Verlag: Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite llnmhe in tieiiKdien Betrieb Wiedererwachendes Selbstbewußtsein der Arbeiter Np.175 SONNTAG, 18. Oktober i936 Aus dem Inhalt: Hitler und die Wirtschaffeführer Gördeler gegen Schacht Der kalte Putsch in Danzig Arbeitsbuch und Kriegswirtschaft Dte Dentschlandberichte des Vorstands der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands veröffentlichen eine Zusammenstellung über Widerstandsregungen in deutschen Betrieben. Diese in den letzten drei Monaten eingelaufenen Berichte sind nach verschiedenen Richtungen bemerkenswert: 1. Die Zahl der Fälle, in denen über Widerstandsregungen der Arbeiterschaft berichtet wird, hat sich wesentlich vermehrt. 2. Die Facharbeiter gewinnen in den Industrien, in denen Mangel an Facharbeitern herrscht, immer mehr an Selbstbewußtsein. 3. Es werden Fälle berichtet, in denen die Arbeiter eine starke Solidarität unter Beweis gestellt haben, gelegentlich sogar unter Einschluß der»alten Kämpfer«. 4. Das Ansehen der früheren Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsratsmitglieder hat sich sowohl bei den Arbeitern als auch bei den Betriebsleitungen weiter gehoben. Es ist bemerkenswert, daß die Vertreter des Systems es für nötig halten, den Arbeitern bei jeder Gelegenheit auseinanderzusetzen, warum vorläufig nicht an Lohnerhöhungen zu denken ist. Wir veröffentlichen ans diesen Berichten den folgenden Auszug:. Nordwestdcutschland Die... Werke sind ein Reichswehrbetrieb. Als Be triebst Uhrer fungiert ein Offizier. Er erscheint Jeden Morgen im Betriebe und inspiziert alle Abteilungen. Dabei wird er von den Ingenieuren und Meistern in militärischer Haltung, begrüßt, während sich die Arbeiter um seine Anwesenheit nicht kümmern. Ingenieure und Meister sind angewiesen, alles aus dem Betriebe herauszuholen, was herauszuholen ist. Es herrscht daher ein Antreibersystem schlimmster Art. Höhere Leistungen werden durch Akkordverschlechterungen erpreßt, die von den Abteilungsleitern(Ingenieuren) auf Anordnung durch Anschlag bekanntgemacht werden. Manchmal gelingt es, durch Obstruktion einer ganzen Abteilung eine solche Verschlechterung für einige Zeit abzuwehren. Eine scharfe Zuspitzimg erfuhr ein solcher Konflikt vor einigen Wochen In einer Handgranatenabteilung, In der etwa 100 Mann eine solche Verschlechterung einmütig ablehnten. In den letzten Monaten war der Akkord dreimal verschlechtert worden. Als man Jetzt abermals durch Anschlag bekannt gab, daß in Zukunft pro Stunde soundsovlele Werkstücke abgeliefert werden müßten— fast die doppelte Zahl wie vor einem halben Jahr— arbeitete die Abteilung unbekümmert um diese Anordnung In dem bisherigen Tempo weiter. Am nächsten Tage erschien abermals ein Anschlag, in dem Jedem, der die gewünschte Zahl nicht abliefere, mit E n t- lassung gedroht. Wieder kümmert man sich nicht darum. Nach ein paar Tagen wurde bekanntgemacht, daß Jeder, der sich nicht nach dieser Anordnung richte, verhaftet würde wegen Sabotage. Als auch diese Anordnung nichts nützte, verhaftete man einen »alten Kämpfer« als Rädelsführer, man tat den anderen nichts, sondern vorläufig wurde die Anordnung zurückgenommen, bis sie in einiger Zeit wieder erlassen wird. Der Verhaftete hatte sich sehr mannhaft benommen. Er meinte, daß er als alter Pg. und SA-Mann sich das erlauben könne. Dem Ingenieur hatte er gesagt, er hätte zu dem ganzen»Mist« keine Lust mehr usw. Selbst die Gauleitung, an die er sich dann wandte, konnte nichts für ihn tun. Derselbe SA-Mann hatte im letzten Winter auf alle ihm erreichbaren Handgranaten eines Tages mit Kreide»WHW« (Winterhilfswerk) geschrieben. Es war große Aufregung im Betriebe, Gestapo erschien, aber bei der Solidarität der Kollegen erreichte sie nichts, obwohl allgemein bekannt war, daß der SA-Mann der Täter war. Daß»aite Kämpfer« bei solchen Konflikten in den Vordergrund treten, ergibt sich aus der Taktik unserer Genossen, die es verstehen, diese Leute vorzuschicken. * Die Facharbeiter in der Rüstungsabteilung der Hanomag(Hannov.) verdienten bis in die letzte Zeit 60 bis 70 Mark die Woche im Akkord. Jetzt hat man die Akkordsätze wesentlich abgebaut, so daß man bei der gleichen Arbeitsleistung kaum Uber den Stundenlohnsatz (6 2 Pf.) hinauskommen kann. Vertreter der Betriebsleitung haben auch erklärt, daß praktisch zum Stundenlohnsatz die Akkordleistungen geschafft werden müßten, Der Völkerbund hat Polen beauftragt, über die Innehaltung der Völkerbundsgarantie für die Danziger Verfassung zu sorgen. Der Danziger Senat setzt unbekümmert um die Völkerbundsgarantie die völlige Gleichschaltung Danzigs fort. Eines seiner nächsten Ziele ist das Verbot der sozialdemokratischen Partei. Um diesem Verbot einen äußerlich legalen Anlaß geben zu können, ist eine plumpe Polizeiaktion veranstaltet worden, die sich der schmutzigsten und abgedroschensten Lockspitzelmethoden bedient hat. Wir erfahren darüber das folgende: »Die Aktionen der Polizei, die am Sonnabend, dem 3. Oktober, einsetzten, dürften das Verbot der sozialdemokratischen Partei der Freien Stadt Danzig zum Ziel haben. Es befinden sich bis auf wenige Ausnahmen noch die 7A Teilnehmer an der Landkonferenz der SPD seit Sonntag, den 4. Oktober, in Haft. Ferner waren wegen angeblich unbefugten Waffenbesitzes verhaftet worden der Parteisekretär Johannes Mau, der Vorsitzende der Sozialistischen Arbeiterjugend Danzig-Stadt, Paul Rathmann, der Geschäftsführer der Danziger Volksstimme, Anton Fok- k e n, der Prokurist der Danziger Volksstimme, Willi Kunze, der verantwortliche Redakteur d e r D. V., Franz Adomat, der Expedient der D. V., Erich L e s c h n e r, der Buchdruckermeister der D. V., Emil Marquardt, femer der Volkstagsabgeordnete Wilhelm Godau und die beiden Landfunktionäre und Arbeiter Johannes Kindler und Willi Hoppe. Die Waffen, es handelt sich im wesentlichen um Revolver, Säbel, eine Maschinenpistole usw. sollten von der Polizei in den Geschäftsräumen der Partei, bezw. der Danziger Volksstimme, bei den vier letztgenannten in den Privatwohnungen gefunden worden sein. Selbstverständlich sind diese Angaben völlig unglaubhaft. Durch wiederholte Parteibeschlüsse war festgelegt worden, daß niemand, weder ein Mitglied noch gar ein führender Sozialdemokrat sich im Besitz von Waffen befinden dürfte. Diese Anweisungen der Partei sind stets strengstens befolgt worden. Das war schon deshalb weil der Staat nicht mehr bezahlen könne. Die Arbeiter jedoch gaben sich damit nicht zufrieden, sondern ließen die Leistungen ebenfalls zurückgehen. Die Betriebsführung bezeichnete das als Sabotage und setzte schließlich andere Arbeiter, und zwar vorwiegend SA-Leute, an die Plätze dieser Abteilung. Aber das Unerwartete geschah: Auch die SA-Leute legten kein schnelleres Tempo an den Tag, so daß das Ergebnis dasselbe blieb. Daraufhin hat ein Obermeister einen SA-Mann als Rädelsführer entlassen. Der Mann, ein»alter Kämpfer«, beschwerte sich und erreichte auch seine Wiedereinstellung. Alte Gewerkschafter versicherten, im Laufe der Zeit würde man also auch noch den SA-Leuten ein Solidaritätsgefühl mit ihren Arbeitskollegen beibringen können. * In einer Ziegelei wird den Arbeitern bei der schweren Arbeit ein Stundenlohn von 46 Pf. gezahlt. Der Betrieb kann die Masse der Aufträge kaum bewältigen. Es kommt vor, daß die Steine noch warm an die Baustellen geliefert werden. Schließlich haben die Arbeiter erklärt, streiken zu wol- 1 e n, wenn ihnen nicht wenigstens der Lohnsatz für Notstandsarbeiten, also 52 Pf. pro Stunde, bezahlt würde. Diese Streikankündigung war der letzte Ausweg, nachdem alle Bemühungen beim Arbeltgeber, bei der Arbeitsfront und bei der Partei, ergebnislos verlaufen waren. Darauf wurde vom Arbeitgeber wie auch von der Arbeitsfront angedroht, im Falle eines Streiks würde man sie'alle ins Konzentrationslager sperren. Dennoch legten schließlich 30 Arbeiter die Arbeit nieder und streikten eine Woche hindurch. Ein Teil der Arbeiter erhielt in der Zwischenzeit eine andere, etwas besser bezahlte Arbeit. Der Rest der Streikenden nahm nach einer Woche die Arbelt zum alten Lohn wieder auf. Der Arbeitgeber erklärt, bei den Aufträgen, die Teile von staatlichen Aufträgen ausmachen, keine höheren Löhne bezahlen zu können. Die streikenden Arbeiter, die weder Unterstützung noch Hilfe von der Ar- Her kalte Putsdi in Danzig Stückweise Zerreßiung der Verfassung— Und der Völkerbund? notwendig, weil nach einer in Danzig bestehenden Verordnung ein Verein aufgelöst werden kann, wenn drei seiner Vorstandsmitglieder oder drei Mitglieder mit Wissen des Vorstandes Waffen besitzen. Die Haussuchungen sind zum Te|I nicht in Gegenwart der Betroffenen oder seiner Familienmitglieder ohne Zeugen durchgeführt worden. Ein charakteristischer Fall ist der Fall des Abgeordneten Brill, des Vorsitzenden der Partei, in dessen Wohnung während seiner Abwesenheit und nachdem man die Wirtsleute aus dem Zimmer gewlesen hatte, Waffen gefunden wurden. Ebenfalls in A b- Wesenheit des Betreffenden wurden bei einer Haussuchung, die ohne Zeugen vor sich ging, in der Wohnung des Buchdruckers Paul Neumann, der Mitglied des Landesvorstandes der Partei ist, Waffen gefunden. Bei dem Redakteur Erich Brost, ebenfalls Mitglied des Landesvorstandes, hat man ebenfalls Haussuchung gemacht, ohne etwas zu finden, femer in seinem Redaktionszimmer in seiner Abwesenheit. Ueber das Ergebnis ist in der Presse nichts mitgeteilt worden. Jedoch wird in der nationall izialisti- schen Presse erklärt, daß man nach Brill, N e u m a n n und Brost fahnde, und daß alle drei geflüchtet seien. Mit Ausnahme dieser drei wurde gegen die anderen, namentlich Genannten am Donners- dem 8. Oktober, ein Schnellgerichtsverfahren durchgeführt, wobei, trotzdem man von massenhaften Waffenfunden sprach, und auch Photographien eine« angeblich bei der SPD. gefundenen Waffenlagers veröffentlicht hatte, folgende Urteile gesprochen hat: Mau 500 Gulden, Focken 1000 Gulden, Kindler 50 Gulden, Hoppe 50 Gulden Geldstrafe, Godau einen Monat Gefängnis. Alle übrigen wurden freigesprochen. Aus der Haft entlassen wurden nur Mau und Kunze, die übrigen befinden sich in Schutzhaft. Es wird ferner behauptet, daß gegen einige nicht genannte Sozialdemokraten noch Verfahren wegen Spreng- stoffbesitzea durchgeführt werden sollen. Man will auch bei bisher nicht Genannten angeblich in den Geschäftsräumen der Volksstimme Eierhandgranaten, Tränengas und Sprengstoff gefunden haben. Noch während der letzten Tage vor den angeblichen Waffenfunden sind wiederholt im Parteibüro und häufiger in den Räumen der Volksstimme eingehende Haussuchungen von der Polizei durchgeführt worden, ohne daß auch nur das geringste gefunden wurde. Es wäre Ja auch Wahnsinn gewesen, in diesen Ränmen, die ständig von Haussuchungen bedroht waren, irgendwelche Waffen aufzubewahren. Ebenso sind auch die leitenden Funktionäre ständig von Haussuchungen bedroht worden und mußten damit rechnen. Die Aktionen gegen die Partei dürften weitergehen. Die Begleitmusik bilden zahlreiche Terrorakte auf dem flachen Lande, so hat man in dem Dorf Gottswalde, Danziger Niederung, mehrere Arbeiterwohnungen demoliert.' Die Danziger Bevölkerung ist sehr aufgeregt, man erwartet allgemein eine völlige Gleichschaltung. Gegen das Zentrum hat man bisher nichts unternommen. Den Vorsitzenden der deutschnationalen Volkspartei, Rechtsanwalt Weise, wurden sämtliche Anwaltsakten beschlagnahmt. Die Abberufung des Hohen Kommissars Lester, der das Vertrauen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung besaß, hat stark deprimiert. Haussuchungen wurden noch vorgenommen bei den Abgeordneten Weber, Moritz, Schmidt, Gertrud Müller, die nach kurzer Verhaftung wieder freigelassen wurde, Töpfer, dem ehemaligen Vorsitzenden des verbotenen Allgemeinen Arbeiterverbandes und dem Redakteur Thomat, Vorsitzenden der Arbeitersportler. Das Parteibüro ist noch immer polizeilich versiegelt. Die drei verfassungstreuen Parteien, Sozialdemokratie, Zentrum und Deutschnationale, arbeiten weiter in EUnmütigkeit zusammen.« . t'••''' Der Bericht läßt erkennen, daß in der Praxis in Danzig die Verfassung bereits durch die Methoden des Dritten Reiches ersetzt worden ist, und daß es sich für den Völkerbund darum handelt, die Verfassung wieder herzustellen. beitsfront erhielten, mußten, wenn sie ihre Grenzen des Systems Familie nicht verhungern lassen wollten, nach einer Woche die Arbeit wieder aufnehmen. Krise der Methode Schacht. Das braune System steht an einem das Verfahren ein, er bezeichnete diese Do-| schränkungen unterworfen, auf der anderen kumente als bloße Gedankengebäude, die den Seite gab es eine beinahe grenzenlose FreiTatbestand des versuchten Hochverrates heit der Presse. Jetzt haben die kleinen Hidler nicht erfüllten. der beiden großen Demokratien es so weit Rheinland- Westfa len: Scheidewege. Die Stabilisierung der Welt- Die Mordpläne, die diese Dokumente ent- gebracht, daß in belden die Frage einer neuen Der Notstandsarbeitsplatz in währungen nach der Abwertung in Frank- hielten, sind verwirklicht worden. Die Ver- Abgrenzung der staatsbürgerlichen FreiheiX. zeigt die typische Entwicklung der letzten reich und der Schweiz unterstreicht, daß fasser wurden durchweg höchste Funktionäre ten, des Rechts auf die Straße dort, der FreiZeit: Die Arbeiter werden immer kühner. das Hitlersystem Deutschland außerhalb des Dritten Reiches. Werner durfte Ober- heit der Presse hier, zur Debatte steht. Die Angst vor Entlassung und vor den Vor- der Weltwirtschaft gestellt hat. Die deut- reichsanwalt bleiben und klagte vor dem In England war es der Vorstoß Mosleys gesetzten ist geringer geworden. Auf einer sche Diktatur stößt an die Grenzen ihrer Volksgericht deutsche Republikaner des Hoch- in dem proletarisch- jüdischen Osten Londons, Baustelle hatte man durch Unvorsichtigkeit Aktionsfähigkeit. Sie muß sich entschei- verrats an. Mit ihm ist ein eidbrüchiger Ver- der die Frage ins Rollen brachte. Es war ineinen Apparat unbrauchbar gemacht. Dar- den, ob sie nach wie vor alles für die brecher an der Republik gestorben. teressant zu sehen, wie der liberale Innenminister der Nationalregierung, Sir John auf hat man den Arbeitern den verur- Kriegsrüstung aufopfern, oder ob sie das sachten Schaden vom Lohn ab- bisherige Tempo der Rüstung einstellen Simon, zunächst den grundsätzlichen Standhalten wollen. Diesen Versuch beant- soll. punkt der unbegrenzten Demonstrations! reiDie spanische Tragödie Der Durchbruch der Wahrheit. Die Note der Sowjetregierung an die Ko- heit vertrat, während die mit Recht erregte Bevölkerung Eastends die frechen Ruheordinationskommission zur Durchführung der störer zu Paaren trieb und die Labour Party Nichteinmischung in Spanien ist, wie der Erleichterung und der Schande aufgenommen worden. Der Erleichterung darüber, daß endworteten die Arbeiter mit der Nieder- Hitler hat in Nürnberg eine ganz einlegung der Arbeit. Sie fingen nicht deutige Stellung dazu eingenommen. Er eher wieder an, als bis die Angelegenheit in hat den neuen Vierjahresplan, die Autihrem Sinne geregelt war. Nichts hielt sie arkie, den Primat der Weltwirtschaft ver- Daily Herald schreibt, mit einem Gefühl der gegen den Minister wegen seiner überdemoab. Man drohte ihnen, daß sie alle zur Halde kündet. Schon vier Wochen später hat kratischen Prinzipienreiterei schärfste Anversetzt werden würden. Das ist gewisser- diesen Vierjahresplan die Krise