». Bom Oktober 1874 bis jetzt haben abgerechnet: Crimmitschau 29 Mark; Gera 14.90; Leifertc 22.83; Langensalza 20; München 13.70; Pfersee 9.45; Planen 2.60; Brannschweig 44; Gotha 10.70; Apolda 5.10; Großenhain 39.10; OelSnitz 4.50; Schweinau 73.11; Augsburg>4; Wolsenbüttel 4.97. Diejenigen Mitgliedschaften, welche noch nicht abgerechnet haben, werden, wenn sie in einem Monat ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind, unnachfichlich al« säumig veröffentlicht. In Barmen, Reutlingen und Lambrecht haben sich mehrere Arbeiter unserer Genoffenschaft angeschloffen, dieselben werden ersucht, Vertrauensleute anzumelden. In Broitzem ist Vertrauensmann Gustav Kirfchke, bei Tischlermeister Bode. Geht ein Mitglied zur See, so wird sein Guthaben aufbewahrt, bis zu seiner Rückkehr. Erfolgt sein Tod während der Reise, so wird nach Vorzeigung der nöthizea Beweismittel da» Guthaben ebenfalls den Hinterbliebenen ausgezahlt. Sinv in beiden Fällen Die„Redner" der Großenhainer Mitgliederversammlung vom duekte Erben nicht vorhanden, so bleibt das Guthaben Eigen- 15. Mai halten also die von ven Braunschweiger Genoffen gegen'thum der Kasse. Das Guthaben bei der Kasse verliert ein Mit- die vorortSoerwaltung geführte Beschwerde für unbedingt gerecht ih.e eignen Unternehmer geworden. Sie gründeten schon im An- fange dieses Jahre« eine Assoziation unter folgenden Bestimmungen: § 1. Herr Ever(erster Borsitzender) übernimmt vom heutigen Datum das Gewerbe der Schiffbauerei, derselbe erklärt sich bereit, soviel in seinen Kräften steht, sür Herbeischaffnag von Arbeit zu sorgen, auch in allen bei Ausführung der Arbeit vorkommenden Angelegenheiten, hauptsächlich in Geldsachen, den Beschlüssen streng Folge zu leisten. § 2.' Um zur Ausführung der übernommenen Arbeiten die uöthigen Geldmittel zu erlange«, gründen sämmtliche Betheiligte eine Kasse, ra welche ein Jeder 9 Rmk. als EinstandSgeld zu zahlen hat. ES steht einem Jede» frei, diese Summe in drei verschiedenen Raten, jedoch im Laufe de« ersten Monat«, abzuzahlen. Arbeit«- lose Gesellen zahlen beim Beginn der Arbeit in denselben Raten. § 3. Zar Verwaltung der Kasse wählen die Betheiligten aus ihrer Mitte drei Mann, welche in Gemeinschaft mit Ever die Beschlüffe der Gesellschaft in Ausführung bringen. Dieselben kommen auf der Herberge, so oft wie erforderlich, zusammen, um alle betreffenden Anzelegenheiteu zu regeln. tz 4. In diese Kasse fließt außer dem genannten Einstand«- gelb: a) Jeder nach Auszahlung de« bestimnaeu Tagelohnes übrig bleibende Ueberschuß. d) Alle au« gelieferten Materialien gewou- neuen Gelder, o) Bon jedem Mitgliede ein Beitrag von 5 Pf. von jeden Tagelohn. § 5. Jede« Mitglied erhält ein Buch(von der Gesellschaft), worin der Betrag de« verdiente» Tagelohn« verzeichnet wird. Da« in§ 2 genannte Eiustaud«geld soll, so lange die Kasse be- steht, in derselben verbleiben. Der Verdienst und die eingezahlten Beiträge sollen am Schluß deS laufenden Kalenderjahres unter die Mitglieder, nach den Arbeitstagen eine« Jeden berechnet, au» An der Debatte betheiligten sich noch Unterzeichneter, Brink- mann und Schröder. Unterzeichneter bewies, daß die Bchauplunz des Handelsministers nicht begründet und als» auch nicht gerecht sei, deshalb müsse gegen den Erlaß protestirt werden. Es wurden vom Unterzeichneten die anwesenden Bergleute ermahnt, sich ihre Lage zu überdenken und rege an deren Besserung zu arbeiten. Sämmtliche Vorträge wurden von der über 600 Munn starken Versammlung mit Aufmerksamkeit augehört und mit stürmischen Bcavos begleitet. Der von Schröder schon in Dortmund gestellte Antrag wegen Abschaffung der hiesigen Lokalpresse und Benutzung der arbeiterfreundlichen Presse,„Neuer Sozialdemokrat" und „VoltSstaat", wurde auch hier einstimmig angenommen. Ebenso wurde auch die von Winuer vorgeschlagene Resol»tio«(stehe Be- richt von Dortmund), nachdem dieselbe von Schröder vorgelesen und von Winner erklärt war, einstimmig ange»ommeu. Hierauf wurde die Versammlung mit einem kräftigen Hoch auf den Arbeiter- stand und die Arbeiterbewegung geschloffen. Mit sozialdemokr. Brudergruß und kameradschaftl. Glückauf! Wilh. Fröhlich. Aorafekd.(Bergarbeiterversammluug.) Am 16. Mai hielten wir hier eine öffentliche Bergarbeiter-Versammluug im Lo- kale de« Herrn Rocholl ab. Die Versammlung wurde von Winner eröffnet. 