Erschnnt t« Leipzig Mittwoch,Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Postanstalten u. Buchhand- lungen des In-».Auslandes. Filial- Expeditionen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Von 1l)1 Hoboken, K. J. Peter Haß, B. W. Corner Third and coatee str. Philadelphia. Abonnementsprei» für ganz Deutschland I tlk.Sl Pf. pro Quartal. MonatS- Abonnement» werden bei allen deutschen Postanstalten auf den 2ten u. 3ten Monat und auf den Zten Monat lcjonderS an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den I ten Monat des Quartals a M Pi. Organ der Sozialistischen Arveiterstartei Deutschlands. Zvserate, die Abhaltung von Partei-, Berein», und Bollsversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit Ist Pf.,— Privat- und Beranüauna«- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespaltene Petit-Zeile berechnet. ' 1875. Nr. 110. Areitag, 24. September. Alionnements-Einladmg. Mit dem 1. Octobcr beginnt ein neues Quartal, und for- dern wir deßhalb zu zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Der Preis beträgt 1 Mark 6V Pf. pro Quartal, 54 Pf. pro Monat für ganz Deutschland. Alle deutschen Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. Denjenigen Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Deutschland, Helgoland und Luxemburg 3 Mark; für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien, Italien, die Niederlande, Großbritanicn, Rumänien, Portugal, Spanien, Türkei und Bereinigten Staaten von Amerika 4 Mark; sür Frankreich 5 Mark. Couv ertsendungen wöchentlich 3mal 10 Mark. Imal 4.80 Mark. Der Abonnements-Betrag ist bei Bestellung einzusenden. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonncmcnlsprcis (mit Bringerlohn) auf 1 Mark 30 Pf.(13 Ngr.) pro Quartal und 60 Pf.(6 Ngr.) pro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition dieses Blattes, Zeitzerstraße 44, und bei Cvlporteur Müller. Für die Umgegend von Leipzig bei den Filialexpeditionen: Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschöne- feld, u.:c. bei Frau Engel, Reudnitz, Feldstr. 14, Hof 1 Tr., für Connewitz n. bei T e u b e r t, Bornaischestr. Nr Lethargie zum Nachdenken auf, fie predigte die Freiheit, freilich bloS die der Bibelauslegung, und als die Bauern nur einmal da» Beispiel der Widersetzlichkeit gegen bisher geheiligte Institutionen sahen, da zweifelten sie auch in andern als in geistlichen Dingen an der„Heiligkeit der bestehenden Zustände," sie mißverstanden Luthers Lehren und empörten sich. Auch die Richtung der Wissen- schast vor der französischen Revolution war anfangs nur gegen das Christenthum, gegen die Religion gerichtet; Voltaire, Hel- vetiuS rc. errangen auf diesem Gebiete vorzüglich ihre Lorbeeren. Und da sehen wir die merkwürdige Erscheinung zu Tage treten, die sich heutigen TageS wiederholt, daß die Regierung und die herrschenden Klaffen, die früher streng kirchlich gewesen waren, plötzlich den Kampf gegen die Kirche eröffneten, freilich ,u spät, da zu derselben Zeit die großen Geister sicb bereit» vom religiösen dem politischen und sozialen Gebiete zuwandten und da alle« untergruben.„Ueberall, wo die Neigung entsteht, das, was von Außen kommt, dem vorzuziehen, was von Innen kommt, und so alle heutigen Staaten seien eig'utlich nur Berschwörungen der Reichen, um unter der MaSke de« Gesammtwohl« ihren Privat- nutzen zu fördern und die Arbeiter auszubeuten. Mit Abschaffung deS Geldes, welche» nur für auswärtige Kriege beibehalten werden soll, würde alleS Elend wegfallen. Kein wahres Privateizenthum; strenge Leitung aller Arbeit durch die Behörden, so daß sich in«- besondere Niemand ohne ihre Genehmigung dem Ackerbau entziehen darf; gemeinsame Tafel, uniform- Kleidung; statt de« Binnenhan- del» nur ein Austausch wechselseitiger Geschenke unter Aufsicht de« Staate».— Auch Campanella empsichlt neben der Gütergemeinschaft eine beständig abwechselnde Arbeit von nur etwa 4 Stunden täglich; dabei gemeinsame Erziehung, vornehmlich durcb Bilder, populäre Enchklopädien ic. al» Leitung eine geistlich-weltliche Despotie der Weisen, w lche namentlich durch die Beichte wirkt. Bei der großen Abneigung, welche I. I. Rousseau gegen dal Privateigenthum ausspricht(z. B. Discours sur I'inöxalitö,— Abhandlungen über die Ungleichheit, 1754? 2.) und bei der völlig die Materie aus Kosten des Geiste» zu bevorzugen, wird immer schrankenlosen Gewalt, die er im Staate der jeweitigen Mehrzahl auch eine Neigung vorhanden sein, zu glauben, daß eine Iasti lution, die unsere Meinungen fesselt, nicht so schädlich sei, wie eine, die unsere Handlungen im Zaume hält."(Buckle I, 2. 3lS.) Gemeinsam war dieser Zeit mit der unfern ihr lebhaftes Ja- teressc an der Naturwissenschaft,„die Halle der Wissenschaft aber ist der Tempel der Demokratie."(Buckle I, 2. 373.) Zuerst mußte man zweifeln, daß jenseits die Belohnung für unser Elend uns erwarte, daß wir dann die Dornenkrone mit einem Blumenkranze vertauschen würden, bevor man daran dachte, hienicden seinen Zustand zu verbessern. Unbewußt pflegt also die Bourgeoisie ihren Todtengräber, die Naturwissenschast. Freilich meint sie, die Er- kenntniß gelange nicht unter da« Volk, für welches die Religion gut genug fei, so lange der CleruS in ihren Diensten stehe; aber sie irrt sich. Die französische Revolution brach loS, ohne daß alle französischen Bauern Voltaire und Rousseau gelesen hätten; die ' ern bereits vor �>>>W>W�W��>�>WVWWWW.. Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Schloßgasse 13 das., t TT*"i 3A*°" för tr«? r ÄT,! b Schust-r, M-r,eburger,tr°k- Nr. 26. � � �»nvermuthet losbrechen, ohne daß alle Bauern W Gohlt« Je. bet O. Peukert, Haupt, trage Nr. 19, für! jembtter, Häckel und F-uerbach kennen. Stötteritz bei Fr. B v genitz, Kirchweg Nr. l.>. Jedensnlls hat aber die Wissenschaft die soziale Frage erzeuat(?), Für Berlin wird auf den„LolkSstaat" monatlich für 75 Pf/si- allein befähigt uns, die Ucbel der Gesellschaft wirtlich zu er- frei in'0'phrtitfi tioi �~ j f«*«.»____ r.: o______________'er___ 45; Haus abonnirt, bei T r a u tm a NN. kenne,» und zu beseitigen. Allerding« nur bis zu einem gewissen Rubenow, Brunncnstraßc Nr. 34 Grade, da alle menschliche E> kenntniß beschränkt ist. So finden wir zwar schon im Alterthume und Mittelalter, al« die scholastische Philosophie herrschend war und man Muskaucrslraße im Laden. Die Redaktion und Expedition des„Uolksstaat.� Au die Abonnenten in Sachsen. Bei Verweigerung der Annahme de« Abonnement» für Oktober Sei- im» einer Postexpedition, wollen sich die Betreffenden auf da« Cirrular vom 1K. März 1872>r. IV 24K3 4 berufen, wonach Monatsabonne- ment« aus den„BoltSstaat" im Königreich Sachsen nnd Herzogthnm Sachsen- Altenburg zulässig find. v, w u, Die Expedltto« de»„Bolksstaat". Die soziale Frage vom Standpuntte eines Kopfarbeiters aus betrachtet. II. Die Fehler und die Rekonstruktion(Umgestaltung) der modernen Gesellschaft. »E« gibt nicht» Neue» unter der Sonne,- sagte der konser- vative Rabbi Ben Akiba und viele Menschen beten e« ihm nach, ohne zu wissen, wa« sie sagen. Wohl Mancher wird, wenn ihm ber Titel dieser Abhandlung zu Gesichte kommt, in helllaute« Lachen ausbrechen„Der Sozialismus respektive Kommunismus ist ein Unding!" mag er rufen,„schon sctt jeher hat e» Kommunisten gegeben, ohne daß sie das Geringste von praktischem Werthe gc- leistet hätten Die Glücklichen wurden immer von ihren minder gesegneten Mitmenschen mit steelen Augen angesehen— e« ist die alte Geschichte, die ewig neu bleibt." ES hat allerdings eine Art von Sozialtsteu schon vor Nrdenklicheu Zeiten gegebeu; ick-nnuere nur an«gis III. und«leomeneS III. von Sparta, die beiden Gracchen, die ersten Christen Aber die soziale Frage, mit der sie fich beschäftigten. war eine ganz andere als die unsere, man kann fie daher auch nicht Sozialisten im modernen Sinne nennen. Denn das wird mir ein Zeder zugeben, daß die Richtung der damaligen Wissenschaft eine ganz andere war al» d.e moderne, der iZeitaeift aber wird nur durch die m der Wissenschaft herrschende «Vg bestimm? Z-de- soziale Problem an dem«ue Epoche krankt, uud eine jede laborirt an Kampfe zwischen den Anschauungen des ZettMe« den Formen, die eine vergangene Zeit geschaffen, und die da» Gewohnheit»th.er Mensch nur sehr schwer und ungern au sg>.... z. Die Richtung der Wiffenstaft afso Wflfft fc« � denn es ist nicht genug, daß Fehler m d�«'s Uschaft«°rgan.s�°u daseien, sondern auch, daß man fie f."®�t,n Mittelalter empfand die schreiende U-fg rr�'g'e, seiner Stc lluug nicht, erst die R-formatton(CS 8<* Reformation. R. d. v.) machte.hn ��'lbe au�sam. Ebenso brauchte es lange, bevor man»ur erkannte, wie verwerflich ..... fast gar keine Naturgesetze kannte, soziale Systeme aber, wenn auch den modernen ähnlich, doch nur philosophische Systeme aus spekulativer Grundlage, noch nicht im Volke wurzelnd. Prattisch befolgte man dieselbe Methode, wie die damalige Medicin, man wollte die Krankheit durch Pillen und ähnliche Palliativmittelchen heilen. So sucht z. B. die Schule der Kyniker, worunter Diogenes der bekannteste ist, ebenso wie da» Christenthum, nur au« andern Gründen, die Frage zu lösen durch Anempfehlung der Bedürfnißlostgkeit.