llw 122, Abannements.Krdingvngtir: Abonnement«-Preit pränumerando! yterteljnhrl. 3,30 Mb. monait. 1,10 OTT., wöchentlich 28 Psg. frei in« Hau«. Sinrelne Numw-r ö Pfg. Sonntag«, Nummer>»>>>l>»nnerl»r Sonntag«, Beilage»Die Neue Welt" 10 Psg. Post, 'ilbonnenient: 3,30 Mark pro Quartal. »ingelragen in der Post- Zeitung«, Preisliste für Ivo» unter Nr. 7911, Unter«reuiband für Deullchllvd wni Oesterreich-Ungarn 2 Mark, sstr da« übrige Autland 3 Mark pro Monat. Erfcheink täglich ausser Montag». Vevlinev VulKsblsikt. 17. Jahrg. Die Ansertions- Gebühr beträgt für die fechsgesxalten« Kolonel« »eile oder deren Raum so Pfg., für politische und gewerkschastliche Verein?- und AersammlungS- Anzeigen 20 Pfg, „Kleine Anseigen" seds« Wort S Psg. (nur da« erste Wort seit). Inserate für die nächste Nummer müssen btt i Uhr nachmittag« in dcrExpcdition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi« 7 Uhr abend«, an Sonn- und gesttagen dt« 8 Uhr vormUlag« geöffnet. Fernsprecher! Sink l, Nr. 1508. Telegramm-Adresse: „Socialöimvstrat Benin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Nedaktion: L�v. 19. Veukh-Skrahe 2. Fernsprecher: Amt I. Nr. 1208. Dienstag, den Mai 1900. Expedition: SW. 19, Veuch- Strafe 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. S1S1. Die Reform der Unfallversicherung. D.-r Mi n de st betrag des Sterbegeldes ist von 30 auf tO M.. die Rente für jedes hhiterbliebcne, vaterlose Kind von IS auf 20 Proz. des JnhrcSarbcitsvcrdielistcs erhöht. Anszerdem sind die Renten für die Hinterbliebenen eines vcrnnglückten See- nianns dadurch etwas größer geworden, daß die' Ausnahme- beistimmung des alten Gesetzes gestrichen wurde, und von jetzt ab für diese Renten auch die Beköstigung als Lohn in Anrechnung ge- bracht werde» muß.— Dieselben Renten sind jetzt auch bc'.viNiat worden den Hinterbliebenen Kindern einer a l l e i» st e h e n d e n Arbeiterin, ferner dein Wittwcr und den Kindern einer Familienmutter. die den Lebensunterhalt ihrer Familie wegen ErwcrbSnufähigkcit ihres MannS ganz oder überwiegend bestritten hatte, und endlich elternlosen, bedürftigen Enkeln, deren Lebensnntcrhalt ebenfalls ganz oder überwiegend durch den Verstorbenen bestritten worden war. Vefonders berücksichtigt ist der Fall, daß der Mann einer vcriinglückten Arbeiterin zwar erwerbsfähig ist. aber trotzdem nicht für seine Fanulie gesorgt hatte, so daß die Sorge für den Unter- halt der ganzen Familie auf der Mutter lastete. Wenn >mn auch letztere infolge de? Betriebsunfalls nicht mehr fnr ihre Kinder zu sorgen vermag, dann sind dieselben ganz vcr- laiscn. In einem solchen Fall ist die Bcrufsgenossenschafl nur .berechtigt", leider nicht„verpflichtet", den Kindern eine Ncute zu gewähren. Den Eltern und Großeltern ist die Erkaiigiliig einer Rente etivaS— allerdings nur sehr wenig— erleichtert.' Ihr Anspruch bchllst nicht mehr davon ab, daß der Bcnmglnckle»ihr einziger Er- nahrcr" ivar. sondern davon. daß„ihr Lebensunterhalt ganz oder überwiegend durch den Verstorbenen bcstriiten worden ivar". Diese Verbesserungen verlieren jedoch dadurch einen giiten Teil mrcs Werts, daß auch fernerhin die Rente» der Hiiiterbliebencli insgesamt 60 Proz. des JahrcSarbeitsvcrdicnstcs nicht überschreiten dürfen. Hatte der Verstorbene 2 oder mehr Kinder, so nehmen die Renten für die Witive und 2 Kinder die 60 Proz. des Arbeits- Verdienstes vollständig in Anspruch, und alle andren Hinterbliebenen geben trotz ihres Rechts auf dem Papier leer ans. Dies ist um so schlimmer, weil nach der neuen Fassung des Gesetzes den Hinter- bltebciieil auch dann,.wen» sie einen Anspruch auf Rente nicht habe»,." das allen andre» Menschen zustehende Recht ans Entschädi- gniig des durch Fahrlässigkeit des lliiternehmers verursachten Schadens ausdrücklich aberkannt worden ist. Von größerer Bedeulnng für die Praxis ist die Verbessening, diiB die Versicherung erstreckt worden ist auf häusliche und a n d r e D i e n st e. zu denen die Arbeiter neben der Beschäftigung im Betriebe von ihrem Unternehmer oder dessen Beauftragten heran- gezogen werden. Außerdem sind die bisherigen Beslimmungen über den Ausschluß der Entschädigungen in zivci Punkten e i n- geschränlt worden. Ohne einen Anspruch auf eine Rente steht diejenige Witwe da, welche den Berunglückte» erst nach dem Unfall geheiratet hatte. Für besondere Fälle ist jetzt den Berufsgenossen- Ichaften das Recht eingeräumt, auch solchen Witlven eine Reute zu geivähre».— Nach dem See-Unfall-VcrsicherungS-Gcsetz ivaren von der Versicherung aiisgcschlosscu diejenigen Unfälle, welche der Ver- sicherte während des Urlaubs erleidet. Diese Beslinimung ist so ge- ändert, daß dem Seemann, der während eines Urlaubs von einem Unfall betroffen wird, der Entschädigungsanspruch erhalte» bleibt: 1. wenn der Unfall sich auf dem Wasser ereignete, in alle» Fällen. 2. bei ciiicm Unfall auf dem Lande dann, ivenn der Verunglückte daS Schiff nicht in eigenen Angelegenheiten verlassen hatte. Dafür sind aber nach'diefer Richtung hin mehrere Ver- schlechterinigen ins Gesetz gebracht worden. So„kann" der (nilschädiginigsanspnich ganz oder teilweise abgelehnt werden, wenn der Verletzte den Unfall bei Begehung eines durch strafgcrichtlichcs Urteil festgestellten Verbrechens oder vorsätzlichen Vergehens sich zu- gezogen hat. UcbcrdicS ist eine ganz neue Einrichtung geschaffen worden: daS Ruhe» d e r R c n t e. d. h. daß zwar der Anspruch der Rente bestehen bleibt, die Rente selbst aber für eine gelvisse Zeit nicht aus gezahlt wird. Dieser Znstand soll eintreten: 1. so lange der Rentenberechtigte die Dauer von einem Monat über- steigende Freiheitsstrafe verbüßt. Tie Familie des Renten« berechtigten erhält für diese Zeit die Entschädigungen. die ihr dann zustehen würden, wenn der Inhaftierte infolge eines Unfalls gestorben wäre. Würde diese mehr betragen als die dem In- hafticrten zustehende Rente, so wird diese an die Familie aus- gezahlt. Außerdem„ruht" die Rente, so lange der rentenberechtigte Ausländer seinen gewöhnlichen Anfenhalt im Auslände hat. Ist endlich der Rentenberechtigte ein Deutscher, so ruht während seines Ailfcnthalts im Auslande seine Rente so lange, wie er es unterläßt, der AnSführnngSbehörde sciiicn Anfenhalt mitzuteilen. Die Seeleute verlieren während ihres Aufenthalts im AnSlande die fälligen Eiitschadigungsbeträge, so lange sie auf freiuden Kriegs- schiffen Dienste thu»,' oder ohne auf einem deutschen Schiffe an- gemustert zu sein. eS unterlassen, der BerusSgcnossenschaft ihren Aufenthalt mitzuteilen. Ausgezahlt werden die Renten auch fernerhin im voraus und zwar in der Siegel in nionatlichen Beträgen. Um aber bei kleinen Posten nicht beiden Parteien unnötige Mühe zu machen, sollen Jahres reuten bis zu 60 M. in vierteljährigen Raten ausgezahlt werden, soiveit nicht im Voraus anzunehmen ist. daß die Rente vor Ablauf dcS Vierteljahrs fortfällt. Außerdem dürfen die Berufs- gcnosienschaflen sich mit den Rentenberechtigten dabin verständigen. daß die Zahlimg in»och längeren Zeitabschnitten erfolgt. AlS eine Verschlechterung wird sich dagegen der Zusatz erweisen, der die Kapitalabfindung bei einer Rente bis zu IS Prozent der Vollrente zuläßt. Einen besonderen Schlag gegen die ländlichen Arbeiter bedeutet der berüchtigte„Sänfcrparagraph". der von der gewerblichen Unfallversicherung im letzten Augenblick ferngehalten wurde, in der l a n d iv i rt s ch a f t l i cb e n Unfallversicherung jedoch verewigt worden ist' Bei dieser Gelegenheit ist den ländlichen Arbeiter» aber auch eine Verbesserung eingebracht worden durch de» Zusatz, daß ihnen ohne ihre Zustimmung die Rente nicht mehr in Naturalien ausgezahlt werden darf, so daß die Auszahlung der Reute in Naturalien nur noch bei denen zulässig ist, deren Rainen auf der„Säuferliste" steht. Die völlige Rechtlosigkeit der Arbeiter in den Berufsgenossenschaften ist aufrecht erhalten. Dies ist uin so nachteiliger für die Arbeiter, da durch die jetzige Reform in einer ganzen Reihe von Fällen Zuwendnngeii an die Ver- unglückten»nd deren Hinterbliebene den Bcrnfsgcnossenschaften nicht als eine bindende, eventuell durch eine Klage zn erzivingende Ver- pflichtung auferlegt, sondern von dem guten Willen dieser Unter- nchiner-Organisationcn abhängig gemacht worden sind.— Selbst bei der Festslcllnng der Entschädi'ginigcn in der ersten Instanz bleiben die Arbeiter nach wie vor von der Mitwirkung ganz ausgeschlossen. Dafür ist die Frist, innerhalb deren der Rentenberechtigte sich über die ihm vor der Feststellung der Entschädigung mitzilteilende» Unterlagen für die Bemessung der Renten äußern kann, von 1 auf 2 Wochen verlängert worden. Innerhalb dieser Frist kann der Rente»- berechtigte etwaige Wünsche auf anderweite Erhebungen der unteren Verwaltungsbehörde zu Protokoll geben. Von größerer Wichtigkeit ist die Aendernng, daß die BernfSgcnoffenschaft das erste ärztliche Gut- achten nicht mehr von jedem, i h r genehmen Arzt einholen darf, sondern stets den behaiidelndc» Arzt hören m u ß. Nur wenn der behandelnde Arzt ein Vertrauensarzt der BerufSgenoffenschaft ist, muß auf cinen Antrag der Nentcnbcrcchtigteu ein' andrer Arzt ge hört werden. Bei einer angeblichen.Veränderung der Verhältnisse" kann die Berufsgcnossenschaft nur noch in den ersten zwei Jahren nach der ersten endgültigen Feststelliing der Entschädigung die letztere ohne weiteres kürze». Nach Ablauf dieser zwei Jahre darf eine Herab sctznng der Rente nur in Zciträmne» von mindestens einem Jahre vorgenonmien werden. Und sind nach der erste» endgültigen Fest stcllnng fünf Jahre vergangen, so steht die Aendenmg der Rente nicht mehr der BerufSgenoiscuschaft. sondern nur d e n S ch i e d S« g e r i ch t c n zn. Der Anspruch ans Entschädigimg verjährt auch fernerhin in zwei Jahren. Um aber innerhalb dieser Zeit den Ver miglücktcn bezlv. deren Hinterbliebenen die Wahrung ihres Rechts zu erleichtern, ist die Bestimmung hinzugesügt, daß die Frist auch dann als eingehalten gilt, wenn die Anmeldung nicht, Ivic es bisher vorgeschrieben war. bei dem„zuständigen Vorstand", sondern bei einem nicht zuständigen GenoffenschaftSorgan oder bei einer andern BcrnfSgcnossenschaft oder bei der für den Wohnort deS Eni schädignngSberechtigtcn zuständigen unteren Verwaltungsbehörde und für Seeleute bei einem deutschen SeemannSanit im Ausland geschehen ist. Dieselbe Erleichterung gilt auch bezüglich der Einhaltung der vicrivöchcntlichcu BernfungSfrist gegen den Bclcheid der Beriifsgenosienschaft. Für den Fall, daß sich zwei Beriifsgenosseuichaflen darüber streite», welche bon ihnen die Rente zu bezahlen habe, ist die Bestinnnimg eingeschaltet worden, die zuerst angesprochene BernfSgciiosicnschast habe den Renten- berechtigten eine vorläufige Fürsorge zu teil werden zu lassen und inzwischen die Streitfrage zn regeln. Die wohl ivichligsie Aendernng ist der Ersatz der bisherigen bcnifSgcnoffcnschnftlichen Schiedsgerichte durch die örtlichen Schiedsgerichte der Invalidenversicherung. Dadurch ist eine viel schnellere tind auch bessere Erledigung der anhängig gemachten Klagen zu erwarten, als es bisher der Fall gewesen war. Auch die Ziizichnng von besonderen, durch die Schiedsgerichte ernannten Ver lraneiiSärzten erscheint nnS als eine Verbesserung. Verschlechtert ist dagegen das Gesetz durch die Bestimmungen, daß den Arbeitern solche Kosten dcS Verfahrens vor den Schiedsgerichten und dem Reichs- VersichcnliiaS.imt zur Last gelegt ivcrden können. welche durch Mutwillen oder durch ein auf Verschleppung oder Jrrefiihning berechnetes Verhalten derselben veranlaßt worden sind, und daß vom Reichs- VcrstchenmgSamt solche Rekurse ohne mündliche Verhandlung zurückgewiesen werden können, welche von den bei dem Beschluß milivirkenden Mitgliedern einslinimig für offenbar ungerechtfertigt erachtet werden. Auf dem Gebiete der Unfallverhütung ist eine Ver- befferimg insoweit euigctreten. daß st e t S vor der Formnlicrnng der UiifallverhiiimigS-Vorichriften die Vertreter der Arbeiter gehört ivcrden müssen. Diese Verbesserung hat jedoch so gut wie gar keine Be- dentiing, da die Arbeiter auch in Zukunft von jeder Eimvirkung ans die Ucberwachung der Betriebe ausgeschlossen sind. Zugleich ist selbst die materielle Haftmig der Unternehmer für ihre Sünden in Sachen der Unfallverhüinng fast ganz aufgehoben. Den Bernfsgenossen- schnften ist nämlich das Recht verliehen, von der Verfolgung des Ersatzanspruchs gegen solche Unternehmer, die einen Unfall' durch Fahrlässigkeit im Berns herbeigeführt haben, ganz oder teil- iveise apznsehen und überdies eine besondere Versicherung der Untenichmer gegen die Haftpflicht einzurichten. Dafür ist den Bernfsgcnoffenschaften das Recht eingeräumt, daß sie nicht mehr darauf zu warten haben, ob ein solcher fahrlässiger Unter- nehmer vom Staatsanwalt zur kriminellen Verantwortung gezogen wird, sondeni daß sie auch ohne diese Voraussetzung den' Unter- nehnier für den durch seine Fahrlässigkeit venirsachten Schaden haftbar machen kann. Alle» in allem muß mierkannt werden, daß durch die Reform der Unfallversicherimg eine Reihe von Verbeffernngen erzielt worden ist. deren Bedeutung durch die leider ebenfalls vorhandenen Ver- schlechteruiigen zwar vermindert, aber doch durchaus nicht ganz auf- gehoben ist. Daß nicht mehr erreicht worden ist, trotzdem noch so viele nur zu berechtigte Beschwerden der Arbeiter hätten berücksichtigt werden können und müssen: dafür trifft die Berantworvmg das Ccntmm, daS— nach dem glorreichen Vorbilde der National- liberalen— gegenüber der Regierung und dem hinter ihr stehenden Eentralverband der Industriellen fast jede Widerstandsfähigkeit. wcnigsteus in Arbeiterfragen, eingebüßt hat. Unter diesen Umständen ist es die Pflicht der Arbeiter. den weiteren Ausbau der Unfallversichenmg keine Sekunde aus dem Auge zu verlieren, sondern auch fernerhin durch nnennüdliche Agitation die allgemeine Anfmerksauikeit auf die trotz der jetzigen Reform der Unfallversicherung noch immer anhaftenden schweren Mängel zu richten. Die jetzige Reform der Unfallversicherung darf nicht der Abschluß der Reform sein, sondern muß zum Beginn einer neuen Reform werden. politische Aebevstchk. Berlin, de» 23. Mai. Tie Reinigung der Krankenkassen. Wir haben schon vor einiger Zeit die offiziösen AuSlassmige* über die Absichten, die man bei der Novelle zum KrankenversichermigS- Gesetz hat, angenagelt. Es war auS den damaligen Andeutungen schon zn entnehmen, daß man nichts Geringeres plant, als den Ein- flnß der organisierten Arbeiter auf die Äassenverwaltung zu brechen unter dem Vorwand der Berringernng der VerivaltiingSkosteu. Jetzt Ivird man noch deutlicher. Im preußischen VerlvaltnngSblatt schreibt ein Rat deS preußischen HandelsmiiiisteriiimS. der Central- behörde für Krankeukassemvesen, über die kommende Gesetzesvorlage, und darin heißt es: Bei der Regelung deS AerztewesenS dürfte in weitgehendster Weise den Wünschen der Aerzte Rechmnig getragen werden, zumal durch die vorgeschlagene andre Organisation der Kassen die Wer« Hältnisse eine andre Gestalt annehmen. Diese neue Organisation soll folgende sein: Für den Bezirk einer Gemeinde wird nur eine LrtS-Krankenkasse errichtet, der alle im Bezirk der Kasse beschäftigten versicherungspflichtigen Personen angehören müssen. Die Betriebs-, JnnnngS- und Bau-Krankenkassen sind daneben gestattet. Arbeit- gcber und Arbeitnehmer zahlen die Beiträge zu gleichen Teilen und haben in der Generalversammlung das gleiche Stimmrecht. Die Vcrwaltnng der Ortö- Krankenkasse wird an die Verwaltung der Gemeinde angegliedert. Der Bor- sitzende der Kasse wird von der Gemeinde anS der Zahl der Kommniialbeamten ernannt. Da haben wir den ganzen Plan, der sehr klar und einfach ist. Wir werden darauf noch ausführlich zurückkommen.