Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postnnstalten u. Buchhand- langen des In- u.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigte» Staaten: F. A. Sorge, Hör 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and eoatei str. Philadelphia. Abonnementspreis für ganz Deutschland IM.KOPf. pro Quartal. Monats- Abonnements werden bei allen deutschen Postanstalte» auf de» 2te» u. 3ten Monat und auf den Zten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Bltenburg auch auf den Iten Monat des Quartals ü 54Pf. Organ der Sszialistifchen Arbeiterdartei Deutschlands. Inserate, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial-Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffand, werden mit Ist Pf.,— Privat- und BergntgungS- Anzeigen mit 2S Pf. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. $r. 97. Mittwoch, 25. August. 1875. Natio«alöko«omie. Wir geben nachstehend den ersten Antwort-Artikel Schramm'S in der Form und mit den Aomerturgen, wie er in der„Deutschen Allg-mnueu Zeitung" vom 6. d. M. erschienen ist.g hl MZ«r soziale» Frage, s« f cleipzig, S. Avgust.� Wir brachten vor einiger Zeit zwei Ar- tikel:„Der Kapitalist und der Arbeiter"(Nr. 163) und„Der Arbeiter als Creditgeber de» Fabrikanten"(Nr. 167), beide gegen gewifle AuSfüHrnngen im„BoikSstaat" gerichtet. Daraus erhielten wir von dem Bersaffer der von un» bekämpften Artikel im „BolkSstaat", Herrn Karl Augast Schramm in Berlin, eine sehr höfliche Zuschrift, worin er nn» um die Erlaubniß bat, auf jene unsere beiden Artikel in uuscrm Blatte selbst eine Entgegnung liefern zu dürfev. Denn sonst, sagte er, spreche jeder von uns nur zu seinem Publikum» und da« Publikum de« einen erhalte von den Gegengründen de« andern keine Notiz. Wir erwiderten, daß, obwohl ein solche« Berlangen ein ungewöhnliche« sei, wir auch, wenn wir darauf eingingen, schwerlich eine Gegenseitigkeit, d. h. eine Mittheilung unserer Ansichten an da« Publikum de«„Boll«- [taat" durch diesen z» gewärtigen hätten, wir dennoch einem in olcher Form un« ausgesprocheneu Wunsche un« nicht versagen möchten. ch*«, tSai Darauf sandte un« der Berfasser jener Auslassungen im«Volks- !taat" seine„Replik" auf unsere gegen dieselben gerichteten Artikel, prach zugleich seine Bereithcit au«, den Versuch zu machen— wenn wir nicht« dagegen hätten(und natürlich haben wir nicht« dagegen), jene unsere Artikel und seine Antwort darauf, beide« natürlich voll- ständig, im„BolkSstaat" zum Abdruck zu bringen.*) Wir geben nun vachstehend den Anfang der„Replik", den- jenigeu Theil, der sich vorzugsweise aus unser» Artikel in Nr. 163 bezieht, und werden den Rest später folgen lassen. Natürlich be- halten wir un» vor, auf diese„Replik" unsererseil« zu„duplizir-n", doch verspareu wir die« bi« an« Ende der„Replik"— mit Ausnahme von ei» paar Noten unter dem Texte, die un« gleich hier nothwendig schienen. Die Replik lautet in ihrem ersten Theile so: „Mit dankentwerthem Entgegenkommen hat mir Herr Professor Biedermann au dieser Stelle eine Replik gegen die Bemertunge» gestaltet, welche die Nrn. 163 und 167 diese« Blatte« über meine im„BolkSstaat" abgedruckten volttwirthschaftliche» Artikel gebracht haben. Der beschränkte Raum zwingt mich zu möglichster Kürze; Über meiueu Standpunkt in dieser Richtung daher nur die Be merkung, daß ich der Ansicht bin, jeder Schriftsteller habe eine «in sachliche Kritik, selbst wenn sie schroff und absprechend ist, ruhig hinzunehmen. Wa« mich zu einer Replik veranlaßt, ist also nicht die Kritik selbst, wie herbe sie auch sein mag, sondern die hier beliebte Art und Weise derselben, welche nicht zur Klärung der Anstchten, sondern nur zu vermehrter gegenseitiger Erbitterung führe» muß. Ich halte e« nämlich für verderblich, wenn dem i» beiden Lagern herrscheu- den Glaaben a» absichtliche und böswillige Verleugnung der Wahr- heit von feiten der Gegner durch logisch nicht zu begründende Ein- Wendungen, durch falsche volkSwirthschastliche Behauptungen und der Wahl heit nicht entsprechende Darstellungen gegnerischer Schrift- stücke neue Nahrung gegeben wird, wie da« feiten« de« Herrn Kri- tiker« hier geschehen ist. E» erübrigt mir nun, den von mir jener Kritik gemachten Borwurf zu begründen. Unlogisch ist e«, wenn der Herr Kritiker den Satz aufstellt: »Au« der Auseinandersetzung über die Natur de« Kapital« ist so viel al« wohl von keiner Seite widersprochen hcrauSzuuehmeu, daß, wer in irgendwelcher Form Kapital besitzt, besser daran ist, al« wenn er nur seine Arbeitskraft zu Markte bringt";— wenn er also zugesteht, daß der Artikel von der Natur de« Kapital« han- delt, und doch unmittelbar vor dem citirteu Satze den Einwurf erhebt:„Die Hauptsache aber ist, man weiß nicht, wo hinau« zuletzt alle« will, denn positive Vorschläge, wie e« ander» und bess.r werden könnte, fehlen". Meine Artikel erscheinen unter der besonderen Ueberschrift„Na- tionalökonomie"; hieran«, wie au» der Reihenfolge der behandelten Themata, vor allem aber au« dem Inhalte geht unzweideutig her- vor, daß dieselben nach fest vorgezeichnetem Plane gearbeitet sind und die gesammte volkSwirthschast in populärer Weise behandeln sollen; um aber selbst Leser», welche an abstrakte» Abhandlungen keinen Gefallen finden, von vornhereill zu zeigen„wo hiua»« zu- letzt alle» will", habe ich sogar den Artikel S und 3 über den Luxu« und die Bertheiluug de« Arbeitserträge« vorangestellt, welche sonst ihren Platz erst gegen da« Ende finden müßten; trotzdem wird Uber der vorbezeichnete Einwurf erhoben. Einem im Backfisch-Alt-r stehenden Mädchen gegenüber lächelt u>an über die naive Neugier, die bei jeder Geschichte zuerst wissen U>ill,„ob fie sich kriegen"; wenn aber ein Kritiker e« al« Haupt- saibe bezeichnet, daß bei der Definition volkSwirthschaftlicher Be- Pisse schon Vorschläge zur etwa gewünschten Abänderung der de- flehenden Art der Gütervertheilung gemacht werden müssen; wen» « also verlaugt, daß man, um drastisch zu reden, da« Pferd beim Schwänze aufzäumen solle, so verdient eine derartige Kritik wohl Uut vollem Rechte die Bezeichunng„unlogisch".—) �-- Wenn der Herr Kiitiker au« meinen Artikeln nur die Tri vialität herausgelesen hat, daß ein reicher Manu besser daran ist al« ein armer, so ist da« sein subjektive« Urtheil; liest doch nur jeder au« dem Buche Sich heran«; ob da« Urtheil aber objektiv begründet, überlasse ich der Entscheidung aller unparteiischen Leser. Al« Gegenstück zu meinen Ausführungen bringt der Herr Kri- tiker ein Beispiel von zwei Arbeitern, welche beide 1000 M. jährlich verdienen; der eine verbraucht sein Einkommen, der andere er- spart davon jährlich 400 M.„Da« macht in sechs Jahren 2400 M. und, wenn man die Zinsen nur zu 3'/, Proz., dem ge- wöhnlichen Sparkassensatze, hinzugerechnet, etwa 2700 M. oder 300 Thlr." Dann folgt die Frage, ob c« denn etwa« Ungerechte« sei, daß sich der Sparsame für sechs Jahre lange Entsagung eud- lich in der Lage befinde, ein Stück Grunv und Boden kaufen oder ein Geschäft anfangen zu können, dessen Ertrag ihm zufalle. Dtr Herr Kritiker wirft hier verschiedene volkSwinhschaftliche Begriffe durcheinander. Eine Widerlegung meiner Definition der verschiedenen Kapitalbegriffe versucht er gar nicht, sondern bringt ein Beispiel, wie in der Privatwirthschaft Kapital entsteht; der durch Privatsparsamkeit angesammelten Geldsumme fügt er dann al« selbstverständlich den Zinsbetrag hinzu und springt endlich auf da« juridische, resp. moralische Gebiet über, indem er fragt, ob e« ein Unrecht sei, daß au« dem sparsamen Arbeiter ein Kapitalist werde, der nun kapitalistische« Einkommen bezieht. Sieht denn der Herr Kriliker nicht ein, daß er sich hier au, ein gar nicht von mir besprochene« und ganz verschiedene« Feld be- giebt? Wenn jemand von der Natur der Menschen spricht oder schreibt, ist da eine Kritik logisch oder sachlich zu nennen, welche an einem einseitigen Beispiele zeigt, wie ein Mensch entsteht, und dann fragt, ob e« denn nun ein Unrecht sei, daß der neuenistaudene Mensch lebe und athme? Ganz ebenso unlogisch ist die aufgeworfene Frage. Ich würde den mir zustehenden Raum weit überschreiten, wollte ich die ver- schiedeuen, in dieser einen Frage zusammengeworfenen volk«wirch schaftlichen Begriffe einzeln besprechen; ich muß mich daher daran beschränken, zu konstatiren, daß gerade die vielgeschmähten Sozia- listen verlangen, jeder Arbeiter solle im Besitze seine« Arbeit««- trage« verbleiben, daß also kein Sozialist irgend ein Unrecht darin finden kann oder wird, wenn der sparsame Arbeiter im Besitze seiner Ersparnisse verbleibt.