Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In-».Auslandes. Filial- Expeditione» für die Bereinigte» Staaten: F. A. Sorge, Bor 101 HgdoKe», N. J. Peter Haß, 8."W. Corner Thlrd and eoates str. Philadelphia. Abonnementspreis für ganz Deutschland 13)1. 60 Pf. pro Q«artal. Monats Abonnements werden bei allen deutschen Postanstallen auf den Sie» u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iteu Monat heg Quartals a 54 Pf. Organ der Sozialistischen Arveiterpartei Dentschlands. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen nnd sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 10 Pf.,— Privat- und VerqniaunaS- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespallene Petit-Zeile berechnet. »r. 92. Ireitag, 13. August. 1875. StrikeS find ei« Zeiche« mangelhafter Orgaai- satio« der Gewerkschaftr«. (Schluß.) Kr. Im Kampfe, auch im ökonomischen, siegt wer mächtiger ist, die beste Organisation hat, wer mit größerem Mnthe, größerer Selbstverleugnung in den Kamps geht. Wir finden die größere Selbstverleugnung, den größeren Muth bei den Arbeitern, allein der Mangel an diesen moralischen Eigenschaften bei den Kapitalisten ist für den Kampf zur Zeit gar nicht so wesentlich, hier ersetzt das Bewußtsein; der mächtigen Partei anzugehören, verbunden mit der Erkenntniß deS VortheilS, welcher aus engem Zusammen- halten entspringt, den edleren CorpSgeist. Die unterdrückte Sache bedarf wohl muthiger, opferfähiger Kämpfer, die herrschende Klaffe bedarf nur Mitglieder und Soldaten, die Andere zu opfern bereit sind. Erst wenn der Kampf schwankt, werden die moralischen Eigenschaften den Ausschlag geben. Was nun den ökouomischen Kampf zwischen Capital und Arbeit betrifft, so dankt die Arbeiterclasse ihren moralischen Eigenschaften bereits, daß ein Rückgang der Arbeiterbewegung trotz ungünstiger Verhältnisse nicht eingetreten ist, positive Erfolge können wir noch nicht erwarten. Di: materielle Uebermacht der Capitalistenclasse ist eine gewal- tigc. Wie verschwinden jene Summen, über welche die Gewerk- schaften disporiren, jene Groschen, welche die einzelnen Arbeiter zur Unterstützung flrikender College» sich abzwacken können, was sind sie im Vergleich zu den disponibel» Mitteln der Capitalisten, was sind sie im vergleich zu der Größe der Aufgabe, das Arbeits- angebot minder drängend zu macheu. Wenn ftüher ein Unternehmer die Fabrik eine Woche stehen ließ, so erschien ihm daS viel, heut löschen die Hochosenbesitzer die Feuer, um den Arbeitern nicht einen größeren Antheil alS bisher am Arbeitsertrag zu gewähren, der Kampf hat größere Dimen- stonen angenommen und unter den Capitalisten herrscht festerer Zusammenhang als bisher. Der Fabrikant sieht ferner mindestens eben so gut alS der Arbeiter, daß die vorräthige Produktion dem Fabrikanten daS Uedergewicht giebt, er wird also daher sorgen, daß immer so viel produzirt ist, daß die Kraft der Arbeiter einige Zeit entbehrt werden kann, kommen doch selbst die Uebertreibungeu auf einzelnen Gebieten der Produktion dem Großkapital zu Gute, welche« gelegentlsih der Krisen daS kleine Kapital verschlingt. Soll sich nun der Arbeiter, weil er ökonomisch ohnmächtig ist(ge- statte» Sie mir den kurzen im Vorhergehenden genügend erklärten Ausdruck), den Arbeitsbedingungen de« Capitalisten durchaus fügen? Soll er allein auf eine staatliche und gesellschaftliche Umwälzung rechnen? Rein, auch in der Gegenwart soll er seine Lage nach Möglichkeit zu verbessern suchen und wenn ich persönlich auch glaube, daß eiue theilweise Besserung der Arbeitcrlage früher und ausgiebiger auf dem Wege der Gesetzgebung al« durch den gewerkschaftlichen Kampf zu erreichen ist, so stimme ich doch mit, wie ich glaube, allen Parteigenossen darin überein, daß beide Wege mit Energie verfolgt werden sollen. Nur die Strikes, die Strikean- drohung und die Vorbereiwng zu« Strike halte ich unter den gegenwärtigen Umständen für ein wirkungslose«, ja die Arbeiter- Partei selbst verletzende«, glücklicher Weise aber, wie ich entwickeln werde, entbehrliches Kampfmittel. Ich weiß sehr wohl, daß die «eisten Arbeiter in den sozialistischen Gewerkschaften den Strike ebenfalls nur al« ein letzte« Mittel de« gewerkschaftlichen Kampfe« ansehen, allein mau erwartet doch im äußersten Falle einen Erfolg, einen Erfolg, der bei der nöthigen Energie in Durchführung und bei guter Lorbereitung und Leitung eiutrete» müsse, außerhalb der sozialistischen Gewerkschaften aber bildet mau sich geradezu ein, die Borstände jener Gewerschaften seien permanente Strikecommisfiouen, deren Thätigkeit nur zwischen Vorbereitung und Ausführung der StrikeS wechselt. Mir erscheint bei der gegenwärtigen ökonomischen Lage der Capitalisten und Arbeiter, wie ich sie im Früheren dargestellt habe, der Strike ein eben so großer F-Hl», al« wenn-ine Schaar tapferer Schützen aus waldigem Gebirge einer wohlanSgerüsteten Armee iuS freie Feld entaegenrücken wollte. Vereinzelt kämpfen, stch einzeln zu Grunde richten lasse», soll der Arbeiter fteilich nicht. Auch der Gebirgekampf bedarf der Orgauisatiou, ja einer guten strammen Organisation, um die schwierige Verbindung der Kämpfende» genügend Herzostellen. Und so meine ich, sollen auch die Gewerkschaften von gedeckter Stellung au« den Kampf führen, den großen Kampf der StrikeS aber meiden so viel eS geht. Durch -iue intensive rentralistische Organisation der Arbeit«. nachweisungSbureauS sollen sie da« Arbeitsangebot »irksam zu reguliren suchen. Bon den localeu NachweisungSbüreau«, welche unter Leitung eine« VertrauentmauoS der Gewerkschaft und unter Controlc de« Localvorstaude« stehen, mögen regelmäßige Berichte über den Ar- beitSmarkt und über die Preise der Bedürfnisse an daS Central- büreau eingesandt werden, so daß dieses mit Berücksichtigung ent- stehender Reisekosten jedem lokalen Büreau angeben kann, ob e« angemessen ist, von dort Arbeitskräfte weg zu dirigirea, oder von andern Orten her anzunehmen.— Bisher hatte mau wohl ein- zelue Berichte über die Lage der Arbeiter an einzelnen Orten, allein e« fehlte die Vollständigkeit in den Hauptsachen, welche allein ein Urtheil möglich macht, und selbst wenn der einzelne Ardeiter oder die einzelne Mitgliedschaft Material gehabt hatte, so hatte c« doch an Zeit und Berständniß gefehlt zu einer Vcrgleichung, welche nur diejenigen anstellen können, welche sich längere Zeit mit diesem Geschäfte befassen.— Bisher wurde eine Dtrection der Arbeits- kräfte nur bei auSgebrochnem oder unmittelbar drohendem Strike versucht, allein durch rechtzeitige Direktion sollte eben der Strike vermieden, auf seltne AuSuahmSfälle beschränkt werden; für ge- wöhnlich wird eS genügen, wenn einem Unternehmer oder einem ganzen Orte, wo die Arbeiter schlecht gehalten werden, erst die besten Arbeiter, dann mehr und mehr, je nach dem Gelegenheit z» besserer Unterbringung gegeben ist, entzogen werden. Partielle StrikeS mögen eintreten nur bei Fällen eclatantcr Rechtsverletzung, besonders aber bei ehrloser Behandlung der Arbeiter. Es ist selbstverständlich, daß solche ArbeitSnachweisungS-Orga- nifation ganz allein in den Händen der Arbeiter sein muß. Ar- beiter und Capitalist haben bei der Theilung de« Arbeitserträge« ganz direkt entgegengesetzte Interessen. Unser ArbeitSnachweisungS- Büreau soll nach Möglichkeit deu Antheil der Arbeiter noch wäh- rend der capitalistischen ProductionSweise allmälig vergrößern. Will sich also der Arbeiter darauf verlassen, daß durch die Directiou der Arbeitskräfte(vie, um etwaigen Mißverständnissen vorzubeugen fei das noch erwähnt, stet« eine fteiwillige nur auf Rath und offne Darlegung der Verhältnisse gegründete ist) sein Interesse ge- wahrt werde, so muß das Geschäft ganz allein durch Kameraden seines Vertrauen» geleitet werden. Diese vorgeschlagene Organisation erfordert fteilich viel Arbeit, und da mindestens mehrere Arbeiter de« Centralbüreau eine« Ge- Werkes ihre ganze Zeit dem Geschäfte widmen müssen, auch nicht wenig Geld, allein die Kosten sind, wie ich glaube, verschwindend gegen die Kosten eines mittelmäßigen StrikeS, dessen zweifelhafter und wenig haltbarer Erfolg durch jene gefahrlose dauernde und wirksame Organisation entbehrlich gemacht werden soll. Außerdem ist diese ArbeitSnachweisungS- Organisation geeignet wie sticht« andere», eine Verbindung innerhalb de« ganzen Arbeiter- kreise« eine» GewerkeS anzuknüpfen, auch die bisher indifferenten Arbeiter zur lhätigen Betheiligunz an den Bestrebungen zur Auf- besserung der Arbeiterlage heranzuziehen. Nicht jede« Gewerk wird freilich augenblicklich durch Zahl und Geldkräfte seiner Mitglieder in der Lage sein, in ganzer Vollkom- menheit diese Organisation einzuführen, allein gerade da» Bor- gehen auf diesem Wege wird deu Gewerkschaften neue Mitglieder und damit die Möglichkeit immer besserer Organisation zuführen. Ich selbst stehe meinem Berufe nach, der in der sozialistischen Partei nur wenig thätige Mitglieder zählen mag, außerhalb der gewerkschaftlichen Organisation, bin aber, soweit e« nach öffeot- lichen Berichten geschehen konnte, mit regem Interesse der gewerk- schaftlichen Bewegung und ihren Resultaten gefolgt, und halte e« deshalb nicht für unbescheiden, trotz meines AußerhalbsteheuS den Parteigenossen in den Gewerken meinen Borschlag an dieser Stelle zu unterbreiten. Aus E«gland. London, 1. August. Der Lobgesang unserer Gesetzmacher und Zeitungsschreiber über die Arbeitergesetze de« Herrn Croß ist bei der Berathung der ein- zelnen Paragraphen derselben im Hause der Gemeinen in kleinliche« Gezänke übergegangen. Ob die liberale Opposition, welche ansang» da« Werk de« Minister« nicht genug rühmen konnte, beschlossen hat, die Regierung in Arbeiterfteundlichkeit zu überbieten, weiß ich nicht. Thatsache ist, daß jeder einzelne Punkt de» Gesetze« Anlaß zu großen Spiegelfechtereien gab. Liberale, welche noch vor kurzem steif und fest auf den anrüchigen„Master and Servands