Nr. 116. Abonnement--KediiMngen: «lbonnements-Pret» pränumerando: vierteljährl. 320 SBt, Mona«. 1.10 Mr., wöchentlich LS Pfg. frei in« Hau«. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntag», Nummer mit iUuflrierier Sonntage- Beilage„Die Neue Welt- 10 Pfg. Post, Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post< Zeitung», Prettlifte für Ivo» unter»r. 7S7l. Unter»reu, band für»eullchland und Oesterreich. Ungar» S Marl, für da» übrig««utland S Marl pro Monat. Erscheinl»glich«uftec Moulag». Vevlinev VolksblAtk. 17. Jahrs. Die Insertion--«edllhr beträgt für die sech«gefpallene«olonel- zeile oder deren Raum«0 Pfg., für politisch» und gewerlschaftltche BereinS- und Versammlung»-Hlnzeigen LO Pfg. ..»leine»n, eigen" jede» Wort 5 Pfg. (nur da« erste Wort feti>. Inserat« für dt« nächst» Nummer müssen bi«» Uhr nachmittag» in derSrdedttion abgegeben werden. Tie Srpcdttion ist an Wachen- tagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn« und Festtag«« bi» S Uhr vormittag» geössnet. Fernsprecher:«inj I, Nr. 1608, Zelegramm- Adresse: „SorialdemoKrat Berlin" Centraiorgan der sociatdemokratischen Uariei Deutschlands. Redaktwn: SW. 19, Beuch-Stratze 2. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Sonntag, den ÄO. Mai 1900. Expedition: SW. 19, Beuch-Straße Z. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5181. � Jer Streik der St rn fit nvnli it-Il n aestcllt cn \ Wie voraus zu sehen war, haben 6000 Angestellten der©rosten Berliner Stratzenbahn nun zu dem letzten ihnen zu Gebote stehende» Mittel, dem Streik, greifen müssen. Und so haben wir das Schauspiel, dah in Berlin eines der wichtigsten BerkehrSinstitute seinen Dienst ein- stellt, um ohne Rücksicht auf das Publikum und die bescheidene» Wünsche seiner Angestellten allein vom Standpunkt kapitalistischer Profitgier sein Mahnahmen zu treffen. Wer den Lauf der Bewegung verfolgt hat, wird zugeben, bast von de» Angestellten alles versucht wurde, einen gütliche» Vergleich herbeizuführen. Bei den wichtigste» Forderungen sind schliestlich bedeutende Abstriche gemacht, um den Konflikt zu vermeiden. Die Direktion hat gegenüber all diesen Vorschlägen nur ein schroffes Ablehnen beobachtet und so, getreu ihrem bisherigen Grundsatz, allen Forderungen einer verständigen Arbeiterfürsorge fremd gegenüber� gestanden. Rekapitulieren wir kurz die Ursache des Streiks nach den ge. pflogenen Verhandlungen. Die Direktion ist bereit, den Wagenführern eine zehnstündige und den Schaffnern eine elfstündige Arbeitszeit zu bewilligen. Diese angeblichen Zuge st ändnisse bedeuten nichts weiter als die Jnnehaltung der mit der städti« schen Verwaltung abgeschlossenen Verträge; sie sind keine Zuge ständ nisse. Erst am 20. Januar d. I. stellte der Stadtverordnete Singer in � der Verkchrsdeputatio» den Antrag, die Strastenbahi» Gesellschaft aufzufordern, spätestens bis zum 1. April d. I. für die Wagenführer die zehnstündige Dienstzeit cinznführen. Dem ist die Verkehrsdeputalion beigetreten und cS ist anzunehmen, dast dieses Verlangen der Deputation auch an die Direktion der Strastenbahn gelangt ist. Bis heute ist diese Anordnung nicht durchgeführt, ja sie hat sogar nicht die geringste Beachtung gefunden. vielmehr kann konstatiert werden, dast die Beamten in den letzten Monaten noch wiederholt 14 bis 17 S t u n d e n im Dienst gewesen sind. Ist es nicht unerhört, dast eine städtische Vor waltung so mit ihrer Autorität spielen lästt? Klingt es nicht wie ein Hohn, dast jetzt die Direktion bereit ist, die zehnstündige Arbeitszeit einzuführen? Allerdings die Erklärung für diese jammervolle Haltung der Stadt ist nicht schwierig; die innige Interessengemeinschaft reicht weiter als bis zum Aktionär, fie geht bis in de» Anfsichtsrat dieser Gesellschaft, der das Monopol des Verkehrswesens und die Ausbeutung des Pnbliknms und der Angestellten im höheren Interesse des Profits über- antwortet ist. Und wie sieht eS mit der zweiten wichtigen Forderung der Gehaltserhöhung aus? Die Angestellten haben ihre Forderung von 150 M. monatlich als Höchstgrenze schliestlich auf 130 M. herab- gesetzt, dabei ein Anfangsgehalt von SO M. gefordert. Niemand kann behaupten, dast dieses Verlangen unbescheiden wäre, noch weniger kann behauptet werden, dast die Gesellschaft einen solchen Betrag nicht zahlen kann. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Strastenbahn eine Einnahme von 20 348 084,68 M. und einen Ueberschust von 0 434 809,14 M. Wenn wirklich die Mehrausgaben für alle Reformen, wie konservative Blätter ans- gerechnet haben, eine Million Mark betragen sollten, dann ist der Ueberschust noch so bedeutend, dast der Geschäftsabschlnst als ein glänzender bezeichnet werden darf und auch den Profitlüsternsten genügen sollte. Eine solche Anwandlung scheint ja auch in der letzten Generalversammlung ein Aktionär gehabt zu haben, denn er verlangte, dast die Direktion die Gehälter erhöhen möchte. Mit diesem Vorschlag erlitt er natürlich eine schwere Niederlage. Im Gegenteil entrüstet« man sich, dast die Abschreibungen so grost waren. der Gewinn hätte noch höher sein können. Wo solche Grundsätze vertreten werden, von den Aufgaben für Arbeiterwohlfahrt zu reden, dazu gehört eine ziemliche Portion Heuchelei. Höher als die Arbeiterwohlfahrt steht der Gesellschaft das Wohl- ergehen ihrer Pferde, für diese hat die Gesellschaft vor einiger Zeit in Heiuersdorf eine RekonvaleScentenanstalt eingerichtet; ihre abgerackerten Wagenführer bringen nicht selten auf dem Heu- boden oder Stall die Rächt zu, um nicht den weiten Weg nach Hause anzutreten. Wenn aber die Arbeiter in diesem anstrengenden Dienst zu Grunde gegangen sind, dann können sie sehen, wo sie weiter ihren Lebensunterhalt gewinnen, die Groste Berliner Strastenbahn hat keine Stellung für sie offen. ES genügt, dast ein Angestellter 8 Wochen krank ist. und die Kündigung stellt sich nahezu regelmähig ein. Ist er längere Zeit im Dienst gewesen, dann erhält er auch noblecweise eine kleine Entschädigung zugedacht. DaS war bisher die Pens ionSkasse der humanen Gtrahenbahn-Gesellschaft, die sich weitgehender Protektion aller Behörde» zu erfreuen hatte. Allerdings ist von den höheren Beamten jemand dienstnufähig. dann pflegt die Entschädigung höher zu sein. So erhielt ein Oberinspektor und ein Verkehrsinspektor vor einigen Jahren je 21 000 Mark Entschädigung. Das lästt sich eher hören. Aver ist es nicht sehr wohlwollend von der Direktion, dast sie probelvcise ihren Angestellten Regenmäntel verschaffen lpill, damit der Wagensührer, der seine 14 bis 17 Stunden im Regen steht, bis auf die Haut durchnästt, eine» Schutz gegen die WitterungSunbill erhält? Oder ist eS nicht sehr nobel, dast die Gesellschaft Bedürfnis- austalte» einrichten tvill und falsch durchkochte Fahrscheine dem Schaffner nicht in Anrechnung bringt? Wir sind sicher, die Scharfinacher-Presse und die Börsenclique werden in allen Tonarten dieses Lob der Gesellschaft singen. Für uns sind diese Forderungen nur ein Zeichen der frivolen Art, wie das Personal behandelt wurde; für eine Gesellschaft, die auch nur im geringsten ihre Pflicht gegen die Angestellten erfüllt, müstten solche Forderungen längst erfüllt sein, ohne dast es zum Konflikt kam. Und wo nicht öde Gewinnsucht jede bessere Regung in der Verwaltung niederdrückte, da spreizt sich Roheit und Borniertheit. Wie wäre eS sonst mögl'ch, dast ein Ober- Betriebsinspektor seineu Untergebenen hochmütig entgegenrufen kann:„Ihr Kerls seid zu dumm zum streiken! Was sagt aber die Direktion zu solcher BehandlungSiveise ihrer Angestellten, die nicht vereinzelt vorkommt? Sie weist von nichts und schliestlich stellt sich heranS, die Beschiverde gegen diesen sauberen Beamten ist allem Anschein nach unterschlagen. Aber die Direktion verlangte, die Angestellten sollen sich weiter unter daS Kommando dieses Manns stellen, für den sie nur ein Gefühl des Widerwillens und der M i st a ch t u n g übrig haben. So hat die Gesellschaft nicht nur fortgesetzt ihre Pflichten gegen die Angestellten in gröblichster Weise verletzt, sondern auch dem Publikum gegenüber alle ihre Mastnahmen vom Standpunkt des gewinnbringenden Nutzens getroffen. Welche Mühe hat es gekostet, die Sommerwagen abzuschaffen, die allsten ihre Laufbretter hatten und den Beamten fortgesetzt in Gefahr brachten, hernntergerissen zu werden. Die Sitzgelegenheit für Kutscher wurde abgelehnt, desgleichen eine Verbillignug des Abonnements. An die Einführung geheizter Wagen im Winter ist nicht zu denken und mit raffiniertem Geschick hat die Gesellschaft es durchgesetzt, dast die billige Oberleitung bei dem elektrischen Betrieb immer mehr eingeführt ivird. Ihre Genngthuung über die Verkehrs« störung im vergangenen Winter herbeizuführen, ivar so durchsichtig, dah selbst die in solchen Dingen sehr nachsichtige Polizei mit ihrem Mistfallen nicht zurückhielt. Weniger empfindlich war allerdings unsere städtische Verwaltung und tvenn die Uebelstände der Strastenbahn-Gesellschaft besprochen werden, dann darf sie als Mitschuldige nicht ungenannt bleibe». Sie hatte die Macht, der ivuchcrischc» Ausbeutung dieser Gesell- schaft entgegenzutreten, in ihren Verträgen mit der Gesellschaft anständige Arbeitsbedingungen für die Angestellten festzulegen. Aber da verklagt man den Teufel bei seiner Grostmntter. In der städtischen Verivallnng ist ein so grosteS Verständnis für die Be- dürfniffe dieses grobkapitalistischen Betriebs vorhanden, dast jeder Appell an dieser Stätte ungehört verhallt. Da führen so viele Beziehlmgen von der©rosten Berliner Strastenbahn zur Elektricitäts-Gesellschaft, zu den Aufsichtsräten der groste» Banken, von dort zu den Stadtverordneten und dem Magistrat, dast alles wie eine groste Familie erscheint, die ihr sicheres Einkommen zu hüten und zu schützen weist. Den Kampf müssen die Angestellten jetzt tapfer weiter führen, eS giebt kein andres Mittel, als hiermit die Gesellschaft zum Nach- gebe» zu zwingen. Die unerhörte Zmnutnng, ans der Organisation auszutreten, die Organisation aufzugeben, die ihnen fördernd und helfend zirr Seite stand, müssen die Angestellten entschieden zurück- weisen. DaS Recht der Vereinigung ist allen Arbeitern gesetzlich garantiert und nicht dem protzcnhafte» Hochmut einer Kapitalisten- kliqne darf eS zum Opfer gebracht werden. Die Ablehnung des Einig ungSamtS des Gewerbegerichts seitens der Direktion be weist, dast die Herren nicht den Mut haben. ihreHaudlungs weise einem unpar« teiischen Gericht zurBeurteilnng zu unterbreiten. Wer mit solche» Mitteln den Kampf führt, mag durch volltönende Phrasen, durch schroffe Drohimgcn de» Scharfmachern imponieren; die um ihre gute Sacke streitenden Angestellten werden sich in der Verfolgung ihres Ziels nicht irre mache» lassen, halten sie einig zusammen, dann können sie des Erfolg« sicher sei». Die entscheidenden Vevsannnlnngen, die in der Nacht vom Freitag zum Soimabend abgehalten wurden, waren so stark besucht, dah man wohl annehmen kann, kaum einer von allen, die im Dienste der Groste» Berliner Strastenbahn ihr kümmerliches Brod verdienten, fehlte bei dieser denkwürdigen Gelegen- heit, wo es galt, ejne» Bejchlust zu fassen, der die Antwort sei» ollte ans die fast völlig ablehnende Haltung. welche eine apitalprotzige, auf die Ausbentnng ihrer Bediensteten und des äbrenden Publikums emporgewucherie Gesellschaft den bescheidenen Forderimgen ihres Betriebspersonals gegenüber eingenommen hat. Der Feenpalast war anck diesmal wieder zum Erdrücken voll und wurde, als sich gegen 2 Uhr die letzte» vom Dienst frei- gewordenen Angestellten eingefunden hatten, polizeilich abgesperrt. Als später noch einige hundert Leute, die in dem gleichfalls ab- gesperrten Kellersche» Saal keine» Einlast mehr gefunden hatten. ich nach dem Feenpalast begaben, ninstten sie auch hier vor ge- schlossenen Thüre» auf den Schlnst der Versammllmg warten. Die Zahl derer, die im Feenpalast anwesend toaren, wurde durch die Kontrolle auf mehr als 3000 festgestellt. Unter den Journalisten— es waren nicht nur zahlreiche Berichterstatter von hiesigen, sondern auch Korrespondenten auswärtiger Zeitungen zur Stelle— herrschte gespannte Er- Wartung über den Verlauf des ungewöhnlichen Ereignisses. Lebhaft wurde die Frage diskutiert, ob die Angestellten der Strasten- bahn, die man seit Jahren als geduldige, siigsame Elemente im Dienst einer dividendenlüstcrnen Verkehrsgescllschaft kennt. eS wohl wagen würden, eben dieser Gesellschaft einen ernsten Kampf um Verbesserimg der Lohn- und Arbeitsverhältnisse anzubieten. Wird der Streik beschlossen tverden, oder wird man sich mit dem Angebot der Direktion zufrieden geben? DaS war die Frage, die an den von der Presse besetzten Tischen erörtert wurde. Gewist! Wer seine Blicke von der Galerie durch den weiten Saal schweifen lieh, der konnte ivohl im Zweifel sein, ob diese mehrtansendköpfige Menge, die so ruhig dasast. tvirklich zum Kampf bereit sei. Keine Erregung, wie sonst wohl grostcn Ereignissen vorauszugehen pflegt, machte sich hier bemerkbar. Keine lebhaften Gespräche. Kein besonders lautes Geräusch durcheinander schwirrender Stimmen. Ernst und schweigend sahen die meisten auf ihren Plätzen, wie Männer, die genau wissen was sie wollen, und die entschlossen sind, zu handeln. Gegen 12l/2 Uhr nahm die Versammlung ihren Anfang. Schaffner Ascher, Mitglied der Lohnkommission erstattete das Referat über die Verhandlnügen mit der Direktion. In streng sachlicher, im ruhigsten Ton gehaltener Rede legte er seinen aufmerksam zuhörenden Kollegen dar, was die Direktion zu bewilligen bereit ist, er hielt dem die von der DieStag-Versammlung aufgestellten Forderungen entgegen und zeigte, wie weit die Kommission im Interesse einer friedlichen Vereinbarung der Direktion entgegengekommen ist, ohne dast über die wesentlichsten Fordernnge» ein Einverständnis zwischen beiden Teilen zu stände gekommen wäre. Besonderen Nachdruck legte der Referent auf die Notwendigkeit der Bewilligung eines auskömmlichen Gehalts und die endliche Einführung der so lange verheistenen. aber durch die Schuld der Direktion immer noch nicht ins Leben getretenen Pensionskasse. Bei dieser Gelegenheit führte der Redner'cin Beispiel jener Art an, ivie sie in letzter Zeit mehrfach bekannt geworden sind, und welches gleich den übrigen die„Arbeiter- frcnndlichkcit- der Direktion in einem sehr ungünstigen Lichte er- scheine» lästt: Ei» Fahrer, der voriges Jahr im Betriebe«er- miglückt ist. wobei er eine Quetschung des Brustkastens erlitt, die ihn für den Dienst als Fahrer untauglich machte, wurde später als Weichensteller beschäftigt. Obivohl der Mann diese vcrhältniSmästig leichte Arbeit noch hätte verrichte» können, kündigte ihm die Direktion am 14. Mai dieses Jahres seine Stelle mit Rücksicht auf seine g e s ch Iv ä ch t e Gesundheit n n d w i c s i h m 600 M a r k a l S e i n m a I i g e N n t e r st ü tz u n g an. So ist also die immer noch ans der Ferne winkeiidc Pcnsionskasse wieder von einem Kostgänger befreit. Mit Eutrüstung nahm die Versamnilung die Darstellrpig dieses Falls ent- gegen. Allseitige Znstimmimg und lebhafter Beifall wurde dem Redner zu teil, als er erklärte, wenn man auch von der Entlassung oder Versetzung S t a v e n o w s Abstand nehme, auf einer Zurück- »ahme der groben Beschimpfungen in aller Form müsse man unter allen Umständen bestehen. Schliestlich ersuchte der Referent die Versammlung, nicht zu viel von den Forderimgen abzulassen. Wenn wir einig und geschloffen sind, dann must die Direktion unsre Forderungen bewilligen. Darum haltet zusammen, möge kommen was tvill. Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen des Referenten. Hieraus sprachen noch einige andre Mitglieder der Lohnkommission in gleichem Sinne. Auch sie verwiesen darauf, dast daS Znsammen- halten der Kollegen das einzige Mittel zur Einigung dcS Ge- forderten sei. Nunmehr nahm der Vcrbandsvorsitzende Schumann daS Wort. Unter lebhaftem Beifall bezeichnete er die Zugeständnisse der Direktion als so geringe, dast man sie als eine Verhöhnung der Angestellten auffassen müsse. Geradezu ungeheuerlich sei daS Ver« langen, daß die Angestellten diese geringen Zugeständnisse nur unter der Bedingung bekommen sollen, dast sie dem Verbände den Rücken kehren. Der Redner erörterte nun alle Momente, die sich sowohl für wie gegen den Streik ins Feld führen lassen. Klein beigeben, das Heist«, nicht nur jetzt, sondern für viele Jahre auf eine Verbesserung der Lage verzichten. Andrerseits sei zu bedenken, dast sich die Gesellschaft nach Möglichkeit auf den Streik vorbereitet habe, indem sie Arbeitswillige anzuwerben suchte. Aber die wenigen, noch dazu nicht genügend ausgebildeten Leute könnten der Bewegung nicht hinderlich sein. Die Werlstattarbciter. welche die Gesellschaft für. den Fahrdienst verwenden wollte, hätten sich entschieden ge- weigert, Streikbrecherdienste zu verrichten.(Beifall.) Jetzt sei ei Sache der Angestellten, zu beschliehen, ob sie in den Kampf eintreten wollen oder nicht. Ehe Sie den Streik beschliesten— sagte der Redner— prüfe» Sie sich selbst. Ueberlegen Sie, ob Sie auch bereit sind, den Kampf bis zu Ende durchzuführen. Wer da meint, es sei besser für ihn. wenn er sich nicht an dem Streik be- teiligt, der möge nicht für den Streik stimmen, sondern vor der Abslimmnng aus dem Saale gehen. Wir vom Verband haben nicht zum Streik gehetzt, sondern eher noch gehemmt, und wenn die Direktion uns zu den Ver- Handlungen zugelassen hätte, dann wäre es viel- leicht zu einer Einigung gekommen. DerVerband ha t t e i n I n t e r e s s e a n dem Streik. Bei Ihnen liegt die Eiltschcidtliig. Beschliesten Sie de» Streik, so ist es gut. Wollen Sie nicht streiken und mit den Zugcständniffen der Direktion zu- frieden sein, so ist es uns auch recht. Nun handeln Sie nach Ihrem Ermessen.(Stürmischer anhaltender Beifall.) Hierauf richtete Schaffner Ascher noch einige ernste Worte an seine Kollegen und legte ihnen die Bedeutung deS zu fassenden Beschlusses klar. Gern g e h e n w i r n i ch t i n b e» K a m p f— sagte er— wir Hütten n n s lieber mit der Direktion geeinigt. An uns liegt eS nicht, wenn es zum Streik kommt, sondern an der Hartnäckigkeit der Direktion. Wen» wir aushalten. dann ist der Sieg unser!(Stünnischer Beifall.) ES folgte unter gespannter Aufmerksamkeit die Abstimmung tiber die Zugeständnisse der Direktion. Nicht eine Hand er- hob sich für dieselben. Einstimmig wurden die dürftigen Bewilligungen abgelehnt. Dann kamen die Ver- mittlnugSvorschläge der Kommission zur Abstimmung, für die ein erheblicher Teil der Anwesenden die Hände erhob. Schließlich fanden die ursprünglichen Forderungen einstimmige Annahme. Nach etwa 10 Minuten wurde bemerkt, daß die entfernt Sitzenden die Ab- stimmung nicht recht verstanden hätten und eine Wiederholung der- selben gewünscht. Bei der nochmaligen Abstimmung beschloß die Versammlung ein st immig, an den Borschlägen, welche die Kommission der Direktion gegenüber ge- macht hat, fe st zuhalten. Als hierauf auch die sofortige Arbeitsniederlegung beschlossen war. durchbraust« ein nicht endcnwollender Beifallssturm das weite HanS, Um 3 Uhr war die Entscheidung gefallen, aber niemand rührte sich vom Platz. Die Versammlung blieb noch beisammen, ver- schiedene Redner hielten Ansprachen, machten den Streikenden den Ernst der Situation klar und wiesen darauf hin, daß Ruhe, Besonnenheit und einmütiges Znsammenhalten die Vorbedingungen des Sieges seien. Um � 25 Uhr fand die denkwürdige Bersamm» lnng mit einem brausenden Hoch auf den Sieg der Streikenden ihren Abschluß. » Die Versammlung bei Keller, Koppenstraße, wurde polizeilich abgesperrt, so daß'mehrere hundert Schaffner und Wagenführer, die späten Dienst hatten, keinen Einlaß finden konnten. Der große Saal und die Gallerte war von über 2000 Personen besetzt. Der Bericht, den die Lohnkommission, welche mit der Direktion über die Forderungen verhandelte, gegeben hat, wurde von den Versammelten mit erwartungsvoller Auf- merksamkeit entgegengenommen. Allgemeine Enttäuschung und Entrüstung über das Verhallen der Direttion machte sich bemerkbar, als bekannt wurde, daß die Direktion die minimalen Forderungen in der Hauptsache ablehnte und trotz der Nachgiebigkeit seitens der Kom- Mission ein so geringes oder eigentlich gar kein Entgegenkommen gezeigt hat. In der Tisknssioii wurden von mehreren Schaffnern und Wageufiihrern die Zustände bei der Strahenbahn-Gesellschaft beleuchtet, unter denen die Angestellten zu leiden haben, und das Verhalten der Gesellschaft einer lebhafte» Kritik unterzogen. Sämtliche Redner hielten die von der Direktion gemachten Zugeständnisse siir zu gering und für unannehmbar. Außer den zu geringen Zugeständnisseu hat besonders das Bestreben der Direttion, den Angestellten das Koalitions- recht zu raube», indem sie de» Austritt ans der Organisation erzwingen will, das Mißfallen der Versammelte» hervorgernsen. Recht treffend wurde darauf bingeiviesen, daß es der Straßenbahn-Gesellschaft gewiß lieb wäre, mit unorganisiertem Personal zu thnn zu haben, daß sich wie bisher willkürlich ausbeute» läßt und keine Forderunge» zu stellen wagt. Daß die Straßenbahn-Angestellien nicht gewillt find, der Organisatlon untreu zu werden und sich wieder auf Gnade und Un- gnade zu ergeben, wurde von allen Rednern, begleitet von stürmische» Znstimmnngskundgebungen der Versammelten, ausdrücklich betont. Unter gleich lebhafter Zustimmung plädierten die Redner dafür, daß der Dienst nicht eher wieder aufgenommen werde, bis die auf- gestellten Forderungen anerkannt ivorden find. Um 3 Uhr erfolgte die Abstimimmg, nachdem die Leiter der Organisation, die sich i» der Frage der Arbeitseinstellung neutral verhielten, auf alle in Be- tracht kommenden Umstände hingelvicsen hatten. Einstimmig wurde es abgelehnt, unter den von der Direktion ugestaudeueu Bedingungen den Dienst wieder aufzunehmen und erner mit allen gegen 2 Stimmen beschlossen, so lange in dem Ausstand zu verharre», bis wenigstens die von der ftonnuissio» abgeänderte» Forderungen anerkannt würden. Die beiden Gegner dieses Beschlusses wünschten, daß die ursprünglichen höhere» Forderungen zur Durchführung gebracht werden, nachdem die Direktion den Kampf durch ihr ablehnendes Verhalten heraufbeschworen hat. Nach der Beschlußfassung wurde die Diskussion fortgesetzt, an der sich nun auch der Stadtverordnete A. H o f f m a n u wiederholt beteiligte, und dessen Ausführungen lebhaften Beifall fanden. Erst nach 5 Uhr früh erfolgte der Schluß der imposanten und vom beste» Geist beseelten Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die Bewegung. Von der Versammlung ging's nach dem GeivcrkschaftS- Hans, während sich die Vertrauensleute auf die ihnen angewicsene» Posten begaben. Die Streikenden hielten am Somtabend, mittags um 1 Uhr, wieder zwei Ver- sammlungen ab, in denen sie vollzählig versammelt waren. Wiederum war der Saal des Feenpalasles wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrt. Es wurde mitgeteilt, daß die Direttion Nach- richt erhalten hat, wo die Lohnkonnuissio», falls mit ihr verhandelt werden soll, zu finden ist. Da»» wurde ei» Plakat verlesen, welches die Direktion am Sonnabendvormittag durch Säulenanschlng verbreitet hat. Es lautet: „Obschon ivur den Wünschen unsrcr Angestellten hinsichtlich anderweiter Regelung ihrer wirtschaftliche» und dienstlichen Ver- hältniste in weitestem Umfange entgegengekommen find, hat sich doch ein großer Teil von ihnen, um nnberecbtigte Forderungen zu erzwingen, zum Vertragsbruch und pflichtwidrigen Fernbleibe» vom Dienst verleiten lassen. I» der Annahme, daß nicht alle sich der Folgert ihres unüberlegten VorgedeuS in vollem Umfange bewußt gewesen find, fordern ivir diejenigen, die heule zum Dienst nicht erschienen sind, hierdurch auf, unverzüglich zu ihrer Pflicht zurückzukehren. Wer bis Montag, den 21. d. M., mittags 12 Uhr, dieser Auf« fordernng nicht nockkommt, bat sid| wegen Vertragsbruchs als entlasten zu betrachten und auf die Wrederaufnahme in den Dienst unsrer Verwaltung nicht zu rechnen." Die VerfammlnugSredner sprachen sich dabin ans, daß diese Bekanntmachung die Streikenden natürlich nicht wankend machen könne. Mau werde mit Ruhe dem Zeitpunkt entgegensehen, wo die Direktion nicht anders könne, als sich mit den Angestellten einiget!. Die Kommission habe das Gewerbegericht aiigcrufcu. Möglich, daß das- selbe sich ,chou am Montag mit dem Streik befasse. sDie Direktion hat das Einiglingsamt abgelehnt. Die Red.) Wie verlautet, solle auch die Polizeibehörde der Direktion vorgestellt haben, daß der Betrieb i» der Unvollkoinmcnheit, wie es heute geschehe». nicht weitergeführt werden dürfe. Die Versammlung erklärte durch An- nähme einer Resolution, daß sie nickt willens sei, die Arbeit aufzu- nehmen, wenn nickt die Direktion annehmbare Zugeständnisse mach«, Am Montagvormittag 10 Uhr finden wieder zwei Ver- sammlungen statt. Am Sonntag machen die Streitenden eine ge- meinsame Landpartie nach Schlachteusee, um den freien Sonntag. den sie sich selber geschaffen haben, in frischer Luft und WaldeSgrü» miteinander zu genießen. » Die Versammlung bei Keller, Koppen st raße, war wieder sehr stark besucht und Saal und Galerie bis auf den letzten Platz desetzt. Die einzelne» Berichte. die aegeben wurden, lautete» durchwegs günstig für die Ausständigen. Von fast allen Depots' konnte mitgeteilt werde», daß der gestrige Le« fchluß allgemein hochgehalten und gar keine oder nur ganz vereinzelte Schaffner' und Wagenführer de» Dienst aufgenommen haben. Die Frühwage» komitcn infolgedeffen nicht ausfahren. Erst im Lauf des Bormittags, als man alles zusammengesucht, was der Straßenbahn-Gesellschast»och zur Verfügung stand, lonrdc anf verschiedenen Linien der Betrieb, natürlich in außerordentlich beschränktem Maße, anfgenommen. An der Debatte beteiligten sich außer den Straßenbahn-Ange- stellten unter andren die Stadtverordnete» A. Hoffmann-Berlin und Retzerau-Rixdorf. sowie der Gemeindevertreter O. Grauer« Lichtenberg, die das Verhalten der Straßenbahn- Gefell- fchaft einer treffenden Kritik nmerzogen und mitteilten, daß m den nächsten Tagen bereits die Stadtverordnelen und Gemeindcvertreter in Berlin imd den umliegenden Orten zusammentreten und die Gesellschaft an ihre vertraglichen ver« pflichtungen erinnern werden. Die ganze Debatte und der Verlauf der Versammlung ergab ein schönes Bild der Einigkeit und Be« geistenmg. Der Antrag, heute Sonntag, einen gemeinsamen AnS- fing nach der Pferdebucht zu machen, wurde einstimmig beschlossen. Mit einem begeisternden Hoch erlangte die Versammlung ihren Abschluß. Die Direktion lehnt das Einigungsamt ab. Die Direktion der Großen Berliner hat eS abgelehnt, mit den Streikenden vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbe- gerichis zu verhandeln. Zur Begründung ihres Verhaltens führt sie unter anoenn au«: Abgesehen davon, daß der Betrieb der Straßen» bahnen dem Kleinbahu-Gesetz unterfalle und auf sie das Gewerbe- gerichtS-Gesetz keine Anwendung finde, liege für eine Verhandlung vor dem Einigungsamt auch kein fachliches Bedürfnis vor. Den Ausständigen stehe nur ein Arbeitgeber gegenüber. mit dem direkt zu verhandeln keine Schwierigkeit habe.