(Soslatöittwfraftfcf)** titacfcnfta# \r. 81 SOIVOTAG, 30. Dez. 1934 Verlag: Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Aus dem Inhalt: Die neue Inflationstheorie Kastration auf Schallplatten Feuerwerk an der Saar Karl Marx über die halbe Revolution 1935: Frieden! Freiheit! Sozialismus! 1933: das Jahr des Zusammenbrudis, 1934: Jahr der Ermutigung, 1935:••• I 1934, Jahr der Ermutigung, jawohl! Jair der Enttäuschung doch nur für diejenigen, die geglaubt hatten, die braune Konterrevolution sei bloß ein kleines Zwischenspiel und binnen kurzem werde wieder alles beim alten sein. Wer Von vornherein mit einem jahrelangen Kampf gerechnet hat, kann mit den Ergebnissen von 1934 nicht unzufrieden sein. �e sind enttäuschend nur für die Nutz- �eßer und Verteidiger des Systems. Sie sind ermutigend für uns! In einem Monat vollendet sich das �eite Jahr, seit Hitler einem schwachsin- �gen Greis die Macht aus den Händen jfß- Diese zwei Jahre sind eine endlose Kette von Verbrechen, aber auch eine ebenso endlose Kette von Mißerfolgen. Die Pessimisten vorausgesagte Stabilisie- des Systems war vor dem 30. Juni tocht vorhanden, sie ist auch nach ihm �ht eingetreten. Immer neue Gegensätze Werden sichtbar, neue Spannungen ent- aden sich, der Klassenkampf ist nicht 0f> nur unter die Oberfläche gedrängt, oberhalb kann er sich nur noch in ver- 0genen und verpöbelten Formen geltend fachen. Gegen die bürgerliche Respek- •�büität großkapitalistischer Kreise, die och gerne wieder etwa wie einen Rechts- �faat haben möchte, skandaliert der ju- enfressende Mob. Der Antisemitismus �ar schon immer der»Sozialismus des �men Kerls«. Ihm gestattet man, wäh- die großkapitalistischen Kreise ihre orrschaft befestigen, sich gelegentlich in �bmutzigen Exzessen Luft zu machen. er echte Klassenkampf, der Kampf der rbeiter um Menschenrechte, Freiheit und ��alismus wird unterirdisch geführt. Wie ehr die Machthaber ihn fürchten, zeigt die Jeberhafte Arbeit ihrer geheimen Staats- Polizei • x � t>er Bankrott der Außenpoli- ,* ist vollkommen. Oesterreich ist ver- die Freundschaft mit Italien dahin, frühere gute Verhältnis zu Sowjet- V�Mand in sein Gegenteil verkehrt. Für ese Verluste könnte auch Polen, das mit kriegerischer Unterwürfigkeit d zweifelhaftem Erfolg zu gewinnen ver- �cbt, keinen Ersatz bieten. Man nimmt i»? �osctzung des Saargebietes durch eine wie eine erschöpft o j�mtionale Truppenmacht e bstverständlichkeit hin und üi aufdringlichen Liebesanträgen an _ ankreiehs Adresse! Das ist eine Außen- g ltik, die die Nazis mit einer Serie von °mbenattentaten und Mordanschlägen be- Worten würden, wenn es nicht ihre 'gene wäre! iji �eutschland rüstet in rasendem jjf mPo. Aber noch schneller als seine eige- p? Waffen vermehrt es die bewaffneten ooidschaft' gegen sich, und so wird es 0 2 aller Anstrengungen nicht stärker, em schwächer. „ �)as Versagen der Wirt- cllaftspolitik ist nicht minder voll- Wissenschaft zu stumpfsinnigem Drill geistloser Pauker erniedrigt, die Kunst geschändet und entehrt! Und über diesen ganzen Trümmern die »Sieger«, heute noch gemeinsam prassend, ruhmredig ihre großen Taten verkündend, morgen schon Revolver in der Tasche, Finger am Hahn:»Ich oder du!« Die Weltgeschichte weiß keinen zweiten Fall zu berichten, daß je ein solches Gesindel einen großen Staat regierte! Gegen diese G e s i n d e 1 h e r r- schaft haben wir den Kampf aufgenommen an dem Tage, an iem sie begannen. Der Kampf ist nicht vergeblich gewesen, so schwer er auch sein mag und mit wie ungleichen Waffen er auch geführt wird. »• Trotz allen Wütens, trotz Mord und Totschlag, Zuchthaus und Konzentrationslager, ist es den Feinden nicht gelungen, die Sozialdemokratie zu vernichten. Die Sozialdemokratie lebt. DieSozialdemokratiefaßt wieder Boden. Sie hat sich den neuen Verhältnissen angepaßt und steht wieder im Kampf. Dabei bleibt doch jedes Urteil wegen angeblicher Versuche, die alte Sozialdemokratische Partei fortzuführen, selbst im Sinne der geltenden Gesetze glatter Justizmord. So schwachköpfig ist keiner, die alte sozialdemokratische Massenorganisation in ihren alten Formen, mit ihrem gewaltigem Funktionärapparat, ihrer verbreiteten Tagespresse unter den heutigen gänzlich veränderten Verhältnissen»fortführen« zu wollen. Was lebt, was fortgeführt wird, das ist das Bewußtsein einer sozialdemokratischen Gesinnungsgemeinschaft, die sich als unzerstörbar erwiesen hat, weil eben Geist mit materiellen Mitteln nicht zerstört werden kann. Daß da eines zum anderen strebt, Fäden geknüpft werden, Verbindungen entstehen, das kann keine Gestapo und keine Schandjustiz verhindern. Glauben sie es gestern mit Feuer und Schwert ausgetilgt zu haben, so ist es heute doch schon wieder da! Es lebt und es wird das braune System über leben! * 1933, Jahr des Zusammenbruchs, der Verwirrung. 1934, Jahr der Ermutigimg, der Zusammenfassung, des Fortschritts auf. neuen Wegen. 1935....? Noch vor wenigen Wochen galt 1935 den meisten als das Anfangsjahr des zweiten Weltkriegs. Jetzt gibt es wieder Leute, die an den Frieden glauben. Freilich sind nur einige Kriegsanlässe verschwunden, während die eigentliche Kriegsursache geblieben ist: der unsichere Zustand, der ungewisse Kurs des Dritten Reichs. Noch nie ist eine Regierung dem Ausland so nachgelaufen, hat sie so nach Frieden gewimmert, wie die jetzige. Gerade deshalb besteht bei der Eigenart ihrer Veranlagung die Gefahr, daß sie von einem Tage zum anderen in das entgegengesetzte Extrem verfällt. Servilismus und Unverschämtheit hängen eng miteinander zusammen. Darum muß man jeden Tag auf eine Politik der Provokationen gefaßt sein, die dem Frieden gefährüch werden kann. Es gibt keine gleichzeitige Sicherheit für den Frieden und das System. Fühlt sich das System sicher, so ist der Frieden in höchster Gefahr. Umgekehrt gibt es kein besseres Mittel, den Frieden zu sichern, als daß man die braunen Machthaber unsicher macht. Wenn sie wissen, daß ein Krieg mit .90 Prozent Wahrscheinlichkeit zur Niederlage führt, und daß die Niederlage sie mit lOOprozentiger Gewißheit an den Galgen bringt, werden sie sichs noch einmal überlegen. Das beste Mittel, den Frieden zu schützen, ist eine starke ülegale Tätigkeit. Für den Frieden Europas, für die Freiheit des deutschen Volkes kämpft die Sozialdemokratie. Sie führt diesen Kampf, ohne sich über das augenblicküche Kräfteverhältnis zu täuschen, aber auch ohne sich entmutigen zu lassen. Sie verneigt sich vor den Toten des Jahres, den Männern, die auf den Schauplätzen der Bürgerkriege Oesterreichs und Spaniens und in den Konzentrationshöllen Deutschlands für die Freiheit fielen. Sie grüßt ihre Genossen in den Kerkern, die tapferen Verfolgten, die namenlosen Heldep der illegalen Arbeit. Was 1935 bringt, weiß keiner. Für die Sozialdemokratie wird es ein Jahr des zuversicthlichen Kampfes für Freiheit und Sozialismus sein! Sozialdemokratie rückt vor! Berichte aus Deutschland über Deutschland g�Höien. Rohstoffknappheit, , rillnpfung, steigende Kosten bei nshaltu Export- der Le- n•""•ung, sinkende Löhne, schwindende z..Satze des hundertfach bedrängten Ein- andels kennzeichnen ihren Weg. Utis�er nocb schlimmer als auf dem po- die y en UncI wirtschaftlichen Gebiet sind Störungen auf dem moralischen und sch geistigen. Die Rechtspflege, im Dienste einer re- aüßen�en Verbrecherbande, die Kirche 611 geknebelt und innen zerrüttet, die Anschlag: Hier gilt der deutsche Gruß Heil Hitler! Unterschrift: Bald aber kommt der große Krach, Dann sagen wir wieder: Guten Tag!(aus Berlin.) Wir veröffentlichen im folgenden eine Reihe von Auszügen aus laufenden Berichten, die dem Sozialdemokratischen Parteivorstand aus Deutschland zugehen. Man rechnet in Deutschland nicht nur mit dem Krieg, man rechnet auch mit neuen blutigen Auseinandersetzungen im Lager der Nationalsozialisten. Es geht etwas vor! Berlin: Es liegt etwas in der Luft wie vor dem 30. Juni. Die Mißstände sind ungeheueri die Unzufriedenheit der Bevölkerung ist noch stärker als vor dem 30. Juni. Insbesondere ist auch die Mißstimmung innerhalb der NS- Parteiorganisationen außerordentlich, so daß man allgemein glaubt, Hitler könne die Verhältnisse nur durch einen ähnlichen Gewaltstreich wie damals wieder in Ordnung bringen. Eines der ersten Opfer einer solchen neuen Gewaltaktion würde dann Ley sein, über den es nur ein Urteil im ganzen Volke gibt: Ein Säufer und Scharlatan, der viel verspricht und nichts hält. Südbayern: In der letzten Zeit wird viel über einen zweiten 30. Juni gesprochen. Die Gerüchte über Erschießungen in Dachau und Stadelhelm wollen nicht verstummen. Genaueres ist jedoch nicht zu erfahren. So soll z. B. der persönliche Adjutant Böhms, der Lehrer Bergmann aus Alldorf bei Nürnberg, der am 30. Juni mit verhaftet worden ist, nunmehr erschossen worden sein. meisten Menschen erwarten irgend ein Ereignis, das eine Aenderung bringen soll. Die immer wiederkehrende Aeußenmg ist, so kann es nicht weiter gehen. Ein Bäckermeister in P., der als eines der ältesten Mitglieder der NSDAP gilt, aber wegen seiner offenen Kritik schon■wiederholt verwarnt wurde, kam kürzlich in eine Artxd- terwirtschaft und zeigte eine Nummer der Sozialistischen Aktion, die ihm zugeschickt wurde. Als ihn die Arbeiter warnten und ihm rieten, dieses gefährliche Blatt zu verstecken, ließ er sich nicht beeinflussen und schrie:»Das kann jeder, das muß Jeder sehen. Ich habe es gelesen, das ist die Wahrheit, so wie es da drin steht, so ist es, mir soll mal einer von den Bonzen sagen, daß das nicht wahr ist.« Schlesien: Heute wird mehr als zur Zelt der Aktion gegen die Miesmacher offen geschimpft und kritisiert. Bei den Meldestellen für das Winterhilfswerk, bei den Stempelstellen in den Wirtshäusern und auch sonst, wo f irgendwie die Bevölkerung zusammenkommt, v/ird über die bestehenden Zustände offen Kritik geübt. Im katholischen Oberschlesien geschieht dies besonders offen und sichtbar. Man könnte sagen, die Leute sind direkt unvorsichtig. Hilter hat uns betrogen! Rheinland: Von der Mißstimmung im Sommer unterscheidet sich der gegenwärtige Zustand in einem wichtigen Punkt; Damals wurde Hitler noch allgemein von der Kritik ausgenommen. Heute ist das anders. Ostsachsen: Fest- steht, daß Hitler nach wie vor von einem großen Teil der Bevölkerung von der Kritik ausgenommen wird. Anderseits ist aber zu beobachten, daß sich in Ablehnung des Hitlerregimes nock nie. Die\ allen Bevölkerungsschichten die Stimmen München: Das Vertrauen der Massen in die Staatsführung schwindet von Tag zu Tag; Die Unzahl von Reden und Beruhigungspillen können nicht über die gefährliche Situation, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet, hinwegtäuschen. Zwar ist fast alle acht Tage irgend eine große Kundgebung, aber das verfängt nicht mehr. Besondere Beunruhigung bemächtigt sich der Industriearbeiterschaft, die immer mehr einzusehen beginnt, daß die Arbeitsfront eine riesige Seifenblase ist. Die Unternehmerschaft wagt sich wieder hervor. Der Lebensstandard der Massen ist trotz der Winterhilfe und der krampfhaften Arbeitsbeschaffung im Sinken begriffen. Das Mißtrauen der Massen in die Führung drückt sich durch die Unzahl der herumschwirrenden Gerüchte aus. Man sieht mit Staunen, wie sich die hohe Staatsführung immer mehr von dem gefährlichen Volke zurückzieht und hinter Schutzwällen von schwarzen Garden in den Olymp entschwindet. Unzufrieden steht die Masse und vertreibt sich die Zeit damit, über die nächsten Blitze, die aus den Wolken niederfahren, zu orakeln. Baden: Man kann sagen, die ganze Atmosphäre ist geladen, man erwartet eine Katastrophei ohne doch sagen zu können, wie diese aussehen wird. Die Meckerei Ist viel stärker als zur Zelt der Miesmacheraktion. Aber das Regime kann die Aktion nicht schon jetzt wiederholen, es führt— die täglichen Zeitungsmeldungen sagen darüber genug— einen grausamen, aber doch wirkungslosen»Kampf gegen die Gerüchtemacher«. Pfalz: So stark wie gegenwärtig war die mehren, die ihn für die bestehende Mißwirtschaft und die Not verantwortlich machen. Sie können ihm vor allem nicht vergeben, daß er sie so schmählich angeschmiert hat.