t t -t 0 5 Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr. 67 SONNTAG, 23. Sept. 1934 Aus dem Inhalt: Braungelbe Kriegstreiber Konzentrationslager tische Berichte Streiks in Deutschland Land ohne Recht Der ,, neue Plan" des Hjalmar Schacht Bürokratisierung der Wirtschaft Ungeahnte Korruptionsmöglichkeiten authenUnd immer tiefer in den Abgrund erworbenen even-Jetzt können Bewilligungen zur Einfuhr von Rohstoffen solchen Firmen verweigert werden, die den Export vernachlässigen. Einen» Neuen Plane verkündet denen die Selbstverwaltung der Wirtschaft| Güter behördlicher Ueberwachung unter- häufen sich die Vorwürfe wegen mangelnder deutschen Schacht. Der Titel ist ein Plagiat an erfolgen sollte nach dem Grundsatz des liegen. Da es keine allgemein gültigen und der» Exportfreudigkeit der Roosevelt, der sein großes Wirtschafts- Gemeinnutzes, über dessen Einhaltung der kontrollierbaren Grundsätze gibt, an Unternehmer, die lieber auf dem Inlandsexperiment so bezeichnet hat. Der In- Staat wachen sollte. Aus diesem ständi- welche die Behörde gebunden wäre, so markt verkaufen, wo die Preise künstlich halt ist eine Kreuzung der Kriegsroh- schen Aufbau ist nichts geworden und die bleibt sowohl die Einfuhrgenehmigung als hochgetrieben worden sind und die zahlstoffwirtschaft Rathenaus mit dem Außen- Ueberwachungsstellen mit ihren tiefein- die Zuteilung der eingeführten Waren losen Scherereien mit der Verrechnung in handelssmonopol Sowjetrußlands. Das greifenden Befugnissen werden rein büro- ihrer Willkür überlassen. Es wird nicht Scrips und Sperrmark fortfallen. Wesen ist nicht ein Plan, bestimmt, die kratisch organisiert. Sie werden organisiert. Sie werden unum- zuletzt von den guten Verbindungen, von Krisenwirkungen zu überwinden, die Pro- schränkt von einem vom Wirtschaftsmini- dem politischen Einfluß, von der duktion zu steigern, in die kapitalistische ster ernannten Reichsbeauftragten ernannten Reichsbeauftragten ge- tuell gegen Barzahlung Verteilung einzugreifen, um eine erhöhte leitet. Nicht einmal ein Beirat muß ihm Protektion durch> alte Kämpfer< abhänLebenshaltung des Volkes zu sichern, son- zur Seite gestellt werden. Geschieht dies gen, welchen Anteil der einzelne Unter- Die Exporttätigkeit wird kontrolliert, der dern das Wesen ist ein mechanischer aber, so werden auch dessen Mitglieder nehmer ergattern kann. In dem korrupten Versuch, sie zwangsmäßig zu steigern, auf Milieu Zwang, entsprungen aus der Not, in die vom Minister berufen. Es ist werden diesem Wege unternommen werden. die nationalsozialistische Diktatur die bürokratische Zwangswirtschaft in entKorruptions herde Die erste Wirkung der Zwangswirtdeutsche Wirtschaft aus Unfähigkeit und höchster Potenz! stehen. schaft wird nun die EinfuhrdrosLeichtfertigkeit gestürzt hat; seine Folgen Bei der Regelung der Einfuhr wird die Die Eingriffe in die innere Wirtschaft selung sein, die bisher nur in geringem werden weitere Wirtschaftsschrumpfung Zwangswirtschaft nicht stehen bleiben. werden auch durch den Versuch gestei- Maße gelungen war. Denn auch im August und verschlechterte Lebenshaltung sein. Wir haben schon erwähnt, daß auch Ver- gert werden, vermehrten Export zur Devi- ist die deutsche Einfuhr gegenüber dem Nicht um Planwirtschaft handelt es sich, teilung und Verbrauch der eingeführten senerlangung zu erzwingen. In letzter Zeit Juli nur um 20 Millionen auf 343 Millionen sondern um die Zwangswirtschaft des Krieges mitten im Frieden... Schacht hat sich ermächtigt, den> Verkehr mit Waren zu überwachen und zu regeln, insbesondere Bestimmungen über deren Beschaffung, Verteilung, Lagerung, Absatz und Verbrauch zu treffen«. Er kann Anordnungen über die Aufzeichnung geschäftlicher Vorgänge, namentlich über nationalsozialistischen neue Rebellion der Sklaven Gepeinigte Arbeiter besinnen sich auf die Stechwaffe Textilarbeiter revoltieren Teilstreik in München Augsburger Teilstreik auf der Baustelle. Beim Bau des Hauses der deutschen Die die Buchführung erlassen. Zur Durch- Am 21. August, wurde laut Zeitungsnotiz| alles gütlich beigelegt werde, sie sollten nur| Selbstbewußtseins bei den Arbeitern gestärkt. führung dient die Errichtung eines. der Betriebsdirektor der Buntweberei jetzt an die Arbeit gehen, damit es nicht Systems von Ueberwachungsstel- Riedinger in Augsburg Alfred Graf schlimme Folgen habe. Ein Sturm der Emlen. Waren solche bereits in den letzten in Schutzhaft genommen. Betriebsdirektor pörung schlug dem Vertrauensmann ent- Kunst in München hat sich folgender VorMonaten für wichtige Wirtschaftsgebiete, Graf, so heißt es in der Notiz, ist mit Rück- gegen. Es ertönten Rufe wie:» Der Sau- gang abgespielt: Zirka 45 Arbeiter, die mit 2. B. für die Textilwirtschaft, geschaffen sicht auf die von ihm verschuldete Beunruhi- kerl soll herauskommen! Wir Pilotenschlagen beschäftigt wurden, hatten worden, so so werden jetzt 25 Uebergung seines Betriebs zu seinem persönlichen gehen nicht in den Betrieb! Be- einen übertariflichen Lohn, weil diese Arbeit wachungsstellen eingerichtet. Die Einfuhr Schutz durch die politische Polizei in Ge- vor der Kerl nicht rauskommt besonders schwer ist. Da entdeckte irgendaller Waren ohne Ausnahme unterliegt wahrsam genommen und der Polizeidirektion wird keine Ruhe!< Besonders wild ge- jemand, daß diese Arbeiter eigentlich nach ihrer Bewilligung; die Verteilung und überstellt worden. Graf hatte allen Warnun- bärteten sich die Arbeiterinnen. Der dem Tarif für Hochbau bezahlt werden müßVerwendung im Inland kontrollieren sie gen der örtlichen Dienststellen der deutschen Vertrauensmann verschwand wieder. Nach ten, was eine Verminderung des Stundengleichfalls. An Stelle der bisherigen Devi- Arbeitsfront zum Trotz Entlassungen einiger Zeit erscheint der Gauleiter der Ar- lohnes um 15 Pfennig bedeutet hätte. senstellen teilen sie die Devisen für die in größerer Zahl vorgenommen, ohne diese beitsfront Aschka in seinem feinen Wagen Vorstellungen und Unterhandlungen führten von ihnen bewilligte Einfuhr zu. Die dem Treuhänder anzuzeigen oder dessen not- und begab sich in das Direktionsbüro. Vor- zu keinem Ziel. Die 45 Arbeiter verließen Devisenzuteilung, die bisher für alle Im- wendige Genehmigung einzuholen. Auch hatte her versuchte er vergeblich die Arbeiter zu daraufhin geschlossen die Bauporteure und alle Importzwecke gleich- er rücksichtslos Lohn abbau durchgeführt beruhigen. Nach einer Weile erschien stelle und setzten durch diesen wilden mäßig erfolgte, hört auf; an ihre Stelle und Betriebsumstellungen technischer Art in Aschka mit Graf. Ein Arbeiter stürzte sich Streik durch, daß sie wieder zu den alten tritt die individuelle Genehmigung für das einem Umfang vorgenommen, die als Raub- auf Graf und riẞ ihm das Parteiabzeichen Lohnsätzen arbeiten konnten. von der Ueberwachungsstelle gutgeheißene bau der Arbeitskraft seiner Gefolgschaft an- herunter. Die Frauen schrien:> Werft ihn einzelne Einfuhrgeschäft. Erst die Er- gesehen werden mußte. Soweit die Zei- jin den Mühlbach!« Ein ohrenbetäubenteilung eines solchen Genehmigungsschei- tungsnotiz. Es geht uns dazu folgender Tat- der Lärm setzte ein und die Weiber machten Massenverhaftungen im Westen. nes ermächtigt den Importeur, die Zahlung sachenbericht zu. an den ausländischen Verkäufer zu leisten. Es handelt sich also um ein lückenloses Einfuhrmonopol. Was, wieviel und woher eingeführt wird, bestimmt der Reichswirtschaftsminister; die Tätigkeit der Produzenten und Händler beschränkt sich im Wesentlichen darauf, ihren Bedarf anzumelden; ob und in welchem Umfang er befriedigt wird, entscheiIn der Buntweberei Riedinger( Beleggespielt. zu tatsächlich Miene ihr Vorhaben auszuführen. Nur mit Mühe gelang es den Graf davor zu Neuer Terror Das ist der geniale Plan! Der Ausfall der Wahl vom 19. August schaft zirka 5500 Mann) hat sich am 21. bewahren, daß er von den Arbeiterfäusten im Rheinland und im industrielso etwas wie eine Revolte der Beleg- zusammengehauen wurde. Die Wildesten wa- len Westen hat bei den Systemleuten schaft oder ein wilder Streik ab- ren dabei die Naziarbeiter. Gerade noch zur tiefe Erbitterung hervorgerufen. HeB rechten Zeit erschien das Ueberfallkommando hat einen Spezialauftrag für dieses Gebiet und nahm Graf in seinen Schutz und brachte erhalten. Die Neinsager sollen hier mit ihn aus dem Fabrikshof. Die Arbeiter ver»> genialen Mitteln« für das System gewonließen daraufhin die Fabrik. nen werden. Die genialen Mittel bestehen Am Abend erschien der Treuhänder in der Wiederbelebung des Terrors. Seit der Arbeit für Bayern, Frey, und Anfang September hat der Terror in diesprach in einer Betriebsversammlung im sem Gebiet mit voller Wucht eingesetzt. Volkshaus. Er schimpfte auf die Mies- Wie wir erfahren, sind in Westdeutschmacher und Meckerer und sucht die land über 1200 Marxisten verhaftet Arbeitsfront und den Staat reinzuwaschen. worden, in Köln etwa 300. Man erwartet In der Diskussion sprach ein Arbeiter, der ähnliche Massenverhaftungen von Zendem Frey nahelegte, er solle die Miesmacher trumsleuten. und Meckerer in den Reihen der Graf und eine rege Tätigkeit. Sie ist mit der AufDie Gestapo entfaltet Genossen suchen, die Arbeiter erfüllten im- stellung von Listen von Sozialdemokraten, mer ihre Pflicht, wenn man sie nicht bis Kommunisten und Zentrumsleuten aufs Blut peinige. allen Orten beschäftigt. Das nennt die Am anderen Tag haben die Arbeiter die Göbbelssche Propaganda Politik der VerArbeit zu den alten Bedingungen wieder söhnung! aufgenommen. können. Er ließ im Betrieb rationalisieren, Der Direktor Graf, der Bruder des Konzerndirektor Graf, war Mitglied der NSDAP und ein eifiger Verfechter der Naziherrschaft. In det die Behörde. seinem Betrieb glaubte er als Gefolgschaftsführer die Zeit gekommen, seine brutalen Zwei Bemerkungen drängen sich auf. Ausbeutungspläne in die Tat umsetzen Nicht genug hat Hitler die» Privatinitia-| tive, die individuelle Leistung des» Führers des Betriebes< preisen können. Der angebliche Sozialist übertraf darin den ältesten Manchesterliberalen. Auf einem vertrauensleute und die NSBO mitsamt der entscheidenden Gebiet wird jetzt die kapi- Arbeitsfront konnten talistische Initiative ausgeschaltet, die behördliche Anordnung tritt an ihre Stelle. anzuer herbeigeführt baute Arbeiter ab und wollte nun auch noch den Lohn herabsetzen. Der Arbeiter bemächtigte sich immer Die größere Erregung. sich dem> Genossen< Graf gegenüber nicht durchsetzen. Da schritt die Arbeiterschaft zur Selbsthilfe. aus In den Außenhandelsbeziehungen beginnt die Funktion des deutschen Unternehmens sich der des Betriebsleiters im bolschewistischen Rußland gleichen. Der Diktator denkt, aber das Wirtschaftselend, das Eine zweite Bemerkung: Die National- Arbeiter schickten ihre Vertrauensräte zum der Arbeitsfront einmal nachgeben, weil sie Konzentrationslager entlassen wird, kommt sozialisten haben nach ,, Abschaffung des Direktor. Die Besprechung verlief jedoch er- sich nicht anders helfen konnten, Sie haben mindestens ein neues Opfer hinein! Trotz Klassenkampfes« die Wirtschaftszweige in gebnislos und ein Vertrauensmann kam auf den Herrn Graf nach außen hin fallen lassen. allem Terror aber wächst die Opposition Korporationen zusammenfassen wollen, in den Hof und erklärte den Arbeitern, Am 21. August wurde ohne vorherigen Beschluß und ohne Weisung bezw. Genehmigung der Arbeitsfront eine Transmission nach der anderen abgestellt. Der wilde Es ist bis jetzt nicht feststellbar gewesen, ob gleich, was es mit dem Amnestieschwindel Die Massenverhaftungen beweisen zuStreik ergriff sofort den ganzen Betrieb. Graf noch in Schutzhaft ist. auf sich hat. Für jeden, der nach langer Die Arbeiter liefen in den Fabrikshof. Die In diesem Fall mußten die Herren von zermürbender Haft aus Schutzhaft und hat, lenkt. daß Der Vorfall hat jedenfalls die Gefühle des unaufhaltbar! Kampf in der Illegalität rern zusammen. zurückgegangen. Die Ausfuhr hat um 13| Millionen auf 334 Millionen zugenommen, ein der Jahreszeit entsprechendes Ergebnis, das dem regelmäßigen Ansteigen der Augustausfuhren auch in den Vorjahren Der ,, Intransigeant", eine der meist-| oder des Reichsbanners stammen, die mutig, oft zum Spielball von Geheimagenten der Reentspricht. Gegenüber dem August des gelesenen Pariser Zeitungen, schreibt ohne unbesonnen, klug, ohne furchtsam zu gierung. Die kommunistische Organisation hat Vorjahres, in dem die Ausfuhr 413 Mil- über die sozialdemokratische illegale sein, die schon früher Vertrauensstellungen im Laufe dieser letzten Monate ganze HekaArbeit in Deutschland u. a. folgendes: lionen betrug, ist sie dieses Jahr um 79 einnahmen, aber in dieser Eigenschaft den tomben von Menschen verloren und ihre örtMillionen oder rund 20 Prozent zurückge,, Der Parteivorstand, der in Prag seinen Behörden nicht bekannt sind... Man hat lichen Geheimorganisationen, wie zum Beispiel blieben. Während das Vorjahr ein Aktivum Sitz hat, hat um Deutschland herum, in näch- überhaupt die bekannten Funktionäre für die die Hamburger, sind wie Schnee im letzten von 66 Millionen aufwies, ist dies Jahr ster Nähe der Grenze, Stützpunkte geschaffen, illegale Arbeit nicht herangezogen, weil man Frühling dahingeschmolzen. Sehr selten sind ein Passivum von 9 Millionen zu verzeich- von denen jeder einzelne einen bestimmten damit nicht nur diese selbst, sondern die dagegen die Fälle von Verrat innerhalb der nen. Charakteristischerweise betrifft der Abschnitt im Innern Deutschlands zu betreuen ganze örtliche Organisation gefährden würde. sozialistischen Geheimorganisation, deren VerEinfuhrrückgang aber hauptsächlich hat. Außer dem Wochenblatt der„ Neue Eine neue Führergeneration hat sich gebildet luste, so schmerzlich sie auch immer sind, mit 18 Millionen die Lebensmittelein- Vorwärts", der vor allem zur Unterrich- und ist Tag für Tag tätig, aber politisch und doch unvergleichlich geringer sind. fuhr, was im wesentlichen nur eine Saison- tung der in der ganzen Welt zerstreuten Emi- technisch arbeitet sie, so gut es die Umstände Das ist aber auch der bedeutsame Grund, erscheinung darstellt, während die Einfuhr granten und der internationalen Presse dient, erlauben, mit den im Auslande lebenden Fühaus dem die sozialdemokratischen Genossen in von Rohstoffen nur eine Verminderung gibt er auf sehr dünnem Papier und in sehr Deutschland, als sie erfuhren, daß man in von 2 Prozent aufweist, wenn auch bei kleinem Format eine fotografierte Zeitung Die Prager Exekutive ist gegenwärtig Frankreich und in anderen Gruppen der Intereinzelnen Rohstoffen, wie Wolle, Baum- heraus ,,, Sozialistische Aktion". Zwieine der über die Lage in