— Eine neue Prinzenrcde. Der künftige König von Bayern gehört jetzt zu den deutschen Fürsten, deren rednerische Neigung die Oeffcntlichkeit be- schästigt. Bisher trat außer dem Kaiser nur der Großherzog von Baden deS ösiercn mit politischen Ansprachen hervor. Die andren Landesfürsten brachten vielleicht gelegentlich einmal einen Trinkspruch ans. sonst ivaren sie schweigsam. Nunmehr gesellt sich als dritter Redner Prinz Ludwig von Bayern zu den beiden. Neuerdings hat Prinz Lndivig in Nördlingen auf einer Wander« Versammlung bayrischer Landwirte wieder eine Rede gehalten, in der er betonte, daß er seine Reden vollkommen frei halte nnd wünsche. cS möchten an« im Auszüge verbreiteten Teilen seiner Rede» keine Schlußfolgerungen gezogen werden, die er nicht selbst gezogen habe. Der Prinz fuhr dann fort: Studieren Sie die deutsche ReichSvcrfassnng! Sie werden sehen, daß. wo immer ich aufgetreten bin, ich mich an die Reichs- Verfassung gehalten habe. Die NeichSverfassimg beruht auf den Vcr- trägen, die nach einem siegreichen Kriege der damalige Norddeutsche Bund mit den verbündeten und mit-siegreichen süddeutschen Staaten abgeschlossen hat. Wenn die deutsche Verfassung besser bekannt wäre, so würde man gar viele falsche Ansichten in Rede»»nd Schriften nicht hören nnd lesen. Ich nenne mit Absicht keine Name». Denn dann hätte man eine große Ruf- gäbe zu erfüllen. lieberall und an allen Orten und zu allen Zeiten sind falsche Ansichten vertreten über die RcichSverfaffiyig, und infolgedessen werden vielfach Ansichten geäußert, die sich mit der RcichSvcrfassnng absolut nicht decken. lieber den Sinn der Rede kann füglich kein Zweifel bestehen. ES ist deshalb müßig, über einen besonderen äußeren Anlaß zu diesen sonderbaren öffentlichen Bekenntnissen der inneren Stimmung deS Prinzen zu grübeln. Der Prinz ivehrt sich offenbar gegen die byzantinischen Vcrkünder des Imperialismus, die in dem deutschen Kaiser fälschlich einen Souverän über da« Deutsche Reich erblicken, nicht, wie es der Verfassung entspricht, einen gleich- geordneten Fürsten unter vielen. Der Prinz betont abermals, daß er kein Vasall ist. Die Flottenagitation, die ja in dem imperialistischen Gedanlcu gipfelt, bot allerdings hinreichendes Material, um eine Abivehr deS Prinzen zu begründen. Bekanntlich ist auch der Flottcnplan fertig- gestellt worden, ehe die Bundesregierungen und Bundesfürsten be- fragt worden sind.— Tie Wahlen in Belgien sind am Sonntag ohne besondere Zwischenfälle vollzogen worden. Nach den bisher vorliegende», noch sehr lückenhaften Nachrichten sind 84 Klerikale und V8 Liberale verschiedener Schattierungen und Soeialisten gewählt. Die Wahlen vollzogen sich, wie bekannt, dieSmal unter einem neuen Wahlgesetz. Der Ansturm der Social- demokraten ist in Belgien seit dem Jahre 1894 ein so ge- waltiger gewesen, daß die Klerikalen, welche seit 1884»tnuin- schränkt die Regierung in Händen haben, ernstlich um ihre Vorherrschaft besorgt wurden. Das alte Wahlgesetz, das ein allgemeines, aber nicht ein gleiches Stimmrecht verlieh, schien der klerikalen Mehrheit nicht mehr sicher genug. Obwohl die Besitzenden zwei und drei, die Besitzlosen nur eine Stimme hatten, mußten die Klerikalen befürchten, bei den jetzigen Wahlen in die Minderheit zu ge- langen. Sie änderten das Wahlrecht, um ihre Herrschaft noch länger anstecht zu erhalten. Das Proportional- w ahlsystem gelaugte zur Einfühnmg; die alte Be- sttmmung aber, daß die Hochbesteuerten mehrere Stimmen haben, wurde mit übernommen. Jedenfalls rechneten die Klerikalen damit, daß durch den Proporz ein Teil Liberale, die aus der Kammer fast ganz verdrängt waren, wieder gewählt werben würbe. Diese sind den Klerikalen natürlich weniger gefährlich, als die Soeialisten und die Radikalen. Was die jetzigen Wahlen besonders bedeutsam machte, war die Frage, ob Belgien auch ferner unter klerikalem Regime verbleiben werde. Optimisten hatten gehofft, daß die Klerikalen trotz des Mehrstimmwahlrechts zerschmettert werden würden. Man hatte gehofft, daß die klerikale Regierung einer liberal- radikal-socialistischen Mehrheit werde weichen müssen. Diese Hoffnung hat sich zunächst noch nicht erfüllt. Tie Klerikalen verfügen nach wie vor über eine, wenn auch viel geringere Mehrheit als bisher. Die Klerikalen haben, obgleich sie die Majorität in der Kammer behalten, schwere Verluste zu verzeichnen. Sind die eben angegebenen Zahlen richtig, so sind sie um 23 Mandate zurückgegangen. Freilich bleibt noch abzuwarten, ob man den klerikalen Mandaten noch die der dissidierenden Katholiken zuzuzählen haben wird, die wenigstens in manchen Fragen mit dem Gros der Klerikalen gehen dürften. Wie dem aber auch sei, die kompakte Majorität, über die sie bisher verfügten und mit Hilfe deren sie rücksichtslos alle Forderungen der Linken niederstimmten, haben sie nun nicht mehr. Die ganze Partei ist innerlich mächtig erschüttert durch die erfolgreiche Agitation der C h r i st l i ch- D e m o k r a t e n unter Führung des Abbe D a e n s und der Dissidenten, die sich von der Parteileitung loslösen. Nicht zum Ivenigsten hat natürlich zu dem Rückgang der klerikalen Macht beigetragen die unermüdliche Agitations- und Aufklärungsarbeit unsrer Parteigenossen. Die socialistischen Stimmen haben— soviel ist jetzt schon sicher— eine starke Zunahme erhalten und zwar auch in den ländlichen Kreisen. Wie weit unfern Partei genossen auch neue Mandate zugefallen sind, läßt sich jetzt noch nicht übersehen. In Brüssel sind voraussichtlich 7 Klerikale, Soeialisten und 3 Liberale beider Schattierungen gewählt. In Gent, der Hochburg der Klerikalen scheint neben 6 Klerikalen der Genosse Anseel wiedergewählt. Brügge wühlte einen Liberalen und zwei Klerikale, Antwerpen 6 Klerikale, 4 Liberale und 1 Soeialisten, L ü t t i ch 5 Soeialisten, 2 Radikale, 2 Liberale und zwei Katholiken. Eine Depesche der„Frkf. Ztg." vom Montag teilt noch folgende Einzelheiten mit: In B i r t o n wurde ein Klerikaler und der Radikale Lorand gewühlt, in Tongres, H a ss elt und R o u l e r s behaupteten die Katholiken die von den Liberalen angegriffenen Sitze, ebenso in Mecheln, wo nur ein Liberaler durchkommt. In Brüssel scheinen 6 Soeialisten, -l Doktrinäre, 2 Radikale, 6 Klerikale und der Abbe D a e n s gewählt zu sein. Nach allem scheint also sicher, daß die Macht der Klerikalen, wenn auch nicht beseitigt, so doch gewaltig ein geschränkt ist, und fernem ist sicher, daß die belgische Social demokratie einen weiteren großen Fortschritt gemacht hat. Für den Senat sind bisher 47 Katholiken gewählt, denen 29 Mitglieder der Opposition gegenüberstehen. Die Wahl von 26 Senatoren, welche durch die Provinzial räte erfolgt, wird die Mehrheit für die Regierung noch erhöhen.— t' Deutsches Zicich. Ter Oberpräsident des Bundes der Landwirte. Den Dündlcrn ist große Freude widerfahren. Der Oberpräfident von SchleSwig-Holstein, unser alter Freund v. Koller, der Mann der Umstnrzgesetze und der Dänenanstrcibuiigen, hat sein agrarisches Herz ausgeschüttet, so daß Dr. Oertcl und Dr. Hahn des schweren ÜX i n ist e r grolls freudig ergriffen vergessen. Bei einein junkerlichen Festmahl zu Oldenburg in Holstein äußert Herr v. Koller in einem, wie bei ihm üblich, bnrschikosen Trinkspruch: „Von Jugend ait bin ich mit ländlichen Verhältnissen ver- traut. Trotzdem ich von Sr. Majestät zu den verschiedensten Aemtern berufen worden bin, haben meine besonderen Sym- pathien für die Landwirtschaft nicht erschüttert werden können. Nicht etwa aus dem Grunde, weil ich als Landmann da mein Fortkommen gehabt hätte, sondern weil ich erkannte, daß es für unser Vaterland z u ni größten Schaden gereichen würde, wenn Berater des Kaisers e i n in a I ohne genügende B e- a ch t u n g des L a» d w i r t i ch a f t s st a» d e S a u s z u- k o m m e n m eine n. Ohne den Stand der Bauern, ohne die Thätigkeit auf dem Land wird unser Vaterland nie bestehen können." Herr v. Köllcr, der Junker aus Pommeni und nnmittclbarc Berater des Kanzlers a. D., hätte der„Deutschen Tageszeitung" sicherlich nicht den Schmerz des Fleischbcschau-Kompromisics bereitet, das die Landwirtschaft iiiifehlbar ruiniert.— Zu dem augcblichcu Entwurf einer neuen Polizei- Verordnung über den Betrieb des SchankgcwerbcS, von dem auch wir nach der„Deutschen Tageszeitung" Notiz genommen hatten, bc- merkt die„Berliner Korrespondenz": „Diese Nachricht ist u n z u t r e f f e n d. Der Sach- verhalt ist vielmehr der, daß der„Deutsche Verein gegen den Mißbrauch g e i st i g e r Getränke" eine, übrigens im Buchhandel erschieiiene Druckschrift über die Bekänipfung der Triliiksucht auch dem Ministerium des Jiinern eingereicht hat, in welcher in F o r in eines Vorschlags ei» solcher„Entivnrf" enthalten war.. Diese Denkschrift ist den Provinzial- behörden zur Kc n iit» l S na h m e und Prüf» n g mitgeteilt worden. I» Uebereinstiiiimnng mit de» erstatteten Gut- ächten muß, v o r b c ü a lt li ch einer Ergänzung der i» verschiede n en Bezirken besteheiiden Polizei- l i ch e n Vorschriften nach der einen oder der andern N i ch t u n g. der aiisgestelltc„Entwurf", insbesondre die Bestiunniliig dcS GcschäftSfchluffcS aller Gast- und Schank- wirtschaften um 10 Uhr abends, als weit.über das berecht igte Ziel hin ausgehend iilid deshalb als nicht a n ii c h in b a r b e z e i ch» c t werde»." Nicht um einen Entwurf des Ministeriums des Innern handelte es sich also, sondern um einen solchen des Vereins gegen den NUß- brauch geistiger Getränke. DaS Ministerium plant nun eine„Er- gänznng der bestehende» polizeilichen Vorschriften nach der einen oder aiidren Nichtnng" hin. Worin diese Ergänzung bestehen wird. bleibt abznivarten. Ucbrigens muß es auch Wunder nehmen, daß der genannte Verein seine' Bestrcbnngen auf dem sehr gefährlichen Wege der polizeilichen Verordming statt durch reichsgesetzlichc Rege- ltin'g durchzusetzen sticht. Sein Vorgehen zengt von großer politischer Harmlosigkeit.— Tie Kanalvorlage. Die kanalfemdliche Presse erklärt die Nach- richt von der alsbaldigen Einbringinig der Kanalvorlage— also die Ersiillilng eilieS von der Regieriiiig feierlich gegebenen Versprechens— für Unsinn. Tie„Kons. Korresp." meint: „ES sieht fast so aus. als haben die Freunde des Mittelland- Kanals die Absicht, von vornherein auf ein Scheiter» der neuen Vorlage hinzuarbeiten und damit eine Situation zn schaffen, in der eS„endlich" möglich wäre, die Regiernng zu einem„System- Wechsel" zu zwingen. Wenn der„Hannoversche Courier" darauf rechnet, daß die„sonst wasserscheue Mehrheit des Abgeordnetei,- hauses" durch die in den ueueu Entwurf hineiiigearbeiteten höchst nötigen Projekte, iimnentlich durch den Großschiffahrtsweg Berlin- Stettin, bestimmt werden könnte, die ganze umfangreiche Vorlage „durchzupeilschen", so dürfte er sich verrechnen." Die„Kons. Korresp." verrät damit ein auffälliges Schwäche gesühl. Sie gesteht, daß die konservative Partei sich nicht stark genug fühlt, den Koiistikl, den die abermalige Avlehiiuiig der Vorlage hervorrufen müßte, durchzukämpfen.— Reichliches Selbstlob spendet die Regiening in der..Berliner Korrespondenz" den neuen Ergebnissen ihrer Sociälpolitik. Die Ver- abschiedung der Gesetzentwürfe betreffend die Abänderung der U n f a l l li e r s i ch e r u ii g S- G e s e tz e und der Gewerbe- ordnung sei„eine positive Leistung, durch welche die lausende Session den Eharaltev eines Marksteins in der Enlwickelungsgeschichte der staatlichen Sociälpolitik empfängt." Weiterhin sagt das amtliche Organ, die Abäuderungen der Gcwcrbenovelle legen„beredte Zeugnis dafür ab, daß die Socialreform im Deutschen Reiche nicht stillsteht, sondern in lebhaftem Fluß begriffen ist." Die„Berk. Korresp." beweist die wahrhaft rührende Bescheiden- heit der Regierung in den Ansprüchen, die sie an ihre Sociälpolitik stellt. Eine lliifallrefonii, die hent bei weitem nicht die berechtigten Mindestforderungen der Arbeiterschaft seit 15 Jahren erfüllt, gilt der Regiernng des Grasen v. Posadowsky alS„Markstein" in der Geschickte der deutschen Sociälpolitik. Einige durchaus unzulängliche Flickbestimmnngen der Gewerbenovelle sollen die Lebhaftigkeit der jocialpolitischen Entwicklung bekunden. Die„Berk. Korresp." hat vielleicht auch die Wunderschnecke gesehen, die in stürmischen Sprüngen dahineilt? Die socialpolitisch beglückten Arbeiter winden der ofsiziellcn Socialreform keinen DankeSlranz. Also ist es begreiflich, daß die Regiernng sich selbst feiert.