Ur. 110. Abomement»-Kedlngungen: SbonnementS-Pret» pränumerando: vterteljährl. S.Z0 Rk.. monall- l.wMk.. möchenllich W Pfg. stet in» HauZ. Simelne Nummer S Pfg. Sonntag«- Nummer mü lUuNrierler SonntagZ- Beilage.»te Neu» Well" 10 Psg. Post- Abonnement:»LV Marl pro Quartal. ll ingetragen in der Post- Z-Umig». Pteiälifte für 1900 unter Er. 7971. Unter»reu, band für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 9 Marl, sür da» übrige Rutland 3 Marl pro Monat. Erscheint täglich allster ZvottUg«. Vevlinev VolKsblakk. 1? Jahrg. Die Zstserttons-Seböh? beträgt sür die sechtgespaltene Kolonet» «eile oder deren Raum tv Psg., für volttlsche und geioettschaslltche vereint- und Versammlung«. Anzeigen so Psg. ..Klein» Anseigen" jede» Wort 5 Psg. (nur da« erste Wort s«tt>. Inseroie sür die nächst« Nummer müssen dt«« Uhr nachmittag« in derSxpedilion abgegeben werden. Tie Expedittou ist an Wochen- tagen bi« 7 Uhr abend«, an Sonn- und Festlagen bt« suhr vormiitag« geöffnet. »rrrisprechrrt»ml l.»r. lSVL. Telegramm-Ldress«! „VorilUdemostrat Sellin" Centralorgan der socittldemokratischen Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth-Stratze 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Sonntag, den 13. Mai 1900. Expedition: SW. 19, Beuth-Stratze 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Präsidenten-Diktatnr. Am Schluß der FreitagSsitzuiig des Reichstags brachte der Ab- geordnete Singer einen auffälligen Vorgang zur Sprache. Die geschäftlichen Dispositionen des Reichstags hat dem G c- brauch zufolge der Präsident unter Berücksichtigung und im Ein- Verständnis mit de» Vertrauensmännern der sämtlichen Fraktionen des Reichstags zu treffen. Nach einem dem studentischen Leben entnommenen Ausdruck heißen diese Vertrauensmänner«Senioren", die zusammen den ,, Seniorenkonvent" bilden. Der Senioreukonvent hat keine gesetzliche Existenz und die Geschäftsordiimig kennt ihn nicht— aber er ist ein Gebrauch, so alt wie der Reichstag, und eine Einrichtung mit festeren Existenzbedingungen, als das Gesetz sie verleihen kann. Alle geschäftliche» Bcstimmnngen dcZ Reichstags wurden bisher vom Seniorenkonveut unter Teilnahme und Mittvirknng des Präsidenten getroffen. Von diesem Gebrauch ist jetzt plötzlich abgewichen worden. Dem Ceutrnm kommt viel darauf an, die lex Heinze noch im Reichstag zur endgültigen Annahme zu bringen. Sic soll der Tugendmantel sein für den schinählichcu VolkS-Vcrrat in der Flottenfrage— das moralische Feigenblatt für die Larties liontcusos des Centrums. Nun läßt sich die lex Hciiize aber in offener, ehr- licher Weise nicht zur Annahme bringen. So muß denn gc- mogelt werden. Im Senioren- Konvent geht das nicht, weil dort auch die Socialdcmokraten. Fortschrittlcr und sonstigen Gegner des Pfaffcngesetzes zum Umsturz der Knust vertreten sind. Unter diestn Umstände» hielten die Heinze-Lente es für zweckmäßig, unter sich zu bleiben und einen Winkel- und Rnmpf-Seniorenkonvent abznhalten, zu ivelchem der Präsident ein- geladen wurde. Und Herr v. Ballestrem nahm die Einladung an. Von diesem Winkel- und Runipf-Seniorcnkonvcut wurde bc- schloffen, die lex Hcinze und das Fleischbeschaugesetz, das ein ebenso frecher Schlagsauf den M a g e n des Bolls, wie die lex Hcinze Goethe schon gesagt: auf seinen Sinn für Kultur und Kunst,— vor dem Flottengcsctz auf die Tagesordnung zu setzen. Bezüglich dieser dunklen Machenschaften richtete vorgestern der Abg. Singer seine bekannte Aufrage an das Präsidium. Graf Ballestrem war leider nicht anwesend und der zweite Tieepräsiden! Schmidt nicht in der Lage, Auskunft zu erteilen. In der nächsten Sitzung— gestern— war Graf Ballestrem am Platz und gab, in sichtlicher Erregung, vor Eintritt in die Tagesordnung eine Erklärung ab. deren Wortlaut im Parlauientö'berichte zu finden ist. Herr v. Ballestrem behauptete, durchaus korrekt gehandelt zn haben, indem er die Einladung zu dem Hcinze-Konventikel annahm. Wir sind nicht seiner Ansicht. Unzweiselhast hat er das Recht, mit den ein- zelnen Parteien des Reichstags politische und auch den Reichstag an- gehende Besprechungen zn haben— und ivir bcziveifcl» keinen Augenblick, daß Graf Ballestrem auch für Socialdcmokratcu zu sprechen ist. Allein hier handelte es sich nicht um eine gewöhnliche Besprechung, sondern um eine Verein- barung von einigen Fraktionen des Reichstags gegen andre Fraktionen des Reichstags. Da aber der Präsident dcS Reichstags ebenso gut Vertreter und bberster Vertrauensmann d i e s e r Fraktionen ist wie jener, so bewegte sich seine Handlungsweise entschieden nicht innerhalb des KreiseS, welchen die vom Amt des Präsidenten untrennbare Neutralität und Unparteilichkeit dem Präsidenten gezogen hat. Graf Ballestrem war sich auch bewußt, daß seine HandlnngS- weise nicht die eines Unparteiischen war. Es erhellt das anS seiner Bezugnahme auf die Obstruktion, die ihn daran gehindert habe und hindere, den Seniorcnkonvcnt zu berufen. Damit ist der parteiische Zweck des Winkel- und Rmnpf-ScniorenkonvcntS der Hcinzc-Leute zugegeben. Von solchem Bewußtsein zeugt auch die durch keine Acußcrung Singers motivierte Heftigkeit, mit welcher Graf Ballestrem sein persönliches Präsidententum betonte. Es ist ivahr, der Präsident als o b e r st e r Vertrauensmann Hes Parlaments hat ein sehr ausgedehntes Vertrauen zu fordern, und das Vertrauen knüpft sich an seine Person. Auf der andern Seite legt ihm jedoch sein Vertraucnsamt die Ehrenpflicht auf, seine Person und seine persönlichen Partei- Anschaumigen möglichst zurückzudrängen. Geschieht dies nicht, so wird das Anit des Präsidenten zur parlamentarischen Diktatur, der Präsident zum Diktator. Und die Schroffheit, mit der Graf Ballestrem dem Scniorenkonvent jede Berechtigung absprach, hat einen stark dikta- t o r i s ch e n Beigeschmack. Hat in Graf Ballestrem der stramme Rittmeister, den er im Laufe seiner Amtsführung etwas gebändigt zu haben schien, wieder die Oberhand erlangt? Das wäre nicht im Interesse der parlamen- tarifchen Geschäftsführung. Jedenfalls wäre die Präsidenten-Diktatnr das schlechteste Mittel zur Verhinderung der Obstruktion, die bisher geruht hat, die aber, wenn herausgefordert, den Kämpf aufnehmen kann mit der Gewißheit dcS SiegS über parlamentarische Diktatur- gelüste auf dem Präsidenten st uhl und im Hause. Worten und Ton eine studiert sanfte Obstruktion, die Gefühle der Junker kann man sich denken. Daß die Land- arbciter überhaupt als Menschen betrachtet werden, das ist schon schlimm; daß die Landarbeiter aber in eine staatliche Organisation gebracht, und daß sie. die Land- junkrr, zur Unterstützung der in ihrem— der Junker— Dienst und meist infolge ihrer— der Junker— Fahrlässig- kcit vcnn'.glnckteu Landarbeiter herangezogen werden sollen, das geht über den Horizont der Junker,— das ist ein Attentat gegen ihr Junkerrecht: nichts zu geben und alles zu nehme n. Im Reichstag dürfen sie das freilich nicht sagen. Sie sind da nicht„unter sich", wie im preußischen Landtag, und müssen sich zusaurnren- nehmen. So klagen sie elegisch über die Kostspieligkeit der Versicherung, beteuern ihre Zärtlichkeit für die Landarbeiter, und bieten dabei alles ans, um die KommissionSfassnug der Vorlage nuglichst zu verschlechtern. Unsre Genossen M o l k e n b u h r, S t a d t h a g e u. Hoch, Fischer lSachsen) riffcn jedoch den Herren Junkern unerbittlich den Schleier der aufopfernden Menschlichkeit vom Gesicht. Wie sie die Arbeiter in zwei Klaffen teilen, die Land arbciter zu Arbeitern zweiter Klasse zu machen bemüht sind, wie sie an den Nenteu der verunglückten Arbeiter „spa.11" und, statt den armen Witwen und Waisen christ lick.eS Almosen zu gewähren, von den armen Witwen und Waisen f ü r s i ch, die stolzen Herren Junker mit dem höheren Ehrgefühl. Almosen erpressen— das wurde den Herren Junkern scharf und rücksichtslos gesagt. Herr Ganip der alles sür die Agrarier beweisen kann, meinte mild: den Landarbeitern gehe eS ausgezeichnet. Ans die Frage, warum dann die Leuteuot? wußte Herr Gamp keine Antwort. Ver mutlich weil es den Landarbeitern zu gut geht. Hat doch ES ist uictilS io schwer zn tragen Ais eine Uleihe von guten Tagen. Sehr übel erging es einem philanthropischen Junker, der die gewohnheitsmäßigen Säuier unter ein Ansnahmegesetz stellen wollte. Er bekam ans dem Munde Stadthagens Wahrheiten zu hören. die manchen„gewohnheitsmäßigen Säufer", der kein Arbeiter ist, wie Peitschenhiebe getroffen haben mögen. Das hinderte allerdings nicht, daß der Säuser Antrag die Mehrheit erhielt. Tie Sitzung dauerte bis und nur ein kleiner Teil der Vorlage wurde erledigt. Nächste Sitzung: Montag 1 Uhr. Fortsetzung. polikifche Mebevficht. Verlin. den 12. Mai. Der Reichstag krat am Sonnabend nach einem interessanten Vorspiel, mit dem wir uns an andrer Stelle beschäftigen, in die zweite Beratung des Unfall- VcrsichcrungsgesetzeL für Land- und Forstwirtschast ein. Hier sind die Herrert Agrarier interessiert, hier war agrarische Obstruktion zu erwarten. Und sie ist gckommrn. Keine„schreiende", nein— in CrntruinS-Poesie. Während der KlerikaliSinnS jeglicher weltlichen Sinnlichkeit ab hold ist, sind seine geistlichen Poesic-Erzengnisse häufig von einer krankhaften Sinnlichkeit gefärbt, die in niystisch-rekigiöser Hülle irdische, sehr irdische Gefühle stammelt. ES ist kein Zufall, daß bei Erkrankungen an religiösem Wahnsinn znmeist Motive lcidenschaft- sicher geschlechtlicher Erregung»nheimlich mitspielen. Die nachfolgenden Citnte stammen ans zwei Gcbctbüchlcin. die in Bayern in den Händen der Mädchen sind. In„Adorenrns, Gebctbiichlcin. Mit bischöflicher Approbation. Kevlaer Verlag", findet sie Seite 90 folgende schwülstig-Iüsterne Betrachtung über„Liebe": „O unbegreifliche, o unendliche Liebe! Mein Gott will sich mir ganz und gar schenken. Und ich sollte Dich nicht lieben, mein Jesus! Ich liebe Dich von ganzem Herzen, mehr als mich selbst, mehr als mein Leben. Mit der Liebesglut der Seraphie». mit der Liebe Deiner heiligste» Mutter Maria möchte ich Dich heute sieben, o mein Gott, um Dich würdig in mein Herz aufzn nehmen. Weichet ans mir, ihr irdischen Neigungen, von nun an soll mein Jesus in mir herrschen. Jesus all meine Liebe besitzen. O Maria. Mutter der schönen Liebe, hilf mir meinen Jesu« lieben, wie er es von mir verdient und verlangt." DaS ist natürlich mir„übertragen" gemeint, Schwärmerei über himmlische Liebe— es weht aber darin schwüles weltliches Empfinden. Noch deutlicher läßt sich das„Gcrtrndcnbiichlein" aus.„Kurz gefaßtes Gebetbüchlein usw., ausgezogen anS den Schriften der heiligen Gertnidi« usw. von einem ehrwürdigen Priester"... Der ehrwürdige Priester schwelgt in den folgenden Bctrachinngen: „Denke Dir. sagt die heilige Gertrndis. daß Du Deinen Bräutigam JcfnS vor Dir erblickest usw."„Gott der Liebe, Du siehst meine ganze und wahre Liebe usw. Vor Dir meiner trautesten Liebe will ich in aller Frühe mich hinstellen und Dich betrachten usw. Je mehrich Dich koste, desto stärker hungert mich! Je mehr ich Dich trinke, desto stärker dürstet mich... O so besuche mich denn in aller Morycnfriihe. daß ich ganz in Dich umgewandelt werde.„Deiner mütterlichen Treue, aller heiligste Jungfrau Maria, empfehle ich mich in dieser Nacht und bitte Dich. Du mögest mich bewachen vor den Nachstellungen des FeindeS." .... Dich sollen loben und preisen alle meine Kräfte meiner Seele und meines Körper»; Dir sollen jubeln alle meine Ader» und Glieder, alle meine Gebeine und BsiitStropfc». all mein Verlangen und mein Wille, mein Verstand und mein Gedächtnis. sowie mein ganzes Herz und eine jede seiner Regungen. Mit solcher Gewalt ziehe mich an Dich, daß ich Dich in der Süß ig- kcit Deiner kostbarsten Herzensliebe umfange und weise liebend Dir folge." „Mein höchster Wunsch ist, daß ich eine so glühende Begierde und«ine so flammende Liebe hätte, als es nur jemals ein menschliches Herz empfand. Könnte ich doch mit einerfolchen Glut der Liebe dich empfangen wie Maria, die liebe Mutter, Dich aufgenommen h a t." „O gütiger Herr! Was ich von Dir verlangte, das hast Du gcthan, und ich habe fest umarmt, Was ich so lange Zeit begehrt habe. O Herr, Du bist ein lieblicher Baum unsrcr Seligkeit, der sich selbst einst niederpflanzte in Marias S ch o ß." „In jener Stunde empfandest Dn falS Maria Jesnm empfing) eine so überanS süße Freude, daß kein andrer Mensch ihr Vollmaß z» kosten vermag." So lernen die Mädchen beten. Diese religiös verhüllte Sinn- lichkeit muß in der That ebenso die Phantasie vergiften, wie die edle natürliche Nacktheit läutert und löst. Die Väter und Hüter der lex Hcinze aber bieten verderbliche Kost unreifen Mädchen— als Höchstes und Heiligstes— an. Tie ganze Widcinatürlichkcit der klerikalen Anschniiung offenbart sich in solchen Produkten— und wer die ältere Maricnlynk kennt. weiß, daß eS»och bei weitem schsimmcrc Erzcugniffc gicbt.— DaS alte Lied. -st- Wien, 11. Mai. Der Lstrcichische RcichSrat ist am Dienstag zusammengetreten, und gestern ist er in die durch die DelcgationStagung bedingten zehn- lägigcn Ferien gegangen. ES gab also drei Sitzungsrage; ihr Er- gebniS ist, daß das AbgcordnctenhanS zwölf namentliche Ab- st i in in n n g c n absolviert hat. Und worüber wird abgestimmt? Die Geschäftsordnung dcS Abgcordnctenhailsc» bestinmit, daß zu Beginn jeder Sitzung der sogenannte Emlanf, die eingelangten Zu- schriftcn. die gestellten Anträge. Interpellationen, sowie das Verzeichnis der an das HauS gerichteten Petitionen und der Wisent, lichc Inhalt jeder Petition vorzulesen und bekannt zn geben sind. Die wörtliche Verlesung einer Petition, sagt die GeschäflSordining weiter, f i n d e t u u r dann statt, wenn sie beider. Mitteilung von einem Mitglied beantragt und vom Hause beschlossen wird. Diese knappe Be- stiminung ist daö ganze Rüstzeug der Obstruktion. Da eS zn- lässig ist. schon beim Einlauf einen Antrag auf Beschlußfaffung zn stellen, so ist eS auch möglich, die Abstimmung über den Antrag mittels Rantenanfruf zu verlangen. Eine namentliche Ab- stimmniig hat stattznfiiideii, wenn sie von fünfzig Abgeordneten vcr- laugt wird; wenn also fünfzig Leute wollen, daß über die Anträge auf wörtliche Verlesung irgend einer gleichgültigen Petition— diese sind natürlich nach Bedarf zu produzieren, die Jungczechen sollen ihrer diesmal mehr als 2000 Stück in Vorrat haben!— namentlich abgestimmt werde, so kommt das Haus über den„Einlauf" sein Leben nicht hinaus. Man kann das Mittel auch variieren; so stellen jetzt die Jinigczechen den Antrag, eine Petition vorzulesen und verlangen über den Antrag die Abstimmung mittels Stimmzetteln. Da aber diese Form der Abstimmmig extra beschlvffen werden muß, so bean- tragen sie. daß über die Frage, ob die Abstimnnmg durch Stimmzettel erfolgen soll, namentlich abgestimmtvwcrdc. Wird der Antrag ab- gelehnt, so wird eben über de»„meritorischen" Antrag— de» auf Verlesung der Petition I— namentlich abgestimmt. Da der Aufruf von 422 Namen dreiviertel Stunden braucht, reicht eine Petition schon an», um anderthalb Stunden totzuschlagen I Dieser Vcschäfti- gnng hat sich da§ Abgeordnetenhaus in diesen drei SitzungStagen auKschlicßsich hingegeben. Die einzige Thätigkeit— die Wahl der zehn Milgliedcr, die das Abgeordnetenhaus in die Qnotcudeputation cntfcndct— wurde in einer eigenen Abendsitzung absolviert; sonst erschallte in den drei SitzungStagen daS alte Lied: Abrahamowicz David. Abrahainowiez Eugen... Die Jnngezcchen machen also wieder Obstruktion, und man weiß nicht, warum und wozu. Die neueste Obstruktion ist nur psychologisch zn verstehen: Die Jnngczcchcn machen sie. u m [ich in Respekt z u setzen; sie wollen zeigen, daß sie das- selbe können, waS die Deutschen geübt haben, daß ihnen ebenso viel„Recht" gebührt wie den Deutschen: ihre Obstruktion kommt, so grotesk da» klingt, von dem Bestreben, mit den Deutschen gleichberechtigt zn sein. Sie ist dabei mtv der Ausdruck des Hasses, den alle östrcichischcn Völker gegen dieses unselige Ocstreich erfüllt. Deswegen ist die Obstruklion u n- besiegbar, denn ein arbeitsunfähiges Parlament ist die dem Zustande de» Staates wirklich ganz entsprechende Volksvertretung. Es wird also olles nichts niitzen, was Herr v. Körber gegen die Obstruktion vorgekehrt hat: nicht das Sprachcngesctz. da» Versprechen, neue Bahnen zu bauen, nicht die angebliche Jsoliming der Jungczechen— da» Parlament wird wieder zusammenbrechen und der § 14 wird auch heuer JahreSregeut sein. Die östrcichische Krankheit ist unheilbar.— « Deutsches Kelly. Ruch die iudustricllen Hochschichzöllucr beginnen ihre Zoll- forderungen vorzubereiten. Die Leitung des„Ccntralverbands deutscher Industrieller" hat an die dem Verband zugehörigen Korporationen ein Rundschreiben erlassen, in dein darauf hin» gewiesen wird, daß die Zollsätze für den deutschen autonomen arif bereits im Laufe dieses S o in m c r S seitens der Rc- ierung festgesetzt werden sollen. Weiter heißt eS in dem Rund- "retben: .... Diesen Ausführungen entsprechend richten wir an die dem Centralverband als Mitglieder angehörenden Verbände, Vereine und Korporationen die Auffordcrnng. in Beratung über die von ihnen für notwendig erachteten Zollsätze zu treten und daS Ergebnis' der Beratungen an uusre Geschäftsstelle gelangen zu lassen. Wir werden daim eine entsprechend zu gestaltende Versammlung u n s r e r Mitglieder berufen, in der die Zollsätze, soweit sie die im Eentrnlvcrband vertretenen Industrien betreffen, festgestellt werden sollen. Dabei behalten wir uns vor. einzelne Judustriegruppen bereits zuvor zum Zlveck geineinschaftlichcr Beratung zu berufen, gii Ich' Jim die so jeHu tvünschcnswcrte gegenseitige Verständigung besser vordereilen und zum endgültigen Abschluß bringen zu ionucn. Da, ivie bereits erwähnt, die Zollsätze von den leitenden Organen schon ün Laufe dieses Sommers so weit festgestellt werden sollen, daß sie im Herbst den Regierungen zugehen und der ganze Zolltarif bereits in der Session ISXXi biß lüOI eingelegt werden lann, so i st die größte Eile erforderlich," Der Sturmlauf der Hochschutzzöllner beginnt. Die Herren der Industrie werden um dieiLöettc� mit den Jnnkern den arbeitenden Klassen die nötigsten Berbrauchswarcn verteuern. DaS arbeitende Volt muß beizeiten auf der Hut sein, daß die wucherischen Pläne der Äapitalistenklasse durchlrcuzt werden.— Geacnsiitzc in der konservativen Partei. ES stellt sich heraus, daß die abgeläugnetc Spaltung in der konservativen Reicht tägS-Fraltion bezüglich der Stellungnahme zum Fleischbeschau gcset» doch Th a ts a ch e ist. Die„Deutsche Tageszeitung" teilt nunmehr mit,'„Bon Mitgliedern der konservativen Partei' werden beute den andern Parteien zwei versstziedeuc Anträge zum 8 ll des Fleischbeschaugesetzes unterbreitet. Der§ Ika beschäftigt sich bekanntlich nnt der F l c i s ch e i n f u h r. Einer dieser Anträge stimmt inhaltlich volltommen tibcrein mit dem durch die„Schles/�lg." veröffentlichten und von uns wiedorgcgebene» Kompromisse, wonach die Einfuhr von Pökelfleisch unter den bclanntcn Bedingungen gc stattet sein soll. Dieser Antrag hat die llntcrschrift von 18' M i't g bi e d e r n der dentschlonservativen RcichStagS-Fraktion gefunden Ter a n d r e Antrag stellt sich auf den Boden der B e schlüsse zweiter L e f u n g. Es sind daran nur einige mehr formelle Acnderuugen vorgenommen»vorden. Was die Fristbestimmung anlangt, so spricht er nicht ein Verbot der gesamten Fleischeinfuhr nach dem 31. Dezember 1903 aus, sondern verlangt für die Zeit nach dem genannten Termine eine g c setzliche Neuregelung etwaiger Ausnahme best immun gew. Erfolgt diese Regelung nicht, so bleiben die im t; 14 a enthaltenen Besliiminingcn bestehen. Dieser letztere Antrag ist bisher von 27 Mitgliedern, a l f o d c r M e h r heit der konservativen Partei, unterzeichnet worden. Da es nicht unmöglich ist, daß die fomielle Fassung des An krags noch im Lauf der Verhandlungen mit den andern Parteien eine Abänderung erfährt, verzichten wir vorläufig auf die Wieder gäbe des Wortlauts. Die Vcrhältiiisfc liegen also augenblicklich so daß die vom„Bunde der Landwirte" verfochtcuc An .schnuung, insbesondere das P ö k c l f l e i s ch- E i n f u h r v c r b o t die Zustimmung der Mebrheit der konservativen Partei gefunden hat. Wie sich die andern Parteien dazu verhalten, bleibt' zunächst abzuwarten." Die cxtrenien Bündler haben mit Hilfe des Grafen Kanitz einen Tieg über die höfischere Gruppe der Minckowström und Mirbach gewonnen. Durch dreistes Drängen hoffen die Agrarier die nach- giebige Regierung zu noa) weiteren Äonzessione» au die junkerliche Begehrlichkeit zu zwingen.— Ter Gciievalsjiperintendcut kommt: Wie der„Volks-Ztg." aus Eberswnlde berichtet ivird. ist dort für den 17. Mai ein großes Fest geplant. Der Geiicralsnpcniitcndet Dr. Dryander wird nämlich feierlich„einziehen", um Äircheiivisitatioucn abzuhalten Glocken werden läuten und die Schulkinder als Spalicrgcmüse die Straßen schmücken. Eberswalde begnügt sich eben auch mit einem General superintcndcnten, wenn es gekrönte Häupter nicht erschwingen kann Ilebrigens soll jeder Mensch vom Rcservelienteiiant aufwärts liiuflig in Eberswaldc das Recht solchen Einzugs erhalten. Es Wird nur gebeten, sich mindestens drei Tage vor dem Besuch auziimelden, da sonst die nötige Begeisterung nicht in der»vLnschenswert gediegenen Qualität hergestellt werden taini.— Wafsevpolitik und Agrarier. Die Korrespondenz des Bundes der Landwirte plädierte imtcr Berufung ans nnsrc Notiz über die Wassersnot an den Haffnfern und den Mangel an Staatennttieln zur Beseitigung derselben dafür, daß der Staat erst einmal dieser Frage näher treten solle, bevor er.Hunderte pv» Millionen snrKnnftwasser- straße» fordere. Wir sind natürlich mit dem Bund der Landwirte ganz darin einverstanden, daß es eine der ersten und unablvciSbarfteii Aufgaben des Staates sein müßte, die Mittel für eine Verhütung derartiger Wassersnöte bereit zn stellen. Allein warum wirft der Bund der Landwirte seinen Zorn gerade ans die Kanalprojektc statt auf die Flotteiivorlage't Warum ereifert er sich so sehr gegen die inländische Wässerpolitik statt gegen die ausländische? Oder tvird der„Berkehrsdusel", der den Agrarier» so verhaßt ist. dnrch die ausländische Wasserpolitik nicht noch viel mehr gefördert, als durch die inländische Wasserpolitik? Die Flolte kostet zudem ein paar Bkal soviel Milliarden, als die Kanäle H n n d c r t c von Millionen kosten. Auch die Flotte ist den Agrariern ja etwas„Gräßliche?", allein ihre heroische OppositionSlnst. die sogar die Landrätc»ach der Märlyrerkrone greifen ließ, hat sich zn dem nämlichen schäbigen Handclsgeist verflüchtigt, mit dem das Centrum um die Flolte feilscht. Wie bei dem Eeiilrnin die KnhhandelSparole lautet:„Ohne lex Keinzo keine Flotte", so lautet sie bei den Agrariern„ohne Pökel- sleischeinfiihrverbot keine Flolte". Ter Karnpsrns„ohne Könitz keine Kähne" entbehrt doch tvcuigstciiS nicht eines gewissen junkerlichen Schneides; der jetzige Pökel'slcischschachcr hat ctkvaS geradezu Klag- lichcs. Wie soll das erst werden, wenn der durch die Flotte gezüchtete Krämergeist noch weiterhin auf die Junker abfärbt!— lieber den Flottenkarueval auf dem Rhein tvird uns ferner NUS Köln geschrieben: Tie Rellameschiffe sollen noch den ganzen Dionat Mai hindurch auf«userm schönen Strome.herumgondeln. Ter Führer der Torpedobool-Tivision hofft, wenn leine Aendernngen im Programm erforderlich find, bis Anfang Juni seine„Mission" zu beenden und am 7. Fnni wieder i» Wilhelmshaven einzutreffen. Bei günstigem Wafferstand will man die Dinger mit Ausnahme des DivifionsschiffeS bis Straßburg hinaufbringen. Am Montag ist An- kunft in Mainz! dann geht cS weiter Nach Mannheim, Worms. Ludwigshafcn und.wenn eben möglich bis Straßburg. Bei dem Beginn der Fahrt ließen sich die Kölnischen Blätter aus den nieder- rheinischen Städten„jubelnde Begrüßung" dnrch die„tauseiidköpfige Menge" telegraphieren. In Köln aber blieb der„Jubel" ans. Ein Kreisblatt lvußte das zu erklären es meinte: wenn bei der Ankunft der Boote ein allgemeiner begeisterter EuipfangSjubel nicht zum Ausbruch kni», fo fei das nicht dem Mangel an Be- geisternng für die Sache zuzuschreiben, sondern neben der Ent- tänschung über die unfcheinvarcn Schiffe„dein lühmeiiden Gefühl, das der ungclvohutc Anblick der unheimlicheit Zcrftörungswerkzengc hervorrief." Gewiß war ein Andrang der Menge zur Befichliguiig der Boote festzustellen; aber das hat mit der Flottenbcgeisteriing nickt das niindeste zu thun. llitfer..Kölner Parteiblatt meinte treffend:„Wenn Herr Rören ankündigt, daß er am Sonntag mit der Lona Barrifon über den- Hcumarlt schreite, so sei die Menge mindestens dreimal so groß, tnid es werde auch nicht an Hochrufen und Tücherschweuken. fehlen. Die Beranstaltniigen find nud bleiben da-s Werk der Streber und Interessenten, und die Telegramme werden gemacht von denen, die berufsmäßig zur Begeisterung ver- pflichtet sind." Bisher hat die Torpcdoboot-Division alle nicht ganz im- bedeutenden Städte am Rhein„angelaufen", und überall sind Frendenfcierit veranstaltet worden. Die Besatzung der Boote muß man bedauern; denn die Leute Iverdc» von einer Festlichkeit und Sauferei zur andern geschleppt. In Köln sind sie vor lauter Feiern fast aufgerieben lvordc», rtnd für die Bcovachtcr unterliegt c? keinem 'Zweifel,' daß Offiziere und Mannschaft den Rumincl nicht ohne. schweren Schaden an der Gesundheit überstehen werden. Die erheb-, jitcheii Kosten der ganzen Geschichte müssen natürlich' die Steuerzahler ftragcn. Tie liltramvurane Bonner„Deutsche Reichszeitnng" meint.! u« Köln und Düijcldorf habe man aus Rücksicht ans das Centrum 'die Stadlverordnctcn-Versaminlung nicht mit der Beivilligung der .Empfangskosten behclligr. Das ist' Ulisiim. Die tilkramontanen �Stadträte würden die Mittel hergegeben haben. In Mülheim a. Rhein ihabeu dieser Tage sämtliche EentrnmS-Stadtvcrordnete einschließlich Ide« Abg. Pleß für die Beivilligung gestimmt.— Zur BrcSlaucr LaudtagSivahl. Nachdem vor mehreren Wochen bei sämtlichen Mitgliedenr des socialdemokratischen Wahl- komiteeS eine Haussuchung veranstaltet worden ivar, um Beweise für ein Bergehen nach K 109 R.-Str.-G.-B.