Deutsch- nationale die Einheitsfront mit den Kommuwolle, Mineralölen, Kautschuk, die Ver- schen den einzelnen Stützpunkten und den land bestunterrichteten Zentren, nisten gebildet hatte, ihre Auslandsführer beminderung stärker ins Gewicht fällt. Industriezentren ist ein geheimer Kurierdienst und die monatlichen Berichte, die sie ihren schworen, diesem Beispiel nicht zu folgen. Der geringe Rückgang trotz der bis- ständig unterwegs, der es ermöglicht, daß in Vertrauensleuten in den verschiedenen euro- Tatsächlich fürchten sie, daß eine Zusammenherigen Einfuhrverbote und der Verknap- jeder Woche mehrere zehntausende Exemplare päischen Hauptstädten zukommen läßt, bil- arbeit mit den deutschen Kommunisten ihre zur Verteilung pung der Devisenzuteilung war die Roh- der Sozialistischen Aktion" den äußerst wertvolle Dokumente, die mit Reihen verseuchen und in kurzer Frist ihre stoffeinfuhr bisher größer als im Vorjahr kommen, die dann unter zuverlässigen Leuten Tatsachen und Beobachtungen belegt sind, gesunde und einheitliche Organisation zerbre- erklärt sich daraus, daß diejenigen von Hand zu Hand gehen. sowohl nach der politischen Richtung wie chen würde. Importeure, deren Devisenanforderungen Außerdem kommt allmonatlich in Prag eine nach der wirtschaftlichen, sozialen und psynicht befriedigt wurden, ihre Einfuhr aus Nummer der Zeitschrift für Sozia- chologischen Seite hin. Und trotz des Miẞden Ländern, mit denen Markverrech- lismus" heraus, in der besonders die theo- kredits, in den die Sozialdemokratie im Laufe rung in ihren amtlichen Berichten über die nungsabkommen bestanden, deckten, in- retischen und taktischen Fragen erörtert wer- des Jahres 1933 kam, gewinnt sie dank ihrer dem sie die Beträge in Mark auf das Konto den, die sich aus der neuen Situation ergeben. Tradition und der Stärke, die sie sich erworder ausländischen Notenbanken bei der Ebenso erscheinen Broschüren usw.; alles ben hat, langsam aber sicher an Boden. Reichsbank einzahlten. Die Einzahlungen das wird in geringerer Auflage nach Deutsch- Wir sagten, daß ihre Vertrauensleute vor auf diese Konten steigerten sich von 68 land geschmuggelt, weil diese Dinge vor allem allem zuverlässig seien. Und das unterscheidet Millionen RM. im März auf 130 im Juli, für diejenigen bestimmt sind, die in der ille- sie ganz besonders von den Kommunisten, die was mehr als einem Drittel der gesamten galen Organisation führend tätig sind. Die unglücklicherweise eine unglaubliche Zahl von Julieinfuhr entspricht. Dazu kommen aber sozialdemokratische Aktivität ist seit gerau- Polizeispitzeln und Polizeiprovokateuren in noch Importe, die beim Verfall überhaupt mer Zeit schon recht erfolgreich. Ihr großer ihren Reihen, sogar in ihren führenden Krei- System kämpften, weil sie den Eindruck her93 Richtig ist, daß die HitlerregiePropaganda ihrer Gegner, über Verhaftungen, über Verurteilungen durch die Sondergerichte vor allem die Kommunisten erwähnt. Sie tut dies aus taktischen und propagandistischen Gründen. Denn sie hat alles Interesse daran, dem deutschen Volke und der internationalen Meinung den Glauben zu lassen, daß nur noch die Kommunisten ernsthaft gegen das braune nicht bezahlt wurden. So schätzt man die Vorteil ist, daß sie in der Hand völlig zusen in Deutschland wie im Auslande haben. vorrufen will, daß im Falle des Sturzes des Beträge, die an England für Wolle, Baum- verlässiger Menschen liegt. Damit hängen auch die furchtbaren Verluste Naziregimes die bolschewistische Revolution wolle, Garne und Kohle geschuldet werHauptsächlich handelt es sich um verhält- zusammen, die die Kommunisten in diesem die einzige Möglichkeit wäre. Aus dieser den, auf über 1 Million Pfund. nismäßig junge Genossen, die aus den unterirdischen Krieg erleiden. Der unleugbare Zweideutigkeit schöpft sie heute einen großen Jetzt sind diese Wege verschlossen Schacht muß auf sie verzichten, weil sich Reihen der Sozialistischen Arbeiterjugend Heldenmut ihrer jungen Parteigenossen wird Teil ihrer Kraft." die Ausländer die ihnen aufoktroyierten Zwangsanleihen nicht mehr gefallen lassen die englischen Spinner haben z. B. alle Garnlieferungen eingestellt und Der Handel mit Polen stillschweigend hinnahm. Es kann gar kein NSBO bare Zahlung und sicheren Eingang am Hakenkreuzverrat am Deutschtum. Fälligkeitstag verlangen. Schacht Schacht kann Die Erklärung des polnischen Außenminikünftig also wirklich nur so viel Einfuhr zulassen, als er aus dem Export bezahlen sters Beck, daß seine Regierung die Bestimkann. Aber die Kontrolle gestattet ihm, mungen des Versailler Vertrages über den die Einfuhr zu manipulieren. Er wird die Minderheitenschutz nicht mehr anEinfuhr» minder wichtigen Bedarfs« ein- erkenne, ist erst möglich geworden, nachdem schränken und die» lebenswichtige« voll Deutschland aus dem Völkerbund ausgetreten hereinlassen. Das» Lebenswichtigste« für war und seinen Pakt mit Polen geschlossen hatte. Hitler hat sich nicht damit begnügt, die Diktatur ist aber die Einfuhr der Kriegsrohstoffe. Freundschaft opferte, nur noch mehr auf Kosten der Lebens- nalen Rechte hinterdrein geworfen, die die haltung der Massen als bisher. Aber aus Deutschen in Polen bisher als ihr Paladium ökonomischen Gründen wird, wenn hüteten und verteidigten. und vom | DAF, Abt. Wehrmacht, Zweifel darin bestehen, daß er diese Erklä- Hauptschriftleiter Rudolf Claasen veröffentrung, bevor sie abgegeben wurde, gekannt licht worden ist. Das Kirchenblatt schreibt: und gebilligt hat. Er ist bei diesem Streich,>> Wir wenden uns in aller Schärfe daderen gegen, daß eine Fachzeitschrift, zu der gegen das Deutschtum geführt wurde, Lesern auch gläubige Katholiken gehören, in ihren Spalten offensichtlich antikirchein Komplice der vertragsbrüchigen polniliche Arbeit leistet... Der jeder wissenschaftlichen Gründlichkeit bare Artikel mit der uns nicht unbekannten Ueberschrift ist eine Zusammenhäufung jener Jesuitenfabeln, deren geschichtliche Unwahrheit längst erwiesen ist.<< schen Regierung. Man wird in der Geschichte sämtlicher deutscher Regierungen vor Hitler vergeblich einen ähnlichen Fall suchen. Frühere Regie,, Wie uns mitgeteilt wird, hatte der in Nr. 9 des Mitteilungsblattes der NSBO, Abt. Wehrmacht, durch den Hauptschriftleiter Claasen veröffentlichte Artikel: >> Juden, Jesuiten, Freimaurer<<, bei dem Reichswehrministerium bereits rungen haben unter der Drohung feindlicher Waffen im Bewußtsein der eigenen Ohnmacht Woher rührt diese relative Freiheit der dem neuen Freunde Oberschlesien und den einen Aber nie hat eine Polemik? Der katholische Klerus hat Nachgiebigkeit gezeigt. Korridor als Geschenk darzubringen, sowie Beschützer. In Nr. 37 teilt das Es wäre eine Illusion zu meinen, daß die er seinerzeit Südtirol auf dem Altar der Regierung vor Hitler ohne Not, ohne feind- großen beschränkt werden wird. Die Kriegs- deutsch- italienischen lichen Druck einer leichtfertigen Spekulation» Katholische Kirchenblatt<< mit: rüstungen werden ihren Fortgang nehmen er hat jetzt auch noch obendrein die natio- zuliebe, deutsche Volksrechte preisgegeben, wie das jetzt geschehen ist. Als Stresemann, um die deutsche Westgrenze zu sichern, den Locarno- Pakt schloß, brüllte der Demagog Hitler mit Schaum vor dem Munde über Landesverrat. Als Landesverräter läßt er von seiner gehorsamen Justizkanaille seine politischen Gegner aburteilen und ins Zuchthaus werfen. Die Geschichte wird aber nur einen deutschen Reichsregierer kennen, der aus Uebermut und Leichtfertigkeit und um sich selber an der Macht zu halten, deutsche Volksrechte verraten hat und der heißt Hitler! es nach dem Willen der Diktatur geht, Die von den Nationalsozialisten versprokeine Einschränkung, ja nicht einmal eine chene Zerreißung des Friedensvertrages von Verlangsamung der Rüstungen stattfinden. Versailles beginnt damit, daß Polen mit HitEine zweite Art der Manipulierung der lers Zustimmung einen der wenigen VertragsEinfuhr ist dadurch gegeben, daß jetzt artikel zerreißt, die zugunsten der Deutschen willkürlich bestimmt werden kann, aus hineingesetzt worden sind. Weil anders das welchen Ländern die Einfuhr er- demokratische Gewissen des Präsidenten Wilfolgen soll. Aus politischen Gründen ist son nicht zu beschwichtigen war, entschloß bei dem staatlichen Einfuhrmonopol eine sich die Entente, jene Bestimmungen zum bessere oder schlechtere Behandlung der Schutz der nationalen Minderheiten in den verschiedenen Länder ohne weiteres mög- Vertrag aufzunehmen. Die Deutschen Polens verschiedentlich Das in Berlin erscheinende» Katholivor Erscheinen unseres Artikels in Nr. 35 vom 2. September Beanstandung gefunden und zu Maßnahmen geführt, die in Zukunft eine Veröffentlichung ähnliche Artikel verhüten wird. Wir teilen dieses einsichtsvolle Vorgehen des im Reichswehrministeriums Dienste des konfessionellen Friedens unseren Lesern gerne mit.<< Reichswehr und Klerus finden sich im Zeichen der Ordnung wie sie sie auffassen. >> Die Kirche<<, so sagt das» Katholische Kirchenblatt«,»> identifiziert sich mit keiner werde.<< Der Kirche die Seele, dem Heer die Macht, und so begegnen sich beide auf dem Boden der> gottgewollten Ordnung zur Allianz von Schwert und Kreuz. Was angeSchwert und Hakenkreuz recht interessant ist. lich. Dafür ist das russische Beispiel ein haben von ihnen erheblichen Vorteil gehabt, Schwert und Kreuz schlagender Beweis. Betrug doch die nicht nur weil sie vor dem Völkerbund gegen Der große Beschützer katholischer Polemik Staatsform, sie kennt nur das eine Ziel, daß deutsche Ausfuhr nach Rußland im ersten die polnische Regierung durch die gottgewollte Ordnung in Familie, Volk und Staat und durch das kraft göttHalbjahr 1933 noch 173.5 Millionen RM., Recht bekamen, sondern vor allem auch des- sche Kirchenblatte führt eine für im ersten Halbjahr 1934 nur noch 36 Mil- halb, weil die polnische Regierung das pein- deutsche Verhältnisse scharfe Polemik gegen Wirken das Seelenheil der einzelnen erreicht licher Rechte ihr zustehende ungehinderte lionen! Der oberste Grundsatz aller Han- liche Verfahren in Genf scheute, und des- Angriffe auf die katholische Kirche. Es setzt delsverträge, keine willkürliche Differen- halb den Eifer der untergeordneten Behörden sich mit Professor Ernst Krieck auseinzierung vorzunehmen, verliert seine Gel- gegen die deutsche Minderheit zügelte. ander, der in der Zeitschrift» Volk im Werden<< tung. Das ist es auch, was den Widerstand Einer der stärksten Gründe, die Strese- unter der Ueberschrift» Römische Offensive<< des Auslands hervorruft, und schon ist mann für den Eintritt Deutschlands in den den politischen Katholizismus angreift. Das eine englische Verhandlungsdelegation in Völkerbund anführte, war, daß Deutschland» Katholische Kirchenblatt<< Nr. 35 geht in sichts des gegenwärtigen Verhältnisses Berlin erschienen, um nicht nur die Be- als Ratsmitglied den Deutschen in Polen seiner Entgegnung so weit, daß es die ehezahlung der alten Warenschulden durch- kräftigeren Beistand leisten konnte. Im Ge- malige Zentrum spartei als ein Mittel zusetzen, sondern auch um sich gegen jede gensatz dazu hat jetzt Hitler auf den inter- bezeichnet, mit dem der Katholik> nur seine Umgehung der handelsvertraglichen Be- national garantierten Schutz der Deutschen Gewissenspflicht erfüllt und im Dienste von stimmungen zu sichern, während aus dem verzichtet, indem er es der englischen, der Staat und Kirche gehandelt<< habe. übrigen Auslande drohende Stimmen Ver- französischen und italienischen Regierung In der gleichen Nummer wird gegen einen geltungsmaßnahmen gegen jede Benach- überließ, gegen die polnische Vertragsbruch- Artikel» Juden, Jesuiten, Freimaurer<< proteteiligung ankündigen. erklärung zu protestieren, selber aber sie stiert, der in Nr. 9 des Mitteilungsblattes der Schachts» Neuer Plan« enthält natürlich auch seinen alten Bluff der Autarkie und Ersatzproduktion. Große Dinge werden angekündigt. Die Autarkiegewinnler wittern Morgenluft von verlangen sie vom Reich nichts weniger| derwertigem oder teuerem Material nicht| Ersatzproduktion bedeuten neue Steigeals bindende Zusagen für die Ver- ins Ausland exportieren kann. Gewiß sind rung des deutschen Preisniveaus und dies zinsung der investierten Kapitalien und sie bereit, sich aus Gemeinnutz an dem bedeutet neue Verminderung der deutund entwickeln großen Appetit. In den die Uebernahme einer Ausfallgarantie. Plan zu beteiligen, sobald sie aus Eigen- schen Exportfähigkeit. Geringerer Export Besprechungen der Industrie mit den Be- Sie sind nicht bescheiden, aber man kann nutz ihre Profite gesichert haben. ist verminderte Deviseneinnahme, die weihörden erörtert man Investitionen in Höhe das begreifen. Schlechte Geschäfte sind Sie werden eine Enttäuschung erleben. tere Einfuhrdrosselung erfordert, und von einer halben Milliarde Mark. Vor allem nicht ihre Sache und sie wissen, daß diese Nicht von Hitler und Schacht, die die lange bevor die Investitionen ausgeführt sollen Ersatzstoffe in der Textilindustrie, Ersatzstoffe nur zu stark erhöhten halbe Milliarde und mehr den schon ver- sind, werden die Wirkungen des» Neuen synthetisches Benzin und synthetischer Kosten und Preisen herstellbar pulverten Milliarden nachwerfen werden, Planes< den Autarkiegewinnlern Gummi hergestellt werden. Die Industriel- sind; daß man im Inland vielleicht durch um die Diktatur zu erhalten und die fieber- Schicksal der Inflationsgewinnler bereitet len sind bereit, nur haben sie noch einiges Beimischungs- und Verbrauchszwang den haft betriebene Aufrüstung nicht zu unter- haben... Heil Schacht! Mißtrauen in den» Neuen Plan<. Und so Absatz durchsetzen, aber Waren aus min- brechen. Aber Rohstoffdrosselung und Dr. Richard Kern. das Es gibt zwei Edelrassen >> Aber der Geist der großen Vergangenheit als Wegweiser für die Zukunft steigt vom Boden auf, er kommt aus dem Blut der Masse, er wird von der Erde ausgeatmet und dringt in die ungen und von dort in die Herzen der Menschen<. Braun- gelbe Kriegstreiber sows bau Mit Heil und Bonzei in den neuen Weltkrieg nationalsozialistischen in Mit dem Eintritt Rußlands in den Völker-| ner Feindseligkeiten gerechnet wer-| deutschen bund schließt eine Entwicklung ab, die mit den kann. Der Streit um die Ostchinesische Presse findet. Die quasi- wissenschaftliche besonderer Intensität seit etwa einem Jahre Bahn ist für Japan nur ein Vorwand, um Begründung wird von Karl Haushofer, Ein Wegweiser, der vom Boden aufsteigt, einsetzte und die in ihren großen Umrissen den Haß gegen Rußland zu schüren. Die General a. D. und ordentlicher Professor an aus dem Blut kommt, einerseits ausgeatmet als Rückkehr Rußlands in die europäische Sowjetregierung ist bei den Verhandlungen der Universität München, geliefert, der wird und andererseits in die Lungen dringt Politik bezeichnet werden kann. Sie wurde über den Verkauf der Bahn( die, da sie seiner» Zeitschrift für Geopolitik< die ZielWoher mag dieser Blut- und Boden- in starkem Maße gefördert durch die Abkehr durch mandschurisches Gebiet läuft, mili- setzung des japanischen Imperialismus> geoschwulst stammen? Richtig! Aus einer deut- Deutschlands vom deutsch- russischen Freund- tärisch nicht zu halten ist) auf eine lächer- politisch« begründet, und sie als Muster für schen Zeitung, und zwar aus der» Bremer schaftsvertrag und durch die von der Hitler- lich geringe Summe herabgegangen, und den deutschen Nationalsozialismus hinstellt. Zeitung<. Aber wem ist die Hymne gewid- regierung eingeleitete agressive Ostpolitik. zwar auf 160 Millionen Yen gegenüber den Vollkommen unverhüllt begrüßt er in der von met? Sicher dem blauäugigen, blondhaarigen Sie wurde aber in nicht geringerem Maße be- ursprünglich angestezten 625 Millionen Yen. der Deutschen Akademie< herausgegebenen germanischen Blubo- Recken? Falsch! Ganz stimmt durch die zunehmende Agressivität Aber auch diese Summe will Japan nicht Propagandazeitschrift» Der nationalsozialifalsch! Es ist hier überhaupt nicht von der japanischen Politik, die immer deut- zahlen, um dieses Agitationsmitel gegenüber stische Gedanke in der Welt<< den unverDeutschland die Rede, sondern ausgerechnet licher darauf hinarbeitet, Rußland aus allen Rußland nicht aus der Hand geben zu müs- meidlich herannahenden japanisch- russischen Japan! Japan, der kapitalistisch- seinen Stellungen herauszuwerfen und Japan sen. Krieg als ein Unternehmen,» des Zuschauens imperialistische Bundesgenosse des Dritten zur führenden Macht in Asien zu machen. Es ist ungemein charakteristisch, daß die wie des Anteils wert«, und erklärt, daß die Reiches wird zwei Spalten lang in der gleiDie Dinge haben sich so weit zugespitzt, japanische Kriegspolitik im Fernen Osten die Absichten des japanischen Nationalsozialischen Tonart angesungen, in der Hitler- daß jederzeit mit dem Ausbruch offe- uneingeschränkte Zustimmung nur der mus, die auf China, Südostasien und Indien deutschland sonst nur sich selbst zu behinzielen<<, vom europäischen Nationalsozialismus aus als ein kühnes Experiment auf seiner eigenen Linie betrachtet werden müßten. von schwärmen pflegt. Der Schreiber hat natürlich die erstaunte Frage seiner Leser vorausgesehen, ob denn die Gelbhäutigen neuerdings zur hochgewachsenen germanischen Edelrasse gehören, der doch angeblich die Welterlösung allein vorbehalten ist. Er erwidert kurzerhand,> daß das neue Deutschland nicht nur fremdes Volkstum hochstehende achtet, sondern fremde Rassen in ihrer Eigenart anerkennt und zu schätzen vermag.< Der Versuch, die Japaner der Einfachheit halber den Germanen zuzuzählen er wurde es Soeben erschienen: Konzentrationslager Ein Appell an das Gewissen der Welt! Ein Buch der Greuel! Die Opfer klagen an! Dieses Buch enthält dokumentarische Berichte ehemaliger Gefangener aus den Konzentrationslagern Dachau, Königstein, Sonnenburg, Brandenburg, Colditz, Sachsenburg, Reichenbach, Papenburg, Lichtenburg, Moringen und Hohnstein, · Marterstätten, deren Namen man im Dritten Reich nur flüsternd nennt, werden darin vorgelegt. Nur ein Buch in der gesamten Weltliteratur könnte diesem Dokument an die Seite gestellt werden und das stammt aus der Zeit des finstersten Mittelalters. Es ist der> Hexenhammer«, der genaue Anweisungen enthält, wie Hexen und Zauberer zu foltern sind, um sie zu zwingen, ihre Untaten zu gestehen. Die Zeit des» Hexenhammers< glaubte die Welt längst überwunden. Jetzt muß sie erkennen, daß Adolf Hitler sie wieder erweckte: An Tausenden deutscher Bürger ließ er Marterungen verüben, die alles, was die mittelalterlichen Hexenverfolger an Grausamkeit erdachten, weit hinter sich lassen. Aus jeder Zeile dieser Berichte ruft die getretene Kreatur die Menschheit um Hilfe. Das alles geschieht mitten in Europa, das alles geschieht im Lande Goethes und Kants. Wenn die Welt noch ein Gewissen hat, dann muß es sich bei diesen Dokumenten melden. Jede einzelne der mitgeteilten Schandtaten ist nachprüfbar. Neben vielen Illustrationen enthält das Buch die Namen von mehr als 850 Angeschuldigten, SA und SS Leuten sowie Gefangener und Opfer in deutschen Konzentrationslagern. Preis in: Argentinien 5.60 G. Peso/ Belgien 32.- Frs./ Brasilien 17.200 Milrels Bulgarien 152.- Lewa Danzig 4.80 Gulden/ Dänemark 6.80 Kr. Deutschland 4.- RM./ Estland 5.60 estn. Kr./ Finnland 68.- Fmk./ Frankreich 24. Frs./ Großbritannien-.6.-£ Italien 18.- Lire/ Jugoslawien 74. Dinar/ Lettland 5.- Lat/ Litauen 9.60 Litas Luxemburg 32.- belgische Frs. Niederlande 2.40 Gulden/ Norwegen 6. Kronen Oesterreich 8.Schilling Palästina 0.320 P. Pfd./ Polen 8.- Zloty| Portugal 32.- Escudo Rumänien 180.- Lei Schweden 6.- Kronen/ Schweiz 5.-Fr./ Spanien 12. Pesetas/ Tschechoslowakei 32.- Kč/ Ungarn 6.80 Pengö USA. 1.60$ In Ganzleinen gebunden ca. 20 Prozent Aufschlag.. Bestellungen durch jede Buchhandlung oder direkt an Verlagsanstalt >> Graphia«<, Karlsbad. anfangs wiederholt gemacht scheint also am Widerstand der Rassetheoretiker gescheitert zu sein. So hat man sich entschlossen, wenigstens eine Rasse neben der nordischen gelten zu lassen. Das ist zwar Verrat an Wotan, aber der Gott möge verzeihen blieb seinen armen Gläubigen wirklich nichts anderes übrig. Die anderen, anerkannt nordischen Länder sind ja so hinterlistig, sich voll Grauen vom Reiche > germanischer Erneuerung abzuwenden. Die schwedischen Wähler haben soeben dem Hakenkreuz einen mächtigen Fußtritt versetzt, während sie gleichzeitig der » jüdisch- marxistischen Regierung ihr Vertrauen aussprachen. Diese offensichtlichen Unterarier, die es nicht wert sind, die Haarfarbe mit ihren deutschen Brüdern zu teilen, wollen durchaus nicht einsehen, daß es dem nordischen Menschen geziemt, zu hungern, stramm zu stehen, Angst zu haben und nicht nachzudenken. Nicht ein einziges Mandat haben sie den Hakenkreuzlern anvertraut, obgleich Schweden seit langer Zeit unsozialdemokratischer Mißwirtschaft schmachtet und obgleich die marxistisch verseuchte Regierung der Wirtschaftskrise erfolgreich zuleibe rückte. Sie begreifen eben nicht, diese Schwachköpfe, daß es besser ist, mit Hitler in den Abgrund zu rennen als ohne Hitler emporzusteigen. Vielleicht sind sie gar nicht echt man müßte nachforschen, wo und wann in Schweden eine jüdische Invasion stattgefunden hat. Leider benehmen sich die andern arischen Brüder um keinen Deut besser. In Dänemark, in Norwegen, in England werden hitlerdeutsche Es wird weiter gemeckert. Nach dem 30. Reisende mit solcher Verachtung empfangen, Juni und Hitlers berühmten zwölf Geboten daß ihnen die ganze Freude an der nordi- erst recht. schen Blutgemeinschaft vergeht. Was bleibt da den armen Hitlerianern an- in den nationalsozialistischen Blättern zu deres übrig, als Arm in Arm mit Japan die lesen. Wir zitieren einige davon aus den verunvernünftige nordische Welt in die Schran- schiedensten Gegenden des Reiches. ken zu fordern? Wer je gleichermaßen iso- Die> Westfälische Landeszeitung Rote liert und von aller Welt verabscheut war, Erde« nennt jene Kritiker die>> Hundertder werfe den ersten Stein. ter Immer noch die drei F! Die Nummer des> Völkischen Beobachter< vom 17. September enthält auf ihren ersten beiden Seiten Berichte über folgende Veranstaltungen: Westfalentag im Münsterland, Westdeutsche Funkausstellung( Köln), Grenzlandschau für Bauernkultur Kreuznach), ( Bad Straßenbaukongreßteilnehmer am Tannenbergdenkmal, Ausstellung» Deutsche Arbeit im deutschen Westen<( Essen), Kurhessischer Kreisopfertag( Kassel), Festwoche des Deutschen Auslandsinstitut ( Stuttgart), Gebietsführertag der HJ( München). Immer noch Feste, Feiern, Feuerwerk je größer die Not, umso mehr! Es fehlt nur noch das Fest des verhungernden Ar-| beiters> Wie alt wollen Sie werden?<< > Tausend Jahre!<< > Warum so lebensüberdrüssig?< Es wird weiter gemedkert Sogar die Naziblätter geben es zu Es ist erheiternd, die Not- und Wutschreie prozentigen« und schreibt: zu ,, Das Hauptgewicht legen diese spieẞbürgerlichen Bierbank- Patrioten bei der Erteilung ihrer Belehrungen auf den Punkt, zu dem der Führer sagt, daß SA.Führer nicht in Luxus- Automobilen fahren dürfen. Dazu haben wir einmal diesen Schwätzern zunächst sagen, daß ein wirklicher SA- Führer das nie getan hat; alle anderen aber gehören der Vergangenheit an. Weiter brüskieren (?) sich die 110- Prozentigen darüber, daß SA- Führer überhaupt Auto fahren... Man weiß wirklich nicht, ob man es Unverfrorenheit oder Naivität nennen soll, was sich diese Leute, die wir meinen, glauben, herausnehmen zu dürfen. Das» Hakenkreuzbanner<, stöhnt: Mannheim, dazwischen, wo du sie zischen, und munkeln siehst! Sie werden gefährlich In agitatorischer Weise wird derselbe Standpunkt von Herrn Johannes von Leers verfochten, der sich neuerdings als einer der enragiertesten Anhänger der offensiven Rosenbergpolitik produziert. Im letzten Heft der Tat< propagiert er den Gedanken der deutsch- japanischen Koalition, und zwar als neues politisches Grundden prinzip, als eine Kampfalliance gegen Westen, gegen das nichtdeutsche Europa schlechthin. » Jede Stärkung Japans ist eine Bindung der europäischen Großmächte in außereuropäischen Räumen. Diese Bindung betrifft allein Deutschland nicht. Wir haben keinerlei politische Interessen in Ostasien oder im Pazifischen Raum zu verteidigen.. Jede Stärkung Japans als der größten außereuropäischen Macht ist, vor allem seitdem die Sowjetunion und Frankreich sich zusammengefunden haben, eine Stärkung der deutEntschen Stellung, eine sichtliche lastung für uns.. Wir können in der Politik nicht warten, daß alle unsere Freunde uns zu Gefallen sich blaue Augen und blonde Haare anschaffen sollen. Politik ist eine Angelegenheit des realen Interesses der Völker und hat mit dem Gedanken rassischer Gemeinsamkeit schon an sich nicht viel zu tun.< Die letzten Sätze sind an dieser Stelle eigentlich überflüssig, da Herr von Leers es gewesen ist, der im Oktober vorigen Jahres nach den Vorstellungen des japanischen Botschafters Nagai bei Herrn von Neurath über die schlechte Behandlung der Japaner in Deutschland in einem> wissenschaftlichen< Vortrag nachwies, daß die Japaner ihrer rassischen Eigenart nach den> Ariern< gleichgesetzt werden müßten. Es bleibt nicht bei theroretischer Propaganda und platonischen Freundschaftsbeteuerungen. Seit Beginn der Hitler- Aera wird planmäßig von deutscher Seite auf eine deutsch- japanische Koalition hingearbeitet. Schon im vorigen Herbst wurde eine deutsch- japanische Gesellschaft unter Admiral Behnke in Berlin und eine japanischtuscheln deutsche Gesellschaft unter Jamanoto in Tokio begründet. Im November 1933 besuchte eine Militärmission von 24 japanischen Offizieren unter Führung des Fürsten Tokudawa Deutschland. Im Mai 1934 fand ein feierlicher Empfang japanischer Marineoffiziere Weil ein Bäckerdutzend hirnkranker Meuterer mit der SA Schindluder in Berlin statt. Bei dieser Gelegenheit wurde treiben wollte, pfeift und schimpft er ganz offen über die Notwendigkeit eines ja( der Moralinsaure) gegen die ganze SA, panisch- deutschen Bündnisses gesprochen weil ein Dutzend Verräter mit ihren Ver- Noch deutlicher wurde der Leiter der Außenbindungsmännern an die Wand gestellt erst in der Masse, im Dunkeln. Die» Oberlausitzer Tagespost<<, Görlitz, ergeht sich in Drohungen gegen die> Moralinsauren<: des Außenpolitischen Amtes wurden, glaubt er, die ganze SA hin- handelssektion richten und zumindest verächtlich der NSDAP, Deutz, auf der Tagung der Normachen und gegen sie hetzen und wettern dischen Gesellschaft in Lübeck am 3. Juni zu können. Die zwölf Gebote des Führers dieses Jahres. In den letzten Monaten wird sind nicht dazu da, daß über sie irgendein Rabulistiker brütet und ihnen einen Sinn Deutschland immer häufiger von japanischen Bei den entspregibt, der neue Gegensätze schafft... Das Militärmissionen besucht. sollten sich alle die besonders hinter die chenden Verhandlungen tritt Alfred RoOhren schreiben, die jetzt Morgenluft witsenberg, der inoffizielle deutsche Außentern, die nun allenthalben auftauchen, um Unruhe und irrsinnige Gerüchte ins Volk minister, immer aktiver hervor. Rosenberg zu tragen. Sie sind schief gewickelt, jene hat auch veranlaßt, daß die deutsche Presse Moralinisten und Gerüchtemacher, wenn ihren Kampf gegen das japanische Dumping sie sich einbilden, daß mit ihnen viel einstellte. Von ihm führen auch die Fäden Federlesens gemacht wird. wütet: russischen Faschisten zu der im vorigen Jahre in Berlin gegründeDie,> Fränkische Tagespost<<, Nürnberg, ten» Allrussischen faschistischen Partei<, die dem neuerdings in Diese 110- Prozentigen sind im Augen- Wonsiatzky einen rührigen Führer gefunblick wieder heftig am Werke. Wir möchten den Herrschaften raten, ihre lose den hat. Wie wir dem in Belgrad erscheiSchnauze zu halten! nenden russischen monarchistischen Organ Jedes Glas Bier oder Wein, das ein politischer Leiter irgendwo trinkt, wird beschnüffelt. Jede Mark, die ein Pg., der jahrelang arbeitslos gewesen sein mag und Fazit: Es ist immer noch zuviel Freiheit» Zarski Westnik< entnehmen, entfaltet sich mit seiner Familie durchhungerte, heute verdient, wird von denen, die Ar- im Lande! Es wird immer noch nicht genug Wonsiatzky eine lebhafte Propaganda für die durch den russischen beitslosigkeit nie kannten und stets satt Schnauze gehalten! Es sind noch immer nicht Eroberung Rußlands zu essen hatten, beredet. Um jeden Urgenug in den Konzentrationslagern, in den zarentreuen Faschismus. Er steht jetzt in laubstag wird er beneidet. auf der engster Verbindung mit den japanischen und kommt der gehässige schäbige Klatsch: Gefängnissen zu Tode geprügelt, >> Haben Sie schon gehört, daß Flucht erschossen. Ja, mit dem Terror ist es mandschurischen Behörden, die ihn mit riesiEr unterhält genau wie mit gen Geldsummen ausstatten. der Herr Sowieso wegen Unter- Göring kann's bezeugen schlagung eingesperrt wurde? dem Morphium: Hat man sich erst an ihn aber gleichzeitig sehr intime Beziehungen zu Nicht? Man sieht ihn doch schon tagelang gewöhnt, kriegt man nie genug davon, bis deutschen amtlichen Stellen, die Und dann nicht mehr! Das ist doch auffallend!...< Hab acht auf sie, Volksgenosse! Fahre man daran krepiert. die Brandstiftertätigkeit der russischen Faschi sten im Fernen Osten mit allen Mitteln fordern. Fügt man zu alldem noch hinzu, daß japanische Agenten sich auch in Warschau sehr eifrig betätigen; daß Pil- s u d s k i seit jeher ein Anhänger des Zusammengehens mit Japan gegen Rußland ist (im Jahre 1904 schlug er der japanischen Regierung in Tokio ein Zusammengehen mit den polnischen Revolutionären vor), so gewinnt man eine Vorstellung von den Hintergründen mancher außenpolitischer Aktionen der letzten Zeit. Mag auch die Stabilität der europäischen Politik durch die innere Stärkung des Völkerbundes und durch die Rückkehr Rußlands nach Europa befestigt worden sein, so zeichnen sich auf der anderen Seite die Umrisse einer neuen Koalition, Japan— Deutschland— Polen, am Horizont ab, die nicht nur den Femen Osten, sondern auch ganz Europa mit kriegerischen Verwicklungen bedroht. Die von hier drohenden Gefahren dürfen nicht gering eingeschätzt werden, denn trotz der starken Rüstung Sowjetrußlands ist es Infolge der ungünstigen geographischen Lage strategisch gegenüber Japan im Nachteil. Nur wenn es der Politik, vor allem der Arbeiterklasse, gelingt, Hitlerdeutschland, den »tollen Hund Europas«, an die Kette zu legen und dadurch Sowjetrußland eine lückenlose Rückendeckung im Westen zu verschaffen; wenn es ihr ferner gelingt, die Pläne mancher konservativen Kreise in England, die von einem Zusammengehen mit Japan träumen, zunichte zu machen, nur dann wird es gelingen, die vom Fernen Osten her drohenden Weltkriegsgefahren auf ein Mindestmaß herabzudrücken. A. S. Land ohne Recht Reichsarbeitsgericht und Gewerkschaftsraub Faschisten über die deutsche Wirtschaftslage Seitdem die faschistische Presse die Erlaubnis hat, über die nationalsozialistischen Kollegen die Wahrheit zu sagen, macht sie davon ausgiebigen Gebrauch. Die Mailänder „Stampa" übt folgende Kritik an Schachts Wirtschaftspolitik: „Haben die Nationalsozialisten in den achtzehn Monaten ihrer Regierung die Lage gebessert oder verschlechtert? Eine genaue Antwort ist nicht möglich(?) Die Zahl der Arbeltslosen wurde zwar auf 2.5 Millionen vermindert, und die Indexziffern der Produktion und des Warenumschlages steigen, aber Millionen Männer arbeiten ohne Lohn, und der Plan des Wiederaufbaues ruht auf schwachen und unsicheren finanziellen Fundamenten. Wie lange hält er? Von einer andern Seite betrachtet, zeigt sich die Lage bestimmt verschlechtert. Die Goldreserven sind verbraucht, die Ausfuhr geht zurück und die Einfuhr nimmt zu, sei es, weil die Pläne Hitlers ausgeführt werden oder weil gerüstet wird. Der Handel mit dem Ausland, der bis zum letzten Jahr aktiv war, ist nun stark passiv. Ohne Kredit, ohne Goldrücklagen mit einer passiven Handelsbilanz kündigt Deutschland ein erweitertes Moratorium gegen das Ausland an und beginnt mit der Durchführung eines Autarkieplanee. Welches werden die Folgen sein? In erster Linie eine neue Schrumpfung des Welthandels und besonders des deutschen Handels. Die ausgiebige Verwendung von Ersatzrohstoffen, die der Plan Schachts vorsieht, wird den Absatz der deutschen Erzeugnisse nicht fördern. Welche Gewähr hat der Abnehmer, daß der Ersatzstoff nur für die für den Inlandverbrauch bestimmten Produkte verwendet werden? Länder mit einer passiven Handelsbilanz, wie Italien(mehr als 300 Mill. Lire im Jahre 1933) sind imstande, sich gegen die Autarkiepläne Deutschlands zu wehren. Wir sind fest entschlossen, nur von unsem besten Kunden zu kaufen und unsern Importeuren keine deutschen Devisen zu bewilligen, wenn die deutschen Kunden unsere Waren nicht kaufen oder vom Staat die zur Zahlung erforderlichen Liren nicht bekommen. Das System der geschlossenen Wirtschaft dauert an und dehnt sich aus; es bleibt nichts anderes übrig, als sich dagegen zu verteidigen." Wir können den deutschen Journalisten nur empfehlen, sich mit einer Darstellung des furchtbaren Elends der italienischen Landarbeiter- und Bauernmassen zu revanchieren. Denn es will uns schier bedünken. daß der Rabbi und der Mönch, daß sie alle beide stinken.... Als die freien Gewerkschaften Deutschlands am 2. Mai 1933 unter Aufbietung der SA- und SS-Horden überfallen, besetzt und ihrer sämtlichen mobilen und immobilen Werte, eines aus abgesparten Arbeitergroschen angesammelten Vermögens von vielen Millionen Reichsmark, einschließlich der Bestände der Arbeiterbank beraubt worden waren, erklärte der Räuberhauptmann L e y in einem Aufrufe im»Arbeitertum« vom 15. Mai 1933, er wolle die Gewerkschaften weder zerstören noch zerschlagen, „nein, Arbeiter, Deine Institutionen sind uns Nationalsozialisten heilig und unantastbar... Arbeiter— ich schwöre Dir, wir werden nicht nur alles erhalten, was sich vorfindet, wir werden Schutz und die Rechte des Arbeiters weiter ausbauen." In einem zweiten Aufrufe wurde ausdrücklich angekündigt, daß alle Vermögenswerte in die beiden Einheitssäulen— Arbeiter- und Angestelltensäulc— organisch Schritt für Schritt überführt werden sollen. „Diese A r b e i t", so wurde hinzugefügt, „wird vielleicht ein ganzes Jahr verlangen." Noch ehe das Jahr verstrichen war, sind die Gewerkschaften zerschlagen gewesen und es tauchte die Rechtsfrage auf, welcher Rechtsnachfolger für Ansprüche von Mitgliedern und Angestellten der ehemals freien Gewerkschaften die Haftung trägt. Die Deutsche Arbeitsfront, die sich zunächst gewaltsam in den Besitz des Vermögens der Gewerkschaften gesetzt hatte. lehnt es ab, der Rechtsnachfolger zu sein. Soweit es sich um die Unterstützungsansprüche der Mitglieder handelt, sind Richtlinien verfügt worden, nach denen die Aufnahme der einzelnen Mitglieder, das Erlöschen der Mitgliedschaft, der Ausschluß aus der Arbeitsfront und die Gewährung von Unterstützungen ganz in das Belieben der heutigen Machthaber gestellt sind. Soweit frühere Angestellte der Gewerkschaften ihre dienstvertraglichen Ansprüche geltend machten, wurden sie von den Gerichten abgewiesen. Schließlich war aber doch das Dritte Reich gezwungen, eine oberste Gerichtsentscheidung herbeizuführen, die in dem Urteil des Reichsarbeitsgerichtes vom 28. Februar 1934(RAG. 274) erfolgt ist. Frühere Gewerkschaftsangestellte, die über den 1. Juli 1933 hinaus— an diesem Tage ist die Deutsche Arbeitsfront offiziell in Kraft getreten— von der DAF welter beschäftigt wurden, erblickten darin den stillschweigenden Abschluß eines neuen Arbeitsvertrages oder die Verlängerung des alten Vertrages. Das RAG hat auch in diesen Fällen jede Haftung der Deutschen Arbeitsfront aus dem Gesichtspunkt der Vermögensübemahme abgelehnt, weil eine Vermögensübernahme durch die DAF niemals stattgefunden habe. Die Begründung zu diesem ungeheuerlichen Urteile durch dia höchste Stelle der Arbeitsgerichtsbarkeit ist als Geschichtslüge und als klassischer Beweis für das Schwinden jedes Rechtsbodens in Hitler-Deutschland so kennzeichnend, daß der wesentlichste Inhalt dieses Dokumentes der Schande der Welt nicht länger verborgen sein mag. Das RAG stellt fest, daß Ansprüche gegen das beschlagnahmte Geworkschaftsv ermögen überhaupt nicht geltend gemacht werden können, weil zur Zeit ein Vermögens- träger nicht vorhanden ist. Dieser sonderbare Standpunkt gilt natürlich nur, soweit es sich um Ansprüche von Mitgliedern der früheren freien Gewerkschaften handelt, denn im übrigen verfügt bekanntlich Herr Dr. Ley seit Monaten über das beschlagnahmte Vermögen, macht Ausgaben, die in die Millionen gehen, und er hat erst kürzlich, obwohl angeblich ein Vermögensträger nicht vorhanden sein soll, das Gesamtvermögen der DAF in die Hände des Schatzmeisters der NSDAP überführt. Der ganze Schwindel wird wie folgt begründet: a) Die Revolutionsträger hatten die Lösung der Gewerkschaftsfrage der NSBO übertragen. Ihr oblag während der nationalsozialistischen Revolution die Ueber- wachung der Betriebe. Dort, wo zufolge Fehlens von Nazibetriebszellen eine Ueber- wachung nicht möglich gewesen wäre(also in den Gewerkschaftsbüros), war eine revolutionäre Besitzergreifung unvermeidlich. Bei den Gewerkschaften erfolgte sie am 2. Mai 1933.„Damit waren die Gewerkschaften, kraft revolutionären Akts, auf die Revolutionsträger übergegangen." b) Nach Herbeiführen des p o 1 1 1 i s c h e n Endes der Gewerkschaften mußte ihnen wirtschaftlich die weitere Möglichkeit der Propaganda unterbunden werden. „Aus diesem Grunde wurde die vom Gen. St. A. am 9. Mai 1933 gegen die SPD ausgesprochene Beschlagnahme am 12. Mai 1933 auf das Vermögen der freien Gewerkschaften ausgedehnt." Staatsrat Dr. Ley wurde zum Pfleger bestellt. Dieser Pfleger Dr. Ley, der die Besetzung der Gewerkschaften geleitet, die Beschlagnahme ihres Vermögens durchgeführt und mit diesem Vermögen die Gründung der Deutschen Arbeitsfront vorgenommen hat, hat nach der talmudistischen Begründung des RAG mit dem Staatsrat Dr. Ley, Leiter der DAF, nicht das mindeste zu tun. Man lese und staune: „Ein Teil der bei der Besetzung der Gewerkschaften tätig gewesenen NSBO-Mit- glieder wurde von dem Pfleger später zu Unterpflegem bestellt und demnächst von der DAF angestellt. Hierdurch haben aber diese Personen ihren Charakter als NSBO- Beauftragte, bozw. Unterpfleger, nicht verloren. Anordnungen, welche sie also in der ihnen verbliebenen Eigenschaft als Unterpfleger des beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögens getroffen haben, können keinesfalls die Deutsche Arbeitsfront verpflichtet haben." Nachdem das RAG so einen künstlichen Trennungsstrich zwischen den geraubten Gewerkschaften, dem geraubten Vermögen einerseits, der Deutschen Arbeitsfront, der tatsächlichen Besitzerin dieser Vermögen andererseits, gezogen hat, werden auch der Pfleger und seine Unterpfleger in je zwei Hälften gespalten. Dieselben Personen, die das beschlagnahmte Gewerkschaftsvermögen allein in Händen haben, dürfen„als Pfleger oder Verwalter des beschlagnahmten Gewerk- schaftsvermögens" nicht in Anspruch genommen werden, als Verbandsleiter der DAF dagegen sind sie verfügungsberechtigt. Wenn nun ein„Unterpfleger" frühere Gewerkschaftsangestellte über den 1. Juli 1933 hinaus beschäftigt hat, so hat er diese Handlung nicht in seiner Eigenschaft als Verbandsleiter der DAF ausgeübt, also besteht überhaupt kein Anstellungsvertrag des Angestellten mit der Arbeitsfront. Das Reichsarbeitsgericht verweist auf ein Hamburger Urteil, wonach die alten Verbände vernichtet sind, ohne daß eine Liquidation stattgefunden hat und ohne daß eine Rechtsnachfolge besteht. Die Rechtsabteilung der Deutschen Arbeitsfront, die sich diesen Standpunkt zu eigen macht, straft also die Redaktion des„Ar- beitertums", die den Mitgliedern der freien Gewerkschaften im Mai 1933 die Rettung ihrer Gelder versprochen hatte, der Lüge. Wenn aber nun die eine Hälfte des Staatsrates Dr. Ley als Stabschef der DAF für Ansprüche nicht haftbar sein will, so bliebe immer noch die andere Hälfte Ley übrig, nämlich der„Pfleger oder Verwalter des beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögens". Aber auch hier weiß das RAG eine Ausflucht. Wenn der Generalstaatsanwalt den Ley zum Pfleger der Gelder bestimmt hätte, so sei die Bezeichnung„Pfleger" vielfach mißverstanden worden. Es heißt in der Begründung; „So wurde u. a. versucht, die Stellung des Staatsrates Dr. Ley als Pfleger den Vorschriften des BGB gemäß oder mit der KO zu definieren. Diese Definition muß falsch sein, weil sich die Beschlagnahme nur auf Revolutionsrecht stützen kann und somit automatisch jede Analogie mit dem BGB oder der KO ausschließt." Zum Schluß verwahrt sich das RAG gegen die Unterstellung, als wäre die Beschlagnahme zu dem Zwecke erfolgt, das Gewerkschaftsvermögen zugunsten ehemaliger Marxisten sicherzustellen. Denn das Ziel der Beschlagnahme sei ja die Ueberwindung des Klassenkampfgedankens gewesen. Im„Arbeitertum" vom 15. Mai 1933 hieß es noch, „Arbeiter, wir griffen zu, um Dein Geld zu retten". Die Proklamation des RAG für den Gewerkschaftsraub schließt mit der Feststellung, daß ein Vermögensübergang nicht stattgefunden hat, ein Vermögensträger zur Zeit nicht vorhanden ist und keinerlei Rechtsanspruch der beraubten Mitgliedschaften mehr besteht. Obgleich die Revolution nach der Erklärung des Führers wiederholt als beendet erklärt worden Ist und auf dem Nürnberger Parteitag für die nächsten tausend Jahre jede Revolution untersagt ist, erklärt das Reichsarbeitsgericht: „Die endgültige Bestimmung über die Verwendung des beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögens muß schon den Revolutionsträgern selbst überlassen werden." Die Begeisterung des Reichsarbeitsgerichtes für die Akte revolutionärer Gewalt, die soweit geht, daß sowohl das BGB wie die Konkursordnung, wie das gesamte Bürgerliche Recht völlig außer Kraft gesetzt werden dürfen, hat nur eine schwache Stelle. D®1- bewaffnete Ueberfall auf die Gewerkschaften vom 2. Mai 1933 war nämlich keine Revolution, sondern ein brutaler Akt der Exekutive der faschistischen Staatsgewalt gegen die organisierte Arbeiterschaft. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte nach bürgerlichem Recht für die Liquidation des beschlagnahmten Vermögens einen Pfleger eingesetzt, den das Reichsarbeitsgericht nachträglich„kraft revolutionären Rechts" von seiner Pasaiv- legitimation willkürlich befreit, um so das gestohlene Gut der Arbeiter der faschistischen Partei zur willkürlichen Verschwendung überlassen. Bei dem Januskopf des Ley weiß die rechte Hand des Pflegers nicht, was die linke Hand des Stabschefs tut. Wenn nach dieser neudeutschen Rechtsauffassung mein und dein verwechselt wird, so weiß das revolutionäre Reichsarbeitsgericht sich nationalsozialistisch zu beruhigen, in dem e* sagt; „Wenn später nach dem herrlichen Si6� an eine anderweitige Verwendung gedacht wurde, so kann diese Tatsache den eigentlichen Zweck der Beschlal nähme nicht auslöschen." Hodiburgen der Im neuesten Heft des Reichsarbeitsgesetzblattes Nr. 25 bespricht der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, die von ihm in der jüngsten Zeit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit veranlaßten Maßnahmen. Dabei kommt er zu dem folgenden interessanten Eingeständnis: „Der Kampf ist schwerer als im Jahre 19S3, denn er richtet sich im Jahre X934 gegen die verbliebenen Hochburgen der Arbeitslosigkeit; das sind die Großstädte und Industriebezirke." Solcher Hochburgen gibt es im Deutschen Reiche, wie aus der dem gleichen Heft beigegebenen Statistischen Beilage hervorgeht, eine recht große Anzahl. Diese Statistische Beilage enthält den Bericht der Hauptstelle für Arbeitslosenvermitt- lung und Arbeitslosenversicherung, dessen Material den angeblichen Erfolg der Arbeitsschlacht zum Teil widerlegt. So geht aus der Statistik hervor, daß in den ausgesprochenen Industriestädten des Rheinlandes, Westfalens, Sachsens und Oberschlesiens der prozentuale Anteil der von der Arbeitslosenversicherung unterstützten Erwerbslosen In der Zelt vom Juli 1933 bis Juli 1934 an der Gesamtzahl der Unterstützten gestiegen ist. Ebenso befindet sich für das ganze Reich die Zahl der versicherungsmäßigen Hauptunterstützungsempfänger im Anwachsen. Sic ist vom April, wo sie 218.712 Personen betrug, bis zum Juli 1934 auf 290.174 angestiegen. Auf je 1000 Einwohner kamen Hauptunterstützungsempfänger: Arbeitslosigkeit April........ 3.4 Mai......... 3.6 Juni........ 4.1 Juli......... 4.5 Diese Steigerung hat stattgefunden, � wohl heute von den nationalsozialistisch� Behörden alle eingehenden Anträge auf Gewährung der Arbeitslosen- und Krise0 Unterstützung sorgfältig gesiebt werden, un nur ein Teil eine zustimmende Erledig00� findet. Nach dem Bericht der Relchsversich6� rungsanstalt wurden in der Arbeit* losenversicherung Anträge auf terstützung gestellt:__„ Tütf Juli— Dezember Januar 1933 l»34 gestellte Anträge insgesamt. 1,852.947 1,792.219 abgelehnt wurden 277.943 261-608 In der Krisenfürsorge sieht � Bild so aus: lull Juli— Dezember Januar 1933 1934 gestellte Anträge insgesamt. 1,520.513 1,334.350 abgelehnt wurden 103.249 101.931 Das ergibt In einem Zeitraum von. zehn Monaten die Ablehnung von etwa eingereichten Anträgen auf Arbeits!� oder Krisenunterstützung, Bei den stellern handelt es sich um Hauptunter*-� Zungsempfänger, so daß von der Ablel11� j der Anträge mindestens anderthalb his, MilUonen Menschen betroffen worden Nr. 67 BEILAGE Neuer Vorwärts Hundert Jahre Trades Unionismus Lehren für Deutschland Marx oder Lenin? 23. September 1934 sein, sein Wer an die englische Arbeiterbewegung| sehr ausführlich nachlesen kann. Der Sozia-, sein in die Massen hineintragen ben im Rahmen des Kapitalismus sichern unhistorisch herangeht, ist geneigt, in un- lismus war für ihn nicht die zwangsläufige läßt, weil diese ihr eigenes Bewußtsein von kann, wird es dies tun und hat es dies getan. fruchtbares Moralisieren zu verfallen oder gar und historisch erzwungene lebensnotwendige innen heraus entwickeln, also spontan zu ihrem Erst wenn es keinen anderen Ausweg mehr den Marxismus und seine Theorie über die Aktion der Arbeiterschaft, sondern nur eine Bewußtsein kommen. Die Geschichte der eng- sieht, beschreitet es einen anderen, einen neuen Entwicklung der Menschheit im allgemeinen ,,, Chance". An eine in jeder Hinsicht selb- lischen Arbeiterbewegung ist eine weitere Be- Weg. Immer wird das Proletariat mit dem und der des sozialistischen Bewußtseins im ständige Aktion konnte er angesichts der rus- stätigung dieser Behauptung, denn auch in ersten Weg beginnen, aber das enthüllt nicht besonderen, durch die englische Arbiterbewe- sischen Zustände ebensowenig glauben, wie England scheiterten alle Versuche, die Bewe- sein Wesen. Wären wir dieser Meinung, würgung als„, widerlegt" zu betrachten. Beson- der herrliche Mensch und große Utopist Ro- gung der Trades Unionisten durch politische den sich daraus tieftraurige Perspektiven insders intellektuellen Gruppen fällt es oft bert Owene an das damalige verelendete eng- Agitation auf ein ,, höheres Niveau" zu heben. besondere für Deutschland ergeben. Kann denn schwer, die Organisation der Arbeiterbewe- lische Proletariat glauben konnte. Alle Wandlungen, die der Trades Unionismus das Proletariat dort noch trades- unionistisch gung als Prozeß zu sehen, weil sie meinen, Wenn wir nun anläßlich der Hundertjahr- durchmachte, sind das Resultat veränderter handeln? Was aber, wenn Lenin recht hätte? die Bewegung müßte so aussehen, wie sie es feier der englischen Gewerkschaften diese Be- gesellschaftlicher Verhältnisse, und nicht die Doch zum Glück hat er Unrecht, denn das für notwendig halten. Die Arbeiterbewegung trachtungen anstellen, geschieht dies in erster politische Agitation, sondern seine eigene Ent- Proletariat wird gezwungen hat aber ihre eigene Logik und ihre eige- Linie zu dem Zweck, die Kampforganisatio- wicklung hob ihn empor. Die politische Agi- altes Bewußtsein abzustreifen und nach neuen nen Gesetze, nach denen sie sich bewegt. nen und Kampfformen im Prozeß der Klas- tation konnte den Prozeß nur beschleu- Wegen zu suchen. Es steht jetzt in diesem Zu denen, die das nicht begriffen haben, zählt senentwicklung zu sehen, weil nur so begreif- nigen, wenn sie nicht von jener Dogmatik Prozeß. Das neue Bewußtsein wird sich dann auch Lenin, der die Erscheinungsform des lich wird, warum das deutsche und das öster- war, die Engels in der von Hyndman im Jahre auch eine neue organisatorische Form schafTrades Unionismus mit seiner Machtfülle des reichische Proletariat geschlagen wurde. Aus 1882 begründeten sozialdemokratischen Par- fen. Gewerkschaftsführers und seiner Rückstän- dem Denken in Personen und Führern müs- tei Englands( Sozial Demokratic Federation) Nirgends ist der Arbeiter mit dem Gewerkdigkeit in vielen Dingen nicht als eine histo- sen wir heraus! Der große Zusammenbruch fand und scharf kritisierte. schaftsbuch an der Nabelschnur zur Welt gerisch bedingte und damit auch vergängliche ist nicht in erster Linie die Folge schlechter Die Trennung in reformistische Führer kommen. Das Recht auf seine Organisation Phase der Arbeiterbewegung unter bestimm- Personalpolitik oder diesen und jenen Fehlers. und revolutionäre Massen ist unhistorisch und hat er sich schwer erkämpfen müssen. ten gesellschaftlichen Voraussetzungen be- Vielmehr gibt es Zeiten, in denen die Ideolo- absolut falsch, hier werden sowohl die Füh- Wenn wir uns an die Lage der arbeitenden trachtete, sondern den Trades Unionis- gie nachhinkt, wo die Arbeiterklasse sich rer als auch die Massen idealistisch, doch un- Klassen des Frühkapitalismus erinnern, wenn mus als das Wesen der Arbeiter- den Veränderungen der Gesellschaft nicht in wirklich gesehen. Der Reformismus ist wir die Gegenwart mit der Vergangenheit verbewegung" überhaupt ansah. Nach der ihrer Weise anpaßt und sich entsprechend Großen gesehen die Theorie und Praxis gleichen, wird niemand die große historische Meinung Lenins kann die Arbeiterklasse über umorganisiert. der Arbeiterschaft auf einer bestimmten Stufe Mission des gewerkschaftlichen und tradesdas rein gewerkschaftliche Denken niemals Jahrzehnte hindurch hat die deutsche Par- der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Tra- unionistischen Kampfes leugnen können. Aus hinauskommen, kein sozialistisches Bewußt- tei links von den Gewerkschaften gestanden, des Unions verbürgen das zur Form gewordene dem Arbeitstier wurde erst allmählich ein sein entwickeln. Wörtlich sagte Lenin in seiner hat sie versucht, ein ,, reiferes Bewußtsein" Bewußtsein des Proletariats in einer Phase Mensch, dessen Bedürfnisse dann schlieẞSchrift ,, Was tun?", in der die Grundlagen in diese Organisationen des Proletariats ,, hin- seines Kampfes. lich mehr und mehr über sein ursprünglich andere schärfstens angriffen: Das politische Klassenbewußtsein kann dem Arbeiter nur von außen beigebracht werden, d. h. außerhalb des ökonomischen Kampfes, außerhalb der Sphäre der Beziehungen zwischen Arbeitern und UnternehRohstoff- Gewinnung im seiner zentralistischen Jakobinerorganisation einzutragen". Auf den Parteitagen hat das Im Verlauf ihrer Geschichte bewegte sich tierisches Dasein hinauswiesen. Einmal vorgeschaffen wurden, die Rosa Luxemburg und„ reifere Bewußtsein" gesiegt, in der Praxis die Arbeiterklasse zwischen zwei Polen: handen, wollen diese Bedürfnisse weiter und siegte der Geist der Gewerkschaften, weil Kampf und Aufstieg im Rahmen des Kapita- stets differenzierter befriedigt werden, so ent,, Die Geschichte aller Länder zeigt, daß Partei und Klasse nicht identisch sind und, lismus einerseits, Sprengung des Kapitalismus stehen immer neue Antriebskräfte einer neuen die Arbeiterklasse aus ihren eigenen Kräf- was entscheidend ist, sich kein Bewußt- andererseits. Solange das Proletariat sein Le- Gesellschaft. In England konnte die Arbeiterten einzig und allein ein trades- unionistisches Bewußtsein herauszuarbeiten vermag, schaft ein volles Jahrhundert hindurch, wenn d. h. die Ueberzeugung von der Notwendigauch durch zeitweilige Krisen unterbrochen, keit, sich zu Verbänden zusammenzuschlieihre Bedürfnisse fortgesetzt steigern und be-, Ben, einen Kampf gegen die Unternehmer zu führen, von der Regierung diese oder jene friedigen. Nach der politischen Enttäuschung, für die Arbeiter notwendigen Gesetze zu die das Proletariat im Kampf um die Reformfordern usw." bill von 1832 erlitt,( durch welche die englische Bourgeoisie ihre politische Herrschaft stabilisierte), suchten sich die Arbeiter auf wirtschaftlichem Felde zu stärken. So entsteht dann im Jahre 1834 in Tolpuddle bei Dorchester die erste Gewerkschaft der Welt. Die Gründer wurden deportiert und später unter dem Druck entrüsteter Massen begnadigt, nachdem sich selbst das Parlament mit dieser Sache beschäftigen mußte. Der nun einsetzende Chartismus, ein unerhört kraftvolles und revolutionäres Stück englischer Geschichte, ist sehr geeignet, den mechanistischen Betrachtern die Wandelbarkeit des englischen Proletariats zu demonstrieren. In den vierziger Jahren zerfällt der Chartismus jedoch, weil England in eine Zeit glänzenden industriellen Aufstiegs eintrat und die Arbeiterklasse in jeder Hinsicht daran teilnahm. In allen Krisensituationen erscheint der Freihandel als mern." Damit erlebt Lenin eine Phase der Arbeiterbewegung zu ihrem Wesen, er sieht die Arbeiterklasse nicht im Prozeß und daher nicht marxistisch. Mit dieser These steht und fällt der Leninismus xismus! A aber auch der MarDie Leninsche These ist nach dem Zusammenbruch der deutschen Arbeiterbewegung von verschiedenen Seiten aufgegriffen worden. Es tauchten Gedanken auf, daß die Arbeiterklasse unvermeidlich bürgerlich sein und denken müsse, woraus sich dann als Konsequenz ergibt, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nicht ihr eigenes Werk sein kann und daß eine Parteidiktatur auch gegen das Proletariat errichtet werden müsse. Dieser Theorie liegt die Auffassung zugrunde, daß der Sozialismus dekretiert werden und auch gegen und ohne jene Kräfte verwirklicht werden könnte, in denen Marx die entscheidenden Träger der neuen Gesellschaft erblickte. Ihre Ursache hat diese Theorie des gegenwärtigen Augenblicks Ivor allem im Zusammenbruch der österreichischen und deutschen Arbeiterbewegung. Weil sie die Phase zum Wesen gemacht haben, begreifen die Vertreter dieser These nicht, daß nicht die Arbeiterbewegung, als selbständige Bewegung, sondern nur eine ihrer bisherigen Formen zerbrach, weil sie geschichtlich überholt war und neue Formen des Befreiungskampfes notwendig geworden sind. Als Lenin seine These über das Klassenbewußtsein niederschrieb, war der gewerkschaftliche Kampf| in allen Ländern von Erfolg begleitet, so daß das Proletariat sich nicht veranlaßt sah, andere Wege zu beschreiten. In Rußland haben die Arbeiter begreiflicherweise zunächst überhaupt kein anderes Ziel gehabt, als sich die Elementarwaffe einer blutjungen Arbeiterschaft, die Gewerkschaft, zu schaffen. Während die Arbeiter darin die Voraussetzung ihrer Selbständigkeit sahen. erblickte Lenin darin das Ende, weil er befürchtete, die Arbeiter werden sich nun, statt mit ihm, dem ,, Jakobiner"( wie Lenin sich| selbst nannte!) mit der liberalen Bourgeoisie verbinden. Für Lenin wäre das gleichbedeutend mit dem Verlust des Sozialismus überhaupt, wie man in ,, Was tun?" und anderswo L Wonach bohren die hier? Hier soll vor hundert Jahren ein eiserner Löffel vergraben worden sein! der Retter. So wird Cobden und nicht Marx der Wegweiser des englischen Proletariats. Nicht zufällig staunen selbst Arbeiterführer Londons verständnislos, wenn man sie fragt, wo sich das Grab von Marx befindet. Aber es führen viele Wege zu Marx. Engels schrieb in einem Brief sinngemäß, daß sich die englischen Arbeiter der Sache des Sozialismus mehr und mehr nähern, auch wenn sie die Terminologie ablehnen. Die sozialistische Bewegung kann auch zu Marx kommen, ohne ihn zu kennen. In dem Maße, wie England seine Weltgeltung hob, wurde der Trades Unionismus konservativer. Kleinbürgerlich unterschied sich der Maurer, der mit Ziegelsteinen arbeitete von dem, der mit Mauersteinen zu tun hatte. Der Streik war verpönt und es gab Ortsgruppen der Trades Union, wo die Arbeiter beantragten, das Wort„ Streik" nicht mehr zu gebrauchen! Aber der Trades Unionismus hat sich im Verlauf der hundert Jahre. doch wiederholt sehr gründlich gewandelt. Der bedeutungsvollste. Umschwung vollzog sich kurz vor dem Kriege. Gruppen, die zu den fanatischsten Anhängern der Friedlichkeit gehörten, lehnten sich sowohl gegen die Unternehmer als auch gegen die Gewerkschaftsführer auf, trotz Schiedsspruch wurde weitergestreikt, die Regierung zog Truppen zusammen und die Organisationen wuchsen wie noch nie. Im Kampfe reiften sie. Jetzt kam ihnen aber auch zu Bewußtsein, daß sich ihre Organisationen nicht in dem Maße gewandelt haben, wie die der Unternehmer. So entstehen Gedanken, die auf Industriever bände und auf Vereinheitlichung der Organisationen hinausliefen. Unerhört neue und unerwartete Dinge vollzogen sich. Rothstein sagt in seinem sehr wertvollen, ganz und gar nicht leninistischen Buch über die englische Arbeiterbewegung: ,, Die Massen begannen selbständig Ben revolutionäres Selbstbewußtsein aufkommen, das über kurz Früher Dresdner Volkszeitung Aus Dresden wird uns geschrieben: Am 8. März 1933 wurde wie in jenen Deutschland 70.000 Mark Bücher nen zu einem Verlagswerke,» Deutscher Für- Die Arbeiter aber, zum Schweigen gezwunstenspiegel<< betitelt, und kunstgeschichtliche gen, haben den Raub nicht vergessen und Ge- noch weniger verziehen. Als in diesen Tagen zu handeln, der Zunftgeist wich immer mehr Tagen alle sozialdemokratischen Zeitungen in Abbildungen von Bildern der Dresdner einer dem Gefühl der Solidarität nicht nur mit auch die Belegschaft der> Mimosa<<, auch die Dresdner Volks- mäldegalerie ausgestellt! den nahestehenden Organisationen, sondern Die Druckereieinrichtung hatten die brau- großen Fabrik photographischer Platten und auch mit der Arbeiterklasse überhaupt, und zeitung von der SA besetzt. Der gesamte die immer häufigeren Massenaktionen lie- Bücherbestand der Volksbuchhandlung für nen Eroberer allerdings tatsächlich unbe- Papiere in Dresden, durch einen Anschlag am schädigt gelassen. Zwar hatten sie im Setzer- schwarzen Brett mit nicht miẞzuverstehenging in derselben oder lang auch auf das Gebiet der Stunde in den Flammen eines Scheiterhaufens saal die Lettern aus den Setzkästen auf den dem Zwang aufgefordert wurde, zu bestimmFußboden geschüttet, aber die Rotations- ter Stunde zu einer Besichtigung der DruckePolitik übergegriffen hätte." auf, in die auch alles geschleppt wurde, was ( S. 418)( Unterstrichen von F. W.) in den Redaktionszimmern der Volkszeitung maschinen, die Schnellpressen, die Setzmaschi- rei des> Freiheitskampfes< zu erscheinen und nein, denn sich die vorbildliche Einrichtung der DrukIm Kampf der Arbeiterklasse um ihre ge- und in den Lagerbeständen des Verlags Kaden nen hatten sie nicht zerstört die brauchte man. Die Druckerei der Dresd- kerei anzusehen, die jeder arbeitende>> Volkssellschaftlichen Rechte wurde der Trades und Comp. an Büchern und Schriften vorUnionismus geboren. In demselben Kampf handen war. Maschinengewehre in den Fen- ner Volkszeitung war eine der größten und genosse« kennen müsse, da stand eines Mormodernsten Druckereien Dresdens, und für gens von unbekannter Hand groß und quer dieses gestohlene Gut der Dresdner Arbeiter- über den ganzen Anschlag hingeschrieben: schaft hatte man Verwendung: der national- Früher Dresdner Volkszeitung! sozialistische Freiheitskampf<, dessen bisDiese Anklage in drei Worten wirkte wie der Griff in einen Ameisenhaufen. Der ganze herige Geschichte schon die Geschichte eines raffinierten Diebstahls war, begangen an Betrieb wimmelte. Um jeden Preis wollte man den verwegenen Schreiber ausfindig machen. eigenen, schmählich geprellten Anhängern, nistete sich nun am Wettinerplatz ein und Sogar Handschriftenproben mußten abgelegt erschien fortan in den der Arbeiterschaft werden. Aber aller Eifer war vergeblich. Der schmerzlich vertrauten Lettern der Dresdner Schreiber dieser drei Worte ist nicht ermittelt worden. Und da sich die Kunde von solchen Vorkommnissen als ungeschriebene Zeitung wird die Arbeiterklasse zu neuen Formen stern und auf dem Dache und Polizei mit kommen, wenn die Erfahrung lehrt, daß die schußbereiten Karabinern bewachten diesen alten überholt sind. Moralisieren ist hier nicht Akt» nationaler Reinigung. Am anderen am Platze, notwendig ist es, diese Dinge im Tage meldete der Dienstbericht der FeuerProzeß zu sehen. Der Trades Unionismus und wehrdirektion, daß die Feuerwehr» zur Abdas Studium seiner einzelnen Phasen ist vor- löschung eines brennenden Papierhaufens<< züglich geeignet, kleinmütige Be- nach dem Wettinerplatz gerufen worden sei. fürchtungen gegenüber der Arbeiter In die Papierkeller der Druckerei schleppten schaft zu zerstören. die braunen Schinder die Gefangenen; Folterkammern, schallsichere Die Arbeiterklasse kann als Klasse waren es aus niemals untergehen. Hoffnungen auf allmäch- denen die Schreie der Geschlagenen und Getige Avantgarden sind nichts weiter als ver- schundenen nicht hinauf drangen zu den Neukappte Resignation. Unglaube an die Kraft gierigen, die für dreißig Pfennige Eintrittsund die Fähigkeit der Arbeiterklasse. Die Ar- geld unter der Führung der Eroberer die beiterschaft wird und muß ihr Leben sichern.» nicht im mindesten beschädigte<< Einrich- sälen, den modernen Maschinen, den Wannen- kannten Schreibers als Kundgebung der verbreitet, werden diese drei Worte des unbeVolkszeitung. Nun protzte er mit der technischen Leistungsfähigkeit der geraubten Druckerei, mit ihren vorbildlichen hygieni- erstaunlich schnell und weitreichend ausschen Einrichtungen, mit den hellen Arbeitsund Brausebädern für das Druckereipersonal borgenen sozialdemokratischen Arbeiterschaft Gestern in diesen und heute in anderen For- tung der Volkszeitungsdruckerei besichtigten samt und sonders Besitz, den das braune Dresdens empfunden und mit Genugtuung men. Das lehren uns auch die hundert Jahre und mit wonnigem Gruseln die Erläuterung Regime der Dresdner Arbeiterschaft gestohTrades Unionismus! Fred War. der liebenswürdigen Führer anhörten, daß in len hat. Ihn zeigt man stolz bei Besichtigun- nachgesprochen als eine Brandmarkung der dieser Druckerei auch Bücher gedruckt worDiebe: Früher Dresdner Volkszeitung! Und gen, zu denen man auch die Belegschaften den seien, da aber Damen zugegen seien, der Industriebetriebe herbeikommandiert, so wo immer fortan der Freiheitskampf<< sich könne nicht deutlicher gesagt werden, was auch immer noch sozialdemokratisch gesinnte brüstet, erscheinen immer wieder durchschlaDie deutsche Propaganda scheut vor keischweinische Arbeiter mit ausgeklügelter Teufelei zwin- gend, als Menetekel künftige Vergeltung proner Phrase zurück und sei sie noch so ab- für Bücher, mit einem Wort: man ihnen ge- phezeiend diese drei Worte: Früher Dresdner surd. Eine der überraschendsten Parolen, die Bücher! Um das zu beweisen, hatte man gend, sich anzusehen, was Volkszeitung! Manfred. sie geprägt hat, ist wohl die Aufforderung, vorgefundene sittengeschichtliche Illustratio- stohlen hat. die neuerdings in den Geschäften und an den Wagen der Straßenhändler prangt:„ Eẞt deutsche Bananen!" Eft deutsche Bananen! die rechte tut. Denn während man diese, Kann sie nicht nur noch bekümmert antwor- auffällig kleinen weißen Spitz, an dem er der doch ten:„ Mein liebes Kind, ich finde mich da dirigierte nicht mehr zurecht!" BananenSind etwa die pfälzischen Tabakbauern Bananenparole plakatiert, agitiert nun auch Bananenfarmer geworden? Nein, ebenfalls vom Propagandaapparat die Begründung dieser Parole ist viel uner- deutsche Rundfunk gegen den warteter: ,, Eẞt deutsche Bananen! Ihr genuß. Das geschah zum Beispiel erst die- Auch ein Tierfreund Deutsch- Ostafrika!" sehr hing und der sich vielleicht in seiner Begleitung befindet." Die Vermutung war richtig. Goenczy hatte seinen Hund nach Buenos Aires, wo er untergetaucht war, mitunterstützt damit die deutschen Farmer in ser Tage in einer Rundfunkreportage vom genommen. Er las dort den Steckbrief mit Obst- und Gemüsemarkt einer deutschen Vor über vierzig Jahren war Berlin der dem Hinweis auf seinen vierfüßigen GefährDiese ehemalige deutsche Kolonie unter- Stadt durch einen Dialog, in dem eine Mut- Schauplatz eines entsetzlichen Verbrechens. steht bekanntlich seit 1919 englischer Ver- ter auf das Verlangen des Kindes nach einer Im Keller eines Hauses in der Königgrätzer ten, konnte sich aber trotzdem von dem inwaltung. Aber wahrscheinlich gibt es dort Banane autarkiefest antwortet: ,, Eine Ba- Straße fand man die Leichen der sogenannten nig geliebten Tier nicht trennen. Der Hund einen Verein für das Deutschtum im Aus- nane!? Aber Kind, wie kommst du auf diese Gipsschulzen und ihrer Tochter. Die beiden wurde ihm zum Verräter. Der Mörder wurde nach Deutschland ausgeliefert, lande, dessen Mitglieder von den deutschen Idee! Ich werde dir einen Apfel geben." Nun sehr vermögenden Frauen waren einem Raub- verhaftet, Autarkiebestrebungen betroffen werden und möchte das Kind den Apfel gleich haben. Die mörder zum Opfer gefallen. Die Frage nach zum Tode verurteilt und hingerichtet. Schade, deren Wünschen, auch ein bißchen vom Drit- Mutter aber belehrt es und spricht wie ge- der Person des Täters beantwortete sich leicht. bei seiner Einstellung zu Menschen und Tieten Reiche zu profitieren, auf diese Weise druckt: ,, Nein, mein Kind siehst du, das Der Mord mußte etwa vier Wochen vorher ren hätte er bei den Nazis die Anwartschaft wenigstens in effigie entsprochen werden soll hier sind amerikanische Aepfel. Du stattgefunden haben und seit eben so langer auf einen der höchsten Posten gehabt. ob ihnen zuliebe in ,, Deutsch- Ostafrika" bekommst zu Hause einen deutschen Zeit war der Portier des Hauses, ein aus Unüberhaupt Bananen gedeihen, ist außerdem Apfel! Und wenn die Aepfel im Keller auf- garn eingewanderter Schuhmacher namens Der Vor- Die Luft bleibt weg! die Frage. Wahrscheinlicher ist, daß man mit gegessen sein werden, habe ich noch Apfel- Goenczy, spurlos verschwunden. dieser Parole eine als Kompensationsgeschäft gelee in der Speisekammer. Das schmeckt sprung, den er gewonnen hatte, war so groß, unumgängliche Bananeneinfuhr vor dem dann noch besser wie ein Aepfelchen!" daß die Bewachung der Häfen und die Be>> Mit angehaltenem Atem lauschdeutschen Verbraucher tarnt, um so die verWenn aber das artige Kind, das gern eine nachrichtigung der Behörden an den trokschiedenen Löcher in der Autarkie zu ver- Banane essen wollte, schon lesen kann? Und kenen Grenzen erfolglos war. Da kam ein ten die Zuhörer der anderthalbstün glänzende dig en Rede.< wenn es die Mutter auf die Plakate ver- Berliner Polizeibeamter auf eine was ant- Idee. In dem hinter Goenczy erlassenen SteckWie dem auch sei mitunter scheint die weist: ,, Eẞt deutsche Bananen!" linke Propagandahand nicht zu wissen, was wortet die deutsche Mutter dem Kinde dann? brief hieß es:„ Der Gesuchte besaß einen spät?! hüllen. Nachher Vorüber sind nun die Paraden, Die Festdrommeten Nürenbergs; Verrauscht der Lärm der Wortkaskaden; Es ziehn nur dünne Nebelschwaden Des abgebrannten Feuerwerks. Der Alltag tritt in seine Rechte, Die Illusion stirbt Stück um Stück. Ein teurer Spaß, für den man blechte! Ins graue Elend kehrt zurück. So ächzen jammernd sie wie Kinder, Die sich im dunkeln Wald verirrt. Der Bonze fährt im Sechszylinder; Sie aber denken an den Winter, Und ob es einmal Frühling wird? Kleine Erinnerungen Aus der» Lippeschen Staatszeitung: Da kam dann ärztliche Hilfe wohl zu größte aller Laster sei. Diesen Satz haben die bels nicht gehört, noch mehr bedeutet es, von Nazis anscheinend zur Richtschnur ihres Han- Leuten seines Schlages nicht geachtet zu delns gemacht. Wer hätte sie für so belesen werden. und so tugendhaft gehalten! Dagegen verMucki. steht sich ihre Dummheit von selbst, die sie Wirths Judenblut Eine Arbeit, mit der ich beschäftigt bin, zwingt mich zur Lektüre älterer deutscher nicht erkennen läßt, daß sie möglicherweise in naher Zukunft eine Quittung präsentiert erhalten werden, bei deren Anblick Hören und Sehen vergehen wird. ihnen Gr. Das germanische ,, Erberinnern" für Demokratie und Liberalismus. Da der germanische Rassenprofessor Wirth nach seiner Niederlage in der Ber Herr Göbbels hat vor einiger Zeit in der liner Urlinda- Diskussion in echter NaziZeitungen. Da stoße ich mitunter auf inter- gleichgeschalteten Karl- Schurz- Ge- manier seine Gegner politisch zu denunzieMan sah die Herrn. Das Heer der Knechte essante Tatsachen, von denen ich heute zwei sellschaft das Andenken des großen ren suchte, sahen sich einige Vertreter ernDeutschamerikaners gefeiert, von dem sie ster deutscher Wissenschaft genötigt, den ihren Namen hat. Nun finde ich in der Frei- Unsinn seiner Rassenforschung auch schrift vom 18. Dezember 1888 lich zu erhärten. Der Berliner Germanist einen Bericht über eine Rede, die der damals G. Hübner brachte eine entsprechende ,, Was wird aus uns?" ,, Das wird sich fin- Weltkrieges in New York auf. Von dort rich in Deutschland zu Besuch befindliche Karl Schrift heraus, für die einige gleichgeschaltete er an die ,, B. Z. am Mittag" eine in der Schurz auf deutschem Boden gehalten hat. tete Blätter entschieden Stellung nehmen. Die letzten Sommertage schwinden, Die Wintersnot schleicht sacht heran: den!" Man wird den Riemen enger binden Und immer enger und was dann? Man kämpft um Eier, Margarine, Das nennt sich Sieg der Arbeitsschlacht! Man gibt für Luftfahrt, Heer, Marine, Und wehe, wer nicht gute Miene zu jedem bösen Spiele macht! Das Fett verschwindet aus der Seife, Die Wolle aus Jakett und Strumpf. Doch Hitler will, daß man begreife, Daß dieses Schacht den Rücken steife, Und Autarkie bleibt weiter Trumpf. So mancher macht jetzt große Augen, Der dreiunddreißig frech gelacht: ,, Daß sie so gar nichts würden taugen, Und wir gar Hungerpfoten saugen, Wer hätte damals das gedacht?" mitteilen will. Pg. Hanns Heinz Ewers, der Pornograph hielt sich bei Ausbruch des aus Gewinnsucht und der Homer des Zuhälters sinnigen Zeitung" Horst Wessel, Man erfährt dabei, daß über Wirths Blödsinn Man müsse ,, Ich habe jüngst Gelegenheit gehabt, den Ursprung, den Charakter und die Ziele der ganz Skandinavien lacht.." antisemitischen Bewegung zu beschreibt die Berliner Börsenobachten, einer Bewegung, deren dunkler zeitung- Hübner zustimmen, wenn er ge Geist des Fanatismus und der Verfolgung gen Ende seiner Schrift sagt, man könne es die menschliche Erleuchtung des 19. JahrNummer vom 11. September 1914 abgedruckte Darin heißt es: Zuschrift, worin er über die ,, toll antideutsche" Berichterstattung der amerikanischen Presse klagte. Aber in dem von ihm gezeichneten trüben Bilde fehlte es nicht an einem Lichtpunkt. ,, Sehr erfreulich", sagte Ewers ,,, ist dieser Massenhetze gegenüber der mannhafte Kampf der deutsch- amerikanischen Presse, vor allem des ,, New York Herald" und der ,, New Yorker Staatszeitung". Ihnen tritt die jüdische Presse, so die Wahrheit" und der Vorwärts" sehr energisch zur Seite. Ueberhaupt 23 " hunderts beschimpft, welche sich an das sozusagen tragisch finden, daß Hermann dümmste Vorurteil und die blödeste Leiden- Wirth, der sich so gern auf das Erberinschaft wendet, deren Ungerechtigkeit jeden nern beruft, das in ihm schwingt Sinn für Billigkeit und Anstand beleidigt einem solchen Irrtum verfallen mußte..." und deren Feigheit die Verachtung des sich selbst achtenden Menschen hervorrufen sollten." Dies scheint uns auch das Wichtigste Fall Wirth. am Auf das nebelhafte ErberinSchade daß Herr Göbbels das wohltuende nern" stützt der ganze hakenkreuzlerische ist es eine Freude zu sehen, wie sich ganz Gefühl der Scham nicht kennt. Sonst würde Ideologenchorus seine Gewalttheorien; auch und New er jetzt, wo er erfahren hat, wie Karl Schurz der Landwirtschaftsminister Darré sehr über den Antisemitismus gedacht hat und mit- arme deutsche Bauern allgemein das jüdische Element York hat weit über eine Million Juden kräftig für die Deutschen einsetzt, wie sich überall werktätige Hilfsbereitschaft zeigt." Der junge Goethe hat bei einem Besuch 0 erklärte sich in das hin über ihn geurteilt haben würde, seine diesem Rassenstreit entschieden gegen Festrede zurücknehmen. Das wäre die schön- Fachwissen und für das nebulöseste Erbste posthume Ehrung für Karl Schurz. Denn erinnern des Laientums. Bei der ersten Ge im Hause von Vater Gleim in Halberstadt die so erhebend es ist, von Menschen einer Kate- legenheit jedoch, wo die Stimme des Blu kühne These vertreten, daß Dankbarkeit das gorie gepriesen zu werden, zu der Herr Göb- tes" angerufen wurde und die Handschrift Drei Lügen unterm Tisch Es ist in Nürnberg unendlich viel gesprochen und unheimlich viel gelogen worden. Auch Hitlers Reichspressechef Dietrich hat an seine Jüngerschar das Wort gerichtet und einige Sätze geprägt, die es wahrhaft verdienen, aufbewahrt zu werden. Er sagte: Aerztepflicht im Dritten Reich: Kranke leiden, Sterbende krepieren lassen! In weniger als Jahresfrist hat sich der Vor uns liegt ein Rundschreiben, das der . für den Inhalt der deutschen Presse nur sich selbst und dem Staate verantwortliche Medizinalrat Dr. Heilig in Altona in seiner Journalistenstand in einer Weise entwickelt, Eigenschaft als Bezirksobmann des nationaldie in bezug auf journalistische An- sozialistischen Aerztebundes an die Bundesständigkeit und selbstverständliche namitglieder gerichtet hat. In diesem Schreiben tionale Disziplin höchste Anerkennung verheißt es: dient und findet. Zweifellos saß Streicher unter den Zuhörern und hat diese Worte mit Recht unmittelbar auf seinen„ Stürmer" bezogen. Und Dietrich tönte weiter: Bemerkenswert ist, daß die deutsche Wirtschaftsankurbelung gelungen ist, ohne die Währung zu entwerten, ohne die Preise in die Höhe zu treiben und ohne andererseits aber auch Preis- und Lohnabbau zu betreiben. Hier zieh er seine eigene Pressegarde dreister Lügen. Denn in den deutschen Zeitungen muß immer wieder leise weinend zugegeben werden, daß die Löhne zwar gefallen, daß die Preise zwar gestiegen sind, daß aber trotzdem... usw. ,, Während im marxistischen Staat die Fürsorge in erster Linie dem Interesse des Einzelnen diente, haben wir uns heute in jedem Fall die Frage vorzulegen: welches Interesse hat die Volksgemeinschaft und die Zukunft unseres Volkes an der Leistung, die auf öffentliche Kosten dem Befürsorgten zugewendet werden soll? Wir müssen uns unter allen Umständen von der alten individualistischen Auffassung frei machen, daß wir nur die Anwälte der persönlichen gesundheitlichen und noch dazu oft rein wirtschaftlichen Interessen unserer Patienten seien." Heilig schimpft mindestens in jeder zehnten Zeile immer wieder über die„ marxistische Aera", die es unterlassen habe, die VolksAls der Redner zu Ende war so steht genossen so zu erziehen, daß sie ,, in einer deutschen Zeitungsberichten harten Zeit eigenes Schicksal selbst mannhaft stimmten die anwesenden ausländischen Pres- tragen." Aus den ,, unerträglichen Zuständen", severtreter begeistert in das ,, Sieg- Heil!" in die uns die überspannte und miẞverstanes in den ein. Es gibt in der Kinderstube ein Spiel:„ Drei Lügen unterm Tisch". Wenn das an der Reihe ist, wird in ähnlicher Weise die Welt auf den Kopf gestellt. Aber, man muß es den Kindern lassen sie machen ihre Sache im allgemeinen geschickter und haben originellere Einfälle. überwundenen dene Fürsorge einer Zeit epoche geführt habe, müßten wir unter allen Umständen heraus. Z. B.: ,, Es muß einem Volksgenossen, der ein unheilbares Leiden hat, klargemacht werden, daß die nutzlose Verschwendung kostspieliger Kuren für ihn aus Mitteln der Allgemeinheit nicht geinfolge ihrer wirtschaftlichen Not, genügt nicht. I Dann könnten wir allen Erwerbslosen solche Zulagen aufschreiben. Das ginge ins Uferlose." rechtfertigt werden kann. Es müssen Eltern, denen ein hartes Schicksal ein verkrüppeltes oder schwachsinniges Kind beschert hat, davon überzeugt werden, daß sie in erster Linie die sittliche Pflicht der Betreuung und Pflege haben, Aehnliche Anweisungen gibt der Bezirksdaß aber nicht die Allgemeinheit verpflich- obmann des nationalsozialistischen Aerztebuntet ist.... die enormen Kosten einer dauernden Anstaltsbewahrung aufzubringen. des besonders auch für die Behandlung von Kindern. Er erklärt es für vollkommen Heilverfahren und kostspielige Behand-| falsch, wenn der Schularzt sein Augenmerk lungsmethoden sind nur in solchen Fällen auf den kränklichen Nachwuchs richtet, statt angezeigt, in denen nach wissenschaftlichem auf den wertvolleren gesunden. Oft höre man Ermessen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder Vermeidung des Eintritts von Invalidität in Aussicht steht, bei ganz aussichtslosen Fällen hat es auch keinen Zweck mehr, monatelang Stärkungsmittel, Milch usw. auf öffentliche Kosten zu gewähren. Mehr als bisher muß das Interesse der Allgemeinheit an der Wiederherstellung des Kranken und Gebrechlichen mehr als dessen persönliches Interesse richtunggebend sein. von Eltern die Aeußerung: ,, Ja, mein Kind ist doch kränklich und deshalb bedarf es noch einmal der Kur." Dem müsse man vom nationalsozialistischen Standpunkte aus entgegenhalten, daß es sich nicht um das rein individuelle Wohl des einzelnen Kindes handelt, sondern, daß die Volksgemeinschaft ein mindestens gleich großes, wenn nicht höheres Interesse an der gesundheitlichen Förderung der von Hause aus gesünderen und kräftigeren Kinder habe. Bei Rheumatikern im vorgerückten Lebensalter haben schon von diesem allgemeinen Gesichtspunkt aus immer wieder verordnete Badekuren keinen Sinn. Wer außerhalb der Atmosphäre des Dr Ein besonderes Kapitel sind die immer ten Reiches lebt, hat bei der Lektüre dieses wieder verordneten Milchzulagen. Sie Schriftstückes wie so manches anderen aus haben als zusätzliche Ernährung nur dann einen Sinn, wenn durch die vermehrte Ka- ähnlicher Quelle das Gefühl, Aeußerungen lorienzufuhr ein durch eine bestimmte bösartiger Geisteskranker vor sich zu haben. Krankheit bedingter Unterernährungs- oder Grauenhaft ist der Gedanke, daß diese bösErschöpfungszustand behoben werden kann. artigen Geisteskranken nicht in die Gummizelle gesperrt, sondern auf das unglückliche Volk losgelassen werden. Die einfache Tatsache schlechten Allgemeinzustandes, wie wir ihn bei jahrelang Erwerbslosen fast immer sehen, Kleine Anfrage tung an die Leser heißt es, daß es auf die, wehr in Auftrag bekommen; das sind Netze ,, muß um Deutschlands Zukunft wilGöbbels in Nürnberg: Dauer» nicht möglich und tragbar die als Schutz gegen Fliegersicht über Ge- len geändert werden."( ,, Deutsche Zukunft.") Also, ran an die Leiche um der ,, deutEine gute Propaganda braucht gewesen sei, zwei. Parteizeitungen in einem schützstände und ähnliche Objekte gespannt Der schen Zukunft" willen! nicht zu lügen, ja sie darf nicht verhältnismäßig engen Raum für die glei- und mit Laubzweigen bedeckt werden. 1ügen. Es ist ein Irrtum anzunehmen, das chen hohen Ziele unseres Füh- Meister lachte sich ins Fäustchen: dieser Volk könnte die Wahrheit nicht vertra- rers kämpfen und sich einsetzen Auftrag bedeutete Arbeit für einige zwanzig Der Hakenkreuzunfall gen. Es handelt sich nur darum, dem Volk zu lassen.< die Wahrheit in einer Art verständ->> Die hohen Ziele< scheinen beim Publilich zu machen, daß es sie am Ende auch kum auf Abneigung gestoßen zu sein. versteht. Propaganda, die sich der Lüge bedient, beweist damit, daß sie für eine schlechte Sache ficht. Sie kann auf die Dauer nicht von Erfolg sein." Wir fragen: Warum wagt trotzdem die Regierung nicht, die Namen der Toten vom 30. Juni bekannt zu geben? Es scheint im Dritten Reich doch einige Wahrheiten zu geben, die das Volk nicht verträgt, wenigstens nicht so verträgt, wie seine Dompteure das wünschen! Die große Pleite! Mann vom Sommer bis zum Frost. Aber die Sache hatte leider einen Haken wie alles im Dritten Reich; nicht umsonst ist das Hakenkreuz sein Symbol. Den Auftrag hat der Meister wohl, aber ausgeführt Der Hanf ist zu kurz kann er nicht werden, well infolge der Man erinnert sich wohl der Prophezeiung Devisennot der dafür benötigte ausländische eines nationalsozialistischen Agitators, daß Langhanf nicht zu beschaffen ist. Und in die Seiler zu tun bekommen wür- Deutschland gibt es Hanf dieser Qualität den, wenn das Hakenkreuz einmal an die nicht. Nun sitzt der Meister vor seiner leeMacht gekommen sein wird. Als es aber so ren Seilerbahn. Den Auftrag hat er weit war, hat man die Hanfstricke der Seiler der Hanf ist zu kurz! nicht gebraucht, man hat sich mit den Mordwerkzeugen beholfen, mit denen die rauhen Kämpfer seit jeher gearbeitet haben und mit Krieg den Namen aber Als Kitschproduktion wurden vom Reichspropagandaministerium neulich verboten: ,, Jung volk- Puppen mit unangenehmem Gesichtsausdruck" ,,, Unfallberichtsformulare mit Hakenkreuzaufdruck". Unfallberichtsformulare mit Hakenkreuzaufdruck und Jungvolk- Puppen mit unangenehmem Gesichtsausdruck das deutsche Volk scheint den Leuten mit dem schlechten Gewissen doch langsam ungemütlich werden! „ Ruck Zuck!" zu deren Handhabung sie nun einmal vertraut ,, Es genügt nicht, daß die UllsteinAus dem Neuigkeitsverzeichnis des deutJuden aus dem Ullsteinverlag entfernt schen Musikalienhandels: Der im Jahre 1929 gegründete natio- waren. nalsozialistische> Westfälische Nun sollten aber die Seiler doch noch wurden, und daß er unter rein arische ,, Deutscher Frontgeist", Marsch Beobachter< mit den Kopfblättern Bie- Arbeit bekommen. Nicht Galgenstricke sol- Kontrolle gebracht wurde, auch der für Blasmusik; ,, Jungvolk tritt an" ,,, Von lefelder, Herforder und Mindener len sie machen nein, die deutsche Rü- Na me Ullstein muß entfernt werden. allerlei Tieren", ein lustig Musizieren Beobachter hat mit dem 1. August sein stung bedarf ihrer Produkte. Da hat zum Dieser Name ist mit der alten jüdischen Ord-... Ruck- Zuck." Erscheinen eingestellt. In dem Beispiel in einer schlesischen Stadt ein Sei- nung verbunden, mit der Nazi- Deutsch> Schlußwort< des Verlags und der Schriftlei- lermeister 3000 Tarnnetze für die Reichs- 1 and nichts gemein hat und der Name Musizieren! der Ahnen rekognoszieren sollte, versagte sie] liberalistische Fälund verherrlichte eine schung, eine Chronik, die den Ideen der franverherrlicht zösischen Revolution huldigt solch ein artfremdes Demokratenopus als altfriesische Germanenbibel! Was nun? fragt verzweifelt der Völkische. es ist völlig Essig mit Entweder dem Erberinnern, oder das altgermanische Blut wallte liberalistisch in beiden Fällen wackeln geistige es sich Hedwig Courths Mahler einmal einfallen ließe, den Geschichtsschreibern ins Handwerk zu pfuschen. Die Gleichgeschalteten sagen Herzog und meinen die ganze Nazipresse, denn dort treibt der braune Byzantinismus viel mit tollere Blüten, dort wird der Oberosaf nur Gott verglichen. Die Kritiker können nicht wagen, in dieses Nest zu stechen. Grundlagen des Dritten Reiches. Oder aber In Deutschland gelesen eine un- In Deutschland verboten! die Hakenkreuzideologen sind deutsche, wurzellose Promenadenmischung mit dito Erbmasse! Die Blubo- Innung hat zu wählen, und das alles sind Fragen, mit denen sich die Wissenschaft Gangsteriens im Ernst zu beschäftigen hat! Aus Neu- Byzanz Rudolf Herzog gehörte schon in Demokratie zu der den führenden nationalen seine Als Deutschland noch nicht ans Braunkreuz geschlagen war, konnte man in der Propagandarubrik ausländischer Blätter nicht selten lesen:„, Dies Buch..... hatte in Deutschland Hunderttausende Leser." ,, Dieser Film war einer der stärksten Erfolge der Berliner Saison". Die Propagandamanager wußten, wie hoch das damalige Deutschland als Kulturfaktor im Ausland eingeschätzt wurde. Die Art, wie sie den Buch- oder Filmerfolg in Deutschland als beispielhaft und wegweisend hinstellten, sagte deutlicher als langwieEin wirklich lustiges StechschrittIn der schweizer Presse: Vergessen| ,, Kotz: Führen und Folgen, ein KateSie nicht dieses Stück darf in Deutschland chismus für Führung und Gefolgschaft." Kotz- Katechismus nicht gespielt werden!" ein Symbol für die ganze neudeutsche Literatur! Unterweltliches Die Geschäftspropaganda, dieser untrügliche Barometer der Volksstimmung, gleich fern jeder Sentimentalität und jeder ideellen Stellungnahme, die Propaganda als messer- Der Herr der Hölle hatte tatsächlich eine scharf anzeigender Seismograph menschlicher Inspektionsreise nach jenem großen Reich Gefühle, Neigungen und Abneigungen, verrät unternommen, das sein Fuß seit langem uns, wie tief das Deutschland des National- nicht mehr betreten. sozialismus gesunken ist! Piere. Wo ist Hansi Burg? Hansi Burg, die jüdische Frau des deutschen Filmschauspielers Hans Albers soll dadurch aus der Welt geschafft werden, daß ihre Existenz geläugnet wird. Es wird in der deutschen Presse mitgeteilt: > Nun, Söhnchen, wie war es?« fragte die Großmutter den Heimgekehrten,» ist es wirklich wahr, was hier unten erzählt wird, daß dort die gesegneten Zustände des Mittelalters wiedergekehrt sind?< > Besser, weit besser,» jubelte der Gottseibeiuns<, um künftige gelernte Arbeitskräfte brauchen wir nicht mehr in Sorge zu sein. Aber das schönste ist: Ich habe nicht mehr nötig, meinen Perfedfuß zu verbergen. Ueberall, wo ich angehumpelt kam, riefen Entgegen verschiedentlich in Umlauf gesetzten Gerüchten, wonach Hans Albers verheiratet sein soll, legt die Bavaria- FilmAG. München Wert auf die Feststellung, daß dies nicht zutrifft. Hans Albers ist die Leute:» Vivat der Herr Propagandaunverheiratet. Zeit Tatsache ist, daß Hans Albers vor einiger aufgefordert wurde, sein Verhältnis mit Kitschdichtern, man kann sich also gegenwärtigen Delirien denken. Jetzt hat er eine Geschichte des deutschen Volkes und seiner Führer" verübt, vor der sich alles be- rige Analysen, mit welchen Augen die Kultur- der jüdischen Schauspielerin Hansi Burg zu ist. kreuzigt, was nicht hitlerisch besoffen Die Berliner Börsenzeitung nennt einige Kapitel Gipfelleistungen patriotitischen Kitsches", wirft ihm ,, bürgerliche Pathetik" vor und zitiert eine HitlerBlüte: welt auf das ,, nachnovemberliche" Deutschland sah. minister!< Gut Holz! Mucki. In diesem Zusammenhang sind lösen. Tatsache ist, daß er dieser Aufforderung nachkam, indem er die Frau heiratete. deshalb die Ausführungen, die Professor Dr. Jetzt konnte man in französischen Was ist inzwischen geschehen? Hat er sich Kurt Heß auf der in Berlin abgehaltenen Blättern in den letzten Tagen lesen:„ Dieser scheiden lassen oder mußte er sich bereit er- Chemikertagung machte, von besondeklären, im Interesse der gähnend leeren deut- rem Interesse. Dr. Kurt Heẞ beschäftigte sich In englischen Zeitungen:„ ,, Das Buch schen Filmkassen der Presse gegenüber die mit der Herstellung gebrauchsfähiger Geist in Deutschland beschlagnahmt worden. Rolle des Junggesellen zu spielen? Film ist in Deutschland verboten!" emphatisch begrüßt: Der sonnengoldene Eine dringlichere Empfehlung erübrigt sich." Adolf Hitler aber wird nicht minder Frühling ist über Deutschland aufgegangen, der einen blühenden Sommer, webe aus Holz. Es sollen auf diesem Gebiete schon beachtliche Anfangserfolge erzielt In der spanischen Presse: ,, Dies Werk Nomen est omen einen steht auf der Liste der in Deutschland ver- Aus der Liste der sogenannten„, 6 Büsein. schrifttumstelle" empfohlen werden: felt werfen wir die Frage auf, ob es wohl botenen Bücher. Niemand sollte deshalb ver- cher des Monats", die von der ,, Reichsfrüchtegoldenen Herbst kündet." Verzweisehr viel schlimmer werden würde, wenn säumen, es gründlich zu studieren!" Aus dem ,, Hakenkreuzbanner". Zu den Holzköpfen die Holzhosen! Eine sehr hölzerne Perspektive. Ein Buch der Greuel Deutsche Konzentrationslager Die Opfer klagen an A Oberbürgermeister von hat und» für einezelne niemand verantwort» Das ganze deutsche Volk steht heute| zialdemokratische unter Polizeiaufsicht. Kein freimütiges Magdeburg, Ernst Reuter, muß im Schweine- lich« sei. In diesem Hitlerdeutschland wurden Wort ist erlaubt. Getuschel und Flüstern hof des Lagers Lichtenburg dem Zuchteber die Rohlinge organisiert, ist deutsche Eigenart geworden. Es ist der Wille der Machthaber des Dritten die Läuse von der Schwarte ablesen. Reiches, das Volk in Furcht zu halten, alles darum braucht man Schreckensstätten zentrationslager.< die der Kon( Aus>> Konzentrationslager<<, Graphia.) Verlag An der Schande der Konzentrationslager wurden Das die Sadisten in Massen auf Massen losgelaszur Belustigung junger SA- Lümmel. sen. Das alles ist staatliche Methode. wie der Wir haben hier wahllos einiges von dem Milde Lagerleiter müssen abtreten herausgegriffen, was Hitlers Gesindel den Direktor Widder vom Lichtenburger Lager durch und werden Sadisten ersetzt. Hamur der Konzentrationslager nennen. Wie sehr die sadistischen Schindereien mit sexuel- Menschlich denkende SA- oder SS- Leute könsie ler Pathologie zusammenhängen, geht aus nen sich im Lager nur schwer halten; vielen dieser Berichte hervor. Gefangene» hängen« sehr bald und sind immer verdächhat sich in Hitlerdeutschland nichts geän- werden zu widerlichen sexuellen Dingen ge- tig. Mißtrauen umgibt sie. Karriere machen zwungen; Geschlechtsteile werden ihnen zer- die grausamsten Schläger und Schinder. Die und be- Schöpfer schlagen, die gemeine Zote spielt eine Hauptschuldigen dieses sondere Rolle in den Schimpfreden der Fol- Schandsystems jedoch sitzen ganz oben! terknechte. In diesem Ton werden auch ge- Wenn jugendliche Diebe als Volkserzieher fangene Frauen beschimpft, und es mit Gummiknüppel und Revolver angestellt, kommt wovon die Welt bisher nichts er- wenn Familienväter, die ein Leben lang ihre sol- moralische Tüchtigkeit bewiesen, zu Vergewaltigungen und kommenen Hitlerjungen dert. Noch immer werden dort zehntausende Schuldlose in diesen Marterhöllen zusammenaber gepfercht, noch immer werden dotr Tausende mißhandelt, gefoltert und geschändet. Um an das Gewissen der Welt zu appellieren, ist bei der Verlagsanstalt Graphia ( Karlsbad) ein Buch mit neuen Tatsachen, Berichten aus elf deutschen Konzentrationslagern erschienen. Die Berichte wurden ge1: au nachgeprüft, lassen Tatsachen sprechen, nichts als Tatsachen. Acht der Autoren sind ins Ausland entkommen und stehen jederzeit mit ihrer Person für die Wahrheit ihrer Angaben ein. Die Schrecken dieser Schandlager sind außerhalb Deutschlands allen, die unabhängige Zeitungen lesen, bekannt geworden. Aber auch dem, der viel von dieser braunen Schande weiß, brennt das Blut in Zorn, Scham und Verzweiflung, wenn er vor den Dokumenten dieses Buches sitzt. Niemand wohl hätte vor dem Dritten Reiche ein solches Maß von Niedertracht, Tücke, Feigheit, Roheit und sadistische Brutalität, die diese Berichte melden, für möglich gehalten. Und überall, ab in Dachau, Brandenburg, Papenburg, Königstein, Lichtenburg, Colditz, Sachsenburg, Moringen, Hohnstein, Reichenbach, Sonnenburg überall ist es dasselbe. Ueberall dieselben Quälereien, dieselben Gemeinheiten, dieselbe verkommene Hitlerjugend, dieselben täglichen sadistischen Massenexzesse, nur immer wieder kalt um neue Varianten bereichert. Ueberall in diesen Schreckenslagern geht der Mord um, Menschen werden zerschlagen und mit unkenntlichen Gesichtern von ihren Leidensgefährten zu Grabe getragen, viele verschwinden und werden nicht mehr gesehen. Gefangene müssen sich in Reihen aufstellen, müssen einander ohrfeigen; wer nicht derb genug schlägt, bekommt den Gummiknüppel bis zur Bewußtlosigkeit. Ergraute Männer werden von achtzehnjährigen Hitlerlümmeln täglich beschimpft, mißhandelt, über die Höfe gejagt. Auf Kommando verkommener Halbwüchsiger müssen alte Frontkämpfer sich und andere mit Kot beschmieren, Spucknäpfe auslecken schenken wir uns die ekelhaftesten dieser Greuel, möge das Buch von ihnen künden. SO in jede Was jedoch das alles albdruckhaft, unwirklich, wahrsinnig und grauenhaft erscheinen läßt, das sind ja nicht allein die blutigen Züge, die Schreckensnächte, denen die Schreie der Mißhandelten Nachtruhe unmöglich machen, sondern ebenso irrenhäuslerisch sind die kleineren Bosheiten, ist das irre Gesicht des Alltags. SA und SS läßt ihr Gedresche mit Vorliebe durch den Gesang deutscher Volkslieder begleiten. Das Volkslied muß her, wenn Gefangene geschunden und wahnsinnig umhergejagt werden. Scharführer verkaufen an die Gefangenen Schokolade; der Nebenverdienst lohnt, denn wehe dem, der Geld hat und nicht kauft. Wenn einer gefragt wird, woher er seine blutigen Striemen hat, muß er sagen, er sei die Treppe hinuntergefallen. Ab und zu müssen Gefangene ihr Grab schaufeln und sich zur Erschieẞung aufstellen, dann wird über ihre Köpfe hinweggeschosein immer wiederkehrender, beliebter Spaß der braunen Folterknechte. Der staatenlose Gefangene Max Tabaschnik, den man fünf Tage und Nächte stramm stehen läßt unterbrochen von Zusammenbrüchen und entsetzlichen Miẞhandlungen muß russische Lieder singen; SA tanzt dazu oder sinkt sich rührselig in die Arme, während der Gepeinigte wie im Delirium singt. Bei Einweihung eines für die Lagerbonzen ingerichteten noblen Kasinosaales in Sachsenburg gibt es eine Festlichkeit, zu der Bürger, Honoratioren und Lieferanten aus Prettin geladen sind. Dabei wird ein neckisches Lustspiel aufgeführt: ,, Besuch im Konzentrationslager«. SS- Leute stellen Gefangene dar, die im Lager von ihren Angehörigen besucht werden.» In Zoten und schamloser Verzerrung wurden Not und Verzweiflung der Frauen und Mütter und das Elend der Gefangenen verhöhnt.< Der ehemalige sosen fuhr cher Frauen. kaum von verKriminellen lich in Massen mit Knüppeln auf gefangen. Männer losgelassen werden, für deren Qualität und Charakter die Leistungen ihres Lebens und die Unkäuflichkeit ihrer Gesinnung zeugt, wenn dieses braune Gesindel krankhafte Sexualität an Wehrlosen austobt und die Menschheit täglich tausendfach schändet so bleibt Hitler für diese entsetzliche Barbarei hauptschuldig und haftbar, Er weiß um diese Höllen, er hat er hat eine Arsie geschaffen, mee von Menschenschindern erzogen und organisiert! Das Buch ist ein Appell an das Gewissen der Welt! Die Opfer klagen an. Wer es gelesen hat und von unserer Zeiten Schande nicht völlig stumpf geworden, sondern ein fühlender, wollender Mensch geblieben ist, der kennt, wie die Opfer der Konzentrationslager nur einen Gedanken: Weg mit diesem Greuelsystem! Befreiung der Menschen aus Hitlers Höllen! Bruno Brandy. Deutsche Autarkie und beschimpft Wer dieses Buch neudeutscher Schande programmäßig geprügelt, Die Büros der Mitteleuropäischen Reisegelesen hat, der weiß, daß es eine gedemütigt werden, wenn Hitlers grüne büros in Deutschland geben Fahrkarten menschliche Niedertracht gibt, die von die- Lausejungen ergraute Kriegsfreiwillige und für Reisen nach dem Ausland nur noch sen Schindern nicht en masse praktiziert mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnete bis zu den Grenzstationen aus. Im August ist die Einfuhr von Kaffee würde. Man kann sich auch nicht mit dem Kriegsverletzte sadistisch miẞhandeln, wenn die Einfuhr bequemen Gedanken über all das hinweg- jugendliche Säufer braune Fürsorge- um 6.6 Millionen Mark, trösten, daß es immer Folterknechte gegeben zöglinge, für die der Paragraph 51 gilt, täg- Kakao um 1.7 Millionen Mark gesunken. J Soeben erschienen: und GRENZEN DER GEWALT Aussichten und Wirkungen bewaffneter Erhebungen des Proletariats In unserer Gegenwart spricht die Gewalt das erste und, wie es scheint, auch das letzte Wort. Sie triumphiert scheinbar so vollständig über Vernunft und Wissenschaft, Kultur und Sitte, daß bei vielen der Glauben an andere Mächte völlig schwindet, und ein wahrer Aberglaube an die Grenzenlosigkeit der Gewalt um sich greift. Diesem Aberglauben tritt der Verfasser mit dem ganzen Rüstzeug seines Wissens entgegen. Er ordnet die deutschen, die österreichischen Ereignisse der letzten Zeit ein in die geschichtliche Entwicklungsreihe und wir erkennen mit ihm, daß es sich hier keineswegs um Vorgänge handelt, die dem Lauf der Geschichte eine neue Richtung geben, sondern nur um Störungserscheinungen, zwar von gigantischem Ausmaß, aber auch von vergänglicher Art. Gegenüber rein gefühlsmäßigen Wertungen, die Deutschland im Verhältnis zu Oesterreich als disqualifiziert erscheinen lassen, bemüht er sich, dabei auch der deutschen Arbeiterbewegung gerecht zu werden. Leidenschaftlich begründet er die These, daß es gelte, sich selbst treu zu bleiben und nicht Ideale aufzugeben, weil Gegner mit entgegengesetzten Methoden Erfolg gehabt haben. Nicht die rohe Gewalt, nicht Waffen, sondern die geistige Ueberlegenheit sichert dem Sozialismus den Sieg. Jede Diktatur, auch eine arbeiterfreundliche, läßt die Arbeitermassen intellektuell und moralisch verkommen. Die Führung der Welt im Lauf der sozialen Höhenentwicklung wird, nach Ueberzeugung des Verfassers, der Staat gewinnen, in dem zuerst eine sozialistische Partei mit demokratischen Mitteln die absolute Mehrheit im Volke und seiner Vertretung erlangen wird. Am nächsten diesem Ziele sieht er unter den Großstaaten heute England. Julius Deutsch: PUTSCH ODER REVOLUTION? Randbemerkungen über Strategie und Taktik im Bürgerkrieg Ausgehend von den Februarereignissen und vom blutigen Sieg des klerikalen Faschismus in Oesterreich stellt Julius Deutsch die gesamte Taktik und Tradition der europäischen Arbeiterbewegung zur Diskussion und zeigt auf, was den bewußt marxistischen Sozialisten vom blanquistischen Putschismus und ähnlichen Lehren trennt, die durch die direkte Aktion einzelner Gruppen oder einzelner Männer, den Gang der Geschichte beeinflussen oder leiten zu können glauben. Er untersucht das Problem, welche Vorkehrungen zu treffen sind für den Fall, daß in einem Lande, aus Angst vor dem demokratischen Sieg einer mächtigen Arbeiterschaft, der Boden der Demokratie verlassen wird. Wehrorganisationen allein, mögen sie auch von dem Heldenmut des österreichischen Schutzbundes getragen sein, vermögen weder den Faschismus abzuwehren, noch eine sozialistische Herrschaft zu errichten. Die Kampfbereitschaft der Arbeiterschaft muß, über die Wehrorganisationen hinaus, von der ganzen proletarischen Klasse getragen werden, wenn sie Erfolg haben soll. Historikus: DER FASCHISMUS ALS MASSENBEWEGUNG Sein Aufstieg und seine Zersetzung In vier Kapiteln von stärkster Anschaulichkeit gibt hier ein bekannter deutscher Hochschullehrer, der in seltener Art die Fähigkeit des wissenschaftlich geschulten Historikers und die Lebensnähe des Politikers in seinem Urteil zum Ausdruck bringt, eine Uebersicht über die faschistischen Bewegungen Europas. Seine geradezu plastische Darstellung zeigt, wie in allen Ländern erst die weitgehende Zersetzung der staatlichen Apparate den modernen Faschismus, durch die Bildung bewaffneter Stoßtruppformationen, möglich machte. In gedrängter Kürze stellt der Verfasser die Entwicklung des deutschen Faschismus dar. Mit wenigen Zahlen wird das Dahinschwinden der republikanisch- demokratischen Volksmehrheit nach der Revolution bewiesen und gezeigt, weshalb die sozialistischen Parteien nicht mehr in der Lage waren, die revolutionäre Situation der Weltwirtschaftskrise im sozialistisch- demokratischen Sinne zu nützen. Der Faschismus konnte in der gleichen Zeit die jeweiligen Regierungen und ihre Methoden in schärfster Weise kritisieren, und er gab den schwankenden politischen Gefühlen der Masse dabei beredten Ausdruck. So erfolgte mit der Politisierung der Massen auch ihre Faschisierung. Aber der Faschismus konnte wohl, in seinem hemmungslosen Machtwillen, mit Hilfe der tollsten Versprechungen, die Massen zunächst an sich bringen, zur Macht gelangt, ist er jedoch nicht in der Lage, sie festzuhalten. Preis jeder dieser drei Schriften in: Argentinien 1.40 G. Peso/ Belgien 8.Frs. Brasilien 4.300 Milreis/ Bulgarien 38.- Lewa/ Danzig 1.20 Gulden/ Dänemark 1.70 Kronen/ Deutschland 1.- RM./ Estland 1.40 estn. Kr./ Finnland 17. Fmk. Frankreich 6.- Frs. Großbritannien-1.6/ Italien 4.50 Lire Jugoslawien 18.50 Dinar Lettland 1.25 Lat. Litauen 2.40 Litas Luxemburg 8.- belg. Frs./ Niederlande-.60 Gulden/ Norwegen 1.50 Kr. Oesterreich 2.ö. Sch./ Palästina 0,080 P. Pfd./ Polen 2.- Zloty| Portugal 8.- Escudo/ Rumänien 40 Lei Schweden 1.50 Kr./ Schweiz 1.25 Fr./ Spanien 3. Pesetas/ Tschechoslowakei 8.- Kč/ Ungarn 1.70 Pengö/ USA. 0.40$ Bestellungen durch jede Buchhandlung oder direkt an Verlagsanstalt >> Graphia«<, Karlsbad. von Dafür ist die Einfuhr von Sojabohnen aus der Manschurel gestiegen. Die Sojabohnen sollen im Notwinter die Kohlrüben setzen. erDie Anbaufläche für Flachs ist in Deutschland von 4800 ha auf 8700 ha gebezahlt Anbaustiegen. Die Regierung prämien und stützt die Röstanstalten finanziell. Die völlig minderwertigen Eisenerzlager ( Oberin Süddeutschland pfalz, fränkischer und schwäbischer Jura und Schwarzwald) sollen erschlossen werden. Die » Deutsche Allgemeine Zeitung berichtet: >> Es handelt sich um die sogenannten Doggererze, von denen verschiedene als Eisenerze können.< angesprochen werden Nächstens werden sie noch Millionen aufwenden, um Eisen aus eisenhaltigen Wässern zu gewinnen! Die Grube Wolf im Siegerland ebenso wurde wieder eröffnet, eine Eisengrube im Oberlahnkreis, in Goslar soll ein Die Eisensteinbergbau begonnen werden? die Grube Abterode bei Bad Liebenstein, früher einmal Brauneisenstein förderte, ist wieder eröffnet worden. Alles unter Einsatz großer Mittel! In Sorau wird eine Fabrik errichtet, die als Ersatz von Kokosmatten Waren aus Weidenfasern herausbringt. Ist es auch Wahnsinn, hat es doch Methode! Wohlverdient! Der Gebietsführer Breipohl der Hitlerjugend in Bielefeld wurde von einem Reichswehrsoldaten und verprügelt mußte in einem Krankenhaus untergebrach werden. Neuer Vorwärts Gozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler: verant wortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck: Graphia"; alle in Karlsbad Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. Der Neue Vorwärts" kostet im Einzelverkauf innerhalb der ČSR. Kč 1.40( für ein Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). 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