Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In- U.Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Bor 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8. W. Corner Third and coates str. Philadelphia. Abounementspreis für ganz Deutschland IM, 60 Pf. pro Quartal. Monats-Abonnements werden bei allen deutsche« Postanstalten auf den 2ten u. 3ten Monat und auf den 3ten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den Iten Monat des Quartals k 04 Pf. Orga« der Sozialistischen Ardeiterpartei Deutschlands. Inserate, die Abhaltung von Partei«, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditianen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 10 Pf.,— Privat- und Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. Nr. 101. Kreitag, 3. September. 1875. Die Moral der Sozialdemokratie. Siebente Kanzelrede von I. Dietzgen. (Schluß.) Hier muß ich den Parteigenossen kurz und bündig auseinander- setzen, was da« eigentliche Wesen der Sittlichkeit, was wahre Moral ist. Gemäß unferm materialistischen System fragen wir bei solchen Untersuchungen zunächst nach dem Material, hier nach mora- lischem Material. Dabei halten wir uns am unbestreit- baren Sprachgebrauch. Wahrhafte Kastanien sind alle, die von der Welt gebräuchlicherweise Kastanien genannt werden. Es giebt, wie bei der Moral, verschiedene Sorten. Die Feinde schlachten, braten und verspeisen, heißt dort moralisch, und hier: sie lieben und ihnen Gutes thuu. Sei ein schlauer Spitz- bube, gebietet das spartanische Gesetz, und: heilige das Eigenthum, zahle ehrlich deine Schulden, befiehlt der Bourgeois. Wie sollen wir nun unter solchen Widersprüchen die Kastanien der Wahrheit aus dem Feuer holen? Einfach, indem wir auS dem Berschie- denen daS Allgemeine, indem wir exlrahiren, waS unter allen Umständen moralisch, sittlich oder recht ist. ES kann daS nichts Spezielle», es muß das Generelle, das Abstrakte des gesammte» Moralischen Materials sein. Mittels eines solchen induktiven Ver- fabrenS findet sich, daß die sittliche Weltordnung im allgemeinen aus den Rücksichten besteht, verschieden je nach Zeit und Um- ständen, welche daS gesellschaftliche Bedürfniß der Menschen erheischt. � Ferner findet sich die unleugbare Thatsache, daß dieses Bedürfniß mit der Cultur sich entwickelt, daß der soziale Trieb de» Menschen� wächst, paß die menschliche Association breiter und inniger, daß die Moral moralischer wird. Schon die christliche Moral spricht aus, daß die beschränkte Brüderlichkeit der Horden, Stämme, Völker und Nationen sich in eine internationale Bruderschaft ver- wandeln soll. Aber der überspannte religiöse Geist, seine Schel- werci und Rarrethei, vermochte daS Ideal nicht zu realisiren. Erst der ökonomische Materialismus, erst die von der Sozialdemokratie erstrebte kommunistische Organisation der leiblichen Arbeit wird die Menschen wahrhaft associiren. AuS der politischen Abschaffung der Klassenherrschaft, aus der Verwandlung der egoistischen Kapitalien in genosseuschaftllche Arbeitsinstrumente kann erst innige Nächstenliebe, die wahre Moral und Gerechtigkeit resultiren. Kein Orakel deS Himmels, kein Gewissen der Brust und keine Dedvction deS Kopfes darf uns die sittliche oder irgend eine an- dere Wahrheit doziren. Auf diesen idealen Wegen findet sich nur die bekannte Schnapperei nach dem wahren Jakob. DaS einhellige wissenschaftliche Resultat wird induktiv gewonnen; eS gründet sich immer auf empirische Thatsachen, hier auf daS exacte Faktum, daß Mensche» einander dienstlich sind. So ewig wie Einer des Andern bedarf, so ewig ist dem Einen recht, was dem Andern billig. Jemehr sich die gegenseitige Bedürftigkeit der Menschen iutwickelt, um so extensiver und intensiver wird ihre verbindnng, um so rücksichtsvoller die Moral, um so größer und wahrer die Sittlichkeit. Daß also die Natur der Dinge den Menschen be- schränkt, ist Niemand klarer, als der Sozialdemokratie. Aber ge- lade weil wir daS allgemeine, daß sogenannte wahre Wesen der Sittlichkeit genau kennen, darum lassen wir uns nicht von Denen bithören, welche eine spezielle Erscheinung oder Form für daS all- gemeine Wesen der Wahrheit ausgeben. Ob man sich in der Ehe °der in freier Liebe galtet, ob das Privateigenthum heilig oder abscheulich, ob die Rache erlaubt oder verpönt ist, sind Sitten, bie nur insofern moralisch oder unmoralisch heißen, als sie die menschliche Eutwickelung fördern oder hindern. Und im Munde iiucS Sozialisten ist die menschliche Entwicklung kein ideales Ge- brechsel, keine spirituelle Vervollkommnung, wofür mau keinen ma- liriellen Maßstab hat, und die man also mit verdrehten Augen nach allerlei Art auslegt. Für uns besteht die menschliche Entwicklung, wie Wehrsach erklärt, in der wachsenden Macht, die Natur dienstbar iu mache». Bei diesem großen Zweck sind Religion, Kunst, Wissen- schast und Moral einfache Handlungen. Nochmals: der engere »der weitere, losere oder innigere soziale Zusammenhang ändert dl- Gebote der Sittlichkeit. An dem graduellen Unterschiede der gffellschastlichen Innigkeit mißt sich der höhere oder niedere Grad d-r Moralität. Um nun diese Erkeoutniß de» Sittengesetzes praktisch zu bethätigen, dazu ist die Erkenntuiß allein nicht au«- 'eichend, dazu müssen erst auch die Welt-Verhältnisse heraugereist sein. In der Idee packt man wohl die Moral in höchster Potenz »us einmal und ohne Hinderniß» aber in der Praxi» folgt alle« geschichtlich nach einander. Die rohen Sitten müssen vorhergehe», bevor die wahren zu un» kommen. Wo ma« nur von Jagd und Fischfang lebt, kann die Brüderlichkeit nicht so innig sein, wie f'e sein muß, wo die Proletarier aller Länder nach Beremtgong streben. Daß alle Menschen Brüder, daß nicht nur der Deutsche, auch der »verkommene" Frauzo«, Samariter, Pollack oder Russe Einer von Denen ist, die Du lieben sollst, wie Dich selbst, ist-m Stückchen, das de» alten Klassikern und weisen Bramanen vor Christi Gebort bekannt war. Daß der Nächste Derjenige ist, der die Hülse am vöthigsten hat, ist eine HerzcuS-Wahrheit, die man seit Jahrtau- 'enden begreift, zum religiösen Dogma gemacht und mit Himmel «vd Hölle auSstasfirt hat. Aber das hindert nicht, daß unfere gebildeten Bekenner in Handel und Wandel auf Markt und Ka- heder den vollständigsten Gegensatz behaupten, nach der Manchester- "hre:„Jeder ist sich selbst der Nächste.". Die religiöse Wahrheit ist eine ideale Phantasterei. Sie hat le Nächstenliebe auf GotleSglauben und sittliche Freiheit gründen vllen. Und was haben wir davon? Den sozialen Krieg. Wir vllen umgekehrt den ewigen Frieden bezwecken mittels emer brü- derliche» Gestaltung der politischen Oekonomie. Wie in der Fa milie, wo der Mann den Kohl baut, die Frau ihn kocht und die Kinder daS Reisig herbeiholen, wie da die häusliche Liebe ge- gründet ist auf die häusliche Wirthschaft, die geistige auf die materielle Ei»tracht, so wird sich auch bei«»S die wahre Nächsten- liebe erst einfinden, nachdem die Erwerbsverhältnisse sozialistisch gestaltet sind. Gewiß hat die Natur schon dem Menschen die Nächstenliebe inS Herz gepflanzt. Aber dies Herz ist ein durchaus unzuverlässiger Kompaß, und Wille und Erkenntniß, überhaupt der ganze ideale Aparat ist ohne materielle Basis ein sehr niedriger Wegweiser. ES müßte sonst besser stehen mit der Nächstenliebe unserer herrschenden Klassen. Wenn Einer von ihnen die Tasche voll hat, ist er wohl gutmüthig genug, seinem ausgeleerten Bruder 3 Pfennige zu schenken. Nennt sich daS liebevolle Hülfe? Aber nicht lieben und helfen, Hammer oder AmboS heißt die Devise der Zeit. Die faktischen Verhältnisse liegen so: wer nicht Knecht sein will, muß Herrschaft üben. Unter sothanen Umständen ist nicht daran zu denken, daß Jemand der idealen Sittlichkeit seine Rem litäten opfert. Wir sind nicht sentimental genug, dergleichen zu erwarten. Obgleich wir mit sittlichem Pathos gegen die Bourgeois- Klasse ankämpfen, lassen wir uns doch angelegen sein, unser Klassenbewußtsein zu stimuliren. Wir predigen den ewigen Friede» und provoziren den sozialen Krieg. Wir wollen alle Herrschast abschassen, indem wir die eigene Herrschaft gründen. Diese Wider spräche sind der„gelehrten Bildung" zu gelehrt. Aber meine Großmutter wußte schon, wer alle Tage Sonntag hat, der hat keinen Sonntag, d. h. wo Alle herrschen herrscht Niemand. Wenn eine Hand voll Faulleuzer die Güter der Erde im Besitz hält, so ist das eine Herrschaft im ominösen Sinne des Wort». Wenn aber die Arbeitsklasse ihren Drängern das Heft auS der Hand windet und die berechtigte Herrschaft antritt, so ist daS keine Klassen-, sondern Massenherrschaft. Die Arbeitsklasse bildet nur eine nominelle Klasse, sie ist da« Volk, dessen Herrschaft keine Herrschaft, so»deru ein wahre« sittliches Regiment ist. Die Bourgeois sind Phantasten in der Theorie, aber in der Praxis ganz nüchterne verständige Moralisten, ohne überspannte Gutmüthigkctt. Ihre thatsächliche Sittlichkeit ist den Verhältnissen angepaßt. Darin wollen wir ihrem Beispiel folgen, nicht aber der Verschrobenheit ihrer Köpfe. Hier ist die Sittlichkeit eine Idee, die sie glauben durch Beschattung aus ideale» Regionen empfaugeu zu haben. Nach ihrer Meinung soll die lasterhafte Welt sich nach dieser Idee ummodeln. Wir verstehn daS besser. Uns ist der reale Weltprozeß mit seiner Meuschengeschichte das lebendige Material, aus dem wir die abstrakte Idee der Moral, die ideale Sittlichkeit bewußtcrmaßen produzirt haben. Nun bestrebt sich die Sozialdemokratie, das Ideal der Nächstenliebe mittels einer sozialeren Gestaltung der politischen Oekonomie zu verwirkliche» Ideen, daS ist mit andern Worten der vielfach umgewälzte Grundstein unserer Weltweisheit, Ideen müssen, wenn sie klar fein wollen, mit Bewußtsein auf