1 r S 1 n 1. 3. 1in is č rt ir en 130 E -). en en -). ). r. 150 en ), 30 ti: ag S66 er 7. er er n: TnNeuer Vorwärts Gozialdemokratisches Wochenblakk Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr. 63 SONNTAG, 26. August 1934 Aus dem Inhalt: Hinter den Kulissen Massenfabrikation von Ja- Stimmen Der Krieg des Pontius Pilatus J. van Looi über Deutschland Versöhnung mit Hitler?! Sozialdemokratische Parole: Kampf auf Leben und Tod! Seit dem 19. August kann der Tyrann| unter anderem auch die Arbeiter ver- nicht gefragt worden waren. Die totale, denkt, sich mit Hitler und seinem System nicht mehr schlafen. söhnen und ihnen zuliebe mit der» Deut- Despotie kann ihre Untertanen aushun- zu versöhnen, der hat nicht nur aufgehört Noch am 13. brüllte sein Göbbels: schen Arbeitsfront<< verfahren, wie der gern, einsperren, halb oder ganz totschla- Sozialdemokrat zu sein, der ist in Wirklich> Keine Stimme darf verloren gehen!<< Aber Reichswehr zuliebe mit der SA verfahren gen lassen, wie es ihr beliebt. Warum soll keit noch nie einer gewesen! Denn wer verloren gingen zwei Millionen Stimmen. worden ist. Mit Ley und seinen Brüder- sich da nicht auch eine Ergebenheits- jemals ein echter Sozialdemokrat war, Noch am 19. brachte» Der Deutsche<< möglichst unblutig, weil die adresse mit zweckentsprechenden Unter- dem sind die Grundsätze der Menschdie Balkenüberschrift:» Nur Lumpen Außenpolitik nicht noch mehr Blutgeruch schriften für den geliebten Führer fabri- lichkeit, der Freiheit, der sozialen Gerechtigkeit so tief ins Herz stimmen nicht für Hitler<, und verträgt 30. Juni gespielt werden. So zieren lassen? geprägt, daß er gegenüber der Hitlerei keine anderen Gefühle kennen kann als Verachtung, Ekel, Abscheu und schrieb dazu: > Gestern abend war unser Volk einig. Niemand zweifelt daran, daß diese Einigkeit durch ein 40- und mehr millionenfaches Ja feierlich dokumentiert wird.<< Als aber die Nacht da war, konstatierte der Reichswahlleiter trotz aller unterwegs begangenen Fälschungen mit zitternder Stimme 5 Millionen> Lumpen<<, und von den aller mindestens erwarteten 40 Millionen fehlten zwei. Seitdem kann der Tyrann nicht mehr schlafen. Er weiß, daß er mindestens 5 Millionen Gegner hat. Gegner? Nein! Todfeinde! Wer in einem zivilisierten Staat gegen die Regierung stimmt, tut es, weil er anderer Meinung ist. Wer in Deutschland gegen Hitler stimmt, der tut es, weil er ihn aus dem tiefsten Grund seiner Seele haßt und ihm den Tod wünscht. . > Eine Rotte Menschen, nicht wert, den Namen Deutsche zu tragen,... Mögen sie den Staub Deutschlands von ihren Pantoffeln schütteln<, sagte Wilhelm II. Am 19. August las man im» Völkischen Beobachter«: die deutsche mit wachsender Frechheit Gutmütigkeit ausnützen. Leiblich sind sie in Berlin, geistig wohnen sie in Prag. chen soll berichtet die Auslandspresse. Danach soll, so berichtet die Presse weiter, irgend ein Gewerkschafts- Blomberg Genialer Gedanke! keine unverandere Partei oder Mag der größte Schmierenkomödiant in Erscheinung treten, die soldatische Ent- aller Zeiten diesen Gedanken für genial söhnlichen Ha B. Ein einzelner gewesener schlossenheit des Führers preisen und ihm halten Sozialdemokrat kann vielleicht knieweich was dabei herauskommen kann, Treue geloben. wird doch wieder nur Schmierenkomödie werden, zusammenbrechen, verdienter VerEine Schmierenkomödie soll aufgeführt sein, Betrug, Epressung, Vergewaltigung achtung verfallen die Sozialdemowerden, noch eine zu den ungezählten im äußersten Falle Tragödie einiger kratie ist und bleibt- wie seit dem 30. Januar 1933! Der Hauptko- mürbe gewordener armen Teufel. Die fünf mödiant steht bereit. Man sucht den Part- Millionen, die den bisherigen Schwindel Gruppe den bisherigen Schwindel Gruppe der totale Gegensatz allem, was Drittes Reich ner, sucht Statisten. Wird man sie finden? durchschaut haben, werden sich durch den zu Die totale Despotie zwingt Journalisten, allerneuesten auch nicht täuschen lassen. heißt. Artikel, die sie nicht geschrieben haben Sie werden, mit Recht, einen jeden, der und die sie nie schreiben würden, weil sie sich mit Hitler gemein macht, als einen ihrer Gesinnung widersprechen, mit ihrem erbärmlichen Verräter betrachten und über Namen zu unterzeichnen. Unter den Auf- ihn zur Tagesordnung übergehen. rufen für Hitler standen dutzendweise Nur kein Miẞverständnis! Wer auch söhnung? Kampf um Sein oder Nichtsein! Namen von Persönlichkeiten, die zuvor gar nur im entferntesten an die Möglichkeit Kampf auf Leben und Tod! Hitler hat den Marxismus vernichten wollen. Das ist ihm nicht gelungen. Jetzt führt der Marxismus den Kampf um seine Vernichtung. Wer spricht von VerGöbbels, Quandt& Co. Oder: Oerlikon bezahlt alles Aus der Schweiz wird uns geschrieben:| Quandt zu zwingen, eine noch ausstehende Diese Reise nach dem vornehmen von 300.000 Reichs- Schweizer Winterkurort aber hatte nicht Als am 30. Juni Hitler gegen Röhm und Mitgift > Es gibt Leute, die sind geistig längst emigriert, obgleich sie leiblich noch hier Genossen seine Anklage wegen Korruption, mark für die Frau von Göbbels heraus- nur der Erholung gedient, sondern auch in Deutschland Wohnrecht genießen und Verschwendung und Bestechlichkeit erhob, zugeben. Als dies nach der Verhaftung geschäftlichen Zwecken, die Göbbels und da war es Josef Göbbels, der ihn geschah, kam Quandt wieder frei. Der Vor- Quandt verbanden. Bei dem Vorwurf, der dabei am stärksten unterstützte. Wie es wurf der Verschiebung von Vermögens- 1933 Günther Quandt gemacht wurde, hanaber mit seiner eigenen Sauberkeit bestellt werten nach dem Ausland war mit einem delte es sich um den Besitz eines großen Male hinfällig geworden. Zwischen den Aktienpaketes der Schweizer Akkumulatoist, zeigen die folgenden Tatsachen: der Frau Göbbels renfabrik Oerlikon, das von Quandt, der Kurz nach seiner Ernennung zum beiden Ehegatten Reichspropagandaminister wurde die Oef- herrschte nun mit einem Male wieder eitel in Deutschland Hauptaktionär der Akkufentlichkeit mit der Mitteilung überrascht, Harmonie. Sie ging sogar soweit, daß Göb- mulatorenfabrik Berlin- Hagen ist, erwordaß der frühere Mann der Frau bels im März 1934 mit seiner Frau ben wurde. Welche hilfreichen Dienste in Göbbels dem Quandt bei der Verschiebung Göbbels, der Großindustrielle Günther und deren früherem Mann Quandt, verhaftet worden sei. Bald einem der feudalsten Hotels des Schweizer dieser großen Werte geleistet haben muß, St. Moritz Aufenthalt geht aber auch daraus hervor, daß Herr stellte sich heraus, daß die Verhaftung von Winterkurortes Göbbels veranlaßt worden war und den nahm. Weder Deutschlands Not an Devi- Göbbels nicht daran gedacht hat, seine Vorwurf der Vermögensverschiebung als sen, noch der Hunger der SA oder die Hotelrechnung in St. Moritz selbst zu beUrsache hatte. Eingeweihte behaupten, daß Rücksicht auf Winterhilfe und dergleichen zahlen. Er hat zwar als Reichsminister, als Sie sind ungewinnbar, keine Großmut (!) versöhnt sie. In jedem anderen Lande der Welt(!!) wären sie schon im ersten Anlauf der nationalen Revolution mit nassen Handtüchern erschlagen worden; bei uns dürfen sie, als wären sie nicht gefährliche Schädlinge, leben.<< Der> Völkische Beobachter« irrt. Die Leute, die er leiblich in Prag vermutet, zum mindestens geistig sind immer in Deutschland. Die fünf Millionen, die nach seiner Meinung für Prag«| stimmten, die, wie er sagt,» während der Schlacht zum Feind übergegangen sind< haben in Wirklichkeit für Deutschland gestimmt, sie haben in einer Zeit| tiefster nationaler Schande Deutschlands der wahre Grund darin bestanden habe, kümmerten Göbbels. Massenfabrikation von Ja- Stimmen 19. August wird durch nichts besser beleuchdes ehemaligen tet als durch das Abstimmungsergebnis von Aus Sachsen wird uns berichtet: In verschiedenen Orten Ehre vor der Welt gerettet. Angenom-» roten Königreiches« hat man übereinstim- Dachau. men aber, der» Völkische Beobachter mend eine Massenfabrikation falscher Ja-| Reichstagsabgeordneter und aus anderen Funktionen ein Einkommen, das mindestens 50.000 Mark jährlich beträgt, aber zur Bezahlung einer Hotelrechnung scheint es immer noch nicht zu langen. Göbbels und Quandt erklärten im Hotel, ihre Rechnungen würden von Akkumulatorenfabrik Oerlikon bezahlt werden. der Bei der>> freien und geheimen Abstim- Die Hotelleitung war zwar über diese Erdeutschen klärung sehr erstaunt, sie legte aber dem hätte recht: Fünf Millionen» während der Stimmen beobachten können, die überall in mung« in diesem berühmtesten Schlacht zum Feind übergegangen<< welche Aussichten nächsten Weltkrieg! der gleichen Weise vor sich ging. Viele Wäh- Konzentrationslager wurden 1590 Zettel ab- Werke die Rechnungen vor, die auf besonfür den ler hatten ihre Zettel un beschrieben ab- gegeben. Davon lauteten 1572 auf Ja, 8 auf dere Anweisung des Direktors Rühl begegeben, weil sie sich beobachtet fühlten und Nein, 10 waren ungültig. das Nein nicht anzukreuzen wagten. In all diesen Fällen machten die Wahlvorsteher mit der Begrünselber ein Kreuz zum Ja Der» Völkische Beobachter<< irrt auch, wenn er die ganzen fünf Millionen auf Konto Prag stellt. Wir sind nicht so unbescheiden. Wir wissen, daß unter den dung, daß der Wähler wohl seinen Zettel anNeinsagern auch Katholiken Kommunisten... Und Deutschnationale! sind und Der Tyrann kann nicht mehr schlafen. Er wälzt Pläne, die wie alles, was er wälzt, > genial<< sind. Er will, so munkelt man,| zahlt wurden. Man ließ dabei zwar erkenWährend es sogar in der Pfalz immer noch nen, daß es sehr eigentümlich ist, daß ein deutscher Minister sich seine 3 Prozent Neinstimmen gab, in Ostpreußen 4 Hotelrechnung von einem Schweizer Prozent, von Hamburg mit seinen 26 ProWerk bezahlen läßt, zent, Berlin und Köln mit ihren 22 Prozent aber was tut ein Betriebsdirektor nicht I nicht zu reden gab es in Dachau nur 0.5 Prozent Neinstimmen! alles, um es mit dem Hauptaktionär nicht zu verderben. Eine Rückzahlung oder VerBedarf es noch vieler Worte? Dachau rechnung dieses Betrages ist bisher nicht mit seinem mustergültigen Ergebnis ist Kern erfolgt. und Krone der>> veredelten Demokratie<<. Hitler hat mehrfach erklärt, er sei für Wollt Ihr sehen, wie Deutschland seinen Füh- absolute Sauberkeit. Er hat Gelegenheit, Wert und Bedeutung des Plebiszits vom rer liebt blickt auf Dachau! im Falle Göbbels diesen Beweis zu liefern. zukreuzen>> vergessen« hätte. Solche und ähnliche Schwindeleien Sind allgemein bekannt. Aber niemand wagt, über sie zu reden! Dachau in Deutschland voran! 1572 Ja- 8 Nein. Hinter den Kulissen Ein» Wähler« berichtet Die Jagd nach dem Stimmschein blödung Spalier durch SA- Kohorten in allen Wahllokalen mung am Tage darauf Ein reichsdeutscher Parteigenosse, der noch am 19. August in Deutschland, in der Nähe Berlins, sein Stimmrecht ausübte, berichtet uns nach seiner Ankunft in Prag: 100 SY Prag, 21. August. PlakatverKaterstimzieht auch seine deutschen Informatoren mit hinein. Wenn es mir dennoch geglückt ist, über Tun und Treiben in Hitlerdeutschland Bericht zu geben, so danke ich das in erster Linie den Männern und Frauen, die die Wahrheit und den Sozialismus höher stellen als ihr Leben, legt. Und Du, deutscher Volksgenosse,| Willen, innerlich anständig zu bleiben und zu die in Nacht und Nebel mich zu finden wuẞwillst nicht einmal die hundert Schritte verneinen, mag bei diesem provokant gespielten, den Mann der» Arbeiderspers<, die auch zum nächsten Wahllokal zurücklegen?<< ten Terrorstück die Courage in letzter Minute ihre Presse ist. Daß ich diese Frauen und Wer kann bei solcher Logik widerstehen? wieder ausgegangen sein! Wie viele mögen, Welcher Jungfrau entflößen nicht die Tränen nur unter dem augenfälligen, deprimierenden der Rührung? Eindruck dieser Kasernen>> wahl< Männer, diese Deutschen, die dafür sorgen, daß das Wort>> Deutsche<< in der Welt nicht ganz und gar dem Abscheu verfällt, verlassen mußte; ist mir schmerzlich. Ich erkläre von dieser Stelle aus im Namen von Millionen Deutschen, die sich dagegen wehren, mit den Nazis auf eine Stufe gestellt zu werden: aber vergeßt nicht, daß im Dritten Reiche Millionen leben, die das mit noch mehr Recht und mit noch mehr Leidenschaft tun als ihr! Deutschland wird aus dieser Raserei den Weg zur Zivilisation zurückfinden!< > Verachtet die Nazis Abstimmungstag! Es gab kein mit zitternder Hand dennoch ihr»> Ja< Am Freitag dem 17. August, zwei Tage vor- Wahllokal in Deutschland, das nicht von SA gegen bestes Wissen und anderen Vorsatz her also, begann es mit der mit Recht so und SS förmlich belagert war von draußen gemalt haben? Freilich, als dann am Sonnbeliebten allgemeinen Flaggerei... Wenn und von drinnen. In vollem Kriegsschmuck tagabend die ersten Abstimmungsergebnisse jemand zwei Tage vorher bereits ganz genau saßen die Herren am Tisch des Wahlvor- da waren und als man sah, wie viele Millioweiß, daß er die Schlacht, in diesem Falle die standes, die Ehrendolche des Herrn Röhm nen Tapferer es dennoch in HitlerWahlschlacht gewinnen wird und also die selig neben dem Tintenfaß. Wer zur Wahl- Deutschland gibt, mag alle diese Millionen Siegeswimpel schon achtundvierzig Stunden zelle ging, mußte an singenden, Karten spie- im letzten Augenblick Verängstigter SO vor der Entscheidung hißt, so kann über die lenden, qualmenden, wurstverzehrenden Uni- etwas wie Reue und wie Scham > Wahl<<- Methode nicht der geringste Zweifel formierten sich vorbeidrücken. Wer nicht mit beschlichen haben.» So schlimm war herrschen. Der Terror erlaubt es, die Gesin- lautem>> Heil Hitler« eingetreten war, konnte es also nicht...