* Westsachsen: Beachtlich im Wandel der Stimmung ist auch, daß der Glaube an Hitler und das Vertrauen zu Ihm schwächer wird. Die wirtschaftliche Entwicklung mit ihren Auswirkungen, die vielen Widersprüche in der nationalsozialistischen Praxis, lassen viele der bisher blind Gläubigen nachdenklich werden. Baden: In bezug auf die Beurteilung der herrschenden Partei wendete sich lange Zelt die Kritik nur gegen die Funktionäre und Würdenträger der Partei. In letzter Zelt geht die Kritik jedoch auch nicht am obersten Fahrer, an Hitler, vorbei. Sie ist schon zum Teil bis in bürgerliche Kreise hinein recht beißend. Von dieser Kritik sind auch Schichten angefressen, die bisher an der Person Hitlers nicht die geringste Kritik geübt haben. So scheint sich langsam ein Abbröckeln der Autorität Hitlers zu vollziehen. Darin liegt ein sehr entscheidendes Symptom für die Zukunft. Wachsendes Vertrauen zur Sozialdemokratie Die Stellung, die unsere Genossen in den Augen der Oeffentlichkeit einnehmen, hat sich in den letzten Monaten wesentlich gewandelt. Das ist ein wichtiges Symptom für die Entwicklung der allgemeinen Situation in Deutschland. Früher wurden die Genossen in der Oeffentlichkeit fast überall gemieden; sie waren die Geschlagenen, die vom Regime Verfemten. Seit einigen Monaten ist das ganz anders geworden. Jetzt kommen aus allen Landesteilen Berichte darüber, daß die Genossen zusehend in der Achtung der Oeffentlichkeit steigen. N ordwestdeutschland: Wir beobachten seit •Iniger Zeit, daß man uns Sozialdemokraten wieder mit Achtung begegnet. Leute, die uns lange Zelt überhaupt nicht mehr grüßten, sind Jetzt auf einmal von betonter Freundlichkeit. SUdwestdeutschland: Es zeigt sich, daß die Genossen überall wieder an Achtung und Ansehen gewinnen. In den Betrieben führt die Unfähigkeit der na tionalsozlalls tischen Vertrauensräte dazu, daß sich die Arbeiter mit ihren Sorgen oft wieder an die alten frel- gewerkschaftllchen Betriebsräte wenden. Ebenso fragt man In den Gemeinden die früheren sozialdemokratischen Bürgermeister um Rat. Es kommt vor, daß sich sogar NSDAP- Mitglieder an unsere Genossen wenden und mit ihnen offen Uber ihre Enttäuschungen durch das gegenwärtige Regime reden. Westsachsen: Ich arbeite Jetzt ununterbrochen seit vorigem Jahr in einem Metall- bettieb der 60 Leute beschäftigt. Der Arbeitgeber ist ein Stahlhelmer. Schon im Vorjahr hat er nicht alles mitgemacht. Jetzt hat er auch den letzten»alten Kämpfer«, den er notgedrungen immer noch beschäftigte, entlassen. Voriges Jahr getraute man sich gar nicht, etwas zu sagen. Als früheres SPD- Mitglied wurde man bei Jeder Gelegenheit mit Vorwürfen überschüttet und mußte vieles einstecken. Heute bringt man uns wieder mehr Vertrauen entgegen. Vergleiche zwischen einst nnd Jetzt enden in der Regel damit, daß einst doch bessere Zelten waren, und so mancher Kritiker erkennt Jetzt erst die Bedeutung der Gewerkschafts- und Partei tätlgkelt an. Südbayern: Wenn man mit Verständnis in die Masse hineinhört, so kann man feststellen, daß sich die Unzufriedenheit bei vielen in einer gewissen Sehnsucht nach den Zeiten der Weimarer Zeit äußert. Ncht selten hört man das Wort:»Jetzt wissen wir erst, daßwirvielverlorenhaben.« Besonders in den Reihen der Mitglieder der einstigen Sozialdemokratie ist eine gewisse moralische Stärkung eingetreten. Rheinland; Im Bürgertum rechnet man übrigens mehr als bisher mit einem Wiederkommen der Sozialdemokratie. Glaube an die Zukunft Diese Meldungen werden ergänzt durch Reiseberichte von Deutschlandreisenden, die über die Stimmung unter den Genossen berichten, soweit sie nicht in der illegalen Arbeit stehen: Im allgemeinen darf man feststellen, daß unsere Genossen, den Umständen entsprechend, gut über das. was im Ausland vorgeht, unterrichtet sind. Vor allem ist mir aufgefallen, daß gerade die geschulte Arbeiterschaft sich dem Regime gegenüber ein gesundes politisches Urteilsvermögen bewahrt hat. Im Gegensatz hierzu sind die intellektuellen Kreise, die früher bei uns standen, Konfliktsherd Arbeitsdienst Die Wehrpolitiker des Nationalsozialismus Hierl wird seinem Führer immer folgen — wenn der Führer seinen Wünschen und Vorstellungen folgt. Er Ist eigenwillig, kein Machtmensch um Jeden Preis, hat eine festfundierte Auffassung, weiß, was er will, arbeitet unermüdlich, hält nicht soviel vom Reden wie andere, und macht zielbewußt einen Schritt nach dem anderen. Er ist wirklich ein Webrpolltlker und nicht nur ein SA-Stabschef, wie Röhm es war. Der hatte keine Gedanken über den Krieg von morgen, Organisationsform und Taktik einer zeitgemäßen Armee. Nicht einmal falsche! Keinerlei ernsthafte Arbeiten existieren von ihm. und wer es bisher nicht glauben wollte, der läßt sich vielleicht durch den Brief von Ernst an Heines belehren. Aus ihm geht hervor, daß der Stabschef der SA keine größere Sehnsucht hatte, als die, dem »Lamettaherrman mit seiner Uniform zugleich die Haut über den Kopf zu ziehen.« Wir haben nichts dagegen, wenn solche Konzentrationslagerideale auch Eingang finden in den Führerkampf der Regierenden, aber ein Wehrprogramm ist das nicht. Und das konnten die Gescheiterten nicht haben. Hierl bat es! Er war ein typischer Berufssoldat mit Kenntnissen, angesehen im Generalstab. Erstaunllcherwelse sab er in der Novemberrevolution mehr als eine Revolte. Ausführungen einer Denkschrift über die Münche- per Räterepublik und ihrer Niederschlagung, an der er teilgenommen hat, zeigen, daß er nicht Im üblichen bürgerlichen Natlonalso- ziaüsmus befangen war, daß er vielmehr einen Großteil der Arbeiterschaft für die Ideen des»Jungen Nationalismus« gewinnen wollte. Scharf unterschied er zwischen»Jungem« und»altem« Nationalismus und forderte konsequente Abgrenzung von den»nationalen« Wirtschaftskreisen und Partelen. Hierl entwickelte ausgesprochen nationalbolschewistische Ideologien. Zu allen bündischen Organisationen hielt er Fühlung, mit Ihren Führern setzte er sich auseinander, Jünger befruchtete ihn sehr. Er konnte sich mit den Theorien des Organisators der neuen deutschen Armee, General von Seeckt, nicht einverstanden erklären, trat für eine andere Art der Ausbildung ein, well er eine andere Auffassung über den Krieg von morgen hatte als der General von Seeckt, dessen Anschauungen damals unbestritten vorherrschten. Hierl hat In einem Werk,»Grundlagen- deutscher Wehrpolitik«, gegen Seeckt Stellung genommen. Er erstrebt die allgemeine Wehrpflicht, die Seeckt und die Reichswehr ablehnen. Kann Hierl mit dem heutigen Bestand, der Organisationsform und Taktik der Reichswehr im wesentlichen höchstwahrscheinlich einverstanden sein, so muß doch die Reichswehr ihrerseits bemüht sein, die Formen des Arbeitsdienstes usw. den Reservebedürfnissen der Wehrmacht anzugleichen. Einen Reichswehrsoldaten kann man für die Hierl- sche Konzeption immer gut gebrauchen. Schlimmstenfalls hat er zu viel gelernt, was aber sicher nicht schaden kann. Aber umgekehrt Ist es nicht dasselbe. Ein Arbeltsdienstler, ausgebildet nach den Grundsätzen Hierls, kann sich für das System der Ftelchs- wehr als unzulänglich erweisen, well er zu wenig, vieles gar nicht und manches nur anders leisten kann. Höchstwahrscheinlich ergibt sich daraus der noch heute bestehende Dualismus in der Führung des Arbeltsplatzes. Obwohl Hierl nach der Machtübernahme durch den Natlonalsozialismua zum Staatssekretär für den Arbeitsdienst bestellt wurde, hat er doch nicht soviel zu sagen, wie- es scheint. Es befindet sich nämlich noch heute ein Gesetz in Kraft, das vom 16. Juli 1932 datiert. Auf Grund dieses Gesetzes liegt die Führung des Arbeitsdienstes in den Händen des»Reichskommissars für den Freiwilligen Arbeitsdienst.« Es müssen also noch Kräfte am Werke sein, die an einem solchen Kommissar Interesse haben. Hierl konnte Ihn noch nicht beseitigen. Mit Schacht und den»liberalen« Wirtschaftsführern steht er sich auch nicht gut. Er wirft ihnen mnm monistische Arbeitsauffassung vor und behauptet, für sie sei der Arbeitsdienst nicht mehr und nichts anderes als eine QueUe billiger Arbeitskräfte für private Unternehmungen. Für den Staat, so führt er allerdings auch aus, ist der Arbeitsdienst leider sehr häufig ein Konkurrenzunternehmen, das die Löhne drückt. Hierl beklagt sicü auch Uber die schlechten Baracken, die man für den Arbeitsdienst nur zur Verfügung stellt und verlangt die systematische Siedlung Im Osten. Die Großstädte will er, wie Schleicher und andere Generäle, auflockern und Im Osten will er außerdem eine neue Industrie schaffen, um die westdeutsche Industriegeschwulst zu beseitigen. Daß sich die Industrie gegen all diese Bestrebungen wendet, Ist weltgehend bekannt. Er Ist darum nicht sehr beliebt bei vielen Industriellen. Zweifellos hat Hierl einen schweren Stand. Auffallend ist, daß er von allen nationalsozialistischen Führern am wenigsten angegriffen und verdammt wird. Bisher verstand er es ausgezeichnet, sich im Hintergrund zh halten. Er hat eine Macht herangebildet, dis bedeutungsvoller ist als SA und SS zusammen. Wie lange wird sie Ihm noch gehören? Man wird den Eindruck nicht los, daß sich Hierl bewußt zurückhält, um sich nicht zu sichtbar mit dem beutigen Regime zu solidarisieren. Er wird noch heute viel von dem denken, was Ludendorff ausspricht. Ein* mal sagte Hierl:»Persönlich möchte ich nichts anderes, als ein treuer Gefolgsmann meines Führers sein...« Möchte! Ob Ichs kann, das hängt vom Führer ab! So möchten sie es alle. So wollten es auch Jene, di« erschossen wurden. Der Arbeitsdienst ist ein Konfliktsherd, einer von vielen— mindestens so bedeutsam für kommende Auseinandersetzungen wie die SS. Fred War. stark von den Ideen des Regimes angekränkelt. Die Wirkung der Propaganda bei dieser Gruppe ist viel stärker als bei der Arbeiterschaft. Der moralische Zusammenhalt der früher bei«ins organisierten Genossen Ist sehr stark. Oft erklären Genossen, die früher in ihren Bezirken eine führende Rolle gespielt haben; Wenn wir unsere Leute heute rufen könnten, so wäre die Partei morgen zu 100 Prozent wieder aufgebaut Aber— sie glauben gleichzeitig, daß man noch weiter abwarten müsse, und heute noch nichts tun könne. Anders diejenigen, die unmittelbar in der illegalen Arbeit stehen. Sie rechnen nicht d�mit, daß das Regime in naher Zukunft zusammenbrechen, könnte. Sie arbeiten zäh, ausdauernd und auf lange Sicht. Und sie haben zugleich gelernt, vorsichtig zu arbeiten. Auch jetzt erfolgen noch Verhaftungen in großer Zahl; oft greift die Polizei wahllos Dutzende aus den Reihen der alten Marxisten heraus und hofft wenigstens einige illegale Arbeiter auf diese Weise mit zu fassen. Aber im Gegensatz zu früher, wird jetzt der illegale Apparat In seinem Grund- aufbau von diesen Verhaftungen nicht mehr erschüttert. Die verhafteten Genossen werden dorch andere ersetzt nnd die Arbelt geht ohne Vn- terbrechnng weiter. Der Glaube an unsere Zukunft ist felsenfest So wird uns berichtet; SUdwestdeutschland: Unsere Genossen sind außerordentlich optimistisch geworden. Dies zeigt sich zunächst darin, daß sich die Bestrebungen, Anschluß an die Fredheitsbewegung zu gewinne� verdichten. Insbesondere aber in einer bedeutend gestedgerten Anforderung von Lesematerial. SUdbayern: Die Arbeiterschaft steht trotz Verfolgung und Zurücksetzung. Es ist eine gute Stimmung vorhanden. Uebergetreten ist niemand. Der Zusammenhalt ist innig. Besonders die alten Kämpfer des Sozialismus stehen wie ein Fels. Sie warten vorsichtig ab. Die Schläge des Zusammenbruchs haben sie fast schon wieder überwunden. Sie glauben an die Zukunft und an den Sieg ihrer Sache. Das Alte kommt nicht wieder, aber dafür etwas Neues und Besseres!