Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr. 179 SONNTAG, 15. Nov. 1936 Aus dem Inhalt: Grundlagen der auswärtigen Politik Opfer der Wehrfreiheit Die Zivilwillkür Rückwanderertragödien Der Angriff auf das deutsche Volk Die Blutfahnen Hitlers und Francos eine Aber hinter der Blutfahne von MünIn Deutschland sind zwei symbolische schen Grausamkeit, Verbrechen auf Ver- der belgischen, englischen, französischen Handlungen vorgenommen worden. Am 9. brechen häufend, gegen den Widerstand Faschisten. Hinter ihren angeblich lega- chen marschiert ein Schatten mit, tapfer kämpfenden Volkes Schritt len Demonstrationen lauert der Bürger- andere Erinnerung aus dem Jahre 1923 November hat Hitler den sogenannten Ge- eines denkmarsch durch München veranstaltet. für Schritt erzwingen will, das haben sie krieg, der Wille zu blutig verbrecherischer das Gespenst der Inflation! Sie haben es im Bunde mit eidbrechenden militäri- Gewalttat. aufs neue geweckt, sie sind ihm verfallen, Die» Blutfahne< wurde dem Marsch zu Der sogenannte Gedenkmarsch in Mün- sie bannen es nicht! Ehren des Hitlerputsches von 1923 voran- schen und verfassungsmäßigen Gewalten ohne Schwertstreich durchgeführt. Aber chen unter Vorantragung der Blutfahne getragen, der damals im Feuer der ReichsEin blutiges Verbrechen wehr zusammengebrochen ist. Hinter der die blutige Gewalt ist dennoch das Wesen feiert den Sieg des gegenrevolutionären Blutfahne im ersten Gliede marschierte ihrer Systeme, der tausendfache Mord im Angriffs auf das deutsche Volk, der im Das deutsche Edgar André in Hamburg hingerichtet. Generalfeldmarschall von Blomberg, den Dunkeln, die barbarische Grausamkeit, der Jahre 1933 gelungen ist. Der Kommunist Edgar André ist hingeMarschallstab in der Hand. Fast zur glei- Ausrottungsfeldzug gegen die Menschen Volk ist ein besiegtes Volk. Während seine Wenn immer Herrscher im Bunde mit der europäischen richtet worden. Es ist nicht die Rede von' chen Zeit wurde in Berlin eine andere freiheitlicher Gesinnung. die Faschisten aller Länder den Gegenrevolution zum Angriff auf die Frei- einem Justizmord aus Irrtum. Blutfahne feierlich gehiẞt. Die Vertreter heute der verbrecherischen spanischen rebelli- Marsch auf die Hauptstadt als ihr Ziel heit anderer Völker vorgehen, erduldet es sich um die bewußte Ermordung eines polischen Generale haben, begünstigt von der ansehen, so wollen sie das, was Franco die Leiden der Besiegten. Noch als Besieg- tischen Gegners mit Hilfe einer feilen Justiz. das ist ter erleidet es Angriff auf Angriff, Ge- Hinter dem Begriff der Justiz darf die perHitlerregierung, Besitz von der spanischen durchführt. Franco vor Madrid sönliche Verantwortung aller an diesem Mord Botschaft in Berlin ergriffen und demon- das Ziel der Degrelles und der Mosleys, walttat auf Gewalttat. strativ die mit Blut befleckte Fahne der spanischen Gegenrevolution gehiẞt. Es handelt Hitlerlöhne Hungerlöhne! Der sogenannte Gedenkmarsch in München feiert ein Verbrechen am deutschen Volke, das im Jahre 1923 noch verhindert werden konnte, dafür aber im Jahre 1933 total durchgeführt wurde. Die Erinnerungsfeier an das Verbrechen von 1923 ist eine Siegesfeier der Gegenrevolution über das deutsche Volk. Die Demonstration der Ber-> Mein Kampf«; liner Vertreter Francos ist eine vorweggenommene Siegesfeier der verbrecherischen spanischen Gegenrevolution über das spanische Volk. Nichtsdestoweniger haben die Vertreter Francos ihren Sieg voreilig gefeiert! Das spanische Volk kämpft einen heldenhaften Kampf, der ganz Europa in Atem hält. Es schlägt sich gegen die Truppen Bauarbeiter früher 96, jetzt 47 Pig. pro Stunde! >> Eine Bewegung, die den deutschen Areine beiter in ehrlicher Weise seinem Volke wie- von dergeben und dem internationalen Wahn entreißen will, muß aufs schärfste Front machen gegen eine vor allem in Unternehmerkreisen herrschende Auffassung, die unter So liest man in Adolf Hitlers Buch: lohn von 47 Pfennigen gezahlt, was immerhin| 1. Oktober zehn Prozent, Anfang des nächsten Jahres soll eine weitere Senkung um Lohnerhöhung 15 Prozent erfolgen. Bisher verdienten rund 10 Prozent bedeutet. Von einer diese Arbeiter durchschnittlich 45 Mark, Verschlechterung kann also hier nicht die Rede nach erfolgter Operation werden sie sich sein. Wir warnen alle diejenigen, die in un- mit 31 Mark pro Woche begnügen müssen. sere Bauarbeiterschaft durch unwahre Be- Besonders kläglich sind die Löhne in einer hauptungen Unruhe hineinzutragen ver- großen bayrischen Glasfabrik, wo die sosuchen. Heil Hitler genannten Glasanfänger auf 8.80 Mark in der Woche kommen. In derselben Fabrik gez. Prinz, Kreisorganisationsleiter.< Herr Prinz und sein Auftraggeber, der verdiente im Jahre 1927 ein Glasanfänger Volksgemeinschaft die widerstandslose wirtschaftliche Auslieferung des Arbeitnehmers der gegenrevolutionären Generale, gegen dem Arbeitgeber gegenüber versteht und die sogenannte Treuhänder der Arbeit im 70 Mark in der Woche. Heute beträgt der und Flugzeuge Deutschlands in jedem die Tanks und Italiens; und die verbrecherischen Generale haben die Hoffnung längst aufdaß sie nach kurzem geben müssen, Versuch der Wahrung selbst berechtigter wirtschaftlicher Existenzinteressen Putsch und Sieg über Spanien die Kirch- des Arbeitnehmers einen Angriff auf die breiten Volksgemeinschaft sehen will. Das Vertreten hofsruhe der Gegenrevolution könnten. Der Kampf auf Leben und Tod dieser Auffassung stellt das Vertreten einer wird Spanien noch lange verzehren, und bewußten Lüge dar; die VolksgemeinRheinland, Börger, haben damit in ihrer ganze Werkstattlohn für eine Gruppe von unerschöpflichen Dummheit ein Dokument zehn Arbeitern oft kaum mehr als 120 schärfster Anklage gegen das bestehende Mark! System geliefert. Denn in der geschmähten» Systemzeit«<, in den sogenannten Jahren der Schmach, bekamen die Bauarbeiter Stundenlöhne von 92 bis 96 Pfg. In einer großen Spielwarenfabrik müssen die Jugendlichen 10 bis 12 Stunden arbeiten, wofür sie 15 bis 20 Pfennige pro Stunde erhalten. Dabei zahlt die Firma den Lohn fünfmarkweise aus, eindas Feuer der Freiheit erstickt nicht. Jede schaft legt ja nicht nur der einen Seite, son- Jetzt, wo die Lebensmittelpreise sowohl ohne daß die Arbeitsfront dagegen I Schlacht, die das spanische Volk für seine dern auch der anderen ihre Verpflichtungen wie die Abzüge vom Lohn gewaltig gestei- schreitet. Freiheit schlägt, ist ein Trompetenstoß für die Kräfte der europäischen Demokrasind. auf.< In Sachsen sind bei vielen Großgert sind, wird ein Stundenlohn von 47 Das Deutsch ist fürchterlich, aber der Pfennigen sogar schon als eine» zehnpro- handelsfirmen die Gehälter, besontie, die in der lauen Luft einer unentschie- Sinn ist klar. Voor gem Internehmen die zentige Lohnerhöhung angepriesen, und ders der jüngeren Angestellten, um 15 denen Diplomatie eingeschläfert worden Ideologie der Volksgemeinschaft dazu be- gegen diejenigen, die dazu eine kritische Prozent gekürzt worden. nutzt, die Löhne zu drücken, macht sich Bemerkung wagen möchten, werden War- In der Pfalz beträgt jetzt der höchste von denen jedermann Stundenlohn 57 Pfennige. Der bewaffnete Aufstand der Gegen- einer bewußten Lüge schuldig. Und wer nungen erhoben, revolution mit Hilfe der Armee, die Ab- in jedem Versuch der Arbeiter, ihre wirt- weiß, was damit gemeint ist. Wie steht es ab verschiedene Beiträge für Sozialverschlachtung der Freunde der Freiheit, der schaftlichen Interessen zu wahren, einen da mit dem Recht des Arbeiters auf» Wah- sicherung, Marsch von Söldnertruppen auf die Haupt- Angriff auf die Volksgemeinschaft sieht, rung selbst berechtigter wirtschaftlicher Winterhilfswerk, so daß ein Lohn von 10. stadt, die Bombardierung der Arbeiter der verdient, daß aufs schärfste gegen ihn Existenzinteressen> Bauarbeiter, herhören! Es ist lediglich eine Zusammen- den Deichbefestigungen im Nordwesten. So weitet sich der Kampf um einen jeden, der den Versuch macht,» seine beBei den Autobahnarbeitern rechtigten wirtschaftlichen Existenzintersind die Stundenlöhne neuerdings von 55 essen zu wahren«, mit Gestapo, HochverDas Gerücht über Herabsetzung der Löhne Pfennige auf 52 Pfennige gesenkt worden. ratsprozessen und Konzentrationslager Glied in der Kette der Märsche der Fa- für Bauarbeiter ist gänzlich unwahr und frei Ebenso viel beträgt der Stundenlohn bei verfolgen läßt, heißt Hitler. schisten auf republikanische Hauptstädte. erfunden. Die Gunst der historischen Verhältnisse fassung der bisherigen Ortsklassen 8 und 9 Da infolge schlechten Wetters häufig Ar- menschenwürdigen Lohn zu einem Kampf hat es Mussolini im Jahre 1922 und Hitler zu einer Lohnklasse erfolgt. Die Ortsklassen beitstage ausfallen, gehen die Arbeiter oft gegen das ganze System. Trotz Hitler, im Jahre 1933 gestattet, ihre Märsche auf 8 und 9 umfassen aber nur kleinste ländliche mit einem Wochenlohn von 12 bis 14 Mark Heß und Göring, trotz Gestapo, HochverRom und Berlin durchzuführen, ohne daß Ortschaften, wo bisher ein tariflicher Lohn nach Hause. sie gezwungen waren, den blutiggrausamen von 42, bezw. 44 Pfennige je Stunde gezahlt ratsprozessen und Konzentrationslagern Aus verschiedenen Glasfabriken werden die Arbeiter für ihre wirtschaftSie werden kämp Sinn dieser Märsche sinnfällig zu demon- wurde. Nach dem Wortlaut der Abänderung wird uns gemeldet, daß dort gleichfalls lichen Existenzinteressen, für ihre Menstrieren. Was Franco mit offen blutiger wird in diesen nunmehr in einer Ortsklasse scharfe Lohnreduktionen erfolgt sind. In schenrechte kämpfen. Gewalt, mit der Enthüllung einer barbari- zusammengefaßten Ortschaften ein Stunden- manchen Fabriken beträgt der Abbau zum fen, weil sie müssen! Bete ligten nicht verschwinden. Die Richter und Staatsanwälte, alle Personen, die von der Anklageerhebung an bis zur Bluttat selbst in allen Instanzen mitgewirkt haben, tragen persönliche Verantwortung für dieses Verbrechen. Rückwanderertragödien! Opfer nationalsozialistischer Auslandspropaganda aus als Vorwände, denn André, der seit drei Jahren im Gefängnis mn. Rio de Janeiro, im Oktober.| Notwendigste zum Leben einbrachte. Sie las schriften dienen hier saß, war angeklagt, als Leiter einer kommu- Die nationalsozialistische Propaganda er- fast drei Jahre lang Tag für Tag in der man weiß aus vielen Erfahrungen, daß dievon der nistischen Demonstration am 7. September faßt im Ausland in erster Linie solche Men-> Deutschen Rio- Zeitung von den gelobten jenigen, die sich auf diese Weise 1931 in Hamburg die Schuld am Tode eines schen, die die Sprache ihrer neuen Heimat Zeiten, die dank Adolf Hitler Deutschland Verlogenheit der braunen Propaganda überzeugen konnten, Nationalsozialisten zu tragen. Tatbestand ist, nur ganz ungenügend beherrschen, und dar- beschieden seien, und daraus entstand bei der eigener Anschauung daß diese von der Polizei erlaubte Demon- um, wenn sie schon einmal Zeitungen lesen, Familie, die sich eine kleine, aber ganz ein- nach ihrer Rückkehr ins Ausland nicht gestration sich zurückzog, als sie von National- nur deutsche Zeitungen in die Hand bekom- trägliche Landwirtschaft erarbeitet hatte, rade die begeistertsten Propagandisten des sozialisten mörderisch angegriffen wurde, und men. Das ist aber bei den Verhältnissen in der Wunsch, nach Deutschland zurückzukeh- Dritten Reiches sind! daß ein Kampf zwischen Nationalsozialisten dem größten Teile Südamerikas nur die ren. Wenn das Volk wieder genügend ver- Der von uns geschilderte Fall verlief inund Polizei stattgefunden hat. Die Anklage gleichgeschaltete Presse. Da sich diese Sorte dient, wenn die Wirtschaft aufblüht, muß es sofern noch verhältnismäßig günstig, als die ist im Prozeß völlig zusammengebrochen. Die Menschen, zu der vor allem kleine Handwer- sich doch wieder lohnen, in der Heimat eine Familie zwar in Deutschland all das verlor, Zeugen der Staatsanwaltschaft haben noch ker und Geschäftsleute, dann Bauern gehö- Gastwirtschaft zu betreiben!< war ihr Ge- was sie in Brasilien in dreizehn Jahren mühim Prozeß ihre belastenden Aussagen selbst ren, für politische Dinge nie ernstlich inter- dankengang. Der Mann fuhr nach Rio de selig aufgebaut und erspart hatte, sie bewiderrufen. Hunderte von im Ausland befind- essiert hat, da sie des kindlichen Glaubens Janeiro zum deutschen Generalkonsulat, um hielt aber immerhin noch genug Geld übrig lichen Zeugen haben die im offenkundigen ist, was gedruckt ist, ist auch schon des- die Pässe in Ordnung bringen zu lassen für für die Ueberfahrt nach Brasilien, so daß sie Widerspruch zu bekannten Tatsachen stehen- wegen wahr, glauben sie Wort für Wort allen die Heimkehr nach Deutschland. Mit Hoff- allerdings jetzt blutarm und ohne Hilfsnationalsozialistischen Propagandalügen. Sie nung und Freude im Herzen trug den Behauptungen der Anklage zersetzt. von neuem mit dem Aufbau einer Namhafteste Juristen aus der ganzen lesen in der hiesigen nationalsozialistischen Konsulatsbeamten seine Pläne vor:> Wo jetzt Existenz in Südamerika beginnen kann. Welt, keineswegs nur kommunistisch gesinnte Presse zum Beispiel, dem Dritten Reiche sei Hitler wieder die Schornsteine zum Rauchen Schlimmer sind die zahlreichen Fälle, wo in Juristen, haben sich gegen dieses Tendenz- es gelungen, die Arbeitslosigkeit fast restlos, gebracht hat, wo jetzt das ganze Volk wie- Südamerika lebende Deutsche, völlig ungeurteil und seine Ungeheuerlichkeiten erhoben. zu beseitigen, und sie schenken dem natür- der Arbeit hat, wäre es ein Blödsinn, wenn warnt durch die Konsulate, ihre Stellungen Noch drei Wochen vor der Hinrichtung haben lich Glauben, die Zeitung hat es doch ge- ich draußen bliebe!