1. Vorsitzender war Winner; 2. Borsitzender Walf; Unterzeichneter und F. Henning waren Schriftführer. Tagesordnung war: 1)„Der Erlaß de« Handel«minist:rS vr. Achen- dach wegen Herabsetzung der Löhne und B-rlängerunz der Arbeit»- zeit"; 2)„Wie haben sich die Arbeiter dem gegenüber zu verhalten und zu organisiren". Unterzeichneter verlas den Erlaß de« Hau- delSminister« und gab einen kurzen U-berblick über die Lohnver- hältniffe der Bergarbeiter und die Ausbeute der Gewerke refp. der gezahlt werden. In dem ersten Monat eines jeden Vierteljahre« � Unternehmer. ES wurde nachgewiesen, daß eine Herabsetzung der soll durch eine au« der Gesellschaft gewählte Commission von � Löhne, sowie eine Verlängerung der Arbeitszeit keineswegs zeitge- S Mann die Kasse revivirt und den Mitgliedern in einer Ge-imäß und zulässig sei, und auch nicht ohne Nachtheil für den neralversammlung Bericht erstattet werden. ganzen Bürger- und Bauernstand, sowie für die Arbeiter iuSze K 6. Stirbt ein Mitglied, so wird sein Guthabe» nach statt sammt bewerkstelligt werden könne. Daun übernahm Winner da« fertigt. ES werden wohl die nämlichen Redner sein, welche an die VorortSverwaltung die Anforderung stellten, ihnen ein Dar- lehn ohne Garantie zu geben, wa« aber die Verwaltung statuten- gemäß nicht thun konnte. Unterzeichneter wnrde dafür, daß er den Beschluß der Verwaltung den Geldsuchenden mittheilte, mit einem groben beleidigenden Briefe bedacht, auch drohten diese mit AnS- tritt au« der Gewertschast. Also dasür, baß die Verwaltung genau nach dem Statut und nicht diktatorisch handelt, erhält sie als nztjg liefern, wer zunächst an die Reihe kommt. Weiter ist be� Lohn Vorwürfe und Beleidigungeu, und wird ihr der Borwurf schloffen, den hiesigen Meistern und Arbeituaternehmern, Gesellen gemacht, daß sie nicht lebensfähig sei. KreUich könnte mehr ge- sgr den von u«S bestimmten Lohu zu leihen, jedoch nur so viele, than werden, und e« müßte auch mehr gethan werden; da« isti«« die Gesellschaft entbehren kann. Doch soll darauf Rücksicht aber Sache der Mitglieder und nicht der Verwaltung; die ver- genommen werden, daß die Alten so viel wie möglich geschont waltung hat so viel gethan, wie nur von einer FeierabendSver- werden. Die beim Meister Arbeitenden haben ebenfalls den lau- Wallung verlangt werden kann, sind die Mitglieder nicht damit senden Beitrag von 5 Pf. pro Tag zu zahlen und nehmen Theil Zuftieden, dann müssen sie sich eine besoldete�Lcrwaltung anschaffen, an dem V-rdienst der Gesellschaft.(Schluß f.) die rm Stande ist, mehr Zeit aus die Arbeiten zu verwenden, dann wird sie auch eine größere Thätigkeit entfalte» können. Die jetzige Verwaltung ist jede Stunde damit zufrieden, wenn ihr daS undankbare Amt abgenommen wird. C. Poser, Peterstraße 657CC. Gewerkschaft der Schuhmacher. Iraukfurt a. M., 24. Mai. Den Colleaen und speziell den Delegaten be« Eodurger Schuhmacker-ConzresseS zur Nachricht, daß Freund Siebert auf der Rückreise in der Wohnung seiner Eltern verhaftet und geschlossen nach Würzburg iranSportirt wurde, um eine 4-wöchenlliche Hast abzubuße». Allgemeiner deutscher Töpfervereiu. Kamburg, 22. Mai. Sämmtliche Delegirte, welche zu der am 29., 30. und 31. Mai in Meißen abzuhaltenden Generalver- fammlung geschickt werden, ersuche ich, rechtzeilrg in dem Versamm- lungSlokal„Gasthaus zum goldenen Schiff" sich einzufinden, oder sich vorher bei dem dortigen Bevollmächtigten A. Göpel, Neu- (lasse Nr. 4141. parterre zu melden. L. Gebert. verein der Sattler und BerufSgeuoffen. Nerkin. Am 7. Mai fand im Polenz'schen Lokale, alte Iacodstr. 83, eine öffentliche Versammlung der Sattler Berlins statt; dieselbe erklärte da« vorgehen de« Satttergehülsen Lantzky in der Fabrik de« Herrn Kühlstem in Charlottendurg in Ange» legenheit unsrer Collegen Wiltig und Lemin al« ein höchst»n- würdige« und verachtenSwerthe«, indem derselbe durch falsche An- gaben dieselben eineS Betrüge« verdächtigt hat, wodurch unsere College» brodlo« wurden. Wir machen jeden College» auf den pp. Lantzky aufmerksam. ' �_ I. A.: F. Künstler. Allgemeiner deutscher Schiffszimmerer- verein. Kamdnrg. Kameraden! Da ich Euch kurz nur durch Briefe wissen ließ, daß der Strikt iu Memel siegreich beendet sei und Ihr natürlich nicht allein damit zufrieden seid, sonder» auch etwa« Nähere« darüber zu wissen wünscht, so theile ich Euch hierdurch den vollständigen Sachverhalt mit. Die Ursache, we«halb unsere Memeler Collegen am 23. November v. I. die Arbeit einstellten, und welch einen harten Kampf sie bis zum 26. April zu führen gefundener JahreS-Abrecknung an seine Hinterbliebenen ausgezahlt. Referat und bewies derselbe an verschiedeuen Bilanzen und Ge «i.i.*»!