Erscheint in Seipng Mitl!voch,Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- U.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigte» Staaten: F. A. Sorge, La» 101 Hobokon, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and coates etr. Philadelphia. Abonnementeprei» für ganz Deutschland IM. 60 PI. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Lten u. 3ten Monat und aus den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Ite» Monat des Quartals a 54 Pf. Organ der Sozialistlschen Arveiterpartei Deutschlands. Änterate die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheitcn betreffend, werden mit 10 Pf.,— Privat- und Vergnügungs- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespallene Petit-Zeilc berechnet. Kr. 87. Sonntag, 1. August. 1875. Abonnements anf de»„Volksstaat" für den Monat August zu 55 Pfennigen werden bei allen deutschen Postanstalten, für Leipzig pro Monat zu 60 Pf. bei der Expedition, Zeitzerstraße 44, und bc-i Colpor- teur Müller, für die Umgegend von Leipzig bei den Filial- expeditionen: für Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschönefcld w. bei Frau Engel, Reudnitz Feldstr. 14, Hof 1 Tr., für Eon- newitz k. bei Teubert, Bornaischestr. 19, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Schloßgasse 13 daselbst, für Thonberg u. Nenreudnitz bei Zeitungsspcditeur Zschau, Neu- reudnitz 15, 1 Tr., für Plagwitz und Lindenau bei Schuster, Mcrseburgerstr. L6. für Gohlis-c. bei O. Peukert, Haupt- straßc 19, für Stötteritz bei Fr. V° genitz, Hanptstr. 38, an- genommen. Für Berlin wird aus den„Volksstaat" monatlich für 75 Pf. frei in's Haus abonnirt bei Trautmann, Manteufel- straßc 25, vorn 3 Tr.; Rubenow, Drunncnstr. 34 im Laden. Der Abonnementsbetrag ist bei Bestellung zu entrichten. schränkurg müßte aber auch eingeführt werden in Bezug auf die Abzüge, w lche Kaufleute auf die ihnen gelieferten Maaren will- kürlich machen. So kommt eS in meinem Geschäftszweige oft vor, daß die Kausleutc, welchen die Lieferung gemacht wird, Abzüge wegen so kleiner Fehler machen, daß ein reeller Arbeitgeber lieber den Schaden aus eigener Tasche bezahlt, als daß er ihn seinen Arbeitern vom Lohn abzöge." Bemerkenswerth ist es noch» daß die Enquete- Commisston nach Einreichuug der Fragebogeu bemerkte, jetzt habe fie doch weuigstenS einen Sozialdemokraten gehört. Soweit der„Neue Sozialdemokrat".— In derselben Angelegenheit schreibt uns ein Parteigenosie auS Cöln: „Es hat hier im Saale des GewerbegerichtS ebenfalls ein Ber- hör über die bekannten Frageu stattgefunden, wobei man folgen- dermaßen verfahren ist. Am 14. Juni waren etwa 6 Gesellen und 12—14 Meister vorgeladen, um sich über die gestellten Fra- gc» zu äußern. Man hatte den Gesellen bloß eine Einladung geschickt, hingegen den Meistern die Fragen vorher zuge Die Leipzigers Abonnenteujf werden�noch besonders darauf stellt, damit sich dieselben darauf vorbereiteu tonnten. Als die g-limch., d.« tri„tri. a.Wt.Wti.te I.»-«' s-- s d-- Quartals- als MonatSabonnemeutS angenommen werden. „Neue Politische Ucbcrsicht. — Zur ArbeitSenquete in Berlin bringt der Sozialdemokrat" folgende Mittheilungen: „Bei der ArbeitSenquete hat man bei den Vernehmungen in Berlin auf daS Sorgfältigste vermiethen, irgend einen Sozial- demokraten zu beftagen. So war denn komischerweise der erste Sozialist, der zur Beantwortung der Fragen dort kam, ei« „Fabrikant", hinter besten Stand man wohl nicht den„Rothen" vermuthetc. Freilich war eS kein Großfabrikant, sondern ein kleiner Fabrikant von Tuchfioffen, der die Ausbeutung durch das Eapital genügend erfahren hat. Später sind noch zwei oder drei sozialistische Arbmer vernommen worden, weil fie zufällig Kranken- tastenvorstände waren. Au« der gepfefferten Frazebeantwortung unseres Fabrikanten wollen wir Einiges mittheilen. Ueber. Fortbildungsschulen für Lehrlinge gab derselbe zu Protokoll:«Eine Fortbildungsschule für Lehrlinge und jüngere Arbeiter muß jeder vernünitige Mensch gut- heißen. Doch hat eine solche Schule nur dann Nutzen, wenn sie obligatorisch ist und die Arbeitszeit gesetzlich aus einen Normal- arbeitstag beschränkt wird, da sonst die Lehrlinge und jungen Leute erst eine Vorlesung über die jetzigen Gesellen- und LehrlingS-Vcr Hältnisse, wobei er betonte, es sei nothwendig, daß etwaS geschaffen werde zum Schutze der Meister, damit die Gesellen und Lehr- linge nicht muthwillig aus der Arbeit laufen könnten.