Act* geschworen hatten, warfen nun auf einmal mit Worten wie „Klassengesetzgebung*, oder„Verschiedene Gesetze für Arme und für Reiche* herum, während Herr Croß mit rührender Zähigkeit behauptete, mit den vorgeschlagenen Gesetzen den weitestgehenden Wünschen de» ArbeiterstandeS gerecht geworden zn sein. Er beruft sich dabei auf die Wortführer der„Bcehive"-Partei, welche aller ding» nie viel und nichts energisch verlangt und somit die neue Mißgeburt mit verschuldet hat. Arbeiterfteundlichkeit hüben und drüben und da« Resultat ist ein dem Arbeiter feindliches Gesetz! ES ist in dritter Lesung wesentlich unverändert angenommen worden. Au» dem„Gesetz für Arbeitgeber und Arbeitnehmer" ist zwar die Gesängntßstrafe in§ 3 v*) gestrichen und der Strafsatz gegen rebellische Lehrjungen von 1 Monat auf 14 Tage Gesängniß her- abgesetzt worden(§ 6 b) allein die wichtigsten Bestimmungen de« „Gesetze» gegen Verschwörongeu und zum Schutze de« EigenthumS" find— mit Ausnahme de«§ 8— stehen geblieben. Der„Ori- minal-Law-Amendment-Act" soll nun doch, einem in der letzten Stunde eingebrachten Vorschlage der Regierung gemäß, aufgehoben werden, nicht aber um ganz au« dem G'setzbuche zu verschwinden, sondern um ftisch gefiroißt dem neuen Gesetz einverleibt zu werden. Die dabei vorgenommene äußere Veränderung ist so gering und so wenig im Sinne der Forderungen der Arbeiter, daß die Libe- ralen mit Fug und Recht behaupten konnten, die neue Fassung könne den Arbeitern möglicherweise noch verhängnißvoller werden, al» die alte von ihnen fabrizirte. Der ganze Unterschied liegt darin, daß da« alte Gefetz nnr von Arbeitgebern und Arbeitveh- mern sprach, während da« neue sich gegen„Personen" im allge- meinen wendet, also scheinbar den Charakter de» Klassengesetze« verloren hat. Ich sage„scheinbar", da die neue Auflag« der be- üchtigten Maßregel sich genau so gegen die Arbeiter kehren wird, wie die ursprüngliche. ES handelt sich einfach um eine Beschrän- kung de« CoalitionSrechte« im Falle einer ArbeitSeinsteSung oder Aussperrung, und der neue Paragraph wird deshalb fast aus- schließlich in solcken Fällen angewendet werden. Ich würde die neue Fassung wörtlich überfetzen, wen» ich nicht fürchtete, dadurch ') Stehe„Bolttstaat" 23. Juli d. I. Eorr. au, London. „xour le roi de Prusse" zu arbeiten, d. h. Ihre Leser würde» nicht klug daran» werden. Englische Advokaten und Geseymacher sind nicht besser al« die anderer Kulturstaaten und fassen die zehn Gebote der Besitzenden wohlweislich derart, daß der arme Teufel, welcher seine Muttersprache einfach und natürlich gelernt hat, in Bezug auf die Gesetze der gelehrten Zunft mit Haut und Haar überliefert ist. Der vorliegende Paragraph ist ein Prachtstück juristischer Mundart. Ein einziger endloser Bandwurm, den ich der Verständlichkeit halber in Stücke schneiden will. Für'S Erste verfällt eine Person, welche gegen eine andere Person Gewalt an- wendet, um fie zu einer Unterlassung oder Handlung zu zwingen, welche dieselbe zu thun oder zu unterlassen ein gesetzliche« Recht hat, einer Gefängnißstrafe bi» zu 3 Monaten. DaS wäre nu» ganz schön und gut, wenn da« allgemeiue Strafgesetz nicht bereit« Bestimmungen gegen derartige Verbrechen enthielte. Allein man braucht ein Ausnahmegesetz gegen strikeude Arbeiter, der Paragraph richtet sich deshalb auch gegen Diejenigen, welche andere bedrohe» und einschüchtern. Nicht genug mit diesen dehnbaren Begriffen. Das Gesängniß mit Zwangsarbeit winkt jeder„Person", welche einer anderen Person„mit der Absicht, sie ernstlich zu be- lästigen(I) oder einzuschüchtern, beständig nachgeht, ihr Eigenthum (Werkzeuge) versteckt oder sie am Gebrauche desselben hindert, den Ort, an welchem eine solche Person wohnt oder sich befindet oder den Zugang zu einem solchen Orte überwacht oder umstellt, oder im Vereine mit Einem oder Mehreren einer solche» Person in unanständiger Weise auf der Straße folgt"!!! Ein recht nette« Gesetz nicht wahr? Die Arbeiter habe» Coa- litionSsreiheit, und Arbeitseinstellungen sind bei Leibe nicht ver« verboten! Nur sollen sich die guten Leute nicht einbilden, daß diese„Freiheiten" grenzenlos sind. Der Arbeiter, welcher zur Zeit eines Strike« oder einer Aussperrung am Parkgitter seine«„Mei- ster«" harmlose Betrachtungen über unschuldige Gegenstände au- stellt, kann dieselben möglicherweise im Gesängniß fortsetzen, wenn ihm die Zwangsarbeit dazu Zeit läßt. Ein Anderer kann sei» Schicksal theilen, weil er hinter einem schuftigen Arbeiter, welcher seine Kamerade« im Stiche ließ und dem— in richtiger Erkenntniß, was ihm eigentlich dafür gebührte— da» Herz in die Hofen fällt, drein ging und dabei vielleicht noch zum Ueberfluffe das Verbrechen beging, sich zu räuspern oder ein Liedchen zu pfeifen. Wie leicht ist ein Schuft„eingeschüchtert" und wie schwer ein Richter z» überzeugen, daß sich ein strikendcr Arbeiter auch harmlo« räuspern könne! Und Leute, welche solche Gesetze machen, werden al«„Staat«- männer" gepriesen! Da«„Gesetz gegen Verschwörungen und zum Schutze de« EigenthumS"(— da« man weit richtiger„Gesetz gegen die Arbeiter und zum Schutze der Eigenthümer" betitelt hätte—) wird nicht älter werden al» seine jüngsten Borgänger, sondern in einigen Jahren der öffentlichen Entrüstung zum Opfer falle». Allein die StaatSweisen machen sich nicht viel daran». Sie kennen ihre Kundschaft und wissen, daß da» gute, leichtgläubige Volk den- selben D..... in einer neuen Sauce immer wieder für gute» Futter nimmt und erst nach einiger Zeit seinen Irrthum erkennt.„Uu-i tröstlich ist'« noch allerwärt»!" DaS Ministerium hat übrigen« für seine zweideutige Haltung zur Arbeitergesetzzebung in den letzten Tagen schwer büßen müssen. — Wie Sie wissen, macht die Regierung nun auch in Matrosen- freundlichkeit.— Jahrelang ist Plimfoll wegen seiner Agitation zu Gunsten der englischen Seeleute al« lächerlicher Philanthrop verhöhnt und als Ehrabschneider en gros von SchiffSeigenthümern vor den Gerichten de« Lande« verfolgt worden. Die Wahrheit läßt sich jedoch nicht durch EhrenbeleidigungS- Prozesse aus der Welt schaffen und da» englische Volk weiß nun, Dank der rastlose» Anstrengungen Plimsoll'S, daß Tausende braver Männer jährlich von herzlosen und habgierigen Bösewichten um schnöden Gewinne« willen in den Tod gesendet werden. E« weiß, daß das gegen- wältige Gesetz machtlos ist, dem Massenmord Einhalt zu thun und verlangt gebieterisch eiue Aenderung der bestehenden Verhält- niffe. Die Herrn VolkSvertteter merken, au« welcher Richtung der Wind bläst und husten nun Plimfoll nicht mehr nieder wie ehe- mal«, sonder» machen ihm süß-saure Complimente. Im vorigen Jahre ist da» von ihm eingebrachte Gesetz zum Schutze der See- leute nur mit einer ganz geringen Majorität verworfen worden, und heuer wäre er höchst wahrscheinlich mit derselben durchge- drungen. Die Regierung sah die» voraus und beschloß, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, d. h. im Interesse der Gevatter SchiffSeigenthümer zu verzetteln. Plimfoll war schwach genug, sein Gesetz zu Gunsten der Regierungsvorlage(über die ich im Früh- ling d. I. im„VolkSstaat" berichtete) zurückzuziehen und wurde dafür in niederträchtiger Weise gehänselt. Die grundsatzlose Bor- läge der Regierung hatte im Laufe dieser Session die 2. Lesung passtrt und wurde bereit» in den Einzelheiten diScutirt, wobei die im Hause ziemlich stark vertretenen Matrosenersäufer und ihre Freunde sich alle erdenkliche Mühe gaben, da« Gesetz tobt zu reden: „To talk it out" wie der technifcbc Ausdruck lautet. Die Rc- gierung leistete den Herrn verständnißinnigen Vorschub und setzte endlich die Berathung deS Gesetze« von der TageSord- nong gauz ab. Auf wiederholte Anfragen Plimfoll'« und seiner Genossen versicherten die Minister, da» Gesetz werde noch in dieser Session durchberathen werden und verttösteten die ahnungsvollen Frager von einer Woche auf die andere. Als nun am 22. Juli DiSraeli in geschäftsmäßiger Weise und unter dem dürftigen Vor- wände, daß die Zeit zu sehr vorgeschritten, ankündigte, da» Gesetz könne nicht mehr in diesem Jahre zur Erledigung kommen, da war'S um die parlamentarische Fassung Ptimsoll'S geschehen. Die Entrüstung über daS schnöde Spiel, welche« man mit ihm und der von ihm so warm vertretenen Sache getrieben, machte sich in einer Sprache Luft, die wohl nur selten im englischen Parlamente gehört worden ist. Seine Worte fielen wie Donnerschläge auf die Schuldigen und fanden laute» begeisterten Wiederhall im ganzen Lande. Er beschwor de» StaatSminister im Hinblick auf die Schrecken de« kommenden Winter» und die vielen Seeleute, welche auf verrotteten Schiffen einem sichern Tode entgegengingen, da« Gesetz nicht fallen zu laffe», wurde wärmer und leidenschaft- licher je länger er sprach und ging endlich zu direkten Augriffen auf die Regierung über. „Seit dem Jahre 1862," sagte er,„al< zum ersten Male die Handelsflotte unter die Aufsicht der Behörden gestellt wurde, siud die Verhältnisse schlechter und schlechter geworden und mit Hilfe von SchiffSeigenthümeru mit mörderischen Neigungen außerhalb dieses Hanse», die jedoch reichlich hier vertreten sind, hat mau jeden Versuch, ein Heilmittel gegen diesen Zustand der Dinge zu finden, zu Schande» gemacht und todtgeredet." „Namen nennen!" rief m«n hier von allen Seiten de» auf- geregten Hause», worauf Plimsoll antwortete: „Ich werde Ihnen sehr bald Namen nennen. Der Secretär de«„Lloyd"(SchiffahrtSzesellschaft) sagte mir, er wisse von keinem einzigen Schiffe, welche» in den letzten 30 Jahren wegen Seeuntüchtigkcit freiwillig abgebrochen worden wäre. Sie kamen vielmehr stufenweise herunter von einem Eigen- thllmer zum anderen, bi« sie endlich von kleinen schamlosen Spe- kulanten angekauft und dann(natürlich hoch versichert! A.d.C.) mit kostbaren Menschenleben auf's Meer gesendet wurden. Am 3. d. M. sah ich eine Liste von 15,000 Schiffen durch, und wa» glauben Sie, daß ich fand? Ich fand nicht weniger als 2654 Schiffe darunter, welche ihre Classification eingebüßt haben und für ihre ursprüngliche Bestimmung untauglich geworden sind. Ich bi» überzeugt, daß Hunderte und Hundertc von braven Männern in den Tod geschickt und ihre Weiber und Kinder zu Wittwen und Waisen gemacht werden, damit einige spckulirende Schufte, die weder Liebe uoch Furcht Gotte» im Herzen haben, ruchlosen Gewinn machen können.