— NegicrmigSanarchie. Die„Post" äußert Beschwerden über die Art, wie im Reich und in Preußen gegenwärtig regiert wird. Im Reich arbeiteten die Ressorts nicht einheitlich znsanune»: „Der Kanzler der NeichSverfassnng ist nach dem Maße des Fürsten Bismarck zugeschnitten und cS ist daher erklärlich, daß seine minder großen Nachfolger die ihnen durch die Reichs- Verfassung zugewiesene Stellung nicht voll ausfüllen konnten. Bei dem gegenwärtigen Reichskanzler ist hierbei aller- dings sein hohes Alter, sowie der Umstand in betracht zu ziehen, daß Kaiser Wilhelm 1l. in weitem Umfang sein eigener Kanzler ist und sein will. Wenn auch formell hervorgetretene Meinungs- Verschiedenheiten zwischen den Reichsämtern durch Vortrag bei dem Kanzler zum Anstrag gebracht werden, so ist eS daher doch sehr wohl möglich und nach manchen äußeren Eindrücken nur zu wahrscheinlich, daß die verschiedenen Neichs-Rcssorts nicht völlig nach denselben politischen Gesichtspunkten geleitet werden. In Preußen liefert die Stellung und die geistige Qualifikation des Vicepiäsideiitcn des Staats- Ministeriums allerdings die Gewähr für eine völlig einheitliche Leitung der Staatsgcschäfte. Hier aber machte sich mehr und mehr ein andrer Mangel bedenklich fühlbar: eS fehlt au der stetigen engen Fühlung zwischen dem Monarchen und seinen verant- tvortlichc» Räten, welche die mierläßliche Voraussetzung für eine stetige, in sich geschlossene und einheitliche Regierungspolitik bildet. Das heißt: Im Reich wird ohne die Minister und in Preußen ohne den König regiert. So ungefähr wird cS auch sein. Tie Zuckungen, Schwankungen, Widersprüche, Launen und Ueberraschuiigen der gegenwärtigen Syslemlosigkcit, die sachlich in. der Iliwerciiibarkcit der Sammelpolitil bei auseiiiaildcrklaffenden Interessen begründet sind, finden in der entsprechenden persönlichen Desorganisation ihre Aufklärung.— Eine CcutrnmSstiunne über die lex Heinze. Während die „Germania" fortfährt, den Sieg des CentriimS zu feiern, bekennt der klerikale„Aachener Volksfreund" den Ausgang dcS Kampfs um die lex Heinze für das Ecntruin für eine„schwere, nicht bloß politische, sondern auch moralische Niederlage vor ganz Deutschland, ja vor ganz Europa."" Mit dieser Kapitulation habe das Centrum„eines der edelsten und wcrihvollsten Stücke seiner Existenzbedinguiigeii" preisgegeben. Weiter heißt es: „Entweder durfte der Kampf für die Schaffung von Rechts- garanticn zum Schutze dcv Moral und der von der Verführung so schwer bedrohten Jugend usw. nicht uuternonmien werden. sofern er aussichtslos war; oder er mußte mit Konsequenz und Energie bis zum Ende durchgeführt werden— mochte kommen was immer. Ihr Herren vom Centnmi, zum Schaden für uusre Partei fügt Ihr jetzt auch noch die schwere Blamage, den Schimpf hinzu. Ist das politisch klug, ist das' staals- mäuuisch, ist das weise und eine Handlungsweise, angemessen der Führer einer großen Partei?... Nun noch mit Hoch und Hurra die Znstimmmist zu den neuen Flottcnfordernngen und zn den dadurch bedingte» MüliardenaliSgaben heute und später,— und die„Gloriole" für die Führer der Ceiitrums- fraktion kann wieder einmal glänzend aufgeputzt und erneuert werden." Es k n i st e r t im CcntruniStiirm— wenn cS auch noch Zeit und Arbeit genug kosicu wird, ehe die Riffe zum Zusammensturz Ähren werden.— Zur Wahlrechts- Reform in Baden.(Eig. Ben) In der letzten Sitzung der Vcrfassuiigskommission der Zweiten Kammer der badischen Landstände gaben die u a t i o n a l l i b c r a l e n Mitglieder namens ihrer Partei zur Wahlrechts- Refonn eine Erklärung ab, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen die Fraktion der Einfühnuig dcS direkten Wahlrechts zustimmen will. ES ind dies' die bekamiteii„Kantelen" gegen die gefürchtcte Ver- lnrkung der äußersten Linken ans Grund„radikaler Massen- vahlcn", wie sie die Regierung bereits früher zur Voraus- 'etzmig ihrer Zustimmung zum direkten Wahlsystem ge- macht hat. In erster Linie hält die»ationälliberale Partei an der S o n d e r v c r t r c t n n g der B ärger- a u S s ch ü s s e der fünf größten Städte dc§ Landes fest, weil ihr die Zustimmung zu dieser Regieningsforderung allein den Aiikiiüpsungs- Punkt zu einer Verständigung mit der Krone und der Ersten Kammer zu bieten scheine. Tann sollen auch diejenigen Städte, die mehrere Abgeordnete zu tvählcu haben(Mannheim und Karls- ruhe je 3. Freiburg, Heidelberg und Pforzheim je 2), in W a h l- d i st r i k t e eingeteilt werden. in denen je ein Vertreter gewählt wird, während diese Städte bisher als c i n Wahlkörper bc- handelt wurden. Endlich ist die iiationallibcrale Partei dafür, daß bei der Wahl die relative Stimmenmehrheit im ersten Wahlgang als genügend erklärt' wird, falls der Gewählte mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten hat, und daß künftig- hin an Stelle der alle zwei Jahre stattffndcndcn hälftigen nach jeweils vier Jahren eine I n t e g r a l c r n c u c r u n g der ammer stattfinden soll. Tie Mehrheit der Kommission lehnte die Äeaelung der Wahlrcchtsfrage auf dieser Grundlage ab. Es wurde dann in die Einzelberatuiig des von der socialistischen Kammerfraktio» eingebrachten Gesetzentwurfs über die Einführung des direkten Wahlrechts auf der Grundlage der Proportionalver- tretung eingetreten, die in der nächsten Woche zu Ende geführt werden soll!— Offiziere alS Wilddiebe. Ans Ostpreußen wird uns gc- chriebcn: Ende Februar dieses Jahres fanden Jäger im Wald Brisen- thal. welcher dem Freiherr» v. Fabech gehört, einen Hirsch mit abgeschnittenem Kopf. Das Tier war offenbar dcS Geweihs wegen geschossen. ES wurde nach den Schützen, die Wilddiebe eigner Art lein mußten, scharf aufgepaßt. Wirklich wurden auch bald darauf zwei Männer beim Wildern ertappt und festgenommen. Der Jäger. welcher die Verhaftung vornahm, war nicht' wenig überrascht, als bei Feststellung der Personalien der Wilddiebe sich der eine als ein Freiherr, der als Lieutenant bei dein Jägcr-Ba- taillon in Ortelsburg stand, der andre als Reserve- Offizier entpuppte. Die beiden Herren waren mit Fuhrwerk von Ortelsburg zum Wildern herausgefahren mid sollen solche Fahrten schon im vorigen Jahre unternommen haben. Vom Ortclsbnrger Militär- geniht wurden beide aus dem Osfizicrsstande ausgestoßen. Welche Strafe sie sonst noch erhalten haben, konnten wir nicht feststellen.— Herr Max Lorenz beschwert sich in der„Kreuz-Zeitung" bitterlich daß wir nicht ver« sucht haben, seine liefsinnigen Betrachtung«» über Kunst und Socialismus sachlich zu würdigen. Herr Lorenz vergißt, daß mir keine Agrarier sind und deshalb uns in keine Analyse des. Stoffs einzulassen nötig haben, mit dem er den Acker der„Krenz-Zeiwng" zu befruchten bemüht ist. Wir wollten nur unsern Lesern über das Ende dieses Soeialisten berichten, die Ehre einer Diskusfion erweisen wir ihm nicht. Um aber dem Funker Lorenz einigermaßen entgegcnznkomiiicn. wollen wir wenigstens an einem Beispiel verraten, bis zu welchem Grad von Albernheit sich der Mann hiiiaufgearbeitel hat, ehe er sich für befähigt hielt, an der„Kreuz-Zeitung" mitzuarbeiten. Engels führt in seinem Anti-Dühring ans— indem er den Spuren eines Ronsseau und den Utopisten folgt— wie unter dein Zwang der kapitalistischen Arbeitsteilung der Mensch zum Sklaven einer einzigen Verrichtung verkrüppelt. Demgegenüber schafft der Socio- lismüs, der auch die Arbeitsteilung zwischen Stadt und Land aushebt und die großen vergifjenden Städte beseitigt, die Möglichkeit einer universalen Ausbildung. Dann wird die pro- dnkiive Arbeit statt Mittel der Knechtung, Mittel der Be- freinug der Menschen sein, indem sie jedem Einzelnen die Gelegenheit bietet, seine sämtlichen Fähigkeiten, körperliche wie geistige, nach allen Richtungen hin aiisziibilden und zn bcthätigen, und in der sie so ans einer Last eine Lust wird. Und nicht nur die Arbeiter werden durch den Kapitalismus specialistisch verkrüppelt. auch die andern Klassen werden vermittelst der Teilung der Arbeil unter das Werkzeug ihrer Thätigkeit geknechtet, der Jurist unter seinen verknöcherten Rechtsvorstellungen, die„gebildeten Stände"„unter die mannigfachen Lokalboriiiertheiten und Einseitigkeiten, unter ihre eigne körperliche und geistige Änrzsichtigkeit, unter ihre Verkriippckpng durch die auf eine Spccialität ziigeschnittciic Erziehung und durch die lebenslange Fesselung an diese Spccialität selbst". Dieser Veneiiverkalkiing gegenüber bekennt sich der Socialismus zu dem klassisch- humanen Ideal der Universalität. Ter Socialismus wird die Unterjochung der Menschen unter einen Zweig der Produktion aufheben, er wird sie befreien von dem Zwang,' nur„Karreuschieber" und nur „Architekt" zu sein. Diese höchste Aufgabe meiischlichcr Existenz scheint Herrn Lorenz ein„in seiner Ungeheuerlichkeit fast lächerlich wirkender Radikalismus" und er macht deii Goethcbündler Eberlein darauf aufmerksam, daß cS ihm im Zukiiiiftsstaat blühen werde, abwechselnd Karren zu schieben und Bildwerke zu schaffen. Goethe selbst war allerdings, wie ein Michel Angelo, keineswegs nur Karrciischuber und nur Architekt— ie sahen in der allseitigen Ausgabe ihre Lebensaufgabe. Spinoza schliff gleichzeitig philosophische Werke und— Brillen. Und sogar die Hohenzolleni-Fürsteii verschmähen es nicht— wenn auch vielleicht nur in symbolischer Weise— neben ihrer regierenden, militärischen und sonstigen Thätigkeit auch ein Handwerk zu lernen. Wilhelm II. vollends übt mehr und verschiedener geartete geistige mid körperliche Thätigkcitcn ncbcndiiaiider aus, als im Ziikiinftsstaat irgend ein Mensch zu leisten nötig haben wird. Die modernen Künstler suchen, indem sie sich dem Sport hingeben, ihren natürlichen Trieb nach rein körperlicher Arbeit in einein Surrogat zn befriedigen. Herr Lorenz aber sieht in solcher Vielseitigkeit den Tod der Kunst und der Künstler. Er wäre, in seiner Karrcnschieber- Angst, reif, die Spar-ÄgneS, das holde Töchterlein Eugen Richters, zu heiraten, wenn sie nicht freisinniger Abkunft wäre und deshalb Herrn Lorenz nicht mehr ebenbürtig ist.— Austand. Ter Fall Fritfch: Ministcrstnrzversuch eines EcneralstabS- OsfizierS.— Die Amnestie. Paris. 27. Mai. Die Freitags- Interpellation im Senat hat Klarheit geschaffen über die neuesten g e n er a Ist ä b le ri s ch e n Umtriebe gegen das Ministerium. Der iiationalistische Minister- "turzversnch in der Wiedereröffiiiiiiqssitzmig der Kaminer hatte, wie cS sich nun herausgestellt, zum Angriffspunkt eine schwere Verletzung der Amtspflicht seitens des Haupt- m a ii ii s F r i t s ch, des Nachfolgers und Nachahmers der verflossenen Fälscherbaiide im„zweiten Bureau", im Jnformations- burcau des Generalstabs. Einer der ersten Beschlüsse dcS KriegSmimsterS Galliffet war bekanntlich die Uebertragung des Roiitcrspiomiage-Dienstcs, der vom zweiten Bureau in der Dreyfus-Affaire zu iiiiznhligen Verbrechen mißbraucht worden war, auf die civile Sicherheitspolizei. Der Hanptagent der iiciiorgaiiisierten Spionagediciisies, Tomps. wurde mm zur Zielscheibe verschiedener dunkler Machenschaften, die vom zweiten Bureau ausgingen, um so mehr als er schon in der DrcyfuS-Affaire sich gegenüber den Verbrechers- 'chen Zumutungen der Henry und Konsorten bockbeinig gezeigt hatte. Das zweite Burcau setzte sich zur Aufgabe, den Tomps in be» Verdacht des Landesverrats zu bringen. Und da Tomps der Autorität dcö Ministers des Innern, Waldeck-Ronsseau, untersteht, so war von der Hetze gegen TompS nur ein kleiner Schritt zur Einfädelung einer Jntrigue gegen das Haupt de» Miiiisterimiis. Dieser Schritt wurde gcthan. nachdem Tomps — die Einzelheiten sind gleichgültig— in eine ihm gestellte Falle ging, in der Hoffnung, sich so seiner generalstäblerischen Feinde er- wehren zu können. Das Ganze ist ein anekelnder spitzelpolizeilicher Kampf im Dunkeln, in welchem ein kompletter Lump Namens Przyborowski, ehemaliger Agent des zweiten Bureaus, im Dienst des letzteren die Hauptrolle spielte. Politische Bedciitmig gewann die Sache dadurch, daß Hauptmann F ritsch mit Hilfe des Przyborowski und einer Freundin von diesem, einer Dame Mathilde, gegen TompS die Beschuldigung erheben konnte, nach einer„neuen Tbatsache" zur Ermöglichung der Revision des Dreyfns-Prozesies gesucht zu baben. Und zwar sollte die„neue Thaffachc" in dein Nachweis bestehen, daß der berüchtigte Zeuge im Remicscr Prozeß, CemnSky. vom Generalstab bestochen wurde, lvaS. nebenbei gesagt, sicher der Fall war. Als Beweise dienten dabei dem zweiten Burcau Briefe von Tomps, die bei der Dame Mathilde in Nizza beschlagnahmt wurden. Man sieht sofort. daß diese Briefe in den Händen der Nationalisten ein wirffanics Geschoß gegen das„Drcyfns-Kabinett" werden konnten. Hauptmann Fritich hat min seinen monatelangen Umtrieben die Krone ausgesetzt, indem er die Briefe dein nationalistischen Ab- geordneten Le Hsrisse über mittelte, während sie vor dem Kriegs mini st er Gallisfct ver- he im Ii cht wurden!... Galliffet hatte noch in der Wiedcreröffnungs-Sitzniig der Kammer von den Briefen keine Ahining und dementierte daher auf der Kammertribüne die bezüglichen Anspielungen der Nationalisten. Wenn aber diese von den Briefen in der Sitzung leinen Gebrauch machten, so deshalb, weil sie fürchteten. Opfer einer generalstäblerischen Fälichung zu werden. Aus diesem Grunde verschoben sie die„Aufikläruiig" der Angelegenheit auf die nächste Kaminerfitzung, die am Montag, den 23. Mai, stattfindet. Inzwischen aber hat die Senatssitzung die Aufklärung besorgt c,.