erfahrungSmäßigc« Material gegründet, d. h. induktiv sein. Die moralischen und politischen nicht minder wie die Ideen der Naturwissenschaft. Der religiöse Standpunkt sieht die Welt für eine Uhr an, die einen Ur-Macher haben muß. Dort sind die Dinge au» der Idee, au» göttlicher Idee hervor gegangen. Die Ideen sollen dort transcendente Gebärmutter sein. Zurechnungsfähige Mensche» wissen heute, daß die Ideen de» Pflanzen- oder Thierreichs ihrem Objekt nicht als Muster ge» dient, fonder» davon kopirt oder abstrahirt find. In derselbe» Weise ist auch der sittliche» Idee die Ueberschwenglichkeit abzu- streife». Idee» sind Begriffe. Begriffe lasse» sich willkürlich ver- engen und erweitern. Der Begriff Natur umsaßt den ganzen KoSmo«, der Begriff de« Organische» umfaßt ein Stück Natur; da« Pflanzen- oder Thierreich einen Theil de» Organischen u. s. w. Nach Willkür erfassen wir mit unser» Ideen einen kleiner« oder größer» Krei« der Empirie. Es ist Natur der Idee, daß sie will- kllrlich enger» oder weitern Sinn hat. Die Idee de« Thierreichs umfaßt Thiere, die ma» auch zu den Pflanzen rechnen dürfte, und anderseits Menschen, die nicht unter die Thiere gezählt sein wollen. So sind auch die Grenze» de« Sittlichen nicht geua» zu markireu. ES gibt Handlungen, die den Nächste» weniger wie de» eigenen Körper angehen, denen doch die sittliche Natur nicht abzusprechen ist, wie Reinlichkeit, Mäßigkeit zc. Eine eminent sittliche That ist die Arbeit des Forscher«, die ihn über Meere»ud Wüsten, Ge- fahren und Eutbehrunge» entgegen treibt, ih» für die Wahrheit leiden und sterbe» läßt. Aber genau zngtsehe» nennt sich das alle« doch nur Tugend und Moral,«eil e« gesellschaftlichen oder soziale» Werth hat, und dient dann unserer Definittou von der sittliche» Idee zur Bestätig»»g. Vor Schluß muß ich»och ti»em Einwand begegne». Wen» die Sittlichkeit nicht au« höhereu Regio»«» stammt, sonder» leib' licher Trieb ist, wo bleibt dann die Verantwortlichkeit Dessen, der diesen Trieb nicht hat, und demzufolge au der gesellschaftliche» Ordnung zum Verbrecher wird? Bitte zu eriu»ern, Mitbürger, der soziale Sinn ist zugleich ein Knlturprodukt, er mangelt nur der bedauernSwertheu Unwissenheit, dem Unerzogenen, der also durch ei» humane« Sttafverfahren zu belehren ist. Im Munde der Gegner find wir Sozialiste»„Materialisten"— soll dort heißen, Leute ohne idealen Schwung, die stumpfsinnig nur von dem Hörer, wollen, wa« sich essen und trinken läßt— oder zu den beachteuSwcrthe» Materien höchsten« nur das zählen, was sich ponderabel erweist. Um zu schimpfen, konservirt man dem Begriff den engern anrüchigen Sinn. Diesem rassinirtcn Idealismus setzen wir die sittliche Wahrheit entgegen, das ist eine Idee oder ein Ideal, das entweder Fleisch und Bein hat, oder Fleisch und Bein werden will noch ein Ideal, das so wahrhaft vernünftig, sittlich und erhaben ist, wie die Idee der internationalen Demokratte? Hier soll die Phrase der christlichen Liebe materielle Gestalt annehmen. Die lamentabeln Brüder in Christo sollen zu Brüdern der That und deS Kampfes werden, bis endlich aus dem religiösen Jammerthal der rechte BolkSstaat geworden. Amen. Bim der„trockene« Gnillotine". Der in Nr. 93 de«„Volksstaat" erwähnte Brief auS Neu-Cale- donien, den französische Communeflüchtlinge als Flugschrift ver- öffentlicht haben, lautet, nebst den einleitenden Worten, in treuer Uebersetzung wie folgt: Ein Brief aus Neu-Caledonien. An den Leser. Wir veröffentlichen im Folgenden auszugsweise einen Brief au» Neu-Caledonien. Derselbe rührt von einem unserer Feunde her, welcher zur Deportation nach einem befestigten Platze verurtheilt wurde, und trägt die Unterschriften von 17 Deportirten. Die Lage, in welche man unsere Freunde versetzt hat, ist granenhaft. Sie sind bereits dahin gebracht, daß sie sich, um sich zu schützen, auf den Wortlaut desselben Gesetzes berufen, auf Grund dessen ihre Berurtheilung erfolgte. Der Artikel 6 dieses Gesetzes läßt keinerlei falsche Auslegung zu; er lautet: „Die Regierung wird bestimmen, welche Arbeitsmittel den Ver- urtheilten zu geben sind, wenn sie es verlangen. Sie wird für den Unterhalt derjenigen Deportirten Sorge tragen, welche keine eigenen Hilfsquellen zur Bestreitung ihrer Bedürfnisse haben". Hier ist jede Zweideutigkeit ausgeschloffen; die Regierung muß für den Unterhalt ihrer Gefangenen Sorge tragen. Aber der Gouverneur von Neu-Caledonien und die Versailler Regierung verstehen den Artikel ander«. Die Deportirten sind ihnen lästig — man muß sich derselben also entledigen. Die stolze und würdige Haltung der Besiegten flößt in Versailles Furcht ei». Um sie lo« zu werden, läßt man sie langsam verhungern. Protestiren sie, so wirft man sie ins Gesängniß oder legt ihnen harte Geldstrafen auf. Man häuft gehässige Maßregeln auf chicanöse Bestimmungen und hofft durch diese raffinirt schlechte Behandlung eine Bewegung unter den Gefangenen zu erzielen, die den Anschein einer Empö- rung hat, und Möglichkeit bietet, sich der Communekämpfer in Neu-Caledonien durch eiue Masscnschlächterei zu entledigen. WaS sich aus der Halbinsel Ducos zuträgt, läßt errathcn, wie empörend es in diesem politischen Bagno zugeht. Die französische Regierung glaubt, die Trümmer der Commune, welche sie nach Australien geschickt Hot, nach Belieben foltern zu können. Neu- Caledonien ist so weit entfernt, daß der TodeSschrei dieser Unglück- licheu in Europa vielleicht nicht gehört wird. Wir beeilen unS, diesen Brief zu veröffentlichen, damit die öffentliche Meinung sich mit ihm beschäftige. Möchten wir nicht zu spät kommen I*) London, Juli 1875. Lager von Numbo, April 187S. Mein lieber Freund! •••••••••«•••••«••* ...... Bald genug hat man unS dahin gebracht, uns nach der Lage zurückzusehnen, in der wir unS unter La Richerie befanden, dem Manne von Cayenue, den die Menschheit in ihren Bann that von der Zeit au, wo er die Deportationen de« Staat«- streich« leitete— und das will viel sagen... Seit seiner Abreise hat sich unsere Lage grausam geändert. D« wirst Dich erinnern, daß ma» einen Herrn Ribour nach Caledonien schickte, um dort Erhebungen über die Entweichung(Rochesort'«) anzustellen. Diesem wilden Menschen verdanken wir alle die Abscheulichkeiten, welche wir seitdem zu erdulden hatten. D» wirst aus dem Folgenden sehen, in welcher Weise ma« die Gesetze verletzt hat, wie wir be- handelt werden, und mit welchem Raffinement ma»»»« zu er- morden trachtet— mitte» im 19. Jahrhundert I—«nd durch welche Banditen, die ihre» unerhärten Maßregeln«och die au- reihe», un« jede Verbindnng mit der Außenwelt zu verbiete», um un« zu verhindern, eine» Schrei der Todesangst a»«zustoße». Gleich«ach seiner Ankunft besuchte Herr Ribour die Halbinsel Duco». Er ist ei» Man» im kräftigsten ManoeSalter, dessen Haar zu ergrauen beginnt. Sei» Avancement verdankt er seinem Ver- halten während der Pariser Metzelei im Mai 1871. Er leitete (nach Aussage der Deportirten, die ih« wieder erka«»t haben) die Hiurichtungeu i» La Roquette; es war auch leicht genug, in ihm eine» Mann zu erkenne», der mit erbarm«»gSloser Strenge gege» Die verfahren würde, die dem Tode»nd seiner Wuth entgangen waren— der Haß hatte seinem Geficht seine»«nauSlöschlichen Stempel aufgedrückt. Einzelne haben gehört, wie er ganz offen erklärte, die Deportirten der Halbinsel Duco» stünde« höchsten« mit der 4. Kategorie der Sträflinge der Insel No»e aus einer Stufe. DaS ist der unparteiische Manu, dem Mac-Mahon unbe- grenzte und außerordentliche Bollmachten gegeben hat, Vollmachte», die sich gegen Die wenden, deren Befieger der Marschall war. Da» Resultat von Ribour'« Besuch war: eS wurden unverzüglich In- fanterieposte» aufgestellt, mit einem Cordon von Schildwachen, welcher von einer Bucht zur andern reicht, die Halbinsel in ihrer vollen Länge durchschneidend; man sperrte den Wdld ab, wo wir uns unser Holz holten, was den uns zur Bewegung überlassenen Raum um die Hälfte verkleinert; man rief alle Deportirten, welche *) Der Leser wird errathen, daß uns Rücksichten der Klugheit«er- L Bieten, die Namen de« Adressaten und der Unterzeichner diese« Briefes Wo nn Himmel und aus Erden ist ander«wo!zu veröffentlichen. mit Urlaub außerhalb ihres betreffenden Lagers weilten, in dasselbe Lebensmittel erhalten würde, d. i. 700 Gramm Brod, 1 Centiliter zurück; man untersagte uuS streng, nach d?m Kanonenschuß Abends 7 Uhr unsere Wohnungen zu verlassen; man verbot uns ausdrücklich, auf den Fischfang zu gehe» und so das Magre und Unzu- reichende der uuS zugetheilten Nahrung einigermaßen auszugleichen; man ordnete an, daß wir uns beim Baden nicht weiter als 200 Meter vom Ufer der Bucht entfernen dürfen; die drei Händ- ler, welche kleine Wirthfchaften auf der Halbinsel unterhielten, wurden ausgewiesen, zwei davon(Cassan und Dusserre) aoS ganz Reo-Calcd»nien; man untersagte jede Art von Verbindung und Berkehr mit Nomuea; man ertheilte den Frauen keine Erlaubuiß «ehr, sich dorthin zu begebe»; man verbot unS in aller Form, au unsere Familie» oder andere Personen ander« als in offenen Briefen zu schreiben; Diejenigen, für welche Gelder anlangen, er- halten dieselbe» nicht; mau errichht eine Casse für die Deportirten, die keine« ihrer Gläubiger mehr als 25 Fr«, wöchentlich auszahlt, ohne Rückficht auf seine Bedürfnisse. Alle diese Bestimmungen wurden unmittelbar nach dem Besuch diese« Herren Ribour angeschlagen. Und doch ist da« noch nicht« im Berzleich zu dem, w»S un« erwartet. Sobald diese Reglement« angeschlagen sind,»erden die Wächter anmaßend, entwickeln sie eine stupide Unverschämtheit; sie«erden für dieselbe durch Besör- derung im Rang belohnt. Diejenigen, welche bei dem ersten Ren- neu nach Treffe« leer»»«gingen, verdoppeln ihren Eifer, um fie zu erlangen. Sie fangen nicht blo« an zu provoziren, fie werden zu Mördern. Der Aufseher(Ehiourme) Bär oder Barre schießt am hellen Mittag nach scharfem Zielen auf den Deportirten C., in de« Letzteren eigenem Hause,— nur durch eine rasche Wendung entging C. dem Tode, aber sein rechter Arm ward von der Kugel durchbohrt. Dieser Deportirte hatte da« Berbrechen begangen, beim Suchen von Holz, da« er zum Kochen seines Effen« brauchte, über die angewiesene Grenze hinausgegangen zu sein. Diese« Bei- spiel bleibt nicht ohue Nacheiserung— die Wächter werden eifer- süchtig auf einander— der Chef der 3. Gruppe(Carrö ist sein Name) will ebeusall« die Deportirten«in den Rachen schießen «eil sie nicht rasch genug seinem Befehl gehorchen. Dies Mal verhindern ihn die Deportirten daran, indem sie ihn entwaffnen, jedoch ohne ihm ein Leid zuzufügen. Ein Andrer, Raoux, ab- fynthbeuebelt, schießt, ohne zu treffen, auf einen Deportirten, der vor ihm floh, um Stägigem Gefängniß zu entgehen; e« war näm- lich nach dem Kanonenschuß Abend« 7 Uhr. Du siehst, durch welche strafbaren Mittel man unS zur Empörung aufjureizen facht — diese« System sollte bald noch complicirter«erden.