• Das fMende Uod Die Holkamarilla der Homosexaellen In Deutschland gehen die Maasanver- haftungen welter, Hunderte sind In diesen Tagen unterm Christbaum weggeholt worden. Stille Nacht, beilige Nacht! Die meisten entstammen dem Nazilager, wo die Meckerei täglich wächst. Eine Spezialität dieser neuen„Relnlgungswelle" sind die Razzien in den ausgedehnten Revieren der braunen Homosexuellen. Moralische Säuberung, Schutz der Hitlerjugend, so nennen Osafs Offiziöse diese Aktion. Es fehlt in der deutschen Sprache ein Wort, das diese 1934er Brandmarkung der 175er richtig charakterisiert, ein Stimmelwort für Treulosigkeit, Verrat> Heuchelei und Feigheit. Wer hat denn die Homos In der NSDAP groß werden lassen, wer hat sie züchten helfen, wer hat die Röhm und Heines In Amt und Würden gesetzt, obwohl ihre Veranlagung öffentlich bekannt und polizeinotorisch war? Wer hat sie zu Vorgesetzten der braunen Jugend ernannt und geduldet, daß sie ihre Lieblinge zu Adjutanten machten? Wer hat die perversen Röhm- b r 1 e f e durch seine Presse erst ableugnen und dann totschweigen helfen? Wer hat auf diese Weise die ganze NSDAP zum Sumpf der Perversität und Pathologie werden lassen? Die ganze Welt weiß es, die ganze Welt zeigt mit Fingern auf ihn und seine Paladine. Aber er Ist nie schuldig, immer sind es die anderen; eine Tapferkeit, wie sie die Welt noch nicht sah. Wenn sich die sexuell Abnormen in einer Partei sicher und wohlgelitten fühlen mußten, dann in der Hltlerschen. Dort stellten sie die führenden Leute und auf ihrem Rücken sozusagen kam der Osaf an die Macht. Jetzt gibt er ihnen nicht nur den Tritt, Stabschef' und Heines seinen FYeund nannte, sich ausgerechnet mit dem{ 178 zum Tugendwächter Deutschlands machen will, 80 fehlt wie gesagt für so viel heuchlerische Treulosigkeit der richtige deutsche Sammelbegriff. Die Welt aber fragt, was mm elgentllcl» mit den hochgestellten Röhmllngen wird! Dicht neben Hitler sehen wir noch immer seinen Stellvertreter Heß, im Moment wohl der Prominenteste unter den total®0 1756171.' Und wie stehts mit dem Reich«- Jugendführer Baidur von Schiracä, dem durchaus illegitimen Schwager Görlng0' Auch er entstammt Röhms Zucht und besanÄ den Führer In Versen, die weniger von did»* terischer, als von anderer Veranlagung kündeten. Nein, ihnen und anderen Hochgestellten ihrer Fakultät wird kein Haar gekrümmt erst wenn auch sie an die antlkapltalistiscbeo Verheißungen von ehedem erinnern sollt«0' würden ihre Skalpe sehr rasch am Gürtel d«* Führers baumeln— als Beweise der moralischen Keia'gung. Das redende Gas �, Die„Bremer Zeltung" schreibt unter d®7 Ueberschrift„Was müßte am schnellsten er' fanden werden?": „Ein Präparat, um alle Volksgenosa®� bezw. Parteimitglieder zu kennzeichnen, W«1' che Ihre Einkäufe immer noch In Einheltsg®* Schäften Warenhäusern und nlchtarlsch«0 Geschäften besorgen und Immer noch nl«0 begriffen haben, was sie damit anrichten- � Ich denke an ein geruchloses, sonS unschädliches Gas, welches In di«0* Häuser unauffällig gelegt werden kann 00 __________„_____________ eine Wirkung erzielt, wo die weiblichen Volk*- sondera seit dem 30. Juni spielt er auch auf genossen meinetwegen beim Betreten elD«0 ihre Kosten den Moralischen und läßt Jetzt Schnurrbart bekommen und die männlich«0 in einigen Bezirken Jagd auf seine warmen eine blaue Nase erhalten, was mindestens Kameraden machen— weil auch in ihren Tage anhalten müsse. Für die notleidende Geschäftswelt Reiben die Meckerei grassiert. Wenn er diejenigen von ihnen, die seine Gegner geworden sind, nach brauner Gangsterart erledigen ließe— es wäre das im Dritten Reich übliche Kanlbalische, aber es entspräche wenigstens jenem„Gesetz der Bestie", dem diese Zeitgenossen mit zum Siege verholfen haben. Aber wenn Jemand, der Röhm„seinen lieben dies bestimmt zum Vorteil, zumal der größte Teil der Geschäftsleute größere Sorgen 1,01 seine Existenz hat als Je! Also, deutsche C0** miker ans Werk! Hitler hat dem Mittelstand nicht geholt«1� Jetzt soll helfen! ein chemisches Giftgaswuw id«7 Ständegesellschaft oder totaler Staat? Nichit umsonst beschwerte sich vor kurzer Zeit ein nationalsozialistischer Politiker(Jar- über, daß auf dem Gebiet der Wlrtschafta- 'deologie der im dritten Reich herrschende ßegriffswirrwarr seinen Höhepunkt erreicht bebe. Nicht nur diejenigen, die Juden lyn- �en, Kaninchen züchten und das halbe Deutschland kastrieren wollen, berufen sich auf>den Führer«; auch Leute mit durchsichtigeren, sehr materiell erfaßbaren Interessen versuchen ihre Ideologische Tünche mit dem Stempel des Führers zu heiligen. Und gerade die Wirtschaftsinteressen sich Im äugen Raum stoßen und die Gegensätze hier schnell aneinander geraten, so erlebt man im heutigen Deutschland einen wilden Kampf getarnter Barden, kriegerische Teutonen- Schlachten, in denen die Kämpfer mit hölzer- ben Schwertern und stumpfen Dolchen um die Probleme des modernen Imperialismus ringen. So erfuhr man jüngst aus der deutschen Presse, daß im Zuge der GrUndungshausse anläßlich der Machtergreifung Adolf Hitlers hi Düsseldorf ein»InstltutfürStände- *esen« entstanden ist, das bislang ohne große Anfechtung seine»Forschungsarbeit« betreiben und sein Organ»Braune Wirt- achaftspost« herausgeben konnte. Bekannt- "eh sind seit dem Frühjahr 1034 alle Debatten über Stände und Wirtschaftsorganisation streng untersagt worden. Im Schatten dieses diktierten Stillschweigens ist Ja nunmehr die Wirtschaftsorganisation»vollendet« worden, allerdings ohne einzige der grassierenden Ulu- aionen über Stände,»ganzheitliche Wirt- achaft«,»Selbstverwaltung der Wirtschafts- �ruppen« usw. zu erfüllen. Deshalb hält man 43 an der Zeit, diesem Institut zu Leibe zu gehen und die nationalsozialistische»Deut- ache Volkswirtschaft« erhebt fürchterliche ■�bklage, dergestalt, daß die braunen Männer Düsseldorf es unternommen hätten, außerhalb des von der Partei geschaffenen Appa- bats»den ständischen Aufbau vorzubereiten«. 'at nicht mehr als selbstverständlich, daß ®e»Deutsche Volkswirtschaft« die Existenzberechtigung solchen Vorhabens energisch beatreitet und die Behörden leise winkend auffordert, diese Brutstätte der Ideen Othmar ePann3 in den Orkus zu versenken. Aber siehe! Es ereignet sich, daß benann- Institut durch seine»Braune Wlrtschafts- Pest« Einspruch erhebt— und nicht nur das: geht auch zum Angriff auf den bfalltätsanspruch des natlonal- 'ozialistlschen Staates Uber. Die erren müssen auch schon gemerkt haben, sehr das Totalitätsprlnzip bereits durch- /bbart, ja zur inhaltslosen Phrase erstarrt T*" wenn sie sich erlauben, die Omnipotenz b®8 Staates in Frage zu stellen. Sie bestrei- b"'faß der Staat fähig und in der Lage auf alle Gebiete des Rechts und der �tur zentralistlsch einzuwirken. Solcher ®tsuch zeuge eigentlich nur von einer un- �Wüitbaren Reaktion auf den Liberalismus. gehe nicht an, den verschiedenen Lebens- felchen die eigene Würde absprechen zu hen und ihnen nur Inhalte unmittelbar vom baate zu geben. nur das ®cht zur Volksgemeinschaft Schließlich be- arren diese Schüler Othmar Spanns auf dem "�«fedogma �"«Irischen Anwei Solche Gleichschaltung beäußere Gebaren, führ« aber und verteidigen es gegen die und verzerrten Formen seiner endung im dritten Reich. z»>®lne Gesellschaft ist entweder im »aazen von Hause aus ständisch aufge- gen oder sie ist Uberhaupt nicht ständisch urgezogen, denn ständische Ordnung be- ~agt nichts anderes, als daß alles, was b' ein organhaftes und kein mecha- atisches, zentrallstisches Geschehen ist.« • af. die Herreu spüren wohl ein maso- j Stlsclle8 Verlangen nach dem Aufenthalt �bazentratlonslager? Aber die Quelle Courage wird offen aufgedeckt. Wie (]r>Braune Wirtschaftspost« nicht ohne dg0 fTlde Geste ausruft, handle es sich bei v'bornierten Institut um»eine aus dem 8 �"bwortungsbewußtseln der westdeut- dün en Wirtschaft geborene... Grün- � g* und die Erhaltung des Instituts werde 1�. �Vesten für eine unbedingte Notwendlg- j' Ehalten. Also daher pfeift der Wind! pr er �olkswlrtschaftler weiß, daß»Stände« auf�Ultte Jurtsüscher Privilegien sind, die ''ch �em®otfen der gebundenen mittelalter- en Dedarfswlrtschaft erwachsen. Der mo- dj eri ulcht mehr hervorzuzaubern, er muß Zgjjt �buppenprivileglen aus Gründen einer der �''sflachen und direkten Beherrschung Pen lrt8cllaft durch die mächtigsten Grup- Stg Vlellnellr bekämpfen. Deshalb wurde die bdediakuasion von dem ökonomisch entvermag einen solchen Ueberbau seiner Wlrtschafts- deutschen Kapitalismus gewaltsam n0�r'3Unden. während in technisch und öko- It4jjSc'1 weniger entwickelten Ländern wie 6,1 Und Oesterreich die Stände wegen Von unserem Mitarbeiter an der Saar. Noch einzelne Tage bleiben bis zum Abstimmungstag! Daß die»Freiheitsfront« der vereint marschierenden Soziallsten und Kom munisten, deren Stärke vom Gegner selbst als mindestens ein volles Fünftel der Bevölkerung umfassend angegeben wird und die sicherlich dieses ihr gnädigst konzediertes Minimum bei weitem überholen ward, ihre Pflicht In imposanter Geschlossenheit tun wird, steht außer jeder Diskussion. Die Frage aber, wie sich neben unserer Freiheitsfront und neben den angeblich unerschütterlichen vierzig Prozent der Gleichgeschalteten in der »Deutschen Front« der große Rest von ebenfalls vierzig Prozent der Gesamtbevölkerung verhalten wird, die Masse der Zentrums- wähler, katholische Kleinbürger und Bauern, — diese Frage wurde sicherlich zu einem wesentlichen Teil durch die Ak tlvierung des katholisch-religiösen Widerstandes gegen die Hitlerei beantwortet, die in der Gründung des»Volksbundes für christlic b-s oziale Gemeinschaft« erst zu Anfang Dezember ihren organisatorischen Ausdruck fand. Niemand kann den Terror übersehen, der gegen die Nicht-Gleich- geschalteten mit Hilfe der deutschen Behörden und unter Verwendung verschwenderischer Geldmittel aus den Göbbelsfonds verübt wird. Die Angstpsychose geht an der Saar um; ein Blick in den mageren Inseratenteil aller Zeitungen, den fast allein die jüdischen Totalausverkäufe wegen Aufgabe der Geschäfte bestreiten, Uberzeugt allein davon. Es Ist also schon eine wirklich gewichtige Tatsache, wenn sich trotz alledem in den ersten drei Tagen allein in der Stadt Saarbrücken über fünftausend Personen In die Beltrittsllsten des neuen.Volksbundes' ein gezeichnet haben. Man Uberfliegt die erste, jetzt veröffentlichte Zeichnungsliste Uber freiwillige Beiträge der Bevölkerung für die neue Kampf orgEinisation: Die Namen dürfen darin nicht ausgeschrieben werden, weil sonst Boykott und Terror den Opfernden gewiß wären. Ein Pfarrer hat tausend Pranken gezeichnet; zwei Lehrerinnen gaben von ihrem bescheidenen Gehalt hundert Franks; aus allen großen Saarorten, aus Neunkirchen, aas St. Ingbert, aber auch von Saarländern aus dem Ausland liefen Beiträge ein. Es ist eine recht stattliche Liste. In den meisten Industrieorten der Saar hat der /Volksbund' schon überfüllte Versammlungen abgehalten. Seine erste öffentliche Demonstration in Saarbrücken selbst, wenige Tage nach der Gründung, wies bei rund dreitausend verkauften Eintrittskarten einen solchen Massenbesuch aus, daß Tausende umkehren und sich auf eine bessere Gelegenheit vertrösten mußten, I m b u s e h oder Kuhnen, die beiden katholischen Gewerkschaftsführer zu hören. Der »Deutschen Front« hat es besonders die Tatsachen angetan, daß mehr als siebzig Saar- Geistliche schon seit dem ersten Tage zu den Gründern des, Volksbundes' zählen. Das alte Rezept, die Autorität des reichsdeutscben Klerus vor ihren Parteikarren zu spannen, wirkt deshalb für die Nazi-Agitation lange nicht mehr so, wie etwa noch vor einem halben Jahre, als auch geistliche Wanderredner der»Deutschen Front« noch für gutes Honorar von Dorf zu Dorf pilgerten. Zur Genfer Regelung der Pollzeltruppen- frage hat zwar Berlin seine süß-sauerste Miene aufgezogen— in den Hitlerbüros an der Saar selbst aber wirkte die Nachricht von dem Einmarsch fremder Truppen wie ein eisiger Wasserstrahl. I m b u s c h und Kuhnen sind»aus der deutschen Volksgemeinschaft ausgestoßen« worden. Das Büro des Gewerkvereins, dem sie angehörten, ist gleichgeschaltet. Der Gewerkverein aber ist wieder Teil und Glied der Leyschen Arbeitsfront. Er hat prompt die Namen von Kuhnen und Imbusch aus der Mitgliederliste gestrichen. Die Nazipresse an der Saar, in deren Redaktionen sich die»problematischsten Naturen« aus dem Reich in braunen Kitteln eingeschmuggelt haben, tut ihr Bestes, um durch Verwirrung und Unwahr- haftigkeit zum Ziel zu kommen. Keine der früheren Zentrumszeitungen hat bisher die für die Abstimmungssituation entscheidende Erklärung Lavais vor dem Genfer Rat vom 6. Dezember im Wortlaut gebracht. Trotz ihrer numerischen Schwäche müssen nun die nlchtglelchgeschalteten Blätter diesen Wall schweigender Lüge zu durchbrechen versuchen, Das Blatt»Deutsche Front« hat zwar Lavais Zusage veröffentlicht, sich aber dafür gestattet, sie ins Gegenteil zu verfälschen. Sie hat aus dem Satz, daß sich Frankreich dem Willensausdruck der Bevölkerung nicht widersetzen werde, das Wort»nicht« ausgelassen! Im Reich selbst wird eine weitere agitatorische Brisanzgranate schußfertig gemacht: Schon aus sozialistischen Kreisen der Pfalz wurde dieser Tage berichtet, daß sich Herr Saarbevollmächtigtcr' Bürkel in persona oder durch Vertrauensleute an frühere, bekanntere Funktionäre der SPD herangemacht hat, um ihre guten politischen Namen zur Unterzeichnung eines Göbbels'schen Manifestes, das sich für die sofortige Rückgliederung der Saar an die Bevölkerung wenden soll. Zwar sind diese unsere Pfälzer Genossen in den Konzentrationslagern schmählich mißhandelt worden; einige haben damals auch unter Erpressung einen Revers unterzeichnet, daß sie sich jeder politischen Tätigkeit künftig enthalten wollen. Was tut's dem Herrn Bürkel?! Er beantwortet den vorsichtigen Hinweis auf diesen Revers damit, daß das ja jetzt längst»verjährt« sei.,. Trotzdem ist er abgeblitzt bei den alten Sozialdemokraten. Was man aber hier bei Funktionären der Sozialdemokratischen Partei ohne Erfolg versuchte, das soll bei führenden Männern des früheren Zentrums noch schnöder ausprobiert werden. Die»Neue Saarpost« in Saarbrücken berichtet darüber: »Ehemals im Vordergrund des öffentlichen Lebens stehende Leute, jetzt sogenannte politische Leichname an der Saar, sollen sich an führende Politiker im Reich wenden, damit die früheren Staatsmänner, die dem Zentrum angehörten, entsprechende Verlautbarungen zu Gunsten der braunen Front ins Saargebiet schicken. Ja, man gibt sich besondere Mühe, Brüning für ein solches Schreiben zu gewinnen. Brüning wird sich sicher draus halten. Doch Faksimileunterschriften sind genug vorhanden und wer weiß, ob keine benutzt wird. Auch der frühere Parteiführer Kaas soll angegangen werden, die Saar zu beruhigen und die widerstrebenden Elemente auf den »rechten Weg« zu führen. Ob Prälat Kaas das tut, steht noch auf einem anderen Blatt.