< Was sollen die Leute im Stich lassen, ihre ganzen Habseligkeiten sich zwanzig Parlamentsmitglieder der eng- druckt. Sie erfahren aus den gleichgeschal- beim Konsulat dazu sagen? Sie haben zwar verkaufen, nur um das Geld für die Ueberlischen Labour- Party an Hitler gewandt mit teten Zeitungen, es sei der NSDAP gelungen, einiges Wissen um die wirklichen Verhält- fahrt nach Deutschland zusammenzubekomdem Ersuchen, die Urteilsvollstreckung auf- die Not der deutschen Bauern zu beseitigen| nisse in Deutschland, sollen sie sich aber men, wo ja nach den Meldungen der hiesigen und sie zweifeln keinen Augenblick an der der> Greuelpropaganda< schuldig machen? gleichgeschalteten Presse in den meisten BeDas System hat auf den Aufschrei des Richtigkeit dieser Meldungen. Sie werden Sie schweigen, stimmen zum Schluß sogar rufen ein empfindlicher Mangel an Arbeitsbeleidigten Rechtsgefühls der ganzen Welt durch die vom Reichspropagandaministerium( wenn auch nicht sehr laut und nachdrück- kräften herrscht, auf jeden Fall aber jeder geantwortet, indem es André mit dem Beile kontrollierte Presse darüber informiert, lich) zu! Der Mann fährt wieder auf sein Arbeit finden kann, der nur fleißig arbeiten des Henkers den Kopf abschlagen ließ. Es die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Besitztum, erzählt der Familie begeistert, die will... zuheben. Der Eidbrecher Das Geständnis im Grabe. sucht und der Wunsch er dem mittel den wollte seinen blutigen Charakter demonstrie- Reichsregierung und die allgemeine Belebung Beamten auf dem Konsulat hätten ihm Recht Diese unglücklichen Opfer der nationalren. Es wollte der Welt zeigen, daß es die Ge- der Wirtschaft hätten die Lage der Hand- gegeben, und bietet schleunigst die Land- sozialistischen Auslandspropaganda merken walt über das Recht stellt. Es wollte zeigen, werker und der kleinen Geschäftsleute be- wirtschaft zum Verkaufe aus. Da er und die schon nach wenigen Tagen, wie sehr sie herdaß es zum Zwecke einer Demonstration deutend gebessert, und sie zweifeln keinen Seinen es sehr eilig haben, da sie die Sehn- eingefallen sind, wie sehr sie betrogen wurwer erkennt am Termin dieser Hin- Augenblick daran, daß das stimmt.. treibt, möglichst den. Aber was sollen sie machen? Von der richtung nicht die Absicht, für die Sie- Wenn es neben diesen einfältigen und schnell an dem Konjunkturaufstieg teilzu- Wohlfahrtsunterstützung und ein paar milgesfeier vom 9. November in München naiven Menschen auch Hunderttausende in nehmen, verkauft er sein>> Sitio< zum Schluß den Gaben der Winterhilfe können sie sich die Leiche eines Kommunisten mitzu- Südamerika lebende Deutsche gibt, die den sogar unter dem Preis, den er sich vorge- auch beim besten Willen nicht das Geld für bringen? rücksichtslos Menschenleben nationalsozialistischen Propagandameldun- nommen hatte.» Nur schnell nach Deutsch- die Ueberfahrt nach Südamerika zusammenopfert. Es wollte zeigen, daß es sich heraus- gen mit der notwendigen Skepsis gegenüber- land kommen!« ist die Parole. sparen. Sie müssen sich Tag für Tag thre gelöst hat aus der Gemeinschaft, die durch stehen, die sich aus der spanisch oder portu- Und dann kommen sie im gelobten Land eigene Dummheit und Vertrauensseligkeit, Begriffe des Rechts, der Billigkeit, der Mo- giesisch geschriebenen Landespresse über die an und kaufen sich eine Gastwirtschaft, weil eine Folge ihrer politischen Unaufgeklärtral, der Menschenrechte in Europa geschaf- wirkliche Situation des deutschen Volkes in- sie drüben auch erstmals den Zeitungen heit, vorwerfen. Sie müssen sich sagen, daß fen worden ist. Dem Glauben, daß der natio- formieren, so ist doch die Zahl derer, die glauben und sich niemand am Beginn traut, sie sich selbst wirtschaftlich auf das Aergste nalsozialistische Staat ein Staat sei wie an- Wort für Wort den nationalsozialistischen ihnen reinen Wein einzuschenken. Und erst geschädigt, ja ins Unglück gestürzt haben, dere zivilisierte Staaten Europas, hält das Erfindungen und Uebertreibungen glauben, dann merken sie, wie alles gelogen war: wie weil sie der nationalsozialistischen PropaSystem mit zynischem Hohn den abgeschla- sehr groß. Das ist nicht nur politisch trau- sich die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht ganda in kindlicher Einfalt vertraut haben! genen blutigen Kopf von André entgegen rig, sondern führt immer wieder zu furcht- gebessert haben! Wie sich die Kaufkraft der Selbst wenn sie vorher in Südamerika unter gewaltigeren Verbrechens, baren kümmerlichsten ein Symbol des Enttäuschungen arbeitenden Bevölkerung nicht gehoben den Verhältnissen gelebt persönlichen das es gegen Europa plant. und schrecklichem Elend für viele im Aus- hat! Wie die deutsche Wirtschaft nicht im haben, trauern sie jetzt, den nationalsozialilande lebende deutsche Familien. Das kann Zeichen des Aufstieges, sondern des Nieder- stischen Aufbau< am eigenen Leibe er als lebend, Südamerika einem verlorenen man in Brasilien, in Chile, in Uru- ganges steht! guay, gelegentlich auch in Argenti- Energische Menschen machen den Ver- Paradies nach. Sie flehen Freunde an, die nien immer wieder feststellen. such, das Geschäft unter beträchtlichem Ver- so klug waren, nationalsozialistischen Lebte da( wir greifen ein Beispiel unter lust wieder zu verkaufen, um schnell wieder Verheißungen nicht zu vertrauen, ihnen doch An Gräbern pflegen sich oft verschlossene Münder zu öffnen und sorgsam ver- vielen Dutzenden uns bekannten heraus) im nach Südamerika zurückzukehren und von das Geld für die Ueberfahrt zu schicken. Da borgene Tatsachen zu enthüllen. Von dem Hinterland von Rio de Janeiro eine deutsche neuem anzufangen. Die deutschen Behörden solche Briefe oft in die Hände der deutschen jüngst verstorbenen Oberreichs- Familie, die während der Inflation der Hei- bemühen sich aber meist, solche Absichten Zensur geraten, enden diese Rückwanderergekehrt hatte, weil die zu sabotieren, Devisenvorschriften oder die tragödien nicht selten im Konzentrationsanwalt Werner wußte man freilich, mat den Rücken oder andere Vor- lager oder vor dem Sondergericht! wie er es mit seinem der Republik gelei- väterliche Gastwirtschaft nicht mehr das Militärpflicht der Söhne steten Treueid gehalten hatte. Nicht aber wußte man, daß der oberste RechtswahEs gibt keinen Berufeneren,> seine< Rhein-| Führung der Hoheitszeichen der rer des Reiches längst Garant eines satz der Ansprache des Standortspfarrers an Kraftfahrfesten politischen Paktes mit Bemann:» Sei getreu bis in den länder vor Beschädigungen und Zerstörungen beiden Staaten Sie hatten von Volksvermögen zu warnen, als diesen zeugen wieder gestattet ist. ihren Feinden gewesen war. Das Tode ergriffen die Hände. Ich erwarte daher, daß, wie im Inlande, haben Reichsminister Dr. Frank und einen wackeren alten Kämpfer begraben, Grohé. Auf seinen Befehl hin stürmten im Staatssekretär Freisler bei der Bei- der ihnen nicht mit der Waffe, aber um so März 1933 in Köln und anderswo bewaffnete jeder deutsche Kraftfahrer mit schwarze Rollkommandos die Stolz auch außerhalb der Landesgrenzen den setzung Werners offen in Reden bekannt, wertvoller mit dem Schwurfinger gedient braune Wohnungen politischer Gegner. Sie hausten Hakenkreuz wimpel und wenn er worüber die DAZ berichtet: wie die Wilden, zertrümmerten Wohnungs- dem Korps angehört den NSKK- Wimeinrichtungen und Hausrat mit mitgebrach- pel an seinem Kraftfahrzeug führt. ten Aexten und stahlen an Geld und Gut, Lauheiten in der Erfüllung was sie erwischen konnten. Im Kölner Pro- dieser selbstverständlichen der Kampfzeit als erster Anwalt des Reiches Im Novemberheft von> Laboure, der Moletarierviertel wurde eine Straße so fürchter- Pflicht dulde ich nicht. Bei der trotz übelster Anfeindungen unverbrüch- natsschrift der Labour Party, lesen wir: lich heimgesucht, daß die Verantwortlichen Verfolgung von Verstößen werde liche Treue gehalten habe. Der>> Herr von Ribbentrop, der neue deutsche mit Herrn Grohé an der Spitze alles taten, ich den schärfsten Maßstab anOberreichsanwalt habe den Kampf gegen das Botschafter, hat von der Verantwortung seium zu verhindern, daß Photographien dieser legen. Untermenschentum in dunkler Zeit zum Se- nes Amtes sonderbare Vorstellungen. Kaum Zerstörungsszenerie ins gen unseres Volkes und Führers siegreich eine Stunde, nachdem er seinen Fuß auf eng- Ausland gelangten. Ein dickes Aktenbündel bestanden. Reichsminister Dr. Frank stat- lischen Boden gesetzt hat, gibt er uns eine bei der Kölner Regierung hat lange von dietete dem edlen deutschen Manne insbesondere Lektion in unserer Innenpolitik, und er ist sen martialischen Taten im Zeichen des Sieden Dank der Partei ab. Als erster Rechts- so freundlich, uns die Gönnerschaft seines ges der nationalsozialistischen» Revolution< wahrer sei der Oberreichsanwalt ein teueren Herrn Hitler zu versprechen, wenn gezeugt, bis es auf Grohés Verlangen von treuer Mitarbeiter des Führers wir so tun, wie dieser Größenwahnsinnige es dem früheren Kölner Regierungspräsidenten in Deutschlands schwerster Zeit verlangt. Es ist nicht überraschend, daß die und ersten Gestapochef Diehls vernichtet hatte. » Der Staatssekretär dankte dem Ver- Ribbentrop in England blichenen im Namen des Führers, daß er ihm in den schweren Jahren Begrüßung durch die Presse. gewesen.< -bestenfalls ungewöhnlich unbeschreiblichen Bemerkungen des Botschafters in einem Teil wurde. Jetzt begreift man, warum für diesen der Presse als > Wer auch nur geringe Teile...< Grohé Oberreichsanwalt die bergehoch getürm- taktlos bezeichnet werden: strengere Kritiker hat inzwischen größere Teile für sich priten Beweise der preußischen Regierung zögern nicht, von einer glatten Unverschämt vat erworben. Er residiert in einer Villa am über die nationalsozialistischen Hochver heit zu sprechen. Herr von Ribben- Kölner Stadtwald und besitzt die schönsten ratspläne niemals ausreichten. Jetzt wird trop muß versuchen, sich dessen Autos seines Gaues. ebenso klar, warum Werner den Autor der bewußt zu werden, daß er jetzt Boxheimer Dokumente, Herrn Best, gänz- auf der zivilisierten Seite des Im Zuge der lich ungeschoren ließ. Er richtete sich be- Rheins sein Domizil aufgeschlareits nach dem natürlichen Komment gen hat.< unter PeGes. Der Oberreichsanwalt hatte es-anders kann man die Worte Franks und Freislers nicht deuten dem Adolf Hitler geschworen. Er spielte die Hauptrolle in forensischen Komödien unter der Republik Vorübungen für ihre allergrößte, den Reichstagsbrandprozeß. Mit Fug und Recht falteten die Teilnehmer an dieser Beisetzungsfeier bei dem biblischen LeitEin Berufener Er beschirmt deutsches Volksvermögen. In der Westdeutschen Presse liest man diesen Aufruf: Gleichschaltung Hakenkreuzwimpel und schärfster Maßstab in Oesterreich > Manchen deutschen Kraftfahrern, die ( gez.) Hühnlein, Korpsführer.< ( Deutsche Pressemeldung.), Sie haben es so gewollt Im» Westen<, Berlin, Nr. 306, lesen wir: >> Wenn bei 24 Geschäftsschließungen 10 Lebensmittelgeschäfte und 7 Fleischereien betroffen wurden, so darf nicht der Schluß daraus gezogen werden, daß Einzelhandel und Handwerk die Schuld an gewissen Verteuerungen tragen. Nach gewissenhaften Erhebungen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel beträgt der Reingewinn von fast 75 Prozent aller Lebens-. mittelhändler rund 80. Mark im Monat. Die geringen Verdienstspannen und in manchen Artikeln ist von einem Verdienst schon nicht mehr zu sprechen stempeln den durchschnittlichen Lebensmittelhändler zu einem der niedrigsten Einkom mensbeziehern in Deutschland.<< nach Oesterreich einreisen, scheint es Vor der Machtergreifung marschierten geoffensichtlich noch nicht bekannt zu sein, rade die Kleinhändler in Scharen hinter der > Deutschland ist nicht so reich, als daß daß nach den Vereinbarungen zwischen dem Hakenkreuzfahne, bei den ReichstagsbrandReiche und es auch nur geringe Teile seines Deutschen dem Bundesstaat wahlen fielen ihre Stimmen durchaus für Volksvermögens leichtfertig Oesterreich, mit welchem die früheren Reise- Hitler ins Gewicht, denn die NSDAP verbeschädigen oder gar zerstö- beschränkungen zwischen beiden Ländern sprach ihnen tatkräftige Unterstützung. Und ren dürfte. Deshalb auch» Kampf dem Verderbe, denn damit sind 1% Milliarden aufgehoben und die politischen Verhältnisse ein Teil von ihnen bezieht auch bereits UnGrohé, Gauleiter.< geklärt wurden, selbstverständlich auch die terstützung zu retten. von der Fürsorge. Deutsche Streiflichter Brief eines Lehrers >.... Obwohl ich schon die> Kriegswirtschaft als Lehrer miterlebt habe, muß ich tisdi Die Zivil- Willkür Neben der sadistischen Strafjustiz des wenn der andere Teil Jude ist, zur Anfech- 1 traktbruch des> Gesindese bekanntlich Frelwird ihre Schwester, Dir sagen, daß die jetzige wirtschaftliche Dritten Reiches die tung des Vertrages. Aber auch der deutsche heitsstrafe stand. Jetzt tritt statt der Mobilmachung das Damalige weit übersteigt Zivil- Justiz, oft übersehen. Zu Unrecht! Vertragsteil kann, wenn er den Vertrag nicht Polizei das» Ehrengerichte in Aktion. So erein Ackerkutscher und nur mit Mühe kann ich mich dem Drän- Sie trägt die gleichen Züge schadenfroher löst, schweren Schaden erleiden: das Arhielt in Schlesien hat die Klage vom Sozialen Ehrengericht« eine Geldgen entziehen, auch als Stoẞtruppredner und Tücke wie jene, und wenn sie auch nicht an beitsgericht Berlin Sparsamkeitsprediger auf unsere Arbeiter- Grausamkeit mit der andern wetteifern kann, eines städtischen Angestellten auf Wieder strafe von 20 M. aufgebrummt, weil er frauen losgelassen zu werden, aber natürlich in der Lust an rechtloser Willkür einstellung abgewiesen, dem seine Stel- seine Arbeitsstelle grundlos verlassen lung gekündigt worden war, weil er bei habe und trotz Aufforderung des Treuhänders mußte ich an> Schulungskursen< teilnehmen tut sie es ihr gleich! und mein Broschüren- und Flugblättermate- Für einen Menschen, der Gegner des Sy- einer jüdischen Familie in Unter- nicht zurückgekehrt sei! In Goslar rial übertrifft schon dasjenige aus der Kriegs- stems oder Jude ist, gibt es im Dritten Reich miete wohnte. Die öffentlichen Angestell- ist angeordnet worden, bei Kontraktbruch von das Arbeitsbuch des zeit. Manches davon ist ganz verrückt, so genau so wenig wie persönliche Freiheit und ten, so erklärte das Gericht, hätten ihr Ver- Landarbeitern und wenn wir jetzt im November allen Ernstes Sicherheit des Leibes, zivilen Rechtsschutz halten nach den Grundsätzen des national- Kontraktbrüchigen einzubehalten 8.0 das Fliegenschränke, Butterkühl do- irgend welcher Art! Zivilklagen werden nicht sozialistischen Staates einzurichten und daher unter Mitteilung des Sachverhaltes sen und Eisschränke empfehlen sollen, entschieden nach objektiven Rechtsgrundauch etwa bestehende Bindungen zu jüdischen Arbeitsamt Goslar einzusenden! Solche Maßabgesehen davon, daß jeder Arbeiterhaushalt sätzen, sondern nach Rasse und Gesin- Personen zu lösen. Das Reichsarbeits- nahmen sind natürlich bequemer, als die Ur-. gericht hat wiederum die fristlose Ent- sachen des Kontraktsbruchs, die jämmerliche nur das gerade Notwendigste für jede Mahl- nung der Parteien. lassung eines halbarischen Angestellten für Entlohnung und Unterbringung der Landzeit kaufen kann; auch die Empfehlung von Soeben hat das Amtsgericht Leipzig zulässig erklärt, zwar nicht an sich, aber arbeiter abzustellen! für unsere macht sich > Speisekammern< hierzu einen hochcharakteristischen Beitrag wohl> wenn sie in Verbindung mit anderen Zweizimmerwohnungen sehr hübsch und auch geliefert. Es hat die testamentarische ErbUmständen gerechtfertigt sei, wenn z. B. die der schöne Rat, angeschnittene Wurst mit einsetzung eines Nichtariers durch einen Weiterbeschäftigung des Angestellten sich Schmalz zu beschmieren, damit die Schnitt- Deutschen unter Ausschaltung der gesetzzum Schaden des Betriebes ausfläche schön bleibt und ähnliche Sorgen ar- lichen Erben für null und nichtig wirke.