<< Und nun merkt man die nung eines jeden Menschen zu beliebiger sicher sein, von sehr mißtrauischen Augen berechtigte Schadenfreude auf jedem dritten Stunde vor dem Fälligkeitstermin zu eskomp- zumeist in Gesichtern, denen man ansah, wie Gesicht in Deutschland:» Na, da werden sie ja Die Möglichkeit von dort zu wirken ist mir viele Jahre Zuchthaus oder Erziehungsanstalt viel zu suchen haben, wenn sie im einzelnen genommen. Was man mir nicht nehmen kann, allein bedeutet schon einen wohlorganisierten die Träger wegen schwerer Körperverletzung jetzt noch herauskriegen wollen, wer alles ist das Wissen, mitgeholfen zu haben, den tieren. Flaggen in Hitler- Deutschland Gesinnungsdruck in Dorf und Stadt. Wer nicht flaggt, ist Staatsfeind. das Er fliegt aus der Arbeit. Er kommt auf die schwarze Liste der Boykottierten. Ihm winkt die>> Erziehung im Konzentrationslager<<. Die SA und SS macht Straßenpatrouillen und Häusererhebungen treppauf, treppab. Heraus mit den Lappen! Wehe, wer sich ausschließt. Die Tapferen hissen schwarzweißrot ohne Zutat. Die Schlauen halten es mit der Doppelbeflaggung; das ist noch das Gescheiteste nach der einen und der anderen Seite hin... Das heißt: angefangen hatte es in Deutschland mit der Volksabstimmung in aller Heimlichkeit schon längst vorher. Nämlich es begann auf einmal, kaum daß der Abstimmungstermin endgültig feststand, eine ganz merkwürdige Jagd nach dem Stimmschein, gerade auch solcher geruhsamen Bürger, die sonst nie in ihrem Leben anderswohin als bis zum Nachbardorf gelangen und bisher die Einrichtung, auch außerhalb des Wohnortes abstimmen zu können, nur vom Hörensagen kannten. Die Reichsregierung hat zwar öffentlich so getan, als sei dieser Drang nach dem Stimmschein ganz natürlich gewesen, weil ja die Wahl< in die Reise- und Ferienzeit fiele... Aber wie viele Leute fahren heute noch in Deutschland, wie sonst, in die Ferien? Die verwaisten Kurorte können davon ein Liedchen singen. Warum also dieser Massensturm? Der Schreiber dieser Zellen wohnte bisher in einer kleinen sächsischen Gemeinde. Von den rund dreihundert Bewohnern des Dorfes, Bauern, Arbeitern, kleinen Angestellten, dürfte sich kein halbes Dutzend auswärts» in den Ferien< aufhalten oder auch nur die Absicht gehabt haben, gerade am 19. August den Globetrotter zu spielen. Dennoch! Als der Schreiber am Donnerstag vor der Wahl zum Gemeindevorstand Frau zu fordern, kratzte der Mann sich sorgenvoll hinterm Ohr: Mein Werk in Berlin ist unterbrochen. oder Diebstahls im Rückfall eigentlich ver-» Nein« gesagt hat. Stummer Vorsatz bei Haß gegen den Faschismus in die Herzen zu dient hätten, gemustert zu werden. Wie vie- Millionen: Das nächste Mal wirds besser ge- pflanzen. Diesen Haß und dieses Wissen will len Hunderttausenden, die mit dem besten macht!<< ich ungebrochen weiter in den Dienst der Arbeiterbewegung stellen ohne daß ich mich fortab täglich durch allerlei Kunststücke freimachen muß von den schleichenden Gestapobrüdern, die meine Wohnung bespitzelten und die in den Cafés von nebenanstehenden Tischen Bruchstücke meiner Geihren Auslandsjournalisten SCI in Deutschlandsprache aufzufangen suchten, Ein Blick zurück auf ein Land voll Tränen Von L. J. van Lool. zu verdienen. um Mitarbeit abgelehnt Genosse van Lool, langjähriger Arbeiterklasse so erscheinen zu lassen wie 3 Jahre 3 Jahre Zuchthaus! vor Korrespondent der holländischen sozia- sie sind: als Feinde der Menschheit. Wo und Justiz der„ veredelten Demokratie". listischen» Arbeiderspers«<, vor kurzem so oft das möglich war, habe ich mich an aus Deutschland Mehrere Kommunisten hatten sich ausgewiesen, ver- diese Pflicht gehalten, doch auch ich hatte öffentlicht in seinen Blättern folgende nur beschränkte Möglichkeiten.te inlbödem Sondergericht in Merseburg zu verantrückblickende Betrachtung: Das stärkste Hindernis war die Unter- worten. Ihnen wurde der Versuch einer drückung der freien Meinungsäußerung in Neugründung einer Partei" zum Vorwurf geDeutschland, eine Unterdrückung, die viel macht. Die Angeklagten wurden zu Zuchtweiter geht als es sich die Einwohner eines freien Staates mit der größten Phantasie denken können. brennend erhalten. Der Deutsche, der einem ausländischen Journalisten Einsicht gibt in Dinge, die der deutschen Regierung unangenehm sind, riskiert sein Leben. hausstrafen zwischen 2 und 3 Jahren verurteilt. Ein Angeklagter hatte die Aufforderung zur illegalen Mitarbeit abgelehnt. Er erhielt 3 Jahre Zuchthaus, weil es seine Pflicht gewesen wäre, der Polizei von dieser Aufforderung sofort Kenntnis zu geben." Unter der Ueberschrift ,, Teurer Brief,, Baseler Nationalzelwar am frühen Morgen, als ich Deutschland verließ, das Land der braunen Horden, der geistigen und körperlichen Unterdrückung, das Land voll Tränen und Schmerzen, aber auch das Land der nicht wankenden Treue zu dem sozialistischen Ideal, das Land, wo Tausende von Männern und Frauen trotz allem die unbefleckte Fahne des Proletariats bewahren und das heilige Feuer des Sozialismus in sich Wer die Wahrheit erzählt, wenn sein Nach- wechsel" meldet die bar dabei ist, läuft Gefahr, morgen in ein tung": Die Begrüßung in Holland war eine rot- Konzentrationslager gebracht zu werden oder weiß- blaue Flagge, die Ich weiß nicht aus jahrelang in ein Zuchthaus eingeschlossen zu welchem Grunde irgendwo an der Grenze werden. auf einem kleinen Hause flatterte. Die Flagge Die zweite Beschränkung, die einem ausaufwar nach all den Hakenkreuzlappen, die ich ländischen Journalisten in Deutschland in den letzten achtzehn Monaten in Deutsch- erlegt ist, ist die der persönlichen Gefahr. land anschauen mußte, eine herzliche ErAuch dem ausländischen Journalisten quickung. Sie mahnte mich an die Verbunden- droht Gefängnis und Mißhandlung. heit mit meinem Land und seinen Sitten, um Drei Tage vor meiner Ausweisung kam mein so mehr, da ich als freier Holländer, Bürger Kollege Hemberger frei. Vier Tage ist er eines Landes der traditionellen geistigen Frei-> abhanden< gewesen. Die Gestapo hatte ihn heit, bis dahin genötigt gewesen war, in der arretiert, weil er in seinem Blatte, der> Prasozialismus zu leben. von einem» besonderen Korrespondenten< ,, Die Frau des erschossenen Ministerpräsidenten Kurt Eisner unterhielt nach ihrem Wegzug von Peterzell i. Schwarzwald nach der Schweiz regen Briefwechsel mit dem 32jährigen Johann Burry aus St. Geor gen, der die Briefe wieder beantwortete. Da dieser Briefe der Angeklagte zwei zum Lesen weitergab, wurde er om Badischen Sondergericht zu Mannheim zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt." Aus Schneidemühl wird uns bekam, um Stimmscheine für sich und seine menschenentehrenden Sphäre des National- ger Presse<, Artikel veröffentlicht hatte, die richtet: Ein Arbeiter, den man zwang, den Deutschen Gruß zu gebrauchen, sagte dazu Die Geheime Staatspolizei Hitlers und kamen. Mit Hilfe des tschechoslowakischen nicht ,, Heil Hitler", sondern„ Heil DeutschGörings hat meinem Bleiben in Deutschland Gesandten konnte man ihn aus den Händen land". Er wurde deshalb wegen Beleidigung ein Ende gemacht. Für mich ist es eine der Gestapo befreien. Es ist mir unbekannt, des Führers zu zwei Jahren Gefäng Ehre, für meine Familie ist es eine Beruhi- ob ihm das Los eines anderen Kollegen er- nis verurteilt. Ein anderer Arbeiter, der August verlangt hat, hat das, mit den gering- gung, daß der Nationalsozialismus mich aus spart geblieben ist, der in dem SS- Gefängnis sich kritisch über die hohen Einnahmen des » Das ganze Dorf will Stimmscheine. Ich habe keine Formulare mehr.<< Sicher ist: Wer einen Stimmschein zum 19. ges und der schlechten Instinkte sagen zu seiner Gewaltsphäre entfernt hat für ihn Columbiahaus selbst ist es die beste Charakterisierung: Mit nackt in einem Gang hin- und hergejagt tische Korrespondent aus Deutschland hungen und dem Druck Reichspropagandaministers Göbbels äußerte, erhielt eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Ein dritter Arbeiter, der gesagt hatte, daß die außenpolitische Situation Deutschlands nicht günstig sei, wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. In Broitzem wurde der Arbeiter Gustav sten Ausnahmen wirklichen Reisebedürfnisses, getan, weil er glaubte, so dem Terror mir verschwindet der letzte sozialdemokra- worden ist, wobei an den beiden Enden einige der Abstimmung leichter entgehen zu köndie SS- Leute standen, die ihn immer wieder in nen! Entweder glaubte er, sich überhaupt dem von der Abstimmung zu drücken, um nicht übrigen waren bereits früher vor den Dro- die andere Richtung stießen. Was mit der Sturmtruppen türkischen Journalisten geschehen ist, >> Ja< zu einem verhaßten System des Betru- aus dem Lande gewichen. Die Nazi- Finster- der monatelang in einer Zelle des Polizeimüssen, oder aber dort, wo man ihn persön- linge vertragen die Beleuchtung durch einen präsidiums gesessen hat, ohne daß jemand Alter vom Schnellrichter zu vier Monaten lich nicht kennt, leichter sein» Nein<« in die sozialistischen Journalisten nicht. Sie wissen sich um ihn kümmerte, weiß ich nicht... Diese Schwierigkeiten sind es, die beDie Arbeit eines Korrespondenten in Hit- wirken, daß vieles in der Feder bleibt, was lerdeutschland ist nicht einfach. Rein tech- unter normalen Umständen nisch gesehen ist sie für einen sozialisti- werden würde. Jeder Journalist weiß z. B. Mitteilung des Presse- und Propagandaschen Korrespondenten leichter als für einen ziemlich genau, mit welcher Energie an der amts der ,, Deutschen Arbeitsfront": Redakteur bürgerlicher Zeitungen. Der sozia- Aufrüstung gearbeitet wird, wie die Fabriken listische Redakteur wird von seiner Organi- in drei Schichten arbeiten, wie die Flugzeuge rer der DAF., Dr. Ley, sind seit einiger ,, Ueber den Stabsleiter der P. O. und Füh sation getragen, wird gestützt durch seine in Serien gebaut werden und Flugplätze wie unsinnigsten Gerüchte im Umlauf.... Urne werfen zu können. Ebenso schlau freilich wie diese Millionen von Stimmscheinphilosophen war freilich auch wieder die Regierung. Als sie das höchst merk- und denkwürdige Schauspiel dieses Ansturms auf den befreienden Zettel durchschaut hatte, war zwei Tage vor der Wahl durch Radio und Presse bekannt gegeben, die Verfügung bei allen Gemeindeämtern da, daß die abgegewarum! Gefängnis verurteilt, weil er sich eine Rundfunkrede des ,, Führers" nicht anhören wollte. veröffentlicht Massengeflüster um Ley die Zeit Zeitung. Er kann, soweit das von seinem Ver- mit einem Pfefferstreuer über Deutschland während der letzten Tage haben diese Ge benen Stimmscheine sofort einzelnen an die leger und seiner Chefredaktion abhängt, die geschüttet werden. Sie schreiben nur nicht rüchte an einzelnen Stellen des Reiches Heimatgemeinden weiterzuleiten seien, so daß also die Kontrolle, ob und vielleicht auch wie gewählt worden war, nun erst recht gegeben war. Wahrheit schreiben. Der bürgerliche Redakteur muß bei seinen Berichten dem Wunsch seiner Redaktion Rechnung tragen, daß er in Berlin bleibt. darüber, können nichts darüber schreiben, Ausmaß angenommen, daß es schon wenn es ihnen nicht so ergehen soll wie Pembroke Stephens, dessen Frau mit dem Tode bedroht wurde, derweil er selbst in einem Loch festgehalten wurde. ein in Anbetracht der Volksbefragung am 19. August notwendig wurde, weitgehende Irreführung der Meinung zu unterbinden. Es mußten eine öffentlichen eine So Ja, es war eine Lust sich zu entscheiden, Er muß lavieren und muß ab zu versuchen, Der wirkliche Zustand Deutschlands hat Reihe von Personen, die böswillig oder leichtan jenem denkwürdigen 19. August.. Wel- den Nazis eine Blume an den Hut zu stecken, im Ausland noch nie richtig beschrieben wer- sinnig solche Gerüchte weiter mitgeteilt hacher Zauber der Plakate! wo das, ohne ein Gefühl des Abscheus bei den können. Auch mit dem größten Mut hält ben, festgenommen werden." Ob die gefüllten Gefängniszellen den Säu>> 1.5 Millionen Kilometer hat der Füh- seinem Leser zu erwecken, geschehen kann. es ein Journalist meist nicht länger als eine ich hatte Woche aus. Und wenn er ausharrt, bringt er fer und Verschwender wieder nüchtern und rer im Kampf um Deutschland im Flug- Ich brauchte das nicht zu tun zeug, im Auto, in der Eisenbahn zurückge-| das Recht und die Pflicht, die Feinde der nicht nur sich selbst leicht ins Zuchthaus, er redlich machen werden?! Westeuropa und das Plebiszit V. Sch. Paris, Ende August. Dec 30. Juni und die Bischöfe Ein Schrei des Gewissens aus dem katholischen Lager Die französische und diesmal auffallenderweise in noch stärkerem Maße die englische Oeffentlichkeit war von vornherein fest entschlossen, dem Abstimmungsergebnis vom 19. August keinerlei Bedeutung beizumessen. Schon daran läßt sich der schwere Rückschlag ermessen, den das Ansehen Hitlers und seines Dritten Reiches in den letzten > Kirchmann, Mann der Kirche, erMonaten in den westeuropäischen Kulturläninnert die deutschen Bischöfe an das Beidern erlitten hat. Im November gab es in Paris und noch mehr in London ernsthafte spiel des heiligen Ambrosius, der dem Stimmen, die die amtlichen Ziffern des ersten grausamen Kaiser Theodosius mutig entgegentrat. Aber sie? Der Mann der Kirche Pllebiszites für durchaus beachtenswert erklärten. Nur die entschiedenen Linksblätter betonten schon damals, daß all das nur - Schwindel und Terror, während andere Zeitungen zwar auch nicht völlig überzeugt, aber I dennoch stark beeindruckt waren. 