— Ribour reist ab oder stellt sich, als sei er abgereist, er suspen dirt La Richer« und gibt das Gouvernement interimistisch an Alleyron, um sich selber einige Tage, als sei er abgereist, zu ver- bergen und dann plötzlich zurückzukomme», um sich zu vergewiffern, ob seine Befehle ausgeführt worden sind. Du wirst wissen, daß dieser Alleyron derselbe ist, der sich durch seine Heldenthaten bei den Hinrichtungen im Luxembourg und in der Kaserne Lobau, und bei der Ermordung des SohneS des Baron« Larrey berühmt ge macht hat. Unmittelbar nach der Abreise Ribour's zeigen 21 Ka- nonenschüffe an, daß Alleyron'« Herrschast beginnt. Mit ihm haben wir also in Zukunft zu rechne». Cr ernennt zu seiner Unterstützung eine seiner Creaturen: Gaillard, eiuen Jnfanteriehauptmann, dem ein Leutnant seines Corps beigegeben ist, zum Territorial-BefehlS Haber. Diese Offiziere haben die Belagerung von Pari« mitge macht, daS sagt AlleS. Wir müssen es nnn Tag für Tag mit ansehen, wie sie in unser Lager kommen, um unS zu provociren, uns direkt zu beleidigen, ihre Pferde zu tummeln und die eifrigsten Aufseher zu belobigen. Diese Herren stellen sich mit Vorliebe dann in unserm Lager ein, wenn reichlicher Genuß von Absynth und andern Getränken ihr Gehirn zum Sieden gebracht hat. Sic wollen sich todtlacheu, sie fließen über von Heiterkeit und Ironie, inmitten de» Elend», das sie noch iusultiren. In diesem Zustande verhängen sie innerhalb 14 Tagen 60—70 Tage Gefängniß über die Deportirten wegen jeder Kleinigkeit. Wer ihnen begegnet, mag auf seiner Huth sein!— Eine« Tage« stellt fich dieser Gaillard vor 3 oder 4 Depor tirte hin, die, am Strande de« Meere« liegend, über ihr Schicksal nachdenken mochten, und redet sie an:„Was treibt ihr da?"— Nicht«, wir liegen im Schatten.—„Was, ihr schämt euch nicht, müßig zu gehen? Ihr arbeitet also nicht?"— Wir haben weder Arbeit noch Werkzeuge, mein Herr!—„So steht auf und geht auseinander, ihr wißt, daß die Zusammenrottungen verboten sind. Ihr wollt nicht arbeiten; man wird euch bald den Kopf zurecht rücken, indem man euch nichts mehr zu st.... gibt, ihr Faullenzer.' — Aber un« wäre ja nicht» lieber, als wenn man un» Arbeit Seben wollte!—„Wie heiße» Sie?"— Mein Name ist X.—„Ihre inmmer?"— 00.— Am nächsten Morgen, beim Rapport, stellte sich heran«, daß diesem Deportirten L Tage Gefängniß wegen Insulten gegen den Territorial-Befehlshaber, und wegen Nichtau»- führung seiner Befehle«eitere 8 Tage zudiktirt waren. Summa 16. Von da geht Gaillard weiter und bleibt vor einer Hütte stehen; e« ist die F'S... er tritt ein und steht Schuhwerk in der Hütte aufgehäugt.„Sind Sie Schuhmacher?" stagt er F.—„Nein, mein Herr!"—„Was machen Sie dann?"—„Ich bin Schrift steller."—„Wo ist Ihre Conzesston?"—„Vor und hinter Ihnen."— Er geht weg. Am nächsten Tage bekommt F. 8 Tage Gefängniß wegen frechen Betragen« gegen den Commandanten und deswegen, well er mit vollem Munde mit demselben gesprochen habe.(Der volle Mnnd rührte daher, daß F. von G. beim Rauchen seiner Pfeife betroffen worden war.) Der Rapport fügte hinzu:„Dieser Deportirte wird in'« Lager zurückkehren, sobald er feine Strafe verbüßt hat; seine Conzesston ist ihm entzogen, und wenn er sich einfallen ließe, nach dieser Warnung trotz der Co»- zesstonaentziehung in sein Hau» zurückzukehren, so würde dasselbe verbrannt werden." F. steifte fich auf sein gute« Recht, aber veraeben«. Kaum an« dem Gefängniß entlassen, kehrte er in dasselbe zurück, und die immer wiederholten 3 Tage haben sich bereit« zu 2 Monaten hinaufsummirt.(Ich glaube, er ist noch in Haft.) Ich könnte Dir derartige Thatsachen zu Tausenden anführe», «ine so absurd wie die andre, doch da« würde einen ganzen Band geben. Die zwei eben angeführten können recht gut als Probe dienen. Während dieser Zeit arbeitet Alleyro» einen Erlaß au«, der den Zweck hat, denjenigen Deportirten, welche nicht ohne Ent< gelt arbeiten wollen, die Lebensmittel zu entziehen. Alsbald wird ein Plakat angeschlagen mit dem Titel:„Bekanntmachung des Minister« der Marine und Colonien", worin gesagt ist:„Da der Ge- setzzeber nicht die Absicht gehabt hat, dadurch, daß er die Depor- tirten nicht zur Arbeit anhält, der Trägheit Vorschub zu leisten und sie zu sanctioniren, da im Gegentheil Niemand daS Recht hat, auf Kosten de» Staates zu leben, ohne zu arbeiten, schulden die Deportirten der Avministration einen halben Tag Arbeit als Gegen- werth ihrer Ration an Fleisch, Zucker und Kaffee" u. s. w. ES ist ferner darin erklärt, daß Jeder, welcher sich diesen Bestim- münzen nicht unterwerfen sollte, nur die alleruncntbehrlichsten O-l und 60 Gramm Reis oder Gemüse. ES versteht sich von selbst, daß nicht ein Deportirter diese ebenso ehrlosen al« demüthi- genden Maßregeln als berechtigt anerkannte. Man glaubte anfänglich an einen Einschüchterungsversuch, fest überzeugt, daß Niemand die Verantwortung für einen niedrigen und verächtlichen Act werde übernehmen wollen. Wir täuschten unS: 8 oder 14 Tage vergehe» und schon wird eine List- von 49 Deportirten, darunter 4 Frauen, angeschlazeu, denen man die Lebensmittel entzieht. Diese Liste fügte den Namen von Frau L. und M. C. hinzu:„da diese Frauen, deren Lebensweise und deren Sitte« zu wünschen übrig lassen u. s. w." Dazu muß bemerkt werden, daß Frau L. legitim verheirathet und daß ihre Lebensweise tadello« ist, während die von M. C. nicht blo« tadellos, sondern lobenSwerth genannt«erden muß. Unter den Männern, welche diese Verfügung betraf, befand sich einer von 62 Jahren. So begann die GesetzcSv erletzung— durch einen flagranten Versuch, un« durch Hunger an'« Leben zu gehen, in de« Augenblick, wo der neue Gouverneur, Herr v. Pritzbuer, in Neu-Caledonien ein- trifft.(Schluß folgt.) Politische Uebersicht. — Gegen den Zengnißzwang wurden in jüngster Zeit vom Iournalistentag und vom Juristentag Beschlüsse gefaßt. Die preußische Regierung hat mit der Antwort nicht lauge gesäumt und auch Herrn Sonuemann in der famosen ZeugenzwangSan- gelegenheit einstecken lassen. Darob Entrüstung in„liberale»" Kreisen. Weshalb denn, ihr liberalen Leutchen? Ist die preußische Regierung je ander« gewesen, und hat euch da« bisher gehindert, vor ihr auf dem Bauche zu liegen? Und soll etwa die preußische Regieruug Respekt haben vor de« servilen, speichelleckerischen, Mantel nach dem Wind drehenden Volk, daS— einige ver- schwindende Ausnahmen abgerechnet— unsere Journalisten- und Juristentag« bildet? ES wird auch diesen Fußtritt einstecken und nur mit um so größerer Wollust kriechen.— — Wie'« in der Moltke'schen Schule hergeht. Au« CaulSdorf wird der„Deutscheu Börsen- und HandelSzeitung" geschrieben: „Unser Dorf ist seit Montag den 23. d. M., Mittags 12 Uhr in eine furchtbare Aufregung versetzt worden. Gegen 10 Uhr früh am genannten Tage erhielten wir Einquartierung von dem aus dem Durchmarsch begriffenen 20. Regiment und zwar von der 8. und einem Theil der 6. Compagnic desselben. Diese führten vier Gefaugene mit sich, von denen zwei wegen versuchter Desertion und zwei wegen Angetrunkenheit in da« Spritzenhaus geführt und eingeschlossen wurden. Die Compagnie selbst mußte, weil Deser- tion in derselben vorgekommen, Strafexercitien machen. Unauf- klärlich ist bisher, ob in Folge der Unzufriedenheit der Soldaten hierüber oder in Folge eine« Befehls von einem sehr strengen Vorgesetzten am Mittage um 12 Uhr, al« die Gefangenen ihr Essen erhalten sollten, sieben Soldaten in da« Spritzen- hau« kamen und die bedauernswerthen Kameraden dort jämmerlich durchprügelten, so daß deren Hilfcgeschrei das ganze Dorf allarmirte. Gegen 3 Uhr Mittag« ertönte aus dem Spritzenhause ein Schuß und gleich darauf ei» laute« Hilferufen. Da« Spritz-nhau« war fest verschlossen, keine Wache vor demselben ausgestellt und die Dorfbewohner fürchteten,— trotz der Hilferufe— hier eigenmächtig zu handeln. Gegen 4 Uhr erschien endlich der Herr Lieutenant Brandenburg und ließ das Spritzenhaus öffnen, da bot sich denn ein schrecklicher Anblick dar. Der wegen Trunkenheit inhaftirt gewesene Soldat Kinne au« Ber- lin, derdie Stütze seiner alten in der Weberstraße wohn- haften Mutter gewesen, lag mit zerschmetterter Kinn- lade todt am Boden. Er hat sein Gewehr mit einem Stein geladen und sich in den Mund geschossen. Seine drei Mit arrestanten wollen zur Zeit der That geschlafen haben und erst durch den Schuß erwacht sein." Natürlich wird die Sache untersucht werden— mit demselben Erfolg, wie in Sachen der„Marschopfer" untersucht wird, deren Zahl sich in diesem Sommer auf etliche Hundert(wir rechnen nur die vom„Hitzschlag Getödteten oder schwer Ge� troffencn) beläuft. — Zur RohheitSstatistik. Wie weit die Brutalität unserer Arbeitzeber geht, darüber berichten unS die Genossen in Mühl heim a. d. Ruhr folgende«:„Die hiesige Gewerkschaft der Schuh macher war den Arbeitgebern längst ein Greuel und man scheute sich vor keinem Mittel, dieselbe zu vernichten. Man hetzte die Genossen, welche nicht znr G-werffchast gehörten, auf die G-werk schaftS-Mitglieder, und al« dies Alle» nicht« fruchtete, griff man zur empörendsten Gewaltthätigkeit. Herr Westhof maßregelte S unserer Genossen und der sechste, da« Mitglied Fritz Meier mußte den Sündenbock für Alle« abgeben. Er sollte aussagen, wa« er nicht wußte, und da er sich hierzu nicht verstand, prügelte der Herr Fabrikant(Mercr ist am ganzen Körper gebrech lich*) derart drauflo«, daß Meier in seinen Werkstatt- kl eidern flüchten mußte. Herr Westhof aber behielt die Sachen des Geschlagenen für einen kleinen Schuldbetrag inne. Ein Prozeß wird angestrengt." Da hätten wir denn wieder eine Blüthe der Bildung unserer Herren Arbeitgeber. Hr. Harkort möge sich daran erbauen! — Böttcher, Böttcher, bum, bum, bumt in seiner „N.