(Natürlich allgemeine Zustimmung der Meister!) Der Zufall hatte e» ge- wollt, daß unter den anwesenden Gesellen ein Parteigenosse war, den man sicherlich nicht als solchen gekannt hatte. Derselbe erbat sich das Wort und meinte:„Wenn man mit dem Gedanken um- gehe» ein Ausnahmegesetz zu machen, so solle man doch wenigstens mit gleichem Maße auch die Herren Meister messen, denn in den häufigsten Fällen, wo Kontrakte gebrochen würden, seien eS gerade die Meister, welche daran Schuld wären, indem oft Mißbräuche beim Atkordire» vorkämen, wie man sie kaum schlimmer denken könne." Er citirte nun ein Geschäft, in welchem er selbst beinahe siebe» Jahre gearbeitet hatte, �eS ist die» die größte Möbel- fabrik Hierselbst, wo fast nur LuxuSarbeiten verfertigt werden; da« Geschäft wird im BolkSmunde als ein sehr humane« bezeichnet, und die Gesellen sehen auch mit einem besonderen Stolz auf an- dere LeidenSgenoffen herab), und legte dar, wie e« dort bei dem Aktordmachen zugehe. Wenn ein fremder Geselle anfinge, so würde ihm die Zeichnung zur Durchsicht vorgelegt und später würde er in« Comptoir gerufen, um Akkord zu machen. Wenn man nun merkte, daß der Geselle die hiesigen Preise nicht kenne, und sich Eisenach ein beurlaubter Polizeisergeant a«S Weimar zur Gespenster- stunde eine Verhaftung an einer völlig schuldfteien Frau, welche die Kunstschule in Weimar besucht. Der Mann erklärte im Auf- trage Bismarck'« zu handeln,— jetzt ist auch er bereit« als ver- rückt an seine Behörde in Weimar abgeliefert worden. Wahr- scheinlich wird sich die gegenwärtige Zeit noch den Ehrentitel: die HundStage de» deutschen Gemeinlebens erobern. Freut Euch nur, Ihr Reichsfreunde! — Die Schutzlosigkeit der Soldaten gegenüber der Willkür ihrer Borgesetzten vom General abwärts bis zum Unter- offizier wird durch folgendes Faktum trefflich dargelhan: „Vor dem Militärbezirksgericht in München erschien unter der Anklage der Mißhandlung eines Untergebenen der Bataillon«- Tambour Wecker. Derselbe ist beschuldigt, bei Gelegenheit der Einübung eine« Tambour« demselben einen heftigen Schlag mit einem Stocke gegen den Hinterkopf versetzt zu haben. Obwohl der Angeklagte der That geständig war, wurde er frei- gesprochen. Angesichts solcher sreisprechcuden Urtheile(wir er- inneru an den Plattner'schen Fall) ist e« wahrlich nicht zu ver- wundern, wenn die Selbstmorde unter den Soldaten fortwährend zunehmen. Der in Nürnherg erscheinende, als Organ der dor- tigcn Fortschrittspartei zu betrachtende„Fränkische Kurier" be- gleitet die von ihm gebrachte amtliche Statistik über die Todesfälle der deutschen Armee mit folgenden Worten:„Es dürfte doch endlich an der Zeit sein, daß eine eingehende Untersuchung an- ! geordnet wird, damit wir erfahren, au« welchen Gründen so viele Sterbefälle in Folge von Lungenschwindsucht und Lungenentzün- dung, und namentlich, warum so viele Selbstmorde in der Armee vorlommen. ES müssen Gründe und zu beseitigende Gründe vor- Händen sein, welche unter den kräftigsten jungen Leuten de« Laude« solche Verheerungen anrichten. Scheut man eine Untersuchung oder sind diese monatliche» Opfer die nothwendigen Folgen unserer MilitärdiSziplin und de» bewaffneten Frieden«?" Die Liberalen könnten schon lange gemerkt haben, daß diese» und unendlich viel andere„Opfer die nothwendigen Folgen" nicht allein unserer„Militärdisziplin und des bewaffneten Frieden«", sondern de« ganzen durch den Liberalismus möglich gewordenen System« des gefühl- und schonungslosen Militarismus find. Wie die Saat, so die Ernte! vor U-bermüdung nichts profitiren. Ebenso muß der Unterricht der,- ve auq n.azr ver ven anvern �°u-g-n oanaaz-rrnnorgr yaoe, ...'..dl. y..«,.-.b-, t...cht.-- LK ferner, welcher nicht schüchtern ist, konnte in manchen Fällen den gebotenen Preis um 5, ja sogar um 25 Thlr. erhöhen, aber wie auf gewerbliche> W abzielen und ist vor allen Dingen jede Einmischung der Geistlich keit fernzuhalten, da dieselbe aus den Bildungstrieb der jungen Leute nur abstoßend wirken würde." Ueber Koutraktbruch und Kontraktbruchgesetze entnehmen wir Folgendes der Fragebeantwortung: „Eine Kündigungsfrist ist in meinem Geschäftszweige durch- au« nicht angebracht, weil beide Theile schlecht dabei fahren wür- den, wen» sie nach einer MißHelligkeit gezwungen wären, längere Zeit zusammen zu arbeiten. Uebrigen« kommt es bei uns selten vor, daß ein Arbeitgeber einen Arbeiter plötzlich entläßt, und ebenso lassen die Arbeiter den Arbeitgeber nicht böswillig im Stich. Es kommt die« daher, daß die meisten Arbeitgeber nur wenige Arbeiter