„ix„x hon«vnfionnliiien li-h innv» sa-ilheck- — in ganz andrer Weise als es den Nationalisten lieb wäre. Walbeck- Rousscmi und Galliffet erbrachten im Senat den Nachweis, daß Hauptmann Friffch im Interesse der Nationalisten eine svitzelpolizei- lichc Jntrigue gegen die Regiernng ins Werk gesetzt hat. Sj-j}- wurde mm durch die Amtseutsetzung. d. i. ein zeitweiliger Ausschlug aus der Armee nebst einer Entziehung von s/5 des Solds bestraft, weitere zwei Militärbeamtcn des zweiten BureauS wurden m cie Provinz versetzt. � �„ Der Vorfall legt ein traungeS Zeugnik dafür ab, day c,er Militärklüngel trotz alledem feine frühere Dreistigkeit gcgennb» ver Civilgewalt bewahrt hat. Bezeichnend ist die Antwort des«ritsch auf die Frage des Kriegsministers nach den Beweggründen seiner Umtriebe:.. JchhabeeinepolitischeHandlung vott- zogen'." Mit andren Worten, der subalterne Milttärbcamte er- frechte sich zum Eingeständnis, daß er bewußt auf den Sturz dcS den Nationalisten verhaßten Ministeriums hinarbeitete I. Wie gesagt, ist Hauptmann Fritsch blas mit der AmtZentziehung bestraft worden. Eine schwerere Strafe darf nämlich der Kriegs- minister von sich aus nidst verhängen. Vor ein militärisches Disciplinargerichr aber den Hauptmann verweisen. hiest Gefahr laufen, den rebellischen Offiziers r e i g e s p r o ch e n zu sehen... Auch der e n a t. wo die Nationalisten sich nicht hervorwagcn dürfen, hat übrigens sich damit begnügt, die Erklärungen der Minister mit Beifall und die dreiste Antwort' des Hauptmanns Fritsch mit Entrüstungszeichen aufzunehmen. Eine entsprechende Resolution wurde vorsichtig vennieden. Und nach der Sitzung versammelte sich die seuatorische A m n e st i e- K o m m i s's i o n, die ursprünglich eine amnestiefeindliche Mehrheit enthielt, um in aller Eile den Regieruugs- eniwurf über die Amnestie anzunehmen, der auch über den Haupt- Verbrecher. General M e r c i e r. den Mantel der patriotischen"„Beschwichtigung der Gemüter" breitet. *« * Teputiertenklnnmer. Paris, 28. Mai. Das Haus ist gut besucht; es herrscht lebhafte Stimmung. Graf Eastellane wünscht über die Erklärungen RciuachS hinsichtlich' der Wieder- aufnähme der Asiaire Dreyfns zu interpellieren. Die sofortige Er- vrterung der Angelegenheit� wird angeordnet. Kriegsminister Galliffct wiederholt seine im Senat abgegebenen Erklärungen über den Borfall Tomps-jtapitän Fritsch und fügt hinzu, man war über- cingelommen. sich nicht mehr mit der Asiaire zu beschäftigen; so bedauere er, Gallifict, es auch lebhaft, daß Fritsch das Amts- geheimnis verletzt habe zu dem Zwecke, den gewisse Leute ver- folgten. Er hoste, das; das Heer nicht aus denjenigen hören werde. die ihm Disciplinlosigkeit predigen, und sich nicht einen Abenteuerer aufdrängen lassen werde, wie vor 15 Jahren.(Lebhafter Beifall links. Widerspruch bei den Nationalisten.) Eastellane erklärt, die Regierung sei mitschuldig an dem Komplott, welches angezettelt wurde, um einen Verräter zu rehabilitieren. Le Herisss billigt die Haltung des Haupt- mainiS Fritsch. Lasies führt aus, er habe den Kriegsminister Galliffct von den �Machenschaften des allgemeinen Sicherhcits- dienstes in Kenntnis gesetzt und Galliffct habe ihm erwidert, niemals. so lange er Minister sei, werde der Fall Dreyfus wieder auf- genominen werden.(Beifall.) Humbert vertritt trotz der gegen- tciligen Versicherungen Waldeck-RousscauS im Senat die Ansicht, dast die Agenten des Sicherheitsdienstes sich in den Besitz von Akten- stücken zu setzen gesucht hätten, um die DreyfuS-Angclegenheit Wiederaufleben zu lassen.(Widerspruch links.) Oestreich-Ungarn. Wien, 28. Mai. In parlamentarischen Kreisen wird die inner- politische Situation als äusterst kritisch bezeichnet. ES cirku- lieren Gerüchte von einer partiellen M i n i st e r kr i s i s. Andrer- seits verlautet, Ministerpräsident v. Körber werde, falls seine Bc- NU'lhungcu, das Parlament arbeitsfähig zu machen, scheitern, formell die Demission d e S G e s a m t k a b i n e t t s einreichen und erst dann das Parlament auflösen. Frankreich. Demonstration für die Kommnncgcfallcnen. Die S o c i a- listen veranstalleien am Sonntag zur Erinnerung an die Maiwoche von 1871 wie alljährlich auf dem kero Dacbalse eine Kundgebung. Der Zug. der Fahnen und Kränze mit den Inschriften:„Es lebe die Kommune!" und„Ilnscrcn gefallenen Brüdern" trug, war etwa 10 ovo Mann stark. Der Kirchhof war polizeilich besetzt.' Der Polizei- präfekt Lepine war zur Stelle. Die Manifestanten betraten, je vier Mann, den Kirchhof und saugen die Carmagnole. Reden waren unter- sagt. Ein Zwischenfall hat sich nicht ereignet.— Rustland. Der Gesetzentwurf über die Rnfnahme von Ausländern in den russischen Unterthancnvcrband wird in der nächsten Zeit und jedenfalls noch vor Beginn der langen Sommerfcrieu vom Reichsrate geprüft werden, der den Entlvurf wahrscheinlich unverändert .mnehmen wird. Die neuen Bestimmungen über die Aufnahme von Ausländern in den russischen Uuterthancnvcrband erschiveren dieselbe bedeutend. So verlangen sie u. a.. datz die um die Aufnahme nach- stichenden Personen nicht weniger als acht Jahre un unter- v r o ch e n in Rußland gelebt haben. Asien. Das Anwachsen der„Boxcr"-Bewegung melden folgende Telegramme: T i e n t s i n, 28. Mai. Die Boxer haben in der vergangenen Nacht die Station Liuliho an der Hauanbahn, 21 Meilen von Fcngtai und 2S Meilen von Peking, niedergebrannt, den Bahnkörper auf- gerissen, eine Anzahl von Eisenbahnwagen zerstört und mehrere chinesische Angestellte ermordet. Die belgischen Ingenieure befinden sich in Fengtäi in Sicherheit. Die Boxer sollen auf Peking marschieren. Ter Ausstand der Boxer wächst. Di« Engländer und Belgier haben Fengtai geräumt, wo man die Boxer noch heute erwartet. Ein Eiscnbahuz'ug hat die Flüchtlinge bis Ticnlsin geschafft. Der Eiscnbähnvcrkehr zwischen Peking und Tientsin ist seii heute mittag 12 llbr eingestellt. Der amerikanische Kreuzer„Newark" und ein französisches Kriegsschiff sind vor Taku cingetroffeu. Das Eingreifen der Mächte dürste nunmehr wohl zu erwarten sein.— V�vtamenkarisiszes. Abgeordnetenhaus. Der Präsident des Abgeordnetenhauses v. Kröchet hat die nächste Plenarsitzung auf den 7. Juni. 11 Uhr vormittags, festgesetzt. Auf der Tagesordnung, welche oni bevor- stehenden Dienslag ausgegeben werden wird, stehen die Jnter- pcllation Brömel-Langcrhans wegen des Groß- j ch i f fa h rt S w e g e S Berlin-Stettin folvic Petitionen. Arn 8. Juni soll die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Maßnahmen zur Verhütung von Hochwassergefahren in der Provinz Schlesien bcginiicn. ZAAvkei-Msrchvittzten. Die Wahlschlacht in Siiirnbcrg ist, so schreibt man uns von dort, geschlagen und hat mit einem Siege der Socialdcmoki atic über den Mischmasch geendet. Nach vorläufiger Zählung(einige Resultate stehen noch ans) erhielt unser Kandidat Dr. i-r ü d e k u in über 22 000 Stimme», der Auddelmiiddelkandidat. Fabrikant Seiler, ca. 16 000 Stimmen. Der W a h 1 k am p f gestaltete sich in den letzten Tagen noch sehr lebhaft, da die vereinigten Gegner richtig "och den �.Fall Ocrtcl" herbeizöge» und ganze Kübel voll schmutziger Verdächtigungen über die Leiter der Nünberger socialfftischen Bc- weanng,'auszuleeren beganncii. Ja, man entblödete sich sogar nicht, auch den Kandidaten Dr. Südeknm in die Sache zu verwickeln und frischweg zu behaupten, er sei es ge- Iveseu, der„im letzten Gründe den unglücklichen Chef in Ver- zwciflimg, Wahnsinn und Tod getrieben, weil er den„Obcrgenosscn" Berechnungen und Material zur Enteignung geliefert habe". Diese völlig ans der Luft gegriffene Bchanplung wurde sofort gebührend zurückgewiesen, von deii Gegnern aber trotzdem wiederholt. Mit solchen bübischen Verdächtigungen glaubte man die socialdemo- kratischcn Wähler irreführen zu tonnen, weil man anständige Kampsmittel nicht anwenden mochte und es den aus so imiiatürlichc Weise zusammengekommenen Bimdcsbrüdern an sachlichen Gründen. die sie gegen eine Bewegimg wie die socialdcniokratische hätten vorführen können, vollsländig gebrach. Aber alle Bemühnngcn sind kläglich gescheitert. Nürnberg ist eine svcialdcmokratische Hochburg geblieben, lrotz aller Verdächtigungen der Gegner, dank der oft bewährten Ucberzeugungslreue und Discipli'n der Nürnberger Genoffen, In den Eentralsälen. wo am Sonnabend die Wahlresultate verkündet wurden, haue sich eine viel- tausendköpsige Menschenmenge versammelt, die die Verkündigung des Sieges mit brausendem Jubel aufnahm. Auch unser alter Lieb- knecht. der am Tage vorher in einer Wählerversammlnng gesprochen, war anwesend und hielt eine begeisternde Anspräche, in der er unsern Sieg feierte und den Nürnberger Genossen seinen Dank aussprach. die sich iim die Partei verdient gemacht härten. Der»engeivählte Abgeordnete Dr. Südeknm ergriff, von stüriilischeii Hochriiscit empfangen, ebenfalls das Wort, um für das in ihn gefetzte Ver- trauen zu danken, dessen er sich würdig erweisen werde. ValizrilichLS. Gerichtliches nfw. Zu 1-t Tagen Gefängnis wurde der Geuosie S t u b b e in Halle verurteilt wegen Beleidigung eines Bäckermeisters. Die Bc- leidigung wurde, gefunden in einem„Eingesandt", das Slubbe im Hallescheu„Volksblatt" veröffentlichte und das sich mit den Zustände» in der Bäckerei des angeblich Beleidigten befchäfligle. Es wurde festgestellt, daß zuiu Backen von Brot sogenauiites Sackstäubmehl,' das nach dem Ausschütteln der Säcke, die bckaimtlich nicht immer ganz sauber sind, auf dein Fußboden zusammengekehrt, verwendet worden ist. Die Backtücher in jener Bäckerei wurden vierteljährlich einmal und die Bettwäsche der Gesellen wurde alle 4— ö Wochen gereinigt. Tic Arbeitszeit beträgt durchschnittlich 12 Stunden. Das Gericht erachtete aber den Wahrheitsbeweis nicht als erbracht und bezeichnete den Artikel als ein Produkt der Verhetzung. — Wie manchmal Prozesse gemacht werden, dafür spricht ein solcher in Hannover gegen den Genossen Gustav Becker. Becker war angeklagt der Anfforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze, K 110 R.-St.-G.-B. Nach dem Eröffnuiigsbeschlliffc soll er in einer Versammlung aufgefordert haben, das Lokal auch»ach er- folgter polizeilicher Auflösung nicht zu verlassen. Vor Gericht sagte der Polizeibeamte, der jene Versammlung überwacht hatte, eidlich ans, daß Becker im Gegenteil ansgefordert habe, nach der Auflösnng ruhig anSeinanderzngehen. Ganz dieselbe Aussage hatte der Beamte auch in der Vorvcrnehmnng zu Protokoll gegeben, wie durch Verlesnng dcS Vernehmiingsprotokolls festgestellt wurde. Trotzdem erfolgte die Anklage und trotzdem hielt sie der Vertreter der Staatsnmvaltsckafl. auch nach dem Ergebnis der Beweis- aufnahnie noch aufrecht, indem er eine Geldstrafe von 30 M. bc- antragte. DaS Gericht erkannte auf Freisprechung. lehnte es jedoch ab. dem Angeklagten die Kosten der Verteidigmig zu erstatten. Er bat also doch Kosten von der Sache, obwohl er nicht den geringsten Anlaß zu dem Prozeß gegebe» hatte. Koiirt her hurch BertmeManner centralißerten Ctiverkschllstm DtiltschlaM. In der am Sonnabendabend abgehaltenen Sitzung er- stattete Thieme die Abrecbnung vom Agitationsfonds. Die Ein- nahmen betrugen 2452.79 M., die Ansgabcn 1351,77 M., der lieber- schliß 1101,02 M. Für den Unteislütziingsfonds sind von den Gc- werkschaften eingegangen 19487,90 M., ein Darlchn von 19 944,80 M. ist aufgenommen. Für Streiknnterstützimg sind 39442,80 M. ausgegeben worden. In die G e sch ä st S k o mm is si o n wurden gewählt: Kater, Thieme. Reuter, Fischer, Strasser. Als Revisoren iviirden Pflücke und Kleinlein bestimmt. Das Gehalt Thiemcs als Beamter der Geschästskommission wurde ans 40 M. wöchentlich festgesetzt, und die Geichäftskominission ermächtigt, ihm. so weit eS nötig ist, eine Hilfskraft zur Seite zu stellen. Der sechste Punkt der Tagesordnung kantet: Gewerkschaftskartelle und Arbeitersekretariate. Nach einem Referat T h. Fischers wurde eine bereits vom vorjährigen Kongreß bcschlosstne Resolution angenommen, welche lautet: In Erwägung, daß mit der Gründung von Arbeitersckretariaten. wie sie in der letzten Zeit in verschiedenen Städten Deutichlands geschehen ist, die iviitschaftliche» Verhältnisse der Arbeiter nicht gebessert»nd gefördert werden können, auch die gciverk- schastliche Organisation dadurch nicht gefördert wird, bcj'chliebt der Kongreß, die Gründung von Arbeiter- Sek re- tariaten nicht weiter zn befürworten.