Der Volksstaal Organ der Sozialistische« Arveiterpartei Deutschlands. Juserate, die Abhalwng von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 10 Pf.,- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- langen des In- U.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Bor 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Comer TMrd and coates str. PhiladelpMa. Abonnementepreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Lten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburz auch auf den Iten Monat deS Quartals ä 54 Pf. Privat- und BergnügungS- Nr. 70. Mittwoch, 23. Zmti. 1875. A« die Parteigeuoffe«! Die Preffe ist unsere beste Waffe; sie soll Aufklärung schaffen, sie soll die gegen unsere Partei geführten Streiche abwehren. Unsere Pflicht ist e» deshalb, für die Verbreitung der socia- listisch-n Presse energisch in die Schranken zu treten. In erster Linie müssen die Parteigenossen die beiden offiziellen Parteiorgane, den.Neuen Socialdemokrat« und den.Volksstaat«, lesen und für zahlreiches Abonnement Sorge tragen. Eine mächtige Bolkspresse muß geschaffen werden, um der Reptilienbrut den Kops zu zertreten und den von der heutigen servilen Presse vergiftete» VolkSgeist au» Krankheit und Gefahr zu erretten... E, gibt für da« Volk und für die vernunftgemäße Entwicklung der Menschheit kein gefährlichere», verderblicheres Institut, al» die gegenwärtige Presse. Lüge und Verleumdung haben durch die- selbe daS Bürgerrecht erhalten, Servilität ist zur Tugend erhöbe», gnädige Tritte von oben adeln den Mensche«, da» goldene Kalb wird als Herr der Welt ausgeposaunt und gepriesen— die Cor- ruptiou in der Gesellschaft hat, mit entscheidender Beihülse der Presse, einen Höhepunkt erreicht, der jeden Meuschenfteund mit Grausen und Schauder erfüllt. Legen wir Hand an'S Werk, kräftige Hand an'S Werk, die Menschheit zu erlösen von der infamsten Pestbeule aller Zeiten, von der nichtsnutzigen herrschenden Presse. UnS kann aber diese» Werk nur gelingen, wenn wir die Presse durch die Presse bekämpfen, wenn wir der lügenhaften, kapitalistischen Presse eine mächtige VolkSpressc entgegenstellen. Der Anfang hierzu ist gemacht.—.Neuer Social-Demokrat« und.Volksstaat«— sie find schon tüchtige Kämpfer gegen den servilen Unfug, der sich jetzt überall aufbläht; machen wir jene Kämpfer noch wehrhafter, schaffen wir ihnen Tausende von neuen Lesern und Abonnenten. Es kann uns die» nicht schwer fallen, wenn wir von der nöthigen Begeisterung getragen werde». DaS Volk dürstet nach Wahrheit, mau muß ihm nur den frischen Trunk reichen; das Volk haßt die Schlechtigkeit, die Lüge und die Verleumdung, man muß ihm nur bie Augen öffnen, damit e» jene Ausgeburten erblickt; da» Volk jubelt seiner Be- fteiung zu, man muß nur immer und immer wieder seinen Blick aus dieselbe hinlenken. Reichen wir dem Volke den ftischen Trunk au» dem Becher de» SocialiSmuS, öffnen wir ihm die Augen, rütteln wir an seinen Ketten— bringen wir Aufklärung durch die VolkSpresse! Arbeiter! Parteigenossen! Thut Eure volle Schuldigkeit, wir erwarte» e« von Euch. Mit Gruß! Hamburg, de» 20. Juni 1875. Der Vorstand der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschland». Hasenclever, Hartmann, Auer, Derosfi, Geib. au» den:.BolkSwirthschaftlichen Harmonien" von Bastiat, da ja Bastiat noch heute als der Apostel des wirthfchaftlichen Liberalis- muS gilt, seine Schriften noch heute von den Anhängern deS Har- monie-AberglaubenS als Evangelium betrachtet werden. Bastiat schreibt:„Der vereinzelte Mensch wird niemals daran denken, von seiner Arbeit etwa» zu verlange«, was er unmittel- bar aus den Händen der Natur entgegen nehmen kann. Er wird nicht eine Stunde weit nach Wasser gehen, wenn sich eine Quelle bei seiner Hütte befindet. An» demselben Grunde wird er überall, wo e» seiner Arbeit bedürfte, so viel als möglich natürliche Mit- arbeit zu verwenden suchen. „Deshalb wird er zu einem Kahn das leichteste Holz verwenden, um da» Gewicht de» Wasser» zu benutzen. Er wird sich bemühen, ein Segel daran anzubringen, damit ihm der Wind die Mühe des Rudern« erspare rc. Um aber solchergestalt die Naturkräfte sich dienstbar zu machen, bedarf man gewisser Werkzeuge. „Sobald Robinson entschlossen ist, da» Werkzeug zu fertigen, wird er bemerken, daß der gute Wille allein nicht genügt. Um Werkzeuge zu machen, braucht man Werkzeuge; um Eisen zu schmieden, Eisen, und so fort von Schwierigkeiten zu Schwierigkeiten bi» zu einer ersten Schwierigkeit hinaus, welche unlösbar erscheint. Die» beweist, wie außerordentlich langsam die Kapitalien sich im An- fang bilde» mußten, und in welchem ungeheurem Verhälwiß die menschliche Anstrengung zu jeder Beftiedigung erforderlich war. „Da» ist aber noch nicht Alles. Um Arbeitswerkzeuge zu ser tigen, bedarf man, selbst beim Vorhandensein de» nöthigen Hant Werkzeuge», noch der Stoffe. Aber fast immer setzt der Besitz dieser Stoffe eine vorherige lange und verwickelte Arbeit voraus, wie nordischen Klimaten leben, können hier nur bestehen, weil vor uns in Jahrtausende langer Arbeit die Vorbedingungen des heutigen gesellschaftlichen und wirthschaftlichen ZustaudeS geschaffen worden sind. Da wurden die HauSthiere gezähmt, die Urwälder gerodet, Sümpfe ausgetrocknet, der Boden urbar gemacht, Straßen ange- legt, Dörfer und Städte erbaut, allerhand Werkzeug erfunden und verfertigt; wir können uns selbst bei der kühnsten Phantasie heute kaum eine Vorstellung von dem Leben machen, welches wir führen würden, wenn alle jene Arbeiten uns nicht vorauSgetha», ihre Resultate nicht angesammelt und aufgehäuft worden wären. (Schluß folgt.) Nationalökonomie. Vlll. Da» Kapital. Wer dem sachlich geführten Streit deS Sozialismus mit dem Liberalismus aufmerksam gefolgt ist, wird bemerkt haben, daß die Ansichten dieser Parteien über den Werth und die Wirksamkeit de» Kapitals sich gradezu diametral gegenüberstehe». Die Sozialisten behaupten, da» Kapital sauge den Arbeiter au», nehme ihm den größten oder doch einen großen Theil seine» Arbeitsertrages ohne irgend eine Gegenleistung weg und trage deshalb die Schuld an der Zunahme des Elends und der Massen- armuth; das Kapital müsse daher bekämpft werden..Kampf gegen das Kapital"— ist die Parole geworden, an welcher sich die sozialistisch gesinnten Arbeiter erkennen. Der Liberalismus erklärt dagegen, da» Kapital fei die segeu- spendende Göttin, ohne welche die Menschheit sich nicht auS dem Zustande der Rohheit emporzuarbeiten vermocht habe; daS Kapital erhalte' und ernähre die Arbeiter; mit der Zunahme de« Kapitals erhebe sich die Menschheit immer mehr zu allgemeinem Wohlstand, zu größerer Bildung und Gesittung; Förderung der Kapital-An- sammlung sei also durch daS gemeinsame Juteresse Aller geboten, und alS Feind der Menschheit, als Zerstörer der fortschreitenden Cultur müsse Jeder betrachtet und behandelt werden, der den Kampf gegen das Kapital predige. Abgesehen von Denen, welche auS klar erkanntem Eigeninter- esse den Sozialismus bekämpfen, haben wir noch eine große Zahl von Gegnern, welche die vorstehend angedeuteten Ansichten nur deshalb theilen, weil sie unter Kapital etwas Anderes verstehen, als die Sozialisten. Die Volkswirthschaft hat e« nämlich bisher versäumt, feste Definitionen der Begriffe aufzustellen, welche in jeder volkSwirth- schaftlichen Abhandlung gebraucht werden; jede Debatte muß aber in ein leereS Wortgefecht ausarten, sobald MeinuugSverschieden- heiten über die Grundbegriffe bestehen. Wenn man über eine Frage vernünftig debattiren will, müssen sich beide Theile zuerst über die Grundbegriffe verständigen, damit der Eine nicht die», der Andere jenes mit demselben Worte meint; Begriffe sind wissen- schaftliche Rechenpfennige, deren Werth fest tarifirt sein muß. Der Liberalismus hat nun eine andere Vorstellung von dem Begriff: Kapital, al» der Sozialismus. Sehen wir uns also zuerst die Erklärung an, welche der Libe- raliSmuS dem Begriff„Kapital" giebt; wir werden das nicht besser thun können, als durch Wiedergabe der betreffenden Stellen die Verarbeitung der Wolle, des LeinS, Bleie«, Eisens u. dgl. Auch dies ist noch nicht Alles. Während der Mensch so ar- beitet in der einzigen Absicht, sich die spätere Arbeit zu erleichtern, thut er nichts für seine täglichen Bedürfnisse. Diese bilden aber eine ununterbrochene Reihe; man muß sich jeden Tag kleiden, nähren und vor Wind und Wetter bedecken. Robinson sieht also ein, daß er nicht früher etwa« zur Unterjochung der Naturkräfte thun könne, als bis er Vorräthe gesammelt hat. Er muß jeden Tag doppelt thätig auf der Jagd sein, er muß einen Theil der Beute bei Seite legen und sich Entbehrungen auferlegen, um die nöthige Zeit zur Herstellung de» beabsichtigten ArbcitSwerkzeuge» zu gewinnen. „Werkzeuge, Stoffe und Vorräthe, da» wird ohne Zweifel Robinson sein Kapital nennen." Kürzer und präziser noch definirt Bastiat den Begriff deS Kapitals in seiner Schrift: Kapital und Verzinsung. Er sagt da: „Einige Leute bilden sich ein, daß Kapital bloS Geld fei; und eben deshalb sprechen sie ihm alle Erzeugungsfähigkeit ab; denn allerdings sind Thalerstücke nicht mit der Kraft begabt, sich durch Begattung zu vermehren. Aber eS ist nicht wahr, daß Kapital gleichbedeutend fei mit Geld. Vor der Entdeckung der Edelmetalle gab eS schon