*) . Ein ganz andere« Ding ist c« doch aber um den Zin«; Zin« ist, wie der Herr Kritiker nicht bestritten hat, nur da möglich, wo die Arbeiter nicht den vollen Arbeitsertrag erhalten; au« Lohnein kommen ersparte« Geld mit Zin« zusammenrechnen, heißt: eigenen und fremden Arbeitsertrag vermengen. Da« geschieht in de« ent- gegengehalteneu Beispiele; durch diese Berquickung wird aber auch dem durch Zin«, als» durch gesellschaftlich legitimirte Aneignunj fremden Arbeitserträge«, entstandenen Theile de« Kapital« der Stem- pel de« eutfagungSvolleu Erwerbe« aufgedrückt. Hier liegt ja aber der Knotenpunkt, an dem sich die Wege de« Liberalismus und So- zialismu« scheide»; hier hat eine einsichtige und sachliche Kritik also die verschiedenen Fragen getrennt zu betrachten und zu be- handeln, nicht aber durcheinanderzuwerfen. Der SozialSmu« will, ich wiederhole e«, jedem Einzelnen möglichst den Genuß seine« gesellschaftlichen Arbeitserträge« sichern, dabei aber verhindern, daß die Ansammlung von Kapitalgütern in der Hand Einzelner zur Ausbeutung der kapitallosen Arbeiter benutzt werden könne. Politische Uebersicht. — Wa« Reich«tagSbeschlüsse werth sind. Mit dem neuen StrafvollzugSgesetz, schreibt man der„Franffurter Zeitung" au« Berlin, scheint man es nicht eilig zu haben. Ein Entwurf ist im preußischen Justizministerium ausgearbeitet und dem Reichskanzler übergeben worden, jedoch nicht al« Antrag, sondern al« eine Art von Gutachten, etwa al« da« Ideal dessen, *) Der Abdruck verstand sich unter diese» Umstände»»»» selbst. «. d. B. '*) Unser Herr Segner gestatte un» hier folgende Bemerkung: wenn wtnand den Arbeitern in einer Reih» von Artikeln, die schon ihrer be- '»deru Ueberschrst nach ein Sanzes für fich bilden, immerfort nur von den Ungerechtigkeiten spricht, die au» dem jetzigen Berhältuiß de« tkapi- tal» zur Ardeii fließen, ohne auch nur anzudeuten, wie er sich ein andere», gerechtere« Lerhältntß zwischen beiden al« möglich und ausführbar denke, so halt-n wir die« für nicht wohlgethan, denn e« wird dadurch in den Lesern lediglich eine unklare Vorstellung von einem ihnen geschehende» Un- recht und von einer vermeintlichen Berderbtheit der gesellschaftlichen Zu- stände, sowie die Jlluston, al» ob alle« da« ganz ander« sein kihute, wenn nur die„herrschende Klasse" den guten Willen hätte, e« ander« z» macheu, hervorgerufen, während, wenn ihnen gleichzeitig positive Vorschläge zum Bessermachen vorgelegt würden, der Arbeiter wenigsten» sich Rechenschast darüber geben könnte, ob er diese für ausführbar halte und ob er glaube, daß er dabei wirklich sich besser stehen würde. Daß irgendein Lesepubltkum eine» periodischen Blatte» lange vorausgegangene Artikel»och im Äe- dächtniß haben und mit den jetzigen zusammenhalten soll, ist nicht zu verlangen. R. d. D. A. Z. ") Unser Herr Gegner vermischt hier zwei ganz verschiedene Dinge: die unsers Erachten« unberechtigte»der wenigsten« sehr unklare Forderung der Sozialisten, daß der Arbeiter im Lesitze seine»„Arbeitserträge»" verbleibe, womit dieBerechttgung de» Sapilalisten, einen Zw« für sein Kapital fich gutzn- rechnen, geleugnet wird, und die Forderung, daß der Arbeiter von seinem Einkommen etwa« erspare und ansammle. In de« von un» angeführte» Beispiele kommt e« übrigen« auf den„Zw«" gar nicht au; e« würde ebenso zutressend sein, wenn wir annähmen, daß der Arbeiter sein Er- sparte» unveriinst liege» ließe, nach einer gewisst» Zeit aber dafür fich ein Stück Feld kaufte»der dergleichen,»«,, unser Herr Gegner doch nicht für unberechttgt zu halten scheint. Un» kam es nur daraus an, zu zeigen, daß die„angesammelte Arbeit" ebenso gut ihre Berechtigung hat wie die jetzt erst vollzogene; angesammelte Arbeit aber ist jedensall« Kapital, wenn auch nicht jede» Kapital nur au» angesammelter Arbeit entspringt. R. d. A. Z. wa« sich Preußen unter einem solchen Gesetze gedacht hat. In- teressant soll eine sehr dickleibige Denkschrift sein, von welcher der preußische Vorschlag begleitet ist und welche stch über da» Wesen der Strafvollsi-hung überhaupt verbreiten soll. Die besten und gelehrtesten Federn de« preußischen Justizministerium« sollen für diese Arbeit in Bewegung gesetzt worden sein; ob die» aber einen praktischen Erfolg verheißt, um den e« doch allein zu thon ist, scheint ftaglich. Ueberhaupt kommt alle«, wa» die Gefängnißreform angeht, nur sehr langsam in Fluß, e« wird viel davon geredet, auch viel gereist und statistische« Material gesammelt, aber e« ge schieht nicht«. Schon im Frühjahr hörte man, e« sei beschlossen, für UntersuchungSgefangene Selbstbeköstigung«ud Beschäftigung einzuführen. Davon ist nun alle« still geworden, geblieben ist nur der Streit darüber, ob da« Gefängnißwcsen vom Minister de« Innern oder vom Justizministerium rcssortiren soll. Die Entschei- dung wie die Reform de« Gefängnißwesen» aber scheint ad calendas graecas vertagt zu sein." Da« heißt auf Deutsch zum Et. Nim- merlein'« Tag. Und der Reichstag wird fich'« ruhig gefallen lassen. — Au« der Moltke'schen Schule plaudert gar erbaulich nachstehender Brief, der un« zur Veröffentlichung mitgetheilt worden ist, und dessen Original stch in unfern Händen befindet: Dem Unterofstzier Hrn. M..... g der 5. Comp. commandirt zum-- in D.... Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit de« Empfänger«. W...., den 16. Juli 137S. Werther Freund I Deinen werthen Brief soeben erhalten, säume ich auch nicht länger, Dir denselben umgehend zu beantworten.— So wie ich au« Deinem Briefe ersehen habe, bist Du sehr ungehalten über die Mittheiluug betreffend Stube 49. Ich kann Dir nur meinen wohlgemeinten Rath geben, nur ruhig Blut. Ueberhaupt hätte ich da« gewußt, daß Du gleich so aufbrausend darüber geworden wärest, gewiß hätte ich Dir solche« verschwiegen. Aber ein Maua muß ein Mann sein und daher darfst Du Dir da« Mitgetheilt« nicht gleich zu Kopfe nehme», wa« ja im Grunde genommen weiter gar nicht« al« eine Bagatelle ist. Daher sei so gut und erwähne uiemal« von denselben etwa«, besonder« aber nicht gegen die Kerle; natürlich muß mau solchen Lümmel» die ganze Kraft seiner Gewalt auf eine moralische Art und Weise zu fühlen geben. Eine fernere Mittheilung über diesen Punkt erhältst Dn nicht von mir. Also vergessen sei die unbesonnene Mittheilung über diesen Punkt meiuerseit«. Ueber L..... kann ich Dir weiter keine andere Mitheilung macheu, al» daß die Untersuchung bei« Auditenr im vollen Ganze ist. Faul ist e« zwar mit dem Verweise, allein Fleiß und guter Wille ersetzt doch alle«, daher darfst Du etwa nicht verzagen und den Muth sinken lassen, nein im Gegentheil mit noch mehr al« doppelter Anstrengung an'« Werk gehen und da« wird schon seine Wirkungen zeigen, sollst nur sehen wa« ich Dir sage. Ich komme noch einmal auf da« dumme Gekwatsch zurück (Nr. 49). Wa« Du da nicht sagst von wegen zu Schulden kommen und nicht kapiwliren zu wollen! Davon sagt ja keiner etwa« und e« weiß ja auch keiner wa« davon, nur daß ich Dir da solche Dummheiten mitgetheilt habe. Da sollst mir aber im nächsten Briefe versprechen, nicht mehr daran zu denken und gegen Niemand etwa» davon zu erwähnen. Habe ich Dir nicht gleich gesagt, daß diese« ganze Volk ohne Ausnahme(oder) mit sehr wenigen(Ausnahmen) eine Schwewevantze durch und durch ist und die gezwiebelt werden muß, wo man sie sieht und mit Außen gestoße», wo man sie trifft. Also wenn Du zurückkommst, so thne e« »ur feste, und besonder«: viel Melden! denn der Haupt- manu unterstützt die Unteroffiziere ja genug. Hauptmann A......... n ist Major geworden. Ueber den Berwei« werde ich stet« Schweigen bewahren. E« grüßt Dich besten« Dein Freund £. Sergeant." Wer unter den„Kerlen" und der„Schweinebande" zu ver- tehen, da« möge der Scharfsinn de« Leser« errathen. vor Allem aber halte man fest: der Brief ist geschrieben von einem und aa einen Lehrer der Moltke'schen Erziehungsanstalt. — Da« Mittelalter hatte feine Todtentänze, wir haben unsere Todteumärsche oder richtiger Tode«märsche. Todt marschirt! d. i. nachgerade stehende ZeitungSrubrik im bi««arckisch- deutschen Reich geworden. Vorgestern bei Frankfurt, gestern i» Posen, heute bei Hamburg. Und die Prozedur spielt fich mit derselben einförmigen Regelmäßigkeit ab, wie eine Hinrichtung auf der Guillotine: bei 20— 2S« Reaumur über Rull im Schatten werde» die armen, im„KönigSrock" steckenden Patienten zu einem UebungSmarsch kommandirt, mit Gewehr, Tornister und sonstigem Handwerkszeug; bald Ermattung, Kampf zwischen den Wirkungen der Sonne und ver„Disziplin"; durch die Offiziere voran- getrieben(mit Blick, Worten oder—„energische» Geberden"), chleppe« die unglücklichen Schlachtopfer sich daran, bi« sie dutzend- weise niederfallen— die Einen»m nie wieder aufzustehen, die Andern um zu längerer Krankheit, vielleicht ewige« Siechthum zu erwachen. Bei Hamburg waren fünf aus dem Fleck todt»»nd Einer der Gefallenen(wir wissen nicht ob er unter de» Todte» ist), hatte der.Reform" zufolge die Geuugthuung, als er am Weg hiugesunleu war, daß ihn fem Lieutenant für betrunken erklärte. Nun— eS ist die alte Geschichte, und Mottle'» ErziehungSanstal ist doch die beste Schule im ganzen Land. Deutschland aber«av schirt an der Spitze der Civilisation, und was verschlägt'S, wenn der Marsch ein Todtenmarsch?(Seit Obige« geschrieben, kommt auch von München die Nachricht von einem solchen Tsdtenmarsch. Forts, folgt.) — Die Moralität der Bourgeoisie. Man schreibt au« Eßlingen, d. d. 15. Aug.:.In dem guten Weinjahre 1874 hatten die württembergischen Staatsanwälte wie noch nie mit Untersuchungen gegen Weinsälscher zu thun; in Stuttgart, Ulm und Ellwangen find gleichzeitig gegenwärtig Untersuchungen Segen unsere.Wcinverbesserer" anhängig. Den interessantesten fall in diese« Genre hat aber zur Zeit die hiesige Staatsanwalt- schaft i» Behandlung. Die Untersuchung ist gegen eine ansehnliche WeinhandluugSfirma gerichtet. Die Träger derselben sind bereit» gefänglich eingezogen. Nach actenmäßiger Feststellung ist nach- gewiesen, daß diese große Firma im ganzen Herbst nur 15 Ei»er neuen Wein gekauft hat. Dagegen ist au« ihren Büchern zu entuehmen, daß fie am 12. Juni Schwefelsäure, eine Masse tacker und Traubenzucker, Weinsteinsäure und noch viele« andere eug zum Weinmacheu getauft habe, um ihre Kundschaft mit .guten" alten und neuen Weinen zu bedienen. So kam e» denn, daß, al< die gerichtliche Commission in das erwähnte Weinlager kam, voll 47 Weinsorten kaum 10«icht in Gährung sich befanden, und diejenigen Chemiker, welche mit der Analyse der 47 Wein- sorten beausttagt wurden, entschieden ausgesprochen haben, daß Schwefelsäure in allen sog. Weinen sei. NeucstenS find auch noch alle 47 Weine in Mustern an die Universität Tübingen »r chemischen Untersuchung geschickt worden und man ist auf da« Resultat derselben, wie überhaupt der ganzen gerichtlichen Unter- suchung sehr gespannt."