« Die»Neue Saarpost« erinnert in diesem Zusammenhang daran, daß Kaas als Parteiführer schon einmal von Frick mordsmäßig betrogen worden ist In der Entscheidung Uber das Schicksal der Zentrumspartei hatte Herr Kaas sich von Frick versichern lassen, daß ein Brief des Reichsinnenministers an ihn schon unterwegs sei, wonach die hinausgeschmissenen Zentrums beamten wieder eingestellt werden sollten. Der Brief, so sagt die NSP, ist nie angekommen. Ebenso gut hätte sich aber auch das Blatt auf die von ihm selbst nachgewiesene Fälschung eines Hirtenwortes des deutschen Bischofs Bertling zur Abstimmung am 10. August durch das amtliche Deutsche Nachrichtenbüro berufen können. Aber braucht wirklich die Skrupel! osigk ei t brauner Propagandisten noch erst bewiesen zu werden? Am reichsdeutscben Rundfunk Stuttgart, eigens seit Monaten auf den Saarkampf dressiert, hat ein Individuum von weitester Unbekanntheit sich gebrüstet, einen Einbruch verübt, Dokumente aus einem erbrochenen Geldschrank geklaut zu haben, die einige Status-quo- Führer belasten sollten, und sein Angestelltenverhältnis als Privatsekretär eines deutschen Grubeningenieurs, der in französischen Diensten steht, durch diesen Diebstahl bei seinem Arbeitgeber besonders gröblich mißbraucht zu haben. Die Dokumente, soweit sie wirklich Belastendes über französische Gelder, die In deutsche Hände gekommen wären, ausweisen sollten, stellten sich als üble Fälschungen heraus. Entscheidender aber ist, daß an einem reichsamtlicb kontrollierten Sender ein Verbrecher sich seines Einbruches mit allen pikanten Einzelheiten der Ganoventat rühmen durfte! Sogar die neutrale Abstimmungskommission mußte gegen diese Unterweltspropaganda förmlich Einspruch vor der OeffentUchkeit einlegen, Nun, jetzt veröffentlicht der Untersuchungsrichter beim Obersten Gerichtshof des Saar-,, gebletes im»Oeffentlichen Anzeiger« einen formgerechten Steckbrief gegen den braunen Heros und ersucht jeden, ihn der Gerichtshaft zuzuführen, wo er gegriffen werden kann. Aber freilich— der Einbrecher sitzt bei den Fleischtöpfen des deutschen Propagandaministers in Sicherheit! Die Hitlerpropaganda hat noch etwas in Vorbereitung. In der Silvesternacht um 12 Uhr sollen alle Ortseinwohner jedes Saarortes sich um ihren braunen Lokalherm, den nationalsozialistischen Ortsgruppenführe� versammeln. Er wdrd ihnen folgende»Friedensbotschaft« verlesen: Wer sich vom 1. Januar ab zu dem Programm Hitlers bekehrt, dem soll nichts passieren. Er soll später genau so geachtet und geehrt sein, wie jeder »alte Kämpe«. Aber wer sich nun nicht, auch nicht ab 1. Januar 1035, mitternächtlich 12 Uhr, bekehren will... 7 Das Dritte Reich schreckt vor keinem Terror zurück, um sich einen tödlichen Schlag vom Leibe zu halten, den es für den 13. Januar, den Tag der Abstimmung, fürch tetl ihrer Ideologischen Verhüllungafunktion zwar proklamiert, aber keineswegs verwirklicht werden. Wenn die westdeutsche Industrie nun in gewohnter Welse ihre Extrawurst braten will, so meint sie damit ihre besonderen Privilegien verewigen zu können. Dafür läßt man sich die Erhaltung des Instituts schon etwas kosten. Die westdeutsche Schwerindustrie hat eine ideologische Tradition: sie führt vom Untergang des Abendlandes durch Oswald Spengler bis zum»Institut für Ständewesen«. Was lehrt dieser Kulissenkampf 7 Der deutsche Kapitalismus duldet weder den faschistischen Totalstaat noch die»organisch- ganzheitliche« Ständegesellschaft Er hängt den Ideologen eine Weile Narrenkappen auf, um sie nach ihrem dekorativen Auftritt mit schwungsvollem Fußtritt vor die Türen der Wirtschaftspaläste zu setzen. O. P. Kindersdi ander oder Justlzsdiänder? Selbstporträt eines Staatsanwalts. In einer der letzten Ausgaben des Streicherachen»Stürmer«(Nr. 40) wird auf der Vorderseite im Leitartikel das»Binde eines Scheinheiligen« abgehandelt Die große Strafkammer des Landgerichts Aschaffenburg hatte den sechzigjährigen Geistlichen Rat Weidenbörner wegen Vergehens an Kindern nach Paragraph 174 und 176, St-G.-B., zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt Ueber die Grundlage des Prozesses kann man sich aus dem Streicherachen Bericht kein Urteil bilden. Jedoch wird der allerschlimmste Verdacht berechtigt, wenn man In dem Bericht des»Stürmer« Uber das Vorgehen des Staatsanwalts folgendes liest: »Wenn aber der politische Weg beschritten werden solle, dann sei er, der Staatsanwalt Dr. Hauck, bereit den Marsch mitzumachen. Staatsanwalt Dr. Hauck erinnerte den Geistlichen Rat Weidenbörner an eine Begegnung mit ihm im Jahre 1032. In einer politischen Versammlung, in der Dr. Hauck als Redner auf der Tribüne stand, hatte sich der Geistliche Rat Josef Weidenbömer zur Aussprache gemeldet...< Die Frage, ob der Geistliche W. wirklich Kinder geschändet hat bleibt offen. Daß der Staatsanwalt Hauck und das Gericht die J u- s t i z geschändet haben, steht fest Sie haben mit Anklage und Urteil nicht nur den wirklichen oder angeblichen Verbrecher, sondern auch den politischen Gegner treffen wollen. Der Verdacht ist gerechtfertigt, daß hier in Form eines Gerichtsverfahrens ein gemeiner Racheakt begangen worden ist Der Mensdi Auf dem Messegelände am Kaiserdamm wird, nach einer Berliner Pressemeldung, eine große Ausstellung stattfinden, die den Menschen zum Mittelpunkt hat. Die Schau erhält die Bezeichnung»Des Wunder des Lebens...« Verbunden mit der Sonderachau»Der gemarterte Mensch«. Mit reichhaltigem Material aus Gestapo-Kellern und Konzentrationslagern! Man flüstert in Deutsdiland? Die Droschkenkutscher dürfen«dch vo& nun ab„Gaulleiter" nennen. Dem Film des weiblichen Arbeitsdienstes („Ich für Dich, Du für mich") soll ein ähnlicher Film der Deutschen Arbeitsfront folgen:„Ich für mich, Du für Dich, jeder für sich." In Berlin wurde eine Jüdin zu hoher Zuchthausstrafe verurteilt. Sie soll einen deutschen Schäferhund gebissen haben. Die neue Inflationstheorie Was Deutschland in den Jahren 1920 bis 1923 erlebt hat, war mehr eine Geldvemich- tung als eine Geldentwertung. 25 Milliarden Sparkassenguthaben waren in nichts zerschmolzen, 25 Millionen Sparer wurden um die Früchte ihrer Arbelt und die ihres Alters betrogen. Es war offensichtlich, daß die Inflation Millionen Deutsche arm gemacht hatte. Was lag näher, als daß die verzweifelte Masse der Deklassierten glaubte, daß ganz Deutschland von der Verarmung betroffen worden sei. Ihnen blieb die Erkenntnis verschlossen, daß die Inflation nicht eine Verminderung, sondern eine gewaltige Umschichtung des gesellschaftlichen Reichtums bedeutete, eine ungeheure Blutabzapfung für die einen, Stelgerung von Kapitalreichtum und Kapitalmacht ser, er besitze„doch so viel Optimismus, anzunehmen, daß sehr vieles, was heute noch als verfehlt in der industriellen Entwicklung der Nachkriegsjahre angesehen wird, sich in einiger Zeit als gewichtiger Vorteil für die Hoffnung j nationale und internationale Stellung der nur allzu 1 deutschen Industrie erweisen wird". Die Zelt i ist also gekommen, da man es sich leisten kann, zuzugeben, daß der Mißbrauch, den man mehr als ein Jahrzehnt lang mit den Opfern der Inflation getrieben hat, auf Schwinel beruht. In der amtlichen Schrift heißt es: „Generell gesehen, ist die Inflation dem Untemehmereinkommen günstig gewesen, während sie sich für die Arbeitereinkommen ungünstig auswirkte. Die Löhne und auch die Gehälter vermochten, vor allem seit 1921, mit der Preisentwicklung nicht Schritt zu halten." für die anderen, also kein allseitiges, sondern ein sehr einseitiges nationales Unglück. Es war nicht schwer, diesen Verzweifelten, denen die Wut über ihr Schicksal das Mindestmaß an politischem Verständnis, das sie bis dahin besessen, erstickt hatte, einzureden, daß sie nieht nur i n der Republik, sondern auch von der Republik* arm gemacht worden«eien und daß die teuflische Dreieinheit von Feindbund, Judentum und Marxismus alles Unglück über tisationsverpflichtungen frei' sie gebracht habe. Es war nicht schwer,' Es wird zustimmend die Berechnung des sozialistischen, längst außer Landes gegangenen Professors Emil Lederer zitiert, der allein den Betrag,„der der Industrie aus nichtbezahlten Löhnen zuwuchs", auf 24 bis monaten, wie auch die durch den Kriegsausgang erzwungene Umstellung großer Teile der deutschen Industriewirtschaft wäre, meint Berkenkopf, in diesem Umfang gar nicht möglich gewesen, wenn nicht die Begünsti- gung aller Investitionen durch die fortschreitende Geldentwertung als starkes Stimultins (Antrieb) dahinter gestanden hätte. Bisher hat man immer behauptet, eine der Hauptursachen des Währungsverfalls sei gewesen, daß man mehr hätte einführen müssen, als ausführen können. Jetzt wird zugegeben, daß „bis weit ins Jahr 1923 hinein nennenswerte Absatzschwierigkeiten weder im Inland noch auf den Exportmärkten bestanden" haben. Der Italiener Gini behauptet, daß nach der Entwicklung in der übrigen Welt im Jahre 1921 in Deutschland ein Rückgang der Erzeugimg um 19 Milliarden Goldmark hätte erwartet werden müssen. Tatsächlich hat aber allein in diesem Jahre der Wert der industriellen Produktion um 10 Milliarden Mark zugenommen. Es ist also den deutschen Unternehmern in der Inflation nicht schlechter, 28 Milliarden Goldmark schätzt. Ferner sei| sondern erhebüch besser gegangen als ihren die Industrie„durch die fortschreitende Geldentwertung von Zinsbelastungen und Amorgeworden. Sodann wird festgestellt, daß die Unternehmer diese Unglücklichen darüber zu täuschen, daß sjc}j mehr als andere sie ihr Eigentum nicht an Fremde, sondern Steuerzahlung drücken an glücklichere Landsleute verloren hatten und daß Juden wohl unter den Gewinnern, aber mehr noch unter den Opfern der Inflation zu finden sind. Der Erfolg von Hitlers M aasen beeinfKissung beruhte nicht zuletzt darauf, daß es ihm gelang, für den Raub von so viel Gut Sündenböcke aufzurichten, um von den wirklichen Sündern abzulenken. Um Schichten von der konnten.