Kapitalisten in der Welt, und ich wage zu behaupten, daß dautal«, so wie jetzt, Jedermann mehr oder weniger Kapi talist war. „WaS ist denn Kapital? ES besteht auS dreierlei Dingen. Ersten» au» Stoffen zur Verarbeitung, insofern dieselben, wegen irgend einer darauf verwendeten Mühe, nicht ohne Vergütung überlassen werden, also einen Werth haben, z. B. Wolle, Flach», Leder, Seide, Holz u. dgl. „Zweiten» aus Werkzeugen, deren sich die Menschen zur Ver richtnng der Arbeit bedienen; Haudgeräth, Maschinen, Schiffe, Fuhrwerk u. dgl. „Dritten« auS Vorräthe», welche man während der Dauer jeder Arbeitsverrichtung verbraucht; Lebensmittel, Kleidungsstücke, Häuser u. dergl. „Ohne diese Dinge wäre die Menschenarbeit unergiebig, würde fast gar nichts schaffen; und doch haben diese Dinge selber eine lange Arbeit erfordert. Darum legt man einen so hohen Werth auf den Besitz derselben, und aus ebendemselben Grunde ist es völlig rechtmäßig, sie anSzutauschen und zu verkaufen, einen Ge- winn auS ihnen zu ziehen, wenn man sie selber verwendet, oder eine Vergütung dafür zu fordern, wenn man sie einem Andern leiht". Der Liberalismus sieht also schon in allen Vorräthen, Rolx stoffen und Werkzeugen Kapital; in diesem Sinne kann man fteb lich behaupten, daß Jedermann von jeher Kapitalist gewesen ist, denn so weit unsere Kenntniß des früheren Zustande« der Men- schen reicht, bis in das Alter der Steinzeit und der Pfahlbauten, haben die Menschen immer Werkzeuge, wenn auch der rohesten Art besessen, haben in allen Zonen der Erde sich Vorräthe sam mein, Kleider und Wohnungen anfertigen müssen. Wenn daS schon Kapital ist, hat der Liberalismus nicht Un recht, in jedem Arbeiter einem Kapitalisten zu sehen, denn irgend ein Kleidungsstück, seine Blöße zu decken, hat in unserem Klima jeder Mensch. Während sich aber Bastiat doch noch begnügt, nur alle Menschen zu Kapitalisten zu ernennen, geht einer unserer ge- lehrtesten Oekonomen, Herr Professor Roscher in Leipzig, noch einen Schritt weiter und versetzt, nicht etwa in feiner Ironie, sondern in vollem Ernste, auch die Hamster und Murmelthiere unter die Kapitalisten; er schreibt in seinem„Lehrbuch"§ 231: „Winterschlafende Thiere haben auch schon Vorräthe und Woh- nungen, also Kapital!" Wer nun, wie Herr Professor Roscher, schon in jeder Woh- nung und in jedem NahrungSvorrath Kapital sieht, muß natürlich den Kampf gegen da» Kapital für höchst unvernünftig halten, da ja notorisch daS Vorhandensein jener.Kapitalgüter" die Existenz der heutigen Menschheit erst ermöglicht. Wir alle, die wir in den Herr Hirsch mtd die deutsche« Gewerkvereine. Herr Hirsch— wir meinen de» Dr. Max Hirsch, denselben, der eine mehrwöchentliche Reise nach England unternahm, um dort die soziale Frage zu„studiren"— also dieser selbige Herr Hirsch ist gegenwärtig in großen Schwulitäten. Von Hause aus mit einer guten Portion Keckheit ausgestattet, ist Herr Hirsch ganz verwun- dert, daß in seinen Gewerkvereinen nicht Alles so geht, wie er eS gern hätte. Aber wie die Keckheit bei allen Zwittercharakterm leicht in thränenreiche Sentimentalität umschlägt, so auch bei un- serem Hirsch. Hat sich da neulich— wie unseren Lesern bekannt sein wird — ver Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter in Opposition gesetzt zu Herrn Hirsch und dem von ihm geleithammelten 3. Ver- bandStage deutscher Gewerkvereine,— gleich kommt Herr Hirsch, erklärt die Opposition in die Acht und läßt eine fulminante Bot- schaft los gegen die Frevler an ihm und an der Organisation. „Hoch die Organisation!" Dieser Ruf schallt jetzt fast in jeder Nummer deS.Gewerkverein" in die Ohren der erstaunten Gewerk- vereinS-Mitglieder, und doch handelt eS sich um die gefährdeten Interessen eines Gewerkvereins, der in seinen Mitgliedern— wenn wir nicht irren— nahezu ein Fünftel der Gesammtmitgliederzahl aller deutschen Gewerkvereine repräsentirt. Aber waS verschlägt daS! ES ist Alles auf dem Spiel, und da müssen selbst die Thränenbeutel herhalten, um dem verdorrten Reis der Popularität neue» FcühlingSgrün zu entlocken. Armer Hirsch! WaS Sie zu Falle bringen wird, da» ist nicht der Streit um die richtige Nutzauwendung diese« oder jenes Sta- tuten-Paragraphen, es ist da« erwachende Selbstbewußtsein der Ar- beiter, welche« sich gegen die lästige Bevormundung auflehnt. Einst- mal«, al» die Arbeiter noch mit unmündigen Kindern zu ver- gleichen waren, da konnte es geschehen, daß sie anbetend Füßen lagen vor dem„König im sozialen Reich". Heut stehen du Dinge schon ander«. Alles, waS nach persönlicher Autorität strebt, oder noch Autorität ist, ist den Arbeitern zuwider, und wie der„König im sozialen Reich" dem Berhängniß verfiel, so wird die Arbeiter- bewegung, an der die deutschen Gewerkvercine ebenfalls ihr Theil haben, auch über Sie zur Tagesordnung übergehen, Sie möge» sich sträuben wie Sie wollen! Doch hören wir die Botschaft, wie sie uns von befreundeter Seite zugegangen ist: „2. Botschaft des Anwalt» an alle Berbands-Bereiue, behuf» Verlesung in der nächsten Versammlung jedes OrtSverein» und Aufbewahrung im Vereinsarchiv. (Vertraulich, nur für die BerbandSgenoffen bestimmt!) Geehrte und liebe BerbandSgenosseu! Früher, als ich geglaubt, bin ich genöthigt, mich wiederum in dringenden Verbands-Angelegenheiten an Sie zu wenden. Die fteundliche Aufnahme, die meinem Neujahrsbnefe allgemein zu Theil geworden, läßt mich da« Gleiche auch für die folgenden, in- haltsschweren Seiten erwarten. Mit Genugthuung konstatire ich, daß unser jüngster Verbands- tag von der gesammten anständige» Presse günstig bcurtheilt worden, und daß die Verhandlungen und Beschlüsse desselben die Achtung' und das Vertrauen zu unserer Organisation in Deutschland, ja selbst im fernen Auslände außerordentlich ge- hoben haben. Auch die VerbandStagS-Abgeordneteu und die zahl- reichen VcrbandSgenossen, welche den Sitzungen beigewohnt, schie- den mit Beftiedigung und mit dem Gelöbniß, durch Eintracht und begeisterte« Vorwärtsstreben unser große« Werk zu fördern. Gegenüber diesem allgemeinen Eindruck hat die BorortSver- sammlung de» Gewerkverein» der Fabrik- und Handarbeiter zu Berlin atn IS. April c.(von ca. 80 Mitgliedern besucht), nur Ausdrücke de« härteste» Tadels und Argwohns gefunden; ja, sie hat für gut befunden, gegen fämmtliche Beschlüsse des Verbands- tagS bezüglich der Jnvalidenkasse zu protestiren und diesen Protest, mit ausführlichen Motiven versehen, durch den General- rath an fämmtliche Ortsvereine der Fabrik- und Handarbeiter, mit der dringenden Aufforderung zum Beitritt, versenden zu lasse». Dem Centralrathe wurde von dem Schriftstücke Kenntniß gegebe», und ist dasselbe hierdurch, wie schon durch den Inhalt, auch for- mell zur VerbandSsache geworden. Ich halte es daher für meine Pflicht, diese Beleuchtung de»„Protestes", wenn auch vor- zugsweise, doch nicht ausschließlich an die OrtSvereiue der Fabrik- und Handarbeiter zu richten, sondern zugleich an alle Verband«- vereine, weiche— auch mit Einschluß der Maschinenbauer(durch Kartellvertrag:c.)— an der VerbandS-Jnvalideukasse aufs Höchste nterefsirt find. Ich werde nun bündig nachweisen, daß der„Protest" nach jeder Richtung hin unbegründet, unzulässig und un- gültig ist. Um gegen Beschlüsse, zumal der höchsten Vertretung, zu Protestiren, ist eS offenbar erforderlich, daß man zuverlässige (authentische) Kenntniß der Verhandlunngen besitzt, welche nur daS offizielle Protokoll gewähren kann. Ein solches hat der Vororts- Versammlung in keiner Weise vorgelegen, da eS überhaupt noch nicht erschienen iß; der„Protest" ist also nur aus Hörensagen ge» baut und, wie sich sofort zeigen wird, auf größtentheilS falsches Hörensagen. Man hat eS ferner gänzlich und absichtlich unterlassen, zu der Versammlung, in welcher VerbandStagSbeschlüsse als statuten- widrig angefochten, und fämmtliche Abgeordnete, insbesondere aber der Gründer und Anwalt der deutschen Gewerkvereine und der hochangesehene und verdiente Sachverständige schwer beschuldigt werden sollten, auch nur eine dieser Personen, ja auch nur ein Mitglied des VerbandStagS- BnreauS, zur Vertheidiguug einzuladen. DaS thnn dem Anwalt gegenüber sogar die fanatisch- sten Sozialdemokraten; die eigenen Verbandsgeoossen halten eS aber nicht der Mühe werth, dies erste Gebot der Gerechtigkeit und des AnstandeS zu erfüllen l Oder hatte man andere Gründe, die Anwesenheit und daS gerade Wort des Verbands- Anwalte« und des Sachverständige», das Zeugniß des Bureaus zu scheuen? Ja, daS Geheimniß wurde so weit gettieben, daß der„Pro- test", dieser bedeutungsvollste Schritt, den ein Verein unternehmen kaun, nicht einmal auf der Tagesordnung der VorortSverfamm- lung stand! Man beschuldigt Andere der statutenwidrigen Ueber- rumpelung und begeht in demselben Augenblick selber eine solche! In Folge dessen ist laut geltender Geschäftsordnung der„Protest" ungültig. Wenn ich das Schriftstück dennoch einer näheren Prüfung der Hauptpunkte unterziehe, so geschieht eS nur, um die Verbands- genossen auch von dem Fehlen jeder sachlichen Begründung zu überzeugen. Die künstliche Formulirung der Motive, welche nicht von einem Arbeiter, sondern von einem Winkel- Advokaten verfaßt zu sein scheinen, wird vor dem scharfen Schwerte der Wahrheit zusammenbrechen! Das Hanptfundament des ganzen„Protestes" liegt