< beiterfremder Nazidamen. Ferner schickt man klärt: es widerspreche mir eine Broschüre, aus welcher ich den Kinden guten Sitten dern zur Weiterleitung an die Eltern die Ver- Volksvermögen unter Ausschluß der gesetzwendung von> Wildobst<( Himbeeren, Erd- lichen Erben durch Einsetzung eines Nichtbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren usw.) und ariers als Erben in jüdische Hände Pilze anraten und selbst Wanderungen zu geleitet wird. Das Reichsjustizministerium diesem Zweck veranstalten soll, und zwar be- heißt diese Entscheidung öffentlich gut und komme ich dieses Heft jetzt im November, stellt sie als vorbildlich hin. Ueber das aber auch im Sommer könnte ich es nicht Bedenken, daß die wirtschaftliche Bewegungsmachen, denn das Fahrgeld bis zum nächsten freiheit den Juden in Deutschland garantiert Wald kostet mehr, als wir an>> Wildobst sei, setzt sich der Ministerialreferent Dr. heimbringen können und auf dem Markte Friedrich hinweg mit dem rabulistischen Arsind gerade Beeren und Pilze sündhaft teuer. gument: es handle sich hier nicht um eine Nett ist auch, daß ich die Kinder zur Ein- wirtschaftliche< sondern um eine familienrichtung von>> Zuckersparkassen« anhalten rechtliches Angelegenheit.( Obwohl zwischen indem sie Stückchen Zucker für die Erblasser und Testamentserben kein vernächstjährige Einmachzeit aufsparen sollen. wandtschaftliches Verhältnis besteht!) Gequetschte Kartoffeln und rohes Sauerkraut als Brotbelag beobachte ich in meiner Klasse soll, schon längere Zeit wieder, wie in der schlimmsten Erwerbslosenzeit, aber nun kann ich den kleinen Blaßgesichtern> wissenschaftlich< klar machen, daß es nichts Gesünderes gibt als rohes Sauerkraut, erstens wegen der Vitamine und zweitens wegen der Milchsäure richt erso erklärt das Gewenn arisches -überEin besonderes Kapitel ist das Familienrecht. Daß sogenannte Mischehen zwischen Deutschen und Juden aus jedem nur erdenklichen Grunde geschieden werden, ist allbekannt. Neu ist dagegen, daß auch eine reinMindestens ebenso niederträchtig wie die die arische Ehe geschieden wird, wenn Rasseurtelle sind die GesinnungsFrau eine fanatische Hitlerike, der Mann ein urteile der Ziviljustiz. Auch von ihnen Gegner ihres Gefühls ist. Eine solche Entkommt ein gut Teil auf die Arbeitsgerichte, scheidung hat das Landgericht die heute fast ausnahmslos mit organisierten Halberstadt unter dem 3. Juli 1936 geNazis besetzt sind. Das Arbeitsgericht Köln fällt. Es hat die Klage der Frau auf Ehe( Daher der hat z. B. dieser Tage die fristlose Entlassung scheidung für berechtigt erklärt: eines> Gefolgschaftsmitglieds< für berechtigt Der Mann sei ein» typischer Nörgler< und habe seiner Frau> durch fortgesetzte erklärt, das sich nicht an der Eintopfspende beteiligt hatte. Sticheleien wegen ihrer Zugehörigkeit zur Name freiwillige Sammlung!) Das Urteil win-| NS- Frauenschaft das Leben unerträglich gedet sich in der üblich verlogenen Welse: Wenn macht«. Sein Verhalten stelle einen empfindauch keine Rechtspflicht zur Beteiligung an lichen Verstoß dar> nicht nur gegen die thm dieser Spende bestehe, so stelle doch die Weigerung zu spenden ein höchst miẞbilligenswertes, volksgemeinschaftsfeindliches Verhalten dar<, das zur fristlosen Entlassung des Betreffenden berechtige. Also: Du mußt zwar nicht geben, aber Du mußt doch... als Volksgenossen auferlegten Pflichten, sondern auch gegen die ihm als Ehemann obNatürlich liegende Gemeinschaftspflicht<. muß der Mann als schuldiger Teil der Geschiedenen nun den Lebensunterhalt zahlen! Nörgeln ist überhaupt eine gefährliche Sache. Uns liegen zwei Entscheidungen vor: die den Das Urteil, das bei dieser Befürwortung durch das Justizministerium von der höheren Das Arbeitsgericht Mainz hat die fristInstanz zweifellos bestätigt werden wird( welcher> unabhängiges deutsche Richter wagt lose Entlassung von zwölf Arbeitern, die am wohl, gegen das Votum des Ministeriums zu Streik bei Opel- Rüsselsheim beteiligt waren, entscheiden!), ist von nicht zu unterschätzen- für berechtigt erklärt: das Streiken sei sein In der einen wird einem Kohlenhändler von seiner zuständigen Kartellorganisation der Bedeutung: es schließt die jüdische Be- typisches Kennzeichen marxistischen Klassenvölkerung von einem wichtigen Institut des kampfes und kommunistischer notwendige Zuverlässigkeit für VolksverErbrechts grundsätzlich aus. Das heißen ohne hetzunge( historisch steht fest, daß englische Kohlenhandel abgesprochen weil er zuvor Erröten die gleichen Leute gut, die nicht im und deutsche Proletarier lange, eine Gefängnisstrafe wegen» heimtückischer Traume daran denken, die reichen jüdi- einen Marxismus gab, gegen die kapitalisti- Angriffe auf Staat und Partei< erhalten und verbüßt hat. Das Kartellgericht fügt dieser wollen, eine so große Rolle spielt er in den schen Legate aus früherer Zeit, auf denen sche Ausbeutung die Waffe des Streiks anwichtige Institute der Frankfurter, der Hel- wandten!) Jedem Arbeiter stehe im Staate Strafe die Löschung des Händlers aus Kohlenhandelsregister delberger Universität, zahlreiche 8f- Adolf Hitlers frei, durch die Vertrauensmänrahmte Milch besser und zuträglicher ist als fentliche Kunstsammlungen usw. mer, die Arbeitsfront, den Treuhänder der schaftlichen Ruin deren Erben Arbeit Mängel abstellen zu lassen und das Betriebsverhältnis befriedigend zu regeln.< ( Wer lacht da?) Besonders schneidig geht die Justiz jetzt darin und drittens wegen der Darmreinigung von den überschüssigen Verdauungsresten. Ueberhaupt scheint man den Sauerkohl als einen neuen Nationalheiligen proklamieren zu > deutschen Kochbüchern und Rednerdisposi tionen, welche man rundschickt. Daß entVollmilch, wirst Du auch noch nicht gewußt haben, aber ich kann es Dir> streng wissenschaftlich beweisen. Hinsichtlich des Brotes scheinen wir noch nicht ganz bei Sägemehl gelandet zu sein, aber ich habe den Kindern zu erzählen, daß die Kleie für ihre Mägen da ist und nicht für die jungen Schweine, wobei ich allerdings nicht weiß, wie die fett gemacht werden sollen; jedenfalls entwickle ich jetzt in der Naturkunde, daß der Genuß von Weizenbrot ein welsches Laster ist und zurückkehren müssen. Daß jetzt auch alte Säcke reichswir zu Korn- und Kleiebrot amtlich bewirtschaftet werden, wirst Du gelesen haben, aber ich setze Dir hier eine Liste beruhen, an die Stifter oder zurückzuzahlen. bevor es dem den wirthinzu. Im andern F'all wird ein Landwirt der Entschuldung für unwürdig erklärt, weil er aus der NSDAP ausgetreten ist und Handel mit Juden getrieben hat! Man glaube nicht, daß dieses Urteil vereinzelt dastehe! Wir notieren folgende zivilrechtliche Entscheidungen der letzten Zeit: wieder gegen kontraktbrüchige< LandIrrtum über die Rasse des Geschäfts- arbeiter vor. Es ist wieder genau wie in Reich der Rechtsgedanke vom Parteifanatisgegners, berechtigt den arischen Partner, den alten, junkerlichen Zeiten, wo auf Kon- mus niedergetreten und erstickt. Auf allen Rechtsgebieten ist im Dritten Dr. X. Am 29. Oktober aber hatte sich das schen Studenten schlagen sich also kümmer-| Hause die Hakenkreuzfahne gibt, welche Zeitung man liest, ob man Mitglied in der gesunde Volksempfinden schon wieder gewan- lich durch. delt. Es kamen neue Richtlinien heraus, die Die Statistik ist auch lehrreich, wenn man NSDAP oder Mitglied einer anderen Naziden Weihnachtsbaum mit brennenden Kerzen sie zu den Arbeiterlöhnen in Beziehung Organisation ist, ob man dem Luftschutz anausdrücklich für die Schaufenster erlaubten setzt. Der Durchschnittslohn ist nach den gehört und anderes. Man vergißt aber auch und auch den Boykott der übrigen Weih- Behauptungen auf dem Nürnberger Partei- nicht Fragen nach der ehemaligen Zugehörignachtssymbole einschließlich des jüdischen tag RM 27.50 brutto, was bestenfalls keit zu einer Partei, einer Gewerkschaft, Davidsterns und der Engel über den jüdischen 23 RM netto bedeutet. Wenn für einen ein- einem Sportverein usw. Schließlich fragt man zelnen Studenten etwa 20 Mark wöchentlich nach dem Radiogerät und nach der Type desHirten bei Bethlehem wieder aufhoben. der kostbaren Gegenstände hin, die von unseren Kindern gesammelt werden sollen, und die ich auf höhere Anordnung in jedem Klassen> Doch nicht ganz eine Kleinigkeit!«, das Existenzminimum sind, läßt sich leicht selben. Viele andere Fragen sind zu beantzimmer anbringen lassen mußte:> Papier schreibt unser Gewährsmann,> denn der Vor- ausdenken, wie es einer Arbeiter familie worten und die Leute haben den Eindruck, ( auch Schnitzel), Alteisen, Blech, Knochen, fall zeigt, daß die obersten Nazibonzen unse- mit 23 RM monatlich geht, ganz abgesehen als ob man sich bis ins einzelne über die GeFelle, Häute, Lederschuhe, Draht( auch kleine rer> Wirtschaftsgruppe Einzelhandels prompt davon, daß Millionen Arbeiterfamilien diesen sinnung der Angehörigen des deutschen VolStückchen), Abfallholz, Zinn, Zink, Messing, kapitulieren mußten, als sich das wahre ge- Durchschnittslohn nicht erreichen. Kupfer, Geldstücke( z. B. aus der Inflationszeit), Flaschen, Glasscherben, Hufe, Klauen, Gummiabfälle, Stoff- u. Wollreste aller Art, Briefmarken, Schweinshaare und Schweinsborsten( besonders wichtig, weil wir sie sonst von dem bolschewistischen Rußland kaufen müssen).< Ich könnte Dir auch noch von Aufsatzthemen berichten, will es aber unterlassen, da der Brief in unrechte Hände kommen sunde Volksempfinden gegen ihren Unfug äußerte. Die Stunde wird kommen, die auch auf den Hauptgebieten der Wirtschaft und das wirkliche Volksempfinden der Politik wieder zum Durchbruch bringt.< Symbolisch kes unterrichten will. Die meisten Menschen werden durch diese Fragebogen erneut sehr Das 1. Bataillon des Infanterie- Lehrregi- eingeschüchtert. Allerdings stößt die Framents, das bisher im alten Döberitzer Lager gerei auch auf einen gewissen Widerstand. garnisonierte, hat als neuen Standort das Viele Fragebogen werden nicht ausgefüllt olympische Dorf bezogen. Der Marsch und noch mehr werden mangelhaft ausgevon Döberitz nach Olympia ist symbolisch. füllt abgeliefert. Da muß der Blockwalter Das Reichsstudentenwerk hat vor einiger Anderwärts und einst auch in Deutschland, oft nachhelfen. Er wird auch oft recht unZeit ermittelt, daß das Existenzmini- trieb man den Sport nur um der Freude an wirsch empfangen und er bekommt manches Studenten in Not und man dann vielleicht den Schreiber er- mum für einen Studenten 80 Mark Kraft und Schönheit willen. Im Dritten Reich zu hören, so daß sich eigentlich die Nazimitteln könnte. Jedenfalls es ist nicht nur trostlos, sondern verrückt dentenwerks von Kurzberichte im Monat beträgt. Eine allgemeine Erhebung ist er, wie alles, eine militärische Schulung, bonzen über die wahre Stimmung im Volke über den Monatswechsel der Studenten liegt und das kommt in der Besetzung von Olym- nicht im Unklaren sein dürften. Alle Fragenicht vor, wohl aber eine Rundfrage des Stu- pia durch Truppen statt durch sportliche Ju- bogen sind übrigens mit einer laufenden Hüb und Hott! an der Universität Erlangen. gend recht gut zum Ausdruck. Nummer versehen und es wird sorgfältig darEin Beispiel für das Gegen- und Durch- Von 1382 Studenten haben sich 828 an der Hannes Wink. auf geachtet, daß keiner verloren geht. einander in hohen Wirtschaftsstellen, wenn Umfrage beteiligt. Nach Abzug der Kollegauch in diesem Falle nur auf einem neben- gelder ergibt sich an reinen Monatswechseln: Die Schnüffelei sächlichen Gebiete, erfahren wir von betei- Unter RM 50 bei 16 Prozent, RM 50 bis RM Aus dem Rheinland wird uns berichtet: 70 bei 26 Prozent, RM 70 bis 90 bei 25 ProVon Ende August zu Ende September ist ligter Seite: Besondere Unruhe und Befürchtungen ha- die Zahl der Beschäftigten in Deutschland Am 22. Oktober erließ der Werbe- zent, RM 90 bis 130 bei 25 Prozent; der kleine um Zehntausend zurückgeganrat der deutschen Wirtschaft an Rest hatte höhere Monatswechsel. Rund ben die neuen Fragebogen, die die Einzelhändler Richtlinien, die aufforder- 53 v. H. der Monatswechsel lagen den Blockwaltern im Auftrage der Behörden gen. Für die gleiche Zeit melden jedoch die ten, bei der Weihnachtswerbung sich» Zu- unter dem Existenzminimum. Von ausgeteilt und wieder eingeholt werden, aus- Arbeitsämter nicht eine entsprechende Zdie bei ihren Eltern wohnten, gelöst. Diese Fragebogen enthalten sakraler denjenigen, nahme der Arbeitslosenziffern, sondern eine rückhaltung bei der Verwendung oder völkischer Symbole aufzuerlegen. Unter hatten 62 Prozent einen Wechsel von unter Unmenge von Fragen. Unter anderem wird Abnahme um 63.000! nach der ehemaligen militärischen Verwenden Symbolen, deren Verwendung bei der 50 RM. erhaltenen Orden und EhrenEs spricht nichts gegen die Annahme, daß dung nach Warenwerbung angeblich dem gesunden Volksempfinden widerspricht, wurden aufge- diese Erlanger Statistik sich im wesentlichen zeichen, nach der nationalen Zuverlässigkeit Juli dieses Jahres im Rückgang begriffen. führt: Christkind, Engel, Krippe, Knecht auf den Reichsdurchschnitt übertragen läßt, gefragt. Gefragt wird nach Rupprecht, Weihnachtsstern, Weihnachts- in den Großstädten wahrscheinlich aber noch verhältnis, ob Invalidenrentner oder Pensio- Tonnen im August und auf 36.500 Tonnen ins ungünstiger ist. Etwa die Hälfte der deut- när. Schließlich will man wissen, ob es im September gesunken. bum, Adventskranz usw. eine * Die Rohölgewinnung Deutschlands ist seit dem Arbeits- Von 39.000 Tonnen im Juli ist sie auf 36.800 Die Opfer der WehrfreiheW Die Arbeiter Der Führer hat in Bückeberg als seine ureigenste Entdeckung die nationalökonomische Weisheit verkündet, daß>nicht der Lohn oder die Lohnhöhe das Entscheidende ist, sondern die Produktio n«, Sie bestimme den»Anteil, der auf den einzelnen Kontrahenten am Wirtschaftsprozeß trifft«. Aber die Produktion ist ja nach amtlicher Angabe bereits über die Höhe des letzten Konjunkturaufschwunges der Republik hinausgestiegen. Wenn also das Gesamteinkommen von der Höhe der Gesamtproduktion, die nationale Dividende von der Ergiebigkeit der nationalen Produktivkraft abhängig ist, weshalb ist es dann der eiserne Grundsatz des Nationalsozialismus, daß gerade diejenigen, die den lebenden Teil der nationalen Produktivkraft darstellen, bei der Verteilung der Dividende leer ausgeben müssen? Warum das so sein muß und nicht anders sein kann, erfahren wir aus der»Frankfurter Zeitung«. In einem Artikel»Deutschlands Dividende«(25.10.36) wird zwar zugegeben, daß»eine allgemeine Erhöhung des Tariflohnes für die einzelne Arbeitsstunde«»namentlich nach der eingetretenen Preissteigerung als ein wichtiges Ziel allgemein anerkannt ist«. Gleichzeitig seien aber »an das wachsende Nationalprodukt neue vordringliche Ansprüche, teüs dauernder teils vorübergehender Art gestellt worden, die es unmöglich machen, jetzt schon die wachsende Ergiebigkeit unserer Produktivkräfte durch Erhöhung des tariflichen Stundenlohnes für eine Realeinkommensverbesserung des einzelnen Arbeiters nutzbar zu machen«. Für die Lohnfrage sei»aufs Ganze gesehen, zweierlei entscheidend«,. Das erste ist, daß »der Nährstand aufgebaut wurde; der Ertrag der landwirtschaftlichen Arbeit sollte gehoben werden, um auf diese Weise dem Verfall des deutschen Bauerntums Einhalt zu gebieten; und das konnte nun dadurch geschehen, daß dem Bauern für seine Leistung aus dem Gesamtprodukt e i n höheres Aequlvalent geboten wurde.