erfaßt. griffe erhob. maßen Strafarbeit. Alle ließen die Arbeit Die Entscheidung des Systems wird von lich offen über die schimpfliche Komödie der In Frankreich ist es die Volksfront- Regieliegen und gingen zur Halde. Hier konnte großer Bedeutung sein. Das System der man infolge des besonders niedrigen Lohnes inneren Unterdrückung, der politischen nichts mehr abziehen. Zwar kamen die Ar- und kulturellen Absperrung vom Ausland beiter nicht völlig zu ihrem Recht, aber es steht in unlösbarem Zusammenhang mit war ein Akt der Solidarität standes. ät und des Wider- der Vorherrschaft der Rüstung über die gew gortation ausschuß, der sich bisher stischen Werkzeugs, das sie brauch, um den Wohlfahrt des Volkes mit der Autzügellosen Treiben einer korrupten, vor keiner Lüge und Verleumdung zurückschreckenden Reaktionspresse entgegentreten zu können. einseitigen Neutralität gesprochen wird, der rung Léon Blums, die ein gesetzliches VorSchande, daß die demokratischen Mächte diese gehen gegen die unbegrenzte Verleumdungsfreiheit der Presse angekündigt hat. Es hanAufgabe der Sowjetunion überlassen haben. delt des Der Koordinationsausschuß, gewelgert hatte, die spanischen Anklagen überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, muß nun arkie. Das System hat diese Entwicklung Stellung nehmen. Die Interventionisten verIn dem sogenannten Aufbaulager so auf die Spitze getrieben, daß eine Sy- suchen weiter mit Winkelzügen und dreisten Korschenbroich kam es zu einem regelrechten Streik. Es handelte sich um die stemänderung ohne krisenhafte ErschütAbleugnungsversuchen zu sabotieren, aber die Frage, ob die Arbeiter selber ihre Gerät- terungen nicht mehr möglich ist. Fiktion, mit der die Regierung Léon Blum bisher ihre Politik gegenüber Spanien gedeckt hat, ist zusammengebrochen. Die französische Politik hat die spanische Freiheit der Fünfmächtekonferenz geopfert, sie steht jetzt vor der Aussicht, daß das Opfer völlig schaften stellen sollten. Das lehnten die Arbeiter( Notstandsarbeiter) ab. Die Betriebsleitung wurde gezwungen, die Forderung anzuerkennen. Der Streik hatte zwei Stunden gedauert. Südwestdeutschland Die Beratungen, die zur Stunde, in der wir das schreiben, bei Hitler geführt werden, sind darum ein Beweis dafür, daß der Machtwahn das System an einen hochkritischen Punkt geführt hat. +++ In beiden Fällen scheint man a.us den traurigen Erfahrungen, die in Deutschland gemacht worden sind, gelernt zu haben. Nach einer klassischen Definition Gregor Strassers war es die Funktion des Nationalsozialismus > die Demokratie mit den Mitteln der Demokratie zu vernichten.< Damit ist ganz Ein eidbrüchiger Verbrecher umsonst gewesen ist, und daß sie zum Zu- offen die Frage gestellt, ob die Demokratie Mit Oberreichsanwalt Werner ist ein sammenbruch ihrer Absichten noch den unzu verantGrenzen der Freiheit grundsätzlich verpflichtet ist, ihren Feinden, Ueber die Opelwerke in Rüsselsheim Vorbereiter des Dritten Reiches gestorben. geheueren moralischen Schaden die sie vernichten wollen, ging das Gerücht, daß im Juni 300 oder gar die Mittel zu geworten haben wird, den sie der europäischen währen, die sie zur Verwirklichung ihrer AbEr gehörte zu jener im Grunde hochver3000 Mann gestreikt hätten. Nach unseren Demokratie zugefügt hat. räterischen Justizfronde, die ihre amtliche sicht brauchen. Wer könnte nach den deutErmittlungen handelt es sich um folgendes: schen Erfahrungen diese Frage bejahen? In einer Abteilung sollte etwa 300 Arbeitern Stellung zur Begünstigung der Vorbereitungen der deutschen Gegenrevolution benutzt Jede Meinung, die innerhalb einer freien der Akkord heruntergesetzt werden. Diese haben. Er war es, der die gerichtliche Aktion Auf der Straße in der Presse Verfassung vertreten wird, soll frei sein. Arbeiter protestierten in einem Schriftstück England hatte bisher eine fast vollstän- Nicht aber darf es faschistischen Räuberan die Direktion, und alle 300 haben dieses gegen die Verfasser der sogenannten Boxheimer Dokumente sabotierte. Mit die- dige Freiheit für Umzüge und Versammlun- banden gestattet sein, sich mit angeblich Schreiben unterzeichnet. In diesem Schreisen Dokumenten war der Putschplan der gen unter freiem Himmel, aber ein scharfes demokratischen Mitteln der Staatsgewalt zu ben drohten sie mit Kündigung. Darauf nahm die Arbeitsfront die Sache in die Hand. NSDAP in die Hand der republikanischen Presserecht, das Beleidigungen durch das bemächtigen und die Völker zu unterjochen. Behörden gefallen, Die Verbindungen der gedruckte Wort schwer bestraft. Umgekehrt Die Freiheit bedarf der Selbstbegrenzung, Gleichzeitig mit der Uebernahme der Sache durch die Arbeitsfront hat sich auch die Ge- hessischen Verfasser dieses Plans zu Hitler war in Frankreich das> Recht auf der Straße wenn sie nicht der Selbstvernichtung anheim stapo eingestellt und eine Untersuchung ein- lagen offen. Oberreichsanwalt Werner stellte in der Praxis stets starken polizeilichen Ein- fallen soll. geleitet, ob kein Komplott bestehe. Es wurden eine Anzahl Arbeiter verhaftet, nachteilung von etwa 150 Mann. Darunter, leute wurde ein Verfahren eingeleitet; ver- Entscheidung übergeben werde, was auch dem Verhör jedoch wieder freigelassen. Diese befanden sich auch etwa 40 SA- und etwa haftet wurden sie nicht. Der Vertrauensrat erfolgt ist. Die Arbeitsgemeinschaft Lenz, Leute sagen jedoch über diese Sache nichts 20 SS- Leute, Der Streik begann früh um aber erklärte der Belegschaft, er nehme es Krause, Schalthorn wurde daraufhin vom 7 Uhr bei Arbeitsbeginn, weil am Tage vor- den Kumpels nicht übel, er leide genau so Arbeitsgericht in Hindenburg verurteilt, den aus. Vor kurzem kam vor dem Arbeits- her die Akkordsätze durch Aushang wieder unter den Verhältnissen wie die andern. Die Tarif einzuhalten. gericht Mainz die Widerrufsklage von herabgesetzt worden waren. Schon nach Betriebsleitung der Castellengogrube verArbeitern zur Verhandlung, die damals frist- kurzer Zeit kamen drei Wagen der Polizei sprach, daß sie sich um die Gewährung von Bei den Kokswerken in Hindenburg los entlassen worden waren. Das Arbeits- mit einem Amtswalter der Partei, der die Zusatzkarten für Margarine und die Verbes- muß die Belegschaft einen Beitrag für» Kraft gericht wies die Klage ab, weil sich die Ar- Leute auf das Staatsschädigende ihres Ver- serung der Fleischversorgung bemühen durch Freude< von 10 Pfg. zahlen. Als diebeiter dadurch, daß sie vom laufenden Band haltens aufmerksam machte. Als die Arbei- werde. Man habe hiefür von Berlin bereits ser Beitrag jetzt auf 20 Pfg. erhöht wurde, weggelaufen waren, sich einen Verstoß gegen ter geschlossen das Ansinnen, die Arbeit feste Zusagen. erschien eine Delegation unter Führung von In einer fort verhaftet und in ein Konzentrationslager aber auch zu den Betriebsleitungen selbst, werde. Bayern one abando Die schwere Arbeit, die bisher der Mann vermen. die Volksgemeinschaft und die Grundgedan- wieder aufzunehmen, ablehnten, mußte die Der Vorfall sprach sich bald im Revier Nazis beim Betriebsführer Dr. Korten und ken des Gesetzes zur Ordnung der nationa- Direktion allen die Entlassungspapiere aus- herum, und auf einzelnen Gruben erfolgte drohte mit Arbeitsniederlegung, len Arbeit haben zuschulden kommen lassen. stellen. Die SA- und SS- Leute wurden so- ein Massensturm zu den Vertrauensräten, falls der Beitrag nicht wieder herabgesetzt Die Delegation erhielt die Zusage, überführt. Einige der entlassenen Arbeiter Auf der Abwehrgrube bei Mikultschütz- daß auch weiter nur 10 Pfg. abgezogen Porzellanfabrik haben haben aber sehr bald wieder Arbeit bekom- Hindenburg erklärte der Betriebsführer, er würden. Arbeiterinnen Lohnkürzungen nicht einfach könne nichts versprechen, und wenn die is del hingenommen. Hier hat man folgendes VerIn der Textilindustrie im Bezirk Amtswalter der Partei versprochen hätten, Berlin fahren angewandt: In einer Abteilung haben Chemnitz hat sich in den letzten Monaten Margarine und Butter zu beschaffen, so solle Charakteristisch für die Freiheiten, die 15 Frauen und ein Mann gearbeitet, der eine eigenartige Praxis herausgebildet. In man den Burschen nur auf den Pelz rücken, sich in der heutigen Rüstungskonjunktur geMann mit einer Akkordlohnbasis von 63 Pfg. mehreren Betrieben war die Arbeiterschaft Die wären immer mit Versprechen schnell lernte Qualitätsarbeiter bereits nehmen könpro Stunde, die Frauen von 37 Pfg. Nun hat infolge der herabgesetzten Löhne und der bei der Hand, und wenn es dann nicht nen, ist folgender Vorfall aus einem Berliner man den Mann aus der Abteilung heraus- fortgesetzten Antreibereien unruhig gewor- klappt, schieben sie die Verantwortung den Rüstungsbetrieb. Der Betriebsleiter genommen und dafür eine Frau eingestellt. den und hatte durch die Vertrauensräte For- Direktoren zu. Er wolle zwar versuchen, mußte an einem Kursus der Arbeitsfront derungen auf bessere Entlohnung und was durch den Arbeitgeberverband wegen teilnehmen. Nach Absolvierung des Kurses richtete, haben nun die Frauen mit erledigen menschlichere Behandlung gestellt. Auch die der Fettversorgung unternommen werden ordnete er an, daß in seinem Betrieb die Armüssen, so daß sie bei größerer Anstrengung Arbeitsfront wurde verständigt und griff, könne, versprechen könne er aber nichts. beiter mit Heil Hitler< zu grüßen hätten. allerdings ohne Erfolg, ein. Seit Anfang Juni Auf der Grube Sosnitza bei Glei- Daraufhin viele Witze, daß er sonst scheinzielen konnten. Die Frauen verlangten aber ruhen nun diese Betriebe ganz, und man hat energisch ihren alten Lohn. Sie gingen zum in einigen Orten des witz weigerte sich die Belegschaft eines bar nichts in dem Kursus gelernt hätte, Ein Chemnitzer Bezirkes weil Tages, einzufahren, Betriebsvertrauensmann, der sich erst hineine Leistungs- Arbeiter weigerte sich, der Anordnung zu sogenannte Musterbetriebe eingerichausreden wollte. Aber die Frauen steigerung ohne Lohnerhöhung angeordnet folgen, lieber wolle er gehen. ließen tet, in denen nur noch hundertpro- worden war. Nach Verhandlungen des Ver- digte tatsächlich seine Arbeit. nicht locker, verlangten, daß der Fall der zentige Nazis und solche Arbeiter be- trauensrates mit der Verwaltung wurde der Der Meister versuchte, ihn zum Bleiben zu DAF unterbreitet werde und wiesen immer schäftigt werden, mit denen die Unternehauch Konflikt beigelegt, nachdem sich der überreden, er dürfe ruhig wieder> Guten darauf hin, daß nach Aeußerungen von Ley mer schon immer tun konnten, was sie woll- Kreisleiter der Arbeitsfront auf die Seite der Tag sagen und bewilligte ihm außerdem und Hitler selber keine Lohnkürzungen ten. In Gersdorf z. B. ist ein solcher durchgeführt werden sollen. Nun haben in Musterbetrieb mit einer Belegschaft von 400 Arbeiter gestellt hatte. In der nachfolgen- noch fünf Mark> Dreckzulage< pro Woche. aber Der Arbeiter ist aber trotzdem den Belegschaftsversammlung wurde der vorigen Woche die Frauen wieder einen bis 500 Personen errichtet worden, welcher den Arbeitern mit dem Konzentrationslager und hat sofort wieder Arbeit gefunden. Gaze erzeugt. Mit dieser Einrichtung will von 37 Pfg. entspricht. Aber um den zu man nun die sich allmählich wieder auf ihren nur noch einen Stundenlohn von 35 Pfg. erLohn erhalten, der einer Stundenlohnhöhe wenig erhaltenen Lohn für 13 Wochen müsKlassenstandpunkt besinnenden Textilarbeisen sie sich noch streiten. Dieses energi- ter für neue Ausbeutung und für die Aufnahme des» nationalsozialistischen Gedankengutes gefügig machen. W DORM Oberschlesien sche Auftreten hatten die Frauen noch vor kurzem nicht an den Tag gelegt, es ist eine Folge der eingetretenen Teuerung. Den Leuten wird es eben zu bunt, gleich mit doppelten Ruten gezüchtigt zu werden. sib Er küngegangen gedroht, wenn sich Isolche Vorfälle wiederholen sollten oder jemand es wagen sollte, Bei Orenstein& Koppel, Lokomoetwas von dem Vorfall zu berichten. Trotz- tivfabrik, Berlin, haben 40 Leute wegen dem wurde die Aktion im ganzen Industrie- Lohnsenkung die Arbeit niederbezirk bekannt, und auf Drängen der Ver- gelegt. Die Firma hat einen entsprechenwaltung wurde der betreffende DAF- Kreis- den Anschlag am schwarzen Brett, darüber leiter abberufen. gebracht. Vier Mann sind, anscheinend als Auf einzelnen Gruben sind die Belegschaf- Beim Reichs- Autobahnbau Glei- Rädelsführer, verhaftet worden, die anderen ten bereits bei den Vertrauensräten vorstel- witz- Beuthen versuchte man, den A beltern sind im Betrieb geblieben. lig geworden, man möge für Fett, Butter die Leistungsprämie zu kürzen und wollte Sachsen bu mulig geworden, man möge für Fett, und Fleisch sorgen, sonst haue man die die Regenstunden nicht mehr bezahlen mit * Ebenso kam es bei der Auto Union Aus einem Rüstungsbetrieb( nähere>> Klamotten hin. Aus diesem Anlaß kam es der Begründung, daß es sich seit dem 1. April zu Differenzen. Den Autosattlern ist eine Angaben müssen unterbleiben): Vor einiger zwischen dem Vertrauensrat und einigen nur noch um Aufräumungsarbeiten handle. Lohnsenkung von 1.17 auf 1.07 Mark angeZeit wurde in diesem Betrieb, in dem Flug- Bergarbeitern der Castellengo grube Der Vertrauensrat wurde von der Beleg- droht worden. Auch hier erschien die Gezeugmotoren hergestellt werden, wegen bei Beuthen zu einer Prügelei, da dem Ver- schaft als Vertretung abgelehnt und die stapo, um Rädelsführer festzustellen. Sie Lohndifferenzen und wegen des herrschen- trauensrat Herzog gesagt wurde, er solle Arbeit niedergelegt. Sie wurde erst konnte aber nichts ausrichten. Die angeden Antreibersystems gestreikt. dem nicht nur verhandeln, sondern handeln, damit wieder aufgenommen, als die Zusage er- drohte Maßnahme ist nicht durchgeführt Streik beteiligte sich eine ganze Ab- es etwas zu fressen gebe. Gegen drei Berg- folgte, daß der Streit dem Arbeitsgericht zur worden. An Labour für Grenzen Aufrüstung Der Beschluß von Edinburgh. der kirchlichen Opposition zwischen entes an die führenden Wir sprachen einen deutschen Bekennt-| windung Hitlers. Anders dürfe der Witze und Anekdoten über nispfarrer über die protestantische Front des kirchliche Widerstand gegen die Männer äußerten. Es zirkulierten zum BeiVon allen Beschlüssen, die der Edinburgher deutschen Kirchenkampfes. Er war pessi- Entchristlichung durch Partei spiel in der Hitlerjugend Hefte mit den tollParteitag der Labour Party gefaßt hat, ist mistisch und zuversichtlich zugleich. Pessi- und Staat nicht verstanden wer- sten Geschichten über die nationalsozialistider über die Aufrüstung der weitaus bedeut- mistisch in dem Sinne, daß er an keine Ver- den. Wer Auswirkungen auf das politische schen Halbgötter. Er habe in mehrere solsamste. Mit der imposanten Mehrheit von söhnung zwischen Nationalsozialismus und Gebiet erwarte, bewege sich in Illusionen. Da cher Sammlungen Einblick gehabt und sei 1,736.000 gegen 637.000 Stimmen hat der Christentum glaubt. Das hätte längst auch diese Aeußerungen von einem der kirchlich insbesondere über den Schmutz erstaunt geKongreß einen Beschluß des Exekutivkomi- die große Mehrheit der deutschen Christen radikalsten Bekenntnispfarrer stammen, der wesen, den diese handschriftlichen Anekdoten tees bestätigt, der eine völlige Abkehr von eingesehen, die, soweit sie überhaupt christ- seine Meinung zu jedermann frei heraus- von Hitlerjungen und Hitlermädels über das der bisherigen Militärpolitik der Partei darlich geblieben seien, Anschluß an die Be- spricht und im Kirchenkampf große persön- bekannte Freundschaftsverhältnis stellt. Er hat sich zu der Notwendigkeit beLeni Rieffenstahl kenntnispfarrer suchten. Die im National- liche Opfer gebracht hat, ist an ihrer Auf- dem» Führer< und diese jungen kannt, die Rüstungen in den demokrasozialismus weltanschaulich vorherrschende richtigkeit nicht zu zweifeln. Die mehr ge- hielten. Hitler selbst sei für sakrosankt. Ernster tischen Ländern in gleicher Weise zu verRichtung sei mit Staatshilfe zu einem Ver- mäßigten Kreise der Bekenntniskirche dürf- Leute durchaus nicht vollständigen, wie das in den Diktaturstaaten ten also der politischen Opposition noch sei die gewiß kleinere Gruppe von Hitlernichtungskampf gegen die christlichen Kirgeschieht, und er hat diese Notwendigkeit wesentlich kühler gegenüberstehen. Man jungen, die sich durchaus selbständige polichen und zur Gründung und Ausbreitung ausdrücklich begründet mit der drohensollte das bei politischen Berechnungen nie tische und soziale Gedanken machten und sie den Haltung der Diktaturstaa- einer einheitlichen nationaldeutschen Gottesvergessen. Auch rein geistig ist und bleibt sicheren Vertrauenspersonen gegenüber, zuten,> die ihre Rüstungen in bisher unerhör- kirche entschlossen. Den Konfessionen die Distanz zwischen den kirchlich kämpfen- mal Pfarrern, auch äußerten. Es sei ganz. tem Maße steigern, das internationale Recht ständen die schwersten Kämpfe den Pfarrern und allem, was wir ökonomisch und gar abwegig, zu glauben, da B miẞachten und die Mitarbeit an der Organi- erst noch bevor. Der Protestantismus und politisch als Sozialismus anstreben, groß. die gesamte deutsche Jugend sierung des Friedens verweigern.