darin, daß die Beschlüsse wegen Erhöhung der Beiträge und(vorläufiger) Beseitigung der anwachsenden Pensionen(nach 10- und 20jähriger Mitgliedschaft) als Statutenänderungen laut§ 11 der Verbands- Statuten durch namentliche Abstimmung und mit Vs-Majorität hätten gefaßt werden müssen, was nicht geschehen sei. Dies letztere ist eine totale Unwahrheit. Sämmtliäic Protokolle, mit Einschloß des stenographischen, ergeben übereinstimmend, daß jene Beschlüsse bei namentlicher Abstimmung mit 17 gegen 5 Stim- wen angenommen worden find, also mit bedeutend mehr als Majorität! Ja, wenn ich nicht sehr irre, wurde die namentliche Abstimmung sogar von den Herren Rohrmann und Sasse, welche den„Protest" in erster Linie befürwortet haben, auf dem Ver- bandStage beantragt; und zwar nicht diese beiden, wohl aber die Herren Landgraf, Bober und Klinzmann stimmten für die erwähnten Statutenänderungen. AuSdergänzlicheu und schweren Unwahrheit deS Hauptfundaments mögen die VerbandSgenoffen, insbesondere auch die werthen Mitglieder deS Gewerkvereins der Fabrik- und Handarbeiter, auf das Uebrige schließen! Ich erkläre auf Grund der mir vorliegenden und demnächst zu veröffentlichen- den amtlichen Protokolle in aller Kürze noch Folgendes: 1) Der Beschluß, die vorher gefaßten Statutenänderungen (welche nicht wie die genannten und viele andere schon ursprüng- lich statutengemäß beschlossen waren) nachträglich als korrekt be- schloffen anzuerkennen und zu rectificiren, wurde— das Gegen- theil wäre ein Unsinn gewesen— ohne Diskusston bei nament- licher Abstimmung fast einstimmig gefaßt. Die gezeotheilige Be- haupwng ist aus der Luft gegriffen. 2) Nach dem klaren Wortlaut des Z 4»i. 2 der Statuten der Verbands-Jnvalidenkasse ist der Verbandstag verpflichtet, ge- mäß Berechnung des Verbands-Sachverständigen die laufenden Beittäge entsprechend zu erhöhen. AuS der wissenschaftlichen, unantastbaren, mühevollen Berechnung deS Sachverständigen ergab sich das Facit, daß die Beittäge sofort auf 20 Pfennige(2 Sgr.) erhöht werden müssen, wenn die Leistungen dieselben blieben. Um nun den Mitgliedern in der gegenwärtigen schweren Zeit die Verdoppelung der Beiträge zu ersparen, wurde vom Sachverstän- digen vorgeschlagen und von mir(ich rühme mich dessen!) warm befürwortet, statt dieser drückenden Erhöhung lieber vorläufig die Pensionen gleichmäßig auf 1'/, Thaler zu normiren, weil dieser Beschluß zwar jetzt schon für die Rechnung maßgebend ist, aber seine Wirkung für die Invaliden erst in frühestens 4 Jahren eintteten kann und bis dahin die Kassenverhältnisse möglicher- weife wieder den alten Satz der Pension gestatten. Dieser humane Anttag wurde, hauptsächlich auf Betteiben der Herren Rohrmann und Sasse mit 11 gegen 11 Stimmen Vormittags abgelehnt. Als uun aber Herr Dr. Zillmer in den ca. 2 Stunden der Mittagspause nochmals ausgerechnet hatte, daß nun der Beitrag nicht, wie er(unvorbereitet ans die Ablehnung) geglaubt, ca. 17, son- dern über 19 Pf. bettagen müsse, beschloß der VerbandStag(was in der Kompetenz jeder souveränen Versammlung liegt), die hoch- wichtige Angelegenheit auf Grund der neuen Information nochmals zu behandeln, worauf dann glücklicherweise die Annahme mit 17 gegen 5 Stimmen erfolgte, und damit die Möglichkeit ge- geben wurde, die Beittäge statt auf 2 Sgr. nur auf 1'/» Sgr. zu erhöhen. Wären diese Beschlüsse nicht gefaßt worden, so wären nicht nur die Statuten(§ 4) sträflich verletzt, sondern die Auf- lösung und der Bankerott der Verbands- Invaliden- lasse erklärt worden, und damit wäre, abgesehen von dem »amenlosen Unglück an fich, auch jede Aussicht abgeschnitten wor- den, daß die freien nationalen GewerkvereinSkassen die gesetzliche Anerkennung erlangen. Hierauf, werthe VerbandSgenoffen, muß ich Sie eben so eindringlich hinweisen, wie ich eS aus dem Ver- bandStage zu thun für meine heilige Pflicht hielt. Was ich hier ausspreche, bin ich bereit mit den theuersten Eiden zu erhärten. Und nun entscheiden Sie sich, ob Sie Denen folgen wollen, die, bewußt oder unbewußt, den Untergang unserer Kassen, ja der ganzen großen Organisation bezwecken! Aber ich zweifle keinen Augenblick: wie die Ehrenmänner, die Sie zu Ihren Abgeordneten gewählt, aus Ueberzeugung und Liebe zur Sache mit so großer Majorität jenen nothwendigen Anttägen zugestimmt haben, so wird eS auch bei Ihnen der Fall sein.— Gegen die gehässige Verdächtigung Seitens der Verfasser des„Protestes", als sei von uns absichtlich eine Ueber- rumpelung der Abgeordneten versucht worden, lege ich hierdurch entschieden Verwahrung ein, besonders auch im Namen der Herren Abgeordneten, die wohl nicht die Männer sind, sich gleich Un- mündigen überrumpeln zu lassen! Die Anträge konnten einfach nicht früher Angebracht werden, weil dieselben aus der Berechnung hervorgingen, und diese Berechnung in Folge der kolossalen Arbeit erst unmittelbar vor dem VerbandStage fertig wurde.(ES darf wohl daran erinnert werden, daß bei einer Generalversammlung des GewerkoereinS der Fabrik- und Handarbeiter Seitens des Herrn Generalsekretär« noch weit Schlimmere« vorgekommen ist!) UebrigenS kann man nach einer einstündigen Debatte, bei welcher alle Ansichten aufs Freiest- geäußert wurden, von einer Ueber- rumpelung verständiger Männer nicht wohl reden. ES war allein die Macht der wissenschaftlichen Belehrung und Ueberzeugung, die so präcise und einleuchtende Darlegung deS Sachverständigen und anderer geehrten Redner, welche auf die übergroße Mehrzahl der Abgeordneten wirkte; und traurig stände c« um unsere Sache, wenn nicht die Wissenschaft, sondern nur da« Vorurtheil und der blinde Egoismus in so schwierigen Fragen siezen würde. Un» allen wurde eS schwer, in jetziger Zeit die Beittäge, wenn auch nur auf IV, Sgr.(vom Oktober an!) zu erhöhen; aber wenn es sich um die Existenz der Jnvalidenkasse, um die Sicherung der Mitglieder handelte, wenn unwiderlegbar nachgewiesen wurde, daß in Folge der großen Zahl alter Mitglieder die Kasse vorläufig weit mehr leisten muß, al« vorausgesehen war(was der einfachste Verstand einsteht!)— wenn wir bedachten, daß alle Sachverstän- digen eine Erhöhung für nöthig halten, und daß z. B. die Ber- liner Buchdrucker und Schriftgießer bei ISjähriger Karrenzzeit seit lange 2 Sgr. Wochenbeittaz zahlen, so mußten wir als Männer in das Unvermeidliche willigen! Und so denkt auch der bei weitem größte Theil der VerbaudSgenossen. Der Delegirtentag der Tisch- ler— auch Arbeiter!—, der 14 Tage nach dem VerbandStage stattgefunden, hat keine Beschwerde, geschweige denn einen„Pro- test" erhoben.— Im Uebrigen(ich möchte sonst noch Bozen voll schreiben) verweise ich auf die Artikel im Organ und auf daS VerbandStagS- Protokoll, daS vollständige Aufklärung geben wird. Ich schließe mit der dringende» und freundschaftlichen Bitte insbesondere an Sie, Berbandszenossen vom Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter, daß Sie als gerechte und besonnene Männer erst die authentischen Berichte abwarten, ehe Sie Ihr Urtheil aussprechen. Ich erkläre feierlich: Niemand tritt Jh- rem Gewerkvereine entgegen, welche vielmehr von uns Allen als ebenbürtiger Bruder geehrt und geachtet wird. Lassen Sie sich nicht beirren durch die Verdächtigungen Einzelner: die nächste Zukunft wird Ihnen klar zeigen, wer Ihr Vertrauen verdient, und wer nicht! In Liebe zu den Arbeitern, im Glauben an die gerechte Sache mit treuem Gruß! Ihr Freund und Anwalt Berlin, 21. April 1S7S. Dr. Max Hirsch."— „Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." Punktum! Zum Schluß noch wenige Zeilen. Der�Gewerkverein" vom 11. Juni hält sich darübet auf, daß die beiden sozialdemokratische» Fraktionen mit einer Gesammt- mitgliederzahl von 24,728 in Gotha durch 129 Delegirte ver- tteten wareu. Diesen„LuxuS" könnten sich die Sozialisten schon erlauben,„wird doch die Steuerschraube da« ganze Jahr hindurch „zum Besten der Arbeiter" in Bewegung gesetzt." Die Gewerk- vereine seien bescheidener; sie„schicken statutengemäß einen Ver- bandStazS- Abgeordneten bei 500— 1100 Mitgliedern". Diese Ironie steht dem„Gewerkverein" schlecht an. WaS sagen die GewerkvereinS-Mitglieder z. B. dazu, daß Herr Dr. Zillmer für sein Gutachten über die Verbands-Jnvalidenkasse(welches Gut- achten übrigens jeder Arbeiter, sobald er daS erforderliche Material zu seiner Verfügung hat, in 8 Tagen abgeben könnte) 900 Mark, schreibe neunhundert Mark, erhalten hat? Ist daS nicht bis an Verschwendung grenzender LuxuS» und verdiente die Verbands- Verwaltung nicht, unter Curatel gestellt zu werden? Nicht auf die Taschen der Arbeiter berechneter LuxuS war eS, der in Gotha 129 Delegirte zusammenbrachte— nein, die rege Theilnahme, welche die Arbeiter an der sozialistischen Bewegung nehmen, hat die re- spektable Zahl von Vertretern aufgebracht. Aber freilich, mit 23 Delegirte», die auf dem Leipziger VerbandStage erschiene» waren, läßt sich besser auskommen als mit 129. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Herr Hirsch, steigen Sie bei Zeiten herab von Ihrem Thron, Ihre Uhr ist abgelaufen! Politische Uedersicht. — Zum Hastpslichtgesetz und zu den Fabrikanten lassen. Manschreibt uns aus LudwigShafeu, ä. ä. 16. Juni: „Wie die Herren Fabrikanten oder Fabrikdirektoren das Haft- Pflichtgesetz zu umgehen und die Haftpflicht bei einem Unfall von sich weg auf die Schultern der Mitarbeiter des Verunglückten zu wälzen suchen, davon hat man bis jetzt noch nichts(?) gehört, und es wird auch Manchem als eine Unmöglichkeit vorkommen. Aber dennoch ist eS den Herren Direktoren der„Waggon-Fabrik" in Ludwigshafen gelungen, einen solchen Plan auszudenken und in Szene zu setzen. Man höre und staune: Vergangene Woche wurden die Arbeiter besagter Fabrik 10 Minuten vor der Mit- tagSpause in eine Waggonhallc berufen und hier den NichtSahnen- den eröffnet, daß die Fabrik sich in die Unfallversicherung auf- nehmen lassen will. ES wurde den Arbeitern daS„Praktische" dieses Unternehmens auseinandergesetzt und ihnen erzählt, daß jeder Verunglückte 62 Kreuzer per Tag erhalte ic.; der Beitrag aber müsse au« der FabrikS-Krankenkasse bezahlt wer- den, worüber zu sofortiger Abstimmung durch Acclamation die Ueberraschte» aufgefordert wurden, waS natürlich die einstimmige Annahme zur Folge hatte, besonders da noch ein Arbeiter, der sonst recht vernünftige Ansichten hat, sich(ob aus Unkenntniß der Sache oder aus Ueberraschung, ist mir nicht bekannt) dafür aussprach. Zur Illustration besagter Krankenkasse ist noch Folgendes bei- zufügen: Dieselbe besteht: 1) auS dem EinttittSgeld(48 Kreuzer), welches jedem Arbeiter- am zweiten Zahltage abgezogen wird; 2) auS der monatlichen Beisteuer von 24 Krenzern, und 3) aus den Strafen, welche so gehandhabt werden, daß das Etablissement sprüchwörtlich hier Zuchthaus genannt wird. Sie rubriziren sich wie folgt. Wer fünf Minuten bis eine Stunde zu spät kommt, wird um 6 Kreuzer, wer Uber eine Stunde, um 12 Kr., und für jede weitere Stunde um 6 Kr. mehr bestraft; fehlt ein Arbeiter einen ganzen Tag, wird er um den Bettag eines halben Taglohnes, fehlt er einen halben Tag, um den eines Viertcl-TagelohneS bestrast; an Montagen aber sind fämmtliche Sttafsätze verdoppelt. Verliert ein Arbeiter einen Brenner seiner Gasflamme(Werth 6 Kreuzer), so wird derselbe um einen Gul- den gestraft:c. Daß eine Kasse mit solchen Einnahme-Quellen viel Geld besitzt, untersteht keinem Zweifel; könnte man aber in diesem Falle nicht daS EinttittSgeld oder die Beisteuer redu- ciren oder auch einem Arbeiter in Krankheitsfällen, statt täglich 30 Kreuzer, einen Gulden Unterstützung geben? Nein, das geht nicht; wenn die Arbeiter ihre kranken College» unterstützen, sollen sie auch ihre verunglückten College« erhalten, so steht eS einmal im Rathe der Herren. ApropoS: 62 Kreuzer per Tag haben die Herren gesagt— meine« Wissens zahlen die V-rsichcrungSgesellschaftea den Betrag de« ganze» Tagelohnes. WaS geschieht mit dem anderen Gelbe? fließt da» etwa auch in die kranken Taschen, wollte sagen Krankenkassen der Herren Fabrikdirektoren?"— Unzweifelhaft! Unser Correspondent ist aber im Jcrthum, wenn er glaubt, daß die Praxis der LadwigShafenrr Waggon- Fabrik vereinzelt dastehe. Daß die Herren Bourgeois in der er- wähnten Weise die Last der EntschädigungSzahlunz von sich aus die Arbeiter abwälzen, ist etwaS ganz Gewöhnliches. Und solche Fabritkassen, wie die beschriebene�, sind ebenfalls nicht AuSnahm-n, sondern Regel. Der Giftbaum de« Kapitalismus ttäzt überall dieselben Früchte. — Unsere sozialen Zustände; ein fürstlicher Fürst. Man schreibt un« auS Waldenburg in Sachsen: Unser Städt- che» ist klein und seine Bewohner leben meist von Handweberei und Sttumpswirkerei. Die rasch emporkommende Maschinen- Weberei in unser» Nachbarstädten Glauchau und Meerane macht die Arbeit für den hiesigen Ort rarer und billiger. Die Löhne sind so niedrig, daß man nicht begreift, wie die Menschen davon »och zu existiren vermögen. Die Lage der Weber und Strumpf- wirkcr drückt auch auf die der andern Kleingewerbtreibenden, deren Lage fich ebenfalls meist erheblich verschlechtert hat. Früher suchte der Kleinmeister sich noch dadurch etwas Hülfe zu schaffea, daß er ein Aeckerchen, das er befaß, mit dem Nöthigsteu bebaute oder ein vlcheS. pachtete. Aber auch das hat aufgehört. Die kleineren Grundstücke mußten aus Roth verkauft werden, es schluckte sie der große Grundbesitzer, al« welcher bei uns der Fürst von Schön- burg-Waldeuburg auftritt. So weit das Auge reicht, erblickt eS fürstlichen Grund und Boden. Wo ein Acker oder ein Gut in der Gegend unter den Hammer kommt, ist der Fürst der Käufer. Wer ein Gärtchen oder einen Acker pachten will, muß ihn vom Fürsten nehmen, der schwere» ZinS dafür erhält. Ein guter Theil der auf den Häusern in der Stadt lastenden Hypotheken gehört dem Fürsten. Ziegeleien, Brauereien, Brennereien in der Gegend gehören dem Fürsten. Bei ihm kauft man die Butter und die Milch. Der Fürst hat in Folge dessen die Preise als Käufer und Verkäufer in seiner Hand, er ist die ökonomische Allmacht, und man muß einräumen, er versteht auS seiner allmächtigen socialen Stellung Vortheil zu ziehen. Obgleich vom ältesten Adel, wissen auch der durchlauchtigste Herr und die durchlauchtigste Herrin ihre Stellungen auszunutzen, gleich den besten Bourgeois. Wehe, wenn die Durchlauchten einen Arbeiter ertappen, der nach ihrer Meinung nicht im richtigen Tempo arbeitet, seine Entlassung ist sicher. Dabei sind die Löhne keineswegs sürstlich; eine Tagelöhnerin, die Mor- gen» um 6 Uhr anfängt und Abends 7 Uhr Feierabend hat, er- hält 8 Ngr.— 80 Pfennige pro Tag Lohn; vermuthlich soll die Ehre, für einen Fürsten zu arbeiten, durch niedrigeren Lohn bezahlt werden. Die fürstlichen Lohnsätze gelten als die niedrigsten in der ganzen Gegend. Auch über die bürgerlich sparsame Wirthschaft der fürstlichen Familie cursiren allerhand Anecdoten. So wird z. B. erzählt, daß einmal die Fürstin einem im Schlosse beschäs- tigten Arbeiter im Vorüberrauschen zurief:„er solle seine Arbeit ja recht billig machen und nicht glauben, daß er für einen Fürsten arbeite." Schwerlich ist die Frau Fürstin bereit, diese Bescheiden- heit, keine Fürstin sein zu wollen, auch bei gewissen andern Ge- legenheiten gelten zu lassen. Die Entwicklung der hiesigen Zustände hat natürlich für die Bevölkerung ihr sehr Unangenehmes, sie hat aber' auch da? Gute, daß sie Jene immer mehr in unsere Reihen drängt, die noch vor wenig Jahren mit Achselzucken auf uns herabsahen, weil sie durch ein kleines Besitzthum oder ein leidlich gehendes Geschäft sich ge- sichert wähnten. Die Gewißheit, daß dieser Auflösungsprozeß der alten Gesellschaft überall der gleiche ist, giebt unS die Zuversicht de« endlichen SiegS. —„Ich bin der Fürst von Thoren, zum Saufen auS« erkoren"— wer kennt nicht daS famose Studentenlied? Und wer nicht den famosen Held desselben, den„König im soziale» Reich?" Wo aber kann der Fürst von Thoren sein edlcS Handoder Gurgelwerk(auch„Arbeit") besser ausüben als in RüdeS- heim am Rhein, wo der famose RüdeSheimer wächst? Und zum famosen RüdeSheimer ttieb eS vor einigen Tagen mit unwider- stehlicher Gewalt den Fürsten von Thoren. Er ttank, ttank, ttank, kluck, kluck, kluck, und als er deS famosen RüdeSheimerS voll war, da ging fei» Mund über und vor versammeltem Volt redete der König im sozialen Reich eine Rede. Und alle Versammelten, die da gleichfalls voll waren des famosen Radesheimers, sie höreteo andächtiglich zu oder schnarcheten; Die, so aber nicht voll waren deS famosen RüdeSheimerS, höreten entsetzt der lallenden Majestät zu, oder kicherten unehrerbietig. Einer der Letzteren hat die selt« same Szene zu Nutz und Frommen unserer Leser wie folgt be- schrieben: „Schulze-Delitzsch in Rüdesheim, im Himmel und aus Erden. Als die Reklame deutscher Buchhändler den Ar- beiterkatechiSmuS deS Herrn Schulze-Delitzsch zur bahnbrechende« Erscheinung i» der Sozialwissenschafr herausgeschraubt hatte, er« hielt ein Kauflustiger auf die Frage an einen Colporteur, ob er jenes Schriftchen feil hielt, die drastische, zugleich negireude Ant- wort:„Na, da könnte ich die besten Kelle besehen". Schulze wird am besten selbst den fliegenden Buchhändler für seine neueste GeisteSthat machen und zu derselben könnte er die Rede des ReichSoberhandelsgerichtSrath Dr. Goldschmidt als zwiitea Col- portageartikel schlagen mit der Garantie für diese beiden Produkte, in deren besten Theilen sich ei« unfreiwilliger Humor tummelt, weites Absatzgebiet zu finden. Ob er bei diesem Geschäft nach Verdienst behandelt wird und vor Schlägen sicher ist, kann man nach der Launenhaftigkeit de» Publikums nicht bestimmen. Schulze, ReichStagSabgeordneter für den zweiten nassauische« Wahlkreis, erstattete den 11. d. M. feinen Wählern über die Großthaten unseres hohen Parlaments Bericht und beleuchtete dieselbe« in ganz naturgemäßer Weise vom nationalliberal- fortschrittliche« Schaukelstandpunkte auS. Hierbei schrieb er in angeborener Bescheiden- heit der Fortschrittspartei und dem Nationalliberalismus,„jener wackeren Fraktion, die dieselben Ziele aber nicht überall dieselbe« Mittel wolle", die Vertretung einer patriotischen Opposition zu. Die Leser werden eS mir nicht verargen, wenn ich da« Stecke«- pserd dieses„Volksboten", die Diätenfrage, bei Seite schiebe, die Auseinandersetzungen über da» Bankgesetz, ArbeiterhilfSkaffe«, criminelle Bestrafung des ConttattbruchS:c. unbeachtet lasse und nur hervorhebe die Kritik des Programm» der Arbeiterpartei uad die rhetorischen Leistungen, welche den Cutturkampf zum Inhalt haben.