> flnr>;*„r;.K.... ä.. i. ra..tu.t----- et— u.i f�ästabenchten einzelner Gruben, daß nicht der Arbeiter den wirk- lichen Nutzen gezogen, sondern der Unternehmer. Auch wurde von demselben nachgewiesen, daß der Arbeiter im ganzen Staate keine Recht-, wohl aber Pflichten in Masse habe, sonst aber nur al« Lohusklave betrachtet werde. Winner gab noch einige Ausschlüsse über die Broschüre de« Bischoffs Ketteler in Mainz„Arbeit und Kapital" und über den„Arbeiterspiezel". Die Versammlung folgte mit großer Spannung dem Vortrage und wnrde Redner öfter von stürmischen Bravo» unterbrochen. An der Debatte betheiligten sich noch Schröder und Brink- man». Wulf ermahnte die anwesenden Bergleute, für ihre Rechte einzustehen und sich fest zusammeazuschaarea. Die schon in Dort- mund und Hörde von W.nner vorgefchlazene Resolution wurde auch hier einstimmig angenommen. Winner sprach zu Punkt 2 der Tagesordnung, wie eine Bereinigung der deutschen Bergleute zu erzielen sei, und stellte den Antrag, ein Comitö zu wählen, wel- ches mit dem Dortmunder Comitö in Verbindung treten solle. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und die Mitglieder de« Comitö« sofort gewählt. Das Comitö besteht an« den Ka- meraden Wulf, Santer, F. Henning, W. Gerold, Toß- berg, Heiermaun, Gunteuhöhner. Unterzeichneter gab noch eine kurze Schilderung über die Dinge in Marten, woselbst die Unternehmer die Wirthe und Lokalbesttzcr bestimmt haben, ihre Lokale nicht zu öffentlichen BerzmannS-Bersammlungen herzugeben, glied: a) Wenn eS die Kusse in betrügerischer Weise benutzt, b) Wer die Gesellschaft zu schäbigen sucht, v) Wer ans eigene Hand Ar- beiten unternimmt, ä) Wer freiwillig au« dem Bunde au»- scheidet. § 7. Da nicht voraus zu sehe» ist, ob von der Gesellschaft alle Mitglieder beschäftigt werden können, so sollen am Ansänge die Bedürftigsten zuerst berücksichtigt werveu. Im w-iieren ver laus der Arbeit muß da« Arbeitsbuch eines jeden Mitgliedes AnS Correjpondenzen. Ztresden. Am 17. und 18. Mai tagte hierorts der Kongreß wodurch e« unmöglich geworden ist, eine Versammlung absuhaltea. deS Verein« der Sattler nnd BerofSgenossen. ES waren Er ermahnte und ersuchte die Anwesenden, die sich unseren Be- 13 Delegirte anwesend, welche folgende Orte vertraten: Berlin, strebungea feindlich zeigenden Wlrthe und die hiesige Lokalpreffe Barmen, Dresden, Crimmitschau, Chemnitz, Hamburg, Magdeburg,! nicht mehr zu unterstützen. Aehnlich stehen die Dinge hier, wo Braunschweig, Stuttgart, Leipzig, München, Hannover, Zwickau,'sich der Besitzer deS größeren Lokal«, Herr Ziezler, ebenfalls wei- Pirna. Neu hinzu kamen die Orte Bremen, Darmstadt und! gelte, fein Lokal zu einer Versammlung abzugebea, dagegen gab Cöln. Da dem„Volksstaat" wahrscheinlich ein offizieller Bericht Herr Rocholl sein neuerbaate« Lokal bereitwilligst her. Kameraden zugehen wird, so will ich midi ans die Mittheitung der wichtigsten! von Marten und Dorstfeld! Verkehrt nicht mehr bei solchen Beschlüsse beschränken. Beschlossen wurde u. A. die Gründung iWirthen, welche sich Euch und Euren Bestrebungen feindlich gegen- einer Centralkrankenkasse, und müssen sämmtliche Mitglieder! überstellen, sondern geht nur zu den Wirthen, die Euch freundlich dieser Kasse auch Mitglieder de« Sattlervereins sein. Betreffs der miv behütftich entgegenkommen. Gründung einer CentralunterstützungSkasse für Arbeits- Mit sozialdemokr. Brudergruß und kameradschaftl. Giückaus! lose wurde folzeude Resolution einsti»imlg angenommen:„Der Wilh. Fröhlich. Kongreß. beschließt, den Lokaluutgliedschaften anHeim zu stellen, mit! Dortmund, 21. Mai. Unsere Gegner sind sehr erbost über der Gründung von UaterstützungSkassen für Arbeitslose vorzugehen, den nach ihrer Meinung renitenten Geist, der sich gegen den fa- welche Kasten nach Errichtung durch Kartellvertrag in Verbindung mosea Ächeobach'schea Erlaß unter den Bergleuten deS hiesigen treien sollen." Ei» Antrag der Berliner Mitgliedschaft, einen besoldeten VireioSbeamten anzustellen, mußte aus pekuniären Rück- sichten abgelehnt werden, dagegen wurde dem BereinSvorsitzendeu eine monatliche Entschädigung von 10 Thlr. bewilligt. ES wurde ferner beschloffen, da? AgitalionScomitö in Hamburg aufzulösen und die Agitation dem Centralvorstand zu übertragen. In der- selbe» Angelegenheit gelangte auch folgende Resolution zur An Revier« knndgiebt; sie können gar nicht begreifen, warum die B-rgleuie nicht ohne Weitere« sich in die verlängernnz der Ar- beitszeit und die Verkürzung de» Lohne« schicken wollen, welche Maßregeln