„Vom Unternehmereinkommen war daher ein ständig sinkender Teil für Steuerzahlung abzuzweigen; auch die nichtbezahlten Steuern wurden für Investitionszwecke frei." Daher„die schnelle Zunahme der Investitionstätigkeit". „In der gesamten Produktionsgüterindustrie beträgt die Zunahme des Produktionsvolumens von 1919 bis 1922 rund 100 v. H." Die die Nutznießer der Inflation im eigenen Erzeugung von Produktionsmitteln hatte sich Lande zu verschonen, mußten die Opfer der Inflation durch nationalistische Verhetzung Irregeführt werden. Ohne die Verzweiflung der durch die Inflation Enterbten wäre der Aufstieg des Nationalsozialismus nicht denkbar, ohne ihn gäbe es kein Drittes Reich. Hitler verdankt seine Macht dem gläubigen Vertrauen der Inflationsopfer, daß er damals allein die Kraft gehabt haben würde, sie vor ihrem Unglück zu bewahren, und daß er jetzt der Einzige ist, der imstande wäre, seine Wiederholung zu verhüten. Die Erinnerung an die Inflation ist nicht tür alle gleich schmerzlich. Die Hausfrau, die der Schrecken des Schlangestehens gedenkt, der Arbeiter und Angestellte, der sich erinnert, wie sein Lohn einen Tag nach der Auszahlung bereits wertlos war, der Rentner, der sein Erspartes stündlich dahinschwinden sah, sieht die Inflation anders als der Generaldirektor, der mit Behagen sich darauf besinnt, wie es ihm gelungen ist, seinde Bankschulden entwerten zu lassen, nachdem er sie in gesteigerte Konzernmacht und in sicherer Auslandsvaluta umgewandelt hatte. also während der Zeit der Inflation mehr als verdoppelt. Dagegen die Kehrseite der Medaille:„Besonders gering war die Zunahme in den Nahrungs- und Genußmittelindustrien, die fast ausschließlich auf die schwindende Kaufkraft des Binnenmarktes angewiesen waren." Das reisende Tempo des industriellen Aufstieges war also mit Massenhunger erkauft worden. Noch deutlicher spricht es B e r k e n k o p f aus, daß die Opfer, die den Massen aufge- zwungen worden waren, sich für die Industrie gut rentiert hatten. Er stellt der Inflation folgendes Lob aus: „Bei allen schweren Schäden, die sie für große Teile des Volkes im Gefolge gehabt hat, kann man heute rückschauend doch nicht die Augen davor verschließen, daß sie den industriellen Wiederaufbau wesentlich gefördert, vor allem aber das Wiedervordringen auf dem Weltmarkt auch gegen schwerste Hemmungen stark erleichtert hat." Die schnelle Erholung der deutschen industriellen Produktion nach dem schweren Zusammenbruch in den ersten Nachkriegs- Konkurrenten auf dem Weltmarkt. Hat man bisher nicht immer gehört, daß die deutsche Ueberinflation die Folge der Tributzahlungen sei. Herr Professor Gini aus Rom belehrt uns jetzt darüber, daß die Inflation, im Gegenteil, ein Mittel war, die Tributlasten los zu werden. Er schreibt,„daß Deutschland sich bei bis aufs äußerste getriebener Inflation von einem großen Teil der Reparationsverpflichtungen befreien konnte." Wir hören von ihm. daß die deutschen Kapitalmagnaten durch die Inflation wahrscheinlich reicher, sicher aber mächtiger geworden sind als vor dem Kriege. Er schreibt, daß die Reichtumsverteilung keine wesentliche Veränderung gegenüber dem Vorkriegszustand erfuhr, während die Konzentrationen in der Leitung der Unternehmungen wahrscheinlich als ein Vorteil zu betrachten ist. Der ganze Zweck dieses Umlernens auf der ganzen Linie wird von diesen gelehrten Faschisten deutlich in, folgendem Satz enthüllt: „Unsere''Absicht war es gerade in diesem Aufsatz die Kollektivfunktion der Inflation näher zu untersuchen, wohingegen die Opfer der einzelnen gegenüber dem Kollektivnutren ein zwangsweises Uebergangsstadium darstellen, durch das hindurch der Organismus die Krise Uberwinden kann." Hier wird der tiefere Sinn des Faschismus mit zynischer Offenheit bloßgelegt: er ist der Fronvogt der Trustmagnaten in einer Zelt, da daß herrschende System seiner Krisen nicht anders Herr werden kann als durch Vervielfältigung des Massenelends. Der Altar der Nation, auf dem die von ihm Versklavten zum Opfer gebracht werden, ist dem Profit des Monopolkapitals geweiht. G. A. Frey. Das Dritte Reich, das der Verzweiflung der Inflatlonsopfer vor allem sein Dasein verdankt, hat sich entschlossen, die Inflation nicht von deren Standpunkt, sondern vom Standpunkt des Generaldirektors ans anzusehen, wie es ja auch der Standpunkt des Generaldirektors ist, der im Dritten Reich zur ausschließlichen Geltung gelangt ist. Die Gemächer des Reichskanzlers und Führers sind gegen die Schreie der Inflationsopfer fest abgedichtet, desto mehr stehen sie den Generaldirektoren offen. Kein Wunder. daß das Dritte Reich über die Inflation, seitdem seine Beherrscher an dem reichbesetzten Tisch der Macht sitzen, gründlich umgelernt hat. Das kommt in der nationalökonomischen Theorie des Dritten Reiches mit aller Deutlichkeit zum Aufdruck, die ja nichts anderes sein darf als der Preisfechter von Schachts ökonomischer Praxis. Als Beispiele seien gleich d r e'i' wissenschaftliche Arbeiten vorgeführt, die mit fast den gleichen• Argumenten den Beweis zu erbringen versuchen, daß die Inflation nicht eine Zeit wirtschaftlicher Zerrüttung, sondern ein Mittel wirtschaftlichen Aufstiegs, kein nationales\ Unglück, sondern geradezu ein nationales Glück gewesfen ist. Von den drei Schriften sind zwei im ersten Hitlerjahre 1933, die dritte im Sommer 1934 erschienen. Die eine ist amtlich: das Sonderheft 31 der Vierteljahrshefte für Konjunkturforschung mit dem Titel„Die Industriewirtschaft". Die zweite ist ein Buch des Dr. Paul Berkenkopf, Privatdozent an der Universität Hamburg, „Deutsche Industriewirtschaft", und das dritte ein umfangreicher Aufsatz von C o r- rado Gini, Professor in Rom, in der längst gleichgeschalteten Zeitschrift„Weltwirtschaftliches Archiv". Der Zweck der Berken- kopfschen Schrift ergibt sich eindeutig aus dem Vorwort. Darin versichert der Verfas- Ist Mussolini noch Faschist? Am 10. November hat der Duce wieder einmal mit großem Gepränge die Korporationen eingesetzt. Da dieser feierliche Akt nun im Verlaufe der faschistischen Diktatur schon diverse Male vollzogen wurde und immer mit demselben negativen Erfolg, wäre dem Ereignis keine besondere Bedeutung beizumessen. Wichtiger ist aber, daß Mussolini in seiner Rede jene pseudodemokratische Schwenkung sanktionierte, die sich seit Uber einem Jahre in Italien anbahnt und auch in den Reden der italienischen Vertreter auf dem Prager Philosophenkongreß deutlich zum Ausdruck gekommen Ist. Nachdem Mussolini davor gewarnt hatte, die Korporationen zu Uberschätzen und von ihnen Wunder zu erwarten, führte er aus: Das vergangene Jahrhundert verkündete die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz. Dies war eine Eroberung von furchtbarer Tragweite. Das faschistische Jahrhundert solidarisiert sich mit diesem Prinzip, aber es fügt ein anderes Prinzip hinzu, das nicht weniger fundhmental ist: die Gleichheit der Menschen vor der Arbeit.., Man kann den phraseologischen und demagogischen Teil von dieser Rede glatt abziehen, um doch noch eine sehr interessante Lehre darin zu finden. In einem Moment, in dem von einer internationalen Verbreiterung und Ausdehnung des»Faschismus« gesprochen wird, geht der oberste Sachwalter des Faschismus von den elementarsten Ideologien ausdrücklich ab. Er verleugnet die autoritäre und antiliberale Tradition seines Herrschaftssystems. Das geschieht nicht zufällig, denn die italienische Gesellschaft ist heute schon so weit differenziert und in den normalen Rahmen der kapitalistischen Entwicklung eingegliedert, daß sie die Selbständigkeit einer faschistischen Autorität und einer faschistischen Ideologie in Frage stellt. In Deutschland kämpft das Großkapital erfolgreich gegen die Stabilisierung einer selbständigen faschistischen Macht. Es erhebt sich die Frage, ob man die Hitlerdiktatur ihrem sozialen Inhalt nach noch als»Faschismus« in irgend einem klassischen Sinne bezeichnen kann!—' O. P. Die Fälsdiung der Arbeitslosen-Statistik Zum ersten Male in diesem Jahre gibt die amtliche Arbeitslosen-Statistik für den Monat November eine Steigerung der Arbeitslosigkeit zu. Nachdem bisher die Zunahme der Arbeitslosigkeit stets in das Gegenteil umgefälscht worden ist, scheint jetzt die Reichsanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung die Notwendigkeit einer wenigstens bescheidenen Berichtigung einzusehen. Daß die Arbeitslosen-Statistik der Reichsanstalt offensichtlich ge� fälscht ist, das sei hier an dem in Heft Nr. 21 von»Wirtschaft und Statistik« veröffentlichten Bericht nachgewiesen. Dieser Bericht gibt die gesamte Zahl der Arbeitslosen an: Ende August 1934 mit 2,397.562 Ende September 1934 mit 2,281.800 Das ergibt eine Abnahme von 115.762. In »Wirtschaft und Statistik« wird in dem gleichen Heft, das diese Angaben enthält, die Mitgliederstatistik der Krankenkassen für den Monat September mitge- teilL Danach hat die Zahl der beschäftigten über dem Vormonat zugenommen. Also um 53.763 weniger, als die Arbeitslosen-Statistik meldet. So viel Arbeitslose sind demnach aus der amtlichen Statistik gestrichen worden, ohne daß sie in den Produktionsprozeß eingereiht worden sind. Die Arbeitslosigkeit s- und Besch äfti g t e n- S t ati s tl k der Deutschen A'r beitsfront, von der 6.9 Millionen Mitglieder erfaßt werden, weist im August 1934 1,054.000 Arbeitslose aus. Im September 1,050.000. Es ist demnach nur ein Rückgang von ganzen 4000 zu verzeichnen. Selbst wenn man berücksichtigt, daß die Statistik der Deutschen Arbeitsfront noch nicht ganz die Hälfte aller beschäftigten Arbeiter erfaßt, so bleibt trotzdem eine gewaltige Differenz bestehen zwischen der von der Reichsanstalt und der von der Deutschen Arbeltsfront gemeldeten Arbeitslosenverminderung. Man hat keinen Grund, anzunehmen, daß die nationalsozialistischen Leiter der Arbeitsfront ein ungünstigeres Bild von den Erfolgen der Wirtschafts- und Arbeitsbeschaffungspolitik zeichnen, als es In Wirklichkeit ist. Dafür aber ist kein Zweifel mehr zulässig, daß die gleichgeschaltete Reichsanstalt um des günstigen Eindrucks im In- und Ausland willen die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in ihren Statistiken nicht mehr richtig wiedergibt. Ein Streldi gegen die Armen Zu Beginn ihrer Herrschaft verteuerte die nationalsozialistische Reichsregierung sofort die Preise für eine Reihe wichtigster Nahrungs- und Genußmittel. Dazu gehörten auch die Butter-, Margarine- und Fettpreise. Die Arbeitslosen und sonstigen Unterstützungsempfänger wurden damit beruhigt, daß die Regierung Reichs-FettverbllÜ" gungsschelne ausgab, die beim Einkauf von Butter und Fett mit 25 Pfennigen pr® % kg vergütet wurden. Doch schon nach kurzer Zelt wurde die Zuteilung der Fettverbiligungsschelne gekürzt und der Kreis derer, die sie erhielten, ganz erheblich eingeschränkt. Als einen gewissen Ausgleich für diese Maßnahme, die weiten Kreisen der minderbemittelten Bevölkerung den Butter- und Fettverbrauch beschränkte, und weil es außerdem Millionen Arbeiter, Kurzarbeiter usw. gab, die, obwohl ihr Einkommen kaum höher als die niedrigen Unterstützungssätze ist, überhaupt keine Verbilligungsschelne erhielten, wurde eine besonders billige Haushallmargarine eingeführt, die für 38 Pfennige pro% kg verkauft wurde. Diese Margarinesorte minderer Qualität wurde im Dritten Reich immer mehr die Butter der arme® Leute, weil die Butterpreise inzwischen durch die Agrarpolitik der Reichsregierung Inzwischen etwa um 100 Prozent in die Höhe g®' trieben worden waren. Jetzt stiehlt die Hitlerregierung diesen Millionen armen Menschen auch diesen dürftigen Butterersatz. Die Haushaltmargarine für 38 Pfg. je■/] kg ist abgeschafft worden. Die Bevölkerung soll dafür die sogenannte Konsummargarine kaufen, die 65 Pfg. Je � kg kostet. Damit aber niemand daran zwei' feit, daß die Regierung alles für die Armen tut, hat sie den Preis der Konsummargarin® um— 2 Pfennige herabgesetzt. Si® kostet jetzt 63 Pfg. Diese neue Maßnahme richtet sich in voller Schärfe nur gegen die armen Volksschichten, für die sie sich als ein schwerer Anschlag auf ihre Ernährung auswirken muß. Sie ist zugleich ein Beweis dafüh daß die Devise»Gemeinnutz geht vor Eigennutz« im Dritten Reich von der herrschende0 Clique so verwirklicht wird, daß die großh3' pitalistiscben Interessen in jedem Falle v0t den Interessen der Volksmassen kommen. Garanten In der Zeitung des Deutschen Sprachverein»Muttersprache« lesen wir; Sprecht deutsch!»Garant!« Die Wort brauchen— und es wird heute u0 ablässig gebraucht— sind davon durch drungen, daß jedermann es versteht. Ab das ist tatsächlich ein Irrtum. Aus»G* rant« hat man in Wolgast»Emigrant«. Köln»Kämpfer« gemacht... eine thün gische Frau hat ihren Jungen deshalb" Hitlerjugend nicht anvertraut, weil sie e„ ihm keinen Garanten machen lassen �' Und was verstand sie darunter? Bin »Vagabunden«! Sie hat richtig verstanden. Nicht »Muttersprache«, sondern der Mutterwitz b® hält recht. Nr. 81 BEILAGE llcuccHoramtfs 30. Dezember 1934 .-r, Krieg den dentsdien Zuständen »Alle politische Prophetle ist ein Kinderspiel, wenn sie sich vermißt, den künftigen Gang der Dinge in jeder konkreten Einzelheit vorherzusagen. Ihre Aufgabe kann, nach dem treffenden Ausdruck Lassalles, immer nur sein, aus der Kenntnis der Vergangenheit die Bedeutung der Gegenwart aufzuschließen und die Umrisse der Zukunft vorauszuzeigen.« Franz Mehring. Als Karl Marx Ende 1843, als Fünfundzwanzigjähriger, nach Paris übersiedelte, um dort gemeinsam mit Arnold Rüge ln den»Deutsch-Französischen Jahrbü- ehem« einen geistigen Sammelpunkt für Öle Opposition zu schaffen, ging er mit Btürmischem Elan an die Formulierung öer in ihm gärenden sozialistisch-revolutionären Auffassungen heran. Schon am 25. Januar 1843, am Tage des Verbotes der »Rheinischen Zeitung«, in der er fünf Mo- hate lang einen tapferen Kampf gegen die Preußische Reaktion geführt hatte, schrieb Marx an Rüge;»Es ist schlimm, Knechts- öienste selbst für die Freiheit zu verrichten, und mit Nadeln statt mit Kolben zu techten. Ich bin der Heuchelei, der Dummheit, der rohen Autorität und unseres Schmiegens, Biegens, Rückendrehens und Wortklauberei müde gewesen... In Deutschland kann ich nichts mehr begin- Ilen. Man verfälscht sich hier selbst.« Zu Ende des Jahres ging er freiwillig ins Exil 'Uid veröffentlichte im ersten(und letzten) Doppelheft der»Deutsch-Französischen Jahrbücher«, das im Februar 1844 Erschien, und illegal nach Deutschland geschmuggelt wurde, jene berühmte Abhandlung»Zur Kritik der Hegel- Schen Rechtsphilosophie«, die �eben einer grausam-witzigen Abrechnung der Reaktion des Vormärz einen philo- �Phischen Grundriß des proletarischen Elassenkampfes enthielt, der heute wie vor Jahren lebendig ist Marx geht in seiner genialen Skizze von Mnem Vergleich der deutschen und der französischen Zustände aus:»Wenn ich die deutschen Zustände von 1843 verneine, 8frhe ich, nach französischer Zeitrech- ÖUngi kaum im Jahre 1789, noch weniger I®1 Brennpunkt der Gegenwart.« Die deutsche Geschichte schmeichle sich einer ,ewegung, welche ihr kein Volk am histo- �ehen Himmel weder vorgemacht habe, d�h nachmachen werde. »Wir haben nämlich die Restaurationen der modernen Völker geteilt, ohne ihre Revolutionen zu teilen. Wir wurden restauriert, erstens, weil andere Völker eine Revolution wagten, und zweitens, weil andere Völker eine Konterrevolution litten, das eine Mal, weil unsere Herren Furcht hatten, und das andere Mal, weil unsere Herren keine Furcht hatten. Wir, unsere Hirten an der Spitze, befanden uns immer nur einmal in der Gesellschaft der Freiheit am Tage ihrer Beerdigung.« Gutmütige Enthusiasten, Deutschtümler von Blut, und Freisinnige von Reflexion, suchten unsere Geschichte der Freiheit jenseits unserer Geschichte, in dem teutonischen Urwald. Aber wodurch unterscheide sich unsere Freiheitsgeschichte von der Freiheitsgeschichte des Ebers, wenn sie nur in den Wäldern zu finden sei? »Krieg den deutschen Zuständen! Allerdings! Sie stehen unter dem Niveau der Geschichte, sie sind unter aller Kritik, aber sie bleiben ein Gegenstand der Kritik, wie der Verbrecher, der unter dem Niveau der Humanität steht, ein Gegenstand des Scharfrichters bleibt. Mit ihnen im Kampf ist die Kritik keine Leidenschaft des Kopfes, sie ist der Kopf der Leidenschaft. Sie ist kein anatomisches Messer, sie ist eine Waffe. Ihr Gegenstand ist ihr Feind, den sie nicht widerlegen, sondern vernichten will.... Es gilt die Schilderung eines wechselseitigen dumpfen Drucks aller sozialen Sphären aufeinander, einer allgemeinen tatlosen Verstimmung, einer sich eben so sehr anerkennenden als verkennenden Beschränktheit, eingefaßt in den Rahmen eines Regierungssystems, welches von der Konservation aller Erbärmlichkeiten lebend, selbst nichts ist, als die Erbärmlichkeit an der Regierung.« Und nun formuliert Marx die Aufgaben der Kritik, die sich wie ein Programm von 1934 lesen: »Die Kritik, die sich mit diesem Inhalt befaßt, ist die Kritik im Handgemenge, und im Handgemenge handelt es sich nicht darum, ob der Gegner ein edler, ebenbürtiger, ein interessanter Gegner ist, es handelt sich darum, ihn zu t r e f f e n. Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augenblick der Selbsttäuschung und Resignation zu gönnen. Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert. Man muß jede Sphäre der deutschen Gesellschaft als die partie honteuse(Schandfleck) der deutschen Gesellschaft schüdem, man muß diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt! Man muß das Volk vor sich selbst erschrecken lehren, um ihm Courage zu machen. Man erfüllt damit ein unabweisbares Bedürfnis des deutschen Volkes und die Bedürfnisse der Völker sind in eigener Person die letzten Gründe ihrer Befriedigung.« Marx stellt nun die Frage, ob Deutschland zu einer Praxis»auf der Höhe der Prinzipien« gelangen könne, d. h. zu einer Revolution, die es nicht nur auf das offizielle Niveau der modernen Völker erhebt, sondern auf die menschliche Höhe, welche die nächste Zukunft dieser Völker sein wird. Er gibt darauf eine Antwort, die nach wie vor den Schlüsselpunkt aller Theorien über Gewalt und Revolution bildet: »Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie ward zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift. Die Theorie ist fähig, die Massen zu ergreifen, sobald sie ad hominem (gemeinverständlich) demonstriert, und sie demonstriert ad hominem, sobald sie radikal wird. Radikal sein, ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst.« Ist aber eine radikale Revolution in Deutschland möglich? Sind die m a t e- riellen Grundlagen für den revolutionären Gedanken vorhanden? Werden die theoretischen Bedürfnisse unmittelbar praktische Bedürfnisse?»Es genügt nicht, daß der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muß sich selbst zum Gedanken drängen.« Wie sollte aber Deutschland mit einem Salto mortale über jene Stufen hinwegspringen, die es praktisch noch nicht erreicht hat? j Hier berührt Marx das Problem der poli tischen und wirtschaftlichen Rückständig keit Deutschlands, das in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den oppositionellen und revolutionären Elementen die größten Schwierigkeiten bereitete. Die Antwort, die er darauf erteüt, ist nicht frei von utopischen Elementen: »Nicht die radikale Revolution— schreibt er— ist ein utopischer Traum für Deutschland, nicht die allgemein-menschlich» Emanzipation, sondern vielmehr die t e i I- weise, die n u r politische Revolution, die Revolution, welche die Pfeiler des Hauses stehen läßt.« Interessent ist die Begründung, die Marx hierzu liefert. Keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft kann eine revolutionäre Rolle spielen, wenn sie nicht als Repräsentantin des gesamten Volkes angesehen wird.»Es fehlt aber jeder besonderen Klasse in Deutschland nicht nur die Konsequenz, die Schärfe, der Mut, die Rücksichtslosigkeit, dl» sie zum negativen Repräsentanten der Gesellschaft stempeln könnte. Es fehlt ebensosehr jedem Stand jene Breite der Seele, dl» sich mit der Volksseele, wenn auch nur momentan, identifiziert, jene Genialität, welche die materielle Macht zur politischen Gewalt begeistert, jene revolutionäre Kühnheit, welche dem Gegner die trotzige Parole(des Abtes Sieyes von 1789) zuschleudert: Ich bin nichts und ich müßte alles sein.« In Deutschland, wo das praktische Leben ebenso geistlos wie das geistige Leben unpraktisch ist, sieht Marx in keiner Klasse der bürgerlichen Gesellschaft das Bedürfnis und die Fähigkeit der allgemeinen Befreiung, bis sie nicht durch ihre unmittelbare Lage, durch die m a- terielle Notwendigkeit, durch ihre Ketten selbst dazu gezwungen wird. Wo also ist die positive Möglichkeit, der deutschen Emanzipation? Seine Antwort lautet: »In der Bildung einer Klasse mit radikalen Ketten, einer Klasse der bürgerlichen Gesellschaft, welche keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft ist, eines Stande», welcher die Auflösung aller Stände ist.« — mit einem Wort, einer Klasse, die die Auflösung der bürgerlichen Gesellschaft repräsentiert, des Proletariats. Wenn diese Klasse die»Auflösung der bisherigen Weltordnung verkündet, so spricht es nur das Geheimnis seines eigenen Daseins aus, denn es ist die faktische Auflösung dieser Weltordnung.« Wenn das Proletariat die Negation des Privateigentums verlangt, so erhebt es nur zum Prinzip der Gesellschaft, was die Gesellschaft zu seinem Prinzip erhoben hat, was in ihm als negatives Resultat der Gesellschaft schon ohne sein Zutun verkörpert ist.., Wie die Philosophie dem Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen Waffen, und sobald der Blitz des Gedankens gründlich in diesen naiven Vdlksboden eingeschlagen ist, wird sich die Emanzipation der Deutschen zu Menschen vollziehen.« Marx kommt zu dem Schluß: »Die einzig praktisch mögliche Befreiung Deutschlands ist die Befreiung auf dem Standpunkt der Theorie, welche den Menschen für das höchste Wesen des Menschen erklärt. In Deutschland ist die Emanzipation von dem Mittelalter nur möglich als die Bpianzipation zugleich von den tell- w eisten Ueberwindungen des Mittelalters. In Deutschland kann keine Art der Knechtschaft gebrochen werden, ohne jede Art der Knechtschaft zu brechen. Das gründliche Deutschland kann nicht revolutionieren, ohne von Grund aus zu revolutionieren. Die Emanzipation des Deutschen Ist die Emanzipation des Menschen. Der Kopf dieser Emanzipation ist die Philosophie, ihr Herz das Proletariat. Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht aufheben ohne die Verwirklichung der Philosophie.« So Marx im Jahre 18 4 4! Das leuchtende Vorbild Die Apfelscfalächter Das Schlachtenschlagen ist eine hitlerdeutsche Spezialität. Vom blut- und boden- entsprcssenen Roßapfel bis zur autark gezüchteten Banane erfüllt alles seinen kriegerischen Zweck. Berlin hat jetzt seine»Apfelschlacht«, die den Zweck verfolgt, den»bodenständigen Apfel« an den Käufer zu bringen. Sie hat unter der Bevölkerung der Reichshauptstadt! einen Sturm des Gelächters erregt. In den Obstgeschäften spielen sich die merkwürdigsten Szenen ab. Man erzählt sich mancherlei. So kam in ein größeres Obstgeschäft des Eentrums ein Mann und verlangte amerikanische Aepfel.»Herr«, sagte der Verkäufer und kratzte sich am Kinn,»muß das sein?« »Taugen sie nichts?« fragte der Käufer verwundert.»Sie sind ganz ausgezeichnet«, bemerkte der Verkäufer schnell,»aber jetzt— mitten im Kampf«. Der Käufer sperrte Mund und Ohren auf.»Im Kampf...?« »Eis ist uns streng verboten«, sagte der Kommls mit martialischem Augenaufschlag, »während der Schlacht unseren Aepfeln in den Rücken zu fallen.« In ein anderes Geschäft kam ein Ausländer.»Sie kaufen doch deutsche Aepfel?« sagte der Kaufmann.»Sind sie besser?« fragte der Kunde sachlich.»Natürlich schlechter«, erwiderte der Obsthändler,»aber deshalb schlagen wir doch die Apfelschlacht.« In verschiedenen Geschäften konnte man Propagandaverse dieser Qualität lesen: »Volksgenossen Apfelesser! Deutsche Sorten schmecken besser!« Das klingt überzeugend. Der deutschen Verkehrsordnung empfehlen wir ähnlich Endgültiges: Besuchen Sie Deutschland! Wir sind so nett! Für jeden Besucher ein Monat K.