<< Ausdrück- rüste sich geistig und moralisch, aber jede Insbesondere bestehen, wie dieser im Kirchen- gleichgeschaltet sei und lich wird anerkannt, daß England jene mili- Politisierung seines rein reli- streit so entschlossen handelnde Mann deut- dem Oppositionsgeist der Jugend tärischen Kräfte entwickeln muß, die esgiösen Widerstandes lehne er ab. lich und kräftig unterstrich, für ihn und seine fehle. Der sei vorhanden und lebe im Stilbraucht, um seine Pflichten als Völkerbunds- Die Kirche habe mit der politischen Opposi- Freunde alle weltanschaulichen Gründe fort, len kräftig. Behindert sei er nur, weil es an mitglied erfüllen, sowie die Freiheitsrechte tion so wenig etwas zu tun wie Jesus mit der den maxistischen Sozialismus ebenso abzu- jeder Möglichkeit fehle, ihn in größerem des britischen Volkes und seine demokratiFreiheitsbewegung der Juden gegen den lehnen wie den rassitischen und heidnischen Rahmen zu äußern. So erkläre sich auch die schen Einrichtungen verteidigen zu können. römischen Imperialismus seiner Tage. Jeder Nationalsozialismus. Es dürfte gut sein, sich Unkenntnis und Verwirrung über die sozialistischen Probleme, für die in den geistig Daß dieses Bekenntnis zur Wehr- Bekenntnispfarrer wisse, daß manche Leute darüber keinen Träumereien hinzugeben. haftigkeit von den heftigsten Attacken in seine Kirche kommen, um ihre politische lebendig gebliebenen Teilen der Jugend ein auf die Regierung Baldwin- Chamberlain be- Opposition gegen Hitler zu bekunden, aber brennendes Interesse herrsche, aber es fehle gleitet ist, versteht sich von selbst, doch än- der Prediger suche sie nicht politisch zu er- Der noch junge protestantische Pfarrer, an jeder Möglichkeit einer klärenden und die dern diese mehr innerpolitischen Auseinander- regen, sondern sie zu christianisieren. Die von dem hier die Rede ist, kommt aus der Geister anfeuernden Diskussion. Diese Jugend setzungen nichts an der internationalen Be- konfessionelle Opposition lehne jeden Ge- Jugendbewegung und hat enge Be- wolle zwar nicht an vergangene Formen andenen sie übrigens nichts deutung des Edinburgher Beschlusses. Hugh danken einer gewaltsamen Auseinander- ziehungen zur Hitlerjugend. Es ist weniger knüpfen, von sei SO kritisch Dalton, der Sprecher des Exekutiv- setzung mit dem Regime grundsätzlich ab, wichtig, daß er die moralische Verwilderung wisse, aber sie komitees, unterstrich diese Bedeutung durch wünsche eine solche Entwicklung auch in der und Verrohung der sogenannten Staatsjugend gegenüber dem Bestehenden wie Die großen eine Rede, in der er die Schuld Hitlerdeutsch- politischen Opposition nicht und werde er je eine Jugend zuvor. eine bestätigt. Bedeutungsvoll aber ist, lands an dem allgemeinen Rüstungswettren- solche Politik weder fördern noch auch nur nach seinen Erfahrungen stark den Glau- Marschkolonnen böten nur ein äußerlich genen ganz klar herausstellte. Mit gewaltiger billigen. Die Kirche müsse vielmehr durch- ben der Hitlerjugend an Staat schlossenes Bild. Die große Masse marschiere Wirkung zitierte er die Reden des» Führers<<, aus den Standpunkt Luthers beibehalten, der und Partei anzweifelt, zwar zwar gedankenlos mit und schimpfe vielaus denen er schloß, ein Blitzangriff scharf gegen die aufständischen Bauern ge- nicht nur bei Mitläufern, sondern bei sehr leicht, aber überall rege sich in einer Mindeutscher Luftstreitkräfte auf England durch- predigt und geschrieben, vorher allerdings tätigen Mitgliedern. Man zwei derheit von denkenden Jungen die UnzufrieWohl sei diese aus im Bereich des Möglichen liege, und un- ebenso energisch gegen die Fürsten und Rit- Gruppierungen vornehmen: Einmal die jun- denheit und die Rebellion. ter ungeheurem Beifall rief er aus: ter Stellung genommen habe. Der Bekennt- gen Leute, die ihre innere Ablehnung des Jugend unter nationalsozialistischem Einfluß, H. W. > Es genügt jetzt nicht mehr, wohlabge- niskämpfer glaube an eine geistige Ueber- Systems oder doch ihre Wurschtigkeit durch aber sie wolle über Hitler hinaus. Resolutionen anzunehmen. wogene Augenblick rückt heran, in dem es notwendig sein wird, den vertragsbrüchigen Faschistenstaaten zuzurufen: Bis hierher und nicht weiter! Nie wird die Demokratie vor der Diktatur in die Knie sinken!< daß Der Es war ein dramatischer Augenblick, als der Und die Jugend? sehr und daß könne da Gördeler gegen Schacht frühere Parteivorsitzende, der greise Insideinsboil noted, Nichts weiter als Hokuspokus" Lansbury, für die Opposition das Wort ergriff. Er wußte wohl, daß er, der Vertreter des Pazifismus alten Stils, für eine verlorene Sache kämpfte. Ihm blieb zwar der Trost, daß nach den Erklärungen Attlees und Morrisons die Fraktion im Unterhaus Abstriche vom Militäretat beantragen, möglicherweise diesen Etat stimmen wird, sogar gegen doch mußte er sich damit bescheiden, daß es Es ist wenn die deutsche ein Der Leipziger Oberbürgermeister Gördeler| nisse ausgeschlossen und völlig vom Welt-| Staatsverschuldung ist die Chimborasso, ganz abgesehen von der großen macht sich nicht nur> Gedanken zur Franc- markt abgeriegelt werden könnte. Abwertung, sondern veröffentlicht sie auch ganz deutlich an die Adresse Reserve des französischen Goldschatzes und in der> Frankfurter Zeitung. Wenn er bei Schachts gerichtet, er sagt, es sei des gehorteten und geflohenen Kapitals. Dadieser Gelegenheit Frankreich Ratschläge er-» nicht angebracht, eine solche Verständigung, her ist Blum für Gördelers Warnungen nur teilt, wie es vermeiden könnte,> selbst wieder an der wir nicht beteiligt sind, leicht zu neh- die Deckadresse, aber der eigentliche Adresdie Grundlage der neu geschaffenen Wäh- men.» Es kann gar keinem Zweifel unter- sat der Führer selbst. Weit mehr als für rung zu zerstören«, so kann man annehmen, liegen«, schreibt er, daß die an einer sol- Frankreich ist Hitlerdeutschland ein Beispiel daß ihm weniger das Schicksal des Franc chen Verständigung beteiligten Völker dar- dafür, daß» immer wieder Völker und Staasich dabei nur um Gesten der Oppo- nahegeht als das der Mark, daß er den Sack aus einen Nutzen haben werden. Sie wissen ten der Versuchung ausgesetzt sind, Aussition, keineswegs um ein Bekenntnis zum schlägt, aber den Esel meint. Es ist die Form, nun, woran sie untereinander sind. Wenn ein gaben nicht durch Steuern zu decken, sonAltpazifismus handeln kann. Die Zeit dieses wie selbst ein so hochmögender Mann wie solches Einverständnis zwischen allen Ländern sich das fehlende Geld zu borgen oder Altpazifismus, der die ganze Welt durch der ehemalige Preiskommissar wagen darf, dern erzielt werden könnte, so würde der es künstlich zu schaffen.<< Es gilt weit weniseinen idealen französischen Sicherheitsbons waffenlose Ueberredung zu seine Kritik am Dritten Reich ans Licht der Nutzen ein ganz außerordentlich großer sein. ger für die Grundsätzen bekehren wollte, ist vorbei. Oeffentlichkeit gelangen zu lassen. Alle Risiken, die bisher mit dem Handel von als für die deutschen ArbeitsbeschaffungsHitler hat zuwege gebracht, daß sich das Gördeler teilt durchaus nicht die in Land zu Land verbunden waren, würden weg- wechsel, daß auch das Geld, das der Staat englische Volk in dem Willen, den europäischen Schachts letzter Rede zur Schau getragene fallen. Der Leistungsaustausch zwischen den sich leihen will, niemals künstlich hervorgekann Schritt für zaubert werden< kann.>> Mithin kann der Frieden gegen ihn, wenn nötig auch mit den Zuversicht, daß Deutschlands Position um so verschiedenen Völkern Waffen zu schützen, geeinigt hat. Kanonen statt Butter warum? Wenn diese Parole streng beachtet werde, dann könne und Frankreich oder der Tschechoslowakei nicht zu verpassen. Statt dessen zerbricht er Aufgaben durch vermeintliche ZauberkunstDeutschland gegossen. das Dritte Reich einem eventuellen Angriff besteht. in Ruhe entgegenSowjetrußlands in sehen. Als das> Verdienst des Führerse pries er es, daß man gegen einen solchen Angriff schon jetzt hinreichend gewappnet sei. Früher hat man in Rußland Kanonen für Jetzt gießt man in Rußland Kanonen gegen Deutschland, und in Deutschland Kanonen gegen Rußland. Früher gab es eine deutsch- russische Freundschaft und Butter! Jetzt gibt es Feindschaft statt Butter, statt Freundschaft, Kanonen Handgranaten statt Eier und Gelbkreuz statt Blauband. stärker ist, je länger es sich vom Anschluß Schritt von Hemmnissen befreit und mit fri- Staat immer nur so viel Schulden machen, an den neuen Währungsblock fernhält, daß scher, freier Thitiative, die immer dem Fort- wie ihm seine Bürger aus nicht verbrauchten zur Verfügung stellen ohne Deutschland die internationale Wäh- schritt entgegeneilt, erfüllt werden. Ist das Arbeitsergebnissen rungsstabilisierung nicht vollziehbar ist und schon strafwürdiger Liberalismus vom rein- können. Nicht mehr!«» Die Abwertung des daß seine Zustimmung um so höher bezahlt sten Wasser, so ist es geradezu ein Sakrileg französischen France ist zwar genannt, aber wird, je länger es seine Mitwirkung versagt. am Vierjahresplan des Führers, wenn es dann die der Mark gemeint, wenn gesagt wird, sie Rüstung gegen Sowjetrußland! Gördeler fürchtet vielmehr, daß das Umge- heißt:> Alle Rohstoffprobleme lösen sich könne> nur dann den erstrebten Erfolg haben, wenn Frankreich gleichzeitig seinen HausRudolf He B, Stellvertreter des Führers, kehrte eintritt, daß Hitlerdeutschland, von spielend<. Herr Gördeler müßte nun eigentlich sagen, halt und seine Schuldenwirtschaft in Ordnung hat in einer Rede zu Hof erklärt, daß die dem Vorteil des Abbaues der Einfuhrhemmwas Deutschland zu tun hätte, um den An- bringt«.» Tut es das nicht, verschafft es sich Parole Kanonen statt Butter< noch schluß an die» Verständigung der Völkere die Mittel zur Betreuung seiner öffentlichen immer ihre Gültigkeit behalte. sich den Kopf darüber,» ob Frankreich mit stücke, die aber nichts weiter wären als Hoder Währungsabwertung sein Ziel erreicht«, kuspokus, so zerstört es selbst wieder die und er hat die größten Befürchtungen, daß Grundlagen der neu geschaffenen Währung.<< es dieser Staat verfehlt,» denn ein Staat, der Damit ist gesagt, daß Deutschso bequem handelt, daß er überhaupt keinem 1 and der Weg zum Weltmarkt Bürger mehr Opfer zumutet, der hebt die gu- durch seine hoffnungslose Verhat ein anderes> Verdienst Rudolf Heẞ ten Wirkungen einer Währungsabwertung schuldung versperrt ist, aber nicht des Führers< zu erwähnen vergessen: Wenn wieder auf«. Es ist allerdings eine ganz be- durch die Verschuldung an sich, sondern sich die frühere deutsch- russische Freundstimmte Kategorie von>> Bürgern<<, denen schaft in eine lebensdrohende Feindschaft Herr Gördeler zumutet, Opfer der Teuerung verwandelt hat, so ist das nämlich auch sein zu sein, während in Frankreich der Staat es > Verdienste. Als Hitler die Herrschaft übersträflicherweise sich>> die Sache so leicht deutsch- russischen einen er nahm, fand macht, daß er der Preissteigerung entsprevor, Freundschaftsvertrag Der zehnte Teil chend höhere Gehälter und Löhne anordnet<. Deutschland im Osten völlige Sicherheit gab. SA- Gruppe So leicht macht es sich allerdings HitlerVor den Wettkämpfen der und der Roten Zwischen der Reichswehr hielt der deutschland nicht.» Soweit Gehälter und von Niedersachsen in Braunschweig Armee bestand sogar ein Verhältnis solcher Intimität, daß es die Besorgnis vieler Stabschef Lutze eine Ansprache und sagte Löhne an Beamte, Angestellte und Arbeiter Auf russischen u. a.: Friedensfreunde erregte. Uebungsplätzen erprobten deutsche Offiziere die Waffen, die Deutschland durch den Friein russischen densvertrag verboten waren, Fabriken wurden solche Waffen für Deutschland hergestellt, kurz es bestand zwischen Sowjetrußland und Deutschland auf militärischem Gebiet der Diese Wandlung herbeigeführt zu haben, ist ausschließlich Hitlers» Verdienst<<. odon durch eine Verschuldung zugunsten einer kapitalvernichtenden Aufrüstung. bedeutet > Alles Wirtschaften nichts weiter, als daß die menschliche Arbeitskraft aus den Kräften und Stoffen der Natur sich die Erhaltung, Verbesserung und Verschönerung des Lebens erarbeitet und erkämpft. Von dieser Arbeit und von diesem Kampfe kann weder den einzelnen des Staates gezahlt werden, wachsen die Aus- noch ein Volk irgend eine papierne Maßnahme irgendwelcher Art lösen.<< > Unsere Aufgabe als SA ist es immer gaben des Staates<. Es kommt aber> alles dafür zu sorgen, daß die deutschen Men- darauf an, die Währungsabwertung zu be- Diese Worte Gördelers sind ein Sakrileg schen Nationalsozialisten bleiben. Den gleiten, mit dem Ausgleich des öffentlichen an der geheiligten Wehrfreiheit, denn gerade zehnten Teil dieser Aufgabe haben wir Haushalts<. Was für Frankreich gilt, das be- für sie werden» Kräfte und Stoffe' der Natur< vielleicht schon erfüllt, den schier größeren reits abgewertet hat, gilt für Deutschland zum Zwecke der Vernichtung miẞbraucht, Rest noch zu erfüllen.< erst recht, das nach Gördelers, allerdings anstatt zur> Erhaltung, Verbesserung des Denn Verschönerung Lebens<< genutzt - und Deutsch- verblümtem, Rat erst abwerten soll. G. A. F. verglichen mit dem Hügel der französischen werden. Noch neun solche Teile eine noch engere Zusammenarbeit, als sie heute zwischen Sowjetrußland land ist gewesen. und zu Hitler und die Wirtschaftsführer schen Nation.<<< Egoist!