beschäftigen, und daß beide Theile die Ausbeutung seitens de« Großkapitals"au« Erfahrung genugsam kennen. Auch die Arbeitgeber sind infolge de« Wucher«, de« Börsen schwinveiS und der hieraus entstehenden Handeletrist« nicht viel besser daran wie ihre Arbeiter, und haben mit diesen da« gemeinschastliche In- teresse, dahin zu streben, daß der Schwindel aufhört und Arbeit und Redlichkeit zu ihrem Rechte kommen. D-Shalb bedauere ich auch sehr, daß diese Fragestellung sich nur aus da« B-rhältniß von Arbeitgebern und Arbeitern bezieht, aber die Grundursache de« UebelS, nämlich, wie die Ausbeutung de« Volke» durch das große Capital beseitigt werden kann, gar nicht erwähnt ist. ZwaugSbcstimmungen werden nie zum Guten führen. Alle solche Vorkehrungen nutzen nichts gegen Böswillige und belästigen nur die rechtschaffenen Leute. Außerdem ist gar nicht» dabei ge 1 Wonnen, wenn durch Kontraktbruchgesetzc schließlich Jemend zum zwangsweisen Arbeiten genöthigt wird. Will ein solcher böswillig sein, so stiftet er mehr Schaden als Nutzen, und ist er au» Bös- Willigkeit bei schlechter Arbeit sestgehalten, so geschieht ihm Unrecht. Von alle» solchen Zwangsgesetzen zieht nur der Bortheil, der daS Gesetz am geschicktesten zu umgehen versteht!". „Fabrikordnungen giebt eS bei uns nicht. Dieselben sind m anderen Geschäftszweigen, wo groß- Fabriken find, üblich, und haben da die Arbeiter natürlich nichts mitzureden. Em Groß- fabrikant wird sich hüten, etwa« in die Fabrikordnunz zu bringen, das ihn hindert, zu thnn und zu lassen, wa« er will. So be- stimmen die Fabrikordnungcn sehr oft, was im bürgerlichen deben selbst Staatsbehörden kaum Spitzbuben gegenüber erlaubt ist, zum Beispiel: die Arbeiter, selbst Frauenzimmer, jederzeit zu visitiren, beliebige Nachtarbeit und U-berarbeit, sowie unbedingten Gehör- sam verlangen zu dürfen. DaS ist jedenfalls gegen alles Recht und all- Freiheit und müßte gesetzlich verboten werden. Hierzu kcmmt noch, daß viele Fabrikordnungen anf die kleinsten Fehler und Versäumnisse viel zu hohe Geldstrafe setzen, so daß oft eine Viertelstnude Zuspätkommen mit Abzug von einem Lierteitag Lohn sollte Derjenige zurecht kommen, der nicht so austreten könne? So ist es denn häufig vorgekommen, daß Gesellen am Schlüsse des Akkords gar kein Geld für die letzte Woche bekamen, auch wohl dann und wann nur 2 bis 3 Thlr. Auch wurde vielleicht, wenn die Arbeit überaus schön war, ein Gnadengeschenk im Betrage von ein paar Thalern gegeben, wofür der Geselle dann aber auch sicher noch besonder« zu Dank verpflichtet war. In anderen Fällen hieß eS: Sic haben nicht fleißig gearbeitet, sonst hätten Sie auch etwa» herausbekommen. Wenn nun aber ein Familienvater das Glück hat, für ein paar Wochen keine» Lohn zu bekommen, sollte ihn dann nicht die Lust anwandeln, so bald wie möglich die Ar- beit zu verlassen? Müßte in solchen Fälle» nicht der Meister be straft werden?" Der„Unwille" der anwesenden Meister und auch der des Präsidenten ließ unser» Parteigenossen nicht aussprechen, eS wurde ihm vielmehr erklärt, er müsse warten, bis der betreffende Para- graph an die Reihe komme. Er hatte noch die Bemerkung ein- geschoben, e« müsse doch unbedingt bei allen Akkorden der Meister gehalten sein, einen bestimmt sestgesetzten Lohnsatz auszuzahlen.- Daraus entgegnete» die Meister: dann würden die Gesellen erst recht auf Meister« Kosten saullenzen. Der angezogene Paragraph jedoch kam nicht zur Besprechung und der Parteigenosse kam um seine Kritik. Es wurde noch über da« Arbeitsbuch und über die Kündigung gcftagt und schließlich zur Unterschrift deS Proto- kolls aufgefordert, wa« aber von uuserem Genossen verweigert wurde. ES ist also Thatsachc, daß man da« Ausnahmegesetz formell so zu Stande bringen will, als hätten eS die Arbeiter selbst mit berathen und beschlossen. So viel ist aber sicher, daß die durch diese« Gesetz beabsichtigte Knebelung der Sozialdemokratie nie und nimmer erreicht werden wird. Der Refrain, welcher aus das Lied von der„großen ReichSenquete" passen würde, könnte somit etwa lauten:„Viel Geschrei und wenig Wolle!" — Der Brüvner Strike dauert fort; nur in einigen Fabriken soll, nach Zeitungsnachrichten, deren Zuverlässigkeit aber keineswegs zu verbürgen ist, die Arbeit aufgenommen worden sein. Ein großer Theil der Strikendeu verläßt Brünn, um anderswo Arbeit zu suchen, woran« zu ersehen ist, daß die Arbeiter, nach nun beinahe sechswöchentliche« Ausstände, ans Nachgeben nicht denken. Diese Beharrlichkeit im