„Sie diktireu die Genüsse", sagt«chulze von den So- zialiste»,„sie diktireu die Leistungen, sie machen Durchschnitt«- existenzen, wo die Natur Individualitäten will. DaS ist U«� sinn, daS ist verrückt; ma» macht das ganze reiche LebenSgebiet zu einem Arbeitshaus, z» einer ArbeitScaserne". Mit jenem„Ua-I finn K." glaubt der Redner dem Sozialismus todbringende Keulen- schlage zu versetzen, während sie in Wirklichteit nur die Luft durch- schneiden. Einen guten Rath möchten wir unserem lieben Gegner ertheilen, bei seinen Hieben nicht all zu weit auszuholen, sonst könnte die Welt bei Gelegenheit erfahren, daß Herr Schulze- Delitzsch auf den Kops gefallen ist. Am Schluß des Berichts kommt der glorreichste der Kämpfe nach dem heiligen Krieg' gegen Trankreich: der Culturkampf. Schulze ertheilt dem Staat das Recht, dem Absolutismus der Kirche entgegenzutreten, betont die Trennung der Religion vom Staate und � hier scheint der Geist Gottes über ihn gekommen zu sein— will den kirchenpolitischen 'Conflikt lösen durch die„allgemeine GotteSkindschaft deS Christen- thumS, welche im„Vater Unser« niedergelegt sei«. Trennung der Religion vom Staat— Lösung des kirchenpolitischen ConfliktS durch die Religion des Christenthums!!„Verlangst Du nicht nach einem Besenstiel?" könnte man mit MephistopheleS fragen. Jetzt kommt eine Klarlegung des„Vater Unser«, bei der auch der ver- stockteste Sozialist zu Thränen gerührt wird. Dieselbe lautet: „Ich bitte Sie, einen Augenblick den tiefen Sinn dieses groß- artigen Weltgebetes einmal in das Auge zu fasten. Da beten die Einfältigen und die Schlichten, in Bedrängniß und Zweifeln und in schweren Schicksalen, da beten sie in Dank und Freude und da beten sie in Todesnoth mit denselben Worte«. Nehmen Sie nur diese einzelnen Bitten, eine großartige Prophetie der Menschheit entwickelt schöner sich nicht, als in diesem„Vater Unser«. Wo- mit beginnt es? Mit der Ableitung deS Menschlichen aus dem Göttlichen als dem allgemeinem Bater,„dem Bater unser Aller". AlSdaun heißt eS: Daß das Reich, das man da oben sich gedacht hat in idealer Vollendung, schon hienieden auf die Erde kommen solle:„Dein Reich komme«.— Aber zugleich wird ausgesprochen in dieser Bitte, daß der Wille GotteS nicht bloS geschehen und vollzogen werden solle in jenen idealen Räume«, er soll auch auf Erden vollzogen werden:„Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden!"— Dann kommt der eigentliche Knoten- Punkt deS Gebets, und da heißt die vierte Bitte:„Unser täglich Brod gieb unS heute!« Da ist der Knoten geschürzt zwischen dem idealen Streben und zwischen der nackten Wirklichkeit, zwischen den physischen gemeinen Bedürfnissen und allen hierauf gerichteten Bestrebungen.— Und dann schwingt eS sich weiter auf zur Ver- gebung der Schuld im Gewühle der irdischen Bedrängnisse und Unvollkommenheit, an der wir Alle laboriren.— Und weiter die Bitte um Schutz vor der Versuchung, der wir Alle unterliegen können. Aber der Schluß:„Erlöse uns von dem Uebel«, das ist der Schluß vom Menschengefchlechte selbst: Hinwegräumung aller Dinge und Hindernisse, die der Entwickclunz des Menschen im Einzelnen und der menschlichen Gesellschaft im Ganzen, seiner kulturhistorischen Entwickelung entgegeustehen. Dieses große End- ziel aller menschlichen Entwicklung ist der erhebende Schluß dieses Gebetes!— Ich denke, in diesem Gemeinsamen möchten sich die Confessionen recht wohl vertragen, und wenn Sie Alle immer auf- fassen, daß diese« Gebet in dem jetzigen Stande unserer Cultur- entwicklunz Gottesdienst ist und damit Dienst der Menschheit, wenn Sie sich das immer gegenwärtig halten, dann glaube ich, würden wir weniger Verdrießlichkeiten in dem Conflikte des söge- nannten CulturkampfeS erleben, und wir könnten Alle einig mit einander bleiben." Also Radikalmittel gegen den Culturkampf: zwölf Vater Unser täglich. Bismarck und Pionono, Schulze und Windthorst, Liberale und Ultramontane werden, wie eine Heerde Lämmer gelagert, friedlich und einträchtig neben einander leben. Nun scheiden wir von Ihnen, Herr Schulze; einen Rath noch auf den Weg: Va t'en coucher, Basilio! Geh zu Bett, Schulze; geh zu Bett!« So unser Berichterstatter. Vielleicht hat er sein Thema zu ernst behandelt— oder vielleicht nicht ernst genug. Die bekannte Krankheit Fritz Reuter'S ist kein komischer Stoff und von Herrn Schulze wissen wir, daß er bereits wiederholt peinliche Sensation erregt hat. Wir haben gewiß keine Vorliebe für den Mann, aber wir sehen auch eineu Gegner nicht gern in einem Zustand der Er- niedrigung, der ihn zum Kindcrspott macht. Die Verwandten und Freunde des Herrn Schulze thäten gut, wenn sie ihn etwas — beaufstchtigten. — Die Preßfreiheit in Oesterreich ist keine Chimäre, wie böse Zungen behaupten wollen. Die Nr. 11 deS in Reichen- berg in Böhmen erscheinende„Arbeiterfreund" beweist das aufs Eklatanteste. Da ist kein weißer Raum zu finden, von Anfang bis zu Ende prangt Zeile für Zeile in tiefster Druckerschwärze. Oder sollte diese komplette Erscheinung deS letzten„Arbeiterfreund" nur einem aus Ueberarbeit entstandenen Versehen des Staatsanwalts zu danken sein? Wäre so unmöglich nicht! In Oester- reich ist jetzt die Aera der HochverrathSprozesse angebrochen und da ist selbstverständlich auch der Staatsanwalt in Prag, allwo der „Arbeiterfreund" gedruckt wird, mit dem Arrangement eines kleinen Hochverrathsprozeßchens beschäftigt, wenigstens wird der„Frankfurter Zeitung« auS Prag geschrieben, daß die Prager Polizei beiden dor- tigen„Arbeiterführern" zu gleicher Zeit Haussuchungen ge- halten hat. Es heißt dann in der betreffenden Correspondenz weiter: „Als Grund dafür wurde angegeben, man vermuthe, in den „Ueberfallenen" Mitglieder eines weitverzweigten Geheimbundes zu entdecken, denen man einen Prozeß wegen Hochverrath und Störung der öffentlichen Ruhe anhängen wolle. Bisher fand man jedoch in den verschiedenen Quartieren in Sninhow, Carolinenthal und Kleinseite nichts als eine einzige sozialistische Broschüre, Exem- plare der„Budoucnost", und bei einem der Arbeiter ein Exemplar der„Frankfurter Zeitung«, welche mit Beschlag belegt wurden. Auch einige Briefe in serbischer, croatischer, englischer und unga- rischer Sprache wurden entdeckt, sonst ergaben die elf Haus- suchungen kein Resultat und die Polizeibehörden bereuen es sehr, daß sie sich durch eineu voreiligen frühzeitigen Schritt um groß- artige„Entdeckungen« gebracht haben.« Natürlich sind die„großartigen Entdeckungen" nur Hirn- gespiunste der Polizei. schleunigst an den unterzeichneten Cassirer einzusende». Quittung wird öffentlich geleistet. Hamburg, 20. Juni 187S. Der Vorstand. I. A.: August Geib, RödingSmarkt 12. Den Parteigenossen hiermit zur Notiz, daß die regelmäßigen SitzungStage deS Vorstandes Dienstag und Donnerstag jede Woche stattfinden. Hamburg, 18. Juni 187S. Der Borstand der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands.� I. A.: C. Derossi, I. Auer, große Roseustraße 36, II. Alle Parteigenossen werden vor einem gewissen Carl Susan«, Schlosser, aus Horn in Baden gewarnt. Hamburg, 18. Juni 1375. Der Vorstand der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. I. A.: C. Derossi, I. Auer, große Rosenstraße 36, II. Zimm Partei-Angelegeuheite«. Parteigenossen! Von allen Seiten kommt dem Vorstande die Kunde von Maßregelungen, Verurtheilungen ic., welche heute den einen, morgen den andern Parteigenosse» treffen. Wie leicht erklärlich, erwarten die Geschädigten— und mit Recht—, daß die Gesammtpartei ihnen helfend zur Seite stehe. Wir fordern Euch daher auf, nach Kräften für die Beschaffung von UnterstütznngSgeldern einzutreten und die gesammelten Beträge Gewerksgenossenschaftliches. An die Parteipresse! Aerlin, 20. Juni. Durch einen Director Simon und deren Agenten— lesen wir in der heutigen Nummer der„Baugewerks- zeitung"(No. 49)— sind mehrere Hundert Maurer und Zimmerleute nach Berlin zur Arbeit aus Böhmen und Italien gezogen worden, und hat in Folge dessen der Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister Berlins beschlossen, auf demselben Wege noch mehrere Hundert Maurer und Zimmergesellen von daher heranzuziehen. Wir constatiren nun, daß eine Nachfrage nach Gesellen beider- seitS— Maurer oder Zimmerer— noch gar nicht existirt, sondern daß die Löhne Grund des Angebots von Gesellen herabgesetzt sind, und noch herabgesetzt werden. Außerdem kommen Gesellen auS Böhmen und Italien mit den hiesigen Verhältnissen gar nicht vorwärts, und verfallen schließlich dem größten Elend und der Verlassenheit als Fremde. Darum bitten wir die Parteipresse, dieses überall bekannt zu machen, denn eS giebt hier vollauf genug Maurer und Zimmer- leute zur Arbeit, wenn sie blas danach bezahlt werden. Für den deutschen Zimmererverein. Der Sekretär. August Kapell, Waldemarstr. 56. Metallarbeitergewerkögenossenschaft. Arauuschweig.' Nachdem schon am 9. d. M. die Neuwahl der Vorortsverwaltung hier und einige Tage später in Wolfen büttel stattfand, folgte am Donnerstag, den 17. d. M. die con- stituirende Versammlung. Gewählt wurden: zum Vorsitzenden Unterzeichneter, zum SteU Vertreter Friedr. Weykopf, Friedrichstraße 23, zum Hauptkasstrer L. Homann, Kannengießerstraße 25, zum Schriftführer K. Gö> bel, zu dessen Stellvertreter C. Zeigermann. Ferner zu Re visoren: L. Söhler, H. Körting und A. Salzmann. Zu Beisitzern: A. Friese, Friedr. Meier, Hoffmaun und Oster- mann. DaS Wahlergebniß der Controlcommiffion ist uns noch nicht bekannt. 