12 Größtes Aufsehen erregt in katholi- freiwillig zurückgezogen worden ist, um den aus der Studentenschaft ausgeschlossen schen Kreisen der Schweiz eine im» Liga- Stand der Verhandlungen nicht zu gefährden, und mußte sein Studium aufVerlag Luzern erschienene Schrift:» St. oder ob er zurückgezogen worden ist, nach- geben. Von dem Führer seines VerbanAmbrosius und die deutschen Bischöfe von dem die Polizei ihn auf einem Ordinariat des, Träger eines in der Geschichte des Stefan Kirchmann<. >> gefunden<< und seine Publikation von hoher deutschen Katholizismus berühmten NaStelle aus als ein Konfliktsfall bezeichnet mens, erhielt er auf seine Beschwerde einen worden war. ausweichenden Bescheid! Der 30. Juni ein religiöses Ereignis. Gegen all diese Schwäche und Nachgiebigkeit wendet sich Kirchmann. Er verlangt von den deutschen Bischöfen, daß sie dem Beispiel des heiligen Ambrosius folgen mögen: Die Knebelung der katholischen Presse. Ueber die Knebelung der katholischen Presse erzählt Kirchmann geradezu Ungeheuerliches: ,, Das Schweigen der Bischöfe Wie schamlos der Gewissensdruck und die schreibt: die ist vielleicht noch furchtbarer bewußte Irreführung des Volkes durch als alles andere, was am 30. Juni ge- Presse geworden ist dafür nur ein Beischehen ist. Denn das Schweigen zerstört die spiel: Der Redakteur einer ehemals katholiletzte moralische Autorität in Deutschland, schen, dann zwangsweise nationalsozialisti1. Sie schreiben selber nichts mehr. 2. Sie drucken alles unverändert, was wir Ihnen zustellen. ein Die Krise vom 30. Juni ist nicht nur politischer Zwischenfall, sondern ein moralisches und damit auch religiöses Ereignis. nicht sein Ahnen und Wissen aussprechen. Sehnsüchtig wartet es auf eine Stimme, die ruhig und fest die einfache Wahrheit schonungslos, aber unpolitisch sagt. Eine Stimme, die sagt, daß Mord Mord bleibt und daß der Staat nicht alles darf, was er kann. Seit dem 30. Juni und seit dem Jull- Er- es trägt eine Unsicherheit in die Reihen der schen Zeitung, der es versuchte, noch hin und Das Volk ahnt es und weiß es. Aber es kann eignissen in Wien hält man dagegen Hitler Gläubigen, es droht zu einer Entfremdung wieder einen christlichen Gedanken einzuund Konsorten jeder Gewalttat für fähig. Die- zwischen Bischöfen und dem Volk zu führen, flechten, wurde vor folgende geheime Fordeser Umschwung ist offenbar noch stärker in dem dieses Schweigen nicht mehr begreiflich rung der Parteileiter gestellt: England in Erscheinung getreten als anders- ist. Daher ist gerade der gläubige Katholik wo, well dort eben die Illusionen über den verpflichtet, die Bischöfe in aller Ehrfurcht wahren Charakter des Nazi- Regimes in den vor ihrem Amt und ihrer geweihten Person führenden bürgerlichen und aristokratischen zu bitten:>> Sprecht, gerade well das deutsche 3. Gewisse Ihnen bezeichnete Artikel, die Schichten am stärksten verbreitet waren. So Volk und die deutschen Katholiken einer Ihnen von uns zugestellt werden, haben Sie ist es zu erklären, daß die britische Presse festen Führung und einer unzweideutigen unter Ihrem eigenen Namen zu veröffentnoch deutlicher vielleicht als die französische Erinnerung an die unzerstörbaren Grundlagen lichen. im voraus betonte, daß das Plebiszit vom aller gesellschaftlichen und völkischen Ord19. August überhaupt nichts beweisen würde. Darüber bestand schließlich in den letzten Tagen vor dem 19. August eine Uebereinstimmung, die sich insbesondere in den witzigsten Karikaturen offenbarte. de Aber siehe dabel Bekanntwerden der diesmaligen Ziffern hat die französische und die englische Presse durchaus nicht nach ihrem ursprünglichen Vorsatz gehandelt. nung bedürfen!< Eine Stimme, die daran erinnert, daß das Bekenntnis zum positiven Christentum, wenn es ernst gemeint ist, nicht nur propagandistischen Zielen und der Rechtfertigung der bestehenden Ordnung dienen darf, sondern Verpflichtungen und Bindungen auferlegt. Längst haben es alle gemerkt, daß der Presse jede Freiheit genommen ist. Im deutEs gibt Lagen, in denen das Schweigen schen Volk gibt heute niemand mehr etwas gegen den Willen der Schweigenden als Zu- auf die Tagespresse nicht auf die nationalstimmung gedeutet und Eine Stimme, die es wagt, den Mann, der mißbraucht wird. sozialistische, weil sie lügt nicht auf die kühn genug ist, sich als den höchsten GeDie Taten des 30. Juni sind nicht nur be- gleichgeschaltete, ehemals katholische, weil richtshof der Nation zu bezeichnen, genau so gangen, sondern auch als Ausdruck höchster sie teils schweigen, teils lügen muß. Auch für das vergossene Blut zur Rechenschaft Gerechtigkeit und des deutschen Rechts- die vermeintlich österreichische kath. Wochenzu ziehen, empfindens gefeiert worden. schrift>> Schönere Zukunft<< wird in Deutsch- wie der heilige Ambrosius Theodosius den land gedruckt und steht unter polizeilicher Großen. ist alle Vorzensur, so daß sie seit langem die kathoOeffent- lischen Belange nicht mehr vertreten kann. Bisher freuten sich die Katholiken über Das Volk kann nicht sprechen. Es darf sich nicht versammeln, und ihm Die Verdoppelung der amtlich zugeOeffentlichkeit verschlossen. Die gebenen Oppositionsstimmen hat in lichkeit bestimmen die Täter des 30. Juni. Westeuropa einen ungeheuren Eindruck gemacht. Daher weiß das Volk nicht, was alles ge- ihre unpolitischen Kirchenblätter, die ab und nur unbe- zu zu einzelnen Zwischenfällen sich mit erViele Leute vermuten, daß nur ein Teil der schehen ist. Es flüstert sich Wahrheit zugegeben wird, man betont, daß stimmte Nachrichten zu; es ahnt nur, welche frischender Deutlichkeit und offen trotz aller Wirklichkeit sich hinter Beschlagnahmen der farblosen gelegentlichen jede Kontrolle bei den Zählungen in den unäußerten. Wird das nun anders werden? Auf Grund tersten und in den obersten Instanzen gefehlt Todesanzeige Klauseners birgt; habe, sodaß alle Mutmaßungen gestattet seien; Bischof Bares von Berlin hat allerdings eines Gesetzes aus der Kulturkampfzeit Bisder direkte und indirekte Terror der sich bis vor den Aschenresten des Ermordeten ge- marcks nötigenfalls geht man also auch sind zum Eingang des Lokals auf Schritt und standen. Zwar konnte man in ausländischen juristisch gesichert vor Tritt bemerkbar machte, wird noch einmal Blättern ausführlich geschildert. Aber umso größer ist das Erstaunen und vor allem die offene Bewunderung für die mehr als fünf Milionen Deutschen, die es unter solchen Umständen gewagt haben, dem neuen Gott das Opfer zu verweigern. Zum ersten Male nach anderthalb Jahren beginnt die Welt wieder Achtung vor Deutschland zu haben, indem sie den Heroismus der Todfeinde Hitlers hervorhebt und bewundert. Das Wachsen der offenen Opposition wird als die Ueberraschung und das einzige entscheidende Merkmal dieses Plebiszits kommentiert. durch seinen Herold. unu Hitler hatte Göbbels unvorsichtigerweise verkünden lassen, daß er dieses Plebiszit in erster Linie aus außenpolitischen Gründen veranstalte. Offenbar hoffte er, Eindruck zu schinden und danach auch Kredite zu erhalten:„ Seht! das ganze Deutschland steht hinter ihm Ihr müßt euch endlich damit abfinden und die Konsequenzen ziehen!" oib bezeichnenderweise nicht in Deutschland! lesen, daß die Regierung sich bei ihm wegen des» Mißverständnisses< entschuldigt habe; aber schließlich ist die Exekution eines Mannes ohne Anklage auf einen summarischen Befehl hin mehr als ein» Mißverständnis<<, das durch Entschuldigungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit beseitigt werden kann. Es schreit nach einer öffentlichen Buße, nach einer öffentlichen Erklärung, die es vor aller Welt beim Namen nennt.< ben an alle Kirchenblätter unter polizeilicher Vorzensur gestellt worden. Vorläufig weiß das Volk nichts von dieser Abmachung, die selbstverständlich sein Vertrauen in die Kirchenblätter erschüttern würde, aber die Polizei wird schon auf die Dauer nicht diskret sein, denn sie hat ja kein Interesse daran, das Ansehen der Kirchenblätter zu wahren. Es gibt eine Zeit, in der die noch so kluge Taktik zur Katastrophe und die scheinbar noch so weise Vorsicht zur Selbstvernichtung wird. Der 30. Juni bedeutet die öffentliche Anmeldung des Anspruches darauf, daß alle Moral die tatsächliche Macht zu rechtfertigen hat. Wer die Möglichkeit hat, einen ErschieBungsbefehl durchführen zu lassen, hat Recht! Wenn eine Autorität, die kraft ihrer Sendung und Geschichte noch sprechen kann, zu den Vorgängen vom 30. Juni schweigt, so darf sie sich nicht wundern, daß ihr äußeres Schicksal vom 30. Juni trotz aller taktischen innern Proteste mitbestimmt werden wird. Eine geistliche Autorität hat zwar keine Exekutionskommandos mit Panzerwagen und Maschinengewehren. Aber sie hat ihr unzerstörbares Recht in der Unbedingtheit ihrer Begründung. der Stellvertreter Jesu Tolle Einzelfälle. Ueber die Behandlung der Katholiken Der Papst ist in Deutschland erzählt Kirchmann einige Christi. Die Bischöfe sind die Nachfolger der Wir erfahren von Kirchmann, daß der tolle Einzelfälle. Apostel. Die Grundlage ihres Amtes ist nicht frühere» Germania<-Redakteur HageAnfang Juli fand eine Frauenwall- ein irdisches Machtstreben.» Mein Reich ist mann in einem vertraulichen Rundschrei- fahrt nach einem bekannten Wallfahrts- nicht von dieser Welt<<. Gerade dieses Wort die Schriftleiter früher katho- ort statt. Der Zug wurde vor der Kirche Jesu Christi zwingt sie, Stellung zu nehmen, lischer Zeitungen erklärt hat: Die Bischöfe durch Hitlerjugend gestört, die mit lautem wenn die Welt vergißt, daß nicht sie das Klausener um» eine politische An- licher stellte den Führer ruhig zur Rede, gibt, der es wagen darf, alle Entscheidung seien der Ansicht, daß es sich im Falle Gesang mitten durchstürmte. Ein Geist- Reich Gottes ist und daß es keinen Menschen gelegenheit handelt und daß sie sich als Antwort schlug ihm dieser die über Recht und Unrecht, über Leben und Tod daher» heraushalten< würden. In dem- Faust ins Gesicht. selben Brief Hagemanns wird die Ermordung des Mitarbeiters Papens, von Bose, leichtthin als>> ein unprogramm äßiger Zwischenfalls bezeichnet. Soll das so weitergehen, fragt Kirchmann und er antwortet: Man endet wie der unglückselige Vizeauf die angebliche Absolutheit seiner poliEin Student, der in ein Wehrlager tischen Sendung zu gründen. eingezogen ist, besuchte dienstpflichtschließt Stefan Kirchmann, ein widrig die Sonntagsmesse. Er wurde dafür Mann der Kirche und ein Christ! Untersuchung Diesen Erfolg hätte er wahrscheinlich auch dann nicht erzielt, wenn er die Ziffern I vom 12. November gehalten oder gar übertroffen hätte. Jetzt aber spricht man kanzler von Papen, der die Erschießung sel- Soziologische In der Welt weit mehr von den ner Mitarbeiter Jung und von Bose nicht mit fünf Millionen, die Hitler nicht seinem Rücktritt beantworten darf haben wollen, als von den 38 M1111- zu beantworten wagt. Denn er würde ja da- Alfred Ingomar Bernt war einer von den onen, die ihm angeblich folgen. durch zeigen, daß seine bisherige Taktik ein ,, 5 Millionen müssen zugegeben werden Und die meisten Menschen fügen noch hinzu: Fehlgriff war, er bleibt und braucht dafür ter werden? Fehlgriffe am 30, Juni >> Was liegt schon daran?« fragt Frick. oder vielen Redakteuren des WTB, bis die Gleichschaltung seinen Wert erkannte und ihn zum aus der drahtlosen Wiedergabe dieser Untersuchung nicht. Logischerweise können diese fünf Millionen Opponenten, wenn Ingomar mit damaligen Nichtwählern und von den inzwiseiner Berechnung recht hat, nur von den sein. schen abstimmungsberechtigt gewordenen, heißt von den Jung wählern gekommen Dienstleiter des Deutschen Nachrichtenman Zu diesem Ergebnis wird dem bureaus machte. Solchermaßen prominent geworden, ergriff auch er das Wort, um die gelehrten Soziologen hiermit wohl herzlich Volksabstimmung vom 19. August als einen gratulieren dürfen. beispiellosen Sieg der Naziregierung auszumünzen. Zur Instruktion der Journalisten Hindenburg flaggt hat man in Berlin außer der täglichen Pressekonferenz jetzt auch noch ein allwöchentlich Schwarz- rot- gold Der Kattowitzer> Volkswille< berichtet: Anläßlich der Trauerfeier für Hindenburg nicht im Reichstag zu erscheinen, darf sogar wie viel waren es in Wahrheit? Wie viel der Beerdigung eines seiner Mitarbeiter unter werden es bei wirklich freien Wahlen gewesen Ausschluß der Oeffentlichkeit beiwohnen! sein? Wie viel werden es im nächsten WinSoll das wahrlich nicht beneidenswerte Schicksal des Vizekanzlers mit der hingerichteten Umgebung repräsentativ werden? Wo bleibt der Hirtenbrief von Fulda? Unmittelbar vor dem 30. Juni wurde erscheinendes Befehlsheft> Das Thema der > Was will es dann schon bedeuten, wenn berichtet, daß die Konkordatsver- Woche<. Dort hat Ingomar wie der Rund- wurde aus dem Hause Ecke Dorotheenstraße eine Handvoll Verräter in berechtigter Staats- handlungen gut ständen. Der mit funk am Montag berichtete, das Abstim- und Zahnstraße in Hindenburg die schwarznotwehr niedergeschlagen werden mußte, wo Spannung erwartete Hirtenbrief der Ful- mungsergebnis» soziologisch untersucht. Der rot- goldene< Fahne gehiẞt. Diese unerwartete es galt, durch blitzschnelles Handeln das Leben daer Bischofskonferenz wurde nicht ver- gelehrte Mann kommt zu dem Schluß, Hitler Beflaggung in den alten republikanischen sen zu retten? Dann spielt sogar die bedauervon Zehntausenden unschuldiger Volksgenos- lesen, die Gläubiger erfuhren nicht, war- habe mehr Stimmen erhalten als er und Hin- Farben rief eine große Menge Menschen zuliche Tatsache um. Dazu bemerkt Kirchmann: denburg zusammen bei der Reichspräsidenten- sammen, wobei es gegen die Hitlerei an spötkeine entscheidende Rolle, Wir wollen an dieser Stelle unerörtert wahl im April 1932, also hätten nicht nur tischen Bemerkungen nicht fehlte und man wenn bei einer solchen Aktion hier und da lassen, welche Ursachen zu der seltsamen Er- sämtiche damaligen Hindenburgwähler für konnte manches frohe Gesicht über den geFehlgriffe vorgekommen sein sollten.<< scheinung eines Hirtenbriefes deutscher Bi- Hitler gestimmt, sondern sogar der wesent- lungenen Streich bemerken. Die Nazis selbst So sprach laut Bericht des partelamtlichen schöfe geführt haben, der zwar im Auslande liche Teil der kommunistischen Wähler habe aber verloren den Mut und verdrückten sich. > Westdeutschen Beobachters< Reichsinnen- bekannt geworden ist, aber die einfachen sich nun vertrauensvoll dem Führer ange- Sie alarmierten dann die Polizei, die das minister Frick am 13. August in frühere Reichssymbol entfernte. Die Nazis gute Zeiten. Menschenleben bestimmt war, nicht erreicht hat. Wir wollen Woher dann aber die fünf Millionen Ge- wagten nicht, vor der spottenden Menge die also nicht untersuchen, ob dieser Hirtenbrief genstimmen gekommen sind, das erfuhr man Fahne selbst zu entfernen. Mörder haben sind billig wie noch nie. Köln. deutschen Katholiken, für die er ja vor allem schlossen. Steigende Devisennot Schacht und das» alte System<< Wer sind die Schuldenmacher?. Hungerwinter droht! Jouded all Scheinwerfern ab, konnte die Täter aber nicht fassen. Am 13. Juli wurde der frühere Gen. Paul Bunt, Tapezierer, Breslau, Sternstraße, in einem Lokal in der Matthiasstraße, als er bei der Hitler- Rede abfällige Bemerkungen machte, erschlagen. Herr Schacht wettert öffentlich im-| nicht zu verhindernde Einfuhrbedarf wird tigen ist, daß diese Zahl um etwa ein Vier- In Hirschberg wurde der Bürgermeister Blümel abgesetzt und verhaftet. Der Grund mer wieder gegen die Auslandsschulden, die Drosselungen an anderen Stellen weit- tel bis ein Drittel zu erhöhen ist, weil ja ist nicht bekannt. Es wird erzählt, die Verfür die der Mann, der sich in zudringlich- aus übersteigen, so daß von der Einfuhr- die deutschen Exporte nur zum Teil mit ster Weise an führende Sozialdemokraten seite her eine Erleichterung der Devisen- Devisen, zum andern aber mit Scrips und haftung sei erfolgt wegen der Erschießung angebiedert hatte, so lange es ihm für seine lage nicht zu erwarten ist. Sperrmark bezahlt werden. Karriere nützlich erschien, jetzt das» Alte Katastrophal gestaltet sich aber die Diese Zahlen bedürfen nun wirklich System« verantwortlich machen möchte. Situation durch die fortschreitende Ver- keiner ausführlichen Erörterung mehr. Hitvon vier Juden.