Nr. 130 S01VNTAG, S. Dez. 193S Aus dem Inhalt: Zur Frage der Einheitsfront Schacht sucht Dumme Wachsende Unzufriedenheit Adolf I. Verlag; Karlsbad, Haus„Graphia44— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Geld aus der Luft Minister Seldtes Geschäfte— Erpressungen an Cckener und Junkers Die Reichswehr hat schon in der Weimarer Republik mit geheimen Luftrüstnn- gen gespielt und dabei gesetzwidrige Fl- nanzmanipnlationen unternommen. Nach der Machtergreifung Hitlers wurden diese Anfänge im großen Stile fortgesetzt. Es entstand die Luftrüstungskonjunktur, mit der Rüstungskonjunktur die Konjunktur für die Schieber und Korruptionisten. Die Bande von Aufrüstungshyänen, in deren Treiben wir in unserer letzten Nummer hineingeleuchtet haben, machte sich diese Konjunktur zu Nutzen. Wir enthüllen heute, wie sie die Luftrüstungsfirmen geschröpft und erpreßt haben. Das Blatt des Reichsministers S e 1 d t e, die»Kreuz-Zeitung«, diente dabei wieder als Mittel. Der Hauptmann J o h s t, da« aktivste Element in dieser Bande, bezeichnete als erstes Angriffsobjekt den Zeppe- linbau in Friedrichsbafen. Dr. Etkener wird erpreßt Auf Anweisung von Hauptmann Jobst veröffentlichte die»Kreuz-Zeltung« einen Monat lang Artikel über die Notwendigkeit der deutschen Luftschiffahrt und Einzelheiten Über den Zeppelinbau, unter anderem von dem Fachberater der Reichswehr, Prof. Pirath von der Technischen Hochschule in Stuttgart. Als dies geschehen war, wurde Major Wulkow von der»Kreuz-Zeitung« in erste Garnitur gesteckt und zu Dr. Eckener beordert. Es war Ihm bereits eine Empfehlung der»Kreuz-Zeitung« durch die Reichswehr vorausgegangen. Eckener zeigte dem Wulkow die kalte Schulter. Er meinte, daß er sehr wenig Mittel zu Propagandazwecken zur Verfügung habe, außerdem sei die»Kreuz- Zeitung« nicht das geeignete Organ, da ihre Verbreitung und ihre Bedeutung nur gering sei. Nach dieser Ablehnung leitete Hauptmann Jobst ein regelrechtes Erpressungsmanöver ein. Er bestellte den zweiten Luftschiffkapitän des Zeppellnbaus, Flemmlng, nach Berlin. Flemmlng hatte Differenzen mit Eckener und stand sich nicht gut mit ihm. Er war eine Zeitlang der Exponent der Reichswehr beim Zeppelinbau, bis Ende 1932 Fachberater des Reichswehrminis teri ums für gewisse technische Einzelfragen der Luftschiffahrt. Der Luftschiffbau Friedrichshafen wird aus allgemeinen Reichsmitteln und aus Reichswehrmitteln subventioniert. Jobst verhörte nun in Berlin Flemmlng über seine Differenzen mit Eckener und über Interne Verhältnisse des Luftschiffbaus Friedrichshafen. Flemmlng machte den Luftschiffbau und Eckener fürchterlich herunter; Jobst verfertigte darüber ein genaues Protokoll, um damit gegen Eckener vorzugehen. Dieses Protokoll wurde von Jobst dem Major Wulkow von der »Kreuz-Zeltung« übergeben. Wulkow fuhr mit einer Abschrift nach Friedrichshafen, zeigte»le Eckener und wies darauf hin, welche Intimen Beziehungen die»Kreuz-Zeitung« zur Reichswehr habe. Er erzählte ihm welter, daß die »Kreuz-Zeitung« dank ihrer ausgezeichneten Beziehungen Einfluß darauf habe, wie »ich die Personalverhältnisse beim Luftschiffbau Friedrichshafen gestalten würden. Nun mußte Eckener klein beigeben. Lr erklärte sich bereit, alles, was die»Kreuz- Zeitung« bisher an Luftschiffpropaganda veröffentlicht hatte, und das, was sie noch veröffentlichen würde, zu honorieren. Er mußte dafür einen Preis von 5 Mark pro Zeile zahlen. Bis Ende Juni 1033 hat der Luftschiffbau Friedrichshafen 20.000 Mark an die»Kreuz- Zeitung« gezahlt. Nach Abzug aller Spesen verblieb der»Kreuz-Zeitung« ein Nettoverdienst von 14.000 Mark, von dem Hauptmann Jobst die Summe von 3000 Mark erhielt. * Um System in die Sache zu bringen, führte die»Kreuz-Zeitung« eine ständige Beilage ein unter dem Titel»Luftfahrt und Luftschutz«. Hier wird der Zusammenhang zwischen der angeblich nationalen Propaganda und der Raffgier der Aufrüstungshyänen ganz klar. Der Zweck der Sache war nur, Herrn Franz Seldte, mit ihm Offiziere, Sachverständige, Beamte an den Rüstungsgewinnen zu beteiligen. Die Leute von der»Kreuz-Zeitung« brauchten zu dieser neuen Serie von Geschäften sogenannte Sachverständige. Die Gruppe um den Hauptmann Jobst schob nun eine neue Gruppe ins Geschäft Es war vor allem der Ingenieur Fritz Hohm, der ein internationales Archiv für Luftfahrt besitzt und seit 1923 Fachberater der Reichswehr ist. Dieser stellte die Verbindungen her zu D r. Heinz Orlovius, dem Pressechef des Luftfahrtministeriums. dem Oberregie- rungsrat Großkreutz und dem Reichsleiter des. zivilen I�uftsckuUes. �gr-s.. Als die Beilage der»Kreuz-Zeitung« startete, lieferte Orlovius den dazu gehörigen Leitartikel; Honorar 1000 Mark, C o r s und Hohm je einen Artikel, für den sie jeder 500 Mark erhielten. Nun mußten mit dieser Beilage die üblichen Geschäfte gemacht werden. Dabei tauchte Hauptmann Jobst wieder auf und erklärte; »Ich muß mitgenommen werden.« Die erste Firma, die aufs Korn genommen wurde, war— teufliche Ironie— die D e r o p(Deutsch-Russische Petroleumgesellschaft). Die Derop muß binden Mit den üblichen Mitteln und deutlichen Drohungen wurde die Firma genötigt, Inserate aufzugeben und Abonnements abzunehmen. Die Bearbeitung dieser Firma übernahm C o r s, danach ging Wulkow und machte das Geschäft fertig. Der Auftrag der Derop belief sich auf etwa 10.000 Mark. Davon erhielten: Jobst 1000 Mark, Cors 500 Mark, Orlovius 300 Mark. Junkers wird erpreßt Nun wurde die Firma Junkers aufs Korn genommen. Das besorgten gemeinschaftlich Jobst und Orlovius. Major Schäfer und Orlovius schoben der»Kreuz-Zeitung« Material über die Zustände in den Junkerswerken zu. Eis ging der Junkers-Gesellschaft damals finanzieU schlecht, es sollten dort Schweinerelen vorgekoif.men sein, auch sollten die Geschäftsmethoden nicht ganz einwandfrei gewesen sein. In der»Kreuz-Zeitung« wurde nun dies Material zu einem Artikel verarbeitet, der die Firma vernichten mußte. Verabredungsgemäß erhielten Jobst, Cors und Orlovius Vorabzüge dieses Artikels. Junkers kam nach Berlin, Jobst und Orlovius unterbreiteten ihm dieses Material und erklärten ihm, daß die »Kreuz-Zeitung« es veröffentlichen wolle. Junkers, der einen neuen Dieselmotor für Flugzeuge vorführen wollte, erschrak und bat um Vermittlung. Jobst und Orlovius erklärten nun, daß eine Verhinderung des Erscheinens des Artikel» nicht nur im Interesse des Junkers-Fiug- zeugbaus, sondern im allgemeinen nationalen Interesse läge. Leider aber hätten sie keine Möglichkeit, die Publikation zu verhindern, da der Artikel nur konkrete Tatsachen brächte. Die Junkers-Werke müßten sich selbst darum bemühen, vielleicht könnten sie auf die»Kreuz-Zeitung« einwirken, freilich würde dies eine Menge Geld kosten. Man sandte den Professor Junkers zu Major Wulkow. Der war schon Im Bilde. Er begnügte sich angesichts der schlechten Finanzlage der Junkers-Werke mit B 0 0 0 Mark. Innerhalb von drei Tagen zahlten die Junkers-Werke an die»Kreuz- Zeitung«. Von dem Geld erhielten Jobst 300 Mark, Orlovius 300 Mark, Wulkow 300 Mark. Das Rulirgebiei- ein brodelnder Hexenkessel Offene Lebensmiltclunruheu in Redclinghausen Aus Westdeutschland wird uns berichtet; Im Ruhrgebiet hat die Nahrun gsinlttelnot in der Bevölkerung eine ungeheure Spannung hervorgerufen. In allen Schichten der Bevölkerung herrscht Unruhe. Bei den kleinen Gelegenheiten des täglichen Lebens wird den Nazis der gallige Unwillen deutlich ins Gesicht geschleudert. Frauen treten gegen Frauen auf, schlagen sich um ein Viertelpfund Fett und gießen den ganzen angesammelten Haß und Hohn über die Naziweiber. In den Betrieben werden die Nazis am laufenden Band in ironischer und zynischer Weise gehöhnt. Im Mittelstand herrscht eine unbeschreibliche Hilflosigkeit und Unruhe, da die Existenz jetzt genau so bedroht ist wie In der Inflationszeit. Die Polizei übt eine starke Zurückhaltung, selbst bei Zusammenstößen auf der Straße. Es werden Szenen berichtet, in denen die Polizeibeamten statt einzugreifen zu beruhigen versuchten oder den Schauplatz verließen, um nicht eingreifen zu müssen. Die Spannung führte am 23. November in Rechlinghausen zu ernsten Le- bcnsmittelunmhen auf dem Wochenmarkt. Die Marktstände wurden gestürmt, so daß die Polizei eingreifen mußte. Nachdem die erste Beruhigung eingetreten war, führte die Polizei den Verkauf der In geringen Quanten vorhandenen Fleischwaren und Fette selbst durch. Die Händler waren In derselben Aufregung wie das Publikum und beschworen die Menge immer wieder, es doch nicht ihnen zuzuschreiben, da sie ja auch nur ein Opfer der Notlage seien. Die Käufer, vor allem Frauen, verlangten besonders Fettwaren(Margarine, Butter, Wurst, Speck). Es wurde laut die Empörung über den großen Mangel an wichtig- sten Lebensmitteln geäußert. Die Polizei betrug sich sehr korrekt, SA und SS ist nicht eingesetzt, da sich die Behörden diese Provokation nicht leisten können. Den Nazis sagt die Bevölkerung u. a.:»Ihr krummen Hunde habt doch die ganze Schuld an dem Dalles.« Nüchterne Beobachter der Volksstiramung sagen:»Das Ruhrgebiet Ist ein brodelnder Hexenkessel« oder:»Wir leben auf einem Pulverfaß.« Kohrbadi zahlt Im Juni/Juli 1933 konnte die Firma Rohrbach nicht in das Aufrüstungsgeschäfl kommen. Aua irgendwelchen Gründen war Rohrbach weder bei der Reichswehr, noch beim Reichsluftfahrtministerium beliebt. Er wurde deshalb auch nicht subventioniert. Da er aber immer wieder sich um Subventionen bewarb, ■wurde schließlich eine Kommission zu ihm geschickt, um seinen Betrieb zu prüfen. Dieser Kommission gehörten u. a. Jobst, Orlovius und Cors an. Nach der Besichtigung des Betriebes sagten ihm die drei, er solle doch seine neuen Modelle in geeigneter Weise in der Prosse propagieren. Dafür käme aber nur die ausgezeichnete Luftfahrtbeilage der»Kreuz-Zeitung« in Frage. Das koste natürlich Geld. Als Rohrbach fragte, wo er das Geld hernehmen solle, sagte man ihm, das müsse er zunächst einmal investieren. Später würde er dann schon Subventionen erhalten. Rohrbacb wandte sich nun tatsächlich an die»Kreuz-Zeltung« und zahlte ihr für Pro- paganda für seine Produktion 5000 Mark. Davon erhielten Jobst, Cor» und Orlovius je 500 Mark. Die Propaganda-Artikel über die Kohrbach-Werke schrieb Hohm, der in dor üblichen fürstlichen Weise dafür honoriert wurde. Die nalional-mililär« politisdien Gründe bei Fodke« Wulff Bei der Firma Focke-Wulff in Bremen war der Vorgang ähnlich wie bei Rohrbach, Gelderfolg für che»Kreuz-Zeitung« 3000 Mark, davon je 300 Mark Provision an Jobst, Orlovius und Cors. Hohm lieferte wieder die Artikel, wofür er selbstverständlich sein Honorar erhielt. Diese Artikel konnten aber nicht erscheinen, aus dem einfachen Grunde, well bei der»Kreuz-Zeitung« schon so viel Material vorlag, daß gar nicht mehr alles publiziert werden konnte. Die Firmen, die hohe Beträge für Propagandazwecke gezahlt hatten, waren einfach übers Ohr gehauen. Die Firma Focke-Wulff jedoch drängte, sie wollte für ihre 3000 Mark wirkliche Propaganda sehen. Da rief Orlovius bei der Firma an und erklärte:»Aus national-militärpolitischen Gründen dürfen die Artikel vorläufig nicht erscheinen.« Bayrisdie Motoren-Werke Auch bei den Bayrischen Motoren- Werken wurde das Geschäft ähnlich getätigt wie In den vorhergenannten Fällen. Die Zahlung an die»Kreuz-Zeltung« betrug 5 0 0 0 Mark, davon die üblichen Provisionen au Jobst, Orlovius und Cors. In diesem Falle bekam Hohm direkt, ohne Artikel zu liefern. Schließlich kam auch der Zeppelinbau Friedrichshafen noch einmal dran. Er hatte Mitte 1933 eine Subvention aus Reichsmitteln von etwa 100.000 Mark für besondere Zwecke erhalten. Nun leisteten Schäfer, Orlovius, Großkreutz und Hohm die Üblichen Vorarbeiten, der geschäftliche Erfolg für die»Kreuz-Zeitung« betrug 10.000 Mark, Schäfer, Orlovius, GroB- kreutz und Hohm erhielten je 500 Mark. » Alle-diese Vorgänge spielten sich im Juni und Juli 1933 ab. Der Reichaminister Franz Seldte steckte die auf diese Weise für seine Zeitung ergaunerten Gelder ein. Er war über Herkunft und Eingang der Gelder, über die angewandten Methoden, sowie über die gezahlten Schmiergelder vollständig im Bilde. Er hat damit ein Vermögen verdient. Die Unzufriedenheit wächst! Von den Voraussetzungen der Revolution das gen, vor allem in der Textil-, der Schuhund der Radioindustrie. Auch in der bisher so begünstigten Autoindustrie mehren sich Zweifel, ob der Absatz noch lange im bisherigen Umfang aufrecht zu halten sein wird. Daneben spielt aber das Problem Von der Ernährungsfront nichts schaltung und Vereinheitlichung aller Ge-| tisierung in nennenswertem Maße bereits der Werterhaltung des Geldes Neues! Die Knappheit an Butter und sinnung seine Stärke beruht. eingesetzt hat, ob die fast völlige Atomi- eine immer größere Rolle. Die AngliedeSchweinefleisch dauert trotz etwas ver- Die Ernährungssorgen sind auch nicht sierung aller gesellschaftlichen Bewegun- rungen aller Art, auch die Anlagen in ganz mehrter Einfuhr unvermindert an. Obst die einzigen Wirtschaftssorgen in Deutsch- gen, die die Diktatur in ihrem ersten Sta- disparaten Unternehmungen, häufen sich und viele Gemüsesorten sind zum Teil land. Die Bauern sind über die Ein- dium erreicht zu haben glaubte, schon in in auffallender Weise. Und die Inflationsgleichfalls wenig angeboten, die Quali- griffe in ihrer Wirtschaft, über die Er- stärkerem Maße überwunden wird, läßt angst verbreitet sich von diesen Kreisen tät ist schlecht und die Preise sind hoch. schütterung ihrer Kreditfähigkeit durch sich schwer beurteilen. Aber die Nachrich- aus allmählich auf andere Schichten. BrilAn eine rasche Aenderung der Lage glaubt das Erbhofgesetz, über die Zwangsabliefe- ten aus Deutschland bestätigen auf alle lanten sind in Berlin kaum mehr erhältniemand mehr, und selbst die offiziellen rungen ihrer Produkte aufs äußerste erbit- Fälle, daß die Voraussetzung die- lich, obwohl sie bis zum vierfachen des Versprechungen, in Kürze würden die tert. Die Industriellen sehen mit ser Politisierung, sehr Wertes überzahlt werden. Die großen Junormalen Verhältnisse wiederkehren, wer- immer größerer Besorgnis die wachsenden rasche Wachsen der Unzufrie- welengeschäfte sind ausverkauft und golvom Markte verden immer spärlicher. Dafür versichern Schwierigkeiten der Rohstoffversorgung, den heit, in der letzten Zeit ganz auffäl- dene Zigarettendosen die Führer aller Art immer nachdrück- fürchten die Fehlinvestitionen, die ihnen lige Fortschritte gemacht hat. Ein Mann, schwunden. In den Straßen aber stehen licher, daß Butter und Fleisch weniger durch die zwangsweise Errichtung von der kürzlich nach längerer Abwesenheit die Frauen nach wie vor Schlange vor den notwendig seien als Kanonen. Die Frage Werken für die teueren und unzulänglichen einige Zeit in Deutschland weilte, ein Bür- Butterläden. Die Stimmung ist miserabel ist, im Grunde genommen, ganz richtig Ersatzstoffe auferlegt werden, und sehen gerlicher, der zu Industriellen- und Bank- und die bitteren Witzworte fliegen von gestellt. In der Wirtschaft gibt es keine das Schwinden des Geldwertes durch die kreisen stets in engen Beziehungen stand, Mund zu Mund. Wunder. Wenn ein übermäßig großer inflationistische Finanzierung immer un- schilderte kürzlich sehr anschaulich den> Was ist paradox? Wenn es in dem SauTeil der Produktivkräfte der deutschen vermeidlicher herannahmen. Für alle diese Umschlag der Stimmung gerade in diesen stall kein Schweinefleisch gibt.