« Die Leistung des Bauerntums ist also nicht den Arbeitern zugute gekommen, sondern auf ihre Kosten erfolgt. Sehr viel einschneidender— darin hat die»Frankfurter Zeltung« recht— ist»die zweite Hauptveränderung im Verteüungs- schlüssel«.»Der Staat, der durch seine verstärkte Auftragsvergebung die Produktionssteigerung auf allen Gebieten ausgelöst hatte, beanspruchte von dem wachsenden Nationalprodukt einen wachsenden Anteil für seine Zwecke, unter welchen Aufwendungen für die Wiederwehrhaft- m a c h u n g eine besondere Bedeutung zukommt.« Die Arbeiter bezahlen also außer den Kosten der Erzeugungsschlacht auch die der Wehrfreiheit. Sie müssen dafür nicht nur auf Lohn verzichten, sondern auch noch Steuern zahlen. Sie sind es, auf die nicht nur mit den Lohn- und Verbrauchssteuern der Hauptanteil an der Steuerlast überhaupt entfällt, sondern die letzten Endes auch die Besitzsteuern aufbringen müssen. Das spricht die»Frankfurter Zeltung« mit dankenswerter Deutlichkeit aus.»Eine Senkung von Steuern, die den breiten Massen zugute kommt, wäre«, meint die»Frankfurter Zeltung«»an und für sich zunächst das zweckmäßigste Mittel, um den Lohn wünschen des deutschen Arbeiters Rechnung zu tragen«, wenn schon die Löhne selbst nicht erhöht werden sollen. Aber die Ansprüche,»die vom Staat an das wachsende Nationalprodukt gestellt werden mußten«, lassen ebensowenig eine Senkung der Steuern zu wie die Erhöhung der Löhne. Im Gegenteil: »Die Regierung hat sich im August sogar erstmals zu einer Steuer- erhöhung entschließen müssen. Zwar handelt es sich bei dieser Erhöbung der Körperschaftssteuer nicht um eine Steuer, die den Verbraucher unmittelbar belastet. Aber natürlich müssen auch Steuern, die die Unternehmungen treffen, auf den Arbeiter zurückwirken. Und nicht nur Steuern, sondern auch andere öffentliche oder private Lasten haben diese Wirkung. Hätten die Unternehmungen eine größere finanzielle Bewegungsfreiheit, so wären sie in der Lage, höhere Löhne zu bezahlen.« Aber weil ihnen diese größere finanzielle Bewegungsfreiheit dadurch genommen ist, daß der Staat um der Finanzierung der Wehrfreiheit willen den Kapitalmarkt für sich monopolisiert hat, müssen sie den vom Staat entzogenen Kredit durch Eigenkapital ersetzen und dieses sich durch verschärfte Ausbeutung verschaffen. Und da der Vierjahresplan den Finanzbedarf ins Gigantische wird ansteigen lassen, werden »auch die Aufwendungen, die nach dem neuen Vlerjahresplan vorgenommen werden, die Verteilung berühren«. Die Kosten dieser Produktion»lasten also zunächst ebenfalls auf dem Nationalprodukt. Niemand kann sie uns vorstrecken, und da dasselbe Produkt nur einmal und nicht doppelt oder dreifach verteilt werden kann, so ist es eben notwendig, sich auf anderen Gebieten Beschränkung aufzuerlegen«. Dieses Gebiet wird eben die Bezahlung der Arbeitskraft und der Massenverbrauch sein. So ist zwar nach Hitlers Rede auf dem Bückeberg»die produktive Arbeitsleistung die einzige Grundlage unserer aller Existenz«, aber eben darum sind ihre Besitzer dazu ausersehen, für die Aufrüstung geopfert zu werden. Die Kleinhändler Aber nicht die Arbeiter allein! Die»Stabilhaltung der Löhne« wirkt auf den E 1 n- z e 1 b a nd e 1 zurück, der unter Lohndruck mehr zu leiden hat, als er von ihm profitiert. Er muß zur Verringerung der Umsätze auch noch die von Schacht diktierte Verringerung der Gewinnspanne auf sich nehmen. Dadurch ist, wie»Der deutsche Volkswirt«(16. 10. 36) bekennt,»seine ganze Lage in letzter Zeit... in entscheidender Welse beeinflußt worden«, und zwar nicht gerade zu seinen Gunsten. Der Einzelhandel beklage sich darüber, daß die Kürzung der Preisspanne»zu ausschließlich auf ihn allein weitergewälzt worden sei«, während»seine Unkosten überwiegend eine ansteigende Tendenz aufzuweisen haben. Vorübergehend auftretende Verknappungserscheinungen in wichtigen Lebensmitteln führen»nicht zuletzt infolge der Tatsache, daß der Großhandel die begehrten Waren oft nur dann abgibt, wenn andere weniger beliebte Erzeugnisse gleichzeitig abgenommen werden, zu einer verteuerten Lagerhaltung.« Außerdem ist es»durch die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Kaufkraft der Verbraucher bedingt«, daß sie»von den Waren, bei denen die Preisstabilität nicht erreicht wurde, ganz von selbst zu den Massenverbrauchsgütern abwandern«, dem Einzelhändler wird aber »die Möglichkeit des Ausgleichs eingeschränkt« dadurch, daß»gerade für die elementaren Bedürfnisse nicht unmittelbar notwendigen und schon deshalb gewinnbringenderen Waren häufig kontingentiert werden müssen«. Das Zusammenwirken aller dieser Umstände hat die Lage des Einzelhandels, gesteht Schachts Organ, fühlbar verschlechtert. Wie fühlbar, wird wie folgt geschildert: »In vielen Fällen können die Unkosten des Geschäfts nicht mehr voll aus dem Bruttoerlös gedeckt werden. Mitunter muß das Betriebsvermögen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsganges angegriffen werde n.« Auf Grund zuverlässigen Materials der zuständigen Organisationen könne»geschätzt werden, daß der jährliche Nettoertrag vieler Lebensmittelgeschäfte die Summe von RM. 1000 bis 1200 kaum übersteigen dürfte. Das ist weniger als das durchschnittliche Einkommen eines Fabrikarbeiters.« Die Lage des Einzelhandels ist also geradezu verzweifelt, und man muß sich fragen, wie es kommt, daß»dennoch eine Abwanderung von Personen aus dem Einzelhandelsstand noch nicht festzustellen ist«. Well»die meisten Händler für den Berufswechsel zu alt sind; vielfach ist auch die Verschuldung der Betriebsinhaber an ihre Lieferanten in vielen Fällen so groß, daß die Liquidation des Geschäfts gerade von den Gläubigem immer wieder verschoben wird.« Aber warum macht der katastrophale Niedergang des Einzelhandels dem Organ Schachts soviel Sorge? Nicht um des Einzelhandels selbst willen, sondern weü»die Existenz dieser wichtigen und großen Gruppe ja nicht nur eine wirtschaftliche Frage ist, sondern ihre besondere Bedeutung auch vom sozialen und allgemeinpolitischen Standpunkt besitzt«. In der Tat gab es keine Schicht, der vom Führer soviel versprochen und so wenig gehalten worden ist. Wenn ihr erst die Erkenntis dämmert, daß sie ihre Rettung nicht vom Führer zu erwarten hat, sondern nur von der Erkenntnis der Interessengemeinschaft mit der gleichfalls vom Dritten Reich nur zum Opfern bestimmten Arbeiterschaft, dann wird»die Stillhaltung der Löhne« oder besser ausgedrückt: die Aushungerung der Massen zugunsten der Aufrüstung weniger widerstandslos durchzuführen sein. G. A. F. Rache an einem peinlichen Vorläufer! In Gestapo-Haft endete der»Betriebsanwalt« Gustav Winter. Im Gerichtsgefängnis zu Naumburg hat ein Mann jenen ominösen angeblichen Selbstmord begangen, der sich in braunen Haftzellen immer wieder ereignet. Dieser Mann hat ganz ohne Zweifel für das Dritte Reich eine ähnliche Rolle gespielt, wie sie Johannis der Täufer in der Welt der Bibel zukommt: Er war der direkte Vorläufer des Herrn und Messias! Gustav Winter hieß der Mann, der sich selbst auf den Plakaten, deren Größe und deren schreiender und steinerweichender Inhalt seiner Zelt in der geduldigen deutschen Republik jede Konkurrenz mit den gleichartigen Leistungen der Hitler-Göbbels bestehen konnte,»Betriebsanwalt« nannte und im Volk galt er eben als der»Tausendmarkschein-Winter«. Seine unbestreitbaren Verdienste um die deutsche Volksverdummung, insbesondere sein Geschäftstrick, mit dem er sich wahrhafte Divisionen von Gläubigen der»Aufwertung der Rotgestempelten in Gold« tributpflichtig gemacht hatte, seine Reichspräsidentschaftskandidatur neben seinem Rivalen Hitler, die ihm immerhin hunderttausend Stimmen einbrachte, seine fiktiven und wirklichen Prozesse gegen die Reichsbank und den»Aufwertungsschuft« Schacht sind— in der all dem zukommenden Parallelität zur gleichzeitig entstandenen Hitlerei— hier an dieser Stelle bereits gebührend psy- chopolitisch gewürdigt worden, als vor etwa Jahresfrist die Geheime Staatspolizei auch die über das ganze Reich organisierte Winter- Gemeinde wegen»Staatsgefährlichkeit« aufgelöst und ihr Vereinsvermögen in Gestalt eines vom»Heiligen« selbst bewohnten und bewirtschafteten Rittergutes an der Saale »beschlagnahmt« hatte.- Jetzt interessiert der Fall Winter aufs Neue, well sein Tod in jener Form aus dem Reich dieser Tage gemeldet wurde, die fast schon ein wenig unaufregend-schematisch wirkt Ganz unbestreitbar mag es sein, daß Winter in der Tat versucht hat, seinen einträglichen Vereinsladen der hoffnungsvollen Inflationsopfer trotz Hitlerei weiter offen zu halten. Aber seine Kongenialität mit der Hitlerei hat ihm das Leben gekostet! Die Gestapo weiß, daß dem»Führer« sein eigener Schatten unerträglich sein muß. Winter hatte längst vor Adolf Hitler einen kompletten autarken»Vlerjahresplan« seinen gutgläubigen Deutschen zugedacht! Auch Winter hatte mit dem Scharfsinn des geborenen Volksbeglückers erkannt, daß das deutsche Volk sich unbedingt»selbst ernähren« müsse. Wer ihn auf seinem Rittergut an der schönen Saale besuchte, der durfte vor allem die kreuz und quer Uber das Land gezogenen Kupferdrähte bewundem, mit denen Winter dem Erdmagnetismus beikommen wollte, der wieder dazu ausersehen war, dem Vaterland endlich den wirtschaftlichen Massenanbau der Soja-Bohne zu gestatten. Soja-Bohne—? Das haben war ja grade jetzt wieder In den Ernährungsdebatten des Hitlerstaates oft genug gehört! Der Gustav Winter aber»hat Selbstmord begangen«, und der Hitlerscbe Vlerjahresplan lebt. H. E. ♦» Es ist sdiäner geworden in Deu(sdilandM »Das elektrische Licht ist abgestellt, ganz und gar, an der Decke gähnt das kleine Loch mit den Drähten, an die keine Lampe angeschlossen ist, und der Zähler ist versiegelt. »Wozu,« sagt die alte FYau und faltet behaglich die Hände.»Wir brauchen es nicht. 80 Pfennig kostet das im Monat, ohne daß man Uberhaupt Licht brennt; im Sommer brennen wir Uberhaupt kein Licht und das bißchen Winter— nein, die 80 Pfennig kann man gut sparen.« Ueber dem Herd hängt, blank geputzt, aus Messing, die kleine Petroleumlampe. Der Mann sitzt mit seiner Zeitung am Fenster und liest im letzten Schein des Winternachmittags, dann werden sie bald zu Bett gehen...«(Frankfurter Zeitung.) IL »Die Zuversicht Görings strahlte vom Berliner Sportpalast über Deutschland aus. Eis ist die Zuversicht jemandes, der weiß, daß der Nationalsozialismus sein Wort hält, J und der sich über den Umfang seines Versprechens klar ist wie irgend einer. Das Versprechen, das dem deutschen Volke gegeben wird, lautet: Wir stehen heute auf dem tiefsten Punkt unserer Versorgung. Von hier an geht es aufwärts, Schritt für Schritt... (Deutscher Volkswirt.) in. »Solange das Schild»Ausverkauft« nicht nur Theater-, Konzert- und Kinobesucher mit beinahe magdscher Gewalt anlockt, sondern auch die Kauflust für Lebensmittel und Waren bei manchen Leuten bis zu überwirklichen Dimensionen aufzustacheln geeignet ist, so lange wird man sich von Hinweisen auf günstige Einkaufsgelegenheit eine wohltätigere Wirkung versprechen dürfen als von der Warnung vor übermäßigem Ankauf knapp gewordener Waren...« (Frankfurter Zeitung.) IV. »Tatsächlich gehört zu einem Walfisch- essen nicht mehr, als sich über starke, aber»inbegründete Vorurteile hinwegzusetzen... Kürzlich hatte der Reichsnährstand in Berlin ein Walflsch-Probeessen veranstaltet. Damals hat man leider nicht genau erfahren, wie es den Gästen geschmeckt habe.. (Frankfurter Zeitung.) Die Empfind idien Hitler hat in Holland einen»großen Sieg« erfochten: der Chefredakteur des Arbeiterblattes»Het Volk«, Gen. Ankersmlt ist wegen Beleidigung Hitlers zu 150 Gulden Strafe in erster Instanz verurteilt worden. Der Vorgang zeigt die ganze Humorlosigkeit und Leichtgekränktheit der deutschen Despoten: Sie, die mit allerschwersten Beschimpfungen gegen all und jeden, der ihr Gegner ist, sofort bei der Hand sind, fahren aus der Haut, sobald ihre Widersprüche und Unehrlichkeiten humoristisch beleuchtet werden. Wegen einer Karikatur hat die deutsche Gesandschaft im Haag die holländischen Gerichtsbehörden alarmiert,' wegen einer Karikatur, an deren sachlicher Berechtigung kein Zweifel bestehen kann. Sie bezog sich auf Hitlers Worte an der Bahre Gustloffs: »Auf dem Wege unserer Bewegung liegt kein einziger Toter« Das Mißverhältnis zwischen Hitlers Worten und Tatsachen forderte die. Satire geradezu heraus, und der Zeichner von»Het Volk« hatte sie in denkbar sachlichster Form geübt, indem er dem die Worte sprechenden Hitler die Särge der von den Nazis Umgebrachten gegenüberstellte. Wäre in dem Prozeß gegen Ankersmit ein Wahrheitsbeweis zulässig gewesen— er wäre in der eklatantesten Weise erbracht worden. Aber das durfte aus prozessualen Gründen nicht sein— und wdll man das wußte, hatte man von deutscher Seite den Prozeß riskiert, überhaupt nur riskieren können. Ka handelt sich nämlich um ein Verfahren wegen formaler»Beschimpfimg«, beruhend auf einem alten holländisch-deutschen Staatsvertrag, der bei Beschimpfung des fremden Staatsoberhauptes gegenseitig Bestrafung zusagt.