-L.-C."(Nationalliberalen Correspondenz) von der bevorstehen� den Wahl in Stuttgart,„für welche die Sozialdemokratie schon jetzt eifrige Vorbereitungen trifft, weil sie in Anbetracht de» offen- kundigen Rückgang» ihrer Sache(Leipzig, Lauenburg, Hannover, Crimmitschau) ganz besonder« da« Bcdürfniß fühlt von sich reden zu machen", und erhebt sich schließlich zu folgender Reptilien leistung: „Von besonder« Interesse in dem sozialdemokratischen Aufrufe ist übrigens die dringende Bitte um pecuniäre Unterstützung zur Wahlagitation und da» Geständniß, daß man den„nicht«nbe> deutenden Verbindlichkeiten, welche durch die letzte Wahl im Jahre 1374 erwuchsen, bis heute kaum habe nachkommen können" Eine unerkünstclte und ungezwungene Wahl pflegt sonst nicht so viel Geld zu kosten. Es ist aber eine Thatsache, daß die sozial- demokratischen Agitatoren zu jeder Wahl ganz bedeutende Kapita- lien durch Beiträge der opferwilligen Arbeiter zusammenbringen und eigene„WahlfondS" errichte»; die Einnahmeo, die oft eine sehr ansehnliche Höhe erreichen, werden auch in de« offizielle» Parteiblättern gewissenhaft gebucht; von einem genau spezifizirten Nachweise der Verwendung der„Wahlfond«" ist uns bisher nichts *) War denn kein nicht-„gebrechlicher" Arbeiter zugegen, der diesen Tulturkämpfer mit gleicher Münze bezahlen konnte? R. d. B. bekannt geworden. Die Sozialdemokcatie, die imm:r von d.r Fälschung der öffentlichen Meinung und der Corruption des Volks- willens den Mund voll nimmt, sollte sich doch einmal über da» V-rhaltniß der„WahlfondS" znr Freiheit und Unbestechlichkeit de« stimmenden Volkes aussprechen." LiebeS Reptilchen, Dil weißt wohl nicht, daß Wahlaufrufe, Eisenbahnfarten, Versammlungslokale Geld kosten? Ja, wenn mau eine himmlische Vorsehung hat, die derlei Dinge a«Z dem große» Topfe bezahlt, dann ist solche Uukeantniß irdischer Diuze allerdings erklärlich. UebrizenS, liebeS Reptilchen, so»iel sei Dir im Vertrauen gesagt, die theuerste sozialoemokratische Wahl kostet zehnmal so wenig al» die billigste natioaalliberale, und wa« die Abrechnung angeht, jeaun, liebe» Reptilchea, so mußt Da Dein NäSleiu in die betreffenden R-chuunzea stecken, die sämmtlich zu passender Zeit veröffentlicht wordeu sind oder veröffentlicht«erden. Lauzfinzer werden bei un« nicht geduldet, große Spitzbuben so wenig al« kleine. Willst Du Spitzbuben sehen, große und kleine, — Hallunken,„die mit de« Aermel da« Zuchthaus gestreift haben", ei, liebes Reptilchen, dauu schau Dich unter Deinen Partei- genossen und Freunden um, da findest Du derlei Bieder- männer in Hülle und Fülle. Du hast doch die famosea KreuzzeitungSartikel gelesen? Die Artikel der„Deutsche» Eisen- bahnzeitullg"? Den Bericht der königlichen Untersuchuuzskom- Mission? u. s. w. Du hast sie Nicht gelesen? Dann setz' Dich gleich auf die Hosen, liebeS Reptilchea, und Du wirst massenhaften Stoff bekommen zu eiuem Artikel über ungehängte Spitzbuben. Und von„Fälschung der öffentlichen Meinung", von„Corruption de« BolkSwillenS" sprichst Du, liebe« Reptilchea— ei Du kleiner Schäker, da» hast Du wohl jenen gefühlvolle» Dämlein abgelernt, die mit schwärmerischem Eifer vou der Tugend sprechen— im Bordell? — In Italien hat sich eine sozialistische Gesellschaft: I figli del lavoro, Die Söhne der Arbeit gebildet. Auf Wunsch unserer italienischen Freunde veröffentlichen wir nachstehend da» Programm, die Statuten und da» Reglement: In Erwägung, daß trotz gewisser Erscheinungen und trotz der unerwarteten uod beleidigenden Rückkehr einiger Mächte der Ber- gangenheit(unter andern des CleruS und des Militarismus), die von allen Intelligenten und fortschrittlich Gesinnten in Europa verurtheilt sind, der wahre Kampf des 19. Jahrhundert« ein öko- nomischer Kampf ist Zwischen den Anhängern des Privilegium», des Elends und der Unwissenheit auf der einen Seite, und den Anhängern der politischen, bürgerlichen und sozialen Gleichheit aller menschlichen Wesen auf der anderen Seite.— Ja Erwägung, daß unser Italien, Dank der egoistischen Politik unserer Bourgeoisie aller Farben und DankderUnwissenheit seine« Vsl- keS, hinter allen Nationen Europa» in ökonomischer Entwicklung zurückgeblieben ist.— In Erwägung, daß e» nothweudig ist für die italienischen Pro- letarier, wenn sie nicht die Strafe eines unrettbaren Verfall» tref- fen soll, zu handeln, und zwar offenkundig zu handeln; jedoch ohne sich zum Instrumente irgend einer Partei, irgend einer Sek'e zu machen, ohne sich in fruchtlose Aufstände oder Verschwörungen zu stürzen, bei welchen nur die Regierenden gewinnen; ohne sich in» Schlepptau nehmen zu lassen von den liberalen Monarchisten oder Republikanern, welche in den fünfzehn Jahren, seit denen sie an der Leitung der Geschäfte in Italien Theil nehmen, nicht« Ernst- licheS für das Volk gethan haben.— In Erwägung, daß eS nothwendig ist, offenkundig mit Allem zu brechen, wa« sich nur im Geringsten den geheimen Gesellschaften nähert, und der Welt die Existenz einer arbeitenden Demokratie in Italien zu zeigen, die begierig ist nach Belehrung, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit.— In Erwägung, daß die italienischen Proletarier, weil sie sich von der europäischen Arbeiterbewegung fernhalten, weil sie in ihren Unternehmungen und Vereinigungen den eigennützigen Rath der engherzigen, ränkesüchtigen Bourgeoisie befolgten, nun von einem Lohn leben müssen, welcher nur um ein Wenige« die Hälfte de« Lohne» ihrer Brüder in Frankreich, Deutschland, England, der Schweiz, Belgien und Spanien übersteigt— deßhalb war es noth- wendig, daß sich eine Gesellschaft zur Verbreitung demokratischer Grundsätze und zu gegenseitiger Belehrung bildete, welche den Titel angenommen hat: Söhne der Arbeit. Statut. Z 1, Die Gesellschaft besteht au« allen Denjenigen, welche, nachdem sie vorstehende» Programm angenommen haben, in dieselbe aufge- nomme» zu werden verlangen. ß 2. Frauen werden mit denselben Rechten aufgenommen wie Männer. § 3. Die Mitglieder verpflichten sich zu einem Beitrag von 25 Cent.(2 Groschen) monatlich, um die Geschäftsauslagen und sonstigen Bedürfnisse der Gesellschaft zu bestreiten. ß 4. Ausgeschlossen sind au« der Gesellschaft alle Müßig- gänger, welcher Kategorie sie angehören, mit Ausnahme Derer, welche arbeitsunfähig sind. § 5, Die Gesellschaft weist aus das Nachdrücklichste Ehren- Mitglieder zurück; alle Glieder der Gesellschaft sind gleich in Rech- ten und Pflichten, und verpflichten sich zur Ausübung von Auf- richtigkeit und Gerechtigkeit gegen alle Menschen. K 6. Die Aufnahme wird vorläufig von dem Vorstand auS- gesprochen, wird aber erst endgültig, nachdem sie mit einer Mehr- heit von zwei Dritttheilen der Stimmen gebilligt worden ist. § 7. Die Ausstoßung wird durch Stimmenmehrheit au»- gesprochen. Reglement. § 1. Die materiellen Interessen der Gesellschaft werden ver- waltet von einem Vorstand, bestehend auS einem Sekretär der inneren Angelegenheiten, aus einem correspondirenden Sekretär, einem Kasstrcr und zwei Beiständen. § 2. Bei jeder Sitzung wird ein Präsident gewählt zur Ans- rechterhaltung der Ordnung bei den Besprechungen. Z 3. Der Vorstand wird alle 3 Monate durch Stimmen- Mehrheit erwählt. 8 4. Die Versammlungen finden wenigstens 4 Mal im Mo- nat statt, sie sind beschlußfähig, wenn sich der größere Theil der eingeschriebenen Mitglieder eingefunden hat. 8 5. Auf Wunsch können auch Personen zugelassen werden die»'cht Mitglieder der Gesellschaft sind. — Man schreibt un« aus Apolda:„Nächsten Freitag, den 3. September, Vormittags 10 Uhr, verläßt Parteigenosse Fr. Leufchke das Gefängniß zu Naumburg a. d. S. nach 1'/, jähriger Haft; er wurde verurtheilt in Cölleda wegen„Majestätsbeleidigung"! Wir heißen denselben in unserer Mitte herzlich willkommen! DaS Apoldaer Agitations-Comitä." Ein Willkommen auch unsererseits! Gewerksgenossenschastliches. Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer. Dresden. Betreffs der Entgegnung des Herrn Schöningen in Hamburg(Nc. 92 des„Volksstaat") auf dem Knof'fchen Artikel in Nr. 39 desielben Blatts erlaube ich mir folgendes zu antworten: Die Generalversammlung der oben benannten Gewerkschaft der Maurer und Zimmerer zu Hamburg war nicht berechtigt, über die Trennung der Mitglieder der Maurer und Zimmerer Beschluß zu saffen, sie konnte hierüber nur berathen und daS Resultat der Berathung dann den Mitgliedschaften bekannt geben. Die Bor- orttverwaltung hatte die Pflicht, diesen Gegenstand al» ciuea direkten Punkt zur Tagesordnung auszustellen und de« Mitglied- schafte» rechtzeitig bekannt zu geben, weil eise Auflösung eiue« Verein» nicht nach den Stimmen der anwesenden Delcgirteu, son- dern nur nach der Zahl der vertretenen Mitglieder erfolgen kann. Herr Sch. sagt in seiner Entgegnung:„Diejenigen Zimmerer der Gewerkschaft, welche gesonneu sind, dem deutscheu Maurer- und Stciuhauerbunde beizutreten, würden an ihren Rechten nicht geschmälert werden rc." Wenn eS also den Zimmerern gestattet ist, nachdem man sie aus die Straße geworfen hat, dem Maurer» und Steiuhauerbunde beizutreten, warum spricht mau da von einer Trennung? Und warum hat man nicht im Statut vorgesehen, daß auch die Zimmerer ein Recht dazu haben? Wa» thun serner die Zimmerer, welche laut Statut nicht beitreten können? Und wo bleibt ihr Recht an da» seit Jahren zusammengebrachte Kasten- vermögen? Ich bitte die Herren Rieke und Schöningen um Antwort. Heinrick Gabler, Mathildeustr. 17, IV. verein der Gattler und Berufsgenosse«. Kannover. Den Collegen diene hiermit zur Nachricht, daß unser Verkehrs- und Vereinslokal Neu-straße 45, bei Gastwirth A. Matthe? ist, woselbst den fremden VereiuSmitgliedern freund- liche Ausnahme und reelle Bedienung zu Theil wird. Dortselbst befindet sich auch unser Arbeitsnachweis, auch erhalten die Verein«- Mitglieder daselbst die Reiseunterstütznng. Insbesondere ersuche ich noch die Vertrauensmänner, die Col- legen, welche nach Hannover reisen wollen, davon zu unterrichten, daß der Wirth unser« frühereu Lokal«(Haase) unsre Collegen, welche unser Lokal suchen, in ganz entgegengesetzt« Stadtviertel hinschickt, um sie zu chikaniren. Mit collegalischem Gruß Peter Heins, BertranenSm., Bäckerstr. 3, HI. Merlin, 29. August. Die Vertrauensmänner werden ersacht: 1) Die Mitgliederlisten in der Art einzusenden, daß Bor- und Zunamen, sowie Geburtsort und der Ort der Ausnahme in de» Verein angegeben ist. 2) Müssen alle Sendungen der Drucksachen sowie Briese, welche den Verein betreffen, beantwortet werden, und auch von einzelnen Mitgliedschaften eine regere Corrcspondenz unterhalten werden. ES ist dem Borstand absolut unmöglich, Uebelständen abzuhelfen, von denen er nichts weiß. In letzter Zeit ist darüber Beschwerde geführt, daß die Reiseuuterstützung an ein- zelnen Orten zn früh ausbezahlt ist. Es muß deshalb genau aus den Eintritt de« Mitglied« in den Verein geachtet und streng nach 8 10 L. a) gehandelt«erden. 3) Werden die Vertrauensmänner gebeten, ihre genaue Avreste sowie die der Arbeitsnachweise einzu- senden, damit dieselben endlich einmal veröffentlicht werden können und dem Wirrwarr ein Ende gemacht ist. Auch sind etwaige der � Centralkasse zufallende Gelder emzusendeu, da derselben durch die Drucksachen bedeutende Kosten erwachsen sind. Die Protokolle kosten 25 Ps. pro Stück. ES dürfte wohl Ehrensache eines jeden Collegen sein, ein Protokoll zu kaufen, dieselben werdeu uaterm Kostenprei« verkaust, e« erblickt der Vorstand hierin nur ein Agi- tationSmittel zur weiteren Ausbreitung de« Vereins. 4) Wird untgetheilt, daß die Vorstandssitzung jeden Dienstag Abend Krau- s-nstraß- 11 bei Rolls« stattfindet, woselbst eingegangene Briefe und Vereinsangelegenheiten besprochen werden. Ferner sei noch erwähnt, daß eS wohl bester wäre, Beschwerden, ehe man an die Oeffentlichkeit geht, erst dem Borstande zu unterbreiten, und, fall» derselbe die Beschwerde nicht beachtet, sich erst an den Vorsitzenden der Controlcommission, I. Weiß, Melchiorstr. 20, Hos 3 Tr., zu wenden, eS könnten sich sonst unliebsame Mißverständnisse herausstellen. Die Vorlage des Krankenkassen- Statuts wird in kürzester Zeit den Vertrauensmännern überfandt werden, und sind selbige den Mitgliedern zur Diskussion zu stellen, auch muß gleich die Zahl Derjenigen, welche sich in die Kasse einzeichnen lassen, angegeben werden. Die Stempelmarken werden ebenfalls bald versandt. Collegen! Im Verwaltungsreglement(§ 4) heißt-«: „Der Vorsitzende ist verpflichtet, allmonatlich einen Bericht über den Stand des Verein« rc. zu veröffentlichen." Um diese« nun ausführen zu können, ist es nothwendig, daß jeden Monat die Abrechnungen nebst den Berichten sämmtlicher Mitgliedschaften em- laufen, um so eine Uebcrsicht von allen Vorkommnissen zu haben. E« heißt öfter«, wegen der geringen Summen senden wir die Ab- rechnungen da« nächste mal mit ein; daS ist falsch, das erschwert den regelmäßigen Geschäftsgang; ist die Summe zu klein, so müssen Briefmarken eingelegt werden. DaS Angeführte ist von mehrere» Mitgliedschaften nickt geschehen. Die Bekanntmachung von Trrebel, die MilitärarbeitS-Statistik betreffend, möge man nicht außer Acht lassen und baldigst dem Vorstand über die angeführten Punkte Bericht erstatte». Auf diese Art und Weise ist alsdann der Vorstand in der Lage, den statutenmäßigen Bericht zu erstatten. Derselbe wird in kürzester Zeit erfolgen. Mit Gruß und Handschlag Im Austrage deS Vorstände«: W. Wirth«, Vors., Alexandrinenstraße 11ö. Allgemeiner deutscher Scheiderverei«. Protokoll der Generalversammlung deS Allg. deutschen Schneider- Vereins, abgehalten zu Leipzig im Saale de«„Eldorado" am 10. August. Die Generalversammlung wurde durch den Vertreter de« Au»- schusse», Klerx, eröffnet und wurde gleich zur Wahl de« Bureau« geschritten. Zum ersten Borsitzenden wurde Klerx(Gießen), zum Zweiten Rieck(Würzburg), zu Schristsührern I. Banmann (Nürnberg) und Hüttenberger(Elberfeld) gewählt. Von einer MandatprüsungS-Commission wurde abgesehen, weil die Mandate bei dem vorhergegangenen Kongreß geprüft worden waren. In die RechnungSprüsungS- Commisfion wurden gewählt: Höppner (Berlin), Kühn(Bremen) und Holzhäuser(Braunschweig). Da die Bücher, von der Control-Commission geprüft, mit zur Generalversammlung gebracht worden waren, wurde beschlossen, baß die Prüfungskommission ihre Arbeit während der Verhandlung vornehmen solle und erbietet sich Wendt(Berlin) al« Vertreter der Control-Commission, derselben dabei zur Seite zu stehen. Zunächst erhält nun Rieck da» Wort. Derselbe macht die Delegirten daraus aufmerksam, daß die Pietät es verlange, dem Andenken an unser verstorbenes Mitglied A. Reimann Ausdruck zu geben, welches allseitig zustimmend aufgenommen wird. Zu Ehre de» verstorbenen Reimann erheben sich die Delegirten von ihren Sitzen. Hierauf nimmt daS Wort der Vorsttzeude Klerx. Derselbe führt au«, da das Statut der GewerkSgenossenschaft bei dem Kongresse an den beiden vorhergehenden Tage» unter Mitwirkung sämmtlicher zur Generalversammlung anwesendeu Delegirten einer gründlichen Durchberathung unterzogen worden sei(wobei die von den Mitgliedschaften gestellten Anträge berück- sichtigt worden seien) und wesentliche Aenderungcn erfahre» habe, so sei der Allgemeine deutsche Gchneiderverein aus Grund diese« umgearbeiteten Statute« al« neu konstituirt zu bettachten. E« fand diese« einstimmige begeisterte Annahme. Da die sämmtlicheu zur Generalversammlung gestellten Anträge, soweit dieselben sich auf die G-werkSgenoss-nschaft bezogen haben, durch den vorher- gegangenen Kongreß erledigt worden waren, wnrde zur B-rathnng de« Statuts de« Kranken-UnterstützungSbund« geschritten. Erster Antrag Nürnberg: Die Wochenbeiträge von 15 aus 20 Ps. zu setzen, wurde nach kurzer Debatte angenommen. Eine regere Debatte rief der Antrag aus Erhöhung deS Eioschreibegelde» von 50 Ps. aus 1 Mk. hervor, sowie der von Baumann gestellte An- trag, von neubeittetcnden Mitgliedern da» erste 1U Jahr 30 Ps. Wochenbeitraz zu erheben. Baumanu führte au«, gestützt aus seine Erfahrungen(da in Nürnberg da« Krankenkasseuwesen ver- hältnißmäßig so ausgedehnt sei wie nirgend ander«), daß e« un« unmöglich sei, die jetzt festgestellte Unterstützung weiter zu bezahlen, wenn weiter nicht» gesch.he, als die Steuern pro Woche und Kops um 5 Pf. zu erhöhen. Im vorigen Jahre seien diesbezügliche Anträge zurückgewiesen worden, e« sei deshalb der Ausschuß ge- zwunzen gewesen, im Laufe deS Jahre« eine Steuererhöhung au«- zuschreiben. Er wolle diesem durch die jetzige Generalversammlung vorgebeugt wissen und empfehle deshalb die Anträge zur Annahme. An der Debatte bethciligten sich sämmtliche anwesende Delegirte, welche, bezugnehmend auf die von ihren Mitgliedschaften dieSbezüg- lich gestellten Anträge, ihre Ansichten entwickelten. Darin war man im Allgemeinen einig, daß eine strenge Controle gehandhabt werden müsse. Dadurch sei die Lebensfähigkeit der Kasse eher gesichert nach dem bereit« angenommenen Steuersatz-, al« dadurch, daß man den Neubeitrctendcn durch solche Erhöhung des Eia- schreibegeldes den Beitritt erschwere, sowie den Mitgliedern solch hohe Stenern aufbürde. Besonders wird noch von Mendt gerügt, daß die Nürnberger Kollegen, einem Beschluß der vorjährigen Generalversammlung zuwider, ihre besonderen Krankenscheine be- nutzt hätten, und daß dieselben vielfach nicht einmal von einem Arzt, ebensowenig vom Vereinsvorstand attcstirt seien. Derselbe zeigt Krankenscheine vor, auf welchen auf der Rückseite für drei Woche» Krankengeld auf einmal von irgend Jemand vermerkt seien. Hierauf kommen die Anträge zur Abstimmung und werden dieselben verworfen, dagegen ein Antrag, da« Einschreibegeld zu belassen, angenommen. Hierdurch waren alle diesbezüglichen An- träge erledigt.— Fernerer Antrag Nürnberg: einen R-lervefoad von pro Mitglied 50 Mk. zu bilden, wird ebenfalls nach einigen Au«- führungen, bei welchen hauptsächlich auf die gegenseitige Soliva- rität der Mitglieder hingewiesen wird, abgelehnt.