— Es gibt SchiffSeigen- thllmer in England, welche nie ein Schiff gebaut oder ein neue» gekauft haben, sogenannte„»üipkllsiclcors"*)— und ich habe ein ehrenwerthe» Mitglied diese» Hause» einen Exsecretär de» Finanz- Ministerium» als shipknacker bezeichnen hören., Bei diesen Worten wurde der Redner abermals durch den Widerspruch und Lärm der Versammlung unterbrochen. Der Vor- sitzende erklärte, daß die gemachten Bemerkungen nicht zur Sache gehörten. „Gut," antwortete Plimsoll,„dann kündige ich hiermit an, daß ich am nächsten Dienstag folgende Frag- stellen werde. Ich will den Präsidenten der Handelskammer auffordern, dem Hause über folgende Schiffe Aufllärung zu geben:„The Thetis",„The Melbourne",„The Laure Grey", welche alle im Jahre 1874 mit 87 Menschen untergingen; über„The lToundling" und„The Sidney Dacre", welche zu Anfang diese» Jahre» auf offenem Meere verlassen werden mußten, zusammen 9000 Tonnen Trag- kraft darstellend— und ob er dem Hause sagen will, ob regt- strirter Tigenthümer dieser Schiffe Edm. Bäte» der Abgeordnete für Plymouth ist, oder irgend eine andere Person desselben Namen«." Neuerding» losbrechender stürmischer Widerspruch von allen Seiten de» Hause« hatte nicht den gewünschten Erfolg; vielmehr wendete sich Plimsoll gegen die Liberalen und schleuderte ihnen in furchtbarer Erregung die Worte zu: „Ich werde auch an die Abgeordneten auf dieser Seite einige Fragen stellen. Ich bin entschlossen, die Schurken zu ent- larven, welche so viele Menschen in Tod und Verderben senden!" Auf diese Worte folgte ei»e Scene wildester Verwirrung und Aufregung. Auf die Frage de» Präsidenten, ob er da» Wort „Schurken" auf irgend ein Mitglied de» Hause» beziehe, antwortete Plimsoll mit einem entschiedenen„Ja", und die Aufforderung, den Ausdruck zurückzunehmen, wie» er kurzer Hand zurück. Da der Borsitzende de» engl. Unterhauses als eine Art Herrgott und seine Worte wie Orakclsprüche betrachtet werden, war das Hans über da« unerhörte Verbrechen der Widersetzlichkeit ganz außer Fassung. Der StaatSminister erklärte, der Ruhestörer müsse vom Vorsitzenden getadelt werden, während Plimsoll einen Protest auf den Tisch warf— in welchem er unter überflüssigen Anrufungen Gotte»(die einem Juden de» alten Testaments Ehre machen würden) da» Blut Derer, die im kommenden Winter durch die Nachlässigkeit der Regierung auf dem Meere den Tod finden werden auf da» Haupt DiS- raely'S und seiner Helfer beschwört— und hinausstürzte. Die Versammlung beschloß darauf, ihm 3 Tage Frist zur Zurücknahme seiner Aeußernngen zu geben. England dagegen, wenigstens da» „Volk" England«, nahm den Nothschrei de» braven(wenn auch vielleicht schwachen und sentimentalen) ManneS, welcher Vermögen und Gesundheit im Dienste einer unterdrückten Klasse geopfert, degeistert auf und beuützte die 8 Tage, um in großen Bersamm- lungen Plimsoll Anerkennung und der Regierung herben Tadel auszusprechen. Die Zeit war kurz und eine Agitatisn unmöglich. Dennoch wurden große begeisterte Versammlungen in London, Newcastle, Birmingham, Manchester, Leicestec, Liverpool, Sheffield, LecdS, Birkenhead und andern Städten abgehalten.„Das Land," sagt der„Examiner",—„ist seit dem Falle von Earl Ruffel'» Reform Bill im Jahre 1866 durch nicht« so aufgeregt worden, wa» im Parlament vorging"— und die Regierung beeilte sich, der Erregung Rechnung zu trage». Sie brachte ein Nothgesetz für da» kommende Jahr ein, da« den„Schurken" einigermaßen daS Handwerk legen soll.— Plimsoll erschien letzten Donnerstag im Parlament, um sich wegen seine» mannhaften und deshalb «nparlamentarischen Betragen» zu entschuldigen, ohne jedoch den Inhalt seiner Aeußerung abzuschwächen, und da» Hau» nahm ihn ohne Tadel gnädig wieder auf.— In meinem nächsten Briefe werde ich Ihnen über da» Nothgesetz Bericht erstatten. H. S. Politische Uebersicht. — Die Kenntniß de» Gebiets der Nationalökonomie und speziell der Finanzwissenschaft ist— eine Zier, be- sonder» für Leute, welche der mitunter ziemlich boshafte und um da» Glück der Völker verteufelt wenig bekümmerte Zufall an da» Steuerruder eine» großen Staatwesens postirt hat. Allerdings kommt e» vor, daß solche Leute auch„ohne ihr" in ziemlich kurzer Zeit recht weit kommen, z. B. zu, schlecht gerechnet, 10 Millionen Thaler Vermögen und, nebenbei, an den Ehrenposten national- ökonomischer Kreuzzeitungileitartikel; aber da» Volk bezahlt den Mangel solch nützlicher Kenntnisse bei der hochmögenden Staat«- Mannschaft in der Regel mit einem empfindlichen Reugelde. Von ') Da« Wort ist nicht zu übersetze». Knacker heißt Schinder; auch: Einer der mit alten tranken und ausgearbeiteten Pferden Handel treibt. den Erfahrunzen, welche Deutschland auf diesem Felde gemacht hat, pfeifen schon lange genug die Spatzen auf de» Dächern; aber daß sogar ein liberaler„VolkSwirth" sich gedrungen fühlt nach Pari» zu kutschiren, um in feierlicher EcbfeindSversammlung ein offene» Geständniß unserer ungeheuren Reich»--- Gut- müthigkcit abzulegen, ist gewiß eine überraschende Thatsache. Eine Mittheiluag au» Pari« in der„Berliner BolkSzcitung" erzählt darüber Folgende»:j „Die pariser Gesellschaft für Bolkswirthschaft pflegt allmonatlich eine zwangSlosc Zusammenkunft zu halten, welcher auch nicht selten ftemd: Natioualötonomen ic. beiwohnen. So nahm an der gestrigen Sitzung der Gesellschaft, die unter dem Präsidium de« Herrn Michel Chevalier stattfand, auch der augenblicklich hier weilende Direktor der statistischen Abtheilung des deutschen ReichSkauzleramtS, Herr Faucher, Theil.„Ba Presse" kann nun mit sichllicher Ge- nugthuung melden, Herr Faucher, der eine so hervorragende amt- liche Stellung in Berlin einnimmt, hatte in diesem französischen Gelehrtenkreise ganz offen bekannt, daß die Kriegsentschädigung für Deutschland eine Ursache der Verarmung, de» Steigens aller Preise und der Nothwendigkeit ungeheurer Einfuhren gewesen sei.— Hr. Julius Faucher, fügt die„VolkSzeitung" in gedrückter Stimmung hinzu, von dem hier die Rede ist, bekleidet keine amtliche Stellung. Daß die von ihm geäußerten Ansichten mit den unfrigen übcrein- stimmen, wissen die Leser dieser Zeitung; immerhin muß e« als taktlos bezeichnet werden, daß Herr Faucher eine derartige Rede den pariser Nationalötonome» zum Besten giebt." Vielleicht hat die Offenherzigkeit de« Erfinders der national- ökonomischeu Kategorie„Eatbehrungslohn" grade darin ihren Grund, daß er„keine amtliche Stellung bekleidet". Wäre Herr Faucher Geh. Rezierungsrath, wie sein Freund Michaelis, so bliebe sein Urtheil über die Milliarden wohl sicher unter dem Siegel de» Amtsgeheimnisse» verborgen. — Die rasch zunehmende Verrohung eine» großen VolkStheil», besonder» desjenigen, welcher den Einflüssen de» Militarismus und Chauvinismus am meisten ausgesetzt ist, hat durch folgenden Vorfall einen Beleg erhalten, den der„alte Har- kort" schwerlich in seine RohheitSstatistik aufnehmen wird, da hier- bei selbst die kunstvollsten Bemühungen, die intellektuelle Urheber- schaft in sozialistischen Umtrieben zu finden fruchtlos scheitern müssen. In der Nacht vom 3. August trieben nämlich in der Prenzlauer-Straße ca. zwanzig Soldaten vom Alexander-Reziment Unfug und belästigten die Vorübergehenden. Nach Berliner Be- richten entstand schließlich eine arge Schlägerei. Die Soldaten machten von ihren Waffen Gebrauch und führten hierdurch verschiedene Verwundungen herbei. Endlich ergriffen sie die Flucht, doch gelang es dem Wächter, einen festzuhalten, den er in die Kaserne de» betteffenden Regiments abliefern wollte. Der Arrestant wurde ihm aber im Beisein des Postens vor der Kaserne voa Soldaten entrissen und auf diese Weise befreit. Auf dem Kampf- platz ließen die Soldaten ein Faschinenmesser, eine Solvatenmütze, Achselklappen und mehrere andere Gegenstände zurück, al» genügende Beweise iqreS Heldeuthum». Sollten diese Säulen unseres kämpf- ftohen Vaterlandes für die von ihnen veranstaltete Waffeaprobe bestraft werden, so dürfte eS größtentheils deshalb geschehen, weil sie ausgerissen. Da« ist vom militärischen Standpunkt au» daS einzig TadelnSwerthe bei der Sache! — Im OrdnungSkampfe gegen die„Frankfurter Zeitung" ist insofern eine W-ndung eingetreten, al» einer der festgenommenen R-dacteure, Herr Dr. Stern, wieder freigelassen worden. ist. Die gerichtlichen Ordnunzskämpen hatten nämlich den kleinen Fehler begangen, die sechSmonatl:che Verjährungsfrist für Preßvergehcn in Sachen der Geraer Correspondenz verstreichen zu lassen. Da also eine Anklage aus Grund dieser Correspondenz unmöglich war, konnte sie auch nicht mehr zum Anlaß eines Zeug- nißzwange» benutzt werden. An der ganzen, für die gesammte journalistisch-reptilistisch-liberale Reichssippe immer fataler werdenden Angelegenheit ändert dieser Zwisch-nsall nicht daS Mindeste. Die Collegen des Dr. Stern sitzen nach wie vor, und der Äcund ihrer Verhaftung, die verweigert- Aussage über den Vecsassec des Seit- artikel» iu Nr. 90 der„Frkf. Ztg.", wird wahrscheinlich auch den soeben Entlassenen wieder nach Nummero Sicher zurückführen. Höchst amüsant ist da» klägliche Gebahren der„ReichStreuen". So wim- mert die„Kölnerin": „Sollte die oberste, maßgebende Stell- wirklich den unglück- lichen Gedanken haben, da» hat justitia pereat mundus(Es werde Gerechtigkeit geübt, wenn auch die Welt darüber zu Grunde geht. D. R.) die vom Gesetze gestalteten sech» Monate hindurch durchzuführen, so würde-S für die der Regierung sonst zuzethaaea Organe der öffentlichen Meinung ganz unmöglich sein, nicht