< >> Hitler hält seine Versprechungen; er Wirtschaft zur Erzeugung von Kanonen, Kreise gilt das gleiche: so lange sie nur Kreisen. Dieselben Industriellen, die noch Flugzeugen, kurz des ganzen ungeheuren ihre partikularen Interessen verletzt sahen, vor einigen Monaten zwar Besorgnisse über hat allen Brot und Arbeit versprochen, Heeresapparats verwandt wird, dann so lange sie in der Vereinzelung der Ab- einzelne Fehler des Regimes äußerten, aber aber keine Butter. Heil Hitler.<< steht ein um so geringerer Teil von Pro- wehr gegen die Verletzung ihrer Sonder- zugleich ihrer Zuversicht Ausdruck gaben, Trotz Spitzel- Ueberwachung und häuduktivkräften zur Erzeugung von Lebens- interessen beharren, so lange bleiben sie daß man trotz allem schon durchkommen figen Verhaftungen wird laut geschimpft. mitteln, Kleidung und Kulturbedürfnissen ohnmächtig, bleibt das System allmächtig. und Erfolge erzielen werde, sind heute tief Die Einschüchterungen haben an Wirksamkeit verloren. Kaum weniger unzuzur Verfügung. Dabei macht es in letzter Erst wenn sie verstehen, daß sie alle deprimiert. Linie keinen Unterschied, daß in dem Opfer nicht einzelner Irrtümer, sondern Sie fürchten vor allem den unausbleib- frieden als die schimpfenden Arbeiterinnen verruchten liberalistischen System ein Opfer des Systems sind, erst dann lichen Beschäftigungsrückgang. sind die Fleischer und Bäcker, einst die Teil der Produktivkräfte zur Erzeugung können die einzelnen partikularen Interes- Die Berliner Großbetriebe Sie- treuesten Hitleranhänger und heute die nützlicher Industriewaren verwandt wur- sen zusammengefaßt werden und in eine mens, AEG, Osram, sehen sich vor Opfer durch den Konsumrückgang und die de, die mit dem Ausland in Milliarden- allgemeine politische Bewegung ausmün- der Notwendigkeit, ganze Abteilun- mangelnde Versorgung. So sind alle Elemente vorhanden, aus umsätzen gegen Lebensmittel und Roh- den, die die Beseitigung dieses Systems an- gen stillzulegen, während anderervon zu- strebt und den einzelnen gesellschaftlichen seits den Nationalsozialisten der denen allmählich politische Opposition gestoffe umgetauscht wurden und so gleich der Beschäftigung der Industrie Interessen jene Bewegungsfreiheit erobert, stärkste Druck ausgeübt wird, möglichst formt werden kann, sobald den Geschädigund der Versorgung der Bevölkerung die ihnen jetzt genommen ist und genom- viel Arbeiter in den Betrieben durchzuhal- ten und Unterdrückten zum Bewußtsein dienten. Daß die deutsche Kriegswirt- men bleiben wird, so lange sie in der Ver- ten. In den Kreisen der mittleren Industrie kommt, daß die gemeinsame Wurzel des schaft diesen Internationalen einzelung, d. h. also so lange sie unpoli- drückt die doppelte Sorge des Rohstoff- Uebels in dem System liegt, das DeutschAustausch zu einem großen Teil ver- tisch bleiben. mangels und des Konsumrückgangs in land die politische Freiheit geraubt hat. nichtet hat, daß sie statt für den Ex- Ob dieser Prozeß der notwendigen Poli- einer ganzen Anzahl von Wirtschaftszweiport brauchbare Güter Kriegswerkzeuge produziert, die zur Ausfuhr unbrauchbar sind, das hat eben die Lebensmittel- und Rohstoffknappheit hervorgerufen. Solange die nationalsozialistische Herrschaft andauert, muß auch die Knappheit andauern und sich verschärfen. Fett und Fleisch sind im totalitären Staat keine Fragen des privaten Haushalts: sie sind politiVor einem Jahre, Mitte November 1934,[ nau zu 18 Monaten Gefängnis, der sche Fragen. Wenn die Deutschen hun- wurden in Bremen etaw 100 Sozialdemo- Jugendgenosse Boljahn zu zwei Jahren gern wollen, um den künftigen Krieg bes- kraten verhaftet, von denen im Laufe der Gefängnis und die Genossin Kegler zu ser vorzubereiten, dann müssen sie es folgenden Wochen und Monate rund die Hälfeben tun. Wollen sie keinen Krieg, wollen te wieder entlassen werden mußte; denn gesie wie ein Kulturvolk leben, wollen sie gen sie konnte die schnüffelbereite Gestapo eine ehrliche und anständige Friedens- selbst beim besten Willen nichts finden und politik machen, dann müssen sie begrei- nichts plausibles erfinden. 47 der verhaffen, daß die Fett- und Fleischfrage keine teten Männer und Frauen, die nun Privatangelegenheit ist, sondern aus dem seit über einem Jahr in Untersuchungshaft Wesen des nationalsozialistischen Regimes sitzen, werden jetzt in vier getrennten entspringt. Dann müssen all die Leute, Gruppen vom sogenannten> Strafsenat die heute schimpfen und meckern, sich des hanseatischen Oberlandesgerichtse abge- häftlingen dienten. An staatsgefährli- diese Kämpfer für ihre Gesinnung haben nie darüber Gedanken machen, urteilt. Dieses augenblicklich in Bremen was sie eigentlich wollen. Sie tagende Kollegium hat sich bereits in frümüssen verstehen, daß all diese Einzel- heren Hamburger Urteilen durch sadistisch fragen, die von einander unabhängig zu gemeine Zuchthausurteile gegen Sozialdemosein scheinen, von denen jede einzelne kraten ausgezeichnet. Das Urteil gegen die ihnen vielleicht als bloßer Schönheitsfehler erste Gruppe von 14 sozialdemokratischen des Systems erscheint, dem man ja bei Frauen und Männern steht der bisherigen einigem guten Willen oder etwas größerer Praxis dieses Gerichts in nichts nach. Im Einsicht leicht abhelfen könnte, in Wirk- Strafmaß teilweise noch über die Anträge lichkeit aufs engste zusammenhängen des Staatsanwalts hinausgehend, wurden weund nur durch den Sturz des gangen> Vorbereitung des Hochverrats folgende Schergen gegenüber tapfer und mutig be- walts und dieses Senatspräsidenten nicht verzen Systems beseitigt werden kön- Urteile gegen unsere Genossen verhängt: H. Osterloh acht Jahre Zucht- Der charitative Charakter dieser Arbeit der Senatspräsident Dr. Roth. Beide haben nen. Daß er zu wenig Butter und Fett bekommt, ärgert jeden einzelnen; da aber dieser Zustand durch die Machtpolitik des Systems hervorgerufen ist, müßte seine Einsicht ihm sagen, daß diese Politik geändert werden muß, daß dieses System durch ein anderes zu ersetzen sei, das Wieder Zuchthausurteile gegen Sozialdemokraten! worden sel! Zuchthaus für Gefangenenhilfe einem Jahr Gefängnis. Der Angeklagte Bornemann wurde als einziger freigesprochen. Die Untersuchungshaft wird den Verurteilten nur zum Teil angerechnet. Das bel Prä ke sch ste wi Hich bra De Nu kir tise län au ihr ne de an ka Fa ta mu en He E an sic Ru 38. sta Ge SC tu su 88 A Dr. Richard Kern. ал fü te Z be T S S fa F d d S te SPD muß aufs schärfste geführt werden, sie ist in mancher Beziehung noch gefänr licher als die KPD.< 6 h d 1 g denn So sagte er wörtlich in der Urteilsbegründung. Wenn er dann seine Urteilsbegründung mit dem Hinweis beschloß, daß neben den Zuchthausstrafen auf Ehrverlust erkannt Dem Urteil liegt als einziger Tatbestand wurde, weil vom nationalsozialistischen zu Grunde, daß diese Genossinnen und Ge- Standpunkt aus der Verräter ehrlos sei, so nossen Gelder gesammelt haben, die bleibt hierzu nur zu sagen, daß diesen Angeder Hilfe für die notleidenden Fa- klagten eine> Ehre, wie sie diesem Gerichtsmilien von Konzentrationslager- hof eigen ist, nie abzusprechen war; chen< Gegenständen wurden beschlagnahmt: eine Ehre im Sinne dieses ehrlosen und ver zwei Sparkassenbücher mit 50 und 60 Mk., brecherischen Systems besessen und sind zwei Barbeträge von 80 und 190 Mk. und ein stolz darauf. In öffentlicher Gerichtssitzung Fahrrad! Dem Genossen Lankenau, wurde zur von dem Ehrbegriff dieses Staates und seiner Last gelegt, daß er diese Hilfe zwischen BreSöldner distanziert zu werden, ist die einmen und Hamburg zentral organisieren wollte. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er zuzige, wenn auch ungewollte Ehre, die dieser Gerichtshof den Angeklagten zuteil werden gebe, dreimal in Hamburg gewesen zu sein, lassen konnte! antwortete er:> Ja, aber die Hamburger wollten nicht.< Die Genossen haben sich den nommen. Wir wollen die Namen dieses Staatsangessen. Der Staatsanwalt heißt Lehmann, einst vertraulich Sozialdemokraten! den Marxisten versichert, Reichskanzler im Exil Das in Holland erscheinende Blatt der deutschen Katholiken Der deutsche Weg haus und zehn Jahre Ehrverlust. Bei der ist natürlich weiten Kreisen der Bremer BeStrafzumessung fiel verschärfend ins Gewicht, völkerung bekannt. Und der Senatspräsident daß sie das braune Verbrechertum innerlich daß Osterloh in russischer Kriegsgefangen- mußte in der Urteilsbegründung einen rech- ablehnten, sie haben nur mit dem Hinweis auf ihre Kinder entschuldigt, daß sie nicht schaft mit einer Sowjetauszeichnung bedacht ten Eiertanz aufführen, um zu beweisen<, daß diese Nächstenliebe im Dritten Reich die Konsequenzen zögen. Erziehung und KarFrau Anna Stiegler, vom Staatsan- zuchthauswürdig sei. Er leitete seine Begrün- riere ihrer Kinder finanzieren sie heute mit nicht steigende Verelendung bedeutet. So walt als eine besonders gefährliche Marxi- dung ein, in dem er behauptete, gegen seine grausamen Schandurteilen gegen aufrechte stine bezeichnet, fünf Jahre Zucht- charitative Tätigkeit sei an sich nichts einzulange er nichts weiter wünscht, als statt haus und fünf Jahre Ehrverlust. Die Genos- wenden.< Daß er dann dennoch solche Zuchtcines Achtelpfunds Butter ein halbes zu sin Stiegler hat seit den Tagen des» Um- hausurteile fällte, begründete er damit, daß bekommen, bleibt sein Wunsch eine rein bruchs« ihre Aufgabe darin gesehen, die die charitative Tätigkeit unserer Genos- Deutsche private Angelegenheit. Erst wenn er be- bruchs ihre Aufgabe darin gesehen, braunen und blauen Bonzen- Instanzen abzu- sen in eine politische übergegangen sei, greift, daß sein Wunsch in diesem System unerfüllbar ist und wenn bei laufen, um den willkürlich inhaftierten Ge- weil sie parteimäßig bedingt und nossen Entlassung oder doch Erleichterungen organisierte und damit illegal< geworihm statt des knurrenden Magens das Gehirn in Funktion tritt und ihn lehrt, daß zu bringen. Diese menschliche, beim Umgang den sei. Wenn man dieses Kauderwelsch in mit SA- Banditen allerdings lebensgefährliche verständliches Deutsch überträgt, verlangt seine private Angelegenheit eine allgemeinnun dieses Zuchthaus- also der Vorsitzende, daß die gesammelten widmet dem ehemaligen Reichskanzler Dr. politische Lösung verlangt, erst dann Arbelt, bringen ihr Gelder der süberparteilichen nationalsoziali- Heinrich Brüning aus Anlaß seines 50. Gewird aus Schimpferei und Mekkerei die politische Opposition Der Genosse Kühn erhielt drei Jahre stischen Bewegung hätten anvertraut wer- burtstags einen längeren Aufsatz, in dem es geboren werden! Denn dann wird er sechs Monate Zuchthaus, der Ge- den müssen. Wenn einige NS- Bonzen an den heißt:> Heinrich Brüning weilt seit langem auch begreifen, daß die Fett- und Fleisch- nosse Blunk vier Jahre Zuchthaus, abgedarbten Arbeitergroschen frage gar nichts Vereinzeltes und an sich der Genosse Hans Hackmack, früherer schmutzigen Finger hätten abwischen und in der Verbannung.<< Damit wird zum ersten vielleicht auch nicht einmal das Allerbe- Redakteur der» Volkszeitungs, drei Jahre das Klebengebliebene hätten einstecken kön- Mal sozusagen mitgeteilt, daß Brüning in der deutsamste ist. Den christlichen Kreisen Zuchthaus. Die Genossinnen Frau Bert- nen, dann wäre nach neudeutscher Rechts- Emigration lebt. Von den Vorgängern Hitmag die Einschränkung ihrer Glaubens- hold, Frau Carstens und Frau Lange sprechung von strafwürdiger Unterstützungs- lers im Reichskanzleramt ist einer, General freiheit noch wichtiger sein. Auch sie mö- erhielten vier und je drei Jahre aktion keine Rede mehr. Aber der Vorsitzende dieses Gerichtshogen sich eine Zeit lang einbilden, es handle Zuchthaus. Der Genosse Blase bekam fes verrät sich ja selbst, wenn er die faulen sich nur um einen Schönheitsfehler, sie drei Jahre Zuchthaus zudiktiert. müssen aber immer mehr aus harter Er- Nach dem Gesetz gegen Neugründung von Ausreden über die» illegale< Hilfsaktion verder Genosse läßt und dann sehr offen die Befehle seiner fahrung lernen, daß das System mit Erfolg Parteien wurden verurteilt: darauf beharrt, ihnen seine>> Weltanschau- Ernemann zu drei Jahren Gefäng- Auftraggeber erkennen läßt: ung zu oktroyieren, weil auf der Gleich- nis, der frühere Jugendsekretär Lanke-| urteil ein. sich ihre von Schleicher, auf Görings Befehl und mit Hitlers Zustimmung ermordet worden. Drei ehemalige Reichskanzler, Scheidemann, Wirth und Brüning, sind nur dadurch, daß sie Deutschland rechtzeitig ver >> Der Kampf gegen die marxistische ließen, dem gleichen Schicksal entgangen. N t r Dank vom Hause Insbad Hitler- Bürkel Das Ende eines politischen SelbstmordverSuches, Man schreibt uns aus Luxemburg: Schon vor einiger Zeit traf hier, wie jetzt bekannt wird, der saardeutsche katholische Zur Frage der Einheitsfront orientierten Sozialdemokratie anzuvertrauen, sum Bolschewismus übergegangen Mitte November erhielt der Parteivor-| Vorwissen und ohne Zustimmung einer der kratie stand ein Schreiben des Zentralkomitees beiden Verhandlungspartner veröffentlicht wäre. Dadurch würden Elemente, die jetzt der KPD, in dem vorgeschlagen wurde, die worden ist, gibt vom Verlauf der Bespre- bereit sind, sich einer eindeutig demokratisch beiden Parteispitzen sollten zum Kampf chung ein völlig falsches Bild. ken ein, um sich mit in die Reihe der Deut- eroberung der verlorenen Freiheiten eine Parteien zueinander zu bessern und den Ergebnis wäre nicht eine Erschütterung, sondern eine Festigung des Systems. schen aus so ziemlich allen Parteilagern zu gemeinsame Erklärung herausgeben und Zusammenschluß aller Hitlergegner zum stellen, deren Emigrantenschicksal der hoch eine Vereinbarung über ein gemeinsames gemeinsamen Angriff herbeizuführen, wird würdige Herr bis noch vor einem Jahr sicher- Vorgehen in einer Reihe von aktuellen durch Veröffentlichungen solcher Art nicht in Deutschland gegen eine gemeinsame AkDas Zentralkomitee gedient. Hich nur mäßiges Verständnis entgegenge Fragen abschließen. bracht hat. Denn wer ist Herr Prälat und benannte seine Mitglieder Walter und Dekan Schlich aus der Saarhauptstadt? Franz als seine Vertreter und ersuchte Die Denkschrift des Nun- man darf sagen, daß er auf katholisch- den Parteivorstand, auch seinerseits zwei kirchlicher Seite mit der entschiedenste poli- Vertreter zu bestimmen, um BesprechunPrälat und Dekan Schlicht- Saarbrük- gegen die Hitlerdiktatur und zur Wieder- Dem Ziel, das Verhältnis der beiden wieder nach rechts getrieben werden. Das an der für ein Diese Bedenken vieler unserer Genossen tion mit den Kommunisten wiegen für uns um so schwerer, als wir selbst die stärksten Zweifel an der Ernsthaftigkeit der neuen positiven Einstellung der Kommunisten 201 hegen. Wir stellen fest, daß die deutschen Kommunisten auch noch nach der Machtergreifung Hitlers den Kampf gegen die Sozialdemokratie in Deutschland fortgesetzt haben. Noch bis vor kurzem haben die Kommunisten in ihren Veröffentlichungen das Aktionsprogramm der deutschen Sozialdemokratie vom 30. Januar 1934 gerade wegen seiner Forderung nach Wiederherstellung der demokratijetzt die Kommunisten als Basis für eine gemeinsame Aktion vorschlagen. dringendste politische Aufgabe der Geschen Rechte und Freiheiten angegriffen, die wart. Für ihre Lösung ist das Verhältnis zwischen Sozialdemokratie und Kommunistischer Partei von wesentlicher Bedeutung. Das Verhältnis der Sozialdemokratie zur durch siebzehn Die Wandlung in der Haltung der KPD fällt zeitlich zusammen mit der auf dem VII. Kongreß der Komintern beschlossenen Kursänderung in der Politik der Kommunistischen Parteivorstands den demokratischen Rechten und Freiheiten tische Widersacher und Gegenspieler der saar- gen über die kommunistischen Vorschläge Die Stärke der Hitlerdiktatur ist die Unländischen Katholiken war, die in Hinsicht einzuleiten. Der Parteivorstand beauftragte einigkeit ihrer Gegner. Jeder Schritt zur auf das Saarplebiszit glaubten, es mit die Genossen Vogel und Stampfer mit dieUeberwindung dieser Uneinigkeit ist ihrem Gewissen nicht verantworten zu könser Aufgabe; die Besprechung fand am 23. Schritt zum Sturz der nationalsozialistischen der Schreckensherrschaft November in Prag statt. nen, ihre Heimat Gewaltherrschaft. Die Bildung eines gemeinder Nazis auszuliefern. Herr Prälat Schlicht, Zur Vorbereitung und als Richtlinie für samen Willens zum Sturz der Diktatur in alprominenter Stelle der saarländischen seine Vertreter hatte der Parteivorstand len Schichten des deutschen Volkes, insbeauf jeden katholischen Hierarchie, zählte daher die Fall zu den intimsten politischen Feinden der eine Denkschrift ausgearbeitet, die im Ver- sondere der Arbeiterschaft, ist den Abstim- lauf der Aussprache den Kommunisten tapferen Redaktion mungskampf gegründeten katholischen> Neu- überreicht wurde. Wir veröffentlichen sie en Saarpost<. Auf die Initiative desselben weiter unten. die berühmte< Die Vertreter der Sozialdemokratie verHerrn Prälaten ging auch Erklärung der Saar- Dechanten suchten die Kommunisten davon zu überunmittelbar vor der Abstimmung zurück, die daß das von ihnen vorgeschla- Kommunistischen Partei ist zeugen, sich für die bedingungslose und sofortige gene Verfahren unter den gegenwärtigen Jahre des Kampfes belastet, der von der KPD Rückgliederung aussprach und damit sozu- Umständen weder möglich noch zweckmä- im Angriff, von der Sozialdemokratie in der Internationale, und wir können daher bis jetzt sagen das entscheidende letzte und autoritativ- Big sei. Sie schlugen einen Nichtangriffs- Verteidigung geführt wurde. Auch die Parole nicht übersehen, ob die neue Einstellung der KPD gegenüber dem deutschen Freiheitsste Wort der kirchlichen Gewalten in jener pakt vor, dem ein Zusammengehen von der Einheitsfront war damals ein Mittel des kampf gewonnen wurde auf Grund eigener Gewissensfrage darstellte, das für die Ent- Fall zu Fall und später, wenn das Ver- Kampfes gegen die Sozialdemokratische Parins Gewicht fiel. trauen hergestellt sei, auch eine noch tei. Da die Partei auf demokratischer Grundneuer Erkenntnisse der Notwendigkeiten des scheidung mur allzustark lage aufgebaut war und ihre Meinungskämp- Kampfes der deutschen Arbeiterklasse, oder Sicherlich hat der Herr Prälat diese Hal- engere Gemeinschaft folgen könnte. fe offen austrug, war allgemein bekannt, daß ob sie lediglich resultiert aus der Befolgung tung nur eingenommen, weil er die zuckerDie Vertreter der KPD bestanden dem- in thr Meinungsverschiedenheiten über ihr der Anweisung der Moskauer Internationale. süßen Redensarten des Hitler- Saar- Kommisgegenüber auf ihrer Forderung einer soWir begrüßen das energische Eintreten der sars, des Herrn Bürkel, über die löblichen fort herauszugebenden Deklaration der so- Die Einheitsfrontparole sollte die SozialdemoSowjetregierung für die Sache des Friedens, zialdemokratisch kommunistischen Ein- kratie entlarven<, d. h. fälschlich als Geg- und wir sind fest entschlossen, uns gegen jeheitsfront. Einen Nichtangriffspakt lehn- nerin der Einheit hinstellen, und den Kampf den imperialistischen und faschistischen Anfür bare Münze hielt, die er im rückgegliederten sie ab, da sie nicht darauf verzichten innerhalb ihrer eigenen Reihen verschärfen. griff auf die Sowjetunion zu wenden. Dennoch ten Saargebiet dann vergebens versuchte, in könnten, diejenigen Sozialdemokraten an- Darum wurde die Einheitsfrontparole von der ist es für uns, als eine Partei, die ihre Taktik Zahlung zu geben ein Illusionist mehr in zugreifen, die die Einheitsfront in ihrem großen Mehrheit der Partei abgelehnt. und Zielsetzung aus eigener Verantwortung bezug auf den germanischen Ehre und Sinne ablehnen. Ihre Forderung erhielt auf Was die Partei wollte, war weder der stets nach den Notwendigkeiten und Bedürf Treuebegriff bei diese Weise eine ultimative Bedeutung: Kampf mit der KPD, noch ein Bündnis mit nissen der deutschen Arbeiterschaft allein Schlicht ist nicht der erste solcher politischer entweder Erfüllung oder Kampf. Eine Selbstmordkandidaten, von Hugenberg ange- Einigung war unmöglich. Absichten des Dritten Reiches in Hinsicht auf die katholische Lehre und Glaubenswelt fangen. Herr den Nazis. Prälat Aber unmittelbar scheint der Aniaß der Verhältnis zu den Kommunisten bestanden. Unsere Hemmungen werden noch verstänkt durch die Tatsache, daß die Reden und die Entschließungen des VII. Kongresses ihr, sondern eine Besserung des Verhältnisses bestimmt hat, außerordentlich schwer, mit der beiden Parteien zueinander, die den Weg einer Partei Abmachungen zu treffen, die Auch darüber, ob über die Besprechung zu einer späteren Einigung öffnen sollte. offensichtlich nicht Herr ihrer Entscheidung Flucht des Herrn Pralaten darin zu bestehen, eine Veröffentlichung erfolgen sollte, war Gerade aber dieser> Nichtangriffspakt wurde über Weg und Ziel ihres Kampfes ist. eine Verständigung nicht zu erzielen. Die von der KPD hartnäckig abgelehnt. Das bedaß ein anderer prominenter Saar- Geistlicher, Sozialdemokraten vertraten den Stand- stärkte die meisten Sozialdemokraten erst der übrigens Herrn Schlichts pro- hitlerischen Standpunkt im Abstimmungskampf völlig punkt, daß ein ernstlicher Versuch, das recht in der Auffassung, daß die Einheitsbereits Verhältnis der beiden Parteien zueinander frontparole ein Mittel sei, nicht den verderb- der Komintern, und vor allen die Reden der teilte, der Jugend- Präses Müller, seit Wochen in der Gefangenschaft des Re- zu bessern, nur in vertraulichen Fühlung- lichen Kampf zu beenden, sondern ihn mit gimes darüber nachzudenken Gelegenheit nahmen unternommen werden könnte, sie einer neuen Kriegslist weiterzuführen. Diese hat, was er mit seinem Verhalten im Januar rieten daher, zunächst auf jede Veröffent- Auffassung wirkt auch heute noch nach. Um eine aufrichtig gemeinte, echte Einigdiesen Jahres im Hinblick auf die öffentliche lichung zu verzichten. Demgegenüber beMoral im Saargebiet angerichtet hat. Denn riefen sich die Kommunisten darauf, daß keit herzustellen, müssen die historisch entsie schon von sich aus die Tatsache der standenen Schwierigkeiten beseitigt werden. Kampfes, aber keine grundsätzliche Aendeeiniger Zeit von den Nazis ein Verfahren geplanten Besprechung veröffentlicht hät- Das wird um so leichter werden, je stärker rung der kommunistischen Auffassung über wegen Hochverrates eingeleitet und ten, und nun auch ihre Anhänger von dem sich die ganze Arbeiterklasse dessen bewußt weg und Ziel gegen den Präses Müller wurde schon vor er kam so www entlassen, Führer der deutschen Delegation für den kritischen Leser kaum einen Zweifel darüber lassen, daß die Komintern in ihrem Bekenntnis zur Demokratie lediglich ein taktisches Mittel, eine neue Methode des politischen und sie bedes Befreiungskampfes der was die bürgerlichen Freiheitsrechte Arbeiterklasse sieht. Die Komintern hält Nun hat zwar das zuständige Gericht die demokraten schlossen die Aussprache mit der Demokratie für sie bedeuten, je mehr in- vielmehr an dem Prinzip der Diktatur des in Untersuchungshaft. Ausgang unterrichten müßten. Die Sozial- wird, Sache selbst niedergeschlagen. Aber wie es der Erklärung, daß von der Art, in der folgedessen die Leidenschaften der alten Proletariats ausdrücklich fest, und jetzt an diese Unterrichtung erfolge, für die wei- Richtungskämpfe schwinden und das Ver- zeichnet erneut ihre Errichtung als das Ziel schon so im Dritten Reich Üblich und> rech- tere Entwicklung der Dinge viel abhängen trauen wächst.. ihres politischen Kampfes. Die deutsche Soder Saar nicht anders! Heute ist dieser Prozeß noch nicht abge- zialdemokratie aber war und ist die Partei tense ist, wurde Herr Müller nur aus der Ge- werde. Seine Entwicklungsstufen können des demokratischen Sozialismus. Für sie ist um Einige Tage darauf erschien der> Ge- schlossen. walt des Gefängnisdirektors der brutaleren der SA und SS im Kon- genangriff« mit einem Bericht über die Be- nicht übersprungen werden. Sie können es die Demokratie nicht ein taktisches Mittel, überantwortet zu sprechung, der der nicht weniger als acht um so weniger, da der Terror jede öffentliche sondern ein Prinzip und ein Ziel ihres zentrationslager Kampfes. werden. Diese über ihn verhängte Schutz- Spalten des Blattes füllte. Darin sind die Aussprache in Deutschland verhindert. Herr kommunistischen Ausführungen in rund Von den Parteien, die durch den national- Diese prinzipiellen Gegensätze zwischen hafte dauert noch an. Auf jeden. Fall hin 900 Zeilen, die sozialdemokratischen in sozialistischen Erdrutsch verschüttet wurden, Kommunisten und Sozialdemokraten brauchen Prälat Schlicht zog es auf diesen Fall vor, sich selbst der Gleichschaltung zu ent- rund 60 Zeilen wiedergegeben. Die Wieder- war die Sozialdemokratische Partei mit ihren kein unüberwindliches Hindernis für ein Zudie Gleich- gabe ist außerdem in wichtigen Punkten rund einer Million Mitgliedern die stärkste. sammengehen der beiden Parteien von Fall ziehen, wie sehr er auch für schaltung der ihm Anvertrauten eingetreten falsch, so daß die Vertreter des Parteivor- Sie ist durch den Terror an jeder legalen Ak- zu Fall zu sein. Unter einer Voraussetzung: standes jede Verantwortung für die ihnen tion gehindert, aber sie ist nicht zerstört, daß die Zusammenarbeit von Fall zu Fall in Es ist verständlich, wenn der Herr Prälat in den Mund gelegten Aeußerungen ableh- sondern besteht als Gesinnungsgemeinschaft vollster Loyalität erfolgt. Nach den ErfahrunFür den zukünftigen Entschel- gen eines langjährigen leidvollen Bruderbisher in der Emigration geschwiegen hat nen müssen. Auch der Text der kommu- weiter fort. liebsten seinen Fall nistischen Reden weist gegenüber den tat- dungskampf ist sie ein überaus wichtiger kampfes müssen wir von den Kommunisten und überhaupt am nicht publik werden lassen wollte. Diese pri- sächlich gemachten Ausführungen der bei- Faktor. Das Vertrauen der Massen zu ihr ist verlangen, daß sie zunächst Beweise für diese vaten Gefühle besagen freilich nicht viel zur den Vertreter des ZK starke Verschieden seit einiger Zeit in ständigem Steigen be- Loyalität, für die Ernsthaftigkeit ihrer jetzider Bedeutung der grimmigen Ironie des geschilderten Sachverheiten auf. Der ganze Bericht, der ohne griffen. Der Vergleich der heutigen Barbaret gen Ueberzeugung von und korrupten Bonzenwirtschaft mit den Demokratie für die Arbeiterschaft durch die menschlichen und sauberen Zuständen von Tat erbringen. Bis zur Stunde liegen sie nicht vor. früher führt ihr neue Anhänger zu. war... t t al d 2. r haltes! stellten Posten der Bauernjugend hatten das Ein streitbarer Pfarrer Die Annahme, daß ein gemeinsamer Auf- Aus allen diesen Gründen halten wir eine Anrücken der Staatsgewalt gemeldet, und die als die Gendar- ruf der Spitzen an die sozialdemokratischen gemeinsame Erklärung der beiden ParteiAus dem Rheinland wird uns geschrieben: Fahne war verschwunden, Im Juli d. J. kam es in Rascheld( Kreis Triermen ankamen. Auch der nationalsozialistische und kommunistischen Organisationen günstig spitzen unter den gegenwärtigen Umständen unserer Unter- für unangebracht, und wir müssen auch den Land) zu aktivem Widerstand der OrtsbeKreisieiter mußte unverrichteter Sache ab- wirken würde, trifft nach völkerung gegen die Gendarmerie, die eine reisen. Pfarrer Muth ließ ihn abblitzen. Nun richtung im gegenwärtigen Augenblick nur weitergehenden Vorschlag der Kommunisten, 30 Meter hohe Fahnenstange des katholischen kam wieder Gendarmerie. Etwa 200 Ortsein- in begrenztem Maße zu. Den günstigen Wir- jetzt eine Vereinbarung zwischen belden Parvon ihm verspricht, teiführungen über ein gemeinsames Vorgehen Jünglingsvereins mit einer 8 Meter langen stehen ungünstige entgegen. Ein großer Teil in einer Reihe von aktuellen politischen FraFahne entfernen wollte. Pfarrer Muth, wohner verbarrikadierten sich gegen die Be- kungen, die man sich unserer besten illegalen Kämpfer ist noch gen abzuschließen ablehnen. der seinen Namen verdient, hatte sie aufge- amten. Da der Pfarrer aber kein Blutvergienicht geneigt, den Versicherungen der Kom- Die Sozialdemokratie kämpft für die Berichtet, und zwar so, daß das kämpferische Ben wollte, wurde die Fahne schließlich von Wahrzeichen gegen das Hakenkreuz stunden- den Beamten entfernt. Der Pfarrer ist jetzt munisten, sie seien zum Kampf für die Wie- freiung des ganzen deutschen Volkes von der dererringung der Demokratie bereit, Glauben nationalsozialistischen Diktatur. Sie will den Ortsfremde Nazis versuchten zunächst, in 3 Monaten Gefängnis verurteilt wor- zu schenken. Sie würden jede Anweisung zur freien Volksstaat und in ihm eine einige, für der Dunkelheit den Fahnenmast umzulegen, den. Er hat nichts geleugnet und nichts be- Aenderung ihres bisherigen Verhaltens auf den und die schönigt, sondern stand aufrecht und ehrlich das Entschiedenste ablehnen. Zugleich wäre Die tatsächliche Entwicklung in Deutschland aber die Dörfler waren wachsam, hohe vor Gericht. So gab er zu, gepredigt zu ha- den Machthabern eine erwünschte Gelegen- und der übrigen Welt wird entscheiden, in Dann wirkten Nazis mußten fliehen. > Die Eltern, die ihre Kinder heit gegeben, das bolschewistische Schreck- welchem Tempo die Einigung der ganzen ArNazibonzen auf den Pfarrer ein, aber er gab ben: nicht nach. Schließlich erschien Gendarmerie, in die HJ schicken, verschreiben gespenst wieder aufleben zu lassen, und die beiterklasse in gemeinsamer Gesinnung zu um die Fahne einzuziehen, aber die ausge- sie dem Teufel< Dinge so darzustellen, als ob die Sozialdemo- gemeinsamem Handeln zu erreichen ist. weit in die Umgebung wirkte. vor dem Sondergericht in Trier zu 1 Jahr Sozialismus kämpfende Arbeiterklasse. N Re Ta al: We La Br SC sie de ge ZU ei ge W de m So se de W er de a SACCASES PAKSH fa ju H g D B k F ja S p I S d e S E 1Deutsche Rohstoffreiheit- eine Hilfe für Bankrotteure Korruption an allen Zinkerz besitzt. nur Ecken Enden! Gauleitung Kurmark eine einzige Defraudantenclique. Was in diesen wenigen Monaten an leiters Kube, ist ihm auf dem ruhmvollen Kapital zur Erweiterung dieser weltwirt- Wege der im Nazi- System üblichen BereicheSchaftlich überflüssigen Industrie ver- rung schon lange vorangegangen. Seit dem schwendet worden ist, muß auf mindestens Nürnberger Parteitag sitzt dieser Brave be100 Millionen Mark geschätzt werden. reits wegen Unterschlagung in Untersuchungsdas Reich und sammen also mehr, Die Vorgänge in der deutschen Zink- messung dessen, was sie Abschreibungen| Schachtanlage bei Goslar, um die Erzfördeindustrie beweisen, daß die