(Kauf resp. Verkauf tm Wahlstimmcn) zu finden, wurden neuerdings vier Mitglieder des Wahlkomitecs, die Genossen Bruhns, Burgund, Heppner und Titze als Zeugen venioimnen, während das sünftc Mitglied, Genosse Schütz, als Angeschuldigter figurierte. Die vier Zeugen haben von dem ihnen gegebenenfalls ztistehenden Recht, ihr Zeugms zu ver- weigern, keinen Gebrauch gemacht, sondern, wie unser dortiges Partei- organ berichtet, alle Jagen des IlntersuchiingsnchterS erschöpfend beantwortet. Tie schwarzen Porte» in Pojnmern. Ans Stettin wird uns geschrieben: In rücksichtslosester Weise spielen die nach billigen Landarbeitern angelnden Agrarier mit der Volksgcsundheit. Durch polnische Landarbeiter find ans dem Rittergut Fritzow, der be- kamiten landwirtschaftlichen Versuchsstation. in der Nähe von E o I b c r g. die schwarzen Pocken eingeschleppt tnid von dort bereits nach ciuem andren Dorfe verbreitet worden. Jetzt ist die Seuche auch in I a a s d e, ebenfalls einem Dorfe in der Nähe Eolbcrgs, zum Ausbruch gekommen. Hier sind zunächst wieder pol- nische Landarbeiter erkrankt: auch ist bereits ein Bauer im Dorfe von der Seuche befallen Ein dritter Erkrankiingsherd ist unter den polnischen Arbeitern ans dem Rittcrgutc Strachmin bei Köslin ent- standen. Desgleichen sind die schwarzen Pocken auch in Glienken bei Stettin durch russisch- polnische Arbeiter, die dort ans der chemi- scheu Fabrik„Union" arbeiten, eingeschleppt. Drei Personen sind hier bereits erkrankt. Dresden, Il. Mai. Der Landtag wurde heute nach einer Dauer von 6 Monaten 5 Tagen geschlossen. Im Vcreinignngsvcrfahren mit der ersten Kammer fiel der Beschluß der zweiten wieder, über die fernere Zugehörigkeit bestrafter Gemeinderatsmikglicder erst daL Kolleginin entscheiden z» lassen, so daß auch knifflig jeder Bestrafte sein Mandat verliert, gleichviel ob Bourgeois oder Socialdemokrnt. Ferner wurde die Gewährung der halben Tagegelder an die Dresdner Kammcrmitglieder wieder gestrichen, während die Ethöhnng der Tagegelder'für die Synode bestehen bleibt. Die erste Kammer setzte in beiden Pmikten ihren Kopf durch. Besondere Zwischenfälle kamen nicht vor. Unsre Genossen hatten lange vor dem osfizicllcii Schluß die Kammer verlassen, in die sie wohl nicht tviedcr zurückkehren dürften. Stuttgart, 11. Mai.(Eig. Ber.) Tic Debatte über die W a r e n h a n s st e n e r, welche heute im>v ü r l t c m b e r g i s ch e n Landtag fortgesetzt und zum Abschluß gebracht wurde, förderte merkwürdige Herzcnscrleichternngen von selten der Regierung und einiger ritterichastlicheit Abgeordneten zu Tage,.die festgehalten zn werden verdienen als Symptom für die unbefauaene Anffafinng. welche man in Süddetitschland bis weit in die Kreise der„oberen Zchntansciid" hinein dem modernen ivirtschastlichen Entwicklungsgang entgegenbringt. Der ivürttembcrgische Staatsminister Pischek betonte. daß es ihn gar nicbt geniere, einmal mit dem Socialdemo- k r a t e ii Kloß znfai'nMciizngcheii, iveim er dessen Aiffchaunngen für richtig halte, und charakterisierte die gewünschte Steuer als ein Ausnahmegesetz. Der rittcrschafilichc Abgeordnete Freiherr H c r in a n sprach sich dahin aus, daß er'sich im allgemeine» von gesetzgeberischen Versuchen, die große, wellgeschickitliche wirt- 'chaftlichc Entwicklung aiffzuhnlien, keinen Erfolg versprechen kann. Er sei auch der Meiiiniig, daß durch die Getreide zölle ans die Dauer die deutsche Getreideproduktion nicht k o n k n r r e n'z f ä h i g erhalten werden könne und gestand, daß er in diesem Punkt der Wissenschaft- liche» Anffafinng des Abg. Kloß nahe stehe, dessen Aiffchamingen er für richtiger und gerechter halte. Nachdem sich noch gestern die Vertreter aller bürgerlichen Parteien.für die Warenhausstetier ausgesprochen, schlug heute, sichtlich mitcr dem Eindruck der Kloß- iche» Rede, der. Wind um, volksparteiliche und iiationalliberale Redner nahmen ihre AuSführnngeii vom Tage zuvor zurück oder schränkten ie erheblich ein. so daß bei der Abstimmung der Antrag der Kom- Mission, den Erlaß der Warenhausslcner der Regierung zur B c- r ü ck s i ch t i g u n g zu' überweisen, mit Stimmeiiglrichhcit dnrch ticheiitschcid des Präsidenten abgelehnt wurde. Das ist ein moralischer Erfolg der«ocialdeinotralie im würtlembergkschen Land tag.— Tic agrarisch geuiansertc siisdcntschc Volkspartci wird vom Schwab. Merkur" an ihre frühere Stellung gegenüber den Getreide- zollen erinnert, die allerdings von der Stellimg, die Dr. Hcimbnrger und der Stuttgarter„Beobachter" nenerdtngs einzunehmen für gut befunden haben und mit der sich im„Beobachter" auch ei»„alter, iitmlhaster Parteifreund vom Lande" identifiziert, recht erheblich ab- weicht. Der„Schwab. Merkur" schreibt: „Hoffentlich hat dieser„alte, namhafte. Parteifreimd" nicht auch den l 884er Wahlanfrnf seiner Partei niiterickiriebeii, der„auf die Schanzen gegen jede Mehrbelastung des Bolls durch neue Stenern und erhöhte Zölle" rief. Oder den Wahlaufruf für 1890, der die „Beseittgjiiig der Zölle" verlangle' lind sollte man wirklich bei der Demokratie jene„Antikomzoll-Bersammlung" lso hieß sie der Beobachter) vom 3. Juli 1891 vergesscu haben, bei der der frühere Reichstags- Abgeordnete Galler erklärte:„Die Vofföpartei bc- kämpft trotz alledem imd alledem diese zurückgebliebenen Reste V i s m a r ck s ch e r Politik in ökonomischen F r a g c Ii: d i e G c t r e i d c z ö l l c müssen tv e i ch c n, w i r hoffen es noch zu erleben." Das denlsch-iiationalc Blatt ist ferner so boshaft, gegen den Beobachter" vom Jahre 1900 den„Beobachter" vom 30. Juni 1891 n citicreii, in dem folgende Sätze zu lesen sind: „Wenn je eine oder die andre vereinzelte Persönlichkeit, welche politisch auf dem Standpunkt der Volkspartci stand, in Wirtschaft- lichen Fragen eine von dem Parteiprogramm abweichende Meiinmg gehegt tnid irgend eininnl ausgesprochen hätte, wad will das gegenüber der klar und offen i n P r e s s e. Versammlung nud Parlament deihätigten Haltung der Partei und ihrer Führer, Ivas das gegen das Programm der deutschen Volks- Partei beweisen, welches die k ü n st I i ch c Bert eurung der notwendigen Lebensmittel durch i n d i r c k t c Steuern und Zölle ausdrücklich und grundsätzlich verwirf t." Ob der„Beobachter" seine agrarzöllnerischen Seitensprünge auch als belangloses Privatvergnügen niiffaßt. das gegenüber dem Pro- gram nt' ber Volkspartei nicht ins Gewicht fällt, oder ob er nunmehr mif eine Revision des Programms drängen wird?— Freisinniges. DaS in Waldenbtirg in Schlesien erscheinende ..Wochenblatt" erstickt, wie man uns berichtet, angesichts der bevor- 'tchciiden Neuwahl z u in R e i ch s t a g e die bürgerlichen Parteien, einmütig zusammenzustehen, damit der Sieg des socialdemokratischen Kandidaten vermieden werde. Im Wahlkreise Waldenburg kann nur die Wahl unsreS Genosscn Sachse oder die Wahl eines Freikonser- vativcn in Betracht kommen. Die Freisinnigen zählen nickt. Des- halb ist cS um so bezeichnender für ein Organ der Partei, die gegen die Reaktion kämpfen will, daß cS schon jetzt auf den Sieg des .reikonservativen Kandidaten hinarbeitet. Run. glücklicherweise haben die Arbeiter deS Kreises Waldenburg auch ein Wörtchen mitzusprechen, und diese werden. es mit dem gesamten bürgerlichen Mischmasch aiifnchmcii. Die ÄuSsichte» sind für unS— trotz zahlreicher Aus- waiidcrniigen— sehr günstig, wie insbesondere auch der Verlans der Maifeier gezeigt hat.— Ausland» Italien. Eine Bestie in der Soutane. Vom S ch lv u r- ericht zu Bi.terbo wurde der Priester Don G r a t i l i a n o P e z i von B a s s a n o zu 5W Jahren drei Monaten Zuchthans verurteilt, weil er durch Meineid und Anstiftung zum Meineid im Jahre 189-1 drei Unschuldige auf je zehn Jahre ins Zuchthaus gc- bracht hat. Die eine der unschuldig Angeklagten verfiel in Wahnsinn und wurde beim Urteil vom Schlag gerührt, eine Zeugin, die wegen angeblichen Meineids zu K Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. starb während der Strafvcrbüßung mit Hinterlassung dreier Waisen. Existierte im italienischen Strafgesetz das Todesurteil. so wäre es wahrscheinlich an den Opfern des meineidigen Priesters vollstreckt worden, und die Bestie im Priester- gcwand würde fraglos das Todesurteil kalten Bluts haben vollziehen lassen. Der Prozeß erhält dadurch ein Relief, daß Don Gratiliano das H a u p t d c r klerikalen Partei in B a s s a n o war, eine parteipolitische Größe, ein gc-' fiirchtcter Gegner der Liberalen. ein A l m o s e n s p e n d c r großen Stils, ein fruchtbarer klerikaler Schriftsteller, kurz ein Mann, dem eine g l ä n z c n de Karriere bevorstand. So sah der gefürchtctc und gefeierte Priester im öffentlichen Leben aus; sein Privatleben zeigt ihn als G c n e r a l s ch u r k c n und Wüstling. Fünf Kinder wurden ihm allein nachgewiesen? Bei der Haussuchung fand man mcter-. hohe Stöße obscöncr Bilder selbstgefertigter Zeichnungen, Schandgedichtc. schamlose Illustrationen zu den trockeueu Texten des Breviers' und der Liturgie, alles so toll, daß davor— nach dem drastischen Ausspruch des Staats- aulvalts—„selbst eine Kaserncnlatrine erröten würde". In Tentschlaud würde Don Gratiliano also der auf- dringlichste Schreier für die lex Höinze gewesen sein? Heber den Schauplatz der Schurkereien dieses Priesters niacht die „Volks Zeitung", der wir dies italienische Sittenbild ent- nehmen, folgende interessante Mitteilungen: „Viterbo war die Hauptstadt des nördlichen„Kirchenstaates". Die Stadt der schönen Brniinen und Mädchen liegt in einem Lande, wo seit Alters die Banditen in den etrnSkischen Grabkammern und in den fieberreichen Sümpfen der Maremmen ihre Schlupfwinkel fanden. Das Landvolk ist dort von niiglanblichcr Stnpidiiät und Bigotterie. Bis zur Aufhebung des Kirchenstaats betrug dort die Anzahl der Morde 431, die des Raubes 76 ffe ans 10 000 Seelen), in Piemönt' 141 niid'1,3. In R o m überstieg die Zahl derunche- lichen Kinder die der legitimen; jeder fünfte Erwachsene war ein Priester öder Ordensmami." Was sagen unsre schwarzen Heinzegardisten zu diesem priesterlichen Scheusal? Ist er auch dem Sumpfboden der modernen Kultur entsprossen, oder nicht vielmehr der gc- weihten Erde des knttengesegneten Mutterlandes der alleinseligmachenden Kirche? Spanien. Die Unruhen dauern in ganz Spanien fort. Nicht nur in den größeren, sondern- mich in vielen tlcineren Städten sind alle Lädcii, Enses und Theater geschlossen worden. Auch zu neuen blutigen Znsamnicnstößeii ist es gekommen. In Valencia lieferten die Dcnioifftraiitc» der Polizei eine Straßeiischlacht. Auch in Sevilla ist die Erregung ans den Siedepunkt angelangt. Der Belagerungs- zustand ist nicht mir über Valencia und Barcelona, sondern ancki über alle vier latalonisckien Provinzen verhängt ivorden. Falls die Bewegung sich noch weiter ausbreiten sollte, soll der BelagernngSziiftanb sogar über ganz Spanien ausgedehnt werden. In Barcelona sind die Kriegsgerichte bereits in Thätigkcit getreten. Gegen die Stcnerverwcigerer wird mit größter Strenge vor- gegangen.-', Zlmertka. Tic amerikanischen Besorgnisse wegen Brasilien haben aber- mal» in einer' Rede ihren Ausdruck gefunden. Die„Franks. Ztg." meldet ans Neiv Aork: Senator Lodge hielt eine Aufsehen erregende Jingorcde für Verinehrmig der Flotte. Er sagte initer emderm: Die Tmchsiihrung der Monroc-Toktrin erheische eine solche Vermehrung unbedingt, namentlich da eine große europäische Macht derartige Ailstrengnngcn mache, die nämliche Macht, die Absichten ans Dänisch- Westindien habe.— Wir brachten gestern eine ans das llrteil dc-5 amerikanischen Generalkonsuls in Rio de Janeiro sich stützende Darstellimg der „R6. Wests. Ztg.", nach welcher zwischen der deutschen Bcvöllernng Brasiliens und den romanischen BcvölkernngSelcineiiten keinerlei Gegensätze beständen, daß iiisolgedesien auch gar keine Ursache, für die Deutsch- Brasilianer vorhanden sei. ein deutsches Protektorat zu wünschen. Nach einem Bericht der. W e l t- K o r r e s p o n d e n z" aus Porto Allegro'scheint denn doch eine große R eibung zu bestehe», die unsern Wcltmachtsschlvärmcrn in Deutschland sowohl wie in Brasilien den Gedanken kolonialer Envcrbimgen wohl nahe legen könnte. Der Vollständigkeit wegen sei auch diese Darstellung criuähut. ES heißt in drin Berichte Man will eben höheren OriL nicht, daß das deutsche Element sich um Politik kümmere— vielleicht ans Angst— wenigstens so lange nicht, als es sich nicht bedingungslos der herrschenden Parich in die Anne wirft und ans selbständiges parteipolitisäicS Vorgehen Verzicht leistet.' Wie sehr manche brasilianischen Kreise von per Wahnvorstellung befangen sind, daß gelegentlich sich das deutsche Element in der politischen Gestaltung des Landes miangeiichm fühl- bar machen löinite, geht ancki aus eiuem Berichte des Land- kommifiarö für nubeiv ahnte Üändcreien in �-anta Cruz an die Stacitsregierniig hervor, in dem er eine Masseiiaifficdlmig von Deutschen, wie sie allenthalben hier in der Kolonialzoiie und also ancb in Santa Ernz thatsächlilb existiert, für eine große Gefahr für die Gesamtheit erklärt, nud infolge dessen die Besetzung der noch unbewohiiteii Länderejcn jenes Ortes mit italieniscben Einwandereni empfiehlt. Officiell und konstitutionell steht das ei»- gewanderte Element. ob naturalisiert oder schon hier gc- boren, allerdings völlig gleich, was auch von oben herab stets verkündet wir»; thatiächlich aber macht sich die nativistische SNöinnng auch darin geltend, daß man den„Mtrsvfjeirci", den „Fremden"— das ist und bleibt der Deutsche in den meisten Fällen— von jedem Amt, wenigstens dem bezahlten, fern- zuhalten sucht, oder ihm die Erkaiigung eines solchen erschwert. Dabei ist die NiederhalNina der Deutschen um so nn- berechtigter, als das Deutsch tu m infolge seiner Spaltung auf absehbare Zeit in Brasilien immer nur ein iv i r t s ch a f tjl i ch e r Faktor sein wird.— St. LouiS, 12: Mai.(W. T. B.) Nachdem hier schon seit einiger Zeit ein Arbeiteransstand ausgebrochen ist, kam es hier gestern an verschiedenen Stellen zu Ruhestörrmgen. Die berittene Polizei schlug mit den Säbeln ans die Ausständigen ein und feuerte auf die Menge. Die Ausständigen erwiderten das Feuer, verletzten einige Schutzleute und mißhandelten einige der Arbeiterunion nicht angehörende' Arbeiter.—_ Navkei-LlÄcszvichken. Parteipreffe. Eine gemeinschaftliche Mitgliederversammlung der drei socialdcniolratischcn Vereine Hamburgs faßte nach längerer Diskussion folgenden Beschluß: Zur Kontrolle der Hamburger Buchdrucker« und Verlags- anstalt von Auer u. Eo.. sowie' der priucipicllcn und. taktischen Haltung deS„Hamburger Echo" wird eine Preßkommisfion gewählt. der aus jedem Hamburger Wahlkreise, sonne ans Altona. Ottensen und Wandsbek je zwei Genossen angehören. Die Preßkommission entscheidet in Gemeinschaft mit den Firmen- träger» über alle Angelegenheiten des Partei-OrganS. insbesondere über Anstellung und Entlassung im Personal der Redaktion und Erpedition. lieber etwaige SNeinuiigsverschiedenhcitcit zwischen den Firmenträgern und der Preßkommission entscheiden nach Aiihörnng der beteiligten Aaktorcii die Kontrolleure der.Gesanffparwi." Totcnliste der Partei. In Glaishammer bei Nürnberg starb der Parteigenosse Breitschuh im Alter von 42 fahren san der Lungenschwindsucht. Er war lange Jahre Vertrauensmann der Partei und seit 1803 Mitglied des Gemeinderats in icincm Wohnorte. Poliseilillzes, Gerichtliches usw. Grober linfug in München. Wegen des AuSdnickS„Schand- gcselz" in Anwendung auf die ZnchthanSvorlage werden in den nächsten Tagen in München wieder circa ein Dutzend Personen vor Gericht stehen. ES sind unter ihnen 3Ncdacteure der„Mnnchcncr Post" und 1 Rcdactcnr der»Müuchener Freien Presse". Ge,vrvkMMftlilszes. Berlin und Huigrgcnd. Der Großen Berliner Straßenbahn-Gesellschaft scheint die Empörung ihrer Angestellten über die ihnen gegenüber geübte rück- sichtslose Behandlung doch etwas ungelegen zu kommen. Schließlich ist aber der llnivillcn unter den Angestellten so allgemein, daß die in ähnlichen Fällen von der Direktion angedrohten und vollzogenen Eut- lassungen einiger Angestellten nicht mehr einschüchtern kann, sie vcr- legt sich diesmal auf das Mittel, in der Oeffcutlichkcit sich gegen die erhobenen Borwürfe zu/ rechtfertigen, und daS geschieht in folgender Weise: „Aus Anlaß der in den letzten Tagen durch verschiedene Tages- blätter gegangenen Nachrichten über Lohnbewegungen nusrer Schaffner und Fahrer gestatten wir uns mitzuteilen, daß unsreS Dafürhaltens diese Bslveounge» ohne zwingende Ursachen hervorgerufen und lediglich auf agitatorische Machinationcu beruhen. Ilnsre Fahrer haben täglich eine zehnstündige, die Schaffner eine zwvlfstüudige Dienstzeit. Die Dienstpläne' werden regelmäßig der Aussichts- behörde vorgelegt und sind von derselben gutgeheißen. Sämtliche neu Angestellten beginnen mit einem Monatsgehalt von 8t M., welches von Jahr zu Jahr monatlich um 3 bezw. 5 M. bis auf 100 M. steigt, außerdem erhalten dich elektrischen Fahrer pro Tag 50, die Rutscher 35 Pfennig Kilometergelder, ferner gewähren wir beiden Rategorien von Bediciistcteu freie Ticnstkleidung. 4 freie Tage im Monat, Weihnachtsgratifikationen und in Krankheitsfällen, in- soweit sie»och nicht drei Jahre im Dienste sind, zwei Drittel ihres Gehalts als Kraukennnlerslützung, ivährend die über drei Jahre ini Dienst Befindlichen das volle Gehalt beziehen. Dienftleiftnugeu über die festgesetzte Dienstzeit iverden den Leuten besonders bezahlt. Bei Beurlaubungen erleiden die über ein Jahr im Dienst befind- lichen Leute keinen Ausfall an ihrem Gehalt. Wir sind der Meinung, daß die Bediensteten andrer ähnlicher TrauSportgesellschafte» sich in gleich günstiger Lage kaum befinden, und daß souiit für uusre Leute ein begründeter Anlaß zur Unzufriedenheit mit ihrer Lage nicht vorliegen dürfte. Im übrigen sind ivir gern bereit, ctivaigc an uns herantretende Wünsche wohlwollend zu' prüfen und, soweit sie berechtigt sind, zu berücksichtigen." Die„agitalorischeri Machinationen", von welchen die„Große" spricht, hat sie auss trefflichste selbst besorgt, denn bis heute bat sie sich überaus hochfahrend sogar der Verpflichtungen entzogen, die der Vertrag mit der städtischen Verivaltung ihr auferlcgte. Wenn die Direktion eine solche Achtung der städtischen Behörde gegenüber be- kündet, dann kann man sich einen Begriff machen, wie sie ihre An- gestellten einschätzen mag. Die zehnstündige Arbeitszeit der Wagen- führer wird nicht selten eine iLstündige, weil die Pausen an den Haltestellen zugerechnet werden. � Für einen so aufreibenden, ver- autwortungsvollen Betrieb ist diese Arbeitszeit ein unerhörtes Spiel mit der Gesundheit der Angestellten und unverantwortlich gc- handelt in Bezug auf die Sicherheit des Betriebes, lind dabei der jämmerlich geringe Lohn bei den Riesengewinnen, die die Aktionäre ciustecken. Die vier freien Tage, die angeblich den An- gestellten gelvährt iverden sollen, schnimpfcn in der That auf zlvci zusammen. Die Pensiönskusse. ist heute noch nicht errichtet, dagegen konnten ivir in den letzten Tagen fortgesetzt über ein HinanSsch'ieben iiillalider Arbeiter berichten, die der PcnsionSkasse' zur Last fallen konnten. Wenn die Direktion in ihrem Verhalten teiiio Aenderiing eintreten läßt, dann hat sie damit zu rechnen, daß ihre sonst so genügsamen Angestellten zur Selbsthilfe gedrängt werden, die Recht- fcrtignngcn der Direktion sind nichtssagende Redensarten. Am Freitagabend haben die Angestellten in vier großen Vcr- sammlnngcn, welche m Schöncbcrg, Moabit, Gcsnndbrnnncn und Frankfnrtcrstraße am Freitag, den'10. d. M.. stattfanden. Stellung zu den von den BahnhofSdepntiertcn ansgearbeiteten Forderungen genommen. Ileberall fanden diese nach einer lebhaften DiSkuision einstimmige Annahme. Außer den schon bekannten Fittda-lm�n heben wir noch hervor: Der Dienst soll in einen Vor- und Nachmittags- TnrmiS ein- geteilt lverdcn. Eine dritte Schicht soll die Einsetzwagen bedienen. Jede Woche Schichtwechsel. Jede Woche einen f r'e i c n Tag. jeder vierte freie Tag fällt ans einen Sonntag. Die Jnftruktions- stunden sind als Ueberstunden zu bezahlen. Verschickungen von Beaniten nach andren Bahnhöfen soll möglichst vermieden iverden. Geschieht dies dennoch, dann ist der Weg zum und vom fremden Depot als Ueberstnnde zu berechnen. Jedem Angestellten soll nach halbjährlicher Thätigkcit pro Jahr ein Urlaub von zehn Tagen unter Weiterzahlung dcS GchaliS gelvährt iverden. Für die Führer sind wasserdichte NegcmnSntel aiizuschafien. Au den Wagen sollen pneumatische Bremsen und hcllertöueiide Glocken angebracht_ werden. Ferner Errichtung von Bedürfnis- anstaltcn an den Endhaltestellen. Etufnhning der freien Arztwahl in der BetriebS-Krankenkasse. Für Ätallleute. Wagcnwäscher. Weichen- stellcr und Streckenwärter wird ein Tagelohn von 3.50, steigend pro Jahr um 25 Pf., bis zum Höchstbetrage von 4.50 M. verlangt. Viel Spaß inachte den Berfanmicltcn ein llkas der Direktion, Ivelchcr ctiva 1—2 Stunden vor den Versammlungen in den Depots angeschlagen wurde. Er lautete „Dem Vernehmen nach find in letzter Zeit unter miserin Personal agitatorische Bestrebungen im Gange zur Erzielimg besserer Gehalts- und Dienstverhältnisse. Wir erwarten, daß die Angestellten ihre Wünsche durch gewählte Vertreter uns unterbreiten.' worauf wir. getreu u n s c rn b i S h e r i g e n G rn n d s ä tz e n. in eine wohl- wollende Prüfung der gemachicn Vorschläge eintreten werden. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um miste Angestellten von unüberlegten Schritten abzichalten." Die Angestellten meinten, wenn die Direktion„getreu ihren bis- herigen Grundsätzen" auch diesmal verfahre, dann würde ihnen wohl nichts gewährt werden. Mit Gcnugthuung wurde konstatiert, daß die Direktion sich in dieser Bckamitm'achiuig bereits eines ganz andren Tones befleißigt, noch im vergangenen Jahre hieß es.„wer dem Verbände beitritt, der fliegt raus-und jetzt ivill innn schon die Forde- rung eingehend prüfen. Bekanntgegeben wurde ferner, daß in den letzten 14 Tagen dem Eciitralverbande der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands circa 2500 Sträßenbahner beigetreten sind, so daß die Zähl der orgaiiisierten Aiigcslelltcn sich jetzt aus mehr als 3000 beläuft. Dem Beschlüsse, zu der öffentlichen Vetsammlnng. welche am kommenden Dienstag im Feenpalast stattfindet, den' Polizei- Präsidenten von Berlin, den Oberbürgermeister Kirschner. die Ver- lehrSdepntafion und die Stadtverordneten, sowie die Dircktioneu der in Betracht kommenden Gesellschaften einzuladen, wurde zu- gestimmt. Im Banarbciter-Ausstanb in Spandau herrscht einstweilen Waffenstillstand..Zwischen den beiderseitigen Organisationen lverdcn gegenwärtig EmigimgSverhandlimgcn gepflogen, welche von feiten der Arbeiter zum Gegenstand haben, die von dem Slveitgcberbund gemachten Zugeständnisse<35 Pf. Stimdenlohn ec.) f c st z u- legen und den Arbeitern die Erfüllung der von ihnen von Anfang der Differenzen' an geforderten höheren Lohn- und Accordsätze<40 Pf. Stundenlohn usw.) für einen noch zu be- pimmeiidcn Zeitpunkt zu sichern.— Um die EinigungSverhaiidlnngen nicht zu beeinträchtigen, haben die Streikenden die Arbeit zu den neuen Bedingungen einstweilen aufgenommen. Insgesamt sind an dem Ausstand elwa 60 Arbeiter beteiligt gewesen.'— Die ver- söhnliche und bis zu einem gelvisscn' Grade cntgcgciikommcildc Haltung des ArbeitgeberbimdS wird allgemein dem Umstände zugeschrieben. daß der Ton und die Schreibweise der bürgerlichen Lokalblätter am Orte gegenüber der organisierten Llrbeitcr- schast jetzt erheblich gemessener und nicht mehr so aufhetzerisch wie früher ist. seitdem am hiesigen Orte ein Wochenorgan„Die Laterne" besteht, welches thatki ästig, die Arbciterinteresscn vertritt. TcntscheS Reich. Der Streik der Tabakarbeiter in Finsterwaldc, der jetzt schon die vierte Woche ivährt. dauert unverändert fort. Die Stimmung und Haltung der Streikeiiden ist vorzüglich. Am Donnerstagabend tagte'eine von über 1000 Personen besuchte Volksversammlung. welche sich mit dem Streik beschäftigte. Das Referat hatte Redactenr Wit irisch-Forst übernommen. J» der Diskussion wurde fest- gestellt, daß die Streikenden gewillt sind im Kampfe anSznhalten, bis der Sieg errungen ist, auch daß die Streikenden die volle Shmpathie der Bürgerschaft genießeii.welche zugleich anerkennt, daß dieFordernngen minimale und berechtigte sind. Ein Beweis, daß die 500 Personen, davon J.3 Frauen und Mädckicn, die sich im Streik befinden, für eine gerechte Sacke kämpfen. Wir appcliercn nun an das SolidaritätS- gefühl der deutschen Arbeiterschaft, nnS in diesem schweren und gc- rechten Kampfe zu uiiterstützen. Briefe und Sendungen sind an Heinrich Beruft, Finsterlvalde, Badergassc 2, zu richten. Die Wirker in Apolda sind in eine Lohnbewegimg eingetreten. Als Hauptforderung gilt: Durchführung der zehnstündigen Arbeits- zeir. Lohnerhöhung von 10 Prozent, für Ucberstimdcu 25 und für Nachtarbeit 50 Pr'oz. Lohnzuschlag. Ferner dürfen täglich höchstens zwei Uebcrstnndeu gemacht werde». Die Arbeiter glauben diese Fordeningen ohne Streik zur Durchführung zu bringen und ersuchen den Zuzug von Wirkern nach Apolda fernzuhalten. Tie Maurer i» Brombcrg beabsichtigen in ihrem Berus die zchuftüudige Arbeitszeit und 40 Pfg. Stmidoulohn. durchzusetzen. Bis jetzt arbeiten 70 Mann zu den neuen Bedingimgen, 320 befinden sich im Ausftand._ Sociales. Tie Cinkonnncuövrrhältnissc in Preußen. Nach der Auf- nähme von 18S9 gab cS.. wie die„Statistische Korrespondenz" mit- teilt, 390 957 sphysische) Personen mit mehr als 3000 M. Einkommen. Sie bilden mit ihren unselbständigen Angehörigen nur 4,01 Proz. der Gesamtbcvölkeruiig Preußens. Dazu muß selbst das wissen- schaftliche Blatt sagen: „Besonders günstig erscheint dieses Ergebnis wohl keineswegs. Tic Hanshaltnngen mit mehr als 3000 M. Einkommen begreifen danach einen im Verhältnisse zur Gesamtheit nur gernge» Bruchteil dcS Volkes, obgleich sie bei der städtischen wie bei der ländlichen Bevölkermig nicht iiiir die wohlhabenden Klaffen, sondern anck einen großen Teil der Schicht einschließen, die man als„besseren Mittel- stand" zu bezeichnen pflegt." Sonntagsrnhe im Haudelsgewerbe. Vom Ortsverein des Verbands deutscher Handlungsgehilfen war an die Behörden in Offeubach eine Petition um Geiiehiuigung der völligen Sonntagsruhe für die H a n d e l s a n g e st c l l t c n eingegangen. Die Bürgermeisterei wie Stadtverordneten-Versammlung haben sich einstiimnig dafür erklärt und so wird demnächst ein diesbezügliches OnSstaiut erlassen werden. Tic gesetzlichen Ausnahmen von 13 Tagen sind natürlich auch hierbei als zulässig erklärt worden. Sogar' die Handclskainmer hatte ihren früheren ablehnenden Stand- pnnkt völlig aufgegeben. Tie deutsche Lchrcr-Versaiiimluug, die in der Pfingstwoche in Köln stattfindet, wird sich außer mit einer langen Reihe von specielleren, in Rebenuerfammlnngen zur Beratung gelangendeii pädagogische» Fachfragen mit zwei Gegenständen von all'gemcincreni Interesse befassen. In der ersten Hanptversaimnlung, die am 5. Juni im Gürzenichsaale stattfindet, soll die bedeiitungSvolle, socialpolitisch und politisch interessante Frage der.. B e d e u r u u g einer gc- steigerte» Volksbildung für die wirtschaftliche Entwicklung unsres Volks", in der daselbst am nächsten Tag statlstiidendcn zweiten Hauptversammlung die Frage:„Wie stellen wir nnS zur Eins ü h r n n g des H a n d f e r t i g k c itS- Unterrichts in den Schulpl an der Knabenschulen, des H a ii S h a l t n n g S- U n t e r r i ch t S in den S ck u l p l a n der M ü d ch e n s ch u l'e u zur Eröriernng gelangen. Wenn man nach der bisher in den Lchrerorganen und in den einzelnen Zweig- vereinen geführtenDiSkussion urteilen ivill, so hat man nicht gerade Uriache, der Beschlußfassung in Köln mit allzu großen Hoffnungen entgegenzusehen, obwohl, oder vielleicht gerade iv e i l man sich ans Grund der letztjährigen Enttvickliing dcS dcntschen Lchrervercins im Sinne socialer Erkenntnis und Belhätigung mehr davon hätte ver- sprechen dürfen. Kohlcuproduktion der Welt. Nach der„Rev. Scicntis." belicf sich die Kohlcuprodnktion der Welt im Jahre 1899 ans 062 820 000 Tonnen. Davon entfielen auf Großbritaunien 202 055 000 Tonnen oder 30,5 Proz.: auf die Bereinigten Staaten 196 406 000 oder 30 Proz.; auf Teutschland 13t Millionen oder 20 Proz.: auf diese drei Länder iiisgesamt also 80 Proz. der gesamten Kohlcnproduktian. Dan» kommt Oeslreich- Ungarn mit 35 Millionen Tonnen oder 5,3 Proz.: Frankreich mit 3tVz Millionen oder 4,8 Proz.; Belgien mit 22 Millionen oder 3.3 Proz.: Rußland mit 13 Millionen oder 2 Proz, und schließlich die übrigen Länder mit insgesamt etwa 34 Millionen oder 5 Proz. Vunpt und LViflTenflLzAft. Thalia- Theater. Manchmal kommen aber auch schon z merkivürdigc Erinnerniigstäiischnngen vor. Setze ich da ... Feder zmn Bericht über die vorgestrige„Vaudcville-Posse" an, unterbreche mich, blättere in den früheren Berichten— nnd finde auf einmal den Bericht, den ich schreiben soll, so ungefähr schon gc- druckt vor mir. Sehe»ach: 13. September 1899..... Die weiße Heime"...