(Bei der Schließung des Vertrages hatte man allerdings mit selbst schimpfenden Staatsoberhäuptern noch nicht gerechnet!) Im Prozeß ging es daher nur um die formale Beleidigung Hitlers, die von der Anklage mühsam so konstruiert wurde: die Karikatur werfe Hitler nicht nur vor, die Unwahrheit, sondern absichtlich die Unwahrheit zu sagen. Um diese und ähnliche Haarspaltereien drehte sich die Verhandlung, man mußte sich darüber auseinandersetzen, ob der gezeichnete Hitler die Hand zum Schwüre oder zum Faschistengruß erhebe usw. Der Anklagevertreter beantragte schließlich eine Geldstrafe von 250 Gulden, das Gericht erkannte am 28. Oktober(in Holland findet die Urteilsverkündung erst Wochen nach der Verhandlung statt) auf 150 Gulden Geldstrafe. Ob gegen dies Urteil Berufung eingelegt wird, ist noch nicht bekannt. Für den Kenner der nationalsozialistischen Taktik ist der Zweck des Prozesses natürlich klar: nicht auf die Geldbuße kommt es seinen Urhebern an, sondern mit der Verurteilung wegen formaler Beleidigung will man die Blöße decken, die Hitler sich durch seine unwahren Worte gegeben hat. ,. Kurzberidile In den ersten neun Monaten 1936 weist die TextU-Rohstoff- Einfuhr im Vergleich zur selben Periode des Jahres 1933 eine starke Verminderung auf. Vom Januar bis September 1933 wurden 1,630.000 dz Wolle eingeführt, in diesem Jahr dagegen nur 1,128.000 dz. Der Rückgang beträgt demnach etwa 33 Prozent Die Baumwolleinfuhr sank in der gleichen Zelt von 3,044.000 dz auf 2,212.000 dz. Hier liegt demnach um mehr als 25 Prozent unter der des Jahres 1933. Nr. 179 BEILAGE Neuer Vorwärts 15. November 1936 Grundlagen der auswärtigen Politik Die stürmische Entwicklung, die die schen Kolonien, also die den bürgerlichen sind oder vom Staat neue Schichtungen| aller Schichten sammeln, Teile fast aller auswärtige Politik seit dem Machtantritt Interessen am ehesten entsprechende wirt- gebildet werden, ist verstaatlicht. Gesellschaftsklassen und der herrschenden Hitlers genommen hat, die anscheinend schaftliche Kartellvereinbarungen an den Der totalitäre Staatsapparat übertrifft Kreise Militär und hohe Bürokratie unaufhörüch wechselnden Konstellationen, machtstaatlichen Gegensätzen und nament- alle früheren erstens durch den Umfang gewinnen. Und diese Entstehung war wiedas Getöse der ideologischen Propaganda, lich an den deutschen Machtinteressen seiner Machtmittel: Militär, Polizei, staats- der entscheidend für die Führung ihrer das sie begleitet, macht den Versuch einer scheiterten, würde hier zu weit führen. unterworfene Justiz und Verwaltung, die Politik. marxistischen, das heißt aber einer reali- Festzuhalten ist nur, daß auch tiefe wirt- allein schon eine vom Staat abhängige, Die Machtpolitik der Diktaturen ist eine stischen, hinter dem ideologischen Schein schaftliche Interessengegensätze erst dann ihm dienstbare, interessierte Massengrund- sehr kostspielige Politik. Sie ist die wirklichen Triebkräfte und Interessen zum Kriege führen, wenn sie, zum Inhalt lage darstellen. Zweitens durch den Um- es schon im Innern, denn die Erhaltung herausschälenden Analyse erst recht not- der Staatspolitik geworden, die Existenz fang seiner Betätigung: die autonome und Ausdehnung des spezifischen diktatowendig. Dieser Versuch ist viel schwerer, der Staaten selbst unmittelbar bedrohen. Wirtschaft wird in ihrer Betätigung in zu- rialen Apparates, der zu dem eigentlich also auch viel leichter Irrtümern unter- Im Krieg hat die Erstarkung und zu- nehmender Weise vom Staat nach seinen staatlichen hinzutritt, erfordert allein worfen als in der Vorkriegszeit, und die gleich die Verselbständigung der Staats- politischen Zwecken dirigiert. Drittens die schon bedeutende Ausgaben. Aber diese Aufdeckung des Unterschiedes der Trieb- macht ungeheuere Fortschritte gemacht. gesellschaftsautonomen Organisationen sind verschwindend gegenüber den Ankräfte ist die erste Vorbedingung für das Die Gesellschaft wurde unter die Diktatur und wieder entscheidend die wirtschaft- forderungen des Machtapparates für Verständnis der gegenwärtigen Situation. Die Zeit vor dem Kriege war eine Zeit stürmischer intensiver und extensiver Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft. Sie war ökonomisch charakterisiert durch die Herausbildung des Finanzkapitals, politisch durch die Erstarkung des Imperialismus. Der überhordende kapitalistische Reichtum suchte nach immer neuen Anlagesphären, nach unentwikkelten Gebieten, die dem eigenen Wirtschaftsgebiet einzuverleiben und durch Kapitalexport zu erschließen waren. Dieselbe Entwicklung führte zur Erschließung der zurückgebliebenen europäischen Gebiete, zur kapitalistischen Durchdringung des Südostens, zum Erwachen der bisher geschichtslosen, fremder Souveränität unterworfenen Nationen und zu ihrem Drang nach nationaler und staatlicher Selbständigkeit. Der spanisch- amerikanische Krieg um Cuba und die Philippinen, der Krieg Englands gegen die Buren um den Besitz Südafrikas, der türkisch- italienische Krieg um Tripolis, die Balkankriege gegen die Türkei und der Balkanstaaten untereinander vermehrten die Spannungen zwischen den Großmächten und rückten die letzte Entscheidung aus der Peripherie immer näher an das europäische Zentrum. In dieser Periode wird die auswärtige Politik ganz und eindeutig dominiert von den imperialistischen Flügel des Bürgertums. Die ökonomische Analyse des Imperialismus, die Analyse der Wirkungen der kapitalistischen Expansion auf die nationalen Unabhängigkeitsbewegungen läßt die Triebkräfte der auswärtigen Politik deutlich erkennen, ihre Resultate mit hoher voraussehen. Denn Wahrscheinlichkeit noch bestimmen die Interessen der imperialistischen Bourgeoisie unmittelbar das Verhalten der Staatsmacht. Bereits in dieser Periode vollzieht sich aber eine bedeutsame Aenderung im Verhältnis von Staatsmacht und Gesellschaft. Die imperialistische Politik erfordert eine starke konzentrierte Staatsgewalt. Das liberale Prinzip der Nichteinmischung des Staates in die Wirtschaft, der friedlichen Kooperation der durch den Freihandel zur Weltwirtschaft verbundenen Nationen, der möglichsten Reduktion der Staatsgewalt weicht dem Bestreben, die Gewalt des Staates unmittelbar in den Die Herren der Welt ww BAL 5 die Außenpolitik. Die Machtpolitik erfordert die Herstellung der militärischen Ueberlegenheit. Es ist das Charakteristische der Diktaturstaaten, daß sie die Bindung, die zwischen der jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der militärischen Leistungsfähigkeit besteht, möglichst zu lockern und aufzuheben trachtet. Dazu befähigt sie die terroristische Herrschaft, die die Wirtschaft und alle Wirtschaftssubjekte dem Machtzweck unterwirft. Die Kriegsrüstung folgt jetzt nur den Anforderungen der an sich schrankenlosen, in steter Umwälzung befindlichen Technik. Die militärische Leitung entscheidet selbst nach rein militärisch technischen Erwägungen über ihre Anforderungen, für deren restlose Erfüllung die Staatsmacht zu sorgen hat. Die steigende Maschinisierung des militärischen Apparates, der wachsende Anteil der gelernten hochqualifizierten Berufssoldaten aller Grade läßt die Kosten im Vergleich zu früher ins Gigantische anschwellen. Ebenso schrankenlos ist das Streben, die militärische Ueberlegenheit gegen jede feindliche Koalition zu erreichen, und sie auch gegenüber den zunehmenden Gegenrüstungen zu behaupten. Und dazu kommt die Notwendigkeit, diese Aufrüstung in denkbar kürzester Zeit zu vollziehen, um die Gefahrenzone zu überwinden. Das Mittel die Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und den militärischen Anforderungen wenigstens über die kritische Zeit hinweg zu überwinden, ist die Inflation und die dirigierte Kriegswirtschaft, die durch die Bewirtschaftung des Außenhandels, durch die Zuteilung der Rohstoffe, durch die Staatsaufträge und durch die Auflagen, die sie der Industrie, z. B. zur Errichtung von Ersatzstoffanlagen, Erweiterungen ihrer Anlagen usw. erteilt, die vorhandenen Produktivkräfte in den Dienst der Rüstungsproduktion auf Kosten der produktiven Güterherstellung zwingt. Die notwendige Folge dieser Machtpolitik ist die fortschreitende Zerrüttung der Wirtschaft, die hier in ihren verschiedenen wirtschaftlichen Aspekten fortlaufend geschildert wurde. Sie wird aber zugleich bestimmend für Inhalt und Ziel der Außenpolitik. Der Krieg hat der klassiViertens m us, der Politik des FinanzkaDienst der Expansion der nationalen Ka- des Kriegszwecks gestellt; nur in der Art lichen werden zerstört oder durch staat- schen Politik des Imperialispitalismen zu stellen, den Staat deshalb der Finanzierung und der Kriegsgewinn- liche Zwangsverbände ersetzt. so mächtig als möglich auszugestalten. Die beteiligung blieb der Einfluß des Bürger- wird ein Kreis von in verschiedenster Ab- pitals, vorerst ein Ende geWirtschaftskonkurrenz wird zum bedroh- tums sichtbar. Zugleich vollzog sich ein stufung an der Erhaltung der Staatsmacht macht. Die Gründe dafür im einzelnen umstürzender psychologischer Interessierter und für die Teilnahme Privi- zu analysieren würde zu weit führen. Auf lichen Wettkampf Prozeß. Der Staat erschien als allmächti- legierter zu einem von der Staatsleitung drei entscheidende Momente sei hingewiestaaten. dieser der Macht- wahrhaft den sind. neu aufstrebenden Entspringt so die neue Staatsmacht den ger Herr über die Wirtschaft. Daß er die zusammengefaßten Bund der sogenann- sen. Zunächst ein ökonomisches. Die Nachimperialistischen Tendenzen, so bleibt sie Wirtschaft leiten, dirigieren, ordnen könne, ten Partei- zusammengefaßt, deren Teil- kriegsperiode hat auch in den führenden ihrer Entstehung verhaftet, sie wurde unbestritten herrschende Meinung, nehmer materiell und ideell mit der Staats- kapitalistischen Ländern den Drang zum stellt sich bereitwillig in den Dienst der die letzten Reste des ökonomischen Libe- macht auf Gedeih und Verderb verbun- Kapitalexport erheblich vermindert; soweit der Kapitalexport, der sich von den Schläimperialistischen Politik, von deren Stär- ralismus versanken. Diese Akzeptierung der Das alles besagt nun nicht, daß die gen der Kreditkrise noch lange nicht erkung ihre eigene Stärkung anhängt. Im Verlauf des Prozesses verschafft ihr diese Staats omnipotenz blieb in den Einflüsse, die von den einzelnen Klassen holt hat, wieder möglich wird, findet er Stärkung zugleich immer größeres Krisen der Nachkriegszeit er- und Schichten ausgehen, ausgelöscht sind. in den Entwicklungsbedürfnissen der in Eigenleben; die staatliche Machtorga- halten. Die Staatsmacht wurde von allen Aber es besagt, daß neben den Klassen der kapitalistischen Entwicklung zurücknisation entwickelt ihre eigenen, auf Er- Seiten der Gesellschaft zugleich zu allem und über ihnen eine gewaltige Potenz sich gebliebenen oder der haltung und Mehrung ihrer Macht gerich- fähig und für alles verantwortlich ge- verselbständigt hat, die stark genug ge- Rohstoffländer leichte Betätigungsmögteten Tendenzen; eine gewisse Verselb- macht. Persönliche oder wirtschaftliche worden ist, den ihr eigentümlichen Zielen lichkeit. Politisch ist aber in den demokraständigung gegenüber der Ge- Schranken für die Staatsbetätigung wur- und Zwecken die Klasseninteressen, soweit tischen Ländern die Alleinherrschaft des sellschaft, der sie entsprossen, be- den nicht mehr anerkannt, die Ausdehnung sie ihr entgegenstehen, unterzuordnen oder imperialistischen Teils des Bürgertums über die Außenpolitik durchbrochen. Dazu ginnt. Diese Verselbständigung ist am der Staatsbefugnisse über die Gesellschaft sie zu brechen. Oberstes Ziel des totalitä- kommt als ein sehr bedeutsamer Umstand größten dort, wo die Staatsmacht im Ge- begegnete immer weniger psychologischen ren Staatsapparates ist die Er- der wachsende Widerstand, dem die impegensatz zu den Westmächten von je eine Hemmungen. Die höchste Machtvollkommenheit und haltung und Ausdehnung sei- rialistische Politik bei ihren bisherigen größere Unabhängigkeit von der bürgerin zugleich den größten Grad von Verselb- ner Macht. Das ist der Inhalt seiner Objekten begegnet. Das Erwachen der gelichen Gesellschaft behauptet hatte Deutschland und in Rußland. Zu ständigung gegenüber der Gesellschaft er- inneren, wie seiner äußeren Politik. Zur schichtslosen Nationen, ihr Drang nach zeigen, wie gerade diese relative Selbstän- reicht die Staatsgewalt im totalitären Macht gekommen sind die faschistischen nationaler Selbständigkeit und Unabhändigkeit zum Ausbruch des Weltkrieges ge- Staat, in den Ländern der Dikta- Diktatoren, die Massengrundlage ihrer gigkeit hat durch den Krieg und nachher führt hat, wie die zur Unterschrift bereits tur. Der Staat hat sich gleichsam in den Herrschaft haben sie gewonnen im Zei- außerordentliche fertige Verständigung zwischen England Besitz der Gesellschaft gesetzt, die Gesell- chen des Nationalismus. Nur so konnten Das Erwachen der arabischen Welt, das und Deutschland über die Einflußsphären schaft, gleichgültig ob ihre Schichtungen sie die in der Nachkriegszeit Deklassierten für die Stellung Englands und Frankreichs der Deklassierung Bedrohten schwierige und gefährliche Probleme aufin Vorderasien und über die portugiesi- zunächst erhalten bleiben, ob sie nivelliert oder von Fortschritte gemacht. wirft, deren Gefahren gestern durch die bolschewistische, heute durch die faschistische und nationalsozialistische Anfachung des Nationalismus noch vermehrt werden, hat England zum teilweisen Rückzug aus Aegypten, zur Aufgabe des Mandates über den Irak, Frankreich zur Aufgabe des Mandates über Syrien gezwungen, während Roosevelt den Philippinen und Cuba staatliche Selbständigkeit gibt. Die Politik der Diktaturstaaten aber hat mit dem klasDer zensierte» Bulle« Ein Leser, der die Sportpalast- Reden von In allen deutschen Zeitungen, klärte, die Parteigenossen hätten es gewiß Göring und Rudolf Heß am Radio abhörte, fehlt in den spalte nlangen Refe- mit Freuden begrüßt, daß man gerade Göring schreibt uns: Auf der Vierjahresplan- Kundgebung im Berliner Sportpalast erschien Göring wieder einmal in einer neuen und vielseitig bewunraten diese Stelle. Im letzten Teil mit dieser schweren Aufgabe betraut habe, seiner Rede sagte Göring, um das Volk zur diesen Haudegen... Das zitiert auch die deutHungerkur zu ermuntern, wörtlich:> Werft sche Presse. Heß aber fuhr mit besondoch den Blick auf den Führer, seht, wie der ders nachdrucksvoller Stimm Mann arbeitet, denkt daran, welch ein Leben entfaltung fort:> Dieser Bulle!< derten Uniform: in der schlichten SA- Tracht in Sorgen er führte... Diesen Satz wiederdes alten Kämpfers, ohne Litze, Sterne und Das Publikum, unter dem sich sämtliche sischen Imperialismus über- Orden. Er spielte den Mann aus dem brauzugeben, war der deutschen Presse gerade Minister des Reiches, zahlreiche andere noch erlaubt, nicht haupt nichts zu schaffen. Dieser aber der folgende: war die Politik eines mächtigen, rasch aufnen Volke, drohte und säuselte und zeigte Denkt doch daran, der Führer Würdenträger und viele Gauleiter befanden, steigenden, an überschüssigen, nach Anauf seinen eigenen darbenden Leib, der in- iẞt überhaupt keine Butter und brach bei dieser zarten Anspielung in einen folge des gewaltsamen Entzuges nahrhafter kein Fleisch. lage suchenden Kapitalien überreichen KaUnd was der Füh- geradezu wiehernden Beifall aus. Butter zwanzig Pfund an Gewicht verloren Warum dieser» Bulle< in keiner deutschen pitalismus. Die Diktaturstaaten aber sind rer kann, das könnt ihr doch habe. Jubelnder Beifall! Zeitung aus dem Stall des Sportpalastes in arm. Nicht deshalb, weil sie keine Koloauch.< Man erinnert sich, daß Hitler in nien haben, oder England ihnen> das Gold Aber der neue Diktator hat, von seinem Nürnberg höhnend auf den bekannten Aus- die publizistische Freiheit gelassen wurde? gestohlen hat, wie Göring sagt, son- Führer abgesehen, noch einen über sich: spruch einer bourbonischen Prinzessin in den Aus Rücksicht auf die im schlichten Straßendern weil die Machtpolitik der Göbbels, den Zensor. Zahlreiche Per- Tagen der französischen Revolution verwieDiktatur sie arm und ärmer len aus Görings Rede, die am Radio sehr sen hatte, warum das Volk keinen Kuchen macht. Deutschland und Italien brau- exakt zu vernehmen waren, wurden aus den esse, wenn es kein Brot habe. Ohne peinliche herauszufordern, konnte also die chen keine Anlagesphären für unbeschäf- Berichten über die Presse rücksichts- Parallelen tigte Kapitalüberschüsse, sie bedürfen los herausgestrichen. Göring sprach, Bemerkung Görings über den sich kasteienden deutschen Zeitungslesern keiner unentwickelten Gebiete, die sie um einige Beispiele zu nennen, von ausländi- den Führer Mit dem> Erdurch Kapitalinvestitionen für Eisenbah- schen Zeitungen, die geschrieben hätten, in nicht gut vorgesetzt werden. nen, Hafenbauten usw. allmählich erschlie- Deutschland müßte man um Butter, Fleisch satz« des Führers im Leibe dürften vermutDarüber regten lich auch die deutschen Schwerarbeiter zuBen. Was sie brauchen sind bereits entwik- und Eier Schlange stehen. Immerhin: Heß hatte so unrecht nicht. Dieser Bulle< benimmt sich genau So, kelte Rohstofflager, fertige, reiche, er- sich die fremden Journalisten auf. Wenn aber frieden sein. schlossene Wirtschaftsgebiete, die sie mal ein Jude sich mit dem Ellenbogen breit- Von besonderer Pikanterie aber war eine wie der andere auf Feld und Wiese: er rennt, ihrem Wirtschaftsbereich einverleiben kön- mache und dafür bestraft werde, dann würde Zensurlücke, die den nach Göring redenden wenn auch ohnmächtig, mit gesenkten Hörer- nern auf jedes rote Tuch. nen, um den Mangel an Nahrungsmitteln ein noch größeres Geschrei darum gemacht. Führer- Stellvertreter Heẞ betraf. und Rohstoffen, die das wahnsinnige Ueberspannen ihrer Machtpolitik erzeugt Die wahre Humanität Er vom kleide erschienene Frau Emmy, die züchtig errötend die Augen niedergeschlagen hatte? Schämte man sich vor dem Auslande, daß sich die Spitzen des Dritten Reiches noch heute, wo sie beim Empfang fremder Staatsmänner die diplomatischen Allüren der Arrivierten präsentieren, sich nach wie vor untereinander im Stalljargon anreden? leichter ( Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, Bernhard Köhler, auf der Reichsarbeitstagung der Reichsbetriebsgemeinschaft 6, Eisen und Metall.) Gerettetes Familienleben > Ein Rechtsgrundsatz, den kürzlich das Landgericht Halberstadt in einer Die Kölner Volkszeitunge fordert zum das Recht zu verlangen, daß er es hat, zu beheben. Weit entfernt von jeder dominieren und zu ihrer Kooperation geAehnlichkeit mit der imperialistischen Po- führt haben, die heute die außenpolitische Schluß, man solle ihr mit solcher Heuchelei hat, als es Adolf Hitler gehabt hat.<< litik der Vorkriegszeit gleicht die Politik Konstellation in hohem Maße bestimmen. und solcher Humanität zehn Schritte Deutschlands, Italiens und in etwas ande- Das soll in einem folgenden Artikel dar- Leibe bleiben, was das Dritte Reich ja auch macht Dr. Richard Kern. tut, denn dort man Hinrichtungen rer Weise die Japans viel mehr der kolo- gelegt werden. nicht zum öffentlichen Schauspiel, dort wird nialen Raubpolitik des Frühheimlich gemordet, hinter verschlossenen kapitalismus im 16. und 17. JahrTüren gehenkt und in Kerkern zu Tode gehundert. Nur daß damals das Handelsmartert. Ohne Urteil, ohne Schuldbeweis, nur und Schiffahrtskapital Träger dieser Poliwegen menschlicher Gesinnung. Im> Staatstik waren, während es heute die diktatorische Staatsgewalt ist. Es handelt sich für die Diktaturstaaten mit ihrer zerrütteten Wirtschaft um eine neue Art ursprünglicher Akkumulation, von außerökonomischer, durch Gewalt zu erreichender Reichtumserwerbung. Es ist diese nackte Raubpolitik, die Göbbels ankündigte, als er im Sportpalast rief:» Wir werden uns empfiehlt sich der Hitlerei, indem sie mit der Herrlichen Zeiten entgegen unsere Kolonien schon holen!« Denn das ist der höllische Kreis: Die Machtpolitik führt zur Wirtschaftszerrüttung, die Wirtschaftszerrüttung zwingt zum Eroberungskrieg um jene wirtschaftlichen Gebiete, die zur Fortführung und Aufrechterhaltung der Machtpolitik unerläßlich sind. Es ist nicht ein mystischer, den Diktaturen schlimmerweise innewohnender Drang zur Expansion, es sind die unausbleiblichen realen wirtschaftlichen Folgen ihrer Machtpolitik, die die Diktaturen in den Krieg treiben. Es ist die Wirtschaftszerrüttung und deren Konsequenzen, die heute in Italiens und Deutschlands Politik Deutsche Zeitung In der Welt von Hawai bis Syrien Mord und Totschlag, vom Feuerland bis nach Sibirien Korruption and Diebstahl. Im Staate Kentucky wurde ein Neger wegen angeblicher Schändung einer alten Frau gehenkt. An die zehntausend Menschen waren interesse< verschwanden Hunderte und wur- Ehescheidungsklage aufgestellt hat: Durch zur Hinrichtung herbeigeströmt, ein Teil der den nicht mehr gesehen, nicht einmal von dauernde Nörgeleien eines VolksgenosMenge riẞ dem eben Gerichteten die Henker- den Angehörigen. Wenn die davon erfuhren, sen über die Mitarbeit seiner Ehemaske vom Gesicht, um sich Teile dieser standen sie schon vor verschlossenen Särgen. gattin in der Bewegung kann die Maske als Andenkene zu sichern. Ein ent- Wie heuchlerisch und lächerlich von Mister Ehe zerrüttet werden! Also sprach der setzliches Kulturbild, zweifellos. Aber man Roosevelt, sich über diese massenhafte laut- weise Richter in der bewußten Eheschei staunt immerhin, wenn die Entrüstung darü- lose Ermordung Unschuldiger aufzuregen! dungsklage, nachdem er durch Anhören beiber am stärksten aus dem Dritten Reiche der Parteien die Ueberzeugung gewonnen hörbar wird. Die> Kölner Volkszeitung< hatte, daß der Ehemann ein typischer Nörgler ist, der durch fortgesetzte Sticheleien >> Wir wünschen nicht mehr zu hören, daß seiner Frau wegen der Zugehörigkeit zu der der Mensch arbeitet, damit seine Kinder es NS- Frauenschaft das Leben unerträglich ge-.. leichter haben. Mit dieser Auffassung sei macht hatte. Also, Herr Meckerich und > Jedermann kennt die Art, in der sich gewisse Leute gebärden, wenn sie von dem Spießertum und einem unwürdigen Pa- Konsorten: Vorsichtig, immer schön vorsichHumanität sprechen. Diese Scheußlich- zifismus das Tor geöffnet. Unsere Nach- tig!! ( Preußische Ztg. Nr. 283.) keiten bei der Hinrichtung stehen in einem kommen können und werden es merkwürdigen Gegensatz zu der Uebung, nicht leichter haben, weil das deutals Sittenrichter in der Welt aufzutreten. Entrüstung gleichzeitig ein Lippe gegen die amerikanischen Kritiker Hitlerdeutschlands riskiert: Der Vogel Wenn mehr als zehntausend Menschen zu sche Volk nicht in einem luftleeren Raum> Warum wollen Sie durchaus unser gutes einer Hinrichtung strömen, dann sind diese jüdischer Theorien, sondern auf der Erde deutsches Geld ins Ausland tragen, indem Tausende seltsame Zeugen und seltsame lebt, wo es in jeder Generation um neue Be- Sie sich eine chinesische Nachtigall kaufen? Humanitätsapostel Wenn man die Hinrichtung zu währung ringen muß. Unsere Nachkommen Wenn Ihr Kanarienhähnchen durchaus einen einem öffentlichen Schauspiel macht, dann braucht man dürfen es nicht einmal leichter haben, Gesellschafter haben soll, so kaufen Sie doch sich nicht zu wundern, wenn ein solches den das deutsche Volk wolle nicht in Be- einen deutschen Waldvogel.< Schauspiel als ein ganz finsterer Anschlag quemlichkeit und Kleinmut versinken, dern wolle groß und frei sein. Niemand habe auf die wahre Humanität betrachtet wird.< Die russischen Staatsbonzen prassen wie Fürsten, sie saufen den Wotka aus Tassen die Volksbetrüger. Die Menschen verhungern zu Scharen an der Wolga Gott mög uns vor gleichen bewahren Hitler oder der Bolschewismus! die Welt ist zum Saustall gesunken durch die Bolschewiken. Herr Göring erhielt zu Gedenken ein weiteres Schloß, Die Welt ist verdreckt und, verstunken durch die Juden, sonBriefkastenantwort im Westen<, Berlin, Nr. 308. Nur Deutschland kennt Schmutz nicht noch vom Staat ließ Herr Göbbels sich schenken Schrecken Heil Hitler! ( Es geruhte von selbst zu verrecken Rassenschänder Cohn, ein schlichtes Blockhaus. Man vertellte dies Jahr als Belohnung 50 Rittergüter. Auf der Flucht ward in Dachau erschossen ein Bolschewik, Man köpfte drei rote Genossen)- Heil Hitler! * Man murrt, denn es mangelt an Butter in England, es mangelt den Schweinen an Futter in Polen, Die Hirne sind wirr und vernebelt in Schweden. Die Presse ist schändlich geknebelt in Frankreich. * Nur uns ist ein Glückslos beschieden in Deutschland. Die Menschen sind satt und zufrieden Heil Hitler! Was brauchen sie Butter und Schinken Hell Hitler! wenn Weißkohl und Elutorden winken in Deutschland. + Es mangelt dem Volke an Wohnung aber das kommt noch. * Der Führer will nichts als den Frieden ( und Danzig, Memel, Elsaß- Lothringen, die Ukraine, Kolonien usw.), drum ziemt es uns, Waffen zu schmieden Immer fest druff! Wir brauchen Kanonen statt Butter durchhalten! und zu den Kanonen auch FutterBund der Kinderreichen. * Ihr Deutsche urarischen Schlages Hell Hitler! Kauft Blätter des Eher- Verlages Heil Hitler! Er hilft, euer Weltbild zu klären Heil Hitler! Lieder der Freiheit Kämpferische Lyrik kann mit großem Pathos von Blut und Rache, Aufstand und Freiheit dröhnen, sie kann aber auch Wir spinnen unsre Fäden fort, das Netz wird immer dichter, von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort trotz Henker, Kerker, Richter. Das alles erlebt der Dichter wie einen von bösen Traum, verzerrt und grau im ungeTag und Traum singen, kann die Gegenwart wissen Licht....< Es ist das ungewisse ringsum zu Zeugen wirren Geschehens wer- Licht der Emigration, das alles ringsum noch den lassen und mit leiser getöntem Wort stärkere Erschütterung erzielen, als der lauteste Zorn. Zu dieser Art gehören die meisten Verse Fritz Brügels, der jetzt eine ihre Stimme, ein neues Volk in der Welt: umfangreiche, starke Sammlung seiner» G edichte aus Europa( Verlag Der Aufbruch, Zürich) erscheinen läßt. Ja, es ist dessen dieses schaurige Europa von heute, krampfiges Gesicht aus diesen Versen schaut, gespenstischer erscheinen läßt und die besondere Stimmung dieses Buches mit ausmacht. Emigrantenheer und Ausgestoßene erheben Uns kleidet die Zeit in Monturen grau Und macht uns zum Kriegsregiment. Doch das alles wird einmal vorbei sein, auch der Bomber, der obenan noch seine es ist dieses Europa, dessen stickige Atmo- Kreise zieht, das alles wird untergehen, aber: sphäre unser Dasein vergiftet und starke Die roten Fahnen werden wehen Poeten nicht mehr auf sonniger Weide graob wir dabei sind, ist egal. sen läßt> Dem Leben fehlt der Sinn in die- Auch Brügels Lyrik ist an der Zeit härter sen Zeiten, da ihm die Freiheit, o die Frei- geworden. Was er anpackt: Ernte, Ratten, heit, fehlt...< Dieser Zeit geziemt barbari- Schlaf, Traum, Vorstadt alles wird ihm sches Gelächters. Der Priester geht mit dem unter der Feder zum Gesicht unserer Tage, Henker, und die Heiligen auf hohem Posta- zum Symbol der Umwelt. Reim und Rhythment wünschten, sie wären nicht Stein, son- mus sitzen ihm im Blute, er formt gern in dern Holz, daß sie in hellem Brande zu Asche trommelnden Takten, ein Trommler, dem erlöst werden könnten. Schon steht Jahrgang man anmerkt, daß er von feineren Instruchaotische 1914, der seine Väter im Kriege verlor, vor menten herkommt und daß ihm der Mobilisation, Zeit und starke Gesinnung den Schlegel in die Hand drückten. >> und wir nehmen der Henker Gewehre, Mutter, und machen sie selbst zum Kanonenfutter, und keiner von uns wird lang warten<. * Der Lyriker Sonka wurde in einem mährisch- slowakischen Dorf geboren. Ein slowaDie große industrielle Reservearmee> mar- Versen ist Kampf und Stille, kischer Poet deutscher Zunge. In seinen kosmische schiert durch die Städte bei Tag und bei Schönheit neben sozialer Revolte. Eine allzu Hell Hitler, Heil Hitler, Hell Hi, Heil, Nachte, die Schar der Selbstmörder singt knappe Probe von alledem gibt das neue ihren bitteren Sang und das Flüsterlied der Bändchen» Der Bruder Sonka reist Rechtlosen geht um: nach Kalkutta«( Eugen Prager Verlag, und hilft, eure Führer ernähren Heil, Hell( usw.). Verantwortlich: Hugin. Der Sanitätsfeldwebel Hitlers Ministerialdirektor Arthur Gütt und die antibolschewistische Heilsbotschaft des Kindersegens Aerzten des öffentlichen Gesundheitsdien stes einen Vortrag über Volksgesundung und Wehrkrafte. Schon allein die Wahl des Themas beweist alles dafür, wie spezifisch der Mann seine Mission auffaßt. Aber darüber hinaus bot der Ausflug in die ganz große Weltpolitik, den dabei Herr Gütt riskierte, doch den Nachbarn Deutschlands einigen Stoff zum Nachdenken! Daß es in West- und Mitteleuropa immer weniger rialdirektor Arthur Gütt. Wer im Dritten Reich völlig aus der gemeind- deutschen Volksgesundheitsgesetzgebung klar Kinder gibt, ist nach ihm nicht etwa die FolNun songeerscheinung einer bestimmten Wirtschaftsweise mit ihren materiellen Zwangsläufigkeiten und ihren Lebensauffassungen, dern» eine jüdisch- bolschewistische Schandtate. Nach Gütt ist der Heilige Krieg gegen Rußland schon einfach deshalb notwendig und ihm Weltsympathien zu gewinnen, war Sinn der lichtvollen Deduktionen- weil die weiBen Völker niemals den augenblicklichen Geburtenvorsprung Zu den wenigen im Dritten Reich, die öffentlich- rechtlichen Funktionen bekleideten| zutun darf. Dabei ist der Arzt Gütt sichersicherlich mächtiger hinter den Kulissen als Reichsauschuß für Volksgesundheitsdienst<. lich nicht weniger Rassen- Maniker als der unmittelbar vor dem Souffleurkasten sind, Die Gesundheitsfürsorge oder vielmehr das, richtiggebende< Chef selbst. Ginge es nicht gehört ohne Zweifel der jetzige Ministe- was man jetzt unter ihr versteht, ist heute schon aus dem allgemeinen Inhalt der neuwußte vor fünf Jahren etwas von ihm und lichen Selbstverwaltung und damit aus ihrer hervor, so aus der anderen Tatsache, daß der Erlöserbotschaft, die er in seinem Fach- vorzüglich sozialen Zweckbestimmung her- Herr Gütt beim» Reichsführer der SS Himmbereich Deutschland zu übermitteln hatte? ausgehoben und staatlich straff zentralisiert ,, ler< er selbst ist SS- Oberführer und tritt, Stellen wir fest: er ist ein>> alter Kämpfer«, bürokratisiert und ideologisch militarisiert. ähnlich wie Ribbentrop nicht ohne dieses wie hunderttausend andere mit demsel- Es sind allein weit über 400 Gesundheits- Räuberzivil vor die Rampe> Chef des ben ein wenig verbogenen und verschramm- ämter im Reich verstreut, über die Gütt sou- A mtes für Rassenpflege und Beherzlich ten, aber auch so unbedeutenden verän gebietet. Gütts Aufgabe und Mission völkerungspolitik ist. weiß Vorleben! In diesem Falle also ein Medizin- ist es, das deutsche Volk> rassisch< zu jeder um die barbarisch- ridikülen Experistudent, den der Weltkrieg aus der Bahn» heben<. Er faßt das ohne Zimperlichkeit mente, mit denen die SS in eine Art Elitewirft. Gerät als Sanitätssoldat schon gleich an! An keiner Stelle zwängt sich der Staats- korps für nordische Kindererzeugung erim Anfang in russische Gefangenschaft und absolutismus, der den Krieg vorbereitet, so hoben werden sollte. Wenn davon das meiste wird durch den Vormarsch der Deutschen dreist und fühlbar in das Privatleben des nach hoffnungsvollen Anfängen auch auf wieder befreit. Angeblich knüpft sich daran einzelnen, wie im Bereich Gütts. Man denke dem Papier stehen geblieben ist und höchdie Ruhmestat, daß der Sanitäter Gütt vor an die Ehegesetzgebung Hitlers, die heute in stens noch das angenehm- private Einzelbe- ger und Kreuzfahrer zugleich möchte der Gefangennahme noch vierhundert deut- ihren grundsätzlichen Ansprüchen sogar so wußtsein des SS- Mannes angesichts arische verwundete Kameraden seines Feld- weit geht, daß die Gerichte eine Ehe dann scher Jungfernwaden ausfüllen mag, so steht lazaretts vor dem Zugriff der Kosaken ge- als ungültig erklären, wenn sie von einem doch ohne Zweifel fest, daß Herr Gütt rettet haben soll. Allzu fundiert kann aber Gesunden mit einem durch Zwangs- oder frei- war, der diesen Kaninchen- Romantizismus in diese seine private Gloire- Legende( jeder willige Sterilisation unfruchtbar gemachten seiner Amtseigenschaft beim> schwarzen echte Nazi hat übrigens eine, bis auf die Partner eingegangen werden soll. Man denke Korps< zu realisieren versucht hat. Nicht von Göbbels, der einmal während der Ruhr- an Sterilisationsgesetzgebung selbst. weniger als fünf komplette» Reichsgesetze< besetzung unter belgischen Peitschenhieben Herr Gütt hat den> Arierparagraph für sind bereits hinsichtlich des Sterilisasein. die es Also setzt Herr Gütt daß der der russisch- asiatischen Mischlinge aufholen werden«. BuẞprediHerr Gütt also sein.» Die westeuropäischen Völker stehen durch eine verfehlte Bevölkerungspolitik am Rande des Abgrundes!