„Nicht« bedürfen ist göttlich." Von den modernen Sparaposteln unterscheiden st« sich dadurch, daß ste selbst mit gutem Beispiele vorangingen. Weiter geht Plato, der eine kommunistische Aristokratie gründen wollte, eine Aristokratie der Talente und edlere» Naturen.„Die Ungleichheit de« Besitze« wird, weil ste nur auf der Ungleichheit de« Genuffe« beruhen kann, dadurch fem gehalten, daß mau diesen verbannt, weil ohne den Reiz de« Genosse« Niemand nach großem Gute streben wird. Enthaltsamkeit kann aber nicht durch ein Verbot de« Genüsse» erreicht werden, sondern nur dadurch, daß man die Begierde in ihrem Entstehen zurückdrängt und den Sinnen ein andere« Ziel al« den Genuß steckt. Die einzig sichern Mittel zu Beiden find Religion nnd Erziehung........... Aller Erziehung und Religion ungeachtet wird jedoch immer noch keine völlige Gleit heit der Menschen stattfinde», denn durch da« Bestehen von Fa mitten und Eigenthum wird dieselbe immer wieder aufgehoben. Deshalb müssen auch diese beiden Verhältnisse ganz und gar be- seitigt werde». Plato führt also in seinem idealen Staate Weiber- und Gütergemeinschaft ein und will männliche und weibliche Ge- schäfte ohne Unterschied von beiden Geschlechtem verrichtet haben." (Schlosser,«llg. Weltgefch. II 36. II. AuSg. 1870.) Man sieht, zum Christenthum ist nur mehr ein kleiner Schritt. In Alexandrien blüht der PlatoniSmu», freilich sehr mit Mystik und unklarer Schwärmerei versetzt, in der nenplatonischen Schule wieder auf, und fand dieselbe bei dem starken Verkehr Alexandnen« mit den Juden auch unter diesen Anhänger. Dieselben vermengten da« ohnehin schon sehr entstellte System PlatoS mit orientalischen Anschaunngen, die Entsagung de« Genüsse« wurde noch mehr be- tont und so entstand nach und nach die Schule de« Chrifienthum«, die bald ihre eigenen Wege ging und zuletzt den NeuplatoniSmu« überflügelte. Viel weniger großartig al« die Griechen f«ssen die Römer ihre soziale Frage auf. Mittelchen über Mttelchen, e« regnet förmlich Ackervertheilnngen, LoxuSgesetze, AuSsendung von Colonien k.«., aber auf den Grund der Sache kommt man nicht. Seitdem da« Christeuthum zur Herrschaft aelangt ist, schläft die soziale Frage; erst mit der Zeit eine« Koperniku«, Kepler, Galilei erwacht sie zu neuem Leben. Noch immer aber waren die sozialistischen Systeme, soviel Wahre« im Einzelnen ste enthalte» möchten, in ihrer Grundlage doch ebenso schwankend, wie da« Plato», weil auch ste, wie die ganze damalige Wissenschaft auf spekulativer Grundlage, nicht aus der Erkenntniß der Naturgesetze «o* der aeänderten Richtung in den deruhten. «in Cmfluß d g bttl.{lbtn flar yjcht de-! Die bedeutendsten systematischen Werke jener Periode find Wissenschaften oft nur ein wdrrektcr, nur ven Bann der Thoma» Morus Utopia(1516) und Campanella's Civitaa eolis absichtlgter. Die Reformation 1- ge,�t aua ihrer(»er Sonnenstaat. D. R.) 1620. Morus sagt geradezu, 'öm, scheu Kucke brechen, aber fte run»» einräumt(Contrat social— GesellschaflSvcrtrag, 1761 II. Chap.)" läßt sich nicht leugnen, daß feine Freiheit nnd Gleickheit wenigsten« bedeutende Keime von CommuniSmuS enthalten. In der jetzigen bürgerlichen Gesellichafr soll dann freilich Ehrfurcht vor dem Eia«p thumSreckte ein Gefühl sein, welche« dem Kinde besonders früh eingeprägt wird, selbst noch vor dem FreihcitSgefühle(Emile 1762 Buck III). Um dieselbe Zeit hatte Morelly in seiner Basiliade o» naufrages des lies flottantes,— die Basiliade oder Schiffbruch der schwimmenden Inseln(1753) wieder einen communisti- schen StaatSroman geliefert(vgl. dessen Vöde de la naturs,— Gesetzbuch der Natur, 1755); und Mably empfahl in seinen Büchern Dontcs proposds aux dconomistes z D. Zweifel vorgelegt den Oekonomlsten(1768) und La Idgislation on prineipes des lois — die Gesetzgebung ober die Grundsätze der Gesetze, (1776) Aushebung der Ungleichheit und wirkliche Gütergemeinschaft. Die Einführung deS Eigenthums scheint ihm: une kaut« ffu'il dtait presque irnpossible de faire,— ein Fehler, den zu begehen fast unmöglich war. Selbst Beccaria nennt va« Eigen- thum ein schreckliches, vielleicht nicht uothwendizes Recht, da« den Uuglücklicken nichts übrig gelassen hat, als eine nackte Existenz. (Lei delitti e delle pene,— über die Berbrccken und ihre Strafen, 1765 Cap. 22) Die französische Schreckenszeit rückte der Verwirklichung solcher Ideen ziemlich nahe: wir müssen nur die Aufhebung jede« CensuS, die Besoldung der Proletarier, welche die SektionSversammlung besuchten(2 Fr. täglich), die ungeheure Ausdehnung der ZwangSanleiheu, Requisitionen und Constskationen, die Umwälzung aller LeruiözenSverhältnisse durch da» Assignaten- wesen, da« Maximum(den festgesetzten höchsten Preis) für alle wich- tigeren Lebensbedürfnisse, die Absbastung der indirekten Steuern und aller mittelalterlichen WirthsckastZreste ,c. zusammenstellen. Nach St. Inst: I'opnleiice est une Infamie; il ne faut ni riches ni pauvres(der Ueberfluß ist ein- Niederträchtigkeit; weder Reiche noch Arme darf e« geben!) Da« Cahier*) des Pauvres Programm der Armen) forderte vor allem, daß die Löhne„nicht mehr kalt berechnet werden nach den mörderischen Grundsätze« eines zügellosen Luxus ,c."(Roscher, Nationalökonomie 15S, 160.) Man ficht, die Keime der heutigen Ansichten waren schon früher da, aber sie hatten keine Wirkung, ebensowenig wie die damalige Philosophie, und sind daher auch nicht mit dem modernen Soziali«- mu» zu vergleichen. Weder ein Thoma« Morus noch ein I. I. Rousseau dachte je daran, feine Pläne verwirklichen zu wollen. Wenn daher auch die bisherigen sozialistischen Systeme undurch- sührbar gewesen sein mögen, so ist da« noch kein Beweis gegen den modernen Sozialismus, der auf einer ganz anderen Grund- läge ruht. Bis zur französischen Revolution war da«, wa» man Sozialismus nennt, großentheil« nur Privatfpielerei der Gelehrten, e« lag nicht im Zeitgeist und drang darum nicht in» Volk. Denn abgesehen davon, daß die Erkenvtniß nur auf deduktivem Wege (demWege derAbleitung von willkürlichen Gedanken. R.d.B.) erfolgte, wa« man nicht oft genug widcrholen kann, indem sie sich thcil« auf Autoritäten, wie die Bibel, theil» auf falsche Prämissen(voraus- 'etzungen. R. d.B.) stützte, wie die Annahme, der„Naturzustand" fei der beste, war die Richtung der Gesammtwissenfchaft nicht genügend, den sozialen Fragen einen sozialistischen Anstrich zu geben. Ferner waren aber anch nicht immer die Zustände so drückend, die Un- gleichheit so groß, daß sie die Gedanken der Menschen sozialistisch zefärbt hätten— und die« ist neben der Richtung der Wissen- 'chaft die zweite Borbedingung für den Sozialismus. Wer nicht die Wissenschaft hören will, muß den Hunger und die Ungerechtigkeit fühlen! So haben wir in Griechenland, speciell in Athen, zwar eine vorgeschrittene Wissenschaft, aber die Bedürfnißlostgkeit unter diesem angenehmen Klima, die politische Gleichheit, die Unterstützungen der lrmen ließen Klassengedanken nicht auskommen. Umgekehrt in kom— dort ist der Klassenhaß im höchsten Grade ausgebildet. Aber kom hatte keine Wissenschaft, dort war daher der Boden für»in ozialistische« System nicht vorhanden, Palliativmittel bilden den Zrsatz. Erst«l» die römische Herrschaft über den ganzen damals bekannten Erdkreis fich verbreitet, tuten römischer Klassenhaß und griechische Wissenschaft zusammen und bilden da» Christen- thum.(?) Im Mittelalter giebt e« weder Klassenbewußtsein noch Wissen- chaft, die Gedanken der Menschen sind dem Jenseits zugewandt. ♦) Hahier(fpr. kahjeh) eig. Hest— man nannte so die Instruktionen, welche die Wähler zu den fran-öfischen Generalständen ihren Delegirten gaben. Im Beginn der Neuzeit erwachen beide. Anfangs, in der Re- sormauon sind sie noch zu jung, um nicht unterliegen zu musien, aber in da französischen Revolution zeigen sie sich schon stark genug, um dieselbe zu einer eminent sozialen zu machen. Wenn jetzt wieder eine ueue Umwälzung nölhig wird, so rührt dieS daher, daß die Wisienschaft seitdem fortgeschritten ist und eine neue Produktionsweise sich gebildet hat. Neuer Klassenhaß, neoe Wissenschaft zusammen, da» sind die GährnngS- mittel im Völkerleben. „Der innige Zusammenhang von wissenschaftlichem Fortschritt und sozialer Empörung erhellt auS der Thatsache, daß beide auS derselben Sehnsucht nach Berbesseiung entspringen, aus derselben Unzufriedenheit mit dem bisher Geleisteten, au« demselben ruhe- losen, forschenden, unzesügigen, kühnen Geiste.-(Buckle l. 2. 369.) Beide werden vielleicht nie aufhören, aber soll man nach dem Bessern nicht streben, bloS deßhalb, weil man daS Beste nicht erlangen kann? DaS wäre Wahnsinn. Die Mittel aber zur «Erlangung des Bessern, zur Durchführung der modernen sozialen Idee, sie find steteS Wachhalten des Klassenbewußtseins und unerschütterliches Festhalten au der Wissenschaft. EiueS ohne daS andere ist ohnmächtig, grimmer Haß nur bricht die Gklaoeukette, nur die Erkenntniß macht auS Sklaven freie Menschen! Proletarier— in hoc siguo vincea!(Z. d.: In diesem Zeichen wirst du siezen!) Fallt nun mir Zetergeschrei über mich her, Ihr Spießbürger: «Ha! Haß, Klass-nqaß, rohen brutalen Haß predigt Ihr— da» nennt Ihr Kultursorischritt, Humanität? Ihr Heuchler! Um wie viel höher steht da die Religion der Liebe.