— ES wird ein> Antrag von Mendt eingebracht: Den Ausschuß zu ermächtigen, im Nothfallc eine Steuererhöhung im Einverständniß mit der Control-Commission auszuschreiben, welcher Antrag augenommea wurde. Wendt beantragt ferner: Den Ausschuß zu verpfllchten, in den Abrechnungen seitens der Mitgliedschaften bezüglich der Krankenkasse keine Unregelmäßigkeit zu dulden. Dagegen Klerx: ES sei gerade,« unmöglich, jede kleine Unregelmäßigkeit zurück zu weisen. Er habe Abrechnungen zweimal zurückgeschickt und doch mit den allen Fehlern wieder bekommen. Geringfügigkeiten müsse man schon entschuldigen. Hierauf wird in der Tagesordnung weiter gegangen. Klerx beantragt: Falls eine Steuerhöhunz vom Aus- schuß ausgeschrieben wird, unterliegt dieser Schritt keiner Urabstimmung mehr, sondern tritt acht Tage nach der ersten Veröffentlichung in den Vereinsorganen iu Kraft. Der Antrag wurde angenommen. Der Antrag von Chemnitz: die Maximalaltershöhe zur Aufnahme in den Kcankea-UnterstlltzungS-Buud von 50 auf 40 Jahre zu reduziren, wird abgelehnt, ebenso eine Aenderung über die Be- stimmung, wann der Kranke zu Hause sein soll. Antrag von Witt und Huuse: Auf der Rückseite der Krankenscheine ist eine Tabelle für die Wochentage anzubringen. Die Controleure haben alSdann hinter dem Tage auch die Stunde, in welcher sie beim Kranken waren, sowie, ob sie denselben zu Hause angetroffen haben, i zu notiren. Der Antrag wurde angenommen. Ja tz 17 wurde an Stelle de« Wortes„abwechselnd": täglich zu coutroliren ge- setzt. Antrag Berlin: Den Arzt, welcher die Untersuchung zur' Aufnahme in den Kranken-UnterstützunzS-Bund übernommen hat, möglichst jährlich zu honoriren, wird angenommen. Ein Autrag, daß nur solche Delegirte zur Generalversammlung deS Kranken- UnterflützungS-Bunde« zuzulassen seien, welche persönlich Mitglieder find, wird nach längerer Debatte angenommen. Anttaz Braun- schweig, nach welchem Mitglieder des Kranken-UnterstützungS-BundeS nicht auch Mitglied einer anderen Krankenkasse sein dürften, wird abgelehnt.§ 7 erhält folgende Fassang: Erkrankte Mitglieder, deren QuittungSbuch in Ordnung ist, haben vom Borstande die erforderliche Unterstützung zu beanspruchen u. f. w., am Schluß aber: Den Bestimmungen de« Paragraphen siud auch auf der Reise befindliche Mitglieder unterworfen» dieselben haben die Unter- stUtznng mit Einsendung ihre« QuittungSbuche« von der zunächst gelegenen Mitgliedschaft zn erheben.§ 9 wird folgendermaßen geändert: Wer nicht volle 5 Tage krank ist, erhält keine Unterstützung, wer nicht eine volle Woche, vom Tage der Erkrankaug an gerechnet, krank ist, erhält die Unterstützung nach Tagen be- rechnet, ausbezahlt. Ebenso wird eS gehalten am Schlüsse einer längeren Krankheit, wenn die letzte Woche nicht volle 7 Tage aus- macht. Ein Antrag, daß Mitgliedern, welche der Krankenkasse ciaer anderen GewerkSgenossenschaft angehörten, beim A-bertritt iu den Kranken-UnterstützungS-Bund besondere Vergünstigungen zu gewähren seien, wird abgelehnt. Ein Antrag, daß die Bücher für die Lokalverwaltungen nach einem Schema ein�nrichten und von der VorortSoerwaltung zu beziehen seien, sowie daß sämmtliche Bücher der nächsten Generalversammlung zur Durchsicht vorgelegt werden sollen, wird angenommen. Hiermit waren die Anträge erledigt. Der Geschäftsführer des AuSsch«� gab hierauf einen Rechenschaftsbericht, welcher von der Control- und RechnungS- prüfungS-Commisston für richtig erklärt wurde. Hierauf wurde bestimmt, daß die GeschäftSleitung deS Kranken-UnterstützungS- Bunde« dem Ausschuß der GewerkSgenosseuschast für da« komm-nde Geschäftsjahr übertragen werde und ebenfalls die betreffende Control-Commission al« für den Kcanken-UaterstützungS-Bund ein- gesetzt zu betrachten sei. Es wurde dann die Remuneration für die Arbeiten des Geschäftsführers mit 130 Mk. festgestellt, wozu die Kasse deS Kranken-UnterstützungS-BundeS 30 Mk. beizutragen hat. Für den Hauptkassirer wurden 20 M. und für die Verein«- organe 24 M. au» der Kasse der GewerkSgenosseuschast bestimmt. Ferner wurden»och drei Delezirten-Uuterstützuuzen aus der Haupr- lasse bewilligt, um auf der Rückreise V-rsammlunzen abzuhalten, und auch die Vergütung für de» Besuch der G-neralversammluag der Vertreter deS Ausschusses und der Control-Commission fest- gestellt. Der Delegirte für Nürnberg(Baumann) wnrde verpflichtet, für Abschaffung einiger dort eingeschlicheuer Uarezelmäßigkeitcn zu sorgen. Auch wurde noch eine« Genossen der Mitgliedschaft Elbcr- seid gedacht, welcher im Jateresse unserer Sache auf eine drei- wöchentliche Krankenunterstütznng verzichtete. Hierauf richtete der Borfitzende noch die Mahnung an die Aawesende», i« Eifer für unsere Sache»ie zu ermüden, worauf die Generalversammlung mit einem dreifachen Hoch auf unsere Orgauisatiou Abeud» 8 Uhr geschlossen wurde. P. Hütteuberger, Protokollführer. �Karvurg, 25. August. Auch hier in Harburg ist e« geluazea, eine Mitgliedschaft de» Allgemeinen deutscheu Schaeiderverein« zu gründ-n, welche zu den schönsten Hoffnungeu berechtigt. Wir haben iu letzterer Zeit mehrere Versammlungen abzehalteu, iu welche« der Nutzen einer gut organifirtcn Gewerkschaft uachzewiesen wurde, e« haben sich in Folge dessen fast sämmtliche Schneider Harburg« dem vereine angeschlossen. E« gibt all-rdiuz« auch hier Leute, welche noch«icht überzeugt sind,»ie Vorth eilhast e» für sie ist, wenn sie sich dem vereine anschließen, wir gebe» aber die Hoffnung nicht auf, durch eine rege Agitation von Seiten unserer G-werk- schaft dieselben bald zu den Unsrigea zählen zu können. Auf dem diesjährigen Congresse zu Leipzig hat Herr Mathaey au« Hamburg un» vertreteu, und hat derselbe uns gesteru iu einer Versammlung der hiesigen Gewerkschaft Bericht erstattet. Die Zahl der auf dem Coagreß jvertreteueu Mitglieder zeigt uns, daß die Schneider zu einem neuen Leben wieder erwacht sind; !möge» die Beschlüsse des diesjährigen Congresse« nun auch allseitig gewürdigt und anerkannt werden. Wenn m't Math und AaSoauer für unsere gerechten Bestrebungen agitirt wird, dann werden wir bi« zum nächsten Congresse unsere Mitgliederzahl verdoppelt haben. Darum College» allerort«, frisch an die Arbeit, durch Festigkeit und guten Willen erreicht man Großes. «Mit Brudergruß I. Müller. MorfenSütter. Da ich im Austrage der Mitgliedschaft am 4. August die Abrechnung vom 2. Quartal d. Ä. nebst einem Brief, der die Abänderung deS§ 10 unsere» Gewerkschaft«- Statuts ver- langte, mit dem ausdrücklichen Bemerken an Klerx iu Gießen abgeschickt habe, den Brief aus dem Coagreß zu veröffentlichen und dahin zu wirken, daß der Z 10 wegen seiner Unklarheit ab- geändert würde; da ich aber von dem Braunschoeiger Delegirten in Erfahrung gebracht habe, daß der Brief ans dem Congreß nicht veröffentlicht worden ist, und e« somit den Anschein hat, als wen» ich meinen Auftrag nicht erfüllt hätte, so ersuch- ich Herr» Kterx, im„BolkSstaat" die Gründe anzugeben, weshalb der Brief nicht auf dem Coagreß veröffeutlicht woroen ist. S. Bielstein, Bevollmächtigter. Nreme«.(Berichtigung.) Ja Nr. 93 de»„BolkSstaat" find unter der obigen Rubrik hinsichtlich der Adressen einige Fehler unterlaufen. Es heißt da u. A.: Ja die Control-Commission wurden gewählt Foltermaun, eS soll aber heiße» Fellermann; sodann wohnt C. Kühn nicht bei Lochmeier, sondern bei Lah- meier, Hankenstr. 25, Bremen. Allgemeiner deutscher Gchifftzimmerer-Bereiu. Kamburg, 30. Aug. Da daS Gerücht mir schon mehrfach zu Ohren gekommen ist, daß in Lübeck mehrere Leute von der Fahne gewichen und an die Arbeit gegangen sein sollen, so fühle ich mich verau- laßt, hiermit die« Gerücht für falsch zu erklären, da die Lübecker SchiffSzimmerleute trotz 29 wöchentlichen StrikeS heute noch.eben so fest zus ammenstehen, wie bei Beginn der Arbeitseinstellung am 11. Februar, und grade heute wie damals fest entschlossen sind, im Kampfe auszuharren, bis man in ihre Forderungen einwilligen wird. Die Lübecker Meister sind augeublicklich auf Reisen, und wie man sagt, um Leute anzuwerben, hoffentlich werdeu sie unver- richteter Sache wieder heimkehren. Und nun zur Aufklärung. Wenn�Einer oder der Andere iu Lübeck war und dort faud, daß ei, Schiff Kiel geholt und in Arbeit war, so ist daS Thatsache, aber diese« wird nicht vo» Seiten unserer Collezea bewerkstelligt, sondern von den Meister- knechten mit einigen Lohrer Lehrlingen und Matrosen. Mit solchen Leuten werden Schiffe»achgcsehea und kalfatert;«aS man vo» solchen Arbeiten zu halten hat, wird wohl ein Jeder wissen. Un- erhört ist e» jedenfalls, daß solche Arbeit, wie Kalfatern, woran doch Menschenleben hängen, mit solchen uneingeweihten Leute« verfertigt wird. Mit sozialdemokratischem Gruß H. Groß. Correspondenzen. Arohlurg. Ueber unser Städtchen ist der Belagerungszustand verhängt wordeu— wer da« nicht glauben will, dem wollen wir die nachfolgende Verordnung vor Augen halten: „Nachdem neuerdings wiederholt, namentlich von Cigarre»- arbeitern, sowohl in Gastwirthschafteu, als auch auf Sttaßen und öffentlichen Plätzen, grob- Exzesse verübt worden sind, so sieht man sich genöthigt, folgende polizeiliche Bestimmungen bekannt zn machen. 1) Die Gast- und Schänkwirthe haben bei 5—25 Thlr. Geld oder verhält uißmäßiger Haftstrafe den unselbständigen Cigar- renarbeitern, soweit sie nicht mit Nachtkarten versehen sind, den Aufenthalt in ihren Lokalitäten nur bi» Abend« 10 Uhr zu gestatten, auch 2) bei gleicher Strafe Angetrunkeneu de» Eintritt in ihre Lokalitäten zu verweigern, etwaig- Exzesse aber durch rechtzeitige« Einschreiten und Eatferneu der Ruhestörer au« ihren Lokalitäten möglichst zu unterdrücken, und wenn die« unthunlich oder erfolglos, der Polizeibehörde sofort Anzeige zu erstatten. 