Ur. 119. Abinmkinents-Kedingungen: «bonnement«- Preis pränumerando! vterteljährl. ZL0 Mk., monatl. 1,10 SRI., wöcheullich 23 Psg. frei in» Hau». Eiruelne Numw'r K Psg. Sonntags- Siummer mir lUuNrteriec Sonntags- Betlage„Die Neu« Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Singetragen in der Post- Zettung»» Preisliste für IS 00 unter»r. 7971. Unter»reuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für da» übrige Ausland 3 Mark pro Monat, Erscheint täglich ausjer Zvoniig». xW Berliner VolKsvlntt. 17 Jahrg. Die Inftrtlons-Melinhr betragt für die sechsgespaltene Stolonel- seile oder deren Raum 40 Psg., für politische und gewerkschastltche Verein»- und VersammlungS-Anzeigen 20 Psg. „Kleine Anseigen" jede» Wort S Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate sür die nächste Nummer müssen bi»» Uhr nachmittag» tnderSrpeditton abgegeben werden. Die Srpcditton ist an Wochen- tagen btS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festlagen btSSUhr voriutttag» geöffnet. Fernsprecher! Smk I, Nr. 1508. Telegramm-Adresse: i.Sorialdemvstrat Verl»»- Centralorgan der socialdemokratischen Kartei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth-Stratze 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Donnerstag, den£4. Mai 1900. Expedition: sw. 19, Beuth-Stratze 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 51S1. Des heutigen Feiertags wegen er scheint die nächste Nummer unsres Blatts am Sonnabend. Die Armee der Demokratie. Der Verlauf des Boerenkriegs hat in hohem Grade die Anschauungen, die über die Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit eines bewaffneten Volks gegenüber einer starken Armee be standen haben, umgewälzt und zwar bei Laien wie bei Militärs. Bleibt auch vorläufig das EnduUeil über den Kanipf der Boeren gegen die Engländer noch unausgesprochen, so mehren sich dennoch die Stimmen, die dem stehenden Heerwesen kritisch auf den Leib rücken und es als ein zu beseitigendes Uebel an- sehen. Das neueste auf diesem Gebiet leistet ein französischer Artillerie-Offizier Gaston Moch, Kapitän a. D., der in einem Buche, das bei I. H. W. Dietz Nächst, in Stuttgart erschienen ist, sich nicht blas mit einer gründlichen Kritik der stehenden Armee und speciell der französischen Armee begnügt, sondern einen vollständigen Reorganisationsplan entwickelt, wie die stehende Armee Frankreichs innerhalb weniger Fahre in eine allgemeine Volkswehr(Miliz) umgewandelt werden kann.*) Der Verfasser, der aus einer französischen Militärfamilie stammt— sein Vater war Oberst— und das französist Militärwesen gründlich kennt, liefert in seinem Buch eine Arbeit, welche die größte Beachtung verdient. Hier spricht kein Laie, „dessen Kopf niemals ein Helm gedrückt". Um so schwerer wird es seinen Berufsgenossen werden seine Ausführungen zu widerlegen. In der Vorrede erklärt Moch: der ausschließliche Zweck seiner Arbeit sei, das Mittel zu suchen, daS seinem Vaterlande die Sicherheit des Friedens gewähre, und er kenne mehr als einen Offizier, der gerne die Schlußfolgerungen feiner Arbeit unterzeichnete. Unter der„Miliz", die er vorschlage, verstehe er eine sorgfältig unterrichtete und mit allen Rücksichten auf die nationale Verteidigung vorbereitete Armee. Er geht dann dazu über, die Aufgaben zu unter suchen, die nach den Lobrednern des stehenden Heerwesens die Annee erfüllen solle, als da sind: Verteidigung des vateo ländischen Gebiets, Eroberung fremder Gebiete— was man allerdings heute allseitig leugne oder verschweige— und Sicherung gegen Unruhen im Innern, wozu neuerdings noch die Behauptung komme. die moralische und physische Er- ziehung des Volks zu betreiben. Also ganz wie bei uns. Zunächst wendet sich Moch gegen„das Paradoxon der Offensive", das er mit einer Reihe durchschlagender Gründe widerlegt. Unbestritten genüge eine reine Defensiv- Organisation, von der man draußen wüßte, daß sie für ihren Zweck wirklich geeignet sei. Wolle man ferner die Armee als Werkzeug für Aufrechtcrhaltnng der Ordnung im Innern, so beweise das, daß die Organisation der Armee nicht im Einklang stehe mit den Institutionen des Landes, wenn diese. wie er voraussetzt, demokratische seien; diese machten eine Annee zur Aufrechterhaltung der Ordnung überflüssig. Auch gegen den Begriff der Disciplin, wie ihn die Militärs verstehen, zieht er scharf zu Felde. E r verstehe darunter die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Unterordnung der Kräfte zur gewissenhaften Ausführung einer Aufgabe nach den An- gaben deiyenigen, die die Eigenschaft zur Leitung dieser Auf- gäbe besäßen. Die moralische und physische Erziehung aber habe sich außerhalb der Armee zu vollziehen. Der Aufenthalt in der Kaserne sei dazu am allerungeeignetsten. Was die jungen Leute in der Kaserne brauchten, solle gelehrt werden, ehe sie in die Kaserne kämen. Der Kasernen- Geist demoralisiere. Er beruft sich hierbei auf Freyciuets Wort:„Der Soldat, der als ein unwissender aber anständiger Mensch beim Regiment eintritt, tritt bei dem- selben nur zu oft ebenso unwissend aber verdorben heraus." Das erinnert an das Wort des verstorbenen Garnisonpredigers E. Fromme!:„Es ist die allgemeine Klage, daß unser Heer, wiewohl es in vieler Hinsicht eine Schule der Zucht ist, doch für die meisten zu einer Hochschule der Unzucht w u r d e." Im weiteren wendet sich Moch gegen' den„militärischen Geist", der überhaupt nicht in der Masse der Soldaten stecke; ihr einziger Wunsch sei und bleibe, so rasch als möglich aus der Kaserne herauszukommen. Die schweizer Armee sei mindestens so discipliniert wie irgend eine andre, in ver- schicdener Hinsicht sei sie es in viel h ö h e r e m Grade, aber militärischen Geist kenne man in ihr nicht. Moch kritisiert dann ausführlich die Militär-Gesetzgebung Frankreichs, ihre Unzulänglichkeit und selbst Unausführbarkeit. Er verlangt gleiche Dienstdauer für alle in der gleichen Waffe Dienenden; höhere Intelligenz solle höhere Verpfljchwngen auf- erlegen, sie berechtige zur Führung, die aber längere Dienst- dauer erfordert. Die Organisation der Armee solle auf voller Gerechtigkeit beruhen, und solle jeder Bürger nach dem Maße seiner physischen und geistigen Kräfte an der Verteidigung des Vaterlandes teil nehmen. "1 Die Armee der Demokratie. Autorisierte Nebersetzung aus dein Französischen von Alfred Herm. Fried. 468 S., drosch. 4 M. Vom Standpunkt der gegenwärtigen Heeresorganisation erklärt sich Moch für die zweijährige Dienstzeit für alle Waffen. Aber sie werde, meint er, nicht lange bestehen; sie dränge einen Schritt weiter zum Milizsystem. Interessant ist hierbei, daß Moch die auch in der deutschen Socialdemokratie auf- geworfene Frage: ob die Reduzierung der Dienstzeit auf ein Jahr als Uebergang zum Milizsystem zu dienen habe, e n t- schieden verneint und zwar aus militärischen Gründen. Die einjährige Dieilstzeit führe zu eineni Zwittersystem, das weder eine stehende Armee noch eine Miliz liefere. Er kenne keinen Offizier, der diese Forderung unterstütze. Solle einmal reorganisiert werden, so müsse man von der zweijährigen Dienstzeit— die heute in Frailkreich noch nicht besteht, der größte Teil der Armee dient drei Jahre, ein kleinerer Teil »ur ein Jahr und weniger— sofort den Uebergang zum Milizsystem herbeiführen. Moch bezieht sich für seine An- ficht unter andrem auf Oberst Patry, der äußerte:„Die zweijährige Dienstzeit mag dauern so lange sie kann, aber wir werden in Frankreich, wie bei allen europäischen Völkern, in einer mehr oder weniger kurzen Zeit notwendiger- weise zur Organisation von Milizen ge- langen, und zwar schneller, als man es im allgemeinen glaub t." Moch bezieht sich ferner auf eine militärische Schrift: „Der Fußsoldat in fünfzig Stunden", die in kurzer Zeit vier Auflagen erlebte. Mehr als viertausend Mann seien nach den Vorschlägen der Sckrift der militärischen Ausbildung unterworfen worden und jede Abteilung von 200— 600 Mann sei nach einem Monat in allen Teilen der militärischen Aus- bildung eingeweiht gewesen. In zwei Monaten erhalte man die komplette und-endgültige Ausbildung einer ganzen Rekrntenklasse. In allen stehenden Armeen giebt es eine ungemein große Zahl von Thätigkeiten und Einrichtungen, die mit der kriegs- mäßigen Ausbildung des Soldaten nichts zu thun haben, wohl aber diese hemmen. So das Offtziersburschen-Univesen, der Dämon der Putzerei, der Garnison- und Wachtdienst. der Pnradedienst, die Komniandierungen zu allen möglichen Zwecken, das Studium viel hundertseitiger Reglements, die mehr oder weniger oft geändert werden. Gegen alle diese Einrichtungen wendet sich Moch mit guten Gründen; sie be- deuteten vergeudete Zeit, ihre Abschaffung ivürde der Kascrnenzeit den Charakter einer unangenehmen und ab- schreckenden fast nehmen. Ein längerer historischer Rückblick Mochs befaßt sich mit den improvisierten Armeen in den Revolutions- und Unab- hängigkeitskämpsen der letzten Jahrhunderte, in denen wider alle militärische Auffassung die größten militärischen Thaten vollzogen wurden und die siegreichen Generale oft in einem Alter sich befanden, das dem eines Premier- lieutenants oder Hauptmanns der heutigen Zeit ent- spricht. Dieser historische Ueberblick erstreckt sich auf die Zeit von der englichen Revolution unter Croniwell bis zu dem jüngsten Krieg aus Kuba, also auf Kämpfe, in denen öfter nicht einmal als Miliz ausgebildete Truppen militärische Großthaten ersten Ranges verrichteten. Sein Vorteil über die notwendigen Eigenschaften einer Arniee faßt er dahin zusammen: eine Armee wie die der Schiveiz sei in Bezug auf Organisation und Material aufs sorgfältigste aus- gerüstet, ihre Cadres besäßen alle die notwendige Berufsaus- bildung. Das Material sei so gut als irgendwo und der Geist der Truppe ein solcher, der jeden Vergleich aushalte. Moch giebt dabei eine sorgfältig aufgestellte Berechnung der Ausgaben für die schweizer Armee, die Bund und Kantone zu machen haben, die Summe von rund 28 200 000 Fr. oder etwas über 9 Fr. per Kopf im Jahre 1898, was(ehr er- heblich weniger ist als in irgend einem Militärstaat Europas. Die Schlußfolgerungen, die Moch aus seinem Studium der schweizer Armeeverhältnisse zieht, gehen dahin, daß in keiner Armee jeder kampffähige Mann so ausschließlich auf die ganz bestimmte Aufgabe hin, die er im Kriege zu erfüllen habe, ausgebildet werde und zwar unter der Oberaufsicht derselben Chefs, die ihn im Kriege befehligten. In keiner Armee geschehe die Bildung der Einheiten, die sich sogar auf die Kavalleriepferde erstrecke, so rasch. Nirgends seien die Cadres so mit nichts andrem beschäftigt als mit der Vorbereitung zum Kriege und nirgends hätten die Cadres vollständigere Kriegseinheiten zu befehligen, die genau aus denselben Leuten zusammengesetzt seien, die sie ins Feld zu führen haben. Das Lob, das Moch der schweizer Armee im ganzen zollt. ist das größte, das je ein Militärschriftsteller über sie gefällt haben dürfte, ohne daß er ihre Mängel übersieht. Wenn er dennoch den Vorschlag mache, in Frankreich nach dem schweizer Muster eine Miliz zu bilden, so habe er eine Militärgewalt im Auge, die der gegenwärtigen schweizer Miliz noch über- legen i st. Demgemäß geht er zu einer gründlichen Kritik der gesamten militärischen Einrichtungen und Verhältnisse Frankreichs über, die sich auf Heer, Marine und Kolonial- armce erstreckt. Diese Kritik ist sehr lehrreich und ist auch sür Deutsche viel daraus zu lernen, inbesondere was die jetzt bei uns aufderTagesordnungstehenden Mariner üstungen betrifft. Eine mit dieser Kritik verbundene genaue Aufstellung der ge- samten Militärkosten Frankreichs ergiebt für 1898 eine Aus- gäbe von 1101 Millionen Frank, einschließlich der Jahreszinsen sür die Anleihen. Eine Reorganisation der gesamten militäri- schen Kräfte Frankreichs nach seinen Vorschlägen würde die Kosten einschließlich der Ausgaben für die militärische Jugenderziehung auf 864 Millionen herabsetzen, was eine jährliche Ersparnis von 287 Millionen ergäbe. Hierzu rechnet er den Arbeits- verdienst, der gegenwärtig den Mannschaften verloren geht, was für diese, den Jahresverdicnst eines er- rvachsenen Mannes auf durchschnittlich 1000 Fr. per Jahr- angenommen, noch einen Gewinn von 458 Millionen ergäbe. Dabei wäre die militärische Kraftausnutzung der Nation die höchste, die möglich ist. Moch verlaugt für seine Reorganisation die obligatorische physische Jugenderziehung vom 10. bis zum vollendeten 13. Jahre; hieran soll sich die vorbereitende Militärerziehung in zwei Abteilungen vom 13.— 16. und vom 16. bis vollendetem 19. Lebensjahr anschließen. Dieser letztere Unterricht soll an Sonntagen stattfinden. Mit dem> 20 Jahre beginnt die eigentliche militärische Aus- bildung in der Nekrutenschule. Die Dauer der Uebungen soll für die Infanterie, Artillerie und die Genietruppen volle 60— 70 Tage währen, für� die Kavallerie 90 Tage, für die Verwaltungs- und Sanitätstruppen 42—49 Tage. Für diejenigen, die keine vorbereitende Ausbildung genossen haben, soll die Uebnng 15 Tage länger dauern. Alsdann treten die ausgebildeten Mannschaften in das erste Aufgebot ein, das die Altersklassen von 21—32 Jahren umfaßt; das zweite Aufgebot umfaßt die Jahrgänge vom 33. bis zum 40. Lebens- jähre; der Landsturm die Jahrgänge vom 40. bis 45. Lebensjahre. Die Einheiten des ersten Aufgebots, mit Ausnahme der Kavallerie, sollen alle zwei Jahre zu Uebungen herangezogen werden,.die je nach der Waffe einschließlich der ausgeführten Manöver 13—20 Tage dauern. Die Kavallerie soll während drei Jahren zu je zehn Tagen, im vierten Jahre zu zwanzig Tagen Uebung herangezogen werden. Das zweite Aufgebot soll alle vier Jahre zu Uebungen für volle dreizehn Tage einberufen werden, der Landsturm alle zwei Jahre zu einer Kontrollversammlung. Im Kriegsfall würden als Reserve des ersten Aufgebots die jungen. Leute vom 14. bis zum 20. Lebensjahr in den Rekrutenschulen ausgebildet. Moch erörtert alsdann die zu treffenden Uebergangs- maßregeln, um die jetzige Armee Frankreichs in eine Miliz umzuwandeln. Würde mit dieser Uniwandlung im Jahr 1900 begonnen, so würde sie im Jahr 1904 vollendet sein. Wir haben also in dein Mochschen Buch zum erstenmal einen klar durchdachten, in alle Einzelheiten gehenden Plan, wie ohne ernste Störungen ein großes stehendes Heerwesen in eine Miliz umgcNzandelt werden kann. Daß es ein praktischer Militär ist, vertraut mit den gesamten militärischen Einrichtungen und Traditionen seines Heimatlandes, erhöht den Wert dieser Vorschläge und dürfte es insbesondere seinen gegnerisch ge- sinntcn Kameraden schwer sein, ihn zu widerlegen. Aber auch: lür die Laien sind diese Ausführungen höchst wert- voll- Giebt es doch selbst in den Reihen der Socialdemokratie nicht wenige, die bei aller Anerkennung der Notwendigkeit einer demokratischen Organisation der militärischen Kräfte sich die Möglichkeit der llmwandlung der stehenden Armee in eine rein demokratische Heeresorgani- sation ohne erschütternde Katastrophe nicht vorstellen können. Moch zeigt, daß. wo der Wille, auch der Weg vorhanden ist, und er zeigt weiter ani Schluß seines Buchs die großen Vor- teile, die eine solche Umgestaltung des Heerwesens für die friedliche und demokratische Entwicklung der ganzen Gesell- schaff hat. Diejenige Nation, welche die Initiative zu dieser größten moralischen und materiellen Revolution ergreife, die die Ge- schichte kenne, werde sich mit unvergänglichem und unver- glcichlichem Ruhm bedecken. Sie werde, meint Moch, die befreiende Nation, die geistige Leiterin der Welt sein. Er hoffe im Interesse seines Vaterlands, daß diese Nation die französische sein möge. Es scheint nach Moch sicher zu sein, daß in der französi- schen Offizierswelt seine Vorschläge weit mehr Anklang finden werden, als dies in der deutschen Armee der Fall sein dürfte. Die Gründe fiir letzteres liegen auf der Hand. Dafür liefert aber die Mochsche Schrift eine Menge neuer Momente für die Bekämpfung des Militarismus, und diese für Deutschland auszunützen, ist Sache der deuffchen Socialdemokratie. _ A. B, PalMxXäl* Mebevlicht. Berlin, den 23. Mai. Der Reichstag wurde in der Dienstags-Sitzung für den schweren Ernst und die harte Arbeit der vorhergehenden Sitzilngen durch einige heitere Scenen entschädigt. Zunächst entwickelte Graf Posa- d o w s k y mit dem ernstesten Gesicht, das Polonius je zur Schau getragen hat, daß das Deutsche Reich ein Föderativ- staat sei und daß die ganze und die alleinige Verantwort- lichkeit sür alle Rcgierungshandlungen auf den Schultern des— Reichskanzlers liege. Der Reichskanzler wisse alles,.der Reichskanzler mache alles, es gebe keine Regierung außerhalb des Reichskanzlers. PoloniuS zuckte nnt keiner Wimper und das Haus war wohlerzogen genug nicht zu lachen. Wenigstens nicht laut— nur innerlich. Gelungener aber haben Roms kundigste Auguren niemals Komödie gespielt. Den ztvetten Genuß bereitete dem Reichstag. ein Mann, der schon wiederholt zur Belustigung des Hauses bei- getragen hat— freilich ohne es zu wollen: der erste Vicepräsident V. Frege. einer derer,„die nie blaß werden"— und. wie boshafte Zungen behaupten, auch nie rot. Die nachträgliche Kolonialdebatte oder richtiger Kolonial- katzbalgerei zwischen einigen Kolonial-Jnteressenten und dem Kolonialsekretär Buchka, welche die Posadowskysche Auguren- Vorstellung veranlaßt hatte, war glücklich beendigt und die letzten Reste der Gewerbe-Ordnungs-Novelle sollten in dritter Lesung unter Dach und Fach gebracht werden. Graf Ballestrem stieg vom Präsidentenstuhl herab und vertraute arglos dem Herrn v. Frege den' Vorsitz an, um seine Kräfte für den nächsten Punkt der Tagesordnung: das Münzgesetz, gegen das seitens der Rechten Obstruktion angedroht war, aufzusparen. Kaum hatte er den Präsidenten- stuhl geräumt, so ereignete sich etwas Aehnliches, wie weiland mit dem Sonnenwagey, als Phöbus seinem unehelichen Sohn Phaston die Zügel anvertraut hatte. Phaston-Frege verlor sofort die Zügel aus der Hand— rechter Hand, linker Hand, alles vertauscht.— Zügellos stürmen die Rosse im Zickzack-Kurs, vorwärts, rückwärts, seitwärts, kreuz und quer—. Phaston- Frege greift krampfhaft nach den Zügeln— wir meinen nach den Anträgen, über die abzustimmen ist— er findet sie nicht — es sind immer die falschen— rechter Hand, linker Hand, alles vertauscht— falche Aufforderungen zum Abstimmen, falsches Abstimmen— wirres, wüstes Durcheinander. Der Bureaudirektor erscheint als Dens ex macbina und bietet dem verzweifelten Rosselenkcr, nein Reichstagslenker, eine helfende Hand und den richtigen Antrag. Doch die Hand wird von dem blind Dahinstürmenden nicht bemerkt, wieder wird ein falscherAn- trag gepackt— bis endlich als Netter in der Not Graf Ballestrem hinter dem Präsidentenstuhl auftaucht, mit kräftiger Faust die Zügel ergreift(und der präsidentenlosen, schrecklichen Zeit ein Ende macht), während Phaston-Frege aus dem Präsidenten- himniel herabstürzt, und zerschmettert neben den socialdemo- kratischen Bänken niederfallt. Zerschmettert zum Glück bloß figürlich. Tie Verwirrung, die diese Phaetonfahrt im Reichstag angerichtet, war so toll, und so gründlich, daß der ganze Gegenstand für den Moment verlassen und hinter den nächsten Punkt der Tagesordnung gestellt werden mußte, nach dessen Er- ledigung auch alles in wenigen Minuten geregelt ward. Herr v. Frege aber, der ein großer Freund des Befähigungsnachweises ist, wird vielleicht darüber nachdenken, ob es nicht Wohl rat- sam wäre, die Wahl ins Präsidium des Reichs von einem Befähigungsnachweis abhängig zu machen. Und wenn nicht er, denken vielleicht andre darüber nach. Die dritte heitere Szene brachte der nächste Punkt: das Münzgesetz. Das Münzgesetz beruht auf der einzig ver- nünftigen Grundlage der Goldwährung, und ist deshalb unfern Agrariern, die sich nach dem Beispiel ihrer Vorsahren auf die Falschmünzerei verlegt haben, und darum für die Doppel- Währung schwärmen, d. h. für die Kunst, je 100 M. Schulden mit 50 M. Silber zu bezahlen, ein Dorn im Auge, den sie um jeden Preis ausreißen und zerbrechen wollen.„Die Obstruktion ist soeben der Linken so gut gelungen. Wir haben drob zwar weidlich geschimpft, doch was dem Plebs verboten ist, ist dem Junker erlaubt— versuchen wir es mit der Obstruktion!" So sagten sich die Junker. Allein nicht jeder kann jedes. Auch zur Obstruktion gehört einige Hirnthätigkeit, und das ist nicht Sache der Agrarier. Die Geschäftsordnung studieren? Dummes Zeug! Und es w u r d e dummes Zeug. Die junkerlichen Obstruktiouisten hatten uns abgelernt, wie man sich räuspert und spuckt. Sie bezweifelten die Beschlußfähigkeit des Hauses, als es gestopft voll war, Sic beantragten namentliche Abstimmung, als wir schon in her Abstimmung waren. Kurz, sie blamierten sich unsterblich, und bereiteten dem Haus ein paar heitere Minuten. Das Münz- gesetz ging mit erdrückender Mehrheit durch. Nächste Sitzung Freitagvonnittag 11 Uhr. Nachtragsetat. Unfallversich erungs-Gesetz. Abgeordnetenhans. Das Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch zunächst in dritter Lesung den Gesetzentwurf betreffend die W a r e n h a u s st e u e r im wesentlichen nach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen. Obgleich vor Eintritt in die Beratung der Finanzminister Dr. von M i q u e l die Erklärung namens der Staatsregierung abgab, daß sie dem Gesetz nicht zustimmen würde, falls das HanS auf seinem Beschlüsse beharre und die Steuer bereits bei einem Umsatz von 300 000 M. beginnen lasien wolle, konnten sich doch die Konservativen und das Eentrum nicht dazu entschlichen, dem Wunsch der Regierung nachzugeben und die Stenerarenze auf einen Umsatz von VOOOOo M. heraufzusetzen. Ob dos Gesetz an dieser Mcinungsverschiedenbeit in der That scheitern wird, läßt sich heute noch nicht sagen: es ist sehr ivohl möglich, daß das Herrenhaus die Regierungsvorlage wieder- herstellt und dann das Abgeordnetenhaus sich fügt.' Weniger erfolgreich war die konservative Opposition bei dem Gesetz Über die Fürsorgeerziehung Minderjähriger, das hierauf in dritter Lesung beraten wurde. Die Streitfrage drehte sich hier um den Kostenpunkt. Das Herrenhans hat den Staatsznschuß auf zwei Drittel beniessen, während das Abgeordnetenhaus ihn in zweiter Lesung auf erhöht hat. Diesen Beschluß erklärte die Re« giernng für nnanehmbar. Infolgedessen stellt« das HanS in dem Kostenpunkt den Beschluß deS Herrenhauses wieder her; mir die die Konservativen stimmten dagegen. Es ist charakteristisch, daß die« selben Herren, die fort und fort über die Verrohung der Jugend jammern und Gesetze dagegen verlangen, ein Gesetz, daS ihrer Meinung noch socialpolitisch heilsam ist, icheitern zu lassen bereit find, bloß weil seine Durchführung ein paar hunderttausend Mark erfordert. Endlich genehmigte das Hans noch gegen den Widerspruch der Regierung in dritter Lesung den Antrag Weise betr. weitere Ausdehnung des R e n t e n g u t s g e s e tz e s. Die nächste Sitzung findet voraussichtlich am Donnerstag nach Pfingsten, also am 7. Juni, statt. Vor dem Ende. Man schreibt uns aus Wien. 22. Mai: Das östreichische Parlament dürfte bald ausgelitten haben, denn so wie jetzt kann es nicht weitergehen. Am 6. Juni soll die nächste Sitzung sein, und da lvird sich das Schicksal des Parlaments bald entscheiden müssen. ES ist höchste Zeit, denn der Anblick, den diese sogenannte Volks- Vertretung bietet. ist einfach nicht zu ertragen. Man spricht jetzt viel in Europa von Obstruktion und denkt vielleicht, in Oestreich geht dasselbe vor, ivas in Belgien den Sturz des Wahlentrechtungs- Ministeriums bewirkt hat, lvas in Italien zur Auflösung der Kammer führte, oder gar die östreichische Obstruktion sei mit dem Krieg gegen die lex Heinze im geringsten verwandt. Nichts wäre irrtümlicher als diese Meinung. Während sich sonst die Obstruktion, jetzt und in der Ver- gangenheit, gegen ein bestimmtes Gesetz richtet, das äußerste Mittel darstellt, ein nach der Meinung weiter Volkskreise schäd- liches Gesetz zu verhindern, ist in, Oestreich die Obstruktion, und das ist nicht bloß die jetzige czechische, sondern war es ebenso die dreijährige deutsche, eine Kriegserklärung an den Staat;" ihr Zweck ist nicht die Vereitelung einer einzelnen Vorlage, sondern in ihr lebt die Absicht. das Parlament zu ruinieren. Anderswo verschwindet die Obstruktion mit dem Anlaß, der sie hervorgerufen hat; in Oestreich muß sie dauernd sein, denn so lange diese Ordnung des Staats be- steht, wird auch die Abneigung der Völker gegen ihn bestehen. Die östreichische Krise kann also nur enden mit dem Zerfall des Staats, denn im Grunde ist sie ja nichts andre» als der Bestand diese» uit- natürlich gefügten und unzweckmäßig geordneten StaatSwesrnZ. Von der gräßlichen Verwilderung, der das östreichische Ab- geordnetenhauS anheim gefalle» ist, kann man sich keine Vorstellung machen, wenn man nicht einen der traurig öden Sitzungstage mit- gemacht, die stenographischen Protokolle nicht selbst durchgeblättert hat. Die Obstruktion ist hier beileibe keine Bekundung von Witz und Geist, zu ihr braucht es nicht Ausdauer und Schlagfertigkeit, sie ist eine rein mechanische Thätigkeit geworden, die zu besorgen «in paar Schreihälse ausreichen. Tie Partei, die obstruiert, muß nicht einmal zur Stelle sein; es sind auch nicht mehr fünfzig- Abgeordnete notwendig, fünfzehn genügen. So viel sind ihrer nämlich nötig, um eine Interpellation zu stellen; aber wenn Interpellationen in der Sitzung, in der sie eingebracht tverden,„zu verlesen sind", so besteht das Obstruktionsproblem darin, so viel Interpellationen zu verfertigen, daß ihre Verlesung die normale SitzungSziit in Anspruch nimmt. Damit beschäftigen sich mm die Jungezechen, sie fabrizieren die Interpellationen schockweise und jede ist riesig lang. DaS geht viel leichter, als der an civilisierte Parlaments- sitten gewöhnte Europäer glauben würde. Eine der landläufigsten Interpellationen in Oestreich ist die wegen konfiscierter Zeitungsartikel; man klebt den Ausschnitt ans einen Bogen Papier und„fragt" den Justizminister, was denn er zu dieser Preßpraxis sage. Ein erfindungsreicher Kopf ist nun ans den Einfall gekomw.en, das umgekehrt zu machen: man nimmt einen beliebigen Zeitungsausschnitt, oder noch besser, eine ganze Broschüre, und„interpelliert", wartnn der Artikel, daS Buch nicht koufisciert worden ist. So haben, die Jungezechen jüngst eine ganze czechische Broschüre vorlesen lassen— zu den Eigenthümlichkeiten dieses Parlaments gehört es, daß man auch in einer andren als der deutschen Sprache reden kann und daß die fremdsprachigen JnterpcNattonen nicht übersetzt werden, fondern im Urtext ins Protokoll kommen!— und damit der„Humor" nicht fehle, haben sie eine antisemitische Parodie ans Schillers„Glocke"— das„Lied vom Lcvi"— zum Objekt einer Interpellation gemacht, so daß die Druckschrist, die über die Thätig- teit der östretchischen Volksvertretung Nachricht gicbt, auf sechs Seiten gejüdelte Knüttelreime enthält! Ungezogene Rangen, die hinter dem Rücken de« Lehrers die Zunge ausstrecken, können sich unmöglich so würdelos- benehmen, wie diese sogenannten Ab- geordneten. Das Schaurige an dieser Obstruktion ist der Mangel jeder Leidenschaft, das Fehlen jeden Temperaments; die Jungezechen thun heute nichts andres als den Leib der Volksvertretung besudeln. Diese Obstruktion mit den ernsten Kämpfen, die unter demselben Namen in andren Parlamenten geführt werden, vergleichen zu wollen, wäre eine Thorhcit. Das ist kein parlamentarischer Kampf mehr, das ist einfach der Ekel am Staate... Die Sache muß ein Ende nehmen: so oder so. Wenn daS Parlament nicht leben kann, so soll es si erben, das schrecklichste Ende ist besser als dieser Schrecken ohne Ende. Es scheint auch geiviß zu sein, daß die LebcnStage dieses Parlaments gezählt sind, daß es diesmal nicht bloß heimgeschickt, sondern aufgelöst werden luird. Nicht, als jemand glaubte. anS Neuwahlen könnte ein besseres Parlament herauskommen, im Gegen- teil, Neuwahlen werden alle Uebcl nur noch verschärfen. Und doch sind sie unumgänglich, denn der Beweis von der Lebensunfähigkeit dieses Parlaments, der UnHaltbarkeit dieser Ordnung muß eben nach allen Richtungen hin geführt werden.— ■*»# Aemjches Weich. Der Teniorenkonvent des Reichstags hat sich gester» unter dem Vorsitz des Präsidenten über den Beginn und Schluß der Pfiugstferim schlüssig gemacht. Allgemein war der Wunsch, noch möglichst viel vor den Ferien zu erledigen, um nur kurze Zeit nach Pfingsten tagen zu brauchen. Zu diesem Zweck soll die dritte Beratung deS Unfallvcrsicherungs-Gesetzes noch vor Pfingsten begonnen und wenn möglich beendet tverden. Die Socialdemokraten stellten eine längere Dis- knssion, verschiedene Anträge und einige namentliche Abstimmungen in Aussicht und gaben der Meinung Ausdruck, daß die Beratung dieses Gesetzes längere Zeit in Anspruch nehmen werde. Trotzdem hielten die Mehrheitspnrteien an ihrer Anficht fest. Es wurde be- schlössen, jedenfalls zu versuchen, ob eine Verabschiedung deS Unfall- gesetzeS vor den Ferien möglich sei. Die Sitzungen sollen bis zum 30. d. M. fortgesetzt und dann bis zum 6, Juni— also Mittwoch nach Pfingsten— unterbrochen werden. Die socialdemo- iratische Interpellation soll ebenfalls noch vor den Ferien erledigt werden. Auf die Tagesordnung der Sitzung vom 6. Juni wird die zweite Beratung des Flottengesetzes gestellt, an welche sich die Beratung der Gesetze über die Kostendeckung anschließen wird. Die Getrösteten und die Hoffenden. Als der eigentliche Sieger im Heinze-Feldzng stellt sich nunmehr — das Cent rum vor. Als daS Kompromiß vekcnmt wurde, schrieb die katholische„Sckles. VolkSztg.", daß auf diesem Wege eine Ver- ständigung nicht möglich sei, weil da« eine„bedingungslose Kapitulation der Mehrheit vor der Minderheit" sein würde. Und die„Germania" erklärte feierlich, das Centrum lasse sich auf nichts ein und halte an der lex Heinze fest. Nachdem die Kapitulation doch geschehen, rühmt sich dieselbe „Germania" ihres Sieges. Man sollte cS nicht für möglich halten, aber es ist dennoch so. Die„Germ." beteuert, es habe außerordentlich Wertvolles erreicht und die eigentlichen Blamierten seien— obwohl der Streit doch nur um die jetzt beseitigten§§ 184a und b ging— die Socialdemokraten, Freisinnigen Und Göthebündler, iveil nämlich der ---§ 184 angenommen sei. Aehnlich tröstet sich die„Köln. VolkSztg." ES bereitet uns in der That eine außerordentliche Genug- thunng, daß die Herren so zufrieden sind. Wir werden aufrichtig darnach streben, dem Centrum noch recht viele Siege dieser Art zu verschaffen. Die Herren können auf uns rechnen. Dagegen erfreuen sich die Konservativen nicht einer so sonnigen Weltbctrachtnng, die jedes Mißgeschick alsbald in einen nnerhörien Glücksfall verwandelt— wie es der heilige Hans in» Ccmrnms- glück thnt. Die„Kreuz-Zeitung" findet. daß das Heinze« Untier immer noch nicht tot genug sei. um nicht wieder ausleben zu können. Sie fordert die Regierung auf. „in der näibsie» Session die nnnmehr preisgegebenen Paragraphen der lex Heinze dem Reichstag nochmals vorzulegen, vielleicht in einer Fassung, die unter voller Aufrcchterhaltung ihres Grundgedankens den ans den Kreise» der Künstler erhobenen Bedenken soweit wie möglich Rechnung trägt. Zloeitens lvird zn erwägen sein. ob nWt durch eine Abänderung der Geschäftsordnung der Wieder- Holling der Obstruktion vorgebengt iverden kann. Denn eine Geschäftsordnung, die gegenüber einer Vergewaltigung durch eine rücksichtslose Minderheit versagt, trägt das Bedürfnis einer Ab- änderung in sich selbst, da sie die Erreichung ihres Hauptzwecks, nämlich' der oromingsumßigen Kundgebung des Mchrheitswillens, nicht unter allen Uniständen zu verbürgen vermag." Das eine wird die Regierung, daS andre der'Reichstag hübsch bleiben lassen. Immerhin sind die verlegenen Ratschläge des Jnnkerblatts nützlich und geeignet, als dauernde Warnsignale zu dienen.— Alter Unsinn. Die sociakdcmokratischen Mitglieder der Flotten- kommission haben gegen alle neuen Stenern gestimmt, die in dieser Kommisston beschlossen worden sind. Sie haben auch gegen die Erhöhung der Börsen st euer» gestimmt. Unsre Gegner, in hilfloser Verlegenheit, wie sie die Social- dcmokratie befehden solleil, benutzen diese Stellungnahme unsrcr Abgeordneten zur Wiederholung uralter Lächerlichkeiten: So schütze die Socialdemokratie die schwachen Schultern! So sei die Social- demokratie mit der Börse, mit dem Geldjunkertum im Bunde I Die Socialdemokratie hält Steuergesetze, wie sie jetzt in der Flottenkommiisio» fabriziert worden sind, für schlecht und unzn- reichend. Die Nutznießer aus dein Flottenbau sollten, so wurde versichert, die Kosten tragen. Aber jetzt werden die großen Panzerplattei�Lieferanten und andre Großindustrielle, die eifrig für die grvßke Flotte agitiert hatten, völlig verschont. Die Krupp und Stumm, die viele Millionen an der Flotte verdienen, werden in keiner Weise zu den Lasten herangezogen. Wir hatte» eine progre s s iveEinkom in en-undBer mögen- st e u e r gefordert, durch die alle Kreise gleichmäßig heran- gezogen Ivorden wärcn. Aber dic biirgerlichen Schützer des Kapitals wollten davon nichts wissen und zogen es vor, Verkehrssteuern auszuhecken und auf lange Zeit hinaus das social einzig gerechte und einzig eintrug- liche Slcuersystein zu verhindern. Trotz dieser principicllcn Stellung würde die Socialdeniokratie sicherlich Börsenstenern nicht ablehnen, wen» sie zur Beseitigung an drei: Volk Sbela st enden Stenern geschaffen würden. Davon ist aber jetzt natürlich keine Rede. Im Gegenteil, die Parteien, die uns Vorwürfe machen, haben sich verpflichtet, den Hungerzoll auf das tägliche Brot des armen Manns zu er- hohen. Die neue Börsenstener aber sollte dazu dienen, eine höchst gefährliche, volksfeindliche Weltmachtspolitik vorzubereiten. Zu solcher Unkultur bewilligt die Socialdemokratie keinerlei Mittel. Als die Handels- und Börsenlcute Ivild nach der Klotten- Vermehrung schrieen, war es die Socialdemokratie, die ihren Wünschen entgegenkam? Vielmehr waren es Agrarier, Antisemiten, Centrum— dieselben Parteien, deren Blätter jetzt un» in der Stenerfrage schmähen,— die da» heiße Verlangen der Börse, des Handels und der Jiidlistrielieferanten stillten. Das sind die Parteien, die den Bauer und Handiverker gegen das Großkapital zu schlitzen vorgeben, ober durch ihre Politik ihm Milliarden in den Schooß iverfen.—_ Wie man liigt. Irrtümer werden auch der zuverlässigsten Zeitung in der drängenden Hast der Arbeit unterlaufe». Auch daS fft am Ende verzeihlich, daß die politische Tendenz der reinen Objektivität nicht immer förderlich ist. Dagegen sollte eS für jeden Redactenr eine berufliche Ehrensache sein, die Thatsachen nicht wider besseres Wisse» zu fälschen. Personen aber, die sich mit volle», Bedacht der Lüge im Kampf bedienen, sind keine Journalisten mehr, sondern bloße Zuhälter des Kapitalismus. An zlvei Fällen möchten>vir wieder einmal die bewußte Ver- logenheit der bürgerlichen Presse seststellen. Natürlich ist e» ivieder die„Post" des Herrn v. Zedlitz, die in diesem Fache auf die Meister- schaft Anspruch erhebt. Dies edle Blatt, das von den adligsten »ud reichsten Leuten ansgehalten wird, schreibt nämlich zu unsren Mitteilungen über die Unterredung des Assessors v. Schulz mit dem Eiscirbahnministcr: „Heiitc muß er(der„Vorwärts") schon durch eine Berichtigung deS AsiesiorS v. Schulz sich nachlveise» lasien, daß er es, um seinen aufhetzerischen Zweck zu erreichen, mit der Wahrheit wieder einmal nicht genau genommen hat. Aus der Zuschrift des Assessors».Schulz geht hervor, daß der Etscnbahnlllinistrr den Angestellten ledig- lich die Mahnung zutoulmcn ließ, ihre Arbeit wieder ans- znuehlne». Das zu thun, ist sein gutes Recht nicht nur, sondern auch seine Pflicht." Die.Po?t" hat die Erklärung des Herrn v. Schulz gelesen und denilocb lvagt sie ihren Lesern vorzuschwindeln, daß Herr V. Thielen lediglich zur Wiederausiiahnie der Arbeit gemahnt habe. Gegen solche Mahmmg-wäre allerdings nichts einznivendeil, und die„Post"« Leser, die weiter nichls aus dem Inhalt des Gesprächs erfahren, müssen den„Vorwärts" für gestört halte», daß er an diese harmlose Mahnung eine so scharfe Kritik geknilnpft habe. Daß Herr v. Thielen der„Mahnung" hinzugefügt hat, die Behörden lvürdeil sonst die strengsten Maßregeln ergreifen, unterschlägt das brave Blatt, ob- wohl ohne diese Drohung die Unterbaktling des Herrn ö. Thielen überhaupt kein Jnleresse hätte. Die Scharfmacherei ist ihrer journalisten Falschspieler wert. Uebrigens bemerlt selbst ein so zahmes Blatt wie die„Tägliche Rundschau" zu der Abgeorduetenhalls-Rede ThielenS: „Wie kam der Minister der öffentlichen Arbeite», v. Thielen dazu, trotz dieses Ministeriellen Programms gleich darauf offen Partei für die Gesellschaft zu nehmen lind sich zum Richter über die Lohnstreitigkeiten zwischen Gesellschaft und Angestellten ans- zuwerfen! Eine solche einseitige Parteinahme kann doch nur Ocl ins Feuer gießen und der Masse die Meinung beibringen, daß sie tu der Regierung einen leidenschaftliche» und ungerechten Feind zu erblicken hat. Unter de» Exrrsie», die bisher bei dem AnSstand vorgekomnien sind, scheint u»«S der Rede- Excesi des Her»» Ministers v. Thielen der bedanerlichste, ive'il in seinen Folgen weitreicheilbste und verderblichste, zu sein. Die Eiltgleisnng des Herrn Ministers, die ihn. den Vertreter der Regierung, als Parteiniann erscheinen ließ, ist die schlimmste von allen den vielen Entgleisungen, an denen die letzten Tage so reich waren." Die zweite Lüge ist im Lager der Frommen, der geistlichen Scharfmacher, hergestellt worden. Herrn Rörens Busen» und Wangcnfrcund, der Kaplan Dasbach, sucht durch einen netten Schwindel den Parteiführer Gröber zu retten. Gröber hatte durch ein'Rechtsgutachle»/ zu dem er durch leine amtliche Eigenschaft ver- anlaßt wqr, einen geistlichen Sittlichlcitsverbrecher dem Richter ent- zöge». Die„Mariische Volkszeiinng" Dasbachs aber erzählt�— Rören hall' an Dich und bedenke das geistliche Kleid!— Gräbel' habe als Landrichter in Heilbronn ans Grund der Ausliefcrungs- vertrage„entschieden", daß die Schweiz den betreffenden Geistlichen nicht anslicser» dürfte, und die„Franks. Ztg," stelle die Sache so dar, als habe Gröber„ein falsches Urteil gefällt"., Wir lvisien nicht so genau, ob die Lüge im katholischen Ritus zu den Todsünden gehört. Im sittlichen Sinne ist eS die Todsünde.—_ Bayrische Verstimmungen. Prinz Ludwig von Bayern, der künftige Köllig, Hot kürzlich eine polische Rede gehalten, die sich von den gewöhnlichen Fürslenrcden dadurch vorteilhaft unterscheidet, daß sie mehr als ein Triiiksprnch sein will und sich um sachliche Arginnentation bemüht. Viel beachtet werden einige Sätze, die deutlich und spitz gegen die norddeutsche Vorherrschaft zielen: „Man wundert sich vielfach. daß in Bayern wenig Interesse für die See und die überseeischen Bestrebungen, insbesondere siir die Flotte ist. Sehr einfach: wir haben in Bayern keine Wafferstraßen» Verbindung mit der See. DaS erstredt der Verein: eine Wasserstraße, die ganz Bayern durchzieht und mit der Nordsee verbindet. Unsre Wasserstraße in Bayern, dir Donau, wird beherrscht von fremden Schifsahrts- Gesell- schaften. fWir haben eine spccifisch baycnsche Donau- Dampf- schiffahrts- Cesellschaft; ja, die ist gut geleitet, sie hat gutes Material, sie hat aber einen schweren Stand. Während sänitliche andren Schiffahrts- Gesellschaften von ihren Staaten subveiitioniert sind... warum geschieht einzig und allein bei uns in dieser Beziehung nichts? Nun kann man ja wohl sagen: Es ist nicht ein specifisch bayrisches Interesse, ja, ich gehe weiter und sage, es ist ein deutsches Interesse! Warum soll die einzige Schiffahrts-Gesellschaft auf der Donau, die zuin Deutschen Reiche gehört, keinerlei Subvention bekommen? Es werden große Subventionen gegeben für deutsche Schiffahrts- gescllschaften, für die Postdampferliiiien; fortwährend werden neue Summen dafür genehniigt, nur für die Schiffahrts-Gesellschaft, die spcciell bayrische Juteressen vertritt, für die geschieht nichts! Ich sehe nicht ein. warum, wenn wir zum Deutscheu Reich gehören, wir nicht genau dieselbe» Rechte und dieselbe« Privilegien haben sollen wie in Norddcutschkand. (Beifall,) Und wie ich früher schon erwähnt habe, daß diese große Schiffahrtsstraße nicht nur im bayrischen, sondern auch im deutschen Interesse ist und daß, wenn sie zu stände kommen sollte, wir mit vollem Recht Subvciitioucn aus dem Reich verlangen könnten, so können wir anch verlangen, daß die süddeutsche Donau- Dampf- schiffahrts-Gescllschaft auch Subventionen bekonNNt. Es wird uns in Bayern vielfach vorgeworfen, daß«vir die Vorteile, die wir vom Deutsche» Reich haben. nicht genug zu würdigen wissen. Meine Herren! Vor allem verwahre ich Bayern vor dem Vorwurf, daß es eine Gnade sei» daß wir znm Reiche gehören; denn das Deutsche Reich ist ebenso gut mlt bayrischem Blute zusammeiigcschwckßt worden wie mit dein Bluic irgend eines andern deutschen Staats(Nnhaltcndcr Beifall),, und infolgedessen ivollen wir nicht als mindere Brüder, sondern als v o l l e Brüder a n g e s c h e n werden, und wie wir für das ganze Deutsche Reich einstehen und eingestanden sind, so verlangen wir auch, daß das Deutsche Reich»»sie spcciell bayrischen Interessen ebenso wahre, als wie die Interessen von denen an den großen Strömen, die in die Nord- und Ostsee sich ergießen, geivahrt iverdcii." Das Geständnis, daß in Bayern der Flottenkollcr keine Der- brcitniig gewonnen har, ist— in Anbetracht des Redners— recht wer. voll. Ueber die sachliche Berechtigung der Ansprüche an das Reich mag man streiten, jedenfalls spricht aus diesen Sätzen ein starker Uuurnt gegen norddeutsche Monopolbestrebnngen, gegen preußischen Absolutismus. Es ist dieselbe Stimmung, die de» Prinzen Lndivig bei der Zaren-Krönung i» Moskau zu seiner Vasallcn-Redc reizte, Der Thronerbe Bayerns will ein gleichberechtigter Bundes- fürst sein, wenn er zum Thron gelangt.— vkUitärboykott und freisinniger MSnuerstvlz. Königsberg. 21. Mai.uird mit Arbeitcrgroschcn gewirtschaftet I folgende Sensationsuachricht: „Größere Unterschlagungen undUnreHelmäßig- leiten sind bei der Abrechnung des vcrfloiseuen Streiks der Privatpost angestellten vorkonnnen, es wurden hierüber in der gestern Abend in den„Arminhallen" statt« gefmideucn öffentlichen Geiicralversammlinig derHandelshilfsarbeitcr eingehende Mitteilungen gemacht. Wie der Vertrauensmann Alboldt mitteilte, habe der damalige Leiter dieses Streiks, der Vertrauensmann Schumann, die Abrechnung forlgesetzt in die Länge gezogen und sich mich dagegen gesträubt, daß Revi- soren gewählt wurden. Als man ihm nun schließlich aufgetragen, den Ucberschuß und das gesammelte Material an die GeWerk- schafts-Komnnssion abzuliefern, habe er das Material ivohl abgc- geben aber nicht den lleberschnß von 158.00 M.! Dieses sei aber noch nicht alles, denn es fehlten auch verschiedene eingegangene Sammellisten, von 55 Listen fehlten sogar die Adressen der Em- pfänger! Es sei übrigens eine Mißwirtschaft, wie sie sonst noch nie vorgekommen sei. Insgesamt könne man die fehlende Summe auf 500 M. taxieren. In einer einstimmig ange- nominellen Resolution nmrde dem Schumann wegen dieser Unregelmäßigkeiten das Recht abgesprochen, noch weiter'Aemter in der Arbeiterbewegung zu bekleiden und er aufgefordert, sein Amt als Delegierter der Gewerkschaftskommission sofort niederzulegen I— Weitere Unregelmäßigkeiten wurden den Leitern der Central-Organisation, den Herren Kaßlcr, Dreher und Genossen vorgeworfen, die Gelder, welche der Lokalorganisation gehören, vereinnahmt und nicht abgeliefert haben. Kaßler soll 124,25 M. nicht abgeliefert haben! In einer angenommenen Resolution wurde gesagt, daß man dieses als Uiiterschlaguiig bc- trachten könne!" Uns ist von einer solchen Versammlung bisher keinerlei Mit- teilnng geworden. Sie konnte uns natürlich nicht zugehen, weil die oben bezeichnete Versammlung jahrelang zurückliegt. Die Ber- lcmndungen gegen Schubmann sind ganz alten Datums, und werden ictzt von oem Uuternehmerblatt ausgegraben, um Schumann in der öffentlichen Stimmung herabzusetzen. IN der Sache selbst können wir auf das bestimmteste versichern, daß Schumann absolut keine Unehrlichkeiten in ver Srbeiterbewegnng begangen hat. Der Vorlvurf, der hier erhoben wird, ist im Streit zwischen den beiden in Berlin bestehenden Organisationen der im Handels- und Transportgetverbe beschäftigten Arbeiter seiner Zeit gefallen. Der Vorwurf war entstanden, weil kein Revisor der Lokal- organisation bei der Abrechnung zugegen war, die Abrechnung nur von dem Ccntralverband geprüft wurde. Später ist von der Berliner Gewerkschafts- k o m m i s s i o.n. auch von der G e n e r a I k o m m i s s i o n der Gewerkschaften Deutschlands die Anklage unter- s u cki t und in alle» Instanzen festgesteNt worden, daß Schiimami der Aibeiterbcivcgung nichts veruntreut hat. Ausdiücklich wurde kouslatiert, daß nichts dagegen einzuwenden ist, wenn Schnmaim ferner in der Arbciterbewcgmig seinen Posten anSsiiNt. Wer weiß, mit welcher Peinlichkeit solche Tinge in der Gciocrkschast nutersncht werde», wird mit diesem Urteil die Sache für er- Icdigt betrachten können. Das ist auch von mehreren Person«» gc- schcyen, die selbst diesen häßlichen Vorwurf erhoben hatten. Ganz dieselben Vorkommnisse liegen auch der Anklage gegen K a tz l e r und Dreher zu Grunde. Beide verwalteten öffentliche Fonds. Auch hier glaubte die Lvialorganisation einen Anspruch auf die eingegangenen Gelder er- h e b e n z u k ö n n e n. Da das abgelehnt wurde, bezichtete man die betreffenden Arbeiter der Unterschlagung, während thniiächlicki die Gelder in die Kasse der Ceutralorganisatio» geflossen sind. Kein anständiger Mensch wird deshalb gegen die � genamiten Arbeiter irgend einen ehrentührigen Vorwurf erheben können. Zn den Anständigen gerechnet zu werden mache» aber natürlich die „Bert. Neuesten Nachr." keinen Anspruch. Beide Organisatioiien sind augenblicklich bemüht, eine Einigung herbeizuführen und die Mitglieder beider Organisationen werden übereinstimmend mitzbilllgen, daß solche längst erledigte, Niibcgrüudete Vorwürfe von neuem zur Hcrnbwiirdigimg ehrlicher Männer und zwecks Schädigung der Organisation durch die„Verl. Neuesten Nachr." erhoben worden sind.—> Ausland. Italien. Dir Wahlbewegnng in Italic» und die italienischen Socialistc». (Eig. Ber.) In Rom hat dieser Tage eine Versammlung des Gesamtvorstandes der italieiitschcn Socialistenpnrtei stattgefunden, in welcher nachsrcbcnde Tagesordnung zur Annahme gelaugte:„Der Gcsamtvorstaud der italienischen Socialisteiipartei nimmt die von der Versammlung der äußersten Linken beschlossene Tagesordnung an und erklärt, daß gegenüber dem aiigeublicklichen Stand des politische» Kampfes die bleibenden Grundsätze und Kriterien der socialistischen Partei, die stets die wirksamstcu Kräfte zur Herbeiführimg bürgerlicher und politischer Reformen sein iverden, nicht vergessen werden dürfen; es werden daher für den bcvorstehcndcii Wahlkampf folgende Normen in Lorschlag gebracht: 1. Wo der Sieg wahrscheinlich ist, soll gegenüber jeder andern Partei eine socialistische Kandidatur aufgestellt werden i 2. socialistische Kandidaturen sollen zum Zweck der Propaganda anch dort aufgestellt werden, wo mir ministerielle Kaudidaicii oder Oppositionskoubidaten in Frage iommcn, die nicht ausdrücklich erklär«», daß sie die Pmido-Geschnfisordmnig des Parlaments für ungesetzlich halten und die Amvcndung derselben Verbindern ivollen: dabei ist es ganz gleichgültig, wie groß in den betreffenden Wahlbezirken die immerische Starke unserer Partei ist; 3. Ivo die socialistische Partei jetzt noch nicht überwiegt, oder Ivo eine Zersplittermig der Stimmen den Sieg der Reaktion herbeiführen könnte, sollen die Kandidaten der republikanischen oder der radikalen Partei unterstützt Iverden; 4. bei Stichwahlen soll für den Kandidaten gestimmt werden, welcher ausdrücklich erklärt, daß er die Pscndo- Geschästsordpnng Parlaments für ungesetzlich hält, und daß er sich der Anivendung derselbe» sowie der Annahme aller die Freiheit des Volks einschrän- kcuden Gesetze mit allen Mitteln widersetzen will; 5. in jedem Fall aber soll in planvoller eifriger Weise socialistische Propaganda gemacht werden, für welchen Kandidaten auch immer die Genossen zu stimmen haben mögen. Bon dem Wahlbündnis der zur äußersten Linken gehörenden Parteien(Socialisten, Radikale und Republikaner) verspricht man sich große Erfolge, und die Kandidaten der Regierung sind selbst in ihren Hochburgen arg bedroht. Die Socialisten sind noch vor dem Vekamilwerden des Dekrets, das die Auflösung der Kammer ver- fügt, mit Eifer und Energie in den Wahlkamps eingetreten.— In Mailand ist im ersten Wahlkreise von den Volksparteicn der Republikaner De Andreis nnfgeftellt worden. Im zweiten Wahlkreise soll der socialistische Advokat Majno gegen den bis- herigen Kammerpräsidenten Colombo kandidieren; Colombos Wiederwahl ist jedoch ziemlich sicher. Im dritten Wahlkreise unterstützen die Socialisten den radikalen Kandidaten De Cristosoris. Im fünften und sechsten Wahlkreise ist die Wahl der socialistischen Kandidaten Turati und Ciccotti durchaus gesichert. In Turin habe» die Socia- listen im ersten Wahlkreise Guglielmo Fcrrcro und im dritten Claudio Treves aufgestellt; im zweiten und im vierten Wahlkreise ist die Wieder- wähl der bisherigen socialistischen AbgeordnetenMorgarimidNofri sicher. Im Wahlkreise Alessandria haben die Socialisten den GenosseiiZerboglio gegen den bisherigen Vertreter des Kreises, FraScara. aufgestellt. In Como ist als Kandidat der Socialisten Pros. Bonardi von Pavia aufgestellt Im zweiten römischen Wahlkreise kandidiert Prof. Enrico Fem gegen den Reaktionär Santini. In einem andern römischen Wahlkreise soll dem Konservativen Fürsten Leopoldo Torlonia der socialistische Fürst Scipione Borgheje gegenübergestellt werde», doch war hierüber noch nichts Bestimmtes zu erfahren. Gabriele D'Ammnzio kandidiert nicht mehr in Ortona, sondern im zweiten florentinischen Wahlkreise als Kandidat der Vollsparteien. Jiitereffant ist die ZeitungSmcldung, daß der wegen Anstiftung zur Ermordnng des Bankdircltors Notarbartolo in Untersuchungshaft sitzende Mafiahäiiptling Raffaele Palizzolo in seinem alten Wahlkreise Palazzo Reale(Palermo) wieder kandidieren fall. Wenn er gewählt werden sollte, würde er— jso hoffen wenigstens seine Freunde— au« dem Gefängnis entlassen werden und könnte energisch seine Rehabilitierung betreiben.— Amerika. Zn den Wirren w Columbien. Wie ans Kingston gemeldet wird, herrscht in Colon FcsteSjubcl»vegc» der dort ciiigegangencn Nachricht von einem Siege der Regierung bei Leblija im Dcparte- mein Santandcr. Die Ansständischcn in den übrigen Departement« sind bestrebt, die Regierung zn stürzen, und da viele Beamte in Cartagena und Baranqnilla mit den Aufständischen sympathisieren. kann der Abfall dieser Departements nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Lage in Panama wird als krilisch bezeichnet.— Afrika. Weitere KriegSmetzrlricn aus dem Kongostaat. Aus Brüssel wird am 23. Mai gemeldet: Einem der Regierung des Unabhängigen Kongostaates zugegangenen Telegramm zufolge wurden die bei dem letzten Aufrühr von Fort Shinkakassa entkommenen meuterischen Eingeborenen von den sie Versolgenden Truppen des Kongostaats in Bulu, im Gebiete der Wasserfälle, eingeholt, geschlagen und ihr Anführer getötet.—_______ New SaS NraM-««d vlifall- VersilhmlligSgesetz in i»er Wetz, das am Sonntag durch Volksabstimmung leider abgelehnt wurde, bringen wir wegen der bereits in»nsrer gestrigen Korrespondenz betonten großen' socialpolitischen Bedeutung des Gesetzes und der Abstimmung noch folgende Darstellung unsres Züricher Korrespon- deuten:_.' Einig war man in der Beurteilung des Gesetzes als einer großen socialpolitischen Aktion, wie sie seit dem Jahre 1877, da has Fabrikgcsctz zur Volksabstimmung gelangte, nicht mehr unternommen worden ist, ans allen Seiten; dagegen gingen die Ansichten über seine Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit sehr auseinander. Wie gc- wöhulich allen'großen Wirtschafts!, und socialpolitischen«lindes- gesctzcn gegenüber versagte auch diesmal die Einigkeit der Klassen und der Parteien, wovon anch die Socialdemokraten keine Ausnahme machen; sie war auf der ganzen Linie in zwei Lager gespalten, wovon daS eine mit aller Kraft für, das andre gegen das Versichenmgsgesetz kämpft. Die bürgerlichen Parteien dagegen boten viel niehr noch das Bild tiefster Zerrissenheit. Die sonst der Socialdcmokratie gegenüber immer einigen herrschenden Radikalen zerfallen in zwei Parteihälfte», wovon die welsche das Gesetz aus lapitalistisch-föderalistisch-antisotlalen Gründe» bekämpft, ivähreno die deutsche dasselbe warm verteidigte. Bei den Ultramontaiicn waren die geistlichen wie die weltlichen Heerscharen hinter einander her und die Libcralkonservativcn, die kleine Partei der großen Millionär«, war ebenfalls in Gegner und Anhänger ge- schieden. Bei den wirtschaftlichen Jnteressengnippen zeigt sich dasselbe Durch- einander, ivie bei den politischen Parteien, die einen sind für, die andern gegen das Vcrsichcrungögesetz. Arbeiter, Bauern. Handiverksineistcr, Fabrikanten, Kanflente— jede Gruppe Ivar in sich gespalten. Die GesctzeSgegner der vier letztern Gruppen wollten von der Verstchening aus den engherzigsten finanziellen Gründen nichts Wissen, weil sie die ihnen von dem Gesetz zugedachten Vcrsichrungsbeitrnge lieber in der eignen Tasche behalten und für sich verwenden möchten. Bei zahlretihcn Unternehmern, großen wie kleinen, kam noch die manchesterliche Abncistimg gegen jede StaatSinterventiou zu Gunsten dcr� Arbeiter hinzu, während sie bekanntlich in ihrem eignen Vorteil dieselbe StaatSintervention in hunderterlei Formen fordern und aucki gewährt erhalten. Buch olle die alten Ladenhüter vom Rniii der Industrie, von der Vernichtung der Konlurreiizfähigkcit derselben durch die Belastimg mit den Ber- sicheniNgSbeiträgen, von der Verdrängung durch die nichtbelastete ausländische Industrie vom Wclimarkt usw.. die schon 1815 gebraucht wurden, als im Kanton Zürich für 10jährige Fabrikkinder der ISstüNdige Normal-ArbeitStag eingeführt wurde, mit denen später der Zwölkstundeniag. jedes kantöimle Arboiterschntz-Gesetz nnd das eidgenössische Fabrikgcsctz bekämpft wurden, sie alle kehren wieder und wurden wieder mit einem heiligen Ernste auf den Markt der Politik gebracht, als ob sie eist gestern ein Seiden- oder Cigarrenfabrikant neu entdeckt hätte. Durch weitere ähnliche Schwindeleien werden anch die Arbeiter irrezuführen gesucht und ihnen plausibel gemacht, daß ihr wahres Juteresse sie be- stimmen müßte. daS Gesetz zu vcrlverfcir. Man sucht auch die Ar« bcitcr zu trennen in solide und unsolide; letztere liefern die Simulanten, die die Lerficherung so ausbeuten werden. daß sich die braven und ehrlichen Elemente arm werden zahlen müssen in Gestalt drückend hoher Verstchenings- beitrage. Dieser Demagogie ist auch ein ärztlicher Helfershelfer,«in Dr. Sccrctaii in Lausanne mit einer Broschüre beigesprungen, in der er keck und dreist und„imbesangcn", wie er selbst sagen muß. behauptet, daß 20>'/o der Verletzten bezw. Benmglücktcn und Krankmeldendcn Simnlmiten seien. Diese perfide Verleumdung der ganzen Arbeiterschaft der Schweiz wurde bald ins richtige Licht gerückt durch die Fest- stcllniig. daß der Herr der Vertrauensarzt der Uiifallversichcriinas- Aktiengesellschaft Zürich ans dem Platz Lausanne, also in der That ein„niibcfangcncr" Kritiker isb Auch aus die Abneigung des Volks gegen die Bureau« kratie wurde spekuliert und ein erschreckendes ZuknnfiSbild von der Zunahme und Stärkimg derselben durch die Ver- sichrrung ausgemalt. Ein Teil der Gegner, zu denen auch „katholische Sociologen". wie z. B. der bekannte Freiburger Professor Dr. Beck. gehörte». belämpften die Kranken- und Unfallversicherinig, weil sie die Einfnhnmg einer Alters- und Jnvalidcnvc'rsichcnmg fiir notwendiger halt«». Es handelt sich aber offenbar nur um die Maskierung völliger Negation, denn würde jetzt eine solche Vorlage zur Volksabstimmung stehen, so würde man sie mit der mngckchrie» Motivierung bekämpfen, daß eine Kranken« und Uiifallvcrsichcrung notwendiger sei. Als selbstverständlich zu erwarten war die Vorfübnmg deZ socialistischen Popanze». Im Jahre 1877, bei der Volts- abstimmimg über da» Fabrikgesctz, operierten die kapitalistischen Demagogen mit der„Internationale" und mit den„Roten", die dem Schiveizervoll ein KuckukSei in das Nest legen wollten. Der Schwindel zog aber nicht und da« Gesetz wurde angenommen. Jetzt, wo es sich um das VcrsichcriingSgcsetz handelt, kommen dieselben kapitalistischen Demagogen von der goldenen Jntcruationale nnd geben dasselbe als ein Werk des SocialiSmnS ans, um eS zu Falle zn bringen. Soivcit Arbeiter das BerstcheriingSgesetz bekämpfen, führten sie dafür im wesentlichen folgende Gründe an. In den FabrikS- bezw. BetriebSkrankenkaffen haben jetzt die Arbeiter fast die volle Selbst- verivaltnng; wird das Gesetz angenommen, so ist eS damit vorbei, beim dann beteiligen sich daran auch die Unternehmer. Jetzt wird daS erkrankte Mitglied von der Stunde seiner Erkrankung an iintcrstützt, dann erst vom dritten Tage der Eriranknng ab. Der vom Unfall Betroffene erhält jetzt nach dem Haftp'flichtgesetz wäbrend der Dauer seiner ErwcrbSnnsähig« kcit den vollen Tagclohn als Entschädigung, dann nur 60 Proz. Diese allerdings für 7 Wochentage. Jetzt erhält der Verletzte auch für«neu kleineren bleibenden Nachteil eine Eiitschädignngs- stimme, später würde er dafür nichts bekommen. Bei den schwersten Unfällen wird jetzt das Maximum von 6000 Fr. als Entschädigung geleistet, mit denen der Betroffene sich eine neue Existenz schaffen tonnte; später würde er mir eine Rente von 60 Proz. erhalten, von der der verunglückte Familienvater mit seiner Familie nicht leben kann. Diese Einwände würden nicht erhoben worden sein, wenn die seinerzeit von den organisierten Arbeitern aufgestellten Postnlate der vollen Selbstverwaltung der Versicherten nud der vollen Eni- schädigung deS Erkrankten oder Verunglückten mit 100 Proz. des Lohns angenommen worden wären. Den von den Arbeitein hervorgehobenen Schattenseiten standen allerdings auch Lichtseiten gegenüber. Die Versicherung erhöht den Bmidesbeitrag und kann beziehungsweise imißte die volle unentgeltliche ärztliche Behandlung, Heilmittel-c. nebst dem 60 Prozent des Lohns betragenden Krankengeld gcivährcn. Die Arbeiter erhielten das Mitwirkungsrecht bei der UnfaNverstcheriing. während sie jetzt, trotzdem sie anch an die Versicherung Prämie zahlen, dazu nichts zu sage» haben. Die Rente konnte anch nach dem Ver- stcherimgsgesetz, allerdings nur in bestimmten vnsnahmefällen, in eine Abfindungssumme umgewandelt werden. Die jetzige Eni- schädigmigSpiaxiö hat auch ihre Nachteile, indem schon manchmal durch Mißgeschick oder Leichtsinn die erhaltene Summe verloren ging, und der so verarmte Invalide aus Armenuiiterstützung sich angewiesen sah. Die Rente koiiiite bei langer Bezngsdauer einen viel größeren Gesamtbetrag ausmachen, als die heute gezahlte Entschädigungssumme, und sodann sicherte bei liufail mit tätlichem Ausgang die Rente der hiuterlassenen Familie ein festes Ein- kommen bis zur Hälfte des voni verstorbenen Ernährer verdienten Nicht zu unterschätzen war die Subvention von 5 bis 8 Millionen Franken, welche der Bund alljährlich an die Versicherung leisten will. Man hat im Hinblick auf die der Industrie, dein Handel und der Landwirtschaft bezw. der Unternehmerwelt Jahr für Jahr unter allen möglichen Titeln zugewendeten großen Subventionssummen schon oft detont, daß die Arbeiter die Stiefkinder des Bundes seien, und für sie so gut wie nichts geschehe. Da er nun aber auf einmal und Jahr für Jahr einen kräftigen Griff in seine Kasse thnn wollte, hätte man das Angebot nicht abweisen sollen. NÄVtvi"Xlarfjtntfjtcn. Totcnliste der Partei. In Hamburg starb der Parteigenosse W. Jacobi, der schon seit 1864 in den Reihen des kämpfenden Proletariats stand und bis zu seinem Tode seine Pflicht stets erfüllte. Ein freisinniger Biedermann. In der bekannten Klagesache, welche� der Herausgeber der„Freien Presse für Elsasz-Lothringen", Genosse A. Bartl tu Straßburg-Schiltigheim, gegen den Besitzer der freisinnigen„Straß bürg er B ii r'g e r- Z e i t u n g", Oskar Riedel, wegen unlauteren Wettbewerbs anhängig gemacht hat, fand am Montag vor der Civilkammer des Landgerichts Straßburg, Abteilung für Handelssachen, der erste Tennin statt. Der Rechts- anwalt des Beklagten— dieser selbst war nicht erschienen, bestritt mit keiner Silbe die seinem Klienten zur Last gelegte unsaubere Handlungsweise, vom Tage der Gründung der„Freien Presse" a» den in derselben inserierenden Geschäftsleuten fortgesetzt anonynte Zuschriften übersandt zu habensmeist in Form von Randnotizen, auf den ihre Annonce enthaltenden Nummern der„Freien Presse"), worin unter allerlei wahrheitswidrigen Hinweisen atif den angeblich niedrigen Abonnenten- stand, die schlechte Finanzlage und das baldige Eingehen zc. unsres Partei-Organs voni weiteren Inserieren in denffelben abgeraten wird. An Stelle einer bündigen Erklärung über die Thäterschaft Riedels verlegte sich sein Rechtsbeistand darauf, die Legitimation Bartls zur Klageerhebung zu bestreiten, da nicht dieser, sondern„eine hinter ihm stehende Person" Eigentümer der„Fr. Presse" sei. Bartl sei also nicht geschädigt und deshalb inkompetent zur Erhebung der Klage. Als Beweis hierfür berief sich der Vertreter des Beklagten auf das Zeugnis der derzeitigen fünf Mitglieder des Partei- Vorstands in Berlin und beantragte deren eidliche Ver- nehmnng. Genossen Bartl war es ein leichtes, an der Hand des zwischen diesem und unsrer Straßburger Parteibuchhaudlung bei Gründung der„Fr. Presse" abgeschlossenen Vertrags diesen Ein- wand zn entkräften, umsomehr, als Bartl bereits auch einmal in einem Preßprozcß als Verleger zur Verantwortung gezogen wurde. Der Antrag des Klägers geht dahin, de» Beklagte», dessen Thäterschaft nunmehr außer allem Zweifel steht, zur Emstellung der erwähnten gcschäftsschädigenden Zuschriften zu verurteilen bei einer Ent- schädigungssumme von 100 M. für jeden weiteren Fall, ferner ihm eine einmalige Entschädigung aufzuerlege», deren Höhe in das Er- messen des Gerichts gestellt ivird, und endlich ans Veröffentlichung des Urteils in einer Reihe reichsländischer Blätter auf Koste» des Verurteilten zu erkennen. Die weitere Verhandlung findet am 28. Mai statt. Polizeiliches, Gerichtliches usw. — Wegen Polizisten-Beleidigung wurde der Redncteur des I„Kasseler Volksblatts", Genosse Thiel, zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Thiel hatte einen Artikel veröffentlicht, in dem die Be- Handlung gerügt worden war, die ein Schutzmann einem betrunkenen Wagenführer, den er arretierte, angedcihcn ließ. Bei dem Renkonter hatte auch der Säbel eine Rolle gespielt. Der Vorfall sollte ans- gebauscht und übertrieben worden sein. — Wegen Beleidigung durch die Presse wurde am Dienstagvormittag der Redacteur der„Breslauer Volkswacht", Genosse KI üh s, zu einem Monat Gefängnis verurteilt. —- Nachklänge znr Maifeier. In Erfurt sollen sechs Rad- fahrer je 10 M. Geldstrafe bezahlen, iveil sie am 1. Mai einen Umzug ohne behördliche Erlaubnis veranstaltet haben solle». GeiveMfisxÄftlijfzes. Berlin und Umgegend. Die Angestellten der Siemens u. Halskcsche» Strasicn- bah» beabsichtigen jetzt, nachdem ihre Kollegen von der„Großen Berliner" eine Gehaltserhöhung durchgesetzt haben, ebenfalls wegen Aufbesserung ihrer Gehälter und Verkürzung der Dienstzeit vor- stellig zu werden. Die Führer und Schaffner der Straßenbahn von Siemens u. Halske beziehen zur Zeit ein Anfangsgehall von 87 M., welches nicht höher als auf 90 M. pro Monat steigt. Werrich gut führt, das heißt, wer im Laufe des Monats keine Rüge oder Strafe erhalten hat, der bekommt, wenn er sonst bei den Vorgesetzten an- gesehen ist, eine sogenannte Prämie von 3— 5 M. monatlich. Einen Anspruch auf diese„Prämie" hat jedoch niemand. Die Arbeitszeit beträgt 14—13 Stunden, des Sonntags sogar 17— 18 Stunden.— Die Angestellten hoffen, daß eine Vorstellung bei der Direktion ge- nügen wird, um eine Aufbesserung ihrer Lohuverhältnisse herbei- zuführen, denn wie verlautet. hat Direktor Bödiker schon bei einer früheren Rücksprache geäußert, was die„Große Berliner" bewillige, daß würden die Angestellten der Siemens u. Halskcscheu Linien eben- falls erhalten. Hoffentlich hält der Direktor Wort. Die Maßregelung organisierter Arbeiter betreibt der Fuhr- Herr G l o b i g, Charlottenburg, in einer recht noblen Weise. Am Dienstag früh entließ er 7 Kutscher, die sich in den Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter als Mitglieder aufnehmen ließen. Dabei zeigt der Sohn dieser werte» Firma ein Benehmen, wie es selbst in diesem Beruf, wo Prinzipale von recht niederem Bildungsgrade anzutreffen find, äußerst selten in die Erscheinung tritt. Die Entlassung erfolgte ,nit einer ivenig feinen Bemerkung. Sogar thätlich wurde der Herr gegen die einzeln sich Entfernende». Der Vorgang beweist, welche traurigen Arbeitsverhältnisse heute im Fuhrwerksbetriebe herrschen. Der Streik der Glasschleifer in Berlin ist znr Zufriedenheit beider Teile beendet. Der Bund der Arbeitgeber hat den Verband der Glasschleifer anerkannt und die Ausiperning der ani 2. und 3. Mai in Streik getretenen Arbeiter vollständig aufgegeben. Mithin ist der Streik mit einem Siege der Arbeiter beendet.' Der Verband der Glasarbeiter. Die Spandauer Maurer beschlossen in einer gut besuchten Versammlung am Dienstag, dem Bau-Arbeitgeberbnnde in Spandau eine Anzahl Forderungen schriftlich zu unterbreiten, von ivelchen die Forderung eines Stundenlohnes von 60 Pf.(bisher 30 Pf.) und der Verkürzung der Arbeitszeit auf täglich 9 S t u n d e n(bisher zehn Stunden) besonders hervorzuheben ist. Eine am Montag im Vehc- schen Lokale stattfindende iveitere Versanimlung soll alsdann zu der bis dahin etwa eingelaufenen Antwort des Arbeitgeber-Bundes Stellring nehmen. Dcntschcö Reich. Der Leipziger Bäckerstreik. Die Bäckergesellen haben, nach- dem eine Einigung mit den Meistern nicht möglich war, zum Ans- stand gegriffen. Gegenwärtig sind ihre Fordernugen schon in 33 Bäckereien anerkannt, während 236 Gehilfen im Streik sich be- finden. 40 Gehilfen sind abgereist. Die Meister hatten den Trick begangen, den Gehilfen den rückständigen Lohn einznbehalten. Das Gewerbegericht hat aber bereits entschieden, daß das unzulässig ist. Mit Zustimmung der Kläger ist jedoch den Meistern ein Viertel des letzten Wochenlohnes als Schadenersatz zugesprochen worden. Auch die sogenannten Germaniabücher behielten die Meister zurück, geben sie aber schließlich heraus, um sie mit einem Zeichen zu ver- sehen. Es ist anzunehme», daß damit den Arbeitern die Gelegenheit genommen werden soll, anderwärts Arbeit zu bekommen. Die Meister setzen den Forderungen ihrer Arbeiter großen Widerstand entgegen. So hat man in Dresden ein Bureau eingerichtet, das Streikbrecher anwerben soll. Der Erfolg ist aber vollständig aus- geblieben. Wahrscheinlich dürfte es vor dem Gewerbegericht zu einer Verhandlung kommen. Die Forderungen der Gehilfen sind folgende: 1. Wohnung und Beköstigung wird den Gesellen nicht mehr vom Meister gestellt. 2. Als Entschädigung hierfür wird ein Lohnsatz von wöchentlich 13, 21 und 24 M. gezahlt. Unter 18 M. darf nicht gezahlt werden. Für Aushilfe- Arbeit wird 3, 3,50 und 4 M. gefordert. 3. Beginn und Ende der Arbeitszeit bleibt unter Einhaltung der zrvölfstündigen Arbeitszeft inkl. einer Stunde Eßpause bestehen. Die nach dem Gesetz vom 4. März 1896 erlaubten Ueberstunden werden mit 30 Pf. pro Mann und Stunde bezahlt. 4. An den drei Festen Ostern, Pfingsten und Weihnachten wird vom ersten Feiertag früh 8 Uhr bis zum zweiten Feiertag abends 10 Uhr nicht gearbeitet. 5. Strenge Einhaltung der Sonntagsruhe. 6. Anerkennung des Verbands- Arbeitsnachweises, Aushändigung des Germaniabuches beim Austritt des Gesellen aus der Arbeit. 7. Im Versicherung� wesen steht es jeder Person ftei, sich in einer Hilfskasse oder in einer Jnnungskasse zu versichern. Die Maurer in Frankfurt a. O. befinden sich, um einen Stundenlohn von 45 Pf. durchzusetzen, im Ausstand. Eine Ver kürzung der Arbeitszeit hat man nicht verlangt, sondern es bei der bisherigen gelassen. Die Tischler in Elmshorn haben die Forderung einer gVe stündigcn Arbeitszeit und eines Stundenlohnes von 33 Pf. gc stellt. Die Meister haben mit einigen Ausnahmen die Forderungen abgelehnt und ist es deshalb zum Ausstand gekommen. Arbeitersekretariat in Köln. Die socialdemokratische Partei und die Gewerkschaften in Köln haben beschlossen, das jetzt be stehende Auskunstsbureau der„Rheinischen Zeitung" zu einem Arbeitersckretariat auszubauen. Die Eröffnung soll am 1. Januar 1901 erfolgen. Eine unter den Gewerkschaftsmitgliedern vorge nommene Urabstimmung ergab das fast einstimmige Einverständnis mit der Umwandlung. Die' Partei leistet einen festen Zuschuß. Von den Gewerkschaftsmitgliedern wird eine Sondersteuer von 12 Pfennigen den Monat durch ein Markensystem erhoben. Die Anskunfts- erteilung wird für jedermann unentgeltlich sein. Zu dem jetzigen AuSkiinftserteiler soll noch eine zweite Kraft hinzugewonnen werden. Fiaöko der Krcfelder Polizei. Die Krefelder Polizei hatte fünf streikende Färber wegeu Streilpostenstehens mit einem Straf- Mandat von je 10 M. bedacht. Sie berief sich auf eine Bezirks- polizei-Verordming vom 26. März 1900. Dieselbe besagt, daß die zur Erhaltung der Sicherheit auf den Straßen und Wegen ergehen den Anordnungen der Polizei befolgt»verde» iniissen. Die Streike»- den gaben zu, daß sie einer Aufforderung eines Polizcibeaniten, sich zu entfernen, keine Folge gegeben hatten. Das Gericht kam zu einer Freisprechung,»vcil die Verordnung nicht auf Streikposteustehen an- wendbar sei. Untcrnchuicr-Terrorismus. Die Unternchiner in der Tcxtil industrie am Niederrhein haben es darauf abgesehen, die Organisa tionen der Arbeiter, einerlei ob christliche oder paritätische, zu ver nichten. Während besonders iin Aachener Bezirk die christlichen Führer ge maßregelt»verde» und man von den Arbeitern ver- langt, daß sie aus der Organisation austreten, treffen die Verfolgungen im Gladbacher und Kempener Bezirk die freien Geiverkschaftcn. Der FärbereibesitzerBeinesinRheydhhatseinesäintlicheuArbeiter aufgefordert, aris dem Deutschen Textilarbeiter-Verbande auszutreten. Da die Arbeiter sich selbstverständlich»vcigerteit, ivird es»vohl zu einer Kraftprobe kommen. Dagegen hat die Direktion der Akticn-Spinnerei in Dülken ein andres Mittel erdacht, um ihreit Arbeitern die Begehrlichkeit aus- zutreiben. Sie hat zur Werbung von Arbeitern Agenten nach Böhmen gesandt. Am 17. Mai, abends, sind ca. 100 Arbeiter»md Arbeiterinnen eingetroffen. Den Leuten ist ein Lohn bis z n 2,30 M. bei elff stündiger Arbeit versprochen worden. Weitere Trupps sollen folgen Ein Beitrag zu dem Thema Kapitalisten-Patriotismns. Ter Ausstand der Straßenbahn-Angestellten in Karlsruhe ist beendet. Es ist zwischen der Direktion und den Angestellten unter Vermittlung des Gcwerbegerichls-Vorsitzcnden Dr. Boekh zu einer Verständigung gekonimen. Die Angestellten mußten die Arbeit im allgemeinen unter den von der Direktion bereits zugestandenen Aeuderungen wieder aufnehme», nur in Bezug auf das Strafsystem versprach' die Direktion noch Erleichterungen zu schaffen. Der»n- günstige Abschluß»vurde wesentlich dadurch beeinflußt, daß bereits sehr viel Streikbrecher angeivorben»varen. Berliner Partei-Angelegenheiten. 2. Wahlkreis. Sonntag früh 7�2 Uhr: Flugblatt- Verbreitung. Die Genossen»vollen sich recht zahlreich in folgenden Lokalen einfinden: Schonheim, Gräfcstr. 8; Ewald, Schönleinstr. 6; Groß, Ecke Barutber- und Zossenerstraße: Sicbert, Großbeerenstr. 34; Pinzer. Schützenstr. 18—19; Saß, Markgrafen- straße 102; Lindcmanu, Moritzstr. 9; Qnandt, Ecke Bergmann- und Bclleallianccstraße; Werner, Bülolvstr. 39. Der Vertrauensmann. Achtung, 6. Wahlkreis! Am S o n n t a g f r ü h l/s 8 U h r findet eine F l u g b l a t t- V e r b r e i t u n g statt. Genossen und Genossinnen, welche sich hieran beteiligen»vollen,»verde»» gebeten, sich pünktlich in unten benaimten Lokalen zu melden: P f a r r, Putlitzstr. 10; Krause. Miillerstr. 7»; Schulz.ZSchivartzkopff- straße 15; Bachgängcr, Sivinemünderstr. 34; R o s i n, Rnppinerstr. 42; Hoppe, Ackerstr. 21; A b e», d r o t h. Badstr. 42; H c r r in an», Putbusersw. 45; S ch ö n f e I d, Fehrbellinerstr. 9, Ecke Chrisiinenstraße. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, sich recht zahlreich an der Verbreitung zu beteiligen. Die Vertrauensleute. Socialdemokratischer Wahlverein für dcn�V. Wahlkreis. Sonntagnachmittag 4 Uhr ist Vorstellung in der„ U r a ni a". BiUels sind noch bei Tanfchel, Wiesenstr. 29, zu haben. Charlottenburg. Sonntag findet eine Flngblatt-Ver- t e i I u u g in unsrcni Ort statt. Die Flugblätter»verde»» früh 7 Uhr in folgenden Lokalen ausgegeben: 1. Bezirk: Paasch«, Potsdamer- straße'44; 2. Bezirk: Lcder. Bismarckstr. 74; 3. Bezirk: Dörre, Wallstr. 90; 3. Bezirk: Giinpel, Osnabrückerstr. 4; 4. Bezirk: Kant, Pestalozzistr. 63; 5. Bezirk: Wille. Bismarckstr. 35; 6. Bezirk: Böttger, Leibnizstr. 3; 7. Bezirk: Bredloiv, Ansbacherstr. 31. Um zahlreiche Beteiligung der Genossen ersucht Der Vsrtrailensniamn Pankow- Niederschönhansen. Die Genossen»verde» ersucht, zu der an» Sonntag stattfindenden Flngblatt-Verteiluug früh 7 Ubr im Lokale des Herrn Tevamicr, Mühlen- und Florastraßen- Ecke in Pankoiv, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vcrtraneusmann. In Brich findet die am 23. Mai fällige Versanmilnug des Volksbilduugs-Vereins nicht statt. der Arbeitsniederlegung als ein Einverständnis anznsehen sei..Herr Kümmel bestritt dies, kannte aber nicht angeben, in»velcher Weise er damals protestiert habe. Es»vurde deshalb Belvciserhebung be- schloffen. Im neuen Termin bekundete der Buchhalter des Klägers, daß von einem Einverständnis nicht die Rede sein könne. Namens zweier Beklagten, der Tischler M. und P., bestritt Ahrens überhaupt das Vorliegen eines Accordverhält- n i s s e s. Für M. erhob er Widerklage mit den» Antrag, Kümmel zu verurteilen, an ihn den Lohn für vier Tage mit 20 M. zu zahlen. Es»vurde noch folgendes festgestellt. M. hatte eine Arbeit erhalten, die seit I a h r e»» in der Fabrik zu fe st gesetzten Accord- preis e n angefertigt»vird. Dem Beklagten und Widerklöger»var aber diesmal der Preis nicht genannt worden und man hatte ihm auch nicht gesagt, daß es sich um einen Accord handle. Aehnlich lag die Sache bei P. Dieser hatte bis »vcnige Tage vor dem Streik gegen Wochenlohn aus Montage ge- arbeitet. Er gab zu, den Accordpreis für die nach seiner Rückkunft aus Stettin in Arbeit erhaltenen Tische gekannt zu haben. Zugleich machte er jedoch geltend, daß er die Arbeit für jene»» Preis nicht übernommen hätte,»venu ihm gesagt»vorden wäre, es sei Accordarbeit.— Die Kammer IV unter dem Vorsitz des Herrn Dr. G e r t h wies die Klage des Herrn Kümmel gegen die Beklagten M. uud P. ab uud verurteilte den Kläger auf die Widerklage, an M. 20 Mark Lohn zu zahlen. Die übrigen acht Beklagten»vnrden»vegen Kontrakt- brnchs zu je 10 Mark verurteilt.'Bezüglich der Beklagten M. und P. nahm das Gericht an, daß sie sich thatsächlich zur kritischen Zeit nicht in einem Accordverhältnis befunden hätten. Ein solches komme nach Ansicht des Gerichtshofs noch nicht dadurch zn stände, daß jemanden eine Arbeit übertragen»verde, die schon seit Jahren im selben Betrieb zn festgesetzten und allgemein bekannten Preisen in Accord ausgeführt worden sei. Auf jeden Fall sei dazu erforderlich, den Arbeiter jedesmal über den Preis zu unterrichten,»venu nicht ganz besondere Vereinbarungen vorlägen._ Der Krieg. lieber die Gefechte bei Mafekiug sind heute von Lord Roberts herrührende nähere Depeschen ein- gegangen. Dieselben sind aus Honingsspruit vom 22. Mai datiert und lauten: Ich erhielt die Meldung Baden- Polvells, daß Mafeking am 17. dieses Monats entsetzt»vurde, nachdem er den Feind angegriffen und nach heftigem Gefecht. mit Ver- lust völlig geschlagen hatte. Die Verluste auf englischer Seite betrugen 3 Tote und 22 Verwundete. Die aus Mafeking aus- gerückten Verteidigungstruppen griffen, vereint mit den Entsatz- truppen, das feindliche Hanptlager an, beschossen dasselbe, trieben den Feind heraus und hätten beinahe den Boerenführcr Snyman gesangen genommen. Die Engländer erbeuteten eine Kanone, eine Fahne und eine große Menge Schießvorrat soivie sonstige Vorräte. Es»vurden 5 tote und 15 verlvundete Boeren aufgefunden. Der Feind scheint sich überall zurückzuziehen; mit Ausnahme eines Kommandos,»velches sich ruhig verhält, möglichcrlveise, um den Rückzug der übrigen zu decken. Lord Roberts meldet»veiter: Jan Hamilton traf heute früh in Heilbron ein nach einer Reihe von Gefechten mit der Boeren- streitmacht unter Christoph de Wet.»velcher sich vor ihm zurückzog. General Broadlvood erbeutete 13 Boeremvagen. Die Verluste Hamiltons betragen, nach den bisherigen Feststellungen, 73 Mann. Wir marschierten heute früh hierher. Aus Honingsspruit läßt sich ferner vom gleichen Tage das„Reutersche Bureau" berichten: General French hat den Rhenosterfluß nordwestlich von Honings- spniit überschritten. Diese Beivegung. vereint mit den Operationen Jan Haliniltous, macht die Stellung der Boeren 20 Meilen vor der britischen Front fast unhaltbar. Die' letzten Berichte besagen jedoch, der Feind habe Vorbereitlingen zu starkem Widerstand getroffen und sei im Besitz von 13 Geschützen. Es fragt sich nur, ob die Engländer nicht»vieder bei ihrer große» Uebermacht Flankenbewegungen ausführen können, die auch diese Position der Boeren unhaltbar macheu. Das einzige Heil der Boeren »vird nur noch im Kleinkrieg bestehen können, in kühnen Streif- züge», Beunruhigungen der Truppenkörper, den Ueberfall der Nach- hu'l und kleinerer Observationscorps und dergleichen. Daß darin die Boeren noch immer Meister sind, beweist ihr Ueberfall einer englischen Schivndron, den»vir bereits gestern gemeldet haben. Auch beiveist eine Armeebefehl Bullers an seine Truppen, in dem das Bordringcn eines Boerenkommandos in den Freistaat »iidIdie erfolgte Besetzung Leingsneks bekannt gegeben»vird, daß der Kainpfesnnit der Traiisvaalbocren noch immer nicht gebrochen ist. Letzte Meldungen. Kimbcrlcy, 22. Mai.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Ein Einivohner von Mafeking traf hier ein,»velcher meldete, daß der Weg vollkommen frei' fei. 800 Aufständische aus Vcybnrg hätten sich einem obrigkeitlichen Beamten ergeben,»velcher die fliegende Kolonne begleitete.' Hierdurch»verde thatsächlich dem Kriege in jenem Gebiet ein Ende gemacht. Einige Jutransigente seien nach Transvaal geflohen. In Vrybnrg herrschte ziemlich viel Fieber, das aus den Boerenlager» eingeschleppt sei. Mehrere Per» önen von der fliegenden Kolonne litten an Fieber und befänden äch in Vrybnrg im Hospital_ Uetzke«nd Depofitzen. Berlin, 23. Mai.(B. H.) Die voin Berein„Deutscher Zeitungsverleger" geivählte Kommission zur Beratung der Papier- 'rage hielt heute' im Hotel Kaiserhof hier eine' Sitzung ab. n der beschlossen»vurde, eine dauernde Geschäftsstelle für den Einkauf von ZeitnngSpapier für sämtliche deutschen Zeitungen mit dem Sitz in Berlin zu gründen und einen Syndikus znr Leitung dieser Geschäftsstelle anzustellen. Eine Einladung zur Benutzmig' dieser Geschäftsstelle soll an alle dieser Beivegung noch 'ernstehenden Zeitungen ergehen. Ueber die Zahl und die Orte der zir errichtenden Papierfabriken»vird nach Uebersicht des Gesaintbedarfs Entscheidung getroffen»verde»». Beschlossen»vurde ferner, eine Petition an' den Reichstag um Gleichstellung des Zolles auf»veißes Zeitniigsdruckpapier mit dem für Packpapiere und eine»veitere Petition an die Eisenbahnminister die Bundesstaaten um Gleich- tellnng der Frachtsätze für Druckpapiere mit dem für Packpapi'• abzusenden._ Frauen alS Municipalräte. London, 23. Mai.(W. T. B.) Unterhaus. In der heutigen itznng»vurde in zweiter Lesung mit 248 gegen 129 Stimmen das Gesetz angenommen, durch welches Frauen für die neuen Munieipal- rätc der verschiedenen Stadtteile Londons»vählbar sein sollen,»velche durch das im letzten Jahr erlassene Gesetz über die Londoner Lokal- Verwaltung geschaffen»vorden sind. Soeinle Aerfjkspflege. Etwas vom Accordvertrag uud vom BcrtragSbruch. Wegen KontraktbrnchS hatte der Tischlermeister Kümmel 10 Tischler beim Gelverbegerickt verklagt,»veil sie gelegentlich des T i s ch l e r str c i k s die Arbeit vor Beendigung der Accorde nieder- gelegt hatten. Die Arbeitsordnung des Klägers schreibt den Accord- arbeitern vor, daß ihr Arbeitsverhältnis nach Beendigung � jeden Accords gelöst»verde» kann. Herr Kümmel beansprucht von jedem Beklagten eine Buße von 16,20 Mark, ermäßigte aber im Laufe des Prozesses seine Ansprüche auf je 10 Mark. Die Beklagten »vurden vor dem Gelverbegericht durch den Tischler R. Ahrens vertreten, der für sie geltend machte, daß das Verhalten des Klägers vor und bei Bremen, 23. Mai.(W. T. B.) Der Raubmörder Grube, der einen Mord und mehrere Raubmord-Verfiiche, n. a. auch einen auf den Direktor Bremermann vom Norddeutschen Lloyd verübt hat, »vurde heut vom Schwurgericht zuin Tode, zu fünfzehn Jahren Zuchthans, zehnjährigem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Stellung unter Poliz'ei-Aufsicht verurteilt. Osnabrück, 23. Mai.eSordmi»g steht zmiächst die erste eventuell zweite Scralmut eines Nachtrag�ctats. durch de» 2 Millionen zur Her- stcklnng einer neuen(der fünften) Telegrophenvcrbindung zwischen Dcittschlaud und Engtaud gefordert lucrdcn. Der Nachtrags etat wird in erster und zweiter Lesnita devattelos a n g c n o in in e n. Abg. v. Levctzow(k.): Da sich lein Widerspruch gegen diese Forderung erhoben hat. mite ich. nach der Analogie des gestrigen Tages, auch die dritte Lesung des Rachtragsetats gleich jetzt vorzmiehmen. Präsident Graf Ballcstrcm: Dieser Antrag ist nur zulässig, wenn kein Mitglied des HauseS widerspricht. Abg. Richter(frs. Vp.): Ich w i d e r s v r e ch e dein Antrag. sAllgeincincS Erstaunen.)— Mem Widerspruch berühr wohl auf einem Mißverständnis, ich nahm an, cä handle sich um on bloe- Annahme nnd wollte mir die Mvg- lichkeit einer Anfrage sichern. Slbg. Bachem(C.): Ich glaube, da der Widerspruch nnr ans einem MißberständniS beruht, konnte der Antrag wiederholt iverdcn und würde dann wohl keinem Widerspruch begegnen.(Widerspruch links.) Präsident Graf Ballestrcm: .Ich glaube, r-Z ist das beste, wenn wir die dritte Lesung nach dem erfolgte» Widerspruch erst an einem späteren Tage vornehinen. (Znstimmiinz.) ES folgt hierauf die dritte Lesung des Nachtragsetats zum Kokouialetat. In der G e n e r a l d i s k u s s i o n fragt Abg. Dr. Zlrcndt(Np.) au. ob dein Herrn Kolonialdirektor etwas über die alarmierende» Gerüchte von einem Znsaiinneustob zwischen de» deutschen Streit- kräfien und denen des Kongostaats bekannt sei. Kolonialdirektor Dr. V. Buchka: • Von dem Gouverneur sind mir keinerlei Nachrichten ziigegangen, welche diese Gerüchte irgendwie bestätigten.(Heiterkeit Iinls.) Abg. Graf Arnim(Np.) fragt an, ob eS der Fall sei, daß an Herrn Sholton Douglas i« Togo eine große Landkonzcssion erteilt worden ist. Dieser Herr habe bereits bei der Südkamenmgcscllschaft sich ein großes Arbeits- seid gesichert»nd reichliche Gewinne gemacht. Nediier beilagt weiter, daß das Projekt der Centraibahn nicht gelingend gefördert fei. Kolonialdirektor Dr. v. Buchka: Es ist' wirklich nicht alles wahr, was in den Zeitungen steht, ich denke gar nicht daran, Herr Sholtmi Douglas in Togo eine Kon- zessimi zu erteilen.— Was die Centralbahu anlangt, so habe ich »ieiNWseil-Z alles gethan, um das Projekt zu fördern, das Projekt ist Vorläufig gescheitert, weil der Reichstag in seiner große» Majorität nicht zwei Projekte ans einmal in Angriff nehmen ivollte. lliitcrstaatSsckretär im NeichS-Schatzamt b. Aschenborn: Das RcichS-Schatzamt nnd die Kolonialverivaltiing sind in der Frage der Centralbah» durchaus einheitlich vorgegangen. Etwaige MeiiilnigSverschiedenheitcn zivischen den verschiedenen Ressorts der Reichsverwaltimg werden übrigens stets durch den Herrn Reichs- ianzler ausgeglichen. Abg. Dr. Hahn(wildk.): Gegenüber der letzten Bemerkmig des Herrn Schatzielretärs bcnicrle ich doch, daß mir die Politik dcS Grafen Posadoivöty einen weseiltlich güusng eren Eindruck macht, als die des Herrn Reichs- ichatz-SekretärS v. Thielnlann. Es wäre doch sehr wünschensivert. wenn der Herr Reichskanzler auch die hier lhatsächlich bestehenden Differenzen in der nationalen Wirtschaftspolitik ausgliche und zwar tm Sinne des Heini Grafel» Posadowsky. Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich mutz entschieden bestreiten, daß innerhalb der Berwaltnng des Reichs zivischen den Beamten, die ihre Vollmacht alle vom Rcichslanzler beziehen. MciinmgSdiffcrcnzen der Art bestehen können, daß die einzelnen Ressorts, ivic Herr Hahn dies ausführte eine vcr- schiedeiie Politik treiben. Der Herr Rcichskanzler ist verfassungsmäßig allein verantivortlich nnd es ist dringend wünschenswert, daß sich dieser versassungsniäßige Zusiaild, ivonnch die gesamte Verantwortung für die ReichSpolitikj an einer Stelle liegt, sich mit den» that- sächlichen Znstand deckt. Es darf nicht der Aberglaube Platz greifen, daß die formelle Bernntloortung an der cincii nnd die sachliche Vcr- antwortlichkcit an einer andern Stelle liegt. Sobald irgend welche Mcimmgsvcrschicdcnheiten bestehen, sind die betreffenden Beamten nach einer Verordnung de-Z Fürsten Bismarck verpflichtet, dem Reichs- lanzlcr gemeinschaftlich Vortrag zu halten, und dieser entscheidet, was zu geschehen hat. Hieraus erfolgt, daß die Form, in der einzelne Vorlagen vertrete» werden löimen, verschieden sein kann, das Ziel muß aber immer dasselbe bleiben. Dem Herrn Vorredner bin ich für das Berlraiien, das er mir aus- gesprochen hat, außerordentlich dankbar, und ich hoffe, daß er diesem Vertranen durch die That Ausdruck gebe» wird bei den Vorlagen, die ich hier zu vcrlrctcn die Ehre habe.(Große Hrilerkeit. Sehr gut! links.) Abg. Dr. Müller- Sagau(frs. Vp.) wendet sich nochmals gegen die Vsrmchniiig der Schntztrnppen i» Kainernn. Wenn wir uns gegen die Vermchrling der Schntztriippe» richten, so bekämpfen wir das neue System der Kolonialverivaltung. das System der Erplottcure. Wenn man sich nicht mehr darauf be- schränkt in den Koloiiieii. sich gegen Angriffe zu wehre». sondern da» umliegende Land erobern will, dann»Niß man sich doch frage»,'was ans den Schwarze» werden soll, die doch schließlich auch Menschen sind. Welches Schicksal steht ihne» bevor, wen» sie aus ihrer Heimat weggerissen nnd zum Dienst ans den Plantagen an den Küsten gczwniiaeii werde». Ich habe bereilß in der ziveite» Lcsimg darauf hingewiesci», daß nach meiner Ansicht der lliitergmig der schwarzen Rasse nicht ausbieiben ltiiiii, wenn man sie für eine Kultur gewinne» will, für die sie nicht reif ist. Ans diesem Grunde werden wir die Vennchrnng der Schutz- truppeit ablehnen. Hierauf wird ein Schlußantrag angeiionimen, eine Special- diSkilssion erfolgt nicht. Der Kolonialnachträgsctat wird unverändert in dritter Lesung und in der Gesamtabstiimnung geiichmigt. Hiernach wird zunächst die angesetzte Gcsaiutabstimmung über das Fleischbeschaugesctf uorgmommen. Dieselbe ist Iiamcntlich»nd crgiebt sdie Annahme des Gesetzes mit 163 gegen 133 Stimmen, bei einer Stimmenthaltling. Es folgt die dritte Bcratnng der zurückgestellten Artikel der Gewerbenovelle. Z» Artikel 6 III beantragen die Abg. Albrecht nud Genofsen (Zoe.) hinter§ 137 einzuschalten folgenden$ 137a: Für bestimmte Gewerbe kann' durch Beschluß des Bundesrats angeordnet werden. daß den Arbeitcrimic» und jiigendlichen Arbeitern, sofern ihre tägliche Beschäftigung i» der Fabrik sechs St, mdcn übersteigt, Arbeit nicht mit nach HanS gegeben werden darf. Die von de», Bundesrat getroffenen Aliordmmgcn sind durch das RcichSgcsctzblatt zu bcröffcntlichcn und dem Reichstag bei feinem nächsten Znsaninielitritt zur Keiiiitiiisilahnie vorzulegen. Die Abgg. Frhr. Hcyl zu HcruSheim(natl.), Dr. Hitze(C.) Basscrm an»(natl.), Wattcndorf(C.) beantragen folgenden 8 137a. Für bestimmte Geiverl'e. in denen Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter neben ihrer Beschäftigung in der Fabrik vom Arbeitgeber zu Hanse beschäftigt werden, kaiin die Besrhäftigimg außerhalb der Fabrik durch Beschluß des BimdeSrats in folgender Weise beschränkt werden. 1. Den Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern kam» für die Tage, an welcher sie in der Fabrik die gesetzlich zulässige Arbeitszeit hindurch beschäftigt waren, Arbeit zur Verrichtung mißerhalb der Fabrik vom Arbeitgeber überhaupt nicht übertragen oder für Rech- »niig Dritter überwiesen werden. 2. Für Tage, an welchen die Arbeiterinnen oder jugendlichen Arbeiter in der Fabrik kürzere Zeit beschäftigt waren, kann diese UebeRragimg oder Uebenveisiing rnmähernd nur in dem Umfang zngelasscii werde», in welchem Dnrchschnittsarbciter ihrer Art voraus- sichtlich in der Fabrik während des Restes der gesetzlich znlässigeii Arbeitszeit würden herstellen können, und für die Sou»- imd Fest- tage nur insoweit, als die Beschästignng dieser Personen in Fabriken gestattet ist. Eine Debatte über diese Anträge erfolgt nicht. Der Antrag Albrccht wird gegen die Stimnien der Socialdeniokraten ab- gelehnt. Ebenso wird der Antrag Hey! zu Herrnsheim und die Regicrnngs- vorläge abgelehnt. Die Verkündung dieses Resultats' der Llb- stiimiilnig erregt lebhaften Widerspruch im Hause. Vice- Präsident v. Frege konstatiert jedoch, daß das Bureau einig war. ES liegen nuMiiehr eine Reihe von Anträgen v. Frege vor. die in Konsequenz der gefaßten Beschlüsse die Beschlüsse zweiter Lesnng verändern wollen. Viccpräsident v. Frrge-Weltzien: Ich bitte diejenigen Herren, welche entsprechend dem Antrage v. Frege den Artikel Ö IV. streichen wollen, sich von den Plätzen zu erheben. Abg. Dr. Hitze(C.): Herr Präsident, die Fragestellung lautet gewöhnlich dahin. ob die Vorlage entgegen dem Antrag aufrechterhalten werden soll. Vicepräsident v. Frege: Ganz richtig, ich bitte also diejenigen Herren, Ivelche entsprechend dem Antrag v. Frege entgegen die Vorlage aufrecht erhalten wollen, sich zu erheben.(Große Heiterkeit, die andanert, da Virepräsidcnt v. Frege«och verschiedene Male vergebliche Bersnche macht, Abstimmungen über die Anträge Frege herbeizuführen. Die FragcsteNuiig begegnet stets dem Widerspruch des HanscS. Endlich erscheint Präsident Graf Ballestrcm auf dem Präsidenteiisitz. Er wird von lebhaftem Bravo! der Linken empfange». Präsident Graf BaNcstrem: Ich bitte um Ruhe.(Heiterkeit.) Abg. Frhr. Hehl zu Herrnsheim(natl.): Ich konstatiere, daß auf vielen Seiten des Hanfes die Meinung herrscht, daß bei der Mipininiiing Über den§ 137» ein Mißverständnis vorgelegen hat. welches zur Folge hatte, daß die thatsächliche Mehrheit als Minderheit angesehen wurde. Ich beantrage daher, die Absliuiniuiig nochinals vorzimchnien. Präs. Graf Ballestrcm: Dieser Antrag ist geschäfisordniiiigSmäßig inizulässig. Wenn das Bureau einig war, ist die Abstimmmig endgültig vollzogen. Abg. v. Frege(k.): Ich konstatiere, daß die Abstinunmig rits bor sich gegangen ist. als ich die Ehre hatte, den Herrn Präsidenten zu vertreten. Ich habe erklärt, wir stinimcn zunächst ab über den Antrag Lllbrecht. dann über den Antrag Hey! und schließlich über die Vorlage. Wenn einzelne Herren sich bei der Abstimmung über den Antrag Hcyl außerhalb des Saales befanden, ist das nicht meine Schuld. Präsident Graf Ballestrcm: Es herrscht jedenfalls kein Zweifel darüber, daß die Abstimniung nicht noch einmal vorgcnommel» werden kann. Der Präsident lvill minmchr einige weitere Rbstimmimgen vornehmen lasse», es herrscht aber vollkoimiienc Unklarheit darüber, ivelche Beschlüsse bisher gefaßt sind. Abg. Tinger(Soc.) beantragt aus dicscni Grunde, die weitere« Verhandlnngen über diesen Gegenstand hinter den nächsten Punkt der Tagesordnung zurkickzustellen. Abg. Dr. Hitze(C.): Nach meiner Meinung sind alle Anträge v. Frege erledigt. Sollte sich später heransstellcn, daß noch einzelne Teile rückständig sind, dann ivürden sich diese ja später erledigen lassen. Die Gesamt- abstimimmg könne» ivlr jedenfalls jetzt vornchmen. Abg. v. Frege(k.) schließt sich dem Antrag Singer n» und glaubt, daß durch die Prüfung de» Protokolls erwiesen werden lvird. daß eine irreguläre Abstiinmung nicht vorgekommen sei. Jedenfalls ist im unklaren, ivaS das HauS beschlossen hat. Abg. Singer(Soc.): ES ist durchaus notivendig, Klarheit über die Sache zn schassen. Wir kömiril jetzt nicht die Gcsauitabftiinmnng vornehmen, che ivir wisse», Ivos in dem Gesetz eigentlich steht. Präsident Graf Ballestrcm: Ich halte den Antrag Singer für durchaus geeignet und wenn sich lein Widerspruch erhebt, werde ich den nächsten Punkt der Tagcsordinnig zunSchst zur Verhandlung bringe». Es folgt die dritte Äeratniig der Novelle zu« Münzgrsetz. Die Abgg. Herold Personen mehr als Angestellte aufgeführt standen, als nach Ansicht der Unterbeamteii thaisächlich im Dienst waren. Diese besonders für die Direktion sehr peinliche Differenz ist jetzt noch nicht völlig aufgeklärt, jedoch soll einer der Direktoren gesagt haben, daß in dem Fall, wo die von Schaffnern und Führern über den Umfang ihrer Aiisimtzung gemachte» Angaben sich als zutresicnd er- wiesen,' eine gerichtliche Aufklärung der Angelegenheit sclbstver- stäiidlich sei. Sehr peinlich sollen die Direktoren auch von einer andren bei dieser Gelegenheit vorgebrachten Sache berührt gewesen sein. Die Angestellten brachten nämlich tadelnd zur Sprache, daß von den viel- fachen schriftlichen Beschwerden, die sie an die Direltion ge- richtet hätten, keine einzige einer Antwort gewürdigt worden sei. Die Direktoren crwidcilen. daß sie überhaupt nichts von schriftlichen Beschwerden wüßten; sie fragten dann, Westen Händen denn diese Schriftstücke nverantwortet worden seien, nnd wie es zuginge, daß keiner der Unterbeamteii sich direkt an die Direktion gewandt hätten. Hierauf bezeichiietcn die Befragten einen einflußreichen Ober- beaniten als den Empfänger der Schriftstücke. Dieser Herr, der ihnen eindringlich eingeschärft hätte, daß Beschwerdeführer, ivelche iich direkt an die Direktion wendeten, mit Strafe belegt würden, müsse dann ans eigner Machtvollkommenheit die Absendung der Be- schwerde» unterlassen haben. Auch dieser Fall ist noch nicht klar gc- stellt, doch bezeichneten die Direktoren die Meinmig der Angestellten. daß eine an sie gerichtete Beschwerde nnznlässig öder sogar strafbar 'ei. als eine durchaus irrtümliche. Eine Anordnung,>vic die von de» Angestellten angeführte, bestehe gar nicht; ja die Direktion heuchlerischen Moral, all das Unrecht, welches dem ganzen wcib- lichcn Geschlecht, vornehmlich aber das, was die holländischen„Kilitur- träger"(lies: Unterdrücker und Ausbeuter) den Eiiigeborencii der holländische» Äolonicn aiithnn— wird blutig gegeißelt. Um mich nicht zu tviederholen, verweise ich auf die Slizze „Ein Koloiiialroman" im„Vorwärts" von früher(17. Dezember vor. Jahres). Nur daß gerade diese Angriffe in den„Liebesbriefen" ans Grimm über die Nutzlosigkeit der Bemühuiigeil des Dichters. das verbrecherische Kolonialsysiem zu bcseiiigen, hier noch weit heftiger und wuchtiger geführt werden. „Der Javane wird mißhandelt", ist der monotone, aber in seiner Monotonie erschütternde und peinigende Refrain. Niemand hatte ans die Anklagen Detters im Mar Havclaar gcant- ivortet. der Appell an den König, an Christentuni und Menschlichkeit war imgchört verhallt. Diesbezüglich heißt eS in den„Minnebriesen":„Könige habe» zu thun mit der Schnalle von den Banchgurtcn ihrer Osfizicrc. Könige haben keine Zeit, Dich zu hören.— Staatsmänner treiben Handel in Stimmen von Kamiiiermitgliedern und halten sich ans mit Ab- Handlungen, in denen sie„sich die Freiheit erlauben, sich diese oder jene Freiheit zu erlauben." Staatsmänncr haben keine Zeit, dich hören.— Christen streiten sich über den Glauben. Christen haben ic Zeit, dich zu hören.— Und die Menschlichkeit? Ei nun, schreibe nur'n Brief an diese Menschlichkeit und sieh', ob er znrecht kommt..." In der Kummer erklärte ein mit Namensnennung von Detter auf das fchärsstc angegriffener Geiieralgonvcriicnr a. D., er ivcrde Mnltatnli incht widerlegen;„ich nieine, daß ans dem, ivas der Schreiber dieses Buches(„Max Havelaar") zu sagen beliebt, für mich kerne Verpflichtung zur Beantivortung erwachsen kann. Ich meine, daß das, was ich über dieses Buch würde sagen können, dem Schein der Parteilich- k e i t n i ch t w ü r d e entgehen könne ii." Eine herrliche Antwort! Ganz die Taktik der Wanzen, die sich tot stellen, wenn sie nicht mehr entwischen kömieii! Der Zorn über diese Taktik, über die WidersprnchsSlosigkcit all seiner schweren Angriffe und dringenden Forderimge» auf Aeuderimg des Systems drang dem Dichter die„Liebesbriefe" ab— und sie fielen danach aus!' Alle Versuche, die zuständigen Stelle» zum Antworten und Handeln zu bringen—, bis zum König!— blieben erfolglos. Erhoffte noch auf das holländische Volk! „Jetzt, nach vier Jahren", sagt Mnltatnli in einer Note zu den „Liebesbriefen" vom Johre 1865, hat der Ring der Schuldigen sich erweitert. Die ganze niederländische Nation— früher miwissciid, iiiin seit langem eingeweiht— i st mitschuldig an all der Barbarei, die ich im Havelaar ans Licht brachte! In den„Liebesbriefen" findet sich unter midcrm ein„Brief an die Wähler von Niederland", denen Detter den Nutzen der Kolonien nnd der Arbeit der Javanen vorrechnet und ihnen nahelegt, diese Besitzungen sich zu erhalten durch eine zweckentsprechende menschliche Art nnd Weises die Bevölkerung zu regieren. Mnltatnli teilt die Arbeit der Javanen ein in solche, die sie leisten: 1. als Hcrrendiciist für private Ländereiciibesitzer; 2. als Herrcndienst für inländische Häuptlinge und holländische Beamte; Wunsche sogar, daß die Angestellten in dem Fall, daß sie Beschwerden vorzubringen hätten, sich keiner Mittelsperson bedienten. Die Regelung der Dienststliuden der Schaffner und Fahrer der Großen Straßenbahn- Gesellschaft nach dem Ilcberciiikommcn bei Beendigung des Ausstandes wird b e r e i t s z u m 1. Juni, also am Freitag nächster Woche, erfolgen. Die„G r a t i f i k a t i o n". welche dieStraßcnbahn-Gewllichaft den „Arbeitswilligen" gespendet hat, beträgt nach der„VolkS-Zeitiing" pro Person— vier Mark. Im U e b e r e i f e r hat bei der vorgestrigen Wiederanfnahme deS Straßenbahn-Betriebs ein Bctriebsinspektor elektrische Wagen mit Anhängewagen durch die Leipzigcrstraße lausen lassen, was für die Wochentage bekanntlich polizeilich verboten ist. Die verbotenen An- hängsel wurden von den diensthabenden Polizei-Organen aber nicht beanstandet, weil sie, ebenso wie dos Publikum, der Meinung waren. daß diese Neuerung von maßgebender Stelle der Gesellschaft zu- gestanden worden sei. Das ist jedoch, wie gesagt, nicht der Fall, es handelt sich eben nur um ein Versehe», das nnnniehr wieder richtig gestellt worden ist. Daß zu dem Ausstand der Straßenbahner auch der Berliner Witz sein Scherflein beigetragen hat, versteht sich von selbst. So liegt uns ein kleines Heftchen vor, das auf gelbem Titelblatt mit roten Buchstaben als„Fahrplan der Straßenbahnen— Streik- ausgäbe Mai 1000" bezeichnet wird. Dieses Heftchen ent- hält... sechzehn völlig leere weiße Blätter und trägt auf der äußeren Rückseite des Umschlages den Vermerk„Nachdruck verboten." Ueber den Umfang der Verhaftungen aus Anlaß der Unruhen weichen die Mitteilungen immer noch sehr von einander ab. Die„Staatsb.-Ztg.";briiigtjfolgendc Meldung:„467 Verhaftungen find am 10. und 2t). Mai in Berlin vorgenommen worden, am Sonnabend 186, am Sonntag 281. Daraus kann man einen Schluß auf den Umfang der Unruhen ziehen. Fast 300 Personen sind nacki Eeststelliiiig ihrer Personalien wieder entlassen worden. Ein Teil :r in Hast gebliebenen Personen wurde in das UntersuchungS- gcfängnis übergeführt, während ein andereriTeil der Kriminalpolizei vorgeführt wurde. Es wird angenommen, daß sich darunter manch lange gesuchte Persönlichkeit ans der Zilhälterschaft des Rosenthaler Viertels befindet. Die Folgen werde» für viele der Verhasteten sehr schwer sein, da die Anklage auf Landfriedeiisbruch lautet." Ganz daS Gegenteil besagt die Mitteilung eines hiesigen Lokal- blattS:„Von den' zahlreichen Personen, die wegen Anteilnahme an den Tunulsten bei Gelegenheit des Streiks feslgeiioiiimeli wurden, haben nach den bisherigen Emnitlniigen nur vier eine Strafe zu erwarten, einer von ihnen wegen groben Unfugs, die drei andern wegen andrer Vergehen. Von' denen, die geschossen haben, konnte' trotz gegenteiliger Meldungen keiner ermittelt werden. Auf den Polizeirevieren liegen außerdem noch einige Strafanzeigen, die wegen der Fülle des Materials noch nicht er- lcdigt werden konnten.' Die größte Zahl der Verhafteten wurde sehr bald wieder auf freien Fuß gesetzt, weil ihnen keine strafbare Hand- lnng nackgewicsen werden konnte, einzelne haben Strafmandate er- halten. Der Paragraph über Land friedensbruch wird in k e i n e m F a l l Ä n w e ii d u n g s i n d e n. Wenn diese Mitteilung sich bestätigen sollte, so würde daS ZuchthauSgeschrei der Scharfmacherprcsse sich als der schlimmste Un- fug darstellen, der überhaupt aus Anlaß des Ausstands verübt worden ist._ Zu der Frage der Müllbeseitigung soll alles beim Alten bleiben. Gestern beriet nämlich die Stroßeiircinigungs-Deputation die Frage der Müllbcseitignng. In erster Linie wurden die Rei'uliate der Versuche der„Miillschnielze" an der Hand des darüber erstatteten amtlichen Berichts, sowie ein neuerliches Angebot dieser Gesellschaft einer Besprechung unterzogen. Darauf wurde die Frage erörtert, ob es jetzt an der Zeit sei, mit einem bestimmten Vorschlage zur Lösung der Müllbeseitigiingsfrage hervorzutreten. Dabei wurden die Müllverbreminng nach englischem Muster, daS Bndapcstcr Verfahren und die Miillschnielze einer Kritik unterzogen nnd die technischen, bygieiiijchcii und ökonomischen Verhältnisse dieser Methoden besprochen. Die Bcratnngeii gipfelten in dem Be- schlnß. bis ans wcilercs die bisherigen Einrichtungen(Verfrocktung des Mülls zu Wasser, im Winter mit der Eisenbahn) beizubehalten. Es liegen, wie verlautet, zur Zeit mehrere nciicre Angebote in dieser Sache vor, bczlv. stehen solche zu erwarten, so daß der jetzige Zeit- Punkt noch nicht geeignet erscheint, eines der genannten Systeme den städtischen Behörden zur Annahme zu empfehlen. ES wird daher vis auf weiteres bei dem bisherigen Verfahren verbleiben. Zunächst soll jedenfalls die Wirkung der für den 1. Oktober d. I. bc- schloffenen Erhöhung der Abkadegebühr von 2 auf 3 M. abgewartet werden. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß dann die Zufuhr zu 3. zu Nutzen von„Äontraktaiiten". d. i. Personen,„die von der edelmütigen Regierung mit dem Siecht beschenkt sind, zu verfügen über soundsoviel Fläche Grundes mit der Sirbeitskrast von soundso- viel Umliegenden Dörfern"; 4. zu Nutzen von Privaten ans Grund von Uebereinkommenmit den Eingeborciien die sogenannte„freie Arbeit" im Gegensatz zu der von der Regierung befohlenen, die vorschreibt, was der Eingeborene kultiviere» iiuitz und zu welchem Preis er es der Regierung „verkaufen", richtiger hergeben muß, wobei Waren snr den europäischen Markt so sehr bevorzugt werden, daß der Javane einen ReiS nicht bancii kann, woraus häusig Hungersnot entsteht. Letztere ist die Arbeit 3. zu Nutzen des Goiiveriiements, was man„Knltursystem" iiciiiit; 6. zum eignen Nutzen(der Javanen):„Hierzu mangelt nieistciiS die Zeit, und dann entsteht Hungersnot". Dazu kommt noch die Konfiskation von Arbeitsmilteln als Strafe für Vergehen oder Nachlässigkeiten in den Dieustleistiingen gegen die„Regenten": naiiieiitlich das Wegnehmen der zur Land- vestcllung iivligen Büffel(meist des einzigen, den die Aermstcn haben). Mnltatnli macht folgende Rechiiiiiig ans: In einem Distrikt von Lcbak wurden ini Monat Februar 1856 armen Javanen 36 Büffel abgcuommcii. Lebak hat fünf Distrikte: 5 X 36— 180 Büffel; das Jahr hat 12 Monat: 180 X 12— reichlich 2000 Büffel; die ganze Regentschaft Baiitam hat 5 Distrikte wie Lcbak 2000 X 6--- 10000 Büffel. Baiitam beherbergt etwa den 24. Teil der ganzen javanischen Bcvöttcrnng 10 000 X 24---- 240 000 Büffel. Java ist im Hinblick ans den geringeren Reichtum und die geringere Ergiebigkeit der übrigen Kolonien von Holländisch- Ostindien etwa die Hälfte des ganzen Kolonialreichs, also werden 240 000 X 2— 480 000 Büffel jährlich der sogenannten niederländisch- indischen Bevölkerung abgenoinmcii. Ein Gcneralgonvcrnciir bleibt in der Regel 5 Jahre drüben, folglich werden während seiner Amtswaltung der Bevölkerung abgenommen: 480 000X5, d. i. beinahe 2� Millionen Büffel. Den Büffel' zum Preise von 15— 30 Gulden, durchschiiiltlich zii 20 Gulden berechnet, giebt das 20 X 2�/2 Millionen— 50 Millionen Gulden an Gcldeswert, die der indischen Bevölkerung obgenoniiiieu werden nntcr der Regierung eines einzigen Gouverneurs,' der seine Pflicht nicht thut. Zu diesem Raub an Büffeln kommt noch das zwaiizigfache, was aus den Javanen sonst noch herausgeschunden wird durch Herren- dienst, unbezahlte Arbeit, unbezahlte Lieferung von allerlei Dingen: .20 x 50 Millionen, das sind 1000 Millionen Gnl'den an Geldes wert, die der indischen Bevölkerung abgenommen werden unter d e r R c g i c r n n g eines G e'n e r a l g o ii v c r n e ii r s, der s e i n e P f l i ch t nicht t h n t." Multalnli schließt sein Rechenexcmpel mit dem Ausruf: „Ist euch dies min endlich genug, Wähler von Niederland?"— Nach Erscheinen deS Havelaar hatte die Zeitung„Ticlsche Conrant" einen flammenden Artikel von Stapel gelassen, in ivelchciii die Frage aufgeworfen winde:„Ist Riederlaiid ein Nanbstaat?" Da der' Autor des Havclaar kein Lästcrredncr sei. nicht überrede, sondern über zeuge. Thatsachcn mitteile, die er beweise n wolle, ans die Schuldigen mit dem Finger weise, dürfe daS Volk von Niedcrlond nicht schweigen: das hieße zustimmen zu all' den denunzierten Verbrechen! den ftöMifctien Plätzen erheblich herabsinkt, und die Unternehmer sich durch Schiffs- und Eisenbahntransport selber helfen. Erkrankungen und Stcrbcfälle in de» Berliner Kranken- bäuscrn. In den größeren Krankenhäusern Berlins wurden im Jahre 1899 66 043 Erkrankte aufgenommen und es starben 9117 Auf genommene. Daran waren beteiligt: Die Cbarits mit 17140 E» krankten und 1861 Gestorbenen. das städtische Krankenhaus im Friedrickshain mit 10 011 und 1636, das in Moabit mit 10.673 und 1526, das am Urban mit 8320 und 1237, das in der Gitschiner Straße mit 2189 und 235. das Hedwigs- Krankenhaus mit 5009 und 428. das Krankenhaus Bethanien mit 2755 und 463, das LaMrus-Krankenbaus mit 2090 und 316, das Elisabeth-Krankenhaus mit 1935 und 245, das August«- Hospital mit 1643 und 249, das jüdische Krankenhaus mit 1651 und 206, das Kaiser und Kaiserin Fricdrich-Krankenhaus mit 2627 und 715. Die standesamtlichen Meldungen der Geburten und Sterbe fälle gehe», trotz den Meldevorschriften, vielfach verspätet eiir Namentlich bei den Geburtenmeldungen beläuft sich die Verspätung in zahlreichen Fällen nicht auf Tage und Wochen, sondern au Monate. Manche Geburten gelangen sogar erst nach Jahren zur Kenntnis der Standesämter, wobei es sich dann in der Regel um zufällige Feststellungen handelt. Daß eine Geburtenmeldung erst nach Jahrzehnten einläuft, kommt zwar ebenfalls vor, aber es gc hört doch zu den bemerkenswerten Seltenheiten. Kürzlich ist noch ans den Jahren 1874 und 1375 je eine Geburt nachträglich in die Standesamtsrcgister eingetragen worden. Fenersgcfahr durch Metallfäden. Ueber eine nenerdings tn Berlin beobachtete Brandgefahr, die durch Stoffe mit Metallfäden verursacht ist, berichtet im„Centralbl d. Bauverw." Ingenieur Eickhoff, dem die technischen Anlagen des Abgeordnetenhauses unter- stellt sind. Bei einein am hellen Mittag plötzlich aufgetretenen Brand war die nächste Umgebung des vennutlichen Ausgangspunkts der Entziin- billig völlig zerstört und nur einem Zufall wurden einige Reste der schnell hernntelgerisjenen Vorhänge verdankt, die in dem Schutt sich noch ermitteln ließen. Es stellte sich dabei heraus, daß die schmale Borte des Vorhangs mit metallunisponnenen Fäden durchwirkt war, die beim Entstehen von Zugluft durch eine benachbarte Thür bewegt und dadurch mit den Kontaktflächen der Steckdose am Fenster in Be rnhruiig gebracht ivurdcn. Die schivachen Metallfäden sind infolge der großen elektrischen Stromstärke sofort durchglüht und verbrannt, indem sich innerhalb des Vorhangs ein Kurzschluß gebildet hatte Der genannte Fachmann nimmt aus diesem unscheinbaren Vor- kommnis. das aber in der Nachr leicht ein sehr großes Unglück ange- richtet hätte, Veranlassung, vor der Anwendung metalldurchlvirlter Stoffe in der unmittelbaren Nähe elektrischer Leitungen ausdrücklich zu warnen. Es erfordert das aber eine genaue sorgfältige Prüfung der Stoffe vor der Verwendung, da die Fabrikationsart nicht sofort zu erkennen ist, und in dem vorliegenden Fall die Anwendung von Metallfäden auf Befragen abgestritten wurde. Nur der Untersuchling > nies Fachmanns� war es zu danken, daß der Brand auf die richtige Ursache zurückgeführt wurde, während nian ihn sonst der Heizung zugeschrieben haben würde. Die Metallfäden bilden eine unsichtbare Gefahr für elektrische Anlagen. Diebe als Höhlenbewohner. Drei jugendliche Räuber im Alter von 14—17 Jahren, die Arbeitsburschen Wilhelm O., Hugo B und Walther L. aus Berlin, welche sich zur Begehung von Dieb- stählen zusammengethan hatten, wurden vorgestern von dem <1! endarmen Klawe aus Friedrichsfelde festgenommen und dem lortigen Amtsvorstand gefesselt eingeliefert. Sie hatten sich in der Forst des Landrats von Tresckow bei Karlshorst eine Höhle ein- gerichtet und die� mit allen möglichen zusammengestohlencn Gegenständen sowie Kochgeschirr und einer Lampe wohnlich ausstaffiert. In der letzten Nacht hatten sie eine Zuckerwaren und Wurstbude im Restaurant„Waldschänke" in Karlshorst mittels Brecheisen erbrochen und ausgeraubt. Nach dem Geständnis der Festgenommenen hatten sie sich dann nach Berlin begeben, um die Gelegenheit zu neuen Diebstählen auszuforschen. Einer der Diebe ivußte sich außerdem noch dadurch Geld zu verschaffen, daß er eine Rentenquittung mit dem Namen seiner im Krankenhause befindlichen Mutter fälschte und die Rente in Höhe von 54 M. von dem Postamt in Berlin abhob. Gestern morgen sind die Burschen dem Unter- suchungSrichter in Moabit vorgeführt worden. In Stücke gefahren wurde Dienstagabend um 10 Uhr auf dem Bahnhof Beusselstraße ein Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht »nt Bestimmtheit festgestellt werden konnte. Der Mann hatte den Bahnsteig verlassen, um auszutreten, und wollte unter der Ueber- führung der Beusselstraße über den Bahnkörper noch auf einen Nord» ringzug aufspringen, als dieser sich schon in Bewegung gesetzt hatte. Wahrscheinlich sprang er fehl, wurde vom Trittbritt herunter- geschleudert und geriet in dem Durchgang unter die Räder des weiterrollenden Zugs. Der Unglückliche wurde auf der Stelle ge- tötet und buchstäblich in Stücke gefahren. Die zerstückelte und zer- malmte Leiche wurde noch im Laufe der Stacht von dem Polizei- wagen nach dem Schauhause abgeholt. Nach Papieren, die man bei ihm fand, scheint der Getötete ein aus Magdeburg gebürtiger, 27 Jahre alter Friedrich Franz Paul Robert Brinkmann zu sein. Vermißt wird seit Sonntagabend der 30 Jahre alte Coniroleur Hugo Lippe aus der Matternstr. 18. Lippe, der seit dreiviertel Jahren verheiratet ist, war seit zwei Woche» bei der Automaten- Gesellschaft in der Elisabethstr. 24 angestellt. Am Sonntagnachmittag war er damit beschäftigt, in verschiedenen Gastwirtschaften die Automaten zu kontrollieren und zu leeren. Gegen 8 Uhr abends Ivar er im„Ostbahnpark" an der Rüdersdorferftraße. Hier führte er gegen 70 M. bei sich. Um 8>/z Uhr sagte er einem Bekannten, von dem er sich auf dem Küstrinerplatz trennte, daß er noch eine Wirtschaft aufsuchen wolle. Seitdem hat man ihn nicht mehr ge- sehen. Seine junge Frau, mit der er in glücklicher Ehe lebt, kann sich sein Verschwinden nicht erklären. Sie glaubt, daß er in dem Tumult am Sonntagabend verunglückt sei. Ter Selbstmord eines Sjährigcn Knaben verursachte am vorgestrigen Abend in der Eislebenerstraße großes Aufsehen. Dort- selbst wohnen in dem Hause Nr. 16 die Brcuerschen Eheleute, deren Knabe die Charlottenburger Gemeindeschule besucht. Der Knabe war seit vorigen Sonnabend hinter die Schule gegange» und der Rektor hatte am gestrigen Tage den Eltern davon Anzeige gemacht. Der Knabe erhielt nun von der Mutter ernste Vorwürfe und hatte von dem Vater, der noch nicht»ach Hause gekommen war. eine körper- liche Strafe zu erwarten. Als nun die Mutter abends gegen 9 Uhr das Zinuner auf einige Augenblicke verlassen hatte, sprang Karl B. ans dem Fenster der in der vierten Etage belegenen Wohnung und blieb besinnungslos auf den: Hofe liegen. Der kleine Lebensmüde hatte einen Bruch beider Beine und des Rückgrats erlitten und ivurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Charlottenburger Krankenhanse gebracht. Feuerbericht. Mittwochnachmittag gingen Simeonstraße 4 Gardicncn in Flammen auf. Kurz vorher war Lailsitzerstr. 45 in einer Kistenfabrik ein kleines Schadenfeuer abzulöschen. Kleine Zimmerbrände verursachten Alarm nach Neue Promenade 4, Chaussee- straße 114, Zionskirchstr. 50 und AlvenSlebenstr. 26a. In der Fenn- straße 49 hatte übergekochtes Fett Feuer gefangen, doch konnte größere Gefahr schnell beseitigt werden. Längere Zeit hatte die Wehr zu thun, um Boxhagenerstr. 34 einen Brand zu löschen, der das Pappdach eines Maschinenhauses einäscherte. Der verursachte Schaden ist nicht erheblich. Ans den Nachbarorten. Lichtenberg. Ein von parteigenössischen Gemeindevertretern gestellter Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Sitzung der Gemeindevertretung, um Maßnahmen gegen die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft zu beschließen, wurde nach statt gehabter Beratung des Gemeindevorstands zurückgeiviesen weil leider nach den bestehenden Verträgen die Gemeinde nicht in der Lage ist, auf die Gesellschaft einen Druck auszuüben. DaS Gewerbegericht der Stadt Rixdorf hat in den 4 Monaten seines Bestehens 184 Klagen erledigt. Im Vergleichstermin wurden durch Vergleiche und Versäumnisnrteile 86 Prozesse beendet, daS sind etwa 46 Proz. 98 Klagen kamen zur kontradiktorischen Ver Handlung vor den vollbesetzten Gerichtshof. Davon erledigte das Gericht 58 durch Urteil, 14 durch Vergleich, 5 durch Versäumnis urteil. In 9 Fällen ivurde nach der Verhandlung die Klage zurück genommen.— Auf Beschluß der Gewerbedeputation soll die Zeit schrift„Das Gewerbegericht" in einer ausreichenden Anzahl Exemplaren bezogen und an die 48 Beisitzer kostenlos abgegeben werden. Die'Gewerbedeputation billigte auch den Beschluß der Beisitzerversammlung, das Gericht dem Verband deutscher Gewerbe gerichte anzuschließen._ Vermifitzkes. Zum Konitzer Morde schreibt die„Danz. Ztg.", eS sei nicht mehr daran zu zweifeln, daß Ernst Winter Verkehr mit Frauen oder Mädchen zweifelhaften RufeS gehabt hat.„Die Untersuchung hat bisher so viel Verirrungcn des unglücklichen jungen Menschen fest- gestellt, daß es nicht länger angeht, darüber zu schtveigen. Die Ent deckung des Verbrechers kann nur dadurch gefördert werden, daß endlich Licht nach dieser Richtung verbreitet wird. Wer eine so krank hafte Sentimentalität besitzt, daß-�r darin eine Kränkung des Un Liberale wie Konservative näherten sich Dekker und wollten ihn für ihre Partei gewinnen, seine» Anklagcroman„als Kriegsmaschine" für sich benutzen: Dekker ließ sie beide abfallen, denn ihm tvar'S um die Sache, nicht um den Kampf dieser Jnteressenkliquen zu thun. als welche ihm die genannten Parteien erscheinen mußten. In einer Note von 1865 sagt Dekker, daß Liberale wie Konservative den Max Havelaar„als msclrino 6e guerrs in ihrem Parteigezänk benutzen Ivollten. Als ich beide Cliguen barsch abgewiesen hatte und allein Hilfe verlaugte von denen, die es wohlmeinten mit Menschlichkeit und Recht, da zeigte eS sich, daß niemand den Mut hatte, sich ans meine Seite zu stellen. Wenn ich das Kananäisch der Liberalen hätte sprechen tvollen, wäre ich seit langem Minister der Kolonien. Und auch die Besonders(Erhaltenden= Konservativen) hätten mein Talent gebrauchen könuen. tvenn dies Talent nun ein- mal„zu gebrauchen" wäre! Lieber Gott, ich selbst bin desselben nicht Herr, und ich glaube nicht daran. Denn ich bin kein„Schrift- steller von Beruf"." Nach dem Erscheinen der„Minuebrieven", die ei» Jahr nach dem Havelaar. also 186l herauskamen, schrieb Professor Vcth im „Gids" vom August 1863:„Seitdem hat Hnvelaarv ir uns st etig an die Nase fasse n". Schon in seinem Vorort zur Ucbersctzung des„Havclaar" sagte W. Spohr am Schluß:„Doch vorher eins noch. Ich habe mich dran gewöhnt in seiner sDekkerS) Kunst mehr als ein Genutz- »Nittel zu sehen. So möge in a n verstehen, in e n n i ch mahnend betone, daß der E in p v r u n g s s ch r e i dieser Seele unS, uns alle angehe! ") Bei Luther lautet dieses alte deutsche Sprichinort noch schärfer zugespitzt:„Tie großen Diebe suchen die kleinen!" I Jahrgangs. von einem Deutschen und Zustände»n jenen S y st e m um Aber jetzt lvird uns enner der Verhältnisse kolonialen Gebieten das holländische auf das wärm sie empfohlen!! Ein Herr H. A. R.. der schon früher über die Tabakprodnktion auf Sumatra in der wissenschaftlichen Beilage der„Münchener All- gemeinen Zeitung" interessante Mitteilungen gemacht, äußerte sich ürzlick ebenda über die Art, tvie wir Deutschen kolonisieren sollen.") Er empfiehlt das holländische System und schildert das wie folgt:„Verständnisvolles Behandeln der Eingeborenen auf patriarchalischer Grundlage lÜ), strenge Gerechtigkeit, sorgfältige Viw bereitnag jedes neuen Schrittes." Herr H. A. R. schwärmt für das in Holländisch-Jndien herrschende pairiarcholischc Verhältnis, bei dem „der Inländer in glücklicher geistiger Beschränktheit zu dem geistig hoch stehenden Europäer aufblickt": so sei es„am ersprießlichsten und wünschenswertesten"— auch für die Javaner??? Man vergleiche Havclaar Dekker, der 17 Jahre Kolonialbeamter gewesen war! Wenn ztvei dasselbe thun, ist's nicht dasselbe!" Dieser Leib- pruch des Ministers der preußischen Gerechtigkeit, ist unserm Ge ivährsmann H. A. R. ein Satz,„der bestehen ivird in alle Ewigkeit. und zwar ohne alle Nietzschesche Uebermenschentheorie. Wenn der menschlich denkende und gerechte europäische Pflanzer einen Kuli zu züchtigen genötigt ist, so vollzieht er eine wohlverdiente Strafe nach menschlicher und göttlicher(!) Ordnung, wenn aber der renitente, arbeitsscheue und seinem Herrn das Arbeitskapital stehlende Kuli die Hand gegen denselben aufhebt, so begeht er Meuterei!— Folglich haben PeterS, Flaschen- schröder. Wehlan, Prinz Arenberg und tutbi gusuti vollkommen recht! Amen! Die RechtSmindcrhcit der Eingeborenen nach holländischem System entspricht dicier Lehre von dem doppelten Rechtsmatz des altrömischen Advokatcnsatzes. Einige kleine Bedenken— wohl durch die Thaten einiger nnsrer großen Kulturträger in Afrika geweckt— kommen aber unsrem Kolonialfreund doch. Er schreibt: „Der deutsche Charakter und besonders der norddeutsch-, dürfte beim Kolonisieren leicht in die Fehler der Engländer verfallen und sich die Zugänglichkeit der Eingeborenen durch Ueberhebung sotvie Verachtung ihrer Sprache und Eigenart verschließen, d e n n das S e l b st b e w u ß ts e i n der Deut scheu ist in gleiche in Schritt mit der machtvollen Entwicklung des Reichs ge- wachsen und läßt in der T h a t auch im Ausland nichts mehr zu Iv ii n f ch c n Ü b r i g.(Leist. Wehlan, Schröder, Prinz Urenberg usw.) Dazu herrscht eine allzu große Vorliebe für alles„Schneidige" auch im Frieden, was einfachen Eingeborenen gegenüber ganz be- sonders nicht am Platz i st." «» * Hatte ich recht, als ick bei Besprechung des„Max Havelaar" bemerkte, daß die Uebersctznng der Schriften Miiltatulis eben jetzt, da die„starke Flotte" eine erdumspannende Wcltmachtpolitik vor- bereiten soll, gerade recht und zu geeigneter Stunde erscheint 7 -_ Teil. > Wissenschaftliche Beilage der großmacht- und weltwasser- politik-tollen„Münchencr Allgemeinen Zeitung" Nr. 7 und 8 dieses glücklichen sieht, der sich nicht verteidigen könne, der thut Unrecht. Die untersuchende Behörde hat daher,>vie es auch nicht anders zu erwarten war, durch Feststellungen nach der anged.nteten Seite hin alles, was in ihren Kräften stand, gethan. Unsre Hoffnung auf die Entdeckung des Verbrechers und aus die nötige Sühne nach allen Richtungen hin steht fester denn je. Urber de» gemeldeten Krawall i» Stolp berichtet die„Osts.- Ztg.": In dem Comptoir einer Kohlenhandlung in der Langenstraße hatte sich ein Arbeiter des Hausfriedensbruchs' schuldig gemacht und es hatte ein Polizist zur Hilfe geholt werden müssen, der die Ver- Haftung des Excedeute» vornehmen wollte: der Arbefter aber widersetzte fich und stach schließlich mit einem Messer auf den Polizeibeamten ein, der seinerseits von der blanken Waffe Gebrauch machte. Es ivurde weitere polizeiliche Hilfe herangezogen und der Arbeiter in das Polizei- gcwahrsam gebracht. Dieser Vorfall spielte sich um 6 Uhr abends ab. Er hatie eine Menge von Leuten angezogen, die zum Teil für den Arbeiter Partei nahmen. Ihre Schar wuchs im Laufe des Abends immer mehr an; sie demonstrierten vor der Polizei, durch- zogen die Straßen, stießen antisemitische Hetzrufe aus und zer- trümmerteu in einigen Läden jüdischer Kaufleute die Fensterscheiben. Die Polizei war dem Treiben gegenüber machtlos, und man wandte sich daher schließlich an den Kommandanten des Husaren-Regiments, der eine Schwadron zu Pferde mit blankgezogenem Säbel gegen den Haufen aussandte, indem er die Gewalt über die Stadt in die Hand nahm. Gegen 10 Uhr waren die Straßen gesäubert und der Tumult zu Ende. Eine Skaudalgeschichte, die in den sogenannten besten Kreisen spielt, beschäftigt gegenwärtig die P a r i s e r G e r i ch t e und wird in der französischen Presse lebhaft besprochen. Die Heldinnen der Tragikomödie sind zwei ungarische Frauen, die seit längerer Zeit in Paris leben. Vor fünf Jahren machte die Baronin F..., die da- mals 20 Jahre alt war, in Bekanntschaft einer jungen, hübschen Landsmännin gleichen Alters, welche auf den Nanien Stern hörte. Die Baronin machte Frl. Stern zur Vertrauten und Freundin ihres Herzens und unternahm mit ihr große Reisen nach Südfrankreich und Norditalien. Die beiden Frauen trennten sich nicht mehr von einander, und die mit Diamanten und Juwelen geschmückte, verhätschelte, von zahlreichen 5kavalieren angeschmachtete Baronin lehnte aus Liebe zu ihrer Freundin jeden Verkehr mit dritten Personen ab. So pilgerte man glückselig tvie ein Ehepaar auf der Hochzeitsreise von Monte- Carlo nach Nizza, von Nizza nach Genna, von Genua nach Venedig und Mailand, bis die sehr reiche Baronin in Paris auf dem Boulc- vard Haubmann ein prächtiges Hotel mietete. In den ersten Tagen dieses Maienmonats reiste die Baronin nach ihrer ungrischen Heimat, wo sie 14 Tage verweilte. Bor ihrer Abreise gab sie der viel« geliebten Stern 2000 Fr., bannt sie eine neue Wohnung miete. Auch ihre Juivclen vertraute sie der Freundin an und gestattete ihr außerdeni, im Hause nach Belieben zu schalten und zu walten. Als die Baronin dieser Tage wiederkam, fand sie zu ihrer Ueberraschung in der Wohnung die traute Herzensfreundin nicht vor. In ihrer Erregung klingelte sie sofort das ganze Dienstpersonal zusammen, und erfuhr sie, was vorgefallen war. Fräulein Stern hatte bei ihren täglichen Spazierfahrten im Bois die Be- kannschaft eines jungen Mannes gemacht und diesen zu ihrem Ge- liebten erwählt. Ilm die neue Liebe würdig feiern zu können, ver- kaufte sie bald nach der Abreise der Baronin ztvei Ringe im Werte von 10 090 Fr. und mietete eine prächtige Wohnung in der Avenue Klöber. Dann wanderten auch die Juwelen, das ganze Silberzeug und die wertvollsten Kleidungsstücke der Baronin zum Trödler. Als die Baronin solches vernahm, fuhr sie direkt vom Boulevard Haußmann in die Avenue Klsber, aber Fräulein Stern war„nicht zu sprechen". Nun nahm die in ihren heiligsten Gefühlen und auch sonst noch betrogene Baronin die Hilfe der Polizei in Anspruch,— schweren Herzens, aber gefaßt. Einem Polizeiinspektor gelang eS durch List und Ueberredung. Fräulein Stern aus ihrem Bau zu locken und zur Wache zu bringen, wo sie für verhaftet erklärt wurde. Die Verhaftete erhob gegen die Baronin die schtversten Anschnl- digungen, die sich auch' nicht einmal andeutungsweise wiedergeben lassen.' Fräulein Stern ist Übrigens, tvie sich jetzt herausstellt, eine sehr gesuchte Persönlichkeit, sie hat in Oestreich, besonders in Wien, zahlreiche Betrügereien verübt und wird von den östrcichischen Polizei- behörden dringend verlangt.— Die Pest. Der Sanitätsrat in Konstantinopel hat beschlossen, die bisher auf 48 Stunden bemessene Beobachtungsfrist für Her- künfte aus Smhrna, wo bekanntlich die Pest herrscht, auf vierund- zwanzig Stunden herabzusetzen, die ärztliche» Visitationen jedoch aufrecht zu erhalten._ Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin. LZ. Mai 1900. Amt- licher Bericht der Direltion. Zum Verkauf standen: 395 Rinder, 3948 Kälber, 973 Schale, 9959 Schweine. Bezahlt wurden für 199 Pfund oder 59 Kilozrauu» Schlachtgewicht in Mark(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Für R i n d e r: Ochsen: a) vollsleischigc, ausgemästete, höchsten Sckilachtwertes, böchstens 7 Jahre alt 99- 09, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 99- 99; c) mäbig genährte junge und gut genährte ältere 99— 99: ck) gering genährte jeden Alters 99—99.— Bullen: a) vollfleischtge höchsten Schlachtwertes 90- 99; b) mätzig genährte jüngere und gut geüährte ältere 99— 99: c) gering genährte 90—99.— Färse» und Kühe: a) vollfleiichige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 99—99; b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertcs bis zu 7 Jahren 09— 99: c) allere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 09-99; ä) mäßig genährte Kühe und Färsen 99—99; e) gering genährte Kühe mid Färsen 90—00.— Kälber: a) feinste Mflfl» falber(Völlmilchmast) und beste Saugkälber 72—75, b) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 04— 08, c) geringe Saugkälber 59—56, ck) ältere, gering genährte(Fresser) 49—48.— Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast- hauunel 58-01, b) ältere Mastbammel 51—56, c) mätzig genährte Haunncl und Schafe(Merzschase) 45—49, 6) Holsteincr Niederungs- schafe(Lcbendgewicbi) 00— 00.— Schweine: a) voll fleischige der seineren Rassen und'deren Kreuzungen im Alter bis zu 1'/« Jahren 44—45, d) Käser 00—00, e) fleischige 42-43, ck) gering entwickelte 40—41, o) Sailen 38—30. Verlaus und Tendenz. Vom Rinderauftrieb blieb ungefähr die Hälfte unverkauft; matzgebeude Preise lietzcu sich nicht feststellen. Der Kälbcrhandel gestaltete sich rege. Bei den Schafen wurden ungefähr 600 Stück verkauft. Der Schweincmarkt verlies ruhig und wird voraus- sichtlich geräumt. Gute Ware war knapp. Tischler-Verein. Den Mitgtiedcrn zur Nachricht, daß unser langiährigcs Mitglied Herr»einriell Zelisler am Dienstag, den 22. d. M.,'nachm. 5'/., Uhr, mich langem Leiden im Alter von 49 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet ani Freitag, den 25. Mai, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jacobi- Kirch- hofS in der Hennannstratze aus statt. Um lege Beteiligung ersucht 198/13 Ter Vorstand. Jachverei» der Diicker. Montag, den 21. dS. MtS., verstarb nach viermonntigeni Krankenlager unser treues Mitglied Wilhelm Giraeh im Alter von 60 Jahren. Die Beerdigung findet am DonncrS- tagnachm. 4 Uhr von der Leichenhalle des Georgen- Friedhofs, Landsberger Allee, ans statt. Uni zahlreiche Be- teiliguug der Mitglieder ersucht 119äbJ Der Vorwtan«!. Treffpunkt bis nachm. 3 Uhr im BereinSlolal Gipsftr. 10. Beerdlgnilgsverelll Berliner Zimmerlente. Am 23. d. M. verstarb nach langem Krankenlager unser Kamerad, der Zimmerer(11926 Nobert Seibt. Die Beerdigung findet Sonntag, den 27. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle derSt.Thomas-Gemeinde in Britz aus statt. Um rege Beteili- gmig ersucht Der Vorstand. Achtung! Achtung! RilbiijsMililer und Triiger. Den Mitgliedern die traurige Nach- richt, daß unser Kollege Ernst Wasch am Montag, den 20. Mai am Gehirn- schlag verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 24. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuen Rixdorscr Kirchhofs nuS statt. Um rege Beteiligung der Kollegen ersucht(201/1 Der Vorstand. 'Tan«:«»»!. Großer Saal im Vorort ist für die Sonntage au eine Musttkapelle zu vergeben. Adressen unter„B. S" tn der Exp. d.„Vorw." niederzulegen. Die Preise sind streng fest, sehr billig und in Zahlen an den D'aaren gezeichnet» I * I Dta I.Ft» Preii- liste 1900(Auflage 1 MiUiou) Ober gesamte Bekleidung wird kostenlos und portofrei zugesandt, Chausseestrasse 24a u. 25 11 Brüchenstrasse 11 20 Gr. Fraukfurterstr. 20 Ecke Kopponstrasse, am Bürger-Hospital. zwischen Invalidenstrasse u. Friedrieh-Wilbelmstädt. Theater. zwischen Jannowilzbrüoke u. Köpnickerstrassa (Ecke Rungestrasse). Fabrikation und Maass-Anfertigung guter Herren- und Knaben-Bekleidiing. Ell gros. En dOtAil. Lieferanten an Garderohen-Geschäfte, Vereine. Institute und ausländische Gesellschaften. ExpOft. Import. Herren- Gnmmi- Mäntel, Radfahrer-Anzüge, vielseitigste Auswahl in Stoffen und Fa�ons,>>»». Preise für Herren-Grössen»H ME 30-, 25-, 21-.18-,15,- 12-, 9-,|| W�rülUjttlAr« MLlSRÄRRNK Fröhjalirs-Palelols. 10 � Frühjalirs-Palelots»8.Ä- f 0'7. 21»k. Frühjahrs�nzüge�-f1?*1!".'1®'."! 10»K. Frübjahrs-Anzüge f�re" i5': 30'~' 25 Sehwarze Jackett-Anzüye'�ao.iH0, 10»k. 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Oranten-Strasse 58 a(Moritzplatz). Reinickendorfer Strasse 2f(Weddingplatz). Rosenthaler Strasse 11—12. Schönhauser Allee 187(am Schönhauser Thor). Weiden weg 64(am Ealtenplatz). WHsnaeker Strasse 67 (Eingang Dreyse Strasse). Wrangel-Strasse 20. Weissensee: Könlg-ChBussee 47b. S40;7 Oscar Arnold, Hut- Engroslager nur Dresöenerstr. 116. l,tn t.<- e.r.o C,- a,»»«,- in. .. 2,--J.iO II.- H,.'Hl 4,-. .... o,— 1»,— 1,—■ .. 4,- o,- R,— 10,-. .... 10,- Ii,-, 1,- 1.25 1.50 1,75 3— 2,50, , 0,40 0,50 0.00 0.75 Ks 4., U.'JO 0.40 0.50 O l» bis 3„ Bctfcnhate, rrclcb. du. steif. «,I. ff. UuiCI fj-tlnderhüto... 44>,>,.»»», kincli rhiil... Il.rtT» SlituM.. Kludcr aütT.cn.. LOileahüte, jarilhute, Tura.rhüto etc. IKffilfst* Jtnujtqutl!« für U'teferfcrSä'U/cr.' 0 B-rte our.eu lul Aii AAraise zu achlan, üi ich koino FllUitn nah«. G fiescliäftliclie Alitteilung. R. 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Nach' achtjähriger aufreibender Thätigkeit hat sich die lex Heinze vom öffentlichen Leben znrMgezogen, uin fortan inccgnito als lex Hompesch ein stilles und sehr reduziertes Dasein zu führen. In der letzten Phase ihres Wirkens hatte sie sich mit Recht einer gewaltigen Popularität erfreut: war es ihr doch gelungen, unsere Intellektuellen zu erwecken und zu so etwas wie einem gemeinsamen Vorgehen zu treiben. Natürlich ivar die lex Heinze nur der äußere Anlaß gewesen. Viel schlimmere Bestimmungen, als die der vielcitierten 184a und 184b, sind uns ja längst aus dem Verwaltungswege und von Polizei wegen aufoktroyiert worden. Und die Maßregelung eines Doceriten, der es gewagt hatte, im Privatleben seiner lleberzeugnng gemäß leben, hätte die akademische Welt wohl eher aufrütteln sollen. Aber man erträgt bei uns sehr viel. Erst die täppische Art der Gröber und Konsorten brachte das Maß zum Ueberlaufen. Der Goethe Bund lvurde gegründet— er soll die Konzentration aller frei gesinnten Elemente unsres geistigen Lebens darstellen. Bis hatte er freilich noch' keine Gelegenheit gehabt, Aktion zu treten. Das Schicksal der lex Heinze ungewiß; allgemein hielt man sie für begraben. brachte der erneute Versuch des Centrums, das seine parlanientarische Herrschaft dokumenlieren wollte, auch den Goethe-Bund auf die Beine. ?iir Dienstag berief er eine große P rote st- Versammlung in den Eircus Renz. Aber die Obstruktion im Reichstage, die, wie Genosse �tadrbage» hervorhob, alles, was in ihren Kräften stand, that, um den Gang der Berhandlungen zu beschleunigen, hatte mittlenvcile - rasche Arbeit gemacht. Als die Protestierenden am Dienstag zusammen kamen, waren die viel umstrittenen Bestimmungen bereits tot und begraben. So wurde aus-der Protest-Kundgebung eine Gedächtnisfeier. Die fröhlichen Leidtragenden waren in schienen. Etwa 6000 Personen füllten Kopf höchsten Bänke hinauf die weiten Räume Manege in der Mitte blieb leer. Dorthin erwartungsvoll die Blicke der Menge. Man glaubte wohl, würden da die wilden Stöcker und Rören in Freiheit dressiert vor- geführt werden. Aber leider geschah nichts dergleichen. Um 9 Uhr betrat Herr Sudermann das hoch gelegene Podium und eröffnete die,>vie er init Stolz hervorhob,„ordnungs� geniäh angemeldete" Versammlung. Und als er der erregten Ver sammlung im Cirkus Renz verkünden durfte, daß die Äimst-Parm graphen der lex Heinze nicht mehr existieren, da umbrauste ihn ein Beifallsgetöse von Tausenden. Aber mitten in seiner Eröffnungsrede erhob sich plötzlich ein ungeheurer Jubel. Hinter dem Sprecher wurde soeben das weiße Haupt des alten M o in m s e n sichtbar. Als die Menge ihn erblickte, brach sie in einen Beifall aus, der sich nicht legen wollte. Das feine Gesicht des Gelehrten zeigte deutlich Ver- legenheit über die stürmischen Ovationen. Aber die Menge wollte sich nicht beruhigen. Der erste Redner des Abends war der bekannte Strafrcchtslehrcr frofessor Franz vonLiszt, einer der Vierzehn, deren vor einigen agen erlassene Erklärung gegen die lex Heinze überall bis in die Reihen des Centrums hinein so großen Eindruck gemacht hatte. Hier fprach er aber nicht als„Jurist"— das Wvrl hatte begreiflicher- weife keinen guten Klang in der Versammlung— sondern als„Mitbürger". Er hielt sich auch bei der lex selbst, diesem„Zeugnis einer legislativen Impotenz", nicht lauge auf, aber er erifinhnte die Intelligenz, das Pulver trocken zu halien, da der Geist pharisäischer Heuchelei, der jene» Gesctzcsversnch geboren, nicht mil ihm verscharrt sei. Auch der.Abgeordnete Schräder von der freistmiigen Vereinigung sagte über diesen Toten„nicht mehr Böses ans, als durchaus no'tlvendig". Auch er betonte, daß die Machtstellung der kültnrfeiiidlichen Majorität nur gebrochen werde» köiiye, wenn die gesamte gebildete Welt Deutschlands sich gegen sie ivende. Es verdient hervorgehoben zu ivcrdcn, daß Herr Schräder aitsdriicklich die Socialdeinokraten als Vorkämpfer in diesem Geisteskampf anerkannte. Nach einer kurzen Ansprache des Redacteurs Dernburg.— der an den Geburtstag Richard Wagners erinnerte und auf die bedenkliche Kollision hinwies, in die manche Werke Wagners(Walfiivc, Tristan) mit der lex Heinze hätten kommen lönlien,— trat der Abgeordnete Müller- Meiningcn auf. von frenetischem Beifall begrüßt. Herr Miiller-Meiniugcn hat durch die improvisierte kleine Rede, die er damals in der Sophienstraße gehalten und die ihm den unversöhn- lichen Haß seines Kollegen Rören eingetragen, die Sympathien des Publikums definitiv erworben. Seine Rede, die er am Dienstag hielt, gipfelte in einer Aufforderung an die akademische Jugend, sich nicht blos in öden Radauphrasen zu ergehen, sondern in diesem Geisteskampf an erster Stelle zu fechien.' Ein starkes Trampeln die traditionelle Beifallsäußerung der Studenten— bewies, daß die akademische Jugend einen großen Teil der Zuhörerschaft bildete. Nach einer kurzen Pause ergriff Reichstagsabgeordneter Heine das Wort. Er verglich den Kampf der Obstruktionisten mit der Schlacht bei Marathon. Auch hier derKampf einer kleinen, aberbildnngs freudigen Minderzahl gegen eine ungeheure Ueberzahl der Barbaren (Großer Beifall.) Schön war es ja nicht(Heiterkeit), es war ein Kampf durch Herausgehen und Hineinkommen, ein stummes Ringen um den endlichen Sieg. Mit Gründen konnte man nicht kämpfen gegen einen. t a u b e n Gegner! Heine betonte, daß die Social- demokmten nur mit schwerem Herzen zum Mittel der Obstruktion gegriffen hätten. Ist doch die Obstruktion in der That das bedenk- lichste Mittel für eine demokratische Partei! Aber es gab eben keinen andern Weg. Nun aber, wo der vorläufige Sieg errungen, gilt es vor allem, die Fortsetzung des Kampfes gegen'den Heinze- G e i st I Wir leben nicht in einer Zeit des beschaulichen Genießens. sondern in einer Zeit, in der gekämpft werden muß um das Heiligste, was das deutsche Volk besitzt, um das Recht auf freie persönliche Ueber- zeugungl(Stürmische Zustimmung. Zuruf: Arons!)' Der Kampf ist ans der ganzen Linie entbrannt: er muß weiter gekämpft werden- für jede Wahrheit auf jedem Gebiet I . Als der Redner mit den Worten des kühnsten Kämpfers deutschen Geisteslebens geschlossen, mit den Worten Ulrich von Huttens:„Ich hab's gewagt! Und meine Fehde, sie währe fort!"— da brach ein stürmischer, minutenlanger Beifall aus. Die lex Heinze hat Wunder gewirkt: in einer Menge, die fast ausschließlich aus bürgerlichen Elementen, zu einem Teil aus Studenten und Akademikern sich zu sammensetzt, spendet man einem Socialdemolraten enthusiastischen Beifall! � Zum Schluß sprach dann noch der bekannte Schriftsteller E r n st Freiherr v. Wolzogen. Seine Rede erinnerte leider mehr an die Langweiligkeit seines Arnulf Rau im„Dritten Geschlecht", als an sein amüsantes„Lumpengesindel". Auch waren die Zuhörer be- rcits etwas nervös geworden und wollten ein Ende machen. Trotz- dem fand der Schlachtruf, mit dem Wolzogen schloß,„Wider die Pfaffen I", obgleich etwas antiquiert, begeisterte Zustimmung. In feinem kurzen S ch l ü'ß w o r t c hob Herr S u d e r m a n n noch hervor, daß mit der Beseitigung der lex Heinze der Goethe-Bund seine Aufgabe noch nicht als avgeichlossen betrachte. Die Versamnflnng nahm hierauf einstimmig folgende Resolution an: „Die Versammlung nimmt mit lebhafter Befriedigung Kenntnis von' der glücklichen Wendung, welche der Kampf gegen die kunst- feindlichen Tendenzen der lex Heinze durch' das kraft- volle Eingreifen der linksstehenden Reichstags- Parteien erfahren hat und spricht ihnen hierfür ihren wärmsten Dank ans. Sie ist übcrzcngt, daß dieser Versuch, deutsches Geistesleben dunkelmännischem Wesen auszuliefern, nicht der letzte sein wird, und giebt der Erwartung Ausdruck, daß die aus den verschiedensten Hecreslagem stammenden Bundesgenossen im Volk und Parlament, welche dieser jüngste Vorstoß einer freihcits- feindlichen Geistesrichtung zusammengefiihrt hat, auch künftig zu- einander stehen werden.". Unter allgemeiner Begeisterung würde-noch einH och ausgebracht auf alle„Bundesgenossen im Parlament und in der Presse". Der Enthusiasmus wollte selbst auf der Straße kein Ende finden, die Hochrufe wiederholten sich hier noch einige Zeit.- Vcvscrmnrlungen. Ter Wahlverein des VI. Berliner RcichstagS-Wahlkreiscs (Süd-Ost) hielt am 22. d. M. eine sehr stark besuchte Versammlung bei Brüder, Waldemarstraße, ab. Reichstags-Abgeordneter Roseno w referierte über:„Die bürgerliche Kunst und Litteratur, die arbeitenden Klassen und' das Kunst- und Litteräturgesetz." In ca. A/e stihidigcn interessanten Ausführungen besprach Redner die freie Kunst und die Litteraturgeschichte und kritisierte die Kneblungsversnche. Mit einem prächtigen' Gedicht von Mackay auf das freie Wort, schloß der Vor- tragende seinen populär gehaltenen Vortrag. Reicher Beifall folgte den Ausführungen. Eine Diskussion fand nicht statt. Zu Veteins- nngelegcnheiten teilt der Vorsitzende mit, daß am Sonntag, den 27. d. M., eine Agitation für den„Vorwärts" stattfindet. Er er- sucht namentlich die jünger» Genossen, sich bei den Bezirksführern bezw. Vorstand recht zahlreich zu melden, um bei der Flugblatt- Verteilung recht rege mittvirken zu können. Nach einigen internen Angelegenheiten wurde die gut besuchte Versammlung geschlossen. Die Gastwirtsgehilfen hielten in der Nacht vom Dienstag zum Mittivoch eine stark besuchte öffentliche Versammlung im Grand-Hotel Alexanderplatz ab, um über die Aufstellung und Durchführung eines Minimal-Lohntarifs für Kellner und Köche zu beraten. Der Referent R o b. Z e i s k e sotvie mehrere andre Redner beleuchteten die miserablen Lohn- und Arbeitsverhältnffse im Gastwirtsgewerbe und wiesen darauf hin. daß es endlich an der Zeit sei, bestimmte Lohn- sätze wenigstens für die Aushilfsarbeiten festzulegen, unter ivelchen von nun an keine Arbeiten anzunehmen sind. Wenn es auch iiifolge der ungünstigen OrganisatiouSverhältnisse vorläufig noch nicht möglich' sei, an Stelle des Trinkgeldsystems einen einiger nia'ßcn auskömmlichen Lohn von den Gastwirten zu erzwingen. so solle wenigstens die Beseitigung der skandalösesten Zustände angestrebt werden. Löhne von 1 M. und 1,50 M. für eine Aushilfsarbeit eines Kellners, die inkl. der Vor- und Nachputzarbeiten 20 und 24 Stunden dauert, sind durchaus keine Seltenheit. Mondts- gehälter von 10, 12 und 15 M. bei dauernden, sogenannten festen Stellen bilden die Regel. Verschiedeue Gastwirte betreiben die Ausbeutung derartig intensiv, daß sie nicht mir keinen Pfennig dem Kcllnerbczahlen, sondern sogar noch alle möglichen Abgabe» und Beiträge zu den Geschäfts-. Unkosten fördern und auch erhalten und auf diese Weise an den von den Kellnern vereinnahmten � Trinkgeldern ganz erheblich partizipieren. Einer dieser findigen Unternehmer verlangt sogar, daß jeder in seinem Gefchäst thätiae Kellner pro Dag 2 M. zu den Kosten der Unterhaltungsmusik für die Gäste von feinem Verdienst beisteuert. Zahlreiche weitere Thatsachen wurden angeführt, die'beweisen, daß ein recht großer Teil der gastwirtschaftlichen Unternehmer die Gast- wirtsgehit'fen in der schamlosesten Weise ausbeuten. Nach einer längeren Diskussion gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: „Die Versammlung hält es für dringend notwendig, einen Miuimal-Lohutarif zur allgemeinen Ayerkennnng zu bringen, um endlich auch für Berlin und Umgegend, gemäß de» Beschlüssen des Fachkongresscs, einigermaßen geregelte Lohnverhältnisse aiizu- bahnen, und beschließt zunächst, für AllShilfsarbeiten folgende Minimal-Gchaltssätze aufzustellen: Für Aushilfsarbeiten der Kellner: An gewöhnlichen Wochentagen 2 M. pro Tag. Bei Nachtgeschästen.des Sonnabends 3 M. An Sonn- und Feiertagen 3 M. Bei Nichtinlasso-Geschäften 6 bezw. 7,50 M. Für den 1. und 2. Pfiiigstfeiertag je 5 M. Für den 3, Psingstfeiertag 3 M. Für alle Privatfestlichkeiien 7,50 bezw. 10 M. Für Aushilfsarbeiten der Köche: Vertretung pro Tag 7,50 M. Bei Festlichkeiten 10 M. An Sonn- und Feiertagen 12 bezw. 15 M. Für die Vertretung eines Kollegen dessen Gehalt für die in Bettacht kommende Zeit und 1 M. pro Tag Zulage. Um dem minimalen Lohntarif allgemeine Geltung zu verschaffen. empfiehlt die Versammlung jedem Gastwirtsgehilfen, in Rücksicht darauf, daß nur eine starke Organisation im stände ist, mit Erfolg für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen einzutreten, sich zu organisieren und für die Organisation eine recht rege Agitation zu entfalten. Ferner verpflichtet die Versammlung jeden Gastwirtsgehilfcn, die sämtlichen Bureaus der privaten Stellen vermittler zu meiden und auch diejenigen Arbeitsnachweise der Ver- eine nicht zu besuchen, welche entgegen den Beschlüsicn handeln und unter dem aufgestellten Lohntarif vermitteln. Diofe Bureaus sind in den Fachzeitungen bekannt zu geben. Die Fachkommission der Gastwirtsgehilfen Deutschlands wird ersucht, noch weitere ihr geeignet erschsinende Maßnahme» zur An- bahnung geregelter Lohnverhältnisse zu treffen. Außerdem. wird die Kommission beauftragt, von dem festgesetzten Lohntarif dem Berliner Gewerbegericht mit dem Ersuchen Kenntnis zu geben, diesen Tarif bei Lohnstreitigkeiten als Grundlage zu benützcn." Von mehreren Gehilfen-Vereinigiingen, die in der Versammlung vertreten waren, wurde die Erklärung' abgegeben, daß sie für den Tarif, der übrigens für die organisierten Gastwirtsgehilfen bereits 'chon seit längerer Zeit bestand, mit aller Entschiedenheit eintreten werden. In nächster Zeit soll auch für die übrigen in Hotel- und Rcstaurationsbettieben beschäftigten Personen ein Mindest-Tarif aufgestellt werden. Die Fachkommission erstattete hierauf einen Bericht über ihre Thätigkeit, aus dem zu entnehmen war, daß sie sich an die ver- chiedenen Reichstags-Abgeordncten wenden wird, um diese für die Forderunge» der Gastwirlsgehilfen bezüglich der gesetzlichen Regelung der Arbeitszeit usw. zu gewinnen, und daß eine Petition zu dem gleichen Zweck den gesetzgebenden Körperschaften unterbreitet werden soll. Der Centralverband der Handels-. Transport- und Verkehrsarbeiter hielt am 20. Mai im Gewerkschafkshaus eine anßerordentlicke Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung tand die Einführung eines Streikfonds. ES wurde beschlossen, daß jedes Mitglied bis auf weiteres pro Monat 25 Pf. zum Streikfonds zu zahlen hat. Als Einkassierer würde Breska von der Ver- ammlnng mit großer Majorität gewählt. Sodann berichtete Schumann über die Einigungsvcrhandlung mit dem Lokalverband. Redner bemerkte, daß man mit dem Verlauf der Ver- Handlungen sehr zufrieden sein könne. und er hoffe, daß es im Interesse beider Verbände fernerhin so weiter gedeihen möge. Weiter teilte Redner mit, daß die Kollegen in Königsberg beschlossen haben, dem Centralverband beizutreten. Nachdem noch einige Verbandsaugelegenheiten erledigt waren, schloß der Bevoll- mächtigte die gut besuchte Versammlung. Der Fachverci» der Holz- und Brcttertriiger bewilligte in der Sitzung am 20. Mai eine Unterstützung von 100 M. für die Lohnbewegung der Kollegen im Westen. Sodann beschloß man, die Vcreinsversammlungen künftig bei Möhring. Admiralstr. 18 c, abzuhalten. Der Verband der Textilarbeiter(Filiale I) nahm in der Versammlung am 19. Mai den Kassenbericht entgegen. Dieser weist in Einnahme 1423,64 M. und in Ausgabe 1036,53 M. auf. Die weiteren Verhandlungen betrafen interne Vereinsangclegenheiten. Im Verband der Tapezierer sprach am 15. Mai Frau Dr. W e y I über„Frauen- und Kinderarbeit". Die Versammlung hatte dann die Wahl der Delegierte» für die Generalverfammlung zu erledigen und betraute mit der Vertretung die.Mitglieder Moosköpf und. P ö n i ck e. Zum Schluß wurden die Mitglieder darauf hingewiesen, daß in allen Werkstätten die Plakate, welche die Ab- inachungen vor dem Gewerbegericht enthalten, aufgehängt sein müssen. Wo das nicht geschehen ist, ist der Achtzehner-Kommission Mitteilung zu machen.•-> Der Unterstützungsverein der Kupferschmiede hielt am 19. Mai im Gewerkschaftshaus eine Versammlung ab, in der die Diskussion über die Tarifgemeinschaft zu Ende geführt und ein Lln- ttag angenommen wurde, der im Frühjahr 1901 in Magdeburg statt- findenden Generalversammlung die Einführung der Tarifgcmeinschaft im Beruf zu empfehlen..... In einer Versammlung der Graveure und Ciselenre sprach am 15. Mai ReichStags-Abgeordnetcr Rosenow über das Thema: „Aus der Geschichte der Arbeit". Redner gab in fesselnder Weise ein Bild der ArbeitSnot und der Lage der Arbeiter der verschiedenen Völker und Zeiten. Die Kistcnmacher hielten am 20- d. Mts. ihre General- versamnilung ab, in der zunächst der Kassierer Hauke die Abrechnung vom 1. Quartal 1900 gab. Danach betrug die Einnahnie 438,40 M., die Ausgabe 314,45 M., der Uebcrschuß vom Maskenball ergab 180,05 M. Bei der Neuwahl des Vorstands wurden gewählt: 1. Vorsitzender Juckel, 2. Vorsitzender Wolter, 1. Schriftführer' Voigt, 2. Schriftführer Emil Hunger, 1. Kassierer Hauke, 2. Kassierer Sprung. Revisoren: Bartholomäus, Noack und Mussiel. Es folgte dann ein Bericht der Gewerbegerichts-Beisitzcr Tschernig und Martens über ihre Thättgkeit. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß am 17. Juni ein gemeinschaftlicher Ausflug nach der Treptower Sternwarte stattfindet. Berichtig»««. Von der Firma Blumenau u. Sohn erhalten wir in Bezug auf den Versammlungsbericht der Arbeiterinnen der Wäsche- und Krawattenbrauche folgende Berichtigung: Die An- gaben der im Bericht erwähnten Redncriu entsprechen nicht der Wahrheit. Die erwähnte Frau Bretag(nicht Betry), � welche bei uns beschäftigt ist, verdient bei uns in der Fabrik bei 9stllndiger Arbeitszeit wöchentlich 15 Mark; dieselbe besitzt im Hause keine Maschine, aus welchem Grunde auch von Ueberstunden bei ihr überhaupt keine Rede sein kann. Den ferner erwähnten schönen Brauch, daß wir kleine Summen nach unten ab- runden, müssen wir als grobe Unwahrheit und Verleumdung, wogegen wir die Klage einzuleiten uns vorbehalte», zurückweise», da bei uns nachweisbar jeder'/»Pfennig nach oben abgerundet wird. Uebrigeus will die Frau Bretag die Aenßerung bezüglich des Abrundeus nach unten nicht gethan haben, sondern von andrer Seife eine, solche Aenßernng gehört haben. Paukotv-Schönhanscn. Am 22. d. M. fand hier eine öffelit- lfche Mitgliederversammlung statt. Genosse Nachtigall hielt einen Vortrag über die Arbeiterbewegung im'östlichen Europa. Redner schildert in sehr interessanter Weise die krassen Zustände in Rußland, insbesondere die Schwierigkeit einer Arbeiterbewegung imd'schließt unter großem Beifall. Unter Punkt 3 wird beschlossen, eine Ne- solution an die Gemeindevertretung einzusenden, worin gefordert wird, die Stcuerbeträge durch Beamte einziehen zu lassen, fcrnSr auf Kosten der Gemeinde eine Volksbibliothek zu errichten. Rixdorf. Im Holzarbeiter-Verband berichtete, hier am 16. Mai das Mitglied Boeske über die Verhandlungen auf dem Verbandstag. Von mehreren Rednern wurde in der Diskussion an den Beschlüssen de§ Verbandstags Kritik geübt, jedoch wurde die weitere Besprechung vertagt, bis dep Delegierte Bericht erstattet. Friedrichsfelde. Der socialdemokratische Wahlverein hielt am 17. Mai eine Versammlung ab. Ingenieur G r e m p e sprach in einem intereffanten Vorträg über„Technische Fortschritte''. In d?r Diskussion lvurde» mehrere Magen gestellt, die zur Zufriedenheit von dem Vortragenden beantwortet wurden. Unter Verschiedenem lvnrde bekannt gegeben; daß bei Losie jeden Sonnabend von 8 bis 10 Uhr abends ein Zahkabend stattfindet. Ltöpenick. Hier tagte am 18. Mai eine Versammlung der Gc- werlsckaften, in der Genosse S chu b e rt über politische- und gelverk« schaftliche Organisation sprach. Eine längere Debatte entspann sich beim dritten Punkt der Tagesordnung über die Gcschäftssühruiig des Obmcinns des Kartells und wurde schließlich ein Antrag ängenoininen, der ihn auffordert, sein Anit niederzulegen. Eine Kommission von fünf Mitgliedern soll die Abrechnung entgegennehmen. Ortsverein der Maschinenbau- und Ntetallarbeiter Berlin 3. Sonnabend, den 26. er, abends Sftz Uhr, bei Gohlke, Beußelstr. 22, Bortrag des Herrn Schepp, Fortsetzung und Schluß über Sociale Bewegungen und Theorien der Neuzeit. Oessentliche Versammlung der Lithographen, Chemigraphen, Tteindriicker und Berufsgenoffe» am Freitag, den 26. Mai, abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer Ib.' Referent Reichstagsabgtdl'd- neter A. Bebel über:„Gewerkschaftsbewegung und politische Parteien." Vrieskasten der Redaktion. Tie juristische Sprechstunde findet Montag. Dienstag und Freitag von 7—9 Uhr abends statt: E. N. Bon Berlin nach Doberan radeln Sie am besten über Nauen- Khritz, Perleberg, Parchim, Güstrow, Rostock. Die Sttecke lst 274 Kilometer lang: die Chausseen sind durchweg gut; die Strecke von Putlitz bis Parchim ist etlvas hügelig., ' CT. H. 53. Himmelfahrt war 1872 am 9. Mai. H. P. Sie sind im Unrecht. Die Einkonlinensteuersätze beziehen sich nur auf die Staatsfteuer, also sind 16 M. Staats- Emkommersteuer bei einem Einkommen von 1350— löOO M, zu zahlen. Außer' der Staatssteuer wird als Gemeinde- Einkommensteuer etn Prozentsatz der Staatssteuer(in Berlin 100 Praz.) erhoben.— Alter Abonnent. 1. Die Geburtsurkunde. Die Heirat ist' auf beut Standesamt anzumelden. Der Eheschließung geht ein Aufgebot voraus. 2. Mit vollendetem 21. Le.beiisjahrv. — G. TeliuS. Sprechen Sie gelegentlich in der Sprechstunde vor.— I.«IküUer. Diebstahl zwischen Ehegatten ist nicht versolgbar.— K. P. 97, I. Nein. 2. Wenn Sie ntckit in' Gütergemeinschast leben, haftet das Ver- mögen Ihrer' Frau nicht. Ob Sie in Gütergemeiiischast leben, hängt davon ab, wo Sie geheiratet und Ihren ersten Wohnsitz genommen haben.— L. H. 19. Das ist nicht möglich, wenn nicht irgend eine Anschuldigung wegen einer Strafthat gegen die Betteffenden vorliegt.— R. I. 30. l. Sie können«ine weitere Beschwerde beim Regierungspräsidenten ein- lege». 2. Den Beklagten können Sie wegen Betruges anklagen, den Vergleich aus demselben Grunde anfechten und von neuem Klage erhebe». — P. P. Die Kasse ist im Recht.— A. G. Grünen. Der KvnknrS- Verwalter ist im Recht.— A. S. 1999. Der Betreffende hat Sie nach Ihrer Darstellimg betrogen und ist strafbar: Die Sttafanzeige kann' noch bis Ende 1903 erstattet werden.— P. S. 5. Stadwoigtei, Molkenmarkt. — W. St. 53. Der Verlauf des Strafverfahrens hängt wesentlich von der Bekunbung der Schutzleute ab. C. S. 1. Ist nichts Gegenteiliges- ver- einbart, so kann die Kündigung an jedem Tage, also auch ln der Mltte der Woche, ausgesprochen werden.— M. B. Nfttz. — R. P.'s. Eine Reklamation wäre erfolglos.— M. W. l. u. 2. Nein. — Gorteiistr. 73. Offenbacher Krankenkasse.— Haus Bülow. 1. Deutsche werden mit Vollendung des 2l. Lebensjahres volljährig. 2. Ja. 3. Nein. — Junge Fron. Sie können die Rückgabe des Kindes verlangen. Sch. 39. Die Betreffende kann als Wirtickasterin angemeldet lverden. — Buchbinder. 1. Ja. 2. Nein, Sie könnten lediglich hie Beseitigung der unangenehmen Mitbewohner verlangen, fallsftie durch den.von Jhney geschilderten Bau hineingeschnluggelt sind, eventuell dieselben aus Kosten des Wirts entfernen.— Thalia 1999. I. Nein.' 2. Eine Altersgrenze ist nicht.gegeben.— Dümmiche». Schriftliche Anttvort zu erteilen lehnen wir ab. Wenn Sie mündlich oder' schriftlich zugesagt haben, haben Sie zu zahlen. Haben Sie die Hypothekeinränmung lediglich in Aussicht gestellt, so haben Sie nicht zu zahlen.— W. Sch. 999. 1. Ja. 2. und 3. Nein. — Wette. Der Bettrag ist auf ein Jahr gültig, falls nichteine kürzere Zeit vereinbart ist.— Konzert. Dem Geiger ist der volle Lohn iuntcr Abzug des etwa an dem Tage anderwärts Verdienten) zu zahlen.— S. K. 19 1. 1. Nein. 2. und 3. Die Uebergäbe ist zulässig, aber anfechtbar. — P. Mann. Der Vorsteher ist im Recht.— L. H. 66. Ein(och« ist uns nicht bekannt. Aür den Inhalt der Inserate tiderniimnt die Siedattion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantlvortuug. Donnerstag, den24. Dtat. Opernhaus» Bajazzi� Die roten Schuhe. Anfang 7Vi Uhr. Freitag: Der fliegende Hofländer. Schauspielhaus. Die Tochter deS Erasmus. Ansang 7 1/1 Uhr. Freitag: Jugend von heute. NeneS Opern- Theater(Kroll). Dse Fledermaus. Anfang 7VjUljr, deutsches. König Harlekin. An- fang 7'/, Uhr. Freitag: Der Star. Lesstng. Daisy(A runaway girl). Anfang 71/j Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Berlin bei Nacht. An- sang 7V, Uhr. Freitag: Krieg im Frieden. Neues. Das Stiftungsfest. Anfang 7-/, Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. viefidenz. Die Dame von Maxim. Ansang 7:/, Ubr. Nachm. 3 Uhr: Jugend. Freitag: Die Dame von Maxim. llvesten. Die Geisha. Ansang 7V, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Freitag: Die Geisha. 'reudlose Liebe. Hierauf: Urams Taiibenatvasne 48/40. Im Theater abends 8 Uhr: „Von den Alpen zum Vesuv". Invalldcnatr. 57/60: Sternwarte. NtchmlUags 5—10 Uhr. 'Passap-Panopticii.' Riesen und Zwerge. 10 Uhr vorm. bis 10 Uhr abds. Passage-Theater: Vorstellung von 7— lO'/s Uhr. ule der Frauen. Anfang Der Schiller. Die S 8 Uhr. Freitag: Niobe. Hierauf: Diener zweier Herren. Dhalia. Wie man Männer feffelt. Anfang 7 r/z Uhr.■ Freitag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Der Erbförster. Anfang S yhr. Freitag: Kabale und Liebe. Central. Berlin nach Elf. Anfang 8 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Carl Weih. Kämpfend« Armut. Anfang 8 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstelli Bictoria. Die Kanvnen-KZnigin. Anfang 8 Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich< WilhelmstädtischeS. Die Räuber. Anfang 8 Uhr. Freitag: Geschlossen.. Belle- Zllliance.(Internationale Urania.) Bis ans Ende der Welt. Anfang 7r/z Uhr. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Specialitälenvorstellung. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Freitag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Specialitäten- Vorstellung. Im Reiche, des Judra. Ansang 7V2 Uhr. Freitag; Ein Abenteuer im Harem. vtelchshalleu. Stcttiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Passage- Pauoptikum. Speciali- iälcnVorsteNung. klrauia. Juvalideuflr. 57/02. Täglich abends von ö— 10 Uhr: Elern warte. Danbrustrafie 48/4». Abends 8 Uhr(im Theatersaal):„Von den. Alpen zum Vesuv".. Freitag: Dieselbe Vorstellung. SWtl'Aeliter (WaNuer-Dheaier). Donnerstag, abends 8 Uhr: Liiebc. Schauspiel in 3 Akte» v. G. Giacosa, deutsch von O. Eisenschitz. Hier auf: Dl« Gcbnl« dep Franen. Komödie in 5 Akten von Molidre, deutsch von Martin Hahn. Freitag, abends 8 Uhr: Xiobe. Hierauf: Per Diener zweier Herren. SonNabend, abends 8 Uhr: Frendlose K.lobe. Hierauf: Die 8ebnle der Franen. � CASTANS PAN0PT1CÜM1 Frledrlcbatr. 165. Der berühmte Magier IS1 Mr. Roberts.� PSjr"Di6■weltberühmte'�S Hohenzollem-Galeriej Die Helden des Transvaal-Krleffs. Der französische Sani s Im Restaurant täglich _ mittags und abends WMonmt/ Beile- Aliianee- Theater. (Internationale Urania.) A�-Heute und folgende Tage: Bis llus Eiliie kt Welt. Ein Schauipiel der Natur in 12 Bildern und einem Prolog von Dr. M. Wilhelm Meyer _ Anfang 8 Uhr. Thalia-Theater. Tel. AmtlYa 6440. Dresden erstr. 7J/73. Gastspiel Ainiie Dirkens. Wie man Männer fesselt. Baudeville- Posse in 4 Akten. Musik v. Victor Roger. Anfang T'/a Ubr. SKoroen und folgende Tage: man Männer fesselt. Wie W. Noacks Theater. Briinneustrahe 16. Jeden Sonntag, Dienstag und TonnerStag: Tbenter- Vorstellnng. Ein Bengalischer Tiger. Luftspiet tu 1 Akt von Otto Raudolf. List und Phlegma. Posse mit Gesaug in 1 Akt von Angcly. Im wtiuderschöneu Monat Mai. Lieberspiel w 1 Akt von Sturkenbruck. F°°.-A'chrVall.?Z C-vntvttl Tlieeitra.' Sensationeller Lacherfolg! Sir Anfang 8 Uhr."7WV Berlin nach Elf. Gr. Posse in glänzender Ausstattung. Die sensationellen Schlager: Eisenbahn- Quartett I Cordula I Lebenslauf einer Kiinftlerin k Auflag der Parrnius. (Blendendes Ballett.) Sonntag bis inkl. Sonnabend: Berlin nach Elf._ Carl WeS ss-Theater («r. Franksnrterstraste I I«. Kämpfende Armut. Anfang 8 Uhr. Grostes Konzert, Theater- und Specialitäten-Vorstellnng. Ansang 4'/, Uhr. Der Vorstellung M/z Uhr. itropol-TheatGr. Behrenstr. 55/57. Direktion R. Schultz. Telephon I 2126. AM- Um 9 Ubr 10 Min.:-WM Iber xrvsste Operetten- Erfolg der letzten 2 Jahre. DerZaubmamltil. Burleske Ausstattungs-Operette sowie das nm erstklassige Mai-Specialitäten-Progranim Anfang täglich 8 Uhr(auch Sonntags). Rauchen überall gestattet. Belle-AHiance- Theater. Im herrlichen Äommergarten: (vornehmstes u.grohartigstee Sommer- Etablissement der Residenz) 4. Konzert des Derllner SIntenIe-Oronssters, (Dirigent Karl Zimmer.) SOT 35 Künstler.-WM Anfang 4 Uhr. Ende 11 Uhr. Sciiaiistellinig der Erde. Kurfürsten-Damm. Hente am 3 nnd 8 Uhr und zweimal täglich um dieselbe Zelt. Nnr bis zum 10. Juni. Die Sehenswürdigkeiten sind um 1 und C'/j Ubr zu besichtigen. Billetvorkauf um dieselbe Zeit an der Kasse. Die Nachmittags-Vorstellungen sind garantiert dieselben wie am Abend. Die Abnormitäten sind in dem Menagerie- Pavillon von 1 bis 4Vs Uhr und von 6l/j bis 9V» Uhr ausgestellt. Das die Nachmittags» Vorstellungen besuchende Publikum wird höflichst gebeten, die Zelte um 6 Uhr zu verlassen, damit die Abend- Vorstellungen vorbereitet werden können. Entree fiir sämtliche Sehen»- Würdigkeiten n. Sitzplatz für d. Cirkus-Vorstellnng. Bessere Plätze 2 Mk. • Reserv. u. numerierte Plätze 3, 4 a. 6 Mk. Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte für alle Plätze mit Ausnahme der 1 Mark-Plätze. Sämtliche Plätze sind numeriert mit Ausnahme der 1 und 2 Mark- Plätze. 4 und 6 Mark-Plätze im Vorverkauf bei Paul Grimm, Cigarren-Imp orthaus, Unter den Linden No. 47. werden kö » Entree W würdig) iMk. Apollo-Theater. Zum 150. und letztenmal: Im Reiche des Indra. Ferner: 10 allererste SPectalitäten. Kasseneröffnung S Uhr. MW- Konzert G/, Uhr. Ansang der Verstellung 7'/, Uhr. Morgen, Freitag, den 25. Mai: Ell» Abenteuer Im Harem. «Jnl. Wernaus Sommer-Theater 8chwedter-8traaae«S«4. Sonnabende sind noch zu vergeben. Volksbelustigungen aller Art. Für 1500 Personen Unterkunst im Saal».Garten. KW- 2 Kegelbahnen.__ Esladet ergebenst ein IVeruuu. VietoT-is-TIivsteT'. «lexanderplatz. Die ßanonenhönigin. Schwank mSAtt. nach demFranzöstschen von Grirardin. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. KQsssstmci Kotibuserstr. 4 a. Heute, HimmelfahrtStag, im grossen Saal� %£Tsiiiz.?S% Anfang 6 Uhr. Garten Restaurant den ganzen Tag gevffnct. Säle, sowie Garten mit SW" neuer-WM noiimierbühne zu Festlichkeiten. Alhambra Wallnertheater-Straswe 15 Jeden Sonntag und Donnerstag:. Gr. Extra-Ball bei doppelt besetztem grossen Orchester. Anfang 5 Uhr 1-85_ A. SBameitat. Relehshallen. Täglich: 8tettiner Sänger. Anfang:- Wochentags 8 Uhr. Sonntag» 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Borverlaus 40 Pf. Meto Konzert-Hallen Stadlbahnhof BUrse. Täglich: Grosse Theater- unilVarlste' Vorstellung. Hildach. Gurfch. Grosch, Bcuari Die Humoristen Zimmermann. „Die Liiccil von Rirdors" sowie SevgegntSchneidlg und mttitiirische Gindrücke. Beginn der ausländischen Orchester ' ent. 6 Uhr, der Theaterabt. 8 Uhr Fertige Kleider zu sehr dilligen Preisen. Fertiges Kleid a. reinwollenem englischen Sloff, 15 Mk.. 1» Mk. Fertiges Kleid, elegante Pro- menaden- Facon, engl. Stoff, 20 Mk., 35 Mk., 50 Mk. Schwarze Kleider 30 Mk., 25 Mk. 45B5S* GefellschaftS Kleider in den neuest. Fayvns 20 Mk., 50 Ml. Ei«zeltte Röcke in den neuesten Fa?ons. schwarz und sarbig, auf Futter K Mk., ans' guten dekatierten Stoffen 7 Mk., 10 Ml.. 12 Mk. �sokenleleiiß in Loden»nd Cheviot 10 Mk., 15 Mk.. 1« Mk. �»vkvnklviil in Cheviot»nd Covertcoät 25 Mk., 50 Mk. Figarokleid (Rock mit kurzem Jäckchen) 12 Mk.. 15 Mk.. 1« Mk. ZLlüeo-XIeiller-om-. Jacketts nur die nenesten Faeonö, H Mk., 10 Mk.. 12 Mk. elegant verschnürt 15 Mk. Capes und Kragen, bestickt 5 MI,, 7 Mk., 0 m, 12 Mk. 15 Mk. 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Ibschletl«m Regimenl. 2. FrilZChen. Drama, in 1 Akt von Hermann Sudermann. «. ibsebiedssouper. 4a' nÄS?" VI. Abteilung;; Sonntagnachm. S*/, Uhr im Lessln j;-Theatep� Die drei Töchter des Herrn Dupont. »M- Achtnns! Ordner. 2. Pfingstfeiertag früh 7.25 Min. Sehlesischer Bahnhof: Ausflug nach Brkner-Woltersdorfer Schleuse (Brodts Gesellschaftshaus) mit Familie. Schweizer Garten Am Königsthor.- Haltestelle der Ringbahn.- Am Friedrichshain. Donnerstag. 24. Mai Garten-Konzert und Extra-Yorsteilung. Volksbelttstigttngeu aller Zlrt Zlm 1. u. 2. Ffliijxst. felcrtag;: Eintritt 30 Pf. M-Koilzert imii Vorstelluiig. Eintritt 30 Pf. unh her tiigl. MelluiM. Cxtro Porstelluug. Vo aAüsierl man sieh grossarlig? «osenhelde 21 und lahnsir. 8 in 8ebae«elsbeps;s Festsülea, Jnü.: Mar Schindler.— Telephon: Amt IV Nr. 1132.— Heute: Grosscp»all,-Wß atS Spcclalität: Pfa»»kuche»-Rege», verbunden mit Sohlangen-u. Aptelslnsn-llogsn u. diversen Uoborraschungan. Täglich: Specialitäten-Borstellung. Entree frei. s Smpfcäle den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabriken:c. meiiie Tälc, iiOO und 1200 Personen fassend(mit Bühne) zu Verfammliiligen und Festlichleiten jeder Art.[44841'* lax Kltehis Soiumer-Theater 46605» Hasenhalde 13—15. Heute sö>vie jeden Sonntag:"WM Grosse Theater- nnd Specialitäten-Vorstellnng. In allen drei Sälen: GroHev Btttt. Eröffnung der Sommersaison am 1. Juni er. Meine Lokalitäten halte Vereinen unter koulantester Kedmgnng bestens empsohlen. Max Kliem. Wedding-Park nuilerstrasse 178. Am Weddlne-PIatz. . Jeden Svnntag uud Feiertags: vnossss ausgeführt vo» der 4662L» Hauslapelle unter Leitung deS Miisikdirigcnlen Herrn Ilooh. Im Saale: Crosse p»all! 7 verdeckte Sommer-Kegelbahnen, von denen noch einige zu vergeben find.— Bulksbelustigungen aller Art.— Kasseeküche täglich uachmiitags von 3—6 Nhr geöffnet.— Vom S. Juni ab jeden DtenSlag u Sonnabend Austreten der Ortginal-Norddeutschen Säuger. 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Saal des Engel-Ufer 15: ISF Ach chnWe Versaiiiinliilig � für Lithographen, Chrmigraphe«, Zteindrncker ue,Z"in.' 1. SKtr« kä Stii96t«ää.»pt9iiürt"A. Bebel iittt: GwkrkHiiftsliwegNg und politlsche Varteien. 2. Diskussion. Es wird gebeten, nicht zu rauchen.- Gäste haben Zutritt.**8 Zahlreiches Erscheinen erwarten __ Pte Kinbernfcr: Tllbrlt. Sah«. Borisch. gg/z ljölitsvKki' ttolMdkitöi'-Vkl'bgnl!. Morgen, Freitag, abends«>/. lihr. im„GewerkschaftshanZ Engel-iifer IS Parkettbodenleger. Am»»«! Freitag,»». d. M.. vormittag« lv Uhr, im..GewertschaftShauS«, «ngrl-ttfer IS, Saal 1. I Treppe WM Versaiiimlimg. Bekanntgabe der Situation des Streits. Verschiedenes. 69/13 Centrai-Verband der Zimmerer tZahlstelle Berlin and der Bororte). Sonntag, den S7. Mai. vormittags 10«Hr. in den Slrminhallen. Komiiiandanlenstr. t!0: Uä4/11 Versammlung. TaaeS-OrdNilng: I. Bortrag deS Genossen Be.«,e« Aevn« über:„Die Aufgaben der GewerlschastSbewegung". 2. Die Kontrolle der Saminellartcn zum ort- lichen Fonds(erstes Halbjahr). 3. Berbandsangelegenheiten. Kameraden! Erscheint vollzählig und sorgt dafür, daß die Versammlung gut besucht wird. Der Vorstand AMung! Former. Achtmis! T»»»tag. de»«7. Mai. mittags IS Uhr, im GewerkschaftShaus. Engclnfer IS: Große öffentliche Uersammlung der Former uud Berufsgeuosse». Tages-Ordnung: „«inignngsverhandlung in Leipzig. Referent Kbraten. 2. itälunion. 8. Verschiedene Mivstände in den Berliner Gichercien und das Verhalten der Meister. 4. Die auswärtigen Forinerstreikö. 5. Ver- schied enes. gt,g Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist dringend erforderlich,"ins Der Einbcruser. I. A.: A. P. Ckatnl-xrlinkrnkasse i>. Amn rtr. Gonntax. den X7- Bai, vormittags 10 Uhr in Sohns grossem Saal. Benthstr. SO AnonMclie itglieiler-Versararalung. .„„ T a g c S- O r d n u n g: 149/3 1. Kassen- und Revisionöberichr vom I. Quartal und Wahl eines Revisors. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. Kttr die Verwaltung: P. Host'mann. ■"-»»»■ w �»■«-'•'Vit» Ij III 11 II II* K Ö II eil i Ck �ta clt-Thea tei� „(Kleina Hotel). Empfehle mein Somuierlotal uiit grossem schattigen Garten, Sommer- bahne, verbeckten Kegelbahnen, zwei grossen Sälen den gechtten Vereinen zur gefl. Benutzung. NM" Jeden Sonntag: Zlnstrcten von Specia- litaten ersten Ranges.*90 Anerkannt gute Küche und gut gevsseate «lere.__[47392») A. üleln. """Ä""' St-ncs ÄI»b-Ha»s Jeden Sonntag, Mittwoch, Donnerstag; Grosser Bali.[45788* Grosse und kleine Säle mit Bühne zu Bersaniiillungen, Feülichkcitcn w zu vergeben. Einige Soimabeiide u. Sonntage noch frei.'» gkert dur gaur Deutachland genehmigt. Loose äMk. 3.30 Porto u. I-iete SO Pt, extra Wohlfahrts zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete. Ziehung: schon 81. Hai and folgende Tage zu Berlin liooaanzahl und Gewinne wie früher. Kauptgewlaa iioo.ooo m.... Looee vereend. geg. Poitanweieung od. Nachnahme d. Qeneral-Dctilt Lud. 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Anläßlich der Maifeier sind die Tischler in der Bautischlerei von bitiehitz«& KOpchen, Char- lottcubnrg, entlassen worden. Die Werlstatt ist solgedessen bis aus weiteres gesperrt. 83/1* vis Odsvenvaltung Charlottenburg.! Achtung, Drechsler! Bei der Firma'Voeitzkow, Ritteritratze 15, haben 15 Kollegen wegen Differenzen die Arbeit nieder- gelegt. 89/8 Tie Orisverwaltnug. Achtung! KtoRdhiMavlKvi*! Wegen Differenzen in der Werkstatt v. Aneian& Starke ist dieselbe als gesperrt zu de- trachten. 83/11 Die Konunisjiou. I. A.: Beiz. Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berim. Druck und Verlag von Mar Babing m Berlin. ifer Anzeigen A in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, f ür die Vororte bis 2 Uhr, WF in der Haupioxpedition Beut/istr.3 � bis 2- Uhr angenommen, Jedes Wort: Pfennig. Mir das erste Wort fett, Worte mit mehr als 16 BudJistaben zählen doppelt» UM», u. Mm 3. KcilU UM JimäitJ" Kiliin AcktM>»»«»«.»»«. Die städtische Kochanstalt vor Gericht. Die tilcTfiict) civrttrten Mihstnlide in der städtische» Köchanstalt auf dein Central-Schlachthofe stitd Gcqcnstand cineS nnifcin�rcichcn Prozesses, der heute vor der ächten Strafkamnttr des Landgerichts I dcgami. Auf der Anklagebank befinden sich drei Personen, der Schlächter Louis Schn, olinsiu. dir Danichnndlcr Stätl L a n ts i und desfen Vater, der Schlachtirnteistct H e r m« n n L a ii g e. Die beiden ersten Angeklagten werden beschuldigt, finniges, gesundheitsschädliches Fleisch' in Verkehr gebracht zu haben, die Angeklagten Lange, Vater und Sohn, haben sich nnficrdcui wegen geincinschaftlichcn Betrtiges zu vcraiittiiortcn, Früher richtete sich die Anklage auch gegen'dett Pächter der Kvch- austalt, Schlächtenncistcr Bittcrhof, das Verfahre» ist aber gegen ihn cingestelk worden, weil der Beweis nicht gcniigend zu erbringen war, dflst die in der Anstalt vorgckoNinietieil NZiststäude iiiit seincni Wissen und seiner Bewilligung geschahen. Bitterhof hat die Kochanstalt auf� dein städtischen Viehhof gepachtet, Das Fleisch der beanstandeten gcschlachteicn Tiere wird hier, soweit es unter bcstiniiitttU Bcdjngistigeil noch zur.incnschlicheii Nahrung geeignet befunden wird, verarbeitet. In dem Sicdehause werden die stark finnigen Schwesue, deren Jett zu technischen Zweidcn Verwrudulig findet, aiiSgcschinolzen, in der Tnberkelkamnicr befindet sich der SterilistcriUigsappaiat für tiiberknlvse Rinder und Schweine, inid in einem besonderen Gebäude der Pötclkcller. In diesem wird das finnige Rindfleisch, soweit angenoinnien wird, batz eS nach 21 Tage langer Pökcliing unbeschadet für die menschliche Gesundheit genossen werden darf, eingepökelt. tSeanftaiidet ein Beamter ein finniges Rind oder Kalb, so wird cS sofort unter Begleitung eines Bcanttcn nach der Pökelkammer geschafft. Hier wird das Fleisch von den Knochen gelöst, in Stucke von etwa ö Pfd. zerlegt und diese dann in ein Faff gethan, welches Wprozentige Pvkellake enthält. Alle diese Arbeiten ivcrden amtlich überwacht. Seit dem Herbst vorigen JahrcS hatte Bitterhof dem Angeklagten SchmoltnSly die Arbeit des CinpökclnS übertragen. Run kam es vor, daff der Schutzmann, der das Einpökeln zn Über wachen halte, gleichzeitig in der Stcrilisimingskaiiinicr oder an einem mldcni Orte der Anstalt zn thnn hatte. In einem solchen Faste hatte der Beamte die Erlaubnis, den Schniolinsky, falls dieser damit einverstanben war, durch Eiuschliehen mit der Außen weit außer Verbindung zu setzen. Von dieser Erlaubnis soll in der ansgcdclmtesten Lchiise Gebrauch gemacht worden sein. War ein Faß mit Fleisch gefüllt, so wurde ein verschließbarer Deckel dariibcrgelegt. den der Schlltzinann mit ciiicm Zettel versah, der da Tatum der Eiiilegiing trug. 21 Tage später imirde da? Fast dann in Gcgemvart des Beamten wieder geöffnet und der Inhalt von SchmolinSkh in andre Fässer gepackt und vcrsandtfähig' gemacht. TieS freigegebene Fleisch durfte der Pächter Bitterhof verkaufen, jedoch laut Ministerialverfügutig Mir an S e l b st k o n s um e n t c n, nichts aber an Zwischenhändler, Schlächter, Gastwirte oder Wlirstmachcr. Gegen diesen"Eilaff soll vielfach gcsüiidigf worden sein. Während das- Fleisch sonst für 45 Pf. daS Pfund aus dem Viehhofe an apinc Leute, verkauft werden sollte, gelangte Ende vor. Js. nur wenig Fleisch ans diese Weise zum Verkauf. Der Kontrollrevisor Kottke wurde beauftragt, über den Verbleib dc-Z Fleisches Ermittelmigen aiizustellcn und der Thätigkeit dieses Beamten ist es zu verdanken, daß arge Mißstände aufgedeckt wurden. Kottkc beobachtete wieder- holt, daß bei Einbruch der Tnnlelheit Fässer vom Sicdchnnse nacki dem Grundstück Hübncrstraße 11 geschafft iviirdcu. ans dem die An- geklagten Lange wohnten. Am 10. Januar folgte Kottke in lmauf- fälliger Weise einem solchen Transport. Kurz vor dem Lavgeschcn Grundstück ereignete sich ein klcinerlliifall. Eines der schweren Fässer rollte vom Wogen und zerplatzte auf dem Pflaster. Ein Teil des Inhalts lag auf der Straße. Kottke eilte hinzu niid machte die überraschende Entdeckung, daß die Flcischstücke. die ans der Straße lagen, nicht gepökeltes, sondern frisches, knöchen- freies Fleisch waren. Auf einigen Stücken war noch der Stempel ..Zmiickgcivieseu" deutlich zu sehen. Am folgenden Tag staltete Kottke in Begleitung cincs Schntzinamis auf dem Laugrscheii Grundstück einen Besuch ab. Der Angeklagte Karl Lauge wollte gerade mit einem Wagen, der mit mehreren Fässern beladen war. vom Hos fahren. Einige der Fässer enthielten Därme, andre dagegen Fleisch. Lange mußte zugeben, daß er das letztere'an Kunden abliefern wollte, er erklärte aber, daß er von Bitter- bof nur solche Ware beziehe, die polizeilich freigegeben sei. Die Beamten fanden dann noch in der Remise ein großes Faß veiiandtbercit vor, es enthielt ebenfalls frisches Rindfleisch, das noch den Zuriickwcisnngsstciupcl des Fleischschail-AiutS trug. Endlich standen noch drei kleine Fässer mit scharf gcpöicltem dänischen Ansschinllflcich in der Remise. Der ganze Vorrat wurde von der Polizei beschlagnahuit. Die drei k leinen Fässer mit dänischem AiiSschnittfleisch wurden sofort nach der llntersuchung zurückgegeben. Die übrigen Fässer einhielten insgesamt 1153 Kilo, von denen 19 Kilo der Ab- deckerei überwiesen wurden, die übrigen 1134 Kilo wurden dagegen dein Pächter Biiterhof znin Kochen, nicht zum Pökeln zurückgegeben. Die Anklage behauptet nnii, daß Echiiiolinskp teils rohes, teils nur v/icht gepökeltes Fleisch in die Fässer gepackt hat, die, n>ic er wußte, flir Lange bestimmt waren. Am lv. Januar hatte der beanffichfißendc Sckiitziiiami sich für einige Zeit ans dem Keller entfernt und diese Gelegenheit mußte SchmoliiiSkl) benutzt haben, die Durchsteckicrci aiiSzuführcu. Es wird auch aiigeiioinmci!, daß er im Einverständnis nm Liiiusti gehandelt hat. da der letztere ihm wiederholt geklagt bau-, diill er das Fleisch seines hohen Salzgeballs wegen nicht ab ietzeu löune. Durch eine Revision der Bilterhofichen Bücher wurde festgestellt, daß Lange vom November bis zum 10. Januar über 20 000 Pfund Fleisch von ihm bezogen Halle. Lange ivill»rlaubterweise über 10000 Pfund dänisches Ansschmtlflcisch an feine Knuden verkauft haben, er hat von dieser Ware aber selbst fninn 1500 Pinnd bezogen. Zu den Knuden des Angeklagten Lange gehörten allein l�l Sckilächteriiieistcr, welche für das Pfund des stnnigen FleifckirS 45 Pf. zablten. in dnn Glauben, daß sie dänisches AuSichuittfleisch erhielten. In 14 Fällen soll der Angeklagte Heiinami Lange die falschen Vorspiegelungen seines Sohns nnteistützt und sich dadurch des Betrugs mitschuldig gemacht haben Bei der heutigen Verhandlung führt den Vorsitz Londgeiichtsdirektor von W i n t c r f e I d t, die Anklage vertritt Siaowaiiwalt Reiß, der Angeklagte Schmolinsky wird vom Rechtsanwalt H n d r a, die Angeklagten Karl und Hermairn Lange werden vom Rechtsanwalt Dr. W e r l h a n e r verteidigt. Es sind gegen lZO Zeugen und Sachverständige geladen. Tie Vernehmung begann mit dem Angeklagten Schmokinskl). Er bat ststher gesagt, daß Karl Lange ihn ausgefordert habe, schwächer gepökeltes Fleisch zu liefern. Heute erklärt der AngeNagke, daß dies Äucrkeinitnis falsch ausgelegt worden sei. Es sei vor- gekoinmeu. daß etlvas Fleisch weit länger als 21 Tage, bisweilen sogar sechs bis acht Wochen in Pökel gelegen habe. Dieses Fleisch habe Lange wegen des großen Salz- gehalt-Z nicht gewünscht. SchnivliiiSky bestreitet feiner, daß er Fleisch aus den Fässern genonnnen habe, bevor es 21 Tage im Pökel gelegen habe. ES sei damals ein recht starker Frost ge- Wesen, so daß die Wasser- und Gasleitung eingefroren seien. Er habe eine kleine Lampe anzünden müffen. Nim sei eS bekannt, daß eine Temperatur von mittut zwei Grad genüge, um die Wirkung des Pökeln? aufzuheben. Der Borsttzende erwiderte, daß dann die Einrichtungeu in der »«chänstatt so mangelhaft seilt müssen, daß sie völlig ihren Zweck verfehlten. SchmölinSky be- hanptcte fernei!, daß er nicht die besten Augen habe, und da sei es ja doch tischt ausgeschlossen, daß«k sich cininal beim Ablese» des Datums auf den Pökclfassmi geirrt habe. Eine andre Erklärung könne er nicht geben. Die Angeklagten Karl und Hennanii Lang» bestritten ebenfalls, baß sie sich deS Betrugs schuldig gemacht habe». Herma»» Langt Ivill des Glnudcns gnvesen sein, baß stlll Söhn fast ausschkleßllch dänisches Fleisch bezögen habe und, dieser behauptete wiederimi. daß er allen seine» Kunden gesagt habe, daß sie Bitterhofsches Fleisch erhielten. Die betreffenden' Schlächtermeister stellten nach seiner ljoiciiimig dies jetzt bloß In Abrede, weil im Publikum die irrige Ansicht verbreitet fei. daß das Fleisch von der städtischen Kochmistalt ininderwertig fei. ES sei auch nicht richtig, daß er nur 15 Cciitner Flellch ans Dänemark bezöge» habe, es seien vielmehr über 97 Ccntner gewesen. Der als Zeuge und Sachverständiger vemommene Departements- Tierarzt Wolfs erklärte, es sei ihm bekailitt, daß es still- schweigend geduldet wurde» baß Fleisch auch an Wiederverkä'ufer abgegeben wurde. Auf die Frage des V«r- tcidigerö, Rechtsanwalt Wcrlhauer, ob das Pökeln des Fleisches nicht für das Absterben der Finnen ganz einflußlds ffci. Und db dieselben nicht auch ohne Pökellake innerhalb 21 Tagen von selbst ab- sterben würden, erwidert der Sachverständige, daßv o r d e n. Auch die BetriigSanklngc gegen die beiden Angeklagten Lange müsse mangels Nachweises einer falschen Vorspiegelmig und des erzielten VermögenSvorteilS fallen gelassen werdrii. Die Verteidiger schlössen sich diesen Anträgen an und der Gc- richtShof erkaimte demgemäß unter Annahme der vom Staatsanwalt zeltend geninchten Gründe. Die Möglichkeit allein, daß daS bc- chlagnahmte Fleisch finiienhaltig gewesen sei. reiche nicht aus. cinc Verurteiliilig des Angeklagten Schnioliiiskh herbeizuführen, lind in betreff der beiden andern Angeklagteii sei nicht anziinehmen, daß die Kunden sich hätten täuschen lassen. iind mildernde z» 600 M. cr- Atts drv Gin Epilog zur lex Heiuze. Nach der endlichen Erledigung der lex Heinze lohnt es sich, daran zu criiincrn, was sie wirklich Gutes zum Schutze bedrohter Sittlichkeit hätte leiste» können, aber leider nicht keiftet. Der frühere 182a, der den Mißbrauch der wirtschaftlichen Ucbcrmacht des Unternehmers oder Dienstgebers gegenüber den Arbeite- r i n n e n in geschlechtlicher Hinsicht unter Strafe stellte und der ivirklich geeignet gewesc» wäre, sittliche Gefahren zu bekämpfen Die Bestimmung lautete: „Arbeitgeber oder Dieiistherren lind deren Vertreter, welche durch Mißbrauch einer durch das Arbeits- oder Dicilstverhältiiis begründeten wirtschaftlichei, Abhängigkeit durch Aiidrohling oder Verhäng», ig von Eiitlassnng, von Lohliverkürziiiig oder von andern mit dem Arbeits-' oder Dienstverhältnis znsaniiiicn« häiigeiidcn Nachteilen oder durch Zusage oder Gewährung von Beschäftigiiilg, von Lobnerböhnng oder von andern aus dem Arbeits- oder Dienstverhältnis sich ergebcuden Vorteilen ihre Arbeiterin oder sonstige weibliche Dieiistvcrpstichtcte ziir Tiildiing oder Berübuiig nnzlichtiger Haiidkiingeil bestimmen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. Umstände vorhanden, so kann auf Geldstrafe bis kaliiit werden. Die Vcrfolgnng tritt nur auf Antrag ein." Hiermit wäre eine offenbare Lücke des Gesetzes ausgefüllt ivordcn. Der Mißbrauch der Macht gegen schwächere Untergebene ist iliiter allen Uinständcn venverflich: ciirer Frau gegenüber, welche in der Angst um ihr tägliches Brot die schniählichsten Zninntnngc» nicht znrückzinveisc» wagt, bietet er gelviß alle Merkmale eines Ver- brcchenS. ivelchcS im Strafgesetz seine richtige Stelle ffndet. DaS Ceiitrnm, von dem dieser Antrag ausging, hak ihn„mit schwerem Herzen" falle» gelassen, weil sich die Regicriing dagegen erklärte; in Wirklichkeit ivird ihm das Herz nicht- allzu sckiiver dabei geworden sein. Mit dem Herzen war es wohl bei den Bestiiimmngen zur Knebelung von Äiiiist niid Wisscuschastz nud'»>»' diese kämpfte eS. so lange es koimte: den Schutz der Arbeiterinnen gab es bei dein gcrinaste» Widerspruch ans. Die Otistriiktion, die für die geistige Freiheit des ganzen Bolls känipste. koiiutc das Fallcnlasscii dieser Arbcitcriiiiieiiichutz-Bestimiiiimg natürlich nicht hindern, da sie in diesem Kampf mir ans die Abwehr niigewiesen ivar und Positives dabei nicht diirchzusetzen ist. Bis das Gesetz sie Hinreichend schützt, müssen deshalb die Arbeitcriimen sich selbst»ach Kräfte» zu schütze» suchen. Was die vereinzelte Arbeiterin nicht kann, das wird sie erreichen mit Hilfe ihrer Organisation. Sie schließe sieb der Organisation ihres Berufs an. Hier findet sie, was sie braucht: Anlchimiig an Mitarbeiter uiid Gleichgesiimte, Aiisklärung über ihr Recht nud ihre Pflichten. Gegen sonstige Gefährdungen niid Zunmtiingen ist sie am besten geschützt. ivcnii sie im Verein mit criahrenen Genossen deren Rat»nd Schutz in Anspruch»chiiicil kann. Der Anschluß an die Gewerkschaft ist die beste Waffe der Arbeiten» gegen Vergewaltigungen jeder Art. Ätacinlei». Tic OrtS-Krankenkasse für die Angestellten der Anwälte, Notare«. versendet ihren Geschäftsbericht für 1899. Die Zahl der Mitglieder detnig am 81. Dezember 3511 männliche und 383 weibliche, die in 1018 Betrieben thätig waren. Die Einiiahme» aus Beiträgen und Eintrittsgeldern betrugen 105 933 M. Nicht uninteressant ist die Thatsache. daß in 41 Fälle» bei Rechtsanwälte», in 2 Fälle» bei Gerichtsvollziehern imd in 4 Fälle» bei Krankenkassen als Unternehmern Beiträge zwangsweise bei- getrieben werden mußten. Äo» den Ausgaben sind zu nennen 15 710 M. für ärztliche Be- haiidlnng, 15 192 M. für Arznei und sonstige Heilmittel, 47 236 M. für Kranken-»nd Sterbegelder, 6219 M. an Heilanstalten und 13 300 M. Vcrwaliliiigskostem Der Reservefonds beträgt 32105 M. U»d das Gesamtvermögen 39 013 M. Es kamen 1181 ErkrankilNksSfAllr Mit 27 350 Krankheitsteigen be, de» mäinilichcn und 117 Erkrankungsfälle mit 3125 Krankhcitstagen bei dt» weiblichen MitglieSetn vor. Gcstörbe» sind 36 männliche und ein weibliches Slitgttev. Die größte Zahl der Krankheitsfälle kommt auf Erkrankungen der AtMUNgsorgaue mit 542 Fällen und 13135 Tagen. Eine Lokal- Polizeiverordnimg zum Schutze der Kinder hat die Polizei- Verivaltling in Schlvcidnitz erlassen. Es wird be- stimmt, daß Kindern miler 14 Jahren das Feilhalten imd der Verkauf von Waren auf den Straßen und Plätzen, sowie das gewerbsmäßige MusikMachen und Darbieten von Schauspielen auf öffentlichen Straßen und Plätzen, auf Hansfluren und auf Höfen, sowie in öffcilt- liehen Schaiiklokalcn. Gastwirtschaften und Konditoreien untersagt ist. Deir Eltern, Vormündern und Pfleger» ist es untersagt, Kinder unter 14 Jahren zu vorbezeichiietcm Gewerbebetrieb anzuhalten, wie es auch den Gastwirten usw. untersagt ist, den vervotenen Gtiverbe- verkehr in ihren Lokalen zu dulden.— Verstöße gegen die Ver- wrdiinng sollen mit Geldstrafe bis z« Ii e u n Mark oder entsprechender Haft. geahndet werden. Das Salz wird teurer. Die deutsche Salinenvereinigling hat an ihre Aviichiiier ein Rundschreibc» erlassen, Ivorin diesen an- gekündigt ivird, daß das mit Petroleum deliaturiertc Gelverbesalz von 1,50 M. auf 2 M. per Eciitiicr erhöht iverdcn soll, während der Centner Kochsalz um 65 Pf. teurer wird. Geviiszfcs Drei Taschendiebe, die die Festtage aus Anlaß der Groß« jährt gkeits-Erkläru ii g zn Eingriffen in fremde Taschen be« lMtzt haben, standen gcstcr» kurz hinter einander vor de», Schöffen- gericht. In dem ersten Falle hatte sich der schon mit drei Jahren Ziichthniis vorbestrafte Maler Franz Karl Anglist Kiek- lebe» die Straße Unter de» Linden gegenüber der Habeischen Wcmhandnliig am 5. Mai zn seinem Standquartier geivählt. Der Staatsanwalt Liebenow sah auch von jener Stelle der Auffahrt zu nlid bemerkte, daß der Angeklagte emffallclld nah hinter eine dort postierte Dame trat. Sein i» ihm aufsteigender Verdacht bestätigte sich auch bald, deqn plötzlich drehte sich die Dame zu dein hinter ihr sicheiideii Angerlaalen herum nnd rief ihm zu: .Was haben Sie denn ii! meiner Klcidcrtasche zu suchen?" Der Angeklagte erklärte diese Zliiiiiitiing für eine Frechheit, da aber Slnatsanwalt Liebenow bemerkte, daß die Paletottasche dcs� An- geilagtcn kein Futter hatte, so daß er nach der Art der Taschen- Mebe" seine Hand durch dieselbe stecken konnte, so trat er aus ihn zn, legitimierte sich durch seine Erkenimngsmarke alS Staats- anwalt und erklärte ihn für festgeiloiiiinen. Der Angeklagte stritt Stein und Bein, seine Schuld wurde aber diirck die Wahr- »chinllngen- dcr-Dame und die Thatsache, daß deren Porteinoiniaie am Bode» dicht bei dem Angeklagte» voraefimden wurde, voll criviefcil. Das Gericht verurteilte ihn zn s e ch s M o n a t e N G e- f ä n g n i s.— Im zweiten Fall hatte» die Schlosser Kam t't w sk i und G r a i n am 3. Mai iu dem Gedränge atif der Schloßbrücke ihre Erstliiigsversuche im Tascheildiebstahl gemacht, wobei Grain den ersteren deckte. Kainrowski hatte das Pech, z» sehen, daß die ver- »leintlichcii Geldstücke, die er«liier Dame ans der Tasche gestohlen, S ch o°k o l a d e n p i ä tz ch e n ivareu, die die Gestalt und Silberfarbe von Ziveimarkstiieken hatte». Er wurde zn drei Monaten, Grain z» zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Tke Ersatzwahl für die Stadtverordneten- Versammlung in Pinne, die an, 30. Mai 1399 erfolgt ivar, wurde im Streit- verfahrc» angefochten. Der Bezirksansschuß in Posen erklärte auch dse Wahl für- u u.gültig, weil die Wähler aller drei Abiellinigen in der Wählerliste' buiit durcheinander aufgeführt waren. Hinter jeden, Namen ivar allerdings die Wahlabteiluug angegeben, der der betreffende Wähler angehört. Der Bezirksausschuß ging davon aus,. daß hier eine solche Vcrletzmig des tz 19 der Städte- Oidilinig vorliege, die müsse.-'.Der-tz 19 ivolle.. jede Abteilung eine bessere Ilcbersicht«rmöglichcn. Es solle sich jeder be» der-Diirehsicht schnell informieren kömie», waL bei der in Pinne beliebten Art' der Listcnaiisstellniig umiiögllch sei. Das O b-e r we r>o a-l t u n g s g c r i ch t als BcrilflMgsiifftanz bestätigte die Vorciitscheidniig und'führte ans, eS handele sich hier um einen so fmibameiitulen Verstoß gegen die Wahlborschristen, daß dadurch dem ganzen Wahlverfahren der gesetzliche Boden bcrloren gehe. Marktpreise von Bertin am 22. Mai 1000 •-•• ii ach Erintttlil»«en de? tgl. PoltzripräflVlMiis. »)?l!e!zcii, gut D.-6tr. „->,miiel eeriu» «�Roggen, gnt ,. initlel gei ing t)(4>eiflr, gut „•»liktel gering ch!') Laser, giik »litlxt gering Richlsirah He» Erbse» Speisebohnen SJInfen ♦) ab Bich» *') ab Bahn frei Mühle. ch) frei Wogen und ab Bahn. ab Bah» und frei Wagen. Brvbulteninartt an, 2s. Mai. Getreide. Tciidtllz und Preise waren am Frühniarkt zunächst iinvcräiidert. Effektive Ware bleibt bci schleudeiii Jnlandsaiigebot gilt beachtet, weun auch die Prelsgestaltuna sort- gesetzt liiitcr de» Abschlüssen in russischer Ware zu leideil hat. Das.paupl- Niteieise tonzeiitrierte sich auch heute ans den betamiteil Gründen auf Roggen, tlicieruiigeu setzten ai» Mittagsinarlt scst ein. Roggen wurde 0,7ö M. höher gehalten. Weizen lag gut behauptet. Die Prcieineldungcn lauten ans bestreich- Ungarn etwas höher, ans Nordamerika liiiveräudert. Als späterhin die Magdeburger Wetterwarte für inorgcn veränderliches Wetter mit Rrgenschauer» provbezcitr,»nd überdies sehr starkes Angebot in»ord- nnd südrnssiseher Ware sich geltend inachte. erfuhren die Preise eine leichte Abschwächmig. Hafer war cbcnsallS ans Rußland angeboteii. Die Tendenz war für diesen Artikel abwartend. daS Geschäft siill. Mais war uiwerSndert, Rnböl ans Realisationen gedrückt. Spiritus loco nnverändert.— Schluß weiter abgeschwächt, Getreide- preise gegen gester» unverändert. »vtiiernugsübeesicht vom 28. Mai I9V0. morgen» 8»Ihr. die Ungültigkeit der Wahl nach sich ziehen durch die Anfstellinig besonderer Listen für Stationen winemde. Hainburg Berti» Frau R/M. Mtincheu Wien s'L' 758 SSO 7oii WSW 758!s 758 iSW 701 WRW 76b Still 1 Wetter bwalkenl bbcdeckt swollcnl Lwolkig Rwolkeul — lwuikcul «b- Siaiionen Witter i» C I'" I I öaparanba j 753,©| 2 Nebel Petersburg 766 Z szg i 1 Regen Cor?! 752!3b sivvlkig Aberdec» Paris 744>� 759 W SW ilhtb.bed t.hlb.bed 8 12 t4 14 Bsettcr> Prognose für Donnerstag, de» 24. Mai 1900. Etwas kühler, vielfach heiter, zeitweise wolkig bci mäßigen südwest- lichcn Winden und sortdauernder Gewitterneigung. A. Jandorf& C C. Spittelmarkt 16/17.* SW. Lelpzigerstr. 64.* SW. 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