- Gewach, mein Gulester, erinnern Sie sich nur gefälligst des EmanzipationskampseS de« dritten Standes. War'S die Liebe, die die Guillotinen aufstellte, die die Freiheit brachte? Wenn die Bourgeoisie gewartet hätte auf die«organische Entwickelung", wie sie die„Harmonie- zwischen Adel und Bürger mit sich brachte, wir säßen noch heute am alten Standpunkte. Und Liebe war e», die Luther gegen Rom hegte, Liebe, die Calvin den unglücklichen Doktor Miguel Serveve verbrennen hieß? Von Liebe war erfüllt die Religion der Liebe? Kein Sklave, kein Armer hätte sich der- selben angeschlossen, wenn sie Liebe gegen die Besitzenden gepredigt, wenn sie verkündet hätte, Arm und Reich kommen ohne Unter- schied in den Himmel. Etwa« ganz Anderes war es, wa« die Je- drückten dem Christeuthum zuwandte, eS flößte dem Unglücklichen Hoffnung auf veremstige Ruhe ein, auf die schrecklichste, die ewige Ruhe! Uno wäre der Haß ein Verbrechen? Nein, ein Verbrechen ist'S, die Unterdrücker, die Blutsauger, die dem Menschengeschlecht unsägliches Elend bringen, zu lieben; sie zu hassen ist Humamtat. Und nicht fruchtlos wird der Haß bleiben, auf Erfolg dürfen wir hoffen, venu nie war soweit wie jetzt die Erkenntniß gediehen. Unsere Zerl hat so viele Probleme gelöst, an denen die vergangenen Jahrhunderte gescheitert sind, sie wird auch diese? lös.u. Eine Fülle von Gesetzen der Natur hat mau entdeckt; vre nothweudigen Vorbedingungen zu glücklichem Ausgange sind also gegeben. Denn man muß»icht nur daS Uebel, sondern auch seine Ursachen kennen, will mau eS heilen. Dieselben liege« so tief, daß es einer langen und müyevolleu Arbeit bedurfte, um sie bloSzulegen, sie sind aber auch so wichtig und einflußreich, sie erstrecken ihre Wirtunge.r auf da« ganze Leben, daß nur mit ihrer Behebung eine Besserung möglich ist. ES sind zwar in neuester Zeit, und selbst unter Sozialisten oder solchen, die es sein wollen. Ansichten ausgesprochen woroen, als könne mau eine Wirkung zum Guten dadurch bewe-kstelligen, daß man jeden Theil der sozialen Frage jür sich behandle und löse; daß es nur Schwindel fei, mit Durchführung eines großen PrinzipeS da helfen zu wollen. Nun, wir wissen, welche Früchte eine so kleinliche, halbe Politik mit sich führt. Ein derartiger Versuch müßte und muß gerade so scheitern, als wenn man eine Krankheit dadurch heilen wollte, daß man die einzelnen Symptome derselben behöbe: die Fieberhitze, das Phantasiren, die Schwäche des Magen« ec. Die alte M-dicin allerdings versuchte ihr Glück mit allen möglichen Pillen und M'x- turen, von denen eine immer die Wirkung der andern aufhob, alle aber den Magen verdarben. Große Männer lieben nicht Palliativmutel,„denn sie Helsen den Mängeln ab, nicht durch Untersuchung derselben im Einzelnen, sondern durch Aufstellung einer großen, durchgreifenden Neuerung, die eine neue Ader de« Denken« eröffnet, und frische Hilsemiltel erschafft; und diese überlassen sie ihren Nachkommen zur Anwendung und Benutzung.- Buckle I. 2. 3S4. Also fürchten wir unS nicht vor dem„Radikalen-, fürchten wir uns nicht vor Schlagwörtern. Weg mit Denen, die die Krankheit gar nicht bemerken wollen, weg mit Denen, die sie bemerken aber nicht heilen wollen und können, die höchsten« hin und wieder ein Pflästerchen zur augenblicklichen Linderung aufkleben, um da« Siech- thum noch um eine Spanne Zeit zu verlängern. Fürchtet Euch nicht vor Idealen! Will man etwas halbwegs Gute« erlangen, so muß man Ausgezeichnetes anstreben, da man gewöhnlich nur die Hälfte dessen erlangt, um was man ringt— seid radikal, wollt Ihr etwa« erlangen; sobald Ihr conservativ, sobald Ihr be- scheiden seid und wenig begehrt, erlangt Ihr gar nicht». Mag man mir daher auch einen Utopisten, Idealisten, unprak- tischen Schwärmer und wie diese liebenswürdigen Benennungen alle heißen, an den Kops werfen, ich war doch so kühn, ein„Schlag- wort- zu suchen, durch das die letzte Ursache alles Unheiles in der Gesellschaft ausgedrückt und gekennzeichnet werden könnte. Ich hoffe, es ist gefunden! Allerdings hatte ich nicht weit zu suchen— ich darf mich nicht rühmen, eine neue Entdeckung gemacht zu haben. Meine Ansicht »ar nur die, daß daS Schlagwort, welches die moderne Wissen- schaff zu der ihrigen gemachi. auch auf die moderne soziale Frage, die ja die Tochter dieser Wissenschaft, anwendbar sein müsse. Diese« höchste»Prinzip, daS gegenwärtig revolutionireud in der Wissenschaft wirkt, ist die Beseitigung des Dualismus und Anerkennung des MoniSmnS auf jedem Gebiete.(Dualis- mu«: Annahme eurer doppelten, geistigen und sinnlichen Grund- läge der Natur; MoniSmu«: Annahme der Einerleiheit des Geistigen unv Sinnlichen.) Es giebt keinen Geist, der etwas vom Körper BerschiedeneS wäre, keiueu Gott außerhalb der Natur. Kraft und Stoff sind nicht unversöhnliche Gegensätze, die sich stets bekämpjen, nein, sie sind unrrennbar, Eines ohne das Andere kann nicht existiren, beide zusammen erst bilden eine Einheit, nicht ein Doppelwesen. Beseitigung deS Dualismus, Herstellung beS Monis- mus auch rn der Gesellschaft, daS fei daher unsere Parole. (Fortsetzung folgt.) IoH» Stuart Mill über Eigeuthu« und CommuniSmus. Wir geben im Nachstehenden die Ausführungen des englischen Sozialphilosophen I. St. Will, den die liberale BolkSwirthschaft so gern als nationalökonomisches Orakel betrachtet und citirt, und der wenigstens ein Denker, wenn auch kein besonders origineller Denker war, über den Begriff und da« Wesen d:Z Eigenthum« unv des CommuniSmuS wi-der und sind überzeugt, Freund und Feind damit eine« Dienst zu leisten.(Die betreffenden Stellen bilden die ersten Paraphen de« 2. Bach» der„Grundsätze der politischen Oekonomie-). § 1. Die Grundsätze, die im ersten Abschnitt diese« Werk« dargelegt find, unterscheiden sich in gewissen Rücksichten ganz be- deutend von denjenigen, zu deren Betrachtung wir j tzt im Begriff stehen überzugehen. Die Gesetze und Bedingungen der BermögenS- Hervorbringung haben etwa? von dem Charakter physikalischer Wahrheilen. Bei ihnen findet sich nicht« Freiwillige» oder Will- kürlicheS. WaS Menschen überhaupt hervorbringen, daS muß auf eine derjenigen Weisen und unter solchen Bedingungen hcroorge- bracht werden, welch- durch die Beschaffenheit äußerer Dinge unv die gegebenen Eigenthümlichkeiten der leiblichen und geistigen Bil dung der Menschen selbst auferlegt werden. Gleichviel ob die Menschen damit zufrieden sind oder nicht, ihre jedesmalige Pro- duktion wird durch den Betrag ihrer vorangegangenen Vermögens- Ansammlung begrenzt sein, und unter den hierdurch gegebenen Verhältnissen sich abmessen nach ihrer Energie, ihrer Geschicklichkeit, der Vollkommenheit ihrer Maschinen und ihrer umsichtigen Be- Nutzung der Vortheile kombinirter Arbeit. Gleichviel ob sie e» gerne sehen oder nicht, ein doppelter Betrag von Arbeit wird ruf dem nämlichen Boden nicht den doppelten Betrag von Nahrung- Mitteln erzielen, wenn nicht in den VeifahrungSweiseu der Land- wirthschast Verbesserunzen stattgefunden haben. Die Menschen mögen eS nun gerne sehen oder nicht, die unproduktive VerauS- gabunz durch Individuen wird stets dahin wirken, um so viel daS Gemeinwesen ärmer zu machen, und dieses wird nur durch pro- duktrve Verausgabung bereichert werden. Die Meinungen oder Wünsche, welche über diese verschiedenen Gegenstände bestehen, haben auf die Dinge selbst keinen bestimmenden Einfluß. Wir sino freilich nicht im Stande vorauszusehen, in welcher AuZdeh- nung die Arten der Produktion verändert, oder ihre Kräfte ver- mehrt werden können, mittelst künftiger Erweiterung unserer Kenntniß von dea Ratargesetzea, wodurch neue industrielle Ber- fahrungsweiseo, von denen wir gegenwärtig keine Ahnung haben, hervorgerufen werden. WaS jedoch auch immer unser Erfolg sein mag, unS innerhalb der durch die gegebene Beschaffenheit der Dinge gesetzten Grenzen mehr Raum zu f-bassen— die Grenzen selbst bleiben bestehen, eS gibt hierfür schließliche Gesetze, die wir nicht gemacht haben, die wir auch nicht ändern können, denen wir unS lediglich zu fügen haben. Mit der Vertheilunz des Vermögens verhält-S sich nicht so. Diese ist ganz allein daS Wert menschlicher Anordnung. Wenn die Divge. einmal da sind, so können die Menschen, individuell oder in Gesammtheit, mir ihnen verfahren, wie sie eS für gut finden. Sie können dieselben zur Verfügung ein-« Jeden stellen, wie es ihnen gefällt, und unter beliebigen Bedingungen. Ferner kann in einem gesellschaftlichen Zustande, ja in jedem Zustande, mit Ausnahme einer völligen Einsamkeit, jegliche Verfügung über jene Dinge nur durch die allgemeine Zustimmung der Gesellschaft stattsiuoeu. Selbst daSjeniae. waS eine Person allein durch ihre eigene Bemühung, ohne Beistand eine« Änderen, hervorgebracht chat, kann sie nicht behalten, wenn e« nicht der Wille der Gesell- schast ist, daß sie es behalten soll. Nicht nur kann die Gesellschaft selbst e» ihr nehmen, sondern auch andere Individuen könuteu und würden e« ihr wegnehmen, wenn die Gesellschaft sich nur passiv verhielte, weuu diese nicht in ihrer Masse oder durch dieserhalb angestellte und bezahlte Leute dazwischenträte, um