3) DaS Schreien und Lärmen, truppenwcise Umherziehen und Stehenbleibe» auf de» Straßen und Plätzen, namentlich zur Nacht- zeit, wird hiermit bei sofortiger Arretur und angemessener Geld- oder Haftstraf-»achdrücklichst verboten. Nachtkarteu werdeu auf Ansuchen Vormittags auf der Rathsstube auSgehäudizt. Mit dem Polizeivienste i» Frohburg ist der Polizeidiener Köhler uud der GerichtSamtS-Beidiener Kersch b-austragt. Fcohburg, am 25. August 1875. Pohl, Bürgermeister." Zu diesem unerhörten U-bergriff der Beamtenbefugniß sei nur bemerkt, daß sich i» Frohburg höchstens 13 unselbständige Cigarren arbeiter befinden, und daß, so viel dem Schreiber dieses bekannt geworden ist, allerdings zwei größ-re Exzesse stattgefund-a haben, die aber jedesmal mit der Bestrafung der Exz-denten endeten. Daß durch diese Lerorduuug, deren Gesetzmäßigkeit übrigens noch anzuzweifeln ist, auch alle Unbescholtenen mit betroffen werden, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden. Zur Charakteristrnug unsreS bürgermeißerlichen Pascha wollen wir noch mittheilen, daß derselbe einigen durch den Uka« Betroffenen ans mündliche Be- schwerd« die vorwitzige Antwort gab:„Denken Sie, Sie seien beim Militär.* Ist das nicht bezeichnend für die Qualifikation des Herrn Pohl zum Bürgermeister? Der Beschwerdeweg ist natürlich betreten,«nd e« müßte doch sonderbar zugehen, wenn der UkaS des Herrn Pohl nicht aufgehoben würde. Meininge«, 34. August. Ausruf! Parteigenossen! Am 18. August wurde Goldlanter bei Suhl von einem Brand- Unglück heimgesucht; alle Abgebrannten find Arbeiter und aller Sabe beraubt. Der Brand brach Nachmittag« 3 Uhr aus, kein rbeiter war zn Hanse, nur einigen im Orte anwesenden«wach- senen Personen war eS zn danken, daß das Feuer so lange aus seinen Herd beschränkt blieb, bi« anderweitige Hülfe ankam. Aus eine noch«nbekanute Weise brach nicht weit von der ersten Feuerstelle ein zweite« Feuer an», doch anch hier gelang e», de« Feuer« bald Herr zu«erden, so daß nur 3 Familien ihrer ganzen Habe beraubt wurde». Aber alle Verunglückten sind arme Arbeiter nnd die meisten unter ihnen Parteimitglieder, also hier thut schnelle Hilfe noth. Parteigenoffen Deutschlands, zeigt, daß Ihr gesonnen seid, Barmherzigkeit zu üben, sammelt überall für die Verunglückten, und sendet die Beträge an die unten angegebene Adresse. Also Parteigenossen! Laßt diese Proletarier nicht im Stich, wir gewinnen in der Umgegend von Suhl und in Suhl selbst mehr als 1000 Parteigenossen. Ich selbst habe in einer Vcr- sammlung dort gesprochen, welche sehr zahlreich besucht war, und kann ich von einem ausgezeichnet guteu Geist sprechen! Nochmals: Schnelle Hülfe thut Noth! Joh. Kappler. Ter Agent für Goldlauter ist Anton Habel in der Lauter bei Suhl, und wird derselbe gern bereit sein, etwaige milde Gaben für die Abgebrannte» entgegenzunehmen. Rostock. Abrechnung über die vom 4. April bi« 3. August eingegangenen UnterstlltzungSgelder für die strikenden Maurer. Von Güstrow d. Rüßbüldt 2 Raten Mark 31.00, Altona d. Kläschen 100.00, Schwerin i. M. d. Häske 46.00, Hamburg auS der Havptkasse d. H. Walther 300.00, von der Extrasteuer der Glaser 6 Rate» 7S0.00, d. Röhr 100.00, d. Wallher 300.00, von Ohlwann, AhlerS, Heinsen(Bau Spaldmgstr.) 30.00, Berlin d. Herde 300.00, vom Putzer-Club d. Schöne 130.00, Doberan d. Oeming 13.00, Flensburg d. Colberg 8.30, d. Marsowsky 36.00, d. Rogge 30.30, Itzehoe d. Götzfche 30.00, Moabit d. Lange 3 Raten 30.75, Lüneburg d. Kreutzmann 7.00, d. CordeS 48.00, Wilhclmshafen d. Heble 3 Raten 87.70, Marienburg d. WittkowSky 3 Raten S.1S, Halberstadt d. Timmer 13.96, Lübeck d. Hucksdorf 7 Raten 301.40, WandSbcck d. Knieß 4 Raten 188.00, Tefsin d. Peters 10.50, Harburg d. Peters 33.43, Cob berg d. Köpsel 13.00, Malchin d. Holtz 13.00, Goldberg d. Pieper 13.30, Kiel d. Colmse 3 Raten 79.83, Memel d. HelliS 3 Raten 49.00, Iürgershagen d. Jenning 13.00, Geestendorf d. Schütt 3 Raten 80.90, Stettin d. Küster 3 Raten 138.31, Nordhauseu d. Peter 51.00, Wismar d. Vollmer 36.00, Rendsburg d. Brandt 13.00, Dassow d. Baade 9.00, Bruel d. Grube 8.00, von den Schuhmachern in Rostock 6.63, von den arbeitenden Maurern 734.46. Summa Mark 3891.03. Ausgabe. Als Unterstützung für die Strikenden Mark 3616.67 Als Reisegeld für die Abgereisten- 211.34 Für Burean-AuSlagen_ 62.13 Summa Mark 3890.24 Bleibt Casse- 1.34 Revidirt von den Revisoren: E. Weißer. F. Meyer. H. Ruwoldt. An unsere Geber! Vom Gefühl der Dankbarkeit durchdrungen, sprechen wir allen Denjeuigen, welche uns in unserem 13wöchent lichen Strike so opferfreudig unterstützt haben, unseren aufrichtigen Dank hiermit aus. Unseren besten Dank werden wir aber dadurch bekunden, daß wir überall, wo sich unsere Kameraden in ähnlichem Kampfe befinden, mit.derselbi» Thatkraft eintreten, als sie für uns eingetreten sind, um ihnen zu einem gleichen Siege zu verHelsen. Diese« geloben sich hiermit die Mitglieder de« Allgemeiuen deutschen Maurer- und Steinhauer-BundeS in Rostock. Rostock, den 7. August. Für die Commission: Fr. Kobrow. A. Gottschalk. Kumvnrg. Quittung. Da der Strike der Kopenhagener Cigarrenarbeiter beendet ist, bringe ich hier uachfolgende Abrechnung über die bei mir eingegangenen und von mir abgeschickten Gelder: Eingegangen auS Frohburg d. H. Welter in 3 Raten 14.00, aus Delmenhorst d. Krückemiyer in 6 Raten 128.00, auS Riesa durch Euscher in 2 Raten 6.05, von Herrn Rittmüller, Knopfmacher, 0.60, auS Stuttgart d. Wannewelsch in 3 Raten 32.70, auS Leipzig d. Bauer in 4 Raten 73.35, aus Osnabrück d. Büschking 15.00, vom Hamburger Strike- Comits in 4 Raten 161.12, a»S Bielefeld d. Heidlich 9.10, von H. Bickmeher 1.00, d. den Boten Hoffmann gesammelt 9.35, au« Breslau d. Illmer i» 2 Raten 94.50, d. eine Tellersammlung 3.37, auS Lüneburg d. Albert Ullrich in 3 Raten 26.95, a«S Verden d. Rinn 40.14, von Ernst'S Fabrik d. Schäfer 4.10, au» Großenhain d. Geier 4.05, au« Potsdam d. Mordhorst in 3 Raten 17.30, auS Bremen d. Lorcke in 2 Raten 35.50, au« Bautzen d. Schütze 7.45, au« Rostock d. Vogler u. Fehling 3.30, au« Lauenburg d. Rönneberg 8.35, au« Langendiebach d. I. Fncker in 1 Rate 2.00, von Fehliog Bogen Nr. 3 7.10. Snmma 711.23. Vo» obiger Summe wurde» au Johnsen abgeschickt: den 14. Juli 85.00, den 20. Juli 63.00, den 23. Juli 127.00, den 29. Juli 85.00, den 2. Augost 85 00. den 5. August 110.00, den 10. August 80.00, Summa 635.00. Auslagen für Briefporto, für Geldsendungen, jür Annonce» im„Neuer. Sozialdemokrat" und „VolkSstaat", für Salonmiethe und sonstige Ausgaben Summa 14.17.� Einnahme 711.23, Ausgabe 649.17, bleibt Ueberschuß 62.11. Hamburg. C. H. Kotkamp. Sollten etwa Fehler vorgekommen sein, so bitte ich, innerhalb 14 Tagen reklamiren zu wollen. D. O. Kannover, 29. Aug. An alle Schneider Deutschland«! Der unterzeichnete Vorstand macht alle zureisenden College» daraus aufmerlsam, daß sich das ArbeitSnackweis- Bureau für Schneider in Hannover, Neustraße 45, beim Gastwirth Matthe«, befindet und man gleichzeitig dort in den neu begründeten Allgemeinen Kranken-, Sterbe- und UnterstützungS-Berein für die Schneider zn Hannover und Umgegend eintreten kann. Der Vorstand des Sibneider-VereinS. Aus dt« Landkreise Köln.(Uusre Gegner.) Vor einigen Wochen hielt der Landtagsabgeordnete unseres Kreises, der Re- datteur der„Germania", Herr Kremer aus Berlin in allen namhaften Orten des Kreises bald Volks-, Urwähler- oder Katholikenversammlungen ab. So fanden wir aus Montag, den 26. Juli eine Volksversammlung in dem eine halbe Stunde von! nöshsg daß vom 1. Oktober d. I. an Annoncen SÄÄ aufgenommen worden, wenn der Betrag dafür t-igenoss-n fanden sich ebenfalls in der überaus zahlreich besuchten! beiliegt oder eine größere Summe für Annoncen de- Versammlung ei». Der Herr Landtagsabgeordnete führte an, daßPnmri; ist StafoÄ CT'tia***.*»(ai** OmifTa**«vvtW fatvtav*(TftiTYa«* Cf* Zur annähernden Berechnung des Betrages kön- nen 10 einfache Worte auf eine Petitzeile gerechnet werden. Bezüglich der Preisberechnung verweisen wir auf den Kopf des Blattes. Leipzig, 25. August 1875. Mt Genehmigung des Vorstandes Die Expedition des„Volksstaat". dieses Thema ohne sein Wissen und seinen Willen auf die TageS ordnung gekommen sei. Man könne an einem Abend über diese bedeutungsvolle Frage gar nicht sprechen. Er werde aber deuuoch auf dieses Thema eingehen, aber nur von de« Staudpunkte der Bibel aus. Eine soziale Frage habe es zu allen Zeiten und bei allen Völkern gegeben; dieselbe sei gleich nach dem Sündenfall in die Welt gekommen. Auch habe man zu verschiedene» Zeiten den Versuch gemacht, eine Lösung dieser Frage herbeizuführen, eS sei die« aber niemals möglich gewesen, noch werde eS jemals möglich fein. Juristisch sei eS richtig, gegen den Unterschied der Stände anzu- kämpfen, aber sehr unvernünftig, weil die Menschen uicht alle mit gleichen Anlagen geboren werden. Hier helfe kein raisoniren; es müsse ihm der Beweis geliefert werden, daß e« besser gemacht werden könne. Ein Bauer mit einem Hundekarren könne doch nicht so viel Recht haben wie eine Eisenbahngesellschaft. Redner schimpfte dann weidlich über die Freizügigkeit, welche der Land- wirthschast die Arbeitskräfte entzogen habe und über die Gründer, welche nach den Ausführungen des Herrn Kremer alle liberal wären. Auch die 4 Millionen Dotationen der Generale und Diplomaten, sowie die Unterstützung der Landwehrleute wurden einer Kritik unterzogen. Die französtsche Revolution vo» 1789 und der 13. März von 1843 wurden verdammt. Elftere, weil durch dieselbe ein König auf da« Schaffot gekommen; letztere, weil man die Leichen der gefallenen Barrikadenkämpfer vor das königliche PalaiS aufgefahren hatte. Bei der Definirung des Begriffes ultramontan, nahm der Redner alle ehrlichen Leute, welche jemals auf der Welt gelebt haben, für seine Partei in Be- schlag, sogar diejenigen, welche heilige Eide bei ZeuS geschworen haben:c. Der GeburtSadel sei ihm lieber wie der Geldadel; erstere seien galante meist conservative Leute. Nur die conser- vative Partei kann ausbauen. Der Liberalismus sei an allem Schuld, und je mehr Liberalismus, desto mehr würden