( Da wird er bestimmt sehr schnell wieder frei sein! Red. d. N. V.) Der Schwindler verschweigt absichtlich, minderung des Exports, von dem in ler und Schacht mögen noch eine Zeit lang Man spielt aller daß die deutsche Auslandsverschuldung Deutschland die Existenz von ungefähr von der sicheren Ueberwindung nur zu einem verschwindenden Teil aus 32 Millionen Arbeitern unmittelbar ab- Schwierigkeiten durch den nationalsoziaSchulden des Reiches und der anderen hängt. Am stärksten betroffen ist wie- listischen Willen faseln, die Ziffern spreöffentlichen Körperschaften besteht, der derum die Fertigwarenausfuhr, die mit chen eine andere Sprache. Sie erzählen weitaus größte Teil aber 250 Millionen um 17 Millionen gegenüber von der unvermeidlichen fortschreitenden dem Vormonat zurückgeblieben ist. Blutentziehung, die der Rohstoffmangel Die Juli- Ausfuhr stellt überhaupt den bedeutet. Sie sagen niedrigsten Betrag seit vielen Jahren Schulden der großkapitalistischen Unternehmungen und zum Teil der Landwirtschaft sind, die er selbst aufs eifrigste befürwortet hat. Einer der leichtsinnigsten Schuldenmacher war Fritz Thyssen, sein jetziger Intimus und maßgebendster nationalStahlverein nicht nur von Anfang an übergründete, sondern auch auch überschuldete. Große Schuldenmacher waren Siemens, war die AEG, waren Hapag und Lloyd sieht, es sind wirklich lauter» Marxisten<<, die nach Schacht die Verantwortung tragen. sozialistischer» Wirtschaftsführer<, der den man dar, einen harten Winter der Not und Entbehrung ebenso wie der Gesamthandel einen Re- voraus und Hunger, Arbeitslosigkeit und Mobilmachung Eine Million nach Breslau. Am Sonntag, dem 26. August, findet in Breslau ein Aufmarsch der Arbeitsfront statt. Die Devise lautet:» Eine Million Arbeitsfrontler aus Schlesien nach Breslau«. Mit welchen Mitteln die Arbeiter gezwungen werden, dafür folgende Beispiele: kord des Tiefstandes erreicht hat. Das Mangel sind Rebellen, mit denen kein Pro- in Schweidnitz beschäftigen zur Zeit etwa Passivum der Handelsbilanz ist in den pagandaministerium und keine Wirtersten sieben Monaten bereits auf 258 Mil- schaftsdiktatur so leicht fertig werden. Dr. Richard Kern. lionen gestiegen, wobei aber zu berücksichSteigende Dividende sinkende Arbeitslöhne Das Geheimnis der nationalsozialistischen wird überraschender Arbeitsschlachten" Aber während Schacht öffentlich über die Auslandsverschuldung zetert, versuchen seine Agenten mit allen Mitteln, neue Rohstoffkredite in Amerika und England Weise in einem führenden Organ der Nazienthüllt. Die Deutsche Zeizu erlangen. Da aber bisher Amerikaner presse und Engländer noch nicht einzusehen ver- tung" schreibt in Nr. 176 vom 29. Juli: mögen, warum sie dem schlecht gewordenen Geld noch gutes nachwerfen sollen, ist Herr Schacht in seiner Verzweiflung auf die Idee verfallen, sozusagen Zwangsanleihen im Auslande aufzunehmen. Denn um nichts anderes handelt es sich, wenn die Reichsbank sich weigert, für etwa eine Million englischer Pfund für 20 Millionen holländischer Gulden und für mehrere Millionen Schweizer und schwedischer Währung, die längst fällig geworden sind, die nötigen Devisen anzuweisen. Aber bei diesem Versuch ist der Bankrotteur wieder einmal hereingefallen. Die holländische Regierung hat den Winkelzügen der deutschen Unterhändler kurzerhand ein Ende bereitet und am 15. ' August ein Zwangsclearing gegen Deutschland angeordnet. Die holländischen Importeure werden von nun ihre Zahlungen an die deutschen Lieferanten nicht mehr in Gulden nach Deutschland senden, sondern die Beträge bei der niederländischen Bank einzahlen. Diese wird daraus einmal die Forderungen der holländischen Exrorteure bezahlen, und sodann den Ueberschuß mit den Schulden verrechnen, die die Deutschen bisher nicht abtragen konnten. Mit einem ähnlichen Vorgehen droht jetzt auch England, und es ist kein Zweifel, daß Herr Schacht sehr bald gezwungen sein wird, seine Zwangsanleihen zurückzuzahlen. an Das wird freilich keine leichte Sache werden. Denn die Devisenlage wird trotz oder vielleicht eben wegen der Eingriffe in den Außenhandel immer schwieriger. ,, Es läßt sich nicht leugnen, daß die Arbeitsschlacht bereits jetzt schon die Rentabilität vieler Unternehmungen erhöht Von den 93 deutschen Aktiengesellrepräsentative Unternehmunhat. schaften gen aus mit Die Heliowatt- Werke( Radiogerätefabrik) 700 Arbeiter und Angestellte. Ein Zirkular forderte die Belegschaft zur Reise nach Breslau auf, die Arbeiter hatten sich in Einzeichnungslisten einzutragen. In einem Arbeitssaal, in dem 80 Arbeiter sind, haben sich elf eingezeichnet. Entsprechend waren die EinDaraufhin zeichnungen im ganzen Betrieb. ging ein zweites Zirkular durch den Betrieb, in dem mitgeteilt wurde, wer nicht mit nach Breslau geht, legt keinen Wert auf seine Arbeitsstelle. den Arbeitern freiwillig zwecks Einglie- Die Firma legt die Fahrtkosten aus und zieht derung neuer Arbeitsgenossen vorgenommen wurde. Um sich ein Bild von dem Umfange dieser Kürzungen zu machen, seien die Schätzungen angeführt, die das Institut für Konjunkturforschung über das Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten angestellt hat. Danach sind die genannten Einkommen von 44,5 Milliarden Rm. im Jahre 1929 auf 25,7 Milliarden Rm. im Jahre 1932 zurückgegangen." Kein gerechter, allen Wirtschaftszweigen Ausnahme von Geldinstituten, Schiffahrtsgesellschaften und staatlichen bezw. sub- Die zuletzt genannten Angaben müssen noch ventionierten Gesellschaften haben im dahin ergänzt werden, daß das Einkommen abgelaufenen Geschäftsjahr( 1933 bezw. der Arbeiter, Angestellten und Beamten jetzt 1933/34) 81 mit Gewinn gearbeitet und noch weit unter das Einkommen vom Jahre nur 12 mit Verlust. Von den ersteren ha- 1932 gesunken ist. ben 31 ihren Gewinn benutzt, um die Verluste aus den Vorjahren abzudecken. um die gesetzlichen Rücklagen wieder aufzufüllen oder eine anderweitige Reserve schaffen. Die übrigen 50 Gesellschaften waren in der Lage, eine Dividende auszu- ten Presse: schütten. Und zwar haben mehr als die Hälfte davon ihre Dividendenzahlungen erstmalig wieder aufgenommen bezw. höht. Nur drei sahen sich zu einer geringen Ermäßigung der Dividendenhöhe veranlaßt." zu erDen steigenden Dividenden stellt das nationalsozialistische Organ die ungeheuer gesunkenen Arbeiterlöhne gegenüber: ,, Ein männlicher Facharbeiter verdiente nach der amtlichen Statistik Ende 1929 103 Rpf. je Stunde, im April 1934 78 Rpf., ein männlicher Hilfsarbeiter hat heute 62 aber ein verdienter Preis Kürzlich las man in der gleichgeschaltesie dann am Lohn wieder ab. Den Waldenburger Bergarbeitern werden die Fahrtkosten für Breslau jetzt schon im voraus vom Lohn einbehalten, ohne Rücksicht darauf, ob sie fahren oder nicht. Diese Maßnahme wurde angeordnet, nachdem bei einer Rundfrage wegen der Teilnahme sich nur ganz wenige freiwillig meldeten. Von einem Textilbetrieb wird gemeldet, daß die Arbeiter 3 Ueberstunden ohne Bezahlung leisten müssen, die Firma zahlt dann die Fahrtkosten. Schließlich werden die Leute verladen und werden abtransportiert, ob sie wollen oder nicht. So spielt man» große Zeit<< und eines Tages kommt sie dann wirklich. Die Spitzel Ueber die Arbeit der Gestapo wird uns eine interessante Einzelheit berichtet: In der Untergrundbahn, in der nur we nige Leute u. a. zwei Arbeiter in Transportunterhielten sich arbeiterkleidung saßen, ,, Ueber die Wirkung der Marktordnung für Zwiebeln im Hauptanbau- zwei Männer. Der eine schimpfte über die gebiet bei Calbe a. d. Saale berichtete der hohen Kartoffelpreise. Beim Verlassen der Landesführer für Gartenbau der Provinz Untergrundbahn wurden die beiden von den Sachsen auf einer in Naumburg abgehalte- ihnen nacheilenden Transportarbeitern angenen Tagung von Kreisgärtnerschaften. Im Der ist nach Auf ihre Anbaugebiet Calbe seien 1932 2.2 Millionen halten und für verhaftet erklärt. Zentner Zwiebeln geerntet worden. Sie hät- Einwände hin gaben sich die beiden Leute ten ohne Regelung je Zentner höch- als Beamte der Gestapo zu erkennen. stens 70 bis 80 Pfg. Erlös gebracht. Meckerer sitzt noch, der andere Durch die Zwangsbewirtschaftung aber sei der Preis auf 2.50 RM. festgesetzt worden, was einen gerechten und verdienten Preis bedeute." Die Verdreifachung der Preise der landeinigen Tagen entlassen worden. Preßgänge Ueber die Art und Weise, wie man die gegen 81 Rpf. Dieser Rückgang des Tarif- wirtschaftlichen Erzeugnisse bei sinkenden Arbeiter zur„ Landhilfe" preßt, wird folgenlohnes wird aber noch verschärft durch die Löhnen ist Sinn und Ziel der nationalsozialiKürzung der Arbeitszeit, die teils von den stischen Agrarpolitik, und diesem Ziele komBetrieben wegen Arbeitsmangel, teils von men sie immer näher. Die Bilanz des Außenhandels im Jul Die unblutige Revolution ist außerordentlich schlimm. Die Einfuhr ist mit 363 Millionen RM. um Berichte aus Schlesien und der Vorfall berichten: In einem Arbeitsamt im Berliner Osten haben sich etwa 200 Leute geweigert, zur Landhilfe zu gehen. Sie erhielten Freikarten für das Rose- Theater. Als sie dort waren, wurden die Tore geschlossen und ihnen von der Bühne her erklärt, daß vor der Tür Lastkraftwagen stünden und sie eingeladen würden, sie zu besteigen. Sie hätten es selbst in der Hand, wohin diese Wagen fahren sollRichtungen möglich: Ein holländischer Staatsbürger befindet sich unter diesen 200, es gelang ihm durch Vermittlung des Konsulates freizukommen. 3 Prozent geringer als im Vormonat, die In Beuthen kam es bei der Besetzung der ten. Es wären zwei Aus Breslau wird uns berichtet, daß die p Ausfuhr bleibt mit 321 Millionen RM. um mehr als 5 Prozent hinter der des Vor- dortige SA sich in ihrer übergroßen Mehrzahl SA- Kaserne zu einem Kampf zwischen Konzentrationslager oder Landhilfe, sie hätDas der SA und der Polizei. Die SA wei- ten nur zu wählen. monats zurück. Gegenüber dem Juli des gegen Heines und für Hitler erklärte. Vorjahres beträgt der Rückgang sogar wird aus Nachstehendem aber erst recht ver- gerte sich, die Polizei in das Gebäude einzufast 17 Prozent. Im Juli ist somit ein ständlich. Das frühere Siechenhaus Elbing- lassen. Daraufhin stürmte die Polizei als SA- warf Handgranaten in das Gebäude. Auf neues Passivum von 42 Millionen entstan- straße, das erst wenige Monate wurde geräumt. Seiten der SA gab es 3 Tote und mehden, während im Vorjahre noch ein Akti- Kaserne eingerichtet war, vum von 25 Millionen zu verzeichnen war. 140 Maschinengewehre, 800 vollständige Aus- rere Verletzte. zum rüstungen der Reichswehr sind dabei vorgeBei der Einfuhr machen sich erstenmal die Wirkungen der verschiede- funden und weggeschafft worden. Die nen Drosselungen bemerkbar. Denn wäh- satzung der Kaserne mußte antreten, jeder rend bisher die Einfuhr dieses Jahres in 10. Mann wurde herausgezogen, die Leute allen Monaten höher war als im Vorjahr, sind seitdem verschwunden und ist im Juli die Einfuhr etwa gleich der bis heute ist über ihren Verbleib nichts festvorjährigen. Den stärksten Rückgang zeigt gestellt worden. BeDer Brigadeführer Stefan in Beuthen wurde erschossen. Er hat Unterschlagungen in Höhe von 70.000 Mark begangen. Der Sturmbannführer Ender aus Schweidnitz wurde in der SS- Kaserne, Sternstraße in Breslau, erschossen. Die Leiche hat man dann zurück nach Schweidnitz gebracht und sie vor der Stadt auf die Straße geworfen, um einen Unfall oder ein brechen vorzutäuschen. VerVerwalden zu Ungenügende Beteiligung. Die tungssonderzüge der R.B.D.- Essen Deutschen Kampfspielen in Nürnberg mußten wegen ungenügender Beteiligung ausfallen. Alliance Française die Einfuhr von Wolle, die im Juli nur In der Nacht auf den 13. Juli wurden im noch etwa ein Fünftel von dem Höchst- Krematorium Breslau 7 Leichen nochmals 5 Leistand im April dieses Jahres erreichte. und am 17. Juli Weitere erhebliche Einfuhrrückgänge sind chen, die numeriert waren, verbrannt. Die bei fast allen Metallen, sowie Häuten und Leichen wurden ohne Särge gebracht und Fellen eingetreten. Dem steht aber eine auch so in den Ofen geschoben. verhältnismäßig starke Zunahme der Le- Der stellvertretende Polizeipräsident bensmitteleinfuhr gegenüber. Dieser Um- Breslau, Engels, wurde ebenfalls bei stand ist um so bedenklicher, als infolge Aktion am 30. Juni erschossen. In Görlitz wurde der frühere LagerkomAm 7. Juli wurden im Johannisgarten in des schlechten Ernteausfalls in den nächdes Lechwitzer Lagers in den Breslau- Krietern Arbeiter durch Messerstiche sten Monaten ohnedies mit einer starken mandant Vermehrung, insbesondere der Futtermit- Kehlkopf geschossen. Der Täter ist verletzt. Das herbeigerufene Ueberfallkommando erschien, suchte die Gegend mit teleinfuhr, zu rechnen sein wird. Dieser unbekannt. 101, Bvd. Raspail, Paris( VIe) Die praktische französische Sprachschule eröffnet für die Monate September und OkAm 30. Juni wurde im Gasthaus Nitsche tober einen Vorbereitungskursus für die Universität und auch Klassen für Kaufleute, in Breslau, Brinderstraße, ein Gast mißumfassend: in handelt und erheblich verletzt, weil er sich der über die Vorgänge des Tages mißliebig ausHeß. 15 Stunden wöchentlich praktische Studien der französischen Sprache; 30 Konferenzen im Monat; 10 unterrichtende Spaziergänge im Monat in Paris und seiner Umgebung. Honorar: 180 Frs. für einen Monat, 275 Frs. für zwei Monate. Nr. 63 BEILAGE "IteteDörfs 26. August 1934 Der Krieg des Pontius Pilatus Ein Buch von Theodor Wolff Erfreut findet man in diesem starken Buch, das von der Entstehung des Weltkrieges handelt und bei Oprecht und Helbas in Zürich erschienen ist, den berühmten Leitartikler des»Berliner Tageblatt« wieder. Glücklicherweise ist er ganz der aite geblieben. Man erkennt ihn in jeder Zeile, seine großen Vorzüge und seine kleinen Schwächen sind alle noch da! Selbstverständlich gibt er keine trockene Barstellung der Begebenheiten, jeden Winkel schmückt er mit Blumen aus den Gärten der Weltliteratur, aus Goethe und Schiller, Shakespeare und Byron, Maupassant und Kipling, Homer und Aeschylos. Einen besonderen Ehrenplatz hat er aber dem großen französischen Dichter A n a- tole France eingeräumt, denn die tiefe Weisheit seiner Erzählung vom Gastmahl des Pontius Pilatus hat ihn mächtig gepackt. War es nicht immer so, daß kor- rekte, intelligente und kultivierte Großwürdenträger, wie jener Pontius Pilatus einer war, das Verhängnis absichtslos herbeiführten oder untätig duldeten, weil sie die Bedeutung der heranbrausenden neuen Zeit nicht zu begreifen vermochten? Wie Baust, nachdem er den Hexentrank ge- schlürft, Helena in jedem Weibe sieht, so sieht Theodor Wolff, von Anatole Frances Zauber berührt, in jedem Staatsmann der ätzten Vorkriegszeit einen Pontius Pilatus. Zum Schluß, da die Menschheit den Pas- sionsweg des Weltkrieges antritt, stehen s'e gleichsam in Reihen da und waschen 'bre Hände in Unschuld. Eine geistreiche Idee gewiß, würdig, rinem Kunstwerk als Leitmotiv zu dienen; «in Kunstwerk ist das Buch auch gewor- den. Es ergibt sich aber, wie bei allen Werken, die im Grenzgebiet zwischen Politik und schöner Literatur gewachsen sind, 'ü« Frage, ob nicht die Materie des ge- schichtlichen Tatsachenberichts unter der Fcrm, in die sie gezwungen wird, leidet. Selbstverständlich will Wolff diesen Scha- �«n vermeiden, er will Geschichte schrei- ben; er hat nicht die Absicht, die Wahrheit der Form zuliebe auch nur im geringsten zu verbiegen. Die Aufgabe, die er sich damit gestellt hat, ist aber so schwer, daß auch einem Meister manches daran miß- "ögen kann. . Vor allem wird man, auch nach Wolffs «'gener Darstellung, der Wiener Diplo- �atie einen Sonderplatz anweisen müssen, «inen Platz ganz vorne auf der Anklage- änk. Sie hat nicht nur durch absichtliche orrnulierung eines auch nach ihrer An- «'«ht unannehmbaren Ultimatums die �ute ans Pulverfaß gelegt, sie hat auch 'h't Vorbedacht jeden Rettungsversuch V«r«itelt, in dem sie der Berliner Regie- �hig die überraschend günstige Antwort _«rbiens solange wie möglich vorenthielt. rotz allen Bemühens, Schatten und Licht �«ichmäßig zu verteüen, fällt auf die «sition des alten Oesterreich kein einziger pbtatrahl. Pontius Pilatus wäre für den lafen Berchtold noch ein unverdienter �brenname. . Bie Entwicklung der Dinge in B e r- 1 n hat Theodor Wolff aus nächster Nähe t angesehen, sein Zeugnis über sie ist p.«1" besonders wertvoll und wohl in allen alnze'heiten richtig. Schließlich gibt es ja üch kaum noch eine Meinungsverschie- «iheit darüber, daß für Deutschlands �«inschlittem in den Krieg die innere �inöglichkeit seines Regierungssystems p h die Unzulänglichkeit seiner führenden �«'"sönlichkeiten entscheidend waren. Ob- 20bl das Buch jede Anspielung an spätere ■y61«n streng vermeidet, drängt sich der «rgleich zwischen damals und jetzt un- . erstehlich auf. Es ist unmöglich, j�1 c h t an die heutigen Zustände zu den- jj t1' wenn man liest, was Bethmann 0 U w e g eines Tages während des Krie- 8 Zu Theodor Wolff sagte: Hj�Wir haben ja In unserer Inneren und In jjj erer äußeren Politik In der Lüge gelebt. ren««hrelerlscher, Uberforscher, Q�0lnmistischer, schwatzhafter ein völliges Verkennen bei diesen Leuten, alle anderen Völker taugen nichts, nur wir.« Mit der gleichen'Gewissenhaftigkeit wie durch die Hofburg in Wien, das Königliche Schloß in Berlin, die Ministerien des Ballhausplatzes und der Wilhelmstraße geleitet uns Th. Wolff durch die entsprechenden Räume in Petersburg, Paris und London. Nikolaus, Poincare, Grey und andere werden zum Gegenstand eindringlicher Seelenanalysen. Man wandelt fast ständig auf den sogenannten»Höhen der Menschheit« und erblickt nur selten durch einen Riß der Wolken die Welt, die tief unten liegt. Der Gedanke reizt: es könnte einmal ein Gegenstück zu diesem Buch geschrieben werden, ein Buch, in dem nur die Massenkräfte gezeigt werden, die damals um Krieg und Frieden rangen. Immerhin, manchmal läßt uns Th. Wolff auch in die Parlamente von London, Paris und Berlin blicken. Wir sind mit ihm in dem weinroten Sitzungssaal des Palais Bourbon: »Einer jedenfalls war da, der sich nicht einschüchtern ließ, nicht die Klarheit des Blickes verlor, an den Zwang des Fatums nicht glaubte, immer wieder mit der Turmglocke die Schläfer weckte, immer wieder, zu denen oben und zu denen unten, seine War- nungen rief. Der abtrünnige Patrizier Call- 1 a u x mußte, den Prozeß der Gattin erwartend und vorbereitend, beiseitestehen, aber noch blieb Jaurfts. Am 7. Juli 1914 stieg er zum letzten Male in der Deputiertenkammer die Stufen zur Rednertribüne hinauf. Er erklärte, warum er und seine Freunde die Kredite für die Reise des Präsidenten Poin- carS nach Rußland ablehnten:»Für diese fernen Entrevuen, bei denen im Namen Frankreichs Verpflichtungen eingegangen werden, die es nicht kennt« Genau ein Jahr vorher hatte er in der Kammer darauf hingewiesen, daß die Leute der nationalistisch- klerikalen Liga unablässig bemüht wären, z u seiner Ermordung aufzureizen, ihm mit der Rache der wahren Patrioten zu drohen.»In Ihren Zeitungen, in Ihren Artikeln«, sagte er den Parteien der»Renaissance«— deren wütendste Gestalten aus der andern Renaissance die Methoden der Borgia übernahmen—,»bei denen, die Sie unterstützen, gibt es gegen uns einen fortwährenden Aufruf zum Mord. Das Blatt»La Liberty« schreibt seelenruhig— o, Sie werden applaudieren, meine Herren!—, daß ich mich sicherlich gefreut habe, den Tod von sechzig französischen Soldaten in Marokko mitteilen zu können, denn nun wären der deutschen Armee sechzig Franzosen weniger entgegenzustellen. Nach Spalten voll Verleumdungen fügen Ihre Blätter, von mir und meinen Freunden sprechend, hinzu: Dieser Exekution wird sich am Tage der Mobilmachung eine andere, vollständigere, hinzugesellen«... Im Kampfe um die dreijährige Dienstzeit war Paul Adam von literarischer Höhe hinuntergestiegen und hatte die Gegner des Gesetzes»Bundesgenossen des Feindes« genannt.»Und Herr Paul Adam«, sagte Jaurfes,»setzt hinzu, daß all diese Männer am ersten Tage der Kriegserklärung fallen würden, von dem gerechten Zorn der Patrioten getroffen, denn sie hätten sich zu Komplicen der Invasion gemacht«...Als Jaurös diese Aufforderungen zum Mord '«Ist � War in unser Volk gebracht r � e n. Es ist ja eine Aufgeblasenheit, »Josef, es geht bergab!« zitierte, schrie man auf einigen Bänken rechts:»Ja, ja!« Er antwortete unter dem stürmischen Beifall der Republikaner:»Wenn Ich manchmal versucht sein könnte, meinen eigenen Wert und die Dienste, die ich in einem Leben voll Hingebung und Kampf meiner Partei und der Republik leisten konnte, an der Heftigkeit des Hasses zu messen, den ich der Reaktion einflöße, so würde ich ohne Zweifel in die Sünde des Hochmuts verfallen...« So hörte er, während sein Gesicht in der Leidenschaft des Zornes und der Menschenliebe sich rotglühend erhitzte, nicht auf, anzuklagen und seine Volksgenossen anzuflehen. Mit seinen breiten Schultern, mit seiner ganzen starken Gestalt und der in der Verzweiflung grandiosen Wucht seiner Kämp- fematur stemmte er sich gegen die Tür, an der das Scheusal des Krieges rüttelte, und so stand er, in dieser Tragödie der unbeugsamste Verteidiger der Menschheitsideale, bis zuletzt.« Schon um dieser Zeilen wülen hätte das Buch verdient, geschrieben zu werden! Es ist jedoch gewiß keine Herabsetzung seines Verfassers, wenn man von ihm sagt, er stehe dem mild ironisierenden, alles menschlich verstehenden Geist eines Anatole France näher als dem pathetischen Temperament eines Jean Jaures. Dieses bewundert er gewissermaßen nur aus der Feme, wie ja auch Anatole France zu den Freunden und Bewunderem des großen Sozialisten gehört hat: Jaures fiel auf Vorposten, das Geschoß eines Idioten zerschmetterte sein kostbares Gehirn. Meuchelmörder machen Geschichte— heute noch! Theodor Wolff läßt in einem resignierten Schlußwort den Gedanken anklingen, daß alles Bemühen, die Menschen zu bessern und zu bekehren, vergeblich sei. Scheint ihm der Sieg der Vilains über die Jaures endgültig? Welchen Zweck hätte es dann noch, Bücher zu schreiben, wie das seine eins ist! Oder dürfen wir in seiner Resignation die pädagogische Absicht vermuten, Widerspruch herauszufordern? Jaures war nicht nur ein Träger höchster Kultur, sondern auch ihr unermüdlicher Kämpfer. Lebte er noch, so wäre sein Wort nicht Harfenklang, sondern Schwertschlag. Und Theodor Wolff— gibt es für ihn nur noch eine Vergangenheit, der er versonnen nachblickt, nicht auch eine Zukunft, für die er kämpft? Friedrich Stampfer. Barladbs Schicksal Barlachs Magdeburger Gefallenendenkmal wird nunmehr aus dem Magdeburger Dom entfernt und dem Berliner Nationalmuseum überwiesen. Dem völkischen Mob war das Denkmal zu menschlich, zu friedensfreundlich. In der Demokratie liefen sie gegen das Kunstwerk vergeblich Sturm, jetzt haben sie gesiegt. Aber vorher wurde Barlachs Name noch schnell für Hitlers»Volksabstimmung« auf der KUnstlerliste mit geschändet... Die pazifistischen, sozialistischen Dramen des Achtundsechzigjährigen dürfen nicht aufgeführt werden, seine Plastiken verstauben in Museen, aber ganz ohne Namen und Könner, nur mit den Jobsten kann das Dritte Reich nun mal nicht auskommen, darum wird der Mann der»Asphaltkunst« geduldet. Er und die Hitlerel haben sich zu einem Kompromiß gefunden, das für beide Teile reichlich peinlich bleibt. Dafür kann sich Barlach mit dem Bewußtsein trösten, daß demnächst bei Minden das Schlageter- denkmal eines Stümpers eingeweiht wird. Wenn menschliche Totenmäler verschwinden müssen, so sollen dafür wenigstens Standbilder von Kameraden- Verrätern und Zuhältern erstehen. Das nennt sich Volksbühne! Aus der Berliner Presse:»Die Volksbühne lud an allen Säulen für ihr Abonnement ein. Das Plakat war musterhaft für das Führerprinzip: es nannte nur den neuen Führer der Volksbühne, den Intendanten Graf Solms, während kein einziger Schauspieler auf den Plakaten in die Erscheinung trat.« Diktatoren des Altertums Der Tyrann Lysander Im Wechsel der Geschichte der griechi-| Augenblick mit dem Volke verständigt.| ihm ausgeliefert werden müßten. Wer ihnen schen Stadtstaaten spielt der spartanische Lysander stellte sich vor der Oeffentlichkeit Gastfreundschaft gewährte, sollte als Feind Staatsmann Lysander eine Rolle, über so, als ob er die Aussöhnung billige, im Ge- angesehen werden. Dagegen beschlossen die die der Biograph Plutarch, gestorben ca. heimen aber machte er ihnen die heftigsten Thebaner, daß den hilfsbedürftigen Athe120 n. Chr., in seinen»> Lebensbeschreibun- Vorwürfe und hetzte sie auf, die Volkspartei nern jedes Haus und jede Stadt in ihrem gen« eingehend berichtet. Es sind seit Ly- anzugreifen. Als sie daraufhin tatsächlich zu Gebiete offenstehen sollte und wer einem sander fast 2400 Jahre vergangen. Sehen den Waffen griffen, ermahnte Lysander so- Flüchtling keine Hilfe leistete, sollte mit wir zu, wieweit sich inzwischen die Welt gar das Volk, guten Mutes zu sein und nichts einer hohen Geldstrafe belegt werden. geändert hat. Wir zitieren Plutarch fast Uebles zu befürchten, da er ja zugegen sei. Wenn aber jemand Waffen nach Athen wörtlich. Diese betrügerische Rosse spielte er in der gegen die Tyrannenherrschaft führte, sollte Absicht, die Häupter und eifrigsten Anhänger es kein Thebaner sehen oder hören. Daraufder Volkspartei zu täuschen, damit sie nicht hin zog Lysander mit Heeresmacht entfliehen, sondern in der Stadt blei- Theben. Die Thebaner erwarteten ihn in aller ben und hingerichtet werden können. sich mit dem Vortrabe der So geschah es auch, alle die seinen Versiche- Ruhe. Als er rungen getraut hatten, wurden ermordet... Stadtmauer näherte, brachen sie unversehens Es waren achthundert an der Zahl. zum Tor heraus, fielen über ihn her und Kutusow. Ein Ausspruch Lysanders wird berichtet, töteten ihn. der von seiner Mißachtung der Heiligkeit des Lysander war von Natur gegen die Großen und Mächtigen geschmeidiger, als sich von einem Spartaner erwarten ließ und wußte, wo es sein Vorteil mit sich brachte, ihren drückenden Stolz leicht zu ertragen. Ehrbegierde und Streitsucht klebten ihm sein ganzes Leben lang an. Zwar nicht in seinen früheren Jahren, aber im Alter hatte er einen Hang zur Melancholie. In seiner Gegnerschaft gegen die Demo- Eides zeugt: Kinder müsse man mit Germanischer Ueberall hob Lysander die Volksvertregegen manrung der Sachsen, ist der Import westfälischer Schinken ein wesentlicher Posten der römischen Außenhan delsbilanz. Also darf man wohl annehmen, daß die Westfalen vor ihrer Bekehrung bereits so gute Schweinezüchter waren wie heute auch noch. Ueber eine Tatsache möge sich die deutsche Gelehrtenwelt aber eindeutig klar werden: Der gelnde Mut der weitaus größten Mehrheit der deutschen Gelehrtenwelt, zu den Dingen der germanisch- deutschen Frühgeschichte ehrlich und ohne ängstliches Schielen nach Jesuitismus, Freimaurerei und Judentum Stellung zu nehmen, hat die Achtung der deutschen Jugend vor dieser Art Gelehrtentum weitestgehend erschüttert. Diese Achtung wird auch nicht wiederhergestellt durch unsachliche Husarenritte namhafter Gelehrter gegen die» blutigen Laien in Angelegenheit der germanischen Frühgeschichte.