den Einzelnen gegen Störung in seinem Besitze zu schützen. Die Vertheiluug des Vermögens hängt daher von den Gesetzen und Gewohnheiten der Gesellschaft ab. Die Regeln, wonach sie bestimmt wird, sind der Art, wie die Meinungen und Gesinnungen des Gemeinwesens sie gebildet haben, und sind in verschiedenen Zeiten und Ländern sehr verschieren; wenn die Menschen eS wollten, so könnten sie selbst ncchverschiedeuer sein. -Die Meinungen und Gesinnungen der Menschen sind unzwei- felhast nichts ZusälligeS und Wechselnde»; sie sind natürliche Folgen cer Fundamental- Gesetze der menschlichen Natur und der Be- schaffenheit deS von unS bewohnten Planeten, durch lokale und sonstige Besonderheiten modifizirt. Die Gesetze der Entstehung menschlicher Meinungen gehören indeß nicht zu unserer gegenwär- tigen Aufgabe. Sie sind ein Theil der allgemeinen Theorie de« menschlichen FortswritteS, eines weit größeren und schwierigeren UntersuchungSgegenstandeS, als die politische Oekonomie ist. Hier haben wir nicht die Ursachen, sondern die Folgen der Regeln, denen gemäß Vermögen vertheilt wird, zu betrachten. Diese Folgen sind jedenfalls eben so wenig willkürlich und haben eben so sehr den Charakter physikalischer Gesetze, wie die Gesetze der Produktion. Menschen können ihre eigenen Handlungen überwachen, aber nicht die natürlichen Folgen ihrer Handlungen, selbst nicht in Bezug aus ihre eigene Gesinnung. Die Gesellschaft kann die Bertheiluug de» Vermögen» beliebig solchen Regeln unterwerfen, die sie für die besten hält; die praktischen Ergebnisse aber, welche auS der Wirk- samteit dieser Regeln hervorgehen werden, kann die Gesellschaft nicht bestimmen, sondern muß sich damit begnügen, sie kennen zu lernen. Wir kommen also zur Betrachtung der verschiedenen Arten, welche in der Praxis Geltung gefunden haben, oder in der Theorie darüber aufgestellt werden können, wie der Ertrag de« Bodens und der Arbeit vertheilt wird. Unter diesen wird unsere Aus- merksamkeit zuerst durch jene hauptsächliche und fundamentale Ein- richtung in Anspruch genommen, worauf, abgesehen von einigen AuSnahmSweisen, und sehr eingeschränkten Fällen, die wirthschast- lichen Anordnungen der Gesellschaft immer beruht haben, obschon sie iu ihren sekundären Formen variirt hat und der Veränderlich- keit unterlegt. Ich meine natürlich die Einrichtung de» iudivi- duellen EigeuthumS. ß 2. Das Privat-Eigenthum, als bestehende öffentliche Eiuricbtunz, verdankt feinen Ursprung keiner von solchen NützlichkeitS-Erwä- gungen, welche für die Aufrechthaltung einer einmal begründeten Einrichtung sprechen. AuS rohen Zeitaltern ist so viel hinlänglich bekannt, sowohl durch die Geschichte, als durch die entsprechenden GesellschaftSzustände unserer eigenen Zeit, um abzunehmen, daß Gerichtshöfe, welche stets früher da sind, als die Gesetze, ursprünglich zu dem Zweck eingesetzt worden sind, nicht um Rechte festzustellen, Fudern um Gewaltthätigkeij zu unterdrücken und Streitigkeiten zu erledigen. Diesen Zweck hauptsächlich vor Augeu, legten sie ganz natürlich der ersten Besitzergreifung eine gesetzliche Wirkung bei, indem sie diejenige Person, die zuerst durch Verdrängung eine« Andern aus dem Besitze, oder um ihn zu verdrängen, Gewalt- thätigkeit begann, als den Angreifer behandelte. Die Auffecht- 3 Haltung des Frieden«, die der ursprüngliche Zweck der Civil- Regierung war, ward so erreicht. Zugleich ward durch die Be- stätiguug dessen, wa» Jemand besaß, ohne daß eS die Frucht persönlicher Anstrengung gewesen wäre, diesem und Anderen beiläufig eine Garantie gewährt, daß sie in dem so gegebenen Besitzstand- geschützt werden sollten. Wenn man die bestehende Einrichtung de« Eigenthum» als eine Frage der sozialen Pyilosophie in Erwägung zieht, so muß man den thatsächlichea Ursprung desselben bei jeder der gegenwär- tigen europäischen Nationen außer Betracht lassen. Man muß sich vielmehr ein Gemeinwesen vorstellen, das durch keinen vorange- gauzeoen Besitzzustand irgend gefesselt ist: einen Verein von Ko- lonisten z. B., die zum ersten Mal ein unbewohnte« Laad in Besitz nehmen, die nichts mit sich bringen, als was ihnen gemeinschaftlich gehört, und ein offene» Feld haben, um die ihnen am angemessensten erscheinenden Einrichtungen und Staatsverfassung anzunehmen, also gauz frei dastehen, um sich zu entscheiden, ob sie die Aufgabe der! Produktion nach dem Prinzip des individuellen EigenthumZ oder nach einem System eines gemeinsamen Eigenthums und vereinigter � Thätigkeit lösen wollen. (Fortsetzung folgt.) i Politische Uebersicht. — Soziale Gegensätze. Wie wir auS den Berliner Blät- te.n ersehen, hat Herr Borsig„wegen ungenügender Aufträze- oie Arbeitszeit in seinen„Etablissements- von 9 auf 6 Stunden herabgesetzt, natürlich mit entsprechender Lohnherabseyung. Wie die Arbeiter, die schon vorher nicht»„sparen- konnten, jetzt au,?- kommen werden, daZ wissen die Götter. Herr Borsig wird sich keine grauen Haare drum wachsen lassen. Er fühlt nicht die chwere Zeit. Wüßten wir eS nicht, so würden dieselben Berliner Blätter es uns sagen, die da berichten, Herr Commerzienrath Borsig lasse ein neue» Palais bauen. Die beiden That- ächen nebeneinander gestellt, geben ein wahrhaft klassische« Bild unserer heutigen GesellschaftS-Zustände. — Der Schwindel regiert die Welt, d. h. die heutige � kapitalistische Welt. Hier nur einen Beleg von unzähligen, mit> denen wir aufwarten könnten. Die„Vossische Zeitung- läßt sich auS Wien schreiben: „Gestern fand hier eine hochinteressante Versammlung statt, deren Fortsetzung aller Wahrscheinlichkeit nach im Gerichtssaale vor sich gehen wird. ES handelt sich um eine stattliche Anzahl kleiner Ofenheime oder mit anderen Worten: um eine Anzahl Wiener Bauunternehmer, welche systematisch die Baulieferanten, meisten« mittlere Gewerbetreibende, um verhältnißmäßig große Summen be- chwindelten. Der Borganz dabei ist folgender: Die Bauunter- nehmer, nehmen von„Privat- Geldgebern- Geld zum Bauen auf, lassen sich von den G:werbSleuten die nothweudigen Materialien ,c. liefern, und wenn dann der Bau nahezu fertig ist, kommt der „Geldgeber", läßt bei dem Bauunternehmer die Exekution vor- nehmen, und der Zimmermeister, Tischler, Schlosser, der Kalt- brenner und sder Ziegelfabrikant, sie alle haben daS leere Nach- sihen. Die Summen, um welche die vielen Gewerbetreibenden in den einzelnen Fällen betrogen wurden, belaufen sich auf je 2000 bi« über 30,000 Gulden, vei oer gestrtgeu Versammlung der also Beschädigten ward die Liste der pfiffigen Bauunternehmer verlese» und mit neuen Namen vervollständigt, man entwarf weitere Ber- �eichnisse und einigte sich über daS Vorgehen gegen die sauberen „Unternehmer". Heute befindet sich bereit« daS Berzeichniß in den Händen der Staatsanwaltschaft, welche die Betrogenen zur weiteren Sammlung von Daten aufgefordert und die ganze Schwindelaf- aire energisch in die Hand genommen hat. Hoffentlich ist unsere Staatsanwaltschaft mit den kleinen Unternehmern glücklicher, a's sie eS mit dem„König der Unternehmer" war." Hoffentlich?— Wir zweifeln daran. Ist e« dem General- ichwinvler Osenheim gelungen, die Geschworenen zu überzeugen» daß man mit moralischen Grundsätzen keine Eisenbahnen baut, warum sollte eS den Schwindlern im Kleinen nicht auch gelingen, den � Nachweis zu führen, daß der Schwindel, um zu dem, den sorgen- losen Lebensunterhalt deckenden Schulze'schen„EntbehrungSlohn" zu� f gelangen, eine Nothwenvigkeit, mithin eine Tugend sei? Oder sollte sich auch hier vas Sprüchwort bewahrheiten:«Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen?" — Die Mahnung an die Arbeiter, sich zu organistren,! kann nicht häufig genug wieverholt werden. Ist schon der einzelne Arbeitgeber, mag er 10, 100 oder 1000 Arbeiter beschäftigen, an sich gleichsam al» eine verkörperte Koalition zu betrachten, da ihm zum Unterschiede von den Arbeitern unzählige Machtmittel zu Ge- böte stehen, um seinen Willen gegenüber den Arbeitern zur Geltung zu bringen, so ist jeder Arbeitgeber doppelt mächtig, wenn er in Verbindung tritt mit anderen Arbeitgebern. Eine solche Ver- bindung von Arbeitgebern hat sich dieser Tage für die Stadt Braunschweig und Umgegend gebildet. Der„Braunschweiger Volts- freund" ist iu der Lage, das Statut diese»„gemeinnützigen- Ar» beitgebervereiu» veröffentlichen zu können; wir wollen zu Nutz und Frommen der Arbeiter nur zwei Paragraphen au« demselben citiren: «§ 1. Zweck deS Vereins ist ein gemeinsames Wirken in der Arbeiterfrage. § 9. Jede« Mitglied verpflichtet sich, Arbeiter au« einem dem Vereine angehörenden Etablissement innerhalb der nächsten 4 Wochen nach deren Austritte aus jenem nur dann aufzunehmen, wenn sie einen den ordnungsmäßigen Austritt bekundenden ArbeitSscheiu vorzeigen. Schemata für solche Arbeitsscheine werden von dem Vorstände den Mitgliedern geliefert und mit dem Vereinsstempel versehen. Findet ein Arbeiter unter Verleugnung de« nicht ord- uungSmäßigen Austritte« au» dem Etablissement eines BereinSmit- gliedeS bei einem anderen VereinSmitgliede Aufnahme, f» ist letztere« verpflichtet, auf Anfordern irgend eines VereinSmitgliede» vermittelst recommandirten Briefe« den Arbeiter binnen 24 Stunden zu entlassen.- Wir brauchen nicht erst zu wiederholen, daß da« einzige Mittel für die Arbeiter, sich des Druckes der Arbeitgeber zu erwehren, die Organisation ist, und in diesem Falle, wo eS sich lediglich um die sozialen Gegensätze handelt, ist die gewerkschaftliche Organisation die tauglichste. Je mehr Arbeiter in den KceiS der gewerlschast» lichen Organisation eintreten, je weniger empfindlich wird der ein» zelue Arbeiter unter dem Drucke der Kapitalmacht zu leiden haben. Als Klasse freilich bleiben die Arbeiter nach wie vor die Unterdrückten und Ausgebeuteten, d. h. so lange die kapitalistische Privalprodutlion besteht. — Nack bem Todtmarschireri das Todtmanövriren. Die diesjährigen Herbstmanöver haben, so melden die Zeitungen, ungewöhnlich viel Opfer gelostet. Wer unterfängt sich darüber zu murren? Die Manöver sind nothwendig, und daß Soldaten dabei tobtstrapa�irt, todtzeschosten, überritten und auf sonstige Weise in» Jenseits oder in« Hospital befördert«erden, läßt sich nicht vermeiden, ist also auch nothwendig und srjjo vernünftig. Gibt'S einen Eivilisten oder gar Soldaten, der'« nicht glaubt? Hört nur die höchsten Autoritäten.-„Der Soldat muß auch im Frieden dem Staate Gesundheit und Leben zur Ber- fügunz stellen- sagte der große(Nicht-) Schweiger Mottle ge- legentlich der Debatte über den Dunkelarrest. Und noch drastischer und deutlicher drückte sich der Gründer der preußischen Blut» und Eisenpolitik, der..große" Friedrich aus, welcher beim Sturm auf eine Batterie seinen Soldaten, als diese nicht den gehörigen Eifer bewiese», sich zu Kanonenfutter und ihn zum berühmten Feldherrn zu machen, da« königliche Wort zurief:„Ihr Racker, wollt Ihr deuu ewig leben?!"— — StaatSretterei auf dem Friedhofe. Au« Meerane schreibt man dem„Crimmitschauer Bürger- und Bauernfreund": Der neue Friedhof mit dem Kriegerdenkmal, allwo am heiligen SedanStage der reichsfreundliche DiaconuS Lötzsch unter freiem Himmel einen sogenannten FestgotteSdienst abhielt, kostet der Stadt allein über 30,000 Thaler, und doch scheint e«, al« ob unsere Commune gar kein EigenthumSrecht daran hätte. Gestern Nach- mittag hatten stck zum Bcgräbniß der dahingeschiedenen Gattin unstreS Parteigenossen, de» MufikoirektorS H. Stolle, sehr viele Leidtragende einzesunden, auch sonst waren sehr viele Zuschauer anwesend, weil mau wußte, daß eS der Frau eines Dissidenten die letzte Ehre zu erweisen galt. Doch Borsicht ist die Mutter der Weisheit, und Angesichts des vielen BolkeS handelte unsere tolerante(?) evangelische Geistlichkeit sehr vorsichtig und weise, und dieweil der Bruder de« trauernden Gatten, der Gärtner Stolle� für die Lage der Jnhgftirt-n habt, herbei, und Euer Schärflein � au« Crimmitschau, gleichfalls anwesend war, so erschien denn bald? beigetragen! al» Abgeordneter des Diakonu« Lötzsch der Kirchner ThimoteuS Die„Arbeiter-Wochew Chronik" ersuchen wir, unter den ungar- � Jordan und erklärte, daß an diesem Grabe eine Rede nicht ge-� ländischen Brüdern, welche gegenwärtig keine Jnhaftirten haben,! halten werden dürfe. Hieraus erschien wieder der Advokat Speck! zu agitiren und alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit da»! im Namen de« Kirchenvorstandes und forderte die Musikanten/ schwere LooS, welche« unsere Genossen zu tragen haben, gemildert! die sich mit den Instrumenten freiwillig eingefunden hatten, nm, werde. Nochmals: Gedenkt der Jnhaftirten und deren Familien!!� ihrem Direktor zu Liebe, der Verblichenen beim Einsenken in die! Beiträge nehmen entgegen die Genossen: Ant. Flödel und Wen-� Erde noch einige Trauermelodien zu spielen, auf, den Friedhos zu zel Groß; die eingelaufenen Beträge werden im„Arbeiterfrcund" verlassen, da da« Blasen hier nicht erlaubt werde. AlleS Parla- ausgewiesen werden." mentiren half nicht« und die so Lerwieseven gingen hinau«, wo sie der Machtspruch de« Kirchenvorstandes nicht mehr hinderte/— Zur Statistik de« Elende« schreibt die„Gleichheit": stellten sich außerhalb der Mauer am Eingange auf und sündigten!„Im Wiener Asyl für Obdachtose verkehrten im Monat Juli, im gegen da» Verbot, indem sie doch noch thaten, wa« sie nickt lassen! Frauenasyl: 2l23 Frauen und 363 Kinder, im Männerasyl:! konnten. Hätten die Mitglieder de« Sängerklub« vom Arbeiter-! 4833 Männer und S3 Knaben. Verabfolgt wurden 14,640 Ein- verein„Jacquard", die sich ebenfalls eingefunden hatten, und brennsuppen und die dazu gehörende Quantität Brod. Tausende deren Lehrer H. Stolle ist, zum Singen Instrumente bei sich ge- von Wohnungen stshen leer und alle Speicher sind gefüllt. Da« tragen, so wären jedenfalls auch sie hinausgewiesen worden, so Bolk aber hat kein Obdach und keine Nahrung— herrliche Ge- aber ließ man dieselben gewähren und störte sie nicht. Selbst daS sellschaft." Leichentuch soll der DiakouuS ter Dissidentenleiche nicht gern ver- Wa« die in derartigen„Asylen" verabreichten Nahrungsmittel gönnt haben, und doch mußte die Grabstelle nebst Leichentuch mit betrifft, so sind sie nur zu häufig für Hunde zu schlecht. Ist doch 1 Mark und 83 Pfenuigen bezahlt werden. Also geschehen im von„unseren Volksküchen", die auf einer weit höheren Stufe stehn, Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte im Jahre de« V �--------»-- Heil« 1875. Es befinden fich derzeit in Prag ueun, in Brüan zwölf und in Wien ein Genosse in Haft. Bon diesen zweiundzwanzig inhaftirten Genossen haben mehrere sehr bedürftige Familien, welche, da sie der Ernährer beraubt sind, bittern Mangel leiden müssen. Da« Wiener UnterstützunzScomitö ist nicht in der Lage, die sich stets mehreuden Auslagen zu bestreiten, weil e« fortwährend Beiträge an fchubirte und ausgewiesene Genossen zu leisten, sowie Prozeßkosteu zu bestreiten hat. Die wöchentlichen Erfordernisse aller drei Comite« belaufen sich auf mindesten« hundert Gulden. So viel muß aufgebracht werden, sollen unsere Jnhaftirten und deren Familien nicht darben. Wir fordern daher die Genossen allerorts auf, die Sammlungen nach Möglichkeit zu betreiben. Wir find überzeugt, daß dieser Ruf nicht unzehört verhallen wird, daß die nach Verbesserung ihrer Lage ringenden Arbeiter sich ihrer Vorkämpfer und deren Familien, welche schwer leiden müssen, erinnern und dieselben nach Möglichkeit unterstützen werden. Die Parteigenossen in Böhmen, Mähren und Schlesien wollen etwaige Unterstützungen an da« Comitö(Adresse: Joh. StraSni, Franz- Josesstraße Nr. 32, Brünn) absendeu. Da auch in Wien und Graz derartige UnterstützungS-ComitöS bestehen, werden sich dieselben gegenseitig unterstützen, nnv diejenigea ComitöS, welche über Bedarf Mittel erhalten werden, den etwaigen Ueberschuß übermitteln. Alle arbeiterfreundlichen Blätter de« In- und Auslandes, be-! sonder» aber die„Arbeiter-Wochen-Chronik" in Pest, werden� freundlichst ersucht, von diesem Aufrufe Notiz zu nehmen: e« gilt die Linderung d-r Noth unserer Jnhaftirten resp. deren Familien und, w-e viele Tropfen einen Bach bilden, ebenso bilden viele kleine Gaben eine Summe. Also, Arbeiter, da ihr Berständniß! — Da« Göschener Gemetzel erscheint immer mehr in seinem wahren Charakter, als absichtliche, geplante Arbeiter- schlächtcrci. Natürlich sucht die„gutgesinnte" Presse diese häß- liche Thatsache zu vertuschen, indeß auch au« diesen Darstellungen drängt sich die Wahrheit hervor. So lesen wir z. B. iu der „Kölnischen Zeitung" vom 16. d.: „Bern, 14. Sept. Nachträglichem Vernehmen zufolge sind dem BundeSrathe die UntersuchungSaklen, betreffend den Göschener Gotthardtunnel-Arbeitcrtumult, vergangene Woche von einer Dele- gation der Urner Regierung überbracht und sofort von dem eid- genössischeu Justiz- und Polizei- Departement einer genauen Prll- fung unterworfen worden, al« deren Resultat sich die Ueberzeugung ergab, daß der Urner Untersuchungsrichter jene» Borfall allerdings nur nach einer Seite hin untersucht hat.(War nicht an- der« zu erwarten, da eiu Mitschuldiger nun einuial zur Unter- suchuug eines Verbrechen« sich nicht eignet. Der Correspondent der vornehmen Kölnerin versteht übrigens, sich sehr zart auSzu-■ we�err eine« peinlichen Verbrechen«, mit Ausnahme eine« ... w._------- rc—..-k?0iitif(j|en) verurtheilt worden sind, oder denen ihre Strafe unter neulich auf dem Conqreß des Verein« für öffentliche Gesundheit«- pflege der Beweis geliefert worden, daß die in ihnen verabreichte Kost keine genügende Nahrung ist, weil sie nicht die zur Erhaltung des Lebens und der Gesundheit nöthigen Nährstoffe enthält. — Unsere vielgerühmte„Cultur" wird trefflich illustrirt! durch ein Gefetz, welche» vor Kurzem in den„Bereinigten! Staaten von Nordamerika" erlassen wurde, und au« dem wir nachstehend zwei Paragravhen mittheilen: „Scction 3. Die Einführung von Weibern nach den Ver-! einigten Staaten zu ProstitutionSzwecken ist absolut verboten.! und alle hierauf bezüglichen Kontrakte sind ungültig. Wer wissentlich solche Weibspersonen zu solchen Zweckennach den Vereinigten Saaten bringt oder kommen läßt, oder wer immer solche Weibspersonen in Ausführung vorhergegangener ungesetzlicher Jmportation für solche Zwecke anstellt, macht sich eines V-rgeheuS(felony) schuldig und kann zu fünf Iahren Gefangenschaft und zu fünftausend Dollar« Geldstrafe verurtheilt werden. „Sectio» 5. Den Ausländern, welche in ihrem GeburtSlände drücken, wie au» der ganzen Correspondinz hervorgeht, und doch, welche« Lickt wird aus die Mörder der erschossenen Arbeiter ge- worsen!) Der nach Göschen enisandte eidgenössische Commissar, Siänderath Hold, wird die Untersuchung jetzt in der Weise zu vervollständigen haben, daß er nicht nur den Thatbestand de« traurigen(also doch) Vorfalle« vom 23. Juli, wie e« die Urner Regierung nur gethan, sondern auch die Ursachen(!!!), welche ihn herbeigeführt haben und das Berhalteu der Behör> ben, d. h. die vou ihnen getroffenen Maßregeln zur Unter- drückung(!) des Tumult«, nach Gerechtigkeit und Billigkeit ohne Rücksicht nach oben oder unten(was sehr zu wünschen ist) in das rechte Licht setzt; vor allem aber wird aufzuklären sein, ob die Be- Behauptung, e« sei auf die Arbeiter ohne Commando und aus Häusern und hinter Hecken hervor geschossen, auf Wahr- heit beruht. Der Umstand, daß die Urner Regierung Leute für die Unterdrückung de« ArbeiteraufstandeS(au« Tumult wird im Handumdrehen„Aufstand") mir S Franc« täglich anwerben (richtiger zum Morden dingen) mußte(?), weil die zu diesem der Bedingung der Auswanderung erlassen worden ist, sowie Frauen-! zimmer, die zu ProstitutionSzwecken eingeführt werden, ist die Ein- Wanderung nach den Vereinigten Staaten gänzlich verboten. Jede« in einen Hafen der Bereinigten Staaten landende Schiff kann unter Direktion des betreffenden Hafenkollektors inspizirt werden,. sosern dieser Gründe hat. anzunehmen, daß sich solche Personen an Bord de» Schiffe« befinden, und der betreffende Inspektion»- beamte soll dem SchiffSsührer die verdächtige» Personen anzeigen, und sich mit ihm inS Bernehmen setzen. Während der Durch-! suchung darf kein Ausländer obne Erlaubniß da« Schiff verlassen, und die von Inspektoren al« Uebertreter dieses Gesetze« ausfindig gemachten Personen dürfen in keinem Fall, außer, um beim Prozeß zu erscheinen, den Boden der Bereinigten Staaten betreten. Im Falle eine solche Person sich über die Beschnldigung eine« In- spektionSbeamten beschwert, mag sie sich an ein geeignete» Gericht wenden, und dann ist eS die Pflicht de« HafenkollektorS, das be- treffende Schiff bis zum AuStrag der Sache im Hafen zurückzu- halten. Wird das Vorgehen des Ii.spector« gutgeheißen, so sollen Zwecke(!) aufgebotenen Milizen keine Folge leisteten, wofür �....... sie jetzt mit 100 Franc» Strafe belegt sind(der Tagelohn für das, die beschuldigten Personen an Bord de« Schiffes zurückgebracht Morden stellt sich somit viel niedriger al« die Strafe für die Wei-! werden, und es soll ihnen nicht mehr gestattet sein, da« Land derz Zerung, seine Mitmenschen todtzuschießen), läßt leider auch dieö Ver einigten Staaten zu betreten, e« sei denn, daß der SchiffSsührer nicht als unmöglich erscheinen." oder Eigentümer de» Schiff-S für jede solche Person 500 Doll. So der Correspondent der„Kölnischen Zeitung". Wie zart! Bürgschaft leistet, welche Summe für die Zusendung �der betreffen � fc« liberale reichsfreundliche Herr aus Sympathie und Rücksicht für die ulttamontane Urner Regierung auszudrücken bemüht ist: e» sind ja blos Arbeiter, denen ein„Unglücksfall" zugestoßen ist! Und doch geht aug der Correspondenz genugsam hervor, wie die hei- "fle Ordnung der heutigen Gesellschaft und mit welchen Mitteln sie gestützt worden ist: Mit gedungenen Mördern a 6 Francs pro Tag! — Der in Reichenberg in Böhmen erscheinende„Arbeiter- freund" enthält folgenden Ausruf: „Genossen! Jedem von Euch wird e« bekannt sein, daß mehrere unserer Genossen auS diesem oder jenem politischen Grunde einge- sperrt sind. Den Jnhaftirteu, beziehungsweise deren Familien, da» schwere Los« zu erleichtern, ist Pflicht eiue« jeden Gesinnung»- genossen. Wie wir einem, iu der„Gleichheit" erschienenen Aufrufe ent- nehmen, sind die einlaufenden Beträge unzulänglich und werden eS den Person innerhalb 6 Monaten bestimmt ist. Für alle Ber letzungen diese« Gesetze» sind die SchiffSeizenthümer:c. in ähnlicher Weise haftbar, wie im Falle eine« Betrugs, verübt gegen die Zollgesetze."!! Also die Vereinigten Staaten müssen förmliche Schutzmaßregeln gegen die Einsuhr von Prostltuirten und Hallunken aller Art au« deu Musterstaaten de« civilisirten Europa ergreifeu. Namentlich aus Deutschland, das nicht blo« in puncto de» schuftigsten Menschenhandels„an der Spitze der Civilifation marschirt", sondern auch seit Jahrzehnten die originelle Praxi« eingeführt hat, verur- theilte Verbrecher zur Auswanderung nach den Vereinigten Staaten zu„begnadigen". Sehr natürlich, daß die amerikanische Republik sich das monarchische Lumpengesindel vom Halse zu halten sucht! Correspondenzen. m nächstir Zeit, da die Unkosten durch die in Aussicht stehenden Leipzig, 20. September. In dem letzten Bericht aus Leipzig Prozesse vermehrt werden, noch mehr sein. in Sachen der LandtagSwahl hat sich eiu Jrrthum eingeschlichen. Die Polizei kostet uns nicht über einmalhunderttausend Mark— da« wäre billig— sondern über viermalhunderttaasend! Leip.lg, Auf einen bekannten Namenlosen(namenlos, weil er das Recht auf seinen Namen verwirkt hat) zirkulireu hier fol- gende Reime: Der Studeat der uaveräußerlichea Menschenrechte! Habt Ihr vernommen, wer e« war?— O, sagt, Wer Bütteln gleich, mit hochgeschwung'nem Stecken Im Schutz der Polizistenschaar gewagt, Die Politik der Feigheit aufzudecken!?— Wer war'», der, selbst ein Kind des Proletar, Mit stechen Blicken Alle abgemessen. Bon deren Gleichen er so manche« Jahr AuS voller Schüssel sich hat fattgegesseu!?— Wer war'«, der jene« erste MauneSrecht Verhöhnt,(— um da« der Bater mitgeblutet—) Und eifersüchtig auf den Henkersknecht De» steien Worte», neulich eS geknutet? Wer war'S, der nach dem ärmlichen Gewand Den Werth de« Manne« wagte abzuschätzen, Der off'ner Stirne und mit eig'ner Hand UnS das Versammlungsrecht zerriß in Fetze«?— Er war'S, der heut' fich zur Gewalt bekennt, So, wie dereinst zum steieren Geschlechte; Heut bringt dem Volt den Knüppel— der Student Der unveräußerlichen Menschenrechte! Er war'«! Doch feinen Namen können wir, Weil er ihn längst verlor, auch heut nicht nennen; Die Nachwelt wird ihn, als der Büttel Zier Mlt aufgebranntem„Mens tekel" nennen!— Glück auf den Weg Herr Doktor. Studio Der Menschenrechte, grüßt un» Euren Humpen! Wir legten Euer Kärtchen, comme il kaut, Zu bess'rer Wandlung längst schon in die Lumpen. Aesop. Kikdeshei«, 17. September. Parteigenossen! Wiederum stehen wir am Eure eiue« neuen Quartal«; jetzt könnt Ihr zeigen, wie sehr Ihr begriffen habt, daß e« die Pflicht eine» jeden Partei- genossen ist, für die weiteste Verbreitung der sozialistischen Presse Sorge zu tragen! Wir dürfen nicht blo« singen:„Nicht zählen wir den Feind", sondern es muß auch danach gehandelt werden. E« muß ein Jeder mit ganzer Kraft danach stieben, die gegnerischen Blätter immer mehr au« den Hütten der Arbeiter zu verdrängen. Da» ist sehr leicht, wenn sich eiu Jeder nur die Aufgabe stellt, wenigstens einen neuen Abonnenten zu gewinnen. Jetzt gilt es, zu zeigen, daß wir Willen« sind, mit aller Macht den sozialisti- schen Ideen Eingang zu verschaffen. Unser Wahlspruch sei: Durch Kamps zum Sieg! Drum frisch an« Werk! Bon Neuem abon- aire ein Jeder und sorge für die weiteste Verbreitung unserer Parteiblätter. Unterzeichneter ist gern bereit, für hiesizea Ort neue Abonnements entgegen zu nehmen. Mit sozialdemokratischem Gruß I. Oyen. Weera»«, 14. September. Die LandtagSwahl. Wieder brachte eiu politischer Act fast alle Gemüther in Bewegung, namentlich dadurch, daß die Gesetzgebung einen Wahleensus ge- schaffen hat, der e« nur den Bemittelten möglich macht, ihre Stimme zur LandtagSwahl abzugeben. Und doch war es eiu all- gemeines Verlangen der Meerauer Arbeiter, diesmal mitzuwählen, da» bewies die erste Volksversammlung im„Bairischen Hof", in der unser Reich» böte Bebel seine Candidatenrede hielt. Nahe an 2000 Männer mochten anwesend sein, die den anderthalbstün- digen Bortrag anhörten, mit den Ausführungen desselben voll und gan, übereinstimmten und beschlossen, mit allen Kräften für Bebel» Wahl einzutreten. Leider war e« nicht möglich, unfern Candidaten durchzubringen. Die Lüderlichkeit in den Wahllisten war eine so grenzenlose, daß ganze Reihen Häuser, welch- schon viel- Jahre bewohnt sind, nicht mit eingetragen waren; mehr denn 200 Wähler, welche ihre Stimme abgeben wollten, waren nicht in der Liste auf- zufinden. Zwar hat man zum Sckein— ich sage zum Schein—- die größten Geschäftsleute, welche die größten Fabriken in Meerane beherrschen, nicht mit in der Liste aufgeführt, so auch den und jenen auffälligen Namen unserer Gegner weggelassen— die übergroße Zahl der Fehlenden betraf unsere Gesinnungsgenossen. Ein acht- barer Bürger, welcher sich die Freiheit nahm, die Namen derjenigen aufzuschreiben, welche nickt in der Liste standen, hatte in kurzer Zeit 31 Wähler ausgezeichnet. Er wurde deshalb aber zur Rede gestellt und schließlich durch den Polizeidiener au» dem Wahllokal entfernt.