< Nur Pg. Gütt macht nämlich eine richtige< Bevölkerungspolitik.» England kann nicht genug gewarnt werden. Wenn das nationalstolze England sein Empire behaupten will< so besorgt ist der Gütt für fremder Leute > ja, wenn es als Volk bestehen Laden! dem jüdisch- bolschewistischen Einfluß hinzugeben und ein sterbendes Volk zu werden<. geschmachtet haben wollte) nicht gewesen das deutsche Heiraten erfunden und einge- tionskomplexes in Kraft, angefangen bleiben will, dann muß es aufhören, sich und Denn obschon Akademiker so| führt. Er steuert von der Spitze aus die mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken zum Stabsarzt prädestiniert, erhielt Arthur braune Riesenpropagandamaschine für Kin- Nachwuchses« vom 14. Juli 1933 bis zum Sicher- dererzeugung. Er diktiert den tausend und Gesetz über die Zulassung der Strahlenan- Der gute Rat ist dreist und drollig zugleich. dafür nur das Eka zweiter Güte. lich verhält es sich damit also nicht anders, einigen Erbgesundheitsgerichten mit ent- wendung bei der Sterilisation von Frauen wie mit den fünfzehn lebend von Hitler ge- sprechenden Appellations tribunalen. Kurz vom 31. Jahre an<. fangenen Engländern, die ihm doch nicht wenn man die Härte einer Dikta förmlich das laufende Band für seine Manie will, mehr als den Gefreitenrang einbrachten. Den tur danach bemessen wie in Betrieb. Es mag ihm schweren Kummer ganzen Krieg über blieb der Gütt ein simpler weit sie das Allerpersönlichste und schlaflose Nächte bereiten, ganz Feld- Assistenzarzt. Dann ließ er sich zu beschränkt und aufhebt, dann ist| allmählich auch hier eine Ernüchterung seiMinisterialdirektor Gütt ner ärztlichen Fachkollegen, die sich einmal Hause, im Ostpreußischen irgendwo bei La- der Die Pra- ganz ohne Zweifel der allermäch- mit förmlichem furor teutonicus an die Opebiau, als praktischer Arzt nieder. ohne daß rationstische und-Messer stürzten, Platz xis florierte schlecht; also ging er zu den tigste Diktatur büttel, SO er 1923> Kreisleiter« freilich seine Betriebsamkeit sich Dort wurde ins greift. So hat kürzlich einer der HauptNazis. seiner sterilisationssachverständigen Deutschlands, von Labiau. Nun konnte er wenigstens wie- Bühnenlicht stellt, wie Göbbels mit und Leute Propagandaartillerie. Die Rolle, die Gütt der Direktor der Frauenklinik in Göttingen, der ein bißchen kommandieren kujonleren das einzige, was er im Kriege in der Hitlerei zufällt, wird ganz deutlich freimütig in einem Vortrag vor einem nordIn der Verborgen- und unmißverständlich umschrieben in einer westdeutschen Aerztekreis bekannt gegeben, wirklich gelernt hatte. heit von Labiau verlief dieses hitler- normale kurzen Feststellung, die jetzt zu seinen Ehren wie man jetzt immer mehr Klienten wegen Erdenwallen bis zum 1. Mai 1933, als Frick das wissenschaftliche Organ des Reichsaus- mangelnder Operationsfähigkeit kleinen Medizin- schusses für Volksgesundheitdienst<, das oder für immer zurückstelle. den weithin unbekannten Für zeitweise Denn kurz vorher hatte ja Herr Gütt versichert, daß die> russisch- asiatischen Mischlinge« also gerade die Bolschewiken eigentlich im Fruchtbarkeitsrekord unschlagbar wären. Folgendermaßen erklingt Gütts Schlußschrei an die unverständige Welt: » Deutschland bringt aus der bitteren Erfahrung und den Verlusten des bisher blutigsten aller Kriege heraus seinen artverwandten Gegnern von damals, wozu England, aber auch Frankreich und Italien gehören, Verständnis entgegen, aber es vermittelt ihnen nunmehr auch neue Erkenntnisse, neue Lehren von Erbgesundheit und Rassenreinheit, von Familienpflege und Tradition! Bedenken wir, daß die Folgen dieser Erkenntnisse, so sonderbar manchem unserer Gegner klingen mag, nicht Eroberung und Imperialismus, sondern Verbundenheit, europäisches Solidaritätsgefühl, Arbeit und Frieden sein werden.< das seinen mann, der aber eine gute Parteinote hatte, letzte Heft 3 des> Archivs für Rassen- und Bereich gab der Sachverständige die Zahlen Ihm Gesellschaftsbiologie< macht, indem es dieser Zurückstellungen von 1934 bis 1936 mit 3.4 Prozent, dann 12.9 Prozent und jetzt, anins Reichsinnenministerium berief. schreibt: ohne nach Und so genese denn die Welt wieder einwurde die Abteilung» Volksgesundheit >> So werden die Mit einem Male war Gütt der allgemeinen im Jahre 1936, sogar mit 21.4 Prozent an. vertraut. Richtunggebung des Führers und Reichs- Demgemäß sei auch die Zahl der> postope- mal am deutschen Wesen, obschon sie heftig Spektakel in die Weltgeschichte vorgerückt; kanzlers durch Dr. Frick und Arthur Gütt rativen Störungen< davon manche sicher- dagegen remonstriert. Wenn es also zum er wußte sicherlich selbst nicht recht, wie unter zeitweiser(!) Beihilfe einiger weniSachverständiger ger(!!!) besonders ihm geschah. Mit dem wichtigen Referat be- lich mit Todesausgang für die Betroffenen Kriege kommt in dieser von Hitler in ein reiteten Vorentwürfe im Beirat soweit begesunken, und zwar von 16.9 Prozent über Chaos verwandelten Welt hier scheint der im Reichsinnenministerium wurde das gleich12.4 Prozent auf jetzt nur noch 7.1 Prozent. Beweis erbracht, daß die Gegner Deutschwichtige im Preußischen Innenministerium alsbald verknüpft. Heute ist Herr Gütt doppelseitiger Ministerialdirigent mit dem Rang und Titel eines> Direktors<. Daneben ist er aber noch Präsident des Preußischen Landesgesundheitsrates. raten und abgeändert, daß sie dem Reichsinnenminister und dem Reichskabinett als reife Gesetzentwürfe zur endgültigen Genehmigung unterbreitet Das Kapitel Gütt läßt sich aber nicht lands es nicht nur mit Stahlhelwerden können.< beenden, ohne daß man nicht auch noch auf men, sondern auch mit WirrköpHerr Gütt ist also der eigentliche Exe- die weltpolitische Seite dieser Form fen, nicht nur mit Gladiatoren, auch mit Flagellanten kutor der Hitlerschen Rassomanie und Ge- von Besessenheit und krankhaften Zelotis- sondern oberste setzgeber derjenige, der zur juristischen mus hingewiesen hätte. Dieser Gütt hielt zu tun haben werden: Vielleicht wird am kommenden Spitze des Staatsmedizinischen Akademie. Er Formalistik des Herrn Frick das nun ein- nämlich kürzlich vor den bei einer Tagung das sogar das Grausigste dirigiert den mit einer schweren Menge von mal notwendige ärztliche Einzelwissen hin- in Warnemünde die Er ist versammelten deutschen Krieg sein. von vorderasiatisch überlagert sind, denn seine, als Teil eines internationalen MinderheitenBratislava). Ein Dutzend Gedichte Schönheit und Armut des Daseins. Nebenbei Frau war Jüdin.... An die Buchhandlungen rechts, an dessen Aufrechterhaltung nicht nur ist Sonka der Apostel eines> Weltbundes der sind bereits diskrete Weisungen ergangen. die 30 Millionen der europäischen MinderDenkmal jedoch, Schande über heiten, sondern auch die meisten Nationen Brüder<, einer Vagabundenvereinigung. Dies Sein Apostelhafte und sein slowakisches Heimats- Schande, steht unweit des Hitlerschen Land- selbst wegen ihrer jenseits der Grenzen lebengefühl geben seinen Liedern sozialistische schlosses in Berchtesgaden. Was wird da- den Konnationalen Wer sprengt das volksverräterische waren. Religiosität und gelöste Melancholie. Schade, mit? daß sich dies Bändchen mit einer so kargen Standbild meuchlings in die Luft? Auswahl begnügte. Auch Ganghofer. B. Br. Und was wird aus seinem intimsten Freunde Ludwig Thoma, dem Schöpfer des bayrischsten Bauernromans und kerngleichmäßig interessiert Es war vorauszusehen, daß auch bei der deutscher Volksstücke? Häufig und gern war ist und nicht vor der Siegermacht kapituliert| deutschen Dichter- Olympiade jüdische Tücke deutsche einen Triumph feiern würde. Die Jury entschied sich für einen Roman von Dr. Neubauer. Vorsitzender dieser Jury ist der F. E. Roth. che Rasse zum Objekt solcher Entrechtung gemacht werden soll. Wenn wir an die antideutsche Propaganda während des Weltkrieges zurückdenken, und dann jene Volksstimmung beobachten, die heute nicht. nur in Europa, sondern fast in der ganzen Welt von Tag zu Tag an Umfang zunimmt, so wird man sich der Besorgnis nicht entschlagen können, die Einräumung solchen Rechtes könnte dazu führen, daß die passive Rolle, die der deutsche Antisemitismus heute den Juden übertragen hat, einmal auf anderem Boden dem Deutschen auferlegt werde.<< Von den einstigen Kameraden Schiemanns haben sich die meisten nach mehr oder weniger langem Widerstand ergeben und gleichgeschaltet. Daß er selber sich treu geblieben er des Juhu- Dichters Gast, jagte von Jugend hat, beweist mit erfreulicher Klarheit sein Die heutigen Herren Deutschlands beauf mit ihm im germanischen Wald und kleines Buch» Ein europäisches Problem. Die streiten die Zulässigkeit solcher Vergleiche. nennt ihn in seinen Tagebüchern oft und voll Minderheitenfrage<, das unlängst im Wiener Sind doch die Juden schwach und waffenlos, Daß dieser Urbayer auch sonst Reinhold- Verlag erschienen ist. In diesem sie dagegen verfügen über eines der stärksten bekannte deutsche Schriftsteller R. G. Bin.schamlosen Rasseverrat trieb, indem er eine Buch erhebt ein Mann, an dessen nationaler Heere der Welt. Sie hätten 1918 lernen könFarbige frisch aus der Schaubude wegkaufte, Gesinnung und nationalen Verdiensten schlech- nen, daß der Glaube an die Alleinmacht ins dings kein Zweifel möglich ist, Anklage ge- Verderben führt. gen das braune Regime, weil es die Interessen des Auslandsdeutschtums aufs schwerste schädigt und gefährdet.> Eine Minderheit< schreibt Zuneigung. mit ihr lebte und was sonst noch das ist alles nichts?! Wotans Fluch lastet auf unseding, gefeierter arischer Dichter, was jedoch Herrn Neubauer nicht hindert, jüdischer Herkunft zu sein. Darob in der Nazipresse großer Krach gegen Binding. Oh Tücke des rem Volke und es gibt noch viel in den Bücherbrettern zu reinigen, ehe DeutschErberinnerns und Rasseninstinkts, die lands völkischste Dichter endgültig aus dem ganze gutgesiebte Jury in die Irre führten! Dritten Reich verschwunden sind. In aller Stille dagegen und ohne daß man eine Nazi gegen Nation in einer Zeitung bisher davon lesen konnte, wird Ludwig Ganghofer ausgebürgert. Leys DAF hat angeordnet, daß Ganghofers Paul Schlemanns Anklage gegen das System. entUnter den Vertretern der AuslandsdeutBücher aus den Betriebsbüchereien zu fernen sind. Generationen haben sich seit schen, die sich von Zeit zu Zeit im republizu versammeln pflegten, vier Jahrzehnten an seinen ganzledernen kanischen Berlin Alpenromanen erbaut, seine> jaagerischen war der Balte Paul Schiemann der fühBuame konnten vor deutscher Kraft nicht rende Kopf. Anders als so mancher Romanlaufen, Millionen berauschten sich an seinen tiker und Gefühlspolitiker hatte er begriffen, sakrischen Dirndln; er war der meistgelesen- daß die Nation nur noch in der anerkannten ste Juhu- Blubodichter. Und nun stellt sich Internationalität der europäischen VölkergeIhren sicheren Standort finden heraus, daß er seine völkischen Eingebungen meinschaft aus den frivolen Emotionen der Rassen- kann, und mit scharfer Folgerichtigkeit konschande bezog und daß seine Kraftlackel struierte er das Recht der Auslandsdeutschen Deutsch sein heißt er, die sich zur nationalsozialistischen Be- In der Deutschen Rundfunkstunde< wurde wegung bekannte, hatte damit das sittliche kürzlich unter> München 405/740, 13, KonRecht preisgegeben, gegen die Nutzanwen- zerte angekündigt: dung dieser Doktrinen im eigenen Staate Einspruch zu erheben.< Und er fährt fort: Gounod: Ballettmusik a. Die Königin von Saba. >> Das gilt in hohem Maße auch von der Jeder Funkredakteur weiß, daß der Komantisemitischen Bewegung, die ihrem ganzen Wesen nach mit der minder- ponist dieser Oper nicht Gounod, sondern heitsrechtlichen Position nicht in Einklang Goldmark heißt. Mindestens weiß das gebracht werden kann. Gibt ein Auslands- der Dirigent, der ja sein Programm angibt. deutscher einmal zu, daß ein Staat oder ein Auch der Ansager sagte laut und deutlich: Staatsangehörige wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem be- Gounod. Also wurde hier von einigen Seiten stimmten Volkstum oder einer bestimmten bewußt gelogen, denn Goldmark ist unRasse ihrer Bürgerrechte zu entkleiden, so garischer Jude undarum soll man ausräumt er damit auch jedem Staate oder Volk das Recht habe, Volke das Recht ein, von sich aus zu be- gerechnet den nicht bestehlen, stimmen, welches Volk oder, wel- drüben täglich Juden bestiehlt?! wenn man Die Lüge vom braunen Lohnschutz 18th Wucherer und bestrafen. Der höhere Grad der Bibel > Das Bekenntnisbuch des Führers um| faßt wie die nationalsozialistische Weltdas anschauung, deren Grundbuch es ist Ganze einer deutschen Lebensführung. Wer ,, Das Parteiprogramm wird verwirklicht" gemeinschädliche| len ist. Sie versucht ihr Glück deshalb wie-| Streik verbot die strafrechtliche Ahn- in» Mein Kampf< nicht eine Bestätigung, Volksverbrecher sind mit dem Tode zu der einmal mit dem Stoßseufzer ihrer> anti- dung des> mangelnden Arbeitswil- Ausrichtung, Vertiefung seiner Ueberlegunkapitalistischen Sehnsuchte. In lensc. Das Strafrecht wird zur ausgespro- gen findet, der hat an irgend einem Wesentgroßer Aufmachung wird ein Artikel ver- chenen Waffe der Ausbeuter im Kampf gegen lichen, d. h. am Gegenwärtigen und Politiihre Arbeiter umgebildet; die Deutsche Ar- schen vorbeigezielt. Das gilt auch für die > Das Parteiprogramm wird verwirklicht.