Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Bestellungen nehmen an alle Pvstanstalten n. Buchhand- lungen de? In- n.Auslandes. Filial- Expeditione» für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. Peter Haß, 8, W. Corner Third and coates str. Philadelpiiia. Abonuementspreis für ganz Deutschland IM. ÄPf. pro Quartal. Monats- Aboilnements werden bei allen deutschen Postanstalten auf den Sten u. 3ten Monat und auf den Zten Monat besonders an- genommen; im Kgr. Sachsen u. Hrzgth. Sachs.-Altenburg auch auf den lten Monat deS Quartals k 54 Pf. Organ der Soziatistislheu Arveiterpartei Deutschlands. Znsrratr, die Abhaltung von Partei-, Vereins- und Volksversammlungen, sowie die Filial- Expeditionen und sonstige Partei-Angelegenheiten betreffend, werden mit 10 Pf.,— Privat« und VergnügungS- Anzeigen mit 25 Pf. die dreigespaliene Petit-Zeile berechnet. Nr. 112. Mittwoch, 29. Septemöer. 1875. Lichts ist ja vollkommen— so ist eS rmfomehr unsere Pflicht, diejenigen, die bis j tzt die Geschichte uns enthüllt hat, zu ver- nichten. Aber nicht etwa in der Weise, daß wir unS hübsch eine? dreimal erscheinende Parteiorgan auf. Ter Preis beträgt 1 Mark 60 Pf. pro Quartal, 54 Pf. pro Monat für ganz Teutschland. Alle deutschen Postanstalten nehmen Abonnements entgegen. Tcnjcvigcn Abonnenten, welche das Blatt per Kreuzband beziehen, wird dasselbe bei dreimaliger Zusendung in folgender Weise berechnet: für Teutschland, Helgoland und Luxemburg 3 Mark; für die Schweiz, Serbien, Belgien, Scandinavien, Italien, die Niederlande, Großbritanien, Rumänien, Portugal, Spanien, Türkei und Bereinigten Staaten von Amerika 4 Mark; für Frankreich 5 Mark. Couv ertsendungcn wöchentlich 3mal 10 Mark. „„ Imal 4,80 Mark. Der Abonncmcnts-Betrag ist bei Bestellung einzusenden. Für Leipzig und Umgegend ist der Abonncmentsprcis (mit Bringcrlohn) auf 1 Mark 80 Pf.(18 Ngr.) pro Quartal und 60 Pf.(6 Ngr.) pro Monat festgesetzt. Man abonnirt bei der Expedition dieses Blattes, Zeitzerstraße 44, und bei Cvlportcur Müller. Für die Umgegend von Leipzig bei den Filialcxpeditioncn: Volkmarsdorf, Reudnitz, Neuschöne- seld,!c. bei Frau Engel, Reudnitz, Fcldstr. 14, Hof 1 Tr., für Connewitz:c. bei Teubert, Bornaischcstr. Nr. 19, für Kleinzschocher und Umgegend bei Fleischer, Schloßgasse 13 das., für Thonberg und Neureudnitz bcf Zschau, für Plagwitz Lindenau''~' Abonnements- Eiuladnng. . Mit d,m 1 OcWkt b°sm»t-m TO« Ou-rt»l, md s.-..mlaiM_ d-mil»-»«cht d. dern wir dcßhalb zu� zahlreichem Abonnement auf das wöchentlich � Dualismen in inn'gem Zusammenhange stehen und einer gern den andern Mit sich bringt; man muß vielmehr soviel als möglich auf einmal beseitigen, um sicher zu sein, daß fie nicht wieder kommen. So z. B. hat die französische Revolution zwar den Uvttrschied zwischen Herrschern und Beherrschten aufgehoben, andere Dualismen aber gelassen, und so ist auch der beseitigte bald wieder zurückgekehrt. Politische Gleichheit ohne soziale ist nicht viel werth. Die Ausgabe des Sozialismus ist eS daher, auch politische Frei- Heid zu e, streben, auch in politischer Beziehung Gleichberechtigung und Gleichheit Aller auf sein Progrcmm zu setzen. ES ist ein großer Fehler mancher Fraktionen, sich um die Politik nicht zu kümmern. Wir haben nicht nur neue Eroberungen zu mache», wir dürfen auch die alten Errungenschaften nicht deswegen fahren lassen, weil sie nicht mehr originell sind. Man bedenke, daß, so lange eS Herrscher und Beherrschte giebt, eS immer im Interesse der ersteren sein wird, ihre Macht auf Kosten der anderen auszu- dehnen, und ebenso umgekehrt— daß nie daS Wohl des ganzen Volkes, sondern immer daS der eigenen Klasse als StaatSwohl gelten wird, und dieS solange, bis Herrscher und Beherrschte keine Sonderintertssen mehr haben, bis Jeder herrscht und Jeder beherrscht wird. Die sozialdemokratische Partei in Deutschland betont daher mit Recht die Einführung deS freien BolkSstaateS, Aufhebung deS Parlamentarismus, an dessen Stelle die direkte Gesetzgebung durch das Volk treten soll. Doch mit der politischen Freiheit ist'S nicht gethan, solange eS noch sonst zwei Menscher.klassen giebt, deren Interessen sich feindlich sind, so daß unaufhörlicher Kampf zwischen ihnen wüthen muß. Dies ist— Jeder hat es wohl erralhen— der Unterschied zwischen dem Arbeiter und Besitzer deS ArbeitSwerkzeugeS, zwischen und Lindenau bei Schuster.M-rseburgerstraß- Nr. 26. �Vpital'und Arbeit. Es giebt'keine K-ast ohne St'osi' keine Arbeit cP'" Nr. 19, für> ohne Kapital— oder umgekehrt, man kann sie nicht voneinander Stottedltz bei Fr. Bogenrtz, Kirchweg Nr. 15. trennen; die einzige Heilung ist auch hier der MoniSmuS; Jeder ftrr ro Pf. j s-r at.o<>.»..»M»» u...«u, auti-• bei Trautmann, Leute, die von einer Harmonie zwischen Kapital und Arbeit Für Berlin rvird auf vrn (7�/, Sgr.) frei in'S HauS abonnirt, Muskauerflraße 45; Rubenössv, Brunncnstraße Nr. 34 im Laden. Kit Kedaktion und Expedition des An die Abonnenten in Sachsen. Bei Berweigerung der Annahme de« Abonnement» für Oktoker Set______________ M________ �___Tr____|......... ten« einer Postexpeditton, wollen sich die Betreffenden aus da« Cirenlar heit Platz gemacht hat, in der Weise,"daß Jeder den vollen Er TV A bernte». wonach Monat, abonn«. � fewer Arbeit erhält. Es wird dies nicht nur gerechter, son sprechen und daran« auch auf eine Harmonie zwischen Kapitalisten und Arbeitern schließen, obgleich eS auf der Hand liegt, daß fie nicht existiren kann. DeS Kapitalisten Borthetle sind niedere, der deS Arbeiters hohe Löhne, daher ein Kampf, der so lange dauert, wie die moderne Produktionsweise. Allerdings, eS sollte Harmonie zwischen Kapital und Arbeit bestehen, allein daS wird erst dann der Fall fein, wenn da« jetzige Doppelwesen einer Ein do« 1k. Mär» 1872 Ikr. IV 2463 A berufen, wonach Monatsabonne mcnt« aus den.Bvlksftaat" im Königreich Sachsen und Herzogthum Sachsen-Bl.ettburg zulässig find. m r. Die Expedltto» des„Volksstaat". Die soziale Frage vom Standpunkte eines Kopfarbeiters aus betrachtet. k? im v Die Fehler und die Rekonstruktion(Umgestaltung) der modernen Gesellschaft. (Fortsetzung.) Der Dualismus muß Unfrieden und Unglück erzeugen; sobald die Gesellschaft in zwei verschiedene Klassen gctheilt ist, Kraft und Etrff, wird immer jede ihre Loge auf Kosten der andern zu ver- bessern suchen, Streit und Kampf ist die Folge. Beide Klassen find aber nolhweudig, ihre Harmonie unerläßliche Vorbedingung eine« gesunden gesellschaftlichen Leben«. Die Vernichtung der einen zieht den Untergang der andern nach sich, Harmonie ist aber«n- möglich, so lange beide Klassen verschiedene Interessen haben. Da« einzige Heilmittel ist dann, daß man den MoniSmuS einführt; nicht etwa, daß man die Kraft oder den Steff vernichtet, sonder» daß«an beide zu einer Einheit vereinigt, wa« zum naturgemäßen Zustand zurückführt.(Räch Verwirklichung de«„MoniSmuS- giebt e« aber doch keine„Klassen- mehr. R. d. B.) dern auch vortheilhafter für die Gesellschaft sein, denn„die Arbeit«- tust der Maschen wird vorzugsweise davon bedingt, in welcher AuSdehung und mit welcher Sicherheit fie die Früchte ihre« Fleißes selbst zu genießen hassen.- Roscher, a. a. O. l 73. Heutzutage erhält der Arbeiter von dem Ertrag de« fertigen Produktes nur das, was er während der Produktion confumirt, je langsamer prodrcirt, je mehr während der Produktion consu- mirt wird, desto besser für ihn; während den Kapitalisten daS Entgegengesetzte Ratzen bringt. AvderS, wenn der Dualismus be- seitigt wird. Consumirt der Arbeiter während der Produktion weniger, so ist daS nicht sein Nachtheil, da er dann von dem fertigen Produkte mehr erhält; ebensowenig schadet eS ihm, wenn er das Entgegengesetzte thut— hier ist nirgends Wide: streit, hier ist die wahre Harmonie zwischen Kapital und Arbeit. Zwischen Kapitalisten und Arbeitern ist dieselbe m möglich. Die Aufgabe in dieser Beziehung ist also klar. Man muß den Kapitalisten zum Arbeiter, aber auch den Arbeiter zum Kapitalisten machen. Die Lösung deS ersteren TheileS ist leicht, sie ergiebt sich von selbst, sobald die zweite Halste der Aufgabe gelöst ist. Denn da« Kapital vermehrt sich nicht von selbst» ohne Arbeit, e« kann nur ein Erträgniß abwerfen, so lange eS das Privilegium eiuer Klasse. ist. Dasselbe ist nichts, als aufg« speicherte Arteit, so daß der Kapitalist dcvcn leben kann, ohne selbst arbeiten zn müssen. Frei allglmeiveS flder'�eit �b« standen darin, �aß man den bestehenden DraliSmuS speicherte Arbeit besitzen und daher urunterbrochen arbeiten müssen, «ntsmte freilich vnbcwvßt, ohne die tiefere Ursache überhaupt zulrm llben zu können. Keine Arbeit aber ohne Kapital! DaS kernen, und daher eivc» andern TraliSmu« an defleu Stelle setzte, Letztere bekommen sie nun nicht umsonst, sie müssen de« Kapitalisten ...---- 1....., �----.nach der Produktion nicht nur sein Kapital od l zurückgeben, sondern ar ch seinen guten Willen vergü ° die Erlanbniß, arbeiten zu dürfen, bezah.,,_ lismen Jedem Nar werde»'gütung heißt der KapitalzinS. Allerdings sagen dieNationalökooomen Wäre e« möglich, alle Dualismen der Gesellschaft mit einem der Bourgeoisie, die KapitalSintertssen feien der Lohn der Spar- Schlage zu ve, nichten, dann wäre allerdings allen Rerolutionemsamkeit. Sie sind dies aber ebensowevig, alS der ArbertSlohn dre -in Ende gemacht. Ti-S ist aber urmöglich, schon deßwegev, Werl! Belohnung der Arbe.t rst, beide sind vrelmthr da« Produkt de« kanw voran-znsltzen. daß wir alle Dualismen der Gesellschaft keune». unanfhörlichen, erbitterten und erbitternden PrerSkampse«, m dem . a..?. � tin Thrjs um die Mitwirkung teS anderen zur Herstellung eine« Produktes ringt. Kann eine Belohnung diesen Namen verdienen, deren Höhe nicht von der Anstrengung, nicht vom Ertrag, sondern von Angebot und Nachfrage abhängig ist? Sobald jeder Arbeiter Kapitaltst ist, verschwindet ratürtich der KapitalzinS, der Kapitalist muß ein Arbeiter werden. dbgeschlossru sein.' Freilich ist'e« nicht vothwind'g, daß diese ge- Schwieriger, als die Beantwortung d-S ersten TheileS der Frage waltscmc werde» unS die des zweiten werden: Wie kann man den Arbeiters Wen» mir aber n'cht alle Dualismen beseitigen körnen—'zum Kapitalsten machen? Denn arch diese find nur ans empirischem(erfahrongSmäßegew) nicht ans spekulativem Wege zn nsorscheu. Wer weiß, ob nach der sozialen Revrlution, die uns jetzt bevorsteht, sich nicht andere Dualismen fühlbar machen werden, die wir jetzt noch nrcht be- echten? Seltst wenn man sich daher strerg an unser oben auS- gefprecheneS Prinzip hält, wird die Reihe der Rtvolutionen kaum In eiuer unkultivirten Zeit wäre die Lösung sehr einfach: man nimmt die Kapitalien und vertheilt sie zu gleichen Theilen unter die Bürger. Heutzutage aber ist die Jndividualistrung und Differenzirung der Arbeit viel zu weit vorgeschritten, als daß man diesen Weg einschlagen könnte. Die Mehrzahl der Kapitalien ist zum Gebrauche eine« Individuum« untauglich, feruer ist eben durch die ArbeitSiheilung jedes von dem andern so abhängig, sind ferner viele Arbeitswerkzeuge so massiv und untheilbar, daß eire gerechte Bertheiluog unmöglich und der Grund zu unsäglichen Streitig- leiten und Hader gelegt würde. Denn da Keiner von seinem Kapi- tale allein leben kann, braucht er auch da« de» Nebenmenschen, und eS wäre ein noch viel ausgedehnterer Kampf zwischen Kapital und Arbeit als heutzutage, man müßte den« eine Me» schheit, frei von Egoismus, kurz ein Ideal, annehmen. Bei du fem complicirten Gebrauch der Kapitalien ist die Ver- theilung an die Einzelnen unmöglich, sie müssen daher in den Be- sitz der Gesammtheit übergehen. Dicfllbe verleiht sie dann Den- jcnigen, die sie nöthig haben, zur Produktion unter Bedingungen, die dieselbe für die Gesammtheit ersprießlich machen. Alle Kapi- talien: diejenigen, welche die Rohprodukte erzengen, Ländereien, Bergwerke zc. und die, welche die Rohprodukte in Kanstprodnkte umwandeln, die Maschinen, und die welche die Bei theilung der Produkte unter die Consumenten bewerkstelligen, TranSportgeräthe, wie Eisenbahnen zc. müssen StaatSeigenthum werden. DaS Privat- eigenthum kann nicht mehr zur Produktion verwendet werden, nur zu früherer oder späterer Consumtion. Die Keime dieser Corcentrirung deS Besitzes finden wir schon in dem modernen StaatSeigenthum, den StaatSeisei bahnen, Staat«- bergwerken, StaatSwäldereien, Staatstelegraphen, StaatSposten rc., deren Erhaltung auch viele Nationalökonomen der Bourgeoisie be- fürworten, weil durch deren Uebergang in Privatbesitz die G.sammt- heit zum Besten Weniger leiden würde. Denn wenn z. B. ausgedehnte Waldungen im Besitze von Privaten sind, und diese zu ihrem Vortheile, aber zum großen Schaden der ganzen Gegend dieselben abholzen, wie Fürst Bismarck mit dem Sachsenwalde thut, so darf mau sie nicht im Geringsten in ihrem„Eigenthnm«- recht- hindern. Um solchen Eoentualnäten vorzubeugen» sträubt — a'O"' w**>-- 0— f OWiÄ bei Wäldern recht ist, ist bei andere» Kapitalien billig, und es ist nur Cousequenz, wenn der Sozialismus da« Prinzip des Gesammt- eigenthum« auf alle Kapitalien erstreckt, um ihren Mißbrauch zu verhindern. Wa« die Organisation der Verleihung der Kapitalien durch den Staat betrifft, so muß man auch hier die modernen Verhält- nisse ins Auge fassen, da ja in denselben immer die Keime zu den späteren liegen. Hier finden wir nun, daß das Kleingewerbe ausstirbt, daß e« der Corcarrenz mit der Großindustrie unterliegt, weil diese billiger producirt, d. h. mit weniger Arbeitskraft das- selbe zu Staude bringt. Die Großindustrie muß daher auch im sozialistischen Staate erhalten bleiben(ste muß sogar zur einheit- lichen Gesammtindustrie weitergebildet werden. R. d. B.). Bis jetzt hat aber der Kapitalist die Produktion geleitet, dieser Leiter fällt fort, da e« keine Kapitalisten mehr giebt. Weil der Staat aber seine Kapitalien doch nicht an Einzelne verleihen kann, was bei den modernen Verhältnissen unmöglich wäre, so müssen stch zur Benutzung eines Kapitale» größere Körperschaften bilden— Affcciationen. Auch dazu sehen wir den Anfang gemacht in den modernen Aktiengesellschaften, die Bereinigung Bieter zu einem großen Ganze»; nur mit dem Unterschiede, daß im sozialistischen Staate die Theilnchmer nicht ihre Einzelkapitalien, sondern ihre Arbeit zu- sammer. fügen werden. Die sozialistischen Forderungen kommen also nicht so unver- mittelt, al« e« obe-flächlichen Beobachtern scheinen mag, sie sind nur die Conseqnenzen der moderneu Zustände. Den Werth der Association erkcnreu denn auch die National- ökonomen verschiede» ster Richtungen an— Fourier mit seinen Phalangen und Laffalle ebenso wie Schulze-Delitzsch und— Ofen- Heim. Der Uebergang aber von der modernen zur sozialistischen Produktionsweise in wahrhast ftiedlicher und organischer Weise könnte nun eiuettheil« in der Unterstützung de« Staate« zur Bit- dnng von Produktiv-Associationc» durch Gewährung von Credit an dieselben, und andererseits in dem Streben desselben nach Er- Haltung seineSBesitze» und nach allmäligem Austchziehe» de« Privateigen- thnm« durch Ankauf und Verleihung von dessen Bewirthschaftung an P: oduktiv- Associationen bestehe». Allerding«, wenn die Bovr- geoisie auch diese Borschläge zur Güte nicht annehmen will, dann stehen wir nicht gut dafür, daß e» nicht zur Expropriation kommt, wie e» dem Adel in der fra»zösischen Revolution widerfahren, denn schon Fichte meint, da alle« Eigenthum auf gegenseitigem Btrzicht beruhe, so habe Derjenige, der selbst nicht« zu eigen habe, auch auf nicht« verzichtet und behalte sein ursprüngliche« Recht auf Alle». (Geschlossener Handelsstaat, Werk III 400, 44Ü) vgl. Roscher a. a. O. 461. Sind unsere Forderungen so unerhört, daß man sie nicht be- willigen könnte? Unterstützt der Staat nicht jetzt schon Aktien- gesellschastcn und andere Unternehmungen, die in feinen Augen ge- meinrützig find, durch Zinseugarantre und Subvention, sowie Steuerfreiheit ans viele Jahre hinan«. Ja dem wirthschaftlich so vorgeschrittenen Nordamerika schenkt man den Eiseobahngesell- schasten Ländercie», die manche Monarchie au Flächenii.halt über- treffen. Und agitirt man nicht in England seit neuester Zeit für Uebergang der Eisenbahnen in StaatSeigenthum? DaS Prin- i'p der Staatshilfe ist also nicht verwe? siich, eS wird eS erst dann, sobald die zu Unterstützenden nicht die herrschenden, sondern die beherrschten Klassen sind, sobald man verlangt, die Gesammtheit solle nicht mehr Einz-lne, sondern Alle unterstützen. Wäre die Bourgeoiste nicht zur Herrschaft gelangt, würde auch die moderne Produktionsweise verpönt fein. Sehen wir doch das wunderbare Schauspiel, daß conservatioe Staatsmänner dieselbe ebeusi Haffen, wie radikale Sozialdemokraten! Freilich auS andern Ursachen! Erstere sehnen sich nach der gute» alten Zeit zurück, die Pro- duktionSweise unsere« Zeitalters ist ihnen eine unmoralische und verderbliche Neuerung, ein schwindelerregender Standpunkt, den die menschliche Gesellschaft erklommen, von de« ein tiefer Fall zurück unvermeidlich ist. UnS erscheint sie als eine Errungenschaft eine« vergangenen Jahrhundert«, eine Sproffe auf der Leiter de« Fortschritl«, über die man nicht hinab-, sondern hinaussteigen muß, sobald man die Kraft erlangt hat, zur nächsten sich aufzuschwingen. Die besiegten Klassen Haffen die moderne Prod»ktion«weise letzt noch ebenso, wie im vorige» Jahrhundert, nur durch Erriugung politischer Macht konnte die Bourgeoisie die Hindernisse, die der- selben im Wege standen beseitigen. Man sieht daran« neuerdings, wie eng die Dualismen verbunden sind: politische Herrschaft ist stet« mit pekuniärer Macht gepaart— wo e« Reiche und 5 me giebt, dort sind auch Herrscher und Beherrschte. Also muß der Dualismus zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern, zwischen Kapital und Arbeit fallen. Doch kann der Unterschied zwischen Herrschern und Beherrschten sich nicht auch auf andere Weise bilven? So müssen wir un« frage», denn sobald e« möglich ist, daß die« Berhältniß auf anderem Wege sich wieder einschleichen kann, ist der„Lrebe MUH'" zum großen Theil umsonst, wenn wir nicht auch diesen absperren. (Fortsetzung folgt.) Zoh« Stuart Mill über Eigeuthnm und CommuniSmuS. (Fortsetzung.) Wenn da« Prinzip de« Privat-Eigenthum« angenommen wird, so müffm wir voraussetzen, daß daffckbe von keiner der anfäng- liehen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die in den alten Ge- sellschaslen die wohllhälige Wirkung diese» Prinzip« erschweren, begleitet sei. Wir müssen annehmen, daß jeder erwachsene Mann und jede erwachsene Frau in der ungesefs-lten Benutzung und Beifügung ihrer leiblichen und geistigen Fähigkeiten gesichert sei, und daß die Mittel zur Produktion, Boden und Weckzeuge, in angemess.ner und billiger Weise unter sie vertheilt werden, so daß Alle, in Rücksicht auf äußerliche Ausstattung, unter gleichen Be- dingungen ihre Wirthschast beginnen. E« ist selbst möglich, sich die Sache so zu denken, daß bei dieser ursprünglichen Theilung, für die Ungerechtigteiteu der Naiur eine Ausgleichung ermittelt und da« Gleichgewicht in der Art hergestellt würde, daß man den minder krästigen Mitgliedern de« Gemeinwesen« bei der Bertheilung Vortheile einräumte, welche geeignet wären, sie mit den Uebrigen auf gleichen Fuß zu stellen. Nach einmal geschehener Theilung sollte diese aber keiner Einmischung wieder ausgesetzt sein; die einzelne» Privatpersonen wären ihren eigenen Anstrengungen»ud den ge- wöhnlichen Wechselsällen zu überlassen, um von dem ihnen Ange- wiesenen einen vortheilhaflen Gebrauch zu mache».— Wenn man im Gegentheil individuelle« Eigenthum ausschlösse, so würde der nothwendig anzunehmende Plan dahin gehen, den Boden und alle Produktionsmittel als da« gemeinsame Eigenthum de», Gemein- Wesen« zu behalten, und die erwerbthätigeu Vorrichtungen für ge- meiuschasil che Rechnung zu betreiben. Die Leitung der Arbeit de« Gemeinwesens würde einem ntvv jn ttfier. tragen sein, von denen wir annehmen mögen, daß sie durch Ab- stimmung de« Gemeinwesen« erwählt seien, und daß ihnen freiwillig von den Uebrigen gehorcht werde. Die Theilung de« Ertrage« würde auf gleiche Weise ein öffentlicher Akt sei». Da« Prinzip hierbei kann entweder da« einer vollständigen Gleichheit sein, oder da« eine« Abmessen« nach den Bedürfnissen oder de» Verdienste» der Individuen, wie solche« immer de» im Gemeinwesen vorHerr- schenden Begriffen von Gerechtigkeit oder Politik entsprechen mag. Beispiele solcher Assoziationen im kleinen Maßstabe sind die Mönchsorden, die Mährischeu Brüder, die Anhänger von Rapp und andere. Auch sind zu allen Perioden einer thätigen Speku- lation(SinnenS) über die erftcnPriuzipien derGesellschastProjckte, welche eine wü tschenSwerthe AbHülse für da« Elend und die Uugerechtig- leiten eine« Zustande« großer Ber»iögenSllngleichheit in Aussicht stellen, immer wieder zum Vorschein gekommen und populär geworden. In einem Zeitalter, wie da« unsrige, wo eine allgemeine neue Prüfung aller ersten Prinzipien al« unvermeidlich erkannt wird, und wo zum ersten Mal in der Geschichte die am meisten duldenden Classen de« Gemeinwesen« mit eine Stimme bei der Erörterung haben, konnte e« nicht ander« kommen, al« daß Joeeu solcher Art sich weit hin verbreitete». Die letzten Revolutionen in Europa haben eine Menge Spekulationen von diesem Charakter hervorgerufen, und ein ungewöhnliche» Maß von Aufmerksamkeit ist in Anspruch genommen worden von den Formen, welche solche Ideen sich angeeignet haben. Diese Aufmerksamkeit wird sich ver- muthlich nicht vermindern. Angriffe auf die bestehende Einrichtung de« Etgenthum« sind bei dem dermalige« Zustand der mensch- lichen DenkungSweise ein natürlicher Ausdruck der Unzufriedenheit aller derjenigen Classm, auf welche in einer oder anderer Weise die gegenwärtige Verfassung der bürgerliche» Gesellschaft hart drückt. Man kann zuversichtlich voraussagen, daß,«osern nicht der Fort- schritt de« menschlichen Geiste« gehemmt werden kann, derartige Spckulationen nie wieder aufhören werden, bi« die Gesetze de« Etgenthum«, von jeglicher Ungerechtigkeit, die sie enthalten, befreit sind, und bi« daSj-nige, wa« in den Meinungen der Gegner wohl begründet und in ihren Bestrebungen gerechtfertigt ist, in der Construktion der Gesellschaft Aufnahme gefunden hat. Dicj nigen, welche da« Prinzip de« individuellen Eigeuthum« ang-eisen, können in zwei Klassen getheilt werde»: in'solche, deren Proj-ct vollständige Gleichheit hiufichtlich der Bertheilung der physischen Wittel de« Leben« und Genüsse« bedingt,»nd in solche, welche Ungleichheit zugeben, die aber aus gewisse, wirkliche oder angebliche, Prinzipien der Gerechtigkeit oder der allgemeine» Nütz lichkeit sich beg linden, und nicht, wie so manche der bestehenden sozialen Ungleichheiten, lediglich vom Zufalle abhängen soll. An die Spitze der ersteren Klasse sind, al« die der Zeit nach Aeltesteu au« der gegenwärtige» Generation, Owen und seine Anhänger zu stell.». Lnui« Blanc und Cabet haben sich dann später al« Apostel ähnlicher Lehre» bekannt gemacht, wiewohl der erstcre Gleichheit der Gütervertheiluug nur al« Uebergaug zu einer noch höheren S use der absiaben Gerechtigkeit vertheidigt, wonach Alle arbeiten sollen in Gemäßheit ihrer Fähigkeit und empfangen in Gemäßheit ihrer Bedürfnisse. Der charakteristische Rame de« ökonomischen System« ist„CommuniSmuS", eine Bezeichnung, die letzthin auch in England E.ngang gefunden hat. Da« Wort„Sozialismus", welche« unter den englischen Communiste» entstanden ist, und von ihnen al» ein Name, um ihre eignen Lehren zu bezeichnen, ange nommen wurde, wird jetzt auf dem Continent in einem weiteren Sinne gebraucht; derselbe bedingt nicht notwendig Comm tniSmuS oder die gätzliche Aoschaffnng des Eigenthums, sondern wird ai- gewendet auf jede« System, welches verlangt, daß der Boden und die Werkzeuge der Pcoduktion nicht das Eigenlhum von Privat- Personen, sondern de« G-meinwesenS oder einer Assoziation, odec auch der Regierung sein sollen. Utter solchen System-n sind die beide», welche am meisten intellcc'uelle Bedeutung beanspruchen dürften, nach ihre» wirklichen oder v.rmeintlich n Urhebern„St. Simnuimu«" und„FourieriSmuS" benannt worden. Elfterer ist al« Syttem jetzt beseitigt, hat aber während der wtnigen Jahre seiner öffentlichen Verkündigung die Saat fast aller sozialistischen Tendenzen ausgestreut, welche sich seitdem in Frankreich so weit verbreitet haben; jetzt zeichnet sich der FoururiSmu« au« durch die Zahl, da« Talent und den Eiser seiner Anhänger. (Fortsetzung folgt.) Das Testameat P'ters des Grasten. Als im Jahre 1757 der bekannte Chevalier D'Eon von einer geheime» Mission am russischen Hose nach Pari« zurückkehrte, brachte er ein Dokument mit, welche« in dem Archive de« au« wältigen Ministerium« deponirt wurde. E« war da« Testament Peter« de« Großen. Im Jahre 1336 veröffentlichte Gaillardet in Part« die Memoiren de« Chevalier d'Eon mit der ausdrücklichen Bemerkung, daß dieselben dem Archive de« Ministerium« de« Auswärtige» in Frankreich entnommen, und der darin abgedruckte Wille Peter« de« Großen da« einzige vollständige Exemplar sei. Die Memoiren wurden sofort konfiSzirt, wa« bei der Schweif- wedelei de« Bürgerkönig« Loui« Philipp gegen den Czaren N kolauS sehr erklärlich ist. Indessen erschien unmittelbar darauf in B.lgieu ein Rachdruck der Memoiren, und dieser Nachdruck ist jetzt noch vorhanden. Wir wollen nicht den Nachweis führen, daß diese« Testament wirklich in dem Kopse Peter« deZ G.oßen entsprungen und von ihm entweder eigenhändig niedergeschrieben oder dik tri worden sei. Aber unzweifelhaft rührt e« von einem Leiter der russischen Politik her und e« läßt sich leicht beweisen, daß die Po- litik Rußland« thatsächlich der Richtschnur gefolgt ist und folgt, welche ihr in diesem Aktenstück vorgezeichnei worden ist. Die Einleitung deS Testaments entwickelt die Ueberzeugung Peter«, daß Rußland von der Vorsehung, welche da« römische Volk durch die Einfälle der Barbaren wiedergeboren habe, zur Ausdehnung seiner Macht über den Osten und Westen berufen sei. Dann heißt eS in wortgetreuer Utbersetzuug weiter: „1. Die Russen müssen in einem fortwährenden Kriegszustände erhalte» werden, um die kriegerischen N-iguugen de« Heere? zu bewahren. Keine Ruhe, außer um die Finanzen zu verbessern, da« Heer zu rekrutireu, und um den geeigneten Augenblick zum Angriff abzuwarten. Auf diese Weise dient der Frieden für den Krieg und der Krieg für den Frieden, im Interesse der Vergrößerung und de« erhöhten Wohlstände« von Rußland. 2. Wir müssen auf jede mögliche Weise a i« den bestunter- richteten Nationen Europa« Generäle für die Znt de« Krieges und G.lehrte für die Zeit de« Frieden« zu un« heranziehen, damit die russische Nation von den Vorzügen der anderen Lander Vor- theil ziehe, ohne eine» einzigen der ihrigen zu verlieren. 3. Bei jeder Gelegenheit müss.n wir an den Ereignissen und Strcitigkeiteu jeder Art in Europa theilnehmen, vor allen Dingen an denen Deutschland», welche«, da es un« am nächsten gelegen, von dem unmittelbarsten Interesse ist. A. mitj} tvtVsom testv Itrtrtrfe mr»£j und stete Eifersucht erhalten; die Einflußreichen müssen mit Geld gewonnen werden; der Reichstag muß beeinflußt und bestochen werden, um auf die KöaigSwahl einzuwirken; wir müssen für un« dort Anhänger gewinnen, sie beschützen, russische Truppen hin- schicken und sie dort lassen, bi« sie eine Gelegenheit gesunden haben, für immer dort zu bleiben. Sollten die benachbarten Mächte Schwierigkeiten erheben, so müssen sie einstweilen durch Theilung zufriedengestellt werden, bis wir ihnen wieder abnehmen können, wa« wir ihnen bewilligt haben. 5. Wir müssen von Schweden so viel an un« reißen, al« wir können, und e« bewerkstelligen, daß wir von jenem Staate angegriff.n werden, damit wir einen Vorwand zu seiner Unter- jochunz haben. In Rücksicht aus dieses Ziel müss m wir Schweden von Dänemark und Dänemark von Schweden trennen, und ihre Eifersucht sorgfältig aufrecht erhalten. 6. Die Frauen der russischen Prinzen sind stet» unter den deutschen Prinzessinnen zu wählen, um die Familienverbiudungen zu vervielfältigen, die Interessen zu vergemeinschaftlichen und auf diese Weise Deutschland an unsere Sache zu fesseln, indem wir dort unseren Einfluß verstärken. 7. Hauptsächlich müssen wir da« Bündniß mit England für den Handel suchen, weil diese Macht un« am meisten für seine Flotte braucht, und un« für die Entwickelung der unseligen äußerst nützlich sein kann. Wir müssen unser Bauholz und andere Pro- dukte gegen England« Gold eintauschen und zwischen ihreiz Kauf und Seeleuten und den unsere» ununterbrochene Verbindungen anknüpfen, welche die Kauf ultd Seeleute diese« Lande« für die Seefahrt und den Hmdel bilden werden. 8. Wir müssen un« ununterbrochen gegen den Norden hin, die Ostsee entlang, und gegen den Süden hin, da« schwarze Meer entlang, ausdehnen. S. Wir müssen so weit als möglich gegen Konstantinopel und (Ost-) Indien vorrücken. Wer dort regirt, wird in Wahrheit Herr der Welt sein. Deshalb müssen wir fortwährend Kriege er- regen, bald mit der Türkei, bald mit Persien; Schiff twerften am schwarzen Meere errichten, nach und nach sowohl von diesem Meere al« der Ostsee Besitz ergreifen, welche« zum Gelingen de« Projekt« doppelt nothwendig ist. Wir müssen den Fall Persien« beeilen, bi« zum persischen Meerbasen vordringen, wo möglich den alten andel der Levante über Syrien wieder herstellen, und bis nach udien vorrücken, welche« das Emporium(der Hauptstapelplatz) der Welt ist. Sind wir einmal hier, so brauchen wir da« Gold Eng- land« nicht mehr. 10. Wir müssen sorgfältig die Allianz von O.sterreich suchen und aufrecht erhalten; scheinbar seine Absichten aus die künftige Beherrschung Deutschland« unterstützen und im Geheimen die Eifersucht der Fürsten gegen Oesterreich schüren. Wir müssen jeden und alle(die Fürsten) veranlassen, Hülfe bei Rußland zu suchen, und eine Art von Protektion über da« Land ausüben, wa« unsere künftige Herrschast vorbereiten mag. 11. Wir müssen da« Hau« Oesterreich bei der Vertreibung der Türken au« Europa interessiren und seine Eisersucht nach der Eroberung von Konstantinopel unschädlich machen, indem wir ent- weder zwischen ihm und den alten Staaten von Europa einen Krieg anfachen, oder ihm einen Thul der Eroberung abtteteu, um ihm denselben später wieder zu entreißen. 12. Wir müssen alle nichtunirten oder schismatische» Griechen, welche hf Unzarn, der Türkei und dem südlichen P-len zerstreut! sind, um un« sammeln. Wtr müssen unS zu ihrem Mittelpunkte,\t ihrer Stütze machen und auf diese Weife im Borau« ein allge- meines Übergewicht, eine Art von Königthum oder priesterlicher! Oberhoheit gründen.®iefe Griechen werden ebenso viele Freunde h im H rzen jede« unserer Feinde sein. i 13. Nachdem Schweden zerstückelt, Persien überwunden, Polen l unterjocht, die Türkei erobert, unsere Heere vereinigt, da« baltische und schwarze Meer von unseren Schiffen überwacht sind, müsse» wir gesondert und im Geheimen erst dem Hofe von Bersaille«, 5 dann dem von Wien da« Anerbieten macheu, mit un« die Welt-' Herrschaft zu theilen. Wenn ein: von den beiden Machten unser st Anerbieten annimmt(wa« keinem Zweifel unterliegt,«tun wir i> ihrem Ehrgeiz und ihrer Etabildung schmeicheln), dann müssen>t wir diese benutzen, um die andere zu zerstören. Dann müssen s wir schließlich die übrigbleibende vernichten, indem wir einen v Kampf beginnen, dessen AaSgang nicht zweifelhast sein kann, weil Rußland zu der Zeit bereit« den Osten und einen großen Theil � Earopa« b sitzen wird. t 14. Wenn, wa« nicht wahrscheinlich ist, beide Mächte de« � Vorschlag Rußlands zurückweisen, so müssen wir die Eine gegen s; die Andere aufhetz u und beide bi» zur E.schöpsung sich bekriegen l' lassen. Dann wird Rußland den geeigneten Augenblick erzreifen ai und feine in Bereitschaft gehaltenen Truppen über Deutschland � ergießen, während zwei beträchtliche Flotten, die eiue vom Asow- scheu Meere, die andere vom Hafen von Archangel au«, mit asiatischen Horden bemannt, unter der Deckung der bewaffneten« Flotten de« schwarzen Meere« und der Ostsee vorrücken. Ans dem f.e Mittelmeer und dem Ocean vorgehend, werden sie auf der einen" Seite Frankreich überschwemmen, während sie ans der anderen u Deutschland angreifen; und wenn diese beiden Länder überwanden sind, so wi d der Rest von Europa leicht und ohne Verzug unter da« Joch sich beugen. w Aas diese Weise kann und muß Earopa unterworfen werde»."»k Von Preußen, dem handgerechten Werkzeug der russischen ßt Politik seit den letzten sechlzig Jahren, ist in dem Testament keine Rede. Dieser Umstand darf wohl unter den Beweisen mitgerechnet werden, daß da« Testament Peter» de« Großen nicht da« unter-»r geschobene Machweck einer späteren Zeit ist. Preußen war zur Zeit Peter« nur ein kleine« Land, und der russische Testator hatte ß- daher ksine Ve. anlassung, den Kurfürsten von Brandenburg, der ü, bei Peter« Tode erst seit 25 Jahren die KöuigSkrone trug, unter P den übrigen deutschen Fürsten besonder» auszuzeichnen. Dafür � genoß Preußen die Eyre einer besondere» Denkschrift, welche im Jahre 1857 von dem russischen Cabinet zur Instruktion für � den jetzige» Czar(„den Erbfreund") entworfen wurde. Dtes-lbe ge- langte im Jahr 1359 an die Oeffentlichkett. Die auf Preußen bezügliche � Stelle lautet:$ „So wenig wir die Existenz eine« unabhängigen Pole»« ge- � statten konnten, so wenig dürfen wir an der östlichen Grenze � Deutschland« die B.lvung einer Macht dulden, welche im Staude wä.e, unser Eindringen tn jene« Land auch nur so lange aufzu- e" halten, al« die andern Staaten Zeit brauchen, fich zu rüsten.-- Für un« wäre eine Theilung Preußen« um so nothwendiger, al« 6*' wir e« mit unseren Aosihten«uf Polen in Opposition finden möchten. Trotz de« Genie« seine« Regenten(Friedrich ll.) würden j?' wir Preußen damals zermalmt und unschäolich gemacht haben, W wenn die Kaiserin Ettsabeth nur noch 12 Monate länger gelebt hätte. Aber Peter von Holstein war blind für die Größe unserer nationalen Politik; er schloß einen FriedenSoertrag und ei» De-"! f-nficifcü-jhmjj mit vem pr»ußisch«n König«. Er hat gebüßt für � seinen Frevel an dem Genius unsere« Lande«, gleich Alexis, dem Sohn de« großen Peter.(Dieser wurde von feinem Bater hin- gerichtet, Jener auf Anstiften seiner Gemahlin Katharina ll. er- mordet). Unglücklicherweise bestand der preußische Staat während � der Regierung Katharina'« ll. fort. Aber nicht» bewie« so sehr"t die unwiderstehliche Macht un'erer Diplomaiie und Stellung, al« die Thatsache, daß Friedrich II., sonst ein so kluger Politiker, stet« wt unserer Politik dienstbar blieb, selbst wen» die Zukunft seiner S aaten da« Gegentheil gefordert haben würde. Friedrich hatte � durch die Erfahrung gelernt, wie leicht e« war, russische Heere weit � in da« Lana hineinzuwerfen. Um diesem Rachtheil abzuhelfen, ße ging er auf die Theilung Polen« ein; aber dadurch gewährte er uns eine gewisse Entschädigung für unser Mißgeschick, daß wir sein eigene« Laad nicht getheilt hatten."»5 Wte genau das„Testament Peter« de« Großen" ausgeführt|a worden ist, zeigt ein Blick auf die Geschichte de« letzten Jahrhua- dert«. Wir machen namentlich auf die Punkte 8, 9, 11 und 14 de« bt „Testament«" ausmetksam. Dte drei ersteren beleuchteten die „Orientalische Frage", und der letztere verbreitet Ltchl über � den„heiligen Krieg" von 1870/1«ad die durch denselbe» ge- v' schaff ne Situation. Frankreich und Deutschland(„Oestreich"— da da»„Testament" noch kein Preußen und überhaupt kein vou ß Oestreich getrennte« Deutschland kennt) sollen gegen einander auf- � gehetzt werden,„sich zur Erschöpfung bekriegen", damit Rußland � die Weltherrschaft au sich reißen,„Europa unterwerfen" kann.« Rußland kann sich beglückwünschen, seine Politik„hat e« herrlich" weit gebracht", man muß e« dem Fürsten Bismarck aber auch 5' lassen, feit er an der Gewalt ist, spielt er wahrhast„genial" da« r Spiel— Rußland«. i( Politische Uebersicht. 5 — Im Kriege und in Feindesland stiehlt uafer Herr- il liche« Kriegsheer nicht— da« ist un» durch die sehr geehrte* Reptilienpress- kurz nach dem„heiligen" Kriege bei Gelegenheit der Besprechung angeblicher Pendulendiebstähle ja hinlänglich be- � theuert worden. Im Frieden und im Baterlande ist der„Kern de« Volke«" natürl ch noch viel moralischer— sollt««an meinen! In dieser Anschauung wird sich Nemand— der ein echter; ReichSsreund ist— durch folgende in den liberalen Blättern, kurstrende Notiz irre machen lassen. Dem„R)einische» Kurier" � ward über einen durch die Manöver verursachten Schaden berichtet, der zwar Jedem, welcher ein Manöver mitgemacht oder einem solchen al« Zuschauer beigewohnt hat, in die Auge» fallen mußte, für den aber bi« jetzt noch keine Entschäoigung geleistet j worden ist. Der Correspondeut meint nämlich den an dem Wilde; und besonder« an den Hasen verübten„Frevel". Da« Ei»- sangen und Tödten dieser Thiere geschieht keineswegs au« Roth- wendigkeit, sondern lediglich auSUebermuth odec Gewinn- und Genußsucht. Leider muß constatirt werden, daß der Wld- j frevel feiten« der Soldaten von den Offiziere» öfter« nicht allein' geduldet, sondern sogar manchmal noch begünstigt wird. Wie verlockend ist doch die Aussicht auf eine» de« Abend« im! B.vouak am Spieße gebratenen Hasen! Lei de» jüngsten Ma-' növern kam e« sogar dahicr vor, daß ein beeidigter Jagdausseher, i welcher sich über einen unter seinen Auge» vorgekommenen Wild-. frevel bei einem Offiziere, der denselben ebenfalls mit ansah, de-' 1 Werte uud Herausgabe des geflohleren Hasen verlaugte, barsch Uewiism und mit Gewaltthätigk iten bed-oht wÄrde.— �Die Geschichte scheint allerdings etwas bedenklich— nicht wahr, ber Reichsphilister?— Wenn unser- Helvensö ,ne in F ankreich bfcindliche Hasen und dergleichen getödtet haben, so mag daS irch die Noch deS Augenblicks geboten gewesen sein--- »er im Frieden und in Deutschland--!!! — Sin MordSpatriob Die„P-alzische Zeitung« erzählt: «.Lieutenant KrewbS von der 1. Comp, des Pionier-BataiklonS Dpeher sorderte gestern NachtS um 12 Uhr in angetrunkenem «stände ein in der Herdgafle bei ihrem Liebhabo: stehendes muenzimmer aus, ihn zu begleiten. Bus ihr Hilferufen eilten chrere Heiozkehrende hinzu; Lieutenant KrembS jedoch stieß dem aen von ihnen, dem Schuhmacher Dietz, den Säbel in den Leib »d versetzte dem Mannheim:! Boten Uhlenburg einen Hieb; die erwundung deS Dietz soll lebeuSgesährlich sein. Erst nachdem »es geschehen, gelang eS, den O, fixier zu entwaffnen und seinen iäbel zu zerbrechen. Heute Mittag um 12 Ichr vor den ersten 'erhör machte nun Lieutenant KrembS in der Kaserne seinem g-nem eigenen Leben durch einen Geoehrschuß in daS Herz ein nde.— Daß der Mann in einem A ifavc von moralisch m Katzen- immer seinem hoffnungsvollen Leben ein frühzeitiges Ende machte, lar eine Uebereilung. Für eine etwaige F-stangShaft wäre er schon «rch da« darauffolgende raschere Avancement entschädigt worden. !af einen Schahmacher mehr oder weniger kommt eS ja gar nicht n— so meinen all' die Herren Ojstji.'re gewiß doch auch?— Äußerem hätte Se. Durchlaucht der Fürst Reichskanzler vielleicht noch ine Tochter an einen würdigen„Kameraden« Jung-Eulenburg« » vergeben gehabt? Schade, schade um den jangen Mannl I— Dem„Rückgaug«-Gefasel folgt jetzt Gezeter über »öS„lawinenartige« Wachsen der sozialdemokratischen Bc- »egung. Heißt es da in einem Jammerartikel, welcher die liberale treffe durchläuft: „Nicht bloS daS drückende Gefühl einer unerträglichen Roth, ondern die agitatorische Rührigkeit der sozialistischen Partei hrt inter unS diese lawinenartig anwachsende Bewegung hervorgerufen. hie Sozial- Demokratie, als gefchloffene politische und soziale kartei, ist in unserem Volke kaum zwölf Jahre alt und doch ver- ligt sie bereits über 25 Blätter mit mehr als 100,000 zahlenden tdonnenten und mit einem sich aller Schätzung entziehenden Leser- ireise, ja, sogar über neun Sitz: im deutschen Reichstage. .„DaS ist in solch kurzer Frist ein stauncnswerther Erfolg einer freilich auch fast beispiellosen Opferwillig- leit uud Rührigkeit. Während die liberalen Parteien über die diätenlostgkeit der ReichStagSmitglieder klagen, brüsten die Sozial- Demokraten sich damit, die zehnfache Anzahl ihrer Vertreter, ja, venn eS fein müffe, den gesammten Reichsiag auS freiwilligen Beiträgen unterhalten zu können. Und in der That kann es dieser Partei nicht an Mitteln für politische Zwecke fehlen, wenn sie in tinem begeisterten Wahlaufruf den Tausenden ihr folgenden Ar- Leitern zurufen darf:„Verkauf! auch das letzte Hemd, wenn eS k'lt, einen Platz im Reichstag zu erringen!« Uud da«„Leipziger Tageblatt«(auch der«Rückgang«-SauluS büttner ist zum Paulus gewoeden) winselt in Bezug auf die letzten lachsischen Landtags wählen und die dabei zu Tag getretene Stärke ter Sozialdemokratie: „In anderthalb Jahren finden abermals die Wahlen zum Reichstag statt. Die nationall berale Partei wird hierbei ihre Hiuptavstrevgungen gegen die Sogratdeluokratic richten, wie sie dies bereits bei den letzten Wahlen gethan. Leider aber ist nach ben Vorgängen bei den letzten L rndtagswahleu zu befürchten, daß �ie Ratio aalliberalen von den Foctjchrittlern im Stich gelaffen werden und daß es deshalb zu Anfang des Jahres 1877 noch Vicht gelingen wird, die sozialistische Wühlerei in Sachsen in dem Dtaß: unschädlich zu machen, wie es jider wahrhast deutsche Patriot wünschen muß.« Also zu den nächsten ReichStagSwahlen! Aber auch schon vorher werden, wir uns sprechen. Schade nur, daß unsere Gegner Vicht— ein bischen mehr Verstand und ein bischen weniger Feig- heit haben. Sie machen uns die Sache zu leicht. — Ein klägliches ArmuthSzeugniß stellte sich und seiner „Volkspartei« Herr Carl Mayer aus, der b-e der Stuttgarter Wahl- tampagne sich vor einer Wählerversammlung also vernehmen ließ: „Wir haben Euch nicht gestört, als Ihr in Eurer ersten Be- .geisterung für die neugeschaffene Einheit wäret.(Mtt andern Worten: wir haben euch im BiSmarck'schen Kriegs und Sieges- busel gelaffen und— selber hübsch mitgemacht. R. d. V.) Wir haben Euch nicht belästigt(!) mit unserer Kritik, so lange Ihr !chwärmtet für die Macht und Größe deS Baterlandes. Wir haben still(!) und gesaßt(!) die Smade abgewartet, bis es Zeit war, daß alle Die sich wieder zusammeuthun, die von jeher für deutsche Freiheit eingestanden, m't denen, die inzwischen zur Er- kenutniß gekommen, daß eS ohne die Freiheit doch nicht gehen könne. Und diese Zeit ist jetzt allerdings gekommen. Der Vor- sitzende hat die Bedeutung dieser Wahl in einem Protest gefunden, den die R-sivenz Württembergs und ihre Umgebung gegen da« jetzt in Deutschland herrschende System erheben solle. Ich will wich milder(!) ausdrücken, ich will nur sagen, daß man ein Zeichen sieben solle, weithin vernehmbar und verständlich bis nach Berlin hinein, daß hier im Süden das Volk nahgerade müde sei, in der seit der Gründung des R-ich-S hergebrachten Weise bis zur höchsten Anspannung aller Kräfte uud bis zur Erschöpfung für einen ein- ielne», berechtigten zwar, aber doch nich. ausschließlichen Zweck in Anspruch genommen zu werden, für denjenigen, welcher von an- derer Seite als der höchste des Staates bezeichnet wird.« Und was ist dieser-„höchste Zweck deS Staat««, gegen den l*»stille«,„gefaßte« Mayer ein„mild ausgedrücktes«„Zeichen« d« nach Berlm hin geben will? Dieser„berechtigte« Zweck? Der «Neg!(Bezieht sich aus deS nationalliberalea Candivaten Hol- Vers berüchtigtes Wort.) O Mayer! ! i Fünf Jahre Zuchthaus diktirte das Göttinger Schwur- siecht«nem Mann, der 1 Groschen geraubt; hätte er ein paar Millionen gestohlen, so wäre er wohl— geadelt oder gar in den Fürstenstand erhoben worden. — Zur Statistik der Roheit in BourgeoiSkreisen sieht uns schon wieder ein recht bemerk mSwerther Bericht zu. Man ichreibt uns aus Crefelv vom 21. September:„Eine neue Art, sich der Zudringlichkeit der Gläubiger zu erwehren, versuchte gestern Uv hiesiger Bauunternehmer, ein etwa« exaltirter Kopf. Zu dem- Kiben kamen zwei frühere Arbeiter, um rückständigen Lohn zu vek.amiren. Eine Verständigung war iudeß nicht zu erzielen, viel- wehr kam es zu einer heftigen Sc-ne, welche damit schloß, daß der Bauunternehmer durch Schüffe die Arbeiter zu vertreiben suchte. L Einer der Letztere stürzte, dem Anscheine nach schwer verwundet, zusammen, der Andere kam mit einer leichten Wände davon; der frevelhafte Schütze aber mußte unter dem Geleite einer großen, auf« Höhst- erbiteerten Menschenmenge in'S Gefänguiß wandern, um heute nach Düffeldorf tranSportirt zu werden.« Diesem Be- richte unseres Crefelder Korrespondenten haben wir hinznzufügen, daß, wie auS anderer ebenfall» zuverlässiger Qaelle verlautet, der Herr Bauunternehmer, sein Name ist Köazeo, ans dem Wege nach dem Arresthause mit l ächclnde» Gesichte und brennen- der Cizarre, spielend mit seinem Epazierstöckcheo daher- geschritten ist— obgleich er wußte, daß einer der verwundeten Arbeiter zu Tode beschädigt darniederlag.— Harkort, wo stecken Sie denn bei solcher Gelegenheit?? —„Lawinenartiger'„Rückgang«,«m vergangenen Donnerstag, den 23. d. M., hat in Stuttgart die Ersatzwahl für den Reichstag stattgefunden, und wieder ist eS unsere Partei, die allein sich über einen empfindlichen„Rückgang« zu beklagen hat. Es hat nämlich, soweit die Wahlresultate bis jetzt bekannt sind, der Candidat der Nationalliberal.eu, Holder, 8020 Stimmen, der Candidat der Bolkspartei, Diefenbach, 2230, nnd Hillmano, der sozialistische Candidat, 3787 Stim men erhalten. Durch die noch ausstehenden Wahlergebuiffe au verschie- denen kleinen Orten in Stuttgarts Umgebung kann das Gesammt- resaltat nicht mehr wesentlich verändert«erden, und eS steht so- mit fest, daß der nationalliberale Candidat zwar gewählt ist, seine Partei aber, die bei vorletzter Wahl mit 8543 Stimmen in die Schranken trat, mit äußerster Krastanstrengnng bestenfalls das bc- seffene Terrain behauptet hat. Die in Süddeutschland einst allmächtige Bolkspartei hat wenigstens tausend Stim- men verloren, geht als» hier wie überall ihrer Auflösung in die sozialistische Partei rasch entgegen, welch: letztere auch in Stuttgart die einzige ist, die sicki eine« WachSthumS— und zwar in Anbetracht der seit voriger Wahl verfloffenen kurzen Zeit — eine»„lawinenartigen« WachSthumS(2411 Stimmen im Januar 1374) erfreut. Juilere Partei-Augelegenheite». Den Parteigenossen zur Nachricht, daß der Schloffergeselle L. Kettel, letztere Zeit in Sangcrhausen, iü Folge gemeiner Hand- lungen auS der Partei ausgestoßen wurde, und werden alle Par- teigenoff n dringend vor ihm gewarnt. Hamburg, den 23. September 1375. Der Vorstand der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. I. A.: I. Auer. C. Derossi. Gewerksgenossenschaftliches. Verein der Sattler und BernfSgeuosseu. Kannouer. Am Montag, den 20. d. M., referirte Herr I. Weiß aus Berlin hier in einer öffentlichen Versammlung der Sattler uud BerusSgenoffen. R-f-rent wißte die gegenwärtigen Verhältnisse, sowie die Nothwendigkeit der Vereinigung aller Sattler rc. sehr überzeugend auseinanderzusetzen uud zeigte, auS welchen Umständen der Verein entstanden, uud was derselbe für Zwecke habe. Redner wies nach, daß der Verein schon sehr viele Kämpfe durchgemacht und bestanden hätte und gar nicht unbe- deuiende Eaungenschaften auszuweisen hätte, darunter z. B. die uncntg-lltich-n Ali'c,l«ii�chweisung»bureauS. Aach seien die viel- fachen Reiscunterstützungen, welche der Verein schon ausgezahlt hätte, ein Zeichen der Lebensfähigkeit des Vereins. ES sei daher auch Pflicht eineS jeden Collegen, dem Verein beizutreten und fest- zuhalten an der Organisation, dann könne noch mehr errungen werden— vereinzelt sei man nicht«, vereinigt sei mau Alles. Der Vortrag fand gut: Ausnahme unter den Collegen, wenn auch die Versammlung nur schwach besucht war. Mehrere Collegen ließe» sich in de» Verein aufnehmen. P. HeinS, Vertrauensmann, Bäckerstraße 3, 3. Etage. Krankenkasse der Gcwerksgenoflcnschaft der Manufaktur-, Fabrik- uud Handarbeiter beiderlei Geschlechts. Pfersee bei Augsburg. DaS Verkehr«- und Versammlung«- lokal befindet sich nunmehr in der„Sonne«. Die Versammlungen finden wie bisher, Samstag den 2. Ottober, und von da an alle 14 Tag: statt. Deutscher Zimmerer-Berein. ZZerki«, 23. Septbr. Wir bringen hiermit den Mitgliedern zur K-nntniß, daß sich dem Vereine bis j:tzt die Kameraden in folgenden Städte» angeschloffen haben: Altona, Berlin, Braun schweig, Braunsberg, Brüel i/W., Cöln a/R., CoeSlin, Culm o/W., Dirschau, Debel i/M., Doberan i/M., Frankfurt a/M., Fried- laud i/M., Frankfurt a/O., Güstrow i/M., Graudenz a/W., Gera i/Reußschen, Hamburg, Harburg, Hameln, Halberstadt, Hageuowi/M., Königsberg i/P., Kiel, Lübeck, Lauenburg a/E., Labiau, Marien- bürg, Magdeburg, Neumünster, Nienstädten, Neubuckow i/M., Neu- brandenburg i/M., Preetz i/Holst., Pillau, Perleberg, Rostock i/M., R-hna, Riebnitz, Rendsburg, Schwerin i/M., Schönberg i/M., Schivelbein i/p., Stettin, Stolpe i/P.» Schneidemühl, Steru- berg i/M., Tessin i/M., Thorn a/W., Uelzen, WandSbeck und Wil- helmShafen. Die Erfolge in der Agitation für den Verein sind in der kurzen Zeit s-ineS Besteh nS(vom Juni d. I.) gewiß voll- kommen befriedigende zu nennen, dennoch aber dürfen wir nicht ruhen, sondern jede« Mitglied muß unermüdlich thätig sein, um dem Vereine neue Mitglieder zuzuführen. Darin dürfen die Mit- glieder nie erlahmen, sonder» sie müssen eS sich angelegen s in lassen, nicht allein an ihren Orten zu agitiren, sie müssen diese Agitation auch auf die in nächster Nähe liegenden Ortschaften und Slädte ausdehnen, um nach und nach die Kameraden allerorts in unsere Vereinigung zu bekommen, und damit zu immer festerer und einflußreicherer Stellung zu gelangen. Denn nur unser Zu- sammenschaaren in einer festen centralisirten Organisation gibt unS die Kraft zur Abwehruug aller Angriffe aus uusere Existenz. Nur dadurch, daß wir nach und nach alle deutschen Zimwcrleute in uusere Verbindung hinein bekomme», werden wir zu der erstrebte» Stellung gelangen und als gleichberechtigter Faktor von den „Herren« Arbeitgebern angesehen und respectirt werden. Wir dürfen vor allen Dingen den Hauptzweck unserer Bewegung nie au« den Augen verlieren und dürfen daher nie müde werden im Wirken für unsere gerechte Sache: Den Preis unserer Arbeitskraft selbst zu bestimmen. Thue daher Jeder seine Schuldig- keit. In der nächsten Nr. de«„Pionier« werden die Adressen der Stellen bekannt gemacht, an welchen Reiseuuterstützung ausgezahlt wird. Durch die zuletzt stattgefundenen größeren Agitationen hat sich herauSgesiellt, daß in vielen Städten unstrc Kameraden gar kein e Kranken- und Sterbekassen haben. Seitens unserer dortigen Mitglieder ist nun der Wunsch laut geworden, der Verein möchte doch solche Kassen als Nebenzweck errichten. Dir Ausschuß de» VerpinS hat mit dem Vorstand gemeinschaftlich darüber brrathen und find Ausschuß und Vorstand dahin schlüssig geworden, solche Kranken- und StecbeunterstützunzSkassea vom 1. Ocwber d. I. ab iu Kraft treten zu lassen. Um nun zugleich den Zimmerleuten, welche augenblicklich noch der Gewerkschaft der Maurer- und Zim- merer und deren Kranken- und Sterbeunterstützungskassen ange- hören, den Eintritt in den Deutschen Zimmerer Verein zu erleich- tern, um doch endlich mal einheitlich zu unserem Besten operiren und vorwä tS kommen zu können, hat der Ausschuß unter Zustimmung de« Vorstande« dasselbe Statut, welches bisher für die Kranken- und Sterbeunterstützungskasseu der Gewerkschaft der Maurer und Zsin- merer maßgebend war, ohne irgend eine Abänderung für den deutschen Zimmerer-Verein angenommen. W.r glauben nun den Stein des Anstoßes, welcher unseren Kameraden drüben noch im- wer im Wege l'egeu sollte, hinwezgeräamt zu haben, und erwarten deshalb ihren Beitritt zum„Deutschen Z mmerer-Berein.« Di: Trennung von den Maurern innerhalb der Gewerkschaft«-, der Kranken- und Sterbeunterstützungskassen ist leicht zu bemerk- stelligen, indem die ausscheidenden Zimmerleute nur ihren Autheil pro Kopf auS der Localkasse, sowie dann später für ihre Gesummt- zahl auS den Centralkassen zu beanspruchen brauchen, welche Gelder ihnen ja dann al« Central- und Localkiffenbestäude verbleibe» müssen. Also Kameraden! wenn Last nnd Liebe zur guten Sache uid ein BiSchea Energie in Euch steckt, dann benutzt dies: Eigenschaften dazu, um euch uns anzuschließen, damit wir doch endlich einmal in einer einheitlichen Organisation in Deutschland».reinigt tämpsea können. Für den Vorstand des Deutschen Zimmerer-Verein» Otto Kapell. Alle Arbeiterblättcr werden um Abdruck gebeten. Correjpondenzen. «Leisnig.(Verspätet eingetroffm.) Nach einer ziemlich zwei- jährigen Dauer fand endlich am 25. August d. I. in Gorschmitz bei LeiSnig ein: nach Verhältniß sehr gut besuchte Volksver» sammlung statt, in welcher Herr Hadlich aus Leipzig über da« Pactei-Programm in trefflicher Weise referirte. Am Schlüsse seine« Vortrage« gedachte der Redner auch der Sedanfeier, die aller Orlen in Deutschland von der natioaalliberalen Partei in Scene gesetzt wurde; er erinnerte daran, daß in Frankreich über ein halbe« Jahrhundert die Schlacht von Jena gefeiert worden sei, der Nationalhaß und der NationaldünM sei dort geflissentlich groß ge- zogen worden, und habe zum großen Unglück oder auch Glück deS französischen VolkeS mit Sedan vorläufig sein Ende erreicht; da« deutsche Volk sei seinem Naturell nach nicht nat,oi,alwü:hig und dünkelhaft, nur die nationalliberale Partei habe ein Juteresse daran, daS Volt durch derartige F:stc von den wirklich edlen Be- stcebungen der FreiheitSparteicn aller Völker abzuziehen— au den Arbeitern sei eS, sich nicht an derartigen, mit den Haaren herbei- gezogenen Festlichkeiten zu b-thciligen, und durch den Beitritt zu den Arbeiterorganisationen zu beweisen, daß die Juteressea der Völker solidarisch sind.— Unter den vielen besonderen Eigen« thümlichkeiten, welche iu unserem so romantischen Städtchen vor- herrschend sind, sei beiläufig die eine erwähnt. Es giebt hier in Leisuig Lokale, die sehr gut zu Volksversammlungen geeignet si..v, der eine Saal ist jedoch so elegant, daß der Besitz:r fürchtet, die Wände und die Spiegel könnten durch di: Arbeiter beschädigt wer- den, obgleich die hiesigen Arbeiter einen derartig niederen BilounzS- grad noch nicht bewiesen haben. In einem anderen Lokale sind nach behördlichem Gutoünken die Zugänge so eng und unbe- quem, daß man bei Volksversammlungen Unglück befürchtet und auf Grund dieses jede Versammlung ganz einfach verbietet. Conc-rte, öffentlich: Tanzbelustigungen u. s. w. lassen natürlich kein„Unglück« befürchten. Em- so herzinnige väterliche Fürso:gc ist wahrhastig wohlthuead, und die Arbeiter müssen als sehr undankbar bezeichnet werden, welche der braven Polizei dabei andere als väterliche Be- weggründe in die Schuhe schieben. Schließlich sei noch die Sedan- feier erwähnt, welche hierorts in einer, ganz dem Zweck entsprechen- den Weise gefeiert worden ist, indem sie nämlich mit kannibalischem Skandal endete, wobei sich verschiedene Arretirungen nöthig machten. F. Müller. Ztresde», 23. Sept. Sonntag, den 19. ds., begann der Kongreß der Glaskünstler. Derselbe wurde Dienstag Mit- tag geschlossen. Anwesend waren 20 Delegirte, welche 23 Orte mit 647 Personen vertraten. Vertreten waren BernSdorf, Pirna, Steinbreit:, Döhlen, Corbetha, Radcberg, Kreuznach, Moritzvors, Dresden, Zwickau, Carwen, KaiserSwalde, BurckSdors, Kolsterwitz, Ottensen, Breitenstein, Schöneck(Lothringen). Fenn, Endrusseu, Louiseuthal, Hochwald, Eraestinenhütte, Giobsow.— Beschlossen wurde, einen GlaSkünstier-Bund z« gründen, welcher sich über ganz Deutschland ausdehnen soll. Borort wurde Dresden, Sitz der Controlkommissioa Radeberg. Der Bund verfolgt den Zweck, di- Arbeiter zu organisire», sie wiederstandSsähig zu machen; er will serncr UnterstützungSkassen aller Art einsühreu. Dem Vor- stand wurde aufgegeben, die Einführung von verschiedenartigen Kassen zu bewerkstelligen. BerbandSorgan wurde nach längerer Diskussion d.e„Union« in Hamburg. Wir begrüßen den neuen Bund al« eine Organisation, die nun mit eintritt in den Eman- zipationSkampf der Arbeiter. Arankfart«. M., 20. Sept. Am 19. September fand auf dem Frankfurter Friedhof di- Schmllcknng der Gräber der im September 1843 gefallenen Freiheitskämpfer statt. Schon lange vor 10 U,r war eine große Mass: Leute anwesend, und kamen immer neue Schaaren hinzu. Die Haltung der Menge war eine ernste, der Sache gemäße, allein der Mensch denkt uud die Polizei lenkt. Em Parteigenosse, der keine Rede halten wollte, sondern nur die Anwesenden ersuchte, das Haupt zu entblößen, um die da Nahenden zu ehren, wurde sofort von dem anwesenden Polizei- kommissar mit den Worten unterbrochen:„Sie dürfen hier keine Versammlung abhalten, sie können keine R:de halten« u. s. n�- Die Menge nahm dieses Einschreiten ruhig und würdevoll hin, und der Polizeikommissar konnte dennoch nicht verhindern, daß die Anwesenden ehrfurchtsvoll daS Haupt entblößten. Als am 2. Sept. gesevant wurde und die Kriegervereine auf den Kirchhos gingen, da wurden Reden gehalten u. s. w. Wo bleibt hier die Gleich- heit vor dem Gesetze? Die Gräber wurden mit vielen Kränz:» geschmückt und war b.sonder« ein mit rother Schleif- versehener Lorbeerkranz, woraus folgender Spruch stand, sehr schön:„Ruhet in Frieden, daS Volk vergißt seine Todten nicht, die muthig ge- fallen sind für Freiheit uud Recht! Gewidmet von den Sozialisten Frankfurt« am 19. September 1375.« Am Schlüsse besuchten wir noch da« Grab eines treuen Kämpfers aus dem Jahre 1343, der auch nach dem Austreten Lassalle's treu und fest flir das Prole- Delitzsch für unsere Stadt die soziale Frage gelöst: Virleg�heiten tariat kämpfte: das Grab von Strauß. Aus diese Weise vev lief ohne jeden weiteren Zwischenfall diese Feierlichkeit, und der Herr Polizeekommissar hat wieder einmal daS Vaterland gerettet. Viele Männer sind aber mit dem freudigen Bewußtsein nach Hause gegangen, daß eS Leute gibt, die zu jeder Zeit Die ehren werden, die für Freiheit und das Recht deS Volkes gekämpft haben. L.... r. ßrefeld, den 20. Sept. Allgemeiner Bericht. Sonntag, den 24. Aug., fand zu Ueckerndorf bei Geisenkirchen ein von den dortigenB ergarbeitern arrangirtesV er briiderungs fest statt. Da uns dort, wie noch leider an so manchen Orten, durch die Lie- benSwiirdigkeit der Wirthe und durch unerhörte Beeil fluffungen Seiten» höherer Mächte alle größeren Lokale zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten verweigert werde», so hatten die Parteigenosiea ein eigenes Zelt zu diesem Zweck erbaut. Welche Wichtigkeit dem Feste von den liberalen ReichSfteunden beigelegt wurde, beweist wohl der Umstand, daß, nachdem sie erst Alle», aber vergeblich, aufgeboten hatten, um ei» polizeiliches Verbot zu erwirken, das Feficomit6, bestehend aus neun Mann, von der Zeche Alma hinweggemaßregelt wurde. Doch damit nicht genug! Wei- tere acht Mann, denen man daS schreckliche Verbrechen, daS Fest besucht zu haben, nachweisen körnte, mußten ebenfalls sofort die Arbeit niederlegen. Doch die Arbeiter lasten sich durch derartige liberale Kundgebungen nicht abschrecke», und so wurde denn einige Tage später, am 2. September, trotzdem eS an Sedanfestlichkeiteu nicht mangelte, wiederum ein imposantes Arbeitersist abgehalten. Daß dies nicht im Sinne unserer Mordspatrioten ausfiel, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.(In Gelfenkirchen wurde von den sog. ReichStrcuen drei Tage lang SedanSfest verübt, am 2., 3. und 5. Sept., und in Tüsteldorf war die Verehrung dieses Nationalheiligen so groß, daß ein Patriot seiner ihm am 2. Sept. geborenen Tochter die Namen Sedanie Falka!(!) beilegte.) Unlerzeichneter hielt bei beiden Arbeiterfestea die Fcstnde und kann konstatiren, daß sie würdig und zu aller Zufriedenheit ver- laufen sind, so daß es für unseren alten Brutalitätsstatistiker Har- kort nichts zu notiren gab. Dienstag, den 3l. August, fand zu Tüsteldorf eine kleine aber hübsche und dem Tag angemessene Feier statt. Mittwoch, den 1. Sept., sollte in Esten eine Volks- Versammlung fiatifinden, dieselbe wurde aber inhibirt, indem die Polizei angab, die Anmeldung zu spät erhalten zu haben. Letztere war Abends vorher um 6 Uhr in den Briefkasten im Polizeige- bände gelegt worden. Sonn'ag, den 6., fand die Bergarbeiter- conferen; in Dortmund statt, über welche schon berichtet wurde. Der angestrebten Vereinigung der Bergleute ein herzliches Glück- aus! Möchten alle im Bergbau Beschäftigten zu der Einsicht ge- langen, wie unendlich wichtig und nolhwendig e« ist, der immer mehr überhandnehmenden Ausbeutung durch die gewerkschaftliche Bereinigung einen Damm entgegenzusetzen! Nachmittags sprach ich in einer Volksversammlung in Ueckerndorf über unser Programm und über die Bergarbeiterbewegung. Einzeich nungen in die Partei erfolgten. Montag, den 6., fand im Kühnl schen Saale in Dortmund eine Volksversammlung statt, in welcher ich über die Tagesordnung: Da» Leben und Wirken Ferd. Laffalle'S sprach. Die Versammlung war nicht zum Besten besucht, doch lag die Schuld wohl hauptsächlich daran, daß sie nur in der «Westsälischen freien Presse- bekannt gemacht war. Dienstag, den 7., warZiwmererversammlung in Dortmund. Mittwoch, den 3., wohnte ich der ZeitungSccmnösitzung der„Westfälischen freien Presse- bei. DaS junge Unternehmen berechtigt zu den schönsten Erwartungen. Donnerstag, den 9., sprach ich in einer Maurep- Versammlung. Samstag, den 11., fand in Osnabrück eine Volksversammlung statt mit der Tagesordnung: Christenthum und SocialiSmus. Auch diese Versammlung, obwohl nicht zu stark besucht, hatte einen befriedigenden Verlauf. Leider kann ich dasselbe von Rehme, wo ich Sonntag den 12. war, nicht be- haupten. Der JndifferentiSmuS, namentlich der Cigarrenarbciter, ist zu groß, trotzdem ihre Lage eine Ausbesserung sehr wünschen». Werth erscheinen läßt. ES waren höchstens etliche 20 Mann zur Versammlung erschienen. Desto btsser war die am Montag, den 13., abgehaltene Versammlung in Minden. DaS Lokal war überfüllt, so daß Viele noch außerhalb stehen mußten. TageSord- nung war: Die verschiedenen politischen Parteien und ihre Stel- lung zur Arbeiterfrage. Hier war eS mir auch wieder einmal vergönnt, Gegner zu hören. Zwei derselben, ein Herr Todt(der Name deS andern ist mir entfallen), erklärten, daß fie Alles uuter» schreibe« könnten, waS ich gesagt hätte, nur gefiele ihnen die Art und Weise unserer Agitation nicht. Wir müßten daS politische Moment beseitigen, um die Politik hätten wir uns nicht zu küm- mern, diese sollten wir gewichtigeren Leuten überlassen(etwa Mottle, BiSmark, Knüppel-LaSker u. s. w.?); für die Errichtung von Arbeiterparlamenteu und dafür, daß der Staat die Lösung der socialen Frage in die Hand nähme, sollten wir agitiren rc. Wie diese Ungereimtheiten zu vereinigen find, daS mögen außer diesen beiden Herren die Götter wissen. Selbstredend war eS eine Kleinigkeit, diese sich selbst widersprechenden Behauptungen auf ihr Nichts zurückzuführen. Wie will man beispielsweise den Staat vermögen, die Lösung der Arbeiterfrage in die Hand zu nehmen, so lange nicht die Masse des Volkes, d. h. die Arbeiter, den ihnen gebührenden Antheil an der Gesetzgebung sich errungen hat. Schon die Schwierigkeiten, welche uns bei Abhaltung unsrer Versammlungen zur Besprechung unserer Lage bereitet werden, be- wiesen un», wie nothwendig eS ist, daß wir un» um die Gesetz- gebung, d. h. um die Politik bekümmern. Ein anderer Redner, Zimmermann mit Namen, der mir als Redacteur der Mindeuer Zeitung vorgestellt wurde, suchte durch Auswärmung der zwischen den früheren zwei Fraktionen vorgefalleneu Gehässigkeiten die Partei verächtlich zu machen. Dem Manne wurde natürlich ganz exemplarisch der Kopf gewaschen, so daß er sich zu der Aeußerung veranlaßt sah:„ES ist mir schon oft von den Sozialisten heim- geleuchtet worden, wenn auch nicht immer in so derber und drastischer Weise. Das schreckt mich aber nicht ab!-— Jedenfalls ein sehr ehrliches Bekenntniß! Die Versammlung tagte bis 12 V> Uhr NachtS und schloß mit dem allseitigen Wunsch, iS möchten solche Versammlungen noch häufiger statthaben. Am Mittwoch, den 15., fand eine Versammlung zu Bielefeld statt; dieselbe war aber wegen der am selben Tage stattfindenden Kirmeß nur schwach besucht.(Schluß f.) Mainz, 19. Sept. Am hiesigen Orte geht es schon seit läu- gerer Zeit den Schulze-Delitzsch'schen Gründungen gewaltig schlecht. Im Frühjahr fallirte der Consumverein; der Direktor des- selben nahm sich diesen Fall so zu Herzen, daß er sich im Rhein ertränkte. Die hiesige Volksbank laborirt noch immer an den Folgen de» ihr im vorigen Jahre zugestoßenen Krachs und will gar nicht mehr recht auf die Beine kommen. Am schlimmsten ergeht eS den Mitgliedern de« Rohstoffverein», lauter kleinen Meistern, welche alle stark verschuldet sind und nun gar nicht» mehr gepumpt bekommen. Auf diese Weise hat Herr Apostel Schulze- Fatalitäten, kurz der alte Jammer an allen Ecken. I. M. Kiel. Aufforderung zum Abonnement. Da die Zei: sich naht, wo ein neue» Quartal beginnt, tritt die Pflicht an un» heran, dafür zu sorgen, daß auf unsere Partei- Organe, nämliä auf den„BolkSstaat- in Leipzig und den„Reuen Sozialdemokratin Berlin, möglichst zahlreich abonnirt werde. Immer kräftiger müssen wir eintreten für die große Sache der Herabgewürdigten, damit e» endlich gelingt, un« von dem Joch und Elend der heuri- gen Gesellschaft zu befreien. Unsere Parteipresse ist aber die ein- zige Waffe, mit der wir den Kampf siegreich durchführen können; denn sie allein kann uns Ausklärung bieten und dadurch zum Be- wußtsein unserer Klaffenlage bringen, ohne welches kein Kamps und kein Sieg möglich. Es gilt, diiSmal die Abovnentenzahl zu verdoppeln, damit wir unseren Gegnern zeige», daß die Sozial- demokratie keine„Rückschritte", sondern Fortschritte macht. Abonne- mcnt« nehmen entgegen: Herr Gastwirth Neumann, Bierträger- gang Nr. 2; Diekmann, Cigarrenladeu Gr. Kuhberg Nr. 1; Pölsen, Knoberweg Nr. 48, sowie der Bote Chr. Starck, Ring- straße 76 o. Im Austrage der Commission wird ersucht, vor dem 23. d. M. zu abonuireo, damit e» keine Störung giebt. Chr. Starck. HL. Alle Briefe in Parteiangelegenheiten sind an Chr. Starck, Ringstraße 76 o zu, adresstren. An die Parteigenossen Schlesiens. Der BereinigungS- Cvngr-ß hat lange stattgefunden und hat etwas geschaffen, waS die Arbeiter Deutschlands ancrkenn'n, denn überall dehnt sich die Bewegung aus und immer werden neue Ort- schaften für die Partei gewonnen, nur Schlesien scheint im Schlummer zu liegen, obgleich doch die traurigsten Zustände hier vorherrschend sind, und keine Provinz vorhanden ist, wo so erbärm- l-che Löhne gezahlt werden wie in Schlesien. DaS erklärt eS ftei- lich, warum die Arbeiter so weit zurück sind: sie haben keinen Gro- scheu übrig, um denselben für die Bewegung geben zu können, und unsere Gegner beuten die« aus, indem sie den Arbeitern zurufen: „Die Agitatoren leben von Euren sauer verdienten Pfenuigen.- Biele Arbeiter scheinen die« auch zu glauben, bedenken aber nicht, daß gerade Diejenigen, welche so sprechen, eS sind, die den Ertrag der Arbeit ihrer Arbeiter einheimsen, und daß jene Herren ein Interesse daran haben, die Arbeiter möglichst von der Bewegung fern zu hatten. Auch die Behörden bieten Alles auf, damit wir nicht vorwärts kommen sollen, indem die Polizei hauptsächlich daraus drängt, daß die Lccalbesitzer unS ihre Locale nicht zur Verfügung stellen, und eS können aus diesem Grunde i« verschiedenen Orten keine Vessamm- lungen abgehalten werden. Trotzdem bin ich der Ucberzeugung, daß die Bewegung nicht in« Stocken gerathen kann, wenn die Par- teigenossen allerorts fest zusammenhalten. Die beste Agitation ist, den Parteiblättern„Volksstaat- und„Neuer Sccialdemokrat- eine weite Verbreitung zu schaffen. Dies lege ich besonders den Par- teigenossen zu Breslau an's Herz, denn die Zahl der Abonnenten ist hier in letzter Zeit bedeutend gesunken. In Breslau besteht jetzt eine Filiale für beide Blätter und kann wöchentlich abonnirt werden; in allen Versammlungen werden Abonnements entgegengenommen; auch fordere ich die BreS- lauer Parteigencssen auf, sich etwas entschiedener an der Bewegung zu betheiligen; ein Jeder schließe sich dem lccalen socialdemo- kratischen Wahlverein sowie der einheitlichen socialistischen Arbeiter-Partei an, damit wir nicht rückwärt» sondern vor- wälts kommen. Bald ist die Wahl, und wir werden kampfunfähig bleiben, wenn-S so fortgeht. Also jetzt nicht länger gezögert, wir müssen doch wenigstens zeige«, daß die Bereinigung stattgefurden hat. Die Parteigenossen in der Provinz ersuche ich, mir so viel wie möglich Adressen zu kommen zu lassen, damit an jenen Orten, wo bis jetzt die Bewegung noch nicht an die Oeffentlichkeit getreten ist, die« geschehen kann, z. B. in Neumartt, Jauer, Schweidnitz, Brieg u. s. w. Diejenigen Orte, wo bereits Versammlungen statt- gefunden haben und ein Redner von Breslau gewünscht wird, mögen sich an mich wenden. Zum Schlüsse rufe ich den Parteigenossen zu: Thue ein Jeder seine Schuldigkeit, dann werden wir bald vorwärts kommen! Mit socialdemokratischem Gruß K. P. Reinder», Breslau, Stockgaffe 15. Hamburg Sonnabend den 2. Ott., in Stadlh's Etablissement, Valentivskamp 41: Concert und Ball, uuter Mitwirkuu g der Liedertafel„Laffallea-, arrangirt vom Frauen- und Mädchcudcrein. Festrede gesprochen von A. Hörig. SinirittStarten für H-:ren 30 Pf., für Damen 20 Pf., sind in alle» Versammlungen von den To mitö Mitgliedern, sowie in den bekannten Wirlhschastslokalen zu Haien. Küsseueroffnung 3 Uhr.— Anfang 9 Uhr. TS ladet freundlichst ein_ DaS Comitö.>300s- Leipzig gasse: Be sü' Donnerstag, den 30. September, Abend« halb 9 Uhr im Saale de? Herrn Jakobi,(früher ZjHh) Rosenthal- SoMisteudersaMmlung. T..O.: Da« reue Einkemmenfieuer-Gefetz.«ortrag von» Parteigenossen seid alle am Platze!— Gäste willkommen. Lieder- kücher mitbringen. Ter Agent.[TOJ Leipzig ! Äewerkschast der H°lrarbe>ter( Sonnabend, beu 2. Ottober, Windmühlen str. Nr. 7- Versammlung. T.-O.:«ertrag: Ist die Geweikschast«- Bewegung neben der politischen nothwendig? Ref.: Holtmann und Willke.— Aufnahme neuer Mitglieder. Die reflirenden Mitglieder werden wegen Abschluß der Bücher auf- gefordert, ihre Steuern zu entrichteu. i- In unserer letzten Versammlung ist ein Portemonnaie mit Inhalt zu Verlrst gekcmmcn. Ich ersuche dringend um Abgabe desselben. kur � Mer Bev. H. Echiff-l. s120,. Allgemeine M dlutsche Assoriatiln�bvchdkllcklrti zu Brrlin. (Eingetragene Genossenschaft). -? Der überzeichnete Beistand bringt hierdurch folgenden Protokoll-- auSzug de« hiesigen Jtönigl. Stadtgericht« zur öffentlichen Kenniniß.> Lopia decret-i in Sachen ti dir Allgemeinen deutschen Associationsbuchdruckerei zu Berlin. (Eingetragene Genossen schafl). 1) Eiugetragen in da» Genossenschastsregister bei Nr. 77. Eol. 4) In der Generalversammlung vom 29. August 1875 ist eine Abänderung der§s 1, 3, 5, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 16, 17, 20, 21, 22, 24, 26, 27 und 28, des Statuts beschlossen worden, Ju den Vorstand sind gewählt: 1) der Schriftsteller Wilhelm Hassclmaun zu Berlw, al« 1. Disponent 2) der Redakteur Friedr. Wilh. �ritzsche zu Berlin al» 2. Disponent! 3). der Buchhändler Heinrich Rackow zu Berlin al« Aalsirer. Zur rechtsverbindlichen Zeichnung ist die Unterschrift de« Kasfirer» und eme« Disponenten ei forderlich. Eingetragen zufolge Beifügung vcm 3. Sept. 1875 am 9. Sept. 1875. (Akten über da« Genossenschastsregister Beilageband 77 Seite 33). Famer, Sekretär. II. Nachricht erhält der Vorstand. Berlin, den 9. September 1375. Königliche« Stadtgericht. Abthe lung für Tivilsachcn. (Stempel) Der Vorstand. _ Heinrich Rackow.[280] de] 60 teu txp bei MI uni Ts m M fit g-> 7S stt » an Q Allgemeine Deutsche Associationsbuch- druckerei zu Berlin. (Eingetragene Genossenschaft). Der vou der außerordentlichen Generalversammlung am 29. August d. I. gewählte Aufstchtsralh hat sich statutengemäß am 2. September zu Hamburg wie folgt coustituitt- August Geii, Secretär. Carl Drriissi, ßellvertret. Sekretär. Jgnaz Auer, I Wilhelm Hasenclever,< Beisitzer. Georg Wilhelm Hartmaun, Alle Brüse für den AusfichlSiath sind zu senden an: August Geiß, Hamburg, Rödingsmarkt 12.[700] Iii de »c h- h° ai E d. m Warnung. Au» Süddeutschland werden wir vor einem gewissen Ludwig Eugen Emil Kuder von Stuttgart gewarnt, der sich al» sozial- demokratischer Agitator ausspielt, und unter dieser Firma allerlei Handlungen begeht, die nichts weniger als sozialdemokratisch sind. Jedenfalls müssen die Parteigencssen gegen besagten Herrn auf der Hut sein. Kuder nennt sich„Geschichtsschreiber- und war seinen eigenen Angaben zufolge: Ltuäiosus juris, Schauspieler und Re- gisseur, Sergeant im 8. Wülttemb. Jnsanterieregiment 126(machte al» solcher den„heiligen Krieg- mit). BahvhosSkassirer, provisori- scher SchiffScapitän aus dem Bodens«, Inspektor der Württem- bergischen CommissionSbank, Gründer einer Annorcemxpedition, Verfasser von Theaterstücken, Kritikerien(sie!), Saiyren u. f. w Im Verlage der GeuosseuschaftS- Buchdruckcrri Nüruierg ist er- schienen und zu haben, sowie auch durch die Buchhandlung von E. Grillenbrrger in Nürnberg zu be.iehen: „Luxus uud Corruption". Eine philosophische B.trachtuug vou G. R. Diese Broschüre, mit einem Titelbild ausgestattet, ist ihre» iuteressanten Jvhalte« wegen alleu Partei- und Gksinnungsgenosseu besten» zu empfehlen. Prei«: 15 Pf. R.-W. Wiederverkäufer erhalten entsprechenden Rabatt.(2u)[300] di m u Der Lote", w u t- tZ o ki b GiitfkafUn der Redaktion: Mehrere Klempuergehülsen: De»„Steckbrief- köunen wir»»r ausnehmen, wen» er vo» eine« Parteiagenten,»der einer G ewerkscha stsbehörd t sanktionirt wird.— P. S. 5 tu Magdeburg: Was der Bermieiher nach Ihrer Exmisfion mit seinen ehemal« von Ihnen bewohnten Räumen vornimmt oder vornehmen läßt, ist auf die Frage, «b Ihre Exntissson gerechtfertigt war oder nicht, ohne jeglichen Einfluß. der kxpidttion: Kfw. Berlin: Die Expl. kosten mit Porto 1.00. Ammon Gießen: Ihre Annonce kann nur nach Einsendung de« Be- tragt« zu M. 1.25. ausgenommen werden. Quittung der Expedition: v I Mllr hier Schr. 4.66. Parteigenossen Lücken. »alde Ann. 1.2ß. Rthng Heidelberg Ann. 1,50. Kffrt Saalfeld Schr 1,20. Hdlch hier Schr. 8,35. Lbkucht hier Ann. 2,50. Fachvereiu der «letdermacher Stehr«b. 1,81. H Brgr Salzburg Ab. 3.63. Gr« Lentkirch Schr. 4.00. Laufrmnn Chicago Schr. uud Ab. 91,86. Jrm« Philadelphia Schr. 15,00. Rsch Jnnsbmck Schr. 3,60. Tirt Connewitz Ab. 6.00. Rttmnnr München Schr. 30,00. Lbsch Jägerudors Ab. und Schr. 21,00. Rudr« Bre«lau Schr. 3.00. Brn Langensalza Schr. 17,50. Wnkkr Gößnitz Schr. 1,35. Mhrhnn Barmen Schr. 16,70. Schrdr Neuwiese Schr. und Ab. 6,04. Mllr hier Schr. 12,23. I Kndrth. B Gpula»b. 1,81. Hdlch hier Ab. 4,50. Schrb Jeua Schr. 2,00. Stubchr Aachen Schr. 1,45. Hannover Meto llarbeiter- Gewerkschaft. Montag, den 4. Ottober: Geschlossene Mitgliederversammlung. T.-O.: 1) Sozialer Wochenbericht. 2) Wahl eiue» Bevollmächtigten. 3) Abrechnung und Lirschiedene».— Alle Mitglieder müssen am Platze sein. Der Be».[70] Organ der Klempner und verw. Berufsgenossen. Monatlich 2 mal. Der AbonnementSprei« beträgt pro Quartal 40 Pf.— Alle Post« au stalten nehmen Bestellungen darauf an, wie auch die Expedition� Hamburg, gr. Drehbahn ZIu.____(2b)___ W. Metzger.[80] Die Wage, Wochenblatt für Politik nad Literatur. Herausgegeben von Dr. Guido Weiß. Prei« pro Quartal im deutschen Pvstgebiet M. 4,50.— JusertionSprei« 20 Pf. für die gespaltene Pctitzeile. (Wir empfehlen diese treffliche Zeitschrift deu Parteigeuoffen auf's Wärmste._ R. d. B.) f250]' Das Hambnrg-Altonaer Volksblatt erscheint von Sonntag, den' 3. Ottober d. I., regelmäßig Dienstag», Donnerstag» und Sonntag« Morgen». Der Abonnnementsprei» beträgt in der Expedition 2 Rm. 40 Pf.— Die Annoucen werden die fünf- gespaltene Petitzeile mit 25 Pf. berechnet. Da« Volksblatt ist von Hamburg-Altonaer Arbeitern gegründet und wird in Folge dessen auch nur die Interessen der Arbeiter, Handwerker, kleine» Bauern und niederen Beamten veitreten. Die Redaktion wird geleitet von dem ReichStagSabgeordneten Wilhelm Hasenclever und C. Hillmann, augenblicklich Redakteur der süddeutschen Volks citung. Außerdem haben namhafte Kräfte ihre geistige Unterstützung zugesagt. Die Auflage ist vorläufig aus 8000 Exemplare festgesetzt. Um nun von vornherein pünttlich expediren zu löuneu, bitten wir das Abonnement sofort gefälligst aufgeben zu wollen. Die Eommrsfio«. Die Expedition befindet sich Amelungstr. 5, wohin allee twaigen Be- merkuogen zu richten find.______[500] Keine Berantwortung nbernchmen wir für rechtzeitige Insertion von Annoncen, welche nicht für die Sonntagsnummer spätestens Freitag Vormittag, für die Mittwochsnummer spätestens Montag Bormittag, und für die Freitagsnummer spätestens Mittwoch Bormittag in unseren Händen sind. Expedition des„Bolksstaat". Verantworlltcher Retatteur: H. Riodt tu Leipzig. Redaktion Hohestr. 4, Expedition Zeitzerstr. 44, in Leipzig. Druck uud Verlag der Genoffenschastsbuchdruckeret tu Leipzig.