doch nur im Interesse der bedrohten beutschen Industrie geplant seien. Täglich findet man in der Kapitalistenpreffe, und namentlich in der«Dortmunder Zeitu»a", Ausfälle der Hämischsteu Art gegen die Bergleute. So hatte sich Unterzeichneter genöthigt nähme:„Die Agitation ist zwar dem Centralvorstand übertragen, gesehen, der„Dortmunder Zeitung" eiue Berichtigung iä Form doch sollen die Lokalmitgliedschafieu LokalagitationscomilöS gründen,! einer Resolution, welch: in einer Berzarbetterversammlnag gesaßt zu welchem Zweck diesen bestimmte Fond« angewiesen werden, wurde, zuzusenden, um zu dokumentlren, daß eS keineswegs sozia- Die LokalcomitöS haben allmonatlich dem Centtalvorstand Bericht listische„Wühlereien" seien, welche die Bergleute veranlagten, sich und Rechnung zu erstatten."— AtS Vorort wnrde Berlin wieder-! gegen die Verkürzung deS Lohne« und die Verlängerung der Ar- gewählt und der settherige BereinSvorstyende Henke in Berlin benSzeit zu stemmen. Ich lasse die Resolution mit dem Vor- und auch für die folgende Periode mtt der Lettung der Geschäfte be-! Nachwort der„D»rtm. Ztg." hier folgen. Die„Dortm. Ztg." traut. Geschlossen wurde der Congreß durch eine Ansprache de« BereiuSvorsiyenden Henke, in welcher er den Delegirten e« warm an» Herz legte, für die Verbreitung des verein« der Sattler und BerufSgenoffen so zn wirken, daß der nächste Congreß eine bedeu- tende Vergrößerung deS Berein« konstatiren könne. Körde, 18. Mai.(Bergarbeiter-Lersammlung.) Am 9. d. Mts. hielten wir im Lokale des Herrn Bach Hierselbst eine öffentliche Bergarbeiter-Bersammlung ab. Schröder eröffnete die Versammlung. 1. Vorsitzender war Winner; 2. Vorsitzender Brinkmann; Unterzeichneter und Schröder Schriftführer. Tage«� hatten, ist Euch wohl bekannt. Füus lang« Monate waren unsere ordnung war:„Der Erlaß de« Handelsminister« vr. Achenbach Collegen mit ihren Familien dem strengen Winter ausgesetzt, ohne! bezüglich Herabsetzung der Löhne und Verlängerung der Arbeit«- irgend etwa» zo verdienen. Wenn auch Einige Arbelt auf den zeit." Schröder gab zuerst eine kurze Aufklärung über die ver- Holzplätzen und auch sonstige Arbeit dekamea, so war doch die anlassung zu dieser öffentlichen Versammlung. AlSdaun begrüßte große Mehrzahl davon ausgeschlossen und lebte dieselbe theilweise Winner die anwesenden Bergleute von Hörde und Umgegend im Nur von den Unterstützungen, welche sie von ihren übrigen Col legen Deutschland« erhielt. Wenngleich die Unterstützungen auch nicht dergestalt waren, um auskömmlich zu sein, so reichten sie doch hm(wenn mau den Willen in sich trägt, einen Kampf gegen die Unterdrücker zu führen), um längere Zcrt den Meistern widerstehen Zu können. Mit Stolz können wir auf die Organisation und �pserwllligkeit aller deutschen Schlffszimmerleute, welche unserem verein angehören, blicken. Wir sind kampfesfähig und können dem Berein Norddeutscher Schiffsbaumeister energisch entgegen '«ten. Ungefähr 11000 Rmk. mußten wir aber opfern, bevor �usere Kameraden soweit gelangten, um sich selbst Helsen zu kön- �en. E« war ein langer theurer Kampf, aber auch einen glänzenden hebt also an: „In Nr. 104 der„Dortm. Ztg." ist ein Bericht über die am 1. d. M. hier abgehaltene Versammlung von Bergleuten enthalten, die den vom HaudelSminister an die Verwaltungen der fiskalischen Berg- und Hüttenwerke ergangenen Erlaß(s. Nc. 97 der„Dortm. Ztg.") einer Kritik unterzog und eine Erklärung dagegen volirte. Da« Comit« zeigt un« heute durch seiueo Vorsitzenden an, daß e« mit der AuffaffuagSweise jene« Berichte« durchaus nicht zu- sriedeu ist. Die Versammlung sei keineswegs eine von Sozial- demotrateu anberaumte gewesen, sondern durch ein gemüthliche« Zusammensein mehrerer Bergleute, wobei der erwähnte Miuisterial- rlaß zum Vorschein kam und solche Aufregung Hervorries, daß mau sich einigte, gegen denselben sofort zu Protestiren. Zugleich werden wir um Veröffentlichung der von jener Ber- sammluug beschlossenen Erklärung ersucht, die wir hier folgen lassen: „„Resolution. Die heutige im Locale de« Hrn. Hirse auf der Weberstraße zu Dortmund tagende Versammlung der Bergleute erklärt, daß 1) der vom Preußischen HaudelSminister an die Oberbergämter veröffeat- lichte.Erlaß über zurückgebliebene Arbeitsleistungen ver Berg- arbeiter eine Ehrenkränkung enthält; derselbe aus einer ganz ober- stächlichen Jnsormation, sowie auf einer einfachen und durchaus unrichtigen Auffassung beruht; 2) die in jenem Erlasse euthalteueu, gegeu die Bergarbeiter gerichteteu Beschuldigungen sür