<< beitsfront aber schwätzt vom» neuen Lohn» Der Lohnschutz im nationalsozialistischen schutz<. Einer der Ministerialknechte im Rechts. Justizministerium klagt allerdings darüber, breitet: schreit die DAK: Wissenschaft. ( Herbert Freudenthal in der wissenschaftlichen Zeitschrift für Volkskunde<.) Eine kleine Meuterei Betriebsunfall im Film. der > als Massenerscheinung mit Paragraphen Weil die>> straf> Die einzige Einnahmsquelle, die der nicht ankommen könne. Arbeiter gewöhnlich hat ist sein Lohn, würdigen Massen« nicht zu fassen sind( die der Ertrag seiner Arbeit. Für die große Nazis merken auch alles) hat sich die StrafVor kurzem lief mit parteiamtlicher GeMehrzahl der Bevölkerung stellt der Errechtskommission in weiser Selbstbeschei- nehmigung in den deutschen Kinos ein trag ihrer Arbeit ihr gesamtes und einziges auf die dung darauf beschränkt, die» Rädelsführer amerikanischer Film:>> Meuterei Vermögen dar... Wenn sich auch nationalsozialistische Auffassung vom Ar- und» Streikhetzer« zu vernichten. Falls man Bounty<. Es handelt sich um eine wildabenbeitsverhältnis grundsätzlich von der frü- sie nicht finden kann, so werden, wie die teuerliche Sache nach einem erfolgreichen zeigt, einfach Roman. Die schlimmsten Meuterer werden kennen, daß es ein Treueverhältnis zwischen Praxis der letzten Wochen Führer und Gefolgschaft geben muß..., Hunderte von unschuldigen früheren Ver- teils gehängt, teils friedlich angesiedelt: man so bleibt doch die vordringlichste Aufgabe trauensleuten verhaftet und zu Tode gemar- kennt so was aus zahlreichen Hollywoodder Staatsführung, daß sie sich für die tert, um ein Exempel zu statuieren. Die Produkten. heren unterscheidet und wenn wir klar erProgramm der NSDAP, Punkt 18. Mitte August hatten die Unternehmer die Anweivom Reichspropagandaminister sung erhalten, in 14tägigen Abständen über die Stimmung der Betriebsarbeiter zu berichten. Besondere Stellen der Gestapo nehmen Ganz im Stil des> verfluchten Marxismus« daß man gegen Streik und passive Resistenz diese Berichte entgegen; die völlig willkürlich vorgenommenen Massenverhaftungen von früheren Funktionären der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie lassen keinen Zweifel, wie diese Berichte ausgefallen sind. Die Spannungen nehmen zu und die Lohnforderungen sind weiter der Schreck des Regimes. Je mehr die Proklamationen von oben jede Lohnerhöhung als Volksbetrug kennzeichneten und je mehr nun die kleinen Bonzen im Lande dieselben Reden nachplappern, um so eingehender beschäftigen sich die> Gefolgschaften mit diesem Teil des Vierjahresplanes. Die Arbeitsfront versucht Bestimmungen über die Strafbarkeit der abwechselnd mit guten Zureden und mit be- Soviel Worte, soviel Lüge. Der Vierjahres-» Nichtverrichtung von Arbeit< zerbrochen triebspolizeilichen Maßnahmen ihren» Auf- plan, dieses schlimmste Machwerk des Lohn- werden. Eine weitere Verschärfung in der klärungsdienst< zu besorgen. So wendet sich raubes wird als eine Sicherung des gerechten Anwendung des Nazi- Strafrechts ist vorgedie>> Deutsche Arbeits- Korrespondenz<< in Anteils des Arbeiters am Ertrag seiner sehen, indem neben dem Begriff des>> lebenseinem Aufruf an die» Kameraden<, endlich das Arbeit umgelogen. Nicht genug damit, er- wichtigen Betriebes< der umfassendere des > gemeinschädliche Kriechertum< aus den Be- zählt die DAK, daß vor Hitlers Machtantritt kriegswichtigen Betriebes« eingeführt wird. trieben auszumerzen und gegen die hinternur unzureichende Lohnschutzbestimmungen Das Arbeitsgericht, das kürzlich eine Wiehältigen selbstsüchtigen Kriecher umbarm- in der Gewerbeordnung bestanden hätten. dereinstellungsklage von Arbeitern der Opelherzig vorzugehen, sie zu ächten. Es zeigt Das gesamte Tarifrecht und die aus ihm ge- werke abgewiesen hat, hat die Begründung die ganze Verlumpung dieser Arbeitsfront, gebenen Rechtsverbindlichkeiten werden ein- des neuen Strafrechts vorweggenommen. Der daß sie offiziell die anständigen Arbeiter fach totgeschwiegen und erklärt, daß sich Arbeiter, der den ihm vom Führer versprogegen die Spitzel und Denunzianten der DAF > im damaligen Strafgesetz kein einziger chenen gerechten Lohn verlangt und in Beaufhetzt. Gleichzeitig wird bekannt gegeben, Paragraph befindet, der die Arbeitskraft folgung des NSDAP- Parteiprogramms vom daß der Häuptling der DAF, Ley, mit dem des Volksgenossen schützt<. Gericht den ihm versprochenen Lohnschutz Sicherung def Ertrages der Arbeit einsetzt und Verstöße gegen diese Waffe der Arbeiter, wie sie in der passiven Bei der deutschen Fassung hat sich ein Forderungen mit schweren gerichtlichen Resistenz besteht, soll durch die künftigen merkwürdiger Unfall ereignet. Man liest Strafen belegt.< darüber anläßlich der Berliner Erstaufführung im Westdeutschen Beobachter<: >> In Berlin sahen die Zuschauer noch >> Meuterei etwas anderes. Das Titelband auf der Bounty< lief nicht über das Segel der Brigg, die hier die Hauptrolle spielt, sondern über einen durchsichtigen Bücherschrank, der- scharf zusehenden Augen zufolge eine Auslese der deutschen Emigrantenliteratur von Emil Ludwig bis Stefan Zweig enthielt. Eine Armseligkeit, die wir keinem zutrauen, der ernstlich an diesem Film mitarbeitete. Denn der Film >> Meuterei auf der Bounty< ist gut.< Es bedarf keiner Erwähnung, daß die Stabschef der SA Viktor Lutze eine Diese feigen Knechte, die von der Staats- verlangt, ist sich seiner Verantwortung an Spuren dieses zweifellos jüdisch- bolschewistiVereinbarung getroffen hat, wonach künftig verfassung angefangen über schen Sabotageaktes bereits bei der nächsten Aufführung getilgt waren. Es gab sofort einen andern Bücherschrank als Hintergrund, einen mit> Mein Kampfe, Rosenbergs > Mythos< und Göbbels'» Michael<, vor allem aber mit sämtlichen 28 Bänden Karl May, um die literarischen Inspirationen des Führers zu verdeutlichen. das Arbeits- der Volksgesamtheit< nicht bewußt. Das SA und Werkscharen» Seite an Seite mar- recht, die Arbeitsgerichte bis zu den Gewerk- Arbeitsgericht hat die klagenden Arbeiter schieren<. Es ist die organisatorische Ver- schaften, jeden Arbeiterschutz gegen Aus- darauf verwiesen, daß die Vertrauensleute bindung im Betriebe hergestellt zwischen den beutung und Lohnwucher zerschlagen haben, der Deutschen Arbeitsfront und die Treu> alten Kämpfern< und in den Werkschaften reden jetzt von der> unzulänglichen Rege- händer hinreichens Möglichkeiten haben, um gedrillten Werkscharen- Jugend. lung der früheren Regierungen. Ja sie eine befriedigende Regelung der Lohnverhältproklamieren noch einmal für die Lohn- und nisse zu sichern. Dieselbe Arbeitsfront, die Gehaltsempfänger den Artikel 18 ihres sich zum Anwalt und Vollstrecker der AusParteiprogramms und versteigen sich schließ- beutung macht, soll als Garant für das lich zu der Erklärung: Recht der Arbeiter angerufen werden. Höher Zivilisation > Wie diese Anschauungen( NSDAP- Pro- läßt sich der Schwindel nicht mehr treiben. gramm, die Red.) in die Tat umgesetzt Die Vollstreckung des Artikels 18 des werden, zeigen die Arbeiten der amtlichen Strafrechtskommission > Auf dieser Basis ist der Stroẞtrupp des Nationalsozialismus im Betrieb begründet.<< Damit wäre> das gemeinschädliche Kriechertum im Betriebes vollzählig organisiert. Die Arbeiter aber bleiben, wie ihnen befohlen > unbarmherzig gegen die Kriecher und sie diskutieren unentwegt die volkswirtschaftliche Thesen des Führers. Sie bedienen sich dabei der Nazipresse, die feststellt, daß die industrielle Produktion von 1932 bis 1935 um 64 Prozent, die Zahl der Beschäftigten aber nur um 24 Prozent gestiegen ist. Die Lohnsumme jedoch hat nur eine Steigerung von 22 Prozent erfahren, wobei diese Nominallöhne die ungeheure Teuerung noch nicht berücksichtigen. Die Arbeiter erinnern sich der Parole des Ley: Wer leistet, soll fordern. Sie fordern den ihnen stohlenen Anteil schaftsertrag. am geWirtes ist nötig, jede wucherische Ausbeutung zu bestrafen.< Dieser Strafgesetzentwurf enthält neben dem >> Rute und Stock«< Gibt es ein Privatleben? schnüffeln? Wer darf Systemlosigkeit Parteiprogramms gegen die gemeinschäd-> Wir spotten, wenn unzivilisierte Völker lichen Volksverbrecher wird wohl den dazu an Götzen glauben, aber auch die Euroberufeneren Kräften der deutschen Arbeiter- päer huldigen dem Aberglauben, wenn sie schaft, selber vorbehalten bleiben! daß die Beschnüffelten auf diese Perversität sauer reagierten. Seither versucht man übrigens ohne Erfolg-, wenigstens die Unternehmer von den Schlüssellöchern abzustörter> überwachen kann. Bis ihr eines Tages Rute und Stock aus der Hand geschlagen werden. Aus der braunen Kunstzuckerbäckerei... >> Der oft angetroffene Versuch, schlesisches Schaffen oder Bilder mit der schlesischen Landschaft in ihrer ganzen Arund mut zu zeigen, und als malerisches künstlerisches Motiv das darzustellen, was wir leider des öfteren noch zu sehen bekomdem Glauben an Systeme verfallen, wie sich das beispielsweise jetzt wieder bei den Erörterungen über Währungssysteme gezeigt habe. Wo ist da der Unterschied?< Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, Bernhard Köhler, auf der Außenhandelsschulungswoche der DAF in Mühlheim/ Ruhr. Neuer Vorwärts Gozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verant wortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck:> G r a phi a<; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933, Printed in Czechoslovakia. Die Partei hat es den Herren Betriebsfüh- drängen, damit die Partei selbst desto ungerern immer wieder nahegelegt, endlich> Betriebsordnungen< zu erlassen. Nun wurde der Aufforderung von vielen Seiten Die> Deutsche Arbeits- Korrespondenz< Folge geleistet und siehe, was dabei herliefert den Gefolgschaften weiteres Material auskam, waren Zuchthausordnunzur Lohndiskussion. Sie berichtet am 4. Nogen, die den Geist der deutschen> Volksvember von der Produktionssteigegemeinschaft< weithin riechbar ausdünsteten. rung im Steinkohlenbergbau. Im Ueber die Grenzen des Betriebes hinaus, ja Ruhrgebiet allein ist im September die Erbis ins eheliche Schlafzimmer fühzeugung von 8.75 im Vormonat auf 9 Millen sich die Gefolgschaftsmitglieder von den lionen Tonnen angestiegen. Die DAK teilt wachsamen Augen ihrer väterlichen Direkbegeistert mit, daß infolge der Produktions- toren verfolgt. Da ein ausreichender Lohn in steigerung weitere Gefolgschaft eingestellt den Betriebsordnungen nicht versprochen werwerden konnte, von Lohnerhöhung ist natürden kann, wird wenigstens auf die Seellich nicht die Rede. Die Angst, daß durch sorge, auf die sittliche Wartung des LohnLohnerhöhungen die Ausbeutung der Berg- empfängers der größte Wert gelegt. Als das arbeiter beschränkt werden könnte, ist ent- Murren der also Betreuten immer mehr anscheidend. Das Reichsarbeitsblatt faselt schwoll, sah sich selbst die> Nationalsonoch von einer Erhöhung der durchschnitt- zialistische Korrespondenz< verlichen Bruttoschichtverdienste, verschweigt anlaßt, sich in einem Artikel aber dabei, daß sich infolge der Rüstungs- triebsordnungen auseinanderzusetzen, die so- Erfolg gekrönt ist und daß all die traurigen( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland konjunktur die Zusammensetzung der Berg- gar das Privatleben der Betriebs- Züge einer falschen Menschenführung baubelegschaften verändert hat. Die direkt angehörigen nicht in Ruhe las- Vergangenheit verschwinden werden.< an der Kohlengewinnung beschäftigten Arbeiter, d. h. die höchstbezahlten Gruppen haben zahlenmäßig zugenommen, so daß der Vergleich der Durchschnittslöhne irreführend ist. Bringt man die amtlichen Ziffern in Zusammenhang mit der Erhöhung der Lebenskosten, so ergibt sich folgendes Bild: Der durchschnittliche Brutto- Schichtverdienst betrug für das Ruhrgebiet: 1932 7.05 Verdienst 1935 in Kaufkraft 1932 5.72 1935 7.15 Die Löhne der übrigen Bergreviere liegen noch weit tiefer. Dem Bergmann bleiben von diesem Bruttolohn nach den Abzügen noch nicht 75 Prozent als Nettoeinkommen. sen.< Wir lesen: mit den BeDer>> Neue Vorwärts« kostet im Einzelmen, kann nur möglich sein, wenn der Künstler nichts davon weiß, daß sich das Volk verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein durch die Organe der NSDAP verzweifelt Quartal bei freier Zustellung Kè 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč bemüht, diese unwürdigen Zustände abzu24. für das Quartal) oder deren Gegenwert schaffen. Und wenn dieser Versuch der in der Landeswährung( die Bezugspreise für Partei unternommen wird, dann weiß jeder das Quartal stehen in Klammern) Argentinien Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) Nationalsozialist, daß dieses Bemühen von Bulgarien Lew 8.-( 96.-) Danzig Guld. 0.45 der E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien d 4.-( Sh. 4.-). Holland Gld. 0.15( 1.80). ItaSo der Landesleiter Schlesien lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 > Es soll anerkannt werden, daß in der- der Reichskammer der bildenden( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. artigen Fällen nicht immer überspitz- Künste<, ein gesinnungswackerer Pg. 0.55( 6.60). Luxemburg B Frs. 2.45( 29.50), Oesterreich Sch. zum Ausdruck ge- Alfred Perret in den» Schlesischen Monats- Norwegen Kr. 0.35( 4.20). langt. Trotzdem aber wird es von den Be- heften<, die sich auch> Blätter für national- Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.0.40( 4.80). Palästina P Pf. 0.020( 0.216), triebsangehörigen meistens als solches empfunden und daher nur sehr widerwil- sozialistische Kultur tes Herrenbewußtsein des deutschen Süd-( 24.-). Rumänien Let 10.-( 120.-). Schweden Kr. 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20). USA. 0.08( 1.-). gemalt lig getragen werden. Der Betriebsangehö- ostens« nennen. Da werden wir also nächrige wird leicht argwöhnen, daß ihm auf stens den oberschlesischen Kumpel diesem Wege eine Fessel angelegt weroder den soll, die er mit der Zeit oder auch unter besonderen Umständen besonders drük- dürfen! kend zu fühlen bekommt. Selbst ein erzieherischer Einfluß wird hierdurch sehr in Frage gestellt, da die erhobene Rute und der Stock kaum mehr bei Kindern, geschweige denn bei Erwachsenen als geeignete Erziehungsmittel angesehen werden.<< aus Gips im Golfanzug Wieder einer! bewundern Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift» Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag 46.149. Oesterreich:» Neuer Vorwärtse Karlsbad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärtse Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer Vorwärtse Karlsbad Zürich Nr. VIII 14.697. Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank Filiale Karlsbad Konto Neuer Vorwärts Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: bank. Filiale Belgrad Konto Neuer Vorwärtse, Beograd Nr. 51 005. Genaue Bezeichnung der Konten ist erforderlich. Der Geschäftsführer des Reichsbauernrates, Hauptamtsleiter SS- Standartenführer Richard Arauner, ist tödlich Noch nicht lange ist es her, da wurde von verunglückt, als er von der Vereidigung Die DAF muẞte inzwischen einsehen, daß höchster Stelle die Parole ausgegeben:» Es des Landesbauernrates Saar- Pfalz, zurück- Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditmit der> Lehre von Nürnberg< die anbefoh- gibt kein Privatleben mehr.< In- kehrte.<< lene Ruhe in den Betrieben nicht herzustel- zwischen hat sich's offenbar herausgestellt, Deutsche Pressemeldung vom 3. 11. 36.