— Jedoch sind die Delegierten der Ansicht, doß es wohl nötig ist. an jedem Orte gewerkichafiliche Kartelle resp. Äoinmiisionen zu bilden, die in»n- parteiischer Weise die Regelimg aller öitlichen Vorgänge ini gewerk- ichaftliche» Leben übernehmen, soweit dies von den einzelnen Organi- sationen nicht selbst besorgt wird. Der siebente Punkt der Tagesordnung betrifft den i n t c r- nationalen A r b e i t e r k o n g r e ß Z» Paris. Der Referent Keßler vertrat die Ansicht, die internationale» Arbeitcrkoiigrcsse hätten keinen praktischen, aber cincii agitatorischen Wert. Sie seien eine wertvolle Tenionstration, und aus diesem Grunde empfehle sich die Beschickung des Kongresses durch cincii Delegierten der VertraueiiSniäimer-Ceiitralisatio». Gleichzeitig solle durch die Dclcgotivn auch bekundet werden, datz die hier vertretene gewerkschaftliche Richtung noch lebe und gleichberechtigt sei mit den Verbänden. Nach Schluß der Debatte wurde die Beschickung des Kongresses mit tnapper Mehrheit abgelehnt. Hierauf erfolgte die Erledigimg verschiedener Anträge. S t r a s s c r'bcgiündete einen Antrag der Kleber Berlins. welcher die revolutionäre Bedeutung dcS Streiks ventiliert und er- klärt wissen will, daß jede Tarifgemeinschaft für die Arbeiter schädlich und korrunipierend wirken»,»iß. Der Antrag wurde der„Einigkeit" zur Besprechung überwiesen. Angenommen ivurden noch folgende Anträge: An allen Orlen, Ivo Organisationen iinsrer Richtung� vor- baiidcn sind, zu passender Zeil allgemeine GewerkschaftSversaNiin- Inn gen einzuberufen, um auch dort jene Berufe, die der Geschäfts- kominission noch nicht angeschlosse» sind, für dieselbe z» gewinnen. Diese Bcrsaiiiiiiluiigcii sind rechtzeitig der Geschäftskoinnnssion an- ziizeigen. damit von derselben die passeiidcu Referenten gestellt werden können. Die GcschäftSkoiiiniission wird beauftragt, am Schlüsse eines jeden Geschäftsjahres eiiicn spccialisterten Fragebogc» heiauSzugebeii. durch welchen übersichtlich die Stärke und Leistungen der Organi- satioiieii festgestellt werden können. Der vierte Kongreß der Vertraucnsmämier- Ccntralisation Deutschlands beschließt, daß alle derselbe» aiigeschlosicneii Berufe dahin wirken, daß der 1. Mai durch volle Albeilsruhe gefeiert wird. Ein Antrag: Die Organisation der Bäcker Berlins beauftragt den Kongreß, auf die Neichstags-Abgeorduetei» einzuwirken, de»§ 75 de? Kranken- vcrsicherungs-Gcsetzes stehen zu lassen, sowie bei einer eventnellen Kraiileiikasscii-Novelle mehr wie bisher für die freie» Hilfskassen ein- zutreten. wurde der Geschästskommission zur Berücksichtigung überwiesen. Lange-Görlitz teilte mit: Die Besprechung mit dem Ver- treter des»iedcrrheiuischen WebervcrbandeS habe zn den, Resultat geführt, daß der nächsten Geiieralversannnlung diese» Verbands ein Antrag ans Zusammenschluß aller lokalorgauisierte» Textilarbeiter Deutschlands und Anschluß an die GeschäftSkoiniiiissioil unterbreitet werden solle. Tie Einberufung dcS nächsten Kongresses der VeitraueiiSmäiiucr- Ccntralisationcn bleibt der Geschäftskomniission überlassen. Ilm 1412 Uhr nachts war die Tagesordnung erledigt. Ter Vor- sitzende Kater warf einen Rückblick auf die Verhandlungen de» Kongresses, er gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die Bc- schickuiig dcS Pariser Kongresses abgelehnt worden ist. er sprach ferner die Erwartung aus, daß die hier vertretenen Getuerkschaften wie bisher, so auch in Zukunft das Princip des Klassenkampfe» der Arbeiter hochhalten'Iverden und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf die socialistisch-söderalistische Gewerkschafsorganisation. GeiovvkMctftliifzes« ttciiin und Umgegend. Achtung, Stnccatcnre? Die Firmen FimkcrZdorf, Rodel, Sander sind gesperrt. Zuzug ist sernzuhalten. Ter Vertrauensmann der Stnccaienrc. Tic Kartonarbeiter der Firma Gntmonn u. Meyer, Greise- walderstr. 4, haben»ach mehrmaligen VorsteUungeii eine Herab'- setzuug der Arbeitszeil von 10 auf'9 Stunden erlangt. Die Ver- güusti'gnng kommt circa 100 Arbeitern und Ärbeikeriilneu zu statten. Die Brauer habe» bei Geltendmachen ihrer Lohnfordermigen in der Annonce des„Vorwärts" eine Reihe Betriebe genannt, die ihre Forderungen bisher nicht anerkamit haben. Von der Direktion des M ü n ch n e r Brauhauses ivird uns mitgeteilt, daß die gc- forderte Arbeitszeit und der Lohn seit langem in ihrem Betrieb ein- geführt ist. Sollten sich über andre Punkte noch Differenzen er- geben, so wird die angebahnte Verhandlung dazu beitragen, diese zu schlichten, Deutsches Reich. Die Brecklauer Maurer haben»ach längeren Verhandlungen mit den Unternehmeni einen Vertrag abgeschlossen, dessen Dauer bis Pfingsten 1901 festgelegt ist. Die Vereinbarungen besagen in der Hauptsache folgendes: 1. Die Arbeitszeit ist im Sommer eine zehnstündige und dauert von 6—6 Uhr. Die Verschiebungen nnd Verkürzungen während der ungünstigen Jahreszeit sind in einer Tabelle genau festgelegt. 2. Üeberstimde», Nacht- und Sonntagsarbcit wird nnr in driiigendcii Fällen ausgeführt. Bei mehrtägiger Dauer derselben findet Schichtwechsel statt. 3. Sonuabends ist um 5 Uhr Feierabend. Vesper findet nicht statt. Bezahlt wird nur die wirkliche Arbeitszeit. 4. Der Lohnsatz beträgt 45 Pf. 5. Ueberstniiden, Nacht- und Sonntagsarbeit, Wasser» und Feueriingsarbeiten werden mit 55 Pf. bezahlt. Die Ueberstundeu- bezahlimg tritt sofort nacki der zehnstiiiidigen Arbeitszeit in Kraft. 6. Die Lohnzahlung findet jeden Solinabend nach Schluß der Arbeitszeit statt. Das'Beutelsystem gelangt zur Anwendiing. Der Lohn ivird bis Freitag ausbezahlt, bei Kündigung, die spätestens bis Sounabeudmittag stattfinden muß, bis Soimabendabend. 7. Meister und Gesellen können jederzeit kündigen. 8. Auf größeren Bauten werden nach Lage her Oertlichkeit trockene Baubuden zum Schutz gegen die Witterung errichtet. Die- selben sollen, wenn keine gesetzliche» Bedenlen bestehen, heizbar sein. Auf den Bauten müssen den sanitären Ansprüchen genügende Ab- orte vorhanden sein.(In diese Angelegenheit wird bald durch polizeiliche Verordiinng Regeliing gebracht iverden.) 9. Alle Frühjahre treten die Abgeordneten beider Parteien zur Rebisio» des Tarif» zusainmen. Ihre Beschlüsse unterliegen der Gc- nehinigliilg der Vcrsammlnngen. Durch diesen Vertrag hat die Organisation der Maurer wieder einen Schritt vorwärts gcthan zur Besserung der Lage der Arbeiter dieses Berufs. Vom Jahre 1885 bis 1900 ist die Arbeitszeit um eine Stunde herabgesetzt und der Lohn von 34 Pf. ans 45 Pf. erhöht. Der Leipziger Bäckcrstrcik weift keine, wefentliche Aendcning auf. Von den Streikenden sind einige abgereist und in zwei iveiter» Betrieben ist die Forderung ancrkai�it. Die von den Meistern verbreitete Nachricht, der Streik sei beendet, ist auf Täuschung be- rechnet. Die Straficnbahn-2l»gcstellten in Erfurt haben der Direktion folgende Fordenmgeii unterbreitet: Der A»fa»gSlohii soll pro Tag 2.50 M. betragen inid unter Beibehaltung der bisherigen Neben- bezüge bis 3 M. steigen. An jedem dritten Tage wird ein freier Tag gefordert und für die Führung von Nachtivagen 40 Pf. pro Stunde. Bisher wurde 2,10 M. bis 2,50 M. gezahlt. Die Arbeits- zeit ist von 6 Uhr morgens bis 11 Uhr abends mit einer kurzen Uiiterbrechimg festgelegt. In Hannover hat die Direktion durch cin überaus schroffes Verhalten die Erregung aufs äußerste geschürt. Bis jetzt sind 31 Leute gemaßregelt, nur weil sie überhaupt an der Bewegung teil- nahmen. Der Streik der Holzarbeiter in Halle dauert fort, da die angebahnten Verhandlimgen zu keinem Ergebnis führten. Tic Packer in Frankfurt a. M. bereiten eine Lohnbewegung vor. Die Forderungen gipfeln hauptsächlich in der Abschaffung des Kost- und Logiswesens. An Stelle von Kost und Logis beim Meister soll dieser fortan folgende Minimallöhnc zahlen: a) für Schießer 27 M.; b) fjir Teigmacher und Weißmischer 24 M.; o) für Backstuben- nnd Backhausbierter 20 M. Außerdem soll sich der Meister ver- pflichte», das zum persönlichen Bedarf nötige Brot scinen Gehilfen iiiicntgeltlich zu verabreichen, sowie denselben einen Aukleideraum nnd Wasch gclegcnheit zur Verfügung zu stellen; die gesetzlichen Bestimnlunge» bezüglich des MaximalarbeitStagS uiid der Sonntagsruhe im vollen Ui»fange einzuhalten und event. nötige Ueberstniiden mit 40 Pf. pro Maiin und Stnnde zu bezahlen; a» den drei Festen: Ostern, Pfingsten und Weihnachten soll die Arbeit vom zweiten bis dritten Feiertag ruhen. Strcikpoftenstchen keine Strafthat. Das Schöffengericht in Wiesbaden hatte dieser Tage eine Anzahl von Erdarbeitern wegen StreikpostcnstchcliS vor sein Forum gezogen, doch wurden die An- geklagten freigesprochen, weil eine Belästigung des PublikimlS nicht erfolgt sei. Die Steinbildhaner in Nürnberg fordern die achtstündige Arbeitszeit nnd einen Tagelohn von 6 Mark. Da die Unternehmer vielfach versuchen Streikbrecher anzuwerben, so wird gebeten, darauf zu achte», daß der Ziizng ferngehalten wird. Klerikale„Llrbeiterfrrunde". Ter Streik der Textil- arbeitet in der Haiißmannschen Fabrik zu Bogelbach(Elsaß) hat mit einer Niederlage der Ausständigen geendet. Neben der mangel- hafte» Organisation der Streikenden ist dieser Mißerfolg in erster Linie de» arbciterseindlichen Quertreibereien de» klerikalen Reichstags- Abgeordnete» Abbs Wctterlö zn danken, der in dem Lohnkampf offen die' Partei der reichen Fabrilanteu ergriffen hat. DaS gesamte Personal der Druckerei der klerikalen„Metzer Presse" m Metz(Inhaber A. Tschakert) befindet sich wegen schlechter Behandlting und Maßregelung eines Kollegen im Ausstand. Ausland. Ii« Trifail(Oestrcich) befinden sich 3000 Bergarbeiter im An?- ftand. Der Konflikt ist ans die Maßregelling eines Arbeiter» zurück- zuführen. Die ArbeiterauSsperrnng der Hafenarbeiter von Lands- krön a(Schweden) ist mit dein Sieg der Arbeiter ansgcgangen. Der alte Preiscourant, der herabgesetzt iverden sollte, ist erhalten. die Arbeiter iverden mit 1000 Kr. gegen Unfall versichert. Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien sollen durch ein Schiedsgericht entschieden iverden. Vor allem aber ist das ArbeitSnachlveiSbureau des Fachverbands anerkaiiilt als einzige Stelle für die Ardeitcr-Stellen- vcniiitteluug._ Sorinlrs. Lehrer dürfen nicht mucken. In Glauchau in Sachsen hatte das Stadtverordneten-Kollcgiuni infolge einer Eingabe der Lehrer »ach langen erregte» Vcrhandliiiigeit' cnie GehaltSaufbesserimg für die Lehrer beschlossen. In der letzte» Sitzung des Stadtverordneten- Kollegiums kam nun ein Schreiben der Lehrerschaft zmii Vortrage. worin zwar für die gewährte Gehaltserhöhung gedankt, aber auch ausgesprocheil wird, daß die Lehrerschaft nach wie vor die in ihrer Denkschrist anfgestelltcn Grnndsätze als erstrebenswert hält. Weiter ivird in dem Schreiben das Bedauern über die Stellungnahme einzelner Stadtverordneter in der Lehrergehaltsfrage ausgedrückt. Hierin er- blickte man eine Beleidigung der Kollegien und derRat ordnete eine hoch- notpemliche Untersuchung nach dem iutclleltuellen Urheber des Schreibens an. Die citierten Lehrer lehnten jede Namensnennung ab, da die gesamte Lehrerschaft sich mit dem Schreiben einverstanden erklärte. Nur die Biirgerschullehrer lieben erklären, daß sie mit dein Schreiben nicht identifiziert sein Möllen. Der Rat beantragt nun, die Lehrer, welche sich mit de ni Schreiben einvcr- standen erklären, bis arif iveitercS von der Ge- h a l t S a n f b e s s e r u n g a u S z ri s ch l i e si e n. Ob die Stadtverordneten dem RatSantrage zrigestimmt haben, wird in dein uns vorliegenden Bericht leider nicht mitgeteilt. Der Ratsantrag enthält aber schon eine so schwere Mihachtung des Lehrer« slands, dafi die gesamte Lehrerschaft in ihren Organisationen dazu Stellung nehmen sollte. Zum Schutze der Bauarbeiter ist in N e n h a l d e n s l e b e n eine Polizciverordnung erlassen ivordcn. Sie giebt gleich den für andre Orte und Bezirke schon erlassenen Verordnungen dieser Art Vorschriften über die Herstellnng von Baubuden und deren Ein- richtnng, über Abortc und deren Beschaffenheit, über Zchür- und Fenstcrverschluh für Jnnenarbeiten auf Neubauten— für die Zeit vom Ib. November bis l5. März und verbietet das Arbeiten bei offenen Coaksfenern. Vor andern zeichnet sich die Ver» ordnung dadurch günstig ans, daß ihre Vorschriften gelten sollen, sobald mindestens 6 Personen auf eincni Bau gleichzeitig dauernd beschäftigt sind, während die nieisten übrigen erst bei 1t) Personen gelten sollen. Ungünstig zeichnet sie sich' dadurch aus, daj? nur Strafen bis zu 9 M. festgesetzt iverden, so datz eS für einen Nnter» nehmer meist rentabler� sein wird, sich bestrafen zn lassen, als wie die Vorschriften zu befolgen. Auch enthält sie keine Vorschriften darüber, wer als verantwortlich für die Beobachtung der Bcstim- mnngen gilt und schreibt auch nicht, wie das anderwärts geschehen ist, die zwangsweise Herstellnng der Einrichtung, oder die Zurück- ziehung der Bauerlaubnis vor, falls der Unternehmer es beharrlich unterläßt. ES giebt noch vernünftige Bälkenneistrr, welche die Hetze gegen die Bäckereiverordnung des Bundesrats nicht mitmachen. Dies beweist eine dem Reichsrag zugegangene Petition des Verbands der Bäcker Deutschlands. Mitgliedschaft St. Johann sSnnr). Die Petition fordert, daß die Lieferungen von Backwaren für die Tnippen- teile nur solchen Bäckernicistern übertragen werden sollen, ivelche die Bundesrats- Verordnung vom 4. März 1896 über den Betrieb von Bäckereien ic. innehalten, und ferner, daß die Verwendung von Militärpersonen in Privatbetrieben verboten werde. Wege« Einführnng kaufmännischer Schiedsgerichte petitioniert der Ausschuß des deutsche» Handlungsgehilfculages zu Hamburg im Austrag des in Hannover abgehaltenen fünften deutschen Handlungsgehilfcntags beim Reichtstag. Kapitalgewinn in Rußland. Die im Reichsanit des Innern zusannnengcstelltcn Nachrichte» für Handel und Industrie veröffent lichen nach einer russischen Quelle die Dividcndenergebnisse einer größeren Anzahl russischer Aktiengesellschaften. Es sind im ganzen 898 Aktiengesellschaften mit einem Gesamtkapital von 1023 060 5«) Rubel. Sie zahlen zusammen 117 992 000 Rubel— 11,53 Proz. Dividende. Stach Gruppen zusammengestellt wurden die höchsten Dividenden mit 14,97 Proz. in der Zuckcrfabrikation gezahlt, während die niedrigsten mit 7,23 Proz. bei Transport und Schiffahrt bezahlt wurden. Aus dev Firklurnbetvesung« Ei» fiiddcntschcr Kellncrinncn-Vcrband ist kürzlich gegründet worden, der seinen Sitz i» Karlsruhe hat. Die Gründung geht von zwei.Direktoren" Namens S ch u p p i n und Müller aus. Unser Parteiblatt in Karlsruhe bezeichnet das Unternehmen auf Grund seiner Kenntnis der Personen als ein Schwindelunteruehmen, vor dem dringend zu warnen sei. Die Aufnahmegebühr in diesen Verband beträgt 2 M., der vierteljährliche Beitrag ebenfalls 2 M. Mitglieder, welche w ö ch e n t I i ch 1,50 M. Betrag bezahlen und nach vierteljährlicher Thätigkeit anßer Stellung geraten, erhalten 14 Tage lang eine Unterstützung von 1 M. pro Tag. Man muß also in 13 