— E» lagen aber so wichtige Klaqepunkte vor. daß ge- nannter Bürger, Chemiker Meister, stck auf das Amt begab und die Forderung stellte, den Wahlausschuß sammt dem Vorsteher zu verhaften; da aber zn dieser Zeit die dritte Stunde Nachmittag« zu Ende ging, erklärte der Amtmann, daß e» wohl zu spät sei, und daß er der hohen Strafe halber, welche e« einschließe, sich nicht für kompetent halt«, diesen Akt auszuführen. Der Antrag wurde jedoch zu Protokoll genommen und an die Staatsanwalt- sckaft abgegeben.— Weiter waren in den verschiedenen mechanischen Webesabriken sämmtliche angestellten Leute, welche zwei Thaler und noch mehr Gewerbesteuer zahlen, nicht in der Liste aufgeführt. Nun sollte man meinen, e« liegt doch die Schuld an den Wählern selbst, warum haben sie die Liste nicht eingesehen? Aber da passtrte wieder etwa«, wa« nur in Meerane vorkommen kann. Die zweite amtliche Bekanntmachung, welch: im Amtsblatt erschien und worin aufgefordert wurde, die Listen einzusehen, kam spaßhafter Weise zur Welt, als der Termin schon 24 Stunden überschritten war. Wie soll man diese Wirthschaft nennen? O, ich wüßte -inen Namen! Aber weiter! Unsere Gegner, die Ratio ualliberale«, die wahrhaftig im Verdächtigen etwa« loshaben, und die ans die schamloseste Weise in ihren Schmutzblättern gegen uu« zu Felde ziehen und feige genug sind, un« nicht in öffentlicher Versammlung Rede zu stehen, hatten leider Anhang genug, un« diesmal eine Niederlage zu bereiten; denn von 939 Stimmen erhielt Bebel 409, Pen, ig 530, der Conservative nur 18 Stimmen, im ganzen Wahl- bezirk erhielt Bebel 694, Penzig 899, eine Majorität von 205 Stimmen.— P-nzig erhielt vor drei Jahren im ganzen'iWahl- bezirk nur 195 Stimmen.� Weitere Betrachtungen werden folgen; die Wahl wird natürlich angefochten. Mit sozialdemokratischem Gruß Franz Resch, Martinstraße 35K.�M r M««r««e.«m 15. S-Pt-mber tagte hier eine Versammlnng� Die Mitglieder der 3. Klasse find nur während der Dauer nötbia dcrö vom 1 Oktober d � an Annoncen • ft.rr»«««f.r nn« KnW/.--- 1SI. m.lZ*.._______, UUP WWm V' O. UU«iilHUtUCII der Bauhandwerker"; Herr Kappler aut Coburg referirte Uber die Bereinigung der Maurer und Steinhauer und die Trennung der Zimmerer; dann über Krankenkassen- Wesen, Uber den Bund der deutschen Baumeister und über das Hastpflicht- Gesetz. Ernst Oskar Pörnisch, Bev. Heinrich Beyer, Schriftf. Aerli«, 18. September.(Berichtigung.) In Skr. 105 de» redakfioneSeu TheilS Ihre» Blatte«, der„BolkSstaat", befindet fid unter Berlin folgende Notiz:«Alle Böttcher(KUper, Sckäffler der Berein»- Faßsabrik in Berlin, Köpnikerstr. 24, haben am 7. Sept. d. I. die Arbeit niedergelegt, gezwungen durch die Wort brüchigfett ihrer Arbeitgeber. Zuzug ist strengstens fern z« halten Abdruck dieser Notiz dnrch die Parteiblätter selbstverständlich er- beten." Diese Darstelluug ist unrichtig, und ersuchen wir Sie mit Bezug auf tz 11 de» Preßgesetze» vom 7. Mai 1374 folgende Berichtigung in Ihr Blatt gefl. aufzunehmen: »In Rr. 105 de«»Bollsstaat" ist mitgetheilt, daß die sämmt lichen Böttcher unserer Fabrik durch die Wortbrüchigkeit ihrer Arbeit geber gezwuogeo gewesen seien, unterm 7. d. Ml«, die Arbeit nieder zulegen. Diese Mittheilung ist unrichtig. Unsere Arbeiter verlangten allerdings von uu« die Erhöhung der Accord-Lohnsätze um IQPIo und haben wir nuS, nach vorangegangener Verhandlung, nur ver anlaßt sehen können, eine Erhöhung um ca. 5°/» zuzusagen. Al« aber trotzdem die Arbeiter bei ihrer Forderung von 10°/, verharr� te», haben wir allerding« den gesammten Betrieb eingestellt und sämmtliche Arbeiter entlassen»Ussen.— Der größte Theil derselben bat aber nach kaum 2 Tagen wieder um Arbeit, welche wir ihnen auch, mit Ausnahme der HaopträdelSführer, die ebenfalls wieder um Arbeit nachsuchten, auch gewährt haben. DieS die wahren Thatsachen, und ersuchen wir alle Blätter, welche die vorstehende Notiz ebenfalls in ihre Spalten aufgenommen haben, auch um gec fällige Ausnahme dieser Berichtigung. Die verehrte Redaktion ersuchen wir gleichzeitig ergebenst, uns den Einsender qu. Notiz gefälligst namhaft zu machen, damit wir gegen denselben weiter vorgehe» können und empfehlen ans Hochachtungsvoll Berein für Faßfabrikation. Dieser»Berichtigung" haben wir hinzuzufügen, daß, wie uns mitgetheilt wurde, die Herren Fabrikanten zur Zeit de« flauen Geschäftsgange« eine IVprozentige Lohnverkürzung hatten eintreten lassen, uoter dem Versprechen, mit der wrederlchreuden Pro4 Verität die alten unverkürzten Löhne wieder bezahlen zu wollen. Wie dies Bersprecheu gehalten wurde, lehrt diese sogenannte Be rrchtiguug.— Den Eiusender jener Notiz werden wir natürlich nicht nam- Haft macheu, da wir die Maßregelungsgelüfie der Herren nicht zu unterstützen gedenken. R. d. L. Saulfeld.(Gründung einer Mitgliedschaft de« Maurer- und SteinhauerbundeS.— Ein liberaler Bürgermeister und die Prügelstrafe.) Am 13. d. MtS. erschien Herr Kappler au« Coburg in unserer Mitte; leider konnte dersilbe nur vor einer ziemlich mäßig besuchten Versammlung sprechen, da die Einladung zu spät und in mangelhafter Weise hatte erfolgen können. Dennoch bildete sich sofort eine Mitglied schast de« Maurer- und SteinhauerbundeS, indem vorläufig 12 Mann zu gemeinsamem Wirken zusammentraten. Bei einer nur einigermaßen eifrigen Agitation wird sich diese Mitgliedschaft bald erheblich vergrößern.— Bei Gelegenheil dieser Mittheilung will ich ein saubere» Stückchen unsere« liberalen Bürgermeisters, Freisoldt ist sein Name, erzählen. Der sehr achtbare Herr drohte einem Arbeiter, der ohne vorher zu kündigen, seine Arbeit verlassen hatte— dem Schlosser Schneppe au« Staßfurl— mit 25 Hieben und bestrafte ihn mit 10 Mark oder 10 Tagen Gesängiß. Dabei schien de« Herrn Bürgermeister die Sache so eilig, daß er sofortige Be zahluug verlangte, wen» nicht augenblickliche Verhaftung erfolgen sollte. Ich frage nun: wie kann ein Bürgermeister auf eigene Faust die Prügelstrafe wieder einführen wollen? Für uuS sind derartige Vorjälle, die den Arbeitern bettess« der Humanität und Arbeitersreundlichkeit der höheren Stände die Augen öffnen, nur vortheilhast! Darum � nur so weiter, ihr Herreu! Schwingt oe» Knüppel, wie der kleine SchwatzlaSker im Reichstage, recht oft und aller Welt sichtbar um euer Haupt— feiert z. B. eure Na tioualfeste, wenn ihr wollt, dadurch, daß ihr alle Reichsfeinde, die daber nicht mitspielen wollen, gründlich durchwalkt; thut, mit einem Worte, euren Gefühlen gar keinen Zwang an; dann arbeitet ihr. so recht für uns! H. K Helena», 8. Sept. Nach langer, mehrjähriger Pause konnten auch wir wieder daran denken, eine Volksversammlung abzuhalten. Zwar bekamen wir dazu keinen größeren Saal, der un« allerdings zu gesagt, aber, wie böse Zunge behaupten, auf Anstiften unserer liberalen Mustersabrikanten sofort wieder gekündigt wurde. Wir nahmen unsere Zuflucht zu einer Restauration, deren beide Zimmer, Küche, Vorplatz, sammt dem Räume vor dem Hause dicht gefüllt waren. Wiemer au« Chemnitz reserlrte in mehrstündiger Rede über da« Programm der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschland«. Er legte klar, wa« wir wollen, er wie« die Anschuldigungen der Gegner zurück, die von dem Sozialismus da« gerade Gegenthcil behaupten, hm Ideen andichten, an die noch Keiner, der sich Sozialist nennt, jemals gedacht hat. Die Grundsätze die der Redner entwickelte, hatten sich auch de« vollsten Beifall« ter Versammlung zu erfreueu Luder war die Temperatur wegen der überfüllten Lokalitäten der- artig, daß wir den zweiten Punkt von der Tagesordnung absetzen mußten. Die große Hitze trieb den Anwesenden den Schweiß in Ströme» au« allen Poren und mußten wir nach 10 Uhr schließen. N»rt»»»b. ZurLage d er westphälischen Bergarbeiter. II. Der Zweck de« Knappschaft«- Verein», welcher seit 1. Oktober 1873 iu Krast ist, ist im Ganzen derselbe wie in Sachsen und andere» Bezirken. Hier einige Detail«. Die activeu Mitglieder de« Berein« werden in 3 Klasse» getheilt. Zur 3. Klasse*) gehören alle Arbeiter, welche dem Knappschafts-Lerein angehören n.uffen. Zum Ausrücke» iu die 2. Klaffe ist derjenige Arbeiter ge- eignet, welcher 1) zwei Jahre der 3. Klasse angehört hat und »ei« Bergarbeit verrichtet hat und 2) nicht»uter 13 und nicht über 33 Jahre aft ist. In die 1. Klaffe kann Derjenige gelangen, welcher 1) zwei Jahre der 2. Klaffe angehört und ohne selbstver- schuldete Unterbrechungen vergarbeit verrichtet hat, 2) nicht unter 24 und nicht über 40 Jahre alt und ärztlich gesund befunden ist k.». Die Beiträge der acliven Mitglieder betrage«:») für Beamte der 1. Abtheiluug 1 Thlr. 15 Sgr. monatlich, d) für Be- �mte der 2. Abtheilung 1 Thlr. monatlich, o) für Arbeiter der 1. Klasse 25 Sgr.«ooattich, ä) für Arbeiter der 2. Klasse 2V Sgr. monatlich, e) für Arbeiter der 3. Klasse 15 Sgr. mo- . wtltch. Die Mitglieder der 1. und 2. Klasse euttichten ihre Bei- iräge so lauge sie dem Berein al» aclive Mitglieder angehören. *) Sl« bestimmtet Alter ist beim Eintritt in den Knappschafttver- n in dem Statut nicht bestimmt; jedensall« gilt die Bestimmung de« lderen Statut«, nach der bi« zu 50 Jahren jeder Bergmann«der Tage- eiter in den ftnappschaslsverein ausgenommen warbt. ihrer Arbeit zu Beittägen verpflichtet. Die Beiträge werden stets nach vollen Monatsbeittägen berechnet. Krankengeld wird gewährt im Falle der Befchädiguug in der Bergarbeit auf die Dauer von 24 Wochen, in sonstigen Krank hcitSfällen 12 Wochen. Da» Krankengeld beträgt: s) für die Beamten der I. Abtheiluug 27 Sgr. täglich, »»»» II. n 18,» c)„, Arbeiter„ L Klasse 15„ d)»»» m II. ff 12»« ®)» ff<»» IU*» 9 ff ff Nach �4 Wochen Krankheitsdauer tritt Invalidität ein. Begräbnißkosten: ») für die Beamten der I. Abtheilung 30 Thaler d) <0<»» 6)«» v)*» Gewöhnliche» Dienstzeit von: . II.