'Noch machen wir darauf aufmerksam, daß mit dem 1. Juli der neue Kassirer sein Amt antritt, und sind von diesem Tage an alle Gelder an denselben zu senden. Die BorortS-Verwaltung: I. A.: C. Schubert, Bertramstr. 12, a. Correspondenzen. Leipzig. Auf Wunsch constatiren wir, daß der Brief des Hrn. Kramer in Nr. 62 des„Volksstaat" nicht in dem Eiben- stocker„Amts- und Anzeigeblatt" zum Abdruck gelangt» sondern daß ihm von diesem Blatt die Aufnahme verweigert worden ist. Wardenburg in Sachsen, 10. Jnni. Vorigen Sonnabend hielt nach fast dreiundeinhalbjähriger Pause unser Vertreter im Reichs- tag, Herr Bebel, zum ersten Mal wieder eine Volksversammlung ab, und zwar aus dem SchießhauS vor der Stadt. Dieselbe war sehr zahlreich besucht. Bebel sprach über die Ursachen der gegen- wärtigen GeschästSkrise und die Presse. Obgleich unsere Bourgeois sich zahlreich eingefunden hatten, leistete keiner von ihnen der Auf- forderung des Vorsitzenden August Schlegel, das Wort zu er- greifen, Folge; sie fanden es für besser, sich stumm zu drücken. Die Versammlung verlief zu allgemeiner Zufriedenheit und schloß mit einem Hoch auf den Vertreter des 17. Bezirks. Unser Bürger- meister Conradi, der es sonst liebt, die Versammlungen in höchst- eigener Person zu überwachen, und seinen Polizei-Eifer dabei glänzen zu lassen, hatte aus unbekannten Gründen vorgezogen, fern zu bleiben. Vielleicht hielt ihn der Gedanke fern, daß die Verfamm- lung am Vorabend eines Tages stattfand, an dem die hiesigen Parteigenossen ein allgemeines Arbeiterfest zu feiern beabsichtigten, daS er durch seinen Machtsprnch bisher verhindert hat. Herr Conradi hat für dieses sein Verhalten ganz merkwürdige Gründe angeführt, die beweisen, daß polizeiliche Willkür in Sachsen noch in vollster Blüthe steht. Er verlangte unter andern, daß zuvor daS Statut des Arbeitervereins geändert werde, obgleich dies Jahre lang schon in Gültigkeit ist, und von seinem Vorgänger nicht im Geringsten beanstandet wurde. Aus dieses Verlangen ließen sich die hiesigen Parteigenossen nicht ein. Dann war es ihm ein Dorn im Auge, daß bei dem Fest eine Festrede gehalten werden sollte, wodurch daS Fest zu einer Volksversammlung werde. AuS andern Aeußerungcn, die der Herr Bürgermeister gegen Vorstandsmitglieder deS Vereins gethan, geht hervor, daß er von seiner Machtbefugniß die allergrößten Begriffe hat; er soll gedroht haben, daß daS Fest auch dann nicht stattfinden werde, wenn dievorgefetzte Behörde inZwickau auf die an sie ergangene Beschwerde anders als er entscheide. ES scheint fast, als steige das Selbstbewußtsein und der Willkürgeist in«usern Polizeimandarinen in demselben Maße, wie der Kreis ihrer behördlichen Wirksamkeit an Umfang abnimmt. Sicher wer- den sich die hiesigen Parteigenossen nicht abschrecken lassen, ihr Recht dnrch alle Instanzen zu suchen; nichts wäre verkehrter, als vor den bürgcrmeisterlichen Drohungen zu Kreuze zu kriechen. ßHe«nitz. Da» hiesige AgitationS-ComitS veröffentlicht folgenden Bericht: Wir fühlen uns veranlaßt, den Parteigenossen allerorts Rechenschaft darüber abzulegen, in welcher Weise wir für die Ausbreitung unserer Sache von hier auS gewirkt haben. Wir nehmen, ruhig können wir es sagen, ohne zu prahlen, einen Bezirk nach dem andern ein. Der„Rückgang der Sozialdemokratie« er- hält die beste Illustration wohl dadurch, daß wir fast tagtäglich Versammlungen abhalten und für die Verbreitung der Partei- blätter nach Kräften wirken. Wir wollen nicht die zahllosen Ver- eins-, Partei- und Gewerkschafts-Verfammlungen aufzählen, fon- dern wir berichten nur von Volks-, größeren GewerkschaftS-Ber- sammlungen und Arbeiterfesten. So wurden von hier aus die uachbenannten Orte durch unsere Agitatoren besucht, oder auch, wo eS möglich war, durch Redner von auswärts. ES fanden im Monat Januar d. I. Volksversammlungen statt, am 11. in Glauchau, 12. Meerane, 13. Frankenberg und Thalheim, 17. in Klaffenbach, 29. Dresden, 30. Sachsenburg. Im Februar: am 1. Stiftungsfest des ArbeiterbilduugSverein» zu Dresden, 6. Ar- beiterfest in Chemnitz, 12. Volksversammlung in Kappel, 13. in Chemnitz, 21. Zschopau. Monat März: 1. Volksversammlung in Chemnitz, 20. Kappel, 21. Chemnitz, 22. LeuckerSdors, 23. Ar- beiterseste in Altchemnitz, Burgstädt und Hilbersdorf, 30. Volks- Versammlung in Neukirchen. Monat April: am 3. VolkSver- fammlung in Mittweida, 7. Gablenz, 9. Metallarbeiterverfamm- lung in Chemnitz, 10. Volksversammlung in Oederan und Schloß- chemnitz, 11. Volksversammlung in Altendorf und Arbeiterfest in Glauchau, 12. Volksversammlung in Chemnitz, 14. Gablenz, 24. Altchemnitz, 25. Sachsenburg und Merzdorf, 26. Schönau, 28. Chemnitz, Bauhandwerker-Versammlung. Monat Mai: am 1. Volksversammlung in Chemnitz, 2. Burgstädt, 3. Rottluff, 8. Hainichen, 9. Rossau, 10. Oederan, 12. Chemnitz, Holzarbeiter- Versammlung, 15. Volksversammlung in Schloßchemnitz, 16. Ar- beiterfest in Chemnitz, 18. Volksversammlung in Neukirchen, 25. in Gotha. Monat Juni: am 4. Volksversammlung in Chemnitz, 5. Bernsdorf und Elberfeld, 6. Volksversammlung in Köln, Ar- beiterfest in Neukirchen und Bauhandwerkerversammlung in Chem- nitz, 7. Volksoersammlung in Barmen und Harthau, 11. Volks- Versammlung in Chemnitz, 12. öffentliche Versammlung in Kappel und am 13. Volksversammlung in Klaffenbach. ES wurden so- mit im Ganzen 52 Versammlungen hier und auswärts abgehalten, sowie 7 Arbeiterfeste. Als Referenten fungirten in 3 Verfamm- lungen Baumann(Berlin), in 1 Hasenclever, in 1 Hurle- mann(Berlin), in 16 Vahltcich, in 25 Wiemer. Gemein- schaftlich wirkten in 1 Volksversammlung Hurlemann und Wiemer, in 5 Vahlteich und Wiemer. Als Festredner wirkten Luber (Braunschweig), Vahlteich und Wiemer. Wenn wir bedenken, daß Wiemer, bevor er in Chemnitz seinen Wohnsitz nahm, seit dem 18. Januar d. I. ca. 40 Volksversammlungen in Sachsen abhielt, daß Liebknecht, Motteler u. A. m. zahlreiche Versammlungen abhielten, dann mag man einen Begriff von der regen Wirksam- keit der Sozialdemokratie in Sachsen erlangen; auf den Aussterbe- Etat ist sie demnach nicht gesetzt. Jetzt, wo die Vereinigung der Sozialdemokraten vollzogen ist, wird die Agitation noch weit besser und erfolgreicher betrieben werden können als bisher. Darum vorwärts, Genossen, ftisch auf zum gemeinsamen Kampfe, fangen wir bereits jetzt an, uns für die kommende Wahlschlacht zu rüsten! Mit sozialdemokratischem Gruß! DaS AgitationS-Comits. I. A.: C. Hickethier, Poststraße Nr. 34, parterre. („Beispiel wirkt besser al» eine Predigt", sagt daS Sprich- wort. Möge das Beispiel der Chemnitzer seine Wirkung thun! Red. d.„BolkSstaat".) ZSrcmerhafcn. Zwei gut besuchte Volksversammlungen tagten am 6. und 13. Juni im„Collosseum«. In beiden referirte Slauck, und zwar in der erste« über das Thema:„Ist der Sozialismus kulturfeindlich?« und in der zweiten über:„Unsere Volksschulen". Ja beiden Versammlungen erntete Redner großen Beifall. Namentlich ist die letztere hervorzuheben. Dort hatten sich, durch da» Thema angelockt, eine Anzahl Lehrer und Doktoren eingefunden, welche dem einstündigen Referate Slaucks ebenfalls Beifall zollten. Gern hätten namentlich die elfteren sich an der Diskussion betheiligt— aber dagegen konnten und dafür durften sie nicht sprechen; sie liefen sonst Gefahr, brodloS zu werden. Nach einer Einladung zum Abonnement auf die Partei- Organe von Seiten Schütt's wurde die Versammlung ge- schloffen. Mit Gruß! Braune. An die Sozialdemokraten Bremens und der Umgegend! Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Quartal im Abonnement unserer Parteiblätter:„Neuer Sozialdemokrat", Volksstaat« und „Sozialpolitische Blätter". Parteigenossen, Ihr seid bisher rühm- lichst bestrebt gewesen, unsere Presse in immer größerem Umfang zu verbreiten; vcrsiebenfacht hat sich der Abonnentenstand eine» unserer Parteiblätter innerhalb zwei Jahren— das heißt viel ge- than, aber immer noch nicht genug! Sollte unö nicht möglich sein, waS in Altona, was anderswärtS möglich ist? Wir glauben ja! bei vermehrter Anstrengung für unsere, der gesammten Menschheit Sache. Was würde der oben erwähnte Fortschritt bedeuten, wenn jetzt im neuen Quartal Stillstand einträte? Parteigenossen, merkt es Euch: Stillstand heißt Rückschritt; bei festem Zusammenhalten, bei gemeinsamer Thätigleit, sowie wir sie bisher entfaltet, ist aber ein Rückschritt unmöglich. Möge das neue Quartal den Beweis liefern, daß wir unsere Pflicht gethan haben, und daß die Sozial- demokratie in unaufhaltsamem Wachsthum begriffen ist. Mehr als alles Andere kommt die Vermehrung der Abonnentenzahl unserer Blätter und Zeitschriften unserer Partei zu Statten. Also vor- wärrs! zeigen wir, daß wir im Stande sind, die nämlichen Opfer zu bringen wie Andere, und wir werden, wir müssen die näm- lichen Erfolge erringen. Also vorwärts, Kameraden, thut Eure Schuldigkeit! Weiter bringen wir in Erinnerung, daß sämmtliche Quartal-, sowie MonatS-Abonnenten spätestens bis Sonntag, den 27. d. Mts., bezahlt haben müssen; wer später bezahlt, muß 10 Pfennige mehr zahlen, indem die Post bei> pätern Einzahlungen 10 Pfennige aufschlägt. Die Colporteure sind von heute an mit Quittungen versehen, und