<< den subventionierende Aufträge an kampfes sind, die bei den Industrieherren auf miẞtrauische Bestürzung stoßen, wird sich im einzelnen wohl nicht feststellen lassen. Die Tatsache des Mißtrauens und die zu erdie seit Ist Hitler unzufrieden mit den deutschen| den Betrogenen zu machen, den Mohren, der, Lohnerhöhung, daraus folgende Distanzierung gegenüber dem Industriellen? In seinen Reden der letzten seine Schuldigkeit zu tun und dann abzu- und vieles andere mehr den kühnsten Wün- Regime ist dagegen unbestreitbar, wenn anders das Abseitsstehen der namhaftesten Wochen häufen sich verdächtige Bemerkun- treten hat, dauert bis hart an den März 1933. schen der Industriellen entgegenkam ,, die songen, wie zufällig hineingestreut und auch Wenn wir von der Episode des Ruhrkrieges stige Reserve der Herren hat er nicht erwei- Großindustriellen einen Sinn haben soll. Wenn unverfänglich in den Rahmen allgemeiner und seiner bayrischen Sondersituation ab- chen können. Aus den ihnen nach dem Um- Hitler jetzt in Nürnberg» einige Industrielle< Kritik gestellt, aber der spitze, sichtlich ver- sehen, lassen sich im Verhältnis Hitlers zur sturz angetragenen Ehrenämtern< haben sie der Nation<< gegenüberstellt, so bestätigt er ärgerte Ton läßt doch aufhorchen. Großindustrie deutlich drei Etappen unter- sich, wie etwa Siemens und Krupp, sachte diese Tatsache nur, mit dem kleinen GaunerIn Nürnberg:» Nicht die Freiheit oder der scheiden: wieder zurückgezogen und in der politischen trick allerdings, die SelbstbehauptungsinterGewinn einiger Industrieller steht zur Debatte, Die erste bis 1929 ist gekennzeichnet Oeffentlichkeit befleißigen sie sich kühler essen seines politischen Gangs den Interessen sondern das Leben und die Freiheit der deut- durch größte Reserve der Industrieherren, Korrektheit. Auch der häufige Umschlag in der deutschen Nation gleichzusetzen. Nur aus dieser Atmosphäre eines unausdurch zugeknöpfte Taschen, die nur gelegent- der Haltung Hitlers, die zwischen generösen Auf dem Bückeberg:> Wenn jemand sagt: lich von Outsidern geöffnet werden, und durch Geschenken und plötzlichen Drohungen gesprochenen aber unüberwindlichen Miẞtrauens ist der Vernichtungskampf Ich beurteile meine Tätigkeit nach meinen die Drohung Hitlers in Nürnberg, daß man, schwankt, verrät interne Reibungen. eigenen Interessen, oder: Ich ermesse den wenn die Herren ein Bündnis nicht wollen, Es ist natürlich, diese zunächst auf wirt- klären, den Hitler in den letzten drei Jahren, Nutzen meiner Arbeit nach meinem eigenen sich auch einmal anders verhalten könne, schaftlichem Gebiet zu suchen. Der Interes- übrigens völlig unbemerkt von der OeffentVorteil, so muß ich ihm antworten: Mein was ihn allerdings nicht hindert, das Werben sengegensatz zwischen dem, der eine möglichkeit gegen die großindustriellen>> Widerlieber Freund, Du bist ein ganz gemeiner um die Gunst der Kapitalskreise, etwa durch lichst totale Rüstung anstrebt und dem, der standsnester< geführt hat. Die Auflösung des des LangnamAbhalfterung sozialradikaler Gauleiter, be- dabei möglichst viel verdienen will, braucht Zechenverbandes, Die Reden nachgeordneter Parteigrößen harrlich fortzusetzen; nicht bewiesen zu werden. Auch daß der er- vereins und der sonstigen zahllosen Versind noch deutlicher; sie drohen für Vergehen die zweite von 1929 bis Frühjahr 1932 stere im Interesse dieser Rüstung autarki- bände der deutschen Industriellen, in Export- und Preisfragen mit dem Konzen- datiert von jenem Frühstück auf Schloß stischen Experimenten weniger abgeneigt ist der Jahrhundertwende im politischen Leben trationslager. Hügel mit Schacht und Krupp v. Bohlen, bei als der, der im Anschluß die normale des Reiches eine wichtige, manchmal entKein Zweifel, Hitler ist unzufrieden. Wenn dem Fritz Thyssen das zynische Wort Weltkonjunktur das wichtigste Ziel sieht, ist scheidende Rolle gespielt haben, hat die Inman in Rechnung setzt, wie bedeutsam in von der>> Krise, die ich jetzt brau- klar. Gar nicht zu reden von den daraus dustriekönige des wichtigsten Machtinstruöffentlichen Monologen der Diktatoren ch ex spricht; sie ist gekennzeichnet durch resultierenden Differenzen in Währungs-, mentes beraubt, das sie besaßen: ihres organisierten Zusammenschlusses. Fast mutet es die sogenannten» Untertöne< sind, muß es den Abmarsch der bankrotten Kohlen- und Außenhandels- und Preisfragen. sich um recht handfeste Gründe Stahlkreise, der Thyssen- Vögler- Kirdorf- v. Aber schon der Gegensatz zwischen den wie eine Ironie der Geschichte an, daß diese handeln, die solch allerhöchstes Miẞfallen Löwenstein, ins braune Lager, durch die 50- Bedürfnissen eines Regimes, das von> Ak- reaktionäre Herrenkaste, als sie endlich das die Vernichtung der Pfenning- Umlage des Bergbauvereines für die tionen«, inneren und äußeren, lebt und den Ziel ihrer Wünsche, erreicht sah, nun Zwecke der Hugenberg- Hitler- Propaganda, Wünschen einer Wirtschaft, die für das Ge- Arbeiterorganisationen, Das Kapitel, das in der deutschen Gegen- aber auch noch durch die Reserve gegenüber schäft, das kommende große Konjunktur- von demselben Schicksal ereilt wurde: atomiwartsgeschichte den Titel» Der Führer und Harzburg, wo die Repräsentanten der großen geschäft, nichts als Ruhe ersehnt, hebt die siert und isoliert einem allmächtigen faschidie Wirtschaftsführer« tragen müßte, harrt Industriefamilien völlig fehlen und nur zweit- Differenzen in politische Regionen. Nicht daß stischen Machtapparat gegenüberzustehen. noch seines Historikers. Jene primitive Auf- rangige Generaldirektoren und Syndicis ein aggressiver Machtkurs an sich den Wider- Freilich ein wichtiger Unterschied bleibt fassung, die im Nationalsozialismus einzig Hitler die Hand drücken; spruch der Industriellen auslösen würde, dabei und gerade seine Erkenntnis führt zu das Resultat einer Verschwörung der> Wei- die dritte beginnt im Sommer 1932 wissen diese doch nur zu gut, wie weitgehend den Grenzen, die den Differenzen zwischen sen von Bochum< und in seinem Chef den mit der Erwerbung der Stahlvereins- Mehrheit äußere Machtpolitik mit ihren Exportinter- Hitler und der Großindustrie gesetzt sind. bloßen Vollstrecker großindustrieller Zwangs- durch das Reich, womit sich die Republik in essen zusammenfällt. Aber doch nur bis zu Das ist nirgendwo präziser ausgedrückt als in dem schachtschen Wort, daß wir alle aufträge sieht, dürfte darin kaum ihre Be- den Augen der erschrockenen Großindustriel- dem Punkt, den der Nationalsozialismus in einem Boot« sitzen«. Denn anders als stätigung finden. In Wahrheit handelt es len das Todesurteil gesprochen hat; jetzt nach dem Gesetz, nach dem er angetreten sich hierbei um ein kompliziertes und widerimmer wieder zu überschreiten droht: dem bei der Arbeiterschaft, deren künftiger Aufspruchsvolles Verhältnis von Ursachen und Punkt, wo die Politik in das Aben- stieg nur über die Vernichtung und AusrotWirkungen, die einander verleugnen möchten, teuer mündet. tung ihres faschistischen Gegners geht, sind miteinander ringen und doch beide» in demdie Ural- und Ukraine- Drohungen der Führer und die Wirtschaftsführer, über selben Boot< schicksalhaft aneinandergeHitlers, ob es der ganze Kurs der Ostpolitik, alle Meinungsdifferenzen hinweg, doch aneinKeiner kann den andern kettet sind. die spanischen Machenschaften, die Brüskie- andergekettet. Es ist deshalb mehr als eine bloẞe histori- Aber gerade hier im Herbst 1932, auf dem rung Englands oder ob es etwa die Ueber- stürzen, ohne selber in den Abgrund gezogen sche Reminiszenz, sich das Verhältnis zwi- Höheprunkt der braunen Welle, zeigt sich spitzungen des inneren Rassen- und Kirchen- zu werden. schen Nationalsozialismus und Großindustrie plötzlich ein ungeahnter Widerstand in der zehnjährigen Aufstiegsperiode der großindustrieller Seite selber. Die Hinterbraunen Bewegung in Erinnerung zu rufen. grundsvorgänge dieser Monate sind noch hervorrufen. werden. setzt ein Wettlauf nach München ein und die braunen Emissäre, meist gesinnungstüchtige Syndicis, die von ihren Eindrücken« bei Hitler zu berichten haben, finden in den Chefbüros der großen Firmen interessierte Aufnahme. von Ob es nach Westfalikus. sprechen. Endlich wird sie an eine Polizeibesitzen wir Das ist das Dritte Reich! Im Deutschland von ,, morgen" wird auch dieser Mordprozeß einen Untersuchungsrichter finden.<< Es sind im Grunde die gleichen Spannungen nicht genügend aufgeklärt, aber es besteht Nach satten Friedenjahren! Sie bemüht sich tagelang vergeblich ihn zu wie damals, die auch heute, wieder offenbar kein Zweifel, daß Hitlers Wort von der Die Manöverberichte des ersten Jahres stelle gewiesen, wo sie erfährt, sie könne ihren > ganzen Machte, die er fordere, den nach der vollen Aufrüstung waren schon Mann aus der Anatomie holen. Dort bekommt Eigentlich hätte das Heer der braunen Kern des jäh aufgerissenen Konfliktes dar- ganz auf den Ernstfall abgestimmt. Der sie nach langen Bemühungen die Erlaubnis, Bekämpfer der Arbeiterbewegung, der Geg- stellt. Im Gegensatz zur Mehrheit der kleinen Frieden gilt als abgetan. So jubelt der Manö- einen Sarg abzuholen mit dem ausdrücklichen ner von Demokratie, Parlamentskontrolle und und mittleren Industriellen zeigen sich die verberichterstatter Dr. Joost im Stile der Verbot ihn zu öffnen. sozialistischer Mitbestimmung, das helle Ent- Ganzgroßen, die Nichtbankrotten, die Träger weiland Helden der Feder im Kaiserlichen Abgesehen von einer Basler Zeitung, die zücken der deutschen Großindustriellen her- der ersten Namen, von diesem Blick in den Hauptquartier:» Die jungen Soldaten, die in vorrufen müssen. Denn was diese selber seit politischen Abgrund erschreckt und begin- ernsten Jahren aufgewachsen sind, wissen, dafür auch noch andere, davon unabhängige diese Nachricht gebracht hat, Jahrzehnten gefordert und ersehnt hatten, die nen, sich gegen das Verhängnis zu stemmen. worum es geht. Man braucht es ihnen Quellen. Wir sind auch in der Lage, die > Gegenrevolte< gegen den> teuflischen Las- Es sind die Krupp, Siemens, Duissatten Friedensjahren Namen genau anzugeben. salle<<, von der der alte Krupp einst hell- berg- Bosch, ferner Reusch, der Gene- nicht erst beizubringen, daß das sichtig sprach, die Todfeindschaft gegen die raldirektor der Haniels, aber auch die Wolff, alles dem deutschen Vaterlande gilt, dem Gewerkschaften, die Emil Kirdorf vor Klöckner, Poensgen u. a., die noch ein- Dritten Reich!< Diese verächtliche Ablehnung dem historischen Kongreß der Katheder- mal alle Minen springen lassen, um dem Sti- der Friedenskultur und Erhebung des Kriegssozialisten proklamierte, die unversöhnliche pendiaten ihrer Korruptionsfonds den Weg in dienstes über alles andere, entspricht zwar Ablehnung des gleichen Wahlrechts und der die politische Allmacht zu verbauen. nicht ganz den pazifistischen Reden, die jetzt parlamentarischen Demokratie, die bis in die So groß ist ihr Druck, daß die plötzlich Hitler manchmal zu halten pflegt, ist aber 80:20 in erster Halbzeit Denkschriften der letzten Kriegsjahre hinein aller finanziellen Zuflüsse beraubte Hitlerwörtlich das, was in seinem Buche steht. Auf Grund eingehender statistischer Undas A und O der innerpolitischen Stellung- partei ohnmächtig in den Bankrott taumelt Daß jetzt Schießabzeichen nicht nur tersuchungen ist man in Deutschland zu der nahme der Unternehmerverbände waren, das und sich der tödlichen Gefahr einer Spaltung für Soldaten, sondern auch für die schul- Erkenntnis gelangt, daß der liebe Gott zu alles erstand in der NSDAP leibhaftig vor gegenübersieht. Wie rabiat die Herren nach pflichtigen Knaben der Hitlerjugend einge- einem Fünftel für das Weltgeschehen verihnen. Mehr als das: es war die direkte Saat der Gurgel ihrer Kreatur greifen, beweist das führt werden, paẞt in das kriegerische Bild. antwortlich zu machen ist. der Großindustrie, die da aufging. Denn jenes Schicksal des Chefs der Rheinisch- Westfäli- Bisher gab es nur das Schieß buch der Die>> Frankfurter Zeitung« druckt die Grüppchen reaktionärer Wirrköpfe, der schen Zeitung<<, des Hitlerfreundes Reis- Hitlerjugend, das Auskunft gab, ob die Be- Hitlerrede auf dem Bückeberg ab. >> Deutsche Arbeiterverein«, in dem mann- Grone, der nach jahrzehntelangen dingungen im Schießen erfüllt sind. Jetzt erder Reichswehrspitzel Hitler auftauchte und reaktionären Diensten nun von seinen Posten halten die besten Schützen im Kleinkaliberaus dem er sich seine Bandenbewegung schuf, weggefegt wird. schießen eine besondere Auszeichentwar der Münchener Rest der» Vater- Wie es dann kam, daß dieser Faustschlag nung, und zwar das Zeichen der Hitlerlandspartei< des Weltkrieges, die aus des letzten Kaders machtbewußter deutscher jugend mit zwei gekreuzten Gewehren. Diese dem Korruptionsfonds des Industriellenver- Großindustrieller als Lufthieb endete, das ist jungen Leute sollen im Heeresdienst bandes, dem> Nibelungenhort< der Ruhr- die Geschichte des Frühjahrs sprechend ihrer besonderen Befähigung verkönige, geschaffen und am Leben gehalten 1933, von der Verschwörung im Hause des wendet und rasch befördert werden. Die wurde. Diese Verbindung war mehr als eine Barons Schröder über die Intrigen zum Wehrmacht ist bemüht, schon in den Knaben Aeußerlichkeit. Drei Jahrzehnte einer zwar Sturze Schleichers bis zum Reichstags- die zukünftigen Soldaten nicht nur zu sehen, unterirdischen aber dafür um so wirkungsvol- brand, ein wahrer Kriminalroman der poli- sondern sie für die Spezialzwecke des Heeres leren Korrumpierung der deutschen Oeffent- tischen Hintertreppe. Die Bande wirklicher auszuwählen. So lebt die deutsche Jugend lichkeit von der die Kolonialskandale, die Gangsters erwies sich den Drahtziehern des nicht mehr für Friedensarbeit, sondern zuAffären um den» Flottenverein< und den großindustriellen Herrenklubs dann doch >> Wehrverein<<, die» Tendenzprofessuren«, der überlegen. Kauf des Scherlverlages usw. nur Teildelikte enthüllten fanden in dem Mann aus Braunau ihren legitimen Sproß und Erben. * Wie sich seit dem März 1933 das Verhältdie inneren nis zwischen Hitler und der Großindustrie Nicht ganz so allerdings, wie ihn sich auch gewandelt haben mag erst und zumeist für kommende Kriegsjahre. Ein Grund zum Mord Der Deutsche Weg« teilt mit: >> Ein hoher Justizbeamter in Düsseldorf drin der Absatz: Mitten > Werden wir uns dabei einer Tatsache bewußt: Wenn in Deutschland einmal die Ernte nur um 20 Prozent sinkt, dann ist das für unser Volk eine Katastrophe. 20 Prozent weniger Getreide würde für unsere deutsche Ernährung von furchtbaren, kaum vorstellbaren Auswirkungen sein. Was Menschen tun können, um eine solche Katastrophe zu vermeiden, das tun wir in Deutschland. Allein um so mehr empfinden wir darum das Gebot, alljährlich dem zu danken, von dem schließlich diese letzten 20 Prozent abhängig sind.<< ein Fünftel eigentlich im 20 Prozent nicht viel. Dennoch scheint Himmler Laufe privater Untersuchung zu noch ungünstigeren Ergebnissen gelangt zu sein. Denn er ist soeben aus der katholischen Kirche ausgetreten. 