Wochen 19Vl M. bezahlen, »m 14 M. Unterstützung zu bekommen. Schon auf Grund dieser Zahlen erscheint die Warnung durchaus berechtigt._ Geviclzks �Zeitung» Gegen den ehemals beim Berliner Magistrat beschäftigten Bureau- Hilfsarbeiter Adolf Fromm wurde gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Unterschlagung verhandelt. Der Angeklagte gab die Strasthaten zu, behauptete aber, daß er aus verschiedenen Ursachen nicht als voll zurechnungsfähig anzusehen sei. Er habe von Jugend auf an zeitweise austretenden Zuckungen gelitten, die auf Epilepsie zurückzuführen seien. Er sei trotzdem für militärpflichtig bc- funden worden. Gelegentlich einer Marschübnng im Jahre 1896 sei er von einem Sonnenstich befallen worden. Seit dieser Zeit habe er häufig au ohne Veranlassung auftretenden Wutansällen ge- litten. Im Jahre 1893 sei er beim Magistrat als Bureau- hilfsarbcirer angestellt worden mit einem Anfongsgehalt von 90 M. monatlich, das in den letzten Jahren auf 120 ZW. gestiegen sei. Er habe dies Gehalt in Anbetracht der ihm obliegenden Arbeitslast für unzureichend und die ihm zu teil gewordene Behandlung für unwürdig gehalten. Dazu sei noch gekommen, day der Magistrat die Beamteneigenschaft der Hilfsarbeiter nichl anerkennen wollte. Dies alles habe ihn zuletzt in eine so große Eibittcrung gegen den Magistrat versetzt, daß sie als krankhaft zu bezeichnen sei. Er habe sich ein- gebildet, daß er sich die ihm verweigerte Gehaltserhöhung selbst ver- schaffen dürfe, und deshalb die Thalen begangen, deren Strafbarkeit ihm erst nach ruhiger lleberlegnng im Gefängnisse klar geworden sei. Er hatte die Akten mehrerer Geisteskranken zu bearbeiten, die in der Irrenanstalt Herzberge untergebracht waren. Die An- gehörigen der Kranken hatten die Pflegegelder für dieselben bei der Stadthanptkasse einzuzahlen, oder das Geld wurde von ihnen ein- gezogen. Der Angeklagte hatte nun städtische Quittnngsfonnnlare selbst ausgefüllt, die Beträge von den Pflegern eingezogen und für sich verbraucht. Er gelangte dabei in den unrechtmäßigen Besitz von etwa 400 M. Daß die Stinimung des Angeklagten gegen den Magistrat immer noch eine erbitterte war. ging daraus hervor, daß er seinen früheren Vorgesetzten als einen„Henlerslnecht de? Oberbürgermeisters Zelle" bezeichnete, eine Bemerkung, die ihm seitens des Vorsitzenden, Landgerichtsrats Dietz, eine ernste Rüge zuzog. Die Zeugen bekundeten, daß der Angeklagte häusig ein absouderlichcs Benehmen gezeigt habe, daS Zweisel an feiner völligen Zurechuungsfähigleit' babe aufkommen lassen. Der medizinische Sachverständige.'GcrichtsphysikuS Dr. Stürmer, begutachtete, daß der Angeklagte zweifellos ein geistig minder- w e r t rg e r Mensch sei, aber es könne keine Rede davon sein, daß er nicht die Strafbarkcit seiner Handlungsweise eingesehen habe, als er sie beging. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, während derVerteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schivindt, ausführte, daß doch eine Menge Umstände für die Unznrcchnuugsfähigkeit des An- geklagten sprächen. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß das Ver- halten des Angeklagten als Beamter im höchsten Grade unwürdig und er— trotz allem!— auch fiir dasselbe voll verant- w o r t l i ch sei. Das Urteil lautete auf ein Jahr sechs Mo- nate Gefängnis, ivovon zwei Monate durch die erlittene Unter- suchlnigshaft für verbüßt zu erachten seien. Ideales Streben nach einer ästhetischen Barttracht. Der Erfolg, den der kaiserliche Hoffriseur Franyois Habh mit der Reklame für seine Schnurrbartbinde und sein Schnurrbartwasser.ES ist erreicht" erzielt hat, reizten den Parfumenr Hermann I a n k e in Berlin, der einige Häuser von Herrn Haby entfernt wohnt, es diesem»achznthuu. Er stellte daher gleichfalls ein Schnurrbart- Wasser her, von dem die Flasche nicht, wie bei Herrn Haby. 2 M., sondern nur 1,50 M. kostet, und hielt es unter der Bezeichnung „Unerreichbar" feil. Dies gefiel aber Herrn Habh nicht, der sich für die Bezeichnung„Es ist erreicht" den gesetzlichen Schutz verschafft hat. Er stellte Strafantrag gegen Herrn Janke, und das Land- gcricht 1 in Berlin verurteilte' am 3. Februar den letzteren wegen Vergehens gegen das Warenschntzgesetz zu 500 M. Geldstrafe. Das Urteil, in welchem u. a. von dem„idealen Streben nach einer ä st h e t i s ch e n B a r t t r a ch t" die Rede ist, legt dar, daß die Gefahr einer Verwechselung der Bezeichnung des Angeklagten mit der des Herrn Haby vorliege wegen des Begriffs„erreichen". Der Angeklagte habe dies gewußt und sich thatsächlich ein Wort ausgesucht, welches dem von seinem Konkurrenten gewählten ähnlich ist. Das Patentamt hatte übrigens dem Angeklagten das Wort„Unerreichbar" nicht eintragen tvollcn, weil es nicht cintragnngsfähig sei, da es jedem freistehen müsse, seine Ware als unerreicht, unübertroffen, vorzüglich n. dgl. m. zu bezeichnen.— Gegen das Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt. Der Verteidiger bestritt dos Vorhandensein dcS Dolus. Wenn es jedem freistehe, seine Ware alS unerreicht zu bezeichnen, so dürfe der Angeklagte die seinige wohl auch aus„unerreichbar" bezeichnen.— Der Rcichsnnwalt erklärte das Urteil gleichfalls für unhaltbar. Ein Wort, das lediglich eine Eigenschaft bezeichne, könne nicht geschützt werden, und seine Anwendung durch einen andern könne nicht strafbar sein. Das Gcricht habe nicht geprüft, ob„Unerreichbar" nicht als eine Bezcickmung der Eigenschaft zn gelten habe. Wenn jemand wie Haby ein Wort wähle, das an der Grenze der Schiitzbarkeit liege, so habe er es sich selbst zuzuschreiben, wenn er des vollen Schutzes des Gesetzes nicht teilhaftig werde.— Das Reichsgericht hob darauf das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Das BcrciiisgcscN gegen einen Acrztevcrcin. In einer pommerschen Stadt besteht ein Aerzteverein mit dem Zweck, die Interessen dcS ärztlichen Standes wahrzunehmen und unter andrem auch die Honorarfrage zu erörtern. Als aus dem Verein einige Mitglieder ausgeschieden waren, erhielt der Vorsitzende Dr. Becker ein Strafmandat wegen Vergehens gegen Z 2 des VcrcinsgesetzeS; ihm wurde zur Last gelegt. daß er den Wechsel im Mit- gliederbeftand nicht der Poltzeiverwaltung angezeigt hätte. Die Behörde erklärte den Verein für einen solchen, deranf ö f f e n t- liche Angelegenheiten einzuwirken bezwecke. Dr. Becker bestritt die Anwendbarkeit deS Z 2 des Vcreinsgesctzes und beantragte richterliche Entscheidung. Der Verein beschäftige sich vorwiegend mit medizinischen Dingen. Allerdings wende er auch der Honorar- frage feine Aufmerksamkeit zu, das sei aber keine öffentliche Auge- legcuhcit. Das Schöffengericht und das Landgericht sprachen den Angeklagten frei, indem sie den Aerzteverein nicht als einen Verein im Sinne des§ 2 des VerciuSgcsetzes an- sahen. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und verwies darauf, daß Dr. Becker als Vorsitzender dcS Vereins beim Magistrat einmal angefragt habe, ob ein Arzt des städtischen Krankenhauses nebenbei noch eine Privatpraxis haben dürfe. Hieraus gehe hervor, daß der Verein die Konknrrenzcheschränke» wolle. Das sei ein Versuch, auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken.— Der Strafsenat deS Kammergerichts hob die Vorentscheidung auf und verwies die Sache zu anderlveiter Entscheidung an das Landgericht zurück. Der Senat nahm an. daß der Verein in der That eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke, und zwar durch die Erörterung der Honorarfrage. Diese be- rühre das große Publikum und den Sraat und sei somit eine öffent- liche Angelegenheit. Wegen der Strafzumessung, habe die Sache an den Vorderrichter zurückverwiesen werden müssen. Diese Entscheidung hat vielleicht das Gnre an sich, daß auch der Unwille bürgerlicher Kreise sich gegen eine GcsetzcSanslegnng lehrt, unter der sonst meistens nur Arbeiter zn leiden haben. Veessumnlungen. Der Wahlvcrcin für den fünften KrciS beschäftigte sich am Mittwoch mit einigen Anträgen, die in der Generalversammlung keine Erledigung fanden und deshalb vertagt worden sind. Be- schlösse» wurde: Zu Generalversammlungen soll der Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuchs gestattet sein.— Mitglieder, die mit ihren Beiträgen 3 Monate im Rückstände sind, werden vom Kassierer gemahnt, erfolgt dann noch keine Zahlung, dann soll das beireffende Mitglied vom Abteilungs- bezw. Bezirksführer mündlich gemahnt, und wenn auch das nichl Erfolg hat, aus der Liste ge- strichen werden.— Als Führer der fünften Abteilung tvurde Wirth bestätigt. Tie Former und Bcrnfsgenossen hielten am Sonntag eine stark besuchte öffentliche Versammlung im Gewerkschastshause ab. in der A. K ö r st e» über die Einigungsverhandlnnoen in Leipzig referierte. Der Referent, der zunächst den geschichtlichen Verlauf der Fornicrbcwegung schilderte, erinnerte in seinen Ausführungen daran, daß sich mit der Frage der Organisatiousform schon seit vielen Jahren zahlreiche Konferenzen beschäftigt haben und sowohl seitens der Mitglieder des Metallarbeiter- Verbandes als auch von den Mitgliedern des CentralvereinS der Former versucht worden war. eine Einigung der beiderseitigen Organisationen zu erzielen. Der Redner verwies auf die einheitliche Organisation der Unternehmer, auf die Ceutralisation der Betriebe in der gesamten Metallindustrie. auf die verschiedenen Resultate bei den stattgefundenen Lohnkämpfen. auf die Uuzuträglichkeiten bei der Agitation unter den gegebenen Verhältnissen und er erläuterte sodann, unter lebhaftem Beifall der Versau leiten, die Notwendigkeit eines einheitlichen Vorgehens und die v-..,achen Vorteile, die daraus den gesamten Metallarbeitern er- wachsen würden. In der Diskussion, an der sich S t o b s a ck. Zern icke, Plath, Näther, L. Müller und andre beteiligten, wurde von allen Rednern der Standpunkt ver- trete», daß eine Einigung und Verständigung zwischen dem Centraiverein der Former und dem deutschen Metallarbeiter- Verband auf geeigneter Grundlage stattfinden müsse. Es wurde hierbcit wiederholt auf die Zerfahrenheit und die unangenehmen Verhältnisse hingewiesen, die infolge der Organisations-Differenzen in vielen Betrieben vorherrschen und durch welche die agitatoriiche und organisatorische Thätigkeit für beide Organisationen außer- ordentlich erschwert wird. Mit allen gegen 6 Summen wurde chließlich folgende Resolution beschlossen:„Die Versammlung erklärt rch mit den Arbeiten der Einiguugskonnnissiou einverstanden und ctzt das Vertrauen in die Delcgierien zur Gcneralversaiumluug in Hamburg, daß sie in diesem Sinne wirken, und einen Anschluß der Former an de» Mctallarbeiter-Verband als Reichssektion herbcisübren." Hierauf berichtete A. Plath über die verschiedenen Mißstände in den Berliner Gießereien. Nach diesen und den Ausführungen der Diskussionsredner sind in einer Anzahl Gießereien gerade in der letzten Zeit erhebliche Lohureducierungen versucht und auch vor- genommen worden. Außerdem wurden mehrfach diejenigen_ gemaßregelt, welche für die Beseitigung der mannigfachen Mißstände eintraten und sich gegen die Lohnabzüge wandten. Bon mehreren Rednern wurde betont, daß die gerügten Zustände im wesentlichen nur die Folge des oft lauen und»»solidarische» Verhaltens find und meist nicht vorhanden wären, wenn jeder Former organisiert und streng nach den gefaßten Beschlüssen handeln würde. In der Generalversammlung der Stuccatrure. die am 21. d. M. tagte, erstattete der Revi'or Najork den Bericht über die Abrechnung vom 1. Quartal. Dieselbe ergab a) Einnahme für die Hanptkasse 358,74 M., Ausgabe 60,94 M.. abgeführt an 307,80 M.; b) Einnahme der Filiale 625,06 M., Ausgabe 371,48 M., mithin Bestand 253.58 M.. Einnahme für den Streikfonds 1447,41 M.. Ausgabe 538,95 M., Bestand 908,46 M. Zum 2. Punkt der TageS- ordnung: Unsre Lohnbewegung und die schwarzen Listen der Unter- nehmer wurde berichtet, in welch rigoroser Weise die Unternehmer gegen einen Teil der Kollegen vorgegangen sind. Bei der Firma JunkerSdorf, die in diesem Frühjahr die Lohnarbeit ein- führte. brachen ivegen zlvei dort beschäftigter Stnccateure. Pollack und Thate, Differenzen aus. Diese Arbeiter überschritten die vertragsmäßig festgelegte Arbeitszeit und drohten die übrigen Arbeiter obendrein mit Prügel. Die übrigen Arbeiter verlangten deshalb, Herr Junkersdorf möge dafür sorgen, daß diese zwei Stuccateure nicht mehr auf den Bauten beschäftigt werden, wo die übrigen Sluccatenr« beschäftigt sind. Herr JunkerSdorf kam diesem Verlangen nicht nach und legten unnmehr die Arbeiter die Arbeit nieder und sperrten die Firma. Die Sperre beantwortete die in aller Eile organisierte Meisterschaft unter Führung des Stadt- verordneten Herrn A. Kleefeldt mit Herausgabe einer schwarzen Lilie. die folgende» Wortlaut hatte: Nachfolgende Stuccateure, welche in rücksichtsloser und ungerecht« fertigter Weise über die Werkstatt der Firma Jos. JunkerSdorf eine Sperre verhängt haben, werden während der nächsten 4 Wochen nicht eingestellt bezw. dort, wo eine Einstellung bereits erfolgt ist, am Sonnabend, natürlich ohne Angabe von richtigen Gründen, eut- lassen. Es tvird ausdrücklich gebeten, die größte Diskretion über dieses unser Vorgehen zu wahren. Ferner werden die Herren Kollegen gebeten, ettvaige Angebote von Auflraggebern zur Ausführung bezw. Fortsetzung der von Herrn Junkersdorf gezwungenermaßen nicht weiter geführten Bauten abzulehnen und zivar dieses mit Angabe von Gründen. Bau Uhlandstr. 172. 