durchaus Crsolg haben wir zu verzeichneu. Unsere Kameraden siud nämlich, oder Gewinn ausschließlich den Unternehmern zugeflossen Namen der Dortmunder Bergleute mit einem allseitig erwiederten „Glückauf!" Winner Verla« dann den Erlaß de« HaudelSminister« vr. Achenbach wegen Verlängerung der Arbeitszeit und Herab- setzung der Löhne. ES wurde von dem Redoer nachgewiesen, daß eine v-rlängernng der Arbeitszeit und Herabsetzung der Löhne durchaus nicht stattfinden könne, ohne da« Wohlergehen deS ganzen Volke«, speciell der Bergleute stark zu schädigen. Redner verla« eine Bilanz der Zechen„Hibernia" und„Shamrock" bei Gelsen- kirchen, worin vachzewiesen wird, daß keineSwez« die Bergleute ven wirklichen Ratzen der Industrie allein gehabt haben, sondern daß_. dieselben in der That durchaus nicht mehr erhalten haben, als den! unbegründet, indem sie die Ueberzeugunz ausjpriwl, daß die hohen wirklichen sauer verdienten Arbeitslohn, dagegen sei der Nutzen Löhne keineswegs eine Enlmuthigung, vielmehr ein Sporn zur Arbeit sind, die rückgängen Coujunctureu aber nur dem überhand nehmenden Raubbau, der furcktbaren Ueberproduciion und der uacb Actieuschwiutel spekulirenden Kapitalmacht zuzuschreiben sind; Z) siir eine Exlstenzuntergrabung und als ein Ruin der Gesund- Heu für die Bergarbeiter, wenn siir die Zukunft die Löhne redu- zirt und eine Verlängeiung der Arbeitszeit eintritt, daß eS nach den hohen Preisen der Lebensmittel keineswegs möglich ist, dieses eintreten zu lassen; 4) die Versammlung beauftragt ihr Bureau, dieses durch Zeitungen resp. Lokalblätter zur Veröffentlichung zu bringen, und verfflichtet sich, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln eine Vereinigung der Bergarbeiter herbeizusiihren, und den in dem Erlaffe vorgeschriebenen Maßregeln energisch entgegen- zutreten.*- ES ist erforderlich, dieser Mittheilung zur Feststellung des wahren ThatbestandeS hinzuzufügen, daß diese»„gemtithliche Zu sammensein* auf Grund einer in der„Dortm. Ztg.* ic. öffentlich ausgeschriebenen„Großen Versammlung für sämmtliche Bergleute von Dortmund und Umgegend* herdeigesiihrt wurde; daß die „mehrere Bergleute* zu einer Zahl von 400 anwüchse«; daß der Hauptredner gar kein Bergmann, sondern ein Schuhmacher war. der im Rufe steht, Sozialdemokrat zu sein; daß endlich die Rede zur Begründung der Resolution und besonders der Protest selbst nicht erst nach der Aufteguug entstanden, sondern wohl vorbereitet erschienen. UebrigeuS dürste die Versammlung am 2. d. M. und die aust regende Besprechung de» Ministerial- Erlasse» schon ihre Wirksam� kcit herbeigeführt haben. Aus der Zeche„Germania* brach sofort der Slrike an», al» die von der Direction angeordnete Lohn rednctivn von 20 Prozeut eingeführt wurde. Auch soll, wie die „Elb. Ztg.* meldet, Gleiche« auf der Zeche„Louise Tiefbau* stattgefunden haben, so daß die Bergarbeiter zwar anfahren, aber nicht oder fast gar nicht arbeiten.* Es ist erklärlich, wenn diese Preßmeute erbost ist über den guten Fortgang der Bewegung unter den Bergarbeitern. Daß der Unterzeichnete, welchen man al» Hauptredner bezeichnet, ei» Schuh- wacher und gar kein Bergmann sei, ist eine kolossale Lüge, da derselbe schon seit dem Jahre 186« der BergmanuSarbeit sich ge widmet hat. Daß ferner die Bergleute auf den benannten Zechen angefahren sind, ohne zu arbeiten, ist ein Zeichen, daß dieselben zur Einigung bereit» reif sind. Die anderen in Hörde und Dorste seid abgehaltenen Versammlungen werden aber von der„Dord mnnderin* g-flisseutlich todtgeschwiegen. Wir gehen aber mit ftischem Muthe an'» Werk, unv sind schon tüchtige Vorbereitungen Setrvffen; in den Orten Dortmund und Dorstfeld besteht ein iomitö, welche« die Sache der Vereinigung kräftig fördern wird. Au» den benachbarten Oreen sowie auch theilweise an» dem Rhein lande flnd schon zahlreiche Zustimmungen erfolgt. Ich ersuche daher alle Bergarbeiter Deutschland», welche Interesse au diesem großen Werke habe» und zugleich Parteigenosseu sind, ihre Adressen a» den Unterzeichneten einzusenden. Mit kameradschaftlichem Glückauf! H. Winne», Bors., r» Dorstfeld b. Dortmund. Stolkberg, 10. Mai. Gestern erstattete unser ReichStagSabge- ordveter Herr Liebknecht vor einer die Räume de» Schützen- hause» zum Erdrücken füllenden Versammlung seiner Wähler Be- richt über den Reichstag und feine Thätigkeit i» demselben ab. Die gespannteste Aufmerksamkeit wurde seinem Referate zu Theil und die Versammlung sprach, durch eine eingebrackte Resolution, Herrn Liebknecht einstimmig für seine Thätigkeit und für die Ber- lretung de» IS. Wahlkreise» öffentlichen Dank aus. F. F. Kirchöerg. Am 9. Mai, Nachmittag« 3 Uhr, fand im Lokale de» Herrn Geilmanu hier eine große Vollversammlung statt, welche so stark besetzt war, daß weder zum Sitzen noch zum Stehen ei» Plätzchen fteiblieb. Heinrich Barthel au« SeiferSdorf wurde znm Vorsttzeudeu gewählt. Unser Reichstagsabgeordnete Hr. Lieb- koecht au» Leipzig referirte über die Tagesordnung:„Der Reichstag und die Landbevölkerung.