Widerstände gegen die Fabrikanten ist um so lobenswerlher, als die Arbeiter die größten Entbehrungen erdulden müsse», da Unterstützungen nur spärlich einlausen. — Die Verrücktheit— eine neue Folge der Reichs- Herrlichkeit. Die in jüngster Zeit beständig zunehmende Furcht vor Attentaten und die damit zusammenhängende Sucht, möglichst viel Menschen hinter Schloß und Riegel aufzubewahren, beginnen bereits sich zu eklatanten Ausbrücken unzweifelhaften Wahnsinns zu steigern. So hat vor einigen Tagen ein„größenwahnsinniger" Referendar Richter aus Glatz in Bad Landeck auf eigene Faust Verhaftungen vornehmen wollen, weil seine Nerven einen Grasen! Dzembeck im„Verdachte" einer Verschwörung gegen da« Leben de»! rvA'«... fafttAn i«' — Arbeitseinstellungen und ArbeitSaussperrungen sind in England an der Tagesordnung. Gegenwärtig weiß die „Frankfurter Zeitung" über einen Lohnstceit zu berichten, der kürzlich in den Baumwollenfpinnereien von Oldham, Moßley und Ashley ausgebrochen ist, und man glaubt, daß er zu einer allge- meinen Arbeitseinstellung und Arbeitssperre in ganz Lancashire führen wird. In einer am Sonnabend in Manchester stattgefundenen Coufereuz von Vertretern der Arbeiter von Lancashire, Uorkshire, Cheshire und Derbhshire wurde beschlossen, daß die Arbeiter in Oldham nicht in Fabriken arbeiten sollen, wo die neue Lohnliste angeschlagen ist, und daß in Moßley und Ashley die Arbeit nur da begonnen werden soll,»o die alten Löhne gezahlt werden. Der Arbeiterverband wird alle diejenigen unterstützen, die infolge diese« Beschlüsse« entweder striken oder von der Arbeit auSge- schloffen werden.__ — Die sozialdemokratische Partei in Dänemark hat seit der Entlassung von Pio, Brix und Geleff auS dem Gefängnisse einen bedeutenden Auffchwung genommen. Erster« hat soeben eine Reise durch Deutschland und die Schweiz beendet, die den Zweck der Unterrichiung über die Arbeiterbewegung beider Länder gehabt hat. In einer Versammlung in Berlin wurde Pio feierlich be- grüßt. Ja Leipzig war de» leidenden ZustandeS wegen, in dem sich Pio noch immer befindet, die Abhaltung einer großen Ver- sammlung während seiner Anwesenheit vermieden worden. — Ein neues Arbeiterblatt erscheint seit ungefähr einem Monate in Dortmund, die„Westfälische Frei- Presse." Dieselbe ist zwar kein direct von unserer Partei gegründetes Organ, vertritt aber die Aebeitersache in einer prinzipiell unanfechtbaren Weise und hat sich die Wahrung der Bergarbeiterirneressen in W-stphalea gegenüber der kapitalistischen Ausbeutung zur besondere» Aufgabe gemacht. Möge die„Westfälische Freie Presse" auf dem eingeschla- genen Wege rüstig vorwärts schreiten! Mirast wird. Solche hohe©trafen sind nur Gelbschneidem und iRtichslionprinjen hatten. Ungefähr zur selben Zeit verübte hr — Ablösung! Dem„Nürnberg- Fürther Sozialdemokrat" entnehmen wir folgende Ansprachen: „Parteigenossen! Gestern habe ich das Gefängniß nach einer Haft von 3 Monaten und 7 Tagen verlasse» und mit dem Heu- tigen meine frühere Funktion wieder angetreten. Der staatliche Besserungsversuch hat in sofern günstig auf mich eingewirkt, al« ich nun mit erneuter Kraft wieder in die Agitation eintreten und für die Sache des arbeitenden Volkes wirken kann. Gruß und Handschlag! Julius Baumann. An alle Freunde und GefianungSgenoffen und namentlich an die Abonnenten unseres Blattes! Morgen trete ich meine Haft 2 Monate und 8 Tage dauernd, an. Durch den Wiedereintritt unseres Freundes Baumanu und durch Gewinnung tüchtiger Kräfte als Mitarbeiter ist ausreichend dafür gesorgt, daß der„Nürnberg Fürther Sozialdemokrat" allen Anforderungen unbehindert nach kommen kann. Für mich persönlich wäre eS deshalb, weil ich meine„Strafe" nicht einem begangenen Bergehen, sondern lediglich zarter polizeilicher„Aufmerksamkeit" zu verdanken habe, eigentlich ärgerlich, brummen zu müssen, wenn die Sache nicht auch wieder ihre gute Seite hätte. Durch das ununterbrochene„Zeitung» machen" und die anstrengende Agitation muß man einigermaßen abgestumpft werden und es ist deshalb für sozialdemokratische Re dacteure und Agitatoren nahezu eine zwingende Nothwendigkeit, ab und zu eine Zeit lang eingesperrt zu«erden, um wieder frische Gedanken sammeln und sich zu neuer Thätigkeit geistig stärken zu können. Bon diesem Standpunkte aus aufgefaßt, ist die Haft leicht zu ertragen. Ich richte nun zum Abschied an alle Freunde und Genossen die dringende Aufforderung, während der Dauer meiner Abwesenheit eifrigst der Agitation obzuliegen und uament lich für Verbreitung des Blattes und der„Neuesten Nachrichten� ununterbrocheu Sorge zu tragen. Auf glückliches Wiedersehen! C. Grillenberger. Gewerksgeuossenschaftliches. GewerkSgenossenschast der Manufaktur-, Fabrik- und Hand arbeiter beiderlei Geschlechts.