173, 174(Seibertz). Kantstraße (Lückerath). Meineckestraße(Brörecke.) (Folgen Stainen der gemaßregclten Arbeiter.) Der Vorstand. A. Kleefeld. Junkersdorf. Damrich. CaSpary. Jäckel. Schröder. Wollstädter. Auf Grund dieses Schriftstücks ivurden dann auch sämtliche Kollegen wieder entlassen. Es entspann sich hierüber«ine rege Debatte, und wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, daß in allen den Finnen. Ivo der Lohnkommission der BetveiS erbracht ist, daß die Kollegen auf Grund von schwarzen Listen entlassen sind, sofort die Arbei't niederzulegen ist. Dem Hauptvorstand wurden 500 M. überwiesen. Nachdem noch zu reger Beteiligung zum StistungS« fest, welches am 16. Juni in den„Anninhallen", Kommandanten- ftraße 20. stattfindet, aufgefordert, erfolgte Schluß der gutbesuchten Vcrsanunlung._ Der Krieg. Ter Baal überschritten! Die Engländer haben den Vaal überschritten, anscheinend ohne wesentlichen Widerstand zu finden. Fcldmarschall Rodens telegraphierte am 27. d. M. ans Verecniging. Wir haben heute früh den Vaal überschritten und lagern auf'dem Nordufer desselben. Auf unsrer Seite wurden drei Mann verirmndct. einer ivird vermißt. Generalmajor Bade» Powell berichtet, daß die Eisenbahn zwischen Bnkalvayo und Mafeking wieder hergestellt ist und Vorräte in Mafeking eintreffen. Ueber den Einmarsch der britischen Truppen in Transvaal drahtet der Berichterstatter des„Standard" aus Taaibosch vom 26. Mai: Die Truppen unserer Vorhut betraten TranSvaal heute morgen 11 Uhr auf dem Wege über die Biljoensdrift. Eine Dnmde vorher fuhr ein Boerenzug über die Brücke, von der ein Bogen in die Luft gesprengt wurde. 30 Boerenplänkler, die zurückgeblieben waren, um zu plündern, feuerten aus einem Versteck hinter einigen Hänsern auf nnsre Truppen, aber unser Granatfener zwang sie zum schleunigen Liiickzug. Etiva 100 Boeren hatten eine Stellung in einem Kohlenbergwerk inne. Der Fluß wurde unter lauten HurraS von ComptonS Reitern und einer Compagme Deomanry überschritten. Die Tnippen verfolgten die Boeren. die mit genauer Not entkamen. Wie es scheint, erachtete General Botha die Vaallinie als unhaltbar, die großen Kanonen ivurden nach Pretoria geschafft. Gegenwärtig gedenke der Feind am Klipfluß und vor Johannesburg standzuhalten. Oberst Henrys berittene Jnfautcne besetzte Soniiabendmittag Verecniging. Dem„Moriiing Leader" zufolge sollen britische berittene Truppen bereits in Johannes- bürg fein. ' Ferner liegt folgendes Telegramm vor: London, 27. Mai. Die heutigen Blätter besprechen in längeren Artikeln die Thatsache. daß dos KriegSomt weitere 1 1 000 Mann U» t e r st ü tz u n g s t r u p p e n nach Südafrika entsendet. Sie verzeichnen das allgemein« Erstaunen, welches diese Meldung hier hervorgerufen hat. zumal seit den letzten Wochen täglich'von der immer mehr zunehnienden Unterwerfung der Böcrei, die Rede ist. Man kann sich schlecht erklären, weshalb augenblicklch, wo bereits 240 000 Mann englischer Truppen gegen 20 000 bis 30000 Boeren stehen,»och solche Verstarkuiifl nötig ist. Einige Blätter ziehen daran« den Schluß, daß der Widerstand der Boeren»och lange nicht gebrochen ist: andre dagegen drücken ihre feste Zuversicht anS. daß die Avant« garde Lord Roberts' Ende dieser Woche vor Johannesburg ein- treffen werde._ Trtzke Llttchvichtv« und Vepefchen. Tic belgischen Kammerwahlen. Brüffcl, 23. Mai.(Privatdcpesche des„Vorwärts". Die?ocia- listen haben je ein Mandat errungen in Antiverpen, Löwen, NivelleS, Gent. Tonrnai. SoignieS. Thuin, Nrnmir; je zwei in VervicrS und Huy, in Charleroi 5. in Lüttich und Brüssel er- hielten wir je 6, in MonS 3. Liberale sind im ganze» 33 und zwar meist Radikale gewählt, sodaim ein Daensist. Die Mandate der Klerikalen sind von 112 auf 85 gesinlken. Ein großer Stimmenzuwachs der Socialisten wird von überall gemeldet. (Vergleiche Politische Uebersicht.) Tie DrcyfuS-Assaire in der französischen TeputiertenTamincr. Paris, 28. Mai.(W. T. B.) Nachdem spricht W a l d e ck- Rousseau unter ungeheuerem Beifall der Linken und der Tribnue«. Die Deputierten der Linken stehen auf und beglückwünschen den Ministerpräsidenten: es werden Hochrufe auf daS Ministermm und die Republik ausgebracht. Der Präsident schließt deS TnnmltS wegen die Sitzung und läßt die Tribünen räumen. Skach Wieder» eröffuung der Sitzung nimmt Waldcck-Rousseau nochmals das Wort. Sodann wird die Diskussion geschloffen.(Vergl. Pol. Uebersicht.) Frankfurt a. M., 28. Mai.(B. H.) Nach einem Telegramm der.Franks. Ztg." aus München ist der Generalintendant der konig- lichen Hofninsik. Frhr. v. Perfall, um die«iithebiiiig von der Leitung der Akademie der Tonkünste eingekommen. Ursache sollen Ver- stimmungen über daS Kultusministerinm und die EiatSberatnng im Landtag sein... � Frankfurt a. M., 28. Mai.(©. H.) Die„Frkf. Ztg." meldet auS Amsterdam: Der zweiten Kammer wurden zlvei Entwürfe, betr. die Friedenskonferenz, unterbreitet. Die Anwendung der Genfer Konvention auf den Seekrieg(Artikel 10) wurde nur mit eiuer Stimme Mehrheir angeuomuien. Die Beftimmunge» über de» Landkrieg vom 28. Juli 1899 wurden nur von der Schweiz und von China nicht unterzeichnet. Wir», 28. Mai.ts.Fmilck" Aerlim NcksdlÄ Diciistlis, 29. Mai>999. Aus England. London, den 26. Mai. „Stupcnd" nennt ein Matt der Regierungspartei den Sieg, den gestern der Regicrnngskandidat bei der Nachwahl in S ii d- M a n ch e st e r erlangt hat. Mr. William Robert Peel, ein Enkel des berühmten Staatsmantis Robert Peel, ward in einem Wahl- kreis, der bis t89S stets liberal gewählt hatte nnd in jenem Jahre der liberalen Niederlagen von den Unionistcn mit der winzigen Mehr- bcit von 78 Stimmen gewonnen worden war, gestern mit 20M Stimmen Mehrheit gewählt, für hiesige Verhältnisse ein sehr großer Vorsprung. Von 8göö abgegebenen Stimmen erhielt Mr. Peel 2497. sein radikal- liberaler Gegenkandidat. Mr. L. Jon'eS, 3453 Stimmen. Das Resultat hat beide Parteien gleichmäßig überrascht. Wohl hatte eine Gruppe der Liberalen schon vor vierzehn Tagen angekündigt, sie werde gegen Mr. Jones stimmen, der ihr zu parteiisch für die Boercn sei. dafür hatten aber der Gcwerkschaftsrat von Manchester und die unabhängige Arbeiterpartei sich energisch für Jones ausgesprochen nnd viele Socialistcn und beliebte Arbeiterführer in' Versammlungen und - Flugblättern zur Wahl desselben aufgefordert. Und nun gingen, bei cmer Vermehrung der Wählerzahl um 850. zum großen' Teil Ar- beitcr, die Stimmen der Opposition um 921 gegen die vorige Wahl zurück, die der Regierung um 1040 aufwärts l' lieber den Sinn dieses Votums kann kein Zweifel sein. Es ist, wie das Schlagwort jetzt lautet: Ähaki: Soldatcnfarbe. d. h. U n t e r- st ii tz u n g der R e g i e r u g s p o l i t i k in S ü d- A f r i k a. Mr. Jones vertrat ein sehr vorgeschrittenes Programm Wirtschaft- licher und politischer Reformen— er hatte so ziemlich das ganze socialistische Aktionsprogramm acccpticrt. Aber er war gegen jede Beeinträchtigung der Unabhängigkeit der Boercnstaaten, wollte ihnen lediglich jene Forderungen auferlegt sehen, welche die englische Regierung im vorigen Jahr durch Sir Alfred Milner erhoben hatte, und das entschied gegen ihn. Mr. Peel . und seine Freunde stellten im ganzen Wahlkampf die Südafrika- Frage in den Vordergrund.„Steht in dieser KrisiS zur Regierung, steht zu unsrer tapferen Arniee, protestiert dagegen, daß was mit so vielen Opfern erkämpft wurde, durch eine schwächlich sentimentale Diplomatie preisgegeben werde"— das war ihre Wahlparole. Und die große Mehrheit der Wähler folgte ihr. In gleicher Weise hatten schön am Mittwoch die Wähler auf d c r I>i s e l Wi gh t eine erhöhte Mehrheit für de» RcgierungS- kandldaten abgegeben, obwohl dort der liberale Kandidat sich für weientlich schüchterne Maßregeln gegenüber den Boercnstaaten erklärt hatte, wie Mr. JoneS. .' Nach alledem ist cS außer Zlvcifel, daß wenn die Regierung j e tz t d a S Parlament auflöste und Neuwahlen ausschriebe, das Land eine konservativ-unionistische Mehrheit wählen und so ihr Mandat bis 1906 oder 1907 verlängern würde. Einige Regierungsblätter. darunter der„Standard", empfehlen beim auch diesen Schritt. Man müsse das Eisen schmieden, so lange eS warm sei, und eS nicht auf spätere Zufälligkeiten ankommen lassen, ob das Land einer so innerlich zerrütteten und zerfahrenen Regierung aus- geliefert werde, wie eine liberale Mehrheit sie zur Folge haben würde. Es Wäre für die auswärtige Politik von größtem. Wert, dem Ausland jede Illusion über die Möglichkeit eines in Bälde erfolgenden Rbgierungstvechsels zu nehmen. Diese Auffassung vertritt namentlich der„Standard", dem man Fühlung mit Lord Salisbnry nachsagt und der jedenfalls der aus- wärtigcn Politik seine besondere Aufmerksamkeit zuwendet. Andre Blätter der Regierungsparteien halten die Ausschreibung von Neu- Wahlen im jetzigen Moment für bedenklich, und zwar fürchten sie oder bchaupkcn sie zu fürchten, daß die liberale Partei bei ihnen nahezu völlig aufgerieben würde, was für das verfassinigsmäßige Leben des Landes eine große Gefahr bedeute und um jeden Preis vermieden werden müsse. Einige Blätter erklären sogar, ihre Freude über den Wahlsieg in Manchester wurde größer sein, ivcnn die Niederlage der Liberalen weniger groß gc- wesen wäre. Es wird nun abzuwarten fein, wofür die Regierung sich cnt- schließt und welche Rückwirkung die beiden Wahlen auf die Fraktionen innerhalb der liberalen Partei haben werden. Die Friedens- freunde waren gestern in größerer Zahl— gegen 500, darunter die Arbeiter-Abgcordncten Broadhnrst, Bnrt, Maddison usw.— unter dem Vorsitz von Leonard Eounney im Wcstminstcr Palast Hotel zusammen und stimmten dort einmütig für eine Resolution, welche den Gedankengang von ConrtnehS, die A n n c k t i o n als unklug u n d u n g'e r e ch t verurteilende Sendschreiben an Lord Salisbnry zusammenfaßt. Eine zivcitc Resolution fordert dringend die g r ö ß t in ö g l i ch e Schonung der n i ch t k ä m p f c n d c n Bevölkerung der Boercnstaaten und ihres EigentuinS und Abkürzung der k r i e g S r c ch t l i ch c n Verwaltung des besetzten Gebiets auf das möglichste Mindestmaß. Aus eltvas andrem Ton sprach dagegen der liberale Partei- führcr Asquith im Cityklub der Liberalen. Er erklärte zivar jede von dem Gefühl der Vcrgeltuugssucht diktierte Regelung der Dinge in Südafrika für einen Verstoß gegen die besten lieber- licfcrnngen britischer StaatSlnnst und alle von England vor und bei Beginn des Kriegs abgegebenen Erklärnngcn, führte aber zugleich ans,» England habe während dcS Kriegs so vieles erfahre», was ihm vorher nnbekännt gewesen. eS sei hinter so viel früher nicht einmal vermutete Gefahren für seine Besitzungen in Südafrika gekommen, daß es politische Blindheit hieße, im Liclite der besseren Information und im Angesicht des teuren. Preises, den Eng- land für feine Iliiwifsenheit und Indifferenz habe zahlen müssen. nicht für genügend starke Bürgschaften gegen spätere Friedens-. störnngen Vorkehrungen z» treffen. Der„Star", eines der wenigen Organe der Anncrionsgegiicr, bezeichnet diese Lcmcrkinig als„rätselhaft", nnd sicher läßt sie nicht klar erkennen, ob Mr. Asgnith für oder gegen die Annexion ist. Ob den Boercn ihre nationale Unabhängigkeit aus Nachsucht oder aus Vorsicht genommen wird, wird ihnen ziemlich gleichgültig sein. Mr. ASquith wollte die Schwierigkeit umgehen, indem er es für verfrüht erklärte, solche Worte wie Annexion zu gebrauchen. Wenn die Zeit der Entscheidung gckoiuinen. werde man die faktischen Vor- schläge zu beurteilen' und nach ihnen die Bezeichnung für die Sache zu wählen haben. Nichts kennzeichnet die verzwickte Situation der liberalen Führerschaft mehr als diese Verlegenheitsivcndungen eines Mannes, der zu ihren ivenigst beugsamen Mitgliedern gehört. Zu den unvermuteten Offenbarungen, auf welche Mr. Asquith anspielt, gehören wahrscheinlich die Enthüllungen, welche die „Times"' am Donnerstag in einer langen Korrespondenz aus Bloemfontain veröffentlicht haben.. Sie betreffen eine g e- Heime Konferenz von Freistaat- und Transvaal-Bvcren, die im»Jahre 1887 im Hause Krögers stattgefunden habe» soll, und deren Protokoll- der Gewährsmemn der„Times" in Bloemfontein änfgefnnden haben will. Danach hätten Krüger, WillmaranS n. a Rehen geführt, die ganz deutlich die bestimmte Absicht erkenncr, lassen,'bei der ersten passenden Gelegenheit gegen England vor� zugchen.„Ihr kennt unjre geheime Politik."„Wartet noch ein paar Jähre."„Die Befreiung ist nahe."„Keine Eisenbahn-Union mit der Kapkolonie. Wir sind nicht gegen die Holländer in der Kapkolonie Die Zeit wird zeigen, was wir hinsichtlich ihrer zu thun wünschen Vorläufig aber müssen wir sie ans nnscrn Bund lassen." TaS klingt in den Ohren von Engländern verräterisch genug wenngleich man niemand Wünsche nnd Absichten verwehreji kann Aber die erste Frage ist natürlich, ob daS Protokoll echt ist. lln- willkürlich wird man, wenn man die Korrespondenz liest, daran ep» innert, wie die„Tinies" etwa um dieselbe Zeit, wo jene geheime Äonfcrcnz stattgefunden haben soll, ans die Enthüllungen dcS Dr. Pähgot über die Verbindung ParnellS mit den Mördern von Phönix-Park hineinfiel._ »villernngSübcrslcht vom 28. Mai 1900, uiorgeiiS 8 llbr. o E j ä c: ä W-tter 7«2!NNW 7K!» NW 7K0S5O 77V.Still »S 1" äa 1 Regen tzhlb.bcd Zwotkig — �wollcnl 1l 13 12 11 Bseitcr>Pr»istl>>ir für Dieüstag, den 29. Mai Mäinilsr, zunächst zieiulicli heiler bei maßigeii siidlichen M zunehiunlde Bewölkung nnd etwas Neigimg zu Gewittern. Berliner W e t l e r b u r c ci n. 1900. in den; nachhet KtnttMsse d.Tapemrer. Todes-Anzeige. Donnerstag, den 24. Mai er., starb inffer Mitglied 1270b Theodor Konto. Die Beerdigung findet Dienstag. de» 29. Mai, von der Leichenhalle des Zwölf Apostel-Kirchhofs, Schöncbcrg, Eberstraste, aus statt. Ctiltriil-Berbaitll öcr Maurer MMlaniis Filiale Berlin I(Putzer». Den Mitgliedern zur Kenn Ulis, dast unlcr Miiglied Jnl. Dietrich nach langem Krankeulager am 27. Mai verstorben ist. Die Beerdigung findet am Tunnerstag, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle der Zions- gemeinde in plicdcr-Zchöubauieii statt. , Die Mitglieder sowie die Mitglieder des Gesangvereins werden ersucht recht zahlreich zu erscheinen. Tie örtliche Verwaltung. I. A.: Frz. Schul z. Vtts-Kraiikeiililisse der Maler. Am Sonnabend, den 26. Mai 1900, abends Sl/2 Uhr, verstarb nach längeren schweren Leiden unicr langjähriger Vorsitzender RieM SeWer. t265b Ter Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. (Zahlstelle II erlin.) Mittwoch, de» 30. Mai, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppcn- strastc 30 Creneral- Versaiiiiiiluiig. TageS-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht des Vorstands und des ArbcitSverniitilers. 