Nr. 12S SONNTAG, 3. Nov. 1935 Aus dem Inhalt: Justizverbrechen des 3. Reichs Fett und Freiheit Demokratie und Verbrecherdiktatur Diktatur der Deklassierten (Solialtemüfraftfcfrgg Verlag; Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Brauner Mzierror om Werke Hamburger Sozialdemokraten zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt Der braune Justizterror gegen die illegale Sozialdemokratie hat neue Opfer gefordert. Das Oberlandesgericht Hamburg hat am 15. Oktober fünf Sozialdemokraten zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt. Das Urteil lautete: Hieras 4 Jahre Zuchthan», 4 Jahre Ehrverlust; Thron 4 Jahre Zuchthaus, 4 Jahre Ehrverlust; Osterbolt 2 Jahre Zuchthaus, 2 Jahre Ehrverlust; Schumacher 2'/2 Jahre Zochthaas, 2 Jahre Ehrverlust; Goldenhaner l'/j Jahre Zuchthaus. Die verurteilten Genossen waren beschuldigt, sozialdemokratische Druckschriften, die aus Kopenhagen gekommen waren, verbreitet zu haben. Es handelte sich um die»Sozialistische Aktion« und die»Mai-Zeitung«. Der Staatsanwalt Behr rühmte sich, daß es gelungen sei, volle Aufklärung des unterirdischen Hochverratstreibens der illegalen Sozialdemokratie herbeizuführen. Dieser Prozeß sei nur der Vorläufer eines gewaltigen Hochverratsprozesses«He Drahtzieher im Dienste der Hochverräter von Kopenhagen. Als Hauptschuldige bezeichnete er die Sozialdemokraten Auhagen, Marzinaki, Schmedemann, Duwe. Er hielt dann eine echt nationalsozialistische Anklagerede, um das Gericht gegen die Angeklagten besonders scharf zu machen. Er führte aus; »Die Zeit ist vorbei, wo die Hamburger Gerichte strafmildernd in Erwägung gezogen hätten, daß den früheren MitgUedem und Funktionären der SPD die Abeicht, das herrschende Regime mit Gewalt zn beseitigen, nicht nachgewiesen werden könne, und demgemäß Verurteilungen lediglich wegen Verstoßes gegen das Parteiverbotsgesetz vom 14. Juli 1933. nicht aber wegen Hochverrats erfolgte. Das ist jetzt vorbei. Wer mit Leuten, die vom Ausland her Hochverrat treiben, Verbindung hat, und rieh verleiten läßt usw., gleichgültig ob SPD oder KPD. wird hier als Hochverräter behandelt und auf Jahre hinaus unschädlich gemacht. Nötigenfalls wird ihm der Kopf vor die Füße gelegt Das erklärt auch jeder Kommunist, daß er nicht daran denke, im gegenwärtigen Zeitpunkt mit Knüppeln und Dolchen auf die Straße zu gehen, um die Hltlerregierung zu stürzen, aber was diese Berufsverbrecher politischer Prägung verbindet, ist das Warten auf die bekannte und erhoffte»revolutionäre Situation«, um dann die sozialistische Herrachaft zu errichten. Der Führer verlangt die restlose Ausrottung aller Staatafednde. Der Führer hat wiederholt erklärt, e* gibt kein Kompromiß zwischen Nationalsozialismus und Marxismus. Und darum seien hier und künftighin ganz exemplarische Strafen nötig, um denen, die jetzt noch glauben, gegen die Regierung des Volkes arbeiten zu können, ein für allemal die Lust dazu zu nehmen.»Bedenken Sie«, sagte der Staatsanwalt,»wäre es der Gestapo nicht gelungen, den Leuten das Handwerk zu legen, bis in die Mitte es Jahres 1935 hinrfn haben sie Hochverrat getrieben, sie würden heute noch ihr ruchloses Gewerbe fortsetzen. Im übrigen, meine Herren, liegen hier in Jeder Hinsicht ehrlose Handlungen vor. Die Angeklagten haben sich schwer gegen die Volksgemeinschaft versündigt, darum müssen ihnen neben Zuchthausstrafen auch die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt werden. Ich beantrage daher: Kieras: 7 Jahre Zuchthaus und 7 Jahre Ehrverlust: Thron: 7 Jahre Zuchthaus und 7 Jahre Ehrverlust; Osterholt: 3 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust; Schumacher; 3% Jahre Zuchthaus und 3% Jahre Ehrverlust; Goldenhauer: 1% Jahre Gefängnis.« Die Verteidigung verwies darauf, daß bisher selbst den schießwütigsten Kommunisten Ueber zeugungstäterechaft zuerkannt worden sei, und daß man ihnen die Ehrenrechte nicht aberkannt habe. Ausgerechnet bei Sozialdemokraten müsse zum ersten Male in Hamburg auch Ehrverlust verlangt werden! Wie das Urteil zeigt, haben sich die Richter der Forderung des braunen Staatsanwalts gebeugt. Der Name dieses Staatsanwalts wird nicht vergessen werden. Er geht ein in die Liste der braunen Justizverbrecher. Die barbarischen Zuchthausstrafen, die das Gericht verhängt hat, werden die Fortsetzung der illegalen sozialdemokratischen Arbeit nicht hindern. Gegenüber dem festentschlossenen sozialdemokratischen Kampfwillen ist die Waffe des Terrors stumpf geworden. Der braune Staatsanwalt hätte ebensogut den Richtern zurufen können:»Bis in die Mitte des Jahres 1935 hinein haben die Angeklagten Hochverrat betrieben— trotz Konzentrationslager, trotz Polizeifoltern, trotz Justizterror. Wir schrecken sie nicht, wir werden ihrer nicht Herr!« Sie werden unsrer nicht Herr! Eine illegale Bewegung, die zwei Jahre des schlimmsten Terrors überstanden hat, ist nicht mehr zu unterdrücken. Sie ist ein Ausfluß fester Gesinnung, getragen von den ehrenhaftesten Motiven, von der Liebe zu Freiheit und Gerechtigkeit, sie ist eine Schule der Charakterbildung, für die die feilen Schergen des Justizterrors niemals Verständnis haben werden! Daß die Knechte der Feigheit und des Terrors sozialdemokratischen Ehrenmännern die Ehrenrechte aberkennen, ist nur in Ordnung. Die Bevölkerung in Deutschland verteilt die Ehrenrechte längst anders— sie nimmt den Hut ab vor dem Ehrenmann, der für seine Gesinnung ins Zuchthaus geht. Cllquenlcampf Im System Die herrschenden Cliquen in Hitlerdeutfch- land wühlen gegeneinander. Die Gestapo bat dem eigentlichen deutschen Außenminister Ribbentrop den ersten Referenten Dr. Kügler verhaftet mid die Verhaftung gegen den Einspruch von Ribbentrop nnd Heß aufrechterhalten. Er wird beschuldigt, in einer internen Denkschrift Bedenken gegen die Nürnberger Gesetze erhoben zu haben. Der Interne Kampf um Ihre Anwendung und Auslegung wird Jetzt mit Verhaftungen geführt, und die Gestapo macht sich zum Instrument des radikalnatio- nalsozialistischou Kurses. Ein erster Internationaler Zwischenfall auf Grund der Nürnberger Gesetze hat sich In München ereignet. Ein englischer jüdischer Staatsangehöriger ist wegen»Rassenschande« zunächst verhaftet, dann ansgewiesen worden. Die englische Regierung hat dagegen protestiert, sie pocht darauf, daß die bestehenden Staatsverträge zwischen England nnd Deutschland die gleiche Behandlung der beiderseitigen Staatsbürger von beiden Seiten zusichern. Nun muß sich Hitler entscheiden. Streicher hat eine Kundgebung an seine Spezialorganisation erlassen, in der. er die Nürnberger Gesetze als ersten, ungenügenden Anfang bezeichnet und zum Weitertreiben der Bewegung auffordert. G ö r i n g wieder zieht nach der anderen Seite. Er hat In Breslau eine»programmatische« Rede gehalten, in der er unter ungeheurer Bewelhräucherung Hitlers erklärte: »Das Tempo des Marsches bestimmt Gott sei Dank der Führer und niemand anderes, wer das nicht will, der hat nun aber auszuscheiden... Die Zeiten, wo die Bewegung gianbte, auf verschiedene Dinge im öffent- liehen Leben einwirken zu müssen, sind ja nun langsam vorbei.« Er polemisierte dann gegen Rosenberg, indem er dessen»Mythos« Hitler»Mein Kampf«»1» allein maßgebend gegenüberstellte. Schließlich sprach er von der getarnten Tätigkeit»anderer Parteien« in der nationalsozialistischen Partei. In dieser ganzen Rede zeigt sich da« demagogische Bestreben, Schuld an Not, Bedrückung, LcbeiiSniittei- mangel, Unternebmerdlktatur von Hitler und Göring abzuwälzen auf andere Ungenannte und wieder die alte Walze in Betrieb zu setzen:»der Führer will das nicht.« Die geheimen Beklemmungen der herrschenden Clique über die wachsende Unruhe in Deutschland leuchten aus dieser Rede dentlich hervor. Der Katzenjammer ist der letzten Nürnberger Parade sehr schnell gefolgt! Leber in Dachau Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Julius Leber- Lübeck wurde vor kurzem in Dachau eingeliefert. Er war bei Beginn des Dritten Reiches zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, weil er Führer des Lübecker Reichsbanners gewesen war, das von der SA feige überfallen wurde. Den letzten Teil seiner Strafe mußte er im Gefängnis von Wolfenbüttel verbüßen, weil man ihn»der Herstellung revolutionärer Schriften in der Gefängnisdruckerei« verdächtigt hatte. Wie unsinnig dieser Verdacht war, zeigt schon die Tatsache, daß keinerlei Anklage erhoben wurde. Von Gefängnisbeamten wurde in Gesprächen die gute Führung Lebers ausdrücklich hervorgehoben. Trotzdem wurde er kurz vor dem Termin seiner Strafver- büßung durch die Gestapo in das Konzentrationslager Dachau überführt. Die Einlieferung von dem Gefängnis aus— trotz bereits verbüßter Gefängnisstrafe— in das Konzentrationslager Dachau deutet darauf hin. daß man Leber sehr fürchtet und ihn deshalb noch lange in Haft behalten will. Dr. Leber war Frontoffizier; in seiner elsässischen Heimat war er wiederholt öffentlich für das Deutschtum eingetreten. Noch vor einigen Jahren wurde er von der französischen Presse scharf angegriffen, weil in einer seiner elsässischen Versammlungen das Deutschland-Lied gesungen worden war. Aber den Nazis geht es ja nicht um das Deutschtum! Sie bekämpfen Dr. Leber als den überaus angesehenen und beliebten Sozialistenführer von Lübeck aus ihrem Parteiegoismus heraus und schicken ihn deshalb in die Hölle von Dachau. Demokratie gegen V erbredierdlktatur Rund um Deutschland entscheiden die Völker über ihre politische Zukunft. In großen Wahlkämpfen wird der politische Kurs festgelegt und damit zugleich über die Zukunft Europas entschieden, Ueberall geht der Kurs auf Erweiterung und Ausbau der Demokratie. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen das braune System sich als Vorbild der künftigen politischen Organisation aller Länder Europas spreizen konnte, und phantastische politische Sektierer ihm dabei Vorschub leisteten mit der Behauptung, daß der Faschismus in allen Ländern ein — notwendiges Durchgangsstadium zum Sozialismus sei. Die europäische Demokratie dankt nicht ab— sie ist im Vormarsch gegen den Faschismus begriffen, und wo immer letzte demokratische Reste in halbfaschistischen Systemen gebheben sind, zeigt sie einen unzerstörbaren Willen zur Behauptung und zum Vormarsch— sei es nun in D a n z i g oder in Budapest Weder die Demokratie noch die Sozialdemokratie weicht vor dem Faschismus. Rings um Deutschland erweist sich die Sozialdemokratie als der Kern und die Massenbasis der europäischen Demokratie, an Stelle der von den Faschisten aller Länder gewollten geistigen Schwächung der Sozialdemokratie ist eine geistige Krise des Faschismus eingetreten. In den demokratischen Ländern vollzieht sich ein geistiger Reinigungsprozeß, der das Ende aller faschistischen Hoffnungen auf eine Beherrschung Europas durch den Geist Hitlers oder Mussolinis bedeutet Die Wahlen in Dänemark mit dem glänzenden Wahlsieg der Sozialdemokratie sind symptomatisch dafür, daß die demokratische Gesinnung der nordischen Völker immun ist gegen das Gift der pseudoarischen Gewalttheorie Hitlers und gegen den RassenschwindeL In den nordischen Ländern stehen die sozialdemokratisch geführten Regierungen in wahrem Einklang mit den Volksmehrheiten. Hier gibt es keine manipuherten Wahlen und keine dirigierte Presse— dafür ein allmähliches aber sicheres Wachsen des Volkswohlstandes, kein Hinwegleugnen der Klassengegensätze— aber eine fortschreitende Verwirklichung des Prinzips der sozialen Gerechtigkeit In der Schweiz haben die Nationalratswahlen dasselbe Bild gezeigt: fortschreitende Entwicklung der Sozialdemokratie, fester Behauptungswillen aller demokratischen Kräfte. Alle Versuche der Hitlerpropaganda, den nationalsozialistischen Bazillus in der Schweiz zu züchten, sind kläglich zusammengebrochen.. Die sogenannten Frontisten haben sich als ein klägliches kleines Häuflein erwiesen— die lebendige schweizer Demokratie ist kein Boden für die Ausbreitung faschistischen Ungeistes. Diese Niederlage des Nationalsozialismus in der Schweiz wiegt um so schwerer, als sie gleichzeitig eine Niederlage des alldeutschen Expansionismus und seiner Rassentheorie ist. Am 14. November wird in England gewählt. Wie immer auch der große Zweikampf zwischen der Konservativen Partei und Labour ausgehen mag, sicher ist: La-, bour wird sich kraftvoll erheben und seine letzte Wahlscharte auswetzen, die Arbeiterpartei pocht an die Tore der Regierungsmacht. Ob sie sich den Zugang zur Regierung öffnen wird oder nicht— die Sache Die pistimtimka des dtiUeu Reukes der Demokratie ist in England»o fest ge- giiindet wie kaum in einem anderen Lande. Die demokratischen Grundgedanken und das Bekenntnis zum parlamentarischen System sind das Lebenselement sowohl der Regierungspartei als auch der Opposition. auch die parlamentarische Opposition ist in diesem Geiste ein mitbestimmender Teil des Regierungssystems selbst. Auch in Frankreich naht die Zeit zu einer großen Wahlentscheidung heran. Der Wille der großen Volksmehrheit bejaht ohne Einschränkung das demokratisch-parlamentarische Grundprinzip, alle Einzelwahlentscheidungen der letzten Zeit lassen erkennen, daß die Mehrheit des Volkes nicht nur einen demokratischen Kurs, sondern einen entschiedenen Linkskurs wünscht. Der kräftige Lebenswillen der europäischen Demokratie ist nicht ohne Einfluß geblieben auf die Anschauungen der Regierung Sowjetrußlands. Sie hat erkannt, daß die Demokratie der Existenz- boden für Leben und friedliche Entwicklung der europäischen Völker ist, die einzig mögliche Erscheinungsform der politischen und kulturellen Freiheit. Sie anerkennt, daß'die große Alternative für Europa lautet: Faschismus oder Demokratie. Es ist ein großer geistiger Vormarsch gegen den Ungeist des Faschismus. Die Welt ist wirklich in Bewegung, aber anders als die Nationalsozialisten es gewollt haben. Die Völker rund um Deutschland sichern mit der Demokratie zugleich den Frieden, aber auch den sozialen Fortschritt, die schrittweise Ueberwindung der Krise, Reform und Freiheit, und die Versorgung der Volksmasscn. Das ist die Umwelt, von der sich das Geschick des deutschen Volkes und das Wesen des braunen Systems abheben. Die freien Völker blicken hoffnungsvoll in die Zukunft, sie sehen vor sich friedliches Wachstum, Ueberwindung der Not, bessere und menschlichere Zustände— aber dem deutschen Volk wird von seinen Gewalthabern nur eine düstere Perspektive gezeigt: die gewaltsame Auseinandersetzung mit anderen Völkern. Hier der friedliche Aufstiegswille der Völker— dort die brutale Anbetung der Gewalt Während rings um Deutschland die Völker immer hoffnungsfreudiger werden, wird die Lage des deutschen Volkes immer verzweifelter und auswegloser. Es gibt aus dieser verzweifelten Lage nur einen Ausweg: die Ueberwindung des braunen Systems durch den festen Willen zur Demokratie. zur Wiedereingliederung des deutschen Volkes in den Verein der freien europäischen Völker. Der geistige Reinigungsprozeß muß von Europa her über die deutschen Grenzen vordringen. Voraussetzung dazu ist, daß die Massen des deutschen Volkes die Wirkungen einer anderthalb Jahrzehnte langen Hetzagitation gegen die Demokratie und das parlamentarische Regierungssystem überwinden, daß sie sich freimachen von der müden und gedankenlosen Ablehnung der Erscheinungsformen der polltischen Freiheit. Das Bekenntnis zur Demokratie, der Wille zur Wiederaufrichtung ihrer politischen Einrichtungen muß das gemeinsame Ziel der in Deutschland kämpfenden Opposition werden. Wenn sie fest und entschlossen das Ziel zeigt: demokratische Verfassung gegen Ver- brech.erdiktatur, dann wird sie getragen werden von der großen Bewegung des demokratischen Erwachens, die durch Europa geht Der Bankrott der Frontkämpfermystik Die Wirklichkeit zerstört einen Mythos Da haben sie immer gesagt, der Nationalsozialismus sei aus dem Fronterlebnis geboren, und nun dekretieren sie: Juden dürfen nicht dabei gewesen sein. Soweit sie gefallen sind, haben sie es auf eigene Gefahr getan, und übrigens kann es gar nicht möglich gewesen sein.»Helden« sind nur in den Kreisen der Arier zu finden, die Juden sind nur gefallen. um das deutsche Volk Ihrer Weltherrschaft zuzuführen, ihr Tod war weiter nichts als ein jüdischer Dreh und darum muß man die Toten nochmals töten. So geschah es. Göbbels verordnet: »Hiermit gebe ich den Landesstellen und allen nachgeordneten Dienststellen des Ministeriums davon Kenntnis, daß es ver- * boten ist, die Namen gefallener Juden auf Ehrentafeln und Denkmälern für die Gefallenen des Weltkrieges anzuführen. Ich bitte für die Beachtung dleees Verbotes innerhalb des Dienstbereiches Sorge zu tragen.-- Das ist der Bankrott der Frontkämpferin der im letzten Heft von»Statistik und Wirtschaft« veröffentlichten Krimi nalstati- stik des Deutschen Reiches für 1933 wird die Zahl der 1933 wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Beichsgeaetzc rechtskräftig Verurteilten mit 489.090 angegeben. Im Jahre vorher wurden 544.470 Personen von den deutschen Gerichten verurteüt. Diesen Rückgang preisen die Nationalsozialisten als einen doppelten Erfolg ihrer Regierungskunst. In der Erörterung zur Statistik beißt es; »Der Rückgang der Kriminalität von 1932 auf 1933 ist einerseits auf die inner- politische Beruhigung, auf die Erfolge der nationalsoziallsuechen Erziehung, die fortschreitende Verringerung der Arbeitslosigkeit und tUe der Besserung der Wirtschaftslage vieler Volksgenoesen, andererseits aber auch auf die Verschärfung mancher Strafdrohungen und die dadurch verstärkte allgemein vorbeugende Wirkung der Strafgesetze zurückzuführen.« Aber, obwohl die Nationalsozialisten um Gründe nicht verlegen sind, die ihr besonderes Verdienst an dem Sinken der Kriminalität beweisen sollen, so müssen sie doch auch zugeben: »Es dürfen allerdings auch nicht die beträchtlichen Wirkungen der Gesetze über Straffreihelt vom 20. Dezember 1932 und vom 21. März 1933 außer Acht gelassen werden.« Darin liegt denn auch tatsächlich die Erklärung! Das Jahr 1933 hat im Dritten Reich ein rapides Ansteigen der Verbrechen und Vergehen gegen die Strafgesetze. insbesondere eine vorher kaum dagewesene Häufung von Gewalttaten, schwersten Körperverletzungen, Diebstählen, Erpressungen, Totschlag und Mordtaten gebracht— aber diese Verbrechen, von SS- und SA-Leuten und anderen unter dem Schutz der NSDAP stehenden Elementen begangen, sind unter Zusicherung der Straffreiheit durchgeführt worden. Nicht allein jene Verbrechen, die unter Papen als Reichskanzler und später durch die Hitlerregierung ausdrücklich amnestiert wurden, blieben un- gesühnt, es kommen dazu noch zehntausende mystik. Der wahre Charakter dieser Ideologie enthüllt sich mehr und mehr. Bis In sozialistische Kreise hinein neigte man zuweilen zu der Annahme, wir waren nicht»national« genug, und darum haben die anderen gesiegt. Man könnte auch sagen, wir waren nicht verspießert genug, und darum hat Hitler die Spießer erobert Noch heute gönnen wir sie ibtn, und noch heute, ja. gerade heute, gilt es zu erkennen, daß der Nationalsozialismus nicht»national« schlechthin ist sondern einen ganz besonderen Nationalismus verkörpert, der in der Vorkriegszelt der Nationalismus der Alldeutschen war. Hier waren die Antisemiten und wildgewordenen Kleinbürger versammelt die sich im Schlepptau der reaktionären Schwerindustrie und des Großgrundbesitzes befanden. Vor dem Sieg der Demokratie fürchtete sie sich, und weü der anü- demokra tische Wilhelmlnlsmus letzten Endes aus seiner Selbsterhaltung heraus in den Weltkrieg trieb, waren die Alldeutschen die schärfsten Kriegstreiber, und dl« Demokratie drinnen und draußen war ihr eigentlicher Feind. Im Verlauf des Kriege« erstarkten in Deutschland aber dl« demokratischen Elemente und die alten Gewalten gingen ihrem Ende entgegen. Und als der Krieg beendet war, da hatte nicht nur die gehaßte Internationale Demokratie gesiegt, sondern auch im eigenen Lande kam das neue Prinzip zum Durchbruch. Die Niederlage im Weltkrieg war für die Alldeutschen aus diesem Grunde eine Niederlage vom gewaltigen Ausmaßen. In einem ganz bestimmten Sinne zerbrach Ihre Welt Im Schützengraben, soweit sie ihn gesehen. Und darum Ist der verlorene Weltkrieg für sie in einem ganz anderen Sinne und in einem anderen Umfang Mittelpunkt ihres Denkens, Fühlens und Wollens. Der Inhalt ihrer Frontkämpfermystik ist prinzipiell klassenkämpferisch gegen die Demokratie gerichtet. Der Sinn des Krieges war für sie ein prinzipiell anderer ala für die Frontsoldaten anderer Klassen der Bevölkerung. Der Kampf um die Kriegsziele während des Krieges, Max Webers und anderer bürgerliche und sozialistische Kritik an den Zielen der Alldeutschen, beleuchtet die RJchtlgkeit dieser These schlaglichtartig.»Von Kriegsbeginn an haben sie unseren nationalen Existenzkampf um zufälschen getrachtet zu einem Kampf für die jetzige, angeblich spezifisch»deutsche« rein bürokratische Staatsstruktur gegen eine angebliche»Verschwö- w eitere Verbrechen, die, auch ohne daß sie unter die Amnestie fielen, nicht verfolgt wurden. So ist also in Wirklichkeit die Kriminalität 1933 weit höher, als die Kriminalstatistik ausweist Nur sitzen die Verbrecher statt In den Zuchthäusern in hochbezahlten Partei- und öffentlichen Aemtern. Daneben aber gibt die Kriminalstatistik doch einen, wenn auch nur geringen Aufschluß über das grausige Schreckensregiment das die Hitlerdiktatur über ihre polltischen Gegner im Reiche ausübt. Bekanntlich gilt die Betätigung der sozialdemokratischen Gesinnung als Hochverrat, Verrat am deutschen Volke usw. Wegen Mord werden Im Dritten Reich nicht die Mörder, sondern diejen�en abgeurteilt die sich zur Wehr setzten, um nicht die Opfer des nationalsozialistischen Untermenschentums zu werden. Ihr erschütterndes Schicksal schreien die nachstehenden Zahlen in die Welt Es erfolgten Verurteilungen: 1933 1930 Hochverrat........ 1698 01 Mord.......... 108 90 Verrat militärischer Geheimnisse 155 87 Verrat am deutschen Volke und hochverräterische Umtriebe. 934— Abwehr heimtückischer Angriffe gegen d. Regierung d. nat Erheb. 3794— Vergehen gegen Schutz von Volk und Staat........ 3133— Im Jahre 1930 wurden wegen Vergehen gegen das Gesetz zum Schutz der Republik Im ganzen 514 Personen verurteüt. Die Hitlerregierung schickte wegen Vergehen gegen die zum Schutz der Diktatur erlassenen Gesetze 1933 7881 Personen in die Zuchthäuser. Die Statistik der Strafen zeigt dieses Bild: 1933 1930 Todesstrafen....... 78 43 Erfolgt« Hinrichtungen... 64 1 Lebenslängliches Zuchthaus.. 19 5 Zuchthausstrafen auf Zeit.. 9643 4669 Dieser Vergleich mit dem Jahre 1930 enthüllt den Terrorismus des faschistischen Schreckensregimes. Männer und Frauen des arbeitenden deutschen Volkes, die nur das eine»Verbrechen« begangen hatten, Sozialdemokraten oder Kommunisten zu sein und für ihre Ueberzeugungen einzustehen, werden zu Hoch-, Landes- und Volkaverrätern gestempelt und müssen dafür mit langen Zuchthausstrafen und in Dutzenden von Fällen mit dem Tode büßen. Unter den 64 erfolgten Hinrichtungen im Jahre 1933— gegen 1 im Jahre 1930— befinden sich Sozialdemokraten, Reiehsbannerangehörige und Kommunisten, die nie Verbrecher und nie Mörder waren. Für die Nationalsozialisten, die sich gern als d i e Partei der Jugend bezeichnen, ist es außerdem charakteristisch, daß, obwohl der Gesamtanteil der 14- bis 18jährigen an der Kriminalität nur 3.3 Prozent beträgt, er bei den wegen Mord Verurteilten 8.3 Prozent ausmacht. Beste deutsche Jugend, die sich nicht dem faschistischen Terror beugte, starb unter dem Henkerbeil oder sitzt im Zuchthaus. So entsetzlich diese KriminalstaUsUk ist, so gründlich sie den mühsam über die deutsche Wirklichkeit gezogenen Schleier zerstört, so bringt sie doch nur die heroisch qualvollen Opfer der sozialistischen Maasen im deutschen Volke zu einem Teil zum Ausdruck: es ist in der Kriminalstatistik nichts zu lesen von den im Jahre 1933 begangenen mehr als 300 Mordtaten an Sozialdemokraten und Kommunisten, nichts von den ohne Anklage und Verurteilung erfolgten Maaseneinkerkerungen. nichts von den Zehntausenden, die in die Konzentrationslager gesperrt und dort In unmenschlicher Welse gefoltert wurden. Strafen für das braune Heer der Folterknechte, Totschläger und Mörder weist die Kriminalstatistik des Dritten Reiches nicht auf. Es gibt für sie keine Richter und keine Zuchthäuser. Auch das bestätigt die Kriminalstatistik für 1933! rung« der westeuropäischen Demokratie. Die große Mehrheit aber der Nation weist es zurück, daß unsere Brüder draußen für nichts Besseres ala für solche Literatenprodukte und für die durch sie verklärte kontrollfreie Beam tenh errschaf t Ihr Blut vergossen haben sollen.« So schrieb die»Frankfurter Zeitung« am 7. September 1917. Verfasser: Max Weber. Scharf stehen sich hier zwei Formen nationalen Denkens gegenüber. Und weü der moderne Nationalgedanke siegte, unterlag jener hohle Patriotismus der Alldeutschen. Im Jahre 1918 war Ihre Niederlage an der inneren deutschen Front ebenso besiegelt, wie jene Deutschlands an der äußeren Front feststand. Und weil das beides zusammenfällt, darum konnten sie keinen solchen Film wie jenen von Remarque ertragen und gingen sie mit weißen Mäusen gegen ihre Niederlage vor. Und weil sich ihr Nationalismus allein aus ihren reaktionären Interessen ergibt. mußten sie alle diejenigen verleugnen, die in einer anderen Front zu finden waren. Und darum müssen sie auch die gefallenen Juden verhöhnen, so wie einst Göbbels die gefallenen Sozialdemokraten als Deserteure beschimpfte. Endlich enthüllt sich der wahre Kern der nationalsozialistischen Frontkämpfermystik. Es geht nicht um die Nation, sondern um die reaktionären Interessen de« deutschen Spießers, der seit jeher in einer Front mit den übrigen Kräften der deutschen Reaktion marschiert, mit Großgrundbesitz und Schwerindustrie. Tapfere Westlaien Erfolgreiche Rebellen einer Landgemeinde. Aus Westfalen erhalten wir von unbedingt vertrauenswürdiger Stelle den nachstehenden Bericht: Die Fußballspieler des katholischen Jünglingsvereins in Epe in Westfalen, einer Landgemeinde mit 6000 Einwohnern, haben auch nach der Auflösung ihres Vereins nach der Arbeltszeat weiter ihrem Sport gehuldigt. Der Platz und eine danebenstehende Scheune wurde ihnen von einem Bauern zur Benutzung freigestellt. Ehnes Abends sitzen 14 junge Männer von 20 bis 26 Jahren in der Scheune. Da geht plötzlich die Tür auf und zwei uniformierte Pollzelbeamte treten mit entsicherter Pistole ein. Auf Aufforderung beben die Leute die Hände hoch und müssen einzeln heraustreten. Zlax~e Z�exvaozaaUeis wvuaJv-** to*** gestellt. Am anderen Morgen müssen sie auf da« Bürgermeisteramt. Der erste der Vorgeladenen, namens Mersmann, tritt ein und grüß* »Heü Hitler!« Dabei scheint es dem Bürger meiater, als ob er lachte. Ein Wortwechsel entspinnt sich. Ein Gestapo-Beamter schlägt den Mann ins Gesicht. Der Getroffene kann sich kaum auf den Beinen halten, dann aber fast er sich wieder und schreit:»Was fällt Ihnen denn ein? Warum schlagen Sie mich denn? Wir sind doch hier nicht in Afrika!«- N u n springen beide Beamte auf den Mann, reißen ihn an den Haaren und schlagen mit Fäusten auf ihn ein. Nach der Vernehmung wurde der Mißhandelte in Haft genommen. Die anderen Jungen, die ausnahmslos freigelassen wurden, erzählten den Vorfall in der Oeffentlidhkeit. Dcr Bevölkerung bemächtigte sich eine ungeheure Wut. Als der Bürgermeister abends im Hotel Laufers In Elpe saß, belagerten wohl zweihundert bis zweihundertfünfzig Menschen dieses Haus und stießen Drohungen gegen den Bürgcrmelster aus. Zu Hilfe gerufene Polizei beam te wurden von der Menge umringt, geschlagen, getreten und hin und her gezerrt. Den beiden Beamten wurden die Säbel und Pistolen abgenommen. Die Waffen wurden später auf der Straße wieder gefunden. Am nächsten Tage, einem Sonntag, kam ein Auto mit mehreren Gestapobeamten besetzt nach Epe. Im Hotel Laufers befand sich eine größere Anzahl katholischer Bürger, die vom Kirchgang kamen. Von diesen Leuten sagte ein Bauer wörtlich zu den Beamten: »So müßt Ihr es hier nur machen, dann habt Ihr nicht nur uns Kathollken, sondern alle gegen Euch. Hitler hat ganz Deutschland erobert, aber noch lange nicht Elpe.« Man hat diesen Bauer nicht verhaftet, sondern den eingesperrten jungen Katholiken auch noch entlassen. Der geschlagene Mann ist nach Aabaus zum Landrat Sümmenmann gefahren. Beide sind dann im Auto zur Regierung nach Münster und zu dem Gauleiter Dr. Meyer gefahren, um sich zu beschweren- Von beiden Stellen ist eine Untersuchung der Vorfälle und eventuelle Bestrafung de* Schuldigen zugesagt worden. Deutsche Stresfliditep Die halbierte Reichsmark Die Reisenden, die Im Mercedes-Benz aus dem Dritten Reich ins Freie fahren, wissen über die galoppierende Schwindsucht der Reichsmark Bescheid. Die anderen aber, die ehrlich und brav mit 10 Märkleln pro Person dritter Klasse sich eine kleine Auslandsreise erlauben, bekommen an der ersten besten Wechselbank keinen geringen Schrecken. Von Hitler und seinem Reichsbankrotteur Dr. Hjalmar Schacht hatten sie immer gehört, daß die Reichsmark fest steht, während die verschiedenen Franken und Gulden der Inflation oder Devalvation entgegenwanken. In den Kurszetteln der fleuttchen Presse hatten sie Tag für Tag gelesen, daß man für eine Reichsmark 6.11 französische Franken bekomme. Und nun stehen sie in Metz oder in Straßburg oder in Nancy am Schalter und versuchen dem Frankenverkäufer klar zu machen, daß er wahrscheinlich die deutsche Presse nicht lese oder die letzten Führerreden überhört habe. denn der Mann zahlt ihnen nur noch 3.50 Franken für eine Reichsmark aus. Der Kassierer aber ist unerbittlich. Bs gibt keinen Centime mehr, aber kostenlos erhalten die Besucher aus Kitlerdeutschland, deren Gesichter noch länger werden als nordisch, die Aufklärung, daß die Mark seit Monaten unaufhaltsam gleite und stürze und das Tempo mit jeder Woche rapider werde. Ja, wird gefragt, ob denn alles gelogen sei, was drüben in den Zeltungen stehe? Keineswegs alles, lautet, die höfliche Antwort, denn der offizielle Kurs der Reichsmark sei und bleibe 6.11 Ft., aber er gelte eben nur für die offizielle Reichsmark, für die Ueber- wedsung durch die Bank oder durch Postanweisung, denn in diesen Fällen handelt es sich nur um ein Verrechnungsverfahren. Der Markbetrag bleibt in Wirklichkeit in Deutschland, und nur der»offizielle« Gegenwert wird in Franken ausgezahlt. Alle sonstigen Markbeträge aber werden im Auslande so bewertet wie die deutsche Währung mm einmal eingeschätzt wird: nur noch zur Hälfte des Standes, den die Reichsmark in den verflossenen Jahren marxistischer Schmach rund auf dem Erdball hatte. In Nürnberg aber hat jüngst einer dröhnend gebrüllt, das könne seinen Gegnern so passen, jetzt ihn zu verdrängen und die Regierung zu übernehmen, wo es wieder etwas xn verwirtschaften gebe..... Eine Niederlage Dr. Robert Leys Der Präsident der Deutschen Arbeitsfront hatte mal eine Idee; sie war auch danach. Er wollte die der deutschen Arbeiter unwürdige Kontrolluhr ersetzen durch den Betriebsappell, den still und unparteiisch(He Pünktlichkeit feststellenden Mechanismus ablösen durch einige lärmende Kommandos:»Achtung! Stillgestanden! Augen gerade aus!« Dazu dnnn einen zackigen Führerspruch und ein altes deutsches Volkslied. Etwa:»Was frag Ich viel nach Geld und Gut, wenn ich zufrieden bin.....« Die Sache klappte nicht gleich. Nicht einmal die Unternehmer sahen den Fortschritt ein. von dem allzeit geringen Militärverstand ihrer Gefolgschaften ganz zu schweigen. Also setzte sich der Herr Präsident in seinen 50.000-Mark-Wagen, um den diversen Führern und Gefolgschaften rings im Reiche zu zeigen, Wie solche volksgemeinschaftliche Morgenandachten arrangiert werden müssen. Wo er hinkam, klappte es auch, solange er da war. Man tat ihm den Gefallen, zu einem Betriebsappell antreten zu lassen und grinste höchstens in den hinteren Gliedern, wenn er die Front abschritt. Für die Presscphoto- graphen gab es einige herzbewegende Bilder; der leutselige Arbeiterführer steigt zum Volke herab, schüttelte einige schwielige Fäuste und schäkert als alter Schwerenöter mit einigen hübschen Arbeiterinnen. Nun aber zieht der Hauptamtsleiter Goh- des im»Informationsdienst« der Deutschen Arbeitsfront die Bilanz des Unternehmens und stellt fest, daß»rund« 10 Prozent aller Betriebe»bereits« von dem Gedanken erfaßt sind; daß also 90 Prozent aller für einen Gefolgschaftsappell Uberhaupt in Betracht kommenden Betriebe cBe Schnapsidee des Herrn Dr. Robert Ley glatt ablehnen. Das ist ein Stimmungszeichen, so gut wie die Vertrauensratswahlen. Die Arbeiter fügen sich noch dem Terror, aber Eroberungen macht der Nationalsozialismus nicht. Der vors'dilige »Deulsdie Spradivereln« Der Landesverband Bayern dieses in seiner Art verdienstlichen Vereins hat ein Preis- ausBchreiben für die Aufspießung von Sprachschnitzern erlassen. Studenten und Schüler sollen Jagd machen auf ergötz- Wadtsende Aus der Pfalz wird uns berichtet: Im Mittelpunkt aller Unterhaltungen und Kritiken steht heute die Lebensmittelnot. Die Frauen unterhalten sich aufgeregt über den Mangel an Butter. Schmalz, Schweinefleisch und verschiedener Obstsorten und gehen auseinander mit der gegenseitigen Versicherung, »aber nichts weitersagen!« Die Beruhigungsreden und Rundfunkgespräche für die»vernünftige Hausfrau« nutzen nicht viel. Alle beraten den Weg der Selbsthilfe durch Schmuggel, der in den Grenzgegenden einige Hilfe bringt. Das Risiko ist aber bei der scharfen Grenzbewachung sehr groß. Trotzdem machen sich die starken Aufkäufe in den erhöhten Schlachtziffern der Grenzschlachthäuser in Elsaß-Lothringen bemerkbar. Die zahlreichen Beziehungen über die Grenze machen den Mangel besonders fühlbar und man beneidet die Elsaß-Lothringer. Bei den Geschäftsleuten ist jetzt das Wareneinkaufsbuch an der Tagesordnung, gegen dessen Einführung sie allerhand entrüstete Einwendungen machen, das aber unter Androhung von Strafen entschieden verlangt wird. Da sie zum großen Teil mit der Beseitigung aller Steuern unter der Hitler- berrschaft gerechnet haben, fühlen sie sich jetzt schwer betrogen. Von Studenten konnte man jetzt während der Ferien hören, daß auch in diesen Kreisen große Enttäuschung und Empörung herrscht. Sie können es nicht verstehen, daß immer mehr Stellen mit unfähigen SA-Leuten besetzt werden, während für diejenigen, die ihr Geld ins Studium gesteckt haben und jahrelang studieren mußten, keine Existenzaussichten bestehen. Der Unmut gegen die nun wieder eröffnete Sammelei ist sehr groß und man mußte annehmen, daß nach den allenthalben gehörten Aeußerungen das Ergebnis sehr mager ausfallen wird. Nun wird aber aus allen Orten von eine Steigerung des Ertrages gegenüber dem Vorjahr berichtet. Entweder haben die Kritiker geflunkert und doch gespendet, oder aber, es ist Befehl ergangen, die Summen zu erhöhen. Eine Kontrolle ist unmöglich und damit die Voraussetzung für Gerüchte geschaffen. Man prophezeit dem System ein baldiges Ende. Im Gespräch über diese Fragen wird wohl zugegeben, daß die Kritik ganz verschieden eingestellter Menschen noch nicht zum Sturz eines so gut verbarrikadierten Reglerungssystems führen kann, worauf man dann oft die Antwort bekommt, wenn das ganze Volk gegen sie ist, können sie eben nicht mehr lange regieren. * In Zweibrücken wurde der 1887 geborene Gustav Schuck zu 1 Vi Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er sich im Geschäftslokal an einem 14jährigen Jungen sittlich vergangen hat. Staunend lesen die Pfälzer solche Fälle, die man erst seit Röhm in diesem Gebiet kennt. » In Frankenthal wurde der 38 Jahre alte Karl Deffner wegen dem gleichen Verbrechen an einem unter 14 Jahre alten Jungen zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. * Vor dem Sondergericht Frankenthal wurde der 40 Jahre alte Michael Fischer aus Dimbach in Unterfranken zu acht Monaten Gefängnis verurteilt, weil er von Mai bis Juni 1933 aus dem Saargebiet, in dem er sich seit 1924 aufhielt, Zeitungsausschnitte nach Hause geschickt hat. * Der 54 Jahre alte Johann Mund und der 38 Jahre alte Hermann Hebel aus Speyer wurden zu fünf, resp. zehn Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie als Pflichtarbeiter der Stadt Speyer am Woogbach während des Frühstücks»Lügen« über den Reichstagsbrand zum besten gegeben haben sollen * In Haßloch weilte der Sohn des AP» chltektcn Karl Handrich zusammen mit einem Kameraden auf der Straße, der an seinem Ge- ; wehr herumhantierte. Plötzlich löste sich ein i Schuß. Die Kugel drang dem jungen Handrich in die Brust, so daß seine Verbringung ins Krankenhaus erforderlich wurde. * In Flomersheim bei FVankenthal 1 spielten Kinder mit einem Gewehr, wobei der 14 Jahre alte Herbert Seitenspinner am Arm und an der Brust gefährlich verletzt wurde. Er mußte ins Krankenhaus verbracht werden. * In Wolstein wird dem Verwaltungsstellenleiter der DAF eine Unter- •schlagung von 400 Mark zur Last gelegt. Er gibt zu, das Geld für private Zwecke verwendet zu haben und wurde verhaftet. Sein Name ist Karl Heuser, er stammt aus Kaiserslautem und ist schon 23 Jahre alt, aber alter Kämpfer. * Dr. Ramm, Oberbürgermeister von Pirmasens, wird von der Parteilinken heftig angegriffen, weil er sechs Schreibmaschinen bei einem Juden gekauft haben soll. » Viel besprochen wird der Bau einer Villa für den Kreisleiter Mann in der Blumenstraße und ein Neubau des Stadtrats Döring. Beide waren vorher arbeitslos, sehr arm und hatten überall Schulden. Sie waren in der Lehre als Büroangestellte, konnten aber wegen Unfähigkeit nirgends unterkommen, Döring war einmal beim Arbeitsamt als Hilfskraft beschäftigt, mußte aber entlassen werden, weil nicht mit ihm zu arbeiten war. liehe Sprachschnitzer In der Oeffentlichkeit, d. h. auf Verstöße gegen Richtigkeit, Deutlichkeit und Reinheit unserer Muttersprache in öffentlichen Aufschriften und Anschlägen, wie sie auf Straßen, in Gaststätten, Geschäftshäusern, Amtsstuben usw. anzutreffen sind. Recht verständig. Dann aber kommt ein auffälliger Nachsatz:»Dagegen sollen Zeitungen vorerst nicht erfaßt werden.« Warum eigentlich nicht? Eis sind doch nicht in jeder Nummer Reden des Flihrers und Reichskanzlers abgedruckt! Wer kommt, und wer nidit kommt Zu Beginn dieses Winters sollen die sozusagen deutschen Dichter des Nationalsozialismus dem deutschen Volke nahegebracht werden. Sie reisen durchs Land und hoffen auf gefüllte Säle. Wer dürfte eher auf ausverkaufte Häuser rechnen als der zum National dichter gekürte expressionistische Kulturbolschewlst von einst und hitlersche Staatsrat und Präsident der Rcichsschrifttumskammer jetzt, Pg. Hanns Johst? Er, aus dessen Schlageter das geflügelte Wort stammt;»Wenn ich das Wort Kultur höre, entsichere ich meinen Revolver.« Er, der eine seiner Gestalten von den Verwundeten im Stacheldraht das wahrhaft national sozial 1s Usch gemeine Wort sprechen läßt:»Keine Rose ohne Domen«. Hanns Johst also las In Köln. Man hatte keineswegs einen Riesensaal genommen, sondern den der»Lese«, der nur wenige hundert Menschen faßt, und— er war gähnend leer. In einer Stadt von fast 800.000 Einwohnern fanden es nicht 500 Menschen der Mühe für wert, den»größten« deutschen Dramatiker sich anzusehen und anzuhören, der eben erat auf dem Nürnberger Reichsparteitag mit dem höchsten Dichterpreis gekrönt worden war. Der»Westdeutsche Beobachter« ist von der Ablehnung, die Köln dem Schlageter- Johst zuteil werden ließ, entsetzt. Er fragt und droht;»Wie soll das Saubere da noch gedeihen wollen? Es wird indessen etwas geschehen, was hier nicht erörtert zu werden braucht.« Was also wird geschehen? Das nächste Mal werden die Kölner wohi antreten müssen zum Poesieerapfang! Warum denn nicht? Wenn doch auch Johstens Schlageter auf allen deutschen Bühnen zwangsweise gespielt werden mußte. „Helmallos gemadit� Die hjtlerdeutsche Propaganda läßt rühr- seüge Aufsätze verbreiten. Vier Neubelgier sind ausgebürgert worden, wurden»heimatlos gemacht«, wie sentimental geschrieben wird, wenn der ausbürgernde Staat nicht gerade Hitlerdeutschland ist. Gibt es eigentlich noch irgend einen Idioten im Reiche, der die jämmerliche Heuchelei der Hitler, Göring, Göbbels und ihrer Pressekumpane nicht durchschaut? Zehntausendwelse werden Deutsche ausgebürgert, nur weü ihre Ueber- zeugung oder»Rasse« den Regierenden nicht paßt. Nicht die Spur eines Rechtsschutzes steht ihnen zu; sie erfahren ihre Ausbürgerung ednee Tage« durch die Zeltung, oder es wird ihnen ein Wisch Ins Haus geschickt. In Belgien ging der Ausbürgerung ein monatelanges ordentliches Gerichtsverfahren voraus. Alle Rechtsmittel, auch ein Verteidiger standen den Angeklagten zur Verfügung. Die Presse aller Richtungen konnte eingehend über Gründe und Gegengründe berichten. Schließlich wurden die vier Leute wegen angeblicher Treibereien gegen die Zugehörigkeit Eupen-Malmedys zum Königreich Belgien der belgischen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt. Vielleicht hat man ihnen Unrecht getan. Wir wissen es nicht. Aber das weiß alle Welt, daß kein deutscher Nazi das Recht hat, dem Gericht oder dem belgischen Staat Vorwürfe zu machen, denn immerhin ging e« juristisch korrekt und zivilisiert zu. Selbst die deutsche Nazipresse wagt nicht zu behaupten, daß einer der belgischen»Landesverräter« gefoltert oder gar»auf der Flucht erschossen« worden wäre, daß man seine Wohnung zerstört, sein Hab und Gut gestohlen, daß der Staat den Frauen und Kindern der Ausgebürgerten die letzten Notgroschen geraubt hätte, wie ee im Reiche Hitlers tausendfach geschehen ist. Wundern muß man sich nur immer über eins: wie geduldig die große Presse de« Auslandes die zynische Unverschämtheit der Nazis hinnimmt, statt ihnen die Tatsachen um die Ohren zu schlagen, daß ihnen Hören und Sehen vergeht. Die Bande profitiert noch jeden Tag von der schwächlichen Zurückhaltung vieler ihrer Gegner. Hannes Wink. Der Kronzeuge Der frühere Oberbürgermeister Hesse in Dessau ist zu einer Pensionskürzung auf zwei Ftinftel des Ruhestandsgehalts verurteilt worden, weil er»bei der Verlegung des Bauhauses von Weimar nach Dessau das finanzielle Interesse der Stadt nicht genügend wahrgenommen habe.« Das Urteil ist ein Ausfluß des Hasses der braunen Kunstbanausen gegen das als»kulturbolschewistisch« verschriene Bauhaus. Einer der Hauptvorwürfe, die in diesem Disziplinarprozeß geigen das Bauhaus erhoben wurden, war die angebliche»Unsittllch- k e i t« des Bauhauses. Der Kronzeuge dafür war der frühere Bauhausheizer, natürlich ein Pg- Zersetzung in der SA Aus Frankfurt a. M. wird uns berichtet: Der Mißmut in der SA wird immer größer. Aus allen Stürmen ist zu hören, daß die Dienstwilligkeit der SA-Männer sehr nachläßt. Trotz aller öffentlichen Begeisterung werden die SA-Männer innerlich immer mißmutiger, so daß man oft hören kann:»E i n K o p f h i n h a 1 1 e n kommt im Ernstfalle gar nicht in Frage.« Auch die SA-Ptihrung ist durch die dauernde Zurücksetzung gegenüber der SS sehr verstimmt. So dürfen zum Beispiel nach einer neuen Anordnung Sturmführer der SS die Lager Motorsport, Wehrsport, Landjahrtager usw. ohne weitere« besichtigen und an deren üebungen teilnehmen, während Sturmführer der SA sich 24 Stunden vorher anmelden müssen. In einem Landjahrlager im Westerwald wurden beispielsweise auf Grund dieser Anordnung ein SA-Sturmführer und ein politischer Leiter, die sich weigerten, sich nus dem Lager zu entfernen, tätlich angegriffen und mit Spaten hinausgejagt. Auch die N8KK sondert sich Immer mehr von der SA ab und stellt sich bei jeder Gelegenheit als die treue Truppe des Führers hin, wie dies aus einem Tagesbefehl Hühnleins vom 22. September wieder zum Ausdruck kommt. Die SS, die der SA und der NSKK gleich ablehnend gegenübersteht, pocht mehr denn je auf ihre Verdienste am 30. Juni. Meldungen wegen Verletzungen der Grußpflicht gegenüber SA-Führern werden, wenn überhaupt, nur noch lächelnd mit den entsprechenden Bemerkungen vor der Front gertigt. Die HJ hat sich als Gegner ebenfalls die SA sowie die Partei dienststelien ausersehen. Die dauernden FHlhrerbeaprechungen und Konferenzen mit Parteistellen lassen auch hier erhebliche Meinungsverschiedenheiten vermuten. Die Partei kritisiert auf das heftigste das sittliche Verhalten der HJ. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang ein Brief eines alten Kämpfers an seinen Bruder, der in Schlesien politischer Leiter ist und in dem es wörtlich hieß:»Alles in allem, ist das Ganze nichts anderes wie ein Kampf ailer gegen alle. Wer da Sieger bleibt, weiß der Teufel. Es gibt hier alte Pgs., die einen geradezu fanatischen Haß gegen die Partei zur Schau tragen. Wie ist es in dieser Hinsicht bei Euch?....« Großes Aufsehen hat in Frankfurt die Erschießung eines SA-Mannes durch einen SS- Mann auf offener Straße erregt. Der Fall wird völlig geheim behandelt, so daß über die Hintergründe bis jetzt nichts zu erfahren war. Der SS-Mann befindet sich auf freiem Fuß. Der Getötete wurde in aller Stille beigesetzt. \ Fett und Freiheit Bis zu den Fleisch- und Butterkarten hat es die Hitlerherrschaft in den bisherigen drei Jahren der Schmach und des Ruins noch nicht gebracht, aber die fleischlosen Tage sind schon da. Nicht die fleischlosen Tage und Wochen, die der fortschreitende Lohndruck, die Kürzung der Renten, das Herauftreiben der Lebensmittelpreise über Millionen deutsche Menschen verhängt hat, sondern es handelt sich um den Beginn behördlicher Maßnahmen zur Einschränkung des Fleischverbrauchs, die Darres Selbstblockade und Hitlers Rüstungspolitik erzwingen. Der Gauleiter B ü r k e 1 erläßt folgende Bekanntmachimg: »Vielfach wirkt sich der bestehende vorübergehende Mangel in Schweinefleisch und Butter gerade bei jenem Teil der Bevölkerung aus, der schwere Handarbeiten verrichten muß. Als Nationalsozialisten bekennen wir uns durch die Einführung besonderer Maßnahmen, insbesondere zur Handarbeit(!). Diese Maßnahmen bedeuten für den einzelnen ein sehr geringes Opfer gegenüber dem Gemeinschaftssinn, den gerade die deutsche Arbeiterschaft im neuen Reich bekundet. Bs wird daher angeordnet: 1. Alle Parteigenossen mit ihren Familien, die dem Beamtenstand angehören, führen ab heute den Mittwoch und Freitag als fleischlose Tage ein. An alle nicht der Partei angehörenden höheren, mittleren und unteren Beamten, sowie an alle, die im Hinblick auf ihre tägliche Arbeit auf den Genuß von Fleisch verzichten können, ergeht der Appell, sich als Nationalsozialisten und Volksgenossen diesem Vorgehen anzuschließen. 2. Auf den Genuß von Butter findet die gleiche Anordnung für den gleichen Kreis und für die gleiche Zeit Anwendung. Desgleichen gilt der gleiche Appell für alle Partei- und Volksgenossen. 3. Die Parteiführer. Gauleiter, Kreisleiter, Gauamtsleiter, Ortagruppenleiter, Brigadeführer, Standartenführer und Sturmbannführer der SA und SS, für die Führer der HJ, der Frauenschaft des BdM, sowie für alle besoldeten Angestellten aller Glie-' derungen wird diese Anordnung auch auf den i Montag auagedehnt. Diese getroffene Maßnahme wird durch Erlaß des Gauleiters zur gegebenen Zeit wieder aufgehoben. Bs wird erwartet, daß dies in kürzester Frist wieder geschehen kann.« In den Zeiten vor der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft gab es allerdings solche Kundgebung des Gemeinschaftssinnes noch nicht. Damals waren die Löhne höher, die Preise niedriger, es gab keinen Fleisch- und Buttermangel, und es gab Margarine und amerikanisches Schweineschmalz in beliebigen Mengen zu weniger als einem Drittel der heutigen Preise. Es waren die»Jahre der Schmach«... Die»kürzeste Frist« aber, in der es— welcher Triumph des Hitlersystems— keine Verordnung über fleischlose Tage mehr geben wird, wird auf sich warten lassen. Denn alle bisherigen Maßnahmen — und es vergeht seit Wochen kein Tag, an dem nicht neue Maßregeln getroffen oder angekündigt werden— sind entweder völlig unzureichend oder vermehren nur das Uebcl— und breiten es weiter und weiter. Daß die Herstellung von Schlagsahne um 40 Prozent im Interesse der Butterversorgung verringert werden soll, ist angesichts der Mengen, die zur ausreichenden Versorgung fehlen, selbst wenn die Durchführung kontrollierbar wäre, ohne jede Bedeutung und nur ein demagogisches Mätzchen. Die eben verordnete Verringerung der Erzeugung von Kondensmilch beweist nur, daß jetzt auch die Sorge um die ausreichende Versorgung mit Frischmilch dringend geworden ist. Die Reduktion der Schweineschlachtungen um 30 Prozent verringert die inländische Fleischversorgung um über eine halbe Million Tonnen jährlich und muß die bestehende Knappheit zunächst außerordentlich verschärfen, um so mehr, da die angekündigte Vermehrung der Schweineeinfuhr um ein paar tausend Stück wöchentlich dieser Verminderung gegenüber gar nicht ins Gewicht fällt Es handelt sich eben nicht um eine »vorübergehende Erscheinung«, sondern um eine schwere Störung, um eine katastrophale Folge der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik, und nur eine völlige grnndstürzende Aenderung dieser Politik kann die Rettung bringen. Die blödsinnigen Zwangseingriffe in die landwirtschaftliche Produktion, der Autarkiewahn und die verrückte Drosselung der Einfuhr haben die agrarische Erzeugung in völlige Verwirrung gebracht und bedrohen vor allem die bäuerliche Veredlungsproduktion. Der Darre hat eine akute Futtermittelnot erzeugt, die im steigenden Maß die Viehaufzucht gefährdet und die Milch-, Butter-, Fett- und Fleischherstellung verringert. Schon jetzt unmittelbar nach der Ernte ist die Futterknappheit groß.»Das Sparen bei den Futtervorräten«, berichtet die»Frankfurter Zeitung«,»beginnt also diesmal noch früher als im letzten Jahr.« »Am Markt war Futtergetreide trotz lebhafter Nachfrage gerade so wie im Vorjahr kaum verfügbar«. Alle wertvollen Futtermittel sind ständig stark gefragt, und zum Teil recht teuer geworden. Selbst Kartoffelflocken zeigen seit längerem eine festere Haltung. Diese Futtermittelnot, die gerade die bäuerlichen Betriebe auf das Härteste trifft, während sie die Getreide und Futtermittel verkaufenden Großlandwirte begünstigt, ist die Wurzel des Uebels. Ihre Beseitigimg erfordert die sofortige Steigerung der Einfuhr. Dafür müssen die nötigen Devisen von Schacht bereit gestellt werden. Sie sind vorhanden, wenn das wahnsinnige Aufrüstungstempo verlangsamt wird. Esistnichtnotwendig, daß deutsche Menschen hungern, damit Hitler seinen Krieg haben kann. Die deutsche Aufrüstung ist nicht nur eine ständige Bedrohung des Friedens, sie ist zur Hungerdrohung gegen das deutsche Volk geworden. Soll der stetigen Verschlechterung der Lebenshaltung der Massen Einhalt geboten werden, dann müssen Devisen her für Lebensmittel; dann muß die Handelspolitik der Narren und Ignoranten, in deren Händen sie heute ist, wieder den Bedürfnissen des deutschen Volkes angepaßt werden; dann muß vom Ausland die Ergänzung des deutschen Le- bensmittelbedarfs beschafft werden, dar mit das Ausland wieder deutsche Industriewaren kaufen kann, die Arbeitslosigkeit unserer Exportarbeiter beseitigt, und die nötigen Devisen zur Bezahlung der Einfuhr wieder da sind, wie sie immer vof Hitler da waren. Dazu muß dem entfessele ten Militarismus Einhalt getan werden, der auf der immer fortschreitenden Verelendung des Volkes, auf dem Ruin seiner Wirtschaft hochgezüchtet wird. So wirft die Fleisch- und Butterknappheit alle Fragen der Politik auf und es zeigt sich der Zusammenhang, der zwischen den primitiven Bedürfnissen des tägüchen Lebens und den großen Problemen von Freiheit oder Diktatur besteht. Es ist Zeit, daß das deutsche Volk zu begreifen versteht, daß nur nach der Eroberung der Freiheit die deutsche Wirtschaft wieder gesunden, das deutsche Volk wieder im wachsenden Wohlstand und gesichertem Frieden leben kann. Denn Buttermangel und Freiheitsmangel— sie stehen wahrlich im engsten Zusammenhang! Dr. Richard Kern. Der Raubzug des Großkapitals Die Großindustrie, die mit der Aufrüstung alle Hände voll zu tun hat, verfügt zur Zeit über eine solche Geldfülle, daß sie alle Not hat, sie unterzubringen. Die Gelegenheit wäre jetzt günstig, damit die wachsende Flut der Arbeitsbeschaffungswechsel zu stauen, an Stelle der Sparer die Rüstungsgewinnler auf dem AJtar der Schuldenwirtschaft das Dritten Reiches opfern zu lassen. Zwar würde damit auch nur eine Art von Schuldtiteln durch eine andere abgelöst, und im Grunde ist die Methode, Anleihen mit Arbeitswechseln bezahlen zu lassen, eine doppelte Mogelei, erstens weil die Zeichnung der Anleihen nicht freiwillig erfolgt, sondern den Sparkassen usw. aufgezwungen ist, zweitens weil die Anleihen diese Bezeichnung ebensowenig verdienen, wie die Arbeitsbeschaffungswechsel echte Wechsel sind. Die Anleihen dürfen nicht zu Geld gemacht werden, sind also für(He Sparinstitute totes Kapital, keine Kapitalanlage, sondern Kapitalverlust. Die Arbeits- beschaf Cungswechsel sind keine wirkliche kurzfristige Wechselschuld, weil die Lieferanten zugleich mit dem in drei Monaten fälligen Wechseln vier weitere, auf den gleichen Betrag lautende Wechsel in Empfang nehmen müssen, die die fällig gewordenen abzulösen bestimmt sind. Es wird also, beim Eintausch von Arbeitsbeschaffungswechseln ge- i gen Anleihen nicht eine kurzfristige durch eine langfristige, sondern nur eine langfristige durch eine noch längerfristige Schuld ersetzt. Die Operation bat wesentlich den Zweck, den Raub an den Sparern durch den Schein einer soliden Anlage zu verschleiern undfür die von ihm vertretene Gefolgschaft etwas herausholen, eine Erscheinung, die bedauerlicherweise hier und dort zutage tritt.« Die Treuhänder wenden sich weiter gegen dem Versuch, daß die Vertrauensmänner aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden oder Ohmann wählen, »womit sofort wieder die organisatorische Entgegenstellung zwischen dem Unternehmer und seinen Arbeitsnehmern im praktischen Ansatz verbunden wäre.« Die Frkf. Ztg. warnt die Vertrauensräte sich durch solche Fehler»mithin doch wieder als Befürworter berechtigter Interessen« fühlen zu können und unterstützt die von den Treuhändern gegen die Vertrauensräte getroffenen Schutrordnungem Indes sie sagt: »Die Anweisungen zeigen im ganzen das schon früh sichtbare Bestreben, in diesem Stadium der Entwicklung den Beteiligten jede äußere, ja selbst jede sprachliche Stütze zu nehmen an der sich ein Gegen einanderarbeiten aufrichten könnte.« Die ganze Aktion zeigt nur allzu deutlich, daß der art beflissene Vertrauensmann seiner Aufgabe nur gerecht werden kann, wenn er sieb des vollen Mißtrauens seiner Arbeitskameraden erfreut. Vcrtrauensrats-Korruption Unter der irreführenden Bezeichnung»der Kündigungsschutz der Vertrauensmänner« erläutert ein Dr. Weigelt in den Schulungsblättern der DAF den ehrenamtlichen Charakter des Vertrauensrats. »Der Charakter des Ehrenamts würde verletzt, wenn der Vertrauensmann die Unkündbarkeit seiner Stellung dazu mißbrauchen würde, um für sich Arbeitsbedingungen zu erhalten, die seinen Arbeitskameraden nicht mehr zukommen, da sie allgemein im Betrieb geändert sind.« Die Frkft. Ztg. berichtet dazu von einem Erlaß des Treuhänders für Sachsen, der es als unzulässig bezeichnen muß, wenn Unternehmer einzelnen Vertrauensmännern»besondere Vergünstigungen« gewähren. Der Treuhänder für Brandenburg führt aus: »da wird z. B. die Pauschalvergütung von Spesen untersagt werden müssen, um den ehrenamtlichen Charakter des Vm. nicht auf dem Umweg über Spesenkonto(bei denen man im Sport so schlechte Erfahrungen gemacht hat) ins Zwielicht zu rücken.« Das gleiche gelte, wenn der Vm. nur deshalb befördert wird, weil er Vm. ist. So befassen sich die Treuhänder Anweisungen mit den weiteren Maßnahmen, die den Vm. zum Mann mit»besonderen Chancen« macht Wie weit muß die Vertrauensratskorruption gediehen sein, wenn dne Frkft. Ztg. die letzten Anweisungen mit dem Satz begleitet; »Es ist klar, daß man sonst der stillen Korruption Tür und Tor öffnet.« Herr Weigelt setzt aber gleichzeitig juristisch auseinander, was für den nicht korrumpierten Vertrauenrat vom sog. K U n- digunggsschutz-im Dritten Reich übrig bleibt. Er erklärt, daß die Kündigung eines Vm. grundsätzlich zwar unzulässig ist, aber nach Ausspruch der Kündigung ist der Verzicht auf den Kündigungsschutz in stillschweigender Form dann zulässig, wenn der Vm. nachträglich von sich aus kündigt oder mit seinem Atisscheiden aus dem Betrieb ausdrücklich einverstanden ist. Bei der Un- temehmergewalt, der ein Arbeiter heute im Hitler-Reich untersteht ist es nicht schwer, eine solche nachträglich»im gegenseitigen Einveraehmen« erfolgte vertragliche Lösung des Arbeitsverhältnisses zu konstruieren. Die andere Umgehung des Kündigungsschutzes ist dem Unternehmer gegeben, indem er»nach freiem Ermessen« die Arbeitsbedingungen für die Belegschaft abändert. Eine in aolchen Fällen an alle Gefolgschaftsmitglieder gerichtete Kündigung bleibt zwar zunächst für den Vertrauensrat unwirksam. »Ist dagegen der Unternehmer kraft seines Direktionsrechts befugt, bei bestehendem Arbeitsvertrag die Bedingungen zu ändern, so gilt dies auch gegenüber dem Vertrauensmann.« Dieses Direktionsrecht haben die deutschen Unternehmer entweder durch eine Betriebsordnung oder durch eine Tarifordnung. Schließlich hat es der Unternehmer in der Hand, den Kündigungsschutz des Vm. unwirksam zu machen. Indem er seinen Betrieb ganz oder teilweise stillegt, bezw. seine Absicht zur Stillegung äußert. Weigelt kommentiert den 5 14 dahin, daß »in erster Linie der Wille des Unternehmers entscheidet, ob eine Stillegung vorliegt oder nicht« Diese letzten Anweisungen der Treuhänder beweisen mehr, als alle bisherige Kritik, wie brüchig das Vertrauensratssystem sich heute schon erwiesen hat Es gab bis jetzt noch einzelne Vertrauensräte, die gezwungen vom Druck ihrer Arbeitskameraden gelegentlich ein Wort zugunsten der Belegschaft gewagt hatten. Sie werden als»klassenkämpferisch« und in der»alten Atmosphäre des Betriebsrats der Vergangenheit« verdächtigt und beseitigt. Es gibt Vertrauensräte, die sich auf Kosten ihrer Arbeitskameraden von ihrem Unternehmer begünstigen und korrumpieren lassen. Ihre fundierte Betriebsgemeinschaft wird sich auch durch Anweisungen der Treuhänder kaum zerreißen lassen. Es gibt schließlich Vertrauensräte, die mit oder ohne Bestechung ihre nationalsozialistische Pflicht erfüllen und als Vertrauensrat den systematischen Arbeiterverrat betreiben. Die klassenbewußten Arbeiter wissen, was sie den Hit- lerschen Mißtrauensräten schuldig sind. nämlich im Dritten Reich, das keine ander« Sorgen hat. die hochwichtige Frage aufgetaucht, wer sich als»Führer« und wer nur als»Leiter« aufspielen dürfe. Zunächst, so berichtet die»Preußische« wurde kurzerhand dahin entschieden, daß es»im nationalsoziae listischen Deutschland nur Führer geben könne.« Dann trat eine»leichte Ebbet ein. AM aber die Partei den Begriff Amtswalter in die Welt setzte, »erstand in allen Verbänden und Verbändchen eine stramme Amtswalterschaft, bis ein Erlaß des Reichsorganisationsleiters unter diesen Unfug einen dicken Strich setzte. Inzwischen hatte die Partei den neuen Begriff des»politischen Leiters« geprägt und nun gehen in Abwandlung dieser Neuschöpfimg die Untersuchungen darüber durch das Schrifttum, wer Führer und wer Leiter sei.« Den Obernazis paßt das nicht, denn ihre ganze Religion, die dem Volke um jeden Preis erhalten werden soll, fußt auf dem Gebot:»Ihr sollt keine andern Führer haben neben uns!« Deshalb ereifert sich der Artikelschreiber: »Eis wird der Einmaligkeit des Führerbegrriff es, wie ihn die nationalsozialistische Bewegung in ihrem Führer Adolf Hitler selbst geschaffen hat, kein Dienst erwiesen, wenn man nunmehr an der Führerpersön-, liebkeit herumdoktert und in philosophisch gehaltenen Untersuchungen darüber nach- gp-übelt, was ein Führer ist und darf, was er nicht ist und nicht darf, was»typisch«. für ihn ist und was nicht.« Was aber für das Dritte Reich typisch ist, kann jeder unschwer erkennen; an die Stelle der Leistung ist der Vereinsrang getreten, die braunen Recken schmücken sich mit Titeln wie der Kampfhahn zur Brunstzelt mit bunten Federn, und je lächerlicher sie sich aufführen, desto ernster nehmen sie sich: selbst. Lohnbesdilagnahme In der»FYankfurter Zeitung« war dieser Tage folgende Notiz zu lesen; »Braunschwelg, 35. Oktober. Ein Werk in Wittmar(Kreis Wolfenbüttel) bat für seine Gefolgschaft 800 Flaschen Patenwein bestellt. Der Betrag dafür wird dem Einzelnen in fünf Monatsraten abgezogen.« Die Arbeiter werden gar nicht erst gefragt. Es wird ihnen kurzerhand fünf Monate hindurch ein Teil ihres Lohnes von dem Unternehmer für Wein beschlagnahmt. Dabei reicht der gegen früher stark gesenkte Reallohn nicht hin, um den dringendsten Bedarf an Nahrungsmitteln und Bedarfsartikeln zu decken. Aber die Nazibonzen wollen als Retter der Winzer glänzen und da müssen eben die Arbeiter bluten. »Keine beneidenswerte Aufgabe...« In der»Berliner Börsen-Zeitung« vom 14. Oktober 1935 war in einer Notiz über Kriegsberichterstattung folgendes zu lesen: »In Addis Abeba befinden sich, wie es heißt, zur Zeit an hundert Kriegsberichterstatter aus aller Herren Länder. Das Hauptkontingent stellen natürlich Engländer und Amerikaner. Die reichsdeut- schen Berichterstatter stehen dabei vor keiner beneidenswerten Aufgabe. Sie müssen auf 500 km authentische, wahrheitsgetreue, gut verkäufliche... Meldungen liefern, vor allem aber solche, die der Ansicht oder der Erwartung entsprechen, welche den Durchschnittsleser des sogenannten Durchschnittsweltblatt es mit dem abessiniachen Krieg verknüpft...< In der Nummer vom 15. Oktober erschien In der»Berliner Börsen-Zeitung« diese »Druckfehlerberichtigung«: »In unserem gestrigen Streiflicht .•Kriegsberichterstattung« wurde die Tätigkeit der Kriegs bericherstatter in Addis Abeba kritisch beleuchtet. Dabei ist leider der Sinn durch einen besonders üblen Druckfehler in sein Gegenteil verkehrt worden. Statt»die reichsdeutschen Berichterstatter« muß es natürlich heißen »die nichtdeutschen Berichterstatter«. Der Druckfehlerteufel hat die Wahrheit über die Aufgabe der Berichterstatter und Redakteure in Hltlerdeutschlancl_ ausgesprochen; sie dürfen nur Meldungen und Artikel liefern, die in allen Dingen der für cfie Durchschnittsleser sogenannten Durchschnittsweltblätter von der nationalsozialistischen Regierung bereit- gehaltenen Ansicht und Erwartung entsprechen. Vielleicht bandelt es sich gar nicht um einen Druckfeh- 1 e r, sondern um einen Seufzer der Kuliredakteure der»Berliner Börsen-Zeitung«. „Chinesisdie Kulis" Das Erfurter Schöffengericht hatte sich mit einem Strafantrag des Erfurter Kreisleiters der Deutschen"Arbeitsfront gegen einen seit längerer Zeit arbeitslosen Arbeiter zu beschäftigen. Dieser Mann hatte In seinem Briefe an seinen Bruder in Danzig die Lage der deutschen Arbeiterschaft unter der Hitlerherrschaft erwähnt und dabei davon gesprochen. daß sie»auf den Standpunkt chinesischer Kulis herabgesunken sei«. Die Devisenstelle hatte den Brief des Erfurter Arbeitslosen geöffnet, sicher nicht, um nach Devisen zu suchen, sondern, um die allgemein übliche politische Zensur auszuüben. Sie hat den Brief an den Krelsleiter der Deutschen Adbedtsfront weitergeleitet. Obwohl der Staatsanwalt eine einmonatige Gefängnisstrafe beantragte, sprach das Schöffengericht den Angeklagten frei. In der Urteilsbegründung werden die gebrauchten Redewendungen zwar als»eine ungehörige und unberechtigte Kritik« bezeichnet, aber es wird festgestellt, daß der Vorsatz, jemanden zu beleidigen, bei der Abfassung des Briefe« nicht vorhanden gewesen sei. Obwohl der Erfurter Arbeitslose nur der Auffassung Ausdruck gegeben hat, die von vielen lausenden arbeitenden Menschen in Deutschland geteilt wird, ist doch zu befürchten, daß das Urteil des Schöffengerichtes durch eine höhere Instanz im Sinne des nationalsozialistischen Staatsanwalts korrigiert werden wird. Die Chance Ein badisches Naziblatt schreibt: »Die Konzentrationslager sind ein Erzieh ungsinstrument erster Qualität. Für manchen, der sie absolvierte, dürften sie die erste Chance seines Lebens gewesen sein...« Die Chance,»auf der Flucht« umgebracht zu werden! AUUmcc 101, Bd. Raspail. Paris(VTe) PraktiaobM Inirtlt.it Mir«■■■■»■[■iihi SnrarhO Direktor: M. Robert Dupouey. � f Der Winter-Lehrgang für die perfekte Erlernung der französischen Sprache beginnt a-111 4. November. Der Arbeitsplan umfaßt wöchentlich; Sechzehn Stunden mindestens praktisch* SprochUbnngen, einschließlich UebersetzungeD i Ina Französische. Siebzehn Vorlesungen und Vorträge. Ein kunstgeschichtlicher Rundgang. Einschreibegebühr: 105 Frcs. monatlich, 500 Frca. für alle 4 Monate(4. Nov. bis 28. Feb.) Besondere Karten zum Preise von 80 Frcs. monatlich werden denjenigen Personen ausgegeben, die sich nur an den Vorträgen zt beteülgen wünschen. Jahrmarkt der Eitelkeiten Die»Preußische Zeitung«, ein parteiamtliches, mit Hoheitszeichen versehenes Organ, entwirft in einem Artikel»F Uhrer oder Leiter?«— ein erheiterndes Bild vom Jahrmarkt brauner Eitelkeiten. Eis tot da T&ufl-IIöcmMa 6oiiol�emoFraHfcl>r0 iDec�mblal Herausgeber: Ernst Sattier; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn: Druck;»Graphla«; alle in Karlsbad- Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159,334/VII-1933. Printed in Czecho-Slovakia. Der»Nene Vorwärts« kostet Im Einzd" verkaul innerhalb der CSR. Kö 1.40(für eW Quartal bei freier Zustellung Kö 18.—). PreM der Einzelnummer im Ausland Kö 2.—(K* 24.— für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung(die Bezugspreise tü* das Quartal stehen in Klammem): ArgentlnieB Pes. 0.30(3.60), Belgien Frs. 2.45(29.50). Bulgarien Lew 8.—(96.—). Danzig Guld. 0.45 (5.40), Deutschland Mk. 0.25(3.—), Estland E. Kr. 0.22(2.64), Finnland Fmk. 4.—(48.—-). Frankreich Frs. 1.50(18.—). Großbritannien d 4.—(Sh. 4.—). Holland Gld. 0.16(180). Italien Lir. 1.10(13.20), Jugoslawien Dln. 4.50 (54.—). Lettland LaL 080(3.60). Litauen Llt- 085(6.60), Luxemburg B. EYs. 2.45(29.50). Norwegen Kr. 0.35(4.20). Oesterreich Scb- 0.40(4.80), Palästina P. Pf. 0.020(0.216). Polen Zloty 0.50(6.—). Portugal Esc. 2.— '24.—). Rumänien Lei 10.—(120.—), Schweden Kr. 0.36(4.20). Schweiz FYs. 0.30(3.60). Spanien Pe«. 0.70(8.40), Ungarn Pengö 085 (4.20), USA. 0.08(L—). Einzahlungen können auf folgende Postscbeckkonten erfolgen: Tschechoslowakei5 Zeitschrift»Neuer Vorwärts« Karlsbad. PraÄ 46.149. Oesterreich;»Neuer Vorwärts« Karlsbad Wien B- 198.304. Polen:»Neuer Vorwärts* Karlsbad. Warschau 190.163. Schweiz:»Neuer Vorwärts« Karlsbad Zürich Nr. VTI1 14.697- Ungarn: Anglo-Cech»slovakische und Prag er Credltbank Filiale Karlsbad. Konto»Neuer Vorwärts« Budapest Nr. 2029. Jugoslawien! Anglo-Cechoslovaklsche und Prager Credltbank, Filiale Belgrad. Konto»Neuer Vorwärts«. Beograd Nr. 51.003. Genaue Bezeichnung der Konten tot erforderlich.