(Sitz Weimar). Dresden, 27. Juli. Hierdurch den GewerkSgenoffen zur Nach' richt, daß ich am 17. d. MtS. zum provisorischen Bevollmächtigte» ernannt wurde, und bitte ich daher alle Vertrauensleute von unten- stehender Adresse Notiz zu nehmen, sowie ich selbige gleichzeitig ersuche, mir die ihrigen behufs innerer Correspoudenz baldigst zu übersenden. Mit brüderlichem Gruß R. W. Sauer, StiftSpl. 1, III. Correspondenzen, KHetttnitz. Neue Probe deutscher Polizeiwirthschaft. Zur Abhaltung eine« allgemeinen Kinderfeste« hatte sich hier vor Kurzem ein Comilö gebildet; alles war im besten Gange als plötzlich die AmtShauptmannschast dazwischen trat und das Fest »erbot. Wie die„Chemnitzer Fr. Presie" erfährt, stützt sich das Verbot auf den Z 47 der Verordnung vom 26. April 1873, und zwar auf die Stelle, wo es heißt: „Der Besuch von Schankftätlen ist ihnen(den Kindern) ander» als in Begleitung erwachsener Personen nicht gestattet. Die Bcr anstaltung ungeeigneter Vergnügungen bei Schulfesten, Verwendung von Kindern zu öffentlichen theatralischen Vorstellungen oder Eon certen ist, wenn nicht hiezu in einzelnem Falle die Ortsbehörde nach vorgängigem Gutheißen de» SchulvvrstandeS besondere Er laubniß ertheilt hat, ebenfalls verboten.— Den Schulbehörden bleibt es vorbehalten, den Besuch einzelner VerguüzungSorte und Schaustellungen gänzlich zu untersagen. Diese« Verbot kann auch auf die Schüler der Fortbildungsschule ausgedehnt werden." „Wir, sagt hierzu daS Festcomiiä in einem Eingesandt an die „Chemn. Fr. Preffe", überlassen e» dem gesunde» Meuschenver stände unserer Freunde, zu beurtheilen, ob und wie die hier citirten Gesetzesstellen auf da« allgemeine Kinderfest passen, welche» schon seit mehreren Jahren jeden Sommer hier stattgefunden und nie irgend welchen Anstoß erregt hat, da weder ungeeignete Bergnü- gungen, noch— wie e» bei de» Sedanschlachtfeften, bei denen auch Kinder mitwirken, notorisch geschieht— politische Tendenzen geltend gemacht worden stnd. So sehr haßt und fürchtet man die Sozialdemokraten, daß man e» für nöthig hält, ein harmlose« Vergnügen ihrer Kinder durch polizeiliche Intervention zu ver- derben. Die Kinder der Arbeiter sollen gut ge»ug sein, bei ser- vilen Feste», bei denen der schlimmste Chauvinismus seine Orgien feiert, die Staffage zu bilden, aber ein harmlose« Sommerfest verbietet man ihnen. Wir betrachten da« Verbot al« ungesetzlich und gestehen, daß wir ansang« keine jsust hatten, un« demselben zu fügen. Denn wir halten un« al« Staatsbürger nur verpflichtet, den Gesetzen zu folgen, ebenso aber auch jeder Uugesetzlichkeit die Stirne zu bieten. Aber wir überlegten uns noch rechtzeitig, daß wir in einem Staate leben, wo der oben ausgesprochene Grundsatz nicht maßgebeod, sondern die Polizei allmächtig ist! Wir weichen also jetzt der Gewalt, werden aber da« seltsame Verbot bis tu die höchsten Instanzen bekämpfen, und selbst den sächsischen Landtag zu einer Erklärung darüber veranlassen, wie er von einer solchen „GesetzeSauwendung" der Chemnitzer Amtshauptmannschaft denkt. Einstweilen empfehlen wir den Kindern und Erwachsenen, welche an dem verbotenen Feste theilnehmcn wollten, die dem deutschen ReichSbürger so sehr nolhwendige Geduld. Wir werden, wenn da« Verbot aufrecht erhalten bleibt, in der nächsten Zeit al» Ersatz für da« polizeilich gestörte ein andere« Sommerfest arrangiren." Kumtover, 26. Juli.(Zur Wahlbeweguug.) Die Wahl- bewegung hierorts steht in der schönsten Blüthe. Während unsere Gegner, Liberale und Welsen, in geheimen Zusammenkünsten, ver- traulichen Sitzungen und Besprechungen ihre Pläne schmieden, wird den Wählern Hannovers täglich Gelegenheit gegeben, die Bestrebungen der Sozialdemokratie und den Caudidaten der Ar- beiterpartei kennen zu ler»en. Kein Tag vergeht, an dem nicht ein oder zwei Volksversammlungen in verschiedeueu Bezirken ab- gehalten werden. Al» am Sonnabend der Ca»didat der Arbeiter- Partei, F. W. Fritzsche, im Ballhossaale seine Candidatenrede hielt, war der 4000 Menschen fasiende Saal so. überfüllt, daß Hunderte wieder umkehren mußten, weil eS ihnen nicht möglich war, noch einen Platz zu bekommen. Fritzsche wurde mit stürmt- schem Applau« empsangen und verschiedene Male in seiner