ohne Quittung darf kein Abonnent Geld bezahlen, damit, wenn ein Jrrthum vorkommt, derselbe leicht ge- regelt werden kann. Die ZcitungS-Commission. An die deutschen Knopfarbeiter! College«!. Auch bei unS ist es jetzt Zeit, die Frage aufzu- stellen: Wolle» wir noch länger zurückstehen vor den ander« Gewerken? Wollen wir noch länger die Hände in den Schooß legen? Wir Berliner Steinnußarbeiter sagten unS: Nein! Und deshalb haben wir hier jetzt schon einige Versammlungen gehabt, in denen wir unS die Nothwendigkeit einer Vereinigung klar gemacht haben, und sind zu dem Entschluß gekommen, uns mit allen Knopsarbeitern Deutschlands zu vereinigen, und zu einem festen brüderlichen Bund zu organistren, welcher uns vor Roth und Unterdrückung bewahren soll, unser» Kinder» aber zum Segen gereichen wird. Daher erschallt von hier der Ruf auch an alle Mart Collegen: Wachet auf, ermannet Euch und macht Euch diese zur Hirsch, Die angeblichen sozialen Theorien und die wirklichen Nothwendigkeit gewordene brüderliche Vereinigung klar! Nicht Bestrebungen des Herrn Bakunin laffet Euch durch Partei- Zwiftigkeiten trennen; denn wir haben Jacobi, L., Es werde Licht( Boeften).. hier nicht eine Parteiorganisation vor Augen, sondern wir wollen Jacoby, Joh., Das Ziel der Arbeiterbewegung Inaugural- Adresse der Intern.Arb- Affoz. v. 28. Spt. 1864 nur unsere eigenen materiellen Intereffen wahren und fördern. Hiermit legen wir Euch auch folgendes Programm zur Be- Ein Komplot gegen die Intern. Arb.- Affoziation. Aus dem Französischen übersetzt von Kokosky rathung vor, welches die Grundlage unsrer Organisation bilden Kraffer, Dr. F., Anti- Syllabus( Gedicht). und einem in fürzester Zeit von hier aus einzuberufenden Congreß Ceterum censeo( Gedicht) vorgelegt werden soll. dns& su Lange, Arbeiterfrage Laffalle, F., Arbeiterfrage Programm der deutschen Knopfarbeiter: 1) Durch gemeinsame Agitation die Knopfarbeiter Deutschlands in eine einzige, eng geschlossene brüderliche Verbindung zu bringen. 2) Die Ehre und materiellen Interessen der Betheiligten zu wahren und zu fördern. Gims s .0% a. Durch Abschaffung aller bestehenden Fabrikordnungen, Zwangsund Fabritskaffen, sowie Einführung freier Kranken-, Unterstüßungsund Begräbnißtaffen. b. Durch Errichtung eines Fonds zur Unterstützung solcher Mitglieber, welche durch Maßregelung seitens der Fabrikanten ober burch Arbeits- Einstellung außer Arbeit sich befinden. [ c. Durch Grünben eines Arbeitsnachweise- Bureaus und Gewährung von Reiseunterstützung. & im 18 d. Durch statistische Erhebungen über Höhe der Löhne, Arbeitszeit, Lebensmittelpreise, und den Stand des Arbeitsmarktes überhaupt. de a e. Durch Vertretung in der Preffe, d. h. durch Gründung eines bestimmten Organs event. bnrch periodische Circulare. Ueber Verfaffungswesen. An die Arbeiter Berlins Offenes Antwortschreiben Fichte's Philosophie Arbeiterlesebuch Arbeiterprogramm Die Wissenschaft und die Arbeiter Criminalprozeß, III. Instanz. Der italienische Krieg und die Aufgabe Preußens Franz von Sidingen • Syftem der erworbenen Rechte Die Feste, die Preffe 2c. Bastiat Schulze Erwiderung auf eine Recension der Kreuzzeitung über das Buch Herr Bastiat- Schulze" Indirekte Steuern Macht und Recht. Düffeldorfer Prozeß Julian Schmidt der Literarhistoriker Siebknecht, W., Zu Truz und Schuh Ueber die politische Stellung der Sozialdemokratie Zur Grund- und Bodenfrage. Berathen und beschlossen ist dieses Programm worden von Leipziger Hochverrathsprozek. den Berliner Steinnußtnopfarbeitern in einer Versammlung am 8. Mai. Zur Veröffentlichung dieses und fernerer Bekanntmachungen find die beiden Organe, der" Neue Social- Demokrat" und ber " Gewerkverein" bestimmt worden. Auch alle andern arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, dieses in ihre Spalten aufzunehmen. Etwaige fübeck, C., die Baterlandslosen( Novelle) Anfragen und Briefe find zu richten an Julius Winkelmann, fommel, Jesus von Nazareth Berlin N. Stettiner Straße 6, Hof parterre. Im Auftrage sämmtlicher Berliner Steinnußknopfarbeiter: Das Comité. Quittung V. Wiffen ist Macht Macht ist Wissen. 2. Aufl. Reichstagerede 1874 Johannes Huß · • . Marx, Der Cölner Communiften- Prozeß. 2. Aufl. Das Kapital. 2. Aufl. Der XVIII. Brumaire des Louis Bonaparte Mignet, Geschichte der franz. Revolution von 1789 bis 1814, deutsche Uebersetzung gebd. Moft, Liederbuch, gbb.. • · Für die Hinterbliebenen Yord's gingen seit dem 5. Mai Otto- Walter, A., Allerhand Proletarier. Eine Hausgeschichte d. J. bei dem Unterzeichneten ein: Altona, Lifte 254, d. Günther M. 12,00; Lifte 22, d. Meinz 4,85. Augsburg, d. J. Endres( Rest] 2,00. Berlin, v. Buchbinder Gräfe 3,70; Lifte 1, d. Ritter, Saal 7 bet 2. Löwe 7,25; Lifte 8, d. H. Dehringer 12,50; Liste 12, d. Windhorft 1,50; Lifte 6 u. 11, b. G. Lemke 14,10; v. G. Rathenau für 1 jap. Bild 9,60. Erlangen, d. Grillenberger in Nürnberg 6,00. Ernstthal, d. W. Garbe 2,30. Gartenfeld, b. Bums. 1,23. Gießen, auf Listen d. Carl Orbig 10,40. Glauchan, auf feche Listen, b. O. Bunkhardt 31,55. Halberstadt, d. Morgenthal 7,43. Hamburg, Lifte 95, d. E. A. Paulsen 6,75. Hamm, Lifte 98, d. W. Meyer 4,80. Hannover, d. A. Bezsch 7,50. Heidingsfeld, b. W. Noll 3,80. Hohenftrin, d. W. Garbe in Ernftthal 2,40. Lechhausen, b. Rottmanner in München 6,00. Leipzig, d. H. Schiffel( Saldo) 3,50. Meerane, d. Ernst Lacher 5,05. Mühlhausen i. Th., d. F. E. Hofmann( C. Henzel) 1,90; d. 5. Pölit 11,20. Nürnberg, d. C. Grillenberger v. H. Schneidern 21,00. Offenbach a. M., b. P. Müffig 17,40. Ditenfen, Lifte 24, d. Gütschow 2,18. Ronneburg, b. 3wider 2,53; ferner d. 3. aus Friedrichsheibe 2,30. Wandsbed, v. F. Meyer 1,50. Alle diejenigen Parteigenossen, welche noch im Befite von Sammellisten für die Hinterbliebenen Yord's find, wollen diese Listen sammt Geld bis Ende d. Mts.( Juni) an den Unterzeichneten einsenden. Hamburg, 16. Juni 1875. August Geib, Röbingsmarkt 12. Nachstehende Schriften find von der Buchhandlung des„ Boltsstaat", Rienzi. Drama in 5 Aufzügen Am Webstuhl der Zeit. Soz. Noman. Photographien von Bebel, Brade, Dieggen, Engels, Feuerbach, Geib, Hepner, Herwegh, Joh. Jacoby, Laffalle, Liebknecht, Marr, Moft, Motteler, Ph. Becker, Bahlteich, Walster, Yord, Garibaldi, Blanqui, Courbet, Crémieur, Delescluze, Ferré, Flourens, Leo Frankel, Marat, Millière, Raoul Rigault, Roffel, Baillant 2c.; in Bisitenkartenformat Gruppenbilder( Tableaur) der sog. Wiener, Braunschweiger, Leipziger und Pester Hochverräther in Kabinetformat in Groß- Folio( Laffalle, Yord, Bebel, Liebknecht) Prekgesek vom 7. Mai 1874 Protokoll des Stuttgarter Kongreffes 1870 des Dresdener Congresses 1871 des Coburger Congreffes 1874 Holzarbeitercongreß zu Nürnberg 1873 des Bafeler Congresses 1869 . des Schweizer Arbeiter- Congresses zu Olten des Schweizer Arbeiterbundes zu Winterthur Prozek gegen Dr. H. Tauschinski und 31 Genoffen in Graz wegen Religionsstörung und geb. soz.- dem. Verbindungen Rathgeber für Gewerbtreibende. Revidirte Landgemeindeordnung für Sachsen Städteordnung. • Rittinghausen, Sozial- demokratische Abhandlungen, 5 Hefte Röckel, Sachsens Erhebung und das Zuchthaus zu Waldheim Sack, Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheit. Schauer, A., Feftrede, geb. zu Dresden, den 3. Septbr. 1872 Schulze, G., Der große Krach, ein Märchen für gr. u. fl. Kinder Stamm, Sozialistisches Wahlprogramm. Statuten der Internationalen Arbeiter- Affoziation Strafgesehbuch für das deutsche Reich Vahlteich, Der Deflamator. 1. Heft Vogel, Verfälschung der Lebensmittel Volksstaat- Kalender für 1874. • für 1875 Volksstaat- Fremdwörterbuch . • !!! 15. Berlin Berliner Naturfreunde. Sonntag, den 27. Juni, Morgens 7 Uhr Alle mit Kind 50. Regel am Potsdamer Bahnhof. Partie nach Potsdam. Unsere Freunde 20. in Nowawes werden die Führerrolle übernehmen. Jeder Freund will10. fommen. Baumann. Grimpe. Heinsch. Müller.[ 125] Sonntag, den 27. Juni, Nachmittags • 1. 25. Frankfurt a. M. 5. bauses: 3 Uhr im Wald in der Nähe des ForstAllgemeines 20 Arbeiter- Verbrüderungs- Fest, 20. von Abends 9 Uhr ab Ball im Saale des Herrn Rohrbach, früher 5. Aboloy im Niederad. sim 10. 30. Zu diesem Fest labet alle Arbeiter Frankfurts und der Umgegend ein. Das Comitee. 20. NB. Da ein Feftzug polizeilich nicht erlaubt ist, so versammeln 15. fich die Theilnehmer auf dem Feftplate. [ 2a] [ 350] 20. sali Sozial- demokratischer Arbeiterberein. 30. Gera Sonnabend, ben 26. Juni, abends 8 Uhr im Bereinslokal 80. ste Außerordentliche Generalversammlung. 1. 25. 15. 3. Wegen Regelung wichtiger Vereinsangelegenheiten werden die MitD. B.[ 50] 20 glieder ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 50. Halle An die Abonnenten des„ Volksstaat“. 15. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Vierteljahrs- Abonnement auf 30. unsere Parteiblätter. Wir ersuchen Diejenigen, welche mit dem Abonne5. menisgelde noch im Rückstande sind, dies spätestens den 25. b. M. ein20. zuliefern, da die Commission schwerlich ihren Berpflichtungen nachtommen 90. fann, wenn dies die Parteigenoffen versäumen. Leser, die etwa ihr Blatt nicht weiter halten wollen, mögen dies ebenfalls bis spätestens den 25. b. 20. bem Unterzeichneten melden, andernfalls wird angenommen, daß sie sich 15. weiter verpflichten. Möge im neuen Quartal jeder einzelne Leser rüftig 50. für Verbreitung der Parteiblätter sorgen, damit wir am Schluß desselben 25. ähnlich gute Resultate, wie im verflossenen aufzuweisen haben. Beschwerden 15. über unregelmäßige Zusendung der Blätter wolle man bis auf Weiteres 75. bei Unterzeichnetem melden. Für die Zeitungs- Commission. 