„Die Musik ist von Victor Roger: sie bringt nicht eben einen ncnen Schritt vorwärts und bietet nicht gerade viel. Immer- hin zeigte" usiv...„... Ncinhold Wellhoff, dessen Sprach- nnd BewegungSgewmidtheit wieder" usw. Richtig, das war ja gerade so wie jetzt: auch das Balleltfiliale war diesmal lvie damals— uei», das war ja vielmehr„Die Ehansomiette", in der jener Komiker bei zwei ballcttarrigcn Abschlüssen gerade so dakniete, wie vorgestern— kurz: wenn ich im heutigen Bericht etwas verwechsle, etwa die zur Balletteuse gewordene solide Gattin mit dem umgekehrten Fall oder ein graziöses Duett mit einer Conpletmelodic, so möge man es mir nicht verargen: cö ist eben dies alles zum Verwechseln da. Die so und so viel Alltoren, Komponisten, Kostümateliers usw., die sich üblicher Weise zu solchen VerwechShiiigSprozeffcn znsammcn- thuii, haben diesmal dem Thalia-Thea'ter unter dem Titel „W i e in a n Männer f e s s c l t" ein Zugstück verschafft, dessen Kostüme nnd Kostümlosigkcitcn eine» beinahe zu Metaphern von optischen Sinfonien oder dergleichen reizen könnten, wenn man nicht eher die Musik dazu als Kostüm- und DekolletiernngS- musik bezeichnen müßte. DaS Znsaminenschlieidcru, Verhüllen und Leerlassen, das Anpassen an cirkusartige Bewegungen und an Karussellslimmungen, das Anheben der Gesangsnnmmerir mit dem lvoblbekaunten Anlmif, wie die Uhr zum Schlag ausholt. die fixe und fixige Masse des Duetts, in welchem zwei Figuren ein Thema einander nachsingen— das alles würde schließlich den Freund einer musikalischen Theaterkunst nicht mehr bekümmern, müßte er nicht fragen, warum es denn gerade die Musik sei» soll, die in solcher Weise ausgebeutet wird, vbschon hinwieder das, was sie in Unterhaltungskomik leisten könnte, so gar wenig ausgenützt wird. Indessen war ja doch, gleich nach den Koftninen, das Gastspiel von Frl. A n n i e Dirkens in der Rolle einer flott gelvordenen Baronin die Hauptsache. Man kann sich freuen, hier eine Soubrette zu hören, die zu den sonstigen Geschicklichkeiten einer solchen auch noch eine gute und gutgebildete Gesang?- und sogar auch Sprcchstimmc besitzt.—' sr. Wieuer VolMheatcr.„Onkel T�> n i" von E. Karl« weiß. Wäre das Stück in einer Premiere des Deutschen Theaters aufgeführt worden, hätte man es mit Fug und Recht abgelehnt. Jede Bühne hat indessen ihre besonderen Existeiizbediiignngen und die Wiener müssen auf Grund der ihrigen ein buntes und abwcchslimgsrcichcs Repertoire haben. Somit war zur Auf- regung kein Grund vorhanden.„Onkel Toni" ist schlecht und recht etil Volksstück. Was wir vom VolkSstiick im allgenteiueu halten, haben wir so oft ausgesprochen, daß wir es heute nicht zu wiederholen brauchen. Als Unterhaltlnigsinittel ziehen wir cö— um seiner Naivetät willen— jedem andern Thema vor. „Onkel Toni" ist mm freilich ein recht dürftiges Volksstück, nach dem man Karl Weiß nicht beurteilen darf, wenn man ihm nicht Unrecht thini will. Immerhin beweist er auch in dieser Arbeit einige Feinheit. So vermöchte der kalte Börscngauner, den er auf die Beine stellt, sehr Ivohl zu interessieren, wenn er gut dargestellt worden wäre. Leider nahm der Schauspieler den Ton viel zu schwer und'deklamierend. Er spielte die Rolle wie so etwa ein Vüterspicler der alten Schule gespielt haben würde. Da die Gestalt nun durchaus modern ist, mußte das auf die Nerven fallen nnd fiel auch auf die Nerven. Ganz auf der Höhe seiner Kunst war dagegen T e w e l e, der einen verkrachten Grafen mit entzückendem Humor spielte. Auch sonst war die Darstellung gut. so daß man sich auf die Abende freuen darf. die unsrem litieranschen Interesse wieder ctivaS reichlichere Nahrung bieten.—_ E. L. Gevirlzts Frill Friedmanu und Gemahlin. Vor dem hiesigen Landgericht fand gestern der erste Termin in einer interessanten Ehe- IcheidnngSsache statt. AlS Kläger trat der. frühere Rechtsanwalt Dr. Fritz Fried m a n n, vertreten durch R.-A. Lconh. Friedman n ans. seine beklagte Ehefrau Llnna geb.. Schmidt wurde durch R.-A. Dr. Ibers vertreten. Der Klagcanträg acht von Dr. Friedman» a»s und lautet auf Ehescheidung wegen Ehebruchs. Die Beklagte, ivclche die Behauptungen ihres Ehemaims bestreitet. hat ihrerseits Widerklage nicht erhoben und damit betuudci, daß sie nicht geschieden sein ivill. Klägerischerseits ivuroc» einige Namen von Personen genaimt. die die Bchaiiptungen der Klage bestätigen sollen. Das Gericht beschloß Beweiserhebung. Ein Erfolg prügelnder Schnnlentc. DaS Landgericht II in Berlin hat am 12. März den Schutzmann Julius Alten bürg und den Polizeiwachtineister H ama n u wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu neun bezw. sechs Monaten Ge- fängnis verurteilt. Beide hatten inZivilkleidnng eine Streife gegen Vogelfänger ausgeführt nnd waren dann in einer Wirtschaft in Rirdorf eingekehrt. A. setzte sich später tu einen Wagen, der vor der Thür stand und H. rief dem Eigentümer, des Wagens zu, eS sitze „ein fremder Kerl" im Wagen. Als der Besitzer dann herbeieilte, wurden er und andre Personen von Mcnburg mit einem Gummischlauch geschlagen. Hamann sah anfangs zu. schlug dann aber auch mit einem Gmnmischlanch ans die andern ein.— Auf die Revision der Aiigeklngten hob das Reichsgericht das Urteil bezüglich der Strafzumessung ans und verwies die Sache in diesem Umfangi an das Landgericht zurück. weil die Angeklagten in der Hanptverhandlnng geboten' hatten, auf eine Geldstrafe zu erkennen, das Gericht aber den hierin zu er- blickenden Antrag ans Zubilligung mildernder Umstände gänzlich un- erörtert gelassen hat. Wegen, inbefugter Ausübung des TchankgcwerbeS waren sieben BootSfiihrcr zu Geldstrafen verurteilt worden. Der That- bestand war folgender: Die Angeklagten hatten auf ihrer LandnngS- brücke bei Kiel stets einen Kasten mit Bier stehen. Jeder von ihnen erhielt von dem dazu bestimmten Kameraden eine F-lasche aus- gebändigt, wen» er 10 Pfennig zahlte, die in einen besonderen Kaste» gelegt wurden. Auch an Fahrgäste wurde a n f ihr Verl et n g c n Bier abgegeben. und zwar zahlten diese auch nur 10 Pf. für die Flasche. Der Bicrlicferant erhielt für 12 Flasche n 1 M a r k. Der TagcSkonsum, von dem ans Fahr- gaste sehr wenig entfiel, betrug durchschnittlich 36 Flaschen, so daß die gemeinsame Bicrkassc täglich einen Ueberschuß von etwa 60 Pf. auftvieS. Die Angeklagten verwendeten den Ueberschuß für Reparaturen im BootShänse und zur Veranstaltung gemeinsamer Vergnügungen. Das Schöffengericht erachtete einen gewerblichen Schankbctri'cv für vorliegend. Auf die Berufung der An- geklagten sprach sie jedoch das Landgericht frei und führte atlS, daß auf keinen Fall von einem gewerbsmäßigen Betriebe der Schankwirischaft die Rede. sein könne. Da eine fort- gesetzte, auf Erziekimg eines VermögcnSvortcilS gerichtete Betrieb?- ihätigkcit nicht anzimehmen sei. Die gelegentliche Abgabe von Bier' an die Fahrgäste lväre mehr eine persönliche Gefälligkeit gc- Wesen. Die Staatsanwaltschaft legte Rovision ein und machte geltend. daß eS gleichgültig sei, ob die Angeklagten das Bier für sich gekauft hätten.' Entscheidend wäre, daß es zu einem höheren als dem Einkaufspreise auch an Fahrgäste abgegeben worden sei. wenngleich der Gewinn bei einer Flasche nur iVs Pf. betragen habe. Keinesfalls sei eine Gefälligkeit anzunehmen. Der istrafsenat dcS Kammergerichts verwarf indessen die Revision der StaatSamvaltschast mit folgender Begründung: Die Angeklagten hätten daS Bier in größerer Menge durch einen von ihnen besorgen lassen, damit jeder einzelne sich das Getränk leicht verschaffen konnte. Diese Fürsorge gewinne dadurch noch keinen gelverblichen Charakter, daß der Preis für die Flasche etwas höher sei. Soweit cS sich um die Abgabe des BiercS an Fahrgäste handele, scheitere die Revision an der FeststcNuug. daß die Angeklagten den Passagieren damit lediglich eine Gefälligkeit erwiesen hätten. Wem, hierbei ein kleiner Gewinn abgefallen sei, so rechtfertige dies noch nicht die Annahme der Gcwerbsmäßigkeit. Sind Postsendungen pfändbar? Diese wichtige Frage hat daS Reichsgericht tu einer bemerkenswerte» Entscheidmig ver- nein t. Eine Bank hatte an einen Herrn eine Forderung. Ans die Nachricht hin, cS solle diesem eine Geldsendung durch die Post aus- gezahlt iverden, erwirkte sie einen PfändiingSbcschluß, den das Post- ämt aber nicht respektierte. Darauf klagte die Bank gegen den PostfiSkilS ans Zahlung der betreffenden Summe und drang auch beim Landgericht und Oberlandesgericht durch. DaS Reichsgericht wies aber schließlich die Klage ad, indem es folgendes ausführte: DaS, Postamt hätte dem Pfändungsbeschluß nur durch eine» Verstoß gegen die Unvcrletzlichlcit beS Briefgeheimnisses nachkommen können. Denn um eine» per Post zugestellten PfändmigSbeschluß wirksam zu machen, müsse dem Gläubiger und dem Gerichtsvollzieher das Vorliegen von Sendungen o» den Adressaten, dem die Pfändung gelte, mitgeteilt werden, und darin liege eine Verletzung des Briefgeheimnisses. Weiter sei eS nach§ 35 der Postordnung dem Absender gestattet, über eine Postsendung so lange zu verfügen, als sie noch' nicht in die Hände VcS Adressaten gelangt sei. Der Absender könne die Sendung sowohl zurückverlangen, als auch ihre Adresse abändern, die Post gehe eben mit dem Absender, nicht mit dem Adressaten ein Vcrtragsvcrhältnis ein. Deshalb könne auch ein Gläubiger des Adressaten ein Anrecht nicht geltend machen. Und wenn der Klüger erklärt habe, er habe nur mit seinem Pfünduiigsbeschlutz beabsichtigt, daß das Geld nicht ausgezahlt ivcrde, so sei auch dies bedenklich, denn wie lauge soll wohl eine Sendung durch die Post zurück- behalten werden? Es sei daher die Klage der Bank abzuweisen gewesen. Ehelichkeitserklärung eines Kindes. Nach tz 1706 dcS Bürgerlichen Gesetzbuchs kann der Ehemann der Mutter eines un- ehelichen' Kindes durch Erklärung gegenüber der zuständigen Behörde dem Kind mit dessen nnd der Mutter Einwilligung seinen Namen erteilen. Die Erklärung des Ehemanns und die Eiiiivislignngserklärung dcS Kindes und der Mutter sind in öffentlich beglaubigter Forin abzugeben. Diese Vorschrift ist ans socialdemokratischen Antrag hin in das Gesetz gekommen und führt in vielen Fällen dazu, cm Kind vor Sticheleien zu bewahren. Die Ausführimg dieser einfachen Bestimmung hat aber in Preußen zn vielen bureaulratischen Schwierigkeiten geführt, die manche von er Beschreitung dieses Weges zurückgeschreckt haben. Schuld hieran trägt die durch die außerordentlich mangelhaften preußischen AusführuugSgesetze und Ausführungsverordnungen vennehrte Rechts Unkenntnis mancher mit der Ausführung dieses Gesetzes amtlich bc dachter Stellen. Dieser Tage hat nun amtlich auf diesem Gebiet ein auf eine Beschwerde ergangener Beschluß deS hiesigen Landgerichts etwas Abhilfe geschaffen. Der Sachverhalt, der gleichzeitig zeigt, wie schwer es in Preußen oft den, Arbeiter gemacht wird, sein Recht zu finden, ist folgender: Der Cigarrcn orbeiter S. wollte, daß das voreheliche, nicht von ihm er- zeugte Kind seiner Ehefrau vor der Einschulung seinen Namen erhalte. Er erklärte schriftlich, daß er dem Kinde seinen Familien- namen erteile. Seine � Frau und der Vornnmd willigten in diese NmnenSerteilung ein. Die Unterschriften wurden teils von einem Notar, teils von dem Amtsgericht beglaubigt. Diese Urkunden überreichte dann S. dem Standesbeamten, in dessen Be- zirk die Geburt des Sohnes seiner Ehefrau angemeldet war. Der Standesbeamte bedauerte aber, die Umschreibung deS NamenS nicht vornehmen zu können, weil bislaug jegliche Geschäfts- a n w e i s u n g nach d i e s e r R i ch t u n g' f ü r d i e S t a n d e s- b e a m t e n n o ch i m m e r fehlt. S. beantragte nunmehr beim Amtsgericht, daS Standesamt zur Eutgegcuahme der NamcnSerteilung anzuweisen. Das Amtsgericht lehnte diesen Autrag ab, weil— das preußische Ausführungsgesetz nur davon spreche, daß der Staudesbeamte sincht auch der Notar oder das Geriet) die Unterschriften öffentlich beglaubigen könne. S. legte nun in einer Be- schiverde dar, daß freilich das preußische Gesetz einer schiefen Aus- drucksweise sich befleißige, daß aber mehr Geltung als daS preußische Gesetz, das Bürgerliche Gesetzbuch als'Reichsgcsetz habe und daß es nach diesem unzweifelhaft sei, daß der Notar und das Amtsgericht stets zur öffent- lichen Beglaubigung befugt seien: außer diesen Organen � könne daS LandeSgefetz noch eine andre Instanz laber nicht unter Ausschluß des Notars und Amtsgerichts) mit der Beglaubigung be- rechtigen. DasLandgericht Berlin I, Civilkamme'r 21, hat durch Beschluß vom 23. März 1900 die Be- schiverde des S. als vollberechtigt anerkannt. Demgemäß ist daS betr. Standesamt angewiesen worden, die Namens- erteilung entgegenzunehmen und einzutragen. Hätte das Abgeordneten- haus etivas schneller und ein klein wenig klarer das Ausfühmngs- gesetz gestaltet, und hätte daS preußische Justiz'-nnisteriuin eiliger und klarer als es geschehen ist, AüsführungSanweisungen an die verschiedenen Behörden ergehen lasse», so wurden eine große Anzahl von ähnlichen Beschwerden sich erübrigt haben. Aus einer Reibe von Aufragen ergiebt sich. daß Unkenntnis ans diesem Gebiet niojt nur in Berliner Behördenkreisen besteht. Vevsammlnnisen. Die Delegierten der Berliner GewcrkschaftSkommissio» waren Freitagabend in den Arminhallen versammelt, um Bericht über mehrere Streiks und Aussperrungen entgegen zu nehmen. Schuhmacher Herrmai. n berichtete über die Aussperrung der Tuttlinger Schuhmacher. Wegen der Forderimg einiger Arbeiter wurde» hier die Arbeiter sämtlicher Fabriken ausgesperrt. Durch Vermittlung des Kollegen Bock-Gotha ist nunmehr ein Vergleich zu stände ge- kommen.— Die Arbeiter, welche infolge der Aussperrung Forderungen gestellt hatten, zogen dieselben zurück, die Fabrikanten machten Lohn- zulagcn von 2—3 Pf. pro Stunde und gaben die Erklärruig ab, keine Maßregelungen vorzunehmen. Dieser Vergleich wurde acceptiert und dadurch die Aussperrung beendet. Redner sprich: den Berliner Gewertschaften für die Unterstützung der Tutrlinger Arbeiter den Dank seiner Gewerkschaft aus. In der nun folgenden Diskussion über den Streik der Holzarbeiter, an der sich M a a tz, Busse, Ärippahle, Link und der Vertreter der Holzarbeiter beteiligen, wurde das Vorgehen der Holzarbeiter der GeiverkschastSkomniission gegenüber und vor allem das Uebergeheu derJndustriegruppe mißbilligt. Der Vertreter der Holzarbeiter gab zu, daß nicht alles geschehen ist, IvaS hätte geschehen müssen. Im übrigen solle'man heute nicht mehr Vorwürfe gegen die Holzarbeiter erhebe». Durch Annahme eines Antrags Tischendörfers: Die Delegierten bedanern, daß der Holznrbeiter-Verbaiid in dem Lohukainpf das Regulativ der Berliner Geioerkschaftskon'mijsion nicht beachtet habe— fand die Diskussion ihre» Abschluß.— Den Bericht über den Streik der Kostüm- und Maßschneider giebt Schulz. Der Lohn- kämpf in der Kostümbranche habe einen überaus günstigen Erfolg herbeigeführt. Auch bei den Maßschiieideni, wo eS vor allem galt, geregelte, einheitliche Lohnsätze zu schaffen, sind mit Ausnahme einiger kleinen Welchäfle ebenfalls bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse erreicht worden. Mit Genugthuung könne konstatiert werden, daß der Sieg der Schneider ei» großer sei, und sie die gesammelten Gelder nur in soweit reklamieren, als die Gelder von de» Schneidern selbst auf gebracht sind, der andre Teil stehe der Komniission zu. Eine Diskussion hierüber fand nicht statt. Ueber die Aussperrung der Dach decker teilte Görnitz mit, daß die Aussperrung durch einen Vergleich zwischen Innung und Lohnkon, Mission fresp. Verband der Dachdecker) beendet sei.— Leute!, Glasschleifer, berichtete, daß in seiner Gr- werkschaft Differenzen zwischen Unternehmern und Arbeitern infolge des 1. Mai ausgebrochen seien, die ebenfalls zur Aussperrung führen sollen. Er hoffe aber, daß, da Verhandlungen im Gange sind, es zu einer Verständigung koninien würde. Sollte daS aber wider Er- warten nicht der Fall sein, dann ersuche er um Unterstützung.— Der Vertreter der Glasarbeiter berichtet, daß die Differenzen ivegen des 1. Mai, die in der Glasfabrik Stralau ausgebrochen, beseitigt sind. Die Unternehmer haben ihre Maßnahmen rückgängig gemacht. Ter bevorstehende Streik der Straßenbahuarbeiter wurde angemeldet. Sodann wurde Tabakarbeiter W. Börner zun, Ausschußmitglied gclvählt. Körsten berichtete, daß einige Gewerkschaften ihren Wieder- eintritt i» die Gewcrkschafts-Kommnsion angemeldet habe». Die Schmiede sind heute bereits hier. Dieselben wurden einstimmig auf- genommen. Hierauf lvurde die Versammlung geschlossen. ES fehlte» die Delegierten der Bäcker, Bnreau-Angestelltcn. Böttcher. Fabrik- und Hilfsarbeiter. Graveure, Maschinisten und Heizer und Stein- arbeiler. gefeiert, wie es der Pariser Kongreß beabsichtigte. Es sei Ausgabe der dem Kartell angeschlossenen Gewerkschaften, dafür zu sorgen daß die Maifeier einen größeren Umfang annehme. Es solle auch in der Presse gegen die Verhunzung der Maifeier Front gemacht werden. Bezüglich des Kongresses der Lokalorganisationen Deutschlands führte Th. Fischer aus: Der Ausschuß habe be- schlössen, das Kartell durch einen Delegierten auf dem Kongreß ver- treten zu lassen. Auf die Tagesordnung deS Kongresses solle auch der Punkt:„Arbeitersekretariate" gestellt werden, denn die Stellung der Lokalorganisationen zu den Sekretariaten sei noch nicht geklärt. Während diese Einrichtung von den Lokalisten in andren Städten vielfach unterstützt werde, ständen die Anhänger des Kartells in Berlin aus dem Standpunkt, daß die Arbeitersekretariate für die Arbeiterschaft leinen Nutzen bringen. Die Sekretariate würden von einem großen Teil der Arbeiter nur deshalb begünstigt, weil sie jetzt in der Mode seien. Einen praktischen Wert hatten die Sekretariate nicht.— Als Delegierter zum Kongreß wurde Th. Fischer gewählt. Unter„Verschiedenes" wies Kater auf die Kennzeichnung hin, die das Fachorgan des Buchdruckerverbands in der Freitagnuinmer des„Vorwärts" erfahren habe. Dadurch sei nun endlich auch durch den„Vorwärts" bestätigt worden, was die Lokalisten schon s"t Jahren gesagt haben, nämlich, daß die Buchdrucker nicht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen. Es sei nur zu verwundern, daß der„Vorwärts" gar keine Bemerkung zu dieser Angelegenheit gemacht habe. Die„Einigkeit" werde' nächstens sowohl die Haltung des Buchdrucker-VcrbandS als auch die Stellimg des„Vorwärts" zu demselben beleuchten. Arendsee führte aus. eS fei vorherzusehen gewesen, daß es mit dem Buchdrucker-Verband, was dessen Stellung zur modernen Arbeiterbewegung betrifft, immer mehr bergab gehen müsse. Der„Vorwärts" habe sich einer Unterlassung schuldig gemacht, indem er nicht schon längst das Treiben des Buchdrucker- Verbands gekenuzcick'net habe. Der Redactenr des Verbandsorgans der Buch dmcker sei ein vielseitiger Mann. Er redigiere außer dem„Korrejpow beut" noch ein konservatives Blättchen. Gleichzeitig sei er social demokratischer Bailernagitator in Bayern. Die Arbeitersekretariate seien eine Einrichtung der Gelehrten. Diese haben die Arbeiter in den Wir pfeifen auf die Gelehrten, sie können uns Kampf geführt. nicht helfen. Die übrige den„Vonvärts Debatte verliert sich weiter in Angriffen gegen von dem behauptet wird, daß er die Lokalorgäni- fationen zurücksetzt. Der Verband der Buchbinder hielt an, 8. Mai eine außer ordentliche Gciieralvcrsnnimluug ab. Schumacher gab zunächst be kaunt, daß die i» der vorigen Generalverlammlung gewählte» AuS- schußinitglieder ihre Aemter»iedcrgelegt hätten, da die Wahl nicht geschäftSordnuiigSmäßig vor sich gegaiigen sei. Bei der Ncuivahl wurden hierauf die Mitglieder Siegrist, Woller. Völker und S ch e e b e gewählt. Von der Ortsverwaltung wurde bcautragt, die ArbeitSnochweisslunden für mämiliche und weibliche Mitglieder zu treuneu. Der Antrag gelaugte nicht zur Annahme, und bleiben die ArbeitSnachweisstunden wie Visher für alle Mitglieder von Vell bis 1 Uhr. Die Arbeiter und Zlrbeiteriunc» der Wäsche- und Kravatten- branckie hielten am 3. Mai im Sckweizergarlcn eine von circa 1000 Personen, Vorivicgend Frauen, besuchte Bersamniluno ab, in der Frau Ennua Ihrer über das Thema:„Wie verbessern ivir unscre Lage?" sprach. Die Vortragende kritisierte die lange Arbeits zeit sowie die austrcugcude Tbäiigkcit der in dieser Branche bc schäftigteu Arbeiterimieu. Ihre Ausführungen, welche oft von Beifalls bezcugiingcn i» der Versammlimg unterbrochen Ivurden, gipfelte» darin, daß sie allen in, Beruf lhätigcn Personen den Zusammenschluß in der Organisation cnipfahl. In der DiSkiiisio» kritisierten Fräulein Bok, Frau Breth, Fräulein Aulich. Fräulein Peikcrt, Fräulein Brandenburg u. a. die Uebelstäude in den verschiedenen Wäschesabriken Berlins. Bei Blumenau u. Sohn bekommt eine Schnabelkragcn Vorarbeiterin 38 Pf. per Dutzend, eine Singcrslcppcriii ISVe Pf. per Dutzend. Bei Ueberstimdeiiarbeit, daS heißt nach Feierabend vis 11, 12 Uhr zu Hause und Sonntags erreicht sie dann IS M. Wocheu- verdicnst. Davon gehe» ab: Garn 1.S0 M., Kranlcn- nud Invaliden gcld rmid SV Pfi Alißerdeiii existiert bei genannter Firma der schöne Brauch, kleine Summen»ach uutcii abzunmden; z. B. anstatt 7,33 M. 7,30 M. zu zahlen. Bei Wolff u. Glaserfeld werden die Fraiieu und Mädchen durch estien jungen Momr auf gestohlene Ware körperlich visitiert. Bei Gebr. Borchert und bei Eicheuberg ist den Arbeitern untersagt worden, einer Organisation beizutreten usw. Trotzdem daS Garn, welches die Nähe'riimcn in vielen Geschäften gezivimgen werben, in, Geschäft selbst zu kaufe,,, seit vier Jahren um 4 Pf. pro Rolle im Preis gestiegen ist. bekommen dieselbe» nicht eine» Pfennig m'" l M en ei, DaS GewerkschaftSkartell für Berlin und Umgegend hielt am Freitag eine Delegicrtenversammluug ab. Zunächst wurde der Streik der B r et'tschn eider und Brekterträger besprochen. Wie aus den Darlegungen der Redner hervorgeht,' bestehe» hier für den geiiamiten Beruf zwei Organisationen: Im Südosten der Verein der Holz- und Brctterträger, der im vorigen Jahre die zehnstündige Arbeitszeit und 4ö Pfi Stundenlohn durchgesetzt hat. und der Verein der Brettschneider und Bretterträger, dessen Mit- glieder hauptsächlich auf den Holzplätze» im Westen arbeiten. Von diesem Verein geht die gegenwärtige Lohnbewegung anS. welche zum Ziel hat:»cuustündige Arbeitszeit und S0 Pf. Stundenlohn. Bei der Lohnbewegung kommen 11 große Firmen im Westen in Be- tracht. 4 derselben höben bereits bewilligt, 70 Arbeiter befinden sich noch im Streik. Mehrere Redner mißbilligten es, daß der Verein der Brettschneidcr und Bretterträger sich vor dem Streik nicht mit dem andern Verein des Berufs verständigt habe, um ein einheit- liches Vorgehe» beider Organisationen zu' ermöglichen. Man hielt eS auch für notwendig, daß beide Orgaiiiiationen sich dauernd einigen. Der Streik wurde sanktioniert und den Streikenden die materielle Unterstützung seitens der Gewerkschaften zugesagt. Hierauf berichteten die Delegierten über die Beteiligung ihrer Gewerkschaften an der Maifeier. Fast aus allen Berufen wird eine starke, von einzelnen Organisationen sogar eine vollzählige Teilnahme an der Arbeitsruhe gemeldet. Maßregelungen sind nur vereinzelt vorgekommen, in größerem Umfange fanden sie jedoch bei den Stockarbeitern statt, indem vier Spazierstock- Fabriken 80 Ar- beiter aussperrten. die jetzt aber wieder eingestellt sind. T h Fischer bemerkte: Wenn auch die Beteiligung an der Mai- feicr in diesem Jahr zahlreicher war, als früher, so sei sie doch noch bei weitem nicht so stark, wie man es wünschen müßte. Der 1. Mai werde leider nicht in dem Sinn Lohn mehr. Sprenger wies darauf hin, daß i» den letzten Ta den Arbeitern von sciteu der Unternehmer eine Petiiion gegen geplanten ß 137a der Gewerbe-Ordnung. betreffend da? Verbot, iiack, Gcickiästöschluß Arbeit mit»ach Hause zum Abend- resv. Nacht- arbeiten milzugebc», zur lluterschrifl vorgelegt worden ist J» einer einstimmig oiigenon,meiien Resolution protestiert die Versa» nilnng gegen die» Mackniiotton der GeschäsiSinhaber und enipsichlt, diese Petition nickit zu unterschreiben. Tie deutsche Melallarbektcr- Gewerkschaft tVcrw. Berlin) hielt am 7. d. M. eine beschließende Milglleder-V.rsanilnlimg ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Versammelte» die duich den Tod verlorene» Mitglieder Max Rcimami und Hermann Krüger durch Erheben von de»' Plätzen. Im Bericht der Oriövcr- wallimg schilderte Wiesner die erfolgten Maßregelnngen mehrerer Mitglieder bei der Firma Sponholz ü. Wrede, darunter befindet sich ein b7jähnger Arbeiter, welcher bei der Fiima ein Jahrzclnt lang beschäftigt, und jetzt wegen nichtiger Äleiingkeiten entlasse» wurde.' Die OrlSvcrwalluug hatte versucht, Rücksprache mit dem Firmeninhaber zn»ehmen jedoch lehnte dieser� ei» mündliches Eingehen auf diese Sache ab. ließ die Beauftragten stehe» »iid verwies dieselben auf den schriftlichen Weg. Daß auch dieser nicht Beachtung fand, hatten die nächsten Tage bewiesen, an welche» eine größere Anzahl der dort Arbcitciidcn' sich mit den Gemäß- regelten solidariich erklärten und die Arbeit niederlegten. Weiter wurde über den beendete» Streik bei der Firma Kammrich die Einzelheiten mitgeteilt und gewünscht, daß bei derartigen Vor- gehen stets vorher die Folgen Erwägung finden und der OrtS- verwattuug rechtzeitig KeiintiiiS zugeht. Die an die Ortsverwaltung gelangten Anträge zeitigten eine lebhafte Debatte. Zunächst wurde daS von der Konniiisstou aus- gearbeitete OrtSstatut.»achde», einzelne Punkte geändert refp. gestrichen. angeuoinine». Weiter wurden durch Annahme folgende Anträge erledigt: 1. Der Bibliothck-Kommission L0 M. zu bewilligen. 