— Den Wünschen der Angestellten sei man in weiterem Umfange entgegen gekommen. Trotzdem habe sich ein größerer Teil, um un- gerechte Forderungen durchzusetzen, zu pflichtwidrigem Fernbleiben vom Betriebe und zu Konlraklbruch verleiten lassen. In einem entsprechenden Anschlage an Säulen sc. würden die Streikenden aufgefordert werden, unverzüglich zur Arbeit zurück- zukehren. Wer dies bis Moniagmiitog 12 Uhr nicht thue, sei als entlassen zu betrachten und haben auf Wiederaufnahme in den Dienst nicht zu rechnen. Die besonneren Elemente würden wohl der Aufforderung folgen. Wie sich die Sitriation heute gestaltet, wird die Direktion wohl ihre sicheren Erwartnnaen aufgeben müssen und selbst etwas Be- stnnung annehmen müssen. Sollte bis Montag keine Einigung zwischen der Lohnkommission und der Direttion zu stände kommen, so beadsichiigt die Streikleitung. eine Deputation an die Vertreter der städtischen Behörden zu eniseitden, damit durch deren Vermittelung eine Einigung an- gebahnt werde. Nach Schluß der Nachtversammlungen. Wer am Sonnadend beim Morgengrauen zufällig in die Burg- und die Heiligegeiststraße von der Königstraße bis zur Neuen Fnedrichstrnße durchschritt, der konnte glauben, eS werde mindestens der Besuch einer fremden Fürstlichkeit erwartet, so znhlreich war das Aufgebot von Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde, die die Stratzenkreuziingen und Brücken besetzt hielten. Um>/iö Uhr aber wurde mau gewahr, daß die weitgehenden Absperrungen keinem Fürsten« besuch, keinem Hoffest, sondernden streikenden Straßenbahnern galten. Als die Persammlung im Feenpalast zu Ende war. wälzte sich die unabsehbare, in grüngraue Uniformen gekleidete Menge in ungeordnetem, fast endlosen Zuge durch die Burgstraße, dem einzigen durch die polizeilichen Absperrungen freigelassenen Weg, und iinu marschierte man weiter zum Gewerkschaftshans. Die wenigen Leute, welche sich außer den Streikenden schon auf der Straße befanden: Zeitungsfrauen, FnihstückSauSträger und Arbeiter, die in die Werkstatt eilten, sahen dem ungewohnten Aufzuge mit verständnisvoll«», Lächeln nach.„Na, heute geht in Berlin keine Straßenbahn." So hörte man die Vor- übergehenden sagen. Dann wurde wohl auch eine mißbilligende Bc- merknng über die Bockbeinigkei: der„Großen Berliner" oder ein wohl- gemeinter Wunsch für das Gelingen des Streits laut. In größter Rnhe und ohne jede Störung bewegte sich der Zug durch die noch wenig belebten Siraßen. Ganz besonders waren eS die vorbeifahrenden Droschkenkutscher, die ihre Befriedigung über den Streik äußerten. Die Polizcimannschaften fanden keinen Anlaß zu irgend welcher Aktion, denn die Streikenden hielten selber auf Ordnung i» ihren Reihen. Im Gewerkschafishanse waren inzwischen auch die Besucher der in Kellers Saak abgehaktenen Versammlung angelangt, und als nun die Kollegen vom Feenpalast eintrafen, da gab es freudige BegrnßnngSscenen. Händedrücke wurden gewechselt und alle waren von dem einen Gedanken beseelt: Wir sind einig, darum ist uns der Sieg gewiß. Das HanS der Berliner Arbeiterschaft war voll besetzt. Das Reftaurant, der geräumige Hof, sämtliche Säle einschließlich der Nebenränme, alles war überfüllt. Wirt und Kellner halten alle Hände voll zu ihn», um die nach Tnuscnde» zählende Schaar der Gäste zu bedienen. Auch sämmtliche Schauklvkale in der Umgegend waren von de» Straßenbahnern besetzt, und nicht lange wäbrte es, so hatten die in der Nähe des GewerkschastshanseS ansässigen Schlächter und Bäcker ihre Vorräihe losgeschlagen. Hatten doch die meisten der Ankömmlinge nicht mir eine durckiwachte Nacht, sondern auch eine» Tag' schweren Dienstes hinter sich, und der Magen verlangte daher sein Recht. Während am Engelufer die zahllose Menge der Verkehrsaiigcstellteii sich drängte, herrschte aus den Ttrastcnbahnhöfen, Ivo um diese Zeit die ersten Wagen hätten auslanfen müssen, eine trostlose Oeds Am Freitag hatte die Direktion a»f sämtlichen Bahn- Höfe» Plakate anschlagen lassen, worin de» Angestellten die belei- digendcir Zugeständnisse, welche die Direktion der Kominission gegenüber gemacht hat, mitgeteilt wurden. Weiter war auf den Plakaten zu lesen: „Wenn zur Zeit die Drenstelnteilung nicht stet? nach diesseitigen Btstimmungen durchgeführt werden konnte, und dadurch in einzelnen Fällen Ueberlnstnngen des Personals einaeiretei, sind, so ist dieser unvollkommene Zlistand hoiiptiöchlich auf die mit der Umwandlung in den elektrischen Betried hervortretenden Schwierig- keile» zurückzuführen. ES ist zu erhoffen, daß diese Uebelstände in Kürze vollständig beseitigt werden. Wir bedanern lebhaft, daß durch die Einmischung fremder Personen Forderungen gestellt sind, deren Er- füllnng beim befielt Willen zn den Unmöglichleiten ge- hört, und warnen misre Angestellten, sckon in Rücksichi auf die bestehenden und demnächst noch einznfübrenden Wohlfabrts-Einrichtungen ausdrücklich vor leichiferiiger ArbeitSeinsteNlnig, deren ungünstige Folgen auf sie zurückfallen würden. Wir vertrauen vielmehr mit Sicherheit darauf, daß sich unser Personal in wohlverstandenem eigenen Interesse von Kontrakt« brück fernhalten wird." Man steht, an Versuchen, die Angestellten wankelmütig zu macken. hat eS die Direttion nicht fehlen lasten. Aber umsonst war der Liebe Müh'. In langen Reihen standen am Sonnabendmorgen die Wagen in den Schuppen. Hosbeamie und Controleure waren zur Stelle. aber Fübrer und Schaffner ließen sich~ von ganz vereinzelte» Ausnahmen abgesehen— nicht blicken. Alle Wagen standen still. Da griff nia» denn zur Verwendung der wenigen notdürftig ange- lernten Leute, die die Direttion als S t.r e i k b r e ch e r angeworben hatte. Mit Hilfe dieser Elemente, sowie der Controleure, Stallleute, und derer, die sonst ettva»och aufzutreiben waren, brachte man denn anck einige Wage» vom Hof. Oder man versuchte eS wenigsten«. Ein Versuch, der aber meistens nicht gelang. Am Bahnhof in der Frantfiirterstrahe kamen wir gerade dazu, als man fo einen vergeblichen Versuch imiernahm. Zwei junge, recht unbeholfen anftretend« Jünglinge bemühten sich unter Assistenz zweier Controleure. einen großen Accnmlilatorwagen flott zu machen, der schon wenige Schritte von der Ausfahrt steckengeblieben war. Da» Publilum, welches sich zahlreich angesammelt hatte, verfolgte die fnichilosen Bemühungen der Arbeitswilligen mit lautem Gelächter, und nach längerem Hin- imd Herzerren de« elektrischen Ungetüms streikte dieses selber und die vier Leute waren froh, als sie den Wagen nach vieler AnstrenglMg in den sicheren Hafen des Bahnhofs zurüadugftert hatten, zur großen Belnftigling des Strahenplivlilum». Das Straßeubild trägt, für jedermann fichtbar, den Stempel des Streik», Am Alexanderplatz, wo sonst ein endlose« Gewirr von Straßen- bahnwagen herrscht, saheS ganz leer au«. Nach längerem Warten nahte endlich ein Motorwagen mit einem Lnhängewagen. Nicht ohne Besorgnis bestiegen wir dieses langsam dahin schleichende Gefährt, um uns durch eigeire Erfahrung zu überzeugen, wie es sich in einem vou Streikbrechern bedienten Wagen fährt. Die Fahrt ging von statten, aber fragt mich mir nicht wie. Zunächst machte schon die Erlangung eines Fahrscheins einige Mühe. AIS Schaffner fungierte ein älterer Controleur, der beide Wagen zu bedienen hatte und deshalb in Erfüllung seiner Streikbrecherthätigkeit von einem Wagen zum andern springen mußte. Nachdem der Mann unser» Nickel eiiigegengenommen, studierte er erst längere Zeit den Fahrschein, ehe eS ihm endlich gelang, die bezahlte Strecke aufzufinden und einzureißen. An einer Lochzange fehlte es. Ruckweise bewegte sich das Getährt vorwärts, aber an zederKurve kam eS zu einer Stockung, die erst nach den vereinten Bemühungen des Fahrers und de? als Schaffner anshelfendcn Controleurs mehr oder minder glücklich beseitigt werden konnie. Besondere Schwierigkeit machte dem Fahrer die Stellung der Weichen. Jedesmal, wenn eine solche zu passieren war. stieg der junge Mann vom Wagen und überzeugte sich, das Gesicht fast brS' zur Erde beugend, ob ihm das Kunststück auch gelungen sei. Als wir vom Spittelmarkt in die Leipzigerstraße einbiegen sollten, entgleiste sogar der Anhängewagen, und die Insassen sprangen, ein Unglück fürchtend, erschreckt hinaus. Zu einem Unglücksfall kam es nun ersrenlicherweise nicht. Im Schweiße seines An« gesichts brachte es der Schaffner unter dem Hallo des Publikums schließlich fertig, den Wagen, welcher hartnäckig seinen eignen Weg verfolgen wollte, wieder in das rechte Geleise zu bringen, und die Fahrt' ging weiter. In der Leipzigerstraße passierte eS dreimal, daß sich der Anhängewagen vom Vorderwagen löste. Natürlich machte die Zusammenkoppelung beider Wagen den Führern erhebliche Schwierigkeiten. Fahrgäste und Slraßenpublikum machten begreif- literweise ihre Glossen über diese Art des Betriebs. Wir hielten es denn doch für geraten, diese gefährliche Fahrt unter Führung von Arbeitswilligen nicht weiter fortzusetzen und vertrauten unS der größeren Sicherheit wegen einem Omnibus an. In den verkehrsreichsten Straßen der Stadt, wie der Königs-. Spandarier-, Leipzigerstraße«c.. wo sonst die Straßenbahnwagen in fast ununterbrochener Reihe dahin rollten, ist ein elektrischer oder ein Pferdebahmvagen eine äußerst seltene Er- scheinnng. Man könnte sich zurückversetzt glauben in die Zeiten unsrer Väter, wo die Droschke und der Omnibus noch ohne Konkurrenz den öffentlichen Verkehr beherrschten. So weit das Auge reicht— und das ist beispielsweise die ganze Sirecke vom Spittelmarkt bis zum Leipziger Platz— ist aus längere Zeit auch nicht ein einziger Straßenbahnwagen zu sehen. Nur in äußerst langen und recht un- regelmäßigen Zeitabschnitten kommt hin und wieder, von ungeübter Hand geführt, ein Wagen zögernd und stockend dahergerutscht. Der Straßenbahnbetrieb ruht fast vollständig. Am Spittelmarkt sahen wir gegen 10 Uhr vormittags einen Lastwagen mit gebrochener Axe auf dem Geleise der Siraßenbahn liegen. Während unter normalen Verhäliniffen ein solches Verkehrshindernis die Folge gehobt hätte, daß sich innerhalb fünf Minuten eine vom Spittelmarkt bis zum Molkenmarkt reichende Reihe von Straßen- bahnwagen gebildet hätte, wurde in diesem Fall nur ein solcher an der Weiterfahrt gehindert, und der Führer war augenscheinlich froh, daß er von seiner ungewohnten Thätigkeit ein wenig ausruhen konnte.' Obgleich eine volle halbe Stunde verging, eh« da? Geleise durch die Feuerwehr wieder frei gemacht wurde, sammelten sich keine weiteren Straßenbahnwagen an dieser Stelle, über die nemi verschiedene Linien führen. Und das war am Spittelmarkt. vormittags um 10 Uhr. Wie mag e« da erst in weniger verkehrsreichen Stadtgegenben mit dem Betriebe ausgesehen haben. Zusammenstöße sind die selbstverständliche Folge davon, daß die Direktion sich nicht scheut, gänzlich ungenügend angelerntes Fahrpersonal im Betriebe zu verwenden. Am Sonnabendvormitiag wurde ein Zusammenstoß am Kottbuser Thor, ein andrer aus Brunnen st raße gemeldet. imd ein arbeitswilliger Fahrer vom Bahnhofin der Nürnberger straße brachte lurze Zeit»ach der Ausfahrt den arg zu schänden gefahrenen Wagen wieder nach dem Depot zurück. TaS Publikum ergreift en t f ch i e d en P ar t e i für die Streikenden. An lebhaften Berkehrspunkten. wie Spittelmarkt und Alexanderplatz konnte man während des ganzen TageS ungewöhnliche Ansamnr- hingen von Menschen sehen. Nickt etwa, daß sie auf einen Straßen« bahnwagen warten. Wer jetzt schnell vorU'ärtS kommen will, eine Troschte aber nickt zahlen kann, der mutz schon zu Fuß gehen. Nein, das darrende Publikum will den seltenen Airblick eine« wirklichen Straßenbahnwagens genießen. Bei solcher Gelegenheit kann man dann oft recht derbe Ausdrücke des Unwillens gegen die Direttion und wenig schmeichelhafteBez-eichnuiigeninbezug auf die Streikbrecher hören. Besonders ist es die halb erwachsene Jugend, die dem noitirlichen Widerwillen gegen die Elemente, welche ihren Kollegen in den Rücken fallen, in etwas lauter und nicht miß- zuverftehender Weise lundgiebt. Weniger auffallend, aber nicht minder deutlich drücken die Arbeiter, und wa» besonder« hervor- geHobe» werden muß, die Arbeiterinnen, an denen ein Wagen vorbei fährt, ihren Unmut gegen die Streikbrecher aus. Aber auch weite Kreise des Bürgertums, man kann wohl sagen, jeder, der nickt zu den„durch Akiien-Besitz und-Bildung' bevorzugten Kreisen gehört, stimmt mit den Arbeitern in der Sympathie für die Straßen- bahn-Aiigestellten ei». Wohin man kommt: Auf der Straße, in der Kneipe, im Geschäftslokal— überall bildet der Streik fast das einzige Gesprächsthema, und überall hört man nur eine unbedingte Verurteilung der protzenhaften Straßenbahn« Gesellschaft und Glückwünsche für die Streikenden. Es dürfte wohl kein Streik dagewesen feiu, der sich so weitgehender Sym- pathie in allen Kreise» de» Volkes erfreut. Von Mittag an rnbte der StraßenbaHnverkcHr fast gänzlich, Auch die Elemente, die sich bis dahin zu Arbeitswilligen- d i e n st e hergegeben hatten, niockten, entweder der Not oder der besseren Einficht gehorchend, eingesehen haben, daß sie vor der Oesfenilichkeit nicht gut be st ehe ir konnten. Inzwischen hatte die Direttion der Straßenbahn an den Anschlag- säulen eine Bekanntmachung anschlagen lasten, die allerdings nur von wenigen gelesen werden konnte, da das Publikum sie sofort abriß. Sie lautete: Große Berliner Straßenbahn. Westliche Berliner Vorortbahn. Südliche Berliner Vorortbahn. Obschon wir den Wünschen nnsrer Angestellten hinsichtlich anderweiter Regelung ihrer wirtschaftlichen und dienstlichen Berhältnisse im weitesten Umfang entgegen- gekommen sind, bat sich doch ein großer Teil von ihnen, um im- berechtigte Forderungen zu erzwingen, zum Vertragsbruch und pflichtwidrigen Fernbleibe» bom Dienste verleiten lassen. In der Annahme, daß nickt alle sich der Folge» ihres unüberlegten Vor- gchens im vollen Umfang bewußt gewesen sind, fordern wir die« zeitigen, die heute zum Dienst nickt erschienen sind, hierdurch anf, unverzüglich zu ihrer Pflicht zurückzukehren. Wer bis zum Mon- tag, 21." d. M,. mittags 12 Uhr, dieser Aufforderung nicht nach- kommt, hat sich wegen Vertragsbruch» als entlassen z u betrachten tind auf Wiederaufnahme in den Dienst»mfrcr Verwaltung nicht zu rechnen. Berlin, den IS. Mai 1900. Die Direktion. Diese neue Aenßernng des ProtzentnmS rief tinter dem Pnblikum. soweit es Kenntnis von ihr erhielt, Abscheu und Entrüstung, bei den Angestellten ein gelindes Lächeln hervor. „Wir bleiben einig, und die Direktion wird schon mürbe werden." hieß es allgemein. Um die Mittagszeit mehrten sich die zum Teil gewiß b e- dauerlichen Vorgänge, die allerdings die Wirlnng hatten, daß der Betrieb, von ganz niibedentendcn Ansnahmen abgesehen, für den weiteren Verlauf des TageS völlig ins Stocken geriet. Infolge verschiedener Zlisammensioße von Stroßenbahnlvagen und namentlich infolge eines Ereignisses, das allem Anschein nach auf Vernichtung eines Menschenlebens hinauslänft, hatte sich die Stimmung des Publikums immer mehr gegen die Direktion gekehrt. Gegen Vel Uhr wurde nämlich von dem unkundigen Führer des StratzcubahuwagenS 1962 am Molkeumarkt ein älterer Mann überfahren. Nach den Augenzeugen liegt die Schuld bei dem„Arbeitswilligen�, der statt zu bremsen, ruhig weiter fuhr, als er das Unglück vor Augen sah. Im hoffnnngslosen Zustande wurde der Ueberfahrene nach einer Unfallstation gebracht. Der Vorgang erbitterte das Publikum aufs äußerste, so daß cS der ganzen Anstrengung einiger Besonnenen bedurfte, um den Umstehenden klar zu machen, daß der eigentlich Schuldige weniger in der Person des Wagenführers als in der Direktion zu suchen sei, die in ihrer Gewissen- losigkeit einem Unkundigen das verantwortungsvolle Amt.über- tragen hatte. Aus der Endhaltestelle der nach FricdrichZberg kursierenden Wagen am Spittelmarkt hatte sich bereits am Vormittag eine größere Menschenmenge angesammelt, welche jede der ankommenden und absahrcnden Tramways mit Zeichen des Univillens be- grüßte und den amtierenden Schaffnern und Wagenführern Vor- Haltungen machte. Später aber begnügte man sich nicht mehr mit dieser Demonstration, man hielt die über den Spittelmarkt fahrenden Pferdebahnwagcn an und spannte die Pferde aus. Tie Polizei that ihr möglichstes, doch waren die Schntzlente ziemlich machtlos. Gegen 1 Uhr mittags fand durch das genannte Aufhalten der Flihrlverke in der Leipzigerstraße eine größere Verkehrs- st ö r u n g statt. Von einem Pferdebahnwagen der Linie Küstriner Platz— Zoologischer Garten waren die Pferde ausgespannt und in den T i e tz s ch e n Neubau hineingeführt worden. Die Arbeiter verschlossen begreiflicherweise den Bauzaun und als Polizeibeamte endlich nach längerem Bemühen Zutritt fanden, waren die Pferde verschwunden. Sie wurden später in der Krausen- straße wieder aufgefunden. Weitere Bekundungen des Unwillens. Gegen Vs2 Uhr nachmittags passierte der Pferdebahnwagen 25� der Linie Moabit— Schlesischer Bahnhof vom Spittelniarkt kommend, die Leipzigerstraße am Dönhoffsplatz. Der Kutscher, bisher ein Weichensteller, wurde vom Publikum aufgefordert, nicht weiter u fahren und während eine Anzahl Männer die Pferde fest- ielten und so den Wagen zum Sieben brachten, eilte der Kondukteur nach dem Vorderperron. Er ergriff den eisernen Haken, mit welchem er die Weichen stellte, und schlug damit auf die Menge e i n. Ein älterer Mann und ein löjähriger Knabe erhielten Kopfwunden und nun stürzte sich die wütende Volksmenge auf den Schaffner. Der Beamte flüchtete, die Thüren des Wagens ver- schließend, in denselben. Nun schlug das Publikum die Fenster ein und holte so den Mann heraus. Es gelang den hinzugeeiltcn Schutzleuten, den Schaffner miS den Händen seiner Angreifer zu befreien, doch hatte er bereits niehrere Berietzungen davon- getragen, so daß er nach der Unfallstation in der Kronenstraße geschafft werden mußte. Bei diesem Exceß wurden auch die Fenster- scheiden des nachfolgenden Anhäugewagens der Linie Cenrralvichhof- Moritzplatz zertrümmert. Da die Schutzmannschaft an dieser Stelle nicht zahlreich genug war, um weitere Vorgänge dieser Art zu ver- hüten, so wurde im Laufe des Nachmittags eine Abteilung berittener und Futzschutzleute nach dem Dönhoffsplatz beordert. Abermals entsteht am Diinhoffs-Platz eine Stauung. Man hat«inen Anhängewagen««»gehoben und querüber die Schienen gestellt, einige Motorwagen müffen vor diesem Hindernis Halt machen. Taufende von Menschen, da- zwischen«in große Anzahl Schutzleute, stehen auf den Fuß- wegen. Aber niemand findet sich, der daS Hindernis beseitigen hülfe, wozu sonst immer bereite Hände da sind. Weder im Publikum, noch unter den Führern der zahlreichen Fuhrwerke, die ebenfalls aufgehalten sind. Nichts als Vergnügen sieht man auf den Gesichtern der Tausende, und Witze fliegen hin und her, einer immer bösartiger wie der andre. Die Polizisten fahnden auf irgend einen Ucbelthäter; jetzt bringt einer einen zerlumpten kleinen Burschen am Kragen dabergeschleppt und sofort erhebt sich ein fürchterliches Gejohle; alles drängt nach dieser Stelle, dem Polizisten nach. Die haltenden Straßenbahn- Wagen sind belagert von Umstehenden, die heftig auf die Streik- brecher einreden. Weiter bis zum Spittelmarkte und auf diesem dasselbe Bild. Auch hier Tausende Neugieriger, aber keiw Straßenbahnwagen. Jetzt scheint das Hindernis am Dönhoffs. platze beseitigt zu sein; es kommt ein elektrischer Wagen dahcrgefahreu. Aus der Masse der Zuschauer springen einige auf ihn zu und reden heftig auf den Führer ein; der Führer greift nach seinem Eisen- stabe, um die Weiche zu stellen. Da springt ein kleiner Bursche vor- über und schlägt ihm den Stab aus der Hand. Wieder Johlen und Schreien dahin und dorthin; dort bildet sich ein neuer Haufen, Polizisten eilen hinzu, vergnügt schreit alles durcheinander. Ein für die Stimmung des Publikums bezeichnender Vorgang spielte sich gegen 4 Uhr in der B e u t h st r a tz e ab. Von einer Anzahl Leute gefolgt kam ein Mann des Weges, der einige Personen, die einen Straßenbahnwagen am Weiterfahren verhindert hatten, der Polizei denunziert haben solltet Bald fielen Worte wie„Achtgroschenjunge", und im selben Augenblick wurde an dem Fremden eine sehr fühlbare L y n ch j u st i z verübt. Unter großer Mühe gelang cS dem Verprügelten schließlich, im Hause Beuthstraße 4, wo ein Polizeibnrean ist. Unterkunft zu finden. Kamen so hier und da auf scitcn des Publikiims Ausschreitungen vor, so fehlte es andrerseits im Siraßenbilde nicht an humorvollen Vorängen. Ein hübsches BM hatte einer unsrer Freunde in der C h a u s s e e- straße zu beobachten Gelegenheit. Es war Mittagszeit, in hellen Scharen kamen die Rinder aus der Gemeindeschule her- ans, als ein Straßenbahnwagen den Kleinen in den Weg fuhr. So- fort hatten einige hundert Knaben und Mädchen den Wagen umringt, so daß er nicht weiter fahren konnte, und mit Heller Stimme riefen sie dem Wagenführer das Wort„S t r e i k b r e ch e r" ins Gesicht. Beschämt und verlegen stand der Bedauernswerte, ein Conttolcur, auf seinem Platz, bis einige Schntzlente sich gegen die von Entrüstung ergriffenen Kinder wandten und sie zum Weitergehen veranlaßteii. Die lebhafte Erbitterung der Berliner Einwohnerschaft schildert eine bürgerliche Korrespondenz noch in folgenden Mitteilungen, deren Richtigkeit im einzelnen wir jedoch dahingestellt sein lassen wollen: Die Ausschrcitluigen auf dem Nlexanderplatze dauerten bis 2Vi Uhr. Ueber den Verlauf iverden noch folgende Einzelheiten mitgeteilt. Nachdem in der Nähe des Platzes in der Königstraße ein Wagen zum Entgleisen gebracht worden, stürmte eine große Menschenmenge nach dem Platze selbst. Hier wurden min gerade die roten Anschläge der Direktion an die Säulen geklebt. Die Menge riß die Plakate, durch die die Angestellten auf- gefordert werden, zur Arbeit zurückzukehren, sofort von den Säulen herab. Als die Polizei hiergegen einschritt, wurden die Ansamm- lungen noch stärker. Der Bczirkshauptmann, der vom Reviervorstand benachrichtigt wurde, zog daher auch die Schntzmaimschaften der Hanptmaniischaft heran, und schließlich wurde auch noch die Rcservewache und die berittene Abteilung alarmiert. Die Polizei zer- streute die Menge in die Straßen, die auf den Alexanderplatz einmünden, große Hansen aber kehrten immer wieder zurück und sammelten sich an den zahlreichen Haltestellen unter dem Vorwande, daß sie auf einen Straßenbahnwagen warteten, um mitzufahren. Jedesmal wenn dann ein Wagen kam, wurde er gestürmt. Erst um 2Ve Uhr hatten sich die Massen soweit verlaufen, daß die Schutzmaiinschaft avrückcn konnte, bis auf verstärkte Posten, die vorsichtshalber am Platz blieben. Mehrmals muhte die Fenrrwehr zu Hilfe gerufen werden, um entgleiste Wagen wieder auf die Schienen zu bringen. Vor den Reichshallen am DönhosiSplatz hoben zahlreiche Personen einen elektrischen Wagen aus dem Geleise und stellten ihn schräg über die Schienen.(Wie unsre Leser wissen, handelt es sich dabei um einen Anhäiigewagen. Red. d.