30. 30. 25. 1108 9. J. A.: Hugo Rödiger, Große Steinstraße 73, bei Toft. Gewerkschaften Fest- Gomitee. 150 Leipzig Sigung Freitag Abends 8 Uhr. 1. 1 1. 80. Leipzig Sonnabend, 26. Juni: Gewerkschaft der Holzarbeiter. 40. 50. 50. 3. H. Stiffel, Bevollm. [ 50] d 5 b 62 [ 70] ( 2 be S Versammlung. Windmühlenstraße Nr. 7. Tagesordnung: Diskussion über eingegangene, sowie eingehende Anträge zur General- Versammlung. Aufnahme neuer Mitglieder. Leipzig Freitag, den 25. Juni, Abends halb 9 Uhr im Saale des Bellevue( Leipz. Saal.) Socialisten- Versammlung. Bortrag von Liebknecht. Politische Rundschau. 50 Der Einberufer.[ 50 fe Arbeiterbildungsverein. 5. London Deutsche Sektion der Internationalen Arbeiteraffoziation. S 25. fi เล ดี 60. 3. 38, Marshall Square, W. 25. 20. Gewöhnliche Vereinsfizung jeden Samstag, englischer Sprachunter15. richt jeden Mittwoch und Borträge an Sonntagen abwechselnd mit ( m) geselligen Abenden. fü ur [ 60] fü 30. 40. 50. Bg. Frant!! Wie magst Du behaupten, Du habeft mir zu Schut 20. und Truz" gesandt?? Und ist Dir der Wiener Hochverrathsprozeß ( 9 Hefte) nicht bewußt", wofür Du mir dann gütigft Moft's Kapital 25. und Arbeit" versprachst? Neustadt a H. ( 7 A. Grabler.[ 125] N 70. 90. 3. 50. bemühen. 34 1. 40. B 1. 80. ge • • m 60. 10. 50. 10. 10. Nach§ 20 des Statuts wird hiermit bekannt gemacht, daß laut P Beschluß des Aufsichtsrathes die außerordentliche Generalversammlung, ja beren Einberufung von den Begründern der Genossenschaft seinerzeit vor geschrieben worden ist. eri 15. 70. !!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Leipzig, Zeigerstr. 44, zu beziehen: Armen- und Heimathsgesehgebung Mart 1. . broch. gebb. 50. Bebel, A., Unsere Ziele. 5. Auflage 25. Volksschulgeset für Sachsen. 1. 50. Becker, B., Der alte und der neue Jesuitismus Briefe beutscher Bettelpatrioten. In 5 Lief. à 60. Wohnungsfrage. Ein soziale Stizze 75. Wuttke, Die deutschen Zeitschriften 20. 2. 25. Yord, Die industrielle Arbeiterfrage 3. 50. -25. 1. 60. . 30. Brieftaften 6. 9. Herr Schönherr, Hutmacher hier, wird gebeten, sich im Laufe dieser Woche in die Expedition des Boltsstaats behufs einer Mittheilung zu Allgemeine Deutsche Affociations- Buchdruckerei zu Berlin. ( Eingetragene Genossenschaft.) Die Reaktion in Deutschland gegen die Revolution v. 1848 Mißbrauch der Nationalitätenlehre National- ökonomische Raketen. K. Fourier • Becker, J. Ph., Geschichte der füddeutschen Mai- Revolution Borbote. Soz. pol. Monatschrift.( 6 Jahrgänge, 1866-1871) Nene Stunden der Andacht( Satire) ca. 20 Lief. à Blos, W., Zur Geschichte der Commune von Paris Unsere Preßzustände. . • · . Blut und Eisen ob. die Entstehung d. Krieges von 1866 Boruttan, Religion und Sozialismus Christenthum und Sozialismus. Eine religiöse Bolemit Der Braunschweiger Ausschuß der sozial- demokratischen Arbeiterpartei in Lözzen und vor Gericht 1871 Der Beitgeist B • . Die parlamentarische Thätigkeit des deutschen Reichstags und ber Landtage und die Sozialdemokratie. Die Volksschule und die Lage ihrer Lehrer in der Provinz Preußen Dietgen, National Dekonomisches.. -- Die bürgerliche Gesellschaft -- Das Wesen der menschlichen Kopfarbeit ber Redaktion: R. S. in Oliva wird abgedruckt. Sonntag, den 10. Juli, Vormittags 11 Uhr zu Berlin im Lokale des Restaurateurs Vogel, Alexanderstraße Nr. 31 fer 25. stattfindet. ne 25. Laut§ 21 ist jedes Mitglied, welches mindestens 3 Reichsmart zum Genoffenschaftstapital eingezahlt hat, stimmberechtigt, sowie ferner tu 65. befugt, seine Stimme einem anderen stimmberechtigten Mitgliede zu über tragen. Zur Legitimation der eigenen und übertragenen Stimmen ist bas Mitbringen der betreffenden Antheilscheine respective Interims quittungen vorgeschrieben. Alle ftatutgemäßen Beschlüsse der General versammlung find auch für nichtvertetene Mitglieder rechtsverbindlich. Alle Anträge sind bis zum 30. Juni an Herrn H. Rackow, Berlin S. O. Oranienftr. 8.( Geschäftslokal der Genossenschaft) einzusenden. Im Anftrage des Ausschusses u. des Aufsichtsrathes. Eduard Bernstein. [ 240] ten Bo te S ber Expedition: Fromann Baden: Bitten um genaue Angabe Ihres Neu! Im Berlag von Aug. Bergmann, Barmen, Neu! Wohnorts, da die Schriftenfdg. von der Post wieder an uns Oberdörnerstr. 27, ist erschienen: sämmtlichen Reichstagsabgeordneten der Sozialistischen Arbeiter partei Deutschlands, nebst Laffalle, in Groß- Format. Preis eines Exemplars in elegantem Rahmen Reichsmart 4.00 1.50 ohne Rahmen per Dzzd. 14.40 Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bestellungen nimmt entgegen der Verleger sowie C. J. Kuhl, Gewerbe Schulstraße 98. [ 3c] [ 250] 20. zurüd fam. M. Bmmrlein in Theilheim: Ihre Reclamation wegen Die 25. Nichterhalten des Blattes haben wir der Poftdirektion zur Recherche über20. geben. A. Withr Bürzel: Reklamiren Sie die fehlenden 3 Nr. des 50. Quart. bei dortiger Post. Poftabonnements werden nicht von uns direkt, 50. ondern durch die Post versandt und haftet diese für richtige Lieferung. 15. Reklamiren Sie aber fünftig sofort wie eine Nummer ausbleibt diefelbe bei Ihrer Pofterped. Wßmr Constanz: Die Adresse des Oscar Rofen1. 25. hain ift Apolda, Schützenstr. F. 17. J!!!! 25. 15. 15. Altona 10. Mittwoch, den 23. Juni, Abends halb 9 Uhr: Deffentliche Mitgliederversammlung 5. des sozial- demokratischen Arbeitervereins. Tagesordnung: Erläuterung des Statuts. 20. Die Sozialisten Altonas sind hierzu eingeladen. A. Forschner, 1. Vors. L. Drogand, 2. Bors. Parteigenoffen und Freunde. 15. Bremen Sonntag, den 4. Juli: Die Religion der Sozialdemokratie. 5 Kanzelreben 1. 50. Diffidentengeset 20. Douai, Dr. A., ABC des Wiffens für die Denkenden. 2. Aufl. Eichhoff, Die Internationale Arbeiter- Affoziation 50. Engels, F., Zur Wohnungsfrage. 3 Hefte 45. -Der deutsche Bauernkrieg Die Batunisten an der Arbeit. Erinnerung an die letzten Maitage 1871( Gedicht) Geiser, Die Forderungen des Sozialismus an Gegenwart Luftfahrt per Dampfschiff nach Vegesat( Schönerbeckergehölz.) " " " " " " Deutsche Reichs- Spinnstube illuftrirtes, in voltsthümlichstem Tone gehaltenes Wochenblatt, toftet bei allen deutschen Poftanstalten 60 Pf. das Vierteljahr. d ( 2a) Redacteur John Reitenbach- Plicken bei Gumbinnen. Volksfest Zwickau. Liste der noch nicht abgeholten Gewinne ber [ 60] 128 168 179 188 207 209 226 234 246 249 251 291 306 316 ber bef Ra no1 Ka Ba beg 324 326 356 365 367 368 371 374 376 385 406 409 414 450 470 487 489 504 507 524 548 568 617 622 701 723 731 748 767 776 838 845 853 943 949 968 982 1008 1010 1024 1066 1072 1083 1088 1126 1133 1139 1183 1168 1188 1154 1225 1268 1309 1338 1343 1368 1428 1458 1444 1465 1489 1413 1546 1550 1554 1629 Bu 15. Herren- Karten à 1,50 Pf., Damen- Karten 75 Pf. find an den bekannten 1661 1669 1714 1720 1721 1725 1728 1733 1739 1746 1748 1753 alf 50. Bertaufsstellen bis Dienstag, den 30. b. M. zu haben, später werden 1802 1822 1843 1846 1878 1932 1972 2194 2267 2274 2396 2442 Ge 5. teine ausgegeben. 2445 2507 2529 2538 2588 2766 2774 2882 2945 3218 3256 3315 fäll Den Parteigenoffen in den nächstliegenden Städten werden ersucht, ft 3339 3364 3373 3377 3395 3432 3433 3441 3639 3701 3706 3727 50. daran zu betheiligen. Das Fest comité.[ 225] 3742 3749 3787 3805 3838 3865 3899 3984 4017 4032 4065 4069 Wahlverein der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. 1. 40. Berlin Donnerstag, ben 24. Juni, Abends 8 Uhr: und Zukunft Generalabstimmungsliste des deutsch. Reichstage v. 1867-73 Genoffenschaftsgesetz( Bundesgesetz) 2. • Haftpflichtgefeh vom 7. Juni 1871 Gewerbeordnung für das deutsche Reich. Hepner, Ad., Meine 31/ 2jährige Leipziger Polizeicampagne Mark Herr Böhmert und seine Fälschungen der Wissenschaft, begangen in seinem Buche:" Der Sozialismus und bie Arbeiterfrage" Hillmann, Die internat. Arbeiter- Assoziation 1864-71, ihre Geschichte, Programm und Thätigkeit Brattische Emanzipationswinke 1. 50. 3. 60. ein Generalversammlung bei Bogel, Alexanderstraße 31, 4070 4079 4080 4102 4118 4147 4182 4188 4253 4281 4321 4362 4405 4414 4424 4457 4553 4555 4577 4703 4743 4745 4808 4821 4836 4903 4908 4910 4915 4946 4949 4955 4975 4976 4986 4988 Den Die darauf gefallenen Gewinne find Donnerstag von 7-10 Uhr ein tag hau Tagesordnung: Allgemeiner Bericht; Kaffenbericht: Antrag auf Auf- und Sonntag von 1-7 Uhr Abends in der Boltshalle gegen Rüd fach lösung des Vereins. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es gabe des Looses in Empfang zu nehmen. Loose, welche nach Verlauf Ka 80. Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. Präsenzlifte liegt auf. von 3 Wochen, vom 20. Junt an gerechnet, nicht entnommen find berf verlieren den Gewinnantheil. Die Berloofungs- Commiffion.[ 300 15. Der Vorstand. Die Montags- Versammlung fällt ans, nach der Bersammlung gemüth 15. liches Beisammensein. ( 26) [ 100] Berantwortlicher Redakteur: H. Rindt. Redaktion Hoheftraße 4, Expedition Zeigerstraße 44, in Leipzig. Druck und Berlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig. bem