„ 20 Arbeiter„ I. Klasse 16s/» „ II.« 13-/, « IU.» 10 Invalidengeld wird jährlich gezahlt bei eiuer Beamte: über 5— 10 Jahre 15—20„ 20—25„ 30—35« 40—45„ 45» I. II. und 40 Thlr. 56„ 64„ 88„ 120„ 144 ff III. Klasse. - Thlr. 42„ 48„ 66« 90« 108„ 50 Thlr. 70 ff 80« 110„ 150« 180„ Erhöhte« Invalidengeld wird gezahlt, wenn die Invalidität in Folge einer Beschädigung bei der Bergarbeit entstanden ist; da« Invalidengeld wird dann um circa 25 Procent erhöht. Das Wittwengeld beträgt jedesmal zwei Drittel desjenigen In validengelde«, welches die Männer bezogen haben resp. bezogen haben würden. Im Uebrigen sind die Bestimmungen für Wittwen u. s. w wie anderwärt«. Da« Kindergeld beträgt für jedes Kind: a) der Beamten der I. Abtheilung 2 Thlr. 7-/, Sgr. monatlich ff ff ff II- ff 1 ff 15 ff „ Arbeiter„ I. Klasse 1„ 7-/,, »»» II- 1 ff* » w* III.» 22-/, ff Da» Kindergeld wird in doppeltem Betrage gezahlt: a) für vater- und mutterlose Waisen: d) für die Kinder derjenigen Invaliden und Wittwen, welche den höchsten PensionSsatz beziehen.� DaS Oberbergamt hat die Befolgung der statutarischen Be stimmungeu zu überwachen. Die Mitglieder de« Effen-Mühlheimer Revierr«(I. u. II. Kl.) können zur Bochumer Knappschaft übertreten unter den nämlichen Bedingungen.(Klasse, Dienstalter u. s. w.) Fast auf jeder Zeche besteht noch eine Nebenunterstützungskasse, die vom verdienten Thaler eiu-u Pfennig oder so ähnlich abzieht. Der Bettag de« Krankengeldes ist allerdings gering. Der Mitgliedschaft geht verlustig: wer ferne Arbelt aufzieht, ohne die Kündigung einzuhalten und ohne von der Grubenver tretung Urlaub erhallen zu haben, und binnen 8 Tagen die Arbeit nicht wieder ausnimmt; wer auf der Zeche abkehrt und innerhalb 14 Tagen nicht zur Arbeit zurückkehrt. Der KnappschastSkaffen vorstand kann jedoch einem Feiernden Urlaub gewähren(?), nur müssen die Beiträge zur Kasse fortgezahlt werden Zum Glück fangen die Bergarbeiter WestphalenS jetzt an zu begreifen, was eS mit der Knappschaft aus sich hat. Sie wollen deshalb mit allem Eifer daran gehen und sich freie Arbeiterkaffen erkämpfen. Zu diesem Zwecke ist ein„Allgemeiner Bergarbeiter-Verein gegründet worden, au« dessen, sreilich noch nicht bestätigten, Sta- tuten die beiden ersten Paragraphen hier Platz finden mögen. tz 1. Der Berein führt den Namen:„Allgemeiner Berg arbeuer-Verein", hat seinen Sitz vorläufig in Dortmund uud vcr folgt den Zweck: durch einheitliche Organisation die Ehre und materiellen Interessen seiner Mitglieder gegenüber der jetzt überhandnehmenden Ausbeutung zu wahren und zu fördern, sowie die Feststellung de» StormalorbeitStageS für die Bergarbeiter zu er- treben. § 2. Dieser Zweck soll erreicht werden a) durch Wissenschaft liche Vorträge, Diskussionen und statistische Elhebungen; b) durch Einführung deS Normalarbeitttage«, und zwar zunächst an den Orten, wo die Arbeitszeit am längsten ist; v) durch Erhöhung der Arbeitslöhne wo die Löhne am niedrigsten sind, so daß dieselben den Lebensbedürfnissen der Mitglieder resp. aller Bergarbeiter ent precheu; jä) durch ArbeitSvermittelung; e) durch Unterstützung bei Sterbefällen. Die weiteren wesentlichen Bestimmungen des Statut» sind: 5 Ngr. Eintrittsgeld, 5 Ngr. Monatsbeitrag. Es besteht ein Bor- tand au« 7 resp. 10 Personen, uud eine Controlkommisfion au« 9 Personen» welche sich eine Geschäftsordnung selbst giebt und an einem anderen aber bestimmten Orte ihren Sitz hat als der Vor- tand. Für nächstes Frühjahr stellte man einen Congreß in Au«- ichl, um endgültige Statuten festzustellen. Ob die jetzigen Statuten in obiger Form angenommen werden, hängt von der Behörde ab. Der Wunsch und daS Bedürsniß wird immer fühlbarer, daß ein tüchtiger, gewissenhafter uud umsichtiger Mann die Leitung in die Haud nehmen müsse. Für die Existenz würden sich Mittel und Wege finden. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Unterstützungs-Verband. Während der Hast de« vorstandSmitgllebe« August Kapell — vom 20. September 1875 bis 1. Januar 1876— find ämmtliche Gelder uud briefliche Angelegenheiten de« Verbände« an da« Vorstandsmitglied H. Ecks, Berlw, Alte Iakobsstraße 64, zu senden. Berlin, den 16. September 1375. Der Vorstand. nur aufgenommen werden, wenn der �Betrag dafür beiliegt oder eine größere Summe für Annoncen de- ponirt ist. Zur annähernden Berechnung des Betrages kön- nen 10 einfache Worte auf eine Petitzeile gerechnet werden. Bezüglich der Preisberechnung verweisen wir auf den Kopf des Blattes. Leipzig, 25. August 1875. Mit Genehmigung des Vorstandes Die Expeditio« des„BolkSstaat". Soz-dem. Berein. Samstag, den 25. Sept, Abend» 8 Uhr: Wonatsversammlung. vor �ussoliuss. Der frühere Sasßrer S. Suttenlocher wird hierdurch ausgefordert, da« BereiuSeigenthum: Kaffabuch, Stempel»c. abzuliefern. _____ Der Ob.[70] Dl das Uni zug fall Da« Arbeitsnachweisung«-Bureau de« allgem. deutschen Schneiderverein« befindet fich bei Aastwirth-sch Lochmeper, Hankenstraße 25. Daselbst ist auch der Sesellenvertehr,«ch sowie gute und billige Herberge, und ersuchen wir die Eollegen, unter gär Vermeidung der sogenaumeu christlichen Herberge, ausschließlich nur hier Se einzukehren. Der Borstand. s60s VvftirW- Sonntag, den 26. September, in den Räume» de« lich l-�IIIH 1� Kathrkellers: ab (iiosses allgemeines Arbeiterfest.«u Ansang Nachmittag« 3 Uhr. tu Festrede gehaltei von Herrn Geiser au« Leipzig.— Freunde von rec Nah und Fern ladet nochmal« hierdurch ein sta Das rest-ComU«.[200] Qn; Hormersdorf b. Thum*** Volksversammlung ifür Hormersdorf und die umliegenden Ortschaften. Ref. W. Liebknecht.— T.-O.: Reichstagsbericht und die Einigung der Sozialdemokratie.— Die Wähler de« 19. fächs. Reichstagswahlbezirk« werden ersucht, fich zahlreich einzufinden._ tI®Ljheu beiz den Na hin Sozialistische Arbeiter-Partei. Hamburg Stadli'« Stabliffement. Balentmskamp Heschtossene Versammlung T.-O.: Fortsetzung von voriger Versammlung. Freitag, den 24. Sept., Abende halb 9 Uhr, i», '»lentinskamp 41: Hörig.[60] Den Abonnenten de«„Neuen Sozial- Demokrat" und„Bolksstaat" die ergebene Mittheilung, daß, wer fäll bi» zum 25. Sept. die Parteiblätter nicht abbestellt, al« Abonnent qz. da« 4. Quartal betrachtet wird. f ' Hörig, Eickhol, Nr. 68.■(50) um _. gttt A. Metallarbeiter-Sewerkschast. Montag, den 27. Sepl.. Abend« 8 Uhr. Nicolaistraße«un (goldner Ring) bei Fröhlich: UNI Versammlung. sth T.-O.: Da« neue Kranken- und Sierbekaffen- Statut.— Zahl- für reiche« Erscheinen erwartet..— Aufnahme neuer Mitglieder.__ D. H.[70] Leipzig T.-D. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend, den 25. September, Windmiihlenstr. Nr. 7: Versammlung. Diskussion.— Fragekasten.— Ausnahme neuer Mitglieder. Der Der.(50) � Leipzig oftt wie Allgemeiner deutscher Schneiderverein. Sonntag, den 26. Sept., Abend» halb 7 Uhr, im Saale � de« Herrn Jacobi, Rosenthalgasse: (leseilige Zusammenkunft, verbunden mit Tanz. Eollegen und GefianungSgenosse» find freundlichst eingeladen. (2b) Da» Somit«.[175] Allgem. deutscher Schnelderverttu. Nächsten Montag, Abend« 8 Uhr, im Saale de« Thü- ringer Hose«, vurgstraße: Versammlung. Gäste willkommen.(»)_ D, B.[50] J wen wir und Alli Dci uud en Die Abonnenten der Parteiblätter, sowie alle Partei, p.» genossen ersuche ich Sonntag, de» 26. Sept., vorm-«, 10 Uhr im Gartenlokale de« Herrn Wolf, Zimwrrstr. Nr. 2 fich «ia,ustnden.— Die Zetta iig«kommisfion ist anwesend um neue Abonnement» für da« 4. Quartal entgegen za nehmen; auch müssen alle Rückstände bezahlt werden, widrigenfalls die Betreffenden im Partei- »rgan veröffentlicht werden. Alf» thue Jeder seine Pflicht I Mit soz.-dem. Gruß ¥. Habarg.[200] Stellungsgesuch »ich ders Bei al« Hüi der beu Für meine 18jShr. Tochter suche ich möglichst pr. 1. Octbr. Stellung im Eomptoir einer Buchhandlung»der in einem sonstigen kaufmännischen sich Geschäfte.— Beste Zeugnisse von der Handelsschule de« Herrn Dr. heu Wagner, sowie der Buchhandlung, aus deren Eomptoir meine Tochter bviertel Jahr gearbeitet hat, stehen zu Gebot. brei Anderweitige Seschäst«disposttionen veranlassen einen Stellung«- � Wechsel. Leipzig, dm 20. Sept. 75. W. Liebknecht, Braustr. Nr. 11.[260) Soeben ist erschienen: Der Sefiegte an die Zieger, im 23. Landtagswahllrei«(Reudnitz, Neafchonefild, Liebertwolkwitz) Humoristische« Gedicht. Prei» 10 Pf. Für Wiedervertäuser 50 Stück M. 2,50. gegen baar. Kie Erpedition de»„Dolk»»taat/' Die zahlreichen Verluste, die uns durch Nicht- zahlung von Annoncen bisher erwuchsen, machen es Soeben ist erschienen: Ph. Becker: Stunden der Andacht. Lieferung 12. Prei» 20 Ps. -.Al IPch »ur verantwortlicher Redakteur: H. Rindt iu Leipzig. Redaktion Hohestreße 4, Expedition Zeitzerstraße 44, in Leipzig. und Verlag der Genossenschastsbuchdrnckerei iu Leipzig. äwi zuft (wit