— Nun, die Eßlinger Weinproduzenten machen eS wie die Mehrzahl der übrigen Weinproduzenten, Und wer die Bogel'sche Broschüre über„Lersälschung der Lebensmittel" kennt, weiß, daß es kaum ein Lebensmittel giebt, das nicht in ähnlicher Weise verfälscht wird. E« liegt dies eben mit Roth- wendigkcit in den heutigen GesellschaftSverhältnisscn begründet. Der waarenverkaufende Kapitalist hat heutzutage genau dasselbe Interesse, da« consumirende Publikum zu betrügen, wie der arbeit- Iebende Kapitalist, die Arbeiter auszubeuten. Betrug und Aus- eutung find mit dem Bourgeoissystem der Gütervertheilung und Gütererzeugung unttennbar verwachsen und werden erst mit diesem System aushören. Kein Gesetz der Welt kann der Lebensmittel- Verfälschung und Arbeitsunterdrückung steuern, so lange diese« System besteht. Sie werden erst verschwinden, wenn Handel und Industrie(mit Ackerbau) sozialistisch organifirt sind. — Zur Kinderarbeit. Nach§ 62 der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 sollen Kinder unter 14 Jahren al« Begleiter beim Gewerbebetriebe im Umherziehe» nicht zugelassen werden. NeuerdingS hatte nun der preußische Justizminister auf Grund einer Bestimmung de« Regulativ« vom Jahre 1324 über den Gewerbe- bettieb im Umherziehen, welche lautet:„und dürfen unter keinen Umständen Kiuder vor vollendetem vierzehnten Lebensjahr, e« sei unter welchem Borwande es wolle, mit umher geführt werden", die betreffenden Behörden angewiesen, in allen Fällen einzuschreiten, i» denen Kinder unter vierzehn Jahren beim Gewerbebetriebe im Umherziehen mitgeführt werden. Das Obertribunal hat indessen die Auffassung des Justizmioister« nicht getheilt, sondern vielmehr, wie da« auch zu erwarten stand, ausnahmslos in allen zu seiner Entscheidung gekommenen Fällen angenommen, daß die Mitnahme vou Kindem unter vierzehn Jahren nicht unbedingt, sondern uur tu so weit als strafbar zu erachten fei, als sie für den Zweck de« Gewerbebetriebe« erfolgte.— Da nun zwischen dem«strafbaren" und uichtstrafbaren Mitnehmen der Kinder sich schwer, ja unmöglich die Grenzlinie finden läßt, so läuft die Interpretation des Ober tribunalS thatfächlich auf Aufhebung de«§ 62 der Gewerbeord' «uug hiuauS, und ist eine tüchtige Bresche in die Bestimmungen zum Schutz der Kinder geschossen,— die Bresche wird schon er- wettert werden. — Schreckliche Unvorsichtigkeit. Soeben ist der Bericht der Königlich Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn für 1874 erschienen.«Bezüglich der auf dieser Bahn im Jahre 1874 vorgekommenen«Unglücksfälle" wird berichtet, daß von Rei- senden 1 durch eigene Schuld getödtet und 3 verwundet wurden. Bei Beamten waren 43«Unglücksfälle" und bei Arbeitern und Anderen(wer sind«Andere"?) 73«Unglücksfälle" zu be klage», welche jedoch größlentheil« durch eigene Unvorsichtig keit herbeigeführt wurden." Hält die Königliche Direktion den deutschen Michel wirklich für so naiv, daß er dem vorsichtigen germanischen Stamme in einem Jahre auf einer Eisenbahn 116 Unvorsichtigkeiten zutrauen soll? Wir halten diesen Bericht der Bahndirection unsererseits für eine große«Unvorsichtigkeit" und empfehlen der Königliche» Direktion in Zukunft bei Zahlen, die dem Gebiet der Statistik angehören, etwas mehr Vorsicht. Was aber geschieht, um für die Zukunft solchen„Unglücksfällen" vor- zubeugeu? Nun— die uöthigen Vorsichtsmaßregeln und Bor- richtuugen zum Schutz der Beamten(Arbeiter) und des Publikum« kosten Geld— und der Bahnverwaltung kommt eS ja nur darauf au, möglichst viel Geld zu«verdienen". Sie«verdient" aber mehr, wenn fie jene Ausgaben«spart" und eS aus die„Unglücksfälle" ankommen läßt. Muß äuch dan» und wann„Entschä- diguug" bezahlt werden, so will das doch nicht« bedeuten gegen- über der Summe der so meuschenfteundlich gemachten«Erspar- niffe." ES lebe das«Geschäft!" Die französischen Zustände werden trefflich durch nach- stehenden Brief illustrirt:„Brüssel, den 28. Juli. Lieber Freund! Am 27. Mai wurde ich, ohne zu wissen warum, in Paris von einem Mouchard verhaftet. Den andern Morgen wurde ich über eine Menge Dinge befragt, deren Sinn und Zusammenhang mir nicht recht klar waren. Darauf wurde ich nach der Präfettur der Polizei geschafft, wo ich nach 7 Tagen vom Untersuchung«- lichter beftagt wurde, ob ich ein Agent der deutschen Jnternatio- »ale sei, wa« ich mit der Bemerkung, daß die Internationale seit 1869 in Deutschland verboten sei und dort nicht wehr existirte, ver- neinte. Man drang in meine Wohnung«in, nahm sämmtliche Briefe und Papiere in Beschlag, u. A. einen Brief Hasevclever'S an Moritz Heß, den ick noch immer besaß, weil ich letzteren nicht bei seine» Lebzeiten ausfindig machen konnte. Man schaffte mich nach Maza« tn Untersuchungshaft, rief mich während der Zeit zwei Mal, um mich über meine Correfpondenz zu befragen, und expedirte mich nach 44tägiger Untersuchungshaft auf die Präfektur zurück, wo mir eröffnet wurde, daß ich al« politisch»er- dächtig durch Dekret de« Ministeriums de« Innern au» Frank- reich ausgewiesen sei und an die Grenze de« Lande« tran»- portirt werden würde, wo ich metnen Aufenthilt nehmen würde. Ich wählte Belgien, wurde 7 Tage später per»grüne» Wage»" an die belgische Grenze tranSportirt und dort nach S9täg>gen Leiden in Freiheit gesetzt. Ich befinde»ich nun hier, au« einer schönen Stellung herausgerissen, buchstäblich ,»a Alle» entblößt. Mit sozialdemokratische« Srnße Alexander Schlesinger. 851 Rae Haute." Schlesinger ist Sozialdemokrat— da« ist sein ganze« Verbrechen. Und wa» that die deutsche Gesandtschaft? Nah« da« großmächtize deutsche Reich sich de« schmachvoll mißhandelten vivis Aermauus(deutschen Staatsbürger«) an? Bah! Schlesinger ist Sozialdemokrat, und gegen Sozialdemokraten fiad nicht bloS alle besitzenden Klassen, sondern auch alle Rezteruagen«eine reaktionäre Masse". Dem gemeinsamen Feind: dem Proletariat gegenüber, stehen sie einträchtig zusam«ea, fühlt der märkische Junker, an Rastadt, Mannheim, Freibnrg denkend, sich Ei» Herz und Eine Seele mit den»ersailler Oronungsbandite». Berichtigen müssen wir,»a« Parteigenosse Schlesinger über die Internationale sagt. Die Jnteruationale ist, von einzelnen Mottenburger Lokal- Ukasea abgesehen, in Deutschlaad niemals»er- boten worden. Und ein solche« Verbot würde auch nicht»erhia- dert haben, daß sie noch existirte. — Ma» schreibt uns an« Serbien:»Die Wahle» der Abge- ordneten zur Nationalversammlung sind zu Gunsten der Sozial- demokrateu ausgefallen. Zu den vom vorigen Jahr« bestbekanaten sozialistifch-gesinnten Abgeordneten sind noch andere neue, den früheren a» Energie nicht nachstehend, hinzugekommen. Einer von ihnen ist durch sein Unternehmen, eine sozialistische Mnsterzemeiade zu gründen, bekannt, welches Unternehmen ihm die Regierung«- organe vereitelt haben. Derselbe ist ein Bolksschullehrcr und heißt Schumkaratz.— Nach einem solchen Erfolge der Opposition dankte da« reaktionär-conservative Ministerium ab; ein neue« ist noch nicht ernannt worden. Ganz Serbien äußert sich für Unterstützung der Herzogowiner. Der Fürst kann nicht« dagegen haben und steht eine formelle Kriegserklärung von Seiten Serbien« der Türkei bevor. Dieselbe wird längstens bi» zum ZusammenKitt der Nationalversammlung (am 27. d. M.) aufgeschoben werden.— Ein Freiwilligen Corp« ist zur Hilfe der Herzegowiner bereit« abgegangen. Dasselbe wählte sich zum Commandauten einen Major au« der serbischen regulären Truppe. Die Begeisterung für die Befreiung von dem türkischen Sklaveojochc ist unter der unterdrückten christlichen Be- völkerung in der Türkei eine allgemeine. E» ist ein Völkerkrieg auf der ganze» valkauhalbinsel in Aussicht. Oesterreich brach das Völkerrecht und ließ da« türkische Heer bei Klek ans österreichischem Boden sich ausschiffen, um in die Herzegowina einzudringen. Die Gefahr für da« Türkenreich hört de«wegen nicht auf, dieselbe zu sein". So weit unser Correspoudeut. Wa« er über den Ausstand in der Herzegowina, und die in Bezug auf denselben unter den Serben herrschende Stimmung sagt, ist blo« als subjektive Ansicht aufzu- fassen. Ueber die Stimmung in Serbien find unt von anderer sehr wohl unterrichteter Seite sehr verschieden lautende Miithei- lungeu gemacht worden, denen zufolge man in Serbien diesen Aufstand al« da« Werk Rußland«»nv darum, wie alle« Ras- fische, mit großem Mißtrauen betrachtet. Daß Rußland seine tände im Spiel hat, unterliegt keinem Zweifel, und d«ß die hristen der Türkei e« unter türkischer Herrschaft zehnmal besser haben, al« die Christen Rußland« unter der Kaute de»„Väter- chen«" Alexander, unterliegt gleichfall« keinem Zweifel. Zu ernst- haften Ereignissen wird'« beiläufig wohl kaum kommen, sonst hätte Rußland nicht neulich in Berlin den Krieg abbefohlen; aber man will die orientalische Frage offen halten und eine diplomatische Campagne inszenireu— nicht um da«hinten in der Türkei" Ordnung zu schaffen, sondern im Gegentheil, um die Unordnung zu vermehren, damit„Väterchen" sammt seinen gehorsamen Mit- läufern hübsch im Trüben fischen kann.— Ausstände wie in der Herzegowina, ebenso ausgedehnt und ebenso blutig, sind beiläufig in Rußland sehr häufig, werden aber todtgeschwiegen. — Wir werden telegraphisch*) benachrichtigt, daß sämmtliche Cigarrenarbeiter in Friedericia(Dänemark) die Arbeit eingestellt haben. Zuzug ist dringend fern zu halten. Bericht folgt. — Schöne Gesellschaft. In der letzten Nr.(Z3)deS— nicht sozialistischen und weiland Hirsch-Duncker'schen Sprechsaal, Organ für die Porzellan-, GlaS- und Thonwaareu-Industrie findet sich unter den„Vermischten Notizen" folgende geharnischte Erklärung: «Die Nr. 33 der«Ameise" vom 13. August bringt einen Pro- tokollauSzug der Versammlung deS OrtSvereinS Fürstenberg vom 23. Juli, worin folgende Ausführungen enthalten sind: «In der fteien Diskussion bringt der Vorsitzende die Rede auf die in letzter Zeit von dem Redakteur deS«Sprechsaal" in ge- nanntem Blatte veröffentlichten Verdächtigungen de« verband«- anwalt« und unsere« Generalrath», und führt ferner an«, daß e« an der Zeit sei, dieselben nicht mehr mit Stillschweigen zu über- gehen. Hierauf geht der Antrag ein und wird angenommen:«Bei dem Centralrath anzufragen, ob derselbe von den Verdäch- tigungeu, welche der Redakteur Müller im«Sprechsaal" gegen den BerbandSanwalt Dr. Max Hirsch veröffentlicht, Kennwiß habe, und wa« derselbe dagegen zu thun gedenke?" Ferner wird folgende Resolution vorgelegt und angenommen: «Der OrtSverein Fürstenberg begrüßt eS mit Freuden, daß der Generalrath refp. der Generalsecretär der Porzellan- und ver- wandten Arbeiter endlich zu den Verdächtigungen und Entstellungen, welche der Redakteur de««Sprechsaal" in verschiedenen Rummern desselben Blatte« brachte, Stellung nimmt."