ändert- halbstündigin Rede durch BeisallSbezeugungen unterbrochen. Fritzsche hatte auf die Anweseuden den günstigsten Eindruck gemacht. Am andern Morgen drangen geheime Polizeibeamte in unser Wahl- bureau und konfiSzirten einen große» Thcil unserer Aufrufe, an- geblich, weil dieselben nicht mit dem Name» de« Herausgeber«, sondern nur„DaS Arbeiterwahlcomitä" unterzeichnet waren. Wir ließen sofort eine neue Auflage drucken. Am Nachmittage deffelbe» TageS hielten wir auf fünf verschiedene» Dörfern VolkSversamm- lungen ab. Am Montag Abend reserirte Fritzsche im Kaisersalon, während in Linden Auer au« Hamburg fich eingefunden hatte. Am Dienstag reserirte Fritzsche in Linden über daS Wahlprogramm des arbeitenden Volkes und Auer über dasselbe Thema in der Marienhalle. Heute, Mittwoch Abend«, wird Hasenclever au» Berlin einen Vortrag über:„Die Gesetzzcbung de« deutschen Reichstages und die Wünsche deS arbeitenden Volke«" im Ballhof saale halten. Unsere Gegner scheineu geglaubt zu haben, daß die Sozial- demokratie i» Hannover zu keiner Action mehr fähig sei, denn sie drücken in ihren Organen das unverholenste Erstaunen über die von un» eingeleitete Agitation aus; jetzt scheinen dieselben einzu- sehen, daß sie mit uns, als mit einem gewaltigen Factor rechnen müssen. I. A.: F. Dempwolf. finden bei Hannover. Am 22. Juli fand im Gasthause zum Holländer bei Herrn Rabe eine sehr gut besuchte Volksversammlung statt mit der Tagesordnung:„Die bevorstehende ReichStagSwahl und die ProNamirung de« Arbeiter- Candidaten." Die versamm lung wurde*1*9 Uhr von Herrn Lepelv eröffnet und derselbe zum Vorsitzenden und Unterzeichneter zum Schriftführer gewählt. Hier- nach erthcilte der Borsitzende Herrn Schaare zur Tagesordnung da« Wort. Herr Schaare kritistrte zunächst den denschen Reichstag. Die größere Masse der Abgeordneten im Deutschen Reichstage ge- höre der besitzenden Klasse an, und an den Gesetzen sehe man, daß der Reichstag eine Volksvertretung nicht sei. Aber hieran seien die Arbeiter selbst schuld; sie sollten Arbciter-Candidaten wählen, die eS mit dem gesammten Volke gut meinten, und zwar habe da« Arbeiter-Wahlcomitä den Cigarrenhändler F. W. Fritzsche al« Caudidaten in Vorschlag gebracht, welches von der Versamm- lung mit großem Jubel begrüßt und angenommen wurde. Hierauf sprach Herr Glebe noch zu derselben Tagesordnung und in dem- selben Sinne wie der Vorredner. ES wurde hierauf eine Teller- sammlung veranstaltet, die die Summe von 12 M,k. 10 Pf. ergab. Nach Absingung der Marseillaise trennte sich die Versammlung um Vell Uhr; Arbeiter de« 8. hannoverschen Wahlkreises, zeigt am 4. August, daß wir nicht im Rückgänge begnffen stnd, thue Jeder seine Schuldigkeit, dann werden wir siegen. Mlt sozialdemokratischem Gruß Carl Niemann. Hlrauuschweig und Ilmgegend. Alle Arbeiter rcsp. G-stn nungSgenossen in Braunschweig und Umgegend, welche im Interesse der Arbeitersache Versammlungen abhalten wollen, wozu eS gewiß noch nie an gutem Willen gefehlt hat, und nur der Mangel an Rednern dies bis jetzt nicht in dem Umfange möglich machte, als eS eigentlich gewün'cht oder erforderlich gewesen, werden hiermit ersucht, sich behufS Bestellung von Rednern direkt an C. H. Müller, Leopoldstraßc 20»*) Braurffchweig, zu wenden; denn nur dadurch wird es möglich sein, mit den Kräften BraunschweigS eine geregelte und fruchtbringende Agitation zur Beseitiguug der Knechtschaft de« arbeitenden Volkes sowie auch zu sicheren Erfolgen für die nächsten ReichStagSwahlen zu eröffnen, welche Gründe gewiß genügend sind, um von den Gesinnungsgenossen beachtet zu werden. Braunschweig, 18. Juli. Mit sozialdemokratischem Gruß C. Meyer. Würzllurg, 21. Juli. Situationsbericht. Da vom Par- teisecretariat in jüngster Zeit die Aufforderung, einen SituationS- bericht zu geben, hierher gelangte, senden wir einen solchen sofort, überzeugtes Kontingent stellen. Darum vorwärts aus der be- schrittenen Bahn! DaS eine Ziel: die endliche Befreiung de« Proletariats unverrückt im Auge und der Sieg wird unsre Mühe krönen. C. F. Rick. 0 leslafte» der Redaktion: A. L in Dresden: Wie wir hören, find die Brünner Arbeiter verschiedentlich durch Gewerkschaften»nt erstützt worden.