-Z.! Er entstammte einer bürgerlichen, nicht eben armen, aber auch nicht begüterten Familie. Frühzeitig begann der junge Herr damit, Schulden zu machen, denn seine Leidenschaften— gut essen, gut trinken und weibliche Gesellschaft dazu— waren kostspieliger Art. Der Vater mußte sein Haus verkaufen, um den Sohn vor Schande zu bewahren. Das gelang ihm nur kurze Zelt. Zwar stieg der Schuldenmacher zu Amt und Würden empor, zwar wurde er sogar Mitglied eines Parlaments, aber schon nach zwei Jahren verbannte ihn ein Ehrengericht wegen»unwürdigen Lebenswandels« aus der öffentlichen Körperschaft Gelegentlich wurden seine leichtfertigen Abenteuer zum Stadtgespräch, gelegentlich verprügelte ihn ein Ehemann, der ihn im fremden Garten ertappte, nach allen Regeln der Kunst, gelegentlich setzten ihm die Gläubiger aufs härteste zu, was er anpackte, mißlang ihm. Dann kam der große politische Umschwung. und das Lebensschiff des Gemaßregelten wurde wieder flott. Hatte er zuvor mit stockkonservativen und reichen Herren, von denen er sich Vorteile erhoffte, gute Freundschaft gehalten, so schaltete er sich nun nach der andern Seite gleich, bespie die Gönner von ehedem. Im Bürgerkrieg bewährte er sich als rauher Kämpe und rücksichtsloser Draufgänger und landete endlich als Statthalter in einer großen Provinz. Nun war er recht in seinem eigentlichen Element. Was aus den ohnehin verarmten Bewohnern seines Gebietes herauszupressen war, das machte er sich zu eigen. Sondersteuern, Sammlungen, Strafgelder, Enteig- nungen. Er plünderte das Land wie ein Räuber, er wandte Gewalt und List an, er erpreßte, stahl, betrog und ließ seine Kreaturen nach Herzenslust morden. Je mehr das Land in Armut versank, je mehr die Kinder hungerten, die Mütter klagten, desto reicher wurde der Statthalter, desto stärker wurde allerdings auch der Widerstand. Die Kunde von den blutigen Verbrechen des kleinen Diktators drangen über die Grenzen seines Gebiets, und eines Tages wurde er feierlich der Erpressung angeklagt. Ehe der Prozeß jedoch ins Rollen kam, griff seine Partei ein, die keinen Skandal brauchen konnte, das Verfahren wurde niedergeschlagen. Gleichzeitig bedeutete man allerdings dem räuberischen Statthalter, er möge sich ins Privatleben zurückziehen. Das tat er denn auch. Und es war nicht übel, dieses Privatleben. Er erwarb eine große Luxusvilla in der Hauptstadt, dazu einen gewaltigen Park, umgab sich mit einem Heer von Dienern, zahlte seinem Koch ein kleines Ministergehalt. Die Statthalterschaft hatte sich gelohnt. Nun begann der Rentier zu schreiben. Und seine Feder war gut, meisterhaft beherrschte er die Sprache seines Landes. Obgleich er gelegentlich die besten Brocken aus anderer Werke fischte, obgleich er vielen als Plagiator galt und obgleich er es mit den geschichtlichen Tatsachen durchaus nicht genau nahm, sie vielmehr nach Gutdünken verdrehte und aus politischen Gründen fälschte, verstand er es, die Herzen der Menschen zu bewegen. Denn er wandte sich mit flammenden Worten gegen die Unmoral und Verworfenheit— der Anderen. Er geißelte das Wohlleben der Reichen, ihre Bestechlichkeit und Habgier. Das höchste Ziel des menschlichen Strebens, so predigte er, seien Tugend und siegreicher Ruhm. Die Vorfahren seien noch andre Kerle gewesen, Sie wünschten sich ehrliches Auskommen, jedem genügte das Seine, Groll und Zwist galten dem Feinde und nicht dem Mitbürger. Die Wurzel allen Uebels sei die Habgier. Erlösung könne nur der starke Mann bringen. Je mehr starke Männer, desto besser füris Vaterland. Besonders begeistert war der Statthalter a. D. von den Blut- und Bodenleuten. Fand er unter den Großen seiner Partei einen Bauem- sohn(kein Schüler fremder Rasse, sondern zu echt bodenständischer Tüchtigkeit erzogen), dann triefte er Lob aus allen Poren. Seine Bußpredigten gegen Unmoral, Reichtum und Prasserei gelangen besonders wohl, weil der Verfasser in seiner prächtigen, aus gestohlenem und erpreßtem Gelde erbauten Villa weder Not litt noch um die Zukunft zu bangen brauchte. • Und nun möchte der Leser endlich wissen, um welchen Würdenträger des Dritten Reiches, um welchen der zahlreichen braunen Villenbesitzer es sich eigentlich handelt. Aber wir müssen ihn enttäuschen. Der Statthalter, den wir hier schilderten, ist seit 1950 Jahren tot. Er hieß Sallust, von einem Zeitgenossen als Mensch und Schriftsteller»monstrosus« genannt. Dieser Sallust lebte im alten Rom, die'Provinz, die er aussaugte, trug den Namen Africa. Sein Führer war wirklich ein starker Mann, kein maskierter Schwächling, kein heimlicher Hasenfuß. Aber ob die Diktatoren groß oder klein, stark oder schwach, von ihrer Sache überzeugt oder bis ins Mark verlogen sind— die Kreaturen rings um den Herrenthrpn gleichen einander durch die Jahrhunderte und Jahrtausende aufs Haar, mögen sie Proconsul oder Minister heißen, mögen ihre prachtvollen Parks beim Qulrinal oder In der Scborfheide liegen, mö-' gen sie die griechische oder die jüdische »Verderbnis« verfluchen, mögen ihre ehemaligen reichen und konservativen Freunde Nigidius und Varro oder Hugenberg und Thyssen heißen. Und well das so ist, weil sie einander so ähnlich sehen, erkennen und finden sie sich über die Jahrhunderte hinweg. Im Dritten Reich hat Sallust triumphale Auferstehung gefeiert, er wird der Jugend als Vorbild und zuverlässiger Geschichtsforscher empfohlen. Sogar einem deutschen Professor ist das zu dumm geworden. Vorsichtig, aber deutlich äußert sich Prof. Dr. Hans Oppermann, Freiburg i. Br., in»Forschungen und Fortschritt«, Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik: Lange Zelt hat Sallust als das klassische Beispiel eines Historikers gegolten, der bewußt und aus parteipolitischen Gründen Geschichte fälschte... Heute scheint sich im Gegensatz dazu eine andre Auffassung durchzusetzen. Sie sieht in Sallust nicht den parteipolitischen Pamphletisten, sondern einen echten Historiker und Staatsdenker. Die unbestreitbaren Unrichtigkeiten seiner Darstellung erklärt man als unwesentlich. Aber damit ist eine Erscheinung noch nicht erklärt, die eigentlich den Anlaß gab, in Sallust den tendenziösen Fälscher zu sehen, der Widerspruch nämlich, der zwischen seinem lockeren Leben, der skrupellosen, geschäftstüchtigen Ausnützung seiner Stellung als Provinzlalver- walter und der Moral klafft, die seine Werke lehren, und die gerade Reichtum, ' Sittenlosigkeit und hemmungslosen Geldhunger der herrschenden Kreise Roms an den Pranger stellen. »Noch nicht erklärt«? Bedarf es einer Erklärung? Der Professor möge sich einmal im neuen Deutschland umtun, möge die Geschichtsschreiber, die beamteten Erpresser, die Villenbesitzer, die Statthalter der Reihe nach ansehen— und er wird alsbald wissen, warum man im Dritten Reiche an Sallust Gefallen findet.« Nur eines bezweifeln wir: daß sich in 1970 Jahren jemand finden wird, der— beispielsweise— Göbbels lobt. Denn Sallust diente immerhin— einem Cäsar. Kars. Rüs�zeu� der Wissensch»tt In einem Inserat der»Deutschen Medizinischen Wochenschrift« heißt es; Im Verwaltungsbezirk Charlottenburg ist die Stelle eines hauptamtlichen Stadtschularztes mit einem männlichen Bewerber zu besetzen... Wünschenswert sind Vorbildung als Sportarzt und In der Erb- und Rassenkunde. Den Bewerbungen sind beizufügen: a) Lebenslauf mit Lichtbild; b) Geburtsurkunde; c) Heiratsurkunde der Eltern;• d) eigene Heiratsurkunde; e) Geburtsurkunde der Ehefrau: f) Heiratsurkunde der Eltern der Ehefrau: g) Approbation und sonstige Zeugnisse (An siebenter Stelle! N. V.);, h) Nachweis der politischen Zuverlässigkeit durch Erklärungen zweier Bürgen. Die Liste wird immer länger. Wir vermissen eigentlich nur noch den Brautkranz der Urgroßmutter und eine Bartlocke de» Stammvaters. Monumental Die nationalsozialistische Agitationsphrase wird jetzt in Stein gehauen: »An einem Gerichts-Erweiterungsbau 1° Leipzig sollen zwei Monumentalfiguren angebracht werden, die den Eigennutz(mit zusammengerafftem Mantel und zugehaltenem Beutel) und den Gemeinnutz offener Brust und gelenker Hand) darstellen sollen.« Die offene Brust und die gelenke Hand eine nicht unorlglnelle Stilblüte. Als dritt® Monumentalfigur im Bunde empfehlen wir di® Korruption im Braunhemd. t Die Schafschur Blüten neudeutscher Theaterkritik »Auch Grieses Stück»Die Schafschur«, in Düsseldorf uraufgeführt, steht nicht über dem bescheidenen Niveau dieses Jahres— und auf ihn hatte man gehofft.« (Aus dem Kölner Nazlblatt) Das Jahr 1934 ist vorUber und Hitlerdeutschland kann nicht mit einem einzigen Stück aufwarten, daß auch nur Mittelmaß erreicht und von dem das Ausland Notiz genommen hätte. Die ganze geistige Verfinsterung des neudeutschen Theaters brüllt aus den Kritiksammlungen, die deutsche Zeitschriften ab und zu bringen. Wir geben hier einige Proben aus der»Neuen Literatur« des ehemaligen Asphaltliteraten und jetzigen braunen Klopffechters Willi Vesper. Es handelt sich um Uraufführungen im September und Oktober. Die meisten Autoren flüchten in die Vergangenheit, in der Gegenwart wagt nur das Blubostück zu spielen und das kennt lediglich freudige Knechtsgesinnung, Huldigung vor den Eingesessenen und Anprangerung des»intellektuellen Strolches«. Lassen wir drei Kritiken sprechen: »Der Spielhof und sein Knecht« von Hanns Trautner(uraufgeführt in Wiesbaden): »Ein schwerblütiges niederdeutsches Bauernstück. in dem es sich um einen verspielten Hof handelt, das aber in einer mythisch gedämpften Stimmung tiefe Innere Mächte der Menschen gegeneinanderstellt. Die Menschen verkörpern Prinzipien des Lebens: die einen das gute Prinzip der Herkunft und Knechtestreue, ihnen gegenüber das böse Prinzip des bodenfremden Eindringlings in die bäuerliche Gemeinschaft der Eingesessenen.« »Heilige Erde« von Wilhelm Mathlessen (Berlin). »Das Bemühen geht in diesem Bauera- stück nach zwei Richtungen: einmal, im Stofflichen, um das Einhämmern der Idee von der bluthaften Bodenverbundenheit des Menschen; was gezeigt ■wird an der studierten Bauerntochter, die sich von ihrem Verlobten, einem gerissenen, wurzellosen Großstadt- Geschäftsmenschen, loslöst und wieder heimfindet zum Bauernerbe. Sodann, im Formalen, um das Freiwerden vom naturalistischen Milieu-Stück; dies versucht der Verfasser durch symbolisch-transzendente Erscheinungen. Die gestaltende Kraft hält aber mit dem gesinnungsmäßig starken, reinen WUlen des Autors nicht Schritt.« »Hannes vom Achterwasser« von Bruno Wellenkamp(Gera). Spielt im 30jähr. Krieg. »Die polltische, moralische und geistige Verworrenheit, die den von uns erlebten Nachkriegsjahren ihren brennenden Stempel aufdrückte, führt Wellenkamp seiner Zuschauerschaft in historischer Umrahmung vor. Eines ihrer Opfer ist der holsteinische Bauer Hannes Rust, den der Fischhändler um den Hof brachte. Niemand hilft Hannes: weder das Weib, das den fetten Händen des Schiebers verfällt, noch der Pfarrer, der öligen Trost spendet. So wird der heimatlose und verzweifelte Rust denn Landstreicher, ja Schnapphahn— willenloses Opfer des intelluk- tuellen Strolchs Pattermann, der ihn nicht mehr aus den Klauen lassen will. Hanna wäre wohl am Galgen geendet, wenn das Schicksal ihm nicht Grete in seinen Lebensweg gesendet hätte. Die Landung des Schwedenkönigs in Stralsund bringt den beiden die Rettimg. Hannes schließt sich dem nordischen Heer an und ficht unter Gustav Adolf um Luther und um Deutschland. Sein Heldentod wird zum Sinn seines Lebens. Er erkämpfte Weib und Kindern die heimatliche Erde, den Hof am Achterwasser, aus dem ein Kamerad den Schieber hinausjagt.« In der Flut der historischen Heldenschmarren spielt die Rebellion der Prätorianer eine Rolle, der Sieg der Reichswehr wirft seine Reflexe in die braune Thea- terei und Hitlers Verrat an seinen»rauhen Kämpfern« wird zu Osafs Gunsten verbrämt: »Alexander« von Curt Langenbeck(Stuttgart). »Die makedonischen Truppen Alexanders wollen nicht mehr welter kämpfen, sie sehnen sich zurück zu Weib und Kind. Ein kritischer Augenblick für den König, der sich jedoch dort geführt weiß, wo andere- straucheln. Wesentlich wird hier, daß sich d i e Armee unterwirft, um die Liebe des Führers nicht zu verlleren, der bereits fremde Völker seinen Make- donlern vorzuziehen bereit ist. Die unbedenkliche Gewalt des Heros siegt gegen die Engnis bürgerlicher Gefühle. Alexander ist groß und verzeiht dem Heere...« »Einschneidende Phasen lassen die Seele dieses Helden prachtvoll aufleuchten, schauderhaft, aber doch sympathisch!« »Garibaldi« von Paul Altenberg(Stettin). »Die kritische und entscheidende Situ®' tion des italienischen Einheitskrieges; 1®®� in Caserta bei Neapel. Garibaldi, der erfolgreiche Helfer der Bewegung, will den Marsch auf Rom, Cavour(der nicht auftritt)®uß darauf, wie auf manches andre, verzichte® mit Rücksicht auf die internationalen Folg®® einer Eroberung Roms. Der Revolutionär oder der Politiker— da hegt die Thematik des Schauspiels. Der König Uberzeugt derl Freischarenf Uhrer, daß ausschließlich � Wohl der Nation und die Interessen des ju® gen Reiches maßgebend sein dürften, u o � so wird Garibaldis Legion d®r legitimen Armee eingeordnet, d*® Laufbahn des Revolutionärs ist beende'' er selbst gibt den Befehl an seine Offiziere' dem König zu huldigen. Nicht Reportag®' sondern Deutung und Sinngebung, aus z e 1 naher Atmosphäre geboren.