2. Die Regelung der Zeitungsfrage wird einer Komniission von fünf Mit- gliedern überwiesen'. Den Vorschlägen:») Die Vertretung auf dem Kongreß der Lokalorganisierten in Pankow ist dem Vorstände über- tragen; d) Abhaltung eines SommervergnügenS ist der Vertrauens- mäinier-Konferenz zur Erledigung zu überweisen. Sodann ivurden fünf Beisitzer zum Hauptvorstand gewählt, zwei neue Bezirke cm- gerichtet und Bezirksleitungen gewählt, sowie die ausgeschiedenen Leitungen ergänzt; gleichfalls die Bibliothek-Kommisston. Unter Werkstattangelegeuheiten wurde auf die in der nächsten Zeit statt- findende Versammlung hingewiesen und zu einer energischen und fleißigeren Beteiligung aller Mitglieder ausgefordert. Schmargendorf. Am 8. d. M. fand hier bei Beirr die erste monatliche Mitgliederversammlnng des hiesigen Arbeiter- Bildung»- Vereins statt, in der Genosse Kirchner einen mit Beifall auf- geiiommenen'Vortrag über Punkt 7 unsres Parteiprogramm« hielt. — Eine Petition um Ablehnung des Entwurfs eines Gesetzes zur Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten ivurde von allen An- wesenden unterzeichnet. Nach Erledigung einiger interner Angelegen- heilen wurde die Versammlung geichlossen. Die nächste Versamm- lung findet am 22. Mai statt. Rixdors. Ter hiesige socialdemolratische Verein Vorwärts hielt am 8. d. M. seine regelmäßige Versammlung ab. Nach Eröffnung derselben widmete der Vorsitzende dem verstorbenen Mitglicde A. Witteck einen warmen Nachruf und ehrten die Versammelten das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Plätzen.— Alsdann hielt Genosse Grempe einen Vortrag über technische Neuheiten. Redner erläuterte in intereffanter, gemeinverständlicher Weise die Erfindungen der letzten Jahre auf deii verschiedensten Gebieten der Industrie' und Verkehrsmittel und kam zu dem Schluß, daß. wenn die Produktionsmittel dem Privatbesitz entzogen und zum Gemein- wohl aller Menschen angeweudet würden, die Eutwicklimg der Technik wesentlich dazu beitragen würde, die heutigen socialen Schäden zu beseitigen._ Der Krieg. Lord Roberts ist im vollen Vormarsch auf Kroonstad begriffen. Die Boeren haben ihm bisher keinen ernstlichen Wider» stand entgegenzusetzen vermocht. In allerkürzester Frist wird es sich deshalb entscheiden müssen, ob die Boeren gewillt und im stände sind, ciiicn Angriff auf Kroonstad zurückzuweisen, oder ob sie genötigt sind, Kroonstad preiszugeben und sich weiter zurück- zuziehen. Roberts befindet sick nach dem letzten Telegramm bereits in unmittelbarer Nähe von Kroonstad, nach- dem er eine VerschanzungSIinie der Boeren genommen hat. Seine letzten Telegramme lauten: G e n e'v a S i d i n g, 12. Mai. Die Truppen, welche heute 20 Meilen marschiert waren, trafen in Geneva Siding ein. Letzteres ist etwa 6 Meilen von Boschrand entferiit. Ivo die Boeren eine verschanzte Stellung mnebaben. Die Brigade Gordou ist in Fühlung mit ihnen; die Division Tucker befindet sich in geringer Einfeniung südöstlich, die Streitmacht Jan Hamiltons»och weiter westlich. Die Brigade Broadwood'olte gestern einen Teil des feindlichen Convois bei Potgieters Lager, südöstlich von Ventersburg. ein, erbeutete mehrere Wagen und machte einige Gefangene.� General Freiich befindet sich mit den Brigaden Porter und Dickson sowie der bc- rittenen Infanterie Huttous in einiger Entferuinig nördlich von Geneva Siding. Wir machten in den beiden letzten Tagen nahezu 100 Gefangeue. London. 12. Mai. Fcldmarschall Lord Roberts meldet aus Boschrand von heute morgen 8 Uhr: Wir befinden uns 8 Meilen südlich von Kroonstad. Der Feind hat� die erste Linie seiner Ver- schanzuiigeir währmid der Nacht verlassen. Wir rekoguoScicreu jetzt die Gegend in der Richtung auf Kroonstadt. General Kreuch be- mäckitigte sich gestern uachmrttag der Balschflnßdrift, bevor noch der Feind sich dort zum Widerstände festsetzen konnte. AuS Thabanchu kommt die Meldung, daß die Boeren in starker Zahl dem General Brabant gcgenüberftäiide». Es verlaute, daß Präsident Steju selbst 10000 Oraiijeboercn befehlige. Auch auf diesem Teil des Kriegs- schauplatzes dürfte es i» Kürze zu einem größeren Zusanuneuftoß kommen. Uebcr die Operation zum Entsatz MafekttrgS liegen mir dürftige Nachrichten vor. Sie sind in folgenden Tele- gramineu enthalten: London, 12. Mai. Wie der„Daily Mail" aus Kapstadt vom 10. d. MtS. gemeldet wird, hat eine besondere Streitmacht, welche zum Entsätze von Mafeking bestimmt ist, Vrybnrg passiert. Kimberley. 11. Mai. Englische Patrouillen anS Fourtee» Strcams sind in Transvaal eingerückt. Patrouillen der Boeren wurden südlich vom Baal 8 Meilen von Warrenton gesehen. Londoner Kabelberichte haben sich bereits wiederholt mit der Frage beschäftigt, was die Boeren beginnen ivurden. wenn eS Lord Roberts gelinge» sollte. Pretoria zu nehmen. Man hat be- hauptet. daß die Boeren bereits auch diesen Fall in Erwägung gezogen und das kleine Städtchen Lydenburg zum Sitz der Regierung aus- ersehe» hätten. Lydenburg sei äußerst schwer zu erreichen,»ameiitlich aber böte die nähere Umgebung Lydenburgs eine sichere, so gut wie lmeiiuiehinbare Zufluchtsstätte. Diesem Asyl der Boeren widmet nraii folgende romantischt Schilderung: „Ist jchon Lydenburg mit seiner Unzugänglichkeit und dein chwiengen Gelände im Norden und Osten eine vorzügliche Defelisivpositioii, so ist das Gebiet, das sich in geringer Eni- femung westlich von Lydenburg in Forni eines laugen Ovals von Nöidcu nach Süden erstreckt, geradezu uneiimehmbar. Das Gebiet ist bergig und besieht fast ganz»uS Feuerstein. Die Erhebungen allen vollstniidig senkrecht ab. die Wände sind glatt lvie poliert und die Räuder messerscharf. Die Gebirgskette besteht auS einer Reihe furchtbarer Spitzen und Schluchten, die wiederum von tiefen Klüften zerrissen sind imd rmzählige Höhlen enthalten. Die meisten dieser Höhlen halten bequem mchrcre hundert Mensche» und sind durch natürliche Tnunel oder durch unterirdische Gänge verbunden, die die Kaffern, die stck, hier jahrelang gegen die Boeren lind später gegen die Engländer hielten, hergestellt habe». Die Kaffern haben auch die ganze Bergkette in eine vollständige Festiiiig umgewandelt, Schießscharten und Schutzwehren gebaut und unzählige Beobachtimgslöchcr gebohrt. So können dieBcsatzungSmaim- chafle» der Berge den Feind bis auf wenige Fuß herankommeu lassen und ihn anS sicherer Stellung beschießen, ohne daß er sie sieht und ihnen schaden kann. Die Bergkette hat einen Umkreis von twa 80 Kilometer und ist an der nordwestlichen Seite überhaupt unzugänglich, da sie ihrer ganzen Länge nach in einem 700 Meter liefen steilen Abb.mg aus der Ebene aufragt. Artilleriefeuer ist dieser nattirlickien Festung gegenüber so gut ivie nutzlos, höchstens könnten die Gase der Lydoitbombcn, weuir solche in die schmaleren Gänge geworfen werden könnten, schädlich wirken. Die Wege inner- halb des GebirgS sind nur Fußpfade und meist so schmal und steil, daß Pferde auf ihnen nicht vorivärtS kommen. Die meisten der Höblcn und Hügel haben iiati'ulichc Quellen, so daß eine Reihe verziveifelter Schartschütze» auf diesem Gebiete sich geradezu uiibcgrciizlc Zeit ballen köiililen, vorausgesetzt, daß es ihnen nicht an Lebensmitteln fehlt: im imieren Kreise der Hügel befinden sich kleinere Ebenen, auf denen Getreide gebaut und Bich gehalten werden kann."_ Uehke Mschvichken«nd Depeschen« Wien, 12. Mai. sB. H.) Ter Künstrat beschloß die Gründung einer modernen Galerie in Wien und eines eigenen Gebäudes zur Schaffung einer Ccntralstclle für alle Aiigelegenhciten küustlerischcr Natur im Uiilerrichlsmiiiisterium. Die Bilder aus- ländischer Künstler werden aus Staatsmitteln für die Galerie an- gekauft werden. Wien, 12. Mai. tW. T. B.) Heute Vonnittag promenierten die deutsch-nationalen Studenleil- Vcrbiiiduiigen denionstrativ ans dem Franzensriiig. begaben sich trotz deS Verbots deS Farben- tragens niit Bändern und Kappen rn die Aula und entsandten eine Abordnung an den Rektor Neumaun, um die Zuriicknahnie jenes Verbots zu erbitten. Der Rektor lehnte die Er- süllung der Bitte ab unter den, Himweis, daß daS Verbot auf einem Beschluß deS akademischen Senats beruhe. Die Studenten verließen dann die Aula. Ausschreitungen kamen nicht vor. Rektor Neumann hat wegen der in de» letzten Tagen vorgekommenen Un- ordnunge» die Rektorwürde niedergelegt. Mit der Führung dcS Rektorats ist der Prorektor Wieöner betraut worden. Vlidapest, 12. Mai.(W. T. B.) Die ungrische Delegation konstituierte sich unter dem Vorsitze D e s i d e r v. S z i I a g Y r s. der in seiner Eröffnuiigsrede die fnedliche Richtung der auSwärtigeir Politik betoute, dabei zedoch hervorhob, daß alle Mächte zugleich m der Entwicklimg ihrer Wehrmacht ein Mittel zur Sicherung de- Friedens erblicken. Brüssel, 12. Mai.(23. T. 35.) Major Fievez erhebt in einer Broschüre entschieden Einspruch gegen die ihm gegenüber wegen seiner Thättgkeit im Dangala-Distnkl erhobenen Anklagen. Naiiieiit- lich vcrwahrl sich Fievez gegen die Beschuldigung, daß er pcrioinich Neger» die Hände abgehauen habe. Verantwortlicher Redactenr: Panl John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu t Beilagen und Nuterhaltniigsblntt. ». ho. ii mm. i Ktilllge des„VomMs" Kerlllltt WIKsbllltt. VeichskÄg. 1S2. Sitzung. Sonnabend, den 12. Mai, t Uhr. Am Bundesrats tisch: Graf Posadowsky. Präs. Graf Ballestrem: M. H.! Ehe wir in die Tagesordnung eintreten, möchte ich aus die Anfrage des Herrn Abg. Singer vom Schluß der gestrigen Sitzung zurückkommein Mein Herr Stellvcr- treter hat ihm zwar schon ganz-den Thatsachen. entsprechend gc- antwortet, aber er war nicht in der Lage, die ganze Sache so. zu übersehen, wie ich sie übersehe. Herr Singer meinte zunächst, daß bei der Wichtigkeit der Angelegenheit das Präsidium in allen seinen Mitgliedern von den Dingen, um die es sich handelte, unterrichtet sei. Hier ist dem Herrn Abg. Singer schoii ein Irrtum unter- laufen. Im Reichstag giebt' es nur einen Präsidenten, der die Geschäfte leitet. Ist der Präsident verhindert so treten die Bieepräsidenten der Reihe nach für-ihn ein. Ein Kollegium, das das Präsidium heißt, giebt es nicht. iSchr richtig! rechts.) Dann fuhr Herr Singer fort:„Man hörte, und zwar so, daß man cS als authentisch annehmen darf, daß unter dem Vorsitz des Präsi- deuten eine Besprechung über die Geschäftslage stattgesimden hat, zu der die gesamte Linke dieses Hauses nicht zugezogen ist, die, ivenn sie überhaupt Bedeutung haben soll, in der That als eine Umgehung des Seniorcnkonveiits anzusehen ist." Zunächst muß ich mir und meinen Nachfolgem, wie cS schon einer meiner Vor- gänger auf diesem Sitz gethan hat, das Recht wahren, nach meinem eignen Gewissen und nach meiner Verantwortlichkeit zu bestimmen, welchen Konferenzen ich beiwohne, wie ich mich darin auslasse und was ich aus ihnen mitteile. Ich erkenne in dieser Bc- zichuug keinen Richter über mich. Dies sind nicht meine Worte, sondern die Worte eines. liberalen. Mannes, des Präsidenten v. Forckenbeck lHört, hört' rechts), die er am 1ö. April 1874 im Reichstag gesprochen hat. Dieses Recht muß ich mir also wahren. Außerdem ist aber auch die ganze Sache nicht richtig. lHeiterkcit rechts.) Ich habe keine solche Konferenz gehalten, ich habe niemand eingeladen. Es sind allerdings, einige Herren zu mir gekommen, um mit mir über die Geschäflsiage zu sprechen. Ich bin gewohnt, alle Herren, die in dieser Absicht zu mir kommen, sehr gern und freundlich zu empfangen. Das wird apch Herr Singer aus eigener Erfahrung wissen. Nim heißt es, die gesgmte Linke dieses Hauses war von dieser Konferenz ausgeschlossen. Ich iveiß nicht, wo bei Herrn Singer die Linie beginnt.«Heiterkeit). Wenn sie links vom Zentrum beginnt, dann waren Herren der Linken dabei. Endlich spricht Herr Singer von der Um gehung des Senioren- k o n v e n t s. Mir ist die Gelegenheit' erwünscht, mich über diesen Punkt aussprechen zu könne», da in der. Presse über den Scniorcnkonvent vielfach irrtümliche Ansichten herrschen. Der Srniorcnkonvcut ist kein grschäftöovduilngsmästigcs Institut des Reichstags, sondern eine durch. dse Gewohnheit eingeführte Jusli- tution, die aber von mir nicht als Kollcgiuin anerkannt wird. Die Zeitungen denken ja darüber anders. AIS einmal eine Zeitmig mit einer von mir getroffenen Maßregel unzufrieden war. hieß cS: da müsse man an de» Seniorenkonvent appellieren, der würde Rcmedur eintreten läffcn. s.Hcitcrkeit.) So wenig bekannt ist nnsrc Geschäftsordnung noch. Nun gebe ich ja zu, daß der Senioren- konvent oft sehr gut und fördernd für die Geschäfte des Reichstags ivirkt. Ob das der Fall, darüber zu entscheiden ist aber allein Sache des Präsidenten. So lange alle Parteien dieses Hauses darin einig waren, die Beratung der Porlagen zu fördern, konnte» solche bcrtranliche gcsckiäftlichc Pcsprechnngen ab- gehalten werden. Wenn ober die eine oder die andre größere Partei cS zu ihrer Aufgabe macht, die geschäftsordnungSmäßige Erledigung solcher Borlage» mit formelle» gcschäftsordunngs- mäßigen Mitteln zu vcrhiudcrn— was man im gewöhnlichen Leben Lbstruttion iicuut—(Heirerkeith dann sehe ich keinen Segen mehr in diesen vcrtranlichc» Besprechungen. DeSwege» habe ich in der gegenwärtigen Silnotion den Sciiiorcukonveut mit voller Absicht nicht brrnfeu. Es ist mir lieb, daß ich das hier öffentlich erklären kann. iBravo! rechts.) Herr Singer sprach dann von Beschlüssen, die in dieser Bcsv rcdmig gefaßt sind und von dem Interesse, das die weniger begünstigte» Parteien hätten, über die Geschäftslage informiert zu sein.— Beschlüsse sind in dieser Besprechung nicht gefaßt worden, ich habe nur mitgeteilt, wie ich mir den weiteren Verlauf der Beratungen denke, und wenn Hcrr Singer glanbt, daß seine Partei zn den Minderbegünstiglen gehört, so hätte ja auch er mich um eine Unterredung ersuchen können, meine Vergangenheit bürgl dasiir,. daß ich ihm ebenso höflich Ans- luuft gegeben hätte, wie den andren Herren. lBravo'. rechts.)— WaS nu» die Dispositionen selbst angeht, so>var mein Herr Vcr- trcter nur in der Lage, diese für die allerrnichsten Tage anzugeben, weil die Bestinnmuig über die weiteren Disvositionen eben dein Präsidenten obliegt. Ich habe die Absicht, zunächst die Nnfallgcsctze in zweiter Lesung zu erledigen— d. h. dem Reichstag vorzuschlage». Der Präsident hat nur vorzuschlagen, der Reichstag kann jederzeit anders beschließen. aber nur der Reichstag, nichl ein einzelnes Mitglied.(Sehr richtig! rechts.)— Da das Flottengesetz noch immer in der Kommission verhandelt wird und keine Aussicht ist, daß der umfangreiche Bericht zu einer Zeit uns zugänglich gemacht werden kann. Ivo die zweite und dritte Beratung vor Pfingsten i» Aussicht geuommett werden tonnte, habe ich, da es meine Pflicht ist, alle Arbeiten des Reichstags zu fördern, in Aussicht genommen, die noch bis jetzt zurückgestellte» Sachen auf die TagcSordmmg zu setzen,. das heißt die drille Lesung einzelner Paragraphen der Gewerbenovellc, der sogenannten lex Heiuze nnd die dritte Lesnng des Fleischbeschau- Gescttes, sowie die Nachtragsetats. Diese Sachen wollte ich vor Pftugsteu erledigen, dann gleich»ach Pfiugstc» daS'Hcuis wieder zusammentreten lassen. um die Flottenvorlage z» erledige». Das ist das große Geheimnis. was Herr Singer wissen wollte. Ich glaube, er wird jetzt befriedigt sein. Er hat alles gehört. was er zu hören ivinischtc und vielleicht noch manches dazu.(Heiterkeit. Bravo' rechts und im Centrum.) Abg. Siugcr(Soc.): Ich danke dem Herrn Präsidenten dafür,, daß er nun dem ganzen Hause davon Mitteilung gemacht hat. was er bisher nur mit einzelnen Mitgtiedcrn drs Hauses verabredet hatte. (Glocke des Präsidenten.) Präsident- Graf Ballestrem; Ich habe schon gesagt, daß Bcrabrcdungcn nicht stattgefunden haben.(Mit der Hand ans den Tisch schlagend.) Ich verlange, daß der Herr Abg. Singer«eine« Worten Glauben schenkt, so lange ich au dieser Stelle stehe.(Bravo! rechts.) Abg. Singer(Soc.): Herr Präsident, es kann, selbstverständlich keine Rede davon sein, daß ich mit meiner Ncnßcrung irgend welches Mißtrauen in die Worte dcd Herrn Präsidenten setzen wollte. Wenn ich den Ausdruck Verabredung gebraucht habe, so wollte ich damit natürlich nichts andres ausdrücken, als daß ich meinte, ich bin erstellt batuvkr. daß nun dem ganzen Hause das mitgeteilt worden ist, was der Herr Präsident mit einigen Mitgliedern besprochen hatte. 'Was nun zunächst die Bemängelung des Herrn Prä,idc>itcn an- langt, das; ich das Wort Präsidium gebraucht habe, so liml ich nur erwidern, daß ich tzanz gut weiß, daß es mir einen Präsidcnleu und lein Präsidium giebt. Allerdings habe ich auaenomnien, und darin scheine ich mich geirrt zu habe», b a zz b e i d c r W i ch t i g k c i t der hier Frage stehenden Dinge der Herr Präsident auch seinen Stellvertreter» im Präsidium Mit- tciliinq über seine Absichten in betreff der Gc- schästSlagc gemacht hat. Der Herr Präsident hat es weiter snr giit gehalleu. dem Hause.mitzuteilen, daß er zwar von dem Nutzen des Vcrtrauensmäimer-KollegiumS überzeugt ist, daß er aber der Meinung ist, daß die Thatsachen, die sich vor Ostern abgespielt haben,- ein Zusammenwirken aller Parteien nicht mehr wünschenswert er- scheinen lasse. Ich habe weder die Absicht noch das Recht, mich in seine Auffassung zu mischen. Bisher aber hat dcr Vcrlauf der Dinge im Reichstag der Auffassung dahin recht gegeben, daß eine glatte Erledigung der Geschäfte am beste» durch das Zusammenwirke» der Vertreter aller Parteien erreicht wird.(Sehr richtig! links.) Der Herr Präsident hat ja auch selbst bisher immer diesen Weg der Amts- führung gewählt, und wenn er jetzt zu einer andern Auffassniig gc- kommen ist, so kann ich nur lebhaft bedauern, daß ein auS rein sachlichen Motiven hervorgegangenes Auftreten— ich spreche jetzt iipr für meine Partei— den Herrn Präsidenten veranlaßt hat, eine Anschauung, die bisher als die richtige allgemein gegolten hat, nicht anzuerkennen. Mein Zweck, den' ich mit meiner gestrigen Interpellation verfolgte, ist jedenfalls erreicht, indem nun alle Parteien in der Lage sind, ihre Dispositionen für die weitere Er- ledigung der Geschäfte in diesem Hanse zu treffen. Präsident Graf Ballestrem: Wir treten nun in die TagcS- ordnung ejn. Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Entwurfs eines Unfallversichcrungs- Gesetzes für Land- und Forstwirtschaft. Z 1 bestiiimit den Ilmfang der Versicherung und lautet in der Konimissionsfassung: Alle in land-oder forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Ar- heiter und BctricbSbeaintcn, letztere sofern ihr JahreSarbeitsvcrdicnst an Gehalt oder Löhn dreitausend Marl nicht übersteigt, werden gegen die Folgen.der bei dem Betriebe sich creigiieiidcn Unfälle nach Maß gäbe der Bestimmungen dieses Gesetzes versichert. Dasselbe gilt von Arbeitern oder BctriebSbeainten in land- oder forstwirtschaftlichen Nebenbctrieben, insbesondere bei solchen, in welchen, ohne daß sie als Fabriken anzusehen sind, Dampfkessel oder durch elementare Kraft(Wind, Wasser, Dampf, Gas, heiße Luft. Ekcktricität usw.) oder durch tierische Kraft bewegte Triebwerke, zur Lcrwciiduiig koininen(Motorbetriebc), sowie bei solchen Anlagen, für wclche nur vorübergehend eine nicht zur Betriebsaiilage gehörende Kraftinaschine benutzt wird. Die in Vcrbiiidniig mit der Landwirtschaft betriebenen Fabriken und sonstigen in§ 1 Abs. 1, 2a des Gewerbe-Unfallversicherungs- Gesetzes aiifgeführieli Betriebe gellen nicht als land- oder forstwirtschaftliche Nebenbetriebe im Sinn dieses Gesetzes. Die laiifcnden Reparaturen an den zum Beiriebc der Land- und Forstwirtschaft diciicnden Gebäuden und die zum WirtschaftSbetriebe gehörenden Bodciikiiltur- und soiiftigcn Bauarbeiten, insbesondere die dicscni Zwecke dienende Hersteilung oder Nliterhaltinig von Wegen, Dämmen, Kanälen und Wasserläufcii gelten als Teile hes land- und forstwirtschaftlichen Betriebes, wenn sie von Nnternehmeni land- oder- forstwirtschaftlicher Betriebe ohne Ucbertragung an andre Unternehiner ans ihren Grundstücken aufgeführt werden. Die kraft öffentlich-rechtlicher Verpflichtimg von Unternehme rn land- oder forst- wirtschastlicher Betriebe ssir Gemeindezweckc geleisteten Arbeiten zur Herstellung oder Uiiterhalliiiig von Wegen, Kanälen. Dämincii und Wasserläusen werden den land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben dieser Unternehmer zugerechnet. Der Laiidesgcsetzgebiiiig bleibt überlassen, zu bestimmen, in welchem Unifaiig und unter welchen Voraiisietzimgeii lliitcrnchmer der iintcr- Absatz l fallenden Betriebe versichert, oder Familien- angehörige, welche in dem Betriebe des FaiiiilicnhauptcS beschäftigt werden, von der Versicherung ansgeschlosscii sein sollen. Wer im Sinne dieses Gesetzes als Betricbsbcamter oder als eine solche Person anziisehc» ist, welche eine besondere, eine technische Vorbildung erfordernde Stellung ciiiniiniiit(Förster, Gärtner. Müller, Ziegelmeister, Srelliiiachcr. Schmiede und andere Facharbeiter), wird durch statutarische Beftimnuing der Bcrufsgciioffenschaft sür ihren Bezirk festgestellt. Als landwinschafilicher Betrieb im Sinne dieses Gesetzes gilt auch der Betrieb der Kirnst- nnd Handelsgärtnerei, dagegen nicht die ausschließliche Bewirtschaftung von Haus- und Ziergärten. Welche Betriebszweige im Sinne dieses Gesetzes als land- odcr forslwirtschaftlichc Betriebe aiiziischcu sind, bestimmt das Reichs- Versichermigsamt. Dazu beantragt der Abg. Gamp(Rp.) die Absätze 2 und o zu fassen wie folgt: Dasselbe gilt mit den aus Abs. U, Ziffer 1. 2 sich ergebenden Ällsiiahnic» von Arbeitern und Bctriebsbcaiiiten in solchen Unter- iichmuiigen, welche der Uiiteriiihincr eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs neben seiner Land- oder Forstwirtschaft, aber in wirtschaftlicher Abhängigkeit von derselben betreibt(land- oder forst- wirtschaftliche Nebenbetriebe. Hierzu sind insbesondere solche Bc- triebe zu rcchiieii, welche ausschließlich oder vorzugsweise bc- stiminmt sind 1. zur weiteren Bearbeitung oder Vcrarbcitimg von Er- zctlgiiisjeit der Land- oder Forstwirtschaft des Unternehmer-?, " 2. oder zur Befriedigung von Bcdürfnisscit seiner Land- oder Forstwirtschaft tz. oder zur Gewiimimg oder Verarbeitung von Bodciibcstaiid- teile» seines Grundstücks. Unter dieses Gesetz fallen nicht 1. Bergwerke, Salinen, Atifbercitiingsanstalteii. Steinbrüche. Werften. Batihöfc, Hüttenwerke, sowie Betriebe, in denen Explosiv- stoffe oder explodierende Gegenstände gewerbsmäßig erzeugt werden, 2. solche Betriebe, welche nach näherer Bestintiiitiitg de-? Reichs- Bersichcrungsamls wegen ihres erheblichen UinfaiigS oder wegen bc- soliderer maschineller Eiiirichtimgeii oder wegen der Zahl der vcr- wendeten gewerblichen Arbeiter den unter das Gcivcrbc-Ilnfall- vcrsickieriings-Gesetz sallenden Fabriken zuzurechnen sind. Zn diesem Antrag Gamp beantragen die Abgg. v. W a l d o w und Reitze« stein unter Nr. 1 des Abs. 2 das Wort„Steinbrüche" zu streichen.. Schließlich stellt Abg. Ganlkc(fr. Vg.) verschiedene Ab- äiiderungsanträge. die aber später wieder ziirückgezogeil werden. Ferner beantragt Abg. v. Waldow«nd Reitzcnftcin(k.) in Absatz 4 im letzten Satz hinter den Worten„Unterhaltung von" cinzuschalten:„Gc- bänden". Abg. Frhr. v. Nichthoscu-Damsdorf(k.) beantragt iin§ 1 die Absätze 2 niid l! zu streichen und an deren Stelle 8 1 Absatz 2 der Regierungsvorlage zu setzen. Der Absatz der Rcgicruiigsvorlagc lautet: „Dasselbe gilt von Arbeitern und BetriebSbeamtcn in land- oder forstwirtschaftlichen Nebciibetricbcn, soweit sie nicht unter§ 1 Abs. 1 Ziffer 1- uud 2 oder unter§ la des Gewerbe- Iliifallversichcruiigs- Grsetzes sallcn. Durch das Gciiosseiischafts- Statut kann bc- stimmt werden, daß die Versicherung auch bei den letzteren Nebeiibctriebeii nach den Bestiminuitgeit des gegenwärtigen Gesetzes zu erfolgen hat. wenn in diesen Nebenbetriebeii überwiegend land- oder forstwirtschaftliche Arbeiter beschäftigt werden. Wenn das Statut eine solche Bestintittuitg enthält, so scheiden mit dem Zeit- Punkt ihres Inkrafttretens die davon betroffenen Nebenbetriebe aus der Versicherung bei der VertifSgcnosscilschaft des Gcwcrbeimfallver- sicheruiigSgcsetzcs auS. Außerdem beantragt der Abg. Freiherr v. Richthofe n- Da ms dort(k.) im§ 1 Absatz 0 die Wörter„oder als eine solche Person" und„welche eine besondere, eine techliisibc Vorbildung erfordernde Stcllmig cimtimmt(Förster, Gärtner, Müller, Ziegel- meister, Stellmacher, Schmiede und andere Facharbeiter" zu streichen. Abg. Gamp(k.j: Auch bei der Industrie kommt es häufig vor, daß per- schiedenartige Betriebe vereinigt sind. Hier ist dafür ge- sorgt. daß die Untcrnchmcr nur in einer Berufs- genossenschaft sei» müssen. Anders ist es bei der Landwirt- schaft. Hier müssen die Unternehmer je nach der Art der Neben- betriebe oft verschiedenen Berufsgenossenschaften angehören. Daher ist es notwendig, den Begriff Nebenbetrieb genau festzustellen. Das will mein Antrag. Er steht ganz auf dem Boden der bis- herigen Gesetzgebung und der Koinmissionsbeschlüsse, nur daß er eine genauere Tefinitio» des Begriffs Nebenbetriebe giebt. Ich hoffe» er wird angenomme:: werden.— Man hat gesagt, die Uitfallentschädigung für die landwirtschaftlichen Arbeiter sei nicht ausreichend. Wir haben deshalb in einer Resolution eine bessere Gestaltung der ganzen Angelegenheit als notwendig an- erkannt«nd haben auch eine Mitwirkung der Arbeiter bei der Fest- setzung der ortsüblichen Tagelöhne vorgesehen. Wir haben also gethan, ivas gethan werden kann. Ich bitte Sie um Aimahsnc meines Antrages. Frhr. v. Richthofe»(k.): Die Anträge, die ich zu 8 1 gestellt habe, lassen sich im all» gemeinen dahin zusammen fassen: ich lehre zurück zur Re- gicruugsvorlage. Die Kommission hat zu 8 l keineswegs Berbesserungen eingeführt, sondern die Vorlage hatte das Richtige getroffen. ES heißt gewiß Eulen nach Athen tragen, wenn man heute noch lange über die Not der Landwirtschaft sprechen will. Aber bei der heutigen Lage muß man thatsächlich seinem guten Herzen Zwang anthun und Sachen abschlagen, die man sonst gern in das Gesetz mit aufgenommen hätte. Die Kommissions- beschlüffc J« 8 1 sind unhaltbar; sie gehen von der irrigen Ansicht ans. daß die Landwirtschaft keine Facharbeiier hat. Schon deswegen muß ich gegen die Kommissionsfassiliig stimmen. Daß aber auch der An- trag Gamp in vielen Punkten nicht das Richtige getroffen hat. zeigen die' vielen Amendements, die zu ihm eingegangen sind. Ich bitte also meinen Antrag anzunehmen. Abg. v. Waldow und Reibctistcin(k.) begründet sein Amen- dement zum Antrag Gamp. Direktor im ReichSamt des Innern v. Wödtke: Durch den Antrag Gamp würde die Regierungsvorlage mir redaltionell geändert, fachlich kaum. Der Antrag Gamp sagt thät- sächlich weiter nichts, als waS in der Kommission beschlossen ist: er will nur eine Definition des Begriffs landwirtschaftliche Nebenbetriebe geben, was für die Praxis immerhin von Wert wäre. Falls Sie also der Regierungsvorlage nicht zustimmen können, kann ich auch den Antrag Gamp zur Annahme cmpfchlen. Dagegen kann ich mich mit den übrigen Abänderungsanträgen nicht einverstanden er- klörcit. Abg. Ii. Waldow nnd ReiNenstciu(kons.)(zur Geschäfts- ordnung) bittet die Beratung über Abs. ö des§ 1 bis zur Beratung über die 88 6 a und 6 aa zurückzustellen. DaS Hans ist damit einverstanden. Abg. Rösickc(wildlib)r Herr v. Wödtke hat den Antrag Gamp sehr warm empfohlen. Der Antrag will aber eine größere Anzahl von Nebenbetrieben der Landwirtschaft als bisher in die landwirtschaftliche Versicherung ciiibczichcn. Diese Nebenbetriebe sind aber gewöhnlich recht groß. Außerdem werden in den gewerblichen Betrieben die Renten den Arbeitern nach Jitdividuallöhneit berechnet. in der landwirt- schastlichcn Bersichcrintg dagegen nach'Durchschnittslöhiicu. ES würde also für Arbeiter, die bisher in gewerblichen Neben- betrieben beschäftigt waren, eine wc>cntlichc Verschlechterung bc- deuten, wenn diese Betriebe jetzt der landwirtschaftlichen Versicherung nnterstellt werden. Abg. Molkcnbuhr(Soc.): Wir stehen auf dem Staiidpuukt, eine möglichste Verein- fachung der Versicherung herbeizuführen. Prineipiell sind wir daher der Meinung, daß alle Arbeiter, gewerbliche oder landwirt- schaftlichc, gleich behandelt werden. Da aber nun einmal das Specialgesetz geschaffen ist. werden Sie es verstehen, wenn wirwüit- scheu, daß in dieses Gesetz, in dem die Arbeiter am schlechtesten wegkommen. möglichst wenig Arbeiter hereinkommen. Hier werden ja die Renten nach Durchschnittslöhnen bc- rechiict, die austerordentlich niedrig sind. In vielen Kreisen ist dieser Durchschnittslohn auf 300 M. pro Jahr festgesetzt. Die Ausgaben der Landwirtschaft sür die ganze Versicherung betragen jetzt nur 16 Millionen Mark. Wir würden es für das Wichtigste halten. wenn die berufliche Gliederting beibehalten wird, gleichgültig, ob die Betriebe des betreffenden Berufs Eigcnbctricbe oder Nebenbetriebe sind.(Bravo! bei den Socialdcmokraten.) Abg. v. Waldow nnd Rcitzenstein(k) hält gegenüber dem Abgeordneten Rösicke die Berechnung der Renten auch der landwirtschaftlichen Arbeiter nach JndividuaNöhncn für un- möglich. Damit schließt die Diskussion. In der Abstimmung wird der Antrag W a I d o w- Reitzenstem auf Streichung des Worts„Steinbrüche" angenommen; ebenso der Biitrag Gamp. Die übrigen Anträge werden abgelehnt. Die Abftiimiiung über den Paragraphen wird ausgesetzt. 8 ttt lautet in der Fassung der R e g i c r n n g s v o rla g e.: „Die Vet-sicherting erstreckt sich ans häusliche und andre Dienste, 311 bellen versicherte Personcn neben der Beschäftigung im Bc- triebe von ihren Arbeitgebern oder deren Bcanftragten herangezogen werden. Durch Statut kann die Versicherung auch für Betriebs- lliitcrnchmer auf die mit der Landwirtschaft im Zusammenhang stchciidc» hanswirtschaftlichen Verrichtungen ausgedehnt werden." Dagegen bestimmt die K 0 in in i s s i 0 it S f n s s n it g, daß durch d as G c 11 0 s s c u s cb a ftS st a tu t die Versicherung er- streckt werden kann: 1. auf hanswirtschaftlichc Verrichttingen und andeie' Dienste, zu dcncit die ans Grund dieses Gesetzes vcr- sicherten Personen von dem Arbeitgeber oder dessen Bcanftragten hcrangezogeit werden. Ans Dienste in andern Betrieben darf diese Arstnitniung nicht erstreckt werden: 2. auf die mit der Landwirtschaft im Zusammenhang stehenden hanswirtschaftlichen Verrichtuitgett von BettiebStiiitcritchincrn. Dazu bcattiragen die Abgg. 911 6 r e ch t it. G e n.(Soc.) tiiid ebenso der Abg. Frhr. v. Nicht Hofen(k.). die RegicrungSvorlage wiederherzustellen. Ferner bcaiitragen die Abgg, Brökmaitn u. Gen.(CT.), den Paragraph zu fassen wie folgt: „Die Versicherung erstreckt sich ans hatiSwtrtschastliche Vcr- richtnitgeN und andre Dienste, zu denen die ans Grund dieses Gesetzes versicherten Personen, die hauptsächlich in der Land- oder Forst- Wirtschaft oder in deren Nebenbetriebeii beschäftigt werden, von dem Arbeitgeber oder dessen Beauftragten herangezogen werden. Durch Statut tann die Versicherung für Bctriebsuittcritchmcr, die hauptsächlich j» der Land- oder Forstwirtschaft beschäftigt sind, auf die mit der Land- und Forstwirtschaft im Zusantutenhang stchcndcn hauswirtschaftlichen Verrichttingen erstreckt werden," Abg. Molkcttbnhr(Soc.); Die Regierung hatte diesen Paragraphen genauer fontuilicrt wie den cnljprcchciideit int Gewerbc-Uufallgesctz.' Die Kommission hat den Paragraphen dann so geändert, das; die Erftrcckung der Vor- sicherutig ans häusliche Dienste dem Statut der Gcitofleiischaften sibcr- laffe» wird. Gerade in der Landwirtschast ist dies sehr wenig angebracht, denn gerade hier gehen die häuslichen und gewerblichen Arbeiten sehr in einander über. Viele Arbeiten zerfallen in Arbeiten für landwirtschaftliche und solche für häusliche Zwecke, so daß es zweifelhaft wäre, ob die Versicherung in diesem Falle eintritt oder nicht. Die Kommission hat die Gleichmäßigkeit mit dem Juvaliden- vcrsichcruiigsgesetz im Auge gehabt; wir metncii aber, weint Sie schon einmal gleich macheit wollen, dann beziehen Sie sich lieber auf das Gewerbe-Unfallgesetz. Abg. Brökmann(C.) begründet seinen Antrag, der sich nur redaktionell und glicht materiell von der Rcgicruiigsvorlagc miter» Icheide. Abg. Frhr. v. Richthofcn(k.) erllärt persönlich, für Jen Antrag Brölmann stimme» zu wollen. Abg. Blödau(wildk.) tritt für die Kommissionsfassung ein. Abg. Fischbcck sfrs. Vp.) tritt für die Wiederherstellung der Rc- gierungsvorlage ein. Abg. Hofsmailn-Dillcnburg snatl.) hält die obligatorische AnS- dehnuug der landwirtschaftlichen Unfallversicherung auf häusliche und andre Dienste, zu denen versicherte Personen neben der Beschäftigung im Betriebe herangezogen wurden, für zweckmäßig, wenn der Land- Wirtschaft auch größere Lasten aufgelegt werden. Bei der Abstimmung wird der Antrag Brökmann: Wiederher- stcllung der Regierungsvorlage mit einer' redaktionellen Aendernng fast einstimmig a n g e no m in c it. Damit sind die übrigen Anträge erledigt. Die folgenden ZZ 1b— 5 werden dcbattclos angenommen. 8 S bestimmt: Im Falle der Verletzung werden als Schadensersatz vom Beginn der vierzehnten Woche nach Eintritt dcS Unfalls ab gewährt: sfolgt die Aufzählung der Leistungen). Die S o c i a l d c m o k r a t c ii beantragen, diesen Eingang wie folgt zu gestalten: Im Fall der Verletzung werden als Schadensersatz für dieseiügen Verletzten, für welche eine'landcSgcsctzliche. statutarische oder sonstige Krankenversicherung, die mindestens so viel gewährt wie die Mindest- leistungen nach dem reichsgesetzlichcu Krankcnversichcrungs-Gesetz betragen iHälfte de» ortsüblichen TagelohneS), nicht besteht, vom Eintritt des Unfalls ab, für alle übrigen Verletzten vom Beginn der vier- zehnte» Woche nach dem Unfall ab, gewährt:(folgt die Aufzählung der Leistungen). Abg. Fischer-Sachsen(Soc.): Ueberall da, wo der gleiche Wortlaut des einen Gesetzes mit dem ander» zur Benachteiligung der Arbeiter dient, wollen Sie daran festhalten. In diesem Paragraphen ist eine Lücke vorhanden, dsc «n Gewerbe- Unfallgesetz nicht vorhanden ist. Bekanntlich setzt die Unfallversicherung erst nnt der 14. Woche ein. Für die landwirtschaft- lichcn Arbeiter ist also für die ersten 13 Wochen nichts vor- gesehen. da für sie keine obligatorische Krankeiiversichernng besteht. Da dieie meisten Verletzungen in den ersten 13 Wochen geheilt werden, bezieht ei» großer Teil der Verletzten überhaupt keine Rente. Diesem Ucbelstand soll unser Antrag abhelfen. Er wird hosientlich auch die interessierten Kreise vcranlasson, für die landwirtschaftliche Kraulen- Versicherung einzutreten.(Zustimmung bei den Soc.) _ Der Referent Abg. Lsifcrgoldt(C.) teilt mit, daß die Kom- Mission den Antrag abgelehnt habe, weil er nicht in den Rahmen de» Gesetzes passe. Darauf wird der Antrag gegen die Stimmen der SocialdeMo- kraten abgelehnt. Mit dem 8 6a wurde der zurückgestellte Absatz des§ 1, sowie § 6aa verbunden. § 6a lautet im wesentlichen: Bei Berechnung der Rente für BctricbSbcamte und die übrigen im j» 1 Absatz 6 bezeichneten Personen ist der Jahrcs-ArbeitSverdienst zu Grunde zu legen, welchen der Verletzte in dem Betrieb, in welchem der Unfall sich ereignete, während de» letzten Jahres bezogen hat. Al» Jahrcs-Arbeitsverdicnst gilt, soweit sich derselbe nicht anS mindestens wochenweise fixierten Beträgen zusammensetzt, das Drei- himdertfache de» durchschnittlichen täglichen Arbeitsverdienstes. Die S o c i a l d e m o k r a t e n beantragen die Worte:„für Bctricbsbeamte und die übrigen Personen" zu streiche». � Abg. R ö s i ck e(wildlib.) beantragt hinter Personen einzufügen: „sowie derjenigen Arbeiter, die hauptsächlich im Ncbcnbetricbe beschäftigt find." jp® Äbgg. v. R ich t h o f« n und v. W a l d o w(f.) beantragen die Worte:„und die übrigen in§ 1 Absatz 6 bezeichneten Personen" zu streichen. Z 6aa. lautet: Bei Bcrcchmmg der Rente für Arbeiter, welche nicht unter§ Oa fallen, gilt als JahrcS-ArbcitSvcrdicust derjenige �ohrcö-ArbcitSverdienst, welchen land- oder forstwirtschaftliche Arbeiter am Ort der Beschäftigung durch laud- oder forstwirtschaftliche, sowie durch anderweite Erwcrbsfähigkeit durchschnittlich erzielen usw. usw. Abg. v. Waldow(f.) beantragt folgenden Zusatz:„Der Bc- rechuimg der Rente für Arbeiter der im tz 1 Abs. 6 bczcichiictcn 2lri(Facharbeiter) ist ein erhöhter durchschnittlicher JahrcSarveits- verdienst zu Grunde zu legen, der in gleicher Weise, wie der ein- fache von der höheren Verwaltungsbehörde festgesetzt wird. Abg. v. Waldow((.) begründet seinen Antrag. Bei der Feststellung dcS NaturaNohnS ist die Ermittlung des Werts der einzelnen Lohntcilc eine sehr schwierige Aufgabe. Sie wird noch dadurch erschwert, daß die einzelnen Werte bci den schwankenden Roggen- und Vichprcisen in jedem Jahre ver- schieden sind. Abg. Molkenbuhr(Soc.): Wir wollen die Jndividuallöhnc allgemein der Berechnung der Rente zu Grunde gelegt wissen. Die Landarbeiter dürfen nicht als minderwertige Arbeiter behandelt werden. Man sagt mm der Landarbeiter erhalte zum großen Teil Naturallöhne. Es ist doch aber leicht seftzustellcu.> welche» Geldwert diese Naturalien Aartosicl, Getreide usw. haben. Jedenfalls wird bci diesem Ver- fahren niemals so weit vorbcigcrechuct werden, wie jetzt, wo die Verwaltungsbehörde die Höhe des Durchschnittslohns festsetzt. Ist dieser auf 300 Mark festgesetzt, so erhält ein landwirtschnftlichcr Arbeiter als Vollrente 200 Mark. Verunglückt bci demselben Unternchmer ein 17 jähriger Pfcrdejuugc im Fuhrwerksbctricb. der vielleicht 50 Pf. Tagclohu erhält, so vc- kommt dieser eine Rente von 210 M.(Hört, hört I bci den Social- dcmokraten.(DaS kann die Arbeiter»nr verbittern. Sic sollten doch nicht auf Kosten der Krüppel der Landwirtschaft Almosen gebe». Dadurch werden Sie die Lcutcnot nicht beseitigen.(Sehr richtig! bei den Socialdemokrateii.) Abg. Frhr. v. Richthofeu(k.): Bci der landwirtschaftlichen Versicherung lömien die Judividuallöhne nicht zu Grunde gelegt werden, da deren Berechnung viel zu kompliziert ist. Abg. Gamp iRp.): liniere ständigen Arbeiter stehen sich weit besser al» die Judnstnearbeitcr dcS Westen».(Oho! bci den Social- demokratc». Rufe: Es geht ihnen zu gut!) Wenn sie wüßten, waS sie zum Frühstück rsscn und wie wohlgenährt sie mit ihren Familien zur Kirche gehe», würden Sie das zugeben.(Lachen bci den Socialdemokraten.) Abg. Hofmann-Dillcnbiirg(natl.) erklärt sein Einverständnis mit dem Antrag v. Waldow. ; In der Abstimmung über§ 0» wird die KommiisionSfassung mit dem Amendement Rösickc unter Ablehnung aller übrigen Anträge aiigeuommcu. 8 1 Abs. 6 und 8 6aa werden unter Ablehnung der Anträge Waldow unverändert angenommen. § 6 ab bestimmt, daß bei der Berechnung der Rente für ver- sicherte BctriebSuitternehmcr der für den Sitz des Betriebs festgestellte durchschnittliche Jahrcsarbeitsverdiciist land- und forsilvirlschäftlichec Arbeiter zu Grunde zu legen ist. sofern nicht durch Statut anders bestimmt wird. Die Socialdemokraten bcaniragten folgende Fassung: Bei Berechnung der Rente für versicherte BetrlebSiinternchmer ist der JahresarbcitSvcrdieust zu Grunde zu legen, den Betriebsbeamte in denselben oder benachbarten Betrieben durchschnittlich bezogen haben. Abg. Hoch(Soc.) befürwortet den tzlutrag. Auch hier wieder wird nach der Fassung der Kommission der durchschnittliche Jahresarbeitsverdieiist landivirt- schaftlicher Arbeiter z» Grunde gelegt, der überaus niedrig ist. Tic Ansicht, daß diese Durchschnittslöhne vielleicht einmal erhöht werden, kann uns nicht genügen. Wir wollen daher bei der Bc- recbnung der Rente für diese Kleinbesitzer den durchschnittlichen Lahresarbeitsverdienst der Betriebsbeantten zu Grunde gelegt wissen. Württciiibergischcr Ministerialdirektor v. Schicker hält die Fassung de» Antrags Albrecht für sehr wenig glücklich. Abg. v. Waldow-Rcitzcnstein i'k.) beantragt, auch im Betriebe beschäftigte, aber nicht versichcrungspstichtige. ferner nicht im Betriebe beschäftigte, aber die Betriebsstätte bcstichendc Personen und endlich I Organe und Beamte der Bcrufsgcnossciischaft unter diese Art der Versicherung zu beziehen. Abg. Hofiuaun-Dillcnbnrg(nail.) sieht m. diesem Antrag eine wohlthätige Ergänzung des Paragraphen. Abg. Hoch(Soc.) zieht seinen Antrag zurück und will rhu bci der dritten Lesung eventuell in andrer Fassung einbringen. Hierauf wird K 6ab mit dem Amendement Waldow in der Kommissionsfassnug«tngciioiiimcn. Unverändert bleiben die §§ 6ac bis 8.s § 9 bestimmt. daß durch statutarische Vcstiinmuiig einer Gc- meinte für ihren Bezirk oder eine» weitem Kommuualverbandcs für seinen Bezirk oder Teile desselben, sofern daselbst nach Her- kommen der Lohn der in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter ganz oder zum Teil in Form von Natural- leistungen gewährt wird, bestimmt werden kann, daß... den Ncnteii- empfäugern und ihren Angehörigen oder Hinterbliebenen auch die Rente bis zu zwei Dritteln ihres Betrages in dieser Form gewährt werde. Die Socialdemokraten beantragen hinzuzufügen:„falls der Bezugsberechtigte dieser Art der Gewährung von Rente zu- stünuit." Außerdem beantragen sie die folgenden Teile des 8 9a zu streichen, wonach solchen Personen, welchen wegen gcwohnhcitS- «lästiger Trunksucht auf Anordnung der Behörde geistige Getränke in den Wirtschafte» nicht verabfolgt werden dürfen, die Rente in derjenigen Gemeinde, für deren Bezirk eine solche An- orduiiiig getroffen ist, auch ohne daß die weiteren VoranSsetziiiigen des 8 9 vorliegen, teilweise o.dcr in ihrem vollen Betrage in NattiraUeistmtgcn zu gewähren ist: der übrig bleibende Bettag an Barrente soll den Angehörigen de» Trinkers überwiesen werden. Abg. Fischer-Sachsen(Soc.): Es ist eine Bevormundung des ländlichen Arbeiters, wenn man ihn zwingen will, ohne feine Zustimminig sich die Rente zum Teil in Naturalien auszahlen zu lassen. Ferner beantragen wir ebenso wie beim Gcwerbcuiifallgcsetz Streichung de» sogenannten Säufcrparagraphcii. Dieser Paragraph soll nur ans Wohlwollen für die Arbeiter gestellt sein, da» ist aber nur dasselbe Wohlwollen, das die Gesindcordnnng aufrecht erhält und das KoalitiouSrccht den Arbeitern nimmt(Sehr richtig! bci den Socialdcinolratcn) Abg. v. Waldow-Iieitzcnstcin(k.): Ich bitte Sie. die Absätze 2—6 ausrecht zu erhalten gerade ans dem Grunde, weil ich dem Arbeiter die Rente erhalten will und ver- hindern will, daß die Familie eines solchen Trunkenboldes in» Elend kommt. Ich wuiidre mich, daß die Socialdemokraten nicht das Gute, das in diesem Paragraphen liegt, herausfinden. Abg. Fischer-Sachsen(Soc.): Die Ausführungen de» Herrn Vorredners haben nur bewiesen, daß die Herren gär nicht begreifen, weshalb die Arbeiter Von ihnen»vcggchen. In der Kommission beim Gcwcrbe-llnfallver- sichernngS-Gesetz hat man anerkannt, daß diese Bestimmung gc- Itrichcn werden müsse, weil sie überflüssig ist. Ich bitte Sic, auch dies AuSnahmerecht für die Arbeiter abzuickiaffeu. Abg. Stadthagc»(Soc.): Herr v. Waldow meinte, er Ivürde nicbts dagegen baben, wenn auch beim Offizicr-PcnsionSgcsrN für Säufer die Pension in Natnrctticn ausgezahlt werde» könnte. Warum hat er denn noch nicht- einen dnbingchciiden Antrag gestellt? Die Pcusions- Verhältnisse bestehen ja schon seit 1872. Er würde dann schon hören, daß die Offiziere diese Zumulung alS die gröstte Beleidigung für ihren ganzen Stand empfinden würden. Wer soll denn eigentlich die zuständige Behörde sein, die ent- cheidct. ob der Main! ein Trunkenbold ist? Wo besteht ei» ßlesest, nach dem eine Behörde dazu ermächtigt ist. zu verbieten, daß Leute» wegen gewohnheitsmäßiger Trunksucht Getränke nicht verkauft werden dürfen? Nenne mir doch Herr v. Waldow irgend einen Staat, in dem eine solche Bestimmimg existiert. I» Württemberg giebt es jedenfalls kein solches Gesetz, obgleich man doch nicht sage» kann, daß i» Württemberg bc- sonders wenig gctninkcn wird.(Hciierkcii.) Dann weiter: Was ist Trnnksncht? Bci Leuten, die Champagner trinke», wird dasselbe Animiertheit und liebenswürdige Lustigkeit genannt, was bei den Arbeitern als Trunksucht gilt. Bci der Beratung dcS Bürgerlichen Gesetzbuchs waren die Gesetzgeber nicht im stände, zu sagen. was Trunksucht ist. Sie wollten die Entscheidung darüber der Rcchlswisicnschaft überlassc». Sie ivollcn min die Entscheidung den unteren Verivaltiliigsbebördc» geben. Was heißt e», daß das Trinken gewohnheitsmäßig geschieht? Meinen Sie damit die Gewohnheit, daß jemand trinkt, wenn er durstig ist? lHcitcrkcit.) Diese Gewohnheit hat glücklicher- weise jeder Mensch. Oder meinen Sie jemand, der eine ttankbafte Ncigiliig hat. auch dann, wenn er keincii Durst hat, zu trinken? Da- bci sagen Sie nicht einmal, was er trinken soll. ES kann ja sei», daß er Waffcr trinken will.(Lachen rechts.) Ja, Herr v. Waldow, Sie kennen den prenstifchen Gendarm nicht! lGroßc Heiterkeit.) E» giebt Leute, die sich lebhaft beklagen, daß � sie unter Alkohol etwas bekomme», was fast mir Wasser ist. Da ivied der Gendarm oft erst reckt nicht in der Lage� sei». Wasser von Alkohol zu unterscheide». Oder ineiiicn Sie eine» Mensche», der Alkohol in cineni seiner Individualität nicht entsprechende» Verhältnis genießt? Dann»niß der Gendarm auch darüber entscheiden, wie viel der Einzelne ver- tragen kau». Und war»», haben Sie nicht auch Opium- und Morphiiimsucht in das Gesetz mit aufgenommen? Man mag die Sache mischen, wie man ivill. die Arbeiter empfinden eine solche Bestimmung nicht alö Wohlthat, sondern alö Beleidigung. Es liegt gar kein Grund vor, die Arbeiterklasse, ipccicll die ländliche» Arbeiter, gesetzlich als Säufer zu brandmarke». Es ist ja gerichtlich fcsigcsicllt, daß von Organen der höchsten Klassen in einer Nacht mehr vertrunken worden ist, alS eine Arbeiterfamilie im ganze» Jahr zu verdienen in der Lage ist. Ich criiiucre an den Harmloienprozcß. Die Trunksncht ist, wo sie bci Arbeitern zu sindcn ist, meist eine Folge der überaus schlechten Löhnung. Ich bitte Sie dringend, diese Ausnahme- bcstimniuug zu streichen und die ländliche Arbeiterklasse nicht zu be- leidigen.(Bravo! bei den Socialdemokraien.) Der Antrag Alb recht lSoc.) wird nur insoweit an- g e n v n> m e ii, als er den Zusatz verlangt,„falls der Bezugsberechtigte dieser Art der Gewährung der Rente zustimmt." Die Streichung der Absätze 2—6 wird abgelehnt. Es bleibt bci der Kommission»- fasiung. Hieraus wird die Fortsetzung der heutigen Beratung ans Montag t Uhr vcrtagc. Schluß 6'/. Uhr."_ Ans dcv IsvÄnenbcmegung. Zum internationalen Socialistcnkongrctz empfehlen die Berliner Genossinnen den Genosfinnen ganz Dcutichlands. sich ans eine gemeinschaftliche Delegation durch ein! einzige Delegierte zu einigen. Sie schlagen dazu Frau Zetkin vor. Die Genosstn Baader, Bertin. Straußbergersic. 28. ersucht die Genossinncu Deutschlands baldigst ihre MeinungZäußcrungen einsenden zu wollen. Die Heimarbeit. In dein Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse sprach Dr. Frendenberg am 9. Mai über„die Hygiene der Hausindustrie". Mit markigen Strichen zeichnete der Redner das trübe Bild dieser verderblichsten»iitcr allen Formen der modernen Prodliktionöthätigkcit, welche, wie in trauriger Selbstverhöhiliing. den lraulichen Sianien„H e i in a r b e i t" trägt, olnvohl sie mehr als jede andre industrielle Thätigkeit das Heim' gcs Arbeiters schädigt und zerstört. Die Zahl der Heimarbeitcr. unter welchen hier nur solche vcr- iibcii werden, welche in der eigene» Wohimng für die Groß- msttie beschäftigt sind, beträgt S27 720, worunter 419 200 Frauen: sind dies 1,S9 Proz. der Frauen Deutschlands. Und leider ver- mehrt sich die Anzahl derselben in den meisten Bcschäftigungsarien. mit Ausnahme der Textilbranche und der Industrie der Steine und Erden. Bcdentend erscheint nameullich auch die Zunahme in der Metallverarbeitung, welche dem Laien als ganz ungeeignet für Franenärbcit erscheint. Sehr stark vertreten ist die BekleiduiigSindusttie: Berlin allein stelll hier eine Armee von 70 055 Arbeiterinnen: 8,2 Proz. der Frauen von ganz Berlin. Von diesen Frauen sind in der Industrie im ganzen 13,8 Proz. beschäftigt. von denen 2/3 die Heimarbeit betreiben. Unter den Mängeln des Systems, den ungenügenden Raum- Verhältnissen, dem Hasten und Drängen der Arbeitt dem ungenügenden Lohn, leiden, mehr noch als die widerstandsfähigern Erwachsencn, die Kinder, für die die häusliche Arbeit der Mutter noch der Meinung gutmütiger Idealisten ein großer Segen sein sollte. Unheilbar gc- schädigt werden sie zunächst durch den fortgesetzten Aufenthalt in schlechter Lust. Wenn man das Berliner DurchschnittSzimmer auf 60 bis 70 Kubikmeter Nanminhalr abschätzt, so würde die darin befind- lichc Luft zum Aufenthalt von 4 vi» ö Menschen nicht nn- geeignet sein, falls die Luft stündlich erneuert werden könnte. Da aber eine ausreichende Lüftung schon im Sommer selten, im Winter jedoch überhaupt nicht stattfinden kann und der Raum Tag und Nacht benutzt und bewohnt wird, mutz der Aufent- halt daselbst auf die Gesundbeit von verhängnisvollem Einfluß sein. Rechnet ma» dazu, daß das Zimmer meist mit Staub, oft mit üblen Gerüche» erfüllt ist, wie es eben die betreffende Branche mit sich bringt, so darf man sich nicht wundem, wenn diese Zustände in den ehrlichen und nnerbittlichc» Bekcimtnisieii der siattstischc» Daten ihr Urteil gesprochen sehen. In der Ortskrankenkasse der Schneider z. B. befanden sich im Jahre 1897 unter 22069 Frauen 1749 lungenkrank, im Jahre 1898 »utcr 24 164 Frauen 2229 mit derselben Krankheit. 10 Proz. also verfallen diesem heimtückischen Feind, ivelcher in der Hausindustrie einen besonder» geeigneten Boden für seine Berhemnge» findet. Ein großer hygienischer Nachteil dieser Form der Arbeit ist auch das Fehlen bestimmter, erzwungener Ruhepausen, ivie die Fabrik sie bietet. Durch die ununterbrochene Anstrengung wird der Körper ge- schwächt und widerstandsunfähig; jeder Keim der Krankheit findet offene Thüren. Mit einem kurzen und herben Urteilswort faßte der Redner das Ergebnis der Rnndschau a»f diesem Gebiete zusammen: die Hygiene der Heimarbeit ist— keine. Sie ist an sich total unhygienisch. Körper und Geist gleichzeitig im Uebemiaß anstrengend und verwüstend. Die Fabrikarbeit, trotz ihrer Mängel, ist verbesseruiigS- fähig: ihr ist durch Gesetze und Regeln bcizukommen; der HauS- arbeit nicht. Dem interessanten Vortrag folgte eine Diskussion, richtiger gesagt, eine Ergänzung von seiten mehrerer Vcreiiisniitglieder. Denn gegen das Gehörte hatte niemand etwas einzuwenden, mau teilte mir anS eigner Erfahrimg einzelnes mit: eindrucksvolle Lebensbilder, anschauliche Beispiele aus den täglichen Leiden der Heimarbeiterin. Man sah sie über ihrer Arbeit sitzen, aufgeregt und nervös. hastig schaffend, im steten Kampf mit der unerbittlicheii Zeit. Alles, ivas' sie stören oder aufhalten kann, wird rücksichtslos beiseit gc- schoben, jede Reinlichkeit, jede Fürsorge für die eigene Person oder im Hanslialt, daS Etzen gleichfalls.— höchstens ivird zwischen der Arbeit hastig hie niid da ein Bissen geschluckt. DaS kleine Kind im Bcttchcu schreit— mag cS schreien! Die Mutter hat nicht Zeit sich seiner Vedürfilisse anzunehmen: die Kinder werden nur soweit beobachtet, als sie bci der Arbeit mithelfen. Und dies geschieht leider in»liigeahntem Maße— eS ist der düsterste Punkt in der HanSindilstrie. Die Nadel oder daS jeweilige Werkzeug fliegt in der zitternden Hand der Frau, die Auf- regmig wächst mit dem Nahen deS Abliefenuigstermiiis. Ist dann die Aufgabe erfüllt, die Arbeit abgeliefert, dann kennt die Anne nur noch eiii einziges Gefühl. Geistig und körperlich erschöpft, auf's äußerste enuüdct, ersehnt sie mir Stühe, kann sie nichts denken, nichts wolle» als Vergessen ihres Elends im Schlaf der Ermattung. Was läßt sich thun, um hier zu helfen? Die Frauen zum Widerstand aiifrufe». sie organisieren? Es ist bei diesen gedrückten und abgehetzten Wesen nickt möglich. Ihnen fehlt eS an allem dazu Erforderlichen, an Zeit, Geld, Mut, Verständnis. Not- gedriuigeil nehme man zu dem einzigen Mittel seine Zuflucht, welches eine Bcffennig ermöglicht. Die Heimarbeit iverde abgeschafft. dieser dunkle Fleck forlgcwischt von der Tafel der civilisierten Arbeits- sonnen. Ein Fluch für die Armen, eine Schande für die Reiche», seit nahezu einem Jahrhundert gcbraiidmarlt, eine Schmach für unsre hochmütige Kultur— und nicht zu stürze», nicht zu bessern. Un- endlich langsam eutivickel» sich Reformen, Ivo sie die Interessen von Mitgliedern einer herrscheudcn Klasse verletzen. So ivird auch die Hcimarbciteriu noch dulden und leiden müssen, ehe ihr eine aufgeklärtere Zeit, eine bessere Kultur und Lebensform Erlösung bringt. Berliner Partei-Zlngelegenheiten. Am 26. Mai erscheint die nächste Lokalliste. Die Mic» gkicdcr der Lokalkommission Berlins, besonders aber die der Um- gcgcnd. werde» dringend ersucht. Aenderungen resp. Neu-Anf- nahmen bis spätestens den 15. Mai an die Unterzeichneten ein- zusenden: Für Berlin an den Obmann Carl Scholz, Wrangelstr. 110, für N i e d e r b a r n i m an Paul Kette, Friedrichsfclde, Mar- garcthcustr. 29. für T c l t o w- B e c s k o w an H. Q u i t t, Rixdorf, Hobrcchlslraße 82. IV, für P o t s d a>u- O st h a v e l l a n d an E. Nirger, Spandau. Moltkcstr. 3. für Oberbarnim an R. S a l o m o». Wriezen a. O.— Spätere Einsendungen werden nickt veröffentlicht. Im 4. Wahlkreis, Osten, findet die W a h I v e r e i n S- V e r s a m in In» g Dienstag statt. Der Führer durch daS In- validilätS- und Aitcrs-VersichcrmigSgesctz gelangt zur Vcrteilinig. Am HiuimelfabrtSag erfolgt ein Ausflug»ach Sadowa. Achtung. T. Wahlkreis. Am Sonntag, Pnnkt 7 Uhr frlih Flngblattvcrbrcitting zu der evcutt erforderlichen Neu- wähl. Sammelpunkte: I. Abteilung WillnerS Lokal, WinSstr. 59; II.?lbteill»ig Täickners Lokal, Gollnowstraße 6: III. Abteilung KiiötzschS Lokal, Hirtenstraße 10: IV. Abteilung Wiitchows Lokal. Kleine Hamburgerstr. 27: V. Abteilung Gründer» Lokal, Johannis- straße 9. Die Genosscu deS V. Wahlkreises müsse» vollzählige und pünktlich autretcn. Au die Genossen d e r a» d r e n Kreise richten wir da» Ersuchen,»nS bci dieser so wich- t i g e n Verbreitung zahlreich zu unterstützen. Der Vorstand. Freie Volksbühne. Heute nachmittag IV. Abteilung im Lcssing« Thcaler: Die drei Töchter des Herr» Dupont. Gleichzeitig nach- mittags Uhr, im Carl W e i ß- T h e a t e r, ll. A b t e i'l u n g: Abschied vom Regiment, von O. E. Hartleben. F r i tz ch e ii, von Herrn. Sudermann. AbsckiiedLsoiiper, von Arthur Schnitzler. SamariterknrsnS für Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag abend 9 Uhr beginm ein neuer Kursus in unfrcr Filiale bei Neu- mann. Biuiinciistr. 150. Wilmersdorf. Mittwoch abends 8 Nhr im Dolksgartcn, Berlinerstr. 40. spricht Augenarzt Dr. Wurm über„Die Pflege der Augen". I» Lichtenberg ist die nächste WahlverciuS-Vcrsammlung Mittwoch bei Höflich. In Grünau hält der Arbcitcr-Dildungsvcrcin heute bci Gchrle, Köpenickerslr. 59, seine Sitzung ob. VevmiMzkes. txi» schreckliches Unglück wird aus Gerolstein berichtet: In der Gewcrkichaft Jünkerath kippte ein Kessel mic flüssigem Eise» um, wodurch 23 Manu verunglückten. Sieben sind vollständig verbrannt. Hochwasser wird telegraphisch aus Groß wardein ge- meldet: Der Bcrettyo ist ausgetreten und hat daS Ermellekgebict' in einet Ausdehnung von 10 000 Joch überschwcimnt. Der Schaden ist beträchtlich. Marktpreis; von Verlin am 1l. Mai ISvl) nach ChrmiilUiiigen deö igl. Polizeipräfidiniiis. Q-iz-ii. zur T�Ctr „ lnittel �» gering Nüggc», gut „ mittel gering Gerste, gut „ mittel gering Ha-cr, gut „ iniilel geling Niel, ist roh Heu Erbse» Speiiebohi!,» Liusei» 15,- J 14,90 14,«0 13,90 13,30 15,40 14, SO 14,30 5, CO 8,10 10,- 40,— 70,- 14,— 13,40 12,80 14, ÖO' 14,40 13,90 5,— 5.60 25,- 25— 30,— flntloffeltt, neue,D-Cir, Lüiidsteisch, Keule 1 do, Bauch„ Schweinesteisch„ Kolbsteisch„ Hrutimeisteisch, Butler (ritt Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse LO Stück l per Schock 8,- 1.60 1,20 ],«0 1,60 1,60 2,60 3,60 2,20, 2,80 2,60 2,20 1,60 3,- 1,20 12.- 6,— 1,20 1,- J,— 1,— 1,- 2— 2�20 1,20 1,40 1,- 1,20 v,80- 1,40 0,80 3,- VrobiifieiiiimrK vom 12. M a i 1900. Heute'zeigte der' Getreide- viartt totale Derflauung. Auf dem Fruchpnarkt wurde ein Rückgang der Weizeupreise um ca. 2 M. herbeigeführt, während Roggen etwas weniger stark gedruckt war. Mittags führten fehlende Meldungen aus Oestreich- Ungarn, wo kalte Witterung stimulierte, und fest behauptete Preise der englliche» Markte eine leichte Neaktiou Iierbei! inimerhiii bliebe» die Lieferungspreiie am hiesigen Markt noch für Weizen mit 1,50 M.. für Jioggen um 0,75 M. gegen gestern zurück. Effektive Ware fand bei der fehlenden Kauflust kaum Unterkunft, Hafer war schwer verkäuflich, da Zlb- gebet eimgetmastetr auf Preise halten, dagegen wurde Maid bis 4 M. ne- worfen, stiuböl notierte etwas niedriger. Spiritus loco unverändert. ®täbtifchct Schlachtviehmarkt. Berlin, 12. Mai 1900.?kmt- ttchtt Bericht der Direktion, Zimt Berkauf standen: 4654 Bindet, 1658 Kalbet, 10201 Schafe, 8500 Schweine. Bezahlt wutden fiit 100 Pfund odct 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Matt(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Für Rinder: Ochsen: n) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachiweties, höchstens 7 Jahre alt 60—63, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 55—59; c) mäsiig genährte junge und gut genährte ältere 52—54; ä) gering genährte jeden Alters 48—51,— Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachiwertes 57—60; b) mästig genährte jüngere und gut genährte ältere 53—56; c) gering genährte 49->52.— Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00—00; bl vollfleischige, anögewäslete Kühe höchsten Schlachiwertes bis zu 7 Jahren 00—00: c> ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 51— 52; d) mästig genährte Knbe und Färsen 45— 47; o) gering genährte Kühe und Färsk» 41—43,— Kälber: a) sewstc Mast? kälber(VoUniilchmast) und beste Saugkälber 70—73, b) mittlere Mastkälbcr und zute Saugkälver 60— 65, o) geringe Saugkälber 48— 55, 6) altere, gering genährte(Fresser) 40-48,- Schafe: a) Mastläniiiter und jüngere Mast- Hammel 58-61, b) ältere Masthammel 51-56, c) mästig genährt« Hammel und Schafe(Merzschafe) 45-49, d) Holsteiner Niedemngs- fchase(Lebendgewicht) 60-00,- Schweine: a) vollfleischige der femerei, Rassen und deren Kreuzungen im Alte bis zu l1/« Jahren 4o— 46, b) Käser 00-00, ÄS fleischige 43-44. d) gering entwickelte 41-42, s) Sauen 39— 41.'., Verlauf und Tendenz. Das Rindergeschäst wickelte sich schleppend ab; es bleibt Ueberstand. Der Kälberhandel wickelte sich gedrückt und schleppend ab bei im allgemeinen lveichcnden Preisen, nur feine, schwere Ware wurve über Notiz bezahlt. Bei den Schafen war der Geschäftsgang ruhig, znni Schluß langsam und-hinterließ Ueberstand. Der Schweincmarit verlief ziemlich glatt und wurde geräumt. Neues Königliches Opern-Theaier. Diesen Sonntag: Die Fledermaus, Nächsten Sonntag: Die Fledermaus.— Deutsches Theater. Sonntag und Montag: Ontel Toni, Dienstag: Die Kreuzlschreiber,— Berliner Theater. Alle Abende: Berlin bei Nacht, Freitag:Luigi Casarelli. — Nesibenz-Theater. Alle Abende: Die Dame von Maxim,— Theater des Westens. Alle Abende: Die Geisha,— Thalia-Theater. Alle Abende: Wie man Männer feste, t,- Central-Theater. Alle Abende: Berlin nach Elf,- Metropol-Theatcr. Alle Abende: Der Zauberer vom Nil,— Garl Weifz-Thcater. Sonntag: Der Minenkönig von Transvaal, Montag und folgende Tage: Deutschlands Erhebung und Emiguiig im 19. Jahrhundert.— Urania. Alle Abende: Bon den Alpen zum Besuv.— Apollo Theater. Alle Abende: Im Reiche des Jndra._ Todes-Zlnzeige. Allen Bekannten und Freunden hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege Paul Frenss am 12. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am DIens- tag, nachm. 5 Uhr, von der Leichen- Halle des St, Matthäi-Kirchhofs aus Marienhöhe aus statt, 1012b D!« Kollegen der Piano- Fabrik von Görs& Kallmann. lüiMl-KMen- ii. Tterbe- kasse her Tischler h. u. andrer getvorblicher Arbeiter Ortsverwaltung Berlin D. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Peter Apel Steinmetz gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, dm 13, Mai, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Katholischen Friedhofs in der Liefenstraste aus statt, Ilm rege Beteiligung ersucht 133/4 Die CrtäbfrUinltuna. Todes-Anzeige. Am 10. d, M,, nachmittags 3% Uhr, verschied unser lieber Bruder und Schwager, der Ber- golder[10016 j Roberl Hager. Das Begräbnis findet Sonn- tag, den 13, d, M,, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Thomas-Kirchhoss aus statt. Die trauernden Geschwister. Verband der Vergolder. Todes-Auzeiqe. Am 10, Mai starb das Mitglied Robeil Hager an der Schwindsucht, Die Beerdigung findet Sonntag, dm 13. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas-Kirch- Hofs statt. 220/11 Der Borstand. Krailkeit-Nlltei'stüjiililgöbililh her Schneider. Dienstag, den 15, Mai, abmdS St/, Uhr, tut iGewerkschaftshauS. Engelnfcr 15: Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Wahl des 2. Beisitzers und eines Revisors, 3. StatutmberatMig. 4, Verschiedenes, lilltslieelsidavli leKltimlvrt. 166/10 Tie Ortsverwaltuiig. ans reinem Roggen nnd ülalz gebrannt. 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Das Hcrdfeuer ist auch zur Sommerszeit für den Armen viel weniger entbebrlich als für den Wohlhabenderen, dem meistens Koch gas zur Verfügung steht; kein Wunder daher, daß man im Prole lariat znr Herbeischastung des Brennmaterials manche schwere Mühe auf sich»inimt. Wer sich ein Bild vom Stande der jetzigen Kohleimot machen will, dem ist zu raten, das; er gelegentlich einmal zur geeigneten Zeit eine G a s a n st a I t besuche. Ein solcher Besuch hat allerdings seine Unbequemlichkeiten, denn der Forscher muß zu frühester Morgcustnndc sich von» Pfühl erheben. Jeden Dienstag früh von 4 Uhr an sammeln sich vor der Gas- anstatt an der Danzigerstraße Männer, Frauen und selbst Kinder in langer Reihe an. Zwei Schutzleute übernehmen die Aufsicht und sorgen dafür, daß die Kundschasl mit ihren Säcken sich hiibsch zwei zu zivei hintereinander aufstellt. Nun hebt, den Unbilden der Witterung zum Trotz, ein mehrstündiges Warten an, bis sich Uhr sieben endlich eine kleine Thür öffnet, durch die die Leute tnippwcisc eingelassen tverden. Alle sind gekommen, nm„Prieß" z u kaufen. Prieß ist der Rückstand her in den Gasretorteu benutzten Cooks und wird in einem mit Wasser gefüllten Behälter aufgefangen. Tie Heizfähigkeit dieser Masse ist ziemlich gering, sie hinter- läßt große Schlackenrückstände; aber der Umstand, daß der Prieß nur Lö Pfcimigc der Scheffel kostet. macht ihn namentlich in den Zeiten der jetzigen Teuerung überaus bc- gchrcnswert. Nach dem Leffnen der Thür geht cS unter lebensgefährlichem Gedränge, bei dem nicht selten Frauen ohnmächtig iverdcn, in den Vorhof der Gasanstalt. Ist der Vorhof. der sich durch die denk- bar schlechteste Passage auszeichnet, glücklich passiert, dann muß der Käufer abermals durch eine Thür zur Kasse. Hier hat man sich eine Marke zu kaufen, und nun gilt es, in möglichster Hast den Kontrolleur aufzusuchen, der die Marke durchknipsen»mg. Jetzt erst hat der Reflektant daS Recht, sich an einen Arbeiter zu wenden, da- ,uit dieser den Scheffel Prieß in den mitgebrachten Sack schütte. Nachdem dies geschehen, hebt namentlich für die Prvletacicrfran, die uni weniger Nickel willen sich den vorbcschriebcue» Unanuclnnlich- kcitcn aussetzen mußte, erst das schlimmste Leiden an. Denn«« besteht auf der Gasanstalt für die erivühntc Kundschaft das rücksichtslos aufrecht erhaltene Verbot, ein Fuhrwerk, und sei es auch nur ein Kinderwagen, innerhalb der Anstaltsrämnc zu benutzen. ES ist ein Anblick zum Erbarmen, wie schwache Frauen und selbst Knaben sich mühen, die<0 Pfund schwere Bürde den etwa fünf Minute» laugen Weg, der zum Ausgang der Anstalt führt, fort zu schleppen, Blniige Schultern sind nicht selten die Folge solcher Anstrengung. Am Thor hat man die Marke beini� Partier abzugeben und nun erst ist der Ausgang frei. Auf der Straß«.harre» Hund efnhrw e rke der Bürde. Dem Besitzer eines solchen Wagens hat die Käuferin 5 Pf. zu erstatte», wofür ihr der Sack Kohlen unter der Bedingung, daß sie das Gefährt mit schieben hilft, nach Hause gefahren ivird. So ist eS, wenn alles an t geht, um die Abfertigung der Proletariertundschaft bestellt. Nicht selten geschieht es aber, daß in der Gasanstalt bei großem Andränge nur ein kleiner Prießvorrat vorhanden ist. Dann halten die Beamten es zuweilen nicht einmal der Miihc ivert, für entsprechende Benachrichtigung der harrenden Kundschaft und für Regulierung des Verkaufs z» sorgen; und so kommt cS denn vor, daß die ersten Käufer zwei' oder gar drei Scheffel erhalten, während die letzten, die ihre zwei Siundeu gewartet haben, sich nnverrichtetcr Sache nach Hause trollen können. Eine thimlichc Abstellung der hier geschilderten Mißstände wird ivohl jedem mitfühlenden Menschen uotwendig erscheinen. Am Ende hat die GaSverwaltung auch bereits daran gedacht, die Armen von den lörperliche» Beschwerden, die die Sorge um den häuslichen Herd mit sich bringt, dadurch zu erlösen, daß sie wie den Coaks so auch den Prieß etlichen Großunternehmern zum Wuchern überläßt._ Die Bcrliiicr Volksküche» wollen seit längerer Zeit nicht mehr recht florieren. Der Verkehr in ihnen ist ichtvächcr geworden und die Einuahinen habe» sich verringert; in den letzten Jahren hat der Betrieb keine Ueber- schlisse mehr, sondern Verluste gebracht. Frau Morgenstern meint, die Äoukurreuz andrer gemeinnütziger und auch privater Massen- speisungs-Anstalten habe ihren Volksküchen geschadet. Das ist tvohl möglich. Thaisache ist, daß man heule selbst in vielen Gast- ivirtschafteu verhältnismäßig ebenso billig ißt. wie bei Frau Morgen- stein. Auch daS Jahr 18Vb hat den Pollskiiche» einen weiter» Rückgang des Verkehrs gebracht»nd ftir sie wieder mit einem Verlust abgeschlossen. Im Jahre lftög lbczw. im Vorjahre 1808) wurden in iicuii Küchen verkauft: Des Mittags 163 623 ,U>3 738) Portionen zu 25 Pf.. 477 080(512 416) zu 15 Pf.. 00 608(105 288) zu 10 Pf.. 102 283(214482) zu 6 Pf.. 6216(12 612) zu 3 Pf., zu- sanmien 003 710 s0S8 486) Portionen; des Abends, nur von Januar bis April»nd von September bis Dezember. 20 140 Portionen zu 15 Pf.(erst seit 1800). 138 263<108: 167 012) zu 10 Pf.. 65 523 (72 433) zu 6 Pf.. 72 608(74 646) zu 5 Pf.. 40 851 ,66 770) zu 3 Pf.. zusammen 346 484<380 861) Portionen; überhaupt 1286104 <1370 347) Portionen. Ter Rechnungsabschluß ergiebt einen Berlnst von 4158<1808: 6211) Mark. Von den 6 Küchen, die in den letzten Jahre» geschlossen werden mußten, weil ihre Einnahme» die Ausgaben nicht mehr deckten, hat auch im Jahr 1800 noch keine wieder eröffnet werden können, wohl aber ist am 1. April 1000 von den bisher noch betriebenen 0 Küche» Wieden» eine wegen zu schlechter Geschäfte geschlossen worden. Um einem noch weiteren Geschäftsrückgang vorzubeugen, will c§ Frau Morgenstern nun wieder einmal mit etwas Neuem versuchen. Vor mehreren Jahren stieg sie mit ihren Kochtöpfen und Eßnäpfen auS den finsteren Keller», in denen die VoUslüche» bis dahin meist ge- haust hatten, in die helleren Parterrelokale hinauf in der Hoffnung. ihren Anstaltcn die Gunst der weniger bemittelten Bevölkerung Berlins dadurch zurilckzugeiviinien. Jetzt will sie den Bollslüchen-Besnchern ihre schmale Kost auch an anständigen Tischen, aus at'petitlichercm Geschirr usw. servieren. Sic will noch weitergehe». Sie will versuchen, in den Volksküchen auch Bier und Apfelwein feilzuhalten, falls der Verein die Konzession bekommt. Ob diese Neuenmgen viel helfen werden, mnß abqewartct werden. Die Erhöhung der Preise, die der Verein gleichzeitig beabsichtigt, dürste ihre Wirkung zum Teil wieder aufheben. Die Volksküchen sind eben aus mancherlei Gründe» überhaupt unbeliebt. Auch diejenigen, die vorübergehend oder dauernd gezwungen sind. sie zu besuchen, haben im Grunde genommen das sehr lebhafte Bestreben, ihnen fern zu bleiben. Die beabsichtigte Preiserhöhung kann leicht dazu führen, daß Frau Morgenstern für die ohnedies nicht oerlockenden Erzeugnisse ihrer Kochkunst noch weniger Abnehmer findet. Tie Große Berliner Straßenbahn hat an die Verkehrs- Deputation über die Mängel des Accumulalorenberriebs Bericht er- stattet und die Bitte daran geknüpft um Genehmigung zur dauernden Beibehaltung der provisorisch gen eh' m i g t e n O b e r l e i t u n g s st r e ck e». Die Deputation hat in- dessen nur beschlossen, die Genehmigung der provisorisch ein- gerichteten Oberleitnngsstrecken widerruflich bis auf weiteres zu prolongieren.— Die Gesellschaft ftir elektrische Hoch- und Unter- grmidbahnen hat bei der Deputation den Antrag gestellt, die Frist für die Fertigstellung und Jubetticbnahme der elektrischen Hochbahn zu verlängern. Die Deputation hat den Aistrag genehmigt. In der Medcnwaldtschen Mordsache hat mimnehr auch das Kammergericht die von dem Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Hugo M a r c u s e beantragte Hastentlassung des Willy Glnth abgelehnt. Der Strafsenat hat seinen Beschlutz, der die Be- schwerde des Verteidigers gegen die Ablehnung durch die Straf- kaminer des Landgerichts I zurückweist, den: Anwalt soeben unter- breitet. Auch die Strafkammer ist der Ansicht, daß Willy Glnth immer noch schwer belastet und dringend verdächtig ist und daß bei der Schwere des Verbrechens und der Höhe der Strafe, mit der er bedroht ist, Fluchtverdacht vorliegt. Nunmehr ist gegen den Ver hafteten auch die Vornntersuchung' eröffnet worden. Die Kriminal Polizei hält, was anS manchen Gründen allerdings nicht aus- schlaggcbend ist, nach wie vor an ihrer Ueberzeugnng, daß Willy Glnth der Mörder sei, fest. Der Verteidiger dagegen hat wiederum zwei Zeugen namhaft gemacht. deren Bekundungen die Lücke in dem Alibibewcise ausfüllen sollen. Der Mord soll nach dem Gutachten der Physiei und der Chemiker in der Zeit von 11 bis 1 Uhr verübt worden sein. Es wird aber mit der Möglichkeit einer späteren AiiSführnng gerechnet. Die Eltern des jungen Glnth und Leute ans dem Hanse bekunden nun, daß er bis gegen 3 Uhr nachmittags dem Vater in der Werkstatt bczw. der Mutter anf dem Boden beim Aufhängen der Wäsche geholfen habe. Einer der nciierdings benannten Zeugen, ein junger Mann der Willy Glnth kennt, gicbt n». daß er diesen am Mordtngc zwischen 3 und 4 Uhr in der Werkstatt des Vaters am Schaufenster an der Hobelbank gesehen habe. Sic hätten sich auch gegenseitig gegrüßt. Eine Frau aus der Nachbarschaft, die Willy Glnth ebenfalls kennt, iveil er seinem Vater bei Hansarbeitcn in ihrer Wohnung wiederholt half, behauptet ebenfalls, ihn bald nach dem jungen Manne und bei ihrer Rückkehr, als sie abermals vor dem Hause vorüberging, nm 41/2 Uhr noch einmal in der Werkstatt gesehen zu haben. Ebenso habe sie ihn am Tage der Auffiiioimg der Leiche vor- und nachmittags wiederholt arbeiten sehen, jedesmal in einer englisch-ledcrne» Hose, ohne Weste. Der Berliner Mai-Jahrmarkt findet am Mittivoch, 16., bis zum Sonnabend. 10. d. M., im Norden Berlins auf dem Arkvnaplatz und den angrenzenden Straßen statt. Genosse Georg Wagner teilt im« zu der am 10. d. vom Genossen Znbcil gebrachten Erklärmig mit, daß es ihm ferngelegen habe, in der gegen das Rcichs-Senchcngefetz gerichteten BerfammlnugS- aiigclegcnhcit ZnbeilS Namen zu mißbrauchen. Tie Mißstände in der Kochanstalt auf dem Ecntral- Schlachthof, deren Aufdeckung, wie erinnerlich fein wird, feiner Zeit großes Aufsehen erregte, werden jetzt ihren gerichtlichen Abschluß siiiden. Wie die„Allg. Fl.-Zlg." mitteilt, ist die Berhandlmig. die sich gegen den Schlächtcrgescllcn Louis SchmolinSky u Gen. richtet, auf Mittwoch, 23. Mai, vormittags 0 Uhr. vor der achten Straf- kammcr des Landgerichts 1 anberannst worden. Die Anklage lautet anf Vergehen gegen daS NahnmgSmittelgesctz und Betrug, In der Affatre Stcrnbcrg finden thatsächlich noch fortlaufend polizeiliche Ermitielungen statt Diese haben aber mit der er- ledigtcn Prozeßsache nichts zu thuii. Zunächst handelt es sich noch nm Feststellungen für den demnächst zur Verhandlung kommende» Prozeß gegen den BcrgiverkS-Direktor Lnppa wegen Begünstigung. Sternberg wird sich Überdies noch wegen SittlichkeitSverbrechen gegen die Schnlmädchcn Angnste EallierS und Anna Teichcrt zu vcrant- ivorten haben. Gönczi harrt noch innner im Flügel E des Uutersuchnngs- GefängnisseS seines SckncksalS. Bon den Fesseln befreit, verbringt er die Zeit mit der Lektüre von Büchern, die ihm der Anstalts- Prediger Hirsch verabreichen laßt. Im Gespräch mit den Gefängnis- beamlcn incht er jedem die Ucbcrzcnguug aufzndrängeu, daß er selbst unschuldig sei und jener ,Löwy", den die Kriminalpolizei seiner Ansicht nach nur nicht ausfindig machen Ivill, sehr leicht zu bc- konmicn wäre. Straßensperrung. Die Königgrätzcrstraße vom Potsdamer- Platz bis zur Lennestraße und die Krenzstraßc von der Niederwall» bis znr Oberwasserslraße tverden vom 14. d. M. ab wegen Um- pflaiternvg bis anf weiteres für Fuhnverke und Reiter gesperrt. Dieselbe Sperrung tritt vom 15. ab für die Oppclncrstraße von der Görlitzcr- bis znr Wrangclstraße ein. Beim Abriistcn schwer verunglückt ist gestern nachmittag der 41 Jahre alte Banarbciter Reinhold Hcntschke ans der Kastanien« Allee 88 ans dem Grundstück Kastanien- Alle 32. Hemschke stürzte infolge eines Fehltritts ans der Höhe deS ersten Stockwerks herab und zog sich einen Beckenbruch und eine starke Quetschung der rechten Körperseite zu. Der Verunglückte wurde mit einer Droschke nach der Dielluugswache III und von dort mit einem Lückschcn Rettungswagen in daS Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Bon eine in Strinwagcn überfahren wurde gestern morgen der 16 Jahre alte Slraßenreiniger Wonschnff ans der Potsdainer- straße 5a zu Charlottenbiirg. Der junge Mann wollte, um einem Eiswagen auszuweichen, von einer Straßenseite mit seinem Hand- karren nach der andern fahre», der Eiswagen faßte jedoch(einen Karren, so daß Wauschaff umgeworfen ivnrde und gerade vor einen Stcinwagen fiel, der aus der entgegengesetzten Richtung kam: DaS linke Himcrrad de« mit 1500 Mauersteinen beladcnen Wagens ging ihm über den rechten Oberschenkel. Dieser wurde gebrochen und mehrfach stark gequetscht. Der Verunglückte wurde nach der SanitätS- ivache i» der Wilmersdorferstraße und von dort mit einer Bahre nach dem Charlottenburger Krankenhaus gebracht. Durch fein künstliches Gebiß«mS Leben gekommen ist gestern Vormittag ein Jngenicnr Wienecke aus der Uorkslraße. Dieser verschluckte das Gebiß unterwegs vor dem Hanse Alexander- straße 40 und brach darauf zusammen. Passanten und ein Schutz- mann brachten ihn nach der Unfallstation X in der Alten Schützen- straße. Den Aerzten gelang eS zwar, einen Teil des Gebisses herauszuziehen, der Unglückliche starb jedoch unter ihren Händen. bevor sie ihr Werk vollenden konnten. Ein Lückscher Rettungswagen, der den Verunglückten in ein Krankenhaus bringen sollte, brachte nun sein« Leiche nach dem Schauhause. Fencrbcricht. In drei Fällen hatte die Wehr Sonnabend ein- zugreifen. Gegen mittag war Brmmeustr. 157 durch auSgeströniteS Gas ein Wohnmigsbrand entstanden, der jedocki durch rechtzeitiges Abstellen des Hauptgasbahns noch im Keime erstickt werden iomite. Kurz vorher wurde die Wehr»ach Ritterstr. 50 gerufen, Ivo in der Aeykammer des Hofbnchhändlers Pasch Terpentin und Schellack Feuer gefangen hotte, daS mittels eines Rohrs abgelöscht wurde. Der verursachte Schaden ist unbedeutend. Früh 3 Uhr brannte Markgrafcnstr. 0 der Fußboden und die Balkenlage. Die Dogotruppe des Passage- PanopticumS verläßt am nächsten DienStag destnittv Berlin. Dafür zieht tags daraus eine Siesellschaft von Riesen und Zwergen im Pasiage-Paiiopticum ein. Stc besteht aus einem Soldaten Oswald Bellinn, der jugendlichen japanischen Riesin Hec-Sen, dem nordischen Zwerge Ol- Olsen und dem llcinsten Deutschen Willy Wendt. Im Berliner Aquarium gehören zu den odsouderlichsten unter I den neuen Aästen mehrere, in einem der oberen kleinen Becken unter-' gebrachten Exemplare einer Meer-Nacktschnecke. Sie besitzt nämlich zwei im Nacken stehende, Hasenohren ähnlich eingerollte Fühler, so daß sie den Namen„Meerhase- beigelegt erhielt und auch schon im Altertum I-opus marinus genannt wurde; sie ist aber besonders noch dadurch tntcressans, daß sie bei Beuuruhigimg an den Mautclrändern eine zum Teil aus Aiiilnuot bestehende, unangenehm riechende Purpurflüffigkcit ausscheidet und dadurch daS Wasser trübt. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird am DienStag und Donnerstag Herr Dr. R. Werner seinen Vottrag„In den Alpe» sonst und jetzt- wiederholen. Zlu den übrigen Tagen wird der dekorative Ausstattung�- vottrag„Bon dm Alpen zum Vesuv" gegeben. AnS de» Nachbarorten. Im städtischen Arbeitsnachweis z« Schöucberg war im Monat April das Angebot von Arbeit größer als die Nachfrage. Besonders waren es weibliche Arbeitskräfte. die, in einer Anzahl von 67 verlangt, mir durch 10 Gesuche besetzt werden könnt«. Am begehrtesten waren Fabrikarbeitcriimcn<23), dann folgen Anf- Wärterinnen ec. An männlichen Arbeitskräften standen 71 zur Ver- fngung. während 62 verlangt wurden. Zngeiviesen wurden 44. anderweit besetzt 22, gestrichen 26 und für den folgenden Monat übernommen 17 Personen. Von den männlichen Neumcldungcn waren Gesuche an Hausdiener 8Vltte. Ali» de» Inhalt der Inserate >»beriiim»it die Redaktion de», Vnbliknm gegenüber keinerlei Gastspiel: kmil Richard,| Onkel Bräsig. Ansang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Abonnements . für die Sommer- Saison 1900. (15. Mai bis 15. September) Im Park: Cirosse Militär■ Konzerte. Elite Varietä-Vorstellnng. Weltbekannte Illumination. SÜr Neu:/e Uhr. Montag: Siegfried. Neues Opern-Theater(Kroll). Die Fledermaus.'Anfang 7i/zUhr. Schauspielhan«. Fugend von beute. Anfang 7t/z Uhr. Montag: Schwarmgeister. Tentsches. Lnkcl Toni. Anfang ?-/--Uhr. Aachin.: Tie Kreuzelschreiber, Montag: Onlel Toni. Lesfing. Nora. Anfang RV» Uhr. Montag: Als ich wiedrrlani... Berliner. Berlin bei Rächt. Anfang U/. Uhr. Montag; Dieselbe Vorstellung. Neues. Das Stiftungsfest. Anfang 7V,, Uhr. Rachm. 3 Uhr: Nackte Knust. a Montag: Im Eril. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7>/z Uhr. Mittags 12 Uhr: Matinee: Paria. Mutterliebe. Debet und Credit. Montag: Dieselbe Vorstellung. llMcficn. Die Geilba. Anfang 7-/- Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Bogelhändler. Montag: Die Geisha. Schiller. Der zerbrochene Krug.— Amphitrbon. Anfang 8 Uhr. Nachm. Z Uhr: Macbeth. Montag: Fröschweiler. Thalia. Wie man Mäliner fesselt. Anfang 71/-2 Uhr. Montag; Dieselbe Vorstellung. Luisen. Ihr PaiHe. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Wildfeucr. Montag: Wildfcuer. Central. Berlin nach Elf. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle-Zlllianee. Onlcl Brästg. An- fang 8 Uhr. Montag: Geschlossen. Bictoria. Am Rande deK Abgrunds. I Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. I Friedrich- WilhelmstadtischeS. Iockos Abenteuer. Borher: Der! Glöckner von Notre-Dame. An- 1 fang 8 Uhr. 1 Nachm. 4 Uhr: Ein gesunder Junge. I Montag: Jockos Nbentener. Carl Weih. Ter Minentönig von I Transvaal. Anfang 71V Uhr. Montag: Deutschlands Erhebung! und Einigung im 19. Jahrhundert. Metropol. SpecialitätenvorPellung. Der Zauberer ani Nil. Anfang I 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. I Ilpollo. Spccialiinten- Vorstellung. I Im Reiche des Jildra. Anfang I 7>,» Uhr. l Montag: Dieselbe Vorstellung. Palast. Specialiläien- Vorstellung. I Eine alte Geschichte. Ansang 1 8 Uhr. I Möntag: Letzte'Borstellliiig. Reichshallen. Stettiner Sänger. 1 Anfang 7TIHr. Passage- Panopliknui. Speciali-I läteii-Vorsielliing. Urania. Jiivnlideustr.»7/08.1 Täglich abrndS von 10 Uhr: I Slernwarle. Tniibenstrasie 18/40. Abends I- 8 Uhr(im Theatersaal):„Von I den Alpen znm Vesuv." Montag: Dieselbe Vorstellung. I' Armin-Hallen" Kommandantenstrahe SO. 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Jnh.: Max Schindler.- Telephon: Stint IV Nr. 1132.— SßF* Heute: Grosser Ball, alS Specialität: Pfannkuchen-Roge», verbunden mit Schlangen- u. Apfelsinen-Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: SpecialitStcn Porstellung. Entree frei. Empfehle den geehrten Gewerkschaften. Vereinen, Fabriken:c. meine Säle. 300 und 1200 Personen fassend(mit Bühne» zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Slrt. l4464L� Ssrliusr Ssosssloo Kantsir.>2(neben dem Theater d. Westens.) Berlin SW., Charlottenstr. 86. Mai-Oktober 1900. Geöffnet von 9—7 Ukn Eintrittspreis 31. 0,50. Dauerkarten„ 3,—. feVUimiH). An die �»ll«»v» Arbeiterschaft Berlins und Umgegend 1 Um einer drohenden Aussperrung entgegen zu wirken und die Folgen einer langen Arbeitslosigkeit— die hauptsächlich die Leiter misrcr Bewegung tressen würde— nach besten Kräften zu mildern, haben sich die am meisten davon betroffenen Bäckcrei-Arbeiter entschlossen, unter der Firma: 907b Kassenerössnung 6 Uhr. Garten- Konzert fiVe Uhr. Ansang der Vorstellung 7s/, Uhr. Vorverkauf von 10-1 Uhr im Theater sowie im Invalidendank und Künstlcrdank. Hoffmanns Volksgarten, Westend. Spandauerbergr, Kastanien Allee 1. Tel. 37. Empnehlt seinen 4000 Pers. faff. Garten, 2 grosse, 4 kleine Säle ju Bor fammlnuge« und Sommerfcsteii.— Kasscekochen, Kegelbahn und Volks- belustigungen aller Art, wie Eselfahren, Schaukel, Riesen-Kamffeil. Zelieil Zliiiiltlig: Gr.krei-Kottttrt. Zm Taal: Gr. Da!!. '40142� O'arl Bolfinann. Gastwirt, Besitzer des„Englischen Garten", Berlin. Tel. VIT 1576. und Umgegend(E. G.. m. b. H.) in der Lokilling»Lfpssse lio. 28 eine erste Bäckerei zu eröffnen. Unser Bestreben wird es fein, ein grosses, wohlschmeckendes Brot zu liefern, und bilteu wir deshalb die Arbeiterschaft Berlins und Umgegend, unser junges Unternehmen»ach besten Kräften zu unterstütze». Grosser Umsatz, grosse Borteile für Konsumenten und Angestellte. Circa i Pfund ansgebatkeu für 3(1 Pf. 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Ohm Krüger: Direktor Carl Weiss. Ansang 71/. Uhr. Bei günstiger Witterung: Im Garten DW" Erei- Kanr.ert.-WS A» sang ö Uhr. Mentag:..Deusschlniids Ergebung und Euiiguilg im 19. Jahrhundert. Heute 2-/4 Uhr„Freie Volksbühne" Absebled von, Begiinent. Erltz.eben. Absehlcdssoiipcr. Jede» Sonntag und Feiertags: Lnosses Frei- Konzen! ausgeführt von der 466'2L� Hanskapelle unter Leitung des Musildirigeuten Herrn Kven. Im Saale: Grasser Ball! 7 verdeckte Sommer-Kegelbabneii. von denen»och einige zu vergeben sind.— Volksbelustigungen aller Art.— Kaffeeküche täglich uachnttttags von 3—6 Uhr geöffnet.— Vom 9. Juni ab jedcnDienstagu.-Sonnabend Auftreten der Original-Norddeutschcn Sänger. W. Trapp. früher Eeen Palast. Burgstr 2 aar Eet/,tcr 8uiiiitag-Wf Um 8!/« Ufu TDitcnot Winkler* in dem so«ssvlgreicheii Ebnrakterbild 8eb«verlnsti'. 13. Jeden Sonntag: Grosser Ball. 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Kinher unter 10 Jahren zahlen die Hälfte für alle Plätze mit Ausnahuie der 1 Mark-Plätze. 4». 6 Mark-Plätze ini Vorverkauf bei PAUL GRIMM CIGARUEN-IMPORTHAUS, Unter den Linden 47 __ Der Bületverkauf findet auch am DloßsanZs bei Kasseneröffnung statt."Mß,— Ad Der grosse Strassen-Ümzug wird am kommenden Mittwoch, vormittags 0 Uftr, stattfinden und durch folgende Strasten kommen: Kursürften-Dainm— Faianenftraste— Kantstraste— j _ Knesebcckstraste— Hardrnbcrgstraste- Pcrlinerstrastc— Schloststraste— Zcharrnslraste— Kaiser Frirdrichstrastc- Pestalozzistrastc- Schlüter, trastc. 9 II. Abtcilang: Heute nachmittag 2'/« Dhr im Carl Weiss- Theater: • ibsthitil vom Regimenl. fs Erich Hartloben. - FritZChen. Urania in 1 Akt von Hermann Lnäermann. 2„Ahsehiedssouper� � voa IV. Abteilung: Heute nachm. S3/. Uhr im Iiessing-Thcatcr: Die drei Töchter des Herrn Dupont. ._ Der gedruckte Jabreibericht ist in allen Voretcllungen bei den Ordnern unentgeltlich zu haben. WlnkUr� Neu! H. Meutes Volksgarten Neu! 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(chne Ikrivilir.] 109 58 R5[3000] 72 445 010 827 ,111 72 391 5« 525 66 862 2955 57 105 233 82 5S3[3000] 058 63 702 79 9i5 32»587 108 67 86 88[lOOOJ 232 369 489 069 718 50 651 927 4039 91 109 432 722 59 8-19 72 81 972 0007 55 08 173 211 490 504 658 885 906[3000]«192[300] 528 705 40 842 7053 135 310 33 523 Cll[3000] 701 7 SU W 923 6)«010 9) 141(14) UO«) 210 86 310 18 43 471 77 504 004 5 18 SO 724 814[3000] 61 [3000)-148 390 4.53 657 743 894 923 XOlOä 31 455 93 517 23 644 71 0!) 789 836 54[300) 11031 N 6« 153 410 67 578 750 12081 138 203 381 431 501 678 81 771 862 932 13135 421 531. 63 t 59 82 773 817 966 74 14091 (309) 90 276 395 599 754 838 091[ZOW 16114 822 431 761 922 13(101 1« j00 1 151 210 490 512 36 631 51 790 831 17160 253 80[1000] 339 92 93 550 96«91 878 902 54 86 1035« 497 653 869 914 98 11)016 SO 162 79 RS 66 950 24)018 151 52 68 257 431 56 637 917 2 1 041 19« 99 285 308 63 573 C20 728 811 947 22WZ(300] 6 18) 500 S1 9S 770 898 910 2:4.109 128 54 SOS 36 86 417 810 52 24132 261 889 463 614 700[500] 34 64 855 979 2 8053 196 301 68 547 810 912 20 37 20138 831 43 46 62 406 20 512 611 31 866 912 2 7011 17 44 159 291 302 815 90 951«8000 181 218 323(10001 38 427 Ml 17 54 781 821 32 946 67[3009] 23066 119 St 474 613 53 71 709 849 93» 73 ««195 290 80 638 888(500) 936 53»1077[1000] 295 685 [1000] 797 836 50 096»2.'TS[300] 95 108 84 85 92 303 467 [300] 559 68 732 575»3933 226 311 481 15001 621 744[SuO] »4068 RO 395>21 94 553 675 89[300] 712 64 90 3S197 295 398 416 812[SR] 10 99»«016 324[3000] 64 65 457 86 13000] 88 622 849» 7010 284 376 403 5»! 952 65»«015 III 4,16[3000] 32 59 63[3.0] 061 711 810[500] 027»«108[3000] 77 23,3 521 93 0)7(3(00) 61 717 842 82 927 33 4«181[500] 428 40 612 748 85 4 1 218 319 420 597 692 724 68[300] 919 42227 420 538 93 653 751 83! 38 041(10001 73 4 3054 135[SRO] 64 68 218 81 374 153[SR] 617 931 44002 49[1000] 91 120 23 211 421 502 10 680 451-51 101 251 313 443 556 029 99 823 930 56 41k, 22 80 31 179 230 518 61 97[300] 742 850 63 64[»"««] 023 91 47909 147 95 211 28 830 513 14 19 96 033 830 83 4 8005< 31 49 85 434 654(S1 (1000] 754 907(500] 75 4 0638 110 225 31 815 51 62 505 700 54 815 49 93 951 »«017 306[500] 43t(30�1 5!» 44 59 79 S« 039 836»1211 416 83 608 71 9)2(1000) 32185 255 43» 97 554(3000) 744 80» 982 53918 39:4!)Z 917 8 4284 328 468 566[8000] 80 822 87»3096 631 93 749 3 6213 33 1 42 409 75 068 928[3000] 57 07231 310 538 671 988 OS0Ä3 332 59 1 95 849 53»«5311 614 913 35 ««243 34« 415 88[1000] 553 701 7[ZOO] 47 01118 82 237 81 97 637 707 67 889«2170 319 49 532 855 03059[500] 166 229 438 916 20««041 144 210 354 481 504 74 868 91 953 «0013 68 131 74 368[3000] 67 85 440 49 61 72 518 60 687 816 969«0142[300] 502 710 891[500] 924«7006[500] 62 83 306 60 61» 87 821[1000] 75 99««140 48 384 421 27 59 631[500]«OU19 38 171 99 437 84 841 903 17 70032 98 144 299 316 59 474[SoO] 575 767 831 904 26 71113 80 510 865 66 947 1300) 72159 273[300] 313 649 844 939 78093 221 35 87 347 4113 541 715[ 300] 865 991 74010 49[300] 61 69 396 456 681 76000 33 62 162 648 98 725 80[RO] 981 76133 72[ZOO] 354 505 96 642 74 705 86» 911 43 77072 [300] 157 66 482 853 910 78028 41 324 60 73 79 461 605 28 89 711 922 47 701« 239 8» 341 495«13 62[100«)] 816 903 80250 95 348 425(10001»24 58(1000) 83 8 1 012 157 224[3)0] 43[1000] 333 52[IQOO] 456 528 66 601»68 82152 340[3000] 89 458 613 90 745 863 83291 300 90 484 618 37 850 84085 391 440 50 573 755 890 86)92 HO 354 59 84 403 82 516(S0O0) 638 86 984 8«265 74(800) COS(300) 84 890 87029 174 355 402 1» 26 63 505 600 49 972 88137 87 249 334[3000] 417 605 793 846 63 80041«2 156 68 94 289 312 400 75 556 86 6» 48 743 89 803 9 15 «OISZ 221 68 370 72 559 84 660 783 93» 01924 27 97 184 334 500 10 40 615 92 787[300] 800[300] 962[300] 80 89 -2042 208 328 38 484 675 719 46 835 58 93 985 89»3631 94 115 322 46 71 82 775 879 931[300]-4439 612 79 702 86 —.">005 8*2 39(3000) 48 539 632 35 37»«337 491 516 85 609 811 988 91«7058 263 982»«093 08 13« 35 46 266 419 832 «9«9222 459 679[30001 SS 741 962 87 lü«177 329( 300) 419[500] 775 857 990 1O1062 67 TS [300] 166 70 211 501 735 919[1000] 97 102064[500] 143 (5001 582 682 798 844 103186 214 529 37 618 739 44 81 826 104036 40 5» 103 44 49 229 76 538 622 823»11 10B192 315 418 876[1000] 907 100118 77(300) 236[ZOO] 40»13 575 632 763 1 07090 233(500) 613 91 654 9!) 797 108020 151 444 683 93 657[RO] 100003 574 693 771 1J 611[500] 716 47 97 834 2IS197 247 so 383 498 604 65 708 871 946» [ROI 21-023[500] ffl 105[300] 327 43 537 70. 220110 36 230 48 428 48[300] 56 62 88[MOO] 641 [3000] 89 844 60 73 902 17 18 21 31 2*tl"«8<» H8 32 50 337 48 94 937 222150 61[1000] 241 RO»4 127 an 509 79 95 935 76 22 1237 314 1R0I.47S[RR] 568.37 881 933[3000] 40 223085 124 88 420 31(1000) 606 Sm«ewinntabt„rtll'ben: 1 f«»1"" �o00*»h 1 JU 150 UOü flf., 2 J»»OOO« aRf..* i».>5"00 M'.. 9 ja 10 OOO 3Sf, 10 ja 5000 Sil, IS» ja 3000 Hf, IM ja 1000«t, 323 ja 500 im, r Lirontwottltcher Redakteur: Paul Joh« in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Bcr.in. Druck und Verlag von Piax Badina in Berlin. JIt. 110. 17. Iihkgmg. 8. Keilm Ks„Nswnls" Kerl« UcksM AmtG, 13. Mai 1900. AS hm AjNiSt nd U. Herr Schmidt ist ein wolstwollcndcr Marm. Nachdem ich ihn gestellt habe, erklärt er zimächst.!datz er den Borwurf der bewußten Parteilichkeit gar nicht gegen mich erhoben hat und auch nicht hat erheben wolle». In den nächsten Zeilen behauptet er aber bereits, daß weine Kritik des Schiller-TheaterS eine ganz exceptionellc Färbung des Lobs getragen habe. Um im Bild zu reden: HerrSchmidt sagt nicht mehr, daß ich gestohlen habe, findet aber, daß ich auffallend reich sei und mich am besten vom Golde fern gehastcu hätte. Er lebt in dem . angenehmen Glauben, daß seine Ansicht auf„Thatsachen" beruht, und mir bleibt mithin nichts anderes übrig, als nunmehr die Thätsachcn meinen Lesern zu unterbreiten. Herr Schmidt kann sich darauf verlassen, daß er auch ans der Stellung vertrieben Werden wird, in die er sich jetzt zurückgezogen hat. Er wird mit der„crceptiouellcn Färbung des Lobs"'genau so viel und genau so wenig Glück haben, als mit seinen ersten dunklen Ver- dächtigungen. Das ganze Gerede,.ist ein. höchst unbesounencS und höchst frivoles Spiel mit dem ehrlichen Namen eines Schriftstellers. Ich werde den dokumentarischen Beweis zu erbringen Wissen, daß ich die Aufführungen des Schiller-TheaterS in einer Weise besprochen habe« die ich vor jedem ästhetischen Forum verteidigen kann. Leider muß ich zu dem Zweck sämtliche Nummern des„Vorwärts" seit dem 1. September 18gg durchstöbern, um die Recensionen herauszuziehen, die ans das Schiller- Theater Bezug haben. TaA Verfahren ist etivaS umständlich, hat dafür aber de» Vorzug, daß Herrn Schmidt und allen gleich noblen Geistern das Handwerk ein für allemal gelegt wird. Also auf Wieder- sehen—.in der nächsten Nummer der„Uiitcrhaltuugs-Beilage" l _ Erich S ch l a i k j e r. Briefkasten der Redaktivn. DicuStag und Tic juristische Sprechstunde findet'Bkontug Freitag von 7-i> Uhr abends statt. F. Bt., Schöncberg. Sprechen Sic mit dem Statut gelegentlich i» der Sprechsumde vor. Derartige Mikstände sind in der Umgegend Verlins wiederholt vorgekommen. Lb und wie weit ihnen adzuhelfen ist/ ist nur von Fall zu Fall zu entscheiden. Sehr erwünscht wäre es, eine Abschrnt der Verträge zu haben.— Gebert. Es ist unbedingt zur Einlezung des Rekurses zu raten. Sprechen Sie gelegentlich mit dem Urteil in der juristische» Sprechstunde vor.- Unrecht. 1. und 2. ia. 3. Die Frau Hot in diesem Fall das Recht, ihr Vermögen mit dem Vermögen des Mannes znsanimenznwersctr, von der gemeinsamen Masse die Halste zu beanspruchen, die andre Hälsie zu gleichen Teilen de» sechs Kindern zu überlassen. Da« Vermögen der ersten Frau jällt zur Halste an ihre süns Kinder, die andre Hälfte fiel an ihren Mann.- M. SO. Die Klage hätte Aussicht ans Er- folg. aber nur gegen den. der das Inserat eingesetzt hat.— Dessin. Falls die Eltern der Verstorbenen nicht»och am Leben sind, sind allein die Ge- schwisier Erben.- Ripdorf, Sch. Die Invalidenrente ist auch nach der (wne•„«iifim_». 2. IS. Rein.-.6. R.. Rirdorf. Der Bc- gelieferte Ware handelt, nein/ sonst ja.'2. Wenn Verjährung vorliegt, ivürde sie Frage zwecklos sein, es sei den», es liegt ein schriftliches Anerkenntnis aus der Zeit nach dem 3l. Dezember 18J!> vor.-- I. A. 40. Fa.- M. 2. IVO. Da hilft nur geschicktes Zureden oder eine andre von klugen Frauen angewendete List.— Lanktvil« 10. 1. Nein. 2. Ja, 14 Tage zum Ersten des Monats.- H. K. KZ. Sie könnten nur gegen Ihre Frau selbst aus Zahlung klagen.- L. 100. DaS wissen wir»lcht. L. Spittetoiarkt 16/17.* SW. Leipzigerstr. 64. � SW. Belle- Alliancestrasse 1-2. Chickc und prdswcitbc AMM W? Ä2 AMs. i Beise-Anine„LvdöVevillMN" cleeant, mit Barenfeder OSO öirOnilUl, un(i Band garnirt, iu»J M. allen Farben...... Wasclischleier, ÄÄ 38 pc Heise-Mantel PefX, 375? in vielen Mustern und Farben., Blousen-Oberhemd, b�aV Im Leder-Gttrtel,[\Zenü. 45 n Loden-Rock, enter Schnitt, 4jf Zwirn-Handschuhe, weiss und farbig.... 28 pf- 48 pf- Strümpfe, laDff Reise-Sehnhe, stoff8�eL.cder: Courier-Täschchen in Leder mit Riemen.. 96 px. Promenaden-Costumb �LUZCFIl Matrosen-Hut, 1" Gitter-Schleier TSnilliä ß« Pf allen Farben...... «�acken-Costume, Prima Lodenstoff, elegantes Faton. i 0 75 offen oder geschlossen. Jackett mit II., üammctkragen...... ßlousen- Oberhemd, oes Stickerei-Einsatz......— M. Schleifen-Binder, qn vielen aparten Uessius.... Metall-Gürtel, Ä'<"1,.eold." 45 p«* Börsen-Chatelaine, WA 190 in goldartigera Metall..... M. Glace- Handschuhe, /Knopf 1" Sonnenschirm, Ätr/ÄoM, Schleife........« M. StrÜmpte, schottisch,»ngl. lang 48 Pf- Knopf- od. 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Strümpfe, mq engl, lang..... 48 Pf. ReiSe-Schlihe inbraunziegculsd« 3� Handtäschchen in Lea«. 95 pa SocialdemoUscIier WalMn für des ersten Berliner Reiclistap-Walireis. Dienstag, den 15. Mai, abends SVa Uhr bei Beyer, Fischerstrafte S5, Tagesordnung: 1. Bericht dcS Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Neuwahl des Vorstands. 236/2 Der Vorstand. SottllidemokrMcher Palilueieiu für iipu Berliner Neichstags- Wahlkreis (Osten). TicnStag, den 15. Mai, abends 8 Uhr, bei Bräuer, Gräfte Frankfnrtcrstr. 117, V e r s a in in 1 11 n g. Tages- Ordnung: t. Vortrag. Z. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Dcrlammlung wird priicise crössnet. Gäste haben Zutritt. Beiträge werden mir vor Erässnung der Versanunlung cntgegcngeuoulwcn. 2£U7 BB Ücr Vorstand. Deiftscher Holzarbeiter-Verband. Bezirks- Versammluilge«. Montag, deu 14. Mai, abends 8 Uhr: Wedding und Gesnnddrnnnen: lui Lokale des Herrn»aad«(Kolbcrger Talon». Kolbergcrstr. LZ. Tages-Ordnung: l. Vortrag des Herrn Dr. itvnttor über:„Tuberkulose-, 2. DiSlusston. 3. DerkstM- und Verbandsangclcgenhcitcn. 4. ErgänznngSwahl der Werlstatt-Kontrollroimnisston. Zahlreicher Besuch erwünscht. Rosenthaler nnd Schönhauser Dorstadt: bei Werna,«, Tchwedtcrstrasic 23. Tagcö-Ordnung: 1. Vortrag über:„Invaliden- und AlterSvcrsichcrnng". Referent: U. �I-ren«. 2. Diskussion. Osten und Nordosten: Diskussion. 3. Wahl von zwei Veitragsanunlern. 4. VerbandZangclcgeiihcitcn und Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es notwendig, dax die Kollegen recht zahlreich erschculcn. bei Mann, Ttraufibergerstr. 3, TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Geuosseu KnoII. 2. Diskussion. 3. Wahl von Werkstatt-Koutrollkottlinissioiis-Vlitglicdcrn. 4. Verbandsangelegeuheiten. Zur Beachung: Wallncr-Thcatcrstr. 20 bei Merltonski ist ein- Zahlstelle errichtet. Sssden iniii Siidoftcii: TageS-Ordnung: 1. Vortrag dcS Genossen Dr. Cnrt Freiidenborr über:„Die Prostitution als sociale KrankhcitScrsrhciunng»ud als Gefahr für die BolkSgcsnudhcit-, 2. Diskussion. 3. Berbandsangclcgenhcitcn. NichtMitglieder nnd Frauen haben als Gäste freien Zutritt. Die Versamuilung wird pünktlich cröffnel. in HabelS Brauerei, Bcrgmannstrahe S/7. TageS-Ordnung: l. Vortrag dcS Genossen Lankow. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten nnd Verschiedenes. Achtualg, Derh'lUtenswatiner; Die Urabstiuininiig muff ant 15. Mal beendet sei». Wir ersuchen deshalb die Vertrauensmänner, die Stiinmzettel bis DienStag nach dem BcrdandSbureau. Engel- Ufer 15(GewerlschaftShaus), ein- zusenden. Ferner ersuchen wir diejenigen Kollegen, welche Bücher ans der Bibliothek entlehnt haben, dieselben um gehend abzuliefern, da die Bibliothek neu geordnet und vervollstäudigt wird. Alle«rtsvorwaltnnk. Westen nnd Südwesten: Ächtung! Äntztuttg! Mysikinstrumenten-Arbeiter! Dienstag, de» 15. Mai, abends 8'/, Uhr: Oeffcutliche Bersammlnng tm Lokal des Herr» Kranmann, Raunynst'r. 27. To g e ö-Ordnung: 1. Bericht über den Streiksuuds. 2. Beschlnhfassung über eine einheitliche Marie. 3. Abrechnung und Neuwahl des Vertrauensmanns und des Stell- Vertreters. 4. Gewernchastliches. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 141/16 Ter Bertraueuvinann: Arendt. Tapezierer! tag. I.. Filiale SUd: Markgrafenstrasfe 83 bei Lorenz. Filiale Xord: Briiuiielistrafte 188 bei 5'Uinann. TageS-Ordnung: Süd: Vortrag bei Kollege» S a i> e» b a ch über ZwangSinnUliNg, und Wahl von 2 Delegierten zur Geiieralversammlung deS Verbands. Nord: Vortrag und ebenfalls Wahl von 2 Delegierten. 177/18 Die BerbandSleltung. CßialveilKl der Mm öeutsciiids (ZalilstcSIe I, Futzer.) BlllckMlel'ttll-AW; am Mittwoch, den IS. Mai, abends S'/s Uhr, Roscnthaler- Istrafte 57, Restaurant Schiller. Kollegen, jeder Bau imitz vertreten sein. Darum erinnert jeden an seine Pssicht.> 134/8__ I. A.: Franz Schu«,. Montag, bei, 14. Mal ISO«, abends 8'/, Uhr, Weinstrafte Nr. 11: Mitglieder- Versammlung. m TägeS-Or'dnung: 1. Vortrag:„WaS können wir von der Orga- Vsation verlangen?" Rcsereut: Kollege Sl. Rcgge. 2. Diskussion mch erschiedenes... Gäste sind willlommen. Her 4 erstand. Große öffentliche Uersammlnng am Dienstag, den 13. Mai, von 11 Uhr abends ab _ im Feen-Palast, Burg- u. Wolfgangstrassen-Ecke. Tages-Orduung: Welche Forderungen stelle» wir? Referent: Berbaudsvorsitzeuder Schumann. Freie Diskussion und Beschlustfassung. Sämtliche Angestcllle erscheinen in llniform. Die Beschluvfassung über die Forderungen wird ausgesetzt, bis säintliche Angestellte in der Versammlung anwesend sind. Sluf Beschluß der Bahnhoss-Dcputierten sind der Herr Polizeipräsident von Windheim, der Herr Oberbnrgrrmriftcr liirsebner, femer die Berkehrsdeputation eingeladen. 7ö/S An die Direktionen der in Betracht kommenden Straßenbahn- Gesellschaften ist ebenfalls eine Einladung zur Teilnahme ergangen. Nicht Eingeladene erhalten nur gegen vorherige Anmeldung im Verbandsbureau, Bischofstr. 13, 1, Zutritt. Die Straßenbahner werden ersucht, etwaige Zwischcufälle sosort im Bureau deö EentralverbandS der Handels-, Transport- und Verkehrsarbciter Deutscl'lands, C., Bischofstr. 13, Telephonamt V, 3001, zu melden. Der Vertrauensmann. Otto Martini. RlMim- imii Iriiielter. Dienstag, deu 15. Mai, abends 8 Nhr, in CohuS Festfälet« Beutbiirabe IS VeLtentUvIiS � Si'8tiiiiiiillaii«x. T a g e S- O r d» u n g: sl72/1ä 1. Stellungnahme zum Kongreß. 2. G-w-rkschastlichcS. Zahlreichen Besuch erwartet Ter Bertrauensmann. fafrb&HBr'Sskngierbund Berlins und Umgegend. Sonntag, 20. Mai, vorm. 10 Uhr, im Nebensaal der Brauerei Friedrichshain: AnsschnßSitznng. TageS-Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Äomurifsionsberichte. 3. Mitteilungen zmn Sängerfest. 4. Verschiedenes. AHT- Ausgabe eines neue» LicdcS.-ML— Präcise UV- Uhr: isolgeiidc Lieder werden geübt:..Sehnsucht-,..Zukunftsblüten" und„Sängermarsch-. 16/8 iluSschuß- und VcreinSmitgliedcr werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. BundeSmitgliedSkarle legitimiert. » Her Vorstand. cksiillltenburg. In Sachen Hoffmann kontra Rietz betreffs der Tcnnnziation. erklärt Unterzeichneter: Nach eingehender Untersuchung und Aussagen aller Bc- teiligten ist festgestellt, daß das Ge rede nur auf Vermutungen beruhte, folgedessen für erledigt zu betrachten ist. Ter NertraiicuSinauu. Loraim, Mittelstr. tt. Bei Ausflügen nach Potsdam empfehle mein Lokal zur gefl. Bc- nutzung. Schönen Garten, Saal u. Kegelbahn. Himmelfahrt sowie Pfingsten für Vereine»od, frei. W. Fähnrich. I. L.: K. Frischbier. Kinderwagen Kinderbettstellen, Puppen-, Leiter. und Sportwagen. G rofeeä Lager. Bestes Fabrikat, billigste Preise. Schutzvorrichtung „Ideal" vcrhind. das Herausfallen der Kinder, 3, SO. Versand. n.Außcrh. ab Fabrik. Musterb. gratis. Teilzahl, nur in Berlin u. Vororten gestattet. Woche 1 M. F. Iterfpinann& Sohn ZlndreaSstr. 53. pari. u. 1. Elagi. Aeltestes Geschäft VerlinS. 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Bretterträger und Brettschneider. Tonntag, den 13. Mai, nackmittagö 2 Uhr, im Lokal Obst, Grnnewaldstrafte HO, Grosze öffcntl. Versammlung. Tages-Ordnnng: 1011b i. Streikangelegenheit, s Verschiedenes. »ie Lolinlionimisslon. Mnx! Holzbearbeltunpiiiascliliien-Arlieiter! Montag, den 14. Mai 1900, abends 8y8 Uhr: M i k g l i r d e r � V r r l a in nr l n n g deS Berbaiids der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend im Fnxlisehen Garten. Alexanderstr. 27c. T a g e S- O r d n u ii g: 1. Bortrag der Genossin Ida A l t m a n n. DiSlusston. 3. Ersatzwahl von drei Koittrolllommissions-Mitgliedern. 4. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen sowie deren Frauen bittet Her Vorntand. XL. Den Kollegen zur Mitleilmig, daß btS auf weiteres dem Kollegen Fat et, Oppelnerstr. 44, Ouergeb. Ilt, die Geschäft« des 1. Vorsitzenden Übertragen sind, da Kollege Sauerzapf erkrankt ist. 82/19 Acbtinifi, Konleltionsarbeiter und Arbeiterinnen! Montag, den 14. Mai, abends 8V2 Uhr: Zmi große öffetitl. üersammlililgrii. Für den Südosten und Osten: im Lokale deS Herrn Granmann, Naunün- Strafte Nr. 27. Für den Vörden und IVedding: im Konkordia-Variete, Vrunnen- Strafte Nr. 151» Tages-Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage der KonfeltionSarbeiter und die Stellung- nähme der Konfekttonäre zum§ 137 a der neuen Gewerbe-Ordunngs-Novelle. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 164 13 Arbeiter und Arbeiterinnen der Äonfettionsbranche, erscheint in An- betracht der außerordentlich wichtige» Tagesordnung recht zahlreich in diesen Versammlungen. Ter VertrauenSuiaiiu: /id. Bitter. Ach tu it ff! Töpfer. Achtang! Dienstag. 15. d. M.» abends S Uhr. im„Küsliner Hof", KöSlinerstr. 8: OeHeiatllclie Vers Jimni Inn g der Filiale Berlin des Centralverbands der Töpfer. TZa ges- Ordnung: I.„Die Mißstände bei der Firma Schösset und unsre Stellungnahme hierzu". 2. Gewerkschaftliches. 196/14 Zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet vor Vorstand. Umniner Wlins mii> Wgtge»l>! DienStag. 15. Mai, abends präe. 8'/z Uhr, Bergsir. 12: W?" Versatttlnlnng. TageS-Ordnung: 1. Die Antwort der Steglitzer Innung auf unfern Lohntaris und eventuell Stelliiiigiiahme dazu. 2. Die Borkouimuisse bei der Firm- Wickel- Rixdors. 3. Verschiedenes. 174/1 Die Lohnkomnilssion. Leber- 11. Alantem-Arbeittt n. Arbeiten tliltll,Portestlliller! Dirnstag. den 15. Mai. abends&/■. Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel-Ufer l5: yersammiun aller in der Lrderwareuindustrie beschäft. Arbiter u. Arbeiterinnen. TageS-Ordnung: l. Vortrag des Genosse» Friedrich Schlegel über:„An der Schwelle des 20. Jahrhunderts." 2. Ist es möglich, mit den Kollegen aus Ossenbach a. M., Leipzig, Hamburg, Nürnberg und Stuttgart einen einheitlichen Arbeitslohn wr gleiche Artilcl zu erzielen? 3. Wahl eines BertraucnsiuamiS. 4. Berschievencs. 24/4 Die Kollegen und Kolleginnen werden gebeten, recht eifrig für den Besuch der Versanmittmg zu agitieren. Der Vertraneusmann: H. Weinschild, Oppelnerstr. 34. + Samartter-Knrsns»Z« für Arbeiter und Arbeiterinnen." U Sommer-Kursus 1900. Der neue KnrsnS in unsrer Filiale beginnt morgen. Montag. abends v Uhr. bei Vcnmaiin, Brunuenstr. 150. mit einem Vortrag über: Zweck und Ziele des Kursus, sowie Uber Anatomie(Bau deS menschlichen Körpers). Die Lehrftundeu finden 14 tägiz statt. Das Einschreibegcld beträgt 2ö Pf. und der monatliche Beitrag eben- falls 25 Pf. Um zahlreiche Beteiligung ersucht loch? Der V o r st a n d. F. Stein, Vorsitzender.«. AUoIImnth, EHarlottenbnrg, Kaiser Fncdrichßr. 40. Berlin 0., Langefir. 22. Verband der Ben-, Erd- nnd gewerbUlllsarbelter Densehlands. Sonnabend, 19. Mal, im Swlnemünder Cesellschaftshaus, Swiliemünderstr. 43: 2. Stifiungs» Fest der Zahlstelle Berlin IV. Hnmorlstische Vortrüge.— Um 1 Uhr: Kaffecpanse Während derselben: Festrede gehalten von Herrn Karl Gcalcke. Anfang 8 Chr. Ende 7 Herren-Billet 50, Damen-Billet 25 Pf. Hierzu ladet freundlichst ein 64/4__ Das Komitee. 'S 17«. Engen Nenmann& Co.%» Belle-AUiance. Platz 6», Amt IVa. 7950,- WtlSnackerstraße 25. — Neue Friedrichstr. 81.— Oranienstr. 190.— Gcnthinerstr. 29. — Schöncberg, Hauptstr. 129.— Gruner Weg 56.— Elsasserstr. 19. Eharlottenburg. Kaiser Fnedrichsir. 48. Vorläufige Anzeige! Hiermit die gefl. Anzeige, da' ich am Sonnabend, de» 10. Mai. i» meinem Hause 46452« liixtloi'k, Hermamistrasse No. 40 eine Rind- und Schweine- Schlächterei eröffne. ES wird mein Bestreben sein, durch gute Ware zu soliden Preisen mir das Vertrauen meiner geehrten Nachbarschaft zu erwerben. Gustav Schmiedel, Schlächtermeister, Ucnuaunstrasee No. 40. Kanfhans lax lannheim 89 Frankfurter Allee. BERLIN 0. Frankfurter Allee 89 Stadtbahn-, Strassenbahn- und Omnibus-Verbindung nach allen Richtungen. Aparte IVenheiteo und grosse Posten In Wasehstoffen. Fertige Kostüme, Blusen, Blusenhemden, Kinderkleider, Jacketts, Capes, Morgenröcke. 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Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mar Babing in Berlin. «t. uo. 17. mtm. 4. Keilllze des„Amilltg" Kerlim Mllisbllltt. so»,.IG, IZ. M-i 1SOO. Volks»VirtfihKftliihe NundfrhKU. Die Arbeitslöhne in der deutschen Industrie I8V4— l8S8. In Nr. 59 des„Vorwärts" haben wir eine Darstellung des Unteriiehmnngsgewiiiiies in der deutschen Großindustrie für die Jahre 1895—1899 gegeben. Die Ergänzung zu dieser Arbeit bildet eine Ermittelung der Lohne, die die gewerblichen Arbeiterklassen ins- gesamt und durchschnittlich pro Kopf in diese» Jahren erhalten haben. Aus einem Vergleich über die Bewegung der Lohnsummen einerseits und dem Untcrnehmungsgcwinn andrerseits crgiebt sich, ob und mit welchem Anteil Kapital und Arbeit an den Erträgnissen der so überaus reichen Wirtschaftskonjunktur der letzten Jahre teil- genommen haben. Ehe wir indessen diesen Schlußucrgleich ziehen können, muß die Ermittelung der Lohnsummen, soweit dicS möglich ist, vorausgehen. Eine Lohnstatistik besitzt Deutschland leider nicht. Trotz ver- schiedener Vorstöße der Wissenschaft und Politik hat die Reichs- rcgierung sich gesträubt, eine solche zu schaffen, oblvohl gerade in Deutschland die Aufstellung einer solchen mit nur wenig Mühe und Kosten verknüpft wäre. Die neuere Socialgcsctzgebnng des Reiches hat nämlich eine Ermittelung der Löhne zur Voraussetzung. So wird einmal für die Krankenversicherung überall von Zeit zu Zeit der ortsübliche Tagelohn ermittelt und nach§ 71 des Unfall- versicheruugS-Gesetzes hat jedes Mitglied einer Vernfsgenossen« schaft binnen sechs Wochen nach Ablauf des RcchnnngS- jahrcS den, Genosienschaftsvorftande eine Nachweisung einzureichen, welche enthält: 1. die während des abgelaufenen Rechnungsjahres im Betriebe beschäftigten versicherten Personen und die von denselben verdienten Löhne und Gehälter, 2. eine Berechnung der bei der Uinlcgung der Beiträge in Anrechnung zu bringenden Beträge der Löhne und Gehälter. Durch die Ausführung dieser Bestimmung wird olljährlich werlvolles Material zu einer deutschen Lohnstatisiik zu- sammengetragen. Aber dieses Material wird für die Anfstcllnng einer eingehenden Lohnstatistik nicht verivertet, oblvohl es im Reichstage schon wiederholt verlangt wurde. Im April 18S9 wurde dort angeregt, daß diese Lohnnachwetsnngen in der angedeuteten Richtung verwendet werden mögen. Der Reichs- togS-Abgeordnete Schmidt- Elberfeld machte bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß die ganze Alters- und Invalidenversicherung ohne Lohnstatistik in der Luft schwebe und daß man vor Erlaß eines Gesetzes von solcher Tragweite erst eine Enquete über die Arbeits- löhne anstellen solle. Der damalige Staatssekretär v. Bötticher warnte davor, die Entscheidung über die Alters-»ind Invaliden- Versicherung bis zur Herstellung einer deutschen Lohnstatistik hinaus- zuschieben und bemerkte, daß die bisherigen Aufnahmen in der Unfallversicherung nur eine generelle Uebersicht über die Löhne geben, ohne dieselben zu individualisieren, daß die für den Zweck der Unfallversicherung erfolgenden Lohnangaben nicht er- kennen lassen, auf welche Altersklassen sich die Löhne ver- teilen und daß sie nicht das Bild eines konstanten Verhältnisses geben würden. Diese Einivändc gegen die Nachiveisungcn dcrBcnifsgenossenschaftcn treffen zu, wären aber mit Leichtigkeit durch eine andre Art und Fonn der Nachweisungen zu beseitigen gewesen. Indessen die Regierung und auch das Unter »ehmertum haben nicht getvollt. Bei dem hohe» Wert einer Lohnstatistik entsteht nun die Frage, ob man auf jede Ausnützung des durch die Bcrufsgenossenschaften gelieferten Materials verzichten, oder od nian in vollem Bewußtsein, daß keine absolut richtigen Resultate zu erzielen sind, doch zur allge- meine» Beurteilung der Lage der Arbeiterklasse dieses Material ver werten soll. Wir haben u»S aus einer Reihe von Gründen zu letzterem Weg entschlossen. Es sind zwei Eventualitäten dabei möglich: entlveder wir tänschcn uns zu Gunsten der Arbeiter oder aber zu Gunsten der Unternehmer. In beiden Fällen zeigt uns dann das gefundene Resultat, ivie dringend notivcndig eine Lohnstntistik ist. Wir können aber schon an dieser Stelle vorweg- nehmen, daß das Unternehmertum behaupten wird, unsre gefundenen Resultate stellten die gezahlten Lohnsummen zu niedrig dar. Dieser gegnerischen Kritik rufen ivir gleich hier zu: Nicht an den Arbeitern, sondern am Unternehmertum liegr es. wenn wir noch keine cigent- liche Lohnstatistik haben. Sind also unsre hier niedergelegten Resultate nach Ansicht der Unternehmer unrichtig, so mögen sie dafür Sorge tragen, daß wir in Deutschland eine unanfechtbare Lohn- statistik erhalten. An unsrer Mitwirkung bei diese»» Werke»vird es gewiß nicht fehlen. Die jetzige Beratung der Novellen zum Unfall- versicherungS-Gesetz bietet die beste Gelegenheit dazu, nnsrcn Wunsch zu verwirklichen. So lange aber dieses Bedürfnis auf die geforderte Weise nicht befriedigt»vird, müssen wir nach dein bestmöglichen Ersatz greifen, um die Löhne der Arbeiterklasse in ihren Veränderungen kennen zu lernen. Die Lohnnachweisunge» der BcrnfSgenossenschaften haben aller- dings eine Reihe von Besonderheiten, die einer einivandfreien Lohn- statistik in» Wege stehen. Zunächst sind in den Lohnnachiveisungen der Berufsgcnossenschaften noch die Gehälter der Bctncbsbeamicn, soweit diese nicht mehr als 2VV0 M. pro Jahr verdienen,»nit ein- berechnet. Ihr Arbeitsverdienst wird dann pro Tag mit vier Mark, und was darüber ist, mit einem Drittel in die Nachiveisungcn auf- genontmen. DaS»virkt nun in der Richtung, daß die an- geschriebenen Lohnsummen höher erscheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Sodann aber»vird auch für die Arbeiter, die nichr als vier Mark pro Tag verdienen, er die Nachweisunge» ebenso wie bei den Beamten der Lohn nur in so weit voll aufgenommen, als er nicht über vier Mark hinausgeht. Was darüber ist, wird nur mit einem Drittel angeschrieben. Dieses Verfahren wirkt reduzierend bei den Lohnnachiveisungeii im Vergleich zu den»virklich gezahlten Löhnen. Endlich»vird für die siigendlichen und nicht ausgebildeten Arbeiter der ortsübliche Tagclohn Ertvacksener eingesetzt; dadurch ergiebt sich rechnungsinäßig ein höherer Lohn, als in Wirklichkeit gezahlt»vird. Wäge» wir die genannten drei Fehlerquellen gegen einander ab, so»vird man wenig fehlgehen, wenn man behauptet, daß infolge der Einbeziehung der Bemnten- gehälter und der höheren Notierung der Löhne der Jugendlichen die rechnungsmäßige Verlvendung der Löhire der Arbeiter, die über vier Mark pro Tag verdiene»», gut und gerne ausgeglichen»vird. Weniger in Betracht für eine Erfassung der Gesaintlohnsumme der deutschen Arbeiter koimnen folgende Aus- nahmen in der Art der Lohnnachlveisung. Bei der Tiefbaugcnosscn- schaft wird der tägliche Arbeitslohn, auch Iveim er vier Mark über- steigt, für die Beitragsberechnung zivar voll eingestellt, dagegen kornmt für die jugeirdlichen»»»'d nicht ausgebildeten Arbeiter der ortsübliche Tagclohn Erwachsener zum Ansätze. Bei der See- Bernfsgenossenschaft»vird der anrechnungsfähige Lohnbetrag nicht nach dein»virklich bezahlte» Lohn, sondern nach behördlicher Lohn- festsctzung berechnet und nachgeiviescn. Unter Berücksichtigung dieser Erläuterungen und Einschränkungen geben die für dieses Jahr veröffentlichten Beträge der anrechnuirgS- sähigen Löhne immerhin noch zuverlässiges Material,»im für die Arbeiterklasse im Durchschnitt Ivie für die Arbeiterschaft in jeder Industrie eine generelle Uebersicht der Lohnsumme zu erhalten und daraufhin den Durchschnittslohn zu berechnen. Dabei»vird aller- dings vollständig abgesehen von dem Geschlecht, dem Alter der Arbeiter, soivie von der Summe der geleisteten Arbeitsstunden. Die erhaltenen Resultate spiegeln eines auf alle Fälle richtig: Die Be- wegung der Löhne von einem Jahr zum ander»». Jiidem wir mmmehr zu der Darstellung deS in den Lohnnachiveisungen der Berufsgenosscnschaften niedergelegten Materials selbst übergehen, müsse» wir, um die Lohnsummen für die gcsainte gelverkschaftliche Arbeiterschaft rechnungsmäßig crniitteln zu können, die Berufsgenoffenschaftcu nach der Gciverbe-Eintcilnng der Reichs- statistik ordne». Auch hier ist für uns das Jahr 1895 der Ausgangs- Punkt, da für dieses Jahr die ReichSstatistik uiiS den notwendigen Vergleich für die Zahl der in jeder Gclverbegrnppe beschäftigten Arbeiter ermöglicht. Im Ganzen können»vir dann für 15 Gelverbe- arnppcn aus der Zahl der Versicherten und der Gesaintlohnsunune den Durchschnittslohn pro Kopf eines Versicherten in jeder einzelnen Gelvcrbcgrnppe für jedes der in Frage kommenden Jahre berechnen. Ausgeschieden müssen von dieser Berechnung folgende Gelverbe- gruppen»verde»: Knnst- und Handelsgärlnerci, Tierzucht und Fischerei, künstlerische Gelverbe, HandelSgcivcrbe, Versicherungs- gcwerbe, solvic Bcherbergungs- und Erquickungögciverbe. Für die übrigen Gruppen ergiebt sich nun folgender JnhreSdurchschnittSlvhn. pro Arbeiter in der Periode 1894/98:' Durchschnitts- Jahreslohn pro Arbeiter nach den Nachiveisungcn der anrcchnungSfäbigen Löhne der BenifSgcnossenschasten. Gelvcrbcgrnppe Bergbau, Hütten:c... Steine und Erden... Metalle....... Maschinen...... Chemische Industrie.. Industrie der Leuchtstoffe Textilindustrie.... Papierindustrie.... Lederindustrie..... Holz- und Schnitzstoffe. NahrnugS- u. Genußmittel Bekleidung...... Baugewerbe..... Polygraphische Gelverbe. Verkehrsgcivcrbe.... 1894 j 1895 M.> M. 1890 M. 1897 SN. 1898 M. 918,87 419,59 812,52 885,04 827,39 983.25 004,41 027,85 801.87 075.19 025.01 582,00 524,92 806,45 740,24 927,24 411,20 810,09 899,83 843,41 889,79 008,79 053,87 820,41 004,31 023.28 002.12 533,52 820,42 775,48 900,92 1090,08! 1035,05 428,75 j 439,20! 450,05 841,93! 845,441 895,69 010,481 920,36' 960,76 853,75 1 866,87 909,14 1013,51 620,68 681,73 815,20 048,99 048,00 017,41 500,16 787,12 797,05 028,04 707,82 780,87 700,87 050,12 629,54 590,15 844,25 804,17 887,82 1020,43 640,82 726,97 8.1,36 728,03 684,08 633,27 635,83 887,90 823,03 Gewiß erheben sich gegen die Ncsultate in einzelne» Gcivcrbcn aeivichtigc Bedenken. Aber sie müsieir verstummen angesichts des Zivccks, den»vir bei unsrer Untersuchung verfolgen:»vir»vollen unter Benutzimg des vorhandene» aintlichcn Materials die an die deutsche Arbeiterklasse ausgezahlten Jahreslöhne für den Zeitraum 1894/4898 feststellen. Dabei muß auf die absolute Nichtigkeit der für jedes einzelne Gelverbe gefundenen Ziffer verzichtet»Verden. In den Abschlnßziffcrn»nachcn sich die vereinzelten Unrichtigkeiten»vcniger bemerkbar, Um auf Grund der gefundenen Durchschnittslöhne die Lohn- silmme.'die in jeden» der aufgeführten fünf Jahre, an die in jede»» Gelverbe bcsckiäfligten Arbeiter bezahlt ivordcn ist, zu crinitteln, »»üsseii Ivir für jede Gelvcrbcgrnppe und für jedes Jahr die Zahl der Bcsckuiftiglcii feststellen. Aus der Belvegung der nnfall- versicherten Mitglieder innerhalb einer Gclvcrbegruppe von einem Jahr zum andern entnehmen»vir, in»vclchcm Prozentsatz die Zahl der innerhalb eines Gcivcrbcs Versicherten zu- oder abgenommen hat. Legen»vir die gcfnndcne Prozentzahl der Zu- resp. Abnahme der Arbeiter in eincin Gelverbe überbanpt zn Grunde und berechnen dann die Zahl der Arbeiter in jeder Gciverbcgrnppc, allsgehend von der reichsstatistiscbcu Feslstellung der Arbeiter im Jahre 1895, so er- halten»vir für jedes Gelverbe die Zahl der Arbciler für die Jahre 1894/1898. Dabei sind allerdings immer»lur die fünfzehn anf- geführten Gelvcrbcgnippci» in Betracht gezogen. Wir verzichten darauf, das Resultat dieser Berechnung nach den einzelnen Geiverbegnippen geordnet tabellarisch hier lviederzngcben, und lassen nur die allgemeinen Schlußzisfcrn folgen. Wir zählen in» ganzen in den 15 Geiverbegnippen: Jahr: Zahl der Arbeiter 1894... 5 576 343 1895... 5 808 445 1896... 6 178 482 1897... 6 477 653 1808... 0 7S4 823 An« stärksten»var die Zunahm« 1896,»vährcnd sie am schivächstcn Zunahme gegen das Vorjahr in Prvz. 4,16 0.37 4,84 4,74 der Beschäftigten von 1895 auf von 1894 auf 1895»var. Auü den Einzelresiiltateir der Geiverbegnippen hebe»»»vir noch folgendes hervor: Am stärksten»var die Bermchnmg der Arbeiter»n der Industrie der Maschinen; sie stieg von 1894 auf 93 um 9,55, von 1893 auf 96 gar um 14,59 Proz. Auch in der Industrie der Metalle betrug sie von 1896 auf 97 11,11 0/0. Im Bergbau»nd Hüttentvescn betrug sie von 1894 anf 95 nur 1,05 0/0, in den übrigen Periodelt zwischen 5 und 5,93%. Verhältnismäßig schwach»var sie in der Textilindustrie, Ivo sie von 1896 auf 97 nur 0,06% betrug. Abgenommen hat in einzelnen Jahren die Arbeiterznhl: in der Leder- industrie(von 1897 auf 98 um 1,81%). den Nahrungs- uud Gcnuß- mittclgclverben(von 1896 auf 97 um 3,95, von 1897 auf 98 um 0,80%), im Baugclvcrbe(von 1894 auf 95 um 1,45%), im Berkehrs- gelverbe(von 1894 auf 93 uin 0,07%). Wir haben nunmehr aus unsrer erste» Tabelle den JahreSdurch- schnittSlohn einer beschäftigten Person in jeder einzelnen Gelverbe- gruppe und für jedes einzelne Jahr,»vir haben ferner,»venu hier auch nur in der Gesamtschlußziffcr dargestellt, die Zahl der in jedem Jahre»md in jeder Geivcrbegnippe beschäftigten Arbeiter. Es er- giebt sich nunmehr daraus die Summe der in jeder Gelverbcgrnppe gezahlten Löhne, die in der folgenden Tabelle lviedergegebcn sind. Snnimcn der in nachfolgenden Gctverbcgnippen gezahlten Löhne ii» 1000 M. Gclvcrbegruppe Bergbau, Hütten»c. Steine und Erden. Metalle..... Maschinen.... Chemische Judnstlie Jndstrie der Leucht- stoffe..... Tcxtiliiidnstrie.. Papierindustrie.• Lederindustrie... Holz- n. Schnitzstoffe Nahnuigs- und Genußmittel,.. Bekleidung.... Baugewerbe... Polygraphische Gelverbe.... Vcrkehrsgelvcrbc.. 1894 M. 468 553,7 202 021.3 360099,9 371 358,6 75 376.9 43 026,0 426 463,2 79 167,2 81 373,8 242 159,0 1895 M. 477 793,8 208 060,2 380 641,6 1896 M. 323 152.1 230 954,3 433,808.6 1897 M. 1898 M. 413 339,0 479 253,9 535 818,3 573 977,7 625 522,1 254 232,7 286 611,4 484 014,4 535 526,0 79 780,6 40 208,6 455 807,6 83 590.7 80 524,8 250 775,7 87 556,3 47 520,1 482 045,5 88 730,0 93 335,1 263 905,9 447 373,1 466 528,8 490 857,7 287 000,5 318 869,5 353 410,2 441 633,0 442 541,0 494 328,3 70 470,0 100 574.1 86 044,6 01801,6 113 787,0113 683,1 92 902,4 604 432,4 99 210,3 52 368,1 56173.7 487 953,3 510 863,5 96 033,4 101 285,1 99 920,7 108 647,3 306 213,1 333 485,8 472 290,1 398 126,1 539 907,0 98 503,7 127 754,5 493 417,4 433 124,4 606 653,0 104 587,4 138 302,4 Insgesamt werden nach genauer Bercchmmg an Löhnen an sänttliche hier in Rechming gezogene Arbeiter gezahlt: Lohnsnmme Jahr i» Mark 1894..... 3 714 052 379 1895..... 3 007 299 535 1896..... 4 270 849 375 1897..... 4 619 995 473 1898..... 5 037 842 008 Die absolute Lohnsiimine hat sich danach voi» 3,7 auf 5 Milliarden Mark iimcrhalb füus Jahren erhöht, d, r. um Proz. Dieses Resultat bedeutet ciu gcivaltiges Anwachse« der industriellen Thäliglcit, eine stalle Zunahme der Zahl der Arbeiter in der In- bustrie. In»vclchcr Weise aber hat nun der einzelne Arbeiter an der Zunahme dieser Lohusunime participiert? Wir erhalten de»» Durch- schuittslohir des Arbeiters, indem»vir die/Zahl der Arbeiter in jeden» Jahre, so»vie wir sie oben berechnet haben, in der hier gefundenen Lohnsnmme deS entsprechenden Jahrs dividieren. Es crgiebt sich dann, daß der DnrchschnittsjahrcLlohn sämtlicher Arbeiter der fünf- zehn aufgcführlcn Geiverbegnippen betrug: Jahr JahrcSdnrchschnittSIohn in Mark 1894...... 666,14 1805...... 672,68 '• 1896...... 692,62 1897...... 713,23 1898...... 742,52 Dieser gefundene Durchschnittslohn kann ohne»veitcreS in der Richtung verällgcincincrt»verde», daß er den DurchschinttSjahreSlohn aller gcivcrblichc» Arbeiter mit Ausnahme der i>n Handels-, Bcherbergungs- uud Erquickuugsgclvcrbe Beschäftigten darstellt. Wir scheu aus der letzten Tabelle, daß zivar der Lohn im Durchschnitt aller Arbeiter seit 1894 in stäudigcm Aussteigen begriffen»var, daß er an» schivächstcn von 1894 anf 95, am stärksten dagegen von 1897 auf 98 gestiegen ist. Im ganze« freilich hat die Lohnsteigeriing von 1894 alis 1898 nicht»»»ehr als nur Proz, betragen. Wie eine solche Lohnsicigerung in Zeiten eines glänzenden»virt- schaftlichen Aufschwungs zu bciverten ist n»d wie sie anf die Lebens- haltniig der Arbcitcrklalsc einlvirlt, das ist ans einem Vergleich mit der Zunahme des UnternchinungSgelvinnK einerseits und»nit der PreiSbclvegnng der Lcbcnsniittcl andrerseits zu ersehen. Dieser Vergleich liegt aber außerhalb deS iltahuienS dieser Arbeit. Hier galt'rs, die Löhnsnuiinen und den Durchschnitts- lohn für die deutsche Arbeiterklasse»vähreud der Zeit des»virtschaft- lichen AufschivuugS zu ermitteln. Mag mau gegen die vorstehende Aufmachung»och soviel ciuzuivcndcii habe»: so lauge man sich seitens der Ncgicnmg nicht herbeiläßt, eine Lohnstatistik zu schaffen, sind»vir genötigt,»in einen Einblick in die großen Znsanunenhänge der»virtschastlicheu Distribution zn gewinneii. nlit dem unzureichenden statistische» Material und unter Zubilfeuahme der Schätzung ein Ergebnis zu finden, das für die Praxis so lange verwendet»verde» »vird, bis das Bessere,»vas»vir verlangen, von RcichSivcgcu geschaffen»vird. r, 0. pril. -» S. Mnkevm neuesten Kues. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Korn-Kiel 2 Monate Gefängnis wegen Beleidigung des Staatssekretärs des Jnnerit. Dresden. Wegen Beleidigung eines Fabrikanten in Plauen Genosse Riem 100 M. Geldstrafe. Dessau. Gcuoffc Günther wegen Beleidigung eines Amts» Vorstehers 15 M. Geldstrafe. Verlin. In der Berufungsinstanz Tischler Wustrow- Grünau 30 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Gen- danne». Zlvilkall. Die Bergarbeiter Mai er und Mc in c l 3 refp, 4 Wochen Gefängnis wegen Vergehens gegen§ 153 der Gc- »verde-Ordnnng. Magdeburg. 1 Monat Gefängnis Genosse Haupt wegen Gotteslästerung. Eaalfcld. Wege» Beleidigung eines Majors Genosse Hoff- m a n n 40 M. Geldstrafe. In der RevifionSinstanz derselbe ivegen Beleidigung eines BürgcnncisterS 4 Wochen Gefängnis. 7. Königsberg. 50 M. Geldstrafe Genosse F a b e r lvegen Bc- leidigung eincS Polizeibeainte«. 10. Benthe». Die Genossen Dylong und Boris drei bezw. zwei Monate Gefängnis ivegen Neligionsvcrgchcns. DeS- gleichen Genosse Cholelva 50 M. Geldstrafe. » Harzaerodc. Wegen Vergehens gegen daS VcreinSgefetz Genosse Schilling 15 M, Geldstrafe. 20. Haniburg. Ein Maurer wegen Vcrrufscrklärnng 6 Wochen Gefängnis. 21. Zlltoua. Genosse Fels wegen Vergehens gegen das VcreinSgefetz 15 M. Geldstrafe. , Halle. Maurer Th iclike 4 Monate Gefängnis wegen MajcstätSbcleidigung. 23. AfcherSlebe». Genosse Mi low Ski 15 M. und drei andre Genossen je 3 M, Geldstrafe wegen Erregung öffentlichen Aergcrnisscs,— Abreißung von Plakaten an Stellen, die nicht den, öffentlichen Anschlag dienen. 24. Magdeburg. 20 Mark Geldstrafe Genosse Haupt lvegen Verletzung der öffentlichen Sittlichkeit. „ Thale. Wegen Vergehens gegen die HeUighaltuna des Sonn- tagS ein Genosse 15 M. Geldstrafe. 25, Zwickau. Bergarbeiter Stcrzel-Schcdewitz 21 M. Geldstrafe ivegen Beschädigimg öffentlicher Bekam, tmachnngen, 26. Dresden. 1 Monat Gefängnis Polierer G l a d e>v i tz wegen Belästigung von Streikbrechern. 23. Königsberg. Genosse F a b e r wegen Beleidigung Danzigcr Polizeibeainte» 14 Tage Gefängnis. 30. Elbing. Wegen Beleidigung eines Landrats Genosse Rakutt« Königsberg 25 M, Geldstrafe. '» Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse May- Erfurt »vegcn Beleidigung eines Landrats 300 M. Geldstrafe. » Halberstadt. Genosse M a t t b i e s»vegcn Aclcidiguiig eines SteinbriichSbefitzerS 3 Monate Gefängnis. » Wismar. 4 Genossen je 30 und 5 Genossen je 15 M, Geld- strafe»vcgen Veranstaltnng und Abhaltung einer nicht ge- nehmigtcn politischen Bersainiirkimg. » Schwer!«. Je 30 M. Geldstrafe zwei Genossen ivegen ge- werbSmäßigcr Verbreitung von Druckschriften. Insgesamt wurde crkaimt auf 1 Jahr 7 Monate und 6 Wochen Gcfängms und 975 M. Geldstrafe. Berlin, den 7. Mai 1900. Der Parteivorstand. Schriften Eingang. Das Aufsteige» des Arbeiterstandes in England. Ei» Beitrag zur socialen beschichte der Gegeinvart. Von Hans u. N o st i tz, Legalions- rat l»i stichstlchen Mmisteriilm der auswärtigen Angelegenheiten.- Jena, Gustav Fischer. Preis 18 M. Die valkswirtschaftlichc» Anschannngen David.Hunies. Em Beitrag zur Geschichte der Volkswirtschaftslehre. Bon Dr. M a x Klemme. Jena. G. Fischer. Preis 2,50 M. Tie deutschen Getreidezölle der Zuknuft. Von Dr. Mar Grateubein. Berlin, Puttkammer u/Mühldrecht. Die Lage der bayrischen EisendahNiWerkstättenarbeitcr. Auf Grund statistischer Erhebungen bearbeitet und herausgegeben vom Verband der Iwyrischeii Eisenbahnwerlslätten- und Bctricbsarbeiter.. Schweinsurt, Verlag von Htinrich Winklcr. Sociale Rundschau. Herausgegeben vom Arbeitsstatististhen Amt im k. k. Händelsministerium. I. Jahrgang. Märzheft 1S00. Wien. Alfred Holder. Preis 20 Heller. Prof. L. v. Bar. Der Boercn krieg, die R n i s i s.i zi c r u n g Finnlands, die Haager Friedenskonferenz und die Errichtung einer internationalen Akademie zur Aiisgtelchmig von Streitigkeiten der Staaten. (1,20 M.) Helwingsche Verlagsbuchhandlung, Hannover. Boin Einigiingsaint und dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend Abänderung des GewervegerichtSgesehes. Bon Dr. Oskar Martens. Hain- bürg. Schröder n. Jeve. Bericht des Bereius ReichS-WohnnugSgefet! in Franknirt a. M. iibcr fein zweites Geschäftsjahr. Arbeiterfekretariat Stuttgart. Dritter Jahresbericht für das Ge- fchäftojahr 1800. Die Eiukommcnbesteuerung D. Feitelberg. Jena, Verlag von G. Die Lage des Kleinhandels Veranlassung von Handelskammern, nichtphysischer Personen. Bon Dr. Fischer. Preis 4 M. in Deutschland. Ergebnisse der aus Handels- und Gewerbekammern und von wirtschaftlichen Vereinen angestellten Erhebungen. Herausgegeben von der Handelstainnier in Hannover. Band II. Preis 3 M. Verlag Siemenroth u. Jroschck, Berlin. Organisation der sociale» Verhältnisse. Skizzen von I. Toret, gew. Londt. Abg.(-Zürich u. Leipzig, Th. Schröter). M. 1,60. Oertmann, Pros. Dr., Paul: Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Biirgcrlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich.(Fünf.Vorträge, gehalten im Verein für Volkswirtschaft und Gewerbe zu Franlstirt a. M.) gr. 8«. 88 S. M. 2,-. Dr. G. Kaut!: Die prenhischcn Gesetze, betreffend Dielisteinkoinme», Ruhegehalt, Witwen- und Waisenversorgung der Lolksschnklchrer. Gebunden 2,80 M. J. J. Heine, Berlin. Die Geschlechtskrankheiten, ihre Gefahren, Verhütung und Bekämpfung. Volkstümlich dargestellt von Dr. A. B lasch ko. Berlin. Verlag der Centrälkommisston der Krankenkassen. Preis 10 Pf. Schweizerische Blätter für Wirtschafts- und Socialpolitik. Halbmonatsschrift mit Beilage: Socialvolitisches Archiv. Redaktion: Dr. jur. Nl Reichesberg. Professor an der Universilät Bern. Bern, Verlag von Sturzenegger. VIII. Jahrgang, Heft 1-0. Der ländliche Personalkredit in der Provinz Brandenburg. Bon Wallhcr v. Altrock. Berlin, Puttkamer u. Mühlbrecht. Die unehelichen Geburten als Socialphäiiome». Ein Beitrag zur Statistil der Bevölkerungsbewegung iin Königreich Bayern von Dr. Friedrich L i n d n e r. Leipzig, A. Deichertfche Berlagsbuchhandlung Nächst.. 1000(Wirtschafts- und Bcnvaltungsstndien mit besonderer Berück- sichtigung Bayerns. Hrsg. v. Georg Schanz VII.) Irrtümer auf dem Gebiete des Geldwesens. Bon Dr. Otto Heyn. Berlin, Puttkamer n. Mühlbrecht. Preis 2 M. Erster Jahresbericht des Arbcitcrsekretariats Altenburg für das Geschäftsjahr 1809 nebst einer statistischen Uebcrncht der gewerkschaftlichen Organisationen der Allcnburger Arbeiter. Selbstverlag des Sekretariats. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Hut- und Filzwaren- Industrie im Jahre 1898/99. Altenburg, Verlag von A. Metzsckike 1900. Preis 50 Pf. Bölsche. Wilhelm. Ernst Höckel.-Ein Lebensbild. Dresden und Leipzig. Verlag von Karl Reihner. 1900. Riesser. Dr. Die handelsrechtlichen Lieferiingsgeschäite. Eine Kritik der Rechtsprechung des Reichsgerichts. Berlin 1900.«.Verlag von Otto Licbmqmi.) Ter Souneuftaat. von Thomas Campanella. Ueierfetzt und mit einer biographischen Skizze, sowie mit sachlichen Anmerkungen verschen vor Dr. Jgu. Em Wessely. Nebst dem nuistnastlichen Bilde des. Thomas Campanella, broschiert 1,50 M. Verlag von M, Ernst, München, Bernhard. Georg. Die Warenyaus-Steuer. Ein wirtschaftlicher Unfug, Berlin 1900.(Verlag:„Die Welt am Molilmst'H- Zeuher, Ernst Viktor. Die Gesellschaft. I. Band. Natürliche Entt Wicklimgs-Geschichte der Gesellschaft. Berlin 1890(Georg Reimer). Zola, Emile..Der Zusammenbruch. Illustriert. Stuttgart, Deutscht Verlagsanftalt. Lieferung 1 und 2,(Erscheint in 25 Lieferungen a 40 Pst) Bolkstümliche Rechtsbücher. Dargestellt nach dem neue» Bürger lichen Gesetzbuch von«ermann Pilz. Heb 1: Das Recht der Mieter und Vermieter. Heft 2: Ehe- und Familienrecht. Leipzig 1900.(Verlag von Walter MSschke.) Schwarz, Leopold. Dir Weg zum. Heil. Bausteine für das.kommende Jahrhundert- Leipzig(Edmund Denime). ErHardt. Dr. Max. � Die Warenhaus- Umsatzsteuer. Berlin 1900. (I. Guttortag.)■ Kresse. Oskar. Hilse für alle! Ein Weg zur Erlöstiug aus den Fesseln der Not. Berlin 1900.(John Schwerin.) Mahr, Dr. Georg von. Tic Pflicht im Wirtschaftsleben. Tübingen 1900.(H. Lanppsche Buchhandlung.) Damaschke. Adolf. Kamerun oder Kiautschou? Eine Eiitscheidmig über die Zukunft der deutschen KoloinaipyUtik. Berlin.(I. Harrwitz Nachfolger.) Erdmau», Dr. Karl. Wie kann der Proiesiantisums über Ben Katholizismus siegen? Berlin 1900.(Verlag von Hermann Walther.) Semeria, P. Giovanni. L'Ereditä del Secolo. Conforcnzo into'rna alla Questione Sociale. Geuova 1900. Pvguy, Charles. Cadiers sie la lZniusains. I— VII. Cairisr. Paris 1000. Karstftaus. H.' Schwarze Kultur. Der läthollsche Klerus von heute, ctne Studie.- München(August Schupp)..' Böhme, Heinrich. Bekämpsung der Prostitution und der Unzucht im allgemeinen. München(August Schupp). Hoekster Preis. Goldene Medaille. Höchster Preis. Goldeue Medaille. Carl Zobel Berl'n SO., Köpniekerstr. 121, )$ Ecke Michaelkirch-Strasse. Meine Geschäftsräume sind um das Doppelte vergrößert. nu«l Knalien-Cearderoben ;__ i» reichster Auswahl und r» alle» Grösten. 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