wir in die unlösliche soziale Frage hineingerathen. Auf die Zotenreißereien des Herrn Kremer im plattrheinischen Dialekte wollen wir nicht eingehen, weil der Raum unserer Parteiblätter viel zu kostbar ist. Nur so viel müssen wir constatiren, daß es nach dem Urtheile jedes Unbefangenen mit den wirthfchaftlichen und geschichtlichen Kennt nissen, mit dem parlamentarischen Anstände des Redakteurs des weltbekannten ultramontanen Blattes nicht weit her ist. Der Herr Abgeordnete stetste sich in seinem Vortrage wieder holt darauf, daß er am Ende seines Vortrages Jedem Rede stehen werde, denn eS müsse Opposition sein. Aber rief er:„Wenn mir Einer kommt und sagt, Sie sind im Jrrthum, daS taugt nicht, was Sie eben gesagt, dem werde ich sogen, Deine Nase taugt auch nicht." Schumacher meldete sich nun selbst auf die Gefahr hin, daß seine Nase nicht taugen sollte, zum Worte und lieferte unter der größten Aufmerksamkeit der Anwesenden den Beweis, daß es besser gewacht werden könne, aber nur dann, wenn die Arbeiters in die sozialistische Arbeiterpartei eintreten würden. Wenn es aaft Kamps gegen die Arbeiter ankomme, seien alle gegnerischen Parteien einig.; Die« habe die Buchdruckeraussperrung bewiesen, wo Ultramontane� und Liberale Hand in Hand gegangen wären. Und das ganze Verbrechen der Buchdrucker habe darin bestanden, daß dieselben die durch die Gesetzgebung herbeigeführte CoalitionSfreiheit benutzt hätten. Es könne sich nur ein Verrückter herbeilassen, den von Herren Kremcr geforderten Beweis zu führen, daß die Menschen alle mit gleichen Anlagen geboren würden. Denn, wenn die Menschen alle gleiche Anlagen hätten, würde kein Fortschritt mög- lich fein, weil unsre Thätigkeit eine zu verschiedenartige, der mensch- liche Beruf ein zu mannichfacher sei. Wir erstrebten politische und soziale Gleichheit. Man werfe unS Sozialdemoraten vor, daß wir Klassenhaß verbreiteten. Wir seien aber weit entfernt davon, alle Ungerechtigkeiten auf daS Conto der liberalen Partei zu schreiben, wie der Herr Landtagsabgeordnete es gethan habe.— Anstatt daß der Herr Kremer den schlechten Witz von dem Bauer mit dem Hundekarren und der Eisenbahngesellschaft gemacht, hätte er lieber seine Stellung zur Eisenbahnsrage klarlegen sollen. In dieser Frage sei weder die ultramontane noch die liberale Partei mit sich einig, weil hier gerade die Jnteressenfrage in« Spiel komme. Sämmt liche Sozialdemokraten erstrebten Staatsbahnen, weil wir aber keiue Rcyal- noch Imperialfozialisten sind, und weil es egal sein könne, od die Dividenden in die Privattaschen oder in daS Kode« lose Militärbudget fließen, so erwarteten wir die Regelung dieser Frage nur von demjenigen Staate, welcher sich naturnothwendig a»S dem heutigen herausentwickeln werde.— Der Herr Landtags abgeordnete werde un« niemals den Beweis liefern, daß die com servative Partei die allein erleuchtete sei. Man dürfe über solche Ereignisse, wie die sozialistische Revolution von 1789 nicht raiso uiren, sondern man müsse auf die Ursachen zurückgehen, man müsse zu erklären suche», warum eS fo gekommen und wie möglichen Falls solchen Ereignissen vorzubeugen sei. Nicht Diejenigen, welche gegen die Folter, die Daumschrauben, die peinliche HalSordnung und die verrotteten Zustände geschrieben, hätten die gewaltige Katastrophe herbeigeführt, sondern die Aristokratie und daS König- thvm. Wir als Sozialisten hätten keine Ursache, Lobreden auf unser heutiges Strasverfahren zu halten, aber durch die Frau- zosen des vorigen Jahrhunderts hätten wir ein besseres, humaneres Strafrecht»nd ein andere« Civilrecht bekommen. Alle Gesetz- bücher der civilisirten Welt seien nach dem ftanzösischen reformirt resp. umgeändert worden. Als Schumacher etwa eine halbe Stunde gesprochen hatte, und die Forderungen unserer Partei an den heutigen Staat des Näheren auseinandersetzen wollte und bei der Forde- rung der direkten Steuer begonnen hatte, erklärte der Herr Bür germeister, daß die Polizeistunde gekommen sei. Alles rief: weitem sprechen! Parteigenosse Kröger erhielt das Wort zur Geschäfts� ordnung. Da« preußische Vereins- und Versammlungsgesetz, sagte er, verlange, daß eine Versammlung 24 Stunden vorher polizeilich angemeldet werden müsse, wann dieselbe aushören sollte, davon sei keine Rede, nur der Wirth habe Polizeistunde und die Bersamm- lung könne weitertagen. Schumacher schloß sich den Ausführungen Kröger's an, bemerkte aber dabei, daß es auf die örtliche AuSle- gung ankomme; wenn der Herr Bürgermeister die Versammlung schließe, hätten wir uns zu fügen. Herr Kremcr betonte ebenfalls, daß das, was Kröger gesagt, prinzipiell richtig sei, aber das Ver- eins- und Versammlungsgesetz alterire die örtlichen Gesetze nicht. Schumacher kam nun mit dem Herrn Kremer überein, daß die Diskussion 2 Tage später in dem ebenfalls eine halbe Stunde von Köln entfernten Nippes sortgesetzt werden sollte. Die Versammelten gingen in der größten Ruhe auseinander._(Schluß f.) avicftuficii der Expedition: Hrm. Wüst, in Gotha: Privatannoncen können nur aufgenommen werden, wenn der Betrag dafür beiliegt. Ihre Annonce kostet 1 M., welche Sie, wenn Sie noch Aufnahme der Annonce wünschen, ln Briefmarken einsenden wollen. Quittung der Expedition: F Jnschr New-Jork Schr. 10,30. Rchtr hier Ab. 5,40. Kttl Apolda S»r. 2,83. Zpk Breslau Ab. 30,00. Schr. 3,60. Ksr Landshut Schr. 1,40. Kürschuerverband hier Ann. 0,70. Ph Hrpfr Fürth Schr. 25,00. Ihr Conto ist ausgeglichen. Trntsch Gera Au». 0,50. Schr. 3,93. Arbeiterpartei Halle Ann. 0,70. M Dhl Thonberg Ann. 1,23. Kmpr Wermelskirchen Schr. 5,13. W Rw Altona Ab. 73,12. Hing Schneeberg Schr. 10,35. Hpsr hier Ab. 1,00. H Meyer Hamburg Ab. 105,00.__ Augsburg Samstag, den 4. Sept., Abends halb 9 Uhr: Geschloffeue Sozialistenversammlung, bei Bierbrauer Lindner, ifrüher Blosfeld). Da in dieser Versammlung wichtige Parteiangelegenheiten zur Be« sprechuug komme», ist eS nolhwendig, daß alle Parteigenoffen erscheinen. Karte legitimirt._(26)_ I. A.: K. Hirth. s60Z Berlin Sonnabend, 4. September: Großes BerbrüderungS-Fest auf Königshöhe. vorfeier-Eröffnnng 3 Uhr.— Harfenconcert bi« 8 Uhr.— Während dieser Zeit können die Familien Kaffee kochen. Die Hauptfeier beginnt 3 Uhr: Große» Instrumental- und Bokal-Concert, unter freundlicher Mitwirkung der Gesangvereine SangeSblüthe(gemischter Thor), Eintracht, Brüderlichkeit.— Bon 8 Uhr ab: Großer Familien-Ball.— Näheres die Programme. Entrs 30 Pf.— Billets in allen Versammlungen, bei den Tolpor« teuren und Unterzeichnetem. Aug. Heinsch, Keiner darf fehlen I(3c) Langestraße 37, 3 Tr. s300j Die Sonnabend»- Versammlung fällt wegen des Ver- brüdernngssestes ans.— Montag: Zwei Versammlungen. Dienstag: D-ei Versammlungen. Aug. Heinsch.[30] Berlin Breslau Vorläufige Anzeige. Sonnabend, den 18. September: Allgemeines Arbeitersest, im Springer'schen Saal, Gartenstraße 16. Da» Nähere die Plakate.— Zu zahlreichem Besuibe ladet ein. Das Festkomitö. dlL. Sonntag, den 3. September, Abends 8 Uhr: Lassalles TodeSfeier bei Scholz, Wehnerstraße 1. 1200] Cfid-rtiiffut-f rt ÖIJ«onntag, den 5. September, Abends |yiUtU|UU!!. iWl. 7 Uhr im Pfuhl'schen Lokal, Zeil 47: Lassalles Todesfeier. Sämmlliche Sozialisten mit Angehörigen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Emrö 20 Pf._(2b) D°S Comitö. 1175] /Urtltttä Arbeiterverein. läSlIlJU» Montag, 6. Sept. Abend» 8 Uhr, bei Kuntzsch.— Nur Mitglieder und solche, die es werden wollen, haben Zutritt. s30] rt iS. Montag, den 6. September, Abend» 8 Uhr, im �aUr II. Saf 6 Rosenthal: Sozialiste«- Bersammlnag. T.-O.: Die Demokratie Deutschlands. Ref. Rödiger. _ C. Wortmann.[50] ftrtMtitttt.a Sonnabend, den 4. Sept. Abends 9 Uhr bei Eck» �aaiaarA Hardt, Schoppenstehl 22: Geschlossene Mitgliederversammlung de« Verbandes der Klempner und verwandten Berufsgenoffen. T.-O.: Abrechnung.— Wichtige VeretnSangelegenheiten.— Bücher müffen vorgezeigt werden. Fr. Beyer, Bev.]60]__ ArtlttfiitVit Sozialistische Arbeiterpartei. �/UlUUUls) Freitag, den 3. Sept., Abends halb s Uhr: Geschl offene Versammlung. T.-O.: Erledigung der in letzter Versammlung zurückgestellten An« gelegenheiten. 2) Da» am 1. Oktober erscheinende Localblatt. 3)»er« schiedeue Angelegenheiten. ES ist dringend«»thwe«dig, daß Alle Parteigenoffen erscheinen. I. A. Hörig, Eichholz 53.]80] Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, dm 4. September: Versammlung, Windmühlmstraße Nr. 7. Tagesordnung: Bortrag von Weber. Fragekasten.— Aufnahme neuer Mitglieder. Der Be«. 160] OHnWk,**«»» Allen Parteigenoffen von Stadt MUlyelM«enntniß, d und Land zur daß am Sonntag, den 3. September im Lokale der Wittwe Dinzing, Kohlenkamp eine Besprechung statt- findet. Da sehr Wichtige« vorliegt, ist e, Pflicht Aller, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Agent: I. Bardonner, _ Lohberg 36.[60] �Arbeiter-Verein. Montag, de» 6. Sept., Punkt halb 9 Uhr: Versammlung bei Faaai.Z— Das Erscheinen Aller ist nothwmdig, wegen wichtiger B esprechnng. Der B» r stand.[bO] Thonberg Ein intereffante« wiffeuschastliche« Feuilleton über die Provence zur Zeit der Griechen und Römer wird zu verkaufen gesucht. Adressen an G. Rathenau, Berlin S. O., Naunynstr. 62._ 175] Gewandte und solide Colborteure finden dauernde» Engagement in T. Kettel» Volksbuchhandlung in Apolda._(2a)_[125] Soeben ist erschienen: Bekanntmachung. Die zahlreichen Verluste, die uns durch Nicht- zahlung von Annoncen bisher erwuchsen, machen es K. Killmann. Die Organisation der Massen. Ein Wort zur Klärung und Befestigung. Preis per Stück 25 Pfennig. Buchhandlang des„Volksstaat". BeramworUtcher Redatteur: H. Rindt in Leipzig. Redaktion Hohestraße 4, Expedttton Zeitzerstraße 44, in Leipztz. und Verlag der GenoffenschaftSbuchdrnckerei in Leipzig.