« Die Rassendichter dagegen schleichen z®®1 Schrecken der Theaterleiter scharenweise zu den alten Germanen zurück und nen® das dann»zeitnahe Betrachtungen«: »Nothelfer«, ein deutscher FYeih ei ts k m® P � in sieben BUdern von Anthes Kiendl(Kar ruhe). »Es sind asiatische Eroberer, die 1® To- Deutschland einbrechen, und die Name® mutschln und Timur täuschen geschichtll � Gestalten von heroischem Ausmaß vor. � e blonde Germanenkönigin G muß sich unterwerfen und dem fremdra»� gen Slegerfürsten den Thronerben BCbeD\i. Jener plant Uberhaupt eine restlose »chung seiner Horden mit dem kult® � höher stehenden Germanenvolk. Der s®®* Handelsmann Ster pendelt zwischen dutik fhitufttiip 9 Wwur W w �W��wrWWW �trV9 W V VW W W• W Wie in Hil lerdeuischland entmannt wird— Ein amtlidies Kulturdokument Vor uns liegt das amtsärztliche Commu- nique, das der Fachspezialist der preußischen Justizverwaltung für die praktische Handhabung des S terili satlonsgese tzes in Deutschland, der ärztliche Leiter des Staatlichen Krankenhauses beim Untersuchungsgefängnis Berlin- Moabit, abgefaßt und in den Umlauf bei den lokalen Gerichtsstellen gegeben hat, an- ■chelnend, um die Bedenken zu zerstreuen, die weiteste Fach- und Laienkreise hinsichtlich der Moral und praktischen Wirkung des Gesetzes hegen und die sich in wilder Ge- rtlchtbildung über die barbarische Sache äußern. Der Fachmann verteidigt hier seine Amtsprozeduren, Uber deren Vollzug im einzelnen es falsche Vorstellungen in Deutschland(Röntgenbestrahlung und ähnliches) in Hülle und Fülle geben mag. Ks heißt in dem Dokument: „Die Auswirkungen des Gesetzes vom 24. November 1933 gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher sind für viele Volksgenossen noch absolut unübersichtlich. In den Tageszeitungen liest man allenthalben, daß von diesem oder Jenem Amtsgericht die Entmannung eines Sexualverbrechers ausgesprochen wurde. Neben der Gefäng- nls- oder Zuchthausstrafe wurde noch auf Entmannung von dem Gericht erkannt als Maßregel der Sicherung und Besserung sdl- cher Gewohnheitsverbrecher. Die Entman- nung ist demnach keine Strafe, sondern «ine Sicherheitsmaßregel für unser Volk und unsere Jugend, die diesen Sexualverbrechern verfallen könnte. Im staatlichen Krankenhaus beim Untersuchungsgefängnis Berlin, dem der größte Teil dieser Entmannungen zur Ausführung zufaUt, wurden seit Bestehen des Gesetzes III Kastrationen durchgeführt. In Vorbereitung zur Kastration befinden sich für den kommenden Monat wieder nung der Verurteilten aus den Oberlandes- vorstellen, daß ein so behandelter gerichts bezirken im Staatlichen Krankenhaus beim Untersuchungsgefängnis in Berlin-Moabit zu erfolgen. Die Operation ist von den Fachchirurgen dieser Krankenanstalt grundsätzlich während der Strafhaft durchzuführen. Ueber die Folgen der Kastration sei bei aller Zurückhaltung und Vorsicht wegen der Kürze der Beobachtungszeit nur gesagt, daß in der ersten Phase, die die Beobachtung durch den Chirurgen umfaßt, und die sich heute bereits auf mehrere Monate beläuft, keinerlei körperliche oder seelische Störungen bei den Kranken aufgetreten sind und die Sexualspannung der Kranken durchwegs bis zur völligen Neutralisierung durch die Operation beeinflußt wurde. Es ist selbstverständlich, daß genaueste histologische Untersuchungen der entfernten Hoden durchgeführt werden. Zweifelsohne ist die Kastration die billigste Methode der Sicherung und gleichzeitig auch eine Ausschaltung schlechten Erbgutes im Sinne der Rassenhygiene. Medizinalrat Dr. Schlegel, Leiter des Staatlichen Krankenhauses beim Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit. Es ist nicht leicht, dieses barbarische Schriftstück ohne Gefühle des Ekels und der Entrüstung zur Kenntnis zu nehmen. Mit einer Ueberhastung, die in der Kriecherei des„Geistes" vor den braunen Barbaren ihr Motiv besitzt, hat sich die medizinische Fachwelt eines Gedankens praktisch bemächtigt, der bis zur Machtergreifung durch Hitler und seiner Schulmeisteret der deutschen Nation durch seine weltanschaulichen Kannegießereien als stärkst umstritten galt: der„Sicherung" der Gesellschaft durch gewaltsame Korrektur der Natur. Man hat Angst vor den Wirkungen der Sterilisationen, über die n,® 5,° Sträflinge, die bereits der ge- 1 man gar nichts weiß, einfach, weU die ■=«,. mit etim.- 11 ahme hält das äußerliche Zustandsbild � � sei116 Durchführung in Angriff ge- ®'nes jeden Verbrechers fest, Blut und nommen wurde, wissenschaftliche Beobach- lutdruck sowie Blutsenkungsgeschwlndlg- tungen über hinreichend lange Zeiträume hin- �raghöhe festgehalten, über die Psyche und j und Gewissensbisse des Speziallsten kommen Intelligenz des einzelnen zur Kastration auch zwischen den Zellen in dem vorllegen- gelangenden Kranken verschaffen wir uns den Dokument ganz deutlich zum Ausdruck. nNaeh' n»«»5 Lro1«nöfftr At.UUJLSl Mensch erst recht auf den Gedanken kommen könnte, sich an dieser Gesellschaft zu rächen— und dann nicht mehr nur durch Kindermißbrauch, Schauerlich ist das pseudo-ethlsche Pathos der Begründung der Angelegenheit, die der Fachmann, die Ausdrücke Hitlers in seinem„Kampf" nachbetend, gibt. Mit genau demselben Recht, mit dem hier das Chirurgenmesser gezückt wird, könnte der mittelalterliche Schinder wieder auferstehen und das. Fragt sich nur, ob sie auch die vernünftigste ist! An der Rasse, obschon es sich um eine Sache handelt, deren Begriffsbestimmung sogar für die Wissenschaft noch recht problematisch ist, bastelt man hier herum, als gälta es dem Herumlaborieren an einer Apparatur, in der Schmieröl gebraucht wird oder ein Zahnrädchen wieder zum Schnurren gebracht werden muß. Die grob-materialistische Weltbetrachtung, die schon den Wilhelminismus auszeichnete und letzten Endes ganze Ursache der politischen Tragödie der Deutschen ist, feiert in diesem Gesetz fröhliche Auferstehung. Wie die Rasse verbessert werden soll, wenn wirklich unter 70 Millionen Deutschen jährlich an dreihundert oder auch dreitausend diese abscheulichen Operationen vollzogen werden, ist das Geheimnis jener Ama- dem rückfälligen Dieb wie einst die Hände teure der Volksveredelung. Das Ungetüm des abhacken. Die„billigste" Sicherung der Gesellschaft ist das sicher; niemand bestreitet neudeutschen„Ueberstaates", der Golem Nationalmaschine— hier stehen sie vor uns! Ein unsterblicher»Meckerer« graphen, um überhaupt einmal später etwas über die Wirkung der eigenen Barbarei aussagen zu können! Einstweilen gibt man durch die Blume zu, daß man Uberaus leichtsinnig handelt und den Zweck, die Sicherung der äie Operation, die in der Ampn- 'atlon beider Hoden besteht. Die Operation nimmt bei voll- eiideter Technik etwa 8 Minu- ten Zeit In Anspruch. _ Die bis jetzt in unserem Krankenhaus aanaeir una aen � 'kirchgeführten Kastrationen erfolgter. Gesellschaft vor dem Rechtsbrecher, viel 0hne jeden tödlichen Unfall, ob- leicht deshalb gar nicht erreicht, sondern eher WohJ es sich um Kranke zwischen dem 20. daa Gegenteil bewirkt, well man nicht wls- kw 6(?- Lebensjahr handelt. Die meisten h k8rperUchen und insbeson- Kastrationen liefert der Oberlandesgerichts- � sen KaIm• y heörk Berlin, dann folgt Kiel, Zelle und j dere seeUschen Wirkungen diese. taatsp i Stettin. Es fällt auf, daß grade die Wasserkante und ihr Hinterland reichlich von Se- *�81 Verbrechern durchsetzt ist. Gemäß Ver- ügung des Herrn preußischen Justizmini- �ers vom 3. Januar 1934 hat die Entman- phylaktlsche Chirurgie bei den„Kranken" oder„Verbrechern"(in dem Kommunique werden sie einmal so und einmal so angesprochen) zur Folge hat. Man könnte sich Die antihitlersche Propaganda arbeitet! So hören wir von durchaus glaubwürdiger Seite, daß im braunen Deutschland in Hunderttausenden von Exemplaren ein Werk umläuft, das in geschickter Tarnung die dreistesten Angriffe auf die Grundlagen des«Dritten Reichs» enthält; sogar in die höheren Schulen soll diese»zersetzende« Schrift Eingang gefunden haben. W 1 e zersetzend sie ist, dafür dieses Beispiel: »Jetter: He, pst! He, Nachbar, ein Wort! Zimmermann: Geh deines Pfads und sei ruhig! l J: Nur ein Wort! Nichts Neues? Z: Nichts, als daß uns von neuem zu reden verboten ist. J: Wie? Z: Tretet hier ans Haus an. Hütet euch! Der Herzog von Alba hat gleich bei seiner Ankunft einen Befehl ausgehen lassen, dadurch zwei oder drei, die auf der Straße zusammensprechen, des Hochverrats ohne Untersuchung schuldig erklärt sind. J: O weh! Z: Bei ewiger Gefangenschaft ist verboten, von Staatssachen zu reden. J: O unsere Freiheit! Z: Und bei Todesstrafe soll niemand die Handlungen der Regierung mißbilligen. J; O unsere Köpfe! Z: Und mit großem Versprechen werden Väter, Mütter, Kinder, Verwandte, Freunde, Dienstboten eingeladen, was in dem Innersten des Hauses vorgeht, bei dem besonders niedergesetzten Gerichte zu offenbaren. J: Gehen wir nach Hause! Z: Und den Folgsamen ist versprochen, daß sie weder an Leibe noch Ehre noch Vermögen einige Kränkung erdulden sollen. J: Wie gnädig! War mir's doch gleich weh. wie der Herzog in die Stadt kam. Seit der Zeit ist mir's, als wäre der Himmel mit einem schwarzen Flor überzogen und hing* so tief herunter, daß man sich bücken müsse, um nicht dranzustoßen. Z: Und wie haben dir seine Soldaten gefallen? Gelt, das ist eine andere Art von Krebsen als wir sie sonst gewohnt waren. J; Pfui! Es schnürt einem das Herz ein, wenn man so einen Haufen die Gassen herabmarschieren sieht. Kerzengrad, mit unverwandtem Blick, ein Tritt, so viel ihrer sind. Und wenn sie auf der Schildwache stehn, und du gehst an einem vorbei, ist's, als wenn er dich durch und durch sehen wollte, und sieht so steif und mürrisch aus, daß du auf allen Ecken einen Zuchtmeister zu sehen glaubst. Sie tun mir gar nicht wohl. • Jedes Wort hier zielt auf die Verordnungen der Hakenkreuz-Bonzen gegen»Meckerer und Miesmacher«, auf das Spitzel- und Angeber-Treiben im»Dritten Reich« und auf die SS und SA, und jedes Wort sitzt; ein kleines Kind müßte es merken. Und mit ganz besonderer Bosheit hat sich der Verfasser einen gemeinen Bluthund wie den Herzog Alba, der sich rühmte, in den Niederlanden binnen sechs Jahren 18.000 iKetzer«— heute sagt man»Juden und Marxisten«— ausgerottet zu haben, als Träger eines wilden Terrorismus ausgesucht: Herzog Alba= H. A.= A. H.= Adolf Hitler. Da haben wlr's! Es wird also G ö r i n g nichts anderes übrig bleiben, als seine Spürhunde auf das Trauerspiel»E g m o n t« zu hetzen, das einen gewissen Johann Wolfgang Goethe zum Verfasser hat. Verdächtig war der Kerl den braunen Machthabem ja längst: er benutzte seinen Kopf, um zu denken! K. M. Treudeutsche Frauen und Jungfrauen sollen ihrer Erinnerung an die großen Verdienste der Pgs. Röhm und Heines in folgendem Vers Ausdruck gegeben haben: Daa ist nur recht, was euch geschah... Zum Lieben sind die Mädchen da Und nicht die Buben der SA. - Lagern geschäftemachend hin und Kurz, es fehlt nicht den Anspielungen unsre Zeit und Ihre Probleme bis hinauf � em begeisternden und erweckenden FUh- Alamann, dem der Erfolg gewiß ist.— j. �kek ist ganz auf Gesinnung und nerl8ch-befeuernde Wirkung stellt, die sich an das Vaterlandsgefühl andet.« J�'�Mveratändlich bekommt auch die Fe- � rderei hin und wider ein Denkmal ge- „w'wir zitieren aus der»Literatur«, ■uttgart): »Kilometer 16« von Wolfgang Frank. u deutsche F ememörder arbel- ,r Unten In Anatolien an einer Bahn, die rk reiche Aga Bey finanziert. Leutnant � oberschlesischer Freikorpskämpfer von die Aussichtslosigkeit des War- Amnestie bereits im Alkohol jj�' Feldwebel Marquardts simple Bau- Sse Ut' bat sich noch nicht unterkriegen ächgt 81® gewohnt ist, immer das »himt egen<äe 211 tun- Zu}KüöcmofraHfcf)C0 IDoctycnblall Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn: Druck:»Graphia«; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. ISÜ-SSd/VII-lSS3- Der»Neue Vorwärts« kostet Im Einzelverkauf innerhalb der CSR. K6 1.40(für«m Quartal bei freier Zustellung Kö 18.—). Pr«'® der Einzelnummer Im Ausland Kö 2.— � 24.— für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung(die Bezugspreise das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Pes. 0.30(3.60), Belgien Frs. 2.—(24.—), Bm" garien Lew 8.—(96.—), Danzig Guld. 03" (3.60), Deutschland Mk. 0.25(3.—), Estlann E. Kr. 0.22(2.64), Finnland Fmk. 4.—(48.—'' Frankreich Frs. 1.50(18.—). Großbritannien d 4.—(Sh. 4.—), Holland Gld. 0.15(1.80). lien Lir. 1.10(13.20), Jugoslawien Din. 4.0" (54.—). Lettland Lat. 0.30(3.60), Utauen Ut- 0,55(6.60), Luxemburg B. Frs. 2,—(24.—'• Norwegen Kr. 0.35(4.20), Oesterreich Sc, 0.40(4.80), Palästina P. Pf. 0.018(0.216'' Polen Zloty 0.50(6.—), Portugal Esc. 2.— (24.—). Rumänien Lei 10.—(120.—), Saargebiet F. Fr. 1.50(18.—). Schweden Kr. 0.3° (4.20), Schweiz Frs. 0.30(3.60), Spanien Pf 0.70(8.40), Ungarn Pengö 0.35(4.20), USA 0.08(1.—). Einzahlungen können auf folgende PoS|' scheckkonten erfolgen: Tschechoslowak®1' Zeltschrift»Neuer Vorwärts« Karlsbad. Pf* 46.149. Oesterreich:»Neuer Vorwärts« Kan9' bad. Wien B- 198.304. Polen:»Neuer Vorwärts* Karlsbad. Warschau 190.163. Schweiz:»Neu® Vorwärts« Karlsbad. Zürich Nr. VHl I4.69y Ungarn: Anglo-Cechoslovaklsche und Prag® Credltbank. Filiale Karlsbad. Konto.»Neue, Vorwärts« Budapest Nr. 2029. 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