3. Wahl des Ausschusses. 4. Wahl eines SchriftflistrerS. 5. Bericht vom Vcrdandstag.»r Antrag aus Anstellung eines Beamte». 7. Aulrag ans Anstellung des Ganvorstehers. 8. Berbaiidsangclcfteiibcitcn. Tie Mitglieder werden criuch«, zahlreich und piinlttich zu erscheinen. Eintritt nnr mit Mitgliedsbuch. 8g/lS Nie OrtwerHvnltnnx. X.B. Die Mitglieder der OrtSvertvaltiing werden ersucht um V/, llhr im Lokal anwesend zu sein._ Parkeioilenleier. A«»»«»«! Heute, Tienstag, dc» d. M., nachmittags Ä' s llhr, im„Gewerkschaftshanse", Engel-Ufcr 1ö, Saal 1, HT" DersÄiNttrlung."HW Berichterstattung der Komnnision über die Verhandlungen niit den Fabritantcn und Verschiedenes. Mtlttlg! Achtung! Drutschkr Tienstag, den 29. Mai, abends 8 Uhr, i»i Lokal des Herrn Thoniat«, Herniannftr. 48/50 Ba ut Iscli ler-Versa ininlis ii Bortrag des Kollegen Hntthe«. N.B. Die Berlrauensmänncr-Sitzung sällt aus. 89/16 _ Die Ortwvef naltnng. Dem Fachverein der. Bäcker herz- lichen Dank für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines braven Mannes, sowie sür die Kranzspenden. 1268b Wwe Sophie Gieracli. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tecknabmc bei der Beerdigung meines lievc» Mannes, des Zimmerers Brust Scliulz, sage hiermit allen Frcnndcn, Vcr- wandten»nd Bekannten, sowie dem Verband der Zimmerer und dein Wahlverein des 6. Wahlkreises meinen herzlichen Dank. I27öb Wwe. Emina Schulz. Für die Teilnahme bei der Be- erdigung unfrei; lieben Mutter, der Witwe lüinllie Schneider, sagen wir aus diesem Wege unjern ergebensten und besten Dank. 12l4b Die Hinierbliebcneu. Kranzbinderei n. Itliiiuen- handlnng von[4084Ü* Bobert Meyer, Xo.2. marlanacaotr. Xo. 16. Widmiings-Kräiize, Gnirlanden, Ball- ftränstcheii, Boiiqnets ic. werden sehr geschmackvoll und preiswert geliefert Droschkenkutscher. Oeffientl. yersammlung am Mittwoch, den 30. Mai, abends 0 Uhr, in der „Norddeutschen Brauerei", Chansscestr. T a g c s- O r d n n n g: 1. Vortrag dcS Genossen Tupont über:„Zweck und Nutzen der Gewerkschastsorganisatioiu'. 2.„Wie stellen sich die Kollegen zur Absckiafiuiig des weistcn und zur Wicdcreinsührnug des schwarzen Hutes für sämtliche Droschkenlutscher'?" 3. Verschiedenes. 12g2b Uni zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht va-i XslltatloaKhaaiitee. NATURLICH KOHLENSAURES MINERALWASSER. Versandt im Jahre 1883 12,T20,000 Gefässe 1899... 25,720,000„ t(Se5n angenehmer Geschmack und sein hoher Gehalt an reiner Kohlensäure, zeichnen es vor den andern ähnlichen Mineral-Wassern vortheiihaft aus." Geh. Med.•Rath Prof. Dr. Yirchow, Berlin. Verein der Polsterer\\ü lefornttiire. Mittwoch, den 30. Mai, abends S1/, Uhr, bei Haster, Jnselstraste 10:. Mihlltbtt-VersilMlllslS. 1. Berichterstattung vom Koiigrcst. 2. Diskussion. 3. Verschiedeiics. Gäste willlommeii. l267b Allittllig! Mtmig! S5 Gemäß dem Beschluß der ösfentlichen Versammlung vom 8. April bei Dräsel, Reue Friedrichstr. 35, veröffentlichen wir dieiciiigen, dem„Verein der Braiiereien Berlins und Umgegend" nicht aligehörigen Brauereien, welche die Forderniigeii der Fiinfrr-Sonimiiiion nicht anerkannt haben: Müuchener Brauhaus, Berlin: Brauerei Pichelsdorf:.«aiser-Branerei. Char- lottenburg; Stadtbrancrei stl. Lorch, Belfortcrstraste: Pilseucr Brauhaus. Veteraneustraste! Brauerei Gudcrs, Weitzensce? Brauerei Kiutz u. Comp., Akt.-Gesellsch. 1222b! Ilie Hünl'er- I4«a>i»iss»«i>. I. A.: L. Hodapp, ffleitzeufee, Wörtystr. 13. IHosell, Anzöge, Paletots! vorjährige Älkasibcstelluiigeu. Illill'te livsteapreis. Etzgel, Herreilbekieiduug, 4701L' Tfäazslrasse SS, part. irÄKIiiziigc!!< von einer Lieferung zurück- 1' geblieben:.Hälfte Roste»-' preis. I. ad, viz- Hasel, f .Herrcnbckicid., Brunne»-, straffe 00. s47(13L> Redactenr- Gesuch. Zur Leitung dcS politischen Teils der„Münchcuer Post" wird ein wissenschaftlich gebildeter und journalistisch befähigter Redacteur per 1. Juli gesucht. Mit den bayrischen Verhältnissen betraute Bewerber werden bc- vorzngt. Offerten au»ano»lluslmoior, Mnuchen, Baycrstr. 93,94. f» kaelivere!» äer Ailusikinslrumevlen-�rdeiler Mick 8sruk,gonosson Norlln» Mick Umgegonck. Mittwoch, de» 30. Mai, abends«>/. llhr, bei-Herr««iraamaan, Siaunynftr. S7 öelegi erten-V ersaininliing. TageS-Ordliung: I„Tic jetzige Situation in unsrcm Beruf". 2. Diskussion. 3. Werk- statt-Angelcgenheitcn. 141/19 Jeder einzelne Delegierte wird hierdurch aufgefordert, w dieicr Versammlung zu erscheinen. Stf' Bitte dieses zu beachten._ g Schmerzlos« Zahnziehen ohne Narkose- Jpcler Versuch 1 Orisrinal-Dankschreiben höchster oefriedigrt sicher I Herrschaften zur Einsicht. Special.: Plattenloser Zahnersatz. Absolut festsitzend, vorzögl. beim Sprechen, Singen etc. Plomben, Nervtöten, Reinigen etc. ßprechst; 9— 6(Fernsprecher) Sonntag: 9— 12 a Brückenstr.pb.l. I aid.Jannowitebnlcke'rl + Haut- und Harnleiden' heilt + 39662* E. 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Di« Werkstatt ist folgedcssen bis auf weiteres, gesperrt. 88/1» 0!« OrtevvrvaltuNy Obarlottsvdurg Utchsler! Bei der Firma Veeltie.It««-, Rittcrftrastr 18. haben 15 Kollege» wegen Dlsscrenzen die Arbeit nieder- gelegt. 89/3 Die Lrtsverwaltuug. Berantwottlichcr Redakteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil6icu Gasanstalten gespeisten GaS- Messer liclriig am 1. Mai 1808 ca. 115 000 Stück und erböhtc sich bis zum 1. Mai 1900 auf ca. 140 000. Da jeder der besteheudeu NcvisiouSim'pcklioncu nunmehr die Aufsicht über ungefähr 10 000 Gas- Messer zusteht, während mir die Zahl von 6000 angemcsicn erscheint. bat die städtische GaSdcpntation in ihrer gestern unter Vorsijj des Stadtrats Nnmölau abgehaltenen Sitzung beschlossen, den Gemeinde- bchvrden zu empfehlen, die Zahl der Olevisionsiuspeltioiieii, welche vis jetzt 18 betrug, um 6 zu vennehren und den Termin hierfür niöglichst zum 1. Januar 1001 festzustellen.— Betreffs der Gas- a u t o n, a t e n wurde berichtet, daß die Versuche noch nicht. Klar.-„Nordpol". Schulstr. 116, Hanftottcr.-„Veilchenblau", WmS- _______________________ I'Uj.—„«ütlUM'-VUUli. Krabbeuböft.-„Seegras", Licgnitzcrslr. 18, Manegold.-„Fclieiifesr. Dunckerstr. 2, Kurze.-„Volldamps", Zonidorserstr. 8, Schulz.-...Lusttge Brüder", Wciftcnsee, Charlottenburgerstr.91, Helmke.—„Fidele Bruder U. Graudeuzerstr. 2, Drckoll.-„Einigkeit IV". Post-Aasthof, Ne»-Zlttau.. Gesang-, Turn»nd gesellige Bereine. Dienstag: Gezangverein „Maiglöckchen Nord", Ramlow, Schönhauser Allee.- Neuer Verl, o-chachklub Stralauerstr. 3-6.- Mlisikvcrciii„Fnsch-Aus", Lehmami, Zleicheuberger- strafte 19.— Gesangverein„Jhnschcr Humor", Krumrey, Landsberger Platz o. - Theatcrvereiu„Othello I", Nowack, Mantcuffelstr. 9.-„Landsm. Bereut v. Plauen i. V. u. Unig. zu Berlin", M. Köhler, Alte Jakobstr. 83. Arbeiter- Schwiiilincrblind. Anfragen au E. Brätle,«chmstr. 24. Dienstag: Schwimmklub„Vorwärts", abends 7 Uhr Volks-Badeanstalt Schillingsbrücke.— Schwimmklub„Neptun"(Wciftensee), abends 7 Uhr Volks-Badcanstalt Moabit, Turmstr. 85a. Arbeiter-Diirncrbund. Dienstag: Tnrnv.„Fichte", VerltN, abds. 8-19 Uhr: 2. Männerabt.: Skalitzerstr. 55/56; 4. Männcrabt.: Moabit, Siemensstr. 29; 5. Männerabt.: Ackerstr. 67; 6. Männerabt.: Stallschreiber- strafte 54; 1. Lehrlingsabt.: Fricdcnstr. 37; 3. Lehrlingsabt.: Boeckh- strafte 17/29; 6. Lehrlingsabt.: Reichenbergerstr. 67/79; 1. Damen- abtelluiig-.Piarianuenufer la.— Tnrnv.„Eiche", Köpenick. Mänuer-u Jugend- ablcilmig: Klcin's Hotel(Wilhelmsplay), abds. Uhr: llcbungsst. -„Freie Tnnicrschaft Rirdors- Britz". Betbge. Britz, Chausieestr. 39. d-/z biS 8»/, Uhr: 2. Schülemmen-Abteilung, 3*/- bis 19*/- Uhr: L. Frauen- Abteilimg.—„Turnerschaft d. V. Nereus"(gegründet 1882), Männerabt., Reichenbergerstr. 131/132, abds. 8-19 Uhr., Dauienabt. Manteuffelstr. 7, abds. 8-19 Uhr.- Tuniv.„Froh nnd Frei", Graft- Lichterfelde, Paget, Ehansseeflr. 194, abends 8'/. bis Wl/z Uhr.-„Freie Turnerschast" m Friednchsselde, abends 8l/z-'l0»/z Uhr, bei Bube. Prinzeii-Allee 39. Arbeitcr-Stenographeuvcrcine.„Stolze"(Eiuigiuigssystctti), Luisen- städtisches Klubhaus, Anuenstr. 16, abends 80, Uhr. VevmisÄzkes- 3(u5 Könitz. Die Leichenreste dcS ermordeten Gymnasiasten Winter find Sonntag beerdigt worden. Nach den amtlichen Meldungen über die Bestattung ist der Vorgang ohne Nnhestörimg verlaufen. Bis 3.'t10 Uhr war als einzige OrdniiiigSwidrigkeit das Einwerfen einer Fensterscheibe zu verzeichnen. Der Thäter wurde sofort verhaftet. Der Sarg mit den irdischen Resten des jungen Winter lvar am Sonnabendabend vom Hanse des Möbelhändlers Wiwjorra, wo die Einsargung vorgenommen worden war, nach der Hospitalkirche übergeführt und dort ausgebohrt worden. Die Beerdigung ging unter der Teilnahme von 2000 Personen trotz großer Heimlichkeit der Vorbereitungen vor sich. 3** � ch l o ch a u, C z e r k s und P r e ch 1 a n haben Sonntag Ruhestörungen statt- gesunden, so dast die Gendarmerie abends dorthin beordert wurde. In Könitz selbst kam es gestern abend noch vor dem Lcwyschen HanS zu Ansammlungen, die bald zerstreut wurden. UiigkiickSfnll ans dem Exerzierplatz. Ein schlverer Unglücks- fall ereignete sich, wie ans Lübbe« berichtet wird, bei den Uebmigen dcS vierten Dragoncr-IlegimcntZ auf dem H u in n e l c r Exerzierplatz. Infolge eines noch ulinufgeklärten Irrtums gerieten die Spitzen der ersten und der vierten Schwadron in heftiger Attacke zusammen, sodatz ein fast unentwirrbarer Knäuel von gestürzten Reitern und Pferden entstand. Ritlincister von GerSdorf erlitt bedeutende Kopfverletzungen, Lieutenant und RegimentSadjutant von Reinersdorf ebenfalls Kopfverletznngen und Qnetschniigen deS Körpers. Einem Dragoner wurde das linke Schlüsselbein ge- brocheu. Die Verletzungen der übrigen Mannschaften sind nur un- erheblich, ein Pferd blieb tot, mehrere wurden verletzt. Bcrnsteinfnnd. Einen kostbaren Fund machte, dem„Ges." zufolge, der Käthner Jarczembick ans Hulta. Beim Graben eines Brunnens fand er in einer Tiefe von zwei Metern ein Stück Bern- stein im Gewicht von annähernd zwei Pfund, welches nach dem Gutachten von Sachverständigen einen Wert von 500 M. hat. Eine schreckliche Eisenbahn- Katastrophe hat sich auf der S a m a r a- S l a t o ii s k- B a h n ereignet. Der aus 33 Waggons bestehende Zug Nr. 2 ist nachts zwischen den Stationen Najenka und Szafranowo entgleist. 22 Personen verloren dabei daZ Leben. 8 sind schwer, 18 leichter verletzt. Die Lokomolive und 15 Waggons sind zertrümmert. Die Entgleisinig erfolgte durch Legung von Schwellen ans die Schienen von ruchloser Hand. Explosion einer Pnlvcrfabri?. AuS M o d c n a, 26. Mai. wird telegraphiert: Zwischen Spilambcrto und Vignola flog heute eine Pulverfabrik in die Luft. Drei Personen wurden getötet, zwei schwer verletzt._ Marktpreise von Berlin am 26. Mai litvv nach Ermiitlinigeu des tgl. Polizeipräsidiums "Weizen, gut D.-Clr. mittel Kattosseln, neue, D-Ctr. Rindsttztsch, Keule 1 llz do. Bauch„ Schweiiicsieisch Kalbsieisch Hammelsteisch„ Viitter Eier Karpfen Aale Zander Heckue Barsche Schleie Bleie Krebse «9 Slsick US per Schock 8- 1 69 l,L0 1,69 1.69 1.69 2.69 329 2.29 2M 2.69 2,49 1,89 3.- 1,40 18.- 6.- 1 20 l- 1,10 l 1 ,- 2- 220 1,20 1,40 >.- 1,20 9.89 1,40 9,89 2.50 gering stRoggcn, gut miticl gering st) Geist-, gut mittel gering i) Hafer, gm „ mittel gering Rickilstroh Heu Erbsen Speiscbohneu in eu ') ab Bahn. «*) frei Wagen oder ab Bahn. st) ab Bahn nnd frei Wagen. Broduktenmarkt vom 28. Mai. Die Gnindstinimung auf de» Getreide markt blieb fest. doch kam dies bei der fehlenden Unter- nehuiungslust seitens der Rehmer in der Preisgestaltung kaum zum AuS- druck. Am Frnhmarkt zeigte sich eiiiigeS Interesse für effektive Ware. Offerten waren vom Inland vorhanden, Ruftlaud lcheint sich einigcnuaften zurückzuhalten. Mittags fetzten Liesenmgen gut behauptet ein und zwar unter dem Einfluft der Marktberichte Oestreich-Ungarns, wo der verhältinZ- möftig gimstige Saatenstandöbericht noch keincii nennenswerten Preisrückgang vcranlaftt bar Auch der Saateiistand in Frankreich ist laut amtlichem Be- Acht eigentlich bc»er, als mau erwartet hatte, aber auch dieser Umstand blieb bei uns vor der Hand unbeachtet. Tie Meldungen der ausländiichen Plätze boten keinerlei Änrcgmig. Amerika kam unverändert, Pest nur 2 biS Kr. schwacher. Im wetteren Verlause schlugen die Weizeupreise eine rück- gängige Bewegung ein, während Roggen aus den bekaiiiiten Gründen fest blieb. Mehl war eher eine Kleinigkeit Höher gehalten. Am Hafermarkt war inländische Ware fest, russische etwas billiger. Mais lag beyauplct. Rüböl auj Realisation matt.—Spiritus loco unverändert 49.89. Briefkasten der Redaktion. Montag. Dienstag und Tie jurislischc Sprechstunde findet Freitag von 7—9»hr abends statt. C. St. 37. Seitliche Hornhauiflcckc rechts. Stark verringerte Sehschärfe. Körpcrschwäche durch zurückgebliebene Entwickelung. Es i>t nicht wabricheinlich, daft Sie noch dienen müssen; immerhw nicht ganz aus- geschlossen. C. L. Sehschärfe normal. Einzelne Kraiupfadcm ohne Knoten. M. 2,. Rixdorf. Oberflächliche Narben aur Kopf. Sehschärfe normal. Grabowsce. I. Ja. 2. Unverständlich. 3. Eine Klage wäre erfolglos Veranlwottlicher Redacleur: Paul John in Berlin. Für ven Inseratenteil verantwortlich: TV. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin.