Erscheint in Leipiig Mttwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand« langen des In-».Auslandes. Filmt- Eyteditionen für die Vereinigten Staaten: F. A. Sorge, Lotc 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner TUrd and eoates str, Philadelphia. Organ der Sozialisttsche« Arveiterdartei Deutschlands. Abonncinentssirei, für ganz Deutschland I M.SOPs. pro Quartal. MonatS- Abonnements werdm bei allen deutschen Poftanstalten auf den Lten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgtb. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat des Quartals i 54 Pf. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angclegenheiten betreffend, werden mit 10 Pf.,— Privat- und VergnügunaS- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Kr. 88. Mttwoch, 4. August. 1875. Die Arbeit. Bon Johann Most. IV. Ehe wir unser Thema nach anderer Richtung hin verfolgen, wollen wir»och die Frage aufwerfen: Ist die unproduktive Ar beit unter allen Umständen verwerflich? Und wir antworte» daraus unbedenklich mit Rein! Sobald ein Bruchtheil der in einem Gemeinwesen vorhandenen Arbeittkrast ohne Bedrückung oder Ueberanstrevgung ihrer Träger zur Hervorbringuvg alles Nothwendigen genügt, kann mau sehr wohl die unter gleichem Berhältniste noch übrig bleibende Arbeit« kraft zur Erzeugung höherer Genußmittel verwenden. So lange e» jedoch irgend einem Theile der-Staatsangehörigen an Roth wendigem gebricht, ist die auf Luxusdinge gerichtete Produktion eine unvernünftige und ungerechtfertigte; und eiu Staat, welcher sich mit der Regelung der Produktions- und KonfumtionS-Bev hältnifie befaßte, könnte— die volle sozial-politische Gleichberech� tigung aller seiner Glieder vorausgesetzt— unmöglich eine so ge- artete Produktionsweise dulden. Ebenso wenig dürfte eiu derar- tigcS Gtmeinwefen gestatten, daß, selbst wenn Niemand am Roth- wendigen Mangel letdet, höhere Genußmittel nur zu Guusten einer Minderheit der Staatsangehörigen hervorgebracht werden. Denn wahrhaft gerecht wären Produktion und Konsumtion nur dann ge� staltet, wenn die an der Produktion theilnehmende Gesammtheit auch Antheil an ollen ArbeitSresnltaten, seien sie nun geeignet nothweudige Lebentbedürsniffe zu beftiedigen, oder die Annehmlich leiten deS Dasein« zu versüßen, nehmen können. Arbeiten die Menschen mehr alS zur Herstellung deS zu ihrer Existenz Roth wendigen erheischt ist, so haben sie auch ein Aurecht aus die durch solche Mehrarbeit entstandenen Tinge. Jede Regelung dieser Ber- hältuisse, welche nicht von solchen Grundsätzen ausgeht, beruht auf keiner sittlichen und gerechlen Basis, sondern kann zu ihrer Grund- läge nur die Gewalt haben. Mag man diese Letztere auch mit dem Feigevblatte der„göttlichen Weltordnuvg", mit dem Deck- mantel der„erworbenen Rechte", oder mit dem Flittertand„histo- rischen Entwickelung" zu verdecken bemüht sein, ihre häßliche Nackt- heit wird immer und immer wieder zum Borschein kommen und die Augen eine« Jeden, der selbige nicht absichtlich verschließt, be- leidigen. Und nun zu etwa» Anderem! Wir wollen einmal die Nicht- arbeiter ganz abseits stehen laffen, da deren Komsumtion ohnehin auf keine Weise mit einem stichhaltigen RechtStitel aus de« Codex des gesunden Menschenverstandes versehen werden kann; wir wollen uns nur mit den Sophistereien abgeben, welche man zn Gunsten der Hochlonsumtion Derer geltend macht, die hohe Aibeitslöhne (Einkommen) beziehen. Es wird gesagt: Diejenigen, welche eiu vom DurschnittSlohne der Arbeiter eine« Lande« nach oben hin in erheblicherem Grade abweichende« Einkommen hätten, seien eb-n qualifizirte, die weniger reich eutlohuteu dagegen gewöhnliche Arbeiter. Sehe» wir zu, wa« dahinter steckt! Ju Bezug auf die physische Arbeitskraft sind hochgradige Quali- fikatiouen gar nicht denkbar, da e« Cyklopen nirgends giebt. So- weit eS sich in dieser Hinsicht um Arbeiten handelt, die mehr als gewöhnliche körperliche Anstrengungen erheischen, werden dieselben zwar etwa« besser entlohnt, als leichtere Thätigkeiten, allein vom Durchschnitt«. AxbeitSsolde weichen derartige Entlohnungen»ach oben hin uur höchst selten in erheblicherem Maße ab. Dazu kommt noch, daß eine größere KrastverauSgabung auch einen end sprechenden Ersatz derselben nöthtg macht, daß also die Mehreiu- «ahme durch die unabweisbare Konsumtion von größeren Quan- titäten nolhweudiger Lebensmittel paralisirt wird. Wa« unter solchen Umständen eigentlich allein iu Betracht kommen kann, das sind die qualifizirten Arbeiten geistiger Art. Aber auch hiermit steht e« ganz ander«, als häufig angenommen wird. Man kauu ja zugeben, daß verschiedeue geistige Arbeite» unter Umständen einen sehr hohen Werth haben können, aber e« muß nachgesehen»erden, ob nicht iu den Resultaten derartiger Thätigkeiten außer der Arbeit, die dabei unmittelbar a»fgewendet wird, noch manche« Andere steckt. Wer iu höherem Grade geistig»lbeitet, muß»othweudigcr Weise eine entsprechende Summe von Kenntnissen besitze»; und diese kann er sich nicht au« den Fingern saugen. Kann sich der Betreffende rühme», ein Autodidakt zu sein, so liegt zwar die Lermuthuug, er habe sich seine Kenntnisse lediglich durch eigene Kraft und ohne fremde Beihülfe erworben, ziemlich nahe. Nicht»- disto»euiger verdankt er sein Wissen jedoch im Grunde genommen nur dem Umstände, daß er aus den Schultern einer großen An- zahl anderer geistiger Arbeiter bi« zu der Stufe seines Kenutniß- veichthumS emporgestiegen ist, und daß er Schätze einheimste, die Andere ansammelten, welche eigentlich Gemeingut Aller sind, und die nur deshalb nicht von Jedem genossen werden können, weil unter gewissen sozialen BerhäUntssen die großen BolkSmasse» so fest au den Felsen der Abhängigkeit oder Knechtschaft geschmiedet find, daß sie weder Zeit noch Geschick zu solcher geistiger Kon- suwtion haben, vielmehr nur Wenige, bei welche» der Zufall den gesunden Menschenverstand vor frühzeitiger Verkümmerung bewahrte, den Drang in sich fühlen, sich aus der Nacht der Unwis- senheit herauszuarbeiten. Uebrigen« dürste es nur selten ei» Auto- didat zu einer sehr einträglichen Stellung bringen, weil sich die Privilegirteu Klassen durch allerlei Manipulationen derartige Posten in wahren wissen. ©ei Denjenigen nun, die sich ihre Kenntnisse nicht durch Selbst- belchrung errangen, sondern auf höheren BildungSanstalten, kann erst recht nicht davon die Rede sein, daß ihre höhere Arbeit«. fähigkeit ausschließlich ihr eigenes Verdienst sei. Sie habe« auch eine große Menge geistiger Produkte gleichsam verzehrt, ehe fie selbst zu geistiger Thätigkeit fähig waren. Die Arbeit der Lehrer und Professoren, von denen sie sich untenichten ließen, die Arbeit der Eltern oder Derjenige», welche das Besitzthum derselben er- zeugten, kommen so gut in Betracht, wie die schon oben erwähnte Arbeit der Lehrmittel- Erzeuger aller vergangenen Zeiten. Ju der Regel genießen aber überdies die höheren Schulen— von Privatunterstützungen ganz abgesehen— staatliche»nd kommunale Sub- ventionen, d. h. fie werden auS den Erträgnissen der Arbeit Aller — denn nur dieser Quelle können die Staat«- oder Gemeinde- Einnahmen entstamme»— dotirt, und jeder Zögling solcher In- stitute eignet sich demnach Etwa« an, was au« der Gesammtarbeit entspringt, geniißt sozusagen öffentliche Unterstützung. Und»ach- dem unter so vielfältiger Beihilfe Einzelne mit höheren Kenntnissen ausgerüstet und.so zu qualificirter geistiger Arbeit befähigt wurden, sollten dieselben ein Anrecht auf übertriebene Löhne für ihre Thätigkeit haben? Un« will dies durchaus nicht einleuchten. Zudem ist die Ausübung einer jeden qualificirten Geistesarbeit auf alle Fälle weit angenehmer, als die Verrichtung irgend einer �vielmehr wie folgt. Als in den Jahren 1860 bi« 1371 den niedrigeren Arbeitsart, ja e« finden sehr viele geistige Arbeiter in Bauern ihr Land zugetheilt wurde, verübten die RezierungSkom- ihrer Arbeit selbst, resp. in den Resultaten derselben einen Genuß, missäre und die höheren Beamten de« Generalgouverneurs an den Die Werthschätzung der verschiedene» ArbeitSarte« wird eben inj Bauern ganz offenbare Betrügereien, indem sie ihnen den schlechten, ganz willkürlicher Weise vorgenommen; das Herkommen spielt dabei �unfruchtbaren Boden al« guten übergaben und die fruchtbaren die Hauptrolle. Selbst ganz gemäßigte und optimistifch-schönfär- Ländereien für einen geringen Preis in ihren dgenen Besitz berische Nationalökouomen können nicht umhin, die Thatsache zu brachten. Die Regierung selbst begünstigte diese Manöver, weil konstatiren, daß die Eutlohnung der Arbeit unter den gegenwärtig sie nach dem polnischen Aufstand von 1863 auch das ganze Gou- geltenden Grundsätzen in demselben Grade geringer wtrd, als sie vernement Kiew russifiziren wollte und dazu rnsfische Beamte am an Unannehmlichkeit zunimmt, und daß dagegen die angenehmstem besten brauchen konnte. Auf diese Weise hat sich z.B. der Herr So- Beschäftigungen die einträglichsten sind. banejeff, der Generalsekretär de« Gouverneurs, und eiu geborener Wenn man aber das Ganze der Arbeit eines Gemeinwesen« Sachse, Herr Dr. Mörling, nebst manchen Anderen zum Groß duug gegenüber wieder zu ihrem Recht zu bringen. ES handelt sich um die Bauernrevolte im Kreise Tschigirin im Gouvernement Kiew, die schon Wochen lang gedauert hatte, bevor auch nur die „gebildete Gesellschaft" Rußland» davon Kenntuiß erhielt. Dieser Ausstand hatte, gerade wie alle seine unzähligen Borgänger, seine Ursache iu den unaufhörlich von der Regierung begangenen Uuge- rechtigkeiten und Vergewaltigungen, welch letztere natürlich weder durch amtliche Mittheilungen noch mit der durch die schonung»- loseste Censur zum Kastratenthum erniedrigten Presse vor da» Forum der Oeffentlichkeit gelangen können. Lassen sich die AuS- brüche der VolkSuuzufriedenheit einmal nicht mehr verheimlichen, so werden ihnen falsche Gründe untergeschoben; und so wurde denn die Revolte von Tschigirin zu„bedauerlichen Unruhen", welche als die leicht erklärlichen Folgen des Streite» über die Frage, ob Gemeinbesitz oder Einzelbesitz der Ländereien vorzuziehen wären, bettachtet werden müßten. Der Gemeinbesitz sollte Veran- lassung gegeben haben, daß die reicheren Bauern den ärmeren die besten Ackerparzellen weggenommen hätten, und darum hätten sich die Gemüther schließlich bi« zur Anwendung von Gewalt erhitzt. Daran ist aber thatsächlich kein wahre« Wort; die Sache liegt ins Auge faßt, so wird man finden, daß dieselbe total verschlungen ist, daß ein allgemeines Zusammenwirken stattfindet, welches jede Störung empfindet, die durch die Unregelmäßigkeit des Verhalten« irgend eine« seiner aktiven Fattoren entsteht, und daß demgemäß schwer herausgefunden werden kann, welcher einzelne Arbeiter mehr oder weniger zum allgemeinen Gelingen beiträgt. Je mehr fich daher die Produktion im Sroßeu entwickelt— und uur eine hohe Entwicklnän st für die Zukunft denkbar— desto mehr verliert der einzelne Arbeiter der Produktion gegenüber seine individuelle Bedeutung, desto mehr wird er zu einem Gliede de« großen, auS allen Arbeitern combiuirten GesammtarbeiterS. Und uur als solche» Glied kann der Einzelne bei großproduktiven Ber- hältnisseu überhaupt thätig sein; als isolirter, von dem allgemeinen ProduktiouSprozesse völlig losgetrennter Mensch ist er eine Null, seine Fähigkeiten und seine Arbeitslust mögen so groß sein, als sie wollen. Au« diesen Gründen kann füglich nur noch von Durchschnittsarbeitern die Rede sein; und e« kann sich lediglich darum handeln, daß Jeder an der richtigen Stelle dem ProduttiouS- orgauismu« einverleibt wird. grnndbesitzer gemacht. Bei den betrogenen Bauern ging die Land- wirthschast nun erklärlicherweise beständig rückwärts, sie konnten ihre Steuern nur unregelmäßig bezahlen und schleppten sich durch ein mangelvolle« Dasein mühsam dahin, bis im Apnl 1875 die Regierung endlich auf den Einfall kam, alles, was die Bauern au« Kiew ihr„schuldig" waren, rücksichtslos auf einmal einzu- treiben. Die Bewohner diese« Landstriche« aber, die heut noch zu- weilen von ihren Kosakeorechtcu schwärmen und sich an den in dem Dorf Lubbotino geborenen kofakischeu Freiheitshelden Bogdan Chmclnitzky eriuneru, hatten noch Freiheitssinn genug, um sich nicht ohne weiteres dem Ruin durch die Executivmaßregeln der Re- gierunz zu unterwerfen. Sie triebe» darum ihre Heerdeu auf da« andere Ufer de« Dniepr, erklärte» den ExecutionSmannschaften, daß sie kein Geld zum Etenerzahlen besäßen und verlangten bessere« Land zur Bcwirthschastung al« da« ist, was man ihnen zugetheilt hat. Trotzdem jedoch die Beamten sehr gut wußten, daß die Bauern wirklich nicht den Regierungsforderungen nachkomme» konnten, ohne sich zu Grunde zu richten, rückte ihnen der General- gouverneur Dundnk-Korsakoff selbst mit ganzen Rcgimentetn von DieS festgehalten, wird mau zugeben müssen, daß auch eine Soldaten auf den Leib und prügelte sie wochenlang unermüdlich verschiedenhett de« Arbeitslöhne« schließlich nicht mehr statthast! durch, in der Absicht, ihre letzten Mittel mit der Lust zum Wider- sein kann. Wenn man häufig für jeden Arbeiter deo Ertrag seiner stände au« ihnen herauSzusoltern. Daß dergleichen„liberale" Arbeit beanspruchen hört, so muß mau die« lediglich dem Umstände Maßregeln, für die man übrigen« in Rußland schon den technischen zuschreiben, daß diese philanthropische Forderung auS einer Zeit Ausdruck„Stcuergeld au«prügeln" kennt, Anlaß und gewiß ge- stammt, wo die kleinbürgerliche Idee noch iu den Köpfen ihren Spuk trieb, und wo man sich noch nicht klar war über die unab- weisbare Entwickelung der gesellschastlicheu Arbeit. Wenn man fich aber heutzutage einen ZukuuftSstagt denkt, wo dem Ar- beiter der Ertrag seiner Arbeit zu Theil wird, so hat mau diesen Gedanken zu modificireu, wen» man de« Platzgreiseu großer Un- klarheit vorbeugen will. Der Ertrag individueller Arbeit ist bei vollkommen entwickelter socialer Produktion gar nicht berechenbar; eS kann uur davon die Rede sein, daß eine producirende Vielheit von Arbeitern, ein arbeitende« Gemeinwesen, sich den Ertrag de« gemeinsamen Schaffen« zum Selbstgebraucke vorbehält; die Rege- lung der individuellen Konsumtion aber kann bei solcher Borau«- setzung kein Kopfzerbrechen erfordern. Gemeinsame Arbeit erheischt dementsprechend gleichartigen Antheil eine« Jeden am Leben«- genuß. Die Einwendungen, welche solche Prinzipien meist nach fich ziehen, sind nicht« al« Gemeinplätze, die längst ihre Widerlegung gründlich gefunden haben, weshalb wir darüber hinweggehen. Wir rechten Anlaß zu„Unruhen" geben mußten, wird kein vernünftiger Mensch bestreiten wollen. Nachdem der StencrauSprllgluug«feldzug ziemlich lange Zeit gedanert hatte, zog Dunduk wieder nach Hause, ließ aber zur„Beruhigung" etliche Bataillone in den durchprü- gelten Landstrichen zurück und setzte eine Kommission nieder mit dem echt rosstsch-naiven Auftrage, die Quelle ver Unruhen aufzu- suche» und zu studiren. Welch oene Lügen diese famose Kom- Mission der Welt noch auftischen wird, darüber werde ich Ihnen wohl in einem meiner nächsten Schreiben berichten können. Sitten! Politische Uebersicht. — Wie Deutschla nd seine Helden lohnt hat der„Volk«- staat" bereit» an mehr al« einem Beispiel gezeigt. So deutlich aber wie da« der nachfolgende Bericht über eine GerichtSvcrhand- lung vor dem Münchner Bezirksgericht thut, ist eS kaum je ge- schehen. Rudolph Hailer heißt eS in diesem Bericht, ist jener ,„,...._________.,... Unglückliche, der, im letzten Kriege auf das Fürchterlichste zugerichtet» haben lediglich zu bemerken, daß da« Leben innerhalb einer anderen uur durch da« chirurgische Meisterstück de» General- StabSarzte« Gesellschaft nicht nach den menschlichen Eigenschaften der gegen- Dr. Nußbaum am Leben erhalten wurde, obgleich er Zeitlebens wältigen Gesellschaft zu bemessen ist. Andere Zeiten, andere ein bemitlcidenSwcrther Krüppel bleiben und feine Gesundheit nie wieder erhalten wird. Wabrschciulich um eingedrungene Splitter !und abgelöste Knochentheile zu entfernen, mußte sich der gefeierte Chirurg entschließen, die Wirbelsäule bloßzulegen, welche Operatton f. Z. in ärztlichen Kreisen so große« Aufsehen erregte. Sein ' linker Arm scheint ganz zersplittert gewesen zu sein, denn, obgleich äußerlich bi« auf eine Menge offener Wunden geheilt, gleicht er doch nicht mehr einer menschlichen Gliedmaße. Dieser Rudolph Hailer nun bezog früher eine Pension von monatlich L6 fl., seit Kurzem erhält er 36 fl. Laut diverse» Apotheker-Rcchnungen verbrauchte er innerhalb 2 Jahren für 1700 fl. Morphium(!), das kann derselbe heute noch nicht entbehren, weil er außerdem die gräßlichen Schmerzen nicht zu ertragen vermag. Er führt daher da» Morphium- Glas überall mit fich und er machte auch Aus Rußland. Originalcorrespondenz de«„BolkSftaat". 3feters5«rg, den 25. Juni. Unsere„St. Petersburger Zei- tung", da« Organ de« äußerst reaktionären Ministerium« der „Volksbildung"(Tolstoi und Konsorten), deren Bestrebungen nicht so sehr von dem Minister selbst al« vielmehr von seinem Freunde, dem Sozialistenftesser und„Retter de« bedrohten Vaterlandes" Katkow iu Moskau dirigirt werden, hat vor kurzer Zeit in einer Correspoudcnz aus Kiew ein- arge Lüge der Welt zu« Besten gegeben, die ziemlich unschädlich ftiu würde, wenn fie nicht ihren i 7„ Weg in die ausländischen Zeitungen, unter anderen auch in die«heute wieder im Nebenzimmer davon Gebrauch, wobei ftin ganzer „Frankfurter Zeitung" und sogar bi« in den„BolkSstaat" gefunden'Körper, wie ich mich persönlich überzeugte, fortwährend von Eon- hätte. Wir wollen die betreffende Angelegenheit an diesem Orte'vulstoncn erschüttert wurde.— Hailer, der auch noch»erbet- gauz der Wahrheit gemäß, so wie sie in den Umgebungen von'rathet ist, befand sich, wie man sich wohl denken kann, fort- Kiew selbst erzählt wird, berichten, um die Wahrheit der Verleum-!währeud in drückender Roth und Dürftigkeit. In dieser hörte er von einem Geldverleiher Scmer� und schrieb diesem um ein Darlehen, wobei er eine MonatS-Penstont-Quittung(Juli) beilegte. Er glaabte nämlich daS Geld schon vor Abfluß der Rückerstattungsfrist zurückzahlen zu können, irrte sich jedoch hierin, und als Sauer nach Ablauf der Frist von der Quittnog Gebrauch machen wollte, hörte er, daß wahrscheinlich Hailer'S Frau die Pension schon erhoben habe. Sofort wurde Hailer verklagt und ihm die Abficht des Betrug» vorgeworfen, die er nach seinen glaub- würdigen Aussagen niemals gehabt hatte. DieS setzte der Staats- anwalt, Baron Leonrod, klar auseinander"«� gab höchsten» zu, daß vielleicht eine, wenn auch nicht beabsichtigte Unterschlagung vorliegen könne. Der Gerichtshof aber traf gewiß das Richtige, indem er beide Annahmen verwarf und die Freisprechung dcS An- geklagten aussprach, da nach der ganzen Art vnd Weise,»ic die Schuld kontrahirt wurde, nimmermehr angenommen«erden könne, daß Hailer dabei eine verbrecherische Absicht gehegt habe, daher jede Voraussetzung zur Berurtheilung fehle. Allein schon daS Pl-idoyer des Staatsanwalt» setzte dem Unglücklichen derartig zu, daß er, nachdem stck> der Gerichtshof in'S BerathungSzimmer zurück- gezogen hatte, bewußtlos zusammenstürzte und sich unter kouvul- sischen Zuckungen aus dem Boden wand; erst nach einer halbe« Stunde erholte er sich im Nebenzimmer so weit, um sich selbst am linken Oberam, wenn man den Stumpf so nennen kann, Morphium einspritzen zu können." Ein Commentar hierzu ist überflüssig! Nur ein kleine» Rechen- exempel zum Schluß: Der Mann braucht zur Beschwichtigung „gräßlicher Schmerzen", zugezogen durch den„Dienst für's Vater- land", binnen ,wei Jahren 1700 