— W. in Berlin, B. M. in Regensburg: Nächste Nummer. der Expedition: A. G. in I.: Ihr Brief v. 19. dss. ist nach Hamburg gegangen. G rührt fich nicht. A. Krmr. Essen: Die Annonce kam für die Freitagsnummer zu spät. Quittung. I Czrn Wien: Sie haben pr. Jnli noch 3,39. zu entrichten. Knstlr Berlin ist in Ordnung, nur bitten wir künftig auf d. Eonpon anzugeben für was die Sendung ist. Schuhmacher-Ge«. Liipzig Ann. 1,75. Ehr- brdt Mannheim Anu. 2,00. Grgt» Tragheim Bchr. 6,00. I. Mllr hier Schr. 15,20. Rche hier Ab. 3,75. Nnhn Berlin Schr. 2,40. Strbrg SonderShansen Schr. 1,50. Grütliverein Locle Schweiz Ab. 3,00 Rwe Altona Ab. 45,84. NpprS Unter wittert Schr. 10,00. Kndotr Vier Ab. 1,80. M. Thmc Pancsova Ab. 1,80. Klempnerverei» Berlin. Ann. 2,00. A Trtmnn Berlin Ab. 151,80. A Eklnr Eoblea; Schr. 11,84. Rbstn Oelsnitz Schr. 1,20. Fond f. Pol.«emaßregelte. Arb.-Bild-Verein Leipzig d. W. 28,20. ür den UnterstützuugSfond. Bon R. au« Rußland 7 R.z von der weißgegerbten Mufikkapell« bei Sifenmeier in Augsburg drch Stollberg 2 Ät. 4,50. Für de» Sgitalionssond. B. einem Parteigenossen au« Lößnitz(Erl»» für 1 Marx,„Sapttal") Anzeigen Berlin Montag, den 2. August, Abends 8 Uhr: Zwei öffentliche Bersammlnuge». 1) Naunynstr. 27 bei Renz.— Die Bedingungen der Tivilisatioa. Bortrag von Köhler. 2) Landwehrstr. 11 bei Meister.— Was wir wollen. Bortrag». A. Baumann. Gefinnungsgenoffen! Sei Jeder in seinem Bezirke auf dem Posten. A. Hcinsch. s80j Smpfehle den Parteigenossen mein Tigarrenlage r eigene« Fabrikat. H. EckS, Firma S. Seiße», alte Jakvbstr. 46.(751 (4d) lirtmlm™ Große Volksversammlusg. IlJ in Tü tg e'»(Stadly) Salon, Balenttnskamp 41. Erste Bcrsemmluug am Sonntag, deu 1. August, Bormittag« präcise 11 Uhr. Zweite Versammlaug am Dienstag, den 3. August, Abend« präcsse 9 Uhr. Tagesordnung für beide Versammlungen: Bortrag von W. Lieb- »«echt über den fozial.stischen Inhalt der ersten franzöfischen Revolution. wobei wir wünschen, daß überall, wo die Partei vom Mißgeschick((ä� unb.wtite Abheilung) ereilt würde, so rasche Besserung eintreten möge, wie die« hier Verl Die Parteigenossen werden aufgefordert, für zahlreichen Besuch dieser Fall war. Wer da weiß, daß im vorigen Jahre um dieselbe Zeil Versammlungen durch Bekanntgabe der Tagesordnung Sorge zu tragen. als der Kongreß in Koburg tagte, hier durch die Schuld einzelner(2b) S. H Kolkamp. s120s sog. Parteigenossen nicht nur alle Organisation vernichtet und die! bessern Mitglieder der Maßregelung und dem Gelächter der Gegner pieisgegeben wurden, sondern daß selbst unter dem Kern der Mit glieder(der Partei und Gewerkschaften) arge Mißverständnisse ein- gerissen waren, wird zugeben müssen, daß nicht geringe Anstren- gungen gemacht werden mußten, um ersten» zu säubern und zwei- ten« die Zersprengten wieder zu sammeln. Nachdem sich alle an- sänglichen großen Versammlungen al« zu schwach besucht heraus- stellten, wurde durch Gründung eines Verein» für Beschaffung billiger Lebensmittel neuer Boden für die Agitation gewonuen, und wenn auch dieser Verein selbst bald wieder starb(wodurch deu Leitern desselben allerdings ziemlich schwere Geldopser auf erlegt wurden), so wurde doch die Aufmerksamkeit deS Publikums wieder auf uns gelenkt. Durch Neuorganisation der Gewerkschaften der Schneider und später der Metall- und Banhandwerker wurden die Proletarier selbst von Neuem mehr für die Sache der Partei gewonnen und es möglich gemacht, dem„Nürnberg-Fürther So- zialdemokrat" einen Abonnentenstand von 40—50 Exemplaren zu sichern, nachdem er bis auf 14 zurückgegangen war. Durch Ver- anstaltung von größeren Festen: al« einem Christbaumfeste, Eon-. certen und ferner durch Abhalten von Komiteesitzungen, zu welchen! Montag, den 2. August, Abend« halb 9 Uhr in Hausch's Lokal, Schaueuburgerstr. 14: Ges'loffene Mitgliederversammlung der Gewerkschaft der Schuhmacher. T.-O.: Abrechnung de» Hamburger Schiedsgericht.— Jeder muß am Platze sein._ A. Seidel.[60] Bierreise nach der Haide von sämmtlicheu Gewerk«- genossensch asten. Sonntag, 1. August, Mittag» halb 2 Uhr vom KlauSthor ab._ D»S Comitä.[75] Leipzig T..O.: führerwahl. Leipzig Gewerkschaft der Schuhmacher. Montaz, den 2. Augast, Abend« halb 9 Uhr: Mitgliederversammlung bei Herrn Richter, Roßplatz Nr. 9. Gewerkschaftliche«. Festbericht. Sozialer Bericht. Schrift' Ausnahme ueuer Mitglieder. Der Beb 160! Metallarbeiter- Gewerkschaft. Montag, den 2. August, Abend» 8 Uhr Versammlung, Nicolaistraße 38, bei Fröhlich(goldner Ring). T.-O.: Kassenbericht.— Bortrag.— Gewerkschaftliche«.— Auf' nähme neuer Mitglieder. Zahlreiche» Erscheinen wird erwartet. D. Bev.[70] Holzarbeiter- Gewerkschaft. auch GewerkschastSmilglieder zugezogen wurden, kamen wir nicht« c- 01»« bl°S in die Lage, unftre R-ichStagSwahlschulden zu decken, souden,| � W» Sonnabenden � Juli es gelang un« auch, die gänzlich geleerte Kasse wieder einigermaßen Windmühlenstraße 7 zu füllen, wie wir auch in die Lage kamen für unsere Gemäß-! T.