25 Prozent gesunken seine Väter erträumt hatten. Es zeugt für Widersprüche und Spannungen sind die alten die Instinktsicherheit der machterprobten geblieben. Gewiß bedeuten alle Spekulationen wurde kürzlich von seinem Büro weg ver- Fleischverbrauch um deutschen Industriellenkaste, daß sie sich auf unmittelbare Folgen dieser Differenzen haftet. Grund? Ein Kollege hat ihm einen über die Gefahren, die ihr trotz aller Inter- eine sichtliche Vergröberung der Lage, aber Artikel vorgelesen, in dem im Anschluß an essenharmonien von Seiten dieser radikali- die Auffassung, daß nur eitel Harmonie die Koblenzer Prozesse behauptet wurde, der Nach den Mitteilungen des Statistischen sierten Kleinbürger- und Deklassiertenbewe- herrsche, ist kaum weniger illusionär. ,, unnatürliche" Zölibat sei an all diesen Din- Reichsamtes betrug der Fleischverbrauch je Schon das äußere Bild gung drohten, von Anfang an keinerlei Illuder Beziehungen gen schuld. Darauf hat der Justizbeamte ge- Kopf der Bevölkerung im August 1936 2,88 sionen hingab. Außer dieser: daß es ihr letz- zeigt mit einer Deutlichkeit eine Bruchstelle. antwortet, das sei doch nicht wahr, Man kg. Gegenüber dem Juli ist ein Rückgang lich doch gelingen werde, sie vor ihren Wa- Denn so sehr Hitler durch Zerschlagung der könne doch nicht sagen, daß jeder, der im von 15 Prozent zu verzeichnen. Im August. und durch die Bresche, die Gewerkschaften und Degradierung der Ar- Zölibat lebe, ein schlechter Mensch sei. Der 1934 hatte der Fleischverbrauch 3,9 kg je gen zu spannen jene geschlagen, dann selber den Weg zur beitsfront bloßen Vergnügungsverein, Führer Adolf Hitler lebe ja auch im Zöli- Kopf betragen. Im Vergleich zu diesem Macht gehen zu können. durch Vernichtung des sozialradikalen Flügels bat.... Das war also der Grund! Der Zeitpunkt ergibt sich demnach ein Rückgang Dies geheime Ringen, aus dem Partner seiner Bewegung, durch Ablehnung jeder Frau wird mitgeteilt, ihr Mann sei verhaftet. um 25 Prozent. zum Nr. 175 BEILAGE HcütfUacmfltfe 18. Oktober 1936 Yom Hitler-Christentuaii Professor D. Dr. Fri� Lieb:»Christ und Antidirist im Dritten Reich«<— Paris 1936 Dem Versuch Hitlers in bezug auf seine Bio- und Historiographie Uber den eigenen Schatten zu springen, muß begegnet werden; es ist das die wichtigste und vorzüglichste Aufgabe jenes anderen Deutachland, das, in die Fremde getrieben, das bessere Idealbild vom Vaterland im Herzen trägt. Es gilt aber auch für den zeitgenössischen antifaschisüschen Schriftsteller-Ankläger, der kommenden Geschichtsschreibung über das Di itte Reich über die lähmende und fälschende Wirkung der Tatsache hinwegzuhelfen. daß die permanente Exaltation unserer Zeit, gepeitscht von Explosionen und Krämpfen, von»Siegent,»Durchbrüchenc und »Errungenschaften«, allzu leicht in die permanente Apathie und Vergeßlichkeit umschlägt; was gestern noch die Sensation schlechthin war. ist morgen schon in die Rumpelkammer des Gedächtnis der Zeit geworfen. Beiden Aufgaben der antifaschistischen, zeitgenössischen Kampfliteratur dient das Buch des ehemaligen Bonner Theologie- Professors D. Dr. Fritz Lieb:»Christ und Antichrist im Dritten Reich«— dieser Tage im Verlag Du Carrefour Paris(227 S.) erschienen. Es handelt vom sogenannten braunen»Kulturkampf«, vom»Pfarrerkrieg« in Deutschland, von der Notwehr der protestan- tischen Evangeliumsgläubigen(der»Bekenntniskirche«) gegen die Macht- und Unterdrückungsansprüche des Hitlersystems im Metaphysischen ebenso wie in den weniger hohen Zonen des Kirchenverwaltungsrechts. Das Buch ist keine vollendete und exakte Geschichtsschreibung dieses fast vierjährigen Ringens mit abgeschlossenen Wertungen und herausgefeilten Perspektiven. Wer könnte sie auch bieten in einer Zeit, die noch nicht die Möglichkeit hatte, die notwendige Dli- stanz zu den Dingen zu gewinnen und weiter erfüllt ist von dem Lärm, den die Entladungen der entfesselten Kräfte täglich noch verursachen? Aber das Liebsche Buch ist eine wichtige, für den künftigen Historikar schlechterdings unentbehrliche Dokumentensammlung, zuverlässig in seiner— natürlich nur relativ möglichen— Vollständigkeit, unzweideutig und erfrischend klar unter dem Leitmotiv echt kämpferischer Anti-Hitler-Gesinnung. Die»Bekenntniskirche« hat keinen politischen Kampf durchfechten wollen. Wenigstens bis vor ganz kurzer Zeit ging es im Krieg, der Pastoren nicht um die allgemein- ''It'g'm sittlichen Ideale, um die die Men- u id die Völker Blut- und Gutsopfer zu '■-v-gen bereit sind: weder um die Freiheit ■in i den Rechtsstaat schlechthin, weder um oen Haß gegen PolizeiwlllkUr, weder um den Pretest des Waffenlosen gegen den, der sich das Mordwerkzeug angeschafft hat. So ist denn auch Liebs Buch von presbyterialer Zuständigkeit weit mehr die Rede, als von der Schande des Kazetts, von kircbenrechtllcher Verfassungsknifflichkeit sehr viel mehr als von dem allgemeinen Moratorium des Rechts, aber auch des praktischen Christentums in Hitlerdeutschland. Schon die dem Laien befremdliche Nomenklatur der kirchlichen Verwaltungswelt ist spröde und steif. Auch da, wo ein Charakter schon hin und wieder durchbricht, klappen bald wieder die Akten, staubwolkenerregend, über dem Phänomen zusammen und ersticken es. Nur vereinzelt sind die reinen Politica in Liebs Buch verstreut, es sei denn, daß man das tapfere Werk selbst nicht als eine sogar recht wichtiges Pollticum ansehen soll; wo man sie allerdings antrifft, sprechen sie die allerbe- redteste Sprache über den wahren Befund der Diktatur! Wie vieles davon ist längst wieder vergessen worden; und der künftige Historiker dankt es dem Bonner Theologen aus dem berühmten Kreis um den untadeligen Karl Barth— beide waAn übrigens Mitglieder der Sozialdemokratie und sie haben die Folgerung aus dieser ihrer Gesinnung durch die Zuflucht im Exil gezogen— daß der Tatbestand der Hitlerel. der sachliche und vor allem auch der menschliche, wenigstens in diesem kirchlichen Sektor des allgemeinen Geschehens der kommenden Auswertung und Abrechnung erhalten blieb und bleibt. Wahllos einige Stichproben dieser Politica! Da ist der Herr Oberpräsident von Hitlers Gnaden a. D., Pg- K u b e! Gewiß, heute weiß man, daß ihn wegen ganz schlimmer Korruption sogar der»Führer« fallen lassen mußte; der hohen Aemter ist er auf jeden Fall seit einiger Zeit entkleidet. Aber wer weiß eigentlich noch, daß derselbe Herr K u b e es war, der am 6. Juni 1932 die »Glaubensbewegung Deutsche Christen«, als SA Jesu Christi vorgesehen, in Berlin ins Leben rief? Dieser Wilhelm Kube ist an seinem höchst schmutzigen persönlichen Lebenswandel— und er säße noch heute im hoben Staatsamt, wenn ihn nicht seine geschiedene Frau bei Hitler verpetzt hätte— schließlich gescheitert. Aber wie trefflich charakterisiert sich ein System mit solcher »Auslese der Tüchtigen« selbst, wenn dieses selbe Subjekt noch am 14. Juni 1935— als Autor mit oberpräsidialer Würde— im »Märkischen Adler« folgenden Artikel schreiben durfte:»Ich möchte aus der Heiligen Schrift der Juden, deren Lektüre ich nur jedem Nationalsozialisten empfehlen kann, drei Beispiele für dieses vorbildliche jüdische drastischeres Politicum, entschieden aber auch noch mit Kriminalität gemischt, ist die schon so gut wie völlig im Zeittrubel untergegangene Affäre B e y e. Der Pg. Beye wurde mit einunddreißig stattlichen Lenzen seines Lebensalters Landesbischof von Braunschweig im Namen des »Führers«. Er unterschlug schon nach Wochen Koliektengelder en masse, wo er sie kriegen konnte. Betrugsprozesse also am Braunschweiger Landgericht, freilich alles so im Flüsterton, wie es die Rücksicht auf den»nationalsozialistischen Staat« in so heiklem Falle der würdigen Justitia gebietet! Man sprach also den hoffnungsvollen Hierarchen»wegen mangels an Beweisen« frei und zwar, immer nach dem Urteil,»mit Rücksicht auf seine Persönlichkeit«, ohne ihn freilich»als unschuldig anzusehen«... Nur ein hitlerdeutsches Gericht ist solcher Akrobatik fähig. Oder wem dämmerts noch, daß einmal der Herr Bierschwale, den der Bischof Der Krebssdiaden Familienleben in Erinnerung bringen: 1. Die Tatsache, daß der Jude Lot mit seinen Töchtern Kinder zeugte: 2. Das Verhalten des einen Sohnes Noahs, als sein alter Herr(!) voll des süßen Weines war. 3. Die Vergewaltigung einer Tochter des sauberen Königs David; des»Sängers des Herrn«, durch ihren sauberen Bruder. Diese Ehrenliste ließe sich... usw. usw.« Dieser Kube ist als Erwachsener noch ein Tertia-Flegel. Wie soll man es anders ausdrücken?! Jetzt ist das im Dritten Reich auch amtlich bestätigt. Aber damals? Noch vor einem halben Jahr—? Oder wer weiß noch etwas davon, welche Figur einmal Herr Oberheid, der von den Nazis bestimmte Bischof von Köln- Aachen, war? Seine Herrlichkeit— er war zugleich einmal eine Zeit lang»Chef des Stabes beim Reichs- b i s c h o f« und ließ das erst auf dringlichste Vorstellungen Gesinnungsverwandter hin fallen, um sich dann schlichter»Vikar des Reib!« zu titulieren— dauerte genau vom 5. Oktober 1933 bis zum 15. Juni 1934. Herr Oberheid hatte vor dem Krieg einmal ein paar Semester Theologie studiert, dann aber bei Kriegsausbruch das Moratorium der Bergpredigt auch persönlich wahrgenommen und sich später als FTeikorpsmann betätigt. Zuletzt landete er im Ramschladen des Inflationsgiganten Stinnes als eine Art Syndikus. Als er dann nach dessen Pleite das Theologiestudium wieder aufgenommen hatte, bestand er das erste Examen nur mit fremder Hilfe: beim schwierigeren zweiten fiel er durch; und erst nach der»Machtergreifung«(mittlerweile war das Herrchen alter Kämpfer und protektionsempfangsberechtigt geworden) konnte diese kuriose Vorbereitung auf den geistlichen Beruf erfolg- und siegreich von ihm beendet werden. Der Kirchenpräses von Mülheim an der Ruhr und der dortige Ortspfarrer haben ihm einmal öffentlich bestätigt, daß er als»Schürzenjäger und Trinker« in der Gemeinde den übelsten Leumund gehabt habe... Ein noch Hoßenfelder von Brandenburg zu seinem »Relchskulturwart« im von ihm geführten Bunde»Deutscher Christen« gemacht hatte — ein ehemaliger Häusermakler, der das Vermögen seiner Frau in Höhe von 120.000 Mark versoffen hatte— piff-paff»beurlaubt« werden mußte, weil er in Wechsel- fälschungen aus seiner»Reicbskulturwart«- Beschäftigung verstrickt war? Wer erinnert sich noch des Verlagsleiter der»Deutschen Christen«, des Pg. Grevemeyer, der seinen Drucker um 20.000 Mark betrog. Streiflichter, wenn auch nur spärliche, fallen in Liebs Dokumentensammlung auf das Nebeneinander des»anderen«, des stummen ynd des besseren Deutschland unter dem Bleigewicht der Diktatur und in der Stickluft des Gestapo-Staates. Da stehen eines Tages vor dem Schweriner Sonderge- richt sieben angesehene Geistliche, ein Dom- predlger unter ihnen, wegen»Herabwürdigung des nationalsozialistischen Staates«. Ihr Verbrechen ist, daß sie für die Hitler- oppositionelle Bewegung»Evangelium und Kirche« von der Kanzel und in Flugschriften sich eingesetzt haben— gegen die Nazi-Organisation, die bereits die Kirche okkupiert hatte. Einem der Angeklagten, dem Pfarrer Holtz, wirft der Staatsanwalt vor. daß»er sich für die Gewerkschaften interessiert habe«... Was hatte der arme Pastor verbrochen? In einem Rundschrelben hatte er geäußert, durch die gewaltsame Zerschlagung der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie seien viele Menschen innerlich heimatlos geworden, die auf ein Wort des Pfarrers heute zu hören bereit seien; er(Holtz) meine, daß die Kirche den Dienst des Evangeliums- grade an diesen Menschen nicht vernachlässigen dürfe. Darauf in seiner Schlußrede der Staatsanwalt: »Hah, es bestehen da also Zusammenhänge! Die Kräfte, die Deutschland gestürzt haben, sind auch heute an der Arbeit und suchen die Werkzeuge. Die internationalen Mächte wollen Geschäfte machen!« Bums! Sechs] Monate Gefängnis für den Pfarrer; den Leidensgefährten ergeht es kaum besser. Wie dumm und wie gemein enthüllt hier Hitlers Werk seinen im Grunde neurasthenischen und epileptischen Grundzug! In irgend einem Zusammenhang zitiert Lieb das starke Wort, das irgendwo in Deutschland in einer Abwehrversammlung bedrängter Bekenntnis-Pfarrer fiel:»man müsse in dieser Zeit auf Christas mehr hören, als auf die Ehefrau...« Professor Lieb ist wohl mit uns einer Meinung, wenn wir sagen: diese tragische Diskrepanz zwischen Ideal und Glück, zwischen Mann und pater familias, zwischen Leben und Wohlbehagen spukt wahrhaftig nicht nur hinter den Gardinen von sauberen Pfarrhäusern! Sind es nicht mindestens ebenso viele Tausende von »Marxisten« als es Hunderte von tapferen protestantischen Geistlichen gibt, die nebenher auch noch Väter, auch noch Gatten, auch noch Freunde und Nachbarn sind? Müssen sie nicht— meist sogar unter viel schwereren Umständen— ebenso wählen zwischen »Christus« und der»Ehefrau?« Flir die leidenden Pfarrer rührt sich das Gewissen eines ganzen Oekumenischen Konzils— wer erhebt für jene die autoritative, die anerkannte, die»honorige« Stimme des Mitgefühls und des Rechts?! Bitter, darüber nachzudenken! Freilich, nur für uns bitter. Flir die anderen— 7 Schimpflich! F. E. Roth. Prügelphilosophie »Differenzierte tierhafte Ueberlegenheit« und»handgreifliche Ordnung«. Wilhelm Stapel, Reklamechef der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg, schreibt im »Volkstum«, Monatsschrift für deutsches Geistesleben, Seite 202/203, wörtlich: »Ernste Schlußfolgerung: im heidnischen Bauernadel Islands wie im christlichen Ritteradel Deutschlands, die beide, wenn auch nicht reinrassig, so doch sauber geordnet waren, galt Prügelstrafe gleichermaßen als ehrenrührig und unziemlich. In den arischen und semitischen Erziehungsliistituten des städtischen, rassisch sehr gemischten Mittelmeerpublikums kam man nicht ohne Prügelstrafe aus. Zweite Schlußfolgerung: Die dritte Schulklasse der Bezirksschule 937 in Berlin O ist nicht auf dieselbe biologische und soziologische Ebene zu stellen mit den drei bis zehn Kindern einer vornehmen Bauern- und Wik- kingerfamllie auf lalarri oder eines ritterlichen Burgherren im mittelalterlichen Deutschland. Asoziale Rüpel und edle Wildfänge, das ist zweierlei. In einer rassisch schwer gemischten und ungeordneten Kinde r- schar ziehen die Kinder ohne Ehrgefühl einen gemeinen Vorteil daraus, wenn sie den Kindern mit Ehrgefühl gleich behandelt werden. Drittens: Ein fünfund- zwanzigjährlger Vater, eine 22jährige Mutter sind ja eigentlich. selbst noch Kinder. Sie prügeln nicht Ihre Kinder, sondern sie prügeln sich mit ihren Kindern. Da ist das»Prügeln« keine»Strafe«, sondern eine naive Temperamentsäußerung einer in gelegentlichem Zorn entbrannten Seele. Ich finde das ganz lustig. Feiner ist es freilich, nicht zu prügeln. Wohlerzogene und edle Elitern(und Lehrer) werden»sich nicht gehen lassen«. Aber wehe den Kindern, deren Eltern und Lehrer so wohlerzogen sind, daß sie sich kein Gewitter mit Blitz und donnerndem Einschlag erlauben, dafür aber die Luft ungereinigt lassen und die Kinder mit einer Atmosphäre peinigen, die dauernd mit pädagogischer Elektrizität überladen ist... Viertens:... Es gibt aber verdorbenem Blut gegenüber Fälle, in denen nur die physische, die geradezu tierhafte Ueberlegenheit des Stärkeren, der Ordnung statuiert, die Ordnung handgreiflich herstellen kann. Auch im hochentwickelten, differen- zlertestera Menschentum können zuweilen primitive Lebensnötigungen aus der Juraformation oder der mittleren Eiszeit Schwarzschild über Wendel.grub Der methodische Wahnsinn ehrliches Wollen bei einem solchen Abgemacht, Seefe! Frank, die auftauchen. Dann aber muß der> rachehafte Schlag unmittelbare Reaktion sein. Eine aus pädagogischen Erwägungen> vorgenommene, berechnet angewandte Prügelstrafe ist ekelhaft. Darin stimmt mein GeIn Berlin hat eine Hochschullehrertagung| heiten produzierte wie z. B. ein Diskussions-| was fühl zu, Zorn darf nicht zu einer pädagogi- über das Thema>> Das Judentum und die redner, der behauptete, Walter Rathenau Ghettojuden<< sei. Einen späteren Einwand, daß in den Büschen Theorie gefrieren.< Rechtswissenschaft stattgefunden. Die von habe die Weimarer Verfassung vor ihrer EinRechtswissenschafter wie In Dachau hieß es anders. Noch etwas der Reichsfachgruppe> Hochschullehrer im bringung erst einem jüdischen Freimaurer- chern jüdischer mittlere Eiszeit gefällig? NS.- Rechtswahrerbund ausgehende Veran- Orden zur Billigung vorgelegt. Was Herr Dernburg, Laband, Staub, Heinitz, staltung bot ein Bild beschämenden geistigen Schmidt keineswegs etwa als unsinnige Phan- Wolf usw. doch so manche richtige und bilUnanständiges am Grabe Tiefstandes eines einst in der ganzen Welt tasie zurückwies, sondern zum Anlaß einer ligenswerte Ansicht vertreten sei, begegnete Schmidt mit folgender>> Widerlegung<: Es hochangesehenen Zweiges der Deutschen Philippika gegen die Freimaurerei nahm. sei unter allen Umständen ein UnterWissenschaft. Freilich: wo man einst in BeTrotzdem scheint der Biedere einigemal schied, ob die gleiche Ansicht von Das> Neue Tagebuch hat es fertigge- richten auf Häufungen berühmter Namen von den wenigen» älteren Herrn« in arge Juden einem oder von einem bracht, einen Nachruf auf Hermann Wendel stieß wie Liszt, Kahl, Kohler, Bierke, Laband, Verlegenheit gebracht worden zu sein. Er zu veröffentlichen, der zu einer scharfen Zu- Staub usw. usw., da findet man jetzt allein Deutschblütigen geäußert werde. Es sei deshalb inhaltlich gleichgültig, was ein rückweisung zwingt. Es hat unter Bruch des noch den Namen eines erbärmlichen Mame- rettete sich dann in Phrasen wie die: Man stehe ja erst am Anfang der Erkenntnis, in Jude sage, und ob er zufällig dasselbe sage Redaktionsgeheimnisses mitgeteilt, daß Wen- lucken, des Staatsrats und Professors Dr. zehn Jahren würde alles schon ganz anders wie ein Deutschblütiger. Wichtig sei vor aldel unter einem Pseudonym sein Mitarbeiter Carl Schmidt, der die Morde vom 30. aussehen( bestimmt, Herr Schmidt! D. Red.), lem zu wissen, hier spricht ein Jude. Dann gewesen ist. Nicht genug damit, versichert Juni 1934 mit dem klassischen Argument verein total neues Geschichtsbild werde sich wisse man auch, daß die Auseinandersetzung es,> das Beste< habe Wendel doch nur für teidigt hat: die Handlungen des Führers herausstellen usw. usw. das>> Neue Tagebuch geschrieben, weil er wirkten> rechtsschöpferisch«. Jony etwas ganz anderes sei, als wenn man bei der sozialdemokratischen Presse auf ge- Wie eine Klucke ihre Küken, so umflat- Ein alter Konservativer fühlte sich offen- es mit einem Volksgenossen zu tun habe. daß Schmidt nicht Es wurde entsprechend beschlossen, wisse> Spießigkeiten habe Rücksicht nehmen terte Herr Schmidt die Kongreßteilnehmer, bar dadurch verärgert, müssen. Auch sei er nach jener Rede, die mit indem er laut Bericht der gleichgeschalteten nur den Liberalismus, sondern auch den Kon- öffentlichen und Studienzwecken dienenden dem Ruf>> Vive la France!<< schloß, für die Presse» nach jedem Einzelreferat mit eini- servativismus des 19. Jahrhunderts als Frei- Bibliotheken von allen Werken jüdischer VerPartei ein toter Mann gewesen. gen Sätzen Ergänzendes oder Verdeutlichen- maurerprodukt abgetan hatte. Der Redner fasser zu reinigen. Neuauflagen dieser Werke das>> Neue Tagebuch über des bemerkte, d. h. Zensuren und Rüffel verteidigte u. a. den Juden Julius Stahl, sollen von den Verlegern nicht mehr herHermann Wendels Verhältnis zur Sozialdemo- austeilte. Es ist denn auch kein Wunder, wenn bekanntlich Theoretiker und Mitbegründer ausgebracht werden. Jüdische Rechtsgelehrte kratischen Partei und ihrer Presse zu erzäh- nach dem gleichen Bericht>> von verein der Konservativen Partei, an dessen dürfen ausschließlich zu dem Zweck zitiert len hat, ist Lüge. Wendel war der sozialdemo- zelten älteren Professoren abgesehen, ehrlichen preußisch- nationalen Wol- werden, die» jüdische Mentalität aufzuzeigen< kratischen Presse stets ein willkommener auf der Rednerliste und unter den Hörern lens kein Zweifel statthaft sei. Mitarbeiter. Was er schrieb, wurde gern ge- vor allem die jüngere Generation vertre- Antwort: Das möge sein; er druckt; Rücksichten« brauchte er nicht zu ten war.<< Die dann erleuchteten NS.- Weis- jedenfalls sei außerstande zu beurteilen, nehmen und hat sie nicht genommen. Seine berühmte Reichstagsrede wurde in der ganzen Partei ohne Unterschied der Richtung als eine tapfere Tat begrüßt und machte ihn, den Dreißigjährigen, zu einer der beliebtesten und angesehensten Persönlichkeiten. Die Behauptung, er wäre wegen dieser Rede irgendwie angegriffen oder zurückgesetzt worden, ist glatt aus den Fingern gesogen. Wendel war stets Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, er machte nicht einmal was heute natürlich kein Vorwurf wäre die Spaltung mit, noch weniger dachte er daran, sich in die Parteilosigkeit eines ästhein die tisierenden Literatentums zurückzuziehen. Wer an seinem Grabe nichts besseres zu tun Alles was Schmidts usw. usw. Schmidt sendmal, aber bei Ihrem Amt, man darf| wird es vielleicht dadurch, daß man sich klar| dann doch bald gratulieren." macht, wie in der Tat ein kräftiges> Gut Holz!<< dem oder jenem Zeitgenossen und In Summa: geistiger Totalbankrott einer Dr. X. einst glänzenden Wissenschaft. gruppe ihrer für das Studium gewählten Hoch- oder Fachschule zu melden.< (> Deutsche Allgemeine Zeitung«, Nr. 262) Das ist nicht der Stil irgendeines beliebiZum Donnerwetter! Nein, ich entschuldige nicht, und ich gestatte nicht! Und, in drei Teufels Namen, ich bin zu solcher Reichsbürger drüben bisher die Seele blank Schleimerseele auch nicht ,, gütig"!< zu scheuern vermochte; es entband auf jeden gen deutschen Studenten, es ist das Deutsch Fall von dem Kotau vor der regierenden des Studenten führers. Für den etwa noch Gangsterbande. Schade also wieder eine im Amt befindlichen Professor, der etwas dawird angeordnet, Gelegenheit der» Opposition< nach leider gegen einzuwenden hat, sich zu melden. Er fliegt. allzu- deutschem Muster weniger! weiß, als die Partei zu verleumden, der er» All- Heil!«< Zeit seines Lebens verbunden war, besudelt auch ihn. Die Schleimfabrik » Bitte tausendmal Heil Hitler! gütig, Herr Rat!<< Zu Volksbeglückung Ein Erlaß des Reichsinnenministers an die Landesregierungen bestimmt, daß künftig neuvermählten jeder Standesbeamte allen drei Monate Kazett! Paaren neben Hitlers>> Mein Kampfe auch Der verdächtige Sportlergruß. Ein Volk -ein Glaube Die» Frankfurter Zeitung«, Nr. 508, meldet: » Der bisherige Schriftleiter der Wochenund zeitung» Durchbruch«, Hans Kurth, der frühere Schriftleiter der Monatsschrift » Deutscher Glaube«, Dr. Herbert Grabert, die beide, wie berichtet, nach ihrer Angabe aus persönlichen Gründen kürzlich aus der » Deutschen Glaubensbewegung< ausgeschieden sind, werben in einem Flugblatt für eine neue Gruppe, der sie den Namen» Deutschgläubige Bewegung gegeben haben.<< Nun fehlt nur noch eine Gruppe» Bewegliche Deutschgläubigkeit«<, dann muß selbst Runen- Wotan vor soviel tiefsinniger Einigkeit kapitulieren. einen Gutschein zum unentgeltlichen Bezug einer Zeitung Der> Reichssportführer« hat verfügt, daß natürlich einer nationalsozialistischen Zeiauf die Dauer eines Monats alle Sportler bei Veranstaltungen ihren Spar- tung ten und überhaupt bei jeder sportlichen Ge- zu überreichen habe. legenheit sich nur noch mit> Heil Hitler< Wehe den Zwangsabonnenten, die das unetwa nach der Probezeit In dem braunen Jugendblatt» Der Deut- begrüßen dürfen und daß alle schönen und erwünschte Blatt wird sie sche Studente klagt ein Mitarbeiter: eingebürgerten Saft- und Kraft- Ejakulatio-| wieder abbestellen wollen. Man nen, wie All Heil<,> Gut Holz!«,» Gut Naß!«, lehren, sich über die Hochzeitsgabe zu freuen! Berg Heil!« und was es da sonst noch an Die unfruchtbare Ehe sonoren Sprachschöpfungen in schwerer » Der Nationalsozialismus ist der Sieg der Menge gibt, nunmehr strengstens verpönt > Zwar handelé es sich zum Teil um Wenn der Reichsstudentenbundführer sei- Vernunft über die Unvernunft. In allen unseseien. fragen wir unseren Inmit ihm spielte), ein Wortschwall ergießt altes Volks- und Brauchtum< konstatieren ner Gefolgschaft etwas mitzuteilen hat, so ren Entschlüssen sich: ,, Guten Tag, Heil Hitler. EntNeuesten die Münchener Nachrichten<<; tut er das in folgender Weise: stinkt und unseren Verstand und paaschuldigen Sie gütigst.. wenn Wenn Sie gestatten wollten..." Und dennoch könne der Nationalsozialismus > Für alle jungen Studenten, die im ren diese beiden Faktoren. Wintersemester 1936/37 ihr Studium an sie zu einem gleichen Entschluß kommen, so nach jedem Wort, das man selber sagt: auf den Ausdruck der entsprechenden und einer deutschen Hoch- oder Fachschule handeln wir nach ihm.<< Zu gütig, Herr Regierungsrat, vorgeschriebenen Gesinnung nicht verzichzu gütig! Ich sage ihm zum drittenerstmalig aufzunehmen gedenken, ordne ich ( Ley in seiner Rede auf der Jahrestagung an, sich mindestens drei Wochen vor Bemal, daß ich nicht Regierungsrat sondern tene. Dieses> dennoch ist zwar ein bißchen erst Referent bin. ,, Ooooh bitte tau- unlogisch an dieser Stelle. Logischer aber ginn des Semesters bei der Studentenbund- der Arbeitsfront zu Nürnberg.) >> Er kommt immer auf dieselbe Art und Weise durch die Tür des Amtszimmers, dieser Herr X oder Y oder Z: weitaus nach vorn schwenkt er die Melone in die Luft, freundschaftlich grinsend( als ob man an seinem Stammtisch allwöchentlich den Skat Der Goethe- Preis Führerdeutsch Der Gast entsetzt:> Was soll mir rohe Kraft?| ren hinlänglich verwischt hatte.» Hänschen?| Nummer in den nationalsozialistischen VerIch sprach vom Preis für Kunst und Wissen- Ja, weißt du, das ist so eine Sache. Er ist sammlungen vor Hitler immer so erwünscht schaft.< doch Komiker. Kennst du seine Karriere gewesen sei, machte die Geschichte nur noch Berlin, 6. Oktober.( DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Ur- Klar, Wissenschaft! Was taten Sie im Leben, seit 1933? Ich kannte sie nicht. Ich erinnerte ärger. Was blieb nun noch von dem ProLunde vom 19. September 1936 dem um Deutschlands Wehr- und Muskelkraft zu mich nur, daß Hänschen sich gleichgeschal- gramm? Der Knutenfox. Aber mit RuẞConcimen Medizinalrat Prof. Dr. Fertet hatte, lange ehe die Not es gebot.» Alter land wurde gerade ein Handelsvertrag abdinand Hueppe in Dresden in AnerkenKämpfer vermute ich? Geht ihm glän- geschlossen, und außerdem wirkte jeder Hieb nung seiner Verdienste um die Pflege der Leibesübungen die Der Gast:> Als ich euch meinen Faust er- zend, nicht? Uebrigens konnte er was. Ich auf die bolschewistische Diktatur wie eine Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Es kam ein Herr von mittlerer Figur zum Wart für Propaganda und Kultur und fragte lächelnd, was vonnöten wäre, wenn man den Goethe- Preis für sich begehre? >> Sind Sie ein Jud'?< baẞ. Der Gast erstaunte > Nicht daß ich wüßte. Doch was soll mir das?< » Verbitte mir, so unverschämt zu fragen! Wieviel könn' Sie von hier bis Nürnberg tragen?< >> Bis Nürnberg? Tragen? Ei warum nicht gar!< heben?< schuf...< > Faust is schon besser! Boxer von Beruf?< >... da rang ich hart, und noch die Morwds genröte fand mich am Schreibtisch oft. Ich heiße Goethe.<< Der Wart sprang auf und drückte einen Knopf. Und zu den Wachen, die ins Zimmer pfiffen: » Verhaften! Hat am Wehrgeist sich vergriffen.< Die Wachen spähten staunend ringsumher, sonst war das Zimmer Der Braune drauf:» Gepäcksmarsch, is doch der Wart saß da leer. hab über den kleinen Dicken gelacht, immer offene Meckerei gegen das Dritte Reich. Das wieder bis er so um 1931 herum sein pa- Publikum jedenfalls faßte es so auf und triotisches Herz entdeckte und anfing, alle griente dankbar. Wieder ein unsanfter Wink umwohnenden Völkerschaften genau so geist- von oben, diesmal an den Direktor, und Hänslos zu karrikieren wie es die Stimmungs- chen mußte sein Engagement vorzeitig macher im Hinterland Anno Weltkrieg taten. wechseln. Damals verlor ich ihn aus den Augen.<< Dann kam eine Zeit, da waren Italien» Ja, also < Mein Freund stand auf Witze wieder zugelassen, dann wurden sie und zog die Vorhänge zu, wie immer, wenn aufs neue verboten und dafür Russenwitze >> Was, Goethe! Kenn ick nich. Pomuchels- er ein Kapitel Drittes Reich zum Besten ge- erlaubt, soweit sie nicht gegen die Diktatur ben wollte, und ich machte ihn wie immer gerichtet waren, jetzt sollen sogar Anspiekopf!<< darauf aufmerksam, daß als Gegenüber lungen auf die polnische Treulosigkeit ganz nur ein paar Birken in Frage kämen.» Die gern gesehen werden aber Hänschen hatte patriotischen Witze<, begann er, genug vor alledem. Er wurde un politisch. > das war das erste, was Hänschen von der Zuerst kramte er alte StudentenSpeisekarte strich. Erst die Verspottung der scherze aus der Kiste. Weißt du, Marke: » Katzlmacher<, die kerndeutsche Südtiroler Betrunkener am Laternenpfahl» Wenn, hupp, durchaus in Makkaronifresser verwandeln jetzt, hupp, aber mein Haus nochmals wollen. Freundschaft mit Mussolini, du ver- hick vorbeikommt, da spring ich rein!<< stehst. Er bekam einen fürchterlichen Krach Das Publikum lachte zwar, aber der Reichsmit der Gauleitung. Blieben immer noch die studentenführer übergab der Presse einen geBallade vom polnischen Lauso- harnischten Aufsatz, in dem gegen die>> Verleum und der russische Knutenfox. höhnung des studentischen GeiWas aus der Polennummer wurde, kannst du stes aufs schärfste Front gemacht wurde<. dir denken. Der Korridor war darin erwähnt, Die Studenten von heute seien treue Gefolgs>> Was ist eigentlich aus Hänschen gewor- und ehe Hänschen von der neuen deutsch- mannen des Führers und wenn sie auch immer den?<< fragte ich meinen alten Schulfreund, polnischen Freundschaft auch nur Wind be- mal wieder Bier tränken der von Deutschland aus über Indien gereist kommen hatte, saß er schon dem Gaukultur- weiter. Hänschen schaufelt die Studentenwitze in könn' Sie die Jugend wenigstens drauf dril- war, um seine lieben Emigranten in Frank- wart gegenüber und mußte Abbitte leisten. len?< reich zu besuchen, und damit wohl alle Spu- Der Hinweis des Dicken, daß gerade diese die Kiste zurück und verliebte sich in das klar. Sie sind im Kopf wohl manchmal nich ganz Worauf sie einen Dring drahtruf erließen: richtig? » Gewissen Goethe auf der Flucht erNa, macht nischt, Kopf is überhaupt nich wichtig. schießen!<< Hugin Was wichtig is, hört unterm Halse auf Dauerlauf? wie ist's mit Hochsprung, Weitsprung, Auch nich? Ja, Männecken, um Wotans Willen, S Lachen ist gesund na, und so Vielleicht vielleicht auch nicht Göring beruft sich auf Darwindal Hoffnungsloser Dialog ded > Anfrage: Ich habe Forderungen aus einem baren Darlehen an einen Bauern. Diesem Bauern geht es gut, aber er zahlt weder die Zinsen noch das Darlehen zurück. Jetzt ist das Besitztum des Bauern zum Erbhof gemacht worden. Kann ich gegen den Bauern vorgehen? Oder welcher Weg besteht, wenn dies nicht möglich ist? eine » Natürliche Zuchtwahl durch Luftbombardements Kriegsmetaphysik in moderner Hitler- Ausgabe die dessen über Berlin Die alldeutsche Ja wirklich noch| tive des kommenden Krieges, die noch von der speziellen RassenMan erinnert sich als Deutscher für ungeahntesten und kaum zu welche Verheerungen übersehenden hygiene bis zum allgemein wissenschaftlichen mit Schrecken, im Hinblick auf den Bewußtsein und von diesem wieder bis zur die deutsche Sache es in der Welt anrichten Möglichkeiten enthält Ethik die Zivilbevölkerung und sogenannten» Weltanschauung< gekonnte, als nach Ausbruch des Weltkrieges Luftkrieg gegen eine noch nicht einmal sehr begabte und er- schieht und wie damit bereits im voraus der ist's bekanntlich nur ein Sprung. Und ist die SO einverstanden mit dem Antwort: Nach den Bestimmungen des finderische Ententepropaganda sich lediglich prächtigste Stoff für eine neue Auflage der Rassenhygiene und dieses Mal Krieg, ist es klar, daß der Moralphilosoph Erbhofgesetzes ist eine Vollstreckung in den auf die deutsche> wissenschaftliche« Kriegs- Weltgreuelpropaganda Erbhof nicht möglich. Die Klage hat aus philosophie der Aera Treitschke und Nach- sicherlich mit hundertfach größerem Recht und der Sittenprediger nicht ausweichen kann: Es lebe also der Krieg als Wohltäter, Erdiesem Grunde wenig Zweck im folger zu berufen brauchte, um der zivili- als 1914 geliefert wird! Augenblick. Es wäre aber vielleicht sierten Menschheit den» Boche« als Unge- Einer aus dem engsten Kreis der zumeist löser und Befreier! Wie gesagt, der preußische Parade- General gut, wenn Sie die Adresse des Kreis- Bauern- heuer schlechthin vorzuführen und ihre ge- ein wenig fragwürdigen Gestalten um Goführers ausfindig machen würden, welchem waltigen moralischen und auch materiellen ring, denen er rund um die deutsche Kriegs- Bernhardi hat das schon viel früher einmal Das Neue an der dieser Erbhof untersteht. Dem Kreisbauern- Mittel zur Bekämpfung dieser Bestie>> im aviatik schöne Uniformen und dicke Gehäl- gründlich systematisiert. daß nicht hitlerdeutschen Version ist nur, führer würden Sie zweckmäßig Ihren An- Namen der Zivilisation< Archiv für schaftlichen» Auslese der Tüchtigen< führt. ner zu Zahlungen anhält.<< tionen, als eine schreckliche Katastrophe, Rassen- und Gesellschaftskunde<) die» VerSchade nur, daß nicht alle Deutsche Majore Aus dem Briefkasten des>> Westen<, als die Ausflucht der Ratiosigkeit beim Ver- luste der Zivilbevölkerung durch den Luftim Reichsluftfahrtministerium sein können; Berlin, Nr. 273. sagen anderer politischer Mittel empfanden, krieg« für jenen Fall, hinsichtlich dann bedürfte es gar nicht so vieler Worte. sondern ihn gewissermaßen in ihre Kosmo- sich das Dritte Reich ja so>> erzbereit< weiß. So bleibt der bittere Rest, daß der trainierte Vorsicht ist die Mutters logie eingeführt hatten; Ernst Häckel wollte Die Pointe des lehrreichen Beitrages zur ZeitFußballspieler, weil er sicherlich besser auf der Porzellankiste einmal mit dem Darwinismus, dessen Haupt- geschichte? Kinder's es ist ja alles halb so Winke und Anweisungen<< laufen kann, der interpret er in Deutschland wurde, gleich schlimm! Gewiß wirds ein bißchen knallen, Nation erhalten bleibt, während der berühmHitler und die Literaturgeschichte. naturwissenschaftlich fundamentierte wenn die feindlichen Flieger teste Professor hinter seinem Schreibtisch, Zwei holländische Gelehrte, die Professoren Theorie des Kapitalismus geben; der große oder Hamburg kreisen werden. Gewiß gibt>> minderwertig«<, wie er nun schon mal im van Stockhum und van Dorn haben eine Brite, von dem die neue eigentliche Erkennt- es trotz Luftschutz Panik und anderes; Laufen sein wird, alle Chancen der Ausrot> Geschichte der deutschen Literatur< verSelbstsucht löst alle Bande der tung für sich hat. Aber vielleicht verstehen t, deren zweiter Band soeben erschienen nis ausging, hatte sich da wohl gehütet, wei-> feige als es erlaubt war. Scheu und Rücksicht« und» Hysteriker, komwir nur falsch? Vielleicht ist wirklich der ist und von der Zeitschrift» Geistige Arbeit« ter zu schlußfolgern, Saboteure(!) und feindliche Fußballspieler und Torkeeper der entschieden in Berlin in der Kritik rühmenswert erwähnt Aber typisch deutsch war eben Häckels Be- munistische dem nüchternen Erkenntnisschritt Agenten stiften Verwirrung an<. Aber im wertvollere nationale Typ und das edlere Obwird. Nein, der deutsche Geist ist trotz mühen, rechte selben Augenblick setzt auch die absolut jekt der Rassenhygiene im Dritten Reich? allem für die übrige Welt noch nicht ver- gleich die moralisierend- spekulative storben. Auch wir stellen es mit Freuden fest. Weihe und Würze zu geben, auch wenn voll- se gensreiche Wirkung des GanMit der zen ein so segensreich, daß, gäbe es kein Immerhin Wer betreibt macht ihrer kriti- endeter Unsinn dabei herauskam. zum Schluß die den Deut- Luftbombardement aus zwangsläufig- politischen Buchbetrachtung die genannte Hitler- deutschen Kriegspanegyrik, Gott sei Dank Stelle folgende Feststellung:» Ein kurzes schen bereits so ungeheuer geschadet hat, schen Gründen, die Schlußkapitel ist( in dem Stockhum- Dorn- ohne auch nur das geringste Plus zur deut- lich unser» Führer« schon rechtzeitig schen Werk) der Dichtung des Dritten Rei- schen Sache im Ernstfall zulegen zu können, schaffen wird, man eigens eines aus nämlich gradezu Handgelenk erfinden müßte. Denn: ches gewidmet, abwartend und ver- verhält es sich ähnlich: ständnisvoll...< Wir haben es immer gotisch dumm! >> Die Wirkung der Auslese der Erb- zu E. Wahle,» Deutsche Vorzeit«<, Leipzig 33), anlagen geht( bei der Bombardierung gesagt: die vernünftigsten Leute stammen der Zivilbevölkerung aus der Luft) etwa Problem der Thingstätte, der die Erneuerseit jeher aus Holland. folgendermaßen vor sich: Die Besten kommen von allein auf das, was zu tun ist. Diese werden am wenigsten zahlreich sein. Die Nächstbesten werden die von öffentlicher und privater Seite gegebenen Winke und Anweisungen befolgen. Der Unterschied dieser beiden Klassen liegt nun dar in, daß die einen von selbst wissen, was sie zu tun haben, die anderen erst eines Anstoßes bedürfen. Von da ab schwächt sich der Schutz des einzelnen in dem Maße ab, der Vollständigkeit halber wie die geistige Möglichkeit abnimmt, die gegebenen Winke und Anweisungen für Bauch aufgeschlitzt wird; alles dies als Opfer sich nutzbar zu machen. bis er bei den und ehrendes Angedenken für den auf dem geistig Minderwertigen- hier in weite- Scheiterhaufen verbrannten>> Führer<<. stem Sinne gemeint und nicht auf soge- sieht, der 30. Juni ist schon dagewesen; allernannte Geisteskranke beschränkt oder weniger ganz aufhört und unzweck- ding's unter anderen Umständen. Unweit diemäßiges Verhalten überwiegt. Verses Bildes steht ein Waschzettel über eine luste werden also in ganz großen Zügen ähnliche» Germanenkunde<<, worin es u. a. Ausnahmen im Einzelfall natürlich im- wörtlich heißt:»... Nicht unterhalten will Weniger Gehalt Es wäre gelacht, wenn das Hitler- System Restauration und Mischung von alldeutsch plus Pöbel einer anderen Mentalität huldigen sollte! Der ganz moderne Krieg ist mehr Soldaten zwar keine kommensurable Größe im Hin>> Niemand wird sagen, daß die Besoldung blick etwa noch auf den» frisch- fröhlichen< man von Anno siebzigundeinundsiebzig mehr. Die der unteren Gruppen zu hoch sei. Ja, wird zugeben müssen, daß sie in man- aus der Luft bombardierte Zivilbevölkerung, chen Fällen kaum ausreichend mitten im Hinterland in Trümmer gelegte, verödete Großstädte und ist, wenn trotzdem hierin noch keine Aen- durch Giftgase nicht ein völliges derung eingetreten ist, dann deshalb, weil es ähnliches werden zwar noch ein Novum in Deutschland heute ungleich größere Novum, aber immerhin und noch wichtigere Dinge gibt. bleiben, von dem man keine rechten Vorstelnicht der militärische Was nützt aller Glauben und alles Schaffen, lungen hat. Aber wenn schon das wäre wenn die Früchte dieses Glaubens und die Fachmann. Erträgnisse dieses Schaffens durch irgend- noch schöner, wenn nicht Michel, der angebwelche Feinde weggenommen werden können? liche Träumer, in der Lage wäre, auch hier Deshalb hat der Führer neben unser Wollen schon moralische, ja geradezu weltanschauden Soldaten ge- liche Rosinen zu ernten! Der Krieg, wie und unser Schaffen er auch sei, muß kathedral werden! gemacht ( IIuptamtsleiter des Hauptamtes für schmackhaft Beamte in der Reichsleitung der NSDAP Sehen wir zu, wie das jetzt im Dritten Reich Nec auf einer Beamtenkundgebung in im Hinblick auf die schauerlichste PerspekKönigsberg am 27. September 1936.) stellt.< Schifferlied von Isa Vermaeren. Man Auch Die freibe» Greuelpropaganda«? Das dritte Heft von» Volk im Werden< dem( herausgegeben von Ernst Krieck, Armanenverlag, Leipzig, bringt als Illustrationsprobe mehr mer wahrscheinlich in dem Grade zuSo nehmen, wie die Begabung abnimmt. bedauerlich vom rein menschlichen Standpunkt jeder einzelne Verlust ist, die Rasmit dieser senhygiene kann Verteilung einverstanden sein!< und zwar in einem Aufsatz über>> Das ung des Theaters und des Zirkus auf völkieine> Opferscher Grundlage behandelt, szene«, die so aussieht: Das Bild stellt dar, wie etlichen Sklaven, Gefangenen oder sonstigen Untertanen vor an der ehrfürchtig staunendem Publikum Leiche des Führers« von Anno Drusus und Tiberius- Köpfe, Arme und Beine abgehackt und auch der Man das Buch, sondern erziehen,... zur freudigen Nachfolge in ihrer Art... für die Festigung unserer Weltanschauung. Sie wird die unumgängliche Grundlage der gesamten deutschen Volkserziehung.< vom Nicht schön, aber laut > Gegenüber den Chören von der Eigenart vorkriegszeitlicher» Liedertafel«<- und> Harmonie«-Vereinigungen steht in der Bewegung die eine Front junger Mannschaft, gesangsästhetischen Standpunkt aus gesehen nicht immer sehr edel und besonders klangschön, dafür aber mit gläubiger Hingebung an das Lied ihr Bekenntnis formt.<< Erich Lauer, Bearbeiter des» Liederbuches der NSDAP<, in der» Preußischen Zeitung”. Nur worüber lachen, das ist die Frage.| lachten die Zuhörer unsicher, dann zischten| Turnens und des Sportes große gröhlte, dudelte und pfiff es damals in ganz Nicht zuletzt eine Frage für den Komiker. sie, dann traten die Hausschlüssel in Funk- Erfolge erzielten, haben auch in Deutschland.» Und der Koch in der Kom- Hänschen wollte es ganz gescheit machen tion. Stimme aus dem Publikum:» Was sind der Forschung Bedeutendes geTierstimmen- Imitator. Sie eigentlich? Komiker oder...< Hänschen leistet?< Davon war, wie das Fachorgan büse, diese vollgefressene Sau, hat die Hände und wurde im Gemüse und den Achtern im Kakao«, so Nicht übel machte er das, der Dicke, grunzte, mit tiefem Ernst:» Tierstimmenimi-» Der Sportarzt< jetzt traurig mitteilt, leider Das Publikum:» Wir hören Gottes» die Ausbeute geringer, als Das quiekte, gackerte, bellte und brummte wie tator!< ähnlich hieß wohl die eine Strophe. » Ich erwartet worden war«... Wirklich? Lied wurde verboten wegen> Verunglimp- eine ganze Menagerie. Dabei wippte er auf nichts, wir hören nichts!<< Hänschen: Der seinen kurzen Beinen auf und nieder, und sein imitiere soeben einen Fisch. Mehr trau Aber dann muß hier schleunigst der liebe fung eines Berufsstandes<. auch der Fäuchlein federte wie ein Gummiball. Wie ich mich nicht.<< Wohl noch nie hatte er Gott korrigiert werden! Denn nach der TheoSchiffer nämlich und vielleicht rie des» Führers< sichert Deutschland nur Köche. Ueberhaupt die sogenannte Stan- meinst Du Die Tiere werden doch wenig- einen solchen Heiterkeitserfolg gehabt. Am nächsten Abend trat er nicht auf. die Zahl möglichst gelungener Bauchwellen desehre! Was die dem Dicken zu schaffen stens nicht auf ihre Würde gepocht haben? machte, kannst du dir kaum vorstellen. In Nein, sie selber nicht. Aber wenn du viel- Man sagt, er sei verhaftet und ins Kazett den ihm gebührenden Platz an der Sonne. gebracht worden. Ich glaube übrigens nicht einer Stadt rebellierte die braune Schuster- leicht denkst, nun wäre alles gut gewesen innung, in einer anderen die Schneider, in hast du eine Ahnung! Eines Tages, als Häns- einmal, daß der Kerl wußte, wie gut sein einer dritten die Bäcker. Und seine Ulkereien chen, von einer Beifallssalve des Publikums Witz war, eigene Witze haben ihm nie gewaren doch so harmlos gemeint. Uebrigens verfolgt, in die Garderobe kam, wartete da legen. Er hat sich wirklich nicht getraut geht es heute noch genau so zu. Schau mal, ein Herr auf ihn. Zivilkleidung, aber dem und war vor Angst und Aerger schon halb Sogar sein Bäuchlein war gehier hab ich gerade eine Berliner Zeitung. Auftreten nach ein Uniformierter inkognito. verrückt. Das ist alles.<< >> Der Westen< vom 10. September dieses Er sei doch der Komiker, nicht? Ja, stotterte schmolzen. der Dicke angstvoll, der sei er.» So, so. Sehr» Du lieber Himmel,« sagte ich, und ich >> Die Krise der Komik. Wer ist interessant, Ihre Bekanntschaft zu machen, hatte geglaubt, daß gerade er als einziger schuld daran, daß wir zu wenig sehr interessant. Was haben Sie sich von unserer alten Klassenklique im Glück Sie So säße alter Kämpfer, der er war.< lachen? Das Publikum ist gegen die eigentlich gedacht, als >> Na ja,< gab mein Freund zu,» daß er Tatsache, daß sich Berufsorganisationen grunzten? Wenn das vielleicht eine Anauf die vorübergehende alter Kämpfer war, ist immerhin kein Schade. usw. über die verschiedensten Witze wegen spielung > Gefährdung der Standes ehre Schweinefleisch Ver knappung Da findet er im Kazett unter den Mitgefanbeschweren und daß zum Schluß nur ein sein sollte... Unterbrechen Sie mich nicht! genen wenigstens ein paar Bekannte. kümmerlicher Rest Schwieger- Sie werden wohl selbst gemerkt haben, wie mutter- Witzen übrig bleibt( weil die das Publikum reagierte. Ich möchte Sie nur noch nicht organisiert sind und sich darum gewarnt haben, nur gewarnt. Heil Hitnicht wehren können), genau so macht- ler!< Raus war er, und Hänschen strich erst los wie der Komiker selbst. Aber darum die Schweine, dann vorsichtshalber auch die Hühner und die Kälbchen vom Zeitgemäße Umfrage. will es doch lachen.< Der erste Vorsitzende des ProfessorenNatürlich will es lachen, und angeblich Programm. Was er nun machte? Ehe ich aus Deutsch- ausschusses für Leibesübungen in Bonn hat soll es sogar lachen, denn gerade die Nazipresse, der vor den allgemeinen Stirnrunzeln land abreiste, geschah ihm gerade sein vor- kürzlich an alle Hochschulen Deutschlands manchmal bange wird versichert immer wie- läufig letztes Malheur. Er kam auf die Bühne eine Umfrage gerichtet:» Wie viele Akader in Fettdruck:» Lachen ist gesund!<< und blieb stumm. Vollkommen stumm. Erst demiker, die auf dem Gebiete des Jahres. Hör zu! von K- a. Gleichgültig, wohin. > Ostpreußen marschiert hinter Adolf Wir Knechte Hitler, gleichgültig, wohin! Nationalsozialisten marschieren als Die Bauchwelle als Wertmesser der Idee und als Knechte des Führers, aber auch als Herren dieser Provinz, und das, Parteigenosse Dr. Ley, ist unser Stolz! Melden Sie dies dem Führer!< ner ( Gauorganisationsleiter Dargel in seiBegrüßungsansprache an Ley auf dem ostpreußischen Parteitag in Königsberg, September 1936.) das genügende Interesse entgegengebracht, vor allem deshalb, weil Arbeitsbuch in der Kriegswirtschaft en del, petit dhe vort him ange1918 ,, Wie ein Militärpaß!" Die Mobilmachungsvorbereitung zur Die DAF erklärt ausdrücklich, daß tung dieser Einrichtung kein Zweifel mehr vollen Ordnungsmäßigkeit des Buches Angaben über das> Berufsleben<< des Antragsstellers gehören. bestehen. ordneten Betriebsappelle zu viel von der im im wirtzu kostbaren Arbeitszeit wegnahmen. Die mit Hitler auf Gedeih und Verderb verbundene an alle Un- Leitung der Wehrmacht hat die neue soziale besser verAls im Februar 1935 als Neuauflage der den, ob der Beschäftigte besondere Fertig- Einführung der Arbeitsbücher z. B. Führerschein ein keiten, für Kraftfahr- ternehmer ein Rundschreiben gerichtet. Darin Situation in Deutschland viel abgeschafften Gesindeordnung oder >> Arbeitsbuch< zur Einführung gelangte, ist zeuge für Flugzeuge erworben hat.< wurde aufgefordert, sämtliche Arbeitsbücher standen als der von Schnaps und mittelalterArmee von Arbeitern oder Angestellten einzusenden, lichen Träumen ewig trunkene Ley. Im Blatt von uns bereits auf die Gefahren verwiesen Die Bedürfnisse der motorisierten worden, die mit dieser Registrierung der Ar- werden sichtbar. Das Arbeitsbuch ist in jedem die ihre Arbeitsstelle vorzeitig verlassen hat- des Dr. Schacht, dem» Deutschen Volkswirt<< Mit den> kontraktbrüchigen«,( v. 2. X. 36) deklariert sie an hervorragenbeiter und Angestellten für den letzten Rest Falle die Voraussetzung für eine Beschäfti- ten. ihrer Bewegungsfreiheit entstanden war. In- gung. Miẞliebige Arbeiter können durch Ein- von denen das Rundschreiben sprach, waren der Stelle den Betrieb als das, was er zwischen ist mit dem 1. September 1936 die ziehung des Arbeitsbuches jederzeit ausge- vor allem Landarbeiter gemeint, die neuen Deutschland wirklich ist, nämlich als obligatorische Einführung des Arbeitsbuches schaltet werden oder sie bekommen eine ent- zur Verbesserung ihrer kärglichen Löhne auf Kaserne und erweist den mit absoluter Geausgestatteten»>> Wirtschaftsführern< vollständig durchgeführt worden und es kann sprechende» erzieherisch<< wirkende Tätigkeit einen anderen Hof hinüberwechseln wollten. walt Das Rundschreiben war vom 15. September ihre Reverenz als den Kollegen vom benachnach den neuesten Verlautbarungen an der zugewiesen. 1936. Wenn der Jahreskontrakt des Land- barten Kasernenhof. Major Dr. Hesse Bedeukriegswirtschaftlichen die arbeiters im Spätherbst abgelaufen ist, be- vom Reichskriegsministerium äußert sich in steht bekanntlich überhaupt keine Möglich- seinem Artikel» Der Wirtschaftsführer Dienste der Wehrwirtschaft<< folgenderkeit mehr, den Arbeitsplatz zu wechseln. Im zurückliegenden Weltkrieg war die Da ohne Arbeitsbuch keine Beschäftigung maßen: systematische Mobilmachung der Arbeits>> Ein Arbeitsbuch, daß vom Arbeitsamt > Es genügt, nur einige große kräfte erst nachträglich durch das Gesetz geschlossen und noch nicht wieder ge- möglich ist, der Beschäftigte aber verpflichbei Aufnahme der über den vaterländischen Hilfs- öffnet ist, ist nicht als ordnungsgemäß aus- tet ist, das Arbeitsbuch schaftliche Unternehmungen vor Augen Arbeit dem Unternehmer zu übergeben, so erfolgt. Das gestelltes Arbeitsbuch anzusehen.<< dienste im Dezember 1916 Dritte Reich dagegen versetzt bereits heute Zusammenfassend erklärt die DAF, daß hört tatsächlich jede freie Re- haben, um sich darüber klar zu werden, daß ihre Organisation, lange, bevor es einen Bedie deutsche Arbeiterschaft in einen Kriegs- es sich bei der Einführung der Arbeitsbücher gung des Arbeiters oder Angedem Arbeitsmarkt griff der Wehrwirtschaft gab, eine wehrwirtzustand. Das damalige Gesetz verpflichtete um die» Sicherung einer zweckentsprechen- stellten auf als dies vielfach gesehen wird... Sie verjeden männlichen Deutschen vom 17. bis zum den Verteilung der Arbeitskräfte<< handelt. auf. Die Nazis haben es fertig gebracht, den schaftliche war und weit stärker heute ist, 60. Lebensjahr, soweit er nicht zum Dienst Mit dem Hilfsdienstgesetz war die Freizügig- Arbeitsmarkt» abzuschaffen<<. in der bewaffneten Macht einberufen war, keit der Arbeiter beschränkt, aber gleich- einsatz für die Kriegswirtschaft ist auf allen langt eine sichere, feste und klare Führung, sie ist niemals als der Bau von Stahl und vorbereitet. Für Hitler- Deutschzum vaterländischen Hilfsdienst. Der Perso- zeitig eine Lohnregulierung durch Gebieten der Kriegsausbruch keine Ueber- Beton, in dem Maschinen ihre Arbeit nenkreis umfaßte alle Tätigkeit bei Behörden, das staatliche Schlichtungswe- land ist sondern sie Mit dem Arbeits- raschung. Die Arbeiter und Angestellten den(!), zu verstehen, in der Kriegsindustrie, in der Landwirtschaft, s en bestimmt worden. an die Stellen nicht anders als die Kaserne erst in der Krankenpflege und in kriegswirt- buch dagegen wird die Freizügigkeit werden gleich den Soldaten schaftlichen Organisationen oder in Betrieben unterbunden, ohne daß irgend befohlen, die dem Zweck der Aufrüstung und von ihren Menschen her zu begreifen... Der welche Korrektur unzureichender Kriegsführung entsprechen. Der Arbeitspaß, Anordnung geht immer ein entsprechender Er braucht ebensowenig, wie Ein Beispiel so wurden die Arbeitsbücher anfangs ge- Appell voraus. Mit der Einführung des Arbeitsbuches ist Löhne möglich wäre. im Dritten Reich die Kontrolle und Verteilung aus Goslar läßt bereits die ganze Bindung nannt, soll nach einer treffenden Aeußerung dies bei einer militärischen Formation der aller Arbeitskräfte nach militärischen Ge- erkennen, die dem Arbeiter erwächst. Das in der Zeitschrift» Der deutsche Volkswirt<< Fall sein muß, besonders ausgesprochen zu sichtspunkten angeordnet worden. Die sozia- Arbeitsamt in Goslar hat schon 14 Tage nach wie ein Militärpaß wirken. len Schutzbestimmungen aus dem Hilfsdienstgesetz wie die Schaffung von Arbeiter- und Angestelltenausschüssen ämtern zur Lohnfestsetzung sind unter der Hitler- Diktatur selbstverständlich in Wegfall gekommen. zur Volksversorgung. und SchlichtungsDer ArbeitsWahrheit in der Lügen- Statistik 1935 1934 1932 1929 finist werden. Er heißt Pflichterfüllung und wird als solche in der täglichen Arbeit von Millionen deutscher Menschen befolgt. In ihr geht es nicht minder hart zu und werden die im Menschen nicht weniger angefaßt als militärischen Leben. Vielleicht hat ja auch grade darum die allgemeine Wehrpflicht, ihre Verlängerung auf zwei Jahre eine beergibt folgendes sondere wirtschaftliche Bedeutung, daß sie diese Menschen der Einordnung, der Gein Milliarden Mark wissenhaftigkeit, der Pünktlichkeit, kurz ge4 • 16.4 15.9 • . 12.7 21.7 • sagt, der schlichten Pflichterfüllung miterziehen hilft und so der Wirtschaft einen entscheidenden Dienst zu leisten vermag.< Das deutsche Volkseinkommen 1935 Die Deutsche Arbeitsfront veröffentlicht Bei der Beurteilung der offiziellen statisti-| Gesellschaftseinkommen) im> Recht der Arbeit« eine Erläuterung, die zwar nur von den Pflichten der Beschäftig- schen Angaben über das deutsche Volksein- Bild: ten aus dem Arbeitsbuch< spricht, doch ist kommen im Jahre 1935 muß die jüngst er- Unternehmereinkommen der kriegswirtschaftliche Zweck und Zwang gangene Verfügung Berücksichtigung finden, ohne weiteres erkennbar. Von dem Besitz nach der jede Statistik vor ihrer Veröffenteines Arbeitsbuches werden die Beschäfti- lichung dem Propagandaministerium vorgegungsverhältnisse in der Seeschiffahrt und in legt und von ihm gebilligt werden muß. Die der Heimarbeit ausgenommen. Aus- vom Statistischen Reichsamt in Nr. 18 von von 12.7 auf 16.4 Milliarden Mk., also genau stige Regung auch für das spätere Leben nahmen erklären sich daraus, daß die See- Wirtschaft und Statistike mitgeteilten Zif- um 30% gestiegen. Und das Einkommen der schiffahrtsbesatzungen bereits heute ein See- fern sind also so zusammengestellt, daß sie Arbeiter, Angestellten, Rentner und Arbeitsfahrtsbuch, die Heimarbeiter ein Heim- dem Propagandabedürfnis der nationalsozia- losen? Ziehen wir ihre Einnahmequellen zu listischen Diktatoren Rechnung tragen. arbeitsbuch besitzen müssen. Diese 1935 1934 1932 1929 • . Gesamtsumme je Kopf 57.3 Milliarden M. 52.6 45.2 • 99 76.1 857 Mark 801 696 1187 " 54 " * 99 Das Unternehmereinkommen ist seit 1932 1935 1934 1932 1929 • in Milliarden Mark 39.9 37.3 9 • 35.0 . • 52.9 sammen( Löhne und Gehälter, Renten und Ein Arbeiter oder Angestellter darf nur Dennoch müssen wir uns an dieses stați- Pensionen): noch beschäftigt werden, wenn er im Besitz stisches Material halten. Es betrug danach eines ordnungsgemäß geführten Arbeitsbu- das gesamte deutsche Volkseinkommen: ches ist. Lehrlinge und Volontäre unterstehen den gleichen Pflichten. Die genaue Kontrolle der Persönlichkeit erfolgt bereits bei Stellung des Antrags auf Ausstellung des Arbeitsbuches, der zwar beim Arbeitsamt erfolgen muß, doch ist von der OrtspolizeiEs hat demnach das Volkseinkommen gebehörde eine Bescheingung über die polizeiliche Meldung beizubringen. Die Polizei gen 1934 um 4.7 Milliarden Mark oder um 9 Prozent zugenommen. Da das Saargebiet ist also von Anfang an eingeschaltet, ganz abgesehen davon, neu in die Berechnung einbezogen worden daßim heutigen Deutschland auch ist, ergibt sich in Wirklichkeit nur eine Steidas Arbeitsamt weitgehend mit gerung um 8 Prozent. Seit dem schlimmsten Krisenjahre 1932 sichtigt man diese Veränderung, so ergibt polizeilichen Befugnissen ausgestattet ist. In der Erläuterung der DAF ist eine Vermehrung um 12.1 Milliarden Mark sich, daß von 1932 zu 1935 das Einkommen wird der Fragebogen nicht erwähnt, der bei zu verzeichnen. Aber hinter dem Jahre 1929 der Arbeiter, Angestellten, Arbeitslosen und Antragstellung auszufüllen ist. bleibt das Volkseinkommen noch immer um Dieser Antrag muß u. a. Angaben enthal- 19.8 Milliarden Mark zurück. Das ist um so als die Produktion im ten, in welchen Betrieben der Arbeiter oder bemerkenswerter, wo das Angestellte in den letzten 10 Jahren Jahre 1935 den Stand von 1928, 75.4 Milliarden Mark begearbeitet hat. Es wird also sofort fest- Volkseinkommen gestellt, ob der Antragssteller früher in trug, bereits überschritten und die Höhe von Eigenbetrieben oder Verwaltungen der sozia- 1929 beinahe erreicht hat. Auch die Jahresder Arbeitslosigkeit ist listischen Arbeiterbewegung tätig gewesen durchschnittszahl nach den amtlichen Angaben der Nazis mit ist. zu Es ist sonach im Jahre 1935 immer Innerhalb dieser Gruppe des Volkseinkommens ist insofern eine Verschiebung eingetreten, als von den Renten und Pensionen im Jahre 1929( 9.3 Milliarden Mark) den Arbeitslosen und Sozialrentnern ein viel größerer Teil zufloß als 1935, wo von den 7.7 Milliarden Einkommen aus Renten und Pensionen auf sich ein prozentual viel höherer Anteil entfällt als drei Jahre vorher. Berückhöchstens 10 Prozent gestieDer Drill soll also jede selbständige geihinwegnivellieren und der Wirtschaft das graue, stumpfe und gleichgültige Menschenmaterial liefern, das nichts anderes mehr als>> schlichte Pflichterfüllung im Namen der eigenen Ausbeutung kennt. Hitler will den Frieden«< > Pazifismus aber, und äußert er sich auch nur im unbeweisbaren Hoffen und Menschheitsideologien, mag menschlich allenfalls als Ausfluß einer hoffnungslosen Dekadenz verständlich sein, politisch endet immer, gewollt oder nicht, in Landesverrat.< ( Der> Westen«, Berlin, Nr. 266.) Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt er Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck:> Graphia; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia. Rentner um gen ist. Steigerung des Unternehmereinkommens um 30 Prozent Zunahme des Einkommens der arbeitenden Bevölkerung nur um 10 Prozent, das ist das Ergebnis der national- Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzelverkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein sozialistischen Lohn- und Sozialpolitik. Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis In dem gleichen Zeitraum, nämlich von der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč vermerken, ob wenig über 2 Millionen nicht wesentlich höher 1932 zu 1935, hat sich die Zahl der Beschäf- 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert tigten um 3.3 Millionen auf 16.5 Millionen, das Quartal stehen in Klammern): Argentinien in der Landeswährung( die Bezugspreise für vorhanden als 1929, wo sie 1,913.000 betrug. also um mehr als 25 Prozent erhöht. Die Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) Zahl der Arbeitslosen soll sich nach den offi- Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 nach der Nazi- Statistik fast der gleiche ziellen Angaben im Jahresdurchschnitt von( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland Stand der gesamten industriellen Produk- 5,602.000 auf wenig über 2 Millionen gesenkt E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), tion wie im Jahre 1929 zu verzeichnen, es haben. Der Produktionsindex ist um 88 Pro- d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80). ItaFrankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien ist auch der Umfang der Arbeitslosigkeit zent gestiegen aber das Arbeitereinkom- lien Lir. 1.10( 13.20), Jugoslawien Din. 4.50 nach den nationalsozialistischen Quellen im men hat sich nur um 10 Prozent erhöht.( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. Durchschnitt nicht höher als damals Norwegen Kr. 0.35( 4.20), Oesterreich Sch. 0.55( 6.60), Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), aber das Volkseinkommen ist um 19.8 0.40( 4.80), Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Milliarden Mark oder um mehr als 25 ProPolen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.zent weniger als damals! ( 24.-), Rumänien Lei 10.-( 120.-), Schwe Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 den Kr. 0.35( 4.20), Schweiz, Frs. 0.30( 3.60), ( 4.20). USA. 0.08( 1.-). In einer Rubrik ist >> landwirtschaftliche Kenntnisse< sind. Schon vor der Ausstellung des Arbeitsbuches ist auf Grund dieser beruflichen Nachforschung die Verweisung von Industriearbeitern in die Landwirtschaft möglich. Die Verweisung aus. bestimmten Berufen ist für So wurden z. B. in das Regime wesentlich. Hamburg bei Ausstellung der Hafenarbeitskarten schon 1934 von 16.000 Hafenarbeitern allein 4000 die Karten für diesen Beruf entzogen. Bei dem früheren Gesindebuch ist häufig das Buch vernichtet worden, wenn schlechte Zeugnisse enthalten waren. Das neue Arbeitsbuch dagegen wird nur erneuert, wenn es vollständig ausgefüllt oder unbrauchbar geworSelbst eine zurechtgestutzte Statistik kann die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß es der kapitalistischen Schicht im Dritten Reich gut geht, während die arbeitende Diese ungünstige Entwicklung des Volks- Klasse an den Entbehrungen und Leiden der einkommens, die nicht die kapitalistischen Wirtschaftskrise zu tragen hat. Unternehmer und nicht das Riesenheer der nationalsozialistischen Bonzen zu spüren den ist. Ein Verlust des Buches ist glaub- haben, drückt sich auch in dem Volkseinkom- Der Betrieb haft nachzuweisen. men je Kopf der Bevölkerung aus. Auf einen Neben dem Antragsformular kann das Ar- Angehörigen des deutschen Volkes fällt im beitsamt ergänzende Fragen stellen, die Jahre 1935 ein um 330 Mark geringeres Ein>> richtig und vollständig zu beantworten sind. kommen als 1929. >> Schließlich kann das Arbeitsamt · als Kaserne bad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärtse zu Dr. Ley hat den Betrieb mit der Ernennung der Belegschaft zur Gefolgschaft<, das Eine Zusammenrechnung der verschiede- des Unternehmers zum> Betriebsführer<< persönliche Erscheinen des Antragsstellers nen Gruppen des Unternehmereinkommens einer Art mittelalterlichen Ritterburg oder ( Land- und Forstwirtschaft, Handel und Ge- zu einem Fronhof machen wollen. Die> BeDer Unternehmer ist verpflichtet, zu mel- werbe, Einkommen aus Kapitalvermögen und triebsführer haben seinen Erfindungen nicht anordnen.<< Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift» Neuer Vorwärts: Karlsbad. Prag 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärtse KarlsKarlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer Vorwärts< Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank Filiale Karlsbad. Konto> Neuer Vorwärtse Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: Anglo- Cechoslovakische und Prager Creditbank, Filiale Belgrad. Konto> Neuer Vorwärts, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeich nung der Konten ist erforderlich.