fl. und erhält während dieser zwei Jahre für seinen und seiner Fämrlie ganzen Lebensunterhalt ungefähr, d� h. nach den vorliegenden Angaben so hoch als möglich gerechnet, 750 fl., also fast 1000 Gulden weniger, al« er allein zur Stillung seiner gräßlichen Schmerzen ver- wenden muß. So dankbar ist daS Vaterland! Wäre e» nicht noch unendlich menschlicher, derartige Invaliden todtzuschlagen, al« sie solch' ein über alles Begreifen elendes Dasein hinschleppen zu laffen? — Militärische Liebenswürdigkeit. Die„BolkSzeitnng" erhält vou Memel, 26. Juli folgende Mitiheilung:„Bei einer militärischen Felddienstübung einer Cempaguie deS hier garniso- nirenden Jnfauterie-RegimentS schwärmten die Soldaten durch die bestandenen Felder und ungemahten Wiesen deS Gutsbesitzers L. auf P. aus, was diesen veranlaßtc, sich in Begleitung eines anderen Gutsbesitzers und Landwehroffiziers an den Kompagnieführer Haupt- mann v. F. zu wenden nnd ihn auf den erheblichen Schaden auf- merksam zu machen, der ihm zugefügt werde. Die Autwort des Hauptmanns lautete: Es sei höchst sonderbar, ihm etwas bemerk- l:ch machen zu wollen; Herr L. habe ihm nichts bemerkbar zu machen, wenn er aber ferner mit ihm reden wolle, so möge er zuvörderst die Hand aus der Tasche und die Mütze abnehmen, da» sei er so gewohnt, sonst stände er ihm gar nicht Rede, denn er ser königlicher Hauptmann. Nach dieser laut abgegebenen Ant- wort machte der Herr Hauptmann mit seinem Pferde Kehrt und marschirte mit seiner Compagnie abermals durch eine ungemähte Wiese de» Gutsbesitzers L. Letzterer wandte sich nun an de» be- treffenden Bataillonskommandeur und ersuchte denselben, den Haupt- mann v. F. zur Rücknahme seiner ungeziemenden Redensarten zu veranlaffcn, waS der Herr iudeß mit dem Bemerken verweigerte, er sei zu diesen Aeußerungen provozirt worden. Die „Volkszeitung"„hofft", daß die vorgesetzte Behörde deS Haupt- manuS v. F. dem Herrn bemerklich machen wird, daß auch ein königlich preußischer Hauptmann DaS nicht außer Acht laffen darf, waö man sonstwo unter Anstand versteht."— Da sieht man wieder einmal, waS diese Fortschrittler für unreife Ansichten von dem Wesen eines Militärstaats und der„Würde" de»„herrlichen KriegSherreS" haben. Sie haben eben„nichts gelernt" und— sind uuennlidlich im Vergessen. — Die Sicherheit der Person in Deutschland. Vor einigen Tagen hatte in der Wohnung de» Bürger« Enn in Gnesen eine polizeiliche Haussuchung stattgefunden, welche die Ermittelung eventuell Verhaftung de» Sohnes des erwähnten Bürgers, eines W-ltgeistlichen, bezweckte. Da dieser aber, trotz sorgfältigsten Nach- suchenS, hier nicht zu finden war, so hielt sich der Polizeidiener hartnäckig au den zweiten Sohn des Herrn Eon und zeigte große Lust, denselben durch ei» czui pro quo als SiegeStrophäe mitzu- nehmen, bis man ihm auseinandersetzte, daß dieser zweite Sohn ein Gymnasiallehrer und verheirathet sei, und also unmöglich der gesuchte Geistliche Enn sein könne. Verdrießlich zog die Polizei ab. Am 23. d. nun wurde obengenannter Gymnasiallehrer wie- derum von der Polizei mit einem Besuche beehrt und«ach dem Aufenthaltsorte seines vielgesuchteu geistlichen Bruder» befragt. Er erklärte, diesen nicht zu wiffen, zugleich aber auch, daß er sich nicht verpflichtet fühle, gegen seinen Bruder selbst vor Gericht, geschweige den» vor der Polizeigewalt zu zeugen. Damit schien die ganze Affaire beendet zu sein. Gegen 6 Uhr AbendS deffelben Tage» ging der Herr Gymnasiallehrer in die Stadt und— man höre! — der Polizeidiener verhaftete ihn auf offener Straße und führte ihn ins Gefäugniß, in welcbem er, dem„Kur. Pozn." zu- folge, bis zum 26. Juli verblieb und da»n ebenso ohne Angabe der Gründe entlassen wurde, wie er verhaftet worden war. Die Jagd aus den Geistlichen Enn meint die„Germania", der diese Daten entnommen sind, dürfte wohl mit den Recherchen nach dem berühmte» und doch unbekannten Ezcommunicator des Herrn Kick zusammenhängen. Jeder Deutsche wird— das ist die Moral der Geschichte— allgemach zu einem willenlosen, vollständig sklavischen Werkzeuge in der rohen Faust jeder beliebigen hohen oder niederen Polizei- seele. In nicht gar zu langer Zert wird sich selbst der unschuldigste Mensch, der nicht selbst Polizist oder Reptil ist, gratuliren können, wenn er ein ganze» Jahr überstanden hat, ohne auch nur ein ein- zige» Mal pour le roi de Prusse— für nicht» und wieder nichts — eingesperrt worden zu sein. Dann werde« die Philister de« JndifferentiSmuS, der politischen Gleichgültigkeit, schließlich zu fühlen beginnen, wie angenehm eS ist, sozialdemokratischer„Agitator" d. h. den Zärtlichkeiten der Polizeiherzeu am meisten ausgesetzt zu sein. — Verschiedene» Maß und Gewicht. Au» Frank- furt a. M. schreibt man vom 28. d. M.: Heute Vormittag gegen 12 Uhr wurde dem Redacteur der „Frankfurter Zeitung", Dr. Stern, das Urtheil de» Obertribunal« aus seine Beschwerde hinsichtlich des Zeugenzwange» in Sachen der Geraer Z.-Korrespondenz verkündigt. Da» Obertribunal ver- warf die erhobene Beschwerde, weil die Angabe, daß Correspon- deuzen auf der Redaction überarbeitet, resp. hergestellt würden, allein nicht hinreichend sei, den Redacteur von der allgemeinen Verpflichtung deS§ 155 zu entbinden. Weiterhin wurde Herrn Dr. Stern von dem Untersuchungsrichter eine Frist bis zu Freitag Mittag 12 Uhr gestellt, bis wohin er eine eidliche Aussage zu machen habe, widrigenfalls sofort Haftbefehl gegen ihn erlassen werde. DaS Urtheil gegen die beiden Mitredacteure, Herren Scwigh und Curti, welche hinsichtlich des AutorS eines Leitartikel» über den Reptilienfond Aussagen machen sollten, lautete ähnlich und wurde ihnen der gleiche Termin gestellt. Herr Dr. Holthof befindet sich zur Zeit auf einer Erholungsreise und wird ihm da»- selbe Urtheil nach seiner Rückkehr publicirt. Gegen die radikale„Frankfurter Zeitung" wird also wirklich wegen verschiedener Bagatellen mit einer selbst im neuen Reich beispiellosen Härte vorgegangen— gegen die„Kreuzzeituug", welche jene tödtlichen Beleidigungen gegen den Schöpser der ganzen ReichS-Herrlichkeit zu Markt gebracht hat, finden nachgerade selbst die kecksten Reptile nicht einmal Worte der Abwehr mehr! Ob eS wohl noch Leute geben mag, welche nicht wissen, warum so verschieden gemessen werde» muß? Weitere Nachrichten au» Frankfurt, 30. Juli meldea: Die Redacteure der„Frankfurter Zeitung" habe» die Nennung der Namen der Verfasser dreier incriminirter Artikel bis heute Mittag 12 Uhr verweigert, weßhalb die ihnen angedrohten Folgen(Zwangs- Haft) eintreten. Auf Montag ist nun auch der jetzige verantwort- liche Redacteur de» Blattes, Herr Eduard Sack, vor da» k. Rüge- gericht geladen, um als Zeuge in UntersuchungSfachen gegen den Verfasser der Z.-Eorrespondenz au» Gera vernommen zu werden. — Fortschritte nach KrebSmanier. Die neueste Nam- mer der„Wage" enthält folgende»„Dänin" unterzeichnete Ein- gesandt:»Für die Reichs- Justiz-Commission. Im„Mvum corpus oollstitutiouum Prussico-LraudeiidurAeiismm" findet sich eine Verordnung, um die Prozesse zu verkürzen, und darin heißt eS in Z 9:„Ist eine deS Verbrechens verdächtigte Person in Untersuchung gerathen, und ist, weil sie nicht überwiesen werden kann, von fernerer Untersuchung abgestanden, so soll, wenn im Verlauf der Zeit durch nachherige Begebenheiten die völlige Un- schuld dieser Person entdeckt wird, solche nicht nur vollkommene Restitution der Kosten, sondern auch aus der Sportel-Kasse des- jenigen Collegii, wo die Untersuchung geschwebt, eine nach Bewandt- niß der Umstände und der Verschiedenheit des Stande» billigmäßig zu arbitrirende VergütuugS-Summe erhalten, damit die nachher entdeckte Unschuld, wegen alles bei der ersteren Untersuchung er- littenen Ungemachs, schadlos gestellet werde." So hielt es der aufgeklärte Absolutismus und weniger wird doch der sehr erleuch- tele ConstitutionaliSmuS unserer Tage auch nicht leisten wollen, damit nicht die vor Jahren schon von I. Jacoby und nun auch von dem Herrn Richter gestellte Frage, waS besser fei, ob Abso- lutiSmuS oder ScheinconstitutionaliSmuS, neue Nahrung erhalte. Wir empfehlen daher Obige» der ReichS-Justiz-Commisston zur geneigten Beachtung." Die Frage, waS„besser" sei, der Absolutismus von einst oder der ScheinkoustiwtionaliSmuS von heute, ist für das Volk ent- schieden, welchem ein aufrichtiger und entschiedener Gegner lieber ist, als ein mit der MaSke der Freundschaft bekleideter Feind! — Edle Dreistigkeit liberalen Seeleo. Der bekannte rheinische Sozialistentödter, Schulze ist sein Name, schreibt der „Corcordia" vom Mittelrheiu, 26. Juli, Folgendes: „Bor einiger Zeit hat der„BolkSstaat" uns einmal 300 Mark für jede unberichtigte Unwahrheit offcrirt, die wir ihm nachweisen könnten. Daß kein im Besitz gesunder Sinne befindlicher Mensch daran denken konnte, da» edle Blatt beim Worte zu nehmen, ver- steht sich von selbst; die Weltanschauung desselben ist ja eine der- artige, daß der Versuch einer Einigung über den Begriff dessen, was Wahrheit und was Lüge ist, selbst bei Voraussetzung der vollsten bona lides total aussichtslos ist, und letztere Voraussetzung anstecht zu erhalten, ist un» schon bei unzähligen Anlässen schlich- terdingS unmöglich gemacht worden. Kein unbefangener Mensch, der de«„BolkSstaat" regelmäßig liest, kann übrigen» darüber im Zweifel sein, daß eine, die gedruckte Lüge beim Schopf nehmende Gesetzgebung fast in jeder Rummer des genannten Blatte« Stoff finden würde.