* Derselbe schilderte eingehend, wie da« arbeitende Volk im Reichstag vertreten wird; er beleuchtete ferner die Lage der Industriearbeiter, de« Mittel- und Klein-vauern- stände». Die zahlreich anwesende» Bauern konnten au« dem Re- ferat erkennen, wie schwer auch sie durch die indirekten Steuer» belastet werde», und daß sie sonach die gleichen Jntereffen haben wie der industrielle Arbeiter. Wir hatten Gelegenheit, sie später selber sagen zu höre», daß dieser Manu recht gehabt und kein Wort erlogen sei. Herr Liebknecht sprach sodann noch ausführlich über da« Landsturm- und da« Eivilehegesetz. Die Versammlung folgte mit Begeisterung den Ausführungen de» Referenten, und als der Vorsitzende über die Resolution abstimmen ließ:„Die Versammlung erklärt sich mit der Haltung der Sozialisten im Reichstag und speziell mit deren Thätigkeit vollständig einverstanden* erhob Alle« die Hände. Gegnerische Gegenrede war nicht zu ver lautbaren«nd e« schloß die Versammlung, die ein deutliche» Zeugniß für den besten Fortgang der sozialistischen Sache im IS. Wahlkreise geboten hat, mit einem dreimaligen Hoch au' unseren Vertreter im Reich«tag. Watdenönrg in Sachsen. Wie die Parteigenossen bereit» wissen, findet bei un» den 6. Juni ein Arbeitersest statt, zu desseu zahlreichem Besuch wir die Parteigenossens, im Interesse der gemeinsamen Sache, hiermit einladen. Insbesondere bitten wir die Freunde au« Zwickau, Glauchau, Meerane». s. w., welche un» am 2. Pfingstfciertag besuchten, avch auf dem Arbeiterfest zu erscheiuen, dessen Gelingen für die sozialdemokratische Bewegung hier«nd in der Umgegend von größtem Nutzen fem wird. Mannheim, 4. Mai. Wir gaben unlängst den auswärtige» Paneigeuoffen durch den„Bolksstaat* zu wissen, daß wir on» hier au der Gemeindewahl betheiligtcn. Diese Wahl ist nun vor- über, und können wir zwar keinen direkten Wahlsieg verzeichnen; wenn man aber in Erwägung zieht, welche Bedingungen' einem Wähler obliegen, an welche Bedingungen da» Wahlrecht geknüpft ist— sl) mvß der Wähler zwei Jahre hier wohnhast sein, 2) muß er zwei Jahre verheirathet sein, 3) darf er zwei Jahre hindurch keine Staat«- und Stadtsteoerreste haben, 4) darf er keine Armen- Unterstützung au« öffentlichen Mitteln empfangen Habens,— so haben wir mit den 2—300 Stimmen(die genaue Stimmenzahl ist nicht veröffentlicht worden), die aus den Arbeiterkandidaten fielen, ei» ganz hübsches Resultat erzielt. Unser selbständige» Borgehen bei der Wahl ist um so gerechtfertigter, al« hier eine sich demokratisch nennende Partei noch die Oberhand hat, weil sie durch ihre Phrasenreden die ganze indifferente Masse der Arbeiter nach sich Sieht. Wie weit e» diese Auchdemokraten mit der wahren Demo- catie ehrlich meinen, haben wir ebenfalls bei dieser Wahl kennen gelernt. Man muß e» mit angesehen haben, um sich ein Urthcil darüber bilden zu können, wie diese Herren ihre uatergebenen armen Arbeiter rudelweise an die Wahlurne führten. Und da» nennen diese Herren demokratisch! Doch genug, wir kennen diese Sippschaft; durch nichts lassen wir uns von ihnen irre machen. Die letzten Gemeindewahlen haben uns Stoff genug gegeben, gegen diese Scheindemokraten aufzutreten, e« wird un» das die Propaganda für die Grundsätze der Arbeiterpartei Deutsch- lands erleichtern. Und nun richte ich noch zum Schluß die Bitte an die hiesigen Parteimitglieder, die Mitgliederversammlungen, jetzt wo so wichtige Angelegenheiten zu besprechen sind, zahlreicher al» bisher zu besuche». Ph. Mai. Wiesbaden. Am 30. März fand hier eine öffentliche Ber- sawmlung der Holzarbeiter statt mit der Tagesordnung:„Zweck und Nutzen der Gewerkschaft*. Referent war Nauert au« Leipzig. Zum ersten Vorsitzenden wurde ArenS und zum zweiten Schuh- macher gewählt. Redner spraeb zuerst über die Schädlichkeit der heutigen Produkrionsweise für die arbeitende Klasse und meinte, wenn die Maschinrnarbeit der Menschheit wirklich Nutzen bringen solle, so müsse die Arbeitszeil um so viel geringer werden, al» die Maschinen mehr produzirteu, wie der gewöhnliche Arbeiter zu leisten vermag.*) Da aber die Maschinenarbeit nur dem Einzelnen, und zwar dem Kapitalisten selbst Nutzen bringt, so müsse der Arbeiter, wenn die Kapitalisten- Gesellschaft fortfahren sollte, das Rezept Camphausen» zu befolgen, unbedingt verkommen, d. h. wenn die Arbeiter so dumm find und e» dahin kommen lassen. Um aber diesem Unwesen zu steuern ist e» nöthig, daß sich die Arbeiter brüderlich die Hand reichen und sich organisiren, denn dadurch wäre eS nur möglich, eine bessere Lage für die Bevölkerung herbei zu führen. Zum Schluß forderte Referent alle Anwesenden noch auf, sich der Gewerkschaft anzuschließen. Da» Resultat war, daß sich Mehrere als Mitglieder einschreiben ließen. Oskar Welsch, Schriftführer. Sch«. Hmünb. Vor einiger Zeit hatten wir eine Volksversammlung, in welcher der ReichStagSabgevrdneter Hasenclever mit vielem Beifall über„die Stellung der Sozialdemokratie gegen- über den anderen Parteien" referirte. Die Gegner, unangenehm überrascht von dem Erfolg, den Hasenclever erzielt hatte, ließen den bekannten Juliu» Schulze au« Mainz kommen, welcher einen Bortrag über„die Stellung der Gebildeten gegenüber der sozialen Frage* hielt. Erst nach einer langen Einleitung, in der Schulze gewaltige Sprünge in der Geschichte machte, kam er auf die So zialdemokraten zu sprechen. Er nannte uns gott- und vaterlandS- lose Gesellen, die auszurotten eines jeden Besitzenden und Gebildeten heiligste Pflicht sei. Und al» nun gar der„Volksstaat" an die Reihe kam, da kannte die Wuth des„Gebildeten* keine Grenzen. Schulze behauptete, daß viel ftechere Artikel im„Bolksstaat* zu finden seien, al» in den ultramontanen Zeitungen. Daß die So zialisten staat»- und gesellschaftsfeindlich feien, sehe man au den Führern, die da sagten: Wenn man unsere Forderungen nicht in Gutem bewilligt, dann werden wir sie mit Gewalt durchsetzen. (Ohne alberne Denunziationen gehtS bei Schulze nicht ab. D. R.) Was speziell die Eisenacher Sozialisten anlangt, so erftcuten sich dieselben der Ehre de» Hauptangriss». Namentlich ist Herrn Schulze die bei den„Eisenacher* hervorstechende Jnternatioualität, die bei keiner andern Arbeiterverbiudung der Erde in dem Maße anzutreffen sei, ein Dorn im Auge, und auch«usereu Atheismus verdammte Schulze in den Abgrund der Hölle. E» sei löblich, daß die Arbeiterklaffe mehr prodozire al» konsnmire, die Sozialisten dagegen wollten mehr konsumiren al» produzireu(??), au» diesem Grunde schon seien die sozialistischen Lehre»»»ausführbar. Wenn ein Arbeiter mehrere Jahre darbe und sich da»u in seiner Ge- meinde ein Grundstück erwerbe, so finde er darin weit mehr soziale Theorie, al» in allen sozialistische» Schriften zusammen genommen. Wollten fich die Befitzendeu und Gebildeten der gesellschaftlichen Auswüchse erwehre», dann müßten sie mit Nächstenliebe an die Nichtbefitzenden und Ungebildeten herantrete». Auch sollten die Besitzende» die Arbeiter mehr in ihre Kreise hereinziehen, damit sie nicht in die Hände der Sozialdemokraten fallen. Schulze»er- langte auch Gesetze über da» Lehrlingswesen und Handel»- und gewerbliches Recht. Ebenso ist er für gute Schule». Aber, sagte er, wc»n zu Hause wieder schlecht gemacht wird, was in der Schule Gute« geschaffen ist, so nützt die beste Schule nicht». Er wisse Gegenden, wo die Kinder schön so zu sagen zu Lasalle beten ge- lernt hätten. Bor Allem aber thue Roth eine feste Bereinigung aller Besitzenden und Gebildeteu, wenn die Arbeiterpartei nicht zur Herrschaft gelange» soll. Wir können gettost über Herrn Schulze zur Tagesordnung übergehen. Die„Besitzenden" mit warmem Herzen»nd voller Menschenliebe find bei u»S wohl kaum mit der Laterne zu finden ll»d muß sich Herr Schulze solche schon wohl vom Monde ver- schreiben lassen. Wa» seine Ausfälle gegen unsere Partei betrifft, welche er immer zuerst ein wtnig lobte, um sie dann um so ärger verdammen zu können, so haben diese bei uns da« Gefühl der vollständigen„Wurstigkeit* hinterlassen. Biefkasten der Redaktion: H. in B. Ist eingetroffen, aber nicht zu ver« wenden. Man. steht zur Bersiigang.— Fr. F. in Bremen und L. B. in Braunschwetg, nächste Nummer. der Expedition. Glff. Galonik: Die bestellten Schrftn sind am 19. April an Sie abgesandt worden. Dank für Gesandtes. Quittung B. T. Bhm. Straßburg Schrst. 4.00. Hhe. Plagwitz Ab. 3.00. Pfr. Berlin An. 3.00. Stgr Rew-Iork Ab. 1.60. Schrft. 1.8. Rbnw Berlin Schrft. 2.16. Htbrok Bielefeld Schrst. 5 40. Mxm Jägerndorf Schrft. 1.65. Wgor Stade Ab. 1.60. Schrnr Sonneberz Schrft. 0.60. Arnld Oberwürschnitz Schrft. 14,00. Hhn Frankfurt An. 0.70. Lmsa Mainz Schrst 7.10. Suthr Großenhain Schrft. 24.00. Schmml Altenburg Schrft. 0.75. Frdmuu Belgrad Schrst. 2.10. Wtzl hur Ab. 0.55, Gr Rödelheim Schrft. 6 00. Schmdt Römerstadt Schrst. 4 97, Rdnbrg Düffeldorf A«. 0,80. Schimm Langebrück Schrft 2 30. Hlk Grohn Schrst. 0.75. Zum Wahlfond. B. Liste 22 Pkrt Sohli« 1.00. B. einem Galvanoplastiker 0.25. ». Liste 26 E. Rmm 3.75. Liste 39 Frdrch 7.36 Foud für Gemaßregelle. B. Arb.-Bild.-Ber. Rchtr hier 26.20, Ge»offrllschafl«b«chdruckerei. Antheilscheine bezüzl. Autheilquittungen erhielteen ferner in Großen- Hain W. G. 30.00, in Magdeburg I. F. 60.00, iu Hannover W. W. 6,00. Braunschwcig. äÄ'ÄU...; in Wagenbret« Garten ihr Zweite« Stiftungsfest, verbunden mit Concert, Festrede, Deklamation und Ball» wozu sämmt- liche Freunde und Berufsgenoffen eingeladen sind. Da» Festcomitö: 200s____ L. W« ber. W. Petermann. Wohoungsverändernng. vom 1. Juni wohne ich großer Griechenmarkt 47. Die« den Parteigenoffen zur Beachtung._ Gustav Heinrich»[30] Cölu Kliffs» Ihll ff®'e gisötloffenen Mitglieder-Versammlungen de» f Sozialdemokratischen Wahlverein« finden von nun an jeden letzten Samstag im Monat statt, in welchen die Mitgliedskarten vorgezeigt werden müssen. 50s_ Der Borsitzende! G. Rodenberg. Metallarbeiter-Gewerkschaft. Sonuabend, de» 29. Mai 1875: Geschl offeue Mitgtiederversammlunl, im Locol« de« Herrn Bartling, Snochenhauerstraße 59.— Tagesordnung: Neuwahl de» v» stände» und der Eontrol-Lommiision; Verschiedene«. M. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Bevollmächtigte. Hiejenigen Partei- und Gtsinuungsgeuoffen, welche geneizt sind, sich an einem Eursu« für Redeübuug zu be- theiligen, werden ersucht, sich nächsten Sonutag, den 30. Mai, Bormtt« tag» 11 Uhr, im Locale de« ArbeiterbildnngSvereiu«— Ritterstraße 43, 2. Etz.— zu einer Besprechung einzufinden. H. Eisengarte».1) Feststellung eine» Etat« für die Verwaltung; v) Ergänzung und Aenderung de» Statut»; 0 Wahl der Berwaltnngsorgaue; g) Bestimmung über Verwendung etwaiger Ueberschüsse; b) definitive Snticheidung über alle legal«»gebrachten Berufungen.— Bei der Wichtigkeit der Tage«- ordnung steht«nem vollzähligen Erscheinen der Seuosseu entgegen. Nürnberg, de» 23. Mai 1375. Für den Aussichtsrath: 6. Srillenlerger. Wir ersuche» die Genosse» de» Rechenschaftsbericht in der Genossen- schaft«buchdr»ckerei, Obere Schmiedzasse 445, in Empfang nehmen zu wollen.______ Sine kleiue Partte uachbenannt-r Schriften ist un» zugegangen und «fferire» wir selbige de» Parteigenossen z»r Abnahme: Vogel, Verfälschung der Lebensmittel. Preis pr. Expl. 70 Pf. Most, Mahnruf an die landwtrthschaftliche Bivölkerung. Preis ä 10 Pf. Hirsch, C., Staat»nd Seuosseaschastswesen. Preis ä 5 Pf. — Zu den ReichStagSwahlen. Preis 5 Pf. Erfurter Sewerkschaftskongreß-Proiokoll. Preis i, 10 Pf. _ Die Buchhandlung de«„Volksstaat". Bekannlmachnag. Nachdem der ehemalige Redakteur der in Leipzig erscheinenden Zeit- schrist„Der Bolksstaat*, Max Preißer, aus Ärnad der§§ 185, 186, 187, 194, 196, 74, 79 de« Strafgesetzbuch« für da« deutsche Reich 1. wegen Beleidignug de» Assessor Bochmann in Freiberg durch je einen Artikel in Skr. 126 und Nr. 130 de«„vottSstaateS" vom Jahre 1873; 2. wegen verleumderischer Beleidigung de» Reichskanzler« Fürsten »vn Bismarck durch Artikel in Str. 82, 83, 85, 87. 90. 91, 92, 93, 96; verlenmderischer Beleidigung de« KSuiglichen Be- jiiksgrricht» Dresden durch eis» Notiz in Nr. 107, Belei- dizung de» Königlich Preußischen Ttadtgertcht« Breslau durch einen Artikel iu Nr. 112 und Beleidigung de» Königlichen Be« zirkSgericht« Zwickau»nd de» Emzelrichter« beim Königlichen Bezirksgericht Leipztg durch einen Artikel in Nr. 106 de«„Volks- staat* vom Jahre 1874; 3. wegen Beleidigung- des Reichskanzler» Fütsten von Bismarck durch Artikel in Nr. 116, 123, 124 de»„Bolksstaat»* vom Jahre 1374 zu einer Gefängnißstrase von einem Jahre al» Sesammtstrase, zur Er- stattung der durch die Untersuchungen erwachsenen Kosten vermtheilt, zu- gleich auch aus die»ach§ 200 de« Strafgesetzbuchs zu leistende öffent- ltche und Prtvatgenagthuung erkannt worden ist, wird solches in Gemäß- heit der ergangene» Cmscheidungen hierdurch zur öffentlichen Kenntntß gebracht. Leipzig, den 11. Mai 1875. Köntgliche« Gerichtlamt II. Hertel. Veramwortllchir Redakteur: H. Rtndt. Redaktion Hobestraße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, in Leipzig Dr-ick und Verlag der»enoffenschaftsbuchdruckerel in Leipzia.