—" Wa« die angebliten Verdächtigungen(ich nenne es An schuldigungen) des VerbandSanwalte« und-de« G.- Raths de« G.-V. d. Porzellan- und verwandten Arbeiter anbelangt, so stimme ich mit dem OrtSverein Fürstcnberg dari» vollständig überein: daß e« endlich an der Zeit sei, dieselben»icht mehr mit Still- schweigen zu übergehen." Den gerechten Wünschen deS OrtSv. F. denn auch Rechnung tragend, erkläre ich mich hiermit, und zwar zum wiederholte» Male, gerne bereit, eine evcnü sachlich gehaltene Rechtfertigung de« G.-RathS de« G.-V. d. P.» u. v. A. ohne jede Abkürzung oder Aenderung im«Sprechsaal" auszunehmen. Schade uur, daß man die von mir ausgestellten Be« hauptungen nicht widerlegen kann, und in Folge dessen von einer Rechtfertigung, sowie— trotzdem der Verband, wie auch der G.-B. d. P.- u. v. A.„Geld wie Heu" hat— von einer Klage ♦) Leider Isrn da« Telegramm zu spät für die vorige Nummer in un- sere Hände; dieselbe war bereit» vollstäudi, gedruckt. R. d. V. geze» mich, welche letztere ich ja schon längst herbeigewünscht habe, abgesehen wird.— Eine Vereinigung(ich spreche hier von dem verband und de«, deaselbea ofstziell vertretenden, Centralrath), au deren Spitze ö-nte stehen oder standen, die öffentlich de» Be- trüge«, Meiaeive«, Ott Diebstahl« und der Braavsteftaug berüchtigt»erden, ohne dies e Anschuldigung widerlegen zu können, eine solch: Bereinigung erscheint von der öffentlichen Meinung so hinreichend gebraadm arkt, daß ich nicht aöthig habe, mich mit derselben noch weiterhin zu befassen. Fr. Jacob Müller, Redakteur de««Sprechsaal"." Ein Co»«iutar wäre überflüssig. — Parteigenosse Derossi wncd: am 17. d. M. vom Kammergericht zu Berlin wegen vermeiatlicher llebertretuaz de«§ 16 de« preußischen LereinSzesetze« zu einem Monat Ge- fäugniß verurtheckt. Heber den Gang de« Prozesse« lesen wir in den Berliner Zeitungen Folgende«: «Der Angeklagte(Derossi) sollte nach der am 23. Jani v. I. erfolgten vorläufigen Schließung de« Allgemeinen deutschen Arbeiter- verein« noch ferner Mitgliev desselbea gewesen sein nad namentlich die Sekrelärgeschäfte besorgt haben. Die siebente Kriminal- Deputation de« Stadtgericht« hat bekanntlich die Angeklagten Derossi und Rackow von der obigen Anklage freigesprochen, weil nicht erwiesen worden sei, daß dieselben nach der Schließung de« Lokal-Verein« noch weiterhin für denselben thätiz gewesen sind. Nur betreff« de« Derossi ist von Seiten der Staat«-Auw,ltschaft gegen da« freisprechende erste Erkenutniß die Appellation eingelegt worden, weil gestäadlich die angeordnete Verlegung de« Verein» nach Bremen von seiner Haud ausgefertigt ist, weil fein Sekre- tariatsburcau nicht vou hier verlegt worden und weil er die Stimmen zur Präsidentenwahl in feiner hiesige» Wohnung eutzegeu genommen hat. Die Erledigung dieser Sache scheint von dem Kammergericht für so wichtig erachtet worden zu sein, daß e« den Audienztermin innerhalb der Ferien anberaumt hat, uns, obgleich der Angeklagte nicht verhaftet ist, so hat doch der Oberstaatsanwalt v. Bock selbst da» öffentlich: Ministerium oertreten. Derselbe be- auttagte nach Erhebung de» angedeuteten Beweise« die Berarthei- lung de« Angeklagten zu sechs Wochen Gefängniß, welche Strafe der Gerichtshof in Abänderung de« ersten Erkenntnisses auf einen Monat Gefängniß ermäßigte. Diese Herabminderunz deS Strafmaße« wurde damit begründet, daß der Präsident Hascncleoer aach nicht höher verurtheilt worden ist nad mau die Tyätigkeit Beider höchsten« auf eine Stufe stellen könne." Die Thatfachen habe» bewiesen, daß trotz aller verurtheilunzen und trotz der Auflösung de« Allgemeiaen deutscheu Arbeiterverein« der Arbeiterbewegung auch nicht ein Härchen gekrümmt ist; im Gegentheil, sie ist mehr al« je ia Fluß, und sie wird nicht eher ruhen noch rasten, als bis fie ihr Ziel erreicht hat. I«uere Partei-A«gelege«hrite«. Zu Agenten de» Borstandes wurden ferner ernannt für Beidenfleth: H. Meyer, M. Sachau; Delitzsch: E. Brüning, W. Krausch; Gößnitz: L. Etzold, K. Lunk; Hof: H. Köhler, I. Stößner; Kalk: W Eckert; Klaffenbach: C. G. Rother, W. Weiß; Lennep: I. Schmitz, Chr. Tenhcrt; Melvorf: I. F. Holm, P. Paulsen; Neustadt a. D.: F. Schnschke, O. Stiller; Ott-usen: F. Heerhold, H. Diedrich; Schmölln: I. Marti», F. Zenker� Schw.-Gmünd: G. Feiler, I. Köhler; Seth: C. H.«Sarau, F. Poggensee; Suhl: I. Brendl; Zeulenroda: I. Wetzler, F. Reichelt. Wir bitten, bei neuen Anmeldungen die genauen Adressen beider Agenten(beim Sekretariat) anzugeben. Hamburg, 21. August 1875. Mit sozialdemokratischem Gruß I. A.: A. Geib, C. Derossi, große Rosenstraße 36, II. Gewerksgenossenschaftliches. GewrrkSgenossenschast der Mnunfaktur-, Fabrik- und Hand- arbeiter beiderlei Geschlechts.(Sitz Weimar). Krimmitschau, 17. August. Hierdurch bringen wir die bi« jetzt bei un» emgegangenen Anträge, welche auf unserer am 19. und 20. September im Gasthof zum goldenen Löwen in Apolda abzuhaltenden Generalversammlung zur Verhandlung kommen sollen, zur Kenntniß der Mitglieder. Die vorottSoerwallung und M tglieder zu Crimmitschau beanttagen: Umänderung der Statuten, Zusammenziehunz aller drei Sektionen unter eine Verwaltung, die Sterbekasse gänzlich auf- zuheben, und bei der Krankenkasse eine Steuererhöhung einzuführen, wovon die Sterberente ausgezahlt wird. Zu diesem Antrag hat die BorortSverwaltung eine Borlage zur Umänderung der Statuten ausgearbeitet, welche in nächster Nummer veröffentlicht werden wird. Zur Krankenkasse beanttagen die Mitglieder in Augsburg: ß 3. Der monatliche Beitrag ist auf 4 Gr.(40 Pf.) und 6 Gr. (60 Pf. ReichSm.) festgesetzt. Die Unterstützung beträgt bei 4 Gr. (40 Pf.) 6 Gr.(60 Pf.) und bei 6 Gr.(60 Pf.) 9 Gr.(90 Pf.) Der BorortSverwaltung ver Krankenkasse bleibt eS überlassen, im Falle des Bedürfnisses die Steuer zu erhöhen oder zu vermindern. § 6 soll dahin geändert werden, daß derselbe lautet: Wer 3 Mo- nate mit seinen Beikägcn im Rückstände ist, verliert da« Mit« gliedsrecht und somit alle Ansprüche ans die Kasse; liegt jedoch eine augenblickliche u. s. w. wie in der bisherigen Fassung. Ja § 7 soll der dritte Satz dahin geändert weiden, daß derselbe lautet: Jedes neu aufzunehmende Mitglied hat der Stammgewerk« schaft anzugehören resp. beizutreten.§ 21 ändert sich nach§ 25. In tz 25 soll der zweite Satz lauten: Zugleich mit dieser Ab- rechnnng ist von jeder Mitgliedschaft zur Bestreitung deS Verwal- tungSaufwandeS, zur Auszahlung etwa nöthig werbender Zuschüsse und eventueller Ansammlung eines Fonds pro Mitglied 15 Pf. an den Kassirer der Krankenkassen-VorortSverwaltung einzusenden, welcher Bettag nach Umständen durch Beschluß der Generalver- sammlung oder BorortSverwaltung erhöht werden kann. In den Ortskassen dürfen sich jedoch nicht mehr al« 3 Mrk. pro Mitglied befinden, und stnd alle weitereu Ueberschüsse ebenfalls an den Kas- firer der Kranken-Kassen-VorortSoerwaltung einzuliefern, tz 26 bleibt hinfällig wie bisher.(?) Die AugSburger Mitglieder beantragen zum GewerkschaftSstatut: ß 4 erhält den Zusatz: Frauenzimmern ist eS gestattet, einen Minimal- beittag von 10 Pf. zu leisten, sie haben dann aber auch nur auf die Hälfte der Unterstützung Anspruch. In§ 20 soll gesetzt werden statt:„in 3 Tagen"„sind innerhalb 8 Tagen" nach er- solgter Wahl rc.§ 22 soll folgende Fassung erhalten: Der Auf- stchtSrath besteht aus 3 Mitgliedern und hat derselbe iu örtlicher Beziehung vom BerwaltungSrathe getrennt zu fein. Die de» Orte» für den AufstchtSrath erfolgt ans der Generalversammlung. Die Wahl der Mitglieder de» U«fsicht»ratheS erfolgt durch die G-wilkSgenossen de» Orte« und dessen halbmeiligem Umkreise mittel» Stimmzettel und absoluter Majorität.§ 27. Der auf Zeile 5 angesetzte Termin soll ans 14 Tage verlängert»erden, so daß e« heißt:.Innerhalb der nächsten 14 Tage nach tc." In § 28 soll in analoger Weise Absatz» dahin geändert«erden, daß derselbe lautete: n) Wahl de« Bororte» und de« Sitze« für den AussichtSrath, Absetzung der u. s.». Ferner wird beantragt: Die Generalversammlung wolle in Erwägung ziehen, ob nicht ei« moaatlich einmal zu erscheinende« Aach-Organ zu gründen sei, oder Flugblätter zu beschaffen wäre«, in denen die Aogel-geahiiten de« Fache» und der Gewerkschaft tc, geregelt und die Agitation gefördert würde. Die Mitglieder zu Braunschweig beantragen: Zu§ 4: statt 2 Gr. moaatlich 2V, Gr. Beiträge zu erheben,«ovo» 1 Gr. der Hiuptkafle zufließt und Vit Gr. am Orte verbleiben, der V« Gr. wird einer besondere» Reservekasse über«ieseu, wovon außerordentliche Auggaben gedeckt werde». Ja§ 7» da« Wort »mehr- zu streichen.§ 22. Der Ausstcht«rath besteht au» 3 Mit- gliedern, die nicht am Borort oder in dessen halbmeiligem Umkreise wohnen dürfen. Ferner beantragen die Mitglieder, um der BorortSverwaltung die Arbeit zu erleichtern: Die einzelnen Ge- Werkschaflea«erden in Kreise eingetheilt, und haben dann die im Kreise liegenden Mitgliedschaften dem Kasfirer der Centtalkasse de« Kreise« ihre Abrechnungen nebst Geld einzuschicken und ist die Krei»kasscnv.'rwaltuag verpflichtet, der BorortSverwaltung genaue Abrechnung abzulegen und die betteffenden• Gelder einzuliefern. C« werden dieserhalb AbrechnuugSformulare für die KreiSverwal- tuagen der einzelnen Orte eingerichtet. Zur Krankenkasse. Zu§ 6: Wer zwei Monate mit seinen Beiträgen im Rückstände ist(sei e« in der Gewerkschaft oder in der Krankenkasse), verliert seine Ansprüche auf 6 Wochen. Bei dreimonatlichem Rückstände gehen alle Ansprüche an die Kasse ver- loren; liegt jedoch u. s. w. Da« sich krank meldende Mitglied hat dieserhalb seine beiden Statutevbücher beizubringen. Zn§ 7: Mitglied der Krankenkasse kann nur Der- oder Diejenige werden, der(die) der Stammgewerkschaft angehört.§ 12. Die Unter- stützung beträgt pro Tag 6 Gr. mit aussteigender Seal», mit Ausnahme der Sonntage. Dem§ IL den Zusatz zu geben: de« Arzte« oder der Ortsmitglieder genau Folge zu leisten. In zwei- felhaftcn Fällen sind die OrtSmitgluder berechtigt, den Kranken dem Krankenhause zu überweisen. Bei Weigerung von Seiten de« Kranken verliert derselbe seine Ansprüche auf Unterstützung. § 24. Die Geschäftsführung der Hauptverwaltung versteht der Geschäftsführer der Gewcrkschastskasse.— Ferner beantragen wir: Eine Extrasteuer von V- Gr. pro Mitglied zn erheben, um eine» Reservefonds für die Krankenkasse zu schaffen, und darf dieser Fond« nicht eher angegriffen werden, bi« er die Summe von 3VVV Mark ausweist. Zar Sterbekasse. Zu§ 1.: Die Hauptverwaltung besorgt der Borort der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeitcr-Genossenschaft. Der Borort hat dieserhalb, gleich wie bei der Krankenkasse, für die geeigneten Persönlichkeiten zur Verwaltung zu sorgen.§ 2. Der Zutritt zu dieser Kasse ist jedem Arbeiter und dessen Familien- Mitgliedern gestattet, der der Manufaktur-, Fabrik- und Hand- arbeiter- Genossenschaft angehört. Ferner: Da bisher nur die Sterbekasse lokal war, solche aufzuheben, und sie gleich der Ge- nossenschaft«- und Krankenkasse zu centralisiren. E« haben dieser- halb die einzelnen Mitgliedschaften mindesten« die Hälfte der bi« jetzt eingezahlten Gelder au die Hauptkasse einzuschicken, wogegen die andere Hälfte der Lokalk«ffe zu nöthigen Ausgaben verbleibt. Alle später« Beiträge sind unverkürzt der Hauptkasse zuzuführen. Die Extrasteuer von 3 Gr. bleibt bestehen, um am Orte zu vöthigen AnSgaben zu dienen. Die Geraer Mitglieder beanttagen: Die Generalversammlung wolle beschließen, daß wenigsten» die männlichen Mitglieder der Krankenkasse der Stammzewerkschaft angehören müssen. Für die Verwaltung: C. Poser. Krankenkasse der GewerkSgenpssenschast der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter beiderlei Geschlechts. Crimmitschau. Die Adresse de» Vorsitzenden de« Aufficht«- raths ist jetzt Georgenstraße Nr. 558 B. A. Thierfelder. Allgemeiner deutscher Maurer- und Steinhaner-Buud. KamLurg, 18. August. An die Mitglieder! Laut Beschluß der gemeinschaftlichen Generalversammlung der Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer und de« Allgemeinen deutschen Maurer- und Steiuhauer-BundeS am 13. und 14 Juli in Hamburg ist am 15. August die Vereinigung dieser beiden Organisationen unter dem Namen„Allgemeiner deutscher Maurer- und Steinhauer-Bund" in Wirksamkeit getreten und da« neue Statut von da ab als gültig zu betrachten. Alle die Verwaltung betreffenden Zuschriften sind zu richten an H. Schöning, Jacobikirchhof 29, alle Geldsendungen an den Kassirer H. Walther, Jacobikirchhof 29, alle Beschwerden über die Verwaltung(stehe Z 13 de« Statuts) an den Vorfitzenden de« Ausschusses, W. Schröder, Steinstraße 62, Saal 21. Proto- kolle der Generalversammlung sind h 15 Pfennig zu beziehen von H. Walther, Jacobikirchhof 29. Und nun Genossen, vorwärts! Wirke ein Jeder für die Ver- größerung unsere« Bunde», zeige» wir den Gegnern, daß wir uns nicht zum Spaß vereinigt haben. Mit Gruß H. Schöning, GeschäftSf. Ksvnrg. An alle Maurer und Steiuhauer sowie Tünch«, Putzer und Weißbinder Deutschland«! Ihr habt in Rr. 88 des »BolkSstaat" einen Aoftuf von Hurlemann au« Berlin gelesen, in welchem die Vereinigung der Maurer und Steinhaner als vollendete Sache angeführt ist. Und auch ich kann e» nicht unterlassen, Nochmals daraus zurückzukommen. Hauptsächlich rufe ich zuerst den bisherigen Gewerkschaftsmitgliedern zu, der neuen Organisation ihr volles Bertrauen zu schenken, denn auch ich war bei der Ver- tinigung thälig und kann wohl sagen, unsere Ausgabe war keine leichte. Wir haben sie aber zur Zufriedenheit der meisten Mit- gliedschasten gelöst. Wohl weiß ich einige Mitgliedschaften der Maurer- und Zimmerer-Gewerkschaft, deren Vertreter auf der Ge- neralversammluug einen gegentheiligen Standpunkt einnehmen wußten, da sie mit gebundenem Mandate versehen waren. Wie gern wären sie ihrer Ueberzeugung gefolgt, aber sie mußten ihren Man- datgebern gerecht werden. Die Trennung der Zimmerer von den Maurern wäre wohl bei einigen Mitgliedschaften Ursache zu einer Unzufriedenheit gewesen, allein die« war wirklich nothwendig, und !st uns ja auch in dieser Hinsicht Rechnung getragen worden, wdem man ein Mittelding geschaffen hat, welche» alle Unzufrieden- Wt beseitigen muß. Auch ich war der Meinung, daß die Treu- uung nicht vollzogen werden könnte, aber ich bi« eine» ander» belehrt worden und mit dem Antrag von Lange vollständig zu- sriedeu gestellt. Im Ganzen genommen können«ir zufrieden sein mit der neuen Organisation, e« ist etwa« Tüchtige« geschaffen:»ir sind vereinigt! Wir stehen einander nicht mehr feindlich gegenüber, wir gehen Hand in Hand, und wenn un» diese» nicht z» unserm Ziele führen sollte, so dürsen«ir nun und nimmer darauf rechnen. Darum hinweg mit aller Kleinigkeitskrämerei, wir wollen ein Bruderbund sei», mit eine« Herz und einem Gedanken, und dieser Bedanke sei: gleicht« Recht für Alle. Und nun, Ihr College» Deutschland», die Ihr der Bewegung noch fern steht, erwachet oder sagt nicht kleingläubig, e« nutzt ja doch nicht«. Wenn»och manche von unser» Collegen fragen, wer ist denn unser Feind?, so ver- «eise ich sie ans die Vereinigung der deutschen BangewerkSmeister. Die Bereinigung oder der Bund ist unser größter Fein»! Beweise» nicht die jüngsten Borkommnisse die Schändlichkeit, welche von jener Seite an» zu Tage tritt? Hier werde» die Arbeiter auf'« Gttaßenpflaster geworfen, dort gibt e« allerlei EatlassungSscheine, welche den redlich denkenden Arbeiter auf Jahre um alle Arbeit bringen. Kurzum, e« werden Forderungen an den Arbeiter ge- stellt, die über alle Möglichkeit hinausgehen, uud dazu wird noch an den meisten Orte» ein wahrer Hangerlohn gezahlt. Alle« die«, Collegen, muß Euch von selbst veranlassen, in die Reihen der or- ganisirten College» einzutreten. Und nun, Ihr Maurer, Stein- Hauer und»erwandte Berussgenossen, hauptsächlich in Bayer» und Württemberg, Euch rufe ich nochmals zu: säumt nicht, damit«ir nicht von unfern Gegnern überflügelt werden. Bayreuth, Kulm- bach, Lichtenfels und Bamberg ersuche ich, mir eine Adresse z» senden. Auch an Euch in Thüringen richte ich die Bitte, dem Aufruf Folge zu leisten und mir schleunigst Adressen von den kleiuern wie größern Städten zu senden, indem ich in diesen Tagen dort mit der Agitation beginne. Also auf an'« Werk mit ganzer Kraft, denn mit vereinten Kräften ist un« der Sieg gewiß, ver- eiszelt sind wir geschlagen. Mit Gruß Joh. Kappler, L., V. 137, iu Coburg. All- arbeiterfteundlichen Blätter werden gebeten, Obige« in ihr Blatt aufzunehmen. Allgemeiner deutscher Echneiderverei«. Leipzig. Da unsere letzte Mitglieder-Beisammlung sehr zahl- reich besucht war, sahen wir un« genöthigt ein andere« Vereiu«- lokal zu nehmen. Ich mache deswegen die Mitglieder darauf aufmerfam, daß vom nächsten Montag unsere Versammlungen regelmäßig jeden Montag Abend im Thüringer Hof in der Burgstraße im Saal stattfinden. Lud». Witt, Bevollmächtigter. Correspondenzen. -Leipzig, 19. August. Die gestern Abend in der Tonhalle abgehaltene Arbeitervers ammlnnz war trotz der ttopischen Hitze von mindesten« 1500 Personen besucht, und hatte Parteigenosse Bebel da« Referat über den in Nr. 37 und 38 des«Volksstaat" veröffentlichten Hilfskassengeseyentwurf übernommen. Der- selbe kritisirte in anderthalbstündiger Rede die einzelnen Para- graphen und wie« darauf hin, daß, wenn dieser Entwurf durch die Annahme des Reichstags, woran nach, der jetzigen Zusammensetzung desselben nicht zu zweifeln sei, Gesetzeskraft erlange, die Arbeiter um ihr Recht, ihre Kassen selbstständig und unabhängig von Be- Hörden und Arbeitgebern zu verwalten, gebracht wären. In ß 31 des Entwurf« sei klar und bündig ausgedrückt, daß die von der Landesregierung bestimmten Behörden die Aufsicht über die Kasse führen und jederzeit da« Recht haben sollen, die Bücher einzusehen, die Verwaltung zu untersuche» und über die einzelnen Geschäfte Auskunft zu fordern. Was hätten denn die Arbeitgeber in den von Arbeitern errichteten und vetwalteten Krankenkassen zu thun, frägt Referent, wenn sie nicht darin ein Mittel zur Beaufsichtigung und Bevormundung ihrer Arbeiter erblickten? Denn, obgleich in § 16 gesagt ist, daß mehr als die Hälfte der Stimmen im Vor- stände den Arbeitgebern nicht einzuräumen sei, so wisse man doch, daß der Einfluß, den die Herren durch ihre Anwesenheit ausüben könnten, ein so großer sei, daß es in den meisten Fällen vollständig überflüssig wäre, Arbeiter im Borstand zu haben. WaS sei z. B. im§ 25, der über die Schließung der Kassen Seitens der Be- Hörde handelt, in Absatz 3, wo e« heißt:„Wenn die Generalversammlung einer gesetzwidrigen Verwendung au« dem Vermögen der Kasse ihre Zustimmung ertheilt hat tc." andere« beabsichtigt, als es den Angehörigen solcher Kassen, und wenn sie noch so gut fundirt wären, unmöglich zu machen, zu irgend einem ihnen gut scheinende» Zweck eine Summe zu bewilligen? Die Auflösung der Kasse würde von den Behörden natürlich in Fällen sofort verfügt werden können, wo die Arbeiter für ihnen allgemein nützlich scheinende Bestrebungen, Unterstützung von Produklivgenosseuschaften und dergleichen ihre Gelder anlegen wollten. Wer verwehre es z. B. Crcditinstituten, wenn sie große Summen zur Unterstützung gemeinnütziger Bestre- bungen verwenden, oder zu sogenannten patriotischen Feierlichkeiten Beittäge bewilligten? Sei eS denn nicht ebenso gesetzwidrig, wenn Gemeindebehörden große Summen au« dem Säckel der Steuer- zahler zum sogenannten Sedanfest bewilligten? Nur den Arbeitern sollen bezüglich der Verwaltung ihres EizenthumS die Hände ge- bnnden werden, obgleich sehr leicht nachzuweisen sei, daß Vernn- treuungeu bei Arbeiterkorporationen verhältnißmäßig weit weniger vorkommen, al« bei Instituten der sogenannten höheren Stände und der besitzenden Klassen. Als leitender Gedanke diese« Rorma- tivgesetze« trete besonder« in ß 6 die unzweideutige Abficht hervor, den selbstständigeu Kassen der Arbeiter den LebenSfaven abzuschneiden und besonders auch die Gewerkschaftsbewegung lahmzulegen. In den ßtj 9, 11 und 12 sei deutlich erwiesen, welche« Uebergewicht den Arbeitgebern in den„behördlich sanktionirten" Kassen verliehen werden solle, indem laut§ 9 Arbeitgebern— entgegen Bestimmungen der Gewerbeordnung— das Recht zustehe, die Kassen- beittäge am Lohne zu kürzen. Die Beschränkung des Kranken- lohneS und der UuterstützungSperiode(siehe§§11 und 12) seien schlagende Beweise dafür, daß man den Hauptzweck der Kassen nur al« Mittel zur möglichsten Niederhaltung freierer Regungen bettachte, und wenn auch in§ ig pa« Stimmrecht bei General- Versammlungen den bcitragzahlende» Arbeitgebern nur bis zur Hälfte der Gesammtstimmen zugemessen werde, so habe ja doch die Erfahrung bei den KaappschaftSkassen tc. gelehrt, wie e« bei derartigen gemischten Körperschaften die Herren verstehen, ihren Ab- sichten und Bestrebnngen Majoritäten zu verschaffen. Daß die Kassen möglichst lokalisirt gehalten werden sollen, sei trotz des § 35 ein Beleg dafür, daß man denselben nur eine ganz knapp bemessene Leistungsfähigkeit einzuräumen ein Interesse habe, und daß vollends nach§ 36, Absatz 2, KnappschaftS-Vereine von dem Nor- mativgesetz nicht berührt werden, also in ihrer bisherigen, den Ar» beiterintereffen entgegenstehenden Verfassung verbleibe» sollen, be- kräftige die mehrfach hervorgehobenen Gefahren der behandelten G-sitze«o»rlaze.— Er beantrage als», die Versammlung möge fich gegen die Vorlage erklären und solzeuder Resolution ihr« Zastim- mung geben:„Die Versammlung legt entschiede» Berwahruug dagegen ein, daß ein Hilftkassenzesetzeutwurf wie der vom Bunde«- rath bekanntgegeben»der ein de« ähnlicher durch die Zustimmung de« Reichstag Gesetzeskraft erlange. Sie proteftirt dagegen, weil der Entwurf nicht nur reaktionär ist, s»uveru»eil er auch den Arbeitern da« Recht, ihr Eigeathum selbstständig und unabhängig zn verwalten, vorenthält. Die Bersammlaag erblickt in dem Ge- setzentwnrf da« Bestreben, die Rrbeiter vollständig von den Arbeit- gebern und den mit ihren Klaffeninteresse» eng zusammenhängenden Behörden abhängig zu machen. Die Versammlung verlaugt ein Htlfskrankenkassengesetz, welche» den Arbeitern nicht nnr die volle Selbstverwaltung»hne Einmischung der Arbeitgeber »der Behörden garantirt, sonder» dieselben andern derartige» Anstalteu der besitzenden Klasse» gleichstellt. Die Versammlung fordert die Arbeiter aller Orten auf, sich dieser Resolution anzu- schließen". E« sind mit dieser Resolution noch zwei weiter ringe- gangene verschmolzen worden und fand dieselbe einstimmige An- nähme,. nachdem noch Seifert und Schubert zur Fragestellung wegen der bisher bestehenden Hilf<-Mllitärverein«- uud Gesell- schaft«kassen gesprochen und vom Referenten Auskunft darüber er- halten hatten, daß die ersterea voa dem Gesetz direkt berührt «erden können, die letztereu aber in der Borlage auffälligerweise gar nicht erwähnt seien. Der Verlauf dieser Versammlung be- kündete da« lebhafteste. Interesse der Arbeiter an dem Gegenstaude der Tagesordnung, der nach der scharfen Kritik de« Referenten voraussichtlich Veranlassung zu eingehender Behandlung innerhalb der bestehenden HilsSkaffenvereiue uud Gewerkschaften tc. dieteu dürfte. Nenschönefekb. Eine musterhaft» Gemeindeverwal- tung. Dem Parteigenossen A. Albrecht wurde am 19. d. seine Taschenuhr wegen rückständiger Steuer» für 1874 abgepfändet, obgleich derselbe im Besitz der Quittung für die angeblich rück- ständigen Stenern ist. Albrecht, der bei der Pfändung abwesend war, hat nun die Quittung den Behörden vorgelegt und wird wohl sein- Uhr gelegentlich zurückerhalten; welche« Licht fällt aber aus eine Gemeindeverwaltung, die sich ein solch grobe« Verseheu zu Schulden kommen läßt unv nicht eiumal für richtige Eintragung der Einnahmeposten sorgt? Ei» Buchhalter, den sein Prinzipal über ähnlicher Praxi« ertappte, würde ohne Gnade an die Luft gesetzt werden— uud von Rechtswegen. Weimar, den 11. Aug. In Nr. 92 de«„Volksstaat" wird gesagt, daß Wolf nach seine« neuen Domicil Arnstadt von Eleve übergeführt sei. Dem Schreiber diese« theilte» die Arnstädter Ge- nossen mit, daß Wolf aus telegraphische Requisttion vom Arnstädter Staatsanwalt in Hannover verhaftet und unter Escorte nach Arnstadt tranSportirt worden sei. Am 5. d. M. wollte» die Par- teigenossen Röviger und Ufert Wolf spreche», wurden aber ab- gewiesen. Der GerichtSdirector theilte Beide» mit, da« Eollegium habe beschlossen— Niemand(!?) zu Wolf zu lassen. In einer juristischen Abhandlung suchte er Ufert und Rödiger begreiflich zu machen, daß Wolf eben für unerlaubt« Handlungen Strafe ver- büße, und da« G-fänguiß(Frohnveste) sei kein Unterhaltung«- und BergnügungSort. U. undR. eutgegneten, daß sie ja nur einmal kämen.—(Die Arnstädter Genossen weist mau immer damit ab, daß sie zu oft kämen). vi«her hat Wolf nur Winkler nach 4maligem Laufen von Pontiu« zu Pilatus unter 3 Mann starker Bewachung sprechen können. Ob e« im Arnstädter KreiSgericht auch bei ge- wöhalicheu Verbrechern üblich ist, erst da« Collegium zu befragen, ob Besuch zugelassen wird? Wir bezweifeln dies— die Maschine würde sehr schwerfällig werden. U-ber Wolf'« Behandlung läßt sich demnach sehr wenig sagen, und müsse» wir bi» zu seiner Entlassung«arten. Einige Arostädter Genossen wurden mit dem Bemerken abgewiesen, daß sie doch noch warte» sollten und später wiederkommen, Wolf würde sonst die Zeit zu lang. Wolf ist Straf- und kein UatersnchungSgefaagener, und e« giebt diese Ab- gesperrtheit von seinen Freunden immer zu Bedenken Anlaß. Ja Cleve soll e« Wolf sehr gut gehabt haben, da hat er mit im Bureau gearbeitet. Nächsten Monat kommt Parteigenosse Leuschke frei, er hat wegen MajestäiSbeleidiguug I V, Jahr(!) ohne die Unter- suchungShaft verbüßt. Da er geheim verurtheilt wurde(?I), wwd sein nunmehr bald gesühnte« Verbrechen erst bekannt werden. AaS Rücksichten gegenüber dem Gefangenen wurde bi»her, waS wir wußten, verschwiegen. Kaiserslanter», 10. August. In der letzten Sitzung de« Stadtrath« vom 5. August hat derselbe auf eine Anfrage de» hiesigen Kriegerverein«, ob und in welcher Weise die Stadt Kaiser«- lautern sich bei dem bevorstehenden Jahrestag der Schlacht von Sedau betheiligen werde, mit allen gegen 2 Stimmen be- schlössen, sich an diesem Feste offiziell zu betheiligen und hierzu 100 fl. bewilligt und zur Verstärkung de» mordSpatriotischen Fest- comitö» drei StadtrathSmitglieder bestimmt. In derselben Sitzung hielt man für nothwendig, vielleicht um sich den Beifall der Steuerzahler für die reichSfreuodliche Opferung von 100 fl. zu sichern,� die Umlagen z« erhöhen. Au» Anlaß dieser reichStreuen Kundgebung de« Stadtraths berief der„Demokratische Arbeiter- BildungSvereia" auf gestern Abend eine Versammlung ein, welche außerordentlich zahlreich besucht war. Die Tagesordnung lautete: „Die Geldbewilligung des StadtrathS für eine Festivität de« KriegervereinS und die Erhöhung der Umlagen." Die Herren Herrmann und Daschner referirten unter dem lebhaftesten Beifall der Versammlung. H-rrmanu kritifirte in treffenden Worten die Haltung de« 1. Adjunkten, Hrn. Philipp Schmidt, allgemein be- kannt al« gesinnuugStüchtiger„National-Demokrat" und hob be- sonder« hervor, wie derselbe im vorigen Jahre, wo er freilich noch nickt Adjunkt gewesen, und noch nicht„reichStten" genug, gegen eine Betheiliguug an der„Sedanseier" ausgetteten wäre. Die hierauf eingebrachte Resolution, welche einstimmig angenommen wurde, lautete:„Die heutige Versammlung tadelt entschieden die offizielle B-theiligung des StadtrathS an dem Schlachtseste de« 2. Sept., weil sie e« nach ihren sittlichen Begriffen für die bedauernSwertheste Rohheit hält, einen Tag zu feiern, an welchem sich Menschen gegenseitig für dynastisch- Interessen abschlachteten, den Tausende zu beweinen haben, die im deutsch-französischen Krieg ihren Er- nährer und Erzieher verloren haben, und wobei tausend Andere ihre gesunden Glieder uud ihre besten Lebenskräfte für immer ein- büßten und deren Siege dem deutschen Volke in freiheitlicher Be- ziehung so wenig wie nichts brachten. Ferner proteftirt die Ver- sammlunz ans'« Entschiedenste gegen die Bewilligung von Geldern au« dem Gemeindesäckel für diese Feier, die nur eine Demonstra- tion der nationalliberalen Partei ist, denn die Sympathien de« Volke» hat diese« Schlachtfest nicht. Die Versammlung hält dafür, daß, wenn die Herren StadtrathSmitglieder sich an dem Sedantag betheiligen wollen, sie auch die Kosten, welche derselbe ihnen allen- falls vervrsachen sollte, auS ihrer Taste bezahlen und nicht au» denen der Steuerzahler, damit die ohnehin für Biele schon un- erschwinglichen Umlagen nicht noch mehr in die Höhe geschraubt werden müssen." Mit Gruß und Handschlag Im Auftrag: Th. Daschner. Parmkadt, 6. Aug. Der hiesige„Gewerbevereio" hatte durch öffentliche Einladung von Arbeitgebern»nd Arbeitnehmern zur Besprechung der RcichS-Enquete am 23. v. Ml», eine Versammlung einberufen, woz» auch mehrere unserer Parter genossen schriftlich eingeladen waren. Außer einigen Kleinmeistern und Fabrikanten hatten sich größtentheil« Partei- und GewerkS- genoffen eingesuuden. In da« Bureau wurde Herr Weber(Di- rector der hiesigen Mafchiuenfabrik und Eisengießerei) zum Bor- fitzenden, Herr Generalsecreeär Busch zum Schriftführer ernannt. Darauf käme« die Fragen über die Lehrlingsverhältniffe zur Ber- Handlung, wobei man von Seiten der für da« Wohl»er Arbeiter schwärmenden Fabrikanten recht nette Ansichten höre« konnte; ans dieselben näher einzugehen wäre Raumverschwendung. Al« die Lehrlingsfrage erledigt war, gab der Lorsitzende bekannt, daß wegen Mangel an Zeit die Frage» nach den Gesellen- und Fabrikarbeiter- Verhältnisse» nur kurz behandelt werden könnten und zwar so, daß nur Zwei dafür»od Zwei dagegen sprechen dürfte», wogegen unsererseits energisch protestirt wurde. Hierauf erklärte der General- secretar, daß er schon in einer stark besnchten Versammlung sämmt- liche Fragen in vier bis fünf Stunden durchbcrathen habe. Dem entgegnete ein Parteigenosse, daß wir aus solche BerathuugSmethode nicht eingingen uud es ihm uumöglich scheine, die Fragen in so kurzer Zeit allgemein verständlich diScutiren«nd beantworten zu könne», er glaube, wir feien doch nur hierhergekommen um un« gegenseitig über sehr wichtige Angelegenheiten aufzuklä, en. Hierauf erwiderte der Lorsitzende:„Wir find nicht beisammen um un« zu belehren, sondern die Frage» mit Ja oder Nci» zu beant- Worten"! Parteigenosse Köberer stellte dem Folgendes entgegen: „Wir haben regen Antheil an den Verhandlungen genommen»nd die Unmündigen vertreten. Wir wollen nun aber auch unsere eigene Sache vertreten und zwar auf Gruud unserer Prinzipien. Wir halten un« den modernen Staaten»nd B-rhältnissea gegen- über strikte an»user Programm»nd werde» eS auch zur Durchführung bringen, mögen auch unsere Gegner mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln uns gegenübertreten." Bei der letzten Bemerkung zog der Präsident die Glocke, entzog dem Redner da« Wort und machte seinem gepreßten Herzen endlich mit dem AuSruf Luft:„Hier wird nicht Politik getrieben.« Nun erklärte Köberer, daß wir unter Protest da« Lokal verlassen würden, deurzusolge sich die Arbeiter bis a»f einige Fabrikanten«nd Kleiumeister entfernten. Die Fragen wurden dann natürlich keineswegs im Sinne der Arbeitersache beantwortet. Betreffs der vou dem hiesigen Cultur- kämpf Organ, genannt„Main-Zeitung"(welche, nebenbei gesagt, die Arbeiter bei jeder Gelegenheit zu verunglimpfen sucht), gebrachten Notiz, daß in Folge der Provocation von Köberer zwanzig So- zialisten den Saal verlassen hätten, sei noch erwähnt, daß uicht zwanzig, sondern über fünfzig Arbeiter eS waren, die nicht Lust hatten, sich als Jasagemaschiuc benützen zu lassen.— A« 31. v. M hielten wir eine LolkSvcrsammluug ab mit der Tagesordnung: „die Reichs«« quete bezüglich der Fragen über die Gesellen- und Fabrikarbeiterverhältuiffe." Da« Referat übernahm Herr Gabor au« Frauksurt. Redner beleuchtete die ReichSeuquete in klarer, ver- ständlrcher Weise, beklagte unter Anderm besonders die mangelhaste Statistik über die Lage der«rbeitenden Klassen von Seiten der Regierung, uud daß die allerwichtigsten Fragen der Arbeiterver Hältnisse in der Enquete nicht berührt feien. Mit gespannter Aus merksamkeit folgten die Anwesende» den Ausführungen de« Redner« und wurde demselben ungetheilter Beifall zu Theil. Nach mchv malizer Aufforderung de« vorfitzenden meldete sich Niemand mehr Jum Wort; dann wurde von der Versammlung nachstehende Re- olution einstimmig angenommen:„Die heutige Lolksversamm� lung erklärt: Die Untersuchung des Bundesrath« über die Arbeits� Verhältnisse betrifft nur untergeordnete Punkte, selbst die dringendst nothwendigen Maßregeln zum Schutz der Gesundheit der Arbeiter find übergangen.— Ein ArbeitSkontraktbruchgcsetz(mit Oefängniß strafe) ist al« ehrenrührige AuSnahmSmaßregel verwerflich. Wirk liche, nicht blo» scheinbare Lerbesserunge» der mißlichen Arbeiter Verhältnisse werden nur erreicht werden, wenn die Arbeiter allezeit energisch für ihre politischen und sozialeu Rechte eintreten. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen.— Den Arbeitern, welche uns noch fern stehen, wollen wir zurufen: Lernet doch endlich einsehen, dag jene liberalen Herren n»r unter der heuch� lerischen MaSke des Wohlwollens für da« Wohl der Arbeiter bt dacht find. Schließt Euch der Partei, schließt Euch den Gewerk- schasten an, denn nur ein einheitliche« Zusammenwirken kann un« unserm Ziel immer näher bringen. Mit sozialdemokratischem Gruß A. Feuchtmann. Mannheim, 5. August. Sonntag, den 1. August machten zahlreiche Parteigenossen von hier und Umgegend, sowie viele Mib glieder der Gewerkschaft der Schuhmacher von hier uud Heidelberg einen Ausflug nach Schwetzingen. Um aber mit dem Fröhlichen auch gleich da« Nützliche für uusre Sache z« verbinde», trat ein von den vertretenen Orten zusammengesetzte« Comitö zusamme» behuf« Regelung der Agitation. Leider bemerkte» die Vertreter der kleineren Orte bitter, daß sie seither besonder« von unsere» ge ehrten Reichstagsabgeordneten noch gar uicht berücksichtigt worden seien, drückten jedoch den Wunsch au«, die Mannheimer Genossen möchten baldigst für eine bessere Agitation Sorge trage».— Wir ersuchen daher die betreffenden Parteizenosse», nicht immer so stief- mütterlich mit unsrer Gegend umzugehen, zumal wir e« auch uicht an gutem Willen fehlen lassen. Wir werde» dann wieder eine Conscrcuz abhalten, und ersuchen jetzt schon, besonder« die Äe- »offen von Darmstadt und Worm«, ihre Adresse au Unterzeich ueteu gelangen zu lassen. Im Auftrage de« AgitationScomitÄ: PH. Koch, G 524, Mannheim. (Bezüglich der Klage über Leruachlässigung seitens unserer „ReichStagSabgeordoeten" müssen wir deu Genossen sehr vieler Orte die Bitte au« Herz legen, sie möchten nicht vergessen, daß die Partei gegenwärtig nicht mehr al« 8 ReichStagSmitglieder— unser» mehrjährig uufreiwilligeu StaatSpeusiouär Most felbstredeod abgerechnet— aufweise»»nd zeitweilig, soweit eS ihre LerufSge- schäfte gestatten, zur Agitation verwenden kann. Unser Agitation«- feld, Deutschland, ist aber ziemlich groß; bevor die acht Meistbe- gehrten die ungefähr 4000 größeren ll»d kleinereu Ortschaften de« Reichs auf Agitationsreisen durchstreift haben werden, wird noch mancher Tropfen inS Meer geronnen uud mancher Ruf nach sozialistischen„ReichStagSabgeordueteu" unerhört verhallt sei». D. R.) Aandshut, 3. August. Mittwoch den 28. v. M. fand dahier im Saale de» BalsschlößcheuS feit längerer Zeit zu« ersten Male wieder eine Volksversammlung statt. Dieselbe war sehr zahlreich besucht und waren alle Parteien vertreten. Der ReichStagSabge- ordnete Herr Hafen clever hielt einen zweistündigen Bortrag über die Thätigkeit de« Reichstage» und beleuchtete, nachdem er zu An- fang seiner Rede daS Geschwätz der liberalen Philister vom Zu sammengehen der Sozialdemokraten mit den Ultramontanen ein- gehend widerlegt hatte, insbesondere das Gebühren der sogenanuten Liberalen im Reichstage, indem er durch Beispiele nachwies, wie diese Herren durch ihr serviles verhalten dem allmächtigen Herrn von Bismarck gegenüber in ganz reaktionäre Bahnen eingelenkt hätten. Die in weitau« überwiegender Anzahl anwesenden Arbeiter nahmen den an vielen Stellen mit beißender Satire gemischten Bortrag mit großem Beifall auf. DaS rege Interesse, womit die Versammlung deu Ausführungen de« Herrn Referenten gefolgt war, stieg noch, als nach Beendigung der Rede de» letzteren ein Herr C aplan Müller den versuch machte, den von Herrn Hasen clever in Bezug auf die Ultramo»tau-u ausgestellten Behauptungen gegenüber nachzuweisen, daß die Ultramoutanen den Arbeiter uicht nur auf ein bessere« Ienseit» vertrösten, sondern auch unter Be- solgung de« Spruche«:.Saum cuique''*) demselbe» den Genuß der irdischeu Güter, soweit ihm derselbe z»steht, einräumen uud ver- schaffe» wollen. Sehr treffend bemerkte hierauf Herr Haseuclever in seiner Erwiderung, daß, wenn die« wirklich der Fall wäre, auch die Herren vom Ccntrum die von den sozialdemokratische» Abge- ordneten eingebrachten Anträge, welche eine Verbesserung der mw teriellen«nd mit ihr der geistigen Lage der Arbeiter erstrebten, hätten uuterstützeo müssen. Herr Müller meinte hierauf, daß natürlich persönliche Aufichten Einzelner nicht immer den Beschlüssen der Parteivertreter conform sein könnten. Nachdem in dieser Weise der erste Punkt der Tagesordnung:„Thätigkeit de» Reichstage« erledigt war, erledigte nach einer Pause Herr Rottmanuer au» München den zweiten Punkt der Tagesordnung:„Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei DeutschlaidS", indem er einzelue Stellen de« Programm« näher beleuchtete. Zum Schluß forderte Herr Haseuclever noch zum Lesen der Parteiblätter und zum Ein- tritt in die Partei auf, welch' letzterer Aufforderung sofort eine ziemliche Anzahl Arbeiter entsprach. Trotz ergangener Aufforderung meldete kein Liberaler, ob wohl deren mehrere und sogar einige„Größen" derselbe» zugegen waren, sich zum Worte. Diese Gesellschaft kann eben»ur in ihrer Schmutzpresse die Vorkämpfer der sozialistischen Partei be geifern, e« fehlt den Herren aber der Muth, mit offenem vifir deu Kampfplatz zu betteten. Die Versammlung, welche, wie alle sozialistischen Bersammlungew in größler Ruhe verlief(die an»ese»den vertteler der wie überall so auch hier die Arbeiter mit besonderer Zärtlichkeit beobachtenden Polizei fanden keine Gelegenheit, die öffentliche Ruhe zu stören, und dadurch die in deu Kasernen cousignirten Truppeutheile in Aktion zu bringen), wurde um 11 Ahr vo» Herr» Rottmanuer geschlossen, und verspreche» wir uu« von derselbe» bei rühriger Fortsetzung der Agitatioo die besteu Resultate. Ein«eiterer Beweis für die Schamlosigkeit der herrschenden Klasse» ist da« Faktum, daß die städtische» Behörden von Landshut nachdem„Surier f. Niederbayern" eine» alten Arbeiter anläßlich seine« 30. Geburtstages iu Würdigung sei»er seit 30 Jahre» der Stadt LaudShut mit Treue und Eifer geleisteten Dienste eine Belohnung von 20 Mrk., sage zwanjig Mark aussetzten. Man könnte diesen Beschluß al« Hohn bezeichne», wen» er uicht durch die Taktlosigkeit, welche uusere Stadtväter dadurch bekundeten, daß sie erste»« diesen Beschluß in öffentlicher Sitzung faßten, zweiten» denselben in den hiesigen Lokalblättern veröffentlichen liegen,— ein Gepräge be käme, für welches die Bezeichnung„liberal" die passendste sein dürfte. Diese Herreu schei»en, trotzdem daß sie stet« strenggläubige Christen zu sein vorgebe», doch da« Wort Christi nicht zu kennen: „WaS die Rechte gibt, soll die Linke nicht wissen." Im Uebrigen sei mir zu bemerke» erlaubt, daß besagter Grei« trotz seine« hohe» Alters von 80 Jahren noch al« Magazin- Aufseher beim städtischen Bauamte bedieustet ist u«d, wie c« scheint, ttotz seiner 30 jährige» der Stadt geleistete» Dienste noch nicht für würdig befunden wird, mit entsprechender zu« Lebe» ausreichender Pe»fion aus de« Stadtdieuste entlassen zu werde»; vielleicht daß«»» ih» in eine Pfründoerunstalt unterbringt. Aresla», den 9. August. Wir theilen nachstehend da« Re sultat einer Lohnstatistik mit, welche wir kürzlich unter unseren BreSlauer BcrufSgeoossen zu dem Zwecke aufgestellt hatten, iu eveutuelleu Fällen den Fabrikanten unumstößliche Beweise über die schlechte» Lohnverhältnisse in unserer Brauche geben zu können. Nach dieser statistischen Zusammenstellung beträgt der wöchentliche D»rchschuittSverdie»st der hiesigen Cigarre»arbeiter4Thlr.l2 Gr. 6 Pf. pro Kopf, macht da« Jahr 229 Thlr. 20 Gr. Wir müssen hierbei aber bemerken, daß obige Zahl unbedingt als Maximum de» Durchschnittseinkommens angenommen werde» muß, indem bei der statistischen Berechnung die in etlichen Fabriken bestehende Ein- richtung für gewisse Vorrichtungen, z. B. für Deckblattzubereitung, von den Arbeitern extra zu zahlender Gelder, uicht in Abzug ge- bracht und außerdem Krankheitsfälle u. s. w. gar uicht in Betracht gezogen worden find. Wenn man nun dedenkt, daß hier, in der Metropole Schlesien»,»och die höchsten Löhne iu der Provinz gezahlt werde», so kann man sich leicht vorstellen, auf welch' nie- dnger Stuft dieselbe» erst i» den Provinzialorte» stehen müssen. Wir brauche» hier wohl»icht erst z» commentiren, daß solch ein Einkommen auch uicht deu allerbescheidenste» Ansprüche» unter deu heutigen Lebensverhältnisse» genügt, so daß fast Jeder, zumal wer noch Familie besitzt, gezwungen ist, auf irgend eine Weise sich einen kleinen Nebenverdienst zu erringen. Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, auch einmal jene» absurden Berichte», wie ihn jüngst die Breslauer Handel»- kammer über die Ciaarrenfabrikation brachte, Erwähnung zu thu». Der Verfasser desselben bricht da zunächst iu eine Ieremiade au« über da« disharmonische Verhältniß zwischen de» Arbeitern u»d Arbeitgebern und sagt unter Anderem:„So lange der große Haufe in diesen Anführern die Vertteter seiner Interessen steht, und so lange diese Klasse ungestraft die offene Revolution predigen darf, so lange wird der Kriegszustand bestehe» bleiben und der Arbeit- nehmer in dem Arbeitgeber nicht den auch das Wohl seiner Ar- beiter fördernden Brodherrn, soudern nur den Bedrücker und AuS- sauger de« ArbeiterstandeS sehen." Wir können dem Verfasser dieses Nonsen« die Versicherung geben, daß auch fernerhin der „große Haufe" in diesen„Anführern" die Vertteter seiner Interessen scheu wird, und zwar so lange, bi« die in der heutigen Gesellschaft bestehende» ungerechten, der Menschheit unwürdigen Zustände be- seitigt sein werden. Ferner heißt e« in dem Berichte, daß da» Ver- hältniß der Arbeitgeber zu den Arbeitern ein für Erstere bessere» geworden sei, indem da« Angebot von Arbeitern reichlicher war, so daß sogar eine Lohnrcduktion von 10 Proz. durchgeführt werden konnte. Herrn Eamphausen wird da« Herz im Leibe lachen, wenn er vernimmt, daß sein samoseS Rezept zur Hebung der darnieder- liegenden Industrie solche Anerkennung findet. Wir möchten jedoch sehr bezweifeln, daß diese« Heilmittel, welche« lebhast an die Heil- Methode de« Dr. Eisenbart erinnert, von praktischem Erfolg sein wird, denn wenn deS Volke« Einkommen vermindert wird, muß auch die ConsumtionSfähigkeit desselben geschwächt, und somit die Produktion und Industrie eher herabgedrückt al« gehoben werden. Jeder, der auch nur elementare Ke»ntniß der Nationalökonomie befitzt, weiß, daß solche wirthschaftliche Misören, wie die gegen- wärtige, nur eine logische Folge der heutigen plan- und regellosen, auf Anarchie gegründeten kapitalistischen Produktionsweise sind und, so lange letztere besteht, stetS periodisch wiederkehren«erden. Will man also solche Uebelstände au» der Welt schaffen, so strebe man darnach, die Ursache derselben, da« heute herrschende wirthschaftliche System, zu beseitigen und nach Einführung einer vom Staate ge- regelten Produktion, Consumtion und Vertheilung, denn nur da- durch werden solche soziale Schäden gründlich beseitigt werden können. Indem wir Obige« allen Geschäfts- und GefinunngSgcnoffen hiermit öffentlich zur Kenntniß bringen, glauben wir dadurch An- regung zu geben, auch an anderen Orten derartige statistische Er- Hebungen über die Lohnverhältnisse anzustellen. Mit Gruß Die Tabakarbeiter BreSlau'S. ira. Wir ersuchen die geehrten Redaktionen aller arbeiter- fteundlichen Blätter, von Obigem Notiz zu nehmen. D. O- »-teflaste» der tziedakti»»: I. St. i» Loburg: 6« war un« unmöglich, Ihren Bericht i» die gewünschte Nummer aufzunehmen.— Quittung ber Expedition: Schür AieSbabe» An». 2,90. Brich Forst Schr. 2,25. Brnb» Böttingen Schr. 12,15. Brmstr Hamburg Ann 2,00. Arb.-Part. RegenSbnrg Schr. d. Gb. Hamburg Schr. 1,00. O Stlzr Reudnitz Ab. 12,00. Schck hier Ab. 1,10. H Smnn Altona Schr. 13,75. Änthr Großenhein Schr. 20,70. Brth Mainz Ab. u. Schr. 7,38. Rßur Demmin Schr. 3,00. Schrdr Winterthur Ab. 4,03. hllltrtMi» Mittwoch, deu 25. Aug., Ateno» Haid 9 Uhr m Hei»- s»hus Salon: Versammlung de» sozialdemokratischen Arbeiterverein«. T.-O.: Bortrag von Hasenclever.— Verschiedene«. Z-tritt frei._ Forsch»».[60] Tagesordnung: H. Ramm. Donnerstag, den 26. August, Abend» halb 3 Uhr: Volksversammlung im Saale zu« Kasseegarten. Die Reichsenquete und da» Hstlftkaffengesetz. Ref.: __ D.«. i60) Sonnabend, den 28.«ngnst, Abend« 8 Uhr, h.i Herrn Henschel: T.-O.: Volksversammlung. Bortrag von Max Kayser an« Dresden. [40] Sonntag, den 29. August: 4. Stiftungsfest der Manusactur- Arbeiter- Gewerkschaft, im Lokale de» Herrn Hentschel.— Oezin t 3 Uhr Nachmittags, be« stehend in Tonzert, Gesang, Festrede, Deklamation»nd Ball. Genossen von nah nnd fern find hierzu eingeladen. _ W. Günther, Vertrauensmann.[225] Alt ttt fttt 1*il Donnerstag, 26. August, Abend» präci« 3 Uhr, im Eonveutgarten, Neust.-Fuhlentwiete: Außcrordcntliche Gencralversammlung der Schneider- Gewerkschaft. T.-O.: Abrechnung.— Auflösung de» Vereins.— Alle Mitglieder müssen erscheinen.__ D. B.[60] Leipzig ArbeiterbildungSverein. Sonnabend, den 28. August: Borttag von Künzel über Leichenverbreunung. Miuwoch, den 1. September: Bortrag von M o t t e l e r über die Aufstände der unfteie» Arbeiter im Alterthum.(Fortsetzung).[50] Leipzig Club 31." Freitag, den 27. August: Sitzung Abend» 8 Uhr.[20] Qulfetlm Donnerstag, 26. August, Abend« halb 9 Uhr im Saale de« Vellevue, Sreuzstraße: Sozialiste»- Vers»mmluug. T.-O.: Polit. Rundschau.— LandtagSwahlen. Der Ageut.[40] Fit,»*1 t-f Allgemeiner deutscher Schneider« eretn. Unser unentgeltliche» Arbe!t«nachwei»bureau befindet ich vo» jetzt au bei H. Scheurenbrand, Gasthaus zum weißen Lamm, Jlgenplatz, worauf wir fämmtliche hier zureisende College» aufmerksam machen._(2b)_ I. A.: Der Be».[50] MtpäftftSr»— Vorläufige Anzeige. �OlvyUnillH Bus Sonntag, den 29. Aug., habe» die GeWerk- Haft«-Mitglieder der Schuhmacher, Schneider und Holzarbeiter Ärbeiter-Verbrüderungs-Fest auf SpeierSkopf arrangirt, wozu wir alle auSwäNtgen Gewerk«- uud Parteigenossen freundlichst einladen.— Für gute Speisen, Getränke»nd Unterhaltung ist besten» Sorge getragen. Wir bitte» die auswärtigen Eollegeu, mit dem 12-Uhr-Zug iu Wie«- baden einzutressen Die Vergnügung»-Eommissio». Bei schlechtem Wetter findet da« Fest im Römersaal statt. __(2a)_[300] Für Metallarbeiter, bes. für Eifendreher. Dur»»u«, sowie durch die»uchha»dl»»g de»„Volksstaat" ist zu beziehe»: Baumau«, G. Berechnungen über da» Gewindeschneiden, nebst gründlicher An- leitung und Erklärung de» Verfahren». Preis Mark 1,60. Bolksiuchhandluug(Z. Kran») Zürich.[275] *) Jede« da» Seine. Die Rnmmer 129 de»„Volk»staat" vom Jahre 1874 wird zu kaufen gesucht._ Expeditio» de«„volksstaat." Sozialistische Theaterstücke. Eine Sammlung diese« Inhalt» beginnt soeben unter vorstehendem Titel»ei nn» zu erscheinen und zwar i» einer unbestimmten Auzahl zwangSloser Liefernngeu. Jede Lieferung ist für sich verkäuflich. Hiervon ist bereit« erschienen: Rr. 1. Ein Schlingel. Eine nationalökouomisch-soziale Humoreske. In 1 Akt. Sinzeln-Prei» dieser Lieferung: 40 Et«.— 36 R.-Pf.— 20 Jh. östr. W. NB. Die zur Aufführung de» Stücke«(als Rolle» ,c.)»öthigw Exepl. liesern wir für Fr. 1. 80 Et«.— Mk. 1. 60«.-Pf.— 80 Kr. östr.».-- Zu vorstehenden Preisen versenden wir franc» und nehmen wir dabei auch österreichische» Geld, ohne Rücksicht aus hiesige» Agioverlust, für»oll. (Kleinere Beträge könne» in Briefmarken eingesandt werdm). flV Die Versendung erfolgt jedoch stet» nur gegen baar, resp. mit Nachnahme (Postoorschuß). Für Wtedervirkäufer größeren Rabatt, jedoch dann bei unftanttrter Versendung. Volksbuchhandlung(I. Franz), Zürich. (w3a)(Stet» genügende Adresse.)[500] Vera»tw»rUtchtr Redakteur: H. Rindt in Leipzig. «edaktto» Hoheftr. 4,«xpedittou Zettzersh. 44, in Leipzig. Druck nnd Verlag der GenoffenschastSbuchdruSeret in Leipzig.