(!) Lediglich als drastisches Beispiel hiervon möge Folgende« dienen. Der Ausfall der bayerischen LavdtagSwahle» hat den„BolkSstaat" z« der freudigen Mittheilung an seine Leser begeistert(!) der Liberalismus bezw. die reichstreue Gesinnung habe nach Ausweis dieser Wahlen im Vergleich zu den letzten Wahlen in Bayern an Boden verloren. Man mag über daS Endergebniß der bayerischen Wahlen denken wie man will, so bleibt doch DaS eine unbestreitbare Thatsache, daß obige Behauptung des„Volk«. staat«" der Wahrheit geradezu in'S Gesicht schlägt; die ultramon- tauen Blätter selbst wagen nicht in Abrede zu stellen, daß daS Resultat der Wahlen ein für fie unbefriedigendes, grade auch im Vergleich zu de» früheren Wahlen ungünstige» zu nennen ist, und daß auch der etwaige Einfluß der vielberufenen„WahlkreiS-Geo- Metrie" hierin nichts Wesentliche» ändert. Nun, man kann sich ja irren; dann macht man eben den Jrrthum wieder gut, und dieS ist um so eher thunlich, al« e« ja gewisse Mittelchen der Journalistik giebt, welche e« ermöglichen, scheinbar der Wahrheit die Ehre zu geben, und in Wirklichkeit doch Nichts zu widerrufen. Der„BolkSstaat" aber hat nicht einmal dieS für der Mühe werth gehalten. Da» Blatt, welches, wie e» stolz behauptet, nur der Wahrheit dient, welches einer nichtsnutzigen Zeit den Spiegel wahrer Sittlichkeit und Ehrenhaftigkeit vorzuhalten sich berufen hält, dieses Blatt hat jene, zweifellos erlogene Nachricht einfach stehe» lassen. Und da seitdem schon zwei Nummeru erschienen sind, so wird e» hierbei auch wohl bleiben!" Unser Schulze scheint in verzweifelter Geldverlegenheit zu seiu! Mitleidig wie wir find, wollen wir ihm in seiner großen Roth nach Kräften beispringen. Also, Herr Schulze, wenn Sie, statt in'S Blaue hinein die Reptilieophantafieen nachzubehaupten den Wortlaut der angeblich„verlogenen Nachricht" deS„Volks- staat" wiedergegeben und durch Beweise ihre Grundlosigkeit dar- gethan haben werden, wenn Sie, um Ihnen die Sache so leicht wie möglich zu machen, gezeigt habe» werden, daß die Zahl der ultramoutanen Wähler im verhältniß zur Zahl der liberalen seit der vorletzten Wahl in Bayern gesunken oder auch nur sich gleich geblieben ist— ja, Herr Schulze, dann sollen Sie die 300 Mark wirklich haben! Wenden Sie aber, wenn anders Ihnen solche Enthaltsamkeit noch möglich ist, nickt etwa„gewisse Mittelchen der Journalistik" an,„welche e« ermöglichen, scheinbar der Wahr- heit die Ehre zu geben"— unsere Leser sind an klare Beweise gewöhnt, wir nehmen kein X für ein U! Sollten Sie aber innerhalb 14 Tagen de« Beweis der„Verlogenheit" des„Volks- staat" in diesem konkreten Falle Zicht erbracht haben, lieber Schulze, so gestatten Sie wohl, daß wir Ihnen ein neues kleines Brand- malchen zu den übrigen anf die— Dichterstirne drücken? Wie denken Sie darüber, Herr Schuhe? — Der bankrutte Kaiserstaat Oestreich pfeift auf dem letzten Loche, wenigstens lassen die Gewaltmaßrezeln darauf schließen mit welchen die österreichischen Behörden in kindlicher Nrivetät der Arbeiterbewegung da» Lebenslicht auszublasen gedenken. So schreibt man uns aus Plößnitz:„Am 21. Juli fand in dem Locale de» hiesigen ArbeiterbildungSvereinS eine Hausdurchsuchung statt, wobei Zeitschriften, unter denen sich auch der„BolkSstaat" befand, sowie verschiedene Broschüren von Lassalle mit Beschlag belegt wurden." Daß man mit solchen Kcaftstückchen nur Oel in» Feuer gießt, scheint da» bornirte StaatSretterthum nicht bezreise» zu wollen. Beim Brünner Strike, dessen Beilegung immer noch nicht erfolgt zn sein scheint, hat sich abermals so recht deutlich gezeigt, daß die Arbeitgeber den Arbeitern gegenüber Alles für erlaubt halten. Die Nachgiebigkeit, welche sie am 21. und 20. Juni zur Schau trugen(wodurch das falsche Gerücht von der Beendigung deS Strike» veranlaßt wurde) war, wie sich jetzt herausstellt, nur eine Falle. Sie wollten die Arbeiter in die Fabriken locken, um einige angefangene Arbeiten, die im unvollendeten Zustand verdorben wären, rasch fertig zu machen. Ein Theil der Arbeiter ging ans den Leim, und— wurde sofort nach gelhaner Arbeit wieder an die Lust gesetzt!— Fürwahr, zur Bezeichnung solchen Benehmens fehlen uns die geeigneten Worte. Und diese Treulosigkeit noch obendrein gegeu verhungernde Menschen! — ArbeitSeiustellungen. Nach einem Telegramm vom 29. Juli sollen am Gottharv-Tunuel in der Schweiz 2200 Ar- beiter die Arbeit niedergelegt haben, um höhere Löhne zu erzwingen. Bis dahin wäre die Glaubwürdigkeit der Mitthieluuz nicht anzu- zweifeln, wenn aber da» Telegramm weiter meldet, die Arbeiter hätten sich bewaffnet und versperrten den Zugang zu dem Tunnel, so sind diese Angaben und die weitere Mittheilunz, eS hätte be- reitS ein blutiger Zusammenstoß mit dem Militär stattgefunden, wahr- scheinlich erfunden, da e» wohl keinem Arbeiter in den Sinn kommen kann, wegen einer Lohnerhöhung die Waffen zu ergreifen.*) — Ja England ist der bereits in voriger Nammmer von uns figna- lisirte Strike der Baumwollenspinuer von Oldham, Maßley Ashley nun wirklich ausgesprochen, und sind an demselben 12 bi» 15000 Arbeiter betheiligt. Lohndifferenzen �bilden' das Ptceit- object.. i- M •»- � r• — Der große Strike der Bergarbeiter in Pennsylvanieu (Nordamerika) ist beendet; die Arbeiter sind besiegt, besiegt durch — die Arbeiter. 30,000 Strikende boten Monate lang dem über- »Mthigen Geldprotzenthum muthig die Stirn, aber vergeben«. Mangelhaste Organisation und Uneinigkeit brachten den Arbeitern die Niederlage bei. TheilS hatten an dem Strike, wie au« der nachfolgenden Ansprache hervorgeht, nicht alle Bergarbeiter Theil genommen, theil» auch gelang eS den Grubenbesitzern, Ersatz, wenn auch schwachen, an Stelle der Ausstehenden sich zu verschaffen. Jetzt, nach beendetem Strike richtet der Präsident der Bergarbeiter- Assoziation, John F. Welsch, folgende Worte an die Mitglieder: „Brüder! WaS ich stets gefürchtet, seit unsere Genossen von Hyde Park(einem benachbarten Distrikt) sich weigerten auszustehen und gemeinsame Sache mit un« zu machen, ist über un» hereinge- kommen. Wir sind geschlagen, durch die nicht zu beschwichtigenden Nothschreie unserer Frauen und Kinder gezwungen, Bedingungen anzunehmen, welche, wie wir der Kohlenbörse und dem Publikum bereits gesagt, wir unter keinen andern Umständen uns hätten auferlegen lassen. Indessen geziemt es braven Männern, nicht den Math zu verlieren, wie elend auch die augenblickliche Lage, und wie trübe die späteren Aussichten erscheinen mögen. Ich hoffe daher, daß Ihr guten Muthe» sein werdet, daß Ihr sorgsam er- wäget, waS zunächst zu thun, und daß Ihr in Eile Nichts thuu werdet, was Ihr bei ruhigem Nachdenken bereuen dürftet. Ja diesem Augenblick will ich Euch nicht die Zweckmäßigkeit deS Fest- Haltens an dem wackeren Fahrzeuge der Union aufdrängen. Meine und Eure Berläumder setzen die Union herab und werden Euch gegeu dieselbe oder mindestens gegen die sogenannten„Führer" warnen, nnd eS ist deshalb besser, wenn Ihr, unbeeinflußt von mir, das künftig einzuschlagende Verfahren bestimmt. Alle« wa« ich von Euch verlange, ist, daß Ihr Euch verhaltet wie ächte Männer, die zwar in der Schlacht überwältigt, sich der Sache nicht zu schämen brauchen, welche unter dem Drucke einer infamen Verschwörung, begünstigt durch ein beispielloses Zusammentreffen ungünstiger Umstände, augenblicklich umwölkt ist. Ja Kürze werde ich den BollziehnngSrath einberufen und hoffe, daß alle Distrikte wie gewöhnlich vertreten fein werden durch Delegirte, welche vor- bereitet sind, frei und furchtlos dem Willen ihrer Constituenten Ausdruck zu verleihen. Brüderlich John F. Welsch." — Zustände in Serbien. Man schreibt im» au» Ser- dien: Der bekannte Volksvertreter in der verflossenen serbischen National-Versammlung Adam BozosavlyevitS(absolvirte die philosophische Fakultät und ist jetzt ein simpler Bauer) wurde wegen seiner sozialistischen Gesinnung und einer stattgehabten Scene mit dem Ministerpräsidenten vor einem Monate nach der Stadt Negotin abgeführt und verhaftet, aber durch seine Lands- leute, die ihn wegen seiner Aufrichtigkeit sehr achten und lieben, gewaltsam aus dem Gefängnisse entführt. Darob waren die„constitutionellen" Machthaber sehr ergrimmt und gingen schon mit dem Vorhaben um, über den östlichen Theil Serbien» den Belagerungszustand zu verhängen; doch befanden sich unter ihnen auch mehrere Feiglinge, deren erster der Urheber dieser Assaire, der„energische" Muiisterpräfid-nt Daniel Stefano- vitS war, welche erklärten, daß keine genügenden Mittel(Pulver, Blei ic.) vorhanden seien, ein solche« Wagstück auszuführen, und, wenn daS auch der Fall wäre, würde eS nichts nützen, weil ohnehin im ganzen Lande seitens des Volke» ein Belagerungszustand erklärt wäre, dem nicht so leicht zu widerstehen sei. Da« Volk ist auf das Acußerste vorbereitet, um den Elenden einmal das Handwerk zu legen. Außer dem Wohnorte de« BozosavlyevitS haben sich noch 12 umliegende Ort- schasten da« gegenseitige Versprechen gegeben, gegeu die Tyrannei unnachsichtlich vorzugehen. Adam BogosavlycvitS wird unterdessen von einer bewaffneten Schaar seiner Landsleute bewacht. D«s„starke" Ministerium konnte sich unter allen Umständen keine„ SatiSfaction(Genugthuung)(obwohl sich die Majorität für die„Dezimirung der Rebeklen" aussprach) auf gütlichem d. h. „gesetzlichen" Wege verschaffen und gab seinen Abschied, der aber einstweilen nicht angenommen wurde, weil keiner der zahlreichen Diplomaten, denen man ein Ministerportefeuille angetragen hatte, anf den Leim gehen, die Mission der„StaatSretterei" annehmen wollte. Daß man nicht nur gegen Adam BozosavlyevitS, sondern gegen *) Der Zusammenstoß mit dem Militär hat nach verschiedenen über- einstimmenden Telegrammen wirklich stattgefunden nnd find mehrere Ar- beiter todt aus dem Platze geblieben. einen jeden Freigestnntsn loS geht, beweisen die vor unS liegenden Thatsachen; der sozialistisch gesinnte Milian MilovanovitS mußte sich nach Rumänien flächten, um den Chikaneu zu ent- gehen, Ranko TajhsitS wurde verhaftet, Jlia MoitS wurde im Kaffehause— vergiftet!!(Man vergesse nicht, daß Serbien auch eine Art„Kulturstaat" sein will!) Mit derlei Maß regeln wird da» verarmte Boll noch„rebellischer", der Druck er- zeugt den üblichen Gegendruck. Die weiteren Vorgänge werde ich nicht ermangeln, Ihne» sogleich wahrheitsgetreu zu berichten. Z»»ere Partei-Angelegeuheite«. Zu Agenten des Vorstandes wurden ferner ernannt für Altona: A. Bauer; Baden i. B.: H. Ncssclbosch, G. Frey; Calau: F. Bommel, W. Krüger; Camenz: E. Mendt, I. W. Werner; Crimmitschau: F. Böttcher, A. Seibt; Darmstadt: I. Bahn, A. Feuchtmauu; Dreißighuben: H. Heinze, G. Heinrich; Eilen- bürg: W. R. Sperling, W. Köhler; Einsiedel: F. A. Müller, C. G. Mehncrt; Friedrichstadt: F. Drees, W. Salig; Gera: H. Geinitz, A. D. Böttger; Goldlauter: Chr. Weiß, I. Heim; Halberstadl: F. Voigt, F. Martini; Heidelberg: I. Küchler; Husum: W. Luth, N. List; Lichtenstein: E. Wetterlein, W. Müller; Mühl- heim a.M.: H. Winkel, I. Röder; Mylau: G. Landrock, F. Reichelt; Neustadt a.d.H.: K. Pfalzgraf, Ph. Schmidt; Nortorf: H. Jung- johaun, W. Kröger; Oberrad: G. Schulze, G. Krauß; Pom- merenzdorf: C. Borchard, W. Schuckenberg; Sorau: A. Scholz, C. Lorenz; Stetti»: 3. Dunst, Bigalk; Suhl: A. Habel, Wetzet; Biersen: I. Leuf. A. Hirsch. Wir bitten, bei neuen Anmeldungen die genauen Adressen beider Agenten anzugeben. Hamburg, 3 l. Juli 137S. Mit sozialdemokratischem Gruß 3. A.: I. Auer, C. Derrssi, große Rosinstraße 36, II. Gewerksgenossenschaftliches. Gewerkschaft der Schuhmacher. ZUrki«. Zur Beachtung für Schuhmacher. Deu Col- legen zur Nachricht, daß in Berlin eine freie Krankenkasse besteht, und werden alle Hiesigen sowie von auswärts Zureisende ersucht, sich derselben anzuschließen. Die Aufnahme findet jeden Montag Abend in der Schuhmacher- Versammlung bei Gratweil, Kom- Maudantenstraße 77/79, statt. Zugleich sei hier kurz die letzte Abrechnung vom 1. Januar 1ö7S bis 1. Juli 1875 erwähnt: Einnahme 1289 Mtl. 15 Pf. Auch gaben 1039 Mrk. 67 Pf. Bestand 199 Mrk. 67 Pf. Gesammd Vermögen 799 Mrk. 48 Pf. Der Vorstand. Allgemeiuer deutscher Schueiderverein. Aerli«, 29. Juli. In der am 23. Jnli abgehaltenen geschlossenen Mitgliederversammlung wurde Herr Höppner als De- legirter znr Generalversammlung sowie auch zum Kongreß gewählt. Wir ersuchen deshalb die College« in Mecklenburg, welche nicht in der Lage sind, selbständig einen Delegirten zu schicken, unserem Delegirten die M�yate übertragen zu wollen. Die Adresse deS Httrn Höppner ist: Wienerstr. 29, Hof Quergebäude 3 Tr. in Berlin. Mit collegialischem Gruß F. Fischer. F. Boche. «Leipzig. Allen Delegirten zur Nachricht, daß der Congreß Sonntag den 3. d. MtS., Morgens 10'/« Uhr pünktlich eröffnet wird, es ist also nöthig, daß alle Delegirten schon am Sonnabend hier eintreffen. Weiter machen wir darauf aufmerksam, daß eiu Empfang der Delegirten aus den Bahnhöfen nicht stattfindet, jedoch werden bei den am Sonnabend Abend nach 3 Uhr eintreffenden Zügen Comitö- Mitglieder i— an rothen Schleifen kenntlich— anwesend sein. Wir ersuchen deswegen die Delegirten, sich direkt vom Bahnhof aus ins„Eldorado" in der Pfaffendorferstraße zu bemühen, wo da« Comitö fortwährend vertreten ist. Alle noch nicht angemeldeten Delegirten ersuchen wir, die» umgehend zu thnn. Mit Brudergruß I. A.: Ludw. Witt, Nenmarkt 29. Gewerksgenosseuschast der Manufaktur-, Fabrik- und Hand- arbeiter bnderlei Geschlechts.(Sitz Weimar). Kpolda. Laut Bekanntmachung der Vorortsverwaltung findet die Generalversammlung am 19. und 20. September d. I. in Apolda statt. Wir bitten nun die Delegirten, sich sofort nach erfolgter Wahl bei Unterzeichnetem anzumelden, und sichern allen Delegirten, welche diese Bitte erfüllt haben, Frei-Quartiere zu. Das Local-ComitS. I. A.: C. Kettet, Vorfitzender. Bern» der Sattler und Berufsgenosse«. Der Bericht der Controlcommission in Betreff meiner Amts- viederlegung steht zu dem meinige« in Widerspruch, indem jener bekannt macht, daß die Briefe vom 1. August ab an WirthS, während der meinige mittheilt, alle schriftlichen Nachrichten seien noch bis nach Bestätigung deS neugewählten Vorsitzenden an mich zu richten. Da der Bericht der Controlcommission auch im „Neuen Social-Demokrat" veröffentlicht wurde, so kann derselbe als der gültige angesehen werden, und sind also vom 1. August ab alle Correspoudevzen an W. WirthS, Alexandriuenstraße 116, zu richten. Mit Gruß C. Henke. Freund Neubauer bitte um seine Adresse. Berlin. Henke, Ackerstraße 27/23. Gewerkschaft der Maurer«ud Zimmerer. ZSrauuschweig, 30. Juli. In der am 27. Juli stattgehabten Versammlung der Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer wurde als Bevollmächtigter Unterzeichneter wiedergewählt, als Kassirer der GewerkschastSkasse wurde Wilhelm Petermann, Johannishof 1, als Kassirer der Kraukeukasse Ch. Krasse, Beckenwergerstr. 20, und al« Schriftführer W. Müller gewählt. I. A.: C. Weber, Bevollm., Langestr. 17. Allgemeiuer deutscher TSpferverei». Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Differenzen iu Wie«- baden gütlich beizelegt sind. Jos. Schwei«, Vors., Karlstraße 23. Correspondenzen. Mittweida, den 26. Juli. Vergangene» Sonntag fand hier » dcu Lokalitäten deS Schützenhauses ein von hiesigen Sozialisten eranstaltete« Volksfest statt, bestehend iu Coucert, Festrede und Ball. Parteifreunde von Nah und Fern waren herbeigeeilt, zum Theil in Begleitung von Frau und Kindern, um das Fest zu ver» schönern. Wohl an 7 bis 300 Theilnehmer füllten den schöa gc- legeuen Garteu bis auf den letzten Platz, viele mußten sogar stehen. Nachmittags nach 4 Uhr erhielt Moteller aus Leipzig da« Wort, um in zündender, gediegener Rede die Herze» der versammelten Proletarier zn beleben uud sie zum neuen Kampf zu stählen. Selbst auf die auwesenden Gegner machten die beredte» Worte Moteller'S sichtbar einen gewaltigen Eindruck, denn athemls« und gespannt folgten sie dem Vortrage, ohne auch nur ei» Zeiche» der ZRiß billiguug von sich zu geben. Der Redner schloß mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie und die iuteruatiouale Verbrüderung aller Menschen, i» welches die Anwesenden begeistert eiastimmtea. Nach de« die engagirte Musikkapelle noch einige Pieceu gespielt, ver fügten sich die Festtheiluehmer i» den Saal» um den Rest de» schöne» TageS den Freuden des Tanze« z» widmen, während die auswärtigen Gaste sich zur Heimkehr anschickten. Vertreten waren wohl 12—16 Orte, unter andern: Hainichen, Fra»kc»berg, G-ringS walde, Burgstädt, Chemiitz, Waldhei«, Klaffenbach.— Unser« Gegnern hat dieses Fest jedenfalls wieder einen Beweis für dem „Rückgang" unserer Sache geliefert, trotzdem, wie ei scheint, Haupt sächlich von Seiten einiger läudliche» Pascha'S vuljjo Gemeinde vorstände Alles aufgeboten wird, um solchen Rückgang zu vechiu dern. So wollten wir nenlich in Altmittweida eine BolkSoersamnr lung abhalten, Saal und Einberufer hatte ich besorgt und wir brauchten nur die Unterschrift de« allgewaltigen GemeiudebeherrscherS; Helbrich ist sein Name. Ich schickte deu Einberufer, einen armen Weber, hinein iu die Höhle de« Löwen; er giag mit bangen Ahuunge», hatte er doch noch nicht viel GuteS von ihm gehört.— Ick sprach ihm Mnth zu und iustruirte iha so zut wie mögliche Nach Verlauf einer Biertelstunde kam er wieder ohne Unterschrift uud AmtSstegel. Der Dorfkönig hatte erklärt, die Aamelduuz nicht zu unterschreiben, da er deu Einberufer nicht kenne und der selbe überhaupt erst einige Wochen hier wohne, weshalb er nicht nöthig hätte, z» unterschreiben, auch wären die Sozialdemokraten Faullenzer, Leuteaufwiegler n. s. w. Als ich nun zur Unter- stützung dem behäbigen Gutsbesitzer mit vor'S Quartier rückte, um ihn auf die einschlägigen GesetzeSstellen aufmerksam zu machen und ihn wegen den Verunglimpfauaen der Sozialdemokraten zur Rede zu stelle», befahl er mir mit Aufbietnag aller Autorität sofort sei nen Hof zu verlassen, da er mit mir nicht« zu thuu habe. Als ich am andern Tag eiueu andern Einberufer gesucht hatte, welcher dem Gemeindevorstand besser Stand halten und die Uaterschrift er- trotzen sollte, erhielten wir den Saal gekündigt. Vorläufig waren also die 30,000 Thlr., welche der Herr Gemeiudevorstand besitzen soll und iu die wir uns bei unserer Ankunft in Altmittweida so fort„gedeelt" hätten, noch gerettet.— Ferner sprach ich in unserer Nachbarstadt Geringswalde vor 3 Tagen in öffeutlicher Bolkever sammluug über 1) die sozialistische Arbeiterpartei uud 2) Grün dung eines WahlvereiuS. Um nun die Bewohner der dicht an Geringswalde anliegenden Dörfer: AltgeriugSwalde, Hilmsdorf zc. vor dem sozialistischen Gifte z« bewahren, schickte der Gemeiude- vorstand Engelmanu von AltgeriugSwalde seinen Ortspolizeidiener von Haus zu Haus mit der Emladunq zu einer Volksoersammlung, welche Nachmittag« 2 Uhr iu dem Gasthofe zu AltgeriugSwalde staltfinden solle, auch wurde gleichzeitig daS Gerücht colportirt, der Sprecher fei ein Sozialist; ich sprach denselben Tag, Nachmittag? halb 4 Uhr, in Geringswalde uud gelang eS mir, 20 Manu zur Gründung eines Arbeitervereins zu bewegen, auch werden sich die dastgen Arbeiter später der Partei anschließen. Draußen aber in AltgeriugSwalde sprach der Gutsbesitzer Möhler aus Altmittweida, „liberaler" Candidat für den 13. ländlichen Landtags Wahlbezirk; derselbe hielt seine Candidatenrede. Nach einem Zeitungsbericht sprach er für Aufbesserung der Lehrergehälter, für Abschaffung der Schlachtfteuer u. dgl., aber am Schlüsse erhielten auch die sozia- listischen„Hetzer" ihre Hiebe, sie wurden in den Grund der Hölle verdammt und die„Hzhlheit" ihrer Theorien bloßgelegt. Natür- lich können wir uns das nur zur Ehre schätzen, wenn wir von den Parteige ossen de»„durchgebrannten" Beck angefeindet werden, aber hoffentlich gelingt eS dem Herrn Gemeiudevorstand von Alt- geringswalde nicht wieder, die Arbeiter mit Hülfe der OriSpolizei irre zu führen, und zudem glauben wir, die letztere sei zu anderen Sachen da, als wie zur Einberufung politischer Versammlungen. G. Gladewiy. Sch«eeöerg.«Löh»ih, 21. Juli. Am 10. d. MtS. erstattete unser Vertreter ,m Reichstag, W. Liebknecht, in Schneeberg Bericht über die Thätigkeit des Reichstag«, wobei er den bis- marckischen Parlamentarismus uud da« jetzt herrschende StaatS- und Finanzsystem einer scharfen Kritik unterwarf. Die Gegner, die auf der, trotz der ungünstigen Witterung zahlreich besuchten Versammlung sich nicht hervorwagten, rächten sich Hintennach durch denunziatorische Artikel. Zum Schluß referirte Liebknecht noch über den 2. Punkt der Tagesordnung:„Die heutige Presse". Die Versammlung, welche in bester Weise verlief, und unter dem Vor- sitz des Herrn Hörn ig tagte, erklärte ihr vollste« Einverständniß mit dem Referenten. Am folgenden Tag feierteu wir in Lößnitz unser Bezirks-Arbeiterfest. Das Wetter hatte sich zum Guien ge- staltet, und kamen aus allen Theilen de« Wahlbezirks Besucher. Nach vorangegangenem Festanfzug durch die Straßen der Stadt nach dem SchützcnhauS, wo da« Fest abgehalten wurde, spielte dort zuerst das Musilkorps einige Stücke; dann begrüßte Herr Dem ml er aus Geier in einer gediegenen Ansprache die Fest- genossen. Hierauf kam die Festrede, gesprochen von Liebkuecht, die Ausnahme derselben bewies die begeisterte Stimmung der Auwe- senden. Nach Schluß der Festrede hielten mehrere weibliche und männliche Gesinnungsgenossen Vorträge, und so endete in der schönste» Harmonie daS Fest, welche« em erfreuliche» Zenguiß da- sür abgelegt hat, wie fest die sozialistischen Ideen in unserem vor wenig Jahren noch zweifelhaften Wahlbezirk eingewurzelt find.— Dem Bezirksfest zu Lößnitz folgte am 26. d. M. ein lange vorher angekündigtes Arbeiterfest in Schneeberg, das gleichfalls recht gut besucht war. Die Festrede hatte diesmal Geiser übernommen, jedoch passtrte demselben der bislang in Sachsen unerhörte Fall, daß feiten« der Polizei ihm das Reden rundweg verboten wurde. Vernünftige Gründe konnten für diesen Gewaltstreich nicht ange- geben werden— unter der Hand aber wurde mitgetheilt, daß der OrtSrichtcr eS vorgezogen hätte, die Festrede einfach zu verhin- dern, weil jihm der Auftrag zugegangen war, über dieselbe ein- gehend Bericht zu erstatten und er in edler Bescheidenheit sich dazu für vollständig unfähig hielt. Abgesehen von diesem Polizeischerze verlief das Fest zu allgemeiner Befriedigung. Deu sich a«f daS Lößnitzer Arbeiterfest beziehenden Lügen li> beraler Blätter gegenüber hat Liebknecht folgende Zeilen an deu „Crimmitschauer Bürger- und Bauernfreund" gerichtet: Di- Ver- sammlung in Schneeberg sowohl al« daS Lößnitzer Fest sind sehr gut ausgefallen. In Schneeberg waren mindestens 700 Personen anwesend, wa« viel sagen will, wenn man bedenkt, daß da» ab- scheuliche Wetter den Besuch aus der Umgegend unmöglich machte. Der Geist der Versammlung war ausgezeichnet. Daß man mich Herrn Bismarck denunzirt hat, kann mir nur lieb sein. Ich habe den Gcüaderschwindel, die Affairen Wazener, Patbu« zc. besprochen, die Ver—— des Juvalidenfond» an Gründergesellschasten zur Sprache gebracht und den Inhalt der bekannten Keeuzzeitung«- artikel mitgetheilt, eS Herrn Bismarck überlassend, sich zu recht- fertigen. Kanu er eS, gut, so mag er sich an die„Kreuz-Zeitung" halten. Will er aber mich verklagen, auch gut, ich vertrete jede S Wort, welches ich gesprochen, und et kann mich nur freuen, wenn ich die Gelegenheit finde, dem jetzt im „Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" herrschen- den Systeme vor Gericht die Maske abzureißen. Da giebt'S keinen Valentin wie im Reichstage. Ja Lößnitz war dec ganze Wahlbezirk vertreten und die Be- theiligung so groß, daß der Saal des Schießhause« sich al« zu klein erwie« nnd ich, unmittelbar nach der Festrede, mich auf einige Zeit entfernen mußte, weil die Hitze in dem überfüllten Räume mir unerträglich geworden war. Die Begeisterung der Leute war herzerhebeod..." Schmölln. Da die am 20. Juni abgehaltene BolkSver- sammlung, in welcher Ufert referirte, aufgelöst wurde, beriefen wir auf Dienstag, den 20. dS. MtS., im Saale des Schießhause« abermals eine Volksversammlung mit der Tagesordnung:„Fort. setzung der am 20. Juni aufgelösieu Volksversammlung" und „Ecläateruug des Programms." Als Referenten hatten zugesagt Ufert»ud W. Stolle; als Vorsitzender funzirte Seidel, Unter- zeichneter al« Schriftführer. Ufert unterzog die von Seiten de» Bürgermeister Haase geschehene VersammlungS- Auflösung einer durchgreifenden Kntik, bemerkend, daß die Auflösung der 1. Ver- sammluug auf Mißverständnisse hin erfolgt, die 2. ungesetzlich sei, weil ohne die Form, wie sie in öffentlichen Versammlungen be- achtet werde» muß, vorgegangen worden sei, und weil gesagt wurde, Referent habe die Internationale verherrlicht unv den PatriotiS- muS in einer Weise geschildert, daß dadurch die Vaterlandsliebe verdrängt würde. Dies habe aber nicht auf Wahrheit beruht, indem er die Internationale gar nicht erwähnt, sondern nur auf das gewerbliche Priozip deS Volke» al« ein im internationalen Rahmen wirkende» hingewiesen habe; eben so wenig habe er bei Berührung deS Patriotismus darauf hingewirkt, die Vaterlandsliebe zu ver- drängen, er habe sich daher nicht wenig gewundert, daß gerade ihm der sich zu de» gemäßigten Rednern zähle, in Schmölln zweimal hintereinander die Auflösung betroffen hätte. Herr Bürgermeister Haase bat hierauf umS Wort und erklärte, da eS den Anschein gewinne, als solle er iu der heutigen Versammlung in eine Ver- theidizung eingehen, daß er sich durchaus in keine Diskussion ein- lassen würde, da er al« überwachende Person Gesetzeskeaotniß besitzen wüßte und nur von dem ihm zustchenden Rechte Gebrauch machen würde. Fühle sich Jemand beschwert durch sein Vorgehen so möchte man Anzeige bei seiner Oberbehörde machen, übrigens solle man nicht glauben, daß er die Sache unterdrücken wolle, und ersuche er den Referent, sich in deu gesetzlichen Schranken zu halten, damit er die heutige Versammlung nicht nochmals auflösen müßte, wa« ihm sehr leid sein würde. Ufert bat hierauf zur Wahrung unserer Rechte, eS möge ihm erlaubt sein, die Frage aufzuwerfen, aus welche§§ de» Gesetzes man sich stütz-, und erhielt darauf die Antwort, es stünde den öffentlichen Rednern besser zu, sich um das Gesetz selbst zn kümmern(!). Ufert erwiderte:„Ich habe mich auch darum gekümmert und ist da« Resultat berertS im „Volksstaat" zum Abdruck gelaugt." Hierauf begann Ufert fein Referat und löste feine Aufgabe zur größten Zufriedenheit der überaus zahlreichen Menge, welche anwesend war. Als er eine geraume Zeit gesprochen, gab er dem Mitreferenten W. Stolle Gelegenheit, das Referat zu Ende zu führen. Derselbe begann nach einer kurzen Pause mit einem Rückblick auf die Entstehung der herrschenden Classen sowie der Lohnsclaverei, betonend, daß dadurch der Sozialismus entsprungen und derselbe nicht da» Werk einzelner Männer, sondern der Verhältnisse der Zeit sei. Auch diesem Referenten wurde der reichste Beifall zu Theil. Hierauf wurde auf die Arbeiterpresse hingewiesen, als da» einzige Mittel, sich in die Prinzipien der Sozialdemokratie mehr und mehr hinein- zuarbeiten, und schließlich zum Beitritt in die Partei selbst auf- gefordert, worauf— da Gegner sich nicht zum Wort meldete»— die Versammlung gegen 12 Uhr geschlossen wurde. Krankfurt a. M., 26. Juli. Sonntag den 25. Jckli, Vor- mittags 11 Uhr, fand im Pfuhlschen Lokale eine sehr zahlreich besuchte Volksversammlung statt. Die TageSorgnung war: 1) Die Versuche zur Hebung d-S selbstständigen Handwerk». 2) Der gegenwärtige Kulturkampf und welche Partei kämpft für die wahren Interessen de» Volkes.— Herr Sabor referirte über den erste» Punkt; seine Rede wurde häufig durch den Beifall der Versamm- lung unterbrochen. Redner beleuchtete in eiustündiger Rede den Verfall des kleinen Handwerkerstandes durch die Großindustrie und da» Kapital und wie« nach, daß dem Kleinmeister nicht« andere» mehr übrig bliebe, als mit den Arbeitern gemeinsame Sache zn machen und mit denselben Hand iu Hand zu gehe». Prinz und Fleischmann betheiligten sich noch an den Debatten, und die etwa anwesenden Kleinmeister wurden aufgefordert, sich zum Worte zu melden, wa« aber, wie gewöhnlich, nicht geschah, da diese Herrn lieber bei verschlvsseaen Thür« raisonniren und schimpfen, all in einer Versammlung sich an den Debatten betheiligen. Der zweite Punkt konnte wegen vorgerückter Zeit nicht erledigt werden und wurde beschlossen, denselben in einer nächsten Versammlung auf die Tagesordnung z« setzen. Schließlich forderte Prinz noch jeden Arbeiter auf, Mitglied der sozialistischen Arbeiterpartei zu werden und dafür zu sorgen, daß die beiden Parteiorgane die größte Verbreitung fänden. B. Lind hei« er. Krttvurg i. Ar., 20. Juli. Unsere Gegner thun sich bekannt- lich sehr viel aus ihre Bildung zu gut uud versäumen keine Ge- legenheit, um dieselbe herauszustreichen und der„Rohheit" unv „Verkommenheit" der Sozialisten und sonstigen„Reichsfeinde" gegenüber zu stellen. Besonders groß ist der Jammer unserer ehr« baren Spießbürger uud ihrer Organe über die Rohheit der Sprache, welche die sozialistischen Blätter führen sollen, und nicht selten weisen sie verblümt oder auch unverblümt darauf hin, ob eS nicht an der Zeit wäre, durch verschärfte« Vorgehen der Staat«- Anwälte diesem„gesellschaftsgefährlichen Treiben" ein Ende zu mache«. Heute bringe» wir nun einen Beweis für das, wa« unsere Gegner unter Anstand uud gutem Ton dem politischen Gegner gegenüber verstehen, und e« mögen die Leser de»„VolkSstaat" dann entscheiden, aus welcher Seite Rohheit und Gemeinheit der Sprache zu Hause ist— bei deu sozialistischen Blättern oder in den Orgauen der privilegirten ReichSfteunde. Der betreffende Artikel ist au« ver nationalliberaleu und altkatholischen„Freibur- ger Zeitung" und au« Anlaß einer von unseren Genossen iu hiesiger Stadt abgehaltenen Versammlung, in welcher Genosse Hackenberger au« Pforzheim sprach, geschrieben, und lautet wie folgt: r„Lor einigen Tagen hielten die Sozialdemokraten eine Versammlung in der Bierbrauerei in der Jvsel, um einen Vortrag zu hören von einem Individuum, das sich Sozialdemokrat nannte. Sein Vortrag war durchsichtig genug, um zu wisieu, wessen Brod er ißt. Erst beschrieb er daS Äönig- und Pfaffenthum des vorigen Jahrhundert» als daS Elendeste und Nichtswürdigste, was dazu- mal existirte, vergegenwärtigte mit Schwung und Gesticulatio» die große Revolution von 17bS und vernichtete in einem Tage die ganze ftllhere Herrschaft. Gerade als er alle hinrichtete, war er auf's Höchste begeistert und die Zunge am gelävfigsten und man könnte sagen: weß da» Herz voll ist, fließt der Mund über, aber daS wäre falsch, da» hat er nur so auswendig gelernt. Er ver- steht sich auf sein Geschäft. Er schmiß mit dem Worte»Pfaff* so eigenthümlich herum, daß die GesellenhäuSler Viele« schlucken mußten, aber doch schmunzelten sie, wohl wissend, daß daS Desert ein wahrer Leckerbissen für sie werden sollte. Räch der großen Revolution gab es nur Bürger, und daS Bürgerthum wurde durch Napoleon bereit« in ganz Europa eingeführt und das Volk dem Fürstenjoch entrissen. Die Bürger haben aber ihre Pflicht nicht erfüllt den Arbeitern gegenüber, jetzt ist da« Bürgerthum die er- bärmlichste Institution auf dem Erdball, es ist die allergemeinste und niederste, schlechteste aller Erfindungen. Selbst König- und Pfaffenihum waren Gold gegen das jetzige Bürgerthum. Da« jetzige Bürgerthum ist schlechter als Sclavenhändler und Sclaven- halter. Die Sklaven wurden wenigsten« als eine«erthvolle Waare gehalten und gepflegt, aber jetzt ist der Arbeiter gar nicht» mehr; körperlich und geistig wollen sie ihn ruiniren, nicht genug, daß sie ihn körperlich verkrüppeln lassen, de» Geist wolle« sie auch noch beherrschen. Sie wollen unsere Kinder erziehen und bildeu. Auf diese Art wollen sie unseren Stand verbessern. E» geht eben am billigsten auf diese Art. «Wer wird aber Waizen säen auf Felsen oder unfruchtbaren Boden? Nur da» Bürgerihum versteht da». E« wird aber nicht wachsen; der Boden, worauf der Arbeiterstand gedeihen kann, ist die Gleichheit. Gleichheit ist der einzige Weg, um dem Arbeiter Boden zu verschaffen. Freiheit brauchen wir nicht, jeder Hallunke hoch oder nieder, jeder Bandit, jede» Galgengesicht verlangt Frei- heit und kann sie erhalten. Aber ohne Gleichheit giebt'« keine Freiheit, welche dem Arbeiter paßt. Da» Bürgerthum, da» Unge- Heuer und Scheusal de« Jahrhundert«, da« besitzt unseren Boden, ans dem wir leben sollen, wo unser Samen, unser Waizen keimt und reif wird, und nur aus diesem Boden. Ueber kurz oder lang «nß da» Bürgerthum abgeschafft werden. E» wird immer schlim wer, gefährlicher und unsinniger. Wa» ist Alt-Katholizismus? Ter blinde Auswuchs des Bürgerthum» und de« Jahrhundert». Wa» heißt Alt- Katholizismus? Religion de» Bürgerthum« und der krasseste Unsinn, den nur ein Bürgerthum in« Leben rufen kann; hingegen ehrlich von der Brust gesprochen, ist der Papst der allein Tüchtige, welcher die katholische Religion auftecht erhält, und muß ja unfehlbar sein, es ist ja gar nicht ander« möglich. Hier wurde zufolge der Auffordervng de« Redners durch Er- heben der Miteinverstandenen von den Sitzen die Unfehlbar- teit mit großer Stimmenmehrheit angenommen. Die GesellenhäuSler schmunzelten. Also wieder ein Sieg über den Alt-Katholizi«muS. Beizufügen ist aber, daß ganz gewiß unr der gemeine bezahlte Strick» der alle göttliche und weltliche Ord- nung mit Koth beschmiert hat, sich richtig amusirt hat; denn selbst diejenigen, welche ihn bezahlten, mußten ganz sicher viel von seinem geifernden AuSwurs hinunterschlucken. „Wenn das Individuum noch einige Vorträge halten würde, gingen den Arbeitern wahrscheinlich die Augeu aus und würden wenigsten« sehen, daß sie es mit einem schmutzigen Hand- langer der Pfasfen zu thun hätten und ihn al» einen ge- meinen Betrüger und Schwindler zu beHandel» hätten. Er gehört zu dieser Classe Arbeiter, welche nur 3 Tage in der Woche arbeiten und Sonntag« schimpfen, daß ihnen die gebratene» Tauben nicht in den Mund fliegen." Da« also ist die Bildung der„Reichsfteunde", in diesem Tone kämpfen sie gegen einen Gegner. Es wäre überflüssig, diesem Geschreibsel noch eine Sylbe beizufügen oder auf die darin enthaltenen Lügen zu antworten; wir wollten diesen Erguß der ReichStteuen blo« veröffentlichen, damit man in weiteren Kreisen erfahre, bis zu welchem Grade vou Verkommenheit die nattonab liberale Presse in manchen Gegenden schon gediehen ist. Aürth, 84. Juli. Wie vortrefflich deutsche Polizei beamten die Gesetze anzuwenden verstehen bewie» wieder einmal da» am 24. d. M. zu Fürth verkündete Urtheil de« Be� zirkkgericht«, wonach Parteigenosse Löwenstein von der Beschuldi gnng der Uebertretung de« Vereinsgesetze« unter Ueberbürdung der Kosten erster und zweiter Instanz auf da» Staatsärar freigesprochen worden. In dem Urtheile wird ausgeführt, et habe sich heran« gestellt, daß Löwenstei» zur Entziehung de« Worte« in der Rich rung gegen Grillenberger nicht verpflichtet gewesen sei, nachdem die gegen Grillenberger wegen der Aenßerung, in der der Polizei- tommissär eine Gesetzesverletzung erblickte, eingeleitete firaftechlliche Untersuchung eingestellt worden.— Die Polizeibehörden können daraus lernen, daß ihre„besten" Beamten(zur Ueberwachung von Versammlungen werden ja nur solche verwendet) selbst zur Er- füllung ziemlich einfacher Aufgaben»och lange nicht gut genug find.> An die Maurer, Steinhauer und verwandte Berufsge nossen Deutschlands. NerN«, 20. Juli. Kamerade»! Ebenso wie in der politische» Richtung der deutschen Sozialdemokratie, war auch in gewerkschaft- licker Beziehung eine Spaltung vorhanden, d. h. die Männer der Arbeit, welche e« sich zur Ausgabe gemacht hatten, in gewerkschaft- licher Organisation anzukämpfen gegen die AuSbentong und die sonstigen Uebergriffe der Kapitalmacht, waren bisher auch in zwei Lager gespalten. Da war nun innerhalb unserer Gewerbe— wenigsten« in letzter Zeit— auf der einen Seite der Allgemeine diutsibe Mau, er- und Steinhauer-Bund, auf der anderen Seite die Gewerkschaften der Maurer und Zimmerer, beide vou dem redlichsten Wille» beseelt, einzutreten für ihr Recht: die Berbeffe> rung ihrer tt aurigen Lage. Daß e» aber in Folge dieser Spal tvng zu mankben Zwistigkeiten gekommen ist, weil jede Richtung die rechthabende sein wollte, daß wir deshalb unfern gemeinsamen Feind öfter nicht an der rechten Stelle anfaßten, wir auch durch die Spaltung manchen Schaden erlitten, diese« erst hier»och näher nachzuweisen, halte ich heute für überflüssig. Darum war e« gut, daß die Einigkeit endlich zur Wahrheit wurde. Diese Einigkeit ist nun vollzogen; es tagten zum Zwecke ca. LS Delegirte beider Rich- tnngen in den Tage» vom 12. bi» 14. Juli i» Hamburg, ge- meinschastlich berathend, Etwa» aufzubauen, worunter sich alle Maurer, Steinhauer und deren verwandte BerusSgenossen zunächst in Deutschland vereinigen, ihren gemeinsamen Feind bekämpfen und Hand an'« Werk zur Verbesserung ihrer materiellen Lage legen 'öunen. Daß wir nicht einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen haben, lasse sich ja kein Arbeiter einprägen, und wenn mau noch so viel Harmonie predigt, wenn man noch so sehr sucht, die hem tigen Zustände zu lobhudeln von Seiten der verkommenen Bour geoiSpresse, Hinweglügen läßt'» sich doch nicht, daß, wer un» unser» Lebensunterhalt verkürzt, wer un» unser Familienleben zerstört, unser gemeinsamer Feind sein muß. Dieser unser Feind ist zu- nächst der Bund der vereinigten Bau-, Maurer- und Zimmer- meister Deutschland«. Darum Kameraden allerort», wohin diese« dringt, zögert nicht, tretet der neugeschaffenen Organisation bei; ich bin fest überzeugt, Keiner von Euch wird es bereuen, eingetreten zu sein in die Reihen der kämpfenden Brüder, wenn Ihr nur erst mit dem Prinzip und der Organisation vertraut seid. Laßt alle» Neiulichen Haß und Hader schwinden, bedenkt, daß wir gemeinschaftlich wirken wollen und müssen für unserer Familien Wohlergehen. Helfe ein Jeder mit bauen a» diesem großen Bau, dann wird e« nicht lange währen, wo wir mit Aller Zufriedenheit den Schlußstein einfügen könne».— Hauptsächlich rufe ich den College» in Berlin zu, zu bedenken, wa» wir waren, wa« wir sind und wa» wir, wen» wir nicht unsägliche Kämpfe durchmachen wollen, wieder werden müssen. Es ist wohl zu beachten, namentlich für die kleinereu Städte, daß eine gut orzanisirte KrankenunterstützunzS- lasse, sowie eine UnterstützungSkasse in Gterbefälle» für die Mitglieder und deren Gattinnen, ebenfalls mit dabei ist. Wollen nun College» an verfchiedeottichen Städten dem Bruderbunde bei- treten, so haben sich dieselben zu wenden an H. Schöning, Ham- bürg, Jakobikirchhof 29. In und um Berlin können sich dieselben au meine Adresse wenden: Fr. Hurlemann, Stettiuerhof 34, vorn, 3 Tr. Die College» in Berlin müssen sich jede Woche in die Ver- sammlungeu begeben und sich dort einzeichueu lassen. Wenn nur der gute Wille da ist, dann geht e« auch. Mit collegialischem Gruß Hurlemann. Alle Parteiblätter werde» gebeten, diese» den Maurern, Stein- Hauern tc. durch Abdruck zur Kenntniß zu bringen. An dic Knopfmacher Deutschlands! Nerki«, im Juli. In Betreff unseres Ausrufes an iämmt liche College» Deutschland», al«: Steinnuß-, Perlmutter-, Metall-, Blech-, Patent-, Sammet-, Seiden-:c.-Knopfarbeiter am 21. Mai in Nr. öS de»„Neuen Sozial-Demokrat", am 4. Juni m Nr. 24 de»„Gewerkvereins" und am 23. Juni iu Nr. 70 de»„Volks- staat" waren un» keine Nachrichten der auswärtigen College» zu- gegangen, wir sahen un« genöthigt, un» brieflich an die Orte, wo eS uns möglich war, Adressen zu erlangen, zu wenden, e» find die« die Orte Fraukenhausen, Barmen, Schönebeck, Detmold, Sorau, Braunschweig und Hamburg. Auf diese» hin sind uns bis jetzt nur von Barmen uud Elberfeld Berichte zugegangen, wo die Col- legen einen regen Eiser in unsrer Sache zeigen, uud auch schon tüchtige Fachvereine gegründet haben. Wir ersuchen oder fordern vielmehr alle College» und Parteifreunde in ihrem eigenen Jnter- esse auf, 1) von den Orten, an die schon eine der hier erwähnten briefliche» Aufforderungen ergangen ist, uns eine Antwort, sie sei wie sie wolle, zuzusende», um darnach weiter handeln und ihnen mit Rath und That zur Seite stehen zu können. 2) von den hier nicht genannten Ortschaften, wo sich noch Knopffabriken be- finden, un« eine Adresse senden zu wollen.(Namen eine« Knopf arbeitet» mit genauer WohnuogSaugabe.) College» und Parteifreunde! Wir ersuchen Euch nochmal», thut Eure Schuldigkeit uud laßt Euch doch nicht zu oft an Eure Pflicht ermahnen!— Die oben erwähnten Orie, für die wir bei der briefliche» Zusendung kein Lokalstatut zur Gründung eine« provisorischen Fachverein« bi« zum Congreß hin beigelegt haben, die aber gewillt find, einen solchen zu gründen, ersuchen wir, un« bald davon zu benachrichtigen, worauf wir ihnen sofort alle» Gewünschte, so weit e» un» möglich sein wird, zusenden werden. Alle Adressen iu dieser Angelegenheit sind zu richten an Julius Winkelmann, Berlin N., Stettiner- straße 6. Obige» zu veröffentlichen sind folgende Organe ersucht worden. „Neuer Sozialdemokrat",„Volksstaat",„Braunfchweiger Bolk»- freuud",„Chemnitzer freie Presse",„Crimmitschauer Bürger- und Bauernfteund",„Dresdner VolkSbote",„Nürnberg-Fürther Sozial- demokrat",„Zeitgeist" und da« für die Knopfarbeiter provisorisch anerkannte GewerkSorgan die„Union." Die provisorische Central- Commission in Sachen der Vereinigung der Knopfmacher Deutschland«. I. Winkelmann. A. Brendel. C. Scheer. Vorsitzender. Stellv. Borfitz. Schriftführer. Ch. Fiecker. O. Seitz. A. Hubastoh. A. Schulze. Cariu». Rumpf. C. Michaeli«. in nächster Zeit in Broschurenform. Ihr Verfasser ist Schramm.— Wiemer Chemnitz. Der Bericht erst Montag in unsere Hände gelangt, also für die Mitiwochsnummer um 48 Stunden zu spät.— Sollte der Aasruf überhaupt im„Volksstaat" abgedruckt werden? der Expedition: E Rchir Waudsbeck: Die Aunonce kam für die SonntagSnummer zu spät. Kttlr Saugerhausen: Die 2,40. haben wir an die Administration der Gleichheit zum angegebenen Zwecke übersandt. Mlchr Barl: Am 23. Juli ist ein Areuzbemd mit den verlangten Schriften an Sie abgegangen. Ouittuug. der Expedition: I Mllr hier Schr. 4,19. Rchtr Wandsbeck Ann. 0,70. Brthld Mittweida Ann. 400. Brbm Gotha Schr. 5,40. Schs hier Ab. 0,45. Mth» Dresden Schr. 0,33. Byr Nürnberg Schr. 5,00. Nttl Apolda Ann. 3,00. Mllr G»»r»hausen Ab. 1,60. Schr 0,20. Gchlnrp Danzig Ann. 0,50. Ptz Eutritzsch Ab. 1,25 Brn Peuig Schr. 2,00. Metallarbeiter- Gew. Leipzig Ann. 3,20. Tbr hier Ab. 1,80. Sbhrdt lkosucheu Schr. 0,80. Schstr Lindenau Ab. 13,05. Borsdorf Vorläufige«nzeige. OVS-VUlSSf Svnntag, den 22. August: Großes Volksfest, verbunden mit Italienischer Nacht im Part. Da» Programm wird später bekannt gemacht.— Der etwaige Ueberschuß wird zur Gründung einer Allgemein«» Kraateukafse verwendet. Arbeiter Leipzig« und Umgegend I Wir»rwartea von Such, daß Ihr uns so viel wie möglich in uuserm Streben mit Eurem Besuche unterstützt, deuu es gilt ja auch hier zu säen. Da« Comitce. __(3b)_ I.«.: Heinrich«ühn.[260] Chemnitz Gewerkschaft d er Maurer u. Zimmerer. Montag, den 23. August 1375: Stiftungsball mit freier Rächt, in den Lokalitäten de« Herrn Matthe« zu Schloßchemnitz.— Anfang Abends 8 Uhr.— Sntrs 76 Pfennige. Genossen von Auswärt« habe» freien Zutritt. Da» Comitö.(200) .ftitinhnrn Gewerkschaft der Schneider. II III Hille! Donnerstag, den 6. August, Abend« 9 Uhr im Orpheum, Neustädter-Nenstraße 25: Mitgliederversammlung. Bortrag.— LereinSaugelegenheiten. I. H, Boß Gewerkschaft der Holzorbeitcr. T.-O.: Hamburg Schoppen steh l 22: Versammlung. T.-O.: Bericht von der Generalversammlung zu Leipzig. P. Martieussen, Bev. [50] Mittwoch, den 4. August, Abend» halb 9 Uhr, ftivj Hamburg St. Pauli Oeffentlichc Schuhmacher Versammlung. T.-O.: Korporativbeweguug. Nutzen der Gewerkschast der Schuh- macher.— Alle Eollegen müssen am Platze sein. E. KlnSman».|50] Warnung! An die Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Schnei derverein« und der verschiedenen Lokal-, Fach- und Strikevereine. Der unterzeichnete Lorstand warnt hiermit die Collegea vordem Schueidergesellen Aug. Schmidt au» Feeburg, Insel Fünen, und ersucht im Betreiung«falle denselben der Behörde anzuzeigen, und seine Ermittelung sofort an den unterzeichneten Vorstand zu melden, da derselbe am 24. Juni sich von hier heimlich entfernt und einem seiner Collegen Stoff zum Anzüge entwendet, sowie noch verschiedene Diebstähle sich hat zu Schulden kommen lassen, indem er der Firma Vahlsen, sowie seinem Logiswirth, welcher ebenfalls auf derselben Werkstelle arbeitet, verslbiedene Gegenstände mitnahm. Hannovers den 23. Juli 1876. Der Vorstand deS SckneiderveinS: H. Matthe», Neuestraße 46. RB. Alle arbeiterfreundlichea Blätter werden um Abdruck dieser Warnung gebeten. - �reiU8, ti"t 6' im Saale der guten Bolksversammluuss für Lindenau, Plagwitz und Umgegend. T.-O.: Unsere Lokalpresse und ihr Verhalten zu den Lohnherab- setzungin. Referent: Reichsiagsabgeordneter M» t te l e r. Die Parteigenossen der Umgegend werden gebeten, vollzählig zu erscheinen._[80] Leipzig Laute). Die unentgeltliche ArbeitS-VermItlunz für Tapezierer- gehilseu befindet sich Ranustädtersteinweg 74,(zoldue (3a,_[30] 41a« H««a Donnerstag, 5. August, Abend» halb 9 Uhr im Belle- vue, Areuzstraße: Sozialisten- Versammlung. T.-O.: Vortrag über die Hirsch-Duncker'schen und sozialistischen Gewerkschaften von Rud. Seisfert. 2) Politische Rundschau von Friedrich. 3) Fragekasten. Zahlreiches Erscheinen der Arbeiier, besouder» der GewerkschastS- Mitglieder erwartet_ Der Agent.[80] Oaittfin Gewerkschaft der Holzardeiter. �-4l�»IlA Sonnabend, den 7. August: Versammlung, Windmühle» straße 7. T.-O.: Sozialt Ueberficht vou B« r n e m a n n. Ausnahme neuer Mitglieder. Der Bsp.[60] «iefkaftea der Redaktion, tkirch Witten: Ihren bereit« verblichenen Bericht fammt Begleitschreiben habe» wir sosort zn dm Akten de« Parteivorstandes eingesandt. Die Ausnahme im„Boltsstaat" wird durch da» Alter der Mttheiluugm unthnulich gemacht. Schreiben Sie lünstighin wieder Berichte, "» sorgen Sie sreuudlichst dafür, daß dieselben vor der Absendung nicht länger al» höchsten« acht Tage— beileibe nicht 3 Monate wie die«- mal— lagern; mit derlei Schriftstücken geht'S nicht wie mit Wein nnd Oelgemäldm.— An die Sozialisten St. Johann«: Freundlichen Dank ür da» eingeftndete Gedicht. Mit ihrer Bcurtheilung der„Wespen" mben Sie vollkommen Recht; eine Antwort im„Bolksstaat" oder einem anderm unserer Organe»erdient da« Geziefer aber nicht. Ueberlaffen wir sie getrost ihrer Witzschwindsucht. Ihr Gedicht liegt bei unfern Akten. Reichenberg(Böhmen), von einer Schillerangelegenheit wissen wir keine Silbe! Da« Neueste nächsten«. Eurolin, Philadelphia: Brief er» I mlten; von den Kreozdandsdg. ist nur eine eingetroffen. Besten Dank. t Pf. Srimmitschan: Ihre Korrespondenz ist ungestiebert angelangt freundlichen Dank. Fischer Zürich: Wir hadm Ihre beiden Annoncen der Expedition übergeben. Dr. R. Stolpeu: Tie Artikel über National- ökouomi« dildm ein wmigstm« vorläufig geschlossene« Ganze, fie erscheine Holzar bctter-Gewerkschast. illUlllUjl liU* Sonntag, den 8. August: Erstes Stift««i]Ssest mit ßoncert,'Nrokog, JeffrStze und Mkr in den Localitäten des Badner Hofe». Anfang de« Concert» 4 Uhr, de« Balle« S'/, Uhr. Wir laden alle Freunde und Gesinnung-genoffen hiermit fteund- lichst ein.____ Da« Festcomits.[200} Gewandte und solide Colporteure finden dauernde» Engagement m C. Settel« BolkSduchhandlung in Apolda.___(2a)_[125] Empfehlung. Den Parteigenossen, welche gegenwärtig in Deutz beschäftigt find, empfehle ich mich sür'gnteu MiltagStisch und verspreche reelle uud billige Bedienung._ Carl Breuer, Gastwirt l>, Neitstriße 24[100] »oeben ist im Verlage der GenossenschasiSdruckerei in Leipzig erschienen und durch die Buchhandlung deS„Bolksstaat" uud die Expedition de» „Reue» Goziald-molrat" in Berlin zu beziehen: A. Geib: Der Normalarbeitstag. (3b) Prei« p r. Expl. 15 Ps. Allgemeine deutsche AffoziationS-Buchdruckerei zu Berliu. (Eingetragene Genossenschaft). Da in Folge eine« Drucksehler« i» der EinberufunzSannonce de» „BolSstaat" die Behörde zu Berlin die Beschlüsse der außerordentlichm Generalversammlung vom 16. Juli disse« Jahre« für Ungültig erklärt bat, so ist auch die m Nr. 88 de»„Neuen Sozial-Dewotrat" annoncirte Wahl der Herren W. Hasselmann, F.W. Fritzsche und H. Rackow zu Borstandsmitgliedern al« nicht geschehen zu betrachien, und führt der unterzeichnete biSherigeBorstand bi« auf Weitere« dieGeschäste der Genossni- fchaft fort. Wilh. Hafencl ev er, I. Disponent. W. Haselmann, 11. Disponent. H, Rackow, Kasfirer.[130] Allgrineiue deutsche Assnziatinus-Buchdruckerei zu Verlin. (Eingetragene Benoffmfckatt). Auf Grund der Statuten beruft der unter, eichnete Aufsichtsrath zu Sonntag, dm 29. August d. I., Bormittag» 11 Uhr in da« Lokal de» Herrn Vogel, Alexauderstraße 31 4u Berlin eine außerordeotliche Generalversammlung ein. Berliu, den 2. August 1875. Der AnssichlSrath. I. A.:«d.«ernstein. Sekretär.[100] tnof. Beranlworuiih.r Re daneur. H...� Redaktion Hobestraße 4, Expedition Zettzerstraße«4,'S Leipz'g, Druck und Verlag der GeuossenschastSbuchdruckerei iu Leipzig.