-O.: Berichterstattung des Delegirten von der GeneralversammluNl regelten, namentlich am hiesigen Ort-, da« Nothwendjgste thun zu in Leipzig. Ausnahme neuer Mitglieder. Der»ev.[60] können. Haben wir also auch keine Hunderte von Parteimitglie . v„.... v.. iVfiliiil Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer. den», so haben wrr doch in den Gewerkschaften der Schuhmacher, Dienstag, den 3. August: Metallarbeiter, Bauhandwerker, Schneider, Cigarreu- und Holz- Versammlung arbeiter einen ziemlichen Rückhalt. Freilich gibt eS auch hier wie bei Zeidler, Windmlihlenstraße Nr. 7. überall in den Gewerkschaften noch eine ziemliche Zahl von Leuten,! T.-O.: 1) Vierteljährige Abrechnung der Gewerkschaft«- und Kranke« die nur der Krankenunterstützung wegen Mitglieder stnd; da« haben lasse. 2) Wahl der Kalfirer.____ Der Lev.[60J namentlich die jüngsten LandtagSwahlen bewiese», bei welchen einltfoitizißt Allgemeiner Deutscher Schneiderucreiu. hübscher Theil Ultramontane wählte, obwohl die Partei beschlossen!*-"�» Montag, den 2 August. Abend, 8 Uhr: hatte, nicht zu wählen. Bi» znr nächsten ReichStazSwayl wird... °uch diesem Mißstand- abgeholfen werden können, wenn andeeS� z�-O.: Besprechung säLl.ch.r Än.Le zur Generalversammlung. die Agltatton nicht durch die Verwaltungen der G-werkschaften! BereinSangelegenheilen. erschwert wird. ES ist ja in der Albeiterbewegnng noch immer!(Ajjftt willkommen. Der«ed. l70] 0 gewesen und kann überhaupt gar nicht ander« sein, al« daß ch, ♦»rteiteriilduuoS- verein.- Ich den neuen Ideen gegenüber die Köpfe erst allmählich klären. Mittwoch, den 4. August: Bortrag über Dav. Strauß Einer der größten Fehler, welcher aber eine logische Folge der„»er aite und der neue Glaube." hier eingerissenen Uneinigkeit war, nämlich die Vernachlässtgung Im Lefezimmer liegen folgende Zeitschriften und Parteiorgane au«! der ländlichen Agitation, konnte erst in jüngster Zeit einigermaßen Voltsftaat, Neuer Sozialdemokrat, sozial-politische Blätter, Braunschweigel verbessert werden, indem wir im Zeitraum von 14 Tagen vier Botksfreund, Svemnitzer freie Presse, Dresdner volk«bote, Erimmitschauer VoikSversammluugen auf dem Landf hielten. Waren die Resul- � w' n a! .4� sie»« Zeltgew, die RelchÄspmuftuve, der Torrespondent, die Union, die Bnch� für die« erste Mal nicht gerade glänzend, so w°rde doch dwdcrzeiwug, Tagwacht,„Vorwärts" London(rulfisch), der Botschafter, aus'S Neue Grund gelegt für eine spatere»gltatlon. und wa« Die! Tageblatt, Leipziger Nachrichten. Leipziger Zeitung. Leipziger Hauptsache ist, wir überzeugten die Lcute von der R-chltlchk-ii Zeitung, Gartenlaube, Turnzeitung. G-uosseuschaftsblättec. unserer Forderuugen. Volksversammlungen wurden hier seit meinem! Europa, Jllustrirte Moden-Zeitung Nürnberg-Fürther Sozialdemokrat, Hiersein vielleicht 10—12 abgehalten, von denen die letzte über! Stenogras. Unterhaltung«-Blatt, Deutsche Blätter, Frankfurter ZetM»t, 600 Mann zählte. Partei- und Gewerkschaftsversammlungen jfinden Gorhacr SonntagSblatt. allwöchentlich statt, und außerdem sprachen wir auch in den_ Die hiesige Milgliedschast der Holzarbeiter- Gewerkscha! versammlnngeu der BolkSpartei; über zu geringe Agitation kann stiert unter Conzert, Festrede un» Ball den 8. Äugirf also nicht geklagt werden. Allerding« sind, wie oben gesagt, die"rr Lokale de» Herrn G. Schr ö de ihr i Erfolge der Zahl der Mitglieder nach nicht sehr glänzend; wenn aber der moralische Standpunkt, den wir heute einnehmen, mit dem de« vorigen Jahre« verglichen wird, wenn man weiter unsere 7. Stiftungsfest. Hierzu ladet Freunde und Genossen von nah und feru freundliche ein Da» Comit«.[150! mi. to-wts? i tÄXtÄSS'S VWMZ man mit dem Erfolge znsneden fem, und wir können ruhig sagen: �euen Sozialdemokrat" in Berlin ,n beziehen: thun unsere Mitglieder im nächsten Jahre ihre Schuldigkeit in demselben Maße wie daS bisher der Fall war, dann werden wir »icht nur unseren Schild wieder blank bekommen, sondern zur nächsten ReichStagSwahl ein wesentlich größere« und dabei aber A. Geib: Der Normalarbeitstag. (3a) Preis pr. Expl. 15 Pf. *) In Nr. 83 war Name und Adresse nicht ganz richtig augegeben.! Berantw»rt!ich:r Redakteur: H. Rindt. Redaktiou Hobestraße 4, Expedition Zeitzerstraß» 44, in Leipzig. Druck und Verlag der GenossenfchaftSbuchdruckerei in Leipzig.