<< Da haben wirs: auch an der Verfälschung der teutonischen Urgeschichte sind Jesuiten, Freimaurer und Juden schuld! Enttäuscht von den Historikern, verherrSchinken licht Darré in seinem Schreiben die blutigen Darré flüchtet in die Vorzeit. Lalen und Nichtfachleute; er bleibt damit sich und der braunen Staatsauffassung treu. Immerhin wäre es fürs Dritte Reich besser, wenn er sich mehr um Schinken kümmerte, kratie ließ Lysander aus den Städten die- Würfeln, Männer aber mit Eidjenigen Männer zu sich nach Ephesus kom- schwüren betrügen. men, von denen er wußte, daß sie sich durch Herkunft und Gesinnung vom breiten Volke tungen auf und ließ in jeder Stadt einen Zu dem mancherlei Krakehl, der sich hinabhoben, und legte damit den ersten Grund Statthalter und zehn Magistratspersonen zu- ter den Kulissen des geknebelten deutschen zu jenen Umwälzungen, die nachher fast im rück, die aus den von ihm in den Städten er- Geisteslebens abspielt, gehört der um die denn es steht bös um ein leidendes Volk, desganzen griechischen Kulturkreis unter seinem richteten politischen Gesellschaften genom- germanische Frühgeschichte. Die sen Ernährungsminister sich in die Vorzeit Einfluß zum Sturz der Demosratie men wurden. So verfuhr er ohne Unterschied ernste Wissenschaft hat festgestellt, daß die flüchtet, weil er von und zur Errichtung von Diktaturen in den feindlichen wie auch in den verbünde- alten Germanen vor der Berührung mit dem nichts versteht. führten. Diese Männer ermunterte er, mit ten Städten und sicherte sich damit die Herr- Christentum und dem römisch- griechischen einander in enge Verbindung zu treten und schaft über ganz Griechenland. Bei der Wahl Mittelmeerkreis im Zustand primitivster Barer der Führer blieb. verwiesen. sen haben müssen. Wobei sich die Wirth der Gegenwart auch Br. Brandy. barkeit. Von führenden Rasseverrückten des Hakenkreuzes ist schon seit langem der> Hegehof< gefordert worden. Dort sollen Männer von besonders guter> deutscher Erbmasse gesperrt und jetzt soll damit ihr Augenmerk auf die öffentlichen Geschäfte der Magistratspersonen, die den Statthaltern barei dahin lebten. Das halten die Rasse- Der Hegehof zu richten. Seine bisherigen Freunde brauchte beigeordnet waren, sah er weder auf Reich- patrioten um Wirth und Leers nicht aus, denn Hinauswurf wegen ungenügender Fruchter zu den wichtigsten Geschäften, erhob sie tum noch Stand, doch mußten sie zu seinen Christentum und Mittelmeerkultur waren doch zu Ehrenstellen und Aemtern bei der Armee vertrauten Anhängern gehören. Ihnen er- stark verjudet und die ganze nationalsoziaund nahm sogar, um sie emporzubringen, an teilte er das Recht zu belohnen und zu be- listische Rassetheorie fliegt auf, wenn die ihren Ungerechtigkeiten und Verbrechen teil, strafen, half ihnen, ihre Gegner vertreiben ernste Forschung Recht hat. Also muß den so daß sie alle fest an ihm hingen, ihm und wohnte oft selbst den Hinrichtungen bei. namhaftesten deutschen Historikern eins fehwillig dienten und innig zugetan waren in der Nirgends überließ er dem Volke die freie len, nämlich jenen» Intuition<, wie sie vom und dito Frauen zusammen sicheren Hoffnung, alle ihre Wünsche, wie Wahl seiner Einrichtungen. Ueberall wurden Dritten Reich gebraucht wird, jene geniale zwecks Erzielung neugermanischen Nachgroß sie auch wären, erfüllt zu sehen, wenn viele umgebracht oder des Landes Eingebung, die ohne wissenschaftliche Skruwuchses aufeinander losgelassen werden. Die pel aus den» hochwertigen Erbanlagen« der ganze Welt war über diese Zuchtidee teils In allen Städten freuten sich bei seiner So gelangte Lysander zu einer Macht und Germanen den Schluß zieht, daß sie lange vor entsetzt, teils erheitert Ankunft die Volksfeinde. Denn sie hofften, zu einem Ansehen wie noch kein Grieche vor Karls des Großen gemeiner Zwangs- Christia- Ernst gemacht werden. Wie die gleichgeschaldaß sie zur Macht gelangen würden, wenn ihm und trug dabei einen Hochmut und nisierung eigene hochstehende Kultur beses- tete Presse berichtet, wird in Altenhof( ThiLysander die demokratische Verfassung gänz- Stolz zur Schau, der sein Ansehen noch weit ringen) eine Siedlung> Germanenhof< lich abschaffen würde. Das Volk aber, das überstieg. Er war der erste Grieche, und Leers auf ein bißchen gewiefte> Spaten- errichtet, in der neunzehn> erbgesunde und an Staatsmännern ein aufrichtiges und edles dem die Städte wie einem Gott forschung und- im Ernst! erbtüchtige Familien« Eigenheime erhalten Betragen schätzt, hielt den Lysander nur für Altäre erbauten und Opfer brachten. geblich Jahrtausende alten Ruf des westsollen. Das> Deutsche Aerzteblatt einen abgefeimten Sophisten, der die meisten Ihm zu Ehren wurden zuerst Hymnen und fälischen Schinkens berufen. berichtet über diese Zuchtbude, ohne zu er Kriegsunternehmungen durch Ränke und Be- Loblieder gesungen wie diese: Auf diesen Schinken gestützt, zieht jetzt röten: trügereien zum Erfolg führte und die Gerech-> I hm, des preislichen Griechen- auch Reichsernährungsminister Darré gegen die schon tigkeit nur insofern pries, als sie seinen Vor- lands Führer, wollen wir besin- die pedantischen Historiker los, teil förderte. Lysander betrachte nur das gen!« Die Samier beschlossen sogar, das Wirths famose Urlinda als liberale Fälschung Nützliche als gut und schön und glaube, daß Fest der Göttin Hera von nun an Lysandria entlarvt und den Mann in der Berliner Aula die Wahrheit nicht ihrer Natur zu nennen. Der Zithersänger Aristonos, der wissenschaftlich hingerichtet haben, statt seinach besser wäre als die Lüge, bereits sechs Preise errungen hatte, ging so- ner genialen Intuition nachzugeben. Der Misondern der Wert beider nach dem jeweils gar so weit, daß er Lysander, um ihm seine aus ihnen fließenden Vorteil bestimmt werden Ergebenheit zu beweisen, versprach, er werde müßte... sich, wenn er wieder singen würde, für dessen Sklaven ausgeben. auf den annister mit dem durchaus französischen Erbnamen greift zur Feder, um in der Deutschen Allgemeinen einen geharnischten Artikel für die höchst dunkle germanische» Frühkulture und gegen die zünftige Forschung loszulassen. Geben wir zur allgemeinen ErheiAus diesem Geiste heraus war auch sein Vorgehen gegen die Stadt Milet. Die dortigen Als die Athener sich gegen die Diktatur Diktaturfreunde, denen Lysander versprochen empörten, aber unterlagen und aus der Stadt hatte, bei der Aufhebung der Volksherrschaft flüchten mußten, ordnete Lysander an, daß terung einiges aus der Schlußpartie: behilflich zu sein, hatten sich im letzten die Flüchtlinge wo immer ergriffen und Und als der Greis gestorben war, Da war der Erbe froh, Er legt die Mumie in den Sarg; Nach unten fiel das Stroh. > Jahrhunderte hindurch, vor der Bekeh» Die Bewerber und ihre Ehefrauen übernehmen die Verpflichtung, innerhalb von fünf Jahren ihren Familienstand um wenig stens zwei, innerhalb weiterer fünf Jahre um ein drittes und viertes Kind zu erhöhen. Gerechnet werden dabei nur Kinder, bei denen Erbgesundheit festgestellt wird. Bewerber, die diese Verpflichtung nicht erfüllen oder nicht erfüllen können, müssen das Einfamilienhaus innerha'b einer Frist von drei Monaten wieder -räumen. || Des Alten Testament oberste und nicht der SS- Kommandant, son- zu Fache kommt, so geht er zum Emil. Die tigen kann. Er möchte einen Gehilfen eindern einer, für dessen Beruf es noch keine Grete stutzt, fühlt sich von so viel national- stellen, aber wo ist der Nachwuchs? Wo ist richtige Bezeichnung gibt. sozialistischem Wortdunst erschlagen und der vertrauenswürdige Kompagnon, der die Seine Laufbahn begann damit, daß Emil geht auch zum Emil. Der sieht sich seine Sprache soweit meistert, daß die verbotenfür andere Gesuche schrieb. Dann kamen Leute fachmännisch an, beschreibt die Schä- sten Dinge und was ist nicht alles ver Hochzeitscarmen und Jubiläumsgedichte hinzu del- und sonstigen Formen, setzt die arischen boten! vom einfachsten Gehirn verstanden und später Briefe aller Art. Wenn einer sei- Rassemerkmale in bengalische Beleuchtung, werden?! Hier ragen plötzlich die neuen nem Nachbarn Grobheiten schreiben wollte, dichtet herrliche Stammbäume, sagt einiges Klippen seines Berufes. Manches ist schon die juristisch nicht faßbar sind, ging er zum über die Erbmasse, schmeißt mit Worten wie schief gegangen, weil die Tarnung nicht ver sich und weiß von standen wurde. Eine neue Geheimsprache ist Emil. Kamen Bauern vom Lande auf den Blut und Boden< Er drückte ein gerollt Papier Ihr in die steifen Händ'. Und rief die Nachbarn all zur Stell': >> Seht hier: sein Testament!< Herbeizitiert der Herr Notar Das Pergament entrollt. Da fand sich alles just bestimmt, Wie es der Erbe wollt'. » Ich übermach' Dir Gut und Volk Und alle Ländereien. Ich heiße Dich mit Segenswunsch Nachfolger für mich sein. Man folge in Gehorsam Dir Und leiste Dir den Eid. Beruhigt, weil Du übrig bleibst, Geh ich zur Ewigkeit.< >> Da!< sprach der Erbe,» schwarz auf weiß Steht fest, daß ich Regent. Weit vorzuzieh'n dem Alten ist Des Alten Testament...< Der Mächtigste Oder: Emil weiß alles. Von Max Baldaut. Muck. Der mächtigste Mann meiner Heimatstadt ist nicht der Bürgermeister, nicht der Polizeium 1 Ge kennt die Markt, ließen sie sich von ihm nicht nur die ostisch- dinarischem, gälischem und fälischem im Werden, aber es geht langsam mit ihr, wie Steuerhinterziehungen aufstellen, sondern Typ zu munkeln. Kurz: er vermag mit alle- mit allen Sprachbildungen. Auch der Gauauch Drohungen an das Gemeindekollegium dem so zu wirbeln, daß der Briefschreiber als nerjargon entstand in Jahrhunderten. Jetzt abfassen. Seine große Spezialität jedoch Mensch dasteht, mit dem sich im Dritten wird ein ganzes Volk durch Gauner nach Gaulwurde der deutsche Liebesbrief. Emil kennt Reich Karriere machen läßt, soweit der Vor- nerart regiert ist es da ein Wunder, wenn die Volksseele und weiß, wie man die Worte rat reicht. Da ihm jeder Kunde viel erzäh- es sich mit einer entsprechenden Sprache setzen muß, damit der Adressat schluchzt len muß, erfährt er viel Intimitäten und kennt wehrt? di oder jauchzt, je nach Bedarf und Wunsch. die privatesten Dinge der halben Emil hat bereits einige Routine, denn er Es kam vor, daß sich einer den Brief an sie Stadt, zumal sie nur dreißigtausend Einwoh- horcht viel in SA- Kreisen umher, aber es erschreiben ließ und daß sie dann zum Emil ner zählt. geben sich immer wieder Fehlzündungen, und kam, um die Antwort abfassen zu lassen. So So weit wäre sein Beruf mehr amüsant die Gefahren wachsen. Sein Schutz ist, daß lernte er beide kennen, wußte um ihre indi- als gefährlich, wenn sich im Dritten Reiche er infolge seines Berufes die wichtigsten viduellen Eigenheiten und Wünsche. Solche nicht nebenbei eine neue Art Schreiberei ent- heimnisse der Stadt weiß. Er Briefe konnten nicht daneben gehen. wickelt hätte, für die es nirgends Vorbilder Blockwarte, jene Oberspitzel, die in ihrem Es ist klar, daß ihm vom Dritten Reich und noch keinerlei Konvention gibt: die ge- Viertel aufpassen müssen, daß die Hauswarte große Konjunktur beschert wurde. Neue Be- tarnten Mitteilungen. Jemand will der Mut- auf alles, aufpassen. Er weiß, welche Blockgriffe tauchten auf, Worte, unter denen sich ter auf dem Lande den neuen Trick zukom- warte von wem Bestechungen beziehen. Ihm niemand was rechtes denken konnte, ein Volk men lassen, mit dem sie die Zwangsabliefe- ist bekannt, wieviele von ängstlichen Ge geriet in Verwirrung, die Muttersprache rung der Eier umgehen kann wie schreibt schäftsleuten geschmiert werden durfte nach Belieben malträtiert werden er da? Briefgeheimnis gibts nicht mehr, auf welchen. Wenn er redet, fliegt die große Zeit für Emilen! Alle vorhandenen ge- den Postämtern sitzen Schnüiffler, die sich NSDAP des Ortes auf! Man würde ihn gern druckten Briefsteller versagten vor den neuen Fangprämien verdienen wie umlegen, und bei der nächsten Fussilade Anforderungen. Emil studierte die Naziblät- schreibt man da einem Bekannten, was er könnte er mit gefährdet sein, aber man ter, und wenn er auch nicht alles kapierte, hamstern, was er zurückhalten, womit er sich fürchtet seinen Nachlaß. Er hat den braunen so wußte er mit den hauptsächlichsten brau- eindecken soll?! Wie schreibt man's seinem Chargen wissen lassen, daß seine Memoiren nen Phrasen sehr bald einigermaßen umzu- Kinde, wenn Durchsuchungen, Denunziationen bereits in zwölf Durchschlägen und dret gehen. Wenn der SA- Mann um Scharführers und Verwandtes drohen? zum Uebersetzungen existieren und daß sie bel Grete wirbt und mit seinem Ariertum nicht Emil, obwohl der den Andrang kaum bewäl- seinem Tode von anderer Seite automatisch möchten Man geht und von ganze Hat der Bewerber pünktlich die Miete ent-| das Irrsinnige dieses> rassebiologischen Experichtet, so erwirbt er mit dem Vorhanden- riments< und schreibt dagegen: sein von vier Kindern einen Anspruch auf die Uebertragung des Eigentums an dem von ihm bewohnten Einfamilienhaus.< > Bedingungen zu stellen, deren Nichterfüllung eventuell schwere wirtschaftliche Folgen für die Betroffenen nach sich ziehen, ist bedenklich für die Ehe an sich. Die gemütsmäßigen Rückwirkungen einer solchen Maßnahme gar nicht gerechnet!< Ende der Jurisprudenz Turistisches Studium durch Sport und Kniebeugen Im Reichsgesetzblatt wird die neue Ju-| Als weitere Fächer gelangen in Fortfall Es gibt einen uralten Komödienstoff: die stizausbildungsordnung veröffent- das Kirchenrecht und das VölkerGeschichte von der Erbschaft, die demjenigen licht. Sie ist ein erschütterndes Dokument recht. Das Recht der Kirchen wird ohnehin Erbberechtigten zufällt, der innerhalb einer Daß aber die des wissenschaftlichen Verfalls in Deutsch- im Dritten Reich zerstört. bestimmten Frist ein Kind zeugt. Die alten land. Ihr Wesen kennzeichnet sich darin, braunen Juristen auch kein Völkerrecht Griechen haben schon bei Aristophanes über Wo hat der Nationalsadismus sich je um daß etwa die Hälfte der bisherigen juristi- mehr lernen sollen, weist darauf hin, für wie solche Schwänke gelacht, bel Maupassant Gemütsdinge gesorgt? Ehen sind im Dritten schen Disziplinen aus dem Studienplan ge- absolut überflüssig und bedeutungsmündet eine Novelle dieser Art in handfesten Reich lediglich Brutapparate und dazu da, um strichen wird, und zwar, wie die gleich- 1os Hitler und die Seinen dieses ganze RechtsDauerehebruch, aber die Erbmasse wird ge- Nachwuchs zu produzieren, der germanischer geschaltete Presse zugibt, mit Rücksicht auf gebiet ansehen. Offenbar beabsichtigen sie rettet. Im Dritten Reiche werden die gro- und vorteilhafter aussieht, als Hitler, Göb- die starke Beanspruchung der Studenten nicht, sich praktisch auf diesem Gebiet zu rauhen, bürokratisch bels und Streicher. Und dagegen kann durch die ,, neuen Schulungsarbeiten" d. h. betätigen. organisierten Praxis. Selbst die hitlerfromme auch die» Rheinisch Westfälische< nichts saArbeitsdienst, sportliche Betätigung, Ge- Die Lehre des Strafprozesses soll > Rheinisch Westfälische Zeitung< empfindet gen! meinschaftserziehung im studentischen Kame- künftig eingeschränkt werden auf radschaftshaus, Wehrsport usw. ,, Grundzüge des gerichtlichen VerfahrensZählen wir einmal auf, was an bisherigen rechtes." Auch hier will man mangelnde Pflichtfächern künftig nicht mehr im Examen wissenschaftliche Kenntnis durch oberflächgeprüft, infolgedessen von 99 Prozent der liche praktische Routine ersetzen, was für Studierenden auch nicht mehr gelernt werden Gerichtsschreiber, nie und nimmer aber für wird! Die gleichgeschaltete Presse selber spricht Richter genügt. teskesten Satiren zur Politische Testamente zu praktischem Gebrauch historische Rechtswissenschaft, bedas von einer ,, radikalen Streichung von Neben- Schließlich sind auch noch sämtliche wirtfächern". In Wahrheit sind sogar Hauptschaftswissenschaftlichen Pflichtfächer dieser Ein Historiker schreibt uns: nend> aus dem Marschallturm von Petersfächer von diesem Abbau des Studiums er,, Reform" zum Opfer gefallen. Worauf man > Mein Reichskanzler Adolf Hitler< in burg erheben, um dem Kaiser Napoleon die faßt. in der Studienordnung der Republik besondieses feierliche Bekenntnis klingt das poli- moralische Legitimation für den russischen In Fortfall gelangt zunächst die gesamte deren Wert gelegt hatte, daß nämlich der tische Testament des großen Feldmarschalls Feldzug zu verschaffen. Jurist die praktischen wirtschaftund Reichspräsidenten beschwörend aus, als Noch einige Dezennien weiter zurück, im stehend aus den vier Fächern römisches lichen Auswirkungen von Gesetzen wollte es Hitler als den einzig berufenen Jahre 1696, war das politische Testament des Privatrecht, römische Rechtsge- und Entscheidungen überblicken, also nicht Nachfolger des Verewigten erscheinen lassen; Herzogs Karl von Lothringen er- schichte, deutsches Privatrecht als bloßer ,, Formaljurist" wirtschaftlich un> Mein Reichskanzler Adolf Hitler< die schienen, jenes gewaltigen österreichischen und deutsche Rechtsgeschichte. sinnige Entscheidungen treffen sollte, Worte läßt Oskar von Hindenburg geisterhaft Feldmarschalls, der Wien 1683 von der Tür- Der Student erfährt also nichts mehr über fällt jetzt wieder fort, weil Marschieren und mahnend> vom Marschallturm des Tannen- kenbelagerung befreit und auch sonst Unver- die geschichtliche Entstehung und HerausHandgranatenwerfen keine Zeit mehr zu einer bergdenkmals in die Welt tönen, um alle gängliches für den Kaiserstaat geleistet bildung der heutigen Rechtsinstitute vertieften Ausbildung lassen. Deutschen zur Wahl Adolf Hitlers zum hatte. Gleichwohl brachte sein Vermächtnis Rechtsgrundsätze. Noch vor kurzem pflegte Reichsführer aufzufordern. Der künftige Richter wird auch als Perden Habsburgern keinen Nutzen, vielmehr jeder Professor in seinem Kolleg zu betonen, son den Rechtszuständen des Dritten Reiführten es alle Gegner des Erzhauses immer daß ohne diese geschichtliche Kenntnis man wieder an, wenn sie dessen Eroberungsgier nur Banause und oberflächlicher Praktiker ches entsprechen: roh und primitiv und Herrschsucht nachweisen und sein Stre- auf dem Gebiete der Justiz werden könne. ben nach der katholischen Universalmonarchie dokumentarisch belegen wollten. Noch ja, wie sich eines Sterbenden und 88. Justinian. Kein Zweifel, die Schlußwendung des Hindenburgschen Vermächtnisses kommt dem Herrn der deutschen Nation trefflich zupaß und zum 19. August wunderbar zurecht, aber ich kann mir nicht helfen: just dieses prächtige Zusammentreffen weckt die Erinnerung Friedrich II. von Preußen ging mit dem 2. März 1853 vom„ Kaiserturm der Wiener, richtigen Namen„ Mörder! Päderaan andere ebenso>> nützliche<< Testamente her- Lothringertestament eifrig krebsen und er Hofburg" einem ergriffen lauschendem Vol- sten!" Sie erinnert Hitler höhnend daran, vorragender Staatsmänner. Da wurde bei- konnte es getrost tun, denn das Schriftstück ke ins Ohr, und in dreizehnjährigem allmäh- daß sein Minister Göring jahrelang in spielsweise im Jahre 1812 die europäische war hat. dieser der Irrenanstalt gesessen in einer antihabsburgischen Staats- lichen Anschwellen verstärkte Oeffentlichkeit durch die Auffindung des kanzlei hieb- und stichfest hergestellt wor- letzte Atemhauch zum Diese Entdeckung ist den Fronvögten der italienischen Presse nicht neu. Sie kennen das Testamentes Peters des Großen über- den, der verewigte Marschall hatte mit ihm machtvollen Märzsturm 1848. rascht, eines wahrhaft unheimlichen Doku- so wenig zu schaffen wie wie Die drei Beispiele führen uns kurz und Faktum seit Jahren ebensogut wie Hitler. mentes: es enthüllte nämlich, mit welch gro- jemand, der uns gerade im Augenblick nicht einprägsam vor Augen, was wir uns unter Sie haben trotzdem Göring gefeiert, haben Ben Raubtieraugen die Zaren auf Europa einfallen will. dem ,, letzten Willen" großer Männer vorzu- ihm die Hand gedrückt, und in ihren sersahen und daß sie sich geradezu einen aus- Schließlich ist hier noch ein ,, echter" stellen haben und wie eigenmächtig die je- vilen Organen widerliche Lobsprüche über führlichen Plan zurechtgelegt hatten, um den letzter Wille anzureihen, der doch mit dem weiligen Interessenten mit den„ Toten der den Geisteskranken veröffentlichen lassen. Westen ihrer Knute untertan zu machen Willen dessen, der ihn ordnungsgemäß unter- Nation" verfahren: man läßt sie reden oder Wenn sie heute aus Haß die Wahrheit sagen, und in den neunzig seit Peters Tode ver- schrieb, recht wenig zu schaffen hat, und das schweigen, ganz wie man es eben braucht, so geißeln sie damit zugleich ihre eigene Komflossenen Jahren waren sie tatsächlich ihrem ist das Testament des> guten< Kaisers und legt ihnen unbedenklich. Worte in den plizität mit den nationalsozialistischen VerZiele Schritt um Schritt näher gekommen. Franz von Oesterreich. Wohl hat es Mund, die sie in Wahrheit niemals gespro- brechern! Europa hatte allen Grund, sich klüglich vor- dieser zwei Tage vor seinem Tode, als er chen haben, oder nicht recht sprechen wollStrauß Sündenfall zusehen, und Napoleon handelte bloß als Be- schon von Krankheit und Altersschwäche ten. Daß auch Hitler, Papen, Göbbels und» Der Intendant der Dresdner Staatstheadie neue Strauß- Oper» Die auftragter und Schutzherr der westlichen ganz benommen war, eigenhändig unterfer- der neue Herr von Neudeck mit Hindenburg ter hat Zivilisation gegen die östliche Barbarei, wenn tigt, aber von A bis Z durchdacht hat es ähnlich umspringen könnten, wagen wir nicht schweigsame Frau zur Uraufführung angenommen. In Dresden herrscht große Emer sein gewaltiges Heer gegen jenes lauernde schon längst vorher sein Kanzler Metter- zu denken, weil die Pietät und Treue dieser Ungetüm führte. So mußte man in Frank- nich über jeden pörung darüber, daß der Text dieser Oper und in die stilvolle ,, franzisceische" vorbildlichen deutschen Männer reich, so in Deutschland und Oesterreich ver- Form aber ein paar ge- von dem Rassejuden Stefan Zweig gegossen dessen Sekretär Friedrich Zweifel erhaben ist nünftigerweise denken; was man nicht wußte von Gentz. So kam es, daß der Monarch sei- schichtliche Reminiszenzen, die beileibe keine stammt. Der» Freiheitskampf<< erinnert darund was erst der belgische Gelehrte Berkholz nen schwachsinnigen Sohn Ferdinand endgül- Parallelen sein sollen, darf man doch wohl im Jahre 1863 nachwies, war, daß ge- tig zum Nachfolger einsetzte und diesem auskramen? schickte Fälscher das Testament des empfahl, ja alles beim alten zu lassen und Zaren im Auftrag Napoleons frisch herge- sich völlig der bewährten Führung des Staats- Wahrheiten aus Haß stellt hatten; der große Peter mußte also kanzlers anzuvertrauen. ,, Mein Kanzler Hit-", seine Stimme nur deshalb geisterhaft mah- Pardon ,, Metternich" tönte es also auch am Deutschland regierenden Verbrecher bei dem an, daß Dr. Göbbels erst vor kurzem auf der Theaterwoche in Dresden ganz unmiẞverständlich ausführte, die deutsche Kunst habe in der Zukunft frei von allen rassefremden Die Presse Mussolinis nennt heute die in Einflüssen zu bleiben.< an mehrere Prominente des In- und Auslan-| Dabei entschltipft der braunen Klagefeder eine sagten die kleinen Näherinnen und gingen ,, Deutschland, des verschickt werden! Seitdem bangt die ganze braune Bonzerie der Stadt um sein Leben und zittert, wenn er einmal krank ist, Zum Heulen! Das Publikum will» pazifistische, interweitere Wahrheit: stiller und nachdenklicher als sonst an ihre > Um das Risiko zu verringern, greift man Arbeit...< den Plunder des vorigen Jahrhunderts auf, So ein Berliner Zeitungs- Feuilleton. Aber wie man vor kurzem noch pazifisti- eigentlich war es doch mehr für Otto Webers sche oder internationalisti- Trauermagazin, das sich für ähnliche Gelesche Stücke aufgegriffen hat, weil genheit aufs beste empfiehlt. sie Kasse wachten.< > Deutsche Zeitung<<. Deutschland 66 Das Geburtshaus des Dichters HoffFallersleben ist in den mann von übergegangen. zu einer SSBesitz einer Brauerei Es verlautet, daß es später Kaserne ausgebaut werden soll. Ja, wie sang er doch selber? Ganz Europa ist eine Kaserne! Alles Dressur und Disziplin! Freude durch Kitsch Bisher wurde von den verkannten brau- Die Infektionsgefahr nationale Stücke...< nen Dilettanten immer behauptet, die» pazi- Von der Naziorganisation> Kraft durch Göbbels> Angriffe klagt in seiner Weise fistischen und internationalen Stücke selen Freude< wurden dieser Tage eine Anzahl über den Niedergang des deutschen Theaters dem Publikum von> Theaterjuden« und jüdi- Nürnberger Mitglieder der>> Deutschen Arund fordert noch mehr staatliche schen Verlagsgewaltigen geradezu diktato- beitsfront« nach Saßnitz geschickt. Von Beaufsichtigung der Privattheater. risch aufgezwungen worden, jetzt gibt man in Saßnitz wurde ein Schiffsausflug nach DäneWarum? Weil sie bringen, was das Publikum einer schwachen Stunde zu, daß diese Stücke mark unternommen. Das Resultat dieses ergötzt, und das sind immer Stücke, die von aufgeführt wurden,> weil sie Kasse machten, Schrittes vom gleichgeschalteten Wege muß Berlin, wird durch die NS- Volksgemeinschaft Hitlers Barden nicht gedichtet wurden. Die daß sie also von einem breiten fürchterlich gewesen sein. Folge:» Das Amüsiertheater blüht neben Publikum gefordert wurden und dem schwer ringenden Kulturtheater...< nach wie vor gewünscht werden, denn sie aus Gesinnungsfreiheit geborene Der Transportführer der Gruppe hat jetzt durch öffentlichen Anschlag jede weitere Fahrt ins Ausland verboten. Die» Kamera«, Unter den Linden in > Kraft durch Freude< neu eröffnet werden. Als erstes ist ein neudeutscher Film >> Heimat im Meer« in Aussicht genommen. Die» Kamera< nannte sich einst mit Recht das Theater des guten Films. Jetzt ist durch Kitsch gekommen! die Champignons und Schnecken sie, von den Nazis gestohlen, auf die Freude Göbbels junger Mann wirft einen bekümmer- waren ten Blick auf den» Programmzettel von Ber- Kunst. line. Nichts als alte Lustspiele von 1803 bis Dieses Resultat ist nach anderthalb Jahder> artistische Snobist< ren Göbbelsscher Theaterdiktatur für > sämtlich Lustspiele Nazis allerdings zum Heulen! 1879, wozu auch Oscar Wilde gehört 1 der blamierenden Art, nämlich Schwänkes. Und diese Schwänke mals Heulen!< Berliner Blätter melden: > Die Feinschmecker können jubeln. Hojotoho, hejaha! dem Die» Deutsche Allgemeine Zeitung< ist mit alten deutschen Schlachtruf> Hurra< nicht mehr zufrieden. Vielleicht hat sie einen Rassewebfehler an ihm entdeckt. Jedenfalls empfiehlt sie in poetischer Form Wagnerische Kriegsgeräusche. Das klingt bei » Es ist für Hindenburga Die Champignons sind in diesem Jahre in > kehren an den Privattheatern ununterbro-> Auch wenn ein Großer heimgeht, gibt er reichstem Maße aufgetreten. Die Ernte chen wieder... Man strägte Harmlosigkeit den Kleinen noch Arbeit und Werk. Das war noch nie so groß wie 1934.<< in Form von Ulk und Klamauk wie ehe- Rüstzeug für den Heimgang des ver- Die alte Geschichte: Warum schreien die Sie haben kein Brot! Ja, warum Tendenz. Es ist zum ewigten Reichspräsidenten von Hinden- Leute? burg ist in Berlin geschaffen worden... essen sie nicht Champignons? Göbbels Leiborgan gesteht also, daß die Otto Webers Trauermagazin hatte Und warum nicht Schnecken? Eine fette Theater der Demokratie immerhin Tendenz, den Auftrag erhalten, die Trauerausrüstung Ueberschrift in einer Berliner Zeitung künalso Gesinnung hatten und daß das für den Heimgang des Präsidenten fertig- digt das große Neue an: Publikum heute lieber in die harmlosen zustellen. Der Auftrag wurde mit gewohnSchwänke des vorigen Jahrhunderts rennt, ter Berliner Präzision in Tag- und deutsche Erwerbsquelle!<< als daß es den langweiligen Mist der großen Nachtarbeit durchgeführt...> Es ist für Hin- Ersatz für den Ausfall der Exportindu- das Kannibalen- Regime bestimmt unbesieg. und kleinen Johste über sich ergehen ließe. denburg!<< sagten die Männer des Handwerks, strie? > Schneckenzucht ihr dann so: » Wie jämmerlich verhallt das>> Ra- Ra- Ra!< eine neue ⚫ vor seinem» Hojotoho, hejaha!<< Mit diesem neuen Schlachtruf versehen, wird bar sein! Arbeitsdienst ist Zuchthaus Keine Rücksicht auf Unterernährung und Körperschwäche Eines der stärksten Propagandamittel| 1. Aerztliche Gutachten dürfen für den Rückder Nationalsozialisten vor der Machtergreifung Hitlers war der Arbeitsdienst, der Millionen Arbeitslosen als ein Mittel angepriesen wurde, eine geeignete, angenehme und lohnende Arbeit durch den Staat zu erhalten, solange der Kapitalismus ihre Arbeitskraft nicht verwenden will. Diese allgemeine Arbeitsdienstpflicht ist zwar nicht eingeführt worden und wird nicht eingeführt werden. Aber es gibt Arbeitsdienstlager, in die die jungen Menschen unter 25 Jahren geschickt werden. Welche Zustände in diesen Lagern herrschen, das zeigt ein Dokument, das zwar vom Oktober 1933 stammt. Das mindert aber keineswegs seinen Wert herab, sondern erhöht ihn. Wenn die Arbeitsdienstlager bereits vor einem Jahre schlimmer als Zuchthäuser waren, wie müssen die Zustände in ihnen jetzt aussehen! Das Dokument hat folgenden Wortlaut: Arbeitsdienst der NSDAP. Arbeitsgau Ostpreußen. Königsberg, den 21. Okt. 1933. Adolf Hitlerstraße 18. an Arbeitsdienstbefehl Nr. 115 alle Lager durch die Gruppenführer! Der Rücktransport von A. D. in das Reich hat zur Zeit unerträgliche Ausmaße angenommen. Es wurden AD. zurückgeschickt, die entweder auf Grund ärztlicher Untersuchungen für untauglich befunden wurden, oder das 25. Lebensjahr überschritten hatten, oder sich irgend welcher Vergehen gegen die Lagerdisziplin zuschulden kommen ließen. Schließlich sind noch solche A. D. in ihre Heimat zurückgekehrt, die ihr Lager eigenmächtig verließen. Zur Abstellung dieser Mängel wird folgendes angeordnet: Lied vom ,, Volksdienst In Leipzig und Umgebung wird die Pflichtden arbeit seit Wochen umgewandelt in » Volksdienst«. Der» Volksdienst< ist uniformiert und jeder, der dem» Volksdienst<< eingegliedert wurde, muß 5 Stunden täglich arbeiten und 2 Stunden täglich Sport( militärische Uebungen) über sich ergehen lassen. muß Zum» Volksdienst<< jeder Unterstützungsempfänger, der hierzu aufgefordert wird. Die Dauer des» Volksdienstes<< ist zeitlich nicht begrenzt. In Leipzig zirkuliert folgendes Lied vom Volksdienst, das nach der Melodie des Wolgalieds gesungen wird: Kommt vom Amt ein weißer Zettel, Mahnet Dich an Deine Pflicht. Pflichtarbeit ist die Parole, Doch den Lohn erwähnt man nicht. 40 Stunden in der Woche, Ist das nicht der reinste Hohn? 40 Stunden in der Woche, Mittagessen ist der Lohn. General ist Doktor Ohlsen, Sitzt im Amt auf hohem Pferd. Er befiehlt; wer kritisiert, Unterstützung wird gesperrt! Und zu Hause die Familie, Leidet Not und leidet Pein, Ein Stück Brot, ein Keeks, Margarine Soll uns» Kraft durch Freude« sein! Willst Du meckern, kritikastern, Ist ein Paragraph zur Hand. Der befiehlt; Du hast zu schweigen, In dem freien deutschen Land. Und es geht ein leises Grollen Durch der Pflichtarbeiter Reihn, Soll denn um ein Mittagessen Unsre Not vergessen sein? Doch wir lassen uns nicht werfen! Volksdienstler, das ist kein Ruhm! Und wir sprengen einst die Ketten, Die uns spannt ins Sklaventum. transport von A. D. in ihre westdeutsche Heimat nur dann als Grund herangezogen werden, wenn diese Gutachten ein tatsächlich akutes Leiden zum Gegenstand haben, nicht aber ist Unterernährung oder lediglich körperliche Schwäche ein Grund, die betreffenden A. D's. aus dem Arbeitsdienst auszuscheiden. Jeder Lagerführer hat sich vor Augen zu halten, daß die A. D's. gerade aus den Hungergegenden der westdeutschen Industrien nach Ostpreußen kommen, um hier durch kräftige Nahrung und durch Arbeit in frischer Luft an Körper und Geist zu gesunden. 2. Der Befehl, daß A. D's., die das 25. Lebensjahr überschritten haben, in ihren Heimatsort zurückzuschicken sind, ist z. T. falsch verstanden. Es sind natürlich nur diejenigen A. D's. damit gemeint, die bereits vor ihrem Transport nach Ostpreußen das 25. Lebensjahr überschritten hatten. Vollendet ein A. D. während seiner Arbeitsdienstzeit sein 25. Lebensjahr, so läuft selbstverständlich seine Förderungsfrist bis zur beendeten 52. Woche weiter. Soviel Kenntnis der Dinge hätte man bei jedem Lagerführer voraussetzen können. Heimat zurückkehren, so sind sie namentlich mit Angabe des Heimatortes, aus dem sie überwiesen worden sind, der Zentralstelle in Königsberg zu melden, damit diese ihrerseits den entsprechenden Bericht an die Heimatbehörde weitergeben kann. ten bei ihrer Aussage, die deutschen Richter sind unerbittlich, wenn es um das Schicksal armer, geplagter, harmloser Menschen geht. Und gar eine Frau, eine Ausländerin noch dazu, ist ihnen zum Abschlachten eben recht. Der Staatsanwalt beantragte einen Monat Gefängnis das Gericht aber erkannte kaltblütig auf sechs Monate! Diesen in Hitlerdeutschland alltäglichen Gerichtsfall konnte man auch in dem nationalsozialistischen> Westdeutschen Beobachter dargestellt finden, der natürlich heftig gegen die Angeklagte Stellung nimmt. Etwas erstaunt werden aber die Leser die Auf5. Wenn A. D. nur aus Unlust an der Ar- machung des Berichtes betrachtet haben. Als beit oder aus anderen nichtigen Gründen sie das Blatt zur Hand nahmen, lassen sie in ihre Heimat zurück wollen, so ist ihnen nämlich auf einmal eine Wahrheit. In diesem die Erlaubnis hierzu zu verweigern. Bericht aber stand, über eine halbe Seite Es ist dabei auf die Tatsache hinzuwei- reichend, die Ueberschrift: sen, daß sie sich freiwillig für den» Unter Sozialdemokraten ging's uns besser!<< freiwilligen Arbeitsdienst gemeldet haben und mit dieser Meldung die Verpflichtung Gelehrige Jugend übernommen haben, die vorgeschriebene Zeit im Arbeitsdienst abzudienen. In vielen Fällen werden A. D's. dadurch zurückgehalten werden, daß ihnen die Auslage des Fahrgeldes verweigert wird. Wo der Transport unumgänglich ist, ist dieser durch den zuständigen Gruppenführer anzuordnen, vom Lagerführer ist ein Fahrpreisermäßigungsschein auszuhändigen. Der Fahrpreis ist zu 50 Prozent vom Lager zu verauslagen und wird durch die Zentralstelle in Königsberg bei dem zuständigen Heimatsarbeitsamt des A. D. eingefordert. Hierzu ist eine genaue Meldung der Lager notwendig, welche die Personalien des zurückbeförderten A. D., den Tag des Austrittes, die Höhe des Fahrpreises und den Heimatsort angibt. Gez. Dr. Heil. 3. Wegen Verstoßes gegen die Lagerdisziplin, Gehorsams- und Dienstverweigerung u. dgl. sind A. D's. aus dem Reich aus dem Lager nicht zu entlassen. Es gibt genügend andere Mittel im Arbeitsdienst, um die Disziplin herzustellen, und aufrecht- Man kann nach dem Wortlaut dieses zuerhalten. Wenn ein Lagerführer das Dokuments getrost annehmen, daß es keinicht kann, beweist er damit, daß er selbst nen Arbeitslosen geben wird, der freiwilunfähig ist. In ganz schwerwiegenden lig in diese Lager geht. Selbst die AusFällen ist durch den Kreisleiter für den Arbeitsdienst die Ueberführung in ein Konzentrationslager zu beantragen. 4. Wenn A. D. aus eigenem Antrieb und ohne Erlaubnis ihr Lager verlassen und in ihre sicht, ohne Unterstützung oder als Vagabund oder Bettler auf die Mildtätigkeit fremder Menschen angewiesen zu sein, ist nicht so schlimm wie der Aufenthalt in den Hitlerschen Arbeitsdienstlagern. sogenannten Deutschen Arbeitsfront werden Landarbeiter laufen davon jetzt durch die folgende Verfügung des Stellvertreters des Führers ganz eindeutig bestätigt. >> Das Grundlegende an dem neuen Order Deutschen Arbeitsganisationsplan front ist die Tatsache der allerengsten Angliederung an die nationalsozialistische Bewegung. Hiermit wird nicht nur die sich als so außerordentlich lebensfähig erwiesene die ArbeitsOrganisation der Partei auf front übernommen, sondern es finden auch die Millionen schaffender Menschen, denen jetzt die nationalsozialistische Bewegung die Erfüllung ihres revolutionären Hoffens geworden ist, ihre Heimat. Durch die neue Verfügung des Stellvertreters des Führers, die wir nachstehend veröffentlichen, findet diese Einheit Partei und Arbeitsfront ihre kräftigung: von letzte BeDie Deutsche Einheitsfront ist durch einen revolutionären Akt der Partei geschaffen worden. Mit der Führung ist der Stabsleiter der PO. Dr. Robert Ley beauftragt. Laut Dienstbuch der Deutschen Arbeitsfront sind alle Aemter der Deutschen Arbeitsfront Abteilungen der entsprechenden Aemter der PO: z. B. ist das Organisationsamt der DAF eine Abteilung des Organisationsamtes der PO, das Personalamt eine Abteilung des Personalamtes der PO usw. Auf Wunsch des Stabsleiters der PO Dr. Ley, genehmige ich, daß auch das Schatzamt der DAF der Aufsicht des Reichsschatzmeisters unterstellt wird. Ausführungsbestimmungen erläßt der Reichsschatzmeister mit dem Führer der Rudolf Heẞ. DAF. Das Führerorgan der nationalsozialistischen Jugend ,,, Wille und Macht", brachte kürzlich eine Zeitbetrachtung", die von vielen nationalsozialistischen Blättern begeistert übernommen wurde. Darin hieß es: Wenig schön finden wir die Gemischtheit des Kurfürstendammpublikums. Eine Reihe braune Uniformen, eine Reihe krumme Nasen das ist wohl kaum die richtige Marschordnung. In den Lokalen dasselbe Arrangement. Das Bindeglied zwischen beiden Reihen sind die ,, Mädchen des Kurfürstendamms", eine ganz besondere Sorte, die ihr Geschäft mit einer gewissen Vornehmheit zu betreiben versteht. Wir lieben diese ,, bunten Reihen" nicht und verurteilen diese falsch verstandene Friedenspolitik ebenso wie wir alle Moralprediger verachten. Aber auch hier am Kurfürstendamm Würde und Stil zeigen! Die braune Uniform, das Ehrenkleid des deutschen Arbeiters, paẞt nun einmal nicht dahin! Außerdem erobert man den Kurfürstendamm nicht, indem man ,, bunte Reihe macht". Da gibt es wirksamere Mittel, die anzuwenden uns bald ratsam dünkt." Das könnte wie Pogromhetze klingen, nicht wahr? Daß doch die armen Nationalsozialisten immer so falsch verstanden werden, ob sichs nun um Oesterreich oder um den Kurfürstendamm handelt! Wer denkt denn an Pogrome? Die Betrachtung schließt mit der friedlichen und schlichten Aufforderung: auch ,, Also Zivilanzug und dann noch etwas mehr Haltung!" Die> Fränkische Tageszeitung», Nürnberg, gibt eine Ansprache wieder, die LandesWenn morgen auf dem Kurfürstendamm bauernführer Struwe auf dem Schleswig- eine Rotte schwer bewaffneter grüner Jungen Holsteinischen Landarbeitertag gehalten hat. wehrlose jüdische Bürger überfällt und miẞStruwe behauptete u. a: handelt es wäre ja nicht das erste Mal! dann ist nur gerechter Volkszorn" ausgebrochen. Das amtliche Führerorgan der nationalsozialistischen Jugend kann nichts dafür, es hat nur geraten ,, Zivilanzug!" ,, Das Landarbeiterproblem ist viel, viel tiefer, als daß es nur durch einen Tarif gelöst werden kann. Dem Landarbeiter, der sich aber als Knecht fühlt, können auch wir die Freiheit nicht bringen.<< Auf der gleichen Seite der» Fränkischen Die deutsche Regierung hat ja nach Wien Tagespost«<, auf der diese goldenen Worte auch nur die Munition und die Flugblätter I geschossen haben die andern. Die verzeichnet sind, wird gegen» vertragsbrü- geliefert chige Landarbeiter wie folgt losgewettert: deutsche Regierung ist unschuldig an dem >> In letzter Zeit mehren sich die Fälle, österreichischen Blutbad, die Hitlerjugendwo Ehehalten ohne triftige Gründe und führung ist unschuldig an etwa bevorstehenohne Kündigung vor der Zeit ihre Arbeits- den Pogromen. Wie rasch die Jungen den plätze plötzlich verlassen und den BauAlten ihre feigen Schliche und ihre Gemeinern dadurch, noch dazu gerade jetzt vor der Ernte, in große Notlage bringen. Hierdurch heiten abgucken! wird die sichere Einbringung der Ernte in Gefahr gestellt und damit nicht nur dem Bauern, sondern insbesondere auch dem ganzen unermeßlicher deutschen Volke Schaden zugefügt. Es ist geradezu verbrecherisch, wenn hier verantwortungslose Ehehalten, unter Voranstellen eigennützigen Bestrebungen, den Gemeinschaftsgedanken zerstören. Ver- Herausgeber: Ernst Sattler: verant tragsbruch ist Wortbruch! Wer sein Wort wortlicher Redakteur: Wenzel Horn; bricht, ist ehrlos! Ehrlose aber sind aus Druck: Graphia"; alle in Karlsbad Zeitungstarif bew. m. P. D. ZL. 159.334/ VII- 1933. der Volksgemeinschaft auszustoßen!< Neuer Normärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Die Landarbeiter scheinen ganz schlicht Der Neue Vorwärts" kostet im Einzelder Meinung zu sein, daß ein Tarif besser ist verkauf innerhalb der ČSR. Kč 1.40( für ein als das tiefste Problem. Da nun Landarbeiter- Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč tarife im Dritten eich teils nicht vorhanden 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert sind, teils nicht eingehalten werden, fühlen in der Landeswährung:( die Bezugspreise für sie sich trotz aller schönen Redensarten als das Quartal stehen in Klammern): Argentinien > Knechte<<. Diese ehrlosen Gesellen- ein gan- garien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.30 Pes. 0.30( 3.60). Belgien Frs. 2.-( 24.-), Bul ( 3.60), Deutschland Mk. 0.25( 3.-). Estland E. weigern sich, ohne oder fast ohne Lohn zu ar- Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk. 4.-( 48.), beiten. Wir müssen dem Struwe und der Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien zer Teil von ihnen sind Zwangsarbeiter hört sich wirklich die Volksgemeinschaft auf! >> Unter Sozialdemokraten ging's uns besser!« In Köln ist folgendes geschehen: Nach diesem Befehl des Parteibonzen Heẞ kann wohl kein Zweifel mehr bestehen, daß die sämtlichen Aemter der Arbeitsfront nur>> Fränkischen Tagespost< recht geben: da d. 4-( Sh. 4.-). Holland Gld. 0.15( 1.80). Italien noch Unterabteilungen der Nazipartei sind Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. 0.55( 6.60). Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50( 54.), und vor allem auch die gesamte PersonalLuxemburg B. Frs. 2.-( 24.-). Norwegen Kr. politik in die Entscheidung der Parteiinstan0.35( 4.20). Oesterreich Sch. 0.40( 4.90). Pa zen gelegt ist. Um sein fettes Pöstchen zu lästina P Pf 0.018( 0.216). Polen Zloty 0.50 retten, hat der Verräter Ley auch noch den ( 6.-). Portugal Esc. 2.-( 24-). Rumänien unfreiwilligen» Wunsch geäußert, daß die Lei 10.( 120.-), Saargebiet F. Fr. 1.50( 18.), Vor Gericht hatte sich eine Angeklagte zu( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengo Schweden Kr. 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30 Kasse der Arbeitsfront dem Parteikassierer unterstellt wird. Damit sind die den Gewerk- verantworten, eine arme, aus Polen zugewan- 0.35( 4.20) USA 0.08( 0.96). Einzahlungen können auf folgende Post schaften im Mai 1933 geraubten Millionen derte Frau, der deutschen Sprache kaum erfolgen: Tschechoslowakei: Vermögen jeder Verfügung der Arbeitsfront mächtig. Sie war von ihren Nachbarn denun- scheckkonten Zeitschrift Neuer Vorwärts". Karlsbad. Prag keine Seltenheit im Lande entzogen. Dieser letzte Teil der Verfügung ziert worden 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärts" Karls bedeutet auch die restlose Ueberführung der der schleichenden Angeber sie sollte an- bad. Wien B- 198-304. Polen: Neuer Vorwärts". gesamten Bestände der Arbeiterbank in die geblich geäußert haben,» unter den So- Karlsbad. Warschau 190.163. Schweiz: Neuer blutigen Hände der dilter- Partei. Die» Ein- zialdemokraten sei es uns besser Vorwärts" Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager Das Ende der Arbeitsfront heit von Partei und Arbeitsfront bedeutet ergangene. Sie leugnete alles, beteuerte Creditbank. Filiale Karlsbad. Konto„ Neuer Völlige Unterwerfung also praktisch Massendiebstahl der Arbeiter- ihre Unschuld, bot ein Bild erschrockener Vorwärts" Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: unter die Parteiorganisation. groschen zugunsten einer Partei, die mti die- Hilflosigkeit, weil sie wegen ihrer mangeln- Anglo- Čechoslovakische und Prager Credit Unsere Darlegungen über das Ende jeder sem Geld die Geschäfte der Großkapitalisten den Sprachkenntnis der Verhandlung kaum bank, Filiale Belgrad Konto Neuer Vorfolgen konnte. Die lieben Nachbarn beharr- wärts", Beograd Nr. 51.005. Genaue BezeichSelbständigkeit und Bewegungsfreiheit der besorgt. nung der Konten ist erforderlich. der Das Lied ist bestimmt kein Kunstwerk, aber ebenso gewiß ein echtes Produkt Volksstimmung und ein Dokument der Zeit.