immer und immer wieder daraus zurückzukommen. Die Wirkungen, welche die gegnerische und sich aus keinen Compromiß einlassende Haltung derselben in einem Punkte selbst beim besten entgegengesetzten Willen auf den Grad und die Energie ihrer allgemeinen Unterstützung der Regierung ausüben würde und müßte, möchten der R-zierunz die ihrer wenig würdige Freude, die sie durch die Chica- nirung politischer Gegner etwa genießen kann, mehr als vergällen." Man bemerke, wie grob die„Kölnische Zeitung" in ihrer Verzweiflung über die merkwürdigen Ergebnisse der an„oberster, maß- gebender Stelle" waltenden„staatSmännischen" Weisheit zu werden sich unterfängt. — Ueber den Spitzbuben Stadtrath Beck aus Dresden bringen die„Dresdener Nachrichten" noch solzende Einzelnheiten: „Auch einen hiesigen Hanptcollecteur hat der flüchtige Stadtrath vor seiner Abreise gemeiert, indem er sich von demselben zwei Voll Loose unter dem Bemerken mitnahm, da« Geld am nächsten Morgen mit seinem Diener senden zu wollen. Die durch den Flüchtling veruntreuten Summen sind von ganz bedeutender Höhe. Wie man aus guier Quelle hört, fehlen bei dem Hänichener Steinkohlenbauverein— bei welchem unbegreiflicherweise seit Iahren die Kasse nie muß revidirt worden sein— inSgesammt 253,000 Mark und zwar 120,000 Mark baarer Kassenbestand, 89,700 Mark Reservesond, Knappschaft- und Pensionsgelder, 51,000 Mark Accepte. Beck hat übrigen» bei allen festlichen As- lässen in seiner Familie den größten Luxus entwickelt. AlS vor 4 Wochen noch der Jahrestag feine» jüngsten Kindes in der Lößnitz gefeiert wurde, ging e» gar hoch her und die Equipagen der ein- geladenen Gäste hatten fast keinen Raum in dem Gehöfte." So die„Dresdener Nachrichten". Daß Beck auch die Knapp- schaft»- und PensionSgelder de» Hänichener SteinkohleubauvereinS stehlen konnte, liegt nur daran, daß die Arbeiter von jeder ersprieß- lichen Controle über ihre Kassengelder ausgeschlossen sind. Und da böse Beispiele bekanntlich sehr leicht Nachahmung finden, so würden die Bergarbeiter gut thun, wenn sie bei Zeiten und ernstlich sich mit der Frage beschäftigte», wie da« KnappschastSkaffenwesen einer gründlichen Umgestaltung unterzogen werden könnte. E» giebt keine Arbeitsbranche, in welcher die Arbeiter bezüglich des KassenwesenS sich in einer so unwürdigen Unselbständigkeit befinden al« bei dem Kohlenbergbau. Und doch liegt e» nur an dem guten Willen der Bergarbeiter, sich zu Eigeuthümern ihrer eizneu Kassen zu macheu. — Wie die französische„Republik" die besiegten Communard» behandelt. Wir entnehmen dem in französischer Sprache erscheinenden„Mirabeau", Organ der belgischen Sectio- neu der internationalen Arbeiterassoziation, einige Mittheiluazell über da» Loo» der zur Deportation nach Neukaledonieu verurtheil- ten Anhänger der Pariser Commune, denen gegenüber die franzö- sischc Regierung mehr und mehr jede Rücksicht und Menschlichkeit schwinden läßt. Unter Anderm hatte Herr Thier», während seiner Präsidentschaft, von der Tribüne herab die feierlich: Erklärung ab- gegeben, e» würde den Deportirten ungehinderter Briefwechsel ge- stattet sein und da» Briefgeheimniß nicht verletzt werden. Anfangs handelte die Verwaltung dieser Erklärung gemäß, aber am 14. Jali 1374 erließ sie folgenden„Tagesbefehl an die Deportirten":„Den Deportirten wird hierdurch mitzetheilt, daß iu Zukunft ihre Briefe unverschlossen iu deu Briefkasten gelegt werden müssen. Nachdem der LandeSkommaudant von ihrem Inhalt Kenntniß genommen haben wird, wird er sie schließen und an die Post zurückgeben lassen." Unterschrieben:„Der LandeSkommaudant der Halbinsel j Duro», Lauft, Kapitain der Mariue-Jnfanterie". Während nun Briefe wenigsten« uoch befördert werden, kommen Zeitungen gar nicht mehr in die Hänve der Deportirten. Seit der glücklichen Flucht Rochefort» und seiner Genossen wird den Zurückgedlicbeaen das Leben überhaupt in jeder Weise und auf da» Aeußerst: schwer gemacht. So fand Anfang» nur selten Appel— Versammlung zum Zweck des Namensaufruf»— statt, später wurde ein solcher allsountäglich abgehalten und jetzt gar alle Tage zweimal. Außer- dem ist neben einer Unsumme anderer FreiheitSbeschränkupzen auch da» Verbot erganzen, zwischen Sonnenuntergang und-Aufgang die Hütten zu verlassen. Dann dürfen die Deporlirteu ihr Holz sich nicht mehr selbst au» dem Gehölz holen, das ihnen früher zu be- trete» freistand, vielmehr sollen ihnen Holzrationen geliefert wer- den; das wird jedoch häufig vergessen, so daß sie ihre Nahrung roh zu sich nehmen müssen. Außeroem wurden denjenigen, welche sich der in den Namensaufrufen neueingeführten militärischen Manier de» Formiren« von Sektionen uad Gliedern nicht gleich fügen wollten, die Lebensmittel bis zu völliger Unterwerfuag ganz vorenthalten— durch welche Maßregel die Verwaltung dreihundert LebenZmittelrationen profitirtc. Vor mörderischen Angriffen feiten» der überwachenden Beamten sind die Deportirten keinen Augenblick sicher, wegen der geringsten Kleinigkeit werden sie mit Revolver- schüssen traktirt. Einem von ihnen ist neulich in seiner Wohnung eine Kugel durch den Arm gejagt worden, weil er dem Verbot, selbst Holz zu holen, nicht gehorcht hatte.(Der Schluß der Mit- theilungen au» dem„Mirabeau" folgt in nächster Rammer. D. R.) — Der Strike der Baumwollspinner zu Oldham(Eng- land) nimmt immer größere Dimiasionen an. Auf den Strike der Arbeiter antworten die Fabrikanten mit der Aussperrung der iu ArbeitBerbliebeneu, sodaß wie in den Zeitungen zu lesen ist, von 162 Spinnereien, deren Besitzer dem Fabrikantenverbande angehören, kaum in einem halben Dutzend gearbeitet wird. Man berechnet, daß, wenn die sämmtlichen Fabriken geschlossen werden, ca. 30,000 Personen arbeitslos sind. In einer in Manchester stattgefundeaen Conferenz von Bertretera der Arbeiter von Lancashire, V�rkshire, Ch-shire unv D-rbyshire wurde beschlossen, daß die Arbeiter iu Oldham nicht in Fabriken arbeiten sollen, wo die neue Lohnliste angeschlagen ist, nnd daß in Moßley und Ashleh die Arbeit nur da begonnen werden soll, wo die alten Löhne gezahlt werde». Der Strike ist hervorgerufen durch eine Veränderung de» Systems bei der Auszahlung der Löhne, wodurch sich die Arbeiter benachtheiligt fühlen. Der Ärbeiterverband wirv alle Diejenigen untersTützen, die infolge des obigen Beschlüsse» entweder strikeu oder von der Arbeit ausgeschlossen werden. In Ashtan-undcr-Lyne wurden etwa 50 Spinnereien, in denen 7—6000 Arbeiter beschäftigt, geschlosseu. — Weiler wird von einem Strike der Flachsspinner in Dundee berichtet; 31 Fabriken sind geschlossen und über 15— 18,000 Arbeiter feiern. Die Arbeiter beschlossen, den Strike fortzusetzen, bis � die projectirte Lohnherabsetzung voa 10 Proc. zurückgezogen war- den ist. Die Fabrikbesitzer anderseits sind größtentheils entschlossen, au der von ihnen verfügten Lohnherabsetzung festzuhalten.— Zwischen den Arbeitgebern und Arbeitern in Süvwales ist anläßlich de» letzten großen Strikeö ein Compromiß zu Stande gekommen, nach welchem die Arbeitslöhne nach den Kohlenpreisen regulirt werde» sollen. Nach langen Berathungen einigte man sich über folgende Punkte: Der Arbeitslohn für eme Tonne Kohlen ist 1 sh, 10 d., wenn der Preis der Kohlen pro Tonne auf 14 sh. steht. Bei Erhöhung de» Kohlenpreises um 1 sh. pro Tonne steigt der Ar- beitslohn um 2 sh., und so fort bi» die Tonne 20 sh. kostet. Bei Höheren Preisen steigen die Löhne nicht mehr, fasten dagegen aber auch nicht, wenn die Tonne weniger al« 14 sh. kosten sollte. Alle übrigen Zwistizkeiten werven durch schiedsrichterlichen AuS- spruch beigelegt.— Wenn'» nur wahr ist! — Seit dem 25. Juli verbüßt Parteigenosse Rich. Wolf zu Arnstadt eine Gefängnißhaft voa zwei Monaten. Wolf wurde unter Eskorte von Cleve nach feinem neuen Domizil übergeführt. Gewerksgenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schiffszimmerer-Berei«. Kamvurg. SchiffSzimmerleute Deutschlands! Einer der schrecklichsten Unglücksfälle ereignete sich am 16. Juli um 12 Uhr Morgens in Vegesack auf Ulrich« W:rft, wovon ich mich verpflichtet fühle, Euch zu benachrichtigen, da ich selber in Vegesack war, um den Unglücksfall näher zu untersuchen. Ich fand gleich von vorn- herein, daß dieser Unglücksfall, welcher einige unserer Collezeu schwer getroffen hat, nur durch Fahrlässigkeit, um Arbeit, unv somit Arbeitslohn zu sparen, geschehen war. Um Euch jedoch Asten die Lage in Vegesack klar zu legen, ist eS uothwendig, Euch zu vergegenwärtigen, daß in Vegesack früher ein großartiger Schiffsbau betrieben wurde, e« waren daselbst 7 bi« 800 Mann beschäftigt. Der Schiffsbau hat sich jevoch feit mehreren Jahren fast gänzlich, bi» auf eine Eifenschiffsbau- Werft, deren Inhaber Ulrichs heißt, verzogen. Es kann hiervon nun in keiner Weise die Rede sein, daß der Schiffsbau in Bege- sack sich am Ende verzogen hätte wegen zu großer Lohnforderung der SchiffSzimmerleute, und daß deshalb der Schiffsbau an andern Orten iu Deutschland stärker geworden sei, well der Lohn der SchiffSzimmerleute geringer ist! Nein, hiermit können die Herren Schifflbaumeister sich wahrhaftig nicht entschuldigen, so gerne al» sie es auch thäte». Denn der Lohn unserer Collegen in Vegesack war stets einer der niedrigsten in ganz Deutschland. Auch wußten die Meister sich in jeder Weise zu sichern, sie benutzten vortefflich die Zeit, als unsere Collgen noch unorganisirt dastanden; nicht allein wurde der Lohn in 3 bis 4 Klassen eingctheilt, wovon der höchste Lohn 1 Thlr. betrug, sie beuteten unsere College« sonst noch auf jegliche Weise auS, so gründeten sie z. B. Krankenkassen, welche sie selbst verwalteten, und zogen unfern Collegen alSdann von jedem verdienten Thaler 6 Pf. als Beitrag zur genannten Kasse ab. Wer dann krank wurde, bekam«eistentheilS nichts, wer sich bei der Arbeit verwundete, bekam etwas. Abrechnung wurde nie «als gegeben. Ich erwähne dieses, Kameraden Deutschlands, um Euch Klar heit über Vegesack