„V.".) Dabei schlugen sie die große Scheibe ein. Der Wagen stand so von 2ttz bis SVe Uhr. Dann schoben ihn zehn Feuerwehrmänner nach der andren Seite des Dön- Hoffplatzes. Bei diesen AuSschreittingen vor den Reichshalle» und aus dem Spittelmarkt wurden elf Personen von der Polizei festgenommen und nach der Wache des 40. Reviers in der Beuthstraße gebracht. Am Halleschen Ufer in der Nähe des Halleschen Thors entgleiste der Motorwagen eines RingbahnzugS gegen 2 Uhr nachmittags. Der ratlose Führer, ein Neuling, der nichl mehr vorwärts noch rückwärts konnte, mußte sich aus der schadenfrohen Menge, die sich rasch aiisaimnelte, die höhnische Frage gefallen lassen, warum er nicht gleich in den Kanal hineingefahren wäre. Zwei Straßeiibahn-Aiigestellte, die auf dem Spittelmarkt und vor den Reichshallen geschlagen wurde», mußten sich auf den Unfall- stationeii in der Brüder- und Kroueiistraße verbinden lassen. Der alte W e i ch e ii st e I l e r L o t h, der seit langen Jahren auf dem Spittelmarkt beschäftigt ist, wurde bei dem Widerstand, den er den Excedentcn leistete, mit Stücken eines von den Pferden ab- geschnittenen SielzeugS so lange geschlagen, bis er besiimungslos zusammenbrach. Die Polizei mußte ihn in ein Kraiikeiihaiis bringen. Bei der Entgleisung am Halleschen Ufer, die, wie nach- träglich festgestellt worden ist, dadurch herbeigeführt wurde, daß man E i s e n st ü ck e in eine Weiche legte, kam der Inspektor Witte in Gefahr. Witte wurde telephouisch herbeigerufen, um Rat zu schaffen. Er trug bürgerliche Kleidung. wurde aber dennoch erkannt, als ein Ange st eliter ihn Herr Inspektor nannte. Die Menge umringte ihn nun und versuchte ihn über das Geländer hinweg in den Kanal zu drängen(?) Die Polizei mutzte ihn befreien. In R i x d o r f soll, was sehr unwahrscheiiilich llingt.aus einer Schankwirtschaft auf einen Wagen geschossenworden sein. In der Alten Jakobstraße wurden von einem Wagen der Treptower Linie die Scheiben zertrümmert. Der Schaffner Ivurde ge- schlagen, der Führer ließ den Wagen stehen und lief davon. In der Leipzigerstraße in der Nähe des Leipziger Platzes wurden einem Wagen die Pferde ausgespannt. Man schirrte die Pferde ab und ließ sie laufen; das Geschirr zerriß man pind warf cS weg. Schmutz aller Art, der den Angestellten galt, traf vielfach auch die Fahrgäste. In der Frankfurter Allee wurden die Führer umringt und während der Zeit die Brcmsschläuche und Kontalte von den Wagen ab- gerissen, so daß die Wagen nicht mehr gebremst werden konnten und außer Betrieb gesetzt Iverden mußten. An den Vororten Tegel, WilmerSdörf, Friedenau. Grunewald und Lichtenberg- FricdrichSberg kamen Aiisschreitungei! nicht vor, da auf Anordnung der L a u d r ä t e ein P o l i z e i b e a m t e r, Gendarm oder Gemeiiidcdicner jeden Wagen begleitete. Ein Gesuch an das Polizeipräsidium, auch in Berlin den Wagen eine polizeiliche Bedeckung beizugeben, wurde abgelehnt, wohl weil man die Unmöglichkeit einsah, ein solches Verlangen zu er- füllen. Daher wurde bald nach Mittag der Betrieb ganz eingestellt. Die Ausschreitungen in den verschiedensten Stadtteilen führten dahin, daß die Leute, die einige Fahrten gemacht hatten, Eon- trolenre, Inspektoren und Neuciiigcstellte, sich iv e i g e r t e n den D i e ii st fortzusetzen, da sie glaubten, ihres Lebens nicht mehr sicher zu sein. Mit der Einstellung de» Betriebs hörte« die Ausschreitungen von selbst auf. An den Bahnhöfen, die ge« schlössen wurden, war alles ruhig. Die ausständigen An- gestellten hielten sich nicht mir von den Bahnhöfen, sondern auch von den Straßen fern, so weit sie nicht durch bürgerliche Kleidniig sich iiiilenntlich gemacht hatten. Die Polizei hatte an den Bahnhöfen und den Haiiptverkehrsplötzcn verstärkte Schutzmanns- Posten aufgestellt. Berittene Patrouillen durchstreiften verschiedene Straßenzüge. So die Mitteilungen der Korrespondenz. Im großen qaiizen muß man der Schutzmaiinschaft nach- sagen, daß sie sich verständig benahm und sich keineswegs besonders geneigt zeigte, zu Gunsten der in der Bcvöllcrung verhaßten Großen Berliner übereifrig inS Zeug zu gehen. Die Frauen der Straßenbahner nehmen lebhaften Anteil an dem Kampf ihrer Männer, sind sie eS doch, die in erster Linie unter den elenden Löhnen ihrer Männer zu leiden haben. In aktiver Weise griff eine Frau in der Nähe des Depots in der N ü r n b e r g e r st r a ß e ein. Sie erwartete ihren Mann, der am Morgen doch zum Fahren an- getreten war. Als er mit seinem Wagen zurückkehrte, machte sie ihm ob seines un solidarischen Verhaltens heftige Vorwürfe und nahm ihn mit nach Hause.— Auch sonst hatten sich hier und da Frauen in der Nähe der Depots ein- gefunden; gruppenweise standen sie zusammen und diskutierten über die Situation. Ihrem dereckitigten Groll gegen die Direktion, welche die Lebenskraft ihrer Männer auf das unverantwortlichste verwüstet, machten sie oft in der drastischten Weise Luft. Preßstimtnen zu»»» Ansstand. Nicht niilntereffaiit ist die Stellung der bürgerlichen Preffe zum Ausstand. Soweit die Abendblätter in Betracht kommen, läßt sich sagen, daß im Grunde mir ein einziges Organ es zu gemeingefähr- lichen Verhetziiiigen, zum wütenden' Gcfauche bringt. Es ist dies die von Grubenbaronen und Metallindustrielleii ausgehaltene Zeitung „Berliner Neueste Nachrichten". Das Blatt möchte nicht mehr und nicht weniger, als die streilendcn Straßendahner ins Zuchthaus bringen. Man höre: Ein Ausstand, der ein dem allgemeinen Verkehr dienendes großes Unternehmen trifft, ruft Störungen mid Gefahren öffcut- iickcr Art hervor, gegen die der Staat'als Hüter der öffentlichen Ordnung besondere Vorsicht zeigen und besondere Borkebriiiigen treffen muß. Die deutschen StaatSbahneN haben mit aller Energie und mit gutem Erfolg die Socioldemokratie wenigstens von offener Bethätiguiig im Heere ihrer Angestellten fernzuhalten ge- wüßt. Der vor etwa 5 Jahren in Hamburg gegründete social- demokratische Eiseubahner-Berband hat wenig Fuß fassen können. Die Staatsbahn«Ver waltungen entlassen jeden A n g e st« l l t e n, der sich ihm anschließt, oder sein Organ, den „Weckruf" hält. Man kann es nur begrüßen, wenn die Berliner Straß e n bahn den gleichen Weg be- schreitet: er zwingt sich sönnlich auf. Als im Lauf der letzten Jahre bei den französischen und italienische» Privatbahnen Ausstände ausgebrochen waren, da wurden nicht bloß scharfe polizeiliche und miltiäriscbe Vorkehrungen getroffen, sondern auch Gesetze gemacht, welche die Verleitung zum Streik und unter Bedingiiiigen den Streik bei Eisenbahnen mit außerordentlich scharfen Strafen be- drohten. Auch da» deutsche„ZuchthauSgesetz", das die ReichstagS-Mehrheit zum Triumph der Socioldemokratie totschlug. enthielt eine dahingehende Bestimmung und zwar war dies gerade der einzige Paragraph, der bei schweren Umständen die Znchthaiis strafe aus- sprach. Bei richttgem und energischem Verhalten aller maß- gebenden Faktoren wird man jetzt wcnigstcuö auch ohnedies der iieuesten socialdemokratischen(!) Demonstration in Berlin Herr werden. Von solcher Roheit hält sich selbst die Stummsche„Post" fern. Nachdem dies Blatt daS unverschämte Verlangen der Straßen- bahn-Dircktion, daß die Angestellten ihre Organisation verraten, zwar als„sachlich berechtigt", jedoch als einen vielleicht taktischen Fehler bezeichnet hat, fährt eS fort: Nicht befreunden können wir uns mit der mangelnden Klar- heit in de» Zugeständnissen der Gcschäftsleitung. Für die Forde- rung der arbeitsfreien Tage z. B. gab es nur ein Ja oder ein Rem, aber nicht beides zur Hülste. Denn das sehen wir in dem Versprechen, die arbeitsfreien Tage zu gewahren, „soweit irgend möglich". Ebenso scheint uns die Em- richtung eines Beschwerdewegs von den Angestellten bis zur GeschäftSlcitung hinauf nicht weitherzig genug gedacht zu fein. Derartige Einrichtungen sichern ja geradezu die amtliche Macht, weil das Beschreiten deZ Beschwerdewegs deren Anerkennung ausdrückt. Es ist jedenfalls besser, die Angestellten ver- handeln mit der Geschäftsleitnng über Mißstände, als daß sie etwa den Verband der Verkehrs- und Transportarbeiter zum Anwalt ihrer Angelegenheiten machen........... Die Geschäftsleitnng hätte ihre Ziigestäiidmfst so fassen müssen, daß sie keinen Einwänden, wie dei�vorerwähnten, ausgesetzt waren, und dann auf Ihrem Standpunkt beharren können, wie sie eS ja thut. Wir hoffen, daß der Streik dennoch einen Verlauf nehmen möge, bei dem einerseits die Rechte des Unternehmertums voll gewahrt werden, und bei dem auch die berechtigten Wünsche der Ausständigen ihre Erfüllung finden. Die„Deutsche Tageszeitung" benutzt den Trick, die S o c i a l d e m o k r a t i e als Wauwau hinzustellen: „Daß die Straßenbahn ihre Angestellten hinsichtlich der Arbeitszeit und des Lohns nicht so behandelt hat, wie sie es konnte und mußte, darüber herrscht wohl nirgends ein Zweifel, und nach dieser Richtung hin muß man mit den Angestellten entschieden Sympathien haben. Daß sie sich aber mit der Socialdemokratie eingelassen und Forderungen auf Bescitigimg einiger ihnen unbequemen Beamten gestellt haben, die von der Direktion beim besten Willen nicht zugestanden Iverden können. ist in ihrem eigenen Interesse zu bedauern. denn dadurch wird das Urteil zu ihren Ungunsten ver- schoben." Eine Ansicht, die den Thatsachcn erheblich zuwiderläuft! Die fortschrittlichen Blätter tadeln selbstverständlich die„Große". Sogar der«Voss. Ztg." erscheint, nachdem sie pflichtgemäß über Koiitraktbruch der Angestellten gejammert, das Verhalten der Direktion bedenklich. „Der Streik zwischen der Leiiiing der Straßenbahn-Gesellschaft und ihren Angestellten ist eine Angelegenheit, die nicht nur diese beiden Parteien angeht. Er kann deshalb auch nicht ausschließlich vom privatrechtlicheii Slaiidpunkt behandelt werden. EL ist un- a b w e i s l i ch. daß sich auch die städtischen Behörden, zunial bei den engen Beziehungen der Gesellschaft zu der Stadt- Verwaltung mit dem A u s st a n d e beschäftigen. Und es ist zu erwarten,' daß eine sachgemäße Einwirkung und Ver- m i t t l u n g des M a g i st r a t S zu einer unverzüglichen Wieder- Herstellung geordneter Verkehrsverhaltniffe führen wird." Das freisiiiuige Blatt hätte der Wahrheit die Ehre geben und hinzufügen sollen, daß es die Direktion war, an deren Protzen- tum jeder Eiuiguiigsversuch scheiterte. Ans der„Berliner Zeitung" entnehmen wir folgende Betrachtung: „Tiefer als sonst ein Arbeitcrausstand wird der gegenwärtige in das Leben der Berliner Bevölkerung eingreifen, und in Handel und Wandel wird er eine schier unabsehbare Fülle von Unzuträglich- keilen herbeiführen. Aber darin wird die Bevölkerung Berlins " einig sein: Für die Schäden, unter denen der Berliner Verkehr in den iiächstcii Tagen, in den nächsten Wochen vielleicht, zu leiden haben wird, sind nicht die Streikenden verantwortlich zu machen, welche ruhig und besonnen um eine geringe Verbeffcrung ihrer matcnellcii Lage kämpfen, die Verantwortung trägt die Verwaltung der„Großen", welche es an socialer Für- sorge für ihre Ängcstclltcn von jeher in geradezu sträflicher Weise hat fehlen lassen, und welche auch jetzt, pochend auf ihre groß- kapitalistische Uebcrmacht und auf die Vorteile, welche ihr das Bctricbsiiionopol gewährt, den Krieg mit den Beamten auf- nimmt, wo sie bei einigem guten Willen beu Frieden haben könnt e." Verständige Worte findet die„VolkS-Zcitinig": „Und was soll die Vergewaltigung der Angestellten bedeuten, wenn ihnen angesoimcii wird, ai>S dem Central- Verband der Hmidels-, Transport- und Vcrkehrsarbeiter auszutreten? Schon nm dieses ciueii Ansiiiiieiis willen müßten, wie in der Feenpalast« Versamiiiliiug der Schaffner Müller mit vollem Recht ausführte, die Auge sie Ilten in den Streik eintreten, wenn sie vor sich selber noch Achtung haben wollten. Schreiben die Schaffner den Direktoren vor, welchem Verein s i e a n g e- hören dürfen o d e r n i ch t? Die Angestellten sind mündig; sie haben ihre politischen Grundrechte nicht zugleich mit ihrer Arbeitskraft für kargen Lohn an die Direktion verkauft. Es ist ein Schlag ins'Gesicht, eine schwere Kränkung an der politischen Ehre der Angestellten, wenn ihnen die Direktion diktieren will, wie sie ihr gesetzlich verbürgtes Koalitions- reckfi am besten zu wahren oder aber am willigsten mit Füßen zu treten habenl Schon um dieser einen Zuiiintung willen war der Eintritt in den Streik ein absolut«nvermeidbarer Akt der Notwehr, Hier handelt es sich um weit nichr, als um einen Kampf um Lohiigroschen: hier handelt eS sich um die Verteidigung eines idealen Guts, eines gefährdeten sittlichen Besitzes, eines McnschenrechtS, das mit der persönlichen Würde des einzelnen Jiidividiium« eng verknüpft ist. Und wenn sonst nichts vorläge, was die Sympathieen der Bevölkerung dem Unternehmen ab« und den«naestellten zu- wenden muß— dieses eine Moment muß jeden besonnenen und politisch geschulten Menschen bewegen, sich auf die Seite der Streikenden z» stellen." NeirsxskAg. 198. Sitzung. S o nn a b e n d. d e ii 19. M a i 1900, 1 Uhr. Die dritte Beratung der Iw Hcinze wird fortgesetzt. Präsident Graf Ballestrem: Es ist eine Reihe von Anträgen eingegangen, die zu den Z§ 361 und 362 gestellt sind.(Heiterkeit.) Ich stelle die IlnteiflütziingSfrage.(Es erheben sich die freisinnigen Gruppen mit Ausiiahme des Abg. Schmidt-Elbcrfeld(frs. Vp.) und die Socialdemokrateii.) Ferner ist ein Antrag Dr. Spahn und Dr. v. Levetzow ein- gegangen(Schliitzbestimmuiig:„Dieses Gesetz tritt am 1. August 1S0Q in Kraft"). Zur Unterstützung erheben sich die Konservativen und das Centrnm. Abg. Dr. v. JagdzewSki(Pole), zur Geschäftsordnung: Um leinen Zweifel darüber zu lassen, weshalb meine Freunde gegen den Schlnßantrag stimmen werden, habe ich folgende Erklärung abzugeben: Wir haben bis jetzt mit der Mehrheit für die Bestimmungen dieses Gesetzes gestimmt, obgleich wir uns nicht verhehlen, daß die Fassung einzelner Paragraphen nicht ganz glücklich ist. Dagegen köniien wir nicht solange die Minorität deS Hauses in den Grenze» der GdschiiftSo'rdnnng die ihr nicht zusagende Vorlage bekämpft, diese Minorität daran hindern, das? sie ihre ab- weichende Meinung äußert. Wir müssen vflichwiäßia selbst den Schein meiden, daß wir irgend einer Partei die Redefreiheit be- schränken oder einengen wollen.(Bravo l links). Wir werden bei dieser prinzipiellen Haltung bleiben, solange nicht ein zwingender Grund vorliegt, sie aufzugeben. Hierauf tritt das HauS in die namentliche Abstimmung über den gestern gestellten Schliißantrag ein. Der Schlußantrag wird mit 185 gegen 118 Stimmen bei einer Stimmenenthaltung an- genommen. Präsident Graf Ballestrem: Wir kommen nunmehr zur Abstimiming über den§ 362 und die dazu gestellten Anträge Veckh-Coburg 672, Haiißmann-Böbliiigen 824. Dr. Müller-Meiiiiiigen 823, die Zusatzantrage Heine 820, 821, 822, und der Eventualanträge Albrecht u. Gen. 613 und der Anträge ganzen ®eme 813—17. Ueber alle diese Anträge ist namentliche Abstimmung beantragt; nur die Gesamtabstiinmung über§ 362 erfolgt nicht namentlich Außerdem ist über jeden Absatz des§ 362 nament- «tdöe Abstiinmmig beantragt. Es sind also im ii* namentliche Abstimmungen vorzunehmen.(Heiterkeit). Abg. Singer zur Geschäftsordnung: Ich beantrage auch die Gesamtabstimmung über den Z 362 namentlich vorzunehmen. Auch gestatte ich mir die Aufmerksamkeit des Herrn Präsidenten auf einen Punkt zu lenken, nämlich darauf, daß der Herr Präsident die Anträge 813—17, 823 und 824 auch zur Abstimmung bringen will. Ich muß bei dieser Gelegenheit auf die gestrige Geschäftsordnungsdebatte zurückkommen. Ich darf Sie daran ermnern, daß von verschiedenen Seiten des Hauses namentlich vom Kollegen Dr. Spahn, es als selbstverständlich bezeichnet worden ist, HauS beschließt, über die Anträge, über welche die Diskussion er- öffnet ist, wird jetzt abgestimmt, und über die andern nicht. Dann bleibt es uns frei, nachher den geschäftsordnungsmäßigen Antrag zu stellen, daß nun darüber debattiert werden soll. Präsident Graf Ballcstrem: Ich weiß eigentlich nicht, was Herr Singer will. Ich befinde mich vollkommen'in Uebereinstimmung mit ihm. Ich habe gesagt, daß ich keinen Wert darauf lege, daß diese Anträge jetzt zur Ab- stimmung kommen. Ich habe nur erklärt, daß wir uns niitten in der Abstimmung befinden, also nur eine Diskussion über die Fragestellung zulässig ist, aber nicht darüber, ob die Anträge diskutiert werden sollen. Abg. Dr. Sattler(natl.): .,-T..—,—,____,______> Diese Erklärung des Herni Präsidenten kann doch nicht genügen. daß über die Anträge,' die zu den Z 362 eingereicht, aber noch nicht I Der Herr Präsident hat sich damit einverstanden erklärt, darauf zu ver» zur Verhandlung gekomme» sind, eine Diskussion noch stattfinden zichten, die gesamten Anträge jetzt zur Abstimmung zu bringen. Er hat muß. Kollege Spahn, der, wie ich annehme, im Namen des Centrums aber noch nicht seine Meinung darüber ausgesprochen, ob dann später die geiprochen hat, hat ausdrücklich die Versicherung gegeben, daß es sich Diskussion über dieseAnträge zulässig ist. Es ist doch aber nösig, daß man für ihn nicht darum handelt, der Minorität die Diskussion abzn- dies vorher weiß, denn wenn jetzt die Abstiiiimung nicht vorgenommen schneiden, sondern daß er seine Bemerkung nur in der Absicht gemacht wird, könnte man vielleicht später daraus schließen: damit ist nun habe, um in der Materie eine nach bestimmten Gebieten geordnete die Sache erledigt, während der Wunsch der großen Mehrheit doch dahin geht, daß die Diskussion über diese Anträge, die rechtzeitig gestellt sind, nachher noch stattfindet. Präsident Graf Ballcstrem: Der Wunsch des Abg. Sattler kann nach meiner Ansicht in Beratung zu ennöglichen. weil das für die Klarheit der Verhand lungen wünschenswert ist. Wir haben selbstverständlich nicht die geringste Veranlassung, diesen Ausführungen des Rollegen Spahn siflÄ u-! W- l«W'"-8"»Si—« rJ-"" eine Diskusston über diese Anträge stattfinden würde.(Sehr richtig! links.) Wenn also der Herr Präsident die Güte hat, diese Ver- Hältnisse zu berücksichtigen, so wird er vielleicht von seinem Vorschlag zurücktreten nnd wird damit also die Diskussion über die Anträge ermöglichen. Nach meiner Meinung kann jetzt nur die Abstimmung vorgenommen werden über§ 362 und die Anträge 653. 672 und 865, nämlich dieselben Anträge, die der Herr Präsident gestern zur Diskussion gestellt hat. Alle übrigen Anträge, die fristgerecht eiir gereicht sind, müssen auf Grund der Geschäftsordnung zugelassen werden. Ich habe nicht die Absicht, mit dem Herrn Präsidenten in eine Dis- kussion darüber einzutreten, ob nicht die Geschäftsordnung es er- niöglicht, die Sache so aufzufassen, daß zwar über die Anträge ab- gestimmt iverden muß, daß aber, nachdem die Diskussion geschlossen ist, eine Verhandlung über diese Anträge nicht mehr stattzufinden hat. Ich glaube aber, daß das Haus in der Lage ist. nnd uamcnt- lich auch das Centrum, seine gestern gegebene Zusicherung dadurch zu ratifizieren, daß Sie mit uns den Herrn Präsidenten bitten, von der Gepflogenheit, die er gewiß auf Grund der Geschäfts ordnung für notivendig erachtet, in diesem Fall abzn gehen und die Diskussion über diese Anträge zuzulassen. Ich befinde mich damit in Uebereinstinunung mit der überwiegenden Majorität dieses Hauses und ich glaube, daß das auch den Herrn Präsidenten veranlassen sollte, diesem Vorschlag nachzugeben. I» jedem Fall bitte ich ihn, den Beschluß des Hauses über diese Frage herbeizuführen. Zugleich stelle ich den Antrag auf namentliche Ab stunmung.(Bravo! und Heiterkeit links.) Präsident Graf v. Ballcstrem Am Schluß der langen Geschäftsordnnngs-Debatte, welche gestern stattfand, sagte ich: Gestatten Sie mir auch ei» Wort zur Geschäfts ordnung. Es wird wirklich zur Geschäftsordnung sein! Daraufhin habe ich auseinandergesetzt, wie ich die verschiedenen An trage nach der Geschäftsordnung behandelt wissen wollte. Ich sagte:„Als ich die Debatte über den§362 nnd die dazu gestellten Amendements eröffnete, lagen vor die Amendements 672, 653 nnd 805. Außerdein zivei damals handschriftliche Anträge des Abg. Heine. die jetzt die Nummern 820 und 321 habe», die ich zur Verlesung brachte nnd damit zur Diskussion stellte. Andres lag nicht vor. Ich erteilte Herrn Frohme das Wort nnd überließ den Vorsitz meinem Herrn Stellvertreter. Als ich wieder kam, sprach Herr Frohme noch. In der Zwischenzeit waren einige handschriftliche Antrage eingegangen, die mein Herr Stellvertreter, wie es. sich gehört, in die Driickerei befördert hatte, und die noch nicht alle zurück waren, als ich wiederkam. Die letzten sind mir eben übergeben worden. Es sind dies die Anträge auf Nummer 813—17, 822. 823 und 824. Nun ist es richtig, daß es nach der Geschäftsordnung zu laisig ist, daß Abändernngsanträge, Amendements oder Anträge ans motivierte Tagesordnung jederzeit vor den» Schluß der Vechand lung gestellt werden könne». Also diese sämtlichen Anträge sind nt« gestellt, sie sind verteilt, befinden sich in den Händen der Mitglieder und würden bei der Abstimmung mit zur Ab stlmmnng kommen müssen. So liegt die Sache, anders nicht/ Das habe ich gesagt und meine Blicke anf die linke Seite des Hauses gerichtet und habe dort Zustimmiing gefunden. Wenn ich mich nicht irre, dann sogar von dem Abg. Singer.(Lachen bei den Socialdemokraten.) Ob wir nun diese Anträge jetzt oder später zur Abstimmung bringen, das ist von meinem Standpunkt ans ziemlich gleichgültig. Deshalb werde ich mich nicht einem Antrage wieder- letzen, diele Antrüge jetzt nicht zur Abstinimuna au brinaen. Darum nur über die Art der Abstimmung diskutieren. Wenn über diese Anträge nicht abgestimmt wird, dann ist ja nachher die Bahn frei, und dann kann geschehen, was Herr Sattler will. Abg. Stadthagen(Soc.)(mit großer Unruhe rechts und im Centrum empfan'geuj beantragt, erst die Diskussion über die nicht diskutierten Anträge stattfinden zu lassen, und dann die Abstimmung vorzu nehmen. Präsident Graf v. Ballcstrem: Dieser Antrag des Abg. Stadthagen ist geschäftsordnnngsmäßig nicht zulässig; ich habe ja schon erklärt, daß wir uns bereits in der Abstimmung befinden. Abg. Frhr. V. Levetzow(k.): Ich kann dem Herrn Präsidenten nur zustimmen, ich glaube aber doch, daß die Herren nachher noch sehr wohl zu ihrem Ziel kommen werden. Ich für ineine Person erkenne an, daß die rito eingebrachten Aktträge, um die es sich hier handelt, nicht zur Dis- kussion gestellt sind.' Deswegen müssen sie nachher diskutiert werden, (Hört! hört: links.) Ich glaube, meine politischen Freunde werden derselben Meinung sein. Abg. Richter(frs. Vp.): Ich meine, die Geschäftsordnungs-Debatte vor der Abstimmung hat doch den Zweck, die Tragweite der Abstimmung festzustellen. Dazu gehört, daß man weiß. ob nach dieser Abstimmung die Ab- stimmung über§ 362 z» Ende ist. oder ob dann noch eine Diskussion über zu demselben gestellte Anträge zulässig ist. Im Hanse ist man ja anf allen Seiten der Ansicht, daß eine solche Diskussion statt- finden kann. Präsident Graf v. Ballcstrem: Der Präsident bat die Pflicht, wenn das Haus etwas beschließt sich diesem Beschlüsse zu fügen. Wen» aber hier ein Antrag auf Eröffnung einer Diskussion während der Abstimmung gestellt wird, so ist das geschäftsordnnngsmäßig unzulässig und gegen alle Gc brauche des Hauses. Ich darf das hier nicht einreißen lassen, damit dadurch nicht ein Präcedenzfall für zukünftig geschaffen wird, der jeder Partei sehr nnbeqncm sein kann. Abg. Singer(Soc.): Ich stelle hiermit den Antrag, der jedenfalls geschäftsordnungs- mäßig zulässig ist, jetzt die Abstimmung über den Paragraphen aus- zusetzen und werde dann den Antrag daran knüpfe», die Diskussion über die betreffenden Anträge zu eröffnen. Abg. Richter(frs. Vp.): Der Herr Präsident hat Recht, ivenn er den Antrag Stadthagen zurückweist. Die Sache wäre aber sehr einfach zu lösen, wenn der Präsidcur erklärte, auch nach seiner Ansicht wäre eine spätere Tis- kussion der Anträge zulässig. Der Antrag Singer, die Abstimmung auszusetzen, ist natürlich zulässig, aber einfacher wäre es, wenn durch allseitiges Einverständnis die Ansicht ausgesprochen wird, daß nach der Abstimuiung in der Diskussion fortgefahren werden kann. Abg. Bebel(Soc.): Ich glaube, wir komme» am besten ans der Klemme, wenn wir uns bei der Erklärung des Herrn Präsidenten beruhigen(Wider- sprnch links) nnd damit, daß jetzt die Abstimmung über die Anträge 813 bis 817 und 823, 824 nicht vorgenommen wird. Präsident Graf v. Bnllestrem: Ich glaube, es herrscht ein allgemeines Mißverständnis nnd wir werde» einig Iverden, wenn ich meine Vorschläge für die Abstimmung auf§ 862 folgende Ab Ich möchte Diskussion der und eventuell eine Entscheidung des Hauses darüber herbeigeführt wird. Es wäre ja gewiß richtiger gewesen, da während der Rede des Abg. Frohme eine Reihe weiterer Anträge eingebracht waren, den Antrag auf Schluß der Diskussion zurückzuziehe», damit nicht die ganze Materie in zwei Teile geteilt wurde. Da das nicht geschehen ist, ist nach unsrer Anffassung durch den Schluß der Diskussion nur die Diskussion geschlossen über den Teil der Anträge zn§ 362, über welche die Diskussion eröffnet war. Wir können doch jetzt unmöglich abstimmen über Anträge, deren Begründung wir noch gar nicht gehört haben(Sehr richtig! links), über die die Diskussion noch gar nicht eröffnet ist. Eine Diskussion kann doch nur geschlossen iverden, sofern sie vorher eröffnet ist, und das ist bezüglich dieser Anträge nicht geschehen. (Bravo I) Abg. Dr. Spahn(C.): Ich möchte mich auch meinerseits der Bitte anschließen, daß die Diskussion über die betreffenden Anträge später noch stattfinden soll. Ich glaube, daß dem geschäftsordnüngSmäßige Bedenken nicht gegenüberstehen. Abg. Heine(Soc.): � Von unsrer Seite ist gestern den Ausführungen des Herrn Brästdenten nicht widersprochen worden, so daß der Herr Präsident sogar eine Zustimmung bei uns heraus gehört hat. Diese Zustim- mung hat sich aber nur bezogen auf die Erklärung de« Herrn Präsi- deuten, daß die Anträge rirv gestellt seien und zur Abstimmung gebracht werden müßten. Aber der Herr Präsident hat nicht aus« drücklich gesagt, und wir haben es deshalb auch nicht so aufgefaßt, daß sie nicht zur Diskussion gestellt iverden sollen,(Sehr richtig! bei den Socialdemoktaten.) und wenn sie jetzt mit zur Abstimmung gestellt werden, so ist die einfache Folge davon, daß sie nachher nicht mehr zur Diskussion kommen können. Der Herr Präsident meinte nun, daß, weil wir jetzt in der Abstimmung sind, wir über die Diskussion dieser Anträge keinen Beschluß fassen können. Dann Wirdes ja genügen, wenn jetzt abgestimmt wird über die Anträge, über die zetzt zweifellos abgestimmt werden kann, weil über sie diskutiert worden ist: wohingegen über die Anträge 813—17 und 823/24. die zweifellos noch nicht zur Debatte gestellt sind, jetzt nicht abgestinimt wird. Die andre Frage, ob darüber noch diskutiert wird, kann später noch erledigt werden. Abg. Singer(Soc.): Ich wollte mich zunächst der Erklärung des Abg. Heine au- schließe». Im übrigen meine ich. wird es das richtigste sein, das AbslinimuNg über de» Antrag v t.,..------„...........................-,| 820, 821,) endlich der Eveutnal- diele nachträglich eingebrachten Amräge nicht zur Abstimmung bringen, antrag Albrecht und Genossen(Soc.)(653). Weiterhin die einzelnen Abg Basscrmann(natl)- Absätze des§ 362 nnd schließlich über den ganzen§ 362.— Mit it. s o»."„r..... dieser Art der Abstimmung ist das Haus einverstanden.(Die ganze w? m**"l Wunsch aussprechen, daß die Linke ruft: Nein I Nein!) hier m Frage stehenden Antrage zngelasten werde| Heine(»oc)' Ich mache darauf aufnierksam, daß der Hertz Präsident wiederum I nur eine Erklärung dahin abgegeben hat, daß nach der Abstimmung t>_em über die bisher diskutierten Anträge später über die Anträge ab- gestimmt iverden soll, über die noch nicht diskutiert worden ist, während unser Interesse dahin geht zu hören, daß auch über sie diskutiert werden soll. Aus diesem Grunde kann ich zugleich für die Herren, in deren Namen ich spreche, das Einverständnis mit der Erklärimg des Herrn Präsidenten nicht zugeben. Präs. Graf Ballcstrem: WaS die von mir geivünjchte ausdrückliche Erklärung anlangt, so kann ich keine andre Erklärung abgeben, als daß ich dem Wunsch des Hauses folgen werde. Abg. Friedrich Haußmann(Böblingen): Ich und meine politischen Freunde sind durch diese Erklärung deS Herrn Präsidenten nicht zufriedengestellt. Wir wissen immer noch nicht, ob die Diskussion zugelassen ivird oder nicht.