Staatskon- nennt, peinlich auf die Finger zu sehen. Die rung zu verdoppeln. Durch einen vertrau- Die deutsche Presse schweigt sich in allen junkture nicht nur die Vorbereitung des künf- Folge dieser großzügigen Neuordnung der lichen Bericht über die Besichtigung, die Hit- Tonarten über die Unterschlagungsangelegentigen Krieges bezweckt, sondern gleichzeitig Staatshilfe für die Zinkindustrie war, daß ein ler in der staatlichen Bernstein- Manufaktur heit des Gaupropagandaleiters Schulze- Wechein Mittel ist, bankrotte Großfirmen mit wahres Wettrennen einsetzte, um sich der in Königsberg vorgenommen hat, ist bekannt- sungen aus; immerhin ist diese Affäre bereits Staatsmitteln am Leben zu erhalten und mit ausgesetzten Belohnung würdig zu erweisen. geworden, daß die Preussag, die Dachge- in die ausländische Presse gedrungen. Dieser Steuergeldern Parasiten zu züchten. Staats- Nicht nur die Produktion von Zink, auch sellschaft der staatlich- preußischen Unter- Bursche hat mehrere hunderttausend Mark gelder werden verschleudert, um einer sonst die Produktionsfähigkeit der Zinkschächte nehmungen, nicht weniger als 30 Millio- unterschlagen, er ist verhaftet und vom überflüssigen Industrie ein unbestrittenes und Zinkhütten wurde in wenigen Monaten nen Mark für den Bau einer neuen großen Dienst suspendiert worden. Sein Kollege vom Inlandsmonopol zu verschaffen und eine Mo- gewaltig gesteigert, nicht um ihrer selbst, Zinkhütte in Oker bei Goslar aufwendet. Gau Kurmark, die rechte Hand des Gaunopolrente zu sichern. Der Hauptnutznießer sondern um der Jagd nach den Prämien wildieses Monopols ist aber nicht einmal die len. Bereits im Frühjahr 1933 hatte die FirZinkindustrie insgesamt, sondern ein ein- ma Giesche den längst geplanten Bau eines zelnes Großunternehmen, die Fir- Zinkelektrolysewerks in Magdeburg in Anma Georg von Giesche's Erben A.G. griff genommen und mit Riesengeschwindigin Breslau, die an der deutsch- polnischen keit ausgeführt. Sie konnte nun ihre polni- Die Preussag hat den Ehrgeiz, es an Pro- haft, ohne daß die Oeffentlichkeit etwas daGrenze das bedeutendste Vorkommen von schen Hüttenwerke stillegen und ihre Zink- duktionsleistung mit der Firma Giesche auf- von erfährt. Mit ihm ist eine ganze Schar erze auf deutschem Boden verhütten. Diese zunehmen. Jede der beiden Zinkhütten kann kleiner Defraudanten ins Gefängnis Schon vor dem Dritten Reich war die ge- nationale Tate ist ihr allerdings dadurch er- 40.000 Tonnen jährlich erzeugen, beide zu gewandert; seine Mitarbeiter haben das große samte deutsche Zinkerzeugung daß mit leichtert worden, als die bereits erhöhte Beispiel ihres Vorgesetzten getreulich nachgeStaatsmitteln vor der Konkurrenz des Aus- Preußen es sich nicht nehmen ließen, die Produktion des vorigen Jahres betragen hatte. ahmt. Die Unterschlagungen gehen in die landes zu schützen. Die deutschen Lager von Kosten des Baues zu bezahlen. 1934 wurden Zur Deckung des gesamten Zinkverbrauches Hunderttausende. Zinkerz und die das Erz zu Rohzink verarbei- 97.000 Tonnen Zink eingeführt, 73.000 Tonnen unter Verzicht auf Einfuhr fehlen jetzt nur Der Gauleiter Kube ist durch diesen peintenden Hütten In in der Zeit der in Deutschland aus Erz gewonnen. den noch 40.000 Tonnen. Diese können allein in lichen Vorfall in seinem Büro peinlich bewar die Oker oder Magdeburg geliefert werden. Man rührt; er hat, als die Sache aufgedeckt wurde, Hochkonjunktur gegenüber dem neuerschlos- ersten neun Monaten 1935 senen, weit reicheren Erzlagern in Uebersee Produktion auf 91.000 Tonnen, also auf eine wird also, selbst bei völliger Deckung des beinahe einen Nervenzusammenbruch erlitten, und anderswo wettbewerbsfähig, nur solange Jahresproduktion von 120.000 Tonnen gestie- heimischen Bedarfs durch heimisches Zink Weil man Kube nicht mehr so wie früher promit dem Zinkverbrauch der Welt auch die gen. Das ist in wenigen Monaten eine Zu- nicht wissen, wohin mit dem Zinküberschuß. pagandistisch herauszustellen wagt, hat Kube, Weltmarktpreise für Zink in die Höhe gingen. nahme um rund 70 Prozent. Von der Mehr- Ist schon die Gesamtindustrie nur solange einer der Hauptjudenfresser neben Streicher, Seit Beginn der Weltkrise ist der Weltmarkt- erzeugung entfallen etwa 70 Prozent auf die lebensfähig, wie ihr Staatshilfe zuteil wird bei der Vorbereitung und Ausarbeitung der preis auf einen Bruchteil seiner einstigen Firma Giesche, die in diesem Jahre mit einer und, wenn sie aufhört, altes Eisen, so sind Nürnberger Judengesetze nicht die Rolle geGröße und damit weit unter die Selbstkosten Erzeugung von 40.000 Tonnen ihre Produk- die neuerrichteten Anlagen erst recht reine spielt, die ihm traditionell zukam. deutschen Zinkgruben und Zinkhütten tionsfähigkeit in Magdeburg voll ausnutzt. Vergeudung und damit Vernichtung von Ka- Hitler hat in seinem Buch» Mein Kampf< Inzwischen haben auch westdeutsche pital, das anders und wirklich produktiv ver- lange Abhandlungen über die entscheidende ihre wendet werden könnte. So erweist sich das Wichtigkeit des Propagandaleiters in der Parstrie, sonst ein Haufen Schrott, nur mit Staats- Erzgruben und Zinkhütten hilfe lebensfähig. Deshalb verlangte die Zink- Förderung und Leistungsfähigkeit im Eil- nationale Ziel der deutschen Rohstoffreiheit teiorganisation veröffentlicht; nach seiner industrie, und das ist im wesentlichen die tempo erhöht. Die Borbecker Hütte, als Vorwand zur Stützung einiger bankrotter Meinung ist der Propagandaleiter die wichFirma Giesche, bereits 1930 Zollschutz. die der belgischen Gesellschaft Vieille Kapitalmagnaten. Nichts ist so kennzeich- tigste repräsentative Persönlichkeit in der Er kam nicht zustande, weil man sich nicht Montagne gehört, ist erst Ende vorigen nend für die nationale Regierung, als daß die Partei überhaupt. Er selber hat sich als den darüber hatte einigen können, ob er nur dem Jahres, nachdem sie stillgelegen hatte, wieder schwindenden Zinkerz oder auch dem Zink selbst zugute in Betrieb gesetzt worden und hat in dieser nicht verwendet werden, um die Schlangen derem als aus Propaganda besteht die Tätig 16.000 vor den Butterläden zu entfernen, sondern um keit der Parteiorganisation ja überhaupt um mehr als die den künftigen Krieg vorzubereiten und eini- kaum. Unterharzer gen großkapitalistischen Parasiten eine StaatsG. A. Frey. der Firma Giesche, die ihr in Deutsch- Berg- und Hüttenwerke erweitern ihre rente zu sichern. Oberschlesien gewonnenes Zinkerz in waren nur der gefallen. Seitdem ist die deutsche Zinkindukommen sollte. Die Einigung zwischen Gru- Zeit bereits von thre Produktionsfähigkeit benbesitzern und Hüttenbesitzern scheiterte auf 25.000 Tonnen, hauptsächlich an den besonderen Interessen Hälfte gesteigert. ihren polnisch- oberschlesischen Hüttenwerken verarbeiten ließ, also den deutschen Zinkhütten mit ihrem aus deutschem Erz in Polen produzierten Zink in Deutschland selbst Konkurrenz bereitete und deshalb zwar am Schutzzoll für Zinkerz, aber nicht für Zink interessiert war. Millionen Mark. also Die Finanzreserven der Nation Schacht sucht Dumme Er redet für Auslandskapitalisten > großen Trommler« bezeichnet und aus anKraft seiner Stellung als Reichspropagandaleiter ist es ja auch Göbbels gelungen, sich zur entscheidenden Rolle in allen innerparteilichen Auseinandersetzungen hinaufzuintrigieren. Gerade in dem ihm unterstellten Propagandistenapparat, und noch dazu an den beiden zentralen sic len des Reiches, die Brandenburg und Berlin bearbeiten, ist die Korruption derart angeIn einer in der Akademie für deutsches| deutsche Aufrüstungskonjunktur stellt aber wachsen, daß selbst das Regime sich genötigt Ein großer Teil der Zinkerzschächte und Recht gehaltenen Rede bemühte sich Schacht, eine riesenhafte Kapitalvernich- sieht, hier gerichtlich gegen seine eigenen der Zinkhütten mußte stillgelegt wer- die unbedingte Notwendigkeit der kapitalisti- tung und eine ebenso ungeheure Sub- Funktionäre vorzugehen. den. Die Stillegung der Gesamtindustrie ist schen Wirtschaftsform für das deutsche Wirt- vention für die Großunternehmungen dar, 150 Unterschlagungsfälle im Monat! nur dadurch verhütet worden, daß das Reich schaftsleben darzulegen. Nicht etwa für einen mit der diese für die Bereitstellung von Ka- In der Deutschen Arbeitsfronts, sich 1932, also nicht lange vor Hitlers Macht- Kapitalismus mit deutschem oder national- pital zum Zwecke der Kapitalvernichtung be- die die Gelder der arbeitenden Massen im Inantritt, entschloß, die mit hohen Schulden be- sozialistischem Zusatz erklärte sich Schacht, lohnt werden. Die Unternehmer verlieren aber teresse ihrer ideologischen Bearbeitung im lastete, sonst also zum Bankrott verurteilte sondern für die kapitalistische Wirtschafts- jedes Interesse, ihre Rentabilität durch tech- Sinne des Regimes verwaltet, sind die ZuIndustrie mit Subventionen am Leben zu er- form schlechthin. Zweifellos gibt es kein Be- nische Verbesserungen zu sichern, solange ihre stände nicht besser. Die Revisionsabteilung halten. Allein auf die Firma Giesche entfielen kenntnis, das Schacht so aus dem Herzen Rente vom Staat durch Subventionen gesi- der Deutschen Arbeitsfront in Berlin NW, davon im Laufe von 21 Jahren rund 2% käme wie dieses, trotzdem ist es, wie alle chert wird. Friedrichstraße 100, hat im laufenden Jahre seine Bekenntnisse, ein Bluff. Schacht ist Die Rede Schachts soll den Eindruck er- zweimal ihre Büroräume und ihren AngestellDie Republik gab aber die Subventionen ein Genie des Anreißertums, alle seine Reden wecken, als soll der unsolide Kapitalismus tenstab vergrößern müssen; sie kann sich vor nicht als Geschenk, sondern als haben nur den einen Zweck, Kunden unter des Dritten Reiches durch einen solideren er- Arbeit nicht mehr retten. Während sie sich Kredit, der zurückgezahlt werden sollte, falschen Vorspiegelungen in den unsoliden setzt werden, als enthielte seine Rede eine noch im ersten Jahre des Regimes vornehmSo bald die Zunahme der Produktion eine Laden der deutschen Kriegswirtschaft zu Absage an den> radikalen Flügel des Hitler- lich mit reiner Buchprüfung befaßte, entsprechende Zunahme des Ertrages er- locken. regimes und eine Polemik gegen den Entwurf sind jetzt die meisten ihrer Angestellten geben haben würde. mit der Sammlung des Materials für die zahllosen Strafanträge wegen Unterschlagung beschäftigt. Im Herbst dieses Jahres sollen nach Aussage des Leiters dieser Abteilung monatlich 150 Unterschlagungsfälle KonIn diesem Falle handelt es sich darum, des neuen Aktienrechts. Zwischen BetriebsDie Firma Giesche hatte also kein Inter- daß die bisherige Methode der führer und Aktionär müsse, sagt Herr esse und deshalb auch keine Neigung, ihre Rüstungsfinanzierung zu versa- Schacht, ein Vertrauensverhältnis bestehen, Produktion nur deshalb zu steigern, um den gen beginnt, weil die bisher für diesen wenn das Unternehmen auf die Dauer gedeiReich den Subventionskredit zurückzahlen Zweck beschlagnahmten Spargelder versie- hen soll. Dieses» Vertrauensverhältnis< ist zu können. Als das Dritte Reich angebrochen siegen. Was bisher zur Sparkasse getragen aber gerade dabei dadurch beseitigt zu werwar und Herr Schacht der deutschen Indu- worden ist, geht jetzt für Fett und Fleisch den, daß die Aktionäre jeder Möglichzur Kenntnis der Revisionsabteilung gekomstrie den Befehl gab, sich von der Schmach drauf. men sein. Und fast immer handelt es sich, Im September vorigen Jahres hatten keit der Mitbestimmung an der der Verwendung ausländischer Rohstoffe frei- sich die Sparkasseneinlagen um 27 Millionen Betriebsführung und der wie der Leiter der Abteilung sagt, um alte zumachen, auch wenn sie weit billiger zu ha- vermehrt, im September diesen Jahres um 21 trolle des Betriebsführers be- digen bei diesen Affären sind. Die alten GeNationalsozialisten, die die Schulben sind als die heimischen, war die stramm- Millionen vermindert. Da also die Bezahlung raubt werden. Mit solchen Flötentönen werkschaftsfunktionäre, die man in Funktio nationale Firma Giesche, deren Hauptanteile der Aufrüstung nicht mehr auf dem Wege soll offenbar vor allem das Auslandska- nen der Arbeitsfront gepreẞt hat, seien andem schlesischen Feudaladel gehören, nicht der Staatsanleihen beschafft werden kann, pital dazu verlockt werden, durch Ankauf geblich viel zu schlau<, um wegen solcher national genug, den nationalen Gemeinnutz wird die Industrie auf die Selbsthilfe deutscher Industrieanteile zur Finanzierung Angelegenheiten ihre Existenz zu riskieren. vor ihren Eigennutz gehen zu lassen, und die der Finanzierung durch Ausgabe der deutschen Aufrüstung beizutragen. Alle starke nationale Regierung zu zartfühlend, von Aktien verwiesen. Daher» könnte die die Mehrerzeugung von Zink von ihr zu erAktiengesellschaft heute wie in den Anfängen Tatsache, daß der Zauber des>> Aufschwungs< Paläste für die Bonzen zwingen. Was sie mit Gewalt nicht durch- der kapitalistischen Wirtschaft wieder beruHitler, Göring, Ley, Streicher und andere setzen wollte, erreichte sie durch Belohnung. fen sein, Deutschland beim Aufbau durch die in eine regelrechte Krise umzuschlagen droht, der heutigen Führer« Deutschlands haben in Das Dritte Reich verzichtete nicht nur Vereinigung kleiner Einzelersparnisse zu hel- weil die Produktionsgüterindustrie auf Kosten diesem Jahre eine Anzahl Großbauten in Anauf die Rückzahlung des Subventions- fene. der Verbrauchsindustrie hochgezüchtet wor- griff genommen oder auch fertiggestellt. kredits, sondern verwandelte ihn in ein den ist. Für die Dauer kann aber ein Indu- In einigen Städten sind Prunkbauten für perSubventionsgeschenk. striezweig nur von den Erträgen des anderen sönliche und Parteizwecke aufgeführt wor den. Dafür wurde das Geld zur Verfügung ge stellt, während nach einem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung bereits am Jahresanfang 1935 die bereitgestellten För derungsmittel für Wohnungsneu- und UmReden Schachts ändern aber nichts an der Dabei ist Schacht so unvorsichtig zu verraten, welchem Zweck das so herbeileben, aber nicht auf seine Kosten. Es muß Sie führte für die Zinkindustrie ein Prä- geschaffte Kapital dienen soll. Nichts, so also entweder die Aufrüstung abgeblasen oder miensystem ein, dergestalt, daß die Zinkver- meint er, verlange mehr nach kapitalistischem der Schwindel der Aufrüstungskonjunktur bis arbeiter nur den Weltmarktpreis zu bezahlen Unterbau als eine moderne Wehrmacht. brauchten, aber die Zinkproduzenten die Geschütze, Flugzeuge, Unterseeboote und alles zur Ueberinflation fortgetrieben werden. SoDifferenz zwischen Verkaufs- was sonst zur modernen Verteidigung gehöre, lange nicht der Konsum auf Kosten der Auf- bauten größtenteils erschöpft waren. Die Folpreis und den ihn weit überstei- seien Dinge, die ohne industrielle Höchstent- rüstung, sondern, umgekehrt, die Kriegsvor- ge davon ist, daß in den ersten Monagenden Selbstkosten aus der wicklung im kapitalistischen Sinne undenk- bereitung auf Kosten des Massenverbrauchsten 1935 selbst nach diesem offiReichskasse ersetzt bekamen. bar seien. Ein Volk, das nicht mehr imstande gefördert wird, kann auch dann aus dem un- ziösen Bericht rund 21 Prozent In diesen>> Selbstkosten sind aber nicht ist, diesen kapitalistischen technischen Appa- soliden Kapitalismus des Dritten Reiches kein weniger Neu- und Umbauwohnunnur die reinen Betriebskosten, sondern auch rat aufzubauen und wirtschaftlich zu tragen, solider werden, wenn der organisierten Ka- gen hergestellt worden sind als in der gleidie Verzinsung des Fremdkapitals und die habe seine geschichtliche Bedeutung verspielt. pitalverschwendung die Geldreserven der Na- chen Zeit des Vorjahres. Abschreibungen enthalten. Selbstverständlich Soviel ist daran richtig, daß der Fortschritt tion anstatt durch Auflegung von Staats- Statt Beseitigung des Wohnungselendesist das Dritte R⚫h nicht so kleinlich, der in der modernen Bewaffnung von der techni- anleihen durch Ausgabe von Aktien zugeführt Prunkbauten für die Bonzen: das ist Natioaltehrwürdigen Firma Giesche bei der Be- schen Höhe der Industrie abhängig ist. Die werden. G. A. Frey. nalsozialismus! Nr. 130 BEILAGE Hitlers nennen.. Neuer Vorwärts Adolf der Erste Zum hundertsten Geburtstag Stoeckers 8. Dezember 1935 Man kann Adolf Stoecker in ge- lung in Berlin und das Rededuell mit Most besser: Makulatur, auf jeden Fall Papier,| Forderung erhob, daß der jüdische Einwissem Sinne einen Vorläufer Adolf im Jahre 1878 erfand Stoecker den so zerrte ihn Stoecker mit leidenschaft- fluß in Staat und Wirtschaft gänzlich ausPg. Kube. nationalen Sozialismus, der im lichem Eifer auf die Gasse und in die geschaltet werde: Keine jüdischen Lehrer! Wir erkennen in ihm immer deut- Grunde so wenig national wie Sozialismus Gosse. Erst durch das lebendige Wort die- Möglichst keine jüdischen Richter!, verlicher einen Wegbereiter des neuen Deutschland Adolf Hitlers. war, sondern ein Mischmasch, aus allen ses geborenen Volksredners wurde die dient dann Adolf I. nicht sein Standbild Dr. Löber. Küchen zusammengestohlen, um die Ar- Judenfeindschaft in die Massen getragen. im Deutschland Adolfs II.? Am 11. Dezember feiert das» Dritte beiter ins Lager der Reaktion zu locken. Mit Wollust peitschte er in seinen Reden Aber sehr beträchtliche Unterschiede Reich Adolf Stoecker, der an Denn ob er sein arbeiterfreundliches Herz die niedrigsten Triebe seiner Hörer auf. zwischen dem Vorläufer und den Nachblieb» Die Juden<«<, hetzte er,» sind und bleiben läufern stecken nicht nur im Persönlichen. Tag vor hundert Jahren zur Welt kam, auf der Zunge trug, im Innersten der finstersten Rückwärtserei ein Volk im Volke, ein Staat im Staate, ein Stoecker war kein Entgleister mit als einen begnadeten Vorläufer. Allerdings Stoecker verschworen; wie entrüstete er sich sitt- Stamm für sich unter nicht auf ganze einer fremden dürftigen und lückenhaften Achtelsbildung. Lautstärke gestellt, denn die Gewalthaber lich, als in evangelisch- sozialen Kreisen Rasse<<; er zeterte:» Das jüdische Geld Das Universitätsstudium hatte ihm nicht Braun- Deutschlands schwanken ewig zwi- das Schlagwort: Aufteilung des Groß- spielt im Kapitalismus, die jüdische Um- allein den äußeren akademischen Firnis verliehen, sondern wirkliche Bildungselemente vermittelt: der sich noch als werden die Festredner diesem schen der Sucht des Emporkömmlings, sich eine Ahnengalerie zu verschaffen, und einer dem Drang des Dilettanten, als Original-» Des Führers Schreiten ist Gebet« Pfarrer mit Begeisterung und Wonne< genie zu erscheinen. Wenn man Adolf I. zu sehr herausstreicht, verblaßt Adolf II. einigermaßen. Aber Unehre, wem Unehre gebührt! Der Hofprediger Wilmhelms I. ist wirklich ein sozusagen geistiger Vorfahr der Barbaren, die heute in Deutschland mit Erfolg eine alte Kultur kurz und klein schlagen. beAeußere Aehnlichkeiten fallen nicht zu sehr ins Gewicht, etwa daß auch jener in den bayrischen Alpen einen Landsitz erwarb und zum Haus Wagner in Bayreuth enge Beziehungen unterhielt, Mehr Bedeutung hat die Herkunft auch Stoeckers aus kleinen Verhältnissen; sein Vater war Schmied, dann Wachtmeister, dann Gefängnisinspektor, seine Mutter eine Schneiderstochter. Drei Jahre wirkte der junge Kandidat der Gottesgelahrtheit als Hauslehrer auf einem baltischen Rittergut, und hier, wo der patriarchalische Despotismus in voller mittelalterlicher Blüte stand, schien ihm die Welt im Lot. > Niemand«, erzählte er,> außer einem kurischen Edelmann konnte Land sitzen; jeder Edelmann, auch wer keine Furche Acker sein eigen nannte, durfte mit der Meute durch das ganze Land jagen. Der Adel übte ein großes Maß von Selbstverwaltung und besetzte die Landesposten, selbst die Richterstellen der ersten Instanzen, mit ungeprüften Mitgliedern seines Standes. Aber man würde irren, wenn man glaubte, daß der Bauernstand dies als ein Unrecht oder als Bedrückung empfunden hätte. Und das dünkte Stoecker das Ideal eines Gesellschaftszustandes. Nie ward er auch den geheimen Respekt vor den hochgeborenen Herren los; für ihn hing das politische Verständnis eines Menschen wesentlich davon ab, > ob er den Adel in seinem Standesbewußtsein und in seiner Lebensweise verstehen und würdigen kann«. Nicht minder erinneren Charakterzüge an den Nachfolger. In jedem Kreis drängte er sich, immer selber schwätzend und niemandem das Wort lassend, in den Mittelpunkt. Desgleichen schillerte dieser Gottesmann im Zwielicht der Zweideutigkeit; da sein Ja kein Ja, sein Nein kein Nein war, geriet er oft in peinliche Lagen, und nicht von ungefähr hieß er bei den Gegnern> der Meineidspfaffee. Endlich unterlag auch er, der so im Sturm gern die standhafte Eiche spielte, jedem seiner UmZuflüstern Stoecker hatte die Petition zuerst, d. h. vor der Publikation, unterschrieben, dann auf Bitten einiger Freunde die Unterschrift zurückgezogen... dann hatte in Homer und Sophokles, Thucydides und Demosthenes, Horaz und Tacitus versenkte, hatte schon ein anderes geistiges Format als der Verehrer der Karl Mayschen Indianerschwarten. Auch sticht er mit seinem unleugbaren Sinn für Humor, Witz, Ironie und Sarkasmus von dem langweilig ledernen Ernst der Heutigen ab, und wirkt überhaupt, mochte er politisch wie menschlich eine noch so unerfreuliche Erscheinung sein, neben der fünften» Führer«-Garnitur von 1935 wie ein Rassehund neben StraBenkötern, Marke» Promenadenmischung«. war Sachlich gibt es gleichfalls zwischen jenem und diesen einen erheblichen Abstand. Schon als gläubiger Christ Stoecker nicht der grobzöllige Materialist wie die Nazis, die einen Menschen nicht anders ansehn wie ein Yorkshire- Schwein; auf die Rasse und nur auf die Rasse kommt es ihnen an. Nicht mehr als eine Redensart mochte es sein, wenn Stoecker erklärte, daß er nicht die Juden angreife, sondern nur dies frivole, gottlose, wucherische, betrügerische Judentum<, aber er wandte sich auch beschwörend an die Studenten:» Denkt nicht, daß es genug ist, Juden zu hassen und sich antisemitisch zu nennen. Deutschtum und Christentum sind innig miteinander verbunden. Ich gebe auf eine bloẞe antijüdische Bewegung gar nichts, wenn sie nicht durchdrungen ist. von einer herzlichen Liebe zum Evange lium«. Wieder und wieder betonte er: » Die Judenfrage ist für mich keine religiöse Frage, keine Rassenfrage<; er verwahrte sich dagegen, daß getaufte Juden noch bis ins dritte und vierte Glied als Juden verfolgt würden, und unterstrich: » Der christliche Geist dringt durch die Rasse, und wenn die Israeliten getauft sind, so sind sie unsere Brüdere. Aber vielleicht war für die Edelblüte am Baum des» Dritten Reichs«, den Rassen- Antisemitismus, die Zeit Stoeckers noch nicht reif? Fehlgeschossen! Was etwa Moritz Busch in seiner Broschüre» Israel und die Gojim« verkündete, daß die Juden nie eingedeutscht werden könnten und am besten in ihr»> gelobtes Land« zurückzuschicken seien, trugen andere, deren Namen rechtens vergessen sind, in die Volksversammlungen. Ihnen war die Judenfrage eine Rassenfrage, und die Taufe änderte nichts an der körperlichen geistigen Minderwertigkeit der gebung; ohne zu ahnen, wie er seinen grundbesitzes! anklang.» Ich sehe nicht sturzneigung in der Sozialdemokratie, die und | Helden bloẞstellt, schildert sein bewun- ein«<, beteuerte er,> wie ohne das Element jüdische Presse in der allgemeinen Kor- Juden; erst mit der vollkommenen Entdernder Biograph Dietrich von Oertzen des Großgrundbesitzes die Landwirtschaft ruption eine der Hauptrollen«<; er wieder- rechtung und Versklavung der Juden erdiese Eigenschaft in einem besonderen eines großen Teils von Deutschland und holte,» daß das Judentum auf die zwei schöpfte sich darum das Programm dieser Fall: ohne das Element der Großgrundbesitzer Lebensadern des Volkskörpers, ich möchte lautesten Schreier. Aber da in Oertzens die politische" nd nationale Wohlfahrt des sagen auf die Venen und Arterien, die Stoecker- Biographie das Urbild dieser deutschen Volkes bestehen soll«, und stets Hände gelegt hat, auf die Geldader und» Rassen- und Radau- Antisemiten«, der sucht. er Anschlu an die reaktionären die Presseader<; er behauptete frischweg, Dr. Böck el dasteht als» ein ganz unMächte; wa, 1ür den andern in seinen An-> daß das Judentum unter den christlichen reifer, seichter Schwadroneur, der nur mit er wiederum auf Bitten anderer färgen die bayrische Reichswehr, das war Völkern eine parasitische Existenz führt, der oberflächlichsten Phrase arbeitete, aber ein An- für Stoecer eine Generalstabsclique unter die nicht auf der eigenen Arbeit beruht, aber diese Waffe mit gefährlicher Gezwar nicht die Petition, die Superintendenten mit dem Gram Waldersee. schreiben an sondern darauf gerichtet ist, die Völker schicklichkeit in der Volksversammlung unterschrieben. Dieser Sachverhalt war Als ihm e Arbeiter verächtlich den materiell und geistig auszubeuten«, und handhabte«, sind dieser> traurige Hohlihm aber entscheidenden Rücken drehten, wandte sich auch dieser er donnerte teutonisch:» Wir müßten in redner mit seiner nichtigen phrasenhaften offenbar im nicht ganz klar, gerissene Demagoge an das Kleinbürger- der Tat eine Nation ohne Ehrgefühl sein, Beredsamkeit< Augenblick selbst und seinesgleichen die namentlich wußte er nicht, ob schon An- tum, an zwischen Großkapital und wenn wir diese Ketten eines fremden Gei- eigentlichen Vorläufer der braunen Garde. schreiben mit seiner Unterschrift ausge- Proletariat zermahlenen Mittelstand, und stes nicht brächen, sondern wirklich ver- Vor dem Jahr 1935 ist Stoecker ihnen er, durch aufgeregte gefiel sich, ihn zu ködern, in zügellosester judeten«. Wie gleicht daneben all das, was gegenüber ins Unrecht gerückt, denn er gangen. So kam Zwischenrufe des jüdischen Abgeordneten Judenhetze. Wie Adolf II. seine ganze die Lautsprecher des Nationalsozialismus fuhr ihnen scharf in die Parade. Als auf Loewe verwirrt gemacht, ins Stot- antisemitische Weisheit einigen österrei- ins Land röhren, den aufgetauten Tönen dem ersten» Internationalen Antisemitenchischen Hetzschriften aus der Schule in Münchhausens Posthorn! Sie brauchten Kongreß« in Dresden ein Dr. Henrici die Luegers verdankt, so plünderte Stoecker wirklich nur, die braunen Recken, ein paar einer allgemeinen Judenaustreibung das Uebereinstimmung zwischen 1 und 2 im ohne eigenes Nachdenken Wilhelm Marrs Dutzend Schlagworte aus Stoeckers Reden Wort redete, erteilte ihm Stoecker die Absozusagen Politischen. Da er auszog, den» Der Sieg des Judentums über das Ger- zusammenzuklauben und deckten spielend fuhr, daß, wenn in Deutschland abgestimmt Drachen des Umsturzes zu erlegen und der manentum und die Artikel Otto Glagaus die geistigen Unkosten ihrer> Erweckung würde, ob Semiten oder Antisemiten ausSozialdemokratie die Anhänger abzutrei- in der» Gartenlaube«. Aber blieb der Anti- Deutschlands. Und wenn dieser seltsame zutreiben seien, die Abstimmung sicher Auftakt jene> Eiskeller<-Versamm- semitismus dieser Pamphlete Literatur, Prediger der christlichen Nächstenliebe die zuungunsten der Antisemiten ausfallen ben tern. Vor allem aber offenbart sich den Knut Hamsuns Rekoed werde. Dafür verfolgten diese sechtene Antisemiten ihn als> falschen Antisemiten mit geiferndem Haß und sorgten dafür, daß er bei der Reichstagswahl von 1893 in seinem alten Wahlkreis Siegen Märtyrerios ist von Dichtern durch die nen aus dem Konzentrationslager> herauszu-| mehr. Wenn er die blutenden Lippen öffnen wollte, würden sie von rohen Fäusten rasch durchfiel. Ja, war nicht im Schein der Jahrhunderte und Jahrtausende oft und schön sprengen und schrieb u. a: sind unbequem, Erleuchtung, die vom» Dritten Reich aus- und mutig besungen worden. Dichter selbst Herr Ossietzky konnte Deutschland so- geschlossen werden.> Sie wohl vor wie nach der Machtübernahme des Herr!< hänselt der Dichter Hamsun. Ossietzstrahlt. Stoecker ein> Judenknechte? sind als Märtyrer der Freiheit gestorben oder Nationalsozialismus verlassen. Aber das ky ob er am heutigen Tage noch lebt, Selbstverständlich war er es! War es schon haben durch die Macht ihrer Stimme unschulwollte er nicht. Er rechnete damit, daß weiß keiner genau wollte nicht, daß Menfaul, daß er öfter von anständigen, von dig Verdammte aus den Händen der Peiniger die Menschen aufschreien würden, wenn er ehrenwerten Juden sprach und bekannte, gerissen. Daß aber ein Dichter, ein Gestal- verhaftet würde. Und hierin hat er sich schen von Menschen getötet würden. Dafür nicht verrechnet. Es gab Menschen in al- wird er heut getötet, monatelang, jahrelang, unter ihnen Freunde zu haben, so ter menschlicher Not, ein Sprecher der leidenlen Landen, die seine Sache zu der ihren unter teuflischen Martern.> Wie wäre es, schmähte ihn der wackere Böckel gerade- den Kreatur, hingeht, und ein wehrloses, ketmachten und aufschrien. Sie haben fleißig zu als Werkzeug.der» abgewirtschafteten tenbeladenes, durch alle Höllen gejagtes, zum Judenclique, die sich konservative Partei Schweigen verurteiltes Opfer blutiger Tyrannennt auf der kommen. Wie wäre es, wenn Herr Ossietz- Flucht Erschossenen, heimlich Erhängten, ky in dieser schweren Uebergangszeit, in nächtlich Verscharrten. Jeder Schlag, den der die ganze Welt die Zähne gegen die Besseres zu ernten war ihm nicht beschieden. Auf die Dauer vermochte er sich den reaktionären Mächten nicht an die Jener in Freiheit und keineswegs schlecht Rockschöße zu hängen, da er bei so man- lebende Knut Hamsun sang dem Friedenschem Ordnungshüter wegen seiner arMachthaber des großen Volkes bleckt, dem der Dichter Hamsun höhnend gegen Ossietzkämpfer Carl von Ossietzky, der in einem Aber tausend Menbeiterfreundlichen Versammlungs- Schlager zugehört, lieber ein wenig positiv mit- ky führt, trifft sie mit. und Konzentrationslager des Dritten Reiches behelfen würde? schen leiden im Dritten Reiche hart worte im Geruch» kommunistischer BeOssietzky wird von geistfernen, verdorbe- furchtbar, leiden um ihrer Ueberzeugung wilstrebungen<< stand; Bismarck, der ihn erst stialisch zuschanden gequält wird, ein Spottdarüber lustig, daß nen, bösartigen Tieren mißhandelt, gepeitscht, len. Wir bezweifeln dennoch, daß einer von auszunutzen gedachte, ließ ihn bald fallen, lied. Er machte sich > Geschieht Ihnen recht, Herr!< ihnen den wohlhabenden, wohllebenden, anerund da Stoecker durch den> Scheiter- aber Tausende, die zumeist nicht einmal Dich- getreten. haufenbrief dem Kanzler vergeblich beiter, nur Menschen sind, die Verleihung des höhnt der Dichter Hamsun, den die Hitler- kannten Dichter Knut Hamsun um seine Rolle die Rolle des freiwilligen Wilhelm II. ein Bein zu stellen suchte,| Friedenspreises an Ossietzky verlangt haben. presse gelegentlich feinsinnige und> echt beneidet um kehrte ihm auch der Kaiser, der ihm als Er verspottete diesen Versuch, den Gefange- nordisch« nannte. Ossietzky hat keine Sprache Knechtes. Prinz aufmunternd zugelächelt hatte, die kalte Schulter. Erst recht weigerten ihm die Massen die Gefolgschaft. zu nennen. Ihre Religion Kläglich den zu harter Strafe verurteilen, der es etwa müsse die rassische Vermischung| te) Königsbergerin, ein Friese keine Berlimiẞglückte sein Versuch, im Berliner Pro- wagen wollte, Adolf Hitler einen Mischling des deutschen Volkes als etwa e nerin, eine Mecklenburgerin keinen Kölner, ein Naturgegebenes hinnehmen. Der Oberösterreicher aus Braunau keine Bayerin letariat festen Fuß zu fassen, und wenn Mischling ist ein Schimpfwort. Mischlinge Anteil nordischen Blutes sei nur bei etwa 65 lieben. Am besten wäre es, die wenigen halber persönlich auch im Wahlkreis Bielefeld wegs> reinen Norden< sofern sie feststellfast jedesmal in den Reichstag gelangte, sind im Sinne des Nationalsozialismus keine Prozent der Deutschen vorherrschend. heirateten wie weiland die PhaDas bedeutet, daß jeder dritte Deutsche bar sind kam doch die von ihm begründete Christ- vollwertigen Menschen, sie gelten als minlichsoziale Partei nie und nirgends auf deren Blutes und werden deshalb gezwungen vorwiegend> nichtnordisch<, daß jeder dritte raonen ihre eigenen Schwestern. Rosenberg einen grünen Zweig. Statt als mächtiger am Rande des Ghettos zu leben. Sie stehen Deutsche> minderen Blutes< ist, denn nur die wird dies noch erfinden! Strom durchs Land unter Sondergesetz. Sie sind von den meisten nordische Rasse gilt dem Nationalsozialiszu rauschen, verzettelte sich die antisemitische Bewegung Aemtern und von allen Ehrenstellen ausge- mus als wirklich hochwertig. Aber auch die in ein halbes Dutzend trübe dahinschlei- schlossen. Sie sind in der Wahl ihrer Ehege- übrigen 65 Prozent sind> Mischlinge, denn vielerlei Beschränkungen unterwor- auch bei ihnen ist das nordische Blut nur Die Reichspropagandaleitung der NSDAP chender, stinkender Rinnsale. Denn in fährten vertreibt ein internes Rundschreiben über seiner Gesamtheit war das deutsche Volk fen. Haben sie nur einen volljüdischen Groß-» vorherrschend<, nicht aber rein. Wissen die Rassenforscher wenigstens, nationalsozialistische Feiergestaltung. Zur gesund genug, den Giftstoff, den ihm die elternteil, so sollen sie keinen Mischling> mit Judenhetzer einimpften, auszuscheiden gleicher Erbmasse heiraten. Haben sie zwei woraus das deutsche Volk gemischt ist? Nein stehenden Form der Nazi- Weihestunde gehört sie wissen es nicht. Sie verzichten auf die Verkündung. Für den 9. November oder zu verarbeiten. Es bedurfte erst der volljüdische Großelternteile, so bedürfen sie geistigen und sittlichen Unterernährung zur Eheschließung mit Staatsangehörigen ernsthafte Nachprüfung. Sie ziehen es vor, wurde folgende> Verkündung vorgeschrieben: durch vier Jahre Weltkrieg und der Er- deutschen oder artverwandten Blutes oder bei den Großeltern haltzumachen, anstatt schütterung aller Verhältnisse durch die mit staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, wenigstens ungefähr zu schätzen, wieviel Wirtschaftskrise, bis Hitler dort ernten die nur einen volljüdischen Großelternteil ha- fremdes, nicht> artverwandtes< Blut durch der Genehmigung des Reichsministers die Jahrhunderte und Jahrtausende bei kriegekonnte, wo Stoecker gesät hatte. Stammeswanderungen, des Innern und des Stellvertreters des Füh- rischen Einbrüchen, rers oder der von ihm bestimmten Stelle.< Sie Gefangenenzügen und friedlichen Invasionen nach Deutschland geströmt ist. Noch heute müssen sich bei dieser Gelegenheit eine bei Rückfallverbre- wird das angeblich ebenso untilgbare wie sonst nur chern übliche Prüfung ihrer> kör- verderbliche jüdische Blut tropfenweise in perlichen, seelischen und charakterlichen Kauf genommen, denn> Mischlingen mit ein sie verkünden. Eigenschaften gefallen lassen. Diese Prü- Viertel jüdischer Erbmasse steht es frei, eine fung ist eine Beleidigung und eine Herab- Ehe mit staatsangehörigen Deutschen Die Ausführungsverordnungen zu den Nürn- setzung. Sie bleibt es, auch wenn den Prüf- artverwandten Blutes zu schließen.<< lingen in Ausnahmefällen und gnadenhalber berger Gesetzen reden von» Mischlingen. Ehedispens erteilt wird. Trotz allem war Adolf I. das bessere Los gefallen, denn mit dem Erfolg blieb ihm auch der furchtbare Sturz in den Abgrund erspart, dem sein Nachfolger nicht entgehen wird. Pierre Ponce. Mischlinge Die Erläuterungen definieren den Begriff wie folgt: ben, oder Mischling ist ein Schimpfwort. Und dieses Schimpfwort trifft das ganze deutsche Volk, nach den Feststellungen des national> Des Führers Schreiten ist heute Gebet... Er steigt und steht, von Wunder ganz umhüllt. Er brennt vom Glauben seiner Kameraden. Und keine priesterliche Weihe steigt gewaltiger empor als dieses stumme, und Stein gewordene Gebet des Mannes, in dessen Herzen sich ein Volk bewegt.< Es ist die Religion des Kommisstiefels, die Der Fluch Aus dem Briefkasten einer süddeutschen Nazizeitung: > Karl Marx sollte man im neuen DeutschMischling ist ein Schimpfwort. Wie- das viele Deutsche trifft die Be- sozialistischen Rasseleiters Ramm ein Misch- land als Fluch gebrauchen. So wie man sagt: > Als jüdische Mischlinge sind grund- schimpfung? Auf einer unlängst abge- volk ist. Wenn die Blutgesetzgeber es wag- Hol dich der Teufel sollte man jetzt mit sätzlich deutsche Staatsangehörige anzusehen, die einen oder zwei volljüdische Groß- haltenen Schulungstagung der pfälzisch- saar- ten, die Konsequenz ihrer eigenen These zu einer Gebärde des Abscheus sagen:> Hol dich ländischen>> Rechtswahrer« erklärte der Lei- ziehen, so müßten sie zugeben: jede Verdün- Karl Marx!<< Wenn der Karl Marx aber eines Tages nun Mischling ist ein Schimpfwort. Es soll ter des> Rassenpolitischen Amtes der nung des nordischen Blutes ist> Entartung<. es sein. Beweis: jedes deutsche Gericht würde NSDAP<, Dr. med. Ramm, Pirmasens, man Ein Badenser darf keine(> ostisch< verseuch- zuviel holt?! elternteile haben.< Das Ende eines Hitler- Pioniers unter Terror setzte. deckten Scheck bezahlt hatte. der giert das nicht. die einen Aufruf In Lande. Hier fallen die Nazis durch ihre verlogene Propaganda und ihren lauten Cliquenfressern mit weißen Mäusen und Stinkbom- braune Despotie große Dienste erwiesen. Was die Befreiung seiner Frau und seines Kindes ben das Film- Theater am Nollendorffplatz er dabei sah und erlebte, schildert er in sei- aus viermonatiger Geiselhaft. nem> Reisetagebuch eines deutSein Weg führt schließlich nach USA, wo Aros galt als Hugenbergs erklärter Lieb- schen Emigranten«, soeben erschienen er in vielen Versammlungen der Sozialdemo Das Schicksal ist manchmal fast ebenso ling und als bereits alle Juden aus den im Europa- Verlag, Zürich. Sein Weg führt kratie und des Gewerkschaftsbundes spricht. wunderlich wie ein Kitschfilm. In einem Wie- Scherlbetrieben hinausgeflogen waren, als die von der Tschechoslowakei über die skandina- Nazis treten nur selten auf. Wo sie sich aber ner Obdachlosenasyl wurde der Filmjournalist Hugenbergredakteure schon in SA- Uniform vischen Länder nach England. Die starke Luft an der Debatte oder dem üblichen Fragespiel Alfred Rosenthal festgenommen, weil er und» Heil Hitler< brüllend, durch die Redak- freier Länder umweht ihn, überall sind die beteiligen, blitzen sie unter der Heiterkeit in einem Hotel seine Zeche mit einem unge- tionsräume zogen, hielt man den Schutz- Versammlungen überfüllt, die Menschen wol- der Versammelten ab. Hier ist das Interesse an juden Rosenthal in einem Kämmerchen ver- len hören, wie es kam, daß die Mehrheit des den deutschen Vorgängen und die leidenleichtschaftlichste Ablehnung der Rosenthal, ein> Nichtariere, der unter dem steckt, noch auf seinem Posten. Wo er er deutschen Volkes seine Freiheit so natiotischen Pseudonym> Aros< zu schreiben pflegt, hat schien, machten die fairen Kollegen ihre blu- sinnig preis gab. Stark ist überall das Mit- Barbarei so heftig wie in keinem europäischen einst eine überragende Rolle im reaktionären tigen Witze über die semitische Wanzee; gefühl mit den Opfern des Faschismus. Filmleben Berlins gespielt. Er war die rechte Aros, den Mann mit der Elefantenhaut, tan- Schweden sind es zwei Brüder des Königs. zur Unterstützung deutdes Millionärs Hugenberg und Hand streit besonders unangenehm auf. Sie setzen Als es dann so weit war, daß ihn auch scher Emigranten als erste unterzeichnen und Geschäftsleute unter deutschamerikanische Filmchef des Scherl- Trusts, der dem deutschIn nationalen Geheimrat gehörte. dieser Hugenberg nicht mehr halten konnte, setzte mit entsprechenden Beiträgen vorangehen. Druck, drohen mit Boykott und spitzeln wie ihn eines Tages Dank vom Hause Eigenschaft war der Nichtarier Rosenthal man Neben der Fairneß im politischen Leben daheim. Die Amerikaner machen zwar scharf ohne jede Entschädigung auf fällt dem antifaschistischen Propagandisten gegen dies Treiben Front, aber die Deutscheiner der gehässigsten und skrupellosesten Hugenberg in England auf, wie wenig der Durchschnitts- Amerikaner vermeiden eine öffentliche StelPreisfechter gegen alles Fortschrittliche und die Straße. Mit der Arretierung im Elendsleben eines engländer von Deutschland weiß. Aber da lungnahme, weil ein beträchtlicher Teil von Sozialistische im Filmwesen, er war der eifrigste Propagandist jener provokativen reaktio- Wiener Obdachlosenasyls, erfolgt wegen eines der Brite von Haus aus Demokrat ist, lehnt ihnen noch in geschäftlichen Beziehungen zu nären Filmsudeleien der> Ufa«, die geistig den kriminellen Deliktes, hat die das unge er den Ungeist des Dritten Reiches rundweg Deutschland steht oder Nachteile für die im Weg für den Einbruch des nationalsozialisti- wöhnlich würdelose Leben eines ab. Selbst Mosleys Anhänger, die einen anti- Dritten Reich lebenden Angehörigen befürchschen Barbarentums in Deutschland vorbe- Menschen einen vorläufigen tragischen Ab- demokratischen Kurs steuern und von der poli- ten muß. Am meisten stößt den Amerikaner reitet haben. Es störte> Aros< auch nicht, schluß gefunden, dem nichts so verhaßt war, tischen Anständigkeit ihres Landes am wenig- jene widerliche Verlogenheit eingewanderter ausgesprochen antisemitische Machwerke be- wie das Wort> Charakter, und der für sei- sten repräsentieren, wollen mit den Nazis Hitlerjünger ab, die für Deutschland die ungeistert zu besprechen, er handelte dabel, so nen Selbstverrat einst Gehälter bezogen hat, nicht verglichen werden. In einer Versamm- menschlichste Diktatur vertreten, sich aber erklärte Aros zynisch, im Interesse der Firma, die an ein Ministergehalt zum mindesten her- lung in Plymouth zieht Seger eine Parallele für USA als loyale Anhänger der demokratizwischen den englischen Blauhemden und Hit- schen Verfassung aufspielen. Die Weimarer die er zu vertreten habe. Als der nach dem anreichten. lers Braunhemden. Darauf erheben sich die Demokratie genoß auf dem neuen Kontinent Remarqueschen Kriegsbuch gedrehte amerianwesenden Mosleyleute entrüstet und pro- große Hochachtung, der braune Sadismus jekanische pazifistische Film> Im Westen nichts Nach seiner Flucht aus dem Konzentra- testieren dagegen, mit den Nazis in einem doch wird verachtet. Diese feige Folterung Neues< die Gemüter erregte, war neben dem Göbbelsschen> Angriffe die Hugenbergsche tionslager hat Genosse Gerhart Seger Atem genannt zu werden, denn die Blau- der Tapferen und Gesinnungsfesten, diese > Nachtausgaber Haupt- Einpeitscherin mehrere Staaten Europas und Amerikas be- hemden seien englische Gentlemen! Die öffent- Niederknüppelung der Wehrlosen und Unbe das versteht der in sportlicher des braunen Straßenaufruhrs und der Initia- reist, um der Weltöffentlichkeit in Vorträgen liche Stimmung ist namentlich auch in den waffneten gegen das Dritte Fairneẞ großgewordene Amerikaner nicht. tor dieser Krawalle des Nazi- Pöbels war Herr die Wahrheit über Hitlerdeutschland zu kün- Frauen- Vereinigungen > Aros<<, der Hand in Hand mit den Juden- den und hat damit dem Kampfe gegen die Reich. Englischen Frauen die PSegers Reisetagebuch verdankt Seger Am fassungslosesten stehen die Juden von Der Fluch der Diktatur 19 m Die Kritik dieses Buches zielt auf das Wesentliche. In wenigen Sätzen wird Entscheidendes über das Wesen der Sowjetpresse gesagt: Das Gesicht der dirigierten Presse Abschied von Sowjetrußland. Tatsachen- stab seiner Kritik gemacht. Er vergleicht roman von A. Rudolf, Schweizer Spiegel- nicht nur Ideal und Wirklichkeit, sondern auch westeuropäisch- demokratische WirkVerlag. Preis fr. 6 schw. Fr. mit sowjetrussischer Wirklichkeit. Dies Buch ist eines jener aus tiefer Ent- lichkeit täuschung geborenen Erfahrungsbücher über Wenn er mit wenigen Strichen das Wesen Sowjetrußland, in denen die Autoren die des sowjetrussischen Bürokratismus zeichBilanz ziehen über ein großes Experiment: net, seinen lärmenden Betrieb, in dem der die Prüfung ihrer Ideale an der Erfahrung. Nutzeffekt im umgekehrten Verhältnis zum Es hat sich wieder ein geistiger Mensch mit Lärm und zum leeren Betrieb steht, in dem westeuropäischen Maßstäben an der sowjet- mangelnde Geschlossenheit des Verwaltungsrussischen Wirklichkeit eine bittere Enttäu- rechts und des Rechts überhaupt zu krasser die naiv- primischung zugezogen, die er sich von der Seele Willkür und Intrige führt, schreibt. Solche Bücher sind wertvoll, so tiven Methoden der Korrumpierung von Menunopportun sie manchem aus parteipoliti- schen, so steht dahinter als Vergleichsmaßschen Rücksichten auch erscheinen mögen stab der fortgeschrittenere Bürokratismus von eines westeuropäischen Rechtsstaates. vorausgesetzt, daß solche Bücher sich grob denunziatorischen Absichten frei halten. Dies Buch ist hart mit seinen Tatsachenenthüllungen in Reportageform, aber aufrichtig und nicht denunziatorisch. Der Verfasser hat reichlich Gelegenheit gehabt, Erfahrungen zu sammeln: als Funktionår der Propagandamaschine der Gesellschaft der Freunde Sowjetrußlands, als Funktionär der Roten Gewerkschaftsinternationale und schließlich als stellvertretender Chefredakteur der> Roten Zeitung< in Leningrad. Befangen im revolutionären Idealismus glaubte er Brüder und Kameraden zu finden, und er stieß auf Bürokraten. Das ist eine Erfahrung, die jeder junge Intellektuelle durchüberall in der ganzen zukämpfen hat Welt, nicht nur in Sowjetrußland Thema von Balzacs> Verlorenen Illusionen< wieder immer wird immer wiederkehren, wird der Idealismus der Jugend sich an Einrichtungen und an durch Einrichtungen verwieder dorbene Menschen stoßen, immer werden Menschen durch Einrichtungen verdorben werden. Der leidenschaftliche Aufschrel dieses Buches, dessen Dominante die Freiheit ist, richtet sich daher nicht gegen sowjetrussischen Bürokratismus und Journalismus, gegen kommunistiche Parteilüge und Parteizwang, gegen Bürokratismus, Journalismus, Partelüge und Parteizwang überhaupt. > Nicht die physische Ueberlastung war es, die Richard zermürbte, sondern die unmöglichen Ansichten, besser, der absolute Mangel eigener Ansichten bel Horgos. Immer wieder berief er sich einen auf irgend Parteibeschluß, auf einen pathetisch zitierten Ausspruch von Marx oder Lenin, den er auf seine Weise interpretierte, ohne seinen wirklichen Sinn zu verstehen. Immer hatte er jemand Angst, wenn wirkliches Leben. selbständige Gedanken in die Zeitung brinwollte. Viertelstundenlang saẞ über einem einzigen Satze, erwägend, grübelnd, ob darin keine rechte< oder> linke< Abweichung verborgen wäre Das nur sondern Aber das Hauptthema des Buches ist eben, daß der Verfasser diese gesellschaftGebrechen lichen in Sowjetrußland überwunden glaubte, daß er gläubigen Herzens angenommen hat, daß dort die Buro. kraten nicht Menschen, sondern ideale sozialistische Engel sein würden, die Journalisten rigorose Wahrheitssucher und innerlich ergriffene heilig Ueberzeugte, in einem Wort, daß die russischen Kommunisten Menschen sein würden. Er fand statt dessen die Verwüstungen, die ein diktatorisches System an Seele und Charakter seiner Instrumente anrichtete, ar erkannte die ungeheuere Kluft zwischen dem, was Inhalt seiner Propaganda war und der Wirklichkeit des Sowjetsystems. Er hat diese Erfahrung verarbeitet, er hat sie nicht zum Alleinmaßbessere hunnischen Ausbruch gegenUSA diesem über. Seger schreibt: > Kein Teil der Deutschamerikaner hat während des Krieges so fest zu Deutschland gehalten wie die deutschen Juden; kein Teil hat so hohe Beträge an deutscher Kriegsanleihe gezeichnet wie die deutschen Juden; das ist mir nicht etwa nur von den Juden selbst, sondern viel öfter von nichtjüdischen und nichtdeutschen Amerikanern gesagt worden, immer wieder... Es habe anhören müssen...< ist gen er deses Buches wird unwillkürlich immer wieder auf die Aehnlichkeit beider Systeme stoßen, nicht nur auf dem Gebiete des Jour nalismus. Er wird durch diesen Vergleich auf einige ganz grundsätzliche Punkte hingelenkt werden: es ist der Mangel an wirkges Kritik von Gábor über Kramladen«, licher öffentlicher Kontrolle und an Freiheit neues Roman von Gustav Brand. Sagt da der Kritik, die dem Sowjetbürokratismus in> Zentral- Zeitung jemand von tschechiMax Klinger. sches Kominternsektion, Buch ist sich sozial- seine widerwärtigen Züge verleiht, es ist der der die Sowjetdemokratisches Kontrebande. Hatte ich Mangel an Pressefreiheit, mich natürlich verlassen auf Gábor und presse verdirbt, es ist der Mangel an Freiheit bekomme da großes Schreck. Schicke ich überhaupt, der die Generalkritik im Sowjetgleich den Brustow nach Moskau, soll er system rechtfertigt. klären Sache. Ruft Brustow sofort an, soll ich abgeben Erklärung, daß habbe begangen politisches Feller durch Veröffentlichung von Probekapitel und Kritik von Gábor. kann Denke ich, was da machen und schicke ab Erklärung. Da höre ich von anderer Seite, daß Sache noch gar nicht geklärt, ob behält recht Kominternfunktionär in> Zentral- Zeitung<. man > Und was ist dann weiter geworden?< will Richard wissen. Hammerschläge Aus einer norddeutschen Nazizeitung: > Deutsche Kunst ist wie ein Hammerv aber schlag, sie kann Scherben machen selbst diese Scherben sind vom schöpferischen Genius beseelt.< -Da ist ja am Genius kein Mangel Scherben sind in überreichlicher Fülle vorDas Ersatzschwein > Nun, habbe ich glücklicherweise noch Erklärung bekommen zurück, ehe ist in Hände gekommen von Deutsche ZentralZeitung. Und dann hat Gábor gemacht handen. großes Krach. Darauf hat man gegeben Buch zu lesen Radek, der hat gesagt, Buch ist gut und Gábor und Buch sind rehabilitiert. Stellen Sie sich nun vor, wäre schon in In der Hohen Straße zu Köln hat ein vorher gestanden meine Erklärung >> Zentral- Zeitung, daß ich einsehe, Buch Schokoladengeschäft sein Schaufenster mit sein politisch schädlich und Kritik sein falsch und habe ich begangen Unterlas- einem halben Marzipanschwein in Spanferkelzu Darüber steht lesen: durch Ver- größe geziert. sung in Klassenwachsamkeit öffentlichung!< > Hier gibt es Schweinefleisch in Hülle und Oder über den Piscatorfilm> Aufstand Fulles. Die> Kölnische Volkszeitung bemerkt Fischers. dazu schmunzelnd: der > Na ja, ihr wißt doch, ich bin da von verschiedenen Stellen angegriffen worden, daß ich die ziemlich positive Kritik von Balázs über den Piscatorfilm gebracht habe, während er von der» Kino- Gaseta< Und was ist greulich verrissen wurde. um schließder> Kinogeschehen? Der Kritiker von Gasetak ist abgesetzt, der Chefredakteur einen strengen Verweis bekommen. Allerdings in aller Stille,< fügte er, seine Wohlorientiertheit unterstreichend, hinzu. lich, als die halbe Redaktion und die Chefredakteure der im gleichen Hause befindlichen russischen Zeitung» Krassnaja Gaseta« und» Smena< ihm die Unbedenklichkeit bestätigen, doch den Rotstift zu nehmen und in seinem unverfälschten langgezogenen ungarischen Akzent, die ersten Silben stark betonend, zu sagen:» Wissen Sie waas, werde ich daas streichen. Sicher ist sicher.< > Aber in der Praxis verschwammen die Grenzen nur zu häufig. Eine allgemein gültige, konkrete Richtlinie ließ sich auch bei noch so sorgfältigem Studium der Zentralpresse nicht herausfinden, und allzuoft beim Stadtparteikomitee oder der Zensur anzufragen, hieß nur, seine eigene Unsicherheit beweisen. Noch dazu wechselte in letzter Zeit das Toleranzbarometer Moskaus sehr häufig. Plötzlich erschienen in der> Prawda< Artikel von einer kritischen vor einer Woche Schärfe, vor der sich auch die Kühnsten gefürchtet hätten. Und wieder eine Woche darauf wurde irgendein weil Provinzredakteur gemaßregelt, er diese plötzliche Freimütigkeit auch auf sein Blatt angewandt hatte. Einmal sagte Horgos zu Albert, als er nicht wußte, ob er einen seiner Artikel so erscheinen lassen solle oder nicht:>> Sie, ein Chefredakteur ist immer ein Seiltänzer. Steht auf einer schwankenden Grundlage und muß haben Glück, wenn er soll nicht fallen herunter.< Oder, wenn er den Chefredakteur Horgos über den Fall Gábor< reden läßt: hat » Aber der Film war doch wirklich sehr mäßige, gibt Richard zurück. Der Anblick des schlank und lebensgetreu im Schaufenster liegenden Marzipanschweines wird von den Vorübergehenden mit der heitergestimmten Freundlichkeit begrüßt, mit der man den geschickten Imitator eines guten, seiner Komik und seiner nützlichen Gutmütigkeit wegen beliebten Bekannten belohnt, der seit einiger Zeit auf einer langen Reise ist. Hoffentlich reagiert auch die Gestapo mit > heiter gestimmter Freundlichkeit. schiedene Kabarettkünstler sind Der große Patriot Vermilderer > Sehen Sie, Lengyel, bin ich altes Fuchs in Partei, und lerne doch nie aus. Scherze wegen schon auf lange Reisen< geHabe ich damals auch lange diskutiert mit schickt worden. Brustow, ob wir wollen bringen Kritik von Balázs oder nicht. Aber da hat schon früher Pieck von deutsches Partei geschrieben günstiges Vorbesprechung und hat gehalten Fritz Heckert große Redde bai Uraufführung, habbe ich mir gedacht, wenn führendes Kominternfunktionär lobt als Film der Einheitsfronte kann man ebben nicht herunterreißen, und wenn ist noch so schlecht.< » Ich kann mir nicht helfen, ich finde den Film, bis auf ganz wenige Stellen, miserabel. Und es will mir nicht in den Kopf gehen, wie man mit einem künstlerisch und ideologisch wertlosen Film der Kunst und der Idee dienen kann!< sondern Generalversammlung der Berliner Ufae ( Universum Film A. G.) Herr Geheimrat Hugenberg spricht( nach dem Bericht der Frankfurter Zeitung<): > Grade dieser Umstand gebe Veranlassung, den Angriffen gegen die Verwaltungsbezüge mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Ein Unternehmen zugrunde zu richten, sei eine Kleinigkeit. Es sei notwendig, den Vorstand sorgsam auszuwählen und angemessen zu behandeln.< ,, Wenn Sie von mir wollen annehmen guttes Rat, denken Sie, was Sie wollen, Herr Hugenberg ist immer noch Reichsaber sagen Sie solche Dinge nicht öffentlich. Spreche ich zu Ihnen nicht als Vor- tagsabgeordneter von Gnaden der Nazis, die gesetzter oder Parteifunktionär, ganz privat, weil ich gutt meine mit Sie. es bekanntlich mit dem deutschen SozialisKönnen sich damit sehr leicht värrbrennen muss nur so zu tun haben. Seit seinem siebdie Finger, wie Kritiker von> Kino- Gaseta.< zigsten Geburtstag gilt er sogar Herrn GöbHier erscheint die ganze Erbärmlichkeit bels, der einmal von seinem Regime als der einer dirigierten Presse und die Verwüstung besten Arbeiterregierung der Welt< sprach, von Gesinnung und Charakter, die ein solches als der große Patriote.( laut amtlichen GeSystem bei seinen Dienern anrichtet. Wo ist burtstagstelegramm). Man kann es also mit der Unterschied gegenüber dem national- Robert Ley nicht leugnen: Jeden Tag dem Der Leser Sozialismus um Kilometer näher! Na ja, der Brustow hätte mich da bei dieser Sache beinahe hereingelegt. Ist doch damals der Artikel in Deutsches Zentral- Zeitung< erschienen gegen uns, daß> Rotte Zeitung hatt gebracht günsti- sozialistischen Pressesystem? einem Trupp Rotarmisten bestohlen, malträtiert. teutonische Gestalten mit blonden Kindern Die von Werner Korwich zugrundeliegt, und der das Prädikat> künstlerisch und staatspolitisch wertvolle erhielt, läuft zur Zeit in den Pali- Lichtspielen zu Frankfurt.) Wege, ist es mit dem Menschen vielfach| Handlung ist eine entsetzliche Mischung von nicht rühmlich bestellt aber indem wir Kitsch und Rassenhetze: ein> Dorf friesischer darum wissen, erheben wir uns über unsere Ansiedler in unwegsamen Wäldern an der Komik; betrachten wir die Dinge gütig; finden wir die Möglichkeit des freien Lä- Wolga wird von chelns, den Weg zum Humor, der die Dinge heimgesucht, Es ist wohl das erste Mal, daß die Regieschaut wie sie sind... Filme, die diese Art Friesen mit ihrem Vorsteher sind kernige, rung eines europäischen Landes in dieser verdes tiefen Humors spiegeln, gibt es naturlogenen Manier per Film gegen ein anderes wir hoffen und gemäß recht selten ihnen gegenüber die Vertreter Sowjetruß- Volk und sein Regierungssystem hetzt. Den warten geduldig.<< Und werdet noch lange warten, denn auch lands,» leichtsinnig, brutal, hinterhältig, wie Russen wird mit dieser politischen Borniertmir ganz unmöglich, die Ausbrüche an Bit- zum Humor gehört innere Freiheit und Un- ein Frankfurter Blatt berichtet. Mongolische heit die Bahn frei gemacht für einen Film Er könnte terkeit wiederzugeben, die ich mir deshalb abhängigkeit, mindestens ein Minimum Frei- Typen. Ein deutscher Pfarrer wird erschosgegen das braune Hunnentum. helt der Kritik. Freiere Länder haben solche sen, an den Wänden des Russenquartiers klezeigen, wie diese geflüchteten Friesen samt Das Buch ist reich an Beobachtungen, wie Filme. Ein großes Beispiel: Chaplin, der sich ben Plakate der Gottlosenpropaganda, ein ihrem Vorbeter ein reichliches Jahrzehnt späsie vor allem dem Emigranten auffallen. Ein im Dritten Reich nur unter polizeilicher Be- Mädchen muß friesenmäßig wegen Rasseverter in der deutschen Heimat von braunen rats ausgestoßen werden, ein Rotarmist fällt Rotzbuben im KZ geschändet, gemartert und Kapitel wird dem Hollywooder Filmbetrieb, deckung auf die Straße wagen könnte. ein anderes neuen sozialen Strömungen und Aufs Warten war auch eine Verleger- eine Friesenbraut an, wird dafür vom Frieerschlagen werden. halbfaschistischen Bewegungen gewidmet, tagung gestimmt, auf der ein Vertreter senschmied heimlich erwürgt und mit den die vorläufig in USA noch schwach sind, aber unbefangenen Redensarten brauner Fememördes Propaganda- Ministeriums sprach: aus der immer stärker werdenden antikapitalistischen Sehnsucht der breiten Massen erwachsen. Im Ganzen beweist das Buch, wie sehr Deutschland durch die braune Barbarei in der Welt verloren hat. Gregor. auf Die Eingegliederte Aus Ludendorffs» Am Quell deutscher Krafte: > Bisher sel von den Verlegern in der der verscharrt, während der Trupp roter UnZusammenarbeit mit der Beratungsstelle termenschen im Bethause säuft. Friesen brindas Untragbare getilgt worden. Nun müsse > tot, geschändie positive Arbeit kommen. Das sei inso- gen ein Mädchen getragen So treiben es die Roten, bis fern schwer, weil gerade für gutes Unter- det...< > Aus keuschem Leib wächst die Erfülhaltungsschrifttum ein Mangel an Autoren schließlich sogar der bibelfeste germanische festzustellen sei. Das dürfe aber nicht da- Vorsteher die Bibel beiseite schiebt und zum lung. Edelgewachsene Jungfrau, aus bestem zu verführen, wieder in die alten Gewohnheiten zurück zu sinken. Bei einer Rück- Revolver greift. Der betrunkene Bolschewi- Blut, lebenswuchtig und innerlich eingeglieständigkeit und einem Verharren in gest- stentrupp wird zusammengeschossen, dann dert in die erwachende Heimat, sucht einen rigen Motiven bedrohe der Verleger seine brennen die> Friesen< ihr Dorf ab> und ver- Mann, der ihr gleichgestimmt ist fürs Lelassen das Lande. Kurz, den Leuten wird was geboten für ihr Geld. Existenz.< Der Wartesaal Was wartet im Hitlerreich nicht alles! Göbbels wartet auf junge Talente, die Theater auf annehmbare Stücke, die Kinos Das heißt, wenn der Verleger keine braune brauchbare Filme. Wie Hitlers 14 Jahre Miẞwirtschaft in seinen Reden, so kehrt in der Unterhaltungsliteratur bringt, wird er von Presse stereotyp der Seufzer wieder: warten! In der DAZ wird nach dem Film mit echtem Humor< gerufen: Es heißt da: Wir Göbbels bedroht. Nun sitzen sie da und warten, indes sich die Leser unter der Hand die Bücher von ehedem weiterreichen. Ein antirussischer Hetfilm ben...< mit solidem Brustkorb Die lebenswuchtiges Jungfrau pocht mit Die Nazipresse lobt diesen hirnrissigen dem Eisenhammer an die Liebestür. GleichHetzfilm befehlsgemäß, einigen gleichgeschal- gestimmte Männer teten Blättern merkt man immerhin die werden gebeten, vorzutreten. Scham an. Die Frankfurter Zeitung gibt den Blödsinn der Handlung ausführlich wieder Ahnenkult. Der Vater des Stabschefs der und enthält sich jeden Urteils. Nur am SA, Schuhmachermeister Lutze in Bevergen sitzt der ironisch wirkende Ver-( Westfalen) ist als Ehrenbeamter auf Lebenszeit zum Mitglied des Kreisausschusses des ( Dieser Delta- Film, dem eine Novelle Kreises Tecklenburg ernannt worden. > Wirklich humoristisch wäre demnach ein Film erst, wenn es gelänge, ihn aus der verstehenden Lächelns Grundeinstellung daß während seines Nun hat Hitlerdeutschland seinen ersten Schlusse heraus zu gestalten, Ablaufes deutlich wird: zweifellos hat das antirussischen Film, Friesennote betitelt, merk: Leben seine Widersprüche und Rätsel, geht das Schicksal häufig recht sonderbare mit Friedrich Kayẞler in der Hauptrolle. Die Schluß mit der Arbeitsfreiheit Kriegswirtschaftlicher Arbeitseinsat Es beratung an die Sonderkonjunkturen( Kriegskonjunktur) angepaẞt werden ganz im Gegensatz zur früheren Berufsberatung, die Fähigkeiten und berufliche Eignungen des jungen Arbeiters zu ermitteln hatte. Es gibt nach dem Erlaß vom 5. November 1935 we >> Die gegenwärtige und künftige Verteilung der Arbeitskräfte ist voller Probleme. Dasjenige der Jugendlichen ist für den Augenblick durch Wehrdienst und Arbeitsdienst gelöst.<< Die kriegswirtschaftlichen Vorbereitungen der Weise, daß Arbeitsangebot und Nachfrage| erwiesen hätte. Sie zitiert eine militärische der eine Berufsberatung, noch eine Lehrstel des faschistischen Deutschlands haben mit dem an Zentralstellen erfaßt werden, sie verfolgte Stelle, die im Kriege die damaligen Mängel lenvermittlung, sondern eine berufliche Gesetz über Arbeitsvermittlung, Berufsbera- in ihrer Organisation sozial- und lohnpoli- wie folgt beschrieben hatte: Abkommandierung, die mit den Wüntung und Lehrstellenvermittlung vom 5. No- tische Zwecke. Die Arbeitsverhältnisse und>> Wir hatten uns u. a. die Aufgabe ge- schen des Jugendlichen oder mit der Ausbilvember 1935, das bereits am 1. Dezember in die Löhne waren mit den Vermittlungsbedinstellt, die Arbeitskräfte von einem Beruf dung eines Lehrlings in keinerlei ZusammenKraft treten soll, ihre Krönung erfahren. War gungen verbunden. in den anderen hinüber zu leiten. Wir hatDie unmittelbare ten die Berufe in der Rüstungsindustrie, die Um den letzten Zweifel hang mehr steht. es bei dem Gesetz zur Ordnung der nationa- Beteiligung der Gewerkschaften sehr bald alle vorhandenen Arbeitskräfte über den Hauptzweck der Ausbildung zu zerlen Arbeit bereits als Zweck sichtbar gewor- und die Selbstverwaltung des Ar- aufbrauchten. Wir mußten bedacht sein, aus streuen, schreibt die» Soziale Praxis<: den, aus den freien Arbeitern künftig Arbeits- beitsnachweiswesens waren darum inderen Industrien die Arbeiter herüber z leiten... soldaten zu machen, so entspricht es der auf von entscheidender Bedeutung. Der organiDa sind Leute hinausgegangen, die dann die Stellen besetzt fanden und den Krieg orientierten Umstellung und Re- sche Zusammenhang zwischen der Arbeitsuns später die heftigsten Vorwürfe machorganisation der Wirtschaft, wenn nun auch vermittlung mit der Arbeitslosenversicherung ten, weil wir uns nicht versichert hätten, die freie Verfügung des Arbeiters oder des in einem Gesetz gab vor allem lohn- und ob tatsächlich die Arbeitsstelle noch frei Angestellten über seine Arbeitskraft aufge- tarifpolitische Sicherungen. war. Das Fehlen einer eingearbeiteten Zentrale machte hoben, die Arbeitsvermittlung eine wirkliche Lenkung des Für die Jugend ausschließlich militärische durch den kann also keine Rede davon sein, daß nach Arbeitseinsatzes unmöglich oder erschwerte Vorbereitung, für die erwachsenen Arbeiter staatlich manipulierten Arbeitseinsatz ersetzt der Zerschlagung aller mit dem Arbeitsnach- sie doch auf unerträgliche Weise.<< wird. Die Wahl des Arbeitsplatzes weis in Wechselwirkung stehenden sozialpoliund Angestellten Neuverteilung der ArbeitsDie aus der Kriegszeit noch erinnerliche plätze nach den Bedürfnissen der Kriegswirtdurch den Arbeiter war schon in den zurück- tischen Gesetze, wie Betriebsrätegesetz, Ta- Zwangslage der Arbeiter soll also im Dritten liegenden Monaten immer mehr einge- rif- und Schlichtungswesen, Kündigungsschutz, Reich zur Dauerregelung gemacht wer- wendung der eigenen Arbeitskraft, das ist der schaft, Aufhebung jeder Verfügung und Verengt worden. Das Regime hatte von An- Stillegungsverordnung usw. nun etwa die den, d. h. eben- Ersetzung der Arbeitsvermitt- Sinn dieses Kriegsplanes zur Lenkung des fang an die Selbstregulierung des Arbeits- staatliche Zwangsregelung des Arbeitseinsatzes lung durch staatliche Lenkung des Arbeits- Arbeitseinsatzes vom 5. November 1935. Freimarktes preisgegeben, es verneint überhaupt auch nur das mindeste mit den sozialen Auf- einsatzes. prinzipiell eine Arbeitsmarktpolitik. Im Mai 1934 erschien die erste Verordnung über Regelung des Arbeitseinsatzes, durch die eine behördliche Zuzugssperre für Berlin, Hamburg und Bremen ermöglicht worden war. Im August 1934 wurden durch die Verordnung Fehlen einer solchen Arbeitseinsatz- Zentrale Kriegsbedürfnissen. Ebenso soll die Berufsüber Verteilung von Arbeitskräften die Arbeitsplätze von Jugendlichen geräumt. Im Dezember 1934 ist durch Erlaß die Freizügigkeit der Metallarbeiter aufgehoben worden. Dazu kamen die Einführung des Arbeitsbuches, die Schaffung des Arbeits- Die umfangreichen staatlichen Rüstungs- bracht hat. Nur zum Teil ist der Profit dienstes, der Landhilfe und der Not- aufträge haben der Produktion verschiedener aus den Abschreibungen, den Rücklagen, den mel>> zu< gunsten des Winterhilfswerkes statt. standsarbeiten. All diese Zwangsmaß- Industriezweige einen beachtlichen Auf- Dividenden und aus den Tantiemen ernahmen hatten den Arbeitsmarkt schon weit- schwung gebracht. Besonders die Jahresbe- sichtlich. Gigli sang, Hitler, der italienische Botschafter Attolico, seine Gattin und Herr Göbgehend lahm gelegt. Von der Notstandsarbeit richte der Konzernunternehmungen der Für die Arbeiter- und Angestelltenschaft bels mit Frau waren anwesend. Herr Hitzur Zuzugssperre, vom Einstellungsverbot zur Schwerindustrie, des Bergbaues und der che- hat die Staatskonjunktur die Wirkung der ler saß neben Frau Attolico, der Botschafter Einstellungsgenehmigung liefen die vorberei- mischen Industrie geben Aufschluß über das Erhöhung ihrer Löhne und Gehälter nicht ge- an einem, der Propagandaminister am andetenden Maßnahmen, mit denen die Bewe- Ausmaß der deutschen Staatskonjunktur. habt. Im Gegenteil: die Steigerung der ren Ende der Reihe. Der> Führer« sitzt auf gaben der früheren Arbeitsvermittlung zu tun hätte. Die>> Soziale Praxis« gibt auch zu, daß die Kriegsbedürfnisse entscheidend sind. Sie erinnert an den Weltkrieg, der das heit und Ehre der Arbeit sollen einem stuDie Erläuterung zu Nummer 2 des Be- piden Landsknechttum geopfert werden. fehls der Reichsanstalt geht dahin, daß durch die hier erteilte Generalvollmacht Personengruppen beliebig umgeschult und in andere Berufe geschoben werden können, je nach den Verschärfung der sozialen Spannung Göbbels lacht Hitler aus Ein Bild, das die Wahrheit spricht Durch die deutsche Presse geht ein seltsames Bild, das eigentlich wegen Verächtlichmachung des» Führers und Reichskanzlers« verboten werden müßte, wenn, ja wenn nicht Herr Göbbels selber der Initiator des Fotos zu sein schiene. In Berlin fand ein höchst offizieller Rumgungsfreiheit des Arbeiters allmählich aufge- Man erfährt aus diesen Veröffentlichun- Gesamtlohnsumme ist prozen- dem Bilde mit verzücktem Gesicht da und hoben worden ist, bis nun durch das Gesetz gen Näheres über die Produktionsentwick- tual viel geringer als die Steige- faltet die Hände unter dem Kinn wie zum vom 5. November die vorausgegangenen Teil- lung, während sie die erzielten Gewinne schon rung der Produktion. Wir führen da- Gebet; die aufdringliche Schmierenpose ist bestimmungen in ein Rahmengesetz zusam- weniger klar ausweisen. Immerhin können sie für als Beweis die Ziffern von dreien der um so auffallender, als die Uniformierten und mengefaßt und soweit als noch nötig, ergänzt nicht ganz verbergen, daß die Staats- größten Konzerne der deutschen Nichtuniformierten seiner Umgebung völlig konjunktur eine recht beträcht- Schwerindustrie an: wurden. Der Erlaẞ vom 5. November offenbart liche Erhöhung schon rein äußerlich seinen militärischen Charakter. Dieses> Gesetz<, das ganz zu Unrecht von Arbeits vermittlung, Berufsberatung, und Lehrstellen vermittlung spricht, ist gleich einem Armee befehl in fünf kurzen Sätzen genannt Paragraphen zusammengefaßt, von denen die beiden ersten den ganzen materiellen Inhalt des Befehls umfassen. Nummer 1 besagt, daß Arbeitsvermittlung, Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung nur von der Reichsanstalt betrieben werden dürfen. Ihr Präsident kann andere Einrichtungen mit der nicht gewerbsmäßigen Betätigung beauftragen, doch wird der Auftrag auf Antrag nur insoweit erteilt,» als es für die Regelung des Arbeitseinsatzes zweckmäßig ist.< Kohlenförderung Roheisenerzeugung Rohstahlerzeugung des Profits geHoesch- Konzern • 1932/1933 3,786.000 t 342.000 t 475.000 t 1934/1935 4.915.000 t rd. 800.000 t 960.000 t Löhne, Gehälter und soziale Aufwendungen 44,7 Mill. RM. 62.1 Mill. RM. Kohlenförderung Roheisenerzeugung Rohstahlerzeugung • Steigerung gleichgültig und desinteressiert sind und sehr ungeniert miteinander plaudern. Herr GöbIbels aber lacht dem italienischen Botschafter mit einer unverkennbaren Gebärde auf den gegenüber 1932 im Trancezustand befindlichen Führer< zu 29% und der Italiener erwidert das Gelächter. etwa 150% Dies Bild sagt mehr als hundert zynische 101% Ergebenheitsadressen des braunen Bonzen39% klüngels an ihren» Führer...! Klöckner- Konzern • 2,234.000 t 168.000 t 2.966.000 t 25% 507.000 t 200% 342.000 t 773.000 t 125% 44% 2,967.000 t 38% 578.000 t 125% 803.000 t 137% 55% Löhne, Gehälter und soziale Aufwendungen 32.2 Mill. RM. 46.9 Mill. RM. Gute- Hoffnungs- Hütte- Konzern Kohlenförderung Roheisenerzeugung Rohstahlerzeugung 4 2,157.000 t 258.000 t 339.000 t 36,0 Mill. RM. 56.0 Mill. RM. Löhne, Gehälter und soziale Aufwendungen Nummer 2 besagt, daß der Präsident Währung die Erzeugung von Roheisen und Jahre 1933/1934 auf 5.73 RM. im letzten Geder Reichsanstalt anzuordnen hat, wenn beRohstahl bei einigen Konzernen bereits wie schäftsjahr zurück. Für die Essener Steinstimmte Personengruppen bevorzugt der die höchsten Produktionsziffern des Kon- kohlen- A.- G. betragen die Ziffern für die gleiin Arbeit vermittelt werden dürfen, soweit junkturjahres 1928/1929 überschritten haben, che Zeit 6.22 RM., bezw. 5.86 RM. Im Verstaatliche Notwendigkeiten dazu liegt die Gesamtlohnsumme noch weit unter gleich zu, 1928/1929 ergibt sich ein Rückgang vorliegen. dem Stand dieses Konjunkturjahres. schreibt das Blatt offenherzig: an den Produkdes Lohnanteils bis zu 40 Prozent. Der deutsche Hochsprung Aus einer Nazi- Sportzeitung: > Deutscher Sport ist kein sinnloses Kräftemessen, sondern in jeder Sekunde heiliger Dienst am Vaterlande! So wird aus jedem Hochsprung, jedem Treffer ins Tor ein Schritt in die Zukunft...< > Deutscher Sport< seit wann gibt es das? Das wird eine nette Olympiade werden! Neuer Vorwärts Das Gesetz sagt eigentlich nur, welche Gozialdemokratisches Wochenbla!! Es geht daraus hervor, daß die Vorteile Petschek- Konzern gehörige Anhaltische KohAus dem Kohlenbergbau sei noch das zum Stelle künftig über den Einsatz von Arbeits- des höheren Ausnutzungsgrades der ProdukHerausgeber: Ernst Sattler; verantkräften zu befehlen hat. Eine Vermittlung tionskapazität und der weiter Wenzel Horn; lenwerk angeführt. Dieses Unternehmen weist wortlicher Redakteur: getriebenen findet überhaupt nicht mehr statt. In einem Rationalisierung ausschließlich den Kapitali- derung auf wie im Jahre 1932. Der Absatz Printed in Czecho- Slovakia. 1934 mit 3,669.000 t etwa dieselbe Kohlenför- Druck: Graphia; alle in Karlsbad Kommentar der Sozialen Praxis<<( Heft 46- sten zugute kommen. Die Erhöhung der GeZeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. 1935) über die Lenkung des Arbeitseinsatzes samtlohnsumme bedeutet also keineswegs Er- als 60 Prozent gestiegen. Dagegen betrug die verkaut innerhalb der CSR Kč 1.40( preis ist in der gleichen Zeit allerdings um mehr Der Neue Vorwärtse kostet im Einzelhöhung des Einzellohnes und ebenso wenig Gesamtsumme an Löhnen und Gehältern 1932 der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč >> Diese Ordnung erfordert, daß nicht Erhöhung des Lohnanteils Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). mehrere Kommandostellen arbeiten können, sondern 6,423.000 RM., 1934 5,661.000 RM. Sie ist 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert daß eine Kommandostelle betionskosten. steht.< also um 762.000 RM. zurückgegan- in der Landeswährung( die Bezugspreise für Soweit in den Konzernberichten Angaben gen. Auch die Durchführungserlässe sollen in über den Lohnanteil an den Produk- 1934 nur 961.000 RM., während er 1932 bei garien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 Auch an Steuern zahlte der Betrieb das Quartal stehen in Klammern): Argentinten Pes. 0.30( 3.60). Belgien Frs. 2.45( 29.50) Bulder gleichen Befehlsform verlautbart werden. tionskosten enthalten sind, ist aus ihnen wesentlich geringerem Absatz 1.093.000 RM.( 5.40). Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland Es ist eine offenkundige Täuschung der Ar- zu ersehen, daß er immer weiter zu- gezahlt hat. beiter, wenn in einer historischen Betrach- rückgeht. Je Tonne Steinkohlenförderung E. Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk. 4.-( 48.-), tung der>> Sozialen Praxis< versucht wird, die betrug er bei den Rheinischen Stahlwerken in dustriekonzerne wird der Anteil der lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 In den Berichten der chemischen In- Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien d 4.-( Sh. 4.-). Holland Gld. 0.15( 1.80). Itahier verkündete Zentralgewalt des Präsiden- Essen im Geschäftsjahr 1932/1933 6.58 RM., verschiedenen Aufwendungen an jedem abge-( 54.-). Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. ten der Reichsanstalt als ein> Vermittlungs- 1934/1935 nur noch 6.22 RM. Bei der Harpe- setzten Doppelzentner Reinkali wie folgt an- 0.55( 6.60). Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), monopol< zu bezeichnen, das als der Abschluß ner Bergbau- A.- G. ging er von 5.97 RM. im gegeben: der organischen Entwicklung des deutschen Arbeitsnachweiswesens angesehen werden soll. Der Arbeitsnachweis war vor Hitlers Machtantritt in die soziale Arbeitsschutzgesetzgebung eingebaut. Löhne und Gehälter Soziale Abgaben Steuern Wintershall A.-G. 1932/1933 1933/1934 3.16 RM. 2.61 RM. 0.61 RM. 0.51 RM. 1.74 RM. 0.52 RM. Aschersleben A.-G. 1932/1933 1933/1934 5.73 RM. 3.80 RM. 0.94 RM. 0.49 RM, 1.33 RM. 0.76 RM. Salzdefurth A.-G. 1932/1933 1933/1934 2.82 RM. 2.53 RM. 0.33 RM. 0.28 RM. ? ? Norwegen Kr 0.35( 4.20) Oesterreich Sch. 0.40( 4.80). Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.24.-). Rumänien Let 10.-( 120.-). Schwe den Kr. 0.35( 4.20). Schweiz Frs 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20) USA 0.08( 1.-). Einzahlungen können auf folgende Posterfolgen: Tschechoslowakel: Zeitschrift Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag Die Gesetzgebung über die Arbeitsvermitt- Also auch hier die gleiche Tendenz: bei Gewinne. Die Arbeiter und Angestellten aber scheckkonten lung verfolgte soziale und arbeitsmarktpoli- steigender Produktion und stei- werden auf dem niedrigen Lohnniveau der 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärts< Karlstische Gesichtspunkte, während die jetzt ge- gendem Absatz sinkt der Anteil Krisenzeit festgehalten, ihr Anteil am Sozial- bad Wien B- 198.304. Polen: Neuer Vorwärts< troffene Regelung des Arbeitseinsatzes unter der Löhne und Gehälter und sinkt produkt sinkt fortgesetzt. Die Folge davon Karlsbad. Warschau 190.163. Schweiz:> Neuer ausgesprochener Nichtachtung des Arbeiters gleichzeitig auch der Anteil der ist eine Verschärfung der sozialen Vorwärts Karlsbad Zürich Nr. VIII 14.697. die planmäßige Verwendung der menschlichen sozialen Abgaben und der Steu- Spannungen, deren Wirkungen die natio- Creditbank Filiale Karlsbad Konto Neuer Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager Arbeitskräfte nach den Bedürfnissen der nalsozialistischen Machthaber trotz aller Be- Vorwärtse Budapest Nr. 2029. Kriegswirtschaft bezweckt. Die Gesetzgebung Jugoslawien: teuerungen, daß die Klassengegensätze besei- Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditin der Republik strebte wohl nach einer zen- So bringt die Staatskonjunktur des Drit- tigt seien, auf die Dauer nicht werden unter- bank. Filiale Belgrad. Konto Neuer Vortralen Regelung der Arbeitsbeschaffung in ten Reiches den Konzernkapitalisten riesige drücken können. wärts, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeich nung der Konten ist erforderlich. ern!