auS der Vergangenheit zu verschaffen. Gehe» wir nun jetzt auf die gegenwärtige Lage in Vegesack etwa» ein. Die gegenwärtige Lage ist eine durchaus miserable für unsere dortigen Collegen. Arbeiteten früher daselbst 7 bis 800 Mann, so sind jetzt höchstens 60 bis 70 SchiffSzimmerleute beschäftigt, und zwar auf der EisenschiffSbau-Werft Ulrichs. Die meisten unserer Collegen mußten daher auswandern, um anderSwo zu ar- beiten, doch ist noch immer Arbeitskraft reichlit genug vorhanden, um die Arbeiten in Vegesack zu verfertigen. Unsere Collegen ver- richten daher, um alle Arbeit zu bekommen, verschiedene Arbeiten, welche gar nicht in daS Bereich des SchiffSzimmerhandwerkS ge- hören, so z. B. vernieten sie die Platten am Schiffe und der- gleichen Arbeiten mehr. Daher sucht der Meister Ulrichs in Folge des Angebots von Arbeitskraft seine Leute auf jegliche Art und Weise zu chikaniren und ihre Arbeitskraft auszubeuten, so z. B. hatten unsere College» im Frühjahr einen Konflikt mit Meister Ulrichs, indem er für 100 Nieten nur 2 Thlr. zahlen wollte, wo- bei unsere Collegen unmöglich bestehen konnten, ebenfalls wollte er sie zwingen, in die von ihm gegründete Krankenkasse(zu der alle audcrn auf der Werft beschäftigten Eisenarbeiter bereits gehören) einzutreten, wogegen sie sich jedoch bi» auf den heutigen Tag energisch sträubten. Unglücksfälle kommen in Folge der Treibereien, und weil nicht die dazu gehörigen Vorsichtsmaßregeln bei der Arbeit getroffen werden, fast alle Augenblicke vor. Wer sich auf der Werft Ulrichs nach de» dort beschäsiigten Arbeitern umsteht, darf sich nicht wundern, wenn er zahlreiche Arbeiter erblickt, welche entweder mit einem Auge, oder mit wenigen Fingern an der Hand, oder mit sonstigem Schaden am Körper, welchen sie sich bei der Arbeit auf Ulrich» Werst zugefügt, umherlaufen. In Folge der größten Fahrlässigkeit von Seiten deS Schiffs- baumeisterS Ulrichs konnte auch nur das Unglück, welches am 16. Juli sich zugetragen hat, stattfinden. Jeder Fachkenner wird darüber gewiß in größtes Erstaunen versetzt werden, wenn er hört, daß aus der Werst Ulrichs ein Schiff, welches»och im Bau be- griffen war, plötzlich einige Fuß herunterlief, und sich auf die Seite legte. Auf die Frage, ob ein solcher Fall sich zutragen kann, wenn ein im Bau begriffenes Schiff ordnungsgemäß, wie es schon seit alten Zeiten üblich und Gebrauch ist, befestigt ist? wird ein jeder Fachkeuner, wenn er keine Heuchelei zu treiben bc- absichtigt, mit einem entschiedenen Nein antworten. Wir kommen daher zu der Frage, auf welche Weise konnte diese« Unheil nur geschehen? Die Antwort ist: daS Schiff war nicht gehörig be- festigt, wie e« schon seit alten Zeiten Gebrauch und üblich war. ES lag daher eine Fahrlässigkeit zu Grunde, und diese ist, daß daS Schiff nicht auf beiden Seiten mit gehörigen Kreuzlazecn versehen war; wenn auf jeder Seite ein Kreuzlager gelegen hätte, dann hätte daS Schiff sich nicht auf die Seite legen können. Man schreibt zwar in der Vegesacker Wochenschrift, daß plötzlich durch unaufgeklärten Zufall daS Schiff vom Helgen rutschte, und sich seitwärts legte, die stützenden Balken zersplitternd. Die Bcgesacker Wochenschrift kann aber versichert sein, daß, wenn auch für sie der Zufall unaufgeklärt erscheint, cS doch für jeden Fachkcnner klar genug ist; es kann auch von stützenden Balken aus der Seite keine»Äede sein, die wären nicht zersplittert, es waren vielmehr leichte dünne Spieren. Der Hauptgrund liegt aber nicht allein in dem Nichtvorhandensein von Kreuzlager», son- dern darin, daß man keinen Balken am Hintersteben befestigt hatte, der gegen das Schiff anstrebt, um e» vor dem Rutschen zu schützen. Auf beiden Seiten Kreuzlager und einen guten am Balken Hin- tcrsteben, daS sind Gegenstände, welche die Neger in Afrika nicht vergessen würden. Jedoch Meister Ulrichs übersieht solche Sachen. Und was ist denn für ein Unglück passtrt? wird man fragen. Nun, weiter nichts, als daß ein Schiffszimmermann Namens Bern- Harb HarjeS aus Lehmwerder von dem Rumpfe des Schiffes zer- quetscht wurde— gegen 6 Uhr Nachmittag» war es erst gelungen, den Körper zu befreien; um dies zu bewerkstelligen, mußte ein Canal unter dem Schiffe in die Erde gegraben werden. Einer wurde am Kreuz beschädigt und leidet sehr, und einem Anderen wurde der ganze Arm zerrissen und viele Andere haben sich leichte Verletzungen zugezogen. Herr Ulrichs, erröthcn Sie nicht, wenn Sie daran denken, welches Unheil durw Ihre Fahrlässigkeit angerichtet wurde? Der verunglückte SchiffSzimmsrmann hinterläßt Frau und Kinder, Herr Ulrich»! Weshalb haben Sie jetzt Kreuzlager am Schiffe angebracht? Warum auch erst jetzt bei dem andern ' im Bau begriffenen Schiffe? Ich frage Sie, Herr Ulrichs, warum beachteten Sie die Schutzmaßregeln nicht früher alle? Oder stagen Sie nicht darnach, ob Ihre Arbeiter dabei zu Krüppeln werden? Sre freuen sich wohl besonders, daß da» Schiff keinen Schaden erlitte« hat? Die Arbeiter kümmern Sie wohl wenig? Ich hoffe aber, daß dieser Borsall näher von dem Staatsanwalt untersucht wird, damit der§ 222 des deutschen Reichs- Straf- Gesetzbuche« nicht übertreten wird. Euch, Kameraden, liefert dieser Vorfall aber wieder den besten Beweis, welche traurigen Folgen eS hat, wenn wir nicht eiumüthiglich zusammenhalten und ein Jeder sich unserer Organisation unterwirst. Wenn unsere Collegen in Vegesack Alle für Einen und Einer für Alle stehen würden, dann hätten sie Meister Ulrichs zeigen können, daß er verpflichtet war, sowohl Kreuzlager unterm Rumpfe d-S Schiffes anzubringen, als auch einen Balken am Hintersteben zu befestigen, wodurch da« U»glück ver- hütet worden wäre. Sobald aber nicht alle einmüthig zusam- anenhalten, fürchtet Jeder sich ein Wort deS Recht« zu sprechen, indem er zu fürchten hat, daß er de» Abend» Feierabend bekommt und seine übrigen Collegen nicht für ih» eintreten. Daher, wo am Orte solche Sklaverei existirt, dann ist die Schuld an solchem Unglück den Leuten selber zuzuschreiben, deswegen rufe ich allen Den- jenigen, die uns bis jetzt noch immer ferngestanden haben zu, sich sofort unserer Organisation anzuschließen. Pflicht ist eS ebenfalls, daß die SchiffSzimmerleute in Vegesack darauf sehen, daß nur ge- lernte SchiffSzimmercr zur Arbeit zugezogen werden, dann werden solche Unglücksfälle nicht vorkommen und dann wird auch die schädliche Coucurrenz unter uns beseitigt. Laßt Euch daher die» «ine Waruung sein. Mit sozialdemokratischem Gruß H. Groß, St. Pauli, Bergstr., Hof 23, Bude. Der Strike in Aauenvurg ist stegreich beendet, die dortige» Meister haben voll und ganz in unsere gestellten Forderungen ein gewilligt. In Lübeck und ItensBnrg dauert der Kampf jedoch hart näckig fort. Diese» allen Collegen zur Notiz. Mit sozialdemokratischem Gruß H. Groß. Allgemeiner deutscher Ma«rer- und Steinhauerbnud. Ka«v«rg, 8. Aug. In Nr. 89 des„BolkSstaat" befindet sich unter der Rubrik: Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer ein Artikel, welcher zum Theil ans einem Jrrthum beruht, und einer kurzen Berichtigung bedarf. Die gemeinschaftliche General Versammlung der Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer und des Allgemeinen deutschen Maurer- und Steinhauer- BsndeS hat erklärt, eS fei besser, we»n jede Geschäftsbranche für sich gesondert orgauistrt sei, es hätten daher die Mitglieder der Gewerkschaft sich in der Weise zu trennen, daß die Maurer in die z» schaffende ge meiusame Organisation der Maurer, die Zimmerer in die der Zimmerer einzutreten hätten. Es wurde hierbei vorausgesetzt, daß mit dem deutschen Zimmerer- Berei» ebenfalls eine Bereinigung stattfinden würde, da die» nun unterblieben ist, so wird seiteu» der Verwaltung den Zimmerern, welche Mitglieder der Gewerkschaft sind, empfohlen, sich dem deutsche» Zimmerer-Berein anzuschließen, aber gezwungen wird dazu Niemand, sondern wer beim Allgemeinen deutschen Maurer- und Steinhauerbund bleiben will, der bleibe, Niemand wird ihm etwas in den Weg legen. Was das Kranken- kassenwesen anbettifft, so bleibt die Ceutralkrankenkassc ganz so be- stehen, wie die Gewerkschaft sie eingeführt hat, und alle Mitglie- der derselben gehören ihr an, so lange sie wollen, ganz gleich, ob sie Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Maurer- und Stein- haucrbuude» oder de» deutschen Zimmerer- Vereins werden. Es wird sorgfältig darüber gewacht werden, daß Niemand in seineu Rechten gekränkt wird. Sollte noch Jemand in Betreff dieser An- gelcgenhcit sich nicht ganz klar sein, so möge er sich nur direkt an mich wenden. Mit Gruß H. Schöning, Jakobikirchhof 29. Berei« der Gattler und Berufsgeuosscn. Deutz. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Wohnung deS Vertrauensmannes der Mitgliedschaft Cöln a. Rh. sich zu Deutz, Louiseustr. 6, 1 Tr., befindet. A. Kirstein, Vertrauensmann. Gewerksgenossenschast der Mauufaktur-, Fabrik-«ud Haud- arbeiter beiderlei Geschlechts.(Sitz Weimar). ßrimmitscha«, 9. Aug. Für April, Mai und Juni haben abgerechnet: Crimmitschau Mark 22.10, Gotha 8.20, Pößneck 2.40, Großenhain 32.00, Oelsnitz 6.10, Dresden 15.00, Pfersee 12.60, Plauen 12.80, Schweinau 37.37, Gera 7.30, Apolda 2.40/ Lan gensalza 24.00, Augsburg 11.00, Wolfenbüttel 2.30, Lambrecht 8.40, Reutlingen 20.10, Leifertc 11.08, NowaweS 16.30. Extra- steuer haben eingesandt: Crimmitschau 15.00, Großenhain 18.00, Oelsnitz 3.50, Pfersee 7.30, Plauen 4.00, Schweinau 28.20, Gera 7.00, Langensalza 14.00, Augsburg 90.20. Freiwillige Beiträge für die Brünuer Strikenden wurden der Verwaltung zugesandt auS Großenhain: Mark 1.00 von 4 Tuchmachern in der Fabrik August Schillings durch Genosse Noak, 0.60 von Feie, 4.45 von den Arbeitern Emil Schillings durch Wittenberger, 2.90 von den Arbeitern der Gebrüder ZfchilleS durch Lönig, 4.60 von den Arbeitern der Fabrik von Tschuke u. Otto durch Kunz, 5.95 von de» Arbeitern der Sächs. Tuchfabrik durch König, 2.30 von den Ar- beitern der Kattunfabrik durch Börner, 8.70 von der mechanischen Weberei Nenndorf durch Riedel, 60.60 von der mechanischen We- berei der sächsischen Tuchfabrik durch Sickart, 3.00 von den Ar- beitern BuchwaldS durch Nossak, 0.50 von Ernst Schön, 4.40 von den Arbeitern August ZfchilleS. Von Augsburg von einem AuS- flug auf den Kobel 6 fl., von der Kammgarnspinnerei 1 fl. Die Genossen werden nun noch ersucht, Anträge zur General- Versammlung bis zum 15. d. MtS. einzusenden, später eingehende Anträge können»icht veröffentlicht werden.(Siehe ß 27 der Statuten.) Im Auftrage der Verwaltung: C. Poser. Correspondenzen. Leipzig. Sonntag den 8. und Montag den 9. d. M. tagte hierorts der deutsche Schneidcrkongreß. Anwesend waren auS allen Theileu Deutschland» 30 Delegirte, die 39 Mandate verttaten. ES wurde vollständige Einigung erzielt und Montag Nachts um 2 Uhr unter Enthusiasmus der neue Verein proklamirt, worauf der Schluß des Congresses erfolgte. Näherer Bericht folgt. WeichenSach i. iß. Wir haben seiner Zeit die nach der letzten ReichstagSwahl von denConservativen im 22. sächs.Wahlkreisegcschehene Gründung eine«„Reichstreuen Vereins deS gemäßigten Fortschrittsberichtet. Die Gründung geschah hauptsächlich wegen der uner- warteten Wahlsiege der Sozialdemokraten auf dem Lande und hatte zum Zweck, für fernere Wahlen selbständiges Handeln zu ermöglichen bez. der üblichen Fusion mit den Nationalliberaleu mehr und mehr zu entsagen. Deshalb wurde auch der Reichstreue und dem Fort- schritt im VereiuSuamen Ausdruck gegeben, damit man nicht ferner- hin diese größtentheilS auS Beamten, Geistlichen, Gutsbesitzern:c. bestehende Partei als sächsische Partikularisten und Reactionäre bettachten könne. ES war hierdurch zugleich den Nationalliberalen Gelegenheit geboten, mit dieser Partei ihre erhabenen Ziele weiter zu verfolgen und im Bunde mit der Reaction unter der Firma „ReichStreue und Fortschritt- durch einfachen Beitritt weiter zu streiten, wie dieS ja bei alle» Wahle», wo die Sozialdemokratie auf den Kampsplatz ttat, geschah und geschieht. Doch welche Täu- schung. Vor wenigen Tagen kam ein Aufruf zur Gründung eines „Logtl. freisinnigen Verein«-, wonach daS Hauptstreben eines guten Deutschen sein muß, der Führung des Reich» im Volke eine feste und dauernde Stütze zu schassen, und daß zu diesem Zwecke genannter Verein seine Thätigkeit entfalten wird. Die Constituirung hat am 25. Juli in Treuen stattgefunden, e» wird also baldigst in erwähnter„Freisinnigkeit- gemacht werden. Wir Sozialisten wollten immer durch Verbesserungen der Reichs- einrichtungeu das Reich und damit auch die Führung dem Volke lieb und werth machen, hier wird uns aber gezeigt, wo angefangen werden muß, sowie auch, wie wackelig Manches ist, da es sonst nicht» zu stützen gäbe. Rob. Mütter. Nertt«, 25. Juli. Heute fand in dem Lokal„Zum deutschen Kaiser- eine Generalversammlung der Akkordträger, Bau- und Erdarbeiter statt mit der Tagesordnung:„Die Nothwendigkeit der einheitlichen Organisation-. Al« Referenten funzirten die Herren Naumann und Unterzeichuetcr. Nachdem Herr Baumann die Nothwendigkeit der Organisation aller Arbeiter im Allgemeinen und ich die Nothwendigkeit für unfern Beruf selbst beleuchtet hatte, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heutige außerordentliche Generalversammlung der Akkordträzer, Bau- und Erdarbeiter Berlin» erklärt: eS ist die erste Pflicht eines jeden Anwesenden, mit allen Kräften und mit allen uu« gesetzlich zu Ge- böte stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß alle unsere Collegen sich dem Berliner Akkordttäger- und Bauarbeitcr-Vereiu anschließen und für Verbreitung der allgemeinen Arbeitcr-Prinzipien Sorge tragen. Mit sozialdemokratischem Gruß Wilh. Weißmanu. Aranllfurt a. M.. 5. Augost. Gestern Abend fand im Pfuhl'schen Lokale auf der Zeil eine sehr zahlreich besuchte Volk«- Versammlung statt. Die Tagesordnung«ar: 1) Die reichsfreund- liche unv die reichsfeindliche Presse. 2) Die Bier- und Pretroleum- steuer. Klein referirte über den 1. Punkt in einstündiger Rede unter dem Beifall der Versammlung und geißelte in scharfen Zü- gen das Verhalten der reichsfreundlichen Presse, die alle Blätter, welche nicht mit ihr in ein Horn blasen, als reichSseindlich be- zeichnen. Redner wieS daraus hin, daß alle Blätter, die nicht auS dem Reptilienfonds zehren, von der regierungsfreundlichen Presse als reichsfeindlich betrachtet werden. Redner kritisirte auch das Verfahren der Regierung gegen die Redakteure der„Fraukfurter Zeitung" und wurde eine von H. Sabor gestellte Resolution einstimmig angenommen. Die Resolution lautet: Die heutige Volksversammlung erklärt: da» Vorzehen der königlich preußischen Staatsanwaltschaft gegen die Redakieure der„Frankfurter �Zei- tung- ist ein in allen europäischen Ländern— vielleicht mit Ausnahme Rußland«— unerhörtes. Ein solches Vorgehen droht die nothwendigen LebenSbedingungeu der Presse zu vernichten, welche den Staat nicht einem orientalischen Despotismus entgegengettiebe« wissen will-. Der 2. Punkt wurde dahin erledigt, daß e» die An- stcht der Redner war, alle Steuererhöhungen aus Lebensbedürfnisse seien nur gegen die Interessen der Arbeiter gerichtet sind und eS sei unter aller Bedingung dagegen zu protestircn. Schließlich erinnerte Kunz noch, daß es Pflicht und Schuldigkeit ist, die Ver- breitung der Arbeiterorgane zu fördern, nur a»s diese Weise sei der heutigen Lügenpresse ein Damm entgegen zu stellen.— Wir habe» den Tod eines tapferen Sozialisten zu beklagen. Schrift- fetzer Kulo ist plötzlich beim Nachhausegehen vom Schlage ge- troffen und gestorben. Kulo hat immer seine volle Schuldigkeit gethan und für das arbeitende Volk gekämpft. Friede sei mit ihm! B. Liudheimer. Wei»i«gen, 1. August. lArbeiterbildungsverein.) Um den Parteigenossen zu zeigen, wie man die Wahrheit und Aufklärung in den hiesigen Lokalblättern zu verbreiten sucht, lasse ich hier eine Kritik meiner Correspondenz in Rr. 74 de«„BolkSstaat- folgen, welche wahrscheinlich ein sehr gelehrter Volksbildner von hier in die„Weimarische Zeitung" hat setzen lassen und welche in Nr. 156 deS hiesigen Tageblattes sofort, trotz der verschiedenen Wortver- drehungen, zum willkommenen Abklatsch kam. Man überlegte dabei nicht, daß die meisten der hiesigen Einwohner doch so ziemlich die Wahrheit meiner Correspondenz erkannten, denn die Nr. 74 de» „Volkestaat" wurde mit einem wahren Heißhunger gelesen und allgemein gut aufgenommen. Ich lasse jetzt die fragliche Kritik, die, wie schon gesagt, auch im hiesigen Tageblatt Aufnahme fand, folgen: „Aus Meiningen, 5. Juli, wird der„Weim. Ztg." geschrieben: Obgleich die Sozialdemokratie bei uns keinen festen Grund und Boden hat, so wird doch neuerdings wieder in den sozialdemo- kratischeu Blättern von dem hiesigen Fortgang der sozialdemokra- tischen Bewegung gemeldet. Diese staatSretterischen Ideen finden jedoch unter unserer Arbeiterbevölkerung im Ganzen wenig Theil- nähme; in einer Versammlung der Tischler behufs Gründung einer Gewerkschaft betonte z. B. ein Wortführer unter anderm sehr stark, daß sie nicht« mit den Sozialdemokraten zu thun hätten;„wir wollen keinen Verein gründen", sagte derselbe,„wo man nur den Vergnügungen nachgeht, und wo jeder Mistgabelgeselle aufgenommen wird, sondern wir wollen eine Gewerkschaft, mit deren Hilfe die Lage der Tischler gehoben werden kann." Infolge des Wieder- aufbaues de» abgebrannten StadttheilS befinden sich unter den Bauarbeitern auch sehr viele Belgier und Italiener, welche meisten« zur Backsteinfabrikation und zu Erdarbeiten verwendet werden und durchschnittlich täglich 2'/, bis 3 Mark verdienen. Di; Zurück- Haltung von der Sozialdemokratie, ihre einfache Lebensweise und ihre unverdrossene Thätigkeit ist aber den hiesigen wenigen Sozial- demokraten ein gewaltiger Dorn im Auge, sie benennen dies- Ar- bester nur die Meininger Kalis. Freilich entziehen solche Arbeiter den sozialdemokratischen Großsprecher« allen Boden." Was nun de» erster» Satz der Kritik betrifft:„Obgleich die Sozialdemokratie bei uns keinen festen Grund und Boden hat," so zeigt eben der Verfasser, daß er mit den Gesinnungen der Ar- bester und kleinen Meister sehr wenig bekannt ist, denn obgleich hier in dieser Sache noch sehr wenig Aufklärung herrscht und man überhaupt hier noch in den meisten Fällen den Verstand und die nöthigen Kenntnisse zu einem gesunden und natürlichen Fort- schritt im heiligen Geldsack und in einer hohen Stellung sucht (da« beweist die letzte Gemeinderathswahl und die jetzige Zusammen- stellung deS Gemeinderaths), so erklärten sich doch in der ersten hierzu einberufenen Volksversammlung, welche am 2. Dezbr. 1873 hier abgehalten wurde und in welcher Jmhof referirte, trotzdem dieselbe sehr schlecht besucht war, also als eine verfehlte zu be- trachten war, 22 Arbeiter zu Mitgliedern unserer Partei, und am 15. Dezember 1873 traten in einer zweiten Versammlung wieder 10 Arbeiter der Partei bei, und so bildeten wir mit 32 Arbeitern zum neuen Jahr 1874 den Arbeiter-BildungSverein, welche Zahl sich bis zum 15. Februar auf 41 steigerte, trotzdem unterdessen auf Veranlassung de» hiesigen BildungSvereinS Dr. Lindwnrm iu einer Versammlung am 30. Januar 1874 seine Weisheit hören ließ, z» welchem Ohrenschmauß der Vorstand gedachten Verein« eS für nöthig hielt, mich und unfern Verein brieflich einzuladen. Am 15. Februar hielt nun in einer von mir einberufenen öffent- licheu Versammlung unseres Verein» Herr Wilh. Bock auS Gotha einen Vortrag vor einer sehr stark besuchten Versammlung, wo sich ebenfalls wieder 21 Arbeiter einzeichneten, und so ging eS fort so daß wir bald eine Miigliederzahl von 81 hatten. Da aber nun die Herrn Meister in Verbindung mit den Herrn National liberalen ihre Hetzjagd einleiteten, und wir weiter keine Versamm- lungen abhalte» konnten, so war eS ganz natürlich, daß wiede. sehr viele zurücktraten. Trotz der Hetzjagd hat die Zahl der ge- Heimen Sozialdemokraten in letzter Zeit hier sehr zugenommen und haben wir mehr festen Boden als der Herr Verfasser der„Kritik" glaubt, und es darf nur agitirt werden und unser Verein würde zum Strecken deS Verfassers ganz erstaunlich zunehmen. Unser- Sache ist also ebensoweuig im Rückschritt begriffen, wie anderSwo auch. Was nun die staatSretterische Idee öetrifft, so freut eS um sehr, daß unS der Herr Verfasser diese Idee zutraut, denn daß wir mit unserer Idee weit eher einen Staat retten könnten, aln die privilegirten StaatSretter und deren Anhang, das wird jedeu vernünftigen Menschen, der unsere Sache genau verfolgt hat, einleuchten. Wa» nu» die Versammlung der Tischler betrifft, so kann k ich dem Verfasser nur empfehlen, meine Correspondenz noch einmal durchzulesen, er wird dann finden, daß nicht die Tischler eS waren, welche eine Gewerkschaft haben wollten, sondern daß diese» ein Vorschlag von mir war, denn die Tischler haben, wie eS scheint, den Zweck und Nutzen einer Gewerkschaft bis jetzt noch nicht ein- gesehen, obgleich ich ihnen die Statuten der Holzarbeitergewerkschaft verschaffte. WaS nun den letzten Theil, die Zurückhaltung der Belgier und Italiener von der Sozialdemokratie betrifft, s» ist es geradezu lächerlich zu sagen, daß uns dieses ein Dorn im Auge fei, denn wie können wir verlangen, daß sich diese Leute unserm Verein anschließen, da wir der italienischen und belgische» Sprache nicht mächtig sind, und jene der deutschen nicht. WaS serner die einfache Lebensweise und die unverdrossene Thätigkeit anlangt, so muß ich darauf erwidern, daß, wenn ein deutscher Arbeiter in solchen Kleidern deS Sonntags einhergehcn wollte, wie es die Italiener hier thun, man ihn schön ansehen würde. Unter solchen Umständen kann der Italiener schon billiger arbeiten als der Deutsche, aber das ist eS ja gerade, waS die Herren Unternehmer und sonstigen Ausbeuter haben wollten; sie haben sich ja dieselben kommen lassen, um den hiesigen Arbeitern Concnrreuz zu macheu und die Löhne herunterzudrücken, waS auch gelungen wäre, wenn der furchtbare Brand nicht dazwischen gekommen wäre. WaS weiter die unverdrossene Thätigkeit betrifft, so glaube ich, daß die deut- scheu Arbeiter den andern nicht viel nachstehen, nur daß sie mehr Lohn für ihre Thätigkeit verlangen. Der Aerger der Herrn Un- ternehmer nebst Anhang über die deutschen Arbeiter rührt eben daher, weil ihnen der„Entbehrungslohn" und die Rifikoprämic zum Theil geschmälert wird, woran natürlich wieder die Sozial- demokrateu die Hauptschuld tragen. WaS nun die Meininger „AuliS" betrifft, so will ich darüber nicht weiter sprechen, wer aber mit angesehen hat, wie die ausländischen Arbeiter Seitens der Unternehmer behandelt wurden, der war allerdings versucht, zu glauben, die Herren hätten sich Kulis kommen lassen. WaS nun den allerletzten Punkt betrifft, so kann ich dem Verfasser versichern, daß alle fremden Arbeiter nicht im Staude sind, uns Sozialdemokraten den festen Boden zu entziehen, und daß unser Boden viel- leicht fester ist, als wie der des Herrn Verfassers, denn der unsere heißt Wahrheit, Recht und Freiheit; wie aber heißt denn der ihrige? He! G. G. Negensvurg, 23. Juli. Sonntag den 24. d. M. fand hier in den Schanktokalitäten der Strasser'flben Bierbrauerei eine sehr zahlreich besuchte Volksversammlung statt, in welcher der Reichs- tagsabgeordnete Hasenclever als Referent anwesend war. In das Bureau wurden gewählt die Parteigenossen Jblacker und Malgersdorfer als Vorsitzende, Reilmayer und Müller zu Schriftführern. Nachdem der Vorfitzende die anwesenden Reporter gegnerischer Zeitungen ermahnt, nicht wieder falsche Berichte wie die über die letzte Arbeiterversammlung zu bringen, nahm Partei- genösse Hasenclever daS Wort zur folgenden Tagesordnung: 1) Die Thätigkeit deS ReichStag-S. 2) Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands und die Stellung der Regensburger Arbeiter zu derselben.— lieber beide Punkte sprach der Referent unter fort- währendem Beifall der Versammlung. Er beleuchtete in klarer und durch treffende Beispiele erläuterten Weise die Ausnahmegesetze, das Landsturmgesetz, die Coalitions- und Arbeiterftage. Nicht allein der große Saal und zwei vordere Gastzimmer waren überfüllt, sondern e« standen auf der Straße, an den Fenster« und Thüreu noch Hunderte von Zuhörern. Es ist dies leicht erklärlich; weil eS uns nämlich an agitatorischen Kräften fehlt, konnte» wir seit Jahresfrist erst diese eine Volksversammlung abhalten. B. Müller, Schriftf. Augsburg, 26. Juli.(Zum„Rückgang.") Sonntag den 25. Juli feierte der sozial-demokratische Verein Hierselbst sein diesjähriges Stiftungsfest. Der Reichstagsabgeordnete Hasenclever hatte zugesagt, die Festrede zu halten. DaS Unternehmen, in einem der größten und schönsten Localitäten, die Augsburg aufzuweisen hat, ein Fest abzuhalten war in Anbetracht der Verhältnisse immer- hin ein gewagtes, da an diesem Tage die Jakobi-Kirchweihe statt- fand, bei welcher Gelegenheit Alles i« die Jakobi-Vorstadt strömt, was nur laufen kann. Trotz alledem war»nser Fest so Massen- Haft besucht, daß kein Tisch oder Stuhl unbesetzt blieb, ja sogar Bierfässer und alle möglichen Stützpunkte wurden herbeigeholt, um für die zahlreichen Gäste Platz zu schaffen. Die Bourgeoisie hatte sich ebenfalls zahlreich eingefunden, vermuthlich aus Neugierde, um den vielgenannten Käufer des bekannten Landguts am Plötzensee, Hasenclever, sprechen zu hören. Dieser Festredner, der erst AbendS 6 Uhr von RegenSburg ein- traf, wurde mit enthusiastischen HochS begrüßt. Nachdem Gesin- nungSgenosse Oehme auS München einen Festgruß gesprochen, betrat Hasen clever die Tribüne und hielt die Festrede. ES würde den Raum dieses Blattes über Gebühr in Anspruch nehmen, wollten wir die Festrede dem Wortlaut nach bringen. Nur soviel sei ge- sagt, daß dieselbe von Freund und Feind günstig beurtheilt wurde. Diese Gelegenheit hat auss neue gezeigt, daß die Sozialdemokratie — im„Rückgang" begriffen ist. Mainz. Für Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Worms, Mannheim, Wiesbaden n. s. w. diene zur Nach- richt, daß die hiesigen Partei- und GewcrkSgenossen auf Sonntag den 15. August ein allgemeines Volks- und VcrbrüderungSfest projektirt haben, und treten wir an Euch, auswärtige Partei- und Gewerksgcnossen, mit der Einladung heran, nnS mit Eurem Be- suche zu erfreuen und mit Humor und Gesang zu unterstützen. DaS Festcomitö. Briese in dieser Sache sind zu richten an: Wilhelm Kramer, Schreiner, große Bleiche 21. Kol«. Ich mache hiermit bekannt, daß hier in Köln ein Ar- beiter-Leseverein gegründet ist, welcher jeden Sonntag Abend halb 9 Uhr seine regelmäßigen Sitzungen abhält. Dieser Leseverein hat den Zweck, seine Mitglieder durch Vorlesungen und Borträge geistig aufzuklären und heranzubilden. Diese» den Genossen zur Nachricht. I. A.: Hermann Bruch, Vors. Menllwge«, 5. August.(Weberstrike.) Die hiesige» Decken- fabrikanten haben die Worte des Herrn Minister von Camphausen sehr gut verstanden und dieselben sofort in Anwendung gebracht; aber eS scheint, daß diese Herren noch über den Ausspruch de» Minister» hinausgehen, denn kaum waren die Worte desselben ge- fallen, so fand sofort eine Lohnreduktion statt. Aber wir müssen dente von einer Keckheit ohne Gleichen berichten. Nämlich letzten Donnerstag ist abermals eine Reduktion in der Jäger- Elvert'schen Fabrik eingetreten, und zwar wurde in den ArbeitSsäle» ange- schlagen, daß vom 14. August an so und so viel weniger bezahlt wird; die Arbeiter haben dieses zu überlegen. Also vom 14. August an ist den Webern ein Hungerlohn in Aussicht gestellt, bei dem Weib und Kind fast betteln gehen müssen;' jedoch die Arbeiter haben die wohlmeinenden Worte der Herren Jäger und Elvert richtig verstanden und am Samstag alle, bis ans drei Mann, ge- kündigt. Wir sehen nun einem Strike von vorläufig 15—20 Manu entgegen, und haben wir jetzt schon Vorkehrungen getroffen, daß, falls diese wohlmeinenden Herren auf ihrem Ausspruch beharre», die genannte Zahl der Weber getrost einem mit vollem Recht in Aussicht stehenden Sieg entgegensehen kann. Vor Allem aber ist es dringend nothwendig, daß jeder Zuzug nach hier ferngehalten wird, wenn auch durch Schwindelannovcen versucht wird, Arbeiter dieser Branche hierher zu locken. DaS Weitere werden wir sofort in allen Arbeiterdlättern bekannt machen. Berufsgenoffen! Laßt Euch durch keinerlei Verlockungen verleiten, hierher zu kommen, denn nur durch Fernbleiben wird nicht nur unsere, sondern auch Eure Lage eine bessere. NB. Alle arbeiterfteundlichen Blätter werde» um Verbreitung dieses gebeten. Lo»do», S. August.(Zur Beachtung für Schneider). Die Mißgunst der englischen gegen die deutschen Schneider, die von den Strike« in den Jahren 1366 und 1367 herrührt und manchen deutschen GewcrkSgenossen unsanft betroffen hat, sängt an zu schwinden uud besseren Gefühlen Platz zumachen. Diese Mißgunst hatte ihre Berechtigung, denn sowohl deutsche als polnische Juden verfertigten die Arbeit zu Spottpreisen, während die englischen Schneider zur Erreichung höherer Löhne im Kampfe lagen. Der Wunsch, allen Fachzeuosse» die Segnungen der Vereinigung zuzu wenden, hat nun der Borstand de» amalgamirten Schneidervereins veranlaßt, eine Ansprache an die arbeitende» Schneider von Groß- britannien und Irland zu richten und auch in deutscher Sprache drucken zu lassen. Dies bewog den kommllnistische» Arbeiter- bildungSverein, eine Kommission von Schneidern zu ernennen, um eine Versammlung von deutschen Schneidern einzuberufen, welche denn auch am 22. Juni, zahlreich besucht, stattfand. In einer kiäftigen Rede forderte Gustav May auf, die jetzt gebotene Bru- derhand der Engländer freudig anzunehmen, worauf die Gründung eines deutschen Zweige» des Amalgamirten Schneidervereins be schlössen und ein provisorischer Vorstand gewählt wurde. Schon am 20. Juli wurde der Borstand definitiv gewählt. DieS geschah im Westende London». Der Vorstand, bestrebt, im Ostende dasselbe zu erreichen, berief zu gestern im Ostende eine Versamm lung, welche bald einstimmig beschloß, sich gleichfalls dem Verein anzuschließen, und dann einen provisorischen Vorstand wählte, so daß nun die deutschen Schneider im Ostende ihren Genossen im Westende nicht nachstehen werden. Indem ich meiuer Freude über diese Fortschritte offen Ausdruck verleihe, ersuche ich zum Schluß jeden hier zureisenden deutschen Schneider, sich direkt an den Bor stand der deutschen Branche de« Amalgamirten SchneidervcreinS zu wenden; derselbe hält jeden Montag Abend in einem d-r Lokale deS kommunistischen ArbeiterbilduugsvereinS in The Gra- ven's Arrat, 33 Marshalstreet, Golden Square, seine Sitzungen. Jeder kann daselbst die nöthige Auskunft erhalten, um nicht in die Hände gewissenloser Ausbeuter zu fallen, wie e» so häufig bei denen der Fall ist, welche der englischen Sprache nicht mächtig sind. Mit Grvß! A. Scherzer, Sekretär der deutschen Brauche _(Westend) des Amalgamirten SchneidervereinS. Bon der Metallarbeuergewerkschast in Leipzig für die sinkende« Weber in Brünn erhalte» den Betrag von 30 Mark, denselben auch sofort seiner Bestimmung zugeführt.. Dank und Gruß R. A. Wolf. Annoneengebühren Für Juni und Juli 1875 «n schulden: Altona- Arb.-Part. 3.90.; Schuh«.-«ew. 0.90.; Dohne(«»ff.) 0,75. Augsburg: Arb.-Part. 3,75.; Lit.-Ber. 0.50.; Arb-Ber. 11,50. Barmen: Arb.-Part. 1,50.; Gießler(Stuhr Adr.) 0,50. Breslau: Arb.-Part. 1,00.; Köhler Geb.»nz. 0,75. Berlin: Holzarb.- Gew. 4,30,; Affoz.-Druck. 16,10.;«bttcher-Ber. 0,80.; Wahloerei» 19,90.: Klempnerverein 3,70.; Schueiderverein 4,80.; Metall.«Gew. 1,30. TiUu; Arb.-Part. 2,60.; Tischlervertin 2,00.; Holzarb.-Gew. 1,00. S-ustauz: W-ßmer. 0,60. Loburg: 5. Kram er 0,50. Deutz: Brauer(Empf.) 1,50. Dortmund: Wahlverein 1,10. Düsseldorf: Wahlver. 0,70. Elberfeld' Arb.-Part. 1,50. Essen: Ztgskommisfiou 1,00.; Arb. Part. 1,00. Frankfurt a. SR. Schreiner-Kränzchen 1,00. Gohlis: Arb.-Ber. 3,05. Geier: Demwler(Landpart.) 1,00. Gera: Arb.- Part. 0,50. Großenhain: Arb.-Part. 0,60. Hamburg: Burmester (Bermieih.) 2,00. Eig.-Ber. 3,50. Metallarb. 0,60. Holzarb.. Gew. 1,90. Arb.-Part. 13,65. Schuhm.-Gew. 2,50. Schneiderver. 1,40. Harburg: Steffens(Gem. Zusammenkunst) 0,75. Langendreer: Bergarb. 0,50. Mannheim: Arb.-Part. 2,00. Markranstädt: Arb.-Ber. 0.40. Meerane: BolkSver. 6,00. Neustadt a. H. Grabler 2,00. Niederrabenstein: Arb.- Partei(Fest) 2,25. Neu- schbnefeld: Arb.-Ber. 0,60. NowaweS: Ma».- u. H.-G. 0,50. Romaushorn: Arb.-B. 1,25. Straßburg:«. Dautzer 0,90. Stuttgart: Arb.-P. 3,00. Sofortige Zahlung«biger Beträge wird umsomehr erwartet, al« Annoncen von Restanten— über eine» Monat— nicht mehr Aufnahme finden. Privatannoncen werden nur aufgenommen, wenn der Betrag i» Briefmarken beiliegt oder Postvorschuß erhoben werde» kann. Reklame» werden nicht aufgenommen. smj Die Krpeditio« des„�okksstaat". Anzeigen ze» Tl IHtßllltfrT Sozialistische Arbeiterpartei Deutschla»«. i? ö Samstag, den 14. Aug. bei Bierbrauer Li»d»er: Oeffrutliche Sozialisteuversammlung. Tagesordnung: Parteiangelegenheiten. I. A.: I. Eadre».(40) Literarischer verein. Sonntag, de» 15. August, Bormittag» 10 Uhr: Außerordentliche Geueralversammlung. Tagesordnung: Mittheilungeines Magiflratsbeschluffes, die Politisch- erklärung de« Berein» betreffend. Debatte und Beschlußfassung darüber. Zahlreiches Srscheineu der Mitglieder erwartet Der«»Sschuß. 170) ÄtttrtLfaib'N Diejenigen Partei- und GefinnnngSgenesse», welche gesonnen find einem zu gründende»„Gesangvereine" beizntreten, werden auf Mittwoch, den 18. Aug., Abends 8 Uhr zu einer Besprechung bei Vierbrauer Eisenmeier eingeladen. I. A.:«. Stollberg.(125) Sonntag, 15. August, Abend« halb 7 Uhr gcmüth- Vlll Ullll licht Zusammenkunft bei v e r g e r. Montag, den 16. August, Abend» 3 Uhr: Volksversammlung in demselben Lokal. T.-O.: Vortrag von D r e e« b a ch z. Z. in Srefeld. _ Der Eindernser.[80] Berlin& Ilmgegend im Berliner Prater(Calbo), Kastanien-Allee 6—9, Großes Sommerfest, bestehend in Coucert, Theater, Ballet und Gymnastik, Gesang, Deklamationen, Feuerwerk und arrangirt von den Maurern Berlin» zu Ehren de» Hrn. Paul Gr°ttkau. KaffenSffanng 4'/- Uhr. Anfang des Eoncertes 5 Uhr, Ende des- selben 11 Uhr. Anfang de» Balles 8 Uhr, Ende desselben 3 Uhr. Entröe ä Person 30 Pf. Herren, die am Ball TheU nehmen, zah- len 50 Pf. extra. Billet« zu vorstehender Festlichkeit find in alleu Bersammluugeu zu bekommen, feruer Sonnabend ebenfalls an der Kasse. Herr Hasselmann ist anwesend. Wir fordern nnn nicht blos die Maurer Berlin» uud der Umgegend auf, recht zahlreich Theil zu nehmen, sondern richten die Bitte anch an alle Parteigenossen Berlin» und Umgegend,— da diese» Fest mehr ei» Familienfest ist— sich mit ihren Familien ebenfalls zahlreich zu bethei- ligen. Auch findet Abend» eine Fackcl-Polonaise für Kinder statt, ange- führt von Hrn. I. Dietrich, worauf wir die Eltern ganz besonders auf- merlsam machm._ Da» E o m i t 6.[6,00] Berlin Sonnabend, den 14. Augnst, Abend» 8 Uhr, Öffentliche Versammlung in Gratweil's Bierhallen, oberer Saal. Vortrag. Diskussion. Fragekasten. Um zahlreiche Betheiligung bittet Aug. Heinsch.[60] Vorläufige Anzeige! Sonuabend, den 4. September: Großes Verbrüderungsfest. Näheres folgt._«. Heinsch.[100] Düffeldorf Sonntag, den 15. August: Ausffng nach Neanderthal. Abfahrt von Düffeldorf(Berg.-Märk. Bahn) Mittag» 12 Uhr, von Gerresheim'/4I Uhr nach Station Erkrath. Die Sozialisten von Düsseldorf, Grasenberg:c. sind mit ihren Damen freundlichst eingeladen. Da» E 0 m i t s.[200] KB. Bei ungünstigem Wetter am nächsten Sonntag._ ffifttt erhlt-ffi*! Sonnabend, d. 14. Aug. Abends halb 9 Uhr in Lubbers Salon: Große Volksversammlung. T.-O.: Die sozialistische Arbeiterpartei und deren Programm. Ref. H. Walther. Alle am Platz! Ernst Nuppnau.[60] Sonntag, de» 15. August Vormittag» 11 Uhr: "II''»» Oeffentlichc Versammlung de» Arbeiter. Wahlveretn», im Lokale de» Herrn Brandenberg, Grabenstraße. T.-.O.: Vortrag von Kahl an» Barmen. Ueber die geschichtliche Mission de» 4. Stande». Zu zahlreichem Besnch ladet ein.____ I. A.: A. Krämer.[70] fkoat m.« H Metallarbeiter-Gewerkschaft. Montag, den 16. August: Oeffentlichc Mitgliederversammlung im Lokale des Herrn B a r t l i n g, Knochenhauerstraße 59. T.-O.: 1) Sozialer Wochenbericht. 2) Vortrag über da» Gewerbe- gesetz. 3) Verschiedene». Neue Mitglieder werden aufgenommen. KB. Die Mitgliederversammlungen finden jetzt jeden Montag staat. _ Der B e v.[80] Leipzig ArbeiterbildungSverein. Sonnabend, den 14. August: Generalversammlung. Berlin Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, 14. Aug., Abend» halb 9 Uhr, AudreaSstraße 26 bei Sittel. Tagesordnung: Naturwissenschaftlicher Bortrag de« Herrn DulinSkp über die Entstehung»- und Entwicklungsgeschichte de» Menschen. Die Genossen werden ersuche, für rege Betheiligung und namentlich für Einführung von Gästen zu s-rgeu. G. Lemke.[70] „ememe deutsche AffoziationS- Bnchdrnckerei zu Berliu. (Eingetragene Genoffenschast). Gemäß§ Z 20 bis 23»nferes Statuts findet Sonntag, den 29. Ang. dieses Jahre«, Lormittag» von 11 Uhr ab, zu Berlin, im Locale de» Restaurateur« Bogel, Alexanderstraße 31, eine außerordentliche Generalversammlung statt. Die Mitglieder, welche bereit« 3 Reichsmark zur Genoffenschaft»" kaffe eingezahlt haben, find zur Therlnahme berechtigt und werden hiermit eingeladen. Tagesordnung: 1) Anträge auf Abänderung der§Z 1, 3, 5, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 16. 17, 20, 21, 22, 24. 26, 27 und 28 de» Statut». 2) Neuwahl de« Vorstandes und de» Auffichtsrath». 3) Ausübung der bezüglich de» Geschäftsbetriebes nach§ 22 de« Statut» der Generalversammlung zustehende» Besnguiffe. Für den Ausschuß de« AufsichtSrath«. Berlin, den 8. August 1875. Ed. Bernstein, Sekretär.[180 Soeben ist im Verlage der GenoffenschaslSdruckerei in Leipzig erschienen und durch die Buchhandlung de»„B-lksstaat" und die Expedition de» „Renen Sozialdemokrat" in Berlin zu beziehen: Ä. Geib: Der Normalarbeitstag. (3c) P Ä/tv vvvvimiiuw reis pr. Expl. 15 Pf. Sonnabend den 14. August: �nmuurg Großes Garteu-Coucert und Ball. in den Räumen de» ConventgactenS; arrangirt von der Lieder- tafel„LaffaSea" unter Leitung de« Musikdirektor« Herrn J-h. S ch u l tz e. Zur Aufführung kommt unter Anderem: Der Postillon, von H. Stubbe Chor mit Piston-Solo, geblasen von Herrn Mohrmaun. Karten im Borau» ä 80 Pf. find bei alleu bekannten Verkaufsstellen, bei allen Colpotteuren und Comilömitgliedern, von den Sängern der Liedertafel, sowie in allen Versammlungen zu haben. Kaffeniissnunz 3 Uhr, Anfang 9 Uhr.— Au der Kassa 40 Pf. Der Reinertrag ist für die gemaßregelten Arbeiterfamilien im Sstlichen Holstein bestimmt. KB. Bei ungünstiger Witterung findet da» Eoncert im großen Saale statt. D a« C o m i t 4,[325] Ctit-nafttt*!» Freitag, den 13. August, Abend« 9 Uhr, in Stad- li» Etablissement, Balentin«ka«p Nr. 41: Mitgliederversammlung der sozialistischen Arbeiterpartei. T.-O.: 1) Wahl eine« Agenten resp. Parteiletter». 2) Wahl eines Schrtstführer«. 3) Wahl eint» Broschürenverkäufer». C. H. Sotkamp.[70] Verein der Sattler»nd BcrusSgenosscn. Allen Lollegeu zur Nachricht, daß da» Arbeitsnachweis- bureau und die Herberge sich kleine Windmühlenstr. Id. bei Herrn Kaden befinden.__ SR. Teubner.[40] [30] Sonnabend, den 14. August, Abend» 8 Uhr: Oeffentlichc Eisen- und Metallarbeiterversammlung für Reudnitz, Schönseld, Sellerhausen sc. im Saale zur grünen Scheute auf dem Anger. T.-O.: Wa« will die deutsche Regierung bezwecken mit der Reichs- Enquete. Referent Ramm au» Leipzig. Zahlreichem Erscheinen sehen entgegen Die Eiuberufer.[70] Lerantwortlichcr Redakteur: H. Rindt in Leipzig. Redaktion Hohestroße 4. Expedition Zeltzerstraße 44, tu Leipzig. und Verlag der Genossenschast» buchdruckeret in Leipzig.