(Sehr richng l links). Wir wissen nur. daß der Herr Präsident der Auffassung Ausdruck gegeben hat: wenn die Mehrheit de» Hauses die Meinung haben werde, über die Anträge müsse noch dis- kutiert iverden, so werde wohl der Herr Präsident auch dieser Meinung entsprechen. Wir wisse» aber nicht wie die Mehrheit, wenn eS darauf ankommt, so wie die Berhältnsse nachher liegen werden, einem derartigen Antrag auf Zulassung der Diskussion zustimmen werden. Das können wir nicht übersehen.(Sehr richtig! linkSjund der Herr Präsident kann es uns nicht übel nehmen, wenn wir vor- sichtig sind(Sehr richtig links), nachdemZer uns vorhin darauf hin- gewiesen hat, er habe gestern laut Stenogramm das und das ge- sagt und da hätten wir ja selber zugestimmt. Gerade da aber waren ivir bona tiäs der Meinung, daß der Präsident mit seineu Worten eine Diskussion für zulässig erklärt hätte, während er uns heute de- wiesen hat, aus seinen Worten gehe hervor, daß er gegenteiliger Meinung gewesen sei.(Sehr gut! links.) Der Herr Präsident könnte doch seiner persönlichen Meinung während der Geschäftsordnungs- debatte Ausdruck geben, ob er auch der Meinung ist, daß die Dis- kussion über die noch nicht debattierten Punkte zugelassen werden soll. Nur wenn wir diese Erklärung erhalten, Überlehen wir die Folgen der Abstimmung.(Sehr richng! links.) Präsident Graf Ballcstrem: Meiner persönlichen Meinung habe ich von diesem Platze aus nicht Ausdruck zu geben. Ich habe hier nur das zu vertreten, was die Geschäftsordnung vorschreibt. So weit ich mich persönlich äußern kann, glaube ich, habe ich eS gethan.(Widerspruch links.) Meine Herren, ich verstehe ihr Mißtrauen nicht, ich stelle doch nicht etwa Fallstricke, das ist nicht meine Art. Wenn hier die Mehrheit sagt. sie wolle die Diskussion zugelassen haben. und ich sage, ich werde mich dem gewiß dann nicht entgegen stellen, so könnte das doch genügen. Abg. Frhr. p. Lebctzolv(k.): Ich meine auch, die Sache ist erledigt. Es ist von allen Seiten der Wunsch ausgedrückt worden, daß die gestellten Anträge demnächst zur Diskussion gestellt werden, und der Herr Präsident hat gesagt: ich werde mich dem Wunsch der Mehrheit nicht entgegenstellen. Ich würde mich in jedem Fall einer solchen Erklärung gegenüber be- ruhigen und kann nicht einsehen, worauf Ihr fortgesetztes Mißtrauen beruht. Abg. Singer(Soc.): Nach der letzten Erklärung des Herrn Präsidenten ziehe ich meinen Antrag auf Aussetzung der Abstinimuug zurück und verzichte auf jede weitere Aeußerung in dieser Sache. Damit schließt die Geschäftsordnungs- Debatte. eS folgen die namentlichcn Abstimmungen. Zunächst wird über Absatz 1 des § 362 abgestinimt. Derselbe lautet in der Fassung der zweiten Lesung:„Die nach Vorschrift des§ 361 Nr. 3 bis 8 Verurteilten können zu Arbeiten, welche ihren Fähigkeiten und Verhältnissen angemesicn sind, innerhalb und, sofern sie' von andren freien Arbeiten'getrennt gehalten werden, auch außerhalb der Strafanstalt)angehalteii werden." Die Abstimmung ergiebt die Annahme des Absatzes mit 255 gegen 56 Stimmen(Socialdemokraten, ein Teil der freisinnigen Volkspartei). Absatz 2 des§ 362 lautet: „Bei der Verurteilung? zur Hast kann'zugleich erkannt werden, daß die verurteilte Person nach verbüßter Strafe der Landes- Polizeibehörde zu überweisen sei. Bei wegen Bettelus verurteilten Personen ist dies nur dann zulässig, wenn die Verurteilung in den letzten drei Jahren mehrmals erfolgt ist oder wenn der Verurteilte unter Drohung oder mit Waffen gebettelt hat." Der Abg. B e ck h- Koburg(frs. Vp.) hat dazu beantragt, statt der Worte„der Verurteilte" zu setzen„die verurteilte Person". Der Antrag B e ck h- Koburg wird mit 225 gegen 75 Stimmen abgelehnt, der Absatz 2 mit 22!) gegen 71 Stimmen in der bis- herigen Fassung angenommen. Absatz 3 des§ 362 bestimmt: Durcki die Ueberweisuug erhält die Landespolizeibehörde die Be- fugnis. die verurteilte Perjon bis zu zwei Jahren entweder in ein Arbeitshaus unterzubringen oder zu gemeinnützigen Arbeiten zu verwenden. Bei wegen gewerbsmäßiger Unzucht Inhaftierten kann die Landespolizeibehörd'e die verurteilte Person statt in ein Arbeitshaus in eine Besserungs- oder Erziehungsanstalt oder in ein Asyl unter- bringen: die Unterbringung in ein Arbeitshaus ist unzulässig, falls die verurteilte Person zur Zeit der Verurteilung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Die Abgg. A l b r e ch t und Genossen(Soc.) beantragen statt „bis zu zwei Jahren" zu setzen: „bis zu der im Urteil bestimmten Zeit, die sich auf keinen längeren Zeitraum als zwei Jahre nach Rechtskraft des Urteils erstrecken darf." Dieser Antrag wird mit 224 gegen 77 Stimmen abgelehnt. Absatz 3 wird mit 226 gegen 68 Stimmen in der Fassung zweiter Lesung angenommen. Damit ist der Principalantrag Albrecht und Genosien(Soc.) auf Streichung des Absatzes 2 und 3 erledigt. Absatz 4 lautet: Ist gegen einen Ausländer anf Ueberweisung an die Landes- Polizeibehörde erkannt, so kann neben oder an Stelle der Unter- bringung Verweisung aus dem Bundesgebiet eintreten. Dieser Absatz wird mit 2Z8 gegen 57 Stimmen angenommen. Ferner hat der Abg. Heine(Soc.) zu§ 362 beantragt. § 361 erhält folgenden Zusatz: Weibliche Personen dürfen polizeilicher Aufsicht gemäß§ 361 Nr. 6 des Strafgesetzbuchs nur unterstellt werden, wenn sie bereits wegen gewerbsmäßiger Unzucht rechtskräftig bestrast find. Personen, welche von der polizeilichen Aufsicht befreit worden lud, können auch ohne vorgängige erneute Bestrafung ihr wieder unterstellt werden, wenn sie sich von neuem der gewerbsmäßigen Unzucht ergeben. Dieser Antrag Es folgt die eine(Soc.): § 362 erhält folgenden Zusatz: Personen, welche auf Grund des§ 362 von der Landespolizei- behörde in ein Arbeitshaus, eine Besserungs- oder Er�iehungs- anstalt oder ein Asyl untergebracht worden sind, müsien tu diesen getrennt gehalten werden von jugendlichen Personen, die auf G.nind des§ 55 des Strafgesetzbuchs(jugendliche Personen unter zwölf Jahren) einer solchen Anstalt überwiesen sind oder gegen welche die Zwangserziehung verhängt worden ist. Diese Bestimmung gilt nicht rir Personen, ivelche ohne einer sittenpolizeilichen Aufsicht unterstellt gewesen zu sein, gewerbsmäßige Unzucht getrieben haben und deshalb nach§ 361 Nr. 6 bestraft worden find. Die Abstimmung ergiebt Ablehnung des Antrags mit 214 gegen 72 Stimmen. (Schluß siehe 1. Beilage.) wird mit 216 gegen 76 Stimmen abgelehnt. namentliche Abstimmung über folgenden Antrag Ueljte Aschvichkv« und Depeschen. Tie Lbstruktton im östreichische» Neichörat. Wien, 19. Mai.(W.T.B.) Abgeordnetenhaus. Nach- die Sitzung sechs Stunden gedauert hatte, ohne daß das Haus infolge der von den Czcchen fortgesetzten Obstruktion in die Tagesordnung eingetreten war, wurde sie wegen Beschlußunfähig- keit geschlossen._ Die Auslösung der italienischen Kammer. Rom, 19. Mai. Die„Agencia Stefapi" veröffentlicht den Motivcubcricht zum Dekret bezüglich der Auflösung der Kammer. Der Motivenbericht besagt zunächst, daß die in der Kammer seit einem Jahre von einer kleinen Minorität hervor- gerufenen Vorkommnisse die Regierung nötigen vom Könige die Autorisation zur Vornahme von Neuwahlen zu erbitten. Es werden dann in dem Bericht die erwähnten Vorgänge in der Kamnier ausführlicher besprochen. Die Minorität, heißt es hier, welche den Beispielen im Auslande folgte, machte Obstruktion gegen den Gesetz- entwnrf über die politischen Maßnahmen und führte anf diele Weise daS dscreto-IsgAo und den Schluß der Session herbei. Die Kammer und die Regierung wurden daher genötigt, eine Rcfonn der Geschäfts- ordnung vorzunehmen. Als dieses wichtige Resultat erzielt war, zog die Regierung den Gesetzentwurf über die politischen Maßregeln zurück. Aber das half alles nichts, die Minorität nahm die Obstrukion wieder auf und erklärte, daß sie gewaltsam gegen jede Maßnahnie austreten würde, welche nicht ihre Zustimmung gefunden hätte. An- gesichtS der neuesten Sachlage glaubt aber die Regierung das Land um sein Urteil über daS von ihr Geleistete befragen zu müssen. Frankfurt a. M., 19. Mai.(B. H.) Die„Franks. Ztg." meldet aus New Dork: Der Dampfer„Lariuihia" von New-Orleans mir 1450 Maultieren für die britische Armee ist an der Südküste von Haiti aufgelaufen. Die Besatzung beträgt 150 Mann. Paris, 19. Mai.v altende n betriebstechnischen oder wirt- schaftlichen Verhältnisse den aufrechten Betrieb gefährden würde". Die Ausnahme kann für sämtliche Grubenarbeiter oder nur für einzelne Kategorien bewilligt werden. Bei der Borniertheit und Einsichtslosigkeit der östreichischen Verwaltung ist diese Bestimmung durchaus gc eignet, die Durchführung des ganzes Gesetzes illusorisch zu machen. Dies umsomehr, als die Kautelen dafür, daß von diesem Bewilligungsrechte kein niigcbührlicher Gebrauch gemacht werden wird, äußerst dürftige sind. Vor allem liegt eine große Gefahr darin, daß die Ausuahmen an keine zeitliche Frist gebunden sind; sie werden nämlich„auf die Dauer der er- wähnten Verhältnisse" verteilt. Wenn also die„betriebs technischen" Verhältnisse veraltet, arbeitversckwcndcud sind, so wird diese Rückständigkeit zu einer Prämie auf längere Arbeitszeit. Während' die Entwicklung sonst dahin geht daß die Verkürzung der Arbeitszeit die betriebstechnischen Verbesserungen hervorruft, sollen hier umgekehrt die rückständigen, nicht auf der Höhe stehenden bergbaulichen Anlagen eine Ver läugerung der Arbeitszeit bewirken. Die Bewilligung wird erteilt in erster Instanz von der Bergbau-Hauptmannschaft, in zweiler vom Ackerbauministenum. Die Wähl ist offenbar so gedacht, daß gegen die versagende Entscheidung der ersten Instanz der Unternehmer an daS'Ministerium rekurrieren können soll. Dagegen fehlt jede Andeutung, daß gegen die Bewilligung die Arbeiter sich beschwere» können, so daß sie thatsächlich au die focialpolitische Einsicht der von den Unternehmern abhängigen Bergbau-Hauptmaunschaften angewiesen bleiben, wogegen den Uuternehmeni noch immer die Beschwerde offen bleibt. Daß vorher der Lokal- Arbeiter- a n S s ch» ß zu hören ist, ist ein schwacher Trost, denn mehr als daS Recht auf Gutachten wird ihm nicht eingeräumt. Dnniit sind übrigens die AnSnahmc'u von dem Gesetz nicht er- schöpft. Für die„hochgelegenen Kohlen-Bergbaue der Alpcnläudcr" kann nebstdem der Ackerbauminister Ausnahn>eii bewilligen, nur darf die Gesamtdauer der voi, einem Arbeiter in einer Woche ver- fahrcuen Schichten nicht über 60 Stunden betragen. Damit aber die Unternehmer jede Angst fahren lassen können, iverden schließlich noch U e b e rs ch i cht e n zugelassen.„Im Fall außerordentlicher Er- eigniffe oder zeitweiligen dringenden Bedarfs" kann die Bergbau-Hauptmannschaft„nach Zahl und Dauer beschränkte Ueberschichten" gestatten. Fügen wir noch hinzu, daß das Gesetz erst ein Jahr nach der Kundmachung in Kraft treten soll, so begreift man, wie wenig sich Herr v. Körber augestrengt hat. um sein den Arbeitern und der gesamten Oesfentlichkeit gegebenes Versprechen zu erfüllen. In dem Machiverke merkt man deutlich die Spuren der Hetze, die die Kohleumagnaten zwar stille aber trotzdem sehr intensiv gegen das Schutzgesetz in- sceniert haben. Eine Niederträchtigkeit seinesgleichen ist sodann die Eiiischränkung. daß die Bestimmungen nur für den Kohlenbergbau gelten sollen. Sie steht mit der Erklärung der Regierung ivährend des Streiks im direkten Widerspruch. Herr v. K ö r b e r hatte vor dem EinigungSamte in Tesche» ausdrücklich eine Vorlage zur Verkürzung der Arbeit im Bergbau angekündigt. Die Nichteinhaltung seines Versprechens, oder richtiger: die scheinbare Erfüllung bei fach- lichem Versagen entipricht ganz der hinterlistigen Art dieses Mannes, der fälsch und unwahr bis in die Knochen ist. Es tvird die dringende Aufgabe der socialdcmokratischeu Abgeordneten sein, auf die Verbesserung der durchaus nngenikgenden Vorlage zu dringen. Parlamentarisch ivürde sie keine Hindernisse finden, denn die Jung- czechen haben bereits erklärt, ihr gegenüber mit der Obstruktion auszusetzen.— • Deutsches Aeich. Die deutschen Strafrechtslehrer wider die Heinze. Die Strafrechtslehrer von vierzehn deutschen Universitäten haben folgende„Oeffentliche Erklärung" gegen die lex Heinze erlassen: „Der unter dem Namen der lex Heinze bekannte Gesetzentivurf leidet an einer solchen Unbestimmtheit der Begriffe, daß er, zum Gesetze erhoben, in dem verschiedensten Sinne aus« gelegt und angewendet iverden könnte. Ver- »rteilung oder Freisprechung wären völlig vondemsnb- j e k t i v'e n Empfinden d e S Richters abhängig. Schon ohnehin ist das Vertrauen des Volks zu der Rechtspflege infolge unklarer und mangelhaft gefaßter Strafgesetze schwer erschüttert. Durch Annahme der lex Heinze würde es in erheblichem Maße weiter gefährdet und so das deutsche Volk in einem seiner idealsten Güter geschädigt werden." Prof. Dr. Allfeld(Erlange»). Gehelmrat Prof. Dr. v. Bar lGöttingen). Professor Dr. Bcling(Gießen). Geheimrat Prof. Dr. Binding(Leipzig). Prof. Dr. Birkmeyer(München). Professor Dr. van Calker(Straßburg). Prof. Dr. Frank(Halle). Geheim- rat Prof. Dr. Güterbock(Königsberg). Prof. Dr. v. Lilienthal (Heidelberg). Gcheimrat Prof. Dr. v. Liszt(Berlin). Professor Dr. Löuing(Jena). Prof. Dr. v. Meyer fptibiuge»). Professor Dr. v. Rohland(Freiburg i. B.). Prof. Dr. Schmidt(Freiburg i. B.). Prof. Dr. v. Seeger(Tübingen). Prof. Dr. Stein(Halle). Weitere Unterschriften werden folgen. Werden die Centrumsjuristen nun noch behaupten, daß die lex Heinze ein Muster präciser Formulierung sei und die Gefahr der bedenklichsten subjektiven Interpretationen aus- schließe? Die krampfhafte Behauptung des Herrn Nieberding, daß nur die laienhafte juristische Logik der Künstler Gefahren wittere, die in Wirklichkeit nicht vorhanden seien, darf durch diese Kundgebung wohl als erledigt angesehen werden. Auch dem bayrischen Kultusminister v. Landmann wird in der Erklärung auf seine absurde Behauptung, ein Gesetz sei um so besser, eine je kautschukartigere Auslegung es zulasse, von gewiß kompetenter Seite die gebührende Antwort. Wertvoll ist an der Erklärung auch das Zugeständnis der Strafrechtslehrer, daß schon jetzt das Vertrauen des Volks zu der Rechtspflege erschüttert sei, und zwar durch die u n k l a r e n und mangelhaftgefatzten Strafgesetze. Das heißt doch wohl durch die oft verblüffend kautschukartige Auslegung dieser Kautschukparagraphen durch deutsche Gerichtshöfe! Die Ausführungen des Münchener Professor Lipps erhalten durch diesen Satz eine bemerkenswerte Bekräftigung._ Schwärmer für die Nilpferdpcitsche. Die kulturellen Seg- nungen der Prügelstrafe preist enthusiastisch die„Deutsch-Ostafrikan. Zeitung", die zugleich voll sittlicher Entrüstung Protest dagegen er- hebt, daß die Prügelstrafe i» den deutschen Kolonien beseitigt werde. Ganz unzutreffend sei die Behauptung, daß die Prügelstrafe, die ja allerdings dem Neuling auf die Nerven schlage, zur„Kolonial- Verrohung" beitrage. Vier Fünftel aller Kolonialexcesse seien von Leuten begangen worden, die frisch von Europa importiert worden seien. Wie kulturfördernd im Gegenteil das Prügeln sei, beweise der Ausspruch eines eingeborenen Bezirksbeamten, eines Suaheli, der bei einem Jntervieiv'wegen Abschaffung der Prügelstrafe in die denkwürdigen Worte ausgebrochen sei: „Bei Allah, Ihr Europäer seid sonst so klug: und da denkt Ihr an Abschaffung der Prügelstrafe? Wollt Ihr mutwillig daS Land z e r st ö r e n?" In der That, was besagen die entgegengesetzten Ansichten zahl- reicher Afrikakcnner. die nebenbei mit dem Ballast europäischer Bildung behaftet waren, gegenüber dem durch keinerlei philanthropische Alfanzereien getrübten Urteil dieses schwarzen Realpolitikers l Ohne Prügel keine Kultur. d. h. kein gefügiges Plautageukulitum. Und wen» die schwarzen Kanaillen trotz— bösartige Zungen werden natür- lich behaupten: wegen— der Prügel rebellieren, so müssen wir in unsren Kolouicu eben eine ansrelcheudc Sklavenhalter-Schutztmppe bereit halten, um die Rebellen durch blaue Bohnen zur Raison zu bringen. Außerdem spielt das Blatt noch ciuen Haupttrumpf aus: „Wir macheu unsre Herren Kritiker in Europa darauf aufmerk- sam, daß sie. wenn sie sich gegen das Strafgesetzbuch vergangen hätten, bis vor kurzem auch noch mit Prügeln'bestraft worden wären, nämlich: in Preußen und Bayern bis 1848 in Hainiover bis 1806 in Oestreich bis 1807 in Sachsen bis 1803 und dies als Sprößlinge einer zweitausend Jahrs alten Kultur. Als Diseiplinarstrafmitlel bestand die Prügel- strafe ini Heere Friedrichs des Großen bis 1 800. In den preußischen Zuchthäuserii besteht sie noch. Einsichtige Offiziere versichern uus, daß sie das Disciplinarstrafmittel gegen ihre farbigen Soldaten nicht entbehren können." Weuu die deutsche Kultur zweitausend Jahre laug eine Prügcltultur war und so herrliche Früchte gczeitig hat, so wäre es allerdings mehr als grausam, unsre schwarzen LaudSleute der Ecg- iiluigcn einer ebenso beharrlichen Prügclkultur nicht teilhaftig werden zu lassen. Daß das Organ unsrcr Alltcutschen, die„Deutsche Ztg.", in ihrer Schwärnrerei für die»atioual-christliche Gesittung verbreitende Nil- pfcrdpeitsche der„Deutsch-Ostafrikauischeii Ztg." den Rang abzulaufen geizt, braucht als etwas Selbstverständliches kaum erwähnt zu werden.— Eigenartiger Militiirbohkott. Königsberg i. Pr., 18, Mai. (Eig. Ber.) Einen militärischen Boykott bemerkenswerter Art giebt es schon ivieder einmal in Königsberg i. Pr. Es ist noch in aller Gedächtnis, daß vor cinigen Jahren der Börsengarten, daS Lokal eines Vereins, dem die sogenannten ersten KönigSberger Familien angehören, mit dem Boykott belegt wurde, weil ein Mitglied des Vorstands, ein Amts- richter, einem Lieutenant, der als Gast im Lokal weilte, nicht so entgegenkam, wie die Herren Offfziere es glaubten beanspruchen zu köilnen. Noch ist der Konflikt nicht beigelegt und nun ivird eine andre Vereinigung, der die vornehmsten Kreise der Bürgerschaft an- gehören, boykottiert. Der Stadtrat T h i e s s e n wurde seiner Zeit veranlaßt, sein Patent als Reserve-Offizier zurückzuschicken, weil er sich in der be- riMigtcn B r ü s e w i tz- A ff a i r e dem Urteil der gesamten ge- sitteten Kulturwelt augeschlvssen hatte. Herr Thiessen ist nun vor kurzem vom 5löuigsbcrger Man ner-Geiangve rein, alS dessen verdienstvolles Mitglied er gilt, zum e r st e n O r d n e r gPiählt Ivorden. Darauf hat die zuständige Militärbehörde verfügt, daß die Landwehr-»nd Reserve- Offiziere sich so lauge von diesem Verein feriizuhalten und die Militärmusiken bei sciiien Veranstalwiigen nicht mitzuwirken hätten, als Stadtrat Thiessen an der Spitze des Vereins steht. In weiteren Kreisen der Bürgerschaft ist diese Thatsache be- kauiit. In die Oeffentlichkeit ist die Angelegenheit erst durch unser KöiiigSbergerjParteiorgan gebracht worden. Die„Volkstribüne" bemerkt dazu: „ES ist nicht unsre Aufgabe, die Interessen der hier in Frage komniciidcu, recht vornehme» Kreise der Bürgerschaft gegen lieber- griffe deS Militarismus zu verteidigen. Wir werden aber mit Teilnahme abivarten, zu welchen Schritten sich die Herren in diesem Widerstreit von persönlicher Würde und militaristischer Beklemmung entscheiden werden. Schon heute aber weisen wir mit Nachdruck darauf hin. daß bisher die hiesige bürgerliche Presse diese Angelegenheit wohl- überlegt totgesck wiegen hat." Die Sache ist die, daß man alles vermeiden will, was geeignet wäre,„oben" Anstoß zu erregen. Anlaß dazu ist besonders, daß es in Königsberg zwei Unbestätigte giebt: Bürgermeister Brink- mann harrt der Bestätigung als zweiter Bürgermeister von Aerlin und für den Dr. Düllo, dem vom RegierungSpräsideiiten die Be- stätigiiny als besoldeter Stadtrat versagt ist, hofft man dieselbe noch beim Minister zu erhalten.— AnS Ostpreuße» wird uns geschrieben: Die Erbauung von Eisenbahnen durch M a n n s ch a f t e u der E i s e n b a h n- regim enter scheint bei uns Regel werden zu sollen. Noch sind die erste und die vierte Conipaguie des ersten Bataillons vom ersten Eisrnbahu-Negimcnt mit der Herstelllnig der S a m l a n d- bahn beschäftigt und schon wieder verlautet, daß weitere Soldaten hierherkommen sollen, um eine andre Bahn zu bauen. ES sollen 200 Mann nach G o l d a p kommen, um den Oberbau der Strecke Goldap-Roniinten herzustellen. Die Strecke soll im Laufe dieses Sommers soweit fertiggestellt werden, daß sie im Herbst, wenn der Kaiser zur Jagd nach Rominten kommt, benutzt werden kann. Wenn eine genügend große Zahl von Arbeitern eingestellt würde, würde sich uattirlicb die Arbeit ebenfalls beschlenuigen lassen. Pioniere aus Königsberg werden auch in diesem Jahre wieder in der Romintern Heide mit Waldarbeiten beschäftigt werden. Ein Kommando wird in nächster Zeit dahin abgehen. Die böse Obstruktion. Daß die protestanttschen Heinzepfaffcn, die im„Reichsboten" das Organ ihres konträren KuiistcmpfindeiiS verehren, über den parlamentarischen und moralischen Erfolg der Obstruktion in die giftigste Wut geraten sind, ist nur zu verständlich. Verständlich ist auch, daß der„Reichsbote" der Obstruktion gar zu gern etwas am Zeug flicken möchte. Aber wie einen boshaften Ausfall unternehmen, ivenn man nicht den kleinsten Einfall hat? In seiner Uerziveifelten Vcrfassmig verfällt der„Reichsbotc" deshalb auf die groteske Idee, die Obstruktionisten als wüste Sekt- schwelge r zn denunzieren. Er schreibt: „Ab« die Herren von der Obstruktion scheinen in heiterer Stim- muug zn sein; dem„Hann. Cour." wird darüber folgendes von hier gemeldet:„Der Reichstagsrestanrateur hat in dieser Tagung noch niemals annähernd so glänzende Geschäfte geniacht wie heute.' Der Sekt flieht in Strönien, bis in die grohe Wandel- halle hört man das Knallen der Pfropfen. Hoch lebe die Obstruktion!" Sollten die konservativen Freunde des Reichs- boten an dem Scktgclage so ganz unbeteiligt gewesen sein?— Mißglückte Staatsaktion. Das Strafverfahren gegen das socialdemokratische Landtags- wahlkomitee in Breslau wegen angeblichen Wahlstimmenkaufs ist, wie uns ein Privättelegramm meldet, von der Staatsanwaltschaft eingestellt ivorden. Die Staatsanivaltschaft hat sich noch rechtzeitig davon überzeugt, dah Socialdemokraten nicht käuflich sind, sondern nur nach Ilcberzengung und Pflicht stimmen.— Die Rcichötagö-Ersatzuiahl im Kreise Waldenburg ist auf den 26. Juni anberaumt. Daö Pnttkamersche Diktaturregiment in Elsaß-Lothringen fühlt sich wieder einmal beleidigt, wie aus der folgenden Mittcilmig der amtlichen„Strahburgcr Korrespondenz" hervorgeht:„Aus An- lah eines in der. Täglichen Rundschau" enthaltenen Artikels „Die Diktatur in Elsatz-Lothriugcn iBricfe aus dem Elsah)" ist von dein Ministerium für Elsah-Lothringeu bei der zuständigen Staais- anwaltschaft in Berlin Strafantrag wegen Beleidigung gestellt worden." Erst vor kurzem standen, wie erinnerlich, wegen desselben Vcr- gehcns der Bcrtrauensmann unsrer Straßbnrger Parteigenossen sowie der verantwortliche Redacteur unsres reichsländischcn Partei- organs„Freie Presse" vor den Schranken der Strafkammer des Landgerichts der Ncichslands-Hanplstadt. Die Wiederherstellung der ramponierten Ehre des Systems Pnltkamer erforderte dainals die Verurteilung der beiden Sünder zu Geldstrafen von 100 vczw. 50 Mark.— Agrarischer als die ländliche ivevölkernng selbst hatte sich im vorigen Jahre die Regierung E l s a h- L o rh r i n g e n s gc- zeigt, indem sie, um der bekannten„Leutenot" auf dem Lande zu begegnen, auf das Drängen einiger agrarischer Schreier im Landes- ausschnh die Landgemeinden ermächtigte, während der Erntemonate den Nachmittagsunterricht der oberen Slbulklasscn ans- falle» zu lassen. Es zeigte sich jedoch bald, daß man der Landbevölkerung damit eine„Wohlthat" aufgedrängt halte, die sie in ihrer groheil Mehrheit selbst gar nicht wünschte.' Rur ganz vcr- cinzeltc Gemeinden machten von der oberschulrätlichen Ernnichtignng Gebrauch: alle übrigen schätzten vernilnftigerweise den ihren Kindern aus der Bereicherung ihrer Schulkenntuisse erwachsenden Nutzen höher als den augenblicklichen Vorteil, den die Eltern aus der Hilfeleistung der Jugend bei den Ernte-Arbciten zu erwarten hatten, und behielten den Nachmittagsniiterricht bei. Es ist deshalb fraglich, ob die erwähnte s.Vergnnstignng" auch für den kommenden Sommer bestehen bleiben wird.— Auslcind. Belgien. Der Wahlkampf ist in vollem Gange: alle Parteien haben die Aufstellung ihrer Kandidaten beendet.?lm eifrigsten ist die social- demokratische Partei dabei, die Wahle» zu organisieren. Täglich werden im ganzen Lande Hunderte von Versammlungen abgehalten, Hunderttausende von Flugblättern, Broschüren, Zeitungen unter die Massen verteilt. Eine besondere Art der Agitation sind in Belgien die„propagandistischen Spaziergänge" durch die Straßen. Am nächsten Moittag fiitdet eine solche Straßendemonstration in Brüssel statt, oir der sich die Socialdemokraten Brüssels und aitch der Vororte mit Trausparenten, Fahne», Musikchören beteiligen werden. Tie Wahlen finden am nächsten Sonntag statt.— Asien. Steht die iuteruatioiialc Floltendemoustratio« doch noch bevor? London, 18. Mai. Ter„Times" wird aus Peking von gcsterir gemeldet: Die frcnidenfcindliche Bewegung der„Boxers" hat Verhältnisse angenommen, die beunruhigend sind. In der Gegend halbivegS zwischen Pactingfu und Peking sind schwere Aus- fchreitnngen gegen Christen begangen, bei denen viel Eigentum zerstört wurde;'78 eingeborene Christen, darunter Frauen und Kinder, wurden ermordet, viele von ihnen wurden lebend verbrannt. Die katholischen Missionare berichten, es Jei die ernsteste Christenvcr- folgung, die seit vielen Jahren vorgekommen sei, und es bestehe die Gefahr, daß die Bewegung infolge der Apathie oder des still- schweigenden Einverständnisses der jetzigen fremdeufciudlichcn Regierung m Peking»och an Ausdehnung gewinne. Kricgsriistnngcn in Ostasicn. Nach Londoner Meldungen sollen die' Russen in Port Arthur und der Mandschurei eine uu- gemeine Thätigkeit entwickeln. Im März und April seien von China nach der Mandschurei über 100 000 KulrS verschifft ivorden, die bei dem offenbar mit Hochdruck betriebenen Eisenbahnbau verwandt Würden. In Port Arthur herrscht gleichfalls eine fieberhafte Tbätig- leit. Tie bereits bedeutenden Vorräte an Kohlen und Kriegsmaterial würden stetig stetig vermehrt und die Zahl der dort stationierten Truppen »iid der. zur Bcschütznng der Eiseubahnarbciten bestimmten Abteilungen geht längst über das gewöhnliche Maß hinaus. Daß bei Port Arthur jimgsthi» wichtige Manöver zn Wasser und zn Laude statt- sandcn, sei gleichfalls ein Zeichen der Zeit. Alle Anzeichen deuteten daraus hin. daß Japan Rußland zuvorkomme» wolle, und daß es noch in diesem Sommer zum Ausbruch von Feindseligkeiten in Oft- asten komme» dürfe. Noch sei Japan gegenwärtig Rußland über- legen, und da es der Ansicht sei, daß eine Kollision unvermeidlich sei. halte es die Offensive für geboten. Rußland seinerseits suche sich gleichfalls mit allen Mitteln vorzubereiten. Falls Frankreich ktiva Nußland Succurs zn leisten beabsichtige, werde auch England nicht länger in der Passivität verharren können. Ob das schwere Wetter, das sich in Ostasien zusammen- gezogen hat, sich gerade schon in diesem Sommer entladet, ist sbaglich, harmlos' zerteilen wird sich die Wolkenwand allerdings schwerlich. Das emsige Bemühen Rußlands, sich in Korea festzusetzen, scheint vnnmchr von einem gewissen Erfolg gekrönt zu sein. Die„Times" meldet nämlich nach einen. Londoner Telegramm vom 13. Mai aus Peking: Am 80. März wurden von dem russischen Gesandten Pavloff und der koreanischen Regierung zwei Abkommen unterzeickmet. Nach dem erste» bewilligt Korea Rußland am Hafen von Masampho, inner- halb 3 Meilen Entfernung von der Fremdenniederlassung in Masampho einen Platz für ein K o h l e n d e p o t und ein Marinehospital für den ausschließlichen Gebrauch des ostasiatischen Geschwaders; die Einzelheiten dieses Abkommens sollen durch eine gemeinsame »nssisch-koreanische Kommission vereinbart werden. Das zweite ist ein gegenseitiges Abkommen. Rußland verpflichtet sich, niemals den Versuch zu machen, auf der Kojedo-Jnsel, auf dem gegenüber- liegenden, an das Gebiet des Hafens von Masampho anstoßenden Festlande oder ans einer anliegenden Insel Land zu pachten oder zu ertverben; Korea verpflichtet sich dagegen, an k e i n e andre Macht an obigen Plätzen Land z n veräußern. Pavloff teilte der koreanischen Regierung mit, daß Masampho das Hauptquartier der russischen Flotte während des Winters sein iv e r d e.— Meichskag. (Schluß aus dem Hauptblatt.) ES folgt die Abstimmung über folgenden Znsatzantrag Heine(Soc.): Die Bestimmungen der Absätze 2 bis 4 finden auch Anwendung auf Personen, die ivegen Vergehens gegen K 284 des Str.-G.-Ä. (gewerbsmäßiges Glücksspiel) zn Gefängnis verurteilt worden sind. Der Antrag wird mit 206 gegen 60 Stimmen bei einer Stimm- enthaltnng abgelehnt. Die schlie'tzliche Gesamtabstimmung über K 362 ergiebt dessen Annahme nach den Beschlüssen zweiter Lesung mit 200 gegen 64 Stimmen. Präsident Graf Ballestrem: Es liegt mir nunmehr ein Antrag Bassermann auf Vertagung vor. Ich schließe mich diesem Antrag an. Ein Widerspruch dagegen erhebt sich nicht.— Ich setze die nächste Sitzung an auf Montag 1 Uhr: Rest der heutigen Tagesordnung. Abg. Singer(zur Tagesordnung): Meine politischen Freunde haben eine Interpellation eingebracht, die von den, Herrn Präsidenten gestern bei Schluß der Sitzung ver- lesen ist. Ich beantrage auf Grund des§ 32 der Geschäftsordnung, diese Interpellation am Montag auf die Tagesordnung zu setzen. I 32 bestimmt, daß ausreichend unterstützte Interpellationen dem Präsidenten überreicht werden müssen, welcher dieselbe dem Herr» Reichskanzler abschristlich mitteilt und diesen in der nächsten Sitzung des Reichstags zu einer Erklärung darüber auf- fordert, ob er sie sofort beantworten will. Ich nehme an, daß mit der Verteilung an die Mitglieder auch gleichzeitig die schriftliche Mitteilung an den Herrn Reichskanzler durch den Präsidenten er- gangen ist, dann würde die Interpellation am Montag auf die Tagesordnung zu setzen sein. Präsident Graf v. Ballestrem: Die Voraussetzungen des Abg. Singer sind richtig. Ich habe dem Herrn Reichskanzler davon Anzeige gemacht und es ist von Seiten des Herrn Reichskanzlers sogar eine Rnckäußerimg an mich gekommen. Er hat mir sage» lassen, daß die Interpellation eine ganze Anzahl sehr wichtiger staatsrechtlicher und juristischer Gesichts- pnnkte enthielte, über die er vorher im Gremium der ver- büiidctcn Regicruugcn Rücksprache nehme» müßte, besonders mit den Regierungen, die es angebt, und daß er ferner auch noch juristische Berater darüber hören müsse.(Heiterkeit im Centrum.) Wen» deshalb an den Herrn Reichskanzler das Ansinnen gestellt wurde, die Interpellation, wie es die Herren Interpellanten ja gcschäftsordnungsmäßig verlangen können— sofort zn beantworten, dann würde er zu seinem Bedanen, nicht in der Lage sein, die Interpellation zn beantworten. Er würde dies nur thu» können, trenn man ihm eine angemessene Frist liefere.(Heiterkeit im Centrum). Abg. Singer(Soc.): Herr Präsident, ich muß allerdings auf mein Ersuchen bestehen. daß die Jnrcrpellation am Montag auf die Tagesordnung gesetzt wird. Ich danke dem Herrn Präsidenten für die ausführliche Mit- teilung und gebe zugleich der Erwartung Ausdruck, daß es dem Herrn Reichskanzler gelingen möge, die ihm noch fehlenden Auskünfte möglichst schnell herbeizuschaffen. Darin stimme ich mit dem Herrn Präsidenten wie mit den, Herrn Reichskanzler übereil,, daß, es sich bei der Interpellation ,»„ sehr wichtige staatsrechtliche, iveite Kreise nnfers Volks eng berührende Frage» handelt. Gerade deshalb haben wir ja die Interpellation eingebracht und gerade des- halb stelle» wir unser geschästsorduungsmäßiges Verlangen.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Präsident Graf Ballestrem: Da der Herr Abgeordnete Singer auf seinem gekchäftSordmings- mäßigen Recht besteht, so habe ich seinem Wunsch z» willfahren. Ich setze deshalb auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung an erster Stelle die Interpellation Albrecht und Genossen, an die zweite Stelle die Fortsetzung der heutige» Beratung. Abg. Dr. Spahn(C.)[zur Tagesordnung): Ich bitte den Herrn Präsidenten, die Interpellation erst a» zweiter Stelle auf die Tagesordnung zu setzen. Präsidenr Graf Ballestrem(mit erhobener Stimme): Meine Herren! Ich stehe hier, um die Geschäftsordnung nicht, wie es so oft geschieht, dem Buchstaben nach, sondern de», Geiste nach zu handhaben. Würde ich die Interpellation erst an zweiter Stelle zur Beratung stellen, so wäre das ebenso als wenn ich sie gar nicht auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gestellt hätte.(Bravo! und Heiterkeit links). Abg. Dr. Spahn(k.): Ick ziehe meinen Antrag zurück.(Große Heiterkeit links). Präsident Graf Ballestrem: Die Tagesordnung steht aber fest. Schluß der Sitzung 73/4 llhr. AuS der Schweiz. Bei den an, letzten Sonntag in, Kanton Neuenbürg stattgetundev.cn Gemcindewahlen sind infolge eines fried- lichen liebe, einkommeus in Chauxdefonds 10 und in Locle 11 Social- dcmokratcn in den Gcmcindernt gewählt worden.— Die von, LandeSausschuß der deittschen und östreichischen Socialisten in der Schweiz projektierte Zusammenkunft auf dem Rollen im Kanton Thurgau findet am 12. August statt. Die Genossen Dr. Adler-Wie», Greulich-Zürich und Liebknecht-Berlin werden Ansprachen halten.— Polizeiliches, Gerichtliches usw. Wegen Beleidigung der Werdener ZnchthanSvcrwaltnng hatte sich vorgestern vor der Strafkammer Genosse Lebius zu ver- antworten. Tic Beleidigung wird gefunden in der bekannten Prügel- straf-Nottz in Nummer 83 der„Dort. Arb. Ztg." vom 21. April v. I. In dieser Notiz ist behauptet worden, einer der im Essener Meineids- Prozeß Mitverurteilten sei in, Znchthause gepeitscht worden— weil er infolge von Krankheit sei» Arbeitspensum nicht habe leisten können. Die vernommene» Znchthausbeamten bekundeten, der Gefangene Gräf sei niemals bestraft worden, wenn er Wege» Krankheit nicht habe arbeiten können, sonder» nur dann, wem, er frech und wider- spenstig gewesen sei. Ter Staatsanwalt beantragte 6 Monate Gefängnis. Das Urteil, welches auf 3 Monate lautete, wurde kurz dahin begründet: Eine Beleidigung liegt ziveifellos vor. Die be- hauptcten Thatsnchcn wurde» nicht erwiesen. Der Angeklagte hat auch nicht im guten Glauben gehandelt. Er ziveifelte selbst au der Glaubwürdigkeit des Gräf u„ d m i l d e r t e d e n von diesem eingesandten Artikel wesentlich a b!— Wie soll es den» nun ein Redacteur machen? Mildert er, um nicht zu beleidigen, dann handelt er nicht im guten Glanben, mildert er nicht— dam, hatte er natürlich die Absicht zu beleidigen. Berlin und Umgegend. Die Rammer sind gestern(Sonnabend) früh in einen partiellen Streik getreten und zwar bei de» Firmen Wickel-Charlottenburg, H. Hein- Charlottenburg und Nitze-Friedenau. Beteiligt sind im ganzen 69 Mann. Die Lohnkommission hat»och bis zum letzten Äugenblick versucht, eine Verständigung herbeizuführen, die betreffenden Unternehmer hatten es jedoch nicht für notwendig befunden, sich zu einer bindenden Erklärung herbeizulasse». Jedenfalls kommt es in den nächsten Tage» bei weiteren der Steglitzer Steinsetzer- Junung augchörigeu Firmen zum Ausstand, da die jetzt ausständig Gewordenen deschloffen haben,� nunmehr die Arbeit nicht eher auf» zunehmen, als bis mit der gesamte» Innung eine Vereinbarung er- zielt ist. Die Steinsetzer haben beschlossen, diejenigen ihrer Kollege», welche infolge des Rammerstreiks arbeitslos werden, mtt 3 M. pro Tag zu unterstützen. Achtmlg, Kleber(Tapezierer)! Von feiten der Achtzehner« kommission, bestehend aus Jmiungsmerstern und Mitgliedern des Verbands der Tapezierer, wird durch Aushängen von Plakaten in sämtliäbcn Werkstätten und Verkehrslokalen ee. bekannt gemacht, daß „ach Abmachung vor dem Einigrnigsamt des Berliner Gewerbe- gerickiis, betreffs Tarif der Kleber. die betreffende Kommission den von der L o h u k o m n, i s s i o n der Kleber aufgestellten Tarif fest- zulegen hat. Die unterzeichnete Kommission hat mit diesen Ab- machungen nichts zu thun. Alle Lohndifferenzen und Meldungen der Kleber sind nur au das Bureau der Kleber Berlins und der Um- gegend, Schützenstr. 13—19, Restaurant Pinzer, Telephon A n, t I �632, resp. an die Adresse des Obmanns der Kommission: des Kollegen Jack Uessem, Berlin, Slalitzerstt. 116 wohnhaft, zu richten. Die Lohukommission der Kleber Berlins und Unigegend. Zum Ausstand der Berliner Glasarbeiter wird uns mii- geteilt, daß durch Vermittlung des Vertreters der Berliner Gcwerk- ia,a)tskommission mit den Unternehmern eine Einigung über die Forderungen der Glasschleifer erzielt wurde, die wohl die Beilegung des Streiks zur Zufriedenheit beider Teile herbeiführen wird.' Die endgültige Entscheidung wird in der heutigen Versammlung der Ausständigen erfolgen. Deutsches Reich. Der Ceutralverband der Former beruft seine General- Versammlung am 4. Juni nach Hamburg ein. Der Schmiedestrcik in Lübeck ist nach achtwöchiger Dauer beendet. Die Forderungen der Streikenden sind in der Hauptsache bewilligt. Die Arbeiter bekommen eine Lohnzulage von 2 bis 4 Pf. per Stunde, so daß die Zuschläger 33 bis 33 Pf. und die Schirr- meister 39 bis 44 Pf. per Stunde bekommen. Für Ueberschichteu über den zchnstündigci, Arbeitstag und für Sonntagsarbeit wird 50 Proz.. für Nachtschichten 20 Proz. Lohnzuschlag gezahlt. Die Arbeit wird Montag wieder aufgenommen. Die Magdeburger elektrische Strastenbahi,-Gesellschaft hat es nicht erst zum Streik koinmen lassen. Sie hat ihren Angestellten, ohne erst mit deren Kommission in Verbindung zu treten, folgende Zugeständnisse bewilligt: 1. Alle Schaffner und Führer erhalte» zu dem bisherigen Gehalt von 80 M, eine Zulage von 10 M. 2, Die Tagelöhner eine solche von 25 Pf. pro Tag. 3. Der Dienst der Führer wird von 13 auf 10 Stunden, der det Schaffner auf 11 Stmiden herabgesetzt. 4, Die Einrichtmig einer Pensionskasse wird zugesichert. Wegen Vergehen» gegen K 1SZ der Gewerbe-Ordnung wurde in H o f der frühere Bevollmächtigte der dortigen Filiale des Tischlerverbands, Frötschl, zu 14 Tage» Gefängnis verurteilt. Er soll einen Tischlergesellen, der sein Vergnügen daran fand, bis spät in die Nacht hinein zu arbeiten, durch ehrverletzende Aenßerungen zu bestimnicn versucht haben, die zwischen Meistern imd Gesellen ver- einbarte zehnstündige Arbeitszeit einzuhalten. Sociales. Ten Achtuhr-Ladenschlust auf die Zeit bom 13. Mai bis Ende August einzuführen, beschloß die Hallesche Klempner-ZwangSinnung. Unser Halleiches Parteiblatt hält dem Antragsteller, dem Inhaber der Firma Weber u. Sohn vor. daß die Klempnergesellen in dieser Fabrik oft bis 9 und 10 Uhr abends arbeiten muffen. Eine Woche Sommerferien hat die Hallesche Genossenschafts- buäbdrnckerei ihrem gesamten Personal bewilligt. Die in der Setzerei und Druckerei beschäftigten männlichen Angestellteii erhalten für diese Zeit 25 Mark Lohnvergütung, die Arbeiterin 11 Mark. Der Krieg. Die Belagerung MafekingS aufgehoben, das ist die, wenn auch nicht wichtigste, so doch sensationellste Nach- richt vom Kriegsschauplatz. Bon direkt strategischer Bedeutung für den Krieg ist die Aufhebung der Belagerung Mafekings nicht, lvobl aber wäre der moralische Eindruck der Eroberung für die Boeren ein nicht zu unterschätzender gewesen. Die in Mafeking ciiigcschlosscnen Truppen, ohnehin schwach an Zahl, werden am Krieg ebenso wenig mehr teilnehmen können, wie die Besatzung Ladyiniiths. Den Boeren ist also im Gegenteil die Mühe erlpan geblieben, für die Verpflegung und Bewachung der Gefangenen Sorge zu tragen. Wohl aber hätte es unzweifelhaft zur An- enerimg der Boeren beigetragen, wenn Mafeking genommen worden wäre. Die Lage der Boeren beginnt jetzt eine verzweifelte zu werden. Der Rii'g der Engländer schließt sich mehr und mehr um das künftige Centrum des Kriegsschauplatzes. Unter der kolossalen Ueber- macht' der Engländer müssen die Boeren trotz alles Muts schließlich erdrückt werden. Ter Ausgang des Kriegs steht jetzt außer allem Zweifel. Wir registrieren folgende Telegramme: Maseru, 18. Mai'.(Meldung des„Reuterschen BureanS".) Rnndles Division und die Division der Kolonialtnippen lagern jetzt bei Clocolan. Wie verlautet, sind große Boerenabtei- lungeu. die in der Richtung nach Bethlehem marschierten, wieder nnigckehrt, um den Truppen Rnndles Widerstand zu leisten. Die Boeren bcabsichtigcn zunächst fiiti»ach einem schwer zugänglichen Gelände zwischen FickSbnrg und Bethlehem zurückzuziehen, welches 'ich besonders für Hinterhalte eignet. Kapstadt, 19. Mai.(Telegramm des„Reuterschen BureanS".) Nach hier eingetroffenen Berichten ist die englische Entsatzkolonne beim Einrücken in Mafeking auf keinen Widerstand gestoßen, da die Boeren die Belagerung bereits vor dem Eintreffen der englischen Truppen aufgegeben hatten. St. Helena, 19. Mai.(Meldung des„Reuterschen BnreauS".) Gestern landeten hier weitere 500 gefangene Boeren. Vevfanrinlttttgcn. Die HeizmigS-, Gas- und Wasscr-Rohrleger und Helfer hielte» am 13. Mai im großen Saale des Gewerkschaftshauses eine sehr gut besuchte Versammlung ab, in ivelcher Schlegel über: „Wann gedenken die Kollegen in eine Lohn- bewegung einzutreten und unter welchen Boraus- s e tz u»' g e n ist eine solche durchführbar?" referierte. Redner führte etiva folgendes aus: Nachdem in einer Reihe von Bersammlungen über die Verhältnisse der Rohrleger die denkbar traurigsten Bilder entrollt wurden, sei die Frage, welche heute zur Tagesordnung stehe, wohl schon des öfteren von den Kollegen erwogen. Eine veranstaltete Umfrage habe ergeben, daß von 84 Werkstätten. von denen Fragebogen beantwortet wurden, nur in 7 Betrieben mit 120 Arbeitern neunsttiiidige Arbeitszeil in 2 Betrieben mit 31 Ar- beitern die gVestündige und in 75 Betrieben mit 1882 Personen die zebnstündige Arbeitszeit vorherrscht; dabei werden noch in der Mehr- zahl der Betriebe Ueberftunden gemacht, für die zumeist ein Auf- schlag nicht gewährt wird. Nur in 30 Betrieben sei ein Prozent- aussckilag vorhanden, der aber nur von 8 bezw. 10 Uhr abends ab gezahlt ivird. Bei der Firma David Grave würden für Tag- und Nackiarbcit 23 Stunden berechnet. Wirklich traurig seien die Löhne, von 27Vs Pf. pro Stunde beginnend, erreichen dieselben im besten Fall für die Helfer 35 Pf., für die Rohrleger 60 Pf. Der Durchschnittslohn für die Rohrleger betrage etwa 40 Pf. pro Stunde. Alles das in Verbindung mit der Zahl der Organisierten zeige, welche Unmenge von Arbeit noch zn verrichten ist. wenn daran gedacht werden soll, im Herbst erfolgreich in eine Lohnbewegung einzutreten. Da müsse jeder Einzelne für die Organisation thätig sein. Nach einer kurzen Diskussion wurde alsdann folgende Reiolution einstimmig angenommeu:. Die Versamnilung der Rohrleger beschließt, in Erwägung, dar. die stattgcftindenen Erhebungen ein äußerst trauriges Bild über die Loge der Rohrleger entrollt haben und in der Erkenntnis, daß nur dp nn erfolgreich eine Lohnbewegung durchgeführt werden kann, wenn die Mehrzcihl der Kollegen organisiert ist. die bisher unternommene Agitation iveiterznbetreibcn, verpflichtet sie vor allen Dingen jeden Kollegen mitzuarbeiten, damit die Möglichkeit gegeben wird, im Herbst in eine Lohnbewegung einzutreten. Die Agitationskommission wird beauftragt, die aufzustellenden Forderungen anszuarbeiten und zur geeigneten Zeit bekannt zu geben. Zunächst aber verpflichtet die Ber- sammlung jeden Kollegen der Ueberzeitarbeit energisch entgegen- zuarbeiten. Die Berliner stadtischen Gasanstalts-Arbeiter beschlossen in einer stark besuchten Versammlung am 16. d. Mts., für die Hofarbeiter die Erhöhung des Stundenlohns von 35 auf 46 Pf. zu fordern. Bekanntlich wurde diese Forderung schon im vorigen Jahr der Leitung der Gaswerke unterbreitet, welche sie aber ablehnte. Zu berichten ist noch, daß erfreulicherweise die Organisation der Gas- austaltS-Arbeiter in der letzten Zeit hübsche Fortschritte gemacht hat. Von den Arbeitern der II. städtischen Anstalt, die bis vor kurzem der Organisation gänzlich fern standen, sind in den letzten Wochen an l3<> Mann dem Verband der Gemeinde-Arbeiter beigetreten. Der Centralverband der Töpfer beschloß in der Versammlung am 15. Mai die Differenzen bei der Firma Schöffe! dem Einigungsamt des Gewerbegerichts zu unterbreiten. Die Konditoren hatten am 18. Mai eine Versammlung an- beraumt, in der Rechtsanwalt Fränll einen beifällig auf- genommenen Vortrag hielt. Hierauf gab der Vertrauensmann den Kassenbericht. Die Einnahme betrug 75,35 M., die Ausgabe 26,65 M. Charlottenburg. Eine am 15. Mai in Charlottenburg tagende öffentliche Malerversammlung nahm einen Vortrag des Kollegen Fleniming über das Handwerk früher und jetzt beifällig entgegen. Hiernach erstattete Opitz einen längeren Bericht über die Thätigkeit des Gehilfenausschnffes mit der Innung, aus welchem hervorging, daff einige Verbesserungen zu Gunsten der Gehilfen erzielt seien. Die Wahl von 4 Ersatzmännern zum Gehilfenausschuß fiel auf die Maler Schönboni, Kleiber, Griesmeier und Hackert. Nummelsbnrg. Die Handels- Hilfsarbeiter, Kutscher usw. hielten am 16. d. M. eine gut besuchte Versammlung ab. Nach einem Referat des Handels-Hilssarbeiters Kahler über den Wert der Verkürzung der Arbeitszeit und einer kurzen im Sinne des Referats gehaltenen'Diskussion machte der Vorsitzende noch auf die bevorstehende Einigung der beiden in Betracht kommenden Be- rufe aufmerksam. Diese Mitteilung wurde allseitig mit Freuden begrübt. Berein ber Frauen und Mädchen der ArVeiterNaffe. Montag, den 21. Mai, abends SV, Uhr, in den„Arminhallen", Kommandantenfir. 20 Bortrag des Herrn Rechtsanwalts Fränkl: 1.„Aus der Geschichte der Justizmorde und Justizverbrcchen". 2. Das Bercinsrecht der Frau. 3. Diskussion. Hausdiener, Packer, Kutscher und Kohlenarberter von Stegh.!. Montag, den 21 Mai, abends 8'/- Uhr: Oeffentliche Versammlung un Lokale von Schellhase, Ahornstr. lös. Verband der Schlächtrrgesellen Berlins nnd Umgegend. Sonntag, den 20. Mai 1900, Versammlung bei Schiller, Rosenthalerstr. S7. Tages- ordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Die Lohnbewegung unserer Kollegen in Deutschland und Oesrrcich. 3. Stellungnahme zum Centralverband der deutschen Flcffchergesellen und event. Wahl des Vorstands. 4. Gewerk- schaftliches.' Die Inhaber der Plättanstalte» und die Plätterinnen haben am Montag, 21. Mai, abends 9 Uhr, in der„Ressource", Kommandanten- strahe 57, eine Versamuilung einberufen, die eine Erhöhung der Preise ein- führen soll. Allgem. Kranken, und Sterbekasse der Metallarbeiter(E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 9. Sonntag, den 20. Mai, vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung bei C. Fischer(Moabiter Klubhaus), Beusselstr. 9. Verein der Bierabzieher Verlins und Umgegend. Sonntag- nachmittag 3— K Uhr, Vereinsversammlung bei Ladewig, Kommandanten- slrafee 65._ Socialdemokratisclier Walilvereiu des 4. Berliner Reichstags-Walilkr.(S.-O.). Dodes-Anzcige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß uliser Mitglied, der Mctalldreher Peschel am 17. Mai, abends 9 Uhr, verdarben ist. Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 20. Mai, nachoi. 3>/z Uhr, vom Trauerhause, Wiencrstr. 8, nach dem neuen Thomas-Kirchhof statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 212/20_ Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter-YerhaiKk Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 16. Mai, starb an Lungenentzündung unser Mitglied, der Metallarbeiter Karl Eorsinskl. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonn- tag, nachm. 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Nazaretkirchhofs, Dalldorscr Chaussee, aus statt. 113/2 Die Ortsverwaltung. Wlihlmtin für dm L.Kreis. Dienstag, den 22. Mai: Vorstandssihttng. !Hosm, Ailziige, Paletots! vorjährige Mastbcstelliiiigcn. HHifte Kostcnitreis. Ludwig Engel, Herreubekleidiuig,'47012* Münzstrasse 26, pari. Socialdem. Arbeiter- Yerein für Köpenick nnd Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Donnerstag, den 17. d. M., nach- mittags 4 Uhr, unser Mitglied Emil Dommaing im Alter von 26 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Zlndenken k Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 1 Uhr, von der Leichen- halle aus statt. s7/l Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben ManneS und gute» Vaters, sage ich allen Freunden, Bekannten und Kollegen, sowie den Mitgliedern des 4. Wahlvereins Süd- Ost uieinen herzlichsten Dank. 11016] Die trauernde Gattin Agnes �Veldner und Sohu. Elektrotechnik nnd Maschin enban. Zwei nene Abend-Kurse der Efektra- Proojpekte und Lehrplan gratis.— Anmeldungen schleunigst Prinzenstr. 55. Verhaus mm Erlanger Otranionstrasse 108 empfiehlt seinen 47042* grossen Mittag-n. Abendtisch sowie 10 versch. Sorten hiesige u. echte Biere. Ergebenst M. Pönitz. V 46002* fx-iiul Speeialhans TtWlht Salongröße a 5, 8, 10— 300 M. Stets Gelegenheitskäufe in Deppich.. Gardine», Portieren, Möbelstoffen, Tischdecke»-c. ca. 450 Abbil- düngen, gratis und franco. Emil leföTre, Berlin 8. specu'haut Opanienstp. 158. Herren- Anzüge reine Wolle, vom Maßschneider gc- arbeitet, streng reell, kein Handeln! 'Zlllkettlttlzüllt 25 bis 35 M.. Gebr. Wolff, 10 Berlin N., Jnvalidcnstrafte 131. Aufträge von 18 Mark an franco. Katalog und Proben kostenlos. 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Lausifferstr. 2. S Ter Stadtantiaze nt.tre: h.'»!- tige» Nummer liegt ein Pf.>,»r« der Buchhaiidlnag Korn». S«hll«t. Berlt». Borkstr. 20. bei Verantwortlicher Redakteur: Paul John in Berlin. Ffir den Jnserntenteil verantwottlich: Dh. Glocke in Verl!». Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Einem Teil der heutige» Aus läge liegt ei» Prospekt des Herreu- Garderobe»- Geschäfts Plottllvh HVeiM, Schönrbrrg, Hauptstr. 151, bei. �Warenhaus �.�Wertheim Berlin, Leipzigerstr. 132133. 4- Rosenthalerstr. 27129 und 51. ♦ Oranienstr. 53|51. Trusen. Kl ftüUHL" l�llXSOU� vorn gezogen, mit Waschbesatz: �'.! i �: s S�2ß Mk. JSJIU.SGUL mit Säumchen-Sattel, weissem Piqu6-Kragon und Blende Mk. KattUIl�BIUSen mit Bntredeux, Langsäumohen mit Pllssö•«« ö i>• Mk. «FapOUaiSMr]BlU.S6Il. mit Stickerei-Sattel u. Volant, gefüttert. 5�25 Mk. mit Plissö und Bandgarnitur, gefüttert S�SO Mk. 15 OmdOHblUS©!!.«: mit Falten, kariert und gestreift 3§2ß Mk. 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Halbhandschuhe, durchbrochene. Gewehe, Zwirn 15 u. 33 Pf. Pf. Halbseidene Damen-Handschuhe........... 70 Pf. Imitiert schwed. Damen-Handschuhe, lederfarug.■ 38 pf. Imitiert schwed. Damen-Handschuhe m.- Dmcuknöpfen 85 pr. Glace-Damen-Handschuhe f.rh,?.'e.w»g°-u.�?erh,g•■ 1.3» m*. Glace-Damen-Handschuhe?."benPo,'lmutte,-knöpfen.in m.odei"nen l,90Mk. İS.rp™.». Vers«ml- Abteilung; Leipziger Strasse]3S|133. V« mI.'SI'pÄ?' St. 116. 17.?.l>t»».s. 2. Ktllllge Berliner Partei-Angelegenheiten. Die neue Lokalliste ist der heutigen Nummer unsres BlntteS beigefügt. Jedem Arbeiter, jedem Parteigenossen erwächst die Pflicht, sie genau zu beachten. Nach wie vor ist die Lokalliste eins der wesentlichsten Mittel, um der klassenbewußten Arbeiterschaft in Versammlungs- Angelegenheiten Gleichberechtigung zu erkämpfen. Auf alle Fälle sind daher solche Lokale zu meiden, wo der Wirt zwar gern sieht, daß der Arbeiter bei ihm sein Geld verzehrt, wo den Parteigenossen aber die Thür vor der Nase zugeschlagen wird,' wenn sie wegen Abhaltung einer Versammlung anfragen wollen. Vor allem tritt in der jetzigen Zeit der Ausflüge an die Parteigenossen die Pflicht heran, ihre Brüder in den Vororten im Kampf gegen den Druck der Behörden zu unterstützen. Es ist bekannt, wie schwer es zuweilen der Arbeiterschaft durch die be- kannten«ordnungSstützenden� Maßnahmen gemacht wird, in den Vororten Säle zu Versammlungen frei zu bekommen. Hier hängt alles von der Energie ab, mit der die Berliner Parteigenossen ihre Pflicht thun. Kein Wirt darf bei privaten wie bei Vcreinsaus- fliigen berücksichtigt werden, der nicht das Versammlungsrecht der Arbeiter durch die That anerkennt. Möge jeder Arbeiter in diesem Kampf auf dem Posten sein! Auskünfte sowie Lokallisten sind bei sämtlichen Lalalkonnuissions- Mitgliedern zu haben. Die Lokalkommission. Achtung, sechster Wahlkreis! Für die heutige Urania-Vor- stcllung können die Genossen noch Billets erhalten bei Bachgänger, Swinemünderstraße; Hermann, Puttbuserstr. 41. und Abendrölh, Bad- und Exerzierstraßen-Ecke. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Freie Volksbühne. Heute nachmittag V. Abteilung im Lessing- Thealer: Die'drei Töchter des Herrn Dupont. Gleichzeitig nach- mittags 2»/« Uhr, im Carl Weiß-Theater. TU. Abteilung: Abschied vom Regiment, von O. E. Hartleben. F r i tz ch e n. von Herm. Sudermann. Abschiedssouper, von Arthur Schnitzler. Köpenick. Bei Scheer, Wilhelmsgarten, spricht im socialdemo- krntischen Verein Genosse Hoffmann- Berlin Dienstag über die lex Heinze. Schmargendorf. In der am Dienstagabend bei Bcier statt- findenden Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins spricht Hoffmann über Punkt 8 unsres Programms. Schöneberg. Die Versammlung des socialdemokratischen Vereins findet Montag bei Obst, Grunewaldstr. 110, abends 8 Uhr statt. Pankow-Niederschönhause». Dienstag findet eine öffentliche Mitgliederversammlung des Arbeitervereins bei Großknrt, Berliner- straße, statt. Genosse Nachtigall spricht über die Arbeiterbewegung im östlichen Europa. UoKales. DaS Familienleben, das heiligste, was der Deutsche kennt, die Stellung der Frau, sucht nach den von Wilhelm Ii. 1897 ans dem Provinzial-Landtag gesprochenen Worten die Social- demokratie bekanntlich zu erswüttern. Sie soll dafür ausgerottet werden bis auf den letzten Stumpf, eine Aufgabe, die nach der ein- helligen Ansicht aller Parteien bis jetzt noch nicht gelungen ist und auch in Zukunft nicht so einfach zu bewerkstellige» sein wird. Wohl aber geht es mit dem Erschüttern der Stcllung. welche die Frau nach, frommer Dichter Weise im Lande der Gottesfurcht und frommen �Sitte einnehmen soll, wacker seinen Gang weiter; nur daß von einer Beteiligung der Socialdemokratie an diesem Beginnen nicht recht etwas zu spüren ist. Wie mehrfach schon, so ist auch in diesen Tagen wieder zu beobachten, wie die Frau, die daheim ihres Hauswesens und ihrer Kinder warten sollte, öffentlich eine Arbeit verrichten muß. die mit allem andeni, nur nicht mit der Innigkeit des deutschen Familienlebens etwas zu thun hat. Und das Pech will es, daß dies auf einem Fleck Erde geschieht, der dem berufensten Schützer des ja wohl durch Religion und Herkoinmen geheiligten Familienlebens, dem Staat, zu eigen gehört. Auf dem Potsdamer Ringbahnhof wird jetzt die Mauer der Bahnhofshalle niedergeriffen. Bei dieser schiveren und uuerträg- lichen Bauarbeit sind Frauen in verhältnismäßig beträchtlicher Anzahl beschäftigt. Jeder Fahrgast ge- nießt das wenigstens in unsrer Gegend noch nicht ganz gewöhnliche Schauspiel, das Weib im Schweiße seines Angesichts bei solcher seiner herkömmlichen Stellung so wundervoll angepaßten Be- schäftigung schuften zu sehen. Die Ursache einer so anheimelnden Förderung deutschen Familienlebens ist selbstverständlich darin zu suchen, daß die Bauarbeiterinnen billiger und williger sind als ihre männlichen Leidensgefährten, daß die Aus- bentung ihrer Arbeitskraft sich für den sicherlich staatstreuen und auf Erhaltung der göttlichen Wcltordnung bedachten Unter- u e h m e r um ein gut Teil profitabler stellt. Der Staat mag ein- wenden, daß ihm die Sache nichts angeht, weil er die Abbnichs- arbeiten einem Privatunternehmer übertragen hat. Ein solcher Ein- wand klingt im ersten Augenblick plausibel, obgleich sich gegen ihn mancherlei einwenden läßt, vor allem das eine, daß der Staat nach ganz den gleichen Grundsätzen handelt. Um ein Beispiel zu nennen, sei angeführt, daß im Eisenbahnbetriebe die Wagenreinigung, die früher den Eisenbahnarbeitern oblag. jetzt zum großen Teil von Frauen besorgt wird. Es ist dies nicht allein eine anstrengende, sonder» tvegen des beim Ans- klopfen der Polstersitze sich entwickelnden Staubes auch recht ungesunde Arbeit. Die Ursache der staatlichen Stiftung des neue» weiblichen Berufszweiges liegt darin, daß die Frauen für diese Arbeit nur 1,80 M. Tagelohn erhalten, während den Männern zwischen 2,30 M. und 3 M. gezahlt wurde. So sind es gerade die Interessenten an der alten Ordnung der Dinge, die am gründlichsten deren Uniwälzung besorgen. Komisch, daß ihnen die Konsequenzen solchen Thuns so bedenklich erscheinen. Die Angst«nsrer Stadtviiter vor der Möglichkeit, daß dem Kommunalwesen durch die Uebernahme einer öffentlichen Einrichtung vorteile erwachsen könnten, ist jetzt von neuem zu Tage getreten. Der Bertrag mit der Firma Nauck u. Hart mann betreffend die Anschlagsäulen und die öffentlichen Affichen geht, wie schon erwähnt, im April 1901 zu Ende. Der Magistrat bat wegen Neu- regelung dieser Angelegenheit einen Ausschuß eingesetzt, und. dieser hat empfohlen, das öffentliche Anschlagswesen nicht in eigne Regie zu übernehmen, sondern öffentlich auszuschreiben. Diesem Beschlüsse ist der Magistrat beigetreten. Die bekannte» Miß- stände, die sich aus der bisherigen Einigung des Anschlagwesens er- geben haben, schienen den Magistrat wenig zu kümmern. Der Magistrat und die Einrichtung der PensionSkaffe für die Pferdebahn-Angcstellten. In der gestrigen unter Vorsitz des Stadtsyndikus Meubrink stattgehabten Sitzung der städtischen Verkehrsdeputation wurde mitgeteilt, daß der Magistrat vorgestern Stellung genommen habe zu dem zwischen der Verlehrsdeputation und der Großen Berliner Straßenbahn hinsichtlich der Ein- richtung der P e n s i o n s k a s s e»och bestehenden Streitpunkt. Der Magistrat hat im wesentlichen die Forderung der Deputation für berechtigt anerkannt und an die Gesellschaft die Auffordernng gerichtet, das Statut so zu fassen, daß der Kaffeiivorstand darüber entscheidet, ob ein Mitglied der Pensions- des Jmüis" Kktlim i lasse zu pensionieren sei oder nicht. Der Magistrat stützt sich dabei darauf, daß die Pensionskasse eine selbständige Einrichtung sei und daß die Gesellschaft und die Angestellten in gleicher Weise zu den Koste» beitragen. Er hält es deshalb nicht für zulässig, daß das wichtig st e Recht, über die Pensionierung zu entscheiden, nur in die Hände der Gesellschaft gegeben werden soll. Eine Aenderung der Beschlüsse der Deputation liegt darin, daß nach dem Beschlüsse des Magistrats gegen die Entscheidung des Kassenvorstands die Be- rufung nicht an ein Schiedsgericht, in welchem Vertreter der Parteien sitzen und Gemeinde- und Staatsbeamte den Vorsitz führen, zulässig sein soll. Es soll vielmehr jeder Partei, die mit dem Beschlüsse des Kassenvorstands nicht zufrieden ist, zustehen, an einen ärztlichen Schiedsspruch zu appellieren. Die Direktion ist noch gestern von diesem Bescheid in Kenntnis gesetzt worden und wird nunmehr dazu Stellung zu nehmen haben. Dte städtische Parkdeputation hat in ihrer heutigen unter Vorsitz des Stadtrats Struve abgehaltenen Sitzung ein Projekt des Stadt-Elektrikers Dr. Källmann betreffend die elektrische Be- leuchtung des Hnmboldthains einstimmig genehmigt, so daß dieses Projekt nunmehr den weiteren Instanzen zur Genehmigung unterbreitet werden soll. Die elektrische Belcnchtnngseinrichtnng deS Tiergartens ist soweit hergestellt, daß von den im ganzen 92 Bogenlampen, 72 große elektrische Lanipen gestern abend in Betrieb gesetzt werden konnten. Einen schönen Maientag hatten wir gestern wieder einmal. Bei ö Grad Celsius begann gegen 9 Uhr morgens ein leichter Hagclfall. Aus diesem schüchternen Anfang eines Rückfalls in den April entwickelten sich ini Laufe des Vormittags ein Schneewehen, das sich auch im Winter hätte sehen lassen können, und verschiedene Hagel- und Regenschauer. Die Temperatur hat in dieser Woche merkwürdige Sprünge gemacht. Am Montag stieg sie zwischen 12 und 2 Uhr auf 14 Grad, um in der Nacht zum Dienstag auf 5 Grad zu fallen. Am Dienstag erreichte sie erst zwischen 6 und 8 Uhr abends den Höhepunkt mit 9 Grad und fiel bis Mittwochmorgen um 6 Uhr wieder auf 3 Grad. Uni 11 Uhr vormittags stand sie auf 13 Grad. eine Stunde später auf 11 Grad und nachmittags zwischen 4 und 6 Uhr auf W,2 Grad. Der Donnerstag war wieder zwischen 4 und 6 Uhr morgens am kältesten mit 5 Grad, und nachmittags zwischen 4 und 6 Uhr am wärmsten mit 22 Grad. Am Frcitagmorgen waren um dieselbe Zeit 10 Grad, die Temperatur kam aber im Laufe des Tags über 15 Grad nicht hinaus. Zur Ermordung der SchtfferSfrau GraSnick teilt das Polizeipräsidium mir: Im Laufe der Nachforschungen hatte sich der Verdacht der Thäterschaft auch auf den Ehemann der Ermordeten, den in Gosen ansässigen Schiffer Ferdinand Grasnick gelenkt. Wie sich jedoch bald feststellen ließ, hat sich dieser Verdacht als voll- st ä n d i g h i n s ä l l i g e r>v i e s e n, da Grasnick mit scincrfEhefrau in dem besten Einvernehmen gelebt hat, an ihr in seinem Gewerbe eine treue Mitarbeiterin gehabt hatte und auch für die Zeit des Mordes sein Alibi in durchaus glaubhafter Art und Weise nachzuweisen ver- mochte. Auch die Untersuchung seiner Kleider nach Blntspuren ec. hat ein vollständig negatives Resultat ergeben, so daß nunmehr jeder Verdacht für die Annahme, daß er der Thäter sei. geschwunden ist. Ein großer und gefährlicher Kellcrbrand, zu dessen Be- wältigung die Feuerwehr fünf Rohre fast zwei Stunden lang in Thätigkeit halten mußte, erfolgte Sonnabendnachmittag in der Wallstraße. 16. Das noch neue Grundstück ist durchweg unter- kellert. Im Keller unter dem ersten Hofe hat. die Firma C. H. Kramer ein Stuhlrohr- Lager untergebracht, dessen Buchwert über 150 000 Mark beträgt. Das Comptoir de- findet sich inmitten dieses Lagers. Nachmittags 3�/, Uhr war der Sohn des augenblicklich verreisten Geschäftsinhabers mit noch drei Personen im Comptoir, als plötzlich durch dessen Thür Helle Flammen schlugen. Erschreckt stürzten sie nach dem Ausgange und ließen dabei die auf den Tischen liegenden Gelder und Geschäfts- bücher zurück, um das Leben zu retten. In wenigen Sekunden waren die beiden Höfe mit dickem Qualm erfüllt, und die in den Wohn- und Fabrikräumcn sich aufhaltenden Personen mußten eben- falls die Flucht ergreifen, um nicht zu ersticken. Die in mehreren Zügen erschienene Wehr vermochte sich anfangs in dem dicke» Rauch kaum zurechtzufinden und war in erster Linie darauf bedacht, durch Einschlagen sämtlicher Kellerfenster und Thülen dem Qualm Abzug zu verschaffen. Zwei Sappeure wurden dann mit Rauchschutzapparatcn und ein dritter mit dem Feucrtaucher-Anzuge versehen und zum ersten Angriff vorgeschickt. Obgleich nun fünf Schlauchleitungen von drei Seiten ans Wasser gaben, konnte das Feuer doch nur ganz allmählich zurückgedrängt und erstickt werden, wobei die Löschmannschaften stark unter der Raucheinathmniig zu leiden hatten. Bald nach fünf Uuhr war die Gefahr beseitigt, doch zogen sich die AufräumungSarbeitcn noch stundenlang hin. Ter Goethc-Bmid hat für seine große öffentliche Versamm- lung, um sie nicht wie jene Philharinonie-Versammlnng im März an dem allzu stürmischen Zudrang des Publikums scheitern zu lassen, den größten Raum ausgewählt, welchen Berlin besitzt, nämlich den CirkuS Renz(jetzigen Cirkus Schumann) in der Karlstraße, welcher ca. 6000 Personen faßt. Sie ist auf Dienstag, den 22. Mai, abends llV» Uhr, anberaumt. Nach einer einleitenden Ansprache deS Vorsitzenden Hermann Sudermann folgen als. Redner: Professor Franz von Liszt, Rcichstags-Abgeördnetcr Schräder, Redacteur Der n bürg, Reichstags- Abgeordneter Dr. M ü l l e r- M e i n i n g e n, Reichstags- Abgeordneter Heine und Frhr. Ernst von Wolzogen. Eingeladen sind Männer und Frauen ans allen Parteien. DaS Berliner Aquarium hat infolge der reichhaltigen und viel- seitigen Zusiihrungen an höher und nieder organisierten Seebewohnern mehrere Becken neu besetzen können. Ganz besonders originell nimmt sich daS erste der sogenannten Baialtbecken in der Nähe der Seehundsgrotte aus mit den schönen roten Korallenschwäinmen, den leuchtend orangegelben Kork- schwämmen, den zart weihen und lebhaft roten Seescheiden, anmutigen bunten Serpeln, den dunkelgninen und weißlich fleischfarbenen Moostieren, den tiefroten Purpurschnecken, den wirklich maigrünen breitblättrigen Ulven und andren neu angekommenen Lebewesen und Gebilden der füdeuropätschen Meere. Die Geschäftsleitung der Berliner Teeesfio« macht darauf auf- merksam, daß der Eintrittspreis für heute, wie für alle Sonntage, aus 50 P f. festgesetzt ist. Die RachmittagS-Vorstellung der Schaustellung von Bornum n. Bailey fand gestern nicht statt. Leuten, die Einlaß zu dem großen Etablissement wünschten, wurde erklärt, daß die starken Winde und der sandige Boden, auf welchem die Zelte stehen, es für die Lust- gymnastiker unsicher machten, an ihren Apparaten zu arbeiten. Fenerbcricht. Sonnabeudnachmittag wurde die Wehr nach der Ecke der Reinickendorfer- und Seestvaße gerufen, wo auf freiem Felde, jedenfalls aus Mutwillen, ein großer Haufen Stroh in Brand geraten war. Ein Rohr hatte längere Zeit Wasser zu geben.— Dasselbe war der Fall bei einem Dachbodenbrande, der kurz vorher Liesenstraße 5 abgelöscht werden mußte.— Kaiser Friedrichstraße 1 gingen Gardinen und Möbel und Schönleinstraße 10 Lappen in Flammen auf.__ «H« d«» Nachbarorte». AuS Rixdorf. Wegen fahrlässiger Tötung wird sich der Arbeiter Hans Schüler ans der Cuvrystraße 11 in Berlin demnächst zu verantworten haben. Schüler vergnügte sich kürzlich in einer Laubenkolonie auf den Kölluischcn Wiesen Hierselbst mit Schießübungen, wobei er den 9 jährigen Sohn des Steinträgers Belliii aus der Prinz Haudjerystraße 53 traf und schwer verletzte. Der Knabe ivurde nach dem Bntzer Kreiskrankenhaus gebracht, wo Soulltag. 20. Mai!W0. er gestern seiner Verletzung erlegen ist.— Wegen eines E> n- bruchsdiebstahls. der im Ausschank der hiesigen Vereins- brauerei verübt ward, ist der Kellner Otto Nimmrich ver- haftet und nach dem lliitersuchungsgefängnis gebracht worden. — Ein seit längerer Zeit von der Berliner Staatsanwaltschaft wegen wiederholten Betrugs und Unterschlagmig gesuchter Artist Emil S chimmel Pfennig wurde gestern von der Kriminalpolizei ver- haftet und dem Amtsgericht zugeführt.— Auf schreckliche Weise ist der Maschinist Franz D u r st e w i tz»ms Leben gelonimeii. ivelcher in der Rixdorser Preßhefefabrik in der Delbrückstraße beschäftigt war. Alis dem Fabrikhof befindet sich eine Grube, in welcher die kochend heißen Abwässer der Fabrik gesammelt werden. Infolge einer Reparatur ivar diese Grube nur mit einem leichten Brett ver- deckt, über welches Durstewitz ahnungslos hinweggehen wollte, dabei jedoch einbrach und in die heiße Flüssigkeit stürzte. Obwohl auf sein Hilfegeschrei sofort Arbeiter herbei- eilten und ihn aus der Grube herauszogen, hatte D. doch schon so erhebliche Braiidivunden am ganzen Körper erlitte», daß er im Britzer Kreislrankenhaus, wohin man ihn brachte, am Freitag- abend unter qualvollen Schmerzen verstarb. Die Staatsanwaltschaft hat die Leiche beschlagnahmen lassen.— Drei Schivestern, welche seit längerer Zeit zahlreiche hiesige Geschäftsleute gemeinsam bestohlen haben, sind jetzt auf frischer That festgenommen und zur Anzeige gebracht worden. In der Wohnmig der Mutter ivurde ein ganzes Warenlager au gestohlenen Sachen vorgefunden und befchlag- nahmt. Eine umfangreiche Erweiternng des KabelnetzeS deS städtischen Elektricitätswerks tu Charlottenburg ist soeben vom Magistrat bei der Stadtverordneteii-Versammlinig beantragt worden. Die' Kosten sind auf 407 000 M. veranschlagt. Die Verlegung der Kabel toll noch in diesem Sommer erfolgen. Die Anschlüsse sind meist für Belenchtungs- und Fahrstuhlanlagen_ bestimmt, ii»r zum kleiiiste» Teil für industrielle Zwecke. Kabel sollen u. a. erhallen: der Kiirfürstcndamm, die Uhlandstraße, die Joachimsthalerstraße, die Rankestraße, die Momsen- und Knesebecksiraße, die Schillerstraße, die Göthestraße, die Kantstraße in einzelnen Teilen. Vevpsrmmlungvn. Der socialdemokratischc Wahlverein für Teltotv-Bccökow- Storkow-Charlottenburg hielt am 17. Mai in der Gaiiibrimls« Brauerei eine gut besuchte Versammliiiig ab. Der Abend ivurde fast ganz durch ein recht interessantes Redetournicr ausgefüllt/ Redacteur Ströbel referierte über: Das Liebäugeln der bürgerlichen N a t i o n a l ö k o n o m e n mit der' Arbeiterbewegung. Ueber den schon mehrfach gehaltenen Vortrag ist bereits in Nr. 75 des„Vorwärts" eingehend berichtet worden. Es sei deshalb jetzt nur darauf hingewiesen, daß Redner es im Interesse der modernen Arbeiterbewegung, sowohl der gewerk- schaftlichen wie der politischen, für durchaus iiotwenig hält, die Sympathicbezeugnngeii der Kathedersocialisten mit einem gewissen Mißtrauen aufzunehmen. Auch diesmal behandelte Redner aus- siihrlich den„Fall Sombart", über der ulisre Leser ja informiert sind. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgeuommen. Nunmehr nahm Dr. C o n r a d S ch m i d t, der in der Versammlungseiiiladung als Korreferent bezeichnet worden war, als erster Diskussionsredner das Wort. Er legte zunächst dar, daß die klassische bürgerliche Nationalökonomie eine erhebliche Waiidlung durch- gemacht habe. Die sogeiiaimte vulgäre Oekonomie, welche den Bestand der heutigen Gesellschaft heilig sprechen wollte, sei abgeflaut. Allerdings sei nichts Geniales von der bürgerlichen Oekonomie inzwischen geleistet worden. Sie habe aber doch den Kardiiialgcdanken des Socialismns, daß die aus niedrigeren Wirt- schaft lichen Formen emporgewachsene kapitalistische Gesellschaft per- gänglich, umbildbar sei, anerkannt, ivenn auch verklausuliert. Ferner nehme sie zum Teil gegen die Arbeiterschaft eine ganz andre Stellung ein wie früher. Forderungen, die als die nächsten von den Arbeitern mit Energie vertreten ivürden, wie die Koalitionsfreiheit, die nn- gehinderte Eiitfaltting der gewerkschaftlichen Bestrebungen und der Arbeiterschutz, fändeu bei einer Richtung bürgerlicher Gelehrter An- erkciiilung. Zu dieser Gruppe gehöre Sombart. Er speciell gehe aber noch viel lvciter. Sombart habe als einziger riickhaltslos und mit Energie auf die Bedeutung Marx' hingewiesen und sei dem Wesen der heutigen Gesellschaft auf de» Grund gegangen. Er nenne den Klassenkampl den Kampf um die Futterstelle in der heutig?» Gesellschaft und sage dami Iveiter, daß auch zlvischeu den per- schiedeiien Nationen der Kampf um die Futterkrippe entbremie. Bei Betrachtung der europäischen Sittiation konime nun Sombart zu dem Schluß, Deutschland werde wegen der Eröffnung neuer Absatzgebiete notwendig niit andern Nationen, insbesondere mit England, in Streit kommen, und es müßte darnm seine Flotte verstärken. Redner ist» i cki t dieser Ansicht, er wünscht aber, daß Sombart zngestanden werde, daß der ihm vom Re- fereiiten vorgeworfene Meiiiungsivechscl die Folge ehrlicher innerer Ueberlegung sei. Es wäre ganz nnwahrscheiillich, daß sich Sombart init seinem jetzigen Eintrelen für die Flotte habe„oben" beliebt machen wollen. Schmidt teilt auch nicht die Befürchtuiig des Geiiossen Ströbel, daß die von Sombart warm befürivorteten „neutralisierten"(impolitischeu) Gewerkschaften der Arbeiterbelvegimg inib vor allem der Socialdemokratie schaden köiluteu. Sombart selber sei der Meinung, die Socialdemokratie ivcrde die ausschlaggebende Vertreterin der Arbeiterschaft bleiben. Die Gewerkschaften müßten die Mafie habe», es könne darum ans rein praktische» Gründen wünschenswert sein, nur die allgemeincii Gcwerkschnftsziele in den Vordergruiid zu rücken. Auzunehme» wäre, daß sich Aiidersgefiiuito mit ihren Anschanungen uns aiipasse» würde». Die Verhältnisse ivürden sie z» uns herüberziehen.(Mehrfaches Bravo! und Sehr richtig!) Redner schließt»nter dem Beifall eines Teils der Versammlung mit den Worten: Ucberschätzeii wir Leute wie Sombart, Brentano ec. Nicht. erwägen und kritisieren wir kühl, was sie sagen, aber suchen wir and) nicht Motive hinter ihrem Austreten, die Nicht dahinter stecken. — Vogel sympathisiert bezüglich der Geiverlschaften mit StröbclS Standpunkt, daß in den Gewerkschaften der„socjalistische Geist" gepflegt iverden müsse.— Fenchel und Görcke verteidigten den Buchdrucker-Verband, den Genosse Ströbel als Beispiel dafür an- geführt hatte, daß der politische Jiidiffercntismiis in Verilfeii zu Hause >er. wo neutralisierte Gewerkschaften bestünden. Indessen erklärte Görcke das„Liebäugeln" der bürgerlichen Professoren für eine Gefahr, während Fenchel mit Schmidt darin übereinstinimt, daß man Sombart keine uulaiitercii Motive unterschieben solle.— K u b e hält ein Zusammciigchen mit den bürgerlichen National- Ökonomen in den Fällen für angebracht, wo die klassenbewußten Arbeiter � mit ihnen übereinstimmten. Uebrigens hätte Sombart hinsichtlich der Gewerkschaftsfrage nichts Neues erfllltden: aus- gesprochene Socialdemokraten hätten schon lange vor ihm das- selbe ivie er verlangt. Die Gcwerkschafteii' brauchteil nicht ausgesprochen socialdcmokratisch sein und die Partei werde nicht zu kurz dabei kommen.(Znsttmmuilg.)— Der Referent begründete im Schlußwort noch einmal ausführlich feinen Staildpimkt. daß die Pflege des socialistischen Gefftes nicht vollständig aus de» Geiverlschaften verbannt werden dürfe. Die bisherigen Gewerkschaften entsprächen seinem Ideal. Sombart wolle thatsächlich die Gewerkschafte» auf einen andern Weg bringen, mit der unverkcimbaren Hinterabsicht, die Socialdemokratie unter Verflachuilg ihres Klasseiikampfcharakters in eine verschwommen national-socialistische Reformpartei umzuwandeln. Ohne die Ge- fahren des profeflorale» LiebeswerbenS zu überschätze», wolle er nur vor einer allzugroßen Sorglosigkeit deniselben gegenüber warnen. Unter Bereiiisangelegenheiteil teilte Genosse C. Vaake naiiiens des Vorstandes mit, daß vier Maurer wegen Streikbrecheiis aus dem Verein ausgeschlossen worden seien. SotialdenwkraMer Wahlvereln fllr den L Bert. Relchstags-Mahlkreis(SfiloP). Dienstag, den SS. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal deS Herrn Brüder, Waldemarstraße Rr. 75: iV Versammlung Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:»Die bürgerliche Kunst und Literatur, die arbeitenden Klaffen und das Kunst- und Litteraturgesetz". Reserent Reichstags-Abgeord- neter Gen. EmU Kotten ow. 2. DiSkusstou. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet 242/19 Ken Voi>«tnnd. ilV In der Versaninilung wird für alle diejenigen Mitglieder, welche inNunoe April ihre Beiträge entrichtet haben, der„Führer durch daS Jnvalidenversicherungs-Gesetz" gratis verabfolgt. D. O. „ SotiaidtmoNraNscher Mahlverein für den 5. Dttliner Reichstags-Wahlkreis. Mittwoch, den L3. d. M., abends H1/, Uhr, im„Alten Schützehhans", Lininnstr. 5: SP DrrkninuUuttg. TageS-Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über die in der Generalversammlung gestellten Anträge. 2. Vereinsangclegenheiten. Gäste sehr erwünscht. Zahlreichen Besuch erwartet 24b/S_ Der Torstand. � Sotialdemokratischer Mahlverein für den 6. Derliuer Reichstags- WaMeis. Uersammlnng am Dienstag, den SS. Mai, abendS S3� Uhr, bei Melchert, Bergstraße 68. Tages-Ordnung:[247/10 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten V. I-Iedüneebt über die lex Kelnze. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheilen. Der Borstand. Die Bezirkssührer der Oranienburger und Rosenthaler Vorstadt werden ersucht, die Mitglieder aus diese Versaiuinli.ug hinzuweisen. KS. Den Mitgliedern des Wedding und der Oranienburger Vorstadt zur Nachricht, dah die nächste Borstellung in der Urania am 27. Mai, nach- mittags-t Uhr stattfindet. Der Vorstand. kiftrts. Verein zu Scliöiitog. Montag, den Sl. Mai 1»««. abends« Uhr � bei Obst, Grunewaldstrasie 110 bkt Vereins- VrriÄmmlung. UW Tagesordnung: Unser Programm. Bereinsangelegenheitcn. Verschiedenes. Donnerstag, den 24. Mai(Hiuiulelfahrtstag) Ausflug nach Volks. Hriwittte Grabowsee. Treffpunkt Schöneberger Bahnhof früh 6 Uhr 15 Min. Billet bis Lehnitz 70 Pf. i'<> v» Btllets zur Treptower Sternwarte sind noch zu haben. Die Mitglieder werden gebeten, hiervon Gebrauch zu«lachen. lb/6 Der Vorstand. R. Küter. Maxstr. 5. Deiitsclrci' Holzarbeiter-Verband. Börsten- imd PiDselmaclier Berlins n. Umgepnö sowie alle in dieser Branche beschäftigten Hilfsarbeiter nnd Arbeiterinnen. Montag, de» 31. Mai. abends SlU Uhr im GemerkfclzaftslzAufe. Enge! Ufer 15 Branchen-Versammlung. Tages-Ordnung: t. Vortrag deS Kollegen K. Dirk. 2. DiSkusstou. 3. Verbands- Angelegenheiten. Kollegen k Wir erwarten von Euch, daß Ihr alle in dieser Bersamm- lung erscheint und für dieselbe agitiert. ZPF- Aufnahme neuer Mitglieder und Entgegennahme der Beiträge findet statt. Drechsler nnd verw. Bernfsgen. Mittwoch, den 33. Mai 1000, abends 8 Uhr im GemerkfchlKftslMttfe. Engel Ufer 15 Brancheu-Bersammlung. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Robert Schmidt über„Tarifgemeinschaften". 2. Dlskusflon. 3. Bericht des Gesellen-Ausschuffes. 4. Verbands- und Branchen-Angelegenheiten. Der hochbedeutsame Bortrag erfordert daS pünktliche Erscheinen sämt- Sicher Kollegen. DM- Dm weiteste Verbreitnng wird ersucht."MM Mriilllinkrlimkritm- Arbkittr. Mittwoch, den 33. Mai, abends«Vz Uhr im Gemvvltfttzafislmufe. Gngel-Ufer 15 (kleiner Saal) Brauchen- Bersammluug. Tages- Ordnung: 1. Bericht vom BerbandStag. 2. Branchen-Angelegenheit. 3. Verschiedenes. Kollegen! Erscheint zahlreich und pünktlich. RummvIsdiii'Ns Mittwoch, den 33. Mai, abends 8>/t Uhr Bezirks-Bersammlung 89/9 Tages-Ordnung: 1. Unsre Organisation. Reserent Robert Ferdel. S. Diskussion. 8. Verschiedenes. kentsnlWlinnll der Bendeis-, hensnesl- nnd Verireiissideites Oeotschlands. Verwaltunz-sstelle Berlin. Achtung, Berliner Kollegen! Sonntag, de» 30. Mai, abends 6 Uhr: Ii im CrewerkschaftKltuaei, Engelufer 15. Tages- Ordnung: 1. Die Einführung eines Streikfonds. 2. Die Anstellung eine? Ein- tassierers. 3. Bericht über die Eiiligiingsverhandlungen. Zu allen Punkten Diskussion. Feder Verbandskollege muß unbedingt in dieser Versammlung erscheinen. Stach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz.— Mitgliedsbuch legitimiert.— Die Frauen löimen sich während der Ver- sammlung im Garten und in den sehr schönen Nebenräumen des Gewerlschasts- Hauses aufhalten. Die Orts Verwaltung. Mol- Mond der Dondels-, Tronsxort- nnd MMrliritn DeMlonds. Bureau: Bischofstraße IS, I. Telephon: Amt V, 3001. MgtMe der Gr. Berliner Streßenblihil, her meWen nnb pülen Bmrtbch [Schaffner, Führer, Kutscher. Stallleute. Streckenwärter, Weichensteller, Waqenwäscher usw.). Montag, den Äl. Mai, vornrittags Uhr 2 Versammrungen und zwar für die Angestellten der Depots Brandenburgstraße, Rixdorf, Treptow, Monte, rffelstraße, Jnselftrafte, Frankfurter- strafte und Lichtenberg in M Mm Möltil. Koppkilstroße 29. Für die Angestellten der Depots Kreuzberg, Tempekhof, Schöneberg, Westliche Vorortbahn, Nürnbergerstrafte, Charlotteuburg, Moabit, Osenerstrafte, Uferstrafte, Brunnenstrafte, Ackcrstrafte, WeinbergSweg, Schönhauser Allee, Pankow und Weiftenfee im..Ztkirpololi". Wolfgoiigstroße, Edle Diirgstmßk. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Bericht über den bisherigen Stand unsrer Lohnbewegung. 2. Dis- kussion und Beschlnßfassnirg. Sämtliche Angestellte erscheinen in Uniform. Die Kollege», welche Mitglieder des Verbands sind, werden gebeten, ihr Mitglieds buch mitzubringe». Die alten Angestellten find verpflichtet, sämtliche nunmehr in de« Betrieb neu- eingestellten Kollegen in die Versammlungen mitzubringen. ES ist Ehrensache eines jeden Straßenbahners, in dieser Versammlung zu erscheinen. Keiner darf fehlen. Die l..olinkoninilsslon. Aktionäre und sonstige Interessenten können Einlaßkarten'im Bureau Bischofstrab« 13, I. in Empfang nehmen. Vertreter der Presse legitimieren sich durch Karten ihres Blatts.___ 67/1 Tie ZtvWchter-CellchllM Berlin, bestehend nur aus blinden Personen, nicht zu verwechseln mit der städtischen Blindenschule, Alte Jacobstraße, cm- psiehlt sich, jede Art von Rohrstuhl- gestechten zu den reellsten Preisen dauerhaft und sauber anzusertigen. Bestellungen auf Ausführung von Arbeiten werften in nachbezeichneten Arbeitsslellen angenommen: Dettke, Andreasstr. 52. Schulze, Pallisadenstr. 18. Riesenbeck, Kolbergerstr. 11 Witte, Angermünderstr. 3. Itttbke, Köntgstr. 42. Rüdiger, Barnimstr. 43. Heise. Waldemarstr. 13. Schilling, Blüchersir. 23. Schrüder, Korbmacher, 29186] Alexanbrinenstr. 20. Wohlbrück, Rixdorf, Bcrastr. 62 Die Arbeit wird auf Wunsch vom Besteller abgeholt u. wieder abgeliefert. Das Gen offenlchasts-Bureau ist Stralauerstr. 13 bei Herrn®. Mirow. AWng! Stuccateurea Aditmig! Montag, den 21. Mai, abends 8 Uhr, bei Kuske, Grenadierstr. 33: -V ersammlnng. TageS- Ordnung: 1. Slbrechnung vom 1. Quartal. 2. Unsere Lohnbewegung und die schwarzen Listen der Unternehmer. 3. Diskussion. Da in dieser Versammlung wichtige Beschlüsse gefaßt werden, ist eS Pflicht der Kollegen, vollzählig zu erscheinen. 173/12) Der Vorstand._ Arbeiter Uerliu«! Von den Finstenvoider Cigarrcnfabrikanten haben die nachfolgenden die Lohnforderungen der Arbeiter bewilligt: R Sporn. Dietrich(Hanisch Nacht.). K. Welgal R. Klähre. W. Enlgk. 0. Wessly. R. Reinlke. G. Franz. F. König, H. MUller. A. Kurras. R. Bär. Relnhold Kaiser. Tie komuiisstou der Berliner Tabakarbeiter. _ Von jetzt ab steht dieses Inserat nur Donnerstags und Sonntags im„Vorwärts' Ucht! E-ekker t Hollandscha Handwerk Slgaran, Sumatra Dek. Saedleaf Omblad. Tagen toezending van post- wisse! of papiergeid van E.-Mk. 15,— zenden Ph. de Kuiter en Zoon, Sigarenfabrikanten, Culetn- borg(Holland) 300 fyne Sigaren franco per post door gansch Dnitschland. Kwaliteit exoellent. Proefkistjes van 100 stuks Jlk. O.OO Netto tabak Va üilo per betalen toi circa 300 stuks. Nß. Duidelyke adres verzookt. gewicht aan honderd. te 5 Mark per opgave van 1083b Geld verdienen können Sie. wenn Sie Ihren Bedarf inHarmo Stt'na�olllllldili- bei miß d!ck«a. Uns«ri S«nirrt.zllc>,2reih!gi mit 19 Tasten, 4 Bisten 9.50, mit 21 Tasten mlO.—.mitheftlrtmtlsntzi.SlitrlchtuK!! 50 ff», mehr, mit Silte 30 Lsg. enra Versand gegen Nachnahme, Parto 80 Psg., S-lbftr-r- lcrnschate gratis, ttew Nistka,«mtsusch od-, Pr-Illlstegr-Usn.srank». Bestellen Siinurbel iiscksIdÄLomp..��. 49. Tbalsächllch arsthte Hannanltafabrik am ststatze� Vesck fiis Fram u. Hcto d. Arbeiterklasse. Mdntag, den 31. Mai. abends 8'/- Uhr. in den �trniinbnilen, Komiiiandantenstrafte 30. 1. Vortrag d«S Herm Rechtsanwalts Fränkl:„Aus der Geschichte der Justizmorde und Justizverbrechen''. 2. Das Bereinsrecht der Frau. 3. Diskussion. Gäste willkommen. Der Vorstund. Booooschiögkr Vrrlws n. Wgtgcnd. Mittwoch, den 33. Mai, abends 7 tlhr, bei Bnske, («renadicrftratze 33: AüsserordentliEhB Generalversammlung. TageS- Ordnung: Statutenberatung. ES ist Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. 33/19 Der Vorstand. fnttroMronMolIf d.Moiim etc. Sonntag, den 37. Rat, vormittags 10 Uhr in Cohns ernstem Saal, Bcuthstr. 30 iKiieuor- TageS-Ordnung: 149/3 1. Kassen- und RevisionSbertcht vom 1. Quartal und Wahl eines Revisors. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. Für die Verwaltung; P. Hoffmann. Verband der Fabrik-, Land- Hilfsarbeiter und Arbeiterioneii Deutschlands(Zahlstelle Berlin). Dienstag, den 33. Mai 1899, abends 8 Uhr bei Rabe, Kolbcrgerslraße 23 Ausserordentlielie Iltglieder-Versaininliing. TageS-Ordnung: 11266 1. Vortrag. 2. Wahl des Delegierten zum VertandStag. 3. Anträge zum BerbandStag. 4. BerbandS-Angelegenheiten. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist eS Pflicht aller Mitglieder, zahlreich zu erscheinen. HD-' Ohne Rltglledsbuch kein Zutritt."ANZ Die Ortsverwaltung. Dienstag, den SS. d. MtS., abend» 8 Uhr, im Metoriasaal, Perlrbergerstraß« Nr. 14: Mitglieder-Bersammlttng"Wß des Central Verbands dentscher Maurer für Moabit und Wedding. Tagesordnung: Vortrag. Diskussion. Verschiedenes. Um regen Besuch bittet Dt« Berdandsleitung. Aickiiing S Achtung! �ehuli m ae her• Montag, den 31. d. Mts.. abends 8'/- Uhr, bei Cohn, Reuthstr. 19 30: Grotze öffrntlirlxe Echiihniücher-Berfammlniig. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung über die Lohnbewegung der Kollegen in den besseren Maßgeschäften. Die Organisation der Arbeitgeber»ud die geplante Aus- sperrung sämtlicher Kollegen. 2 Diskussion. 3. Verschiedenes. Wir erwarten, daß bei dieser wichtigen Tagesordnung ieder Kollege in der Versammlung erscheint. Tie Herren Arbeitgeber haben Zutritt und sind zu dieser Versammlung sreundlichst eingeladen. 169/19 Der Einberufer. Verband deutscher Schneider und Schneiderinneu. S?; Mittwoch, de» 33. Mai, abends 8V2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenftr. 30, 162/8 Tages-Ordnung: 1. Wie erhalten wir unsre Erfolge gegenüber den Chitane» der Unter- nehmer'? 2. Abrechnung vom ersten Quartal. 3. Antrag der Kostümlchnetdcr ans Errichtung einer selbständigen Kommission für diese Branche. Es ist Pflicht der Verbandsmitglieder aller Branchen, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen._ Die Ortsverwaltung. Verein der Tlseliler Berlins und Umgegend. Dienstag, den 32. Mai. abends 8>/< Uhr. Mitglieder-Versammlung bei Dhlele, Uruchtsiraste 36a. TageS-Ordnung: 1. Der nächste Kongreß. 2. Bericht der Aaitationskommission. 3. Berschiedcnes.— Aufnahme neuer Mitglieder. 186/2 Der Vorstand. Achtung. Schneider! Große öffentliche Uersammlnng aller Herren- und Knabeu- Konfektionsschneider am 31. Mai, abends 8V, Uhr. bei Reifer, P r u n» e n st r a st e 15. Einberufen vom Verein der Herren- und Knaben- KonfettionS- Schneider. Tages-Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage der Koufektionsarbetter und der Zweck der Organisation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes._ 13436 Bäcker! Dienstag, den 22. Mai, nachm. 3'!, Uhr: Grofte öffentl. Bersammluttg bei Keller, Koppenstraße 29. TageS-Ordnung: 1. Sind die Kollegen Berlins und der Vororte ge> willt» in deu Lohnkampf einzutreten? Referent: Kollege Hctzschold. 2. Der Leipziger Bäckerftreit n»d unsre Stellung hierzu. Referent: Kollege Drleskom. 3. Verschiedenes.[1116fc Die Kollegen werden ersucht, die StreikfondSlarte mitzubringen. _ Mit Brudergruß: Die I,ol»nkon»inissiun. Veit erülfnet![40518*] h'eu crölTaett Frankes SpeisehaiKe Neue Grünstrafte 39 lzw. Kommandanten- und Seydelstr.) Jeden Tag 12 verschiedene Gerichte I Speisezeit unuilterbrochen von vor- zum Preise von 10—30 Pf. I mittags 11»/,— 10 Uhr abends. BT Vier Vw 10 Pf..'/.» 5 Pf. Kaffee 5 Pf Milch 5 Pf.-»« Achtnng! Maler. Achtung! Die Zahlkellen der„Vereinigung der Maler, Lackierer«. Kerufsgen.(Filiale II) befinden sich: N. Rnppinerftr. 48 bei Rosin. Z a h l st u n d e»: Montag. Mittwoch und Freitag abends v. 8—9 Uhr, Sonntags vorm, v, 10—12 Uhr, Alte Jakobstr.«!' bei Q«n-. Zahl stunden: Montag, Mittwoch und Freitag abends von 8—9 Uhr. Psicklerstr. z bei Gonmieit. Z a h l st II n d e n: Dienstag und Donners- tag abends von 8—9 Uhr, Sonntags von», von 10—12 Uhr, Grunewaldsir. 118 bei Odst. Zahl stunden: Mittwoch abends von 8—9 Uhr, Sonntag vorm, 10—12 Uhr. Ttrttinerstr. 17 bei Richter. Pankow. V e r t e h rs l o kal: Florastr. 35 bei Devantler. Zahlstellen der Filiale der Lackierer besinden sich: Jüdenstr. 37 bei Mörschel und Schilifte. 39 im„Wedding- Kasino". Der Ecntral-Arbeitsnachweis der„Maler. Lackierer u. v. Ä.* bestndet sich nach wie vor Ttralauersir. 48 bei Hahn. Geöffnet an den Wochentagen(vorm, von 7—11 Uhr),[124/12 Maler. Aclitaai! Maler. Den Mitgliedern der Piiiaie II(Bereinigung der Maler. Lackierer u. vcrw. B.) zur Nachricht, dab am Himmelfahrtstag (Donnerstag, den 24, Mai) eine HerrengzaHHe nach Blrkenwerder und weiter nach Snnnnt stattfindet, Abfahrt: Stettiner Bahnhof früh St/, Uhr. Für Nachzügler: Treffpunkt 9 Uhr im Paradiesgarten in Birkenwerder. Recht rege Beteiligung erbeten,[124'Z Efiitteriid der Mm Deutschlands Zahlstelle 1, Putzer. Ilm Donnerstag, den 84. Mai: Himmelfahrt- Partie nach Rttdersdorfer Kalkhergc. Sammelpunkt: Erkner. Die Züge fahren wie folgt: Charlottenburg S,49, 7,24,- Aleranderplatz 7,1», 7,47,- Stralau-Nummclsbiirg 7,30, 7,59,— Erkner Ankunft 8,14, 8,'4ö Die Kollegen der Gesangvereine werden ersucht, sich recht zahlreich an der Partie zu beteiligen,— Die nächste Mitglicder-Berfamiiiliing ftndet der Pfingst-Feiertage halber am Sonntag, den 19. Jnui. in den„Armin- hallen", Kouimandaiitenstr, 20, statt, 134,9_ Im Auftrage: Pranz Schultz. Ernst Höflichs Schwarzer Adler46 Konzert-Garten und Speeialitäien-Dheater.[4S80L Fiiväiiclisliel'x, Fraillikiii'ter Lkanssev 120. Sonntag, de» 89. Mai: Konzert(Dirigent: Her, Äeler) und Spccinlltftten-Yorstcllung. Anfang 4 Uhr. Entree 29 Pf, Im«snigssaali grosser Volks- und Kinderbelnstigungen aller Art. Drei verdeckte Kegelbahnen. Um zahlreichen Besuch bittet Ernst Höflich. Achtlivg! Achtnug! Miliirer DarlotteiiliiilgS I Montag, den Sl. Mal, aheeds 8 Ehr: Außerordentliche Mitglieder-Versommlnng ;» Eentralverbandes deutscher Maurer(Zahlstelle Charlottenbu ........ Charlottenburg) in der Gamhrlnns-Branerei, Walistr. 94. Tages-Ordnung: 1. Bortrag deS Reichstags-Abgeordneten E. Rosenow über:„Wirtschaftliche Kämpfe und Arbeiterorganisationen", 2, Diskussion. 3, Gewerk- schaftliches. 13459 Zahlreichen Besuch erwartet_ Die örtliche Bcrwaltuiig. Achtung! Sdjinlfiie. Achtnng! Montag, den Ll.Mai, abends Z'j, Uhr: Oeffentl. Versammlüng der Schmiede Bixdorfs n. Vin gebend Bei Gröplev, Berqstr. 147 in Rirdorf. Tagesordnung: 1. Bortrag über:„Zweck und Nutzen der Verkürzung der Arbeitszeit", 2, Verschiedenes, ES ist Pflicht eineS I« d e n Kollegen, in dieser Bersammlung zu erscheinen, 176/6) 14er Eiaherufer. H Junafernlieide, iiwam. mrilimilTnw MI|| imi'W I Angenehmer Aufenthalt. _ Schöner schattiger Garten,— Kegelbahn. 4688L' Kasfceliiche jeden Dag von 8 Ilhr ab geöffnet. M_ »!■ Zamariter-Kursns»A, für Arbeiter«nd Arbeiterinnen, fji �ommerknrsiis 19OO Der 2. Vortragsabend in der Centrale Drcsdcnerstrahe 46 findet morgen, Montag, abends 9 Uhr statt, Vortrag übep:«Anatomie imd Physiologie", Nene Teilnehmer werden noch aufgeiioniiiien, Gäste will- koininen. Heute AuSflug nach Treptow(Restaurant Ronnenberg). lbä/S_ Per Vorstand. |J. Baer,| BERLIN N.[40602» f nur Gesundbrunnen 26, Badstraße 26,? Ecke P r I n ze. n- A 1 1 c e, � Fernsprecher Amt III 2443,— empfichu, ivie bekannt, in reellster Aus- v aS.gsteu ßreilg ststeil Preisen:- öerren-ii. Xnadeii-? Karüerooe. � S Grosses Stofflager! , zur Anietiignng nach Mass. stilr ganz Deuischland genehmigt. -LöSSßä Mk.3.38 Porto n. Liste 30 Pf. extrs Wohlfahrts zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete. Ziebnng: schon 31. Mai und folgende Tage zu Berlin LoonaDzahl und Gewinne wie früher. MÄiiptgcwiaa looooo m.... Möbel Großes Lageij Gediegene ullä polLlerUllrell. 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Sein hübsches Gesicht zeigt den Zug des Leiden-Z, den die Backfische gern haben. Ein finsterer Schatten fliegt manchmal über seine Tenkerstirn und im Publikum werden allerlei Ahnungen wach. Vielleicht ist er ein illegitimer KönigSsohn, der fliehen mutzte. Vielleicht ist er auch nur ein schlichter Edelmann, der seine Augen zur Königin erhob irnd dafür in die Verbannung ging. Oder ist er ein kühner Revolutionär? Oder hat ihn ein Weib betrogen, daS er »ie vergessen kann? Oder ist es etivas andres? Was es auch fei— Luigi Cafarelli ist furchtbar intereflant und das ist ja die Hauptsache. In der That ist er ein italienischer Offizier, der wegen irgend einer Sache aus der Armee ausgestoßen wurde. Unschuldig nätür- lich, völlig unschuldig, interessant unschuldig 1 Eine Weile scheint eS. als ob er die reiche Amerikanerin Heimführen soll. Die praktische Dame will indessen einen gescheiterten Offizier nicht heiraten, und so wird nichts daraus. Als schließlich die Nachricht eintrifft, die ihn rehabilitiert, will er nicht. Nicht um alle Millionen Amerikas. Luigi Cafarelli thut so etwas nicht. Er geht nach Italien zurück, das er »ie hätte verlassen sollen. Das Stück ist im Grnnde ein Backfischspaß— fad, seicht, süßlich und lindisch. Lindau hat es von der Direktion Prasch übernommen und mußte es geben. Vielleicht freut er fich. daß es nun überstanden ,st. Jedenfalls freuen wir uns. W e h r l e i n spielte den fabelhaften Italiener sehr gewandt.— E. S. Atis dev Frnnrnbrivrgung. Neber Organisation, Aufgaben und bisherige Entwicklung deS Bundes deutscher Fraurnvcrrine sprach am Freitag Frau Marie Stritt ans Dresden in der Versammlung des socialwissen- schastlichen Studentenvereins. Die Rednerin legte dar. wie die moderne wirtschaftliche Entwicklung auch die Frauen aller Länder zum Zwecke einer wirkungsvollen Vertretung ihrer Be strebungen und Interessen mehr und mehr dahin ge drängt habe, sich zu organisieren. ES hätten sich bei unS zuerst die bürgerlichen Frauen zu verschiedenen Orqaui sationen zusammengeschlossen, erst später folgten auch' die Judustrie-Arbeiterinnen mit gewerkschaftlichen und andren Ver- eimgungen. Grade in Deutschland ober trete mit einer S-bärfe tvie kaum in einem andren Lande eine Scheidung der proletarische» und der bürgerlichen Bewegung hervor. Während die erstcre die Organisation der Industrie- Arbeiterinnen zur Förderung ihrer Sonderinteressen auf dem Wege des Klassenkampfs erstrebe, ver- trete letztere die allen Frauen gemeinsamen Interessen. Die proletarische Bewegung sei trotz aller Förderung seitens der männlichen Arbeiterschaft in letzter Zeit nicht vorgeschrieben, indes die bürgerlichen Frauenkämpferinnen immer mehr an Bode» gewonnen haben. Die Rcfereuttn gab mm einen kurzen Rückblick über die Geschichte des Bundes deutscher Fraucnvereine. Während bis 18S4 die einzelnen Vereine mit verschiedensten Zielen nebeneinander bestanden, schöpften einige Frauen auf dem internationalen Frauenkongreß in Chirago die Anregung zur Gründung dcS Bundes durch Wd-der des großen amerikanischen Frauen-Vereinsvcrbands, des National conneil of vrornen, einer Organisation, die gegen 3 Millionen Mitglieder umfaßt, Dem amerikanischen.Vorbild ist— wenn auch. mit starken, den nationalen Besonderheiten entsprechenden Abweichungen— der deutsche Frauenbund nachgebildet. Nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame in den Zielen der verschiedenen Frauenvereine sollte im Bunde hervorgehoben, jeder von Frauen geleitete, irgend Ivelche Fraueninteressen vertretende Verein ausgenommen Ivcrden. Deshalb sei die Auffordenmg zum Beilritt auch an sämtliche Frauen- Wohlthätigkeitsvcreine ergangen. Tie Vorgänge, die zum sofortigen Ausschluß der Arbeiterinnen- Organisationen schon in der Eröffuunqsversammlung führten, sind ja hinreichend bekannt. Die Referemin suchte das damalige Vorgehen der Vorsitzenden mit der hundertmal widerlegten Bchauplnug zu rechtfertigen, daß es fich nur im, einen Klughcits- akt gehandelt habe, wenn man bei den herrschende» Verhältnissen die Franeuvereine mit politischer Tendenz auszuschließen wünschte. Daß diese Verbältuissc die Existenz politischer Franeuvercinc ja eben unmöglich machen, schien Frau Stritt in ihrer Deduktion nicht tvcitcr zu störtn; im übrigen ist ja sogar von der sogenannte» radikale/! Gruppe der Frauenrechtlerinnen selbst dieser Ausschluß so oft als ein schwerer taktischer Fehler bezeichnet worden, daß es sich hier nicht lohnt, nochmals näher darauf einzugehen. Im weiteren Verlauf ihres Vortrags gab die Rednerin eine kurze lieber sich: über das. was der Bund in de» sechs Jahren seines Be- stehens erstrebt rmd erreicht habe. Eine seiner Hauptaufgaben habe derselbe in der Agitation gegen das die Frauen benächteiligende Familicnrccht in» Entwurf des neuen Bürgerlichen Gesetzbuchs ge- scheu, ebenso in dem 5ta»ipf um Anstellung iveiblickier Gewerbe- Jnspektoriuncn. Die letztere Forderung sei jetzt wenigstens zum Teil von den BuiideSregierungen berücksichtigt, das VorniimdschaftSrecht der Mutter im neuen Bürgerlichen Gesetzbuch gewonnen, eine Petition des Bundes für volles Vereins- und Versammlungsrecht der Frauen vom Reichstag dem Reichs- kauzler zur Berücksichtigung überwiesen ivordeu. was mau ebenfalls als einen Erfolg bezeichne» müsse. Der Bund umsaffe jetzt über 100 Armlenv creme: die Arbeit desselben werden durch acht Koni- Missionen geleistet, darunter auch eine Kommiffion für Arbeiterschutz. die sich in letzter Zeit mit Ilutersuchnngen über Arbeiterinnen- Verhältnisse beschäftigt habe. In Bezug ans gesetzliche Arbeiterinnen- Schntzbcstimmiingcn betonte die Referentiii, daß der Bund in dieser Frage voll und ganz auf dem Boden des Hannoverschen Partei- tags stehe. Außer diesen kurzen Angaben glitt die Vortragende mit be- merkenswertcr Geschicklichkeit über alle die Punkte hinweg, die das Verhältnis der bürgerlichen Francnbcwegnng zur Arbeiterimiett- bewegung klarstellen und das von Frau Stritt selbst hervorgehobene ablehnende Verhalten der Proletarierinnen gegenüber den bürgcr- liche» Frauen erklären konnten. Es sei darum'gestattet, hier gerade über diesen Punkt noch einige Bemerkungen hinzuzufügen. Es ist gciviß eine schöne Sache um die Einigkeit, und wir Sociatisten sind die letzten, die den Wert einer starke» Organisation zur ErrciHilitg bestimmter Ziele unterschätzten. Wenn aber diese Einigkeit lvie im Bunde deutscher Franeuvereine zu stände kommt, indem alles fich zusammenschließt, Ivas da kreucht und fleucht, sofern es nur weiblichen Geschlechts ist und irgend einen„Verein" gegründet bat. so dürste doch der Wert einer solchen Organisation äusterjt zweifelhafter Natur sei». Frau Stritt erklärt es für einen bc- sonderen Vorzug des Bundes, daß dort die radikaleren Elemente der bürgerlichen Frauenwelt in nahe Berührung[mit de» konservativeren treien und diese für die eigentlichen Aufgaben der Franeiibewegnng. die volle wirtschaftliche, geistige und sittliche Be- sreiimg des WeibeS gewinnen könnten. Wir meiiien im Gegensatz dazu, daß ein gemeinsamer Kämpf schwerlich möglich ist. wenn nicht vor allem die glcichenMffchanungen über das Wie einer solchen Be- frciung des Weibes herrschen, und daß nichts lähmender auf eine Bewegung wirken kann, als ein Zusammenschluß von Elementen, die in wirtschaftlichen, politischen und geistigen Fragen auf grundsätzlich erj chiedenem Boden stehen. ES sind gewiß einzelne Frauen in der bürgerlichen Betvegung, die auf ihrem speciellen Gebiete durchaus tüchtige, auch für die Gesamtheit der Frauenwelt wertvolle Arbeit leisten;— aber wenn solche Frauen sich solidarisch erklären beispielsweise mit dem Auftreten social so rückständiger Elemente wie der Frau Bieber-Böhm und ihrer Gefolgschaft, so ist das grundsätzlich ablehnende Verhalten der weiblichen Arbeiterschaft der bürgerlichen Frauenwelt gegenüber sicher mehr als berechtigt. Frau Marie Stritt wie die Mehrzahl der bürgerlichen Damen hat zudem immer noch nicht begreifen gelernt, daß das Leben der Arbeiterin hundertmal stärker beeinflußt ist durch ihre Klassenlage als durch ihr Wcibtum, und daß danim das, was sie„Sonderiuteressen der Arbeiterinnen" nennt, der Kampf für die Hebung ihrer Klassenlage wie der Kamps für eine fortschreitende Socia'lisierung der Gesellschaft ihr eigentliches und ausschließliches Lebens- i n t e r e s s e darstellt. Dieser Kampf muß andre Bahnen einschlagen wie die bürgerliche Frauenbewegnng, eben weil er ein andres Ziel verfolgt. Hier wie in allen übrigen wirtschaftlichen Streit- fragen gilt es nicht, über die Uneinigkeit der Welt zu jammern und mit sentimental- weichmütigen Redensarten die Gegensätze zu verwischen, sondern sie vielmehr klar und scharf festznsicllen. Auf Grund einer solchen unzwei- deutigen Scheidung in allen pnncipiellen Fragen ist dann im Kämpf um eine bestimmte, beiden Parteien gemeinsame Einzel- forderung ein Zusammengehen der Proletarierinnen mit den bürger- lichen Frauen allerdings sehr wohl möglich, und solchen Einzelforde- rmigen auf politisckie und rechtliche Gebiete giebt es ja unter unsren heutigen Verhälttiissen noch eine große Zahl. ES wird die Aufgabe der radikaleren Partei unter den Frauen« recktlerinnen sein, für derartige Forderungen, vor allem für daS volle Wahlrecht dcS weiblichen Geschlechts einzutreten, wenn sie sich auch nur innerhalb ihres bürgerlichen Klassenstandpunkts ihrer ge« schichtlichen Mission gewachsen zeigen wollen. Die organisiertem Arbeiterinnen SteiermarkS. In dem Jahresbericht der Gelverkschaftskomniission für Steiermark wird über Fortschritte der Organisiening der Arbeiterinnen folgendes gesagt: „Der Frauen-Organisation schenkte die Kommission im Berichts- jähr eine ganz besondre Aufmerksamkeit. Die Arbeiterinnen der GewerlslbaftS-Organffation zuzuführen war ihr Bestreben,»nd nicht ohne Erfolg. Die Zahl der organisierten Arbeiterinnen in den Gewerk- schaften hat um ei» Bedeutendes zugenommen, allerdings nicht in dem Maße die Zahl der organisierten Arbeiterinnen überhaupt, da der Arbeiterinnenverein infolge mangelhafter Führung eine große Anzahl von Mitglieder» verloren hat. Zur Leitung der Arbeiteriiincn-Organisation wurde ein ans den verschiedenen Branchen zusammengesetztes Aktions- komitee eingesetzt. Dasselbe hat mit dem Frauen- Neichskomitee in Wie» und mit der GclverkschaftS« Kommission in steter Verbindung zu sein und hat mit deren Einvernehmen die Agitation zu besorgen. Eine große Anzahl von Versammlungen wurden zur Hebnny der Sit« beiteriimen-Organisation veranstaltet, zu Ivelchen Vertreterinnen des Frauen-Reichskomitees als Neserentinnen entsendet wurden. Die Kom- Mission»nterstiitzte alle Aktionen auch finanziell. Die Ueberzeugnng von der Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation hat sich auch bei den Arbeiterinnen Eingang verschafft." Es waren im ganzen Ende 1838 organisiert 552 Frauen, 1899 dagegen 716. Da der Arbeiterinncnvcrein 126 verloren hat, beträgt die Zunahme der gewerkschaftlich organisierten Arbcitcriinicn 290. Bemerkenswert ist, daß 70 Frauen dem„allge- meinen Bergarbeiterverein" angehörten. (ftwirftt#"Beftung« Unbefugtes Kollektieren. Die Genossen Hermann Pappe zu Erfurt und Redacteur Friedrich Stegina nn daselbst sind durch Urteil des Schöffengerichts und der Strafkammer in Erfurt zu einer Geldstrafe von je 15 M. verurteilt Ivorden, weil sie in Bezug ans eine öffentlicke Kollekte, zu der die gesetzliche Genehmiauna nicht erteilt war, Anzeigen nnd sonstige Bekanntmachungen erlassen hätten und Pappe die fragliche Kollekte auch veranstaltet habe. Pappe gab bei der damaligen Verhaiidlung zu, daß er von de» Partei- genossen fortgesetzt Gelder für den sogenannten Inhaftierten- Fonds in Empfang genommen hat, nachdem er früher in der „Tribüne" zu Zahlungen sie diesen Fonds aufgefordert, auch über die eingegangenen Beträge in der„Tribüne" guittiert hatte und dafür wegen' unbefugten K'ollekticrens bestraft worden war. Pappe gab auch scriier zu, daß er nach der Bestrafung in einem am 7. Juli 1899 in der„Tribüne" veröffentlichten Artikel erklärt hat. er werde tvcgen der Bestrafung mm keine Aufforderung zum Sammeln solcher Gelder mehr erlasse» und bitte die Parteigenoffeu, ihm künftig die Verwendung der eingegangenen Gelder, unbeschadet seiner Verantwortlichkeit gegen die Geber, zu überlassen, sodann daß er von da ab im Inseratenteil über die Gelder quittiert habe, endlich daß Stegmann als Redacteur des Inseratenteils diese Inserate wissentlich aufgenommen habe und zwar mit voller Kenntnis des Zivccks der Sammlung. Die Erfurter Gerichte fanden in diesem Sachverhalt die Veranstaltung einer nicht genehmigten Kollekte. Der Slrtikel sei von den Quittungen nicht zu irciinm. Letztere seien vielmehr gerade in Ausführung der im Artikel ausgesprochenen Absichten in der gewählten Form erlasse». Jeder Leser der„Tribüne" werde durch sie immer ivicder an den Slrtikel und die darin enthaltene Anffordernng zu weiteren Geldspenden für den ans dem Artikel ohne ivcitercck ersichtlichen Zweck erinnert. Artikel und Quittungen stehe» also in unlöslichem Ziisainincnhang. Der Artikel enthalte die imverlennbare Aufforderung an die Parteigenossen, dem Pappe auch weiterhin, trotz seiner Bestrasmig wegen unbefugre» KollekticrenS, Beiträge für den Juhafticrtcnfonds zugehen zu lassen. Kein kundiger Leser konnte darüber im Zweifel bleiben, daß die Sammlnng trotz der Bestrafung genau wie vorher ihren Fortgang nehmen n»d nur geschickter verschleiert werden sollte. Die Quittungen dienten da»» dazu, den Genossen von dem flotten Fortgang der Sammlung Kenntnis zu gebe», die Name» der Geber ehrenvoll be- kannt zu machen und so diese wie die andern zu weiteren Gaben anzuregen. Gegen das Erfurter Urteil legten die Angeklagte» Revision ein. Im Termin vor dem Kammergericht am 17. d. M. führte der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. H e i n e m a n n, ans, daß der Begriff der Kollekte verkannt sei. Dazu gehöre eine persö»- liche Sammclthätigkcit und an dieser fehle es im vorliegenden Fall. Die Slngeklagtcii müßten daher freigesprochen werden. Das Kamme r- gericht erkannte in diesem Sinn und sprach die An- geklagten frei. Eine Kollekte sei noch nicht vorhanden, wenn eine öffentliche Anffordernng vorliege, zu einem bestimmten Zweck Gelder zu geben. Erforderlich fei vielmehr immer die Thätigkcit des EinsammehlS, eine Einwirkung von Person zu Person, eine körperliche Sammelthätigkeit. Eine solche aber liege in dem in Rede stehenden Fall nicht vor. Daher müßten die Slngetlagten freigesprochen werden. Bcmerlt sei»och, daß auch der O d e r- st a a t s a n w a l t selbst die Revision der Angeklagten n n t e r st ii tz t e und der Ansicht Ausdruck gab. daß die Erfurter Gerichte den Begriff der Kollekte rechtSirrtünilich über de» gesetzlichen Wortlaut ausgedehnt haben. Wegen schwerer nnd einfacher Kuppelei hatte sich gestern der Schnldiener und Laternenanzünder Wilhelm Kähm anS Nauen und dessen Ehefrau Luise, geb. Gricbcrt, vor der zweiten Straf- kammer am Landgericht zu verantworten. Sie habe» der Anklage nach den unzüchtigen Umgang ihrer Tochter und andrer leicht- sinniger junger Mädchen mit Männern geduldet! ihnen dazu die Dienstzimmer dcr Gemeinde-Knabenschule'zur Berfilgung gestellt und daraus Vorteil gezogen. Zur Verhaiidlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, tvaren mehr als 30 Zeugen geladen, darunter besonders viele junge Schlächtergesellen. Wie ans der Urteils- Verkündigung hervorging, hatte es nur der Vernehmung eines Teils der Zeugen bedurft, um die Angeklagte» zu überführen. Der Ehemann Kähm wurde wegen schwerer und einfacher Kuppelei zu einem Jahr und e i'nem M onat Zu ch th a u S und die Ehefrau zu einem Jahre und sieben Monaten Zuchthaus, beide außerdem zu je drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Marktprels» von Berlin am 18. Mai 1SOO nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Welze», gut D.-Ctr. „ mittel gering Nogge», gut „ mittel gering Gerste, gut „ mittel „ gering • Haser, gut . mittel „ gering Nichiflroh Heu Erbsen Speisebohnen Liliteu 14,60 13,90 13,30 15,20 14,60 14,10 5,82 8,70 40,- 45,- 70,- 14,- 13,40 12,80 14,70 14,20 13,70 [6,16 5,30 25,- 25'- 30,- Kartofse>ii,ncuc,D-Ctr. Nindsleisch, Keule 1 kg do. Sünnch„ Schweinefleisch„ Kalbfleisch„ Hammelfleisch, Butter Eter Karpfen Aale Zand» Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse 60 Stück 1 kg per Schock 8,- 1,60 1,20 1,60 1,60 1,60 2,60 3,60 2,20 2,80 2,60 2,20 1,60 3,— 1,20 24,- 6- 1,20 1- 1,10 1,— 1.- 2,- 2,20 1,20 1,40 1,- 1,20 0,80 1,40 0,80 3,- *) frei Wagen ab Bahn. Prodnktcnmarrt vom 19. Mai 1900. Getreibe. Weitere Nach« richten über Beschädigung der Roggensaatcn tn den Provinzen Schlesien, Posen und Brandenburg, wo man den zu erwartenden Ernteausfall aus 33'/, Proz. schätzt, gaben dem Getretdcmarkt heute ein augerordeutlich festes Gepräge, welches noch durch hähere Aiislandsinelduiigen unterstützt wurde. Für efsektive Ware, die sehr knapp angeboten war, wurde am Frlihmarkt 1 M. mehr als gestern bezahlt. Mittags setzten Weizen 2 M, Roggen 2�/, M. höher im Licferungshandel ein, konnten sich aber auf ihrem höchsten Preisstande aus die Dauer nicht voll behaupten, da russische Ofserten zu koulanten Bedingungen vorlagen und zu mehrfachen Abschlliflen führten. Am Hafcriuarkte lag greisbare Ware sehr fest. Mais loco 1 M. anziehend. Roggenmehl wurde 0,30 M. höher gehalten. Rüböl zog aus Pariser Sin- reguug weiter an. Spiritus loco war im Preise unverändert. Ttädlischer Schlachtvichmarkt. Berlin, 19. Mai 1900. Amt- licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf staube»: 5497 Rinder, 1502 Kälber, 10 531 Schafe. 9280 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Marl(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Für Rinder: Ochsen:») vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 60—63, b) junge fleischige, nicht ansgeinästcte und ältere ausgemästete 55—59; c) mästia genährte junge und gut genährte ältere 53—54; ä) gering genährte jeden SliterS 48—52.— Bullen: a) vollfleischige höchsten SchtachtwerteS 57—60; b) mäkig genährte jüngere und gut genährte ältere 53—56; c) gering genährte 48—52.— Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00—00; b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlnchtwertes bis zu 7 Jahren 51—53; v) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 48— 50; 6) mäbig genährte Kühe und Färsen 45—47; s) gering genährte Kühe nnd Färsen 41—43.— Kälber: a) feinste Mastkälber(Boilmtlchmaft) nnd beste Saugkälber 72—75, b) mittlere Mastkälber nnd gute Saugkälber 64—68, o) geringe Saugkälber 50—56, d) ältere, gering genährte(Fresser) 40—48.— Schase: a) Mastlämmer und jüngere Mast- hamniel 58—61, b) älter« Masthammcl 51—66, c) mäßig genährte Hammel»nd Schafe(Merzschafe) 45—49, 6) Holstciner Stiederungs- schase(Lebendgewicht) 00—00.— Schweine! a) vollfleischige der seinercii Rassen nnd deren Kreuzungen im Alter bis zu V/t Jahren 43—44, b) Käfer 00- 00, c) fleischige 41—42, d) gering entwickelte 39—40, e) Sauen 36—38._ tviticriinaSiiberslcht vom 19. Mai 1900, morgen»» Uhr. Statioucn &E I6 se «Z Swiucmde Hamburg Berlin Frankf.M. München Wien Weiter » v s B Z« 753 WS 755 WSW 756jWNW 760 NW 759 M Witter lö® ifl I" 4wollig 5 Haparanda 5 hib.bed. 4 Petersburg B wolkig 6 Cork 4HIb.bed. 7«derdeen 3'Regen 5 Paris üjbedeckt 9 Prognose für Sonntag Stationen K 3 i® w«g 753 still 764 0~ 764, NW 764jNNO Wetter (öS c«« bedeckt 3 hlb. beb, 4 wolkig 4,wolkenl 11 5 8 de» 29. Mai 1900. Vielfach heiter, zeitweise wolkig mit geringen Niederschlägen und frischen, später nachlassenden nordwestlichen Winden; Temperatur langsam steigend. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, DienStag«nd. Freitag vo» 7—9 tthr abends statt. R. L. 84. 1 und 2. Ja.- A. X., Quedlinburg. Leider New, es sei denn, daß die Leiter schadhaft war und diese Schadhaftigkeit den Unfall herbeigeführt hat.— Joseph M. Halten Sie den Widerspruch aufrecht; legen Sie den gesamten Sachverhalt nochmals schriftlich dem Amtsgericht dar und beantragen Sie eventuell im Termin Ladung der nicht geladenen Zeugen.— L. X. 60. Mit seinem Eigentum kann jeder machen, was er will, also sein Haus ohne Zustimmung seiner mutmaßlichen Erben ver- lausen, fein Geld verthuci: usw. Anders liegt die Sache, wenn das Haus etwa nur im Miteigentum des Betreffenden steht: dann kann er nur über seinen'Anteil am HauS beliebig verfügen.— E. B. Sl. 1. Sechs Wochen zum Ersten deS Quartals. 2. Der erste Inhaber, Ihr Ches ist schadcns- ersatzpflichtig.— A. 31. 88, R. Becker, Rixdorf. Ja.— X. 50. Nein. — M W. 16. Eine Privatgesellschaft, die diesem Zweck dient und sicher ist, ist uns nickst bekannt. Wenden Sie sich an den Magistrat.—/- Uhr. Montag: Don Carlos. Neues Lpern-Theater(Kroll). Die Fledermaus. Anfang �Uhr Dtntsches. König Harlekin, An- fang?>/- Uhr, Rachm, gl/. Uhr: Die Kreuzel- fchreiber, Montag: Die Geschwister, Untreu, Lesshng. Oaizzr(A. runaway girl). Anfang 7i/, Uhr, Montag: Dieselbe Vorstellung, Berliner. Berlin bei Nacht. Anfang 7'/, Uhr, Montag: Luigi Cafarelli, Toten- tanz, NeneS. Das Stiftungsfest, Anfang 7l/z Uhr, Montag: Dieselbe Vorstellung, Residenz. Die Dame von Maxim, Anfang 71/j Uhr, Nachm. 3 Uhr: Paria, Mutter- liebe. Debet und Credit, Montag: Die Dame von Maxim. Weste», Die Geisha, Ansang 7l/, Uhr, Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus, Montag: Die Geisha, Schiller. Die Haubenlerche, Anfang 8 tlhr Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart, Montag: Hinrich Lornsen, Thalia. Wie man Männer fesselt. Anfang 7V, Uhr, Montag: Dieselbe Vorstellung. Lnife». Ihr Pathe, Anfang 8 Uhr, Nachm, 3 Uhr; Kabale und Liebe, Montag: Fhr Pathe, Ventral. Berlin nach Elf, Anfang 8 Uhr, Montag: Dieselbe Vorstellung, Carl Weist. Kämpfende Armut, Anfang 7i/z Uhr Montag; Sa'ppho, Bictoria. Am Rande des Abgrunds, Anfang 8 Uhr, Montag: Dieselbe Borstellung, Friedrich- WilhelinstadtischeS. -Die Waise von Löwood, Anfang 8 Uhr, Nachm. 4 Uhr: Ein gesunder Junge, Belle- Alliance.(Internationale Urania.) Bis ans Ende der Welt, Anfang?>/- Uhr, Nächm, 3 Uhr und Montag: Die- selbe Vorstellung, Wietropol. Specialitätenvorstellnng, Der Zauberer ain Nil. Ansang 8 Uhr, Montag: Dieselbe Vorstellung, Slpollo. Specialiläten- Vorstellung, Im Reiche des Jndrn, Anfang 71/. Uhr, Montag: Dieselbe Vorstellung, Reichshallen. Stettiner Sänger Anfang? Uhr, lpassogc. Panoplltnn,. Specials- ,, lälru-B'orftrllMlg. Ural, in. Jnvnlidcnslr. r> 7,(12. Täglich abendS von b— lv Uhr: Slermvarie. Ta»l>eiiflrastc T8/4it. Abends 8 Uhr(iui Theatersaal):„Von den Alpen zum Vesuv", Montag: Dieselbe Vorstellung, Elektrische Zauberbäume.>M Sin fang 6 Uhr. Eintritt 75 Pf, Abonnements für die ganze Saison gültig: 5 M. resp. 3 M. bis 1. Juni an der Theaterkasse, Ab 1, Juni 10 M. Leite-tMianee- Theater. (Internationale Urania.) HM- Heute und folgende Tage:-MM Bis ans Ende der Welt. Ein Schauspiel der Natur in 12 Bildern und eine»» Prolog von Dr. M, Wilhelm Mcner, Nachmittags 3 Ubr u, abends,?»/, Uhr, Deutsche Konzertballen Spandane»* Bi'ilcke 3. Einzig in seiner Art, Ohne jede Konkurrenz, Billigste Faniilien- Unterhaltung, Wodienl, abends 6 Uhr freies Entre«, Maffen-Konzerte. Italien, Janitscharen- Bande Rocco, Tyrvlcr Alpensänger Michel Höpp, Rumänisches Orchester Laser. Oeslrcichische Damcnkopelle Hangard Thcaier-Abtcillmg: Abends<>/, Uhr, Ssrilnsr Secesslon Kantstr. 12(neben dem Theater d. Westens.) Zweite Konst-Ausstellung Mai-Oktoler 1900. Geöffnet von 9—7(Ihr. Eintrittspreis: Sonntags M. 6,56. Wochentags„ 1,—. Danerkarten„ 3,—. Sanssouci Kottbnserstr. 4 a. Jeden Sonntag im großen Saal: Anfang 6 Uhr. Garten ResUarant den ganzen Tag geöffnet, Säle,, sowie Garten mit SSM- neuer"MW Soniinci-btthne zu Festlichkeiten. Relehsnallen. Täglich: Stettiner sanier. 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Für den Jnjeraleuteil peraniwortli»:»d. Glock» in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. If.116. 17. 4. Stilm Ks„Bsrairts" jSttlintt DMsM ZMlig. 20. Mai 1900. Vol lr s»v i vtfrh cr fk l i ch e Nund�ihLru» Wirtschaftliche Folge« der Flottenvermehrung.— Der Kampf gegen die amerikanischen Trusts. Wirtschaftliche Folgen der Flottenvermehrung. Die Be- rawugen und Beschlüsse der Budgetkommission über die Deckung der für die neuen Flottenbanten erforderlichen Mittel haben in den Handels- und Börsenkreisen eine in ihrer grotesken Uebertreibung fast komische Erregung hervorgerufen. Noch immer mehren sich die Petitionen der Handelskammern und Börsenkorporatiolien, die in langen lamentablen Darlegungen um Abwendung der angeblich das ganze Börsen« und Reedergeschäft aufs schwerste bedrohenden Gefahr bitten; selbst an fulminanten Protestresolutionen fehlt es nicht. Die großen Schiffsgesellschaften, die in den letzten Jahren so hohe Pro- fite eingesackt, Schiffe auf Schiffe gebaut, ihre Akticnkapitale ver- größert, außerordentlich hohe Abschreibungen vorgenommen und doch recht ansehnliche Dividenden gezahlt haben: sie finden nun plötzlich, daß eine Steuer von 2 resp. 10 M. auf ihre Passagier-Fahrkarten erster Klasse oder eine Konnossements-(Schiffs-Frachtbrief-s Steuer in der Höhe von Vi Proz. der Seefracht bezw. 10 Pf. pro Tonne (20 Centner) die ganze deutsche Reederei vennchtep würde. Die Hamburg-Amerika-Linie, die, als vor einigenJahren der Hafenarbeiter- streik in Hamburg ausbrach, sich als so vortreffliche Equilibristin auf dem Gebiet der höheren statistischen Kunstleistungcn zeigte, läßt gar durch die„Hamb. Börsenhalle" verkünden, daß sie während 9 Monat des Jahres auf ihren schönen Occandampfern keine Vergniigiings- reisenden fände und deshalb, da die Geschäftsleute nur 200 M. pro Billet zahlen wollten, unbedingt mit Verlust arbeiten müsse, denn 100 M. koste ihr die Beförderung selbst und die übrigen 100 M. ldeckteu nicht mal die Verzinsung der für die Passagiere erforderlichen Einrichtungen. Andre Börsenorgane sind noch schlauer. Sie beweise» die Unmöglichkeit der Fahrkartensteuer nicht etwa an den Fahr- preisen größerer Dampferlinien, sondern an den Preisen der Fahrt von Stettin nacki Trclleborg, während dritte Blätter allerlei� seltsame Frachtbercchnungen über den Ver- fand von Getreide, Holz. Zucker zc. mit kurzer Fahrt anstellen, Und nicht weniger gärt cS in dem Sumpf, pardon: in den hohen Kreisen der Börseniuteressentcn. Wer die Auslassungen in den Bvrsen-Protcstversammlungcn und der betreffenden Presse aneinadcr- reiht, der muß, wenn er nicht eine gute Dosis Skepsis besitzt, zu der Ucbcrzeugung kommen, daß nicht nur die, Börse die größte Knlturinstilntion des 19, Jahrhunderts ist, sondern daß auch das Börsenspicl als die idealste, kultursördcruste und mcnschcnwürdigstc Beschäftigung zu gelten hat. Die ganze Erregung ist eine sehr übertriebene. Wie die Bc- steuerung der Echiffahrikarten von der Budgetkommission fallen gelassen worden ist, so wird wahrscheinlich auch noch dieser und jener andre Antrag des Centrums in der Kommission oder später im Plenum eine Abschwächnng erfahren, teilweise ist das ja schon geschehen. Was übrig bleibt, wird weder die deutsche Schiffahrt noch den Börsenhandel gefährden. Lehrreich ist aber die Bewegung immerhin. Sie erinnert in mancher Beziehung an die von Marx im „Kapital" so ergötzlich charaklerisicrte„letzte Stunde" dc-Z Herrn Senior, des englischen Nationalölonomcn und Verfechters langer Fabrikorbeitszeiten, der so schön berechnet hat, daß bei einer zehnstündigen Arbeitszeit unablvendlich die ganze eng- lische Jndirftrie zu Grunde gehen muß. Jedenfalls haben die Reeder und Börsianer den Beweis erbracht, daß sie nicht minder gut zu schreien verstehen, ivie die Agrarier, und was das .Begründen" anbelangt, sind sie ihnen noch um einige Nasenlängen voraus. Damit soll nicht gesagt sein, daß inanche der Proteste nicht eine gewisse Berechtigung haben. Die vorgeschlagene Komiossementssteucr belastet zwar, vom Nah- und Kleinvcrkchr, besonders der Küsten- schiffahrt, abgesehen, die Sckiiffahn finanziell nur in geringem Maße, aber unziveifelhaft bereitet sie den, Schiffsverkehr eine Menge lästiger » Schcrcrcien und dürfte bei manchen Arten der Versendung auf so- genannten DurchgangSkonnosscmcntcn, bei Schiffscharterungcu uiw. kaum durchzuführen fein. Sicherlich ist, darin bat die Eingabe der Köuigsberger Äaufniannschaft unzweifelhaft Recht, ein Jixstcmpcl auf Konnossemente, ähnlich ivie ihn England hat, der Prozentual- stener entschieden vorzuziehen, obgleich auch der Fixslempel den Nah- und den kleineren Stückgutsverkebr iveit mehr belastet, als die großen Verfrachtungen. Indes ließe sich hierfür vielleicht dadurch eine Milderung fiiiden, daß die Stcmpelgcbllhr nach EutfcrnuugS- zvne» abgestuft ivürde, derart, daß im Seeverkehr mit Häfen der Ostsee, ferner bei Verfrachtungen nach Norwegen. England, Holland und Belgien eine niedrigere«tempelgebühr in Amvcndnug, kommt als im eigentlichen Fernverkehr. Auch die Erhöhung der Emifsions-Stempelgebühr für in- und ausländische Aktien um 1jt oder 1 Proz., sowie die Steigerung der Börsen-Umsatzstcuer sauf Kauf- und Anschaffungsgeschäftc! von Vio anf'Vio pro Tausend— nach späteren Bcschlüsien auf Vio— bedeutet eine entschiedene Beschlveruug des Wirtschaftsverkehrs. Man mag sich noch so wenig angezogen fühlen durch das Börscntreiben; iimerhälb unsrcr heutigen privatrechtlichen Verhältnisse verficht die Börse nun einmal als' Vermittler und Regulator auf dem Gebiet der Kapital- und Handelsbewcgung eine durchaus notivendige Funktion. Zudem aber wird das vöin Centn»» offerierte Steiler« bouqnet keineswegs die Erträge bringe», welche die Antragsteller er- hoffen. Der Handel mit Wertpapieren ivird sicb nur noch mehr von den deutschen Börsen wegziehen, der Umsatz wird zurückgehen und das Resultat wird ein ähnliches sein, wie jenes, das die 1894 eingeführte Verdoppelung der Umsatzsteuer/4 M. für den Doppclccntner angenommen. Um das Publikuin inzwischen für erhöhte Zölle vorzubereiten,«vird mit Eifer«vicder die alte Bc- Häuptling vorgelragcn, daß die dcntichc Landwirtschaft recht Ivohl im stände sei, den Bedarf Deutschlands an Getreide allein zu decken, und als Beleg dafür ans die Zimahme des Ertrages pro Hektar in den letzten 7 öder 8 Jahren gegciiüberlden Erträgen in den siebziger »nd achzigcr Jahren hingewiesen. Die Rechiiniig stimmt jedoch nicht, denn seil 1892 haben ivir kein einziges schlechtes Erutejahr gehabt, wohl aber mehrere sehr gute. Trotzdem hat auch in diesen Jahren der Koiisnin Dentschlands„ngcführ zu einem Fünftel durch Zufuhren ans dein Auslände crgänzj werden müssen, wie die nachfolgende Aufstellung beweist: Gesamt- Getreidc-Ernte 12,2 Millionen Tonnen 11.4 12,4 11.9 13,15„ 13..*) Einfuhr 1894 1895 1896 1897 1898 1899 1,8 Millionen Tonnen 2.3 2.7 2,0 2.4 1.6„.. Nach dieser Znsammcustcllung könnte eS erscheinen, als stände die Einfuhr nickt zum Eigencrtrag im Verhältnis; während des guten Jahrs 1896 betrug z, V, die Eiiifnhr 2,7 Millionen Tonnen. in dem voranfgegnngcncn schlechteren und dem folgenden Jahr da- gegen nnr 2,3 beziv, 2 Millionen Tonnen. DaS anscheinende Mißverhältnis ist jedoch leicht erklärt. Das in einem Jahr geerntetc Getreide gebt natürlich nicht mehr in demselben Jahr in de» Konsum ein, höchstens im letzte» Qrnirtal, also zun« vierten Teil. Sodann aber wird nicht alles Getreide verbacke»; ein bedeutender Teil Ivird fiir gelverbliche Zivccke gebrailcht(für Brennereien jc.), ein andrer Teil als Ftlttcr, Saatgut usiv., und dieser Verbrauch«vcchselt in den einzelnen Jahren recht bedeutend. Wenn auch nickt völlig korrekt.isteSdes- halb, um den Bedarf zu erhalten, richtiger, der Ernte«licht die Ein- fuhr desselben, sondern des nachfolgenden JahrS hinzuzuzählen, Danach ergaben sich für die einzelnen Jahre folgende Bedarfs- mengen: Gesamt 14.7 Mill. TonS 14.5.. 14.1.. 14.4.„ 14,3.. 15.05, 1894; 1895: 1896; 1897: 1898; 1899: Ernte deS Vorjahrs Einfuhr 12.9+ 1,8 12,2+ 2,3 11,4+ 2.7 12,4+2,0 11,9-+-2,4 13,15•+• 1,9 *) Die Angabe für 1899 beruht auf Schätzung. Was die Gcfährlichleit der Zollbesttebimgen der Agrarier er- � höht. ist. daß sie in dcniKreisen schutzzöllncrischcr Industrieller ein ge-' «visses Entgegenkommen finden, speciell in«„Centralverband deutscher Industrieller". Seit den Handelsvertrags-Verhaiidlnngen von 1891/92/ die bekanntlich auf Grund eines»och a»s der Mitte der achtziger Jahre herrührenden Zolltarifs geführt«vurdcn, hat sich zivar unsre Industrie enorm entwickelt und speciell die Eisenindustrie, die ihren Export an Fertiaivare bedeutend gesteigert hat, braucht die Schutz-, zolle sicherlich«««cht mehr; aber ein Teil der Herren«nochte sich gern nach amerikanischem Muster einrichten, d. h, ans dem inneren Markt| sich durch Femhaltung der Konkurrenz recht hohe Preise sichern, um desto beqnnner auf answärtigcn Märkten ihre Konkurrenten unter-' bieten zu können. Was sie dann unter Umständen an Profit auf den anslvärtigen Märkten einbüßen,«vird ihnen durch die höheren Preise im' deutschen Inland ja reichlich ersetzt. Jndeß es Ivird nicht alles so heiß gegessen,«vie es anfgefiillt«vird, lieber die Gestaltung der Handelsverträge entscheidet nicht nur Deutsch- land, sondern auch das Ausland; und«venn dieses sich den Zoll- forderungen der Agrarier und des„Ccntralverbnnds deutscher Industrieller" ernstlich widersetzt,«venu schließlich die Sache so steht, daß»nr die Entscheidung bleibt zlvischen Nachgeben oder Verzicht ans HandclsvertragS-Abschlüssen, wird doch noch inanche Gruppe der Industriellen sich frage», ob sie ihre Interessen dem Junkertum auS- liefern soll.'Kurios bleibt es jedoch immerhin, daß die Flotten- Vermehrung, die Deutschlands Absatz nach allen Weltgcbicten fördern soll, bereits so liebliche Folgen»ach sich zieht, obgleich die Vorlage iioch nicht mal ganz iintcr Dach gebracht ist. Der Kampf gegen die Trusts. In Amerika hat die Affaire Gates dem Kampf gegen die Trusts verstärkten Nachdruck verschafft.� Im Kongreß smd verschiedene Resolutionen eingebracht worden, die eine Unlersnchung der Geschäftsführung der industriellen Trusts fordern»iid in der Presse, speziell der demokratischen, werden eiiergische Maßregeln gegen die Znsainmcnfassnng der großen Betriebe zu Trusts lnid. Kartellen verlangt. Herr I. W. Gates hatte, nachdem er als Dlrcktor und Leiter der„Amcrikaiiischen Stahl- und Draht« Koinpagliie",(American Steel and Wire Company) seit Monaten die Preise fiir die Erzeugnisse der Trusts, besonders des Stacheldrahts, systematisch in' die Höhe getrieben hatte, plötzlich' 12 Werke schließen lassen. Die Folge«var ein Kurssturz der Werte des Trusts, der aber, da auch die Schließung von mehreren Werken der„Illinois Steel Company" angekündigt«vnrde, bald auf die Wertpapiere der ganzen Eisenbranche übergriff. Nun hätte sicherlich nicht dieses Vorgehen Gates solche Wirkung haben können,«venn nicht die Marktlage eine durchaus unsichere gclvescn«väre.«venn nicht in der ganzen Eisenindustrie seit langem die Preise für Roh- und Hiilbzcug lünstlich aufs Aeußcrste gesteigert worden wären, aber die öffentliche Meinnng macht Gates und im«vcitcren die gesamte Art des GeschäftgebahrenS der Trusts für die Baisse verantivortlich. Ein Gutes hat dieser Kampf ziveifellos; er«vird doch der KartelliermigSinanie einen kleinen Dämpfer aufsetzen. Die Tmsts haben sich mehr und mehr zu einer emstlichen Gefahr für das«virt- schaftliche Leben der Union cntlvickclt, und nicht mir für die Union allein. Von den schönen Eigenschaften der Trusts, ihrem angeblich ausgleichenden Einfluß ans die Preisschwankungen, ihrer Regnlatiott der Produktion, ihrem Entgegenwirken gegen Jndiistriekrisen hat sich recht lvcnig gezeigt: sie sind Akticiigesellichasten, ivie andre Aktien- aejellschaften auch, nnr daß infolge ihrer kolossalen Ausdehnung, ihres größeren Wirtschaftsgebiets nnd ihres weiteren Einflusses aus dgS wirtschaftliche Leben alle Schäden des heutigen kapitalistischen Betriebs gelvisicrinaßen in ihnen potenziert zum Ausdruck kommep. Welche Hoffmingen, Ivclche schönen volkswirtschaftlichen Theorien sind nicht, noch vor wenigen Jahre», ja teiliveisc noch vor zwei Jahre? an die Triists gekiilipft worden. I» ihnen sollte endlich das Mittel geftnide» sein, dem Prodiiktionsanarchismns, den Marx irrtümlich als Haiipteigenichaft der kapitalistischen Wirtschaft hingestellt hätte, zu bcgcgve»; sie sollten ein Gegenmittel gegen die wüste Spekulation sein»nd sonst noch allerlei. Nichts von allen diesen schönen Hoffnungen hat sich auch nur hakbivegS verlvirklicht. Die Spekulation, die Preistreibereien sind in den Vereinigten Staaten unter dcn> Regime der Trnsts im letzten nnd zu Anfang dieses Jahres noch' viel forcierter, viel ivilder auf- getreten, als in Deutschland und England, Man braucht in dieser Beziehuiig mir an den Kupfcrtrnst zu erinnern. Ja die Gründung von Trusts und Kartellicruiigen ist vielmehr selbst zu einem Mittel schiviiidclhafter Spckillation ljeivordcn. Die Gründung eines Trust ist heute nicht mehr ein Mittel, iiiii der Preisiinterhictung, den «mleidlich gcivordenen' Konkurrenzkämpfen in eine»» Jndnstrieziveig zu wehreil, sondern um Preistreibereien veranstalten und unfundierte Aktien ausgeben zu könne«, mit diesen eine Spekulation zu entfalten und Geldbesitzer„hincinzillegen". Fast alle Trusts sind.überkapitalisiert". Wird ein solcher begründet, so wird zunächst eine völlig fiktive Rechnung über den Wert der von de» einzelnen Industriellen, die sich zusammen» schließen, ciiigebrachten Werke, Voräte, liegenden Gründe uslv. aufgestellt, dann erhält der einzelne den wirklichcn abgeschätzten oder nachgewiesenen Wert seiner Anlage» in Aktien, aber nicht nur diesen; als Vergütung für scinci« Beitritt und densVerzicht auf seine Selbst- ständigkeit, für sciiien„guten Willen" werden ibm noch über den ivirklichen Wert hinaus eine Anzahl„Goobwill"= Anteilscheine bewilligt, die gewöhnlich«ingesähr 50 Prozent des ivirklichen Wert- betrage's ausmachen, manchmal auch über 100 Prozent. Damit ist jedoch die„Vcrillnfferung der Aktien",«vie der technische Ausdruck lautet, noch nicht zu Ende, Neben diesen Vorzugsaktien(prekerreck Stock) «verde» noch eine Masse„geivöhnlichcr" Aktien respeksive Aktien- Certifikate aiiSgeaeben und nun versucht, sie durch alle Mittel der Rcklnme nnd Börsenftmst an de» Mann zu bringen. Beträgt der «virUiche Wert der industriellen Anlage«« eincS Trusts 10 Millionen Dollar, dam««verde» vielleicht für 40 oder 50 Millionen Dollar An- teilscheine ausgegeben. Und ebenso steht'S mit dem Entgegemvirken der Trusts gegen die Jiiduftriekriscn. Bisher haben sie ihre Wirlsamkeit auf diesem Gc- biet zp beiveisen noch keine Gelegenheit gehabt; aber es«st eins gegen zwei zu Ivetten, daß auch hier der Erfolg den Hoffmmgen ividcrsprcchci« ivird. Die Anhäufung großer Vorräte, die manche Trusts anfgesainmelt haben,«vird sie, soll nicht das ganze Gebäude zusammenbrechen, zur rücksichtslosen Abstoßung dieser Vorräte zwingen, zur systematischen Preisunterbietung